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beletristik, psychothriller, 2016, suspense

The Swimming Pool

Louise Candlish
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Michael Joseph, 05.05.2016
ISBN 9781405919883
Genre: Romane

Rezension:

„Swimming Pool“ ist ein etwas überkonstruiertes Drama. Eine ganz normale Mittelschichtsfrau, Natalie, lebt zufällig fast in einem neuen In-Viertel in London. Dort eröffnet eine Art Lido, ein Schwimmbad. Dort sieht sie eines Tages eine Frau, die deutlich höher steht auf der Hackordnung als sie selbst. Lara, die Frau, ist schön, schlank, trainiert und reich. Sie hat einen interessanten Mann und eine wunderschöne Tochter. Jeder sonnt sich gerne in ihrer Aufmerksamkeit. Natalie ist beeindruckt und nicht wenig erstaunt, als sie merkt, das Lara sich um ihre Freundschaft bemüht. Schon bald lässt sie ihre Ehe und alte Freundschaften schleifen, nur um im Dunstkreis von Lara zu sein. Doch Natalie drückt ein dunkles Geheimnis aus ihrer Jugend. Einst war sie ein ziemlicher Bully. Zusammen mit einer Urlaubsfreundin im Dorf ihrer Großeltern zeigte sich eine unangenehme Seite an ihr. Bis heute fürchtet sie, dass diese Sache sie einmal einholen wird.

 

Das Buch ist voller unsympathischer und fehlerhafter Charaktere. Natalie selber ist eine überprotektive Mutter. Ihre Tochter Molly hat eine Aquaphobie. Nach einem traumatischen Erlebnis als Baby hat sie panische Angst vor Wasser. Aus dieser Sache machen Natalie und ihr Mann ein Riesending. Sie haben panische Angst, die 13jährige in die Nähe des Pools zu lassen. Dabei hält ihre Phobie sie davor ganz alleine davon entfernt. Diese Überbesorgtheit und auch ihr Erzkonservatismus empfand ich als sehr anstrengend. Vielleicht fühlt sich Natalie deswegen so von dem etwas unkonventionellen Stil von Lara angezogen. Dabei ertappt sie Natalie bei ihren eigenen Erziehungslügen, z.B. das Schönheit nur oberflächlich ist und keinerlei Verdienst ist. Dabei fühlt sie sich selber von Laras Schönheit und der daraus erfolgenden Aufmerksamkeit angezogen.

 

Das Buch zeigt vor allem die Unzulänglichkeit seiner Figuren auf. Das ist entlarvend und sehr realistisch. Keine Figur bietet sich wirklich als Sympathieträger an. Das empfand das aber nicht als schlimm. Es liest sich sehr voyeuristisch, da wir dabei sind, wie Natalie sich selber zunehmend blamiert.

 

Das Buch liest sich recht locker runter. Es ist nicht wirklich ein Krimi, mehr ein Familiendrama. Ich kam mir tatsächlich ein wenig vor wie ein Voyeur, der dabei zusieht, wie Menschen sich zum Affen machen. Dabei geht es auch um Verletzungen, die man sozusagen im Vorbeigehen gedankenlos macht. Das macht es schon zu einem recht tiefgründigen Buch, das an das dunkle in jedem menschlichen Charakter rührt. „Swimming Pool“ ist ein düsteres Buch das zu fesseln weiß und irgendwie angenehm unangenehm berührt.

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Tags: beletristik, suspense   (2)
 

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psycho-thriller

The Breakdown: The 2017 gripping thriller from the bestselling author of Behind Closed Doors

B A Paris
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei HQ, 09.02.2017
ISBN 9781474050661
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das ist nun schon das dritte Buch in diesem noch jungen Jahr auf das ich mich lange gefreut habe um dann enttäuscht zu werden. Bin ich zu anspruchsvoll geworden?

 

Ich mochte B A Paris‘ „Saving Grace“ sehr gerne. Zwar hatte auch das seine Mängel, aber ich fand es spannend und unterhaltsam. Deswegen war ich sehr gespannt auf das nächste Buch der Autorin. Aber leider geht’s hier schon von Anfang an los mit den Schwierigkeiten. Cass fährt spät nachts mit dem Auto eine Abkürzung  durch einen Wald. Es stürmt und regnet in Strömen. Sie bereut die Entscheidung schon recht bald, sie sieht kaum was und die Straße ist schwierig. Da sieht sie ein anderes Auto auf der Strecke stehen. Sie fährt vorbei, sieht verschwommen ein Frauengesicht. Sie hält an und wartet, ob diese Frau evtl. Hilfe braucht und Kontakt aufnehmen will. Sie überlegt, selber auszusteigen, aber sie fürchtet, es könnte eine Falle sein, nachts mitten im Wald keine unkluge Überlegung als Frau so alleine unterwegs. Schließlich, als niemand aussteigt oder wenigstens die Lichthupe geht, fährt sie weiter. Am nächsten Tag erfährt sie, dass eine junge Frau umgebracht wurde. Und zwar genau die Frau in dem Auto. Da es ihr peinlich ist, das sie nicht ausstieg und nachschaute, was los war, erzählt sie es niemanden, dass sie die Abkürzung nahm und das Auto sah. Zudem muss sie erfahren, dass sie die Frau kannte. Die Schuldgefühle erdrücken sie fast. Und genau das ist schon mein Problem. Wäre es wirklich so schlimm gewesen, wenn sie die Begegnung erzählt hätte? Jeder hätte verstanden, dass sie nicht ausstieg, nachts im Wald wie gesagt. Wer konnte den Mord ahnen. Sie hat angehalten und abgewartet. So fängt das Buch schon recht unglaubwürdig an mit einem Problem, das mir zu sehr an den Haaren herbei gezogen schien. Denn dieser Auslöser, diese Schuldgefühle tragen im weiteren dazu bei, das Cass‘ Geisteszustand sich weiter verschlechtert. Die Ausganglage war einfach  zu konstruiert.

 

In dem Stil geht es leider weiter. Zu geschmeidig gleitet Cass ab in die geistige Verwirrung. Dabei schwindelt sie immer mal, wenn es ihr in den Kram passt und ihre Situation dadurch schlimmer macht. Am schlimmsten ist leider, dass mir schon sehr schnell klar war, wer hinter der ganzen Sache steckte. Das wie und  warum war auch schnell klar. Einzig die Sache mit der toten Frau habe ich nicht erraten, aber das war irgendwie auch nicht die Hauptsache. Alles andere war leider weniger überraschend und genauso, wie ich es mir schon nach wenigen Kapiteln gedacht habe.

 

Das Buch ist ganz flüssig geschrieben und auch nicht sehr umfangreich, ich habe es in zwei Sitzungen durchgelesen. Aber das heißt nicht, dass es wirklich gut war. Cass ist sehr nervig und ein williges Opfer. Ihr Verfolgungswahn und Fixierung auf den Mörder sind schon anstrengend. Es gibt einige Dinge, über die ich beim Lesen den Kopf schüttelte, aber das würde schon in die Rubrik „Spoiler“ fallen wenn ich hier näher drauf eingehen würde.  Es gab zu „Saving Grace“ viele negative Kritiken, die ich alle verstehen konnte aber trotzdem hatte mir das Buch gefallen. Hier nun scheint alles Negative, was ich las, doppelt auf dieses Buch zu passen. Es ist einfach eine sehr konstruierte Story mit einer anstrengenden Hauptfigur. Es ist lesbar und leidlich unterhaltsam aber auch sehr vorhersehbar.

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Tags: psycho-thriller   (1)
 

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psychothriller

My Sister's Bones by Nuala Ellwood (2017-02-09)

Nuala Ellwood
Fester Einband
Erschienen bei Penguin, 01.01.1711
ISBN B01MYMGM7S
Genre: Sonstiges

Rezension:

4,5 Sterne

Dieser Thriller hat sich während des Lesens als völlig anders herausgestellt, als ich erwartet hatte. Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte. Irgendetwas Normaleres irgendwie. Aber zum Glück wurde es ein wirklich intensives Leseerlebnis.

 

Ich hatte etwas Probleme beim Einstieg. Ich war verwirrt von den Kapiteln, in denen die Hauptperson Kate von einer Ärztin zu irgendeinem mysteriösen Vorfall befragt wird. Das hatte etwas von einer Vernehmung. Was passiert ist, bleibt lange im Dunklen. Mit Kate hatte ich zu Beginn meine Schwierigkeiten. Sie ist Kriegsreporterin. Ihr letzter Einsatz war in Aleppo und sie hat unsägliches mitangesehen und erlebt. Sie hat PTBS und dadurch akustische und visuelle Halluzinationen. Sie kann kaum schlafen und sucht Zuflucht in Tabletten. Sie ist recht uneinsichtig, was ihr psychisches Trauma angeht. Es geht ihr furchtbar aber sie nimmt keine Hilfe an. Das hat mich im ersten Drittel extrem genervt.

In der zweiten Hälfte des Buches ist ihre Schwester Sally im Mittelpunkt. Die Schwestern stehen sich nicht nahe. Sie hatten keine schöne Kindheit, ihr Vater war Kate und ihrer Mutter gegenüber gewalttätig während Sally dagegen mit ihrer Mutter keine herzliche Verbindung hatte. Sally sucht ihre Betäubung im Alkohol.

 

Zuerst dachte ich, es ist klar wohin die Geschichte führt. Kates Belastungsstörung, ihre Halluzinationen deuteten in eine gewisse Richtung. Aber nach und nach merkt man, das noch etwas anderes vor sich geht. Ich befürchtete auch, das da evtl. zu viel in die Story gepackt wurde. Familiendramen, Kriegsversehrtheit, evtl. noch Entführung oder gar Menschenhandel. Aber weit gefehlt. Das Buch geht in eine völlig andere Richtung und entwickelt sich  zu einem handfesten Thriller. Spätestens zu dem Zeitpunkt, als  Sally zur Erzählerin wird konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Alles fügt sich zusammen. Es ist eine traurige Geschichte, tragisch und auch bewegend, dazu noch spannend. Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Story entwickelt sich sehr gekonnt. Das Buch gewann für mich von Seite zu Seite. Es ist ein ungewöhnlicher Thriller, der sich angenehm aus der Masse heraushebt. Ich ziehe nur einen halben Stern ab da ich am Anfang Probleme hatte, hineinzufinden und Kate als so starrköpfig empfand

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Tags: psychothriller   (1)
 

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nachtängste, england, psychologischer thriller, sarah pinborough, luzides träumen

Sie weiß von dir

Sarah Pinborough , Ulrike Thiesmeyer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.01.2017
ISBN 9783499272653
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Diesem psychologischen Thriller ist auf englischen Buchbloggerseiten der Hashtag #wtftheending beigestellt worden. Dieses Ende dürfen Sie niemandem verraten, so wird er beworben. Das macht einen richtigen Thrillerfan natülich neugierig. Das Buch stand lange auf meiner Wunschliste. Da es auf Deutsch nun als relativ günstige Kindle-Fassung bei amazon erhältlich ist, habe ich es mir endlich zugelegt.

 

Das Buch ist durchaus gut lesbar und auch leidlich spannend. Vom Inhalt sollte man tatsächlich nicht so viel preisgeben. Eine junge alleinerziehende Frau muss eines Tages feststellen, das ihr neuer Chef der Mann ist, mit dem sie ein paar Tage vorher in einem Pub geknutscht hat. Zudem ist er verheiratet und seine Frau ist bezaubernd und wunderschön. Da sie auf die Toilette verschwindet, als sie die beiden im Büro sieht, denkt sie, die Ehefrau kennt sie nicht. Als sie ein paar Tage später auf der Straße in sie hineinrennt und so widerwillig ihre Bekanntschaft macht, muss sie feststellen, dass sie wirklich nett ist und einsam dazu. Nun ist sie bald in eine Affäre mit ihrem Chef verwickelt und ist dazu die beste Freundin von dessen Ehefrau, natürlich ohne dass der jeweils andere davon weiß.  Das ist eine recht triviale Ausgangslage, aber schon bald merkt man, dass etwas nicht stimmt. Einer von ihnen hat einen ausgeklügelten Plan.

 

Recht interessant sind einige Dinge schon, z.B. die Sache über das luzide Träumen. Leider driftet der Thriller zum Schluss etwas ins Unwahrscheinliche ab. Sowieso gibt es viel zu viele Zufälle und der perfide Plan geht natürlich optimal auf. Jeder spielt seine ihm zugedachte Rolle. Das Ende sollten vielleicht Leser, die an realistischen Thrillern interessiert sind, wirklich nicht vorher wissen, denn dann würden sie das Buch gar nicht erst lesen wollen. Im Laufe des Buches wurde mir klar, worauf es hinausläuft. Natürlich legt die Autorin ganz zum Ende noch mal eine Schippe drauf. Das war dann zwar nochmal ein Augenbrauenhochzieh-Effekt, aber mehr auch nicht. Denn Logik und Realität hatten sich da schon verabschiedet.

 

Was mich persönlich aber am meisten störte, ist der Schreibstil. Sarah Pinborough hat in erster Linie Jugendbücher geschrieben. Und das merkt man der Sprache an. Ich kenne bereits ein Buch von ihr, „13 Minutes“, ein YA-Buch, das ich auch nur Mittelprächtig fand. Ich dachte, ich gebe der Autorin noch eine Chance mit einem Erwachsenenbuch. Aber leider merkt man sehr deutlich, dass sie YA-Autorin ist. Die Sprache ist sehr einfach, es wird ewig genüsslich in der schmutzigen Dreiecksgeschichte gesuhlt und die Protagonisten springen zusammen „in die Heia“. Naja. An dem Punkt dachte ich mir, dass ich es besser im englischen Original hätte lesen sollen, dann wäre mir das nicht so extrem negativ aufgefallen. Auf Deutsch fand ich die Sprache extrem schlicht und den Aufbau der Story auch YA-artig gradlinig und unkomplex. Aber das ist mein persönliches Problem mit Büchern, die halt für jüngere Leute gedacht sind. Der Autorin ist jedenfall für meinen Geschmack nicht der Umschwung auf eine Sprache für einen älteren Leser gelungen.

 

Man kann das Buch leicht weglesen und sich nicht weiter Gedanken machen. Den großen Hype, den es aber, vor allem wegen dem ach so überraschenden Ende auf den englischsprachigen Bloggerseiten ausgelöst hat, kann ich leider nicht nachvollziehen.

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Tags: luzides träumen, psychologischer thriller   (2)
 

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psychologischer thriller, thriller

Watching Edie: The most unsettling psychological thriller you'll read this year by Camilla Way (2016-07-28)

Camilla Way
Fester Einband
Erschienen bei HarperCollins, 01.01.1797
ISBN B01N40GPFO
Genre: Sonstiges

Rezension:

Lange hat dieses Buch auf meiner Wunschliste gestanden. Ganz oben. Leider konnte ich kein ARC über NetGalley bekommen. So musste ich es also kaufen. Da ich es als recht teuer empfand, habe ich gewartet und gewartet mit dem Kauf. Billiger wurde es nicht, aber ich las weiterhin überschwängliche Kritiken darüber. Also kaufte ich es dann doch endlich und las es sogleich.

 

Wahrscheinlich waren meine Erwartungen zu hoch. Ich kenne "Schwarzer Sommer" von der Autorin, das mir sehr gut gefallen hatte. Die vielen lobenden Kritiken von Bloggern, denen ich folge und deren Meinung ich schätze, haben meine Ansprüche an das Buch wohl zu hoch geschraubt.

 

Ich empfand das  Buch leider nur als leidlich spannend. Es geht recht langsam vorwärts und leider gingen mir beide Protagonistinnen ziemlich auf die Nerven. Heathers Stalkertum wurde ziemlich platt inszeniert und Edie’s Depressionen nach der Geburt ihrer Tochter bis zur Grenze ausgereizt. Das hat schon etwas an meiner Geduld gezerrt. Irgendwie haben ich den „spannenden Thriller voller Twists und Überraschungen“ vermisst. Denn überrascht hat mich nicht viel in diesem Buch. Wer Opfer und wer Täter ist war mir schon recht schnell klar. Zu sehr sprangen die Darstellungen besonders einer der beiden Figuren im „Before“ und „After“ auseinander.

 

Ich kann nur 3 Sterne vergeben. Ob es nun an meiner falschen Erwartungshaltung liegt oder daran, das einfach zu viele Thriller die mit „shocking Twist“ werben, gibt und ich auch vielleicht zu viele davon gelesen habe, weiß ich nicht. Vielleicht ein bißchen von beidem. Ich bin jedenfalls ein wenig enttäuscht, dass das Buch leider für mich nur eine mittelmäßige Leseerfahrung war.

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Tags: psychologischer thriller, thriller   (2)
 

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belletristik, familiengeheimnis

Sisters One, Two, Three

Nancy Star
E-Buch Text: 354 Seiten
Erschienen bei Lake Union Publishing, 01.01.2017
ISBN 9781503992481
Genre: Sonstiges

Rezension:

Manchmal gibt es Bücher, da klingt der Klappentext genau nach meinem Beuteschema. Familiengeheimnisse sind immer interessant. Aber leider hat dieses Buch für mich überhaupt nicht funktioniert.

 

Ich muss nicht alle Figuren in einem Buch mögen. Aber irgendwie einen Bezug zu ihnen herstellen muss ich schon. Das ist  mir hier gar nicht gelungen. Glory, die Mutter, ist wirklich schlimm. Zuerst dachte ich, sie ist sarkastisch und witzig und einfach nur eigen. Aber im Laufe des Buches fand ich sie immer furchtbarer. Sie ist egozentrisch und egoistisch. Ihr Umgang mit besagtem Familiengeheimnis ist sehr fragwürdig. Wem wollte sie mit so einer Aktion denn helfen? Und was war der Sinn dahinter? Das hat sich mir überhaupt nicht erschlossen. Die anderen Figuren haben mich einfach nur genervt. Ihre Tochter Ginger mit ihrer ebenfalls verkorksten Familie und ihrer negativen Einstellung. Ihre Schwester Mimi ist Supermom und nicht weniger nervtötend. Alle anderen Figuren bleiben blass, vor allem Männer kommen nur schemenhaft und am Rande vor. Hier dominieren Frauen, vor allem aber Glory und ihre sehr eigenwillige Sicht der Dinge. Warum dieses Familiengeheimnis überhaupt eins war und warum Glory darum so eine Schau machte auf Kosten aller Beteiligten bleibt mysteriös. Zudem ist das Buch recht unspannend. In der ersten Hälfte passiert fast nichts. Es ist ein langer Prolog der uns zu den Geschehnissen an einem Sommertag führt, an dem ein Unglück passierte. Und hinterher wird’s leider auch nicht besser.

 

Dieses Buch konnte mich weder bewegen noch wirklich unterhalten. Für mich war es verschwendete Lesezeit.

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Tags: belletristik, familiengeheimnis   (2)
 

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psychothriller

Duplicity

Sibel Hodge
E-Buch Text: 316 Seiten
Erschienen bei Thomas & Mercer, 27.12.2016
ISBN 9781503996106
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wieder mal ein Buch, über dessen Inhalt man besser nicht so viel verrät. Der Klappentext skizziert die Ausgangslage. Ein junges Paar, Alissa und Max, sind seit 4 Wochen glücklich verheiratet. Da wird Max abends in seinem Büro erstochen und Alissa kann zu einem Nachbarn fliehen. Alissa ist einnehmend schön und liebreizend. Jeder, der sie kennt, scheint ihr innerhalb kurzer Zeit zu Füßen zu liegen. So geht es auch dem Polizeichef. Seinem Untergebenen geht es weniger so. Er misstraut Alissa. Und er kommt hinter das Geheimnis.

 

Ich bin relativ blind in dieses Buch gestolpert. Und so sollte  es auch sein. Es gibt zwei Erzähler: den Detective und  „The Other One“. Wer das ist, bleibt eine Weile ein Rätsel. Wie gesagt, man sollte besser nicht so viel wissen über das Buch. Es gibt Überraschungen und Twists, bis zum Schluss. In der ersten Hälfte tritt die Story ein wenig auf der Stelle, die Dinge, die in der Nacht von Max‘ Ermordung passierten, werden mehrfach wiederholt. Aber danach geht es dann richtig los. Das macht Spaß, ist spannend und unterhaltsam. Zwar ist die Ausganglage dann zwar doch etwas sehr unwahrscheinlich und auch einige Dinge sind dann doch zufällig zu passend, aber das schmälert nicht den Unterhaltungswert. Es nervt mich zwar seit einiger Zeit, dass wackere Ermittlern immer ignorante Vorgesetze haben, die ihre Arbeit und ihre Scharfsicht nicht zu schätzen wissen. Im Weiteren gibt in es in der Story schon einige Unwahrscheinlichkeiten. Sie ist im Grunde völlig an den Haaren herbeigezogen. Aber irgendwie ist es unterhaltsam und spaßig.

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Tags: psychothriller   (1)
 

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thriller, survival, survive, hunger, scherz

Survive - Du bist allein

Alexandra Oliva , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 28.07.2016
ISBN 9783651024731
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieses Buch ist eine ungewöhnliche Mischung. Es geht zum einen um diese TV-Show. Die 12 Teilnehmer müssen Survival-Tests in der Wildnis bestehen, mal als Team, mal alleine. Die Hauptfigur ist Sam bzw. Zoo, denn alle Teilnehmer haben vom Fernsehteam Spitznamen bekommen. Die Sache mit den Echtnamen und Spitznamen ist etwas verwirrend. Untereinander benennen sie sich mit ihren richtigen Namen, aber sobald aus der allgemeinen Sicht, also der Sicht der Zuschauer erzählt wird, werden sie nur noch bei ihren Spitznamen genannt. Aber zum Glück sind alle Figuren in den Innencovern mit beiden Namen kurz skizziert. Da musste ich gelegentlich mal nachschauen, obwohl man schon bald die jeweilige Person anhand ihrer Charaktereigenschaften erkennen kann.
Aber das Buch hat noch ein anderes Hauptthema. Eine Katastrophe, die passiert, während Zoo durch den Wald läuft und ihre Hinweise und Anweisungen sucht.

Es gibt zwei Erzählebenen. Eine spielt in der Zeit, in der Zoo alleine unterwegs ist. Sie ist auf ihrer Einzelchallange und eigentlich ziemlich am Ende. Da sie lange im Wald unterwegs ist, bekommt sie wenig mit von der Aussenwelt, ihr Kameramann ist verschwunden und auch sonst hat sie keinen Kontakt. Sie war auch eine Weile krank. Auch da hat sich niemand um sie gekümmert. Trotzdem ist sie sich sicher, das das alles Teil der Show ist. Als sie auf ihrer Wanderung in bewohntes Gebiet gelangt, sieht sie nur verlassene Häuser. Sie interpretiert sie als Attrappen, die Teil ihrer Challange sind. Herumliegende Körper sind für sie gutgemachte Puppen.

Die zweite Erzählebene zeigt uns, allgemeiner gehalten, wie die TV-Serie begann und wie die Anfangsaufgaben bewältigt wurden. Da kann man als Leser ein wenig über Survivalmethoden lernen. Also jedenfalls ich, die bisher auch nicht wußte, wie man einen Kompass richtig hält.

Das Buch war für mich am Anfang etwas verwirrend. Man ist sogleich mitten drin. Die Erzählweise ist etwas trocken und distanziert. Die Figurenzeichnung fand ich allerdings sehr gelungen. Zu Zoos Beweggründen, an dieser Show teilzunehmen, erfährt man nach und nach mehr. Sie verschließt bewusst die Augen vor gewissen Dingen, auch vor der Realität, die sich ihr prasentiert, als sie die verlassenen Häuser sieht. Aber wer kommt auch schon auf die Idee, das auf einmal etwas so unvorstellbares passiert sein soll. Sie ist voll konzentriert darauf, stark zu bleiben und bloss nicht aufzugeben.

Ich war in der ersten Hälfte nicht wirklich begeistert. Zwar las sich das ganze trotz des etwas eigenen Schreibstils recht flüssig. Zuerst fand ich die Ebene, die die Anfänge der TV-Show behandelte, interessanter. Zoos Dickköpfigkeit und ihr wahnhaftes Festhalten an die Idee dieser Show empfand ich eine ganze Weile als etwas anstrengend. Aber nach und nach, je mehr man mit ihr weitergeht, wurde das Buch doch zunehmend packender und im letzten Drittel auch bewegend. Im Nachhinein ist es in doch sehr intensives Buch gewesen. Ich emfinde die Grundidee immer noch sehr merkwürdig, aber irgendwie hat es mich doch gepackt. Dies ist gewiss kein Buch für jeden, am besten sollte man mal eine Leseprobe lesen. Ich fand es im Nachhinein gesehen aber recht gut und ungewöhnlich.

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Tags: dystopie, thriller   (2)
 

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mysterythriller

Her Every Fear

Peter Swanson
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Faber & Faber, 10.01.2017
ISBN 9780571327140
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. „The Kind worth Killing“ hat mir extrem gut gefallen. In diesem Buch erkenne ich die Handschrift des Autors wieder, seine Fähigkeit, sich in verstörte Personen hineinzuversetzen. Leider wiederholen sich viele Szenen im Buch, werden aus der Sicht einer anderen Figur nochmal erzählt. Das nimmt viel Spannung aus der Story.

 

Kat Priddy ist eine junge Engländerin, deren Leben vor einigen Jahren aus der Bahn geworfen wurde durch einen traumatischen Vorfall. Sie hatte schon immer eine blühende Phantasie und jede Situation, jeder Vorfall wird in ihrem Kopf gleich zum schlimmstmöglichen Schreckensszenario ausgesponnen. Sie ist eine angstgeplagte Frau, die aber tapfer versucht, diese zu überwinden. So kommt ihr das Angebot eines ihr unbekannten Cousins, für 6 Monate ihre Wohnungen zu tauschen, gerade recht. Eigentlich möchte sie es gar nicht und sie weiß, dass ihre Mutter, über die der Kontakt zustande kam, es auch gar nicht von ihr erwartet. Und gerade deshalb tut sie es. Sie fliegt nach Boston  und bezieht das luxuriöse Appartement ihres Cousins Corbin. Doch schon am ersten Abend wird sie damit konfrontiert, dass ihrer bzw. Corbins, Nachbarin etwas zugestoßen ist.

 

Der Autor dringt tief in die Psychen seiner Charaktere vor. Die Geschichte wird von verschiedenen Personen erzählt und zeigt auch einige Geschehnisse aus Corbins Vergangenheit, die letztendlich zu dem Mord an der Nachbarin führten. Leider werden verschiedene Szenen wiederholt noch einmal aus der Perspektive einer anderen Figur erzählt. Da werden dann Dinge erklärt, die ich mir als Leser bereits gedacht habe. Das nimmt Spannung aus der Story und macht es auch etwas langweilig. Die Geschichte selber ist sehr Charakter- und Erzählungsintensiv. Handlung gibt es wenig, das meiste spielt sich im Kopf der Figuren ab. An manchen Stellen ist das Buch sehr spannend und interessant, und es erinnerte mich auch an „The Kind Worth Killing“, dann wiederum langweilte ich mich etwas, weil wieder, gerade in der letzten Hälfte, eine Figur uns nochmal ihre Sicht der Ereignisse erzählen muss. Das Ende ist leider auch etwas schwach. Ich hätte mir da irgendwie was anderes gewünscht.

 

Trotz der Kritikpunkte hat mir das Buch recht gut gefallen. Es reicht zwar nicht an „The Kind Worth Killing“ heran, aber die Latte lag auch sehr hoch. Ich mag allerdings, wie der Autor seine Figuren entwickelt, wie gut er Psychopathen beschreiben und in ihren Kopf gucken kann. Die Story an sich ist auch ungewöhnlich genug. Nur auf die vielen Wiederholungen hätte er gerne verzichten können. Ich bin schon sehr gespannt auf das nächste Buch des Autors.

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Tags: mysterythriller   (1)
 

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familie, mutter-tochter-beziehung, kindheit, schriftstellerin, liebe

Die Unvollkommenheit der Liebe

Elizabeth Strout , Sabine Roth
Fester Einband
Erschienen bei Luchterhand, 29.08.2016
ISBN 9783630875095
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch hat mich gleich von den ersten Seiten an gefesselt. Zu meiner eigenen Überraschung.

Lucy Barton ist in tiefer Armut aufgewachsen. In ihrer Familie gab es keine großen Gefühlsbezeugungen. Als erwachsene Frau liegt sie nach einer Blinddarmoperation wegen einernysteriösen Infektion 9 Wochen lang im Krankenhaus. Es sind die 80iger Jahre. Ihr Mann und ihre Töchter können sie nur selten besuchen. Aber eines Tages sitzt ihre Mutter, die sie lange nicht gesehen hat, an ihrem Bett. Ganze 5 Tage rührt sie sich kaum von ihrem Stuhl. Sie sprechen über Nichtigkeiten, ihre Mutter erzählt ihr Klatsch und Tratsch aus der provinziellen Heimatstadt. Alles ungut endende Geschichten. Frauen, die ihre Männer verließen, oder verlassen wurden und irgendwie nie glücklich wurden. Nur die wirklich wichtigen Dinge, die sprechen Mutter und Tochter nie an.

Elizabeth Strout ist eine hochgelobte Autorin. Ich war ein wenig skeptisch aber auch neugierig, ob sie mir liegt. Ich weiß nicht, ob ich noch weitere Bücher von ihr lesen möchte,  zu Eigen war doch ihr Stil. Aber ich bin froh, dass ich dieses Buch gelesen habe. Denn es hat mich definitiv  aus meiner Komfortzone herausgeholt. Ich empfand ihre Sprache als sehr einlullend, sehr geschmeidig und geschliffen. Sie sagt wenig, das Buch ist sehr kurz. Aber alle kleine Geschichten, viele kurze Bemerkungen sind sehr vielschichtig und auf eigene Weise eloquent. Denn wirklich wichtige Dinge werden nicht ausgesprochen. Eine Dinge, die Lucy passiert sein können, bleiben wage. Unwichtige kleine Geschichten werden erzählt, aber das essentielle bleibt ungesagt. Lucys Mutter kann nicht sagen, dass sie sie liebt. Das bekommt sie nicht ausgesprochen. Warum das so ist, erfahren wir nicht, aber ein Universum an Gründen ist möglich.

Das Buch mäandert vor sich hin. Es ist kurz, nur knapp mehr als 200 Seiten. Dabei wird so nebenbei Lucys Leben skizziert. Aber vor allem ihre Kindheit ist wichtig. Wobei da so vieles nicht ausgesprochen wird sondern seinen Gegenpart in etwas in ihrem Erwachsenenleben wiederfindet. Hier wird der wundervollen Banalität des normalen Lebens gehuldigt, denn sie lässt uns die schlimmen Dinge, die passiert sind, ertragen. Menschen, denen Lucy begegnete und die ihr Leben prägten, werden in wenigen Worten so plastisch umschrieben, das ist wirklich eine Kunst.

Wer gerne ein gradliniges Buch mit einer ordentlich umrissenen Handlung lesen möchte, ist hier verkehrt. Ich empfand dieses Buch als überraschend anders, in seiner Knappheit und wagen Erzählung aber sehr tiefgründig und nachhaltig. In wenigen Worten und ohne große Erklärungen erzählt uns Lucy ihr Leben, ihr Weg in die Heilung von allem, das ihr widerfahren ist. Das macht es zu einem sehr positiven Buch. Für mich war es ein unerwartetes tiefgründiges Leseerlebnis.

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Tags: beletristik   (1)
 

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96 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

australien, dürre, thriller, hitze, mord

The Dry

Jane Harper , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.10.2016
ISBN 9783499290268
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

psychologischer thriller, psychologischer krimi

First One Missing by Tammy Cohen (2015-07-02)

Tammy Cohen
Fester Einband
Erschienen bei Doubleday, 01.01.1766
ISBN B01K931WCW
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich soltle wirklich aufhören, Bücher über verschwundene oder ermordete Kinder zu lesen. Irgendwie habe ich davon im letzten Jahr zu viele gehabt und langsam geht es mir unter die Haut.

Auch hier geht es um getötete kleine Mädchen. Die Trauer und die Verzweiflung, die die Eltern spüren, ist sehr greifbar und sehr bewegend geschildert. Jede Familie geht etwas anders damit um, aber keine kann so recht weitermachen mit ihrem Leben. Das ist wirklich sehr bedrücken zu lesen und macht auch keinen Spaß. Die Charaktere sind alle nicht einfach und gerade deswegen sehr lebensnah. Auf dem Gebiet kann man der Autorin wirklich keinen Vorwurf machen. Das alles ist sehr gut ausgearbeitet. Leider bleibt aber meinem Empfinden nach die Krimihandlung dabei auf der Strecke. Es geht sehr langsam vorwärts, ewig gibt es keine Spur, nur wir Leser lernen in kurzen Abschnitten eine ominösen Figur kennen, die evtl. mit den Morden zu tun haben könnte. Das alles ging mir als Krimi oder gar Thriller viel zu langsam.

Die Autorin kann sehr gut schreiben und ich würde auch volle Punktzahl für die Figurenzeichnung und das Setting geben. Aber insgesamt als Krimi hat mich das Buch leider nicht überzeugen können.

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Tags: psychologischer krimi, psychologischer thriller   (2)
 

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psychothriller

Final Girls: A Novel

Riley Sager
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Dutton, 11.07.2017
ISBN 9781101985366
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dieses Buch hat alles, was ein guter Thriller braucht. Eine grausige Mordgeschichte, nicht vertrauenswürdige Charaktere und eine gute Story. Aber irgendwie hat  es mich nicht wirklich berührt. Dabei fing es gut an, aber im Laufe der Geschichte verlor ich das Interesse und wurde zunehmend genervter.

 

Quincy ist ein Final Girl. Der Begriff ist aus dem Horror-Movie-Genre. Das Final Girl ist das, das bei einem Massaker übrig bleibt und evtl. den Mörder sogar ermordet. Vor 10 Jahren überlebte Quincy als einzige den Überfall eines irren Mörders auf die Hütte, die sie mit ihren Freunden gemietet hatte. Leider fehlt ihr jede Erinnerung an diese grauenvolle Stunde in der Hütte, die ihren 5 engsten Freunden das Leben kostete. Sie hat ihr Leben soweit im Griff, lebt in einer Beziehung und führt einen erfolgreichen Back-Blog. Außer ihr gibt es derzeit noch 2 weitere Final Girls. Eine davon ist Lisa. Sie wollte ihr einst dabei helfen, ihr Leben nicht als Opfer weiterzuleben. Leider trafen sie sich nie, aber sie hatten Kontakt über Mail und Telefon. Quincy ist erschüttert, als sie hört, das Lisa Selbstmord begangen hat. Dann taucht das andere Final Girl auf. Samantha, die untergetaucht ist für einige Jahre, steht plötzlich vor ihrer Tür und erkundigt sich, wie es ihr geht. Von Schuldgefühlen wegen Lisa geplagt, lässt sie Sam ein paar Tage bei sich wohnen. Aber Sam stellt viele Fragen und hat sonderbare Tendenzen. Irgendwas stimmt mit ihr nicht und sie versucht, Quincy dazu zu bringen, sich zu erinnern, was damals in der Hütte geschah.

 

Eigentlich stimmt hier alles. Es geht interessant los und mit Quincy und Sam sind gleich nicht sehr sympathische aber vielversprechende Charaktere am Start. Aber die Story entwickelt sich nach dem ersten Drittel nicht wirklich spannend weiter. Sie tritt sogar eine Weile auf der Stelle und es geht viel um die Medien, die sich mit diesen Taten beschäftigen, den Mädchen nachstellen. Auch verleitet Sam Quincy zu ein paar Dingen, die mir doch recht merkwürdig erschienen. Es werden verschiedene Fährten ausgelegt und man kann hin und her überlegen, was damals passiert ist und wer Schuld trug. Aber je weiter sich das ganze entwickelt, desto gewollt werden die Twists. Und diese Twists kommen nicht subtil sondern sie werden mit dem Hammer rausgehauen. Das hat etwas sehr gewolltes. Zudem war ich immer mehr von Quincy genervt. Trotz allem, was sie erlebt hat, konnte ich nicht mit ihr fühlen. Sie ist ein nerviger und anstrengender Charakter. Deswegen war es für mich schwer zu verstehen, das jede andere Figur im Buch sie so toll findet und alles für sie tun Wenn sie so toll ist, hätte ich als Leser das gerne auch gesehen. Ich empfand sie als weinerlich, gestört und anstrengend.

 

Wie ich schon sagte, es würde mich nicht wundern, wenn dieses Buch ein großer Erfolg wird und bejubelt wird, denn alle Zutaten dafür sind da. Nur hat es leider für mich nicht so recht funktioniert.

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psycho-thriller, psychopath

Lying in Wait by Liz Nugent (2016-07-14)

Liz Nugent
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin Ireland, 01.01.1828
ISBN B01N51Z7PC
Genre: Sonstiges

Rezension:

„My husband did not mean to kill Annie Doyle, but the lying tramp deserved it.“

Mit diesem Satz beginnt das Buch und gesagt wird er von Lydia Fitzsimmons. Und mit der sollte man es sich nicht verderben. Denn Lydia, die zarte und behütete Ehefrau eines angesehenen Richters, Mutter eines kleinen Sohnes, ist eine Psychopathin.

Lydia kommt aus gutem Hause. Es gab immer Geld und sie wurde dazu erzogen, Ehefrau und Mutter zu sein. Das war sie bisher auch, obwohl sie nur einen Sohn, Laurence, bekommen konnte. Ihr Ehemann, Andrew, ist ein angesehener Richter, aber hat alles Geld durch einen veruntreuenden Verwalter verloren hat. Nun haben sie plötzlich Geldsorgen. Dann lassen sie sich auf einen ziemlich blöden Handel mit Annie ein. Doch Annie nimmt ihr Geld, hält den Handle nicht ein und will sie erpressen. Andrew wird zornig und würgt Annie, doch den finalen Schlag verpasst ihr Lydia, die nicht mit ansehen kann, dass Andrew nur so halbherzig einschreitet. Lydia hat auch die Idee, Annie im Garten zu vergraben und alles zu vertuschen. Schließlich haben sie einen Sohn an den sie denken müssen. Was soll aus ihm werden, wenn sie ins Gefängnis müssen. Aber Andrew wird von Schuldgefühlen und Ängsten geplagt. Er verfällt gesundheitlich innerhalb kurzer Zeit und stirbt. Lucy bleibt ratlos zurück. Es hat sich immer jemand um sie gekümmert und nun ist sie alleine. Aber Laurence übernimmt schon bald die Rolle ihres Beschützers. Das gefällt ihr und so möchte sie es auch haben, für alle Zeiten. Und sie ist bereit, dafür alles zu tun.

Lydia ist narzisstisch, manipulativ und psychopathisch. Alles was sie tut erklärt sie damit, es für ihren Sohn zu tun, aus mütterlicher Fürsorge. Das redet sie sich selber ein. Dabei ist es purer Egoismus. Dass Laurence später als erwachsener Mann halbwegs normal geblieben ist, ist ein Wunder. Natürlich ist er Lydias wahrer Natur blind gegenüber, denn sie kann ihre wirklichen Absichten gut verbergen. Sie macht ihre kleinen manipulativen Spielchen lieber heimlich und hinter seinem Rücken. Es ist sehr einfach, Lydia zu hassen. Auch Laurence ist zuweilen sehr anstrengend, denn er will es allen Recht machen und er ist den Ideen seiner Mutter gegenüber sehr nachgiebig. Karen, Annies Schwester, ist die dritte Erzählfigur. Ihr Verlust der Schwester und der Kampf um ihre Unabhängigkeit als junge Frau im Irland der 80er Jahre sind sehr greifbar.

„Lying in Wait“ ist ein düsterer psychologischer Thriller mit schwierigen Charakteren und einer tragischen Geschichte. Es handelt von obsessiver Mutterliebe aber auch von einer empathielosen Psychopatin, die aus ihrer kontrollierten Bahn geworfen wird. Annies Tod setzt eine Reihe von Ereignissen in Gang, die in eine Abwärtsspirale führen, aus die weder Laurence noch Karen entfliehen können. Das ist durchaus gut erzählt und auch spannend, auch wenn der Schreibstil etwas distanziert bleibt.

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kindesentführung, thriller, entführung, drama, familie

Es beginnt am siebten Tag

Alex Lake , Stefanie Kruschandl
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 05.12.2016
ISBN 9783959670555
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Thriller über entführte oder ermordete Kinder scheinen seit einiger Zeit Hochkonjunktur
zu haben. Jedenfalls habe ich den subjektiven Eindruck, dass dieses Thema
plötzlich überall lauert.

So geht es auch hier  um ein
entführtes Kind. Julia, ihre Mutter ist Anwältin. Ein Termin dauert länger als
gedacht, ihr Handyakku ist leer, so dass sie die Schule nicht über ihre Verspätung
unterrichten kann. So kommt sie eine halbe Stunde zu spät, um Anna abzuholen. Doch
Anna ist weg. Spurlos verschwunden. Julia ist verzweifelt und gibt sich die
Schuld, da sie zu spät kam. Ihr Mann, von dem sie sich eh trennen wollte und
ihre Schwiegermutter geben ihr da kräftig Recht. Doch da passiert etwas Unerwartetes.
Nach 7 Tagen taucht Anna wieder auf, gesund und munter und ohne eine
Erinnerung, was mit ihr geschah.

 

Wir als Leser wissen, was mit Anna passiert ist. Zwischendurch kommt die
für die Tat verantwortliche Person zu Wort und beschreibt uns, was mit Anna
passiert ist und was noch passieren wird. Denn nicht Anns ist das Ziel sondern
Julia.

 

 Die erste Hälfte des Buch zieht sich schleppend dahin. Julia ist voller Gram und es gibt einige Streitereien mit
ihrem Mann. Von der Polizeiarbeit bekommt man nicht viel mit. Deswegen ist das
Buch auch eher ein Familiendrama als ein Thriller. Ich hatte ja die Hoffnung,
dass nachdem Anna wieder aufgetaucht ist und wir nun erfahren, was mit Julia
passieren soll, die Spannung ansteigen würde. Aber da wurde ich schnell
enttäuscht. Vor allem war mir da schon klar, wer hinter allem steckte. Das
wurde immer offensichtlicher, je weiter die Geschichte sich entwickelte. Der
Showdown wird dann ziemlich ausgewalzt und auch sehr unglaubwürdig.

 

Ich hatte das Buch schon sehr lange als englische
Originalversion auf meiner Wunschliste. Ich habe mich dann sehr gefreut, als
ich es von NetGalley als Leseexemplar zur Verfügung gestellt bekommen habe. Das
lange Warten hat sich leider nicht gelohnt. Ich finde, der Klappentext
verspricht einen spannenden Thriller, den das Buch dann aber nicht bietet. Es
ist langatmig, vorhersehbar und unrealistisch. Mich hat auch schon gleich zu
Anfang etwas und was mich auf die richtige Täterspur geführt hat. Mehr kann ich leider dazu nicht sagen ohne evtl zu viel zu spoilern.

Ich bin leider enttäuscht von diesem Buch und kann leider nur 2 Sterne vergeben.

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london, psychologischer thriller, thriller

Tattletale

Sarah J. Naughton
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei Trapeze, 23.03.2017
ISBN 9781409166962
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Tattletale“ ist ein cleverer psychologischer Thriller. Die Handlung ist verschachtelt und entwickelt sich nach und nach. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Vor allem Mags, die nicht besonders sympathisch ist aber dafür sehr lebensnah. Sie und ihr Bruder Abe hatten eine schwere Kindheit. Schon früh zog sie von zu Hause weg und brach den Kontakt ab. Mit Abe wechselte sie nur knappe Weihnachtsgrüße. Inzwischen lebt sie als Anwältin in Las Vegas. Trotzdem ist es ein großer Schock für sie, als sie den Anruf aus London erhält, das ihr Bruder wahrscheinlich einen Selbstmordversuch unternommen hat und im Koma liegt. Mags reist nach London und zieht in die Wohnung von Abe. Schon bald aber kommen ihr Zweifel, ob Abe wirklich selbstmordgefährdet war. Auch seiner Verlobten Jody beginnt sie zu misstrauen.

 

Wie gesagt, der Plot ist gut ausgearbeitet und verschachtelt. Aber irgendetwas hat  mir gefehlt. Ich fand es nicht besonders spannend, da alles so expliziert erzählt wird. Auch fand ich die Twists sehr vorhersehbar, ich war von keiner Wendung wirklich überrascht. Man sah das einfach alles kommen. Auch Trotzdem hat es mich gut unterhalten, auch wenn ein bisschen Straffung dem ganzen vielleicht ein wenig mehr Spannung gegeben hätte.

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Tags: london, psychologischer thriller, thriller   (3)
 

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krimis, entführung, englischer krimi, england

Missing, Presumed (DS Manon, Book 1) (Ds Manon 1) by Susie Steiner (2016-02-25)

Susie Steiner
Fester Einband
Erschienen bei The Borough Press, 01.01.1877
ISBN B01N0DFQ8U
Genre: Sonstiges

Rezension:

Eine junge Frau aus gutem Haus verschwindet spurlos. Die örtliche Polizei sucht verzweifelt nach Hinweisen, aber es bleibt ein Rätsel, was mit der jungen Frau passiert ist. Das ist im Grunde die Story.

 

Dieses Buch ist mehr ein Krimi als ein Thriller. Es wird sehr eingehend auf die Polizeiarbeit eingegangen und auf die Charaktere und ihr Privatleben. Vor allem DS Manon Bradshaws Probleme sind ein großes Thema. Sie ist 39 und hört ihre biologische Uhr ticken. Ihr Onlinedating und sonstige Versuche, einen Partner zu finden werden gründlich aufgezeigt. Das nimmt leider einiges an Spannung aus der Story. Die plätschert so vor sich hin. Polizeiarbeit, Fast Food und Liebesprobleme stehen im Vordergrund. Das liest sich zwar solide und relativ unterhaltsam runter, aber so richtig spannend wird es leider nicht. Das Ende bzw. die Auflösung fand ich dann auch nicht so gelungen.

 

Ich würde das Buch nur jemanden empfehlen, der an Polizeidramen und den privaten Sorgen der Figuren mehr Interesse hat als an Spannung und es lieber unblutig mag.

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Tags: england, englischer krimi, entführung, krimis   (4)
 

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The Fire Child

S. K. Tremayne
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 16.06.2016
ISBN 9780008105839
Genre: Sonstiges

Rezension:

Rachel heiratet nach stürmischen 2 Monaten David. Er ist Anwalt, reich, eine alteingesessene Familie aus Cornwall mit einem großen Anwesen. Und er hat einen 8jährigen Sohn. Den schließt Rachel sogleich in ihr Herz. Aber schon bald geschehen sonderbare Dinge. Jamie, der Sohn, scheint seine tote Mutter zu sehen. Rachel, selber etwas labil wegen eigener traumatischer Erfahrungen in ihrer Jugend, ist schon bald unsicher, was sie glauben soll.

Das Buch beginnt vielversprechend. Eine junge Frau heiratet relativ spontan einen Mann mit Vermögen, große, Herrenhaus und Kind. Selbst aus der Arbeiterklasse stammend, muss sie sich zurecht finden und Stiefmutter spielen für ein Kind, das bezaubernd ist, aber seine Mutter durch einen tragischen Unfall verloren hat. Das liest sich in der ersten Hälfte noch ganz angenehm. Da wird ein bißchen Grusel aufgebaut, cornwalische Folklore einbezogen. Aber irgendwann beginnt die Story abzudriften. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Rachel soll das Haus renovieren, was sie aber niemals irgendwie tut. Sie tut gar nichts. Das Kind, wie gesagt, 8 Jahre alt, ist irgendwie immer alleine. Rachel zweifelt an ihrer eigenen mentalen Gesundheit, David agiert out-of-character. Sie hat Angst in diesem großen, leeren Haus aber bleibt sogar beharrlich da in einem Schneesturm. Nach und nach läuft so ziemlich alles schief, was schief laufen kann. Storytechnisch gesehen. Eine krude Geschichte entwickelt sich da, mit unzuverlässigen und unzurechnungsfähigen Figuren (und das meine ich nicht positiv). Ich müsste zu viel spoilern, um detailliert auf die vielen Unzulänglichkeiten in der Storyentwicklung einzugehen. Ich kann nur sagen, die Twists funktionieren gar nicht. Es ist eine hanebüchene Story, absolut konfuss und wirr. Zudem fand ich es sprachlich auch recht schlicht. Es ist einfach füchterlich.

Das war mein erstes Buch dieser Autorin und wahrscheinlich auch mein letztes.

Ich habe die englische Original-Version gelesen

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Verzerrte Welt

Andrew E. Kaufman
E-Buch Text: 396 Seiten
Erschienen bei AmazonCrossing, 11.10.2016
ISBN 9781503994287
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wenn man den Klappentext liest hat man den Eindruck, es mit einem Thriller zu tun zu haben.  Aber das ist das Buch ganz und gar nicht. Man sollte also nicht mit falschen Erwartungen an diese Story herangehen.

 

Christopher Kellan ist Psychologe in einer Klinik. Dort werden auch psychisch kranke Mörder behandelt. Eines Tages kommt ein heikler Fall herein. Donny Ray Smith steht im Verdacht, 10 Mädchen ermordet zu haben. Er behauptet, sich nicht an die Taten zu erinnern. Doch von dem Moment an, an dem Christopher Donny Ray kennenlernt, läuft sein Leben aus dem Ruder. Allerdings nicht so, wie man es als Thriller-Leser erwarten würde. Es läuft so richtig auf bizarre Weise aus dem Ruder. Und zwar so, dass ich mich schon bald gefragt habe, wie denn das alles sein kann. Und da das alles so bizarr ist, kann man auch ziemlich schnell auf die richtigen Ideen kommen, worum es eigentlich geht. Das ist aber nicht weiter schlimm, ich lag mit meiner Vermutung auch nicht ganz richtig.

 

Man kann nicht viel über den Inhalt und den Verlauf der Story sagen, sonst würde man zu viel preisgeben. Es ist mal eine ganz andere Story und ein ganz anderes Buch, als ich erwartet hatte. Das meine ich nicht negativ. Evtl. fand ich das Ganze ein wenig zu weit ausgereizt, denn die Story wird zunehmend abwegiger. Aber das ist nur ein kleiner Makel. Denn insgesamt ist das Buch ungewöhnlich und auch unterhaltsam. Es lässt sich auch schnell runterlesen. Es führt in einer rasanten Abwärtsspirale in die Welt der Geisteskrankheit und Verwirrung. Das ist beängstigend gut dargestellt und irgendwie sogar verständlich.

 

Nach meiner anfänglichen Verwirrung, wohin mich dieses Buch führen will, habe ich mich dann aber ganz auf die Story eingelassen und fand es insgesamt unterhaltsam und interessant.

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beletristik, trauma, entführung, familiendrama

The Fall of Lisa Bellow

Susan Perabo
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster, 14.03.2017
ISBN 9781476761466
Genre: Sonstiges

Rezension:

„The Fall of Lisa Bellow“ ist kein Thriller sondern ein düsteres Familiendrama. Meredith ist 13 und gehört eher zu den unscheinbareren Schülerinnen an ihrer High School. Lisa dagegen ist das beliebteste Mädchen. Obwohl sie eigentlich eine ziemliche Zicke ist und den ganzen Tag Gemeinheiten austeilt. Eines Tages befinden sich die beiden in einem Sandwichshop als er gerade überfallen wird. Außer Geld nimmt der vermummte Dieb aber auch noch Lisa mit. Meredith bleibt unverletzt zurück. Aber anstatt sich glücklich zu schätzen, treiben sie Schuldgefühle um. Warum wurde sie zurückgelassen und hätte sie mehr tun können?

 

Meredith ist nur eine der beiden Personen, aus denen die Geschichte erzählt wird. Sie andere Person ist ihre Mutter Clare. Sie ist ebenfalls hin und her gerissen zwischen dem Gefühl der Erleichterung, dass ihre Tochter nicht entführt wurde und dem Schuldgefühl, darüber erleichtert zu sein. Denn immerhin ist ein Mädchen verschwunden und eine Mutter ist leidet.

 

Ich war mir über weite Strecken nicht sicher, was mir dieses Buch erzählen will. Zum einen sind die Personen sehr plastisch. Meredith ist ein mürrischer Teenager, der schon vorher ein bisschen von der glamourösen Lisa fasziniert war. Clare hadert mich sich. Sie ist eine Löwenmutter aber offenbar fällt es ihr schwer, loszulassen. Das führt aber eher zu Problemen. Zudem hatte die Familie kurz zuvor schon ein anderes Unglück zu ertragen. Sohn Evan verlor durch einen Sportunfall ein Auge. Sie will natürlicherweise das ihre Kinder sicher sind und sie kommt nicht damit klar, dasbs das einfach nicht möglich ist.

 

Irgendwie hat sich mir leider dieses Buch nicht so ganz erschlossen. Die traumatischen Erlebnisse von Clares Kindern sind sehr greifbar. Aber ihre weinerliche Art hat mir so gar nicht zugesagt. Sie war mir sehr unsympathisch. Es ist auch ein sehr amerikanisches Buch, die Beziehung und die Herangehensweise von amerikanischen und deutschen Eltern bezügl. Erziehung ist doch sehr unterschiedlich. Meredith ist sehr verschlossen und sie malt sich in ihrer Phantasie aus, wie es Lisa mit ihrem Entführer ergehen könnte bzw. wie es wäre, wenn sie zusammen entführt worden wären. Irgendwie hat  das alles für mich nicht funktioniert. Ich weiß nicht so recht, was mir da eigentlich erzählt wurde. Ja, es mag auch traumatisch sein, ein Unglück unverletzt zu überstehen. Man mag mit 2 Teenagern, die etwas Schreckliches erleiden mussten, als Mutter Probleme haben. Aber irgendwie hat sich mir der Sinn von allem nicht so ganz erschlossen. Und dann das Ende. Ich habe grundsätzlich kein Problem mit offenen Enden, aber hier hatte ich das Gefühl, das es der Story geholfen hätte, wenn man eine Auflösung gehabt hätte.

 

Der Schreibstil der Autorin ist sehr eigen. Im Grunde ist er recht gut und flüssig, aber eins hat mich extrem gestört. Sie gibt nicht einen Grund für etwas an sondern mindestens 5-6. Hier ein Beispiel:

 

"You've been protecting her your whole life. You'll know".

But he was wrong. Protecting her? Psychiatrists are stupid. Psychiatrist, in fact, we're complete morons. She could not protect her daughter. She could not protect her from the stomach flu. She could not protect her from cancer or AIDS or the common cold. She could not protect her from mean girls. She could not protect her from her friends. She could not protect her from her own thoughts. She could not protect her from men who took girls from the line at the Deli Barn and killed them".

"She could not protect her son. She could not protect him from bullies. She could not protect him from pill bottles. She could not protect him from girls who would break his heart. She could not protect him from drunk drivers. She could not protect him from crazy people with guns. She could not protect him from baseballs".

 

Spätestens nach dem dritten Beispiel hatte ich es begriffen. Es wird nicht besser, wenn man noch mehrfach eins drauflegt. Leider tut sie das bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Solche Stellen habe ich dann einfach überflogen. Aber es hat mich genervt. Vielleicht war dieses Buch ein wenig zu amerikanisch für mich. Mich jedenfalls hat es weder berührt noch begeistert.

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young adult, thriller

13 Minutes by Sarah Pinborough (2016-02-18)

Sarah Pinborough
Fester Einband
Erschienen bei Gollancz, 01.01.1792
ISBN B01MQHNGAB
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dieses Buch hat einen Fehler. Es ist zu lang. Es dauert ewig bis sie die Sache um Natashas Sturz in Wasser aufbaut. Dabei ist das Buch geschickt gemacht. Aus verschiedenen Blickwinkeln und einer Tagebuchaufzeichnung wird die Story erzählt. Aber es dreht sich ewig um Jugendkram (Liebeskummer, Fremdeln mit den Erwachsenen, Zickenterror). Becca ist, ganz typisch 16jährige, sehr auf sich selbst konzentriert. Sie ist ein einziges Klischee. Ich frage mich, wie sie an ihren Freund gekommen ist. Natasha und ihre „Barbies“ sind ebenfalls sehr klischeehaft. Die typischen High-School-Schönheiten, die alle anderen terrorisieren. Ich lese nicht gerne YA-Romane. Diese teenagertypischen Probleme gehen mir meist schnell auf die Nerven. Und so war es auch hier. Und gerade als ich dachte, das Buch kommt nie zum Punkt, klärt sich dieser „Unfall“ erwartungsgemäß auf. Aber da war ich im Buch erst bei 70%. Dann wurde die ganze Handlung nochmal durchgekaut unter einem anderen Gesichtspunkt. Das war dann aber leider noch mehr vorhersehbar.

 

Insgesamt ist das Buch nicht schlecht. Es ist gut geschrieben und liest sich recht gut weg, wenn man über einige Längen und zu ausschweifende Erklärungen hinwegsieht. Aber eine Straffung und etwas weniger ausgedehnte Erläuterungen von Becca’s Gedanken hätten dem Buch gut getan. Irgendwie war es für mich Gone Girl light. Es gibt einige Ähnlichkeiten. Gone Girls in der High-School sozusagen. Ich werde der Autorin aber nochmal eine Chance geben, aber dann mit einem Buch, das nicht im Jugendmilieu spielt.

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parallelwelt, arktis, horror

Stranded: A Novel

Bracken MacLeod
E-Buch Text: 302 Seiten
Erschienen bei Tor Books, 04.10.2016
ISBN 9781466887381
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nach einem Sturm ist die „Artic Promise“ gefangen in dicken Eis. Über Nacht fror das Meer zu. Und ein dicker Nebel hat sich über alles gelegt. Erschwerend kommt hinzu, dass alle Instrumente ausgefallen sind, einschließlich des Funksystems. Die Besatzung kann weder Hilfe rufen noch ihre Lage bestimmen. Dann erkranken plötzlich fast alle an Bord. Nur Noah nicht. Er ist der Außenseiter an Bord. Sein Ex-Schwiegervater ist der Kapitän und er hasst Noah und auch sonst kann ihn kaum einer leiden.

 

Das Buch ist in der ersten Hälfte leider etwas langsam. Zwar wird stetig eine düstere und beklemmende Atmosphäre aufgebaut, aber so richtig spannend ist es noch nicht. Es gibt auch viel Charaktereinwicklung. Dem Autor gelingt es sehr gut, eine klaustrophobische Stimmung aufzubauen. Die Männer an Board wissen nicht, wie sie in diese  Lage kamen und was vor sich geht. Die Animositäten untereinander, besonders die gegen Noah, nehmen immer weiter zu. Nach und nach erfahren wir mehr über Noah und warum ihn sein Schwiegervater so hasst.

 

„Stranded“ ist ein düsterer Horror-Fantasy-Mystery-Thriller mit Übernatürlichem Einschlag. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Man bleibt auch als Leser lange im Dunklen darüber, was vor sich geht. Ab der Mitte zieht das Buch dann von der Spannung an und wird fast zum Actionthriller. Das Ende ist dann ein wenig hastig. Leider werden auch nicht alle Fragen beantwortet. Denn etwas sehr schockierende passiert aber weder Noah und somit wir Leser erfahren, wieso das passieren konnte und warum. Mir hat das Buch aber gut gefallen, auch wenn es etwas dauert, bis es ihn Fahrt kommt.

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historischer roman, mittelalter, pest

The Plague Charmer

Karen Maitland
E-Buch Text: 576 Seiten
Erschienen bei Review, 20.10.2016
ISBN 9781472235848
Genre: Sonstiges

Rezension:

Historische Romane lese ich nur noch selten. Es gab mal eine Zeit, da habe ich sie verschlungen, aber irgendwann hatte ich genug. Aber wenn ich den Namen Karen Maitland lese, juckt es mich doch in den Fingern. Ihre Romane haben mir immer sehr gut gefallen. Sie waren gut recherchiert, düster und mit einem Hauch Mystik versehen. Und all das trifft auch auf „The Plague Charmer“ zu.

 

Die Handlung ist angesiedelt in England zur Zeit der zweiten großen Pestepedemie. In einem kleinen Dorf im Exmoor wird eine geheimnisvolle Frau aus dem Meer gefischt. Sie prophezeit den Bewohnern, dass die Krankheit ausbrechen wird und sie bietet ihnen Hilfe an. Aber ihr Preis ist zu hoch und die  Menschen denken, sie wohnen zu weit abseits um von der Plage betroffen zu werden. Aber schon kurz darauf bricht die Pest unter ihnen aus.

 

Die Handlung entwickelt sich langsam. Die Autorin lässt sich viel Zeit, die Figuren vorzustellen und ihre Angst vor der tödlichen Krankheit. Es gibt einige Charaktere und die Story wird zunehmend verschachtelter.  Die Autorin versteht es auch in diesem Buch, eine düstere und unheilvolle Stimmung zu kreieren. Zu Anfang hätte es ein bisschen spannender sein können, es dauert doch recht lange, bis die Handlung etwas anzieht. Leider bleibt einiges im Unklaren, die Autorin erklärt uns nicht alle Dinge, die sie so eingebaut hat. Die Autorin fügt zwar am Ende umfangreiche Anmerkungen ein über historische Dinge und ein Wörterbuch, aber in der Story selber war mir dann doch einiges zu wenig aufgelöst. Einiges wird auch überhaupt nicht weiter beleuchtet. Das hat mich ein wenig gestört. Karen Maitland gehört für mich weiterhin zu einer der besten Autorinnen für Historische Romane, auch wenn „The Plague Charmer“ nicht an „The Company of Liars“ heranreicht.

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zombies, kinder, endzeit, dystopie, zombie

Die Berufene

M. R. Carey , Charlotte Lungstraß-Kapfer , Momo Evers
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2014
ISBN 9783426515136
Genre: Science-Fiction

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historisches, new york

The Swans of Fifth Avenue: A Novel

Melanie Benjamin
E-Buch Text: 369 Seiten
Erschienen bei Delacorte Press, 26.01.2016
ISBN 9780345539755
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die meisten werden sich an Capote als einen dicklichen Mann mit hoher Stimme und affektiertem Benehmen erinnern. Tatsächlich war er in seiner Jugend ein koboldhaft hübscher Kerl mit Witz und Verstand. Mit einer guten Portion Selbstbewusstsein ausgestattet und sich seines Talents bewusst dringt er beharrlich vor in den Kreis der Schönen und Reichen. Mit der Society Dame Babe Parley verbindet ihn vom ersten Moment etwas. Sie werden enge Freunde. Babe und ihre Freundinnen sind dazu erzogen worden, reich und standesgemäß zu heiraten, schön zu sein und Stil zu haben. Der äußere Schein ist alles. Das gefällt Truman denn er liebt alles schöne. Und er liebt seine schönen Schwäne, vor allem Babe. Doch der Preis für dieses so erstrebenswert erscheinende Leben ist hoch.


Einerseits hat mich die Geschichte der Personen sehr interessiert und fasziniert. Ebenso diese Fixierung auf Äußerlichkeiten und das es manchmal der einzige Halt sein kann, wenn man die schöne Fassade wahrt und sich dahinter verstecken kann. Andererseits ist es ein langsames Buch. Man muss schon Interesse an dieser Zeit und den Menschen haben um Gefallen an dem Buch zu haben.


Capotes Hang zum Klatsch und Tratsch und seine Neigung, sein Umfeld schonungslos in seine Geschichten einfließen zu lassen kostete ihn schließlich seine gesellschaftliche Stellung. Zum Schluss können einem die Damen fast leid tun. Das Alter und die sich ändernden Zeiten nehmen ihnen den Lebensinhalt. Denn wer sind sie noch wenn sie nicht mehr schön sind und keiner mehr nach ihnen guckt. Truman Capote selber versinkt im Selbstmitleid.


Das Buch ist eine Mischung aus Roman und Zeitchronik. Ich fand es interessant, aber es mag nicht jedem gefallen.

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