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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Verzerrte Welt

Andrew E. Kaufman
E-Buch Text: 396 Seiten
Erschienen bei AmazonCrossing, 11.10.2016
ISBN 9781503994287
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wenn man den Klappentext liest hat man den Eindruck, es mit einem Thriller zu tun zu haben.  Aber das ist das Buch ganz und gar nicht. Man sollte also nicht mit falschen Erwartungen an diese Story herangehen.

 

Christopher Kellan ist Psychologe in einer Klinik. Dort werden auch psychisch kranke Mörder behandelt. Eines Tages kommt ein heikler Fall herein. Donny Ray Smith steht im Verdacht, 10 Mädchen ermordet zu haben. Er behauptet, sich nicht an die Taten zu erinnern. Doch von dem Moment an, an dem Christopher Donny Ray kennenlernt, läuft sein Leben aus dem Ruder. Allerdings nicht so, wie man es als Thriller-Leser erwarten würde. Es läuft so richtig auf bizarre Weise aus dem Ruder. Und zwar so, dass ich mich schon bald gefragt habe, wie denn das alles sein kann. Und da das alles so bizarr ist, kann man auch ziemlich schnell auf die richtigen Ideen kommen, worum es eigentlich geht. Das ist aber nicht weiter schlimm, ich lag mit meiner Vermutung auch nicht ganz richtig.

 

Man kann nicht viel über den Inhalt und den Verlauf der Story sagen, sonst würde man zu viel preisgeben. Es ist mal eine ganz andere Story und ein ganz anderes Buch, als ich erwartet hatte. Das meine ich nicht negativ. Evtl. fand ich das Ganze ein wenig zu weit ausgereizt, denn die Story wird zunehmend abwegiger. Aber das ist nur ein kleiner Makel. Denn insgesamt ist das Buch ungewöhnlich und auch unterhaltsam. Es lässt sich auch schnell runterlesen. Es führt in einer rasanten Abwärtsspirale in die Welt der Geisteskrankheit und Verwirrung. Das ist beängstigend gut dargestellt und irgendwie sogar verständlich.

 

Nach meiner anfänglichen Verwirrung, wohin mich dieses Buch führen will, habe ich mich dann aber ganz auf die Story eingelassen und fand es insgesamt unterhaltsam und interessant.

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beletristik, trauma, entführung, familiendrama

The Fall of Lisa Bellow

Susan Perabo
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster, 14.03.2017
ISBN 9781476761466
Genre: Sonstiges

Rezension:

„The Fall of Lisa Bellow“ ist kein Thriller sondern ein düsteres Familiendrama. Meredith ist 13 und gehört eher zu den unscheinbareren Schülerinnen an ihrer High School. Lisa dagegen ist das beliebteste Mädchen. Obwohl sie eigentlich eine ziemliche Zicke ist und den ganzen Tag Gemeinheiten austeilt. Eines Tages befinden sich die beiden in einem Sandwichshop als er gerade überfallen wird. Außer Geld nimmt der vermummte Dieb aber auch noch Lisa mit. Meredith bleibt unverletzt zurück. Aber anstatt sich glücklich zu schätzen, treiben sie Schuldgefühle um. Warum wurde sie zurückgelassen und hätte sie mehr tun können?

 

Meredith ist nur eine der beiden Personen, aus denen die Geschichte erzählt wird. Sie andere Person ist ihre Mutter Clare. Sie ist ebenfalls hin und her gerissen zwischen dem Gefühl der Erleichterung, dass ihre Tochter nicht entführt wurde und dem Schuldgefühl, darüber erleichtert zu sein. Denn immerhin ist ein Mädchen verschwunden und eine Mutter ist leidet.

 

Ich war mir über weite Strecken nicht sicher, was mir dieses Buch erzählen will. Zum einen sind die Personen sehr plastisch. Meredith ist ein mürrischer Teenager, der schon vorher ein bisschen von der glamourösen Lisa fasziniert war. Clare hadert mich sich. Sie ist eine Löwenmutter aber offenbar fällt es ihr schwer, loszulassen. Das führt aber eher zu Problemen. Zudem hatte die Familie kurz zuvor schon ein anderes Unglück zu ertragen. Sohn Evan verlor durch einen Sportunfall ein Auge. Sie will natürlicherweise das ihre Kinder sicher sind und sie kommt nicht damit klar, dasbs das einfach nicht möglich ist.

 

Irgendwie hat sich mir leider dieses Buch nicht so ganz erschlossen. Die traumatischen Erlebnisse von Clares Kindern sind sehr greifbar. Aber ihre weinerliche Art hat mir so gar nicht zugesagt. Sie war mir sehr unsympathisch. Es ist auch ein sehr amerikanisches Buch, die Beziehung und die Herangehensweise von amerikanischen und deutschen Eltern bezügl. Erziehung ist doch sehr unterschiedlich. Meredith ist sehr verschlossen und sie malt sich in ihrer Phantasie aus, wie es Lisa mit ihrem Entführer ergehen könnte bzw. wie es wäre, wenn sie zusammen entführt worden wären. Irgendwie hat  das alles für mich nicht funktioniert. Ich weiß nicht so recht, was mir da eigentlich erzählt wurde. Ja, es mag auch traumatisch sein, ein Unglück unverletzt zu überstehen. Man mag mit 2 Teenagern, die etwas Schreckliches erleiden mussten, als Mutter Probleme haben. Aber irgendwie hat sich mir der Sinn von allem nicht so ganz erschlossen. Und dann das Ende. Ich habe grundsätzlich kein Problem mit offenen Enden, aber hier hatte ich das Gefühl, das es der Story geholfen hätte, wenn man eine Auflösung gehabt hätte.

 

Der Schreibstil der Autorin ist sehr eigen. Im Grunde ist er recht gut und flüssig, aber eins hat mich extrem gestört. Sie gibt nicht einen Grund für etwas an sondern mindestens 5-6. Hier ein Beispiel:

 

"You've been protecting her your whole life. You'll know".

But he was wrong. Protecting her? Psychiatrists are stupid. Psychiatrist, in fact, we're complete morons. She could not protect her daughter. She could not protect her from the stomach flu. She could not protect her from cancer or AIDS or the common cold. She could not protect her from mean girls. She could not protect her from her friends. She could not protect her from her own thoughts. She could not protect her from men who took girls from the line at the Deli Barn and killed them".

"She could not protect her son. She could not protect him from bullies. She could not protect him from pill bottles. She could not protect him from girls who would break his heart. She could not protect him from drunk drivers. She could not protect him from crazy people with guns. She could not protect him from baseballs".

 

Spätestens nach dem dritten Beispiel hatte ich es begriffen. Es wird nicht besser, wenn man noch mehrfach eins drauflegt. Leider tut sie das bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Solche Stellen habe ich dann einfach überflogen. Aber es hat mich genervt. Vielleicht war dieses Buch ein wenig zu amerikanisch für mich. Mich jedenfalls hat es weder berührt noch begeistert.

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Tags: beletristik, entführung, familiendrama, trauma   (4)
 

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young adult, thriller

13 Minutes by Sarah Pinborough (2016-02-18)

Sarah Pinborough
Fester Einband
Erschienen bei Gollancz, 01.01.1792
ISBN B01MQHNGAB
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dieses Buch hat einen Fehler. Es ist zu lang. Es dauert ewig bis sie die Sache um Natashas Sturz in Wasser aufbaut. Dabei ist das Buch geschickt gemacht. Aus verschiedenen Blickwinkeln und einer Tagebuchaufzeichnung wird die Story erzählt. Aber es dreht sich ewig um Jugendkram (Liebeskummer, Fremdeln mit den Erwachsenen, Zickenterror). Becca ist, ganz typisch 16jährige, sehr auf sich selbst konzentriert. Sie ist ein einziges Klischee. Ich frage mich, wie sie an ihren Freund gekommen ist. Natasha und ihre „Barbies“ sind ebenfalls sehr klischeehaft. Die typischen High-School-Schönheiten, die alle anderen terrorisieren. Ich lese nicht gerne YA-Romane. Diese teenagertypischen Probleme gehen mir meist schnell auf die Nerven. Und so war es auch hier. Und gerade als ich dachte, das Buch kommt nie zum Punkt, klärt sich dieser „Unfall“ erwartungsgemäß auf. Aber da war ich im Buch erst bei 70%. Dann wurde die ganze Handlung nochmal durchgekaut unter einem anderen Gesichtspunkt. Das war dann aber leider noch mehr vorhersehbar.

 

Insgesamt ist das Buch nicht schlecht. Es ist gut geschrieben und liest sich recht gut weg, wenn man über einige Längen und zu ausschweifende Erklärungen hinwegsieht. Aber eine Straffung und etwas weniger ausgedehnte Erläuterungen von Becca’s Gedanken hätten dem Buch gut getan. Irgendwie war es für mich Gone Girl light. Es gibt einige Ähnlichkeiten. Gone Girls in der High-School sozusagen. Ich werde der Autorin aber nochmal eine Chance geben, aber dann mit einem Buch, das nicht im Jugendmilieu spielt.

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Tags: thriller, young adult   (2)
 

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parallelwelt, arktis, horror

Stranded: A Novel

Bracken MacLeod
E-Buch Text: 302 Seiten
Erschienen bei Tor Books, 04.10.2016
ISBN 9781466887381
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nach einem Sturm ist die „Artic Promise“ gefangen in dicken Eis. Über Nacht fror das Meer zu. Und ein dicker Nebel hat sich über alles gelegt. Erschwerend kommt hinzu, dass alle Instrumente ausgefallen sind, einschließlich des Funksystems. Die Besatzung kann weder Hilfe rufen noch ihre Lage bestimmen. Dann erkranken plötzlich fast alle an Bord. Nur Noah nicht. Er ist der Außenseiter an Bord. Sein Ex-Schwiegervater ist der Kapitän und er hasst Noah und auch sonst kann ihn kaum einer leiden.

 

Das Buch ist in der ersten Hälfte leider etwas langsam. Zwar wird stetig eine düstere und beklemmende Atmosphäre aufgebaut, aber so richtig spannend ist es noch nicht. Es gibt auch viel Charaktereinwicklung. Dem Autor gelingt es sehr gut, eine klaustrophobische Stimmung aufzubauen. Die Männer an Board wissen nicht, wie sie in diese  Lage kamen und was vor sich geht. Die Animositäten untereinander, besonders die gegen Noah, nehmen immer weiter zu. Nach und nach erfahren wir mehr über Noah und warum ihn sein Schwiegervater so hasst.

 

„Stranded“ ist ein düsterer Horror-Fantasy-Mystery-Thriller mit Übernatürlichem Einschlag. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Man bleibt auch als Leser lange im Dunklen darüber, was vor sich geht. Ab der Mitte zieht das Buch dann von der Spannung an und wird fast zum Actionthriller. Das Ende ist dann ein wenig hastig. Leider werden auch nicht alle Fragen beantwortet. Denn etwas sehr schockierende passiert aber weder Noah und somit wir Leser erfahren, wieso das passieren konnte und warum. Mir hat das Buch aber gut gefallen, auch wenn es etwas dauert, bis es ihn Fahrt kommt.

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Tags: arktis, horror, parallelwelt   (3)
 

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historischer roman, mittelalter, pest

The Plague Charmer

Karen Maitland
E-Buch Text: 576 Seiten
Erschienen bei Review, 20.10.2016
ISBN 9781472235848
Genre: Sonstiges

Rezension:

Historische Romane lese ich nur noch selten. Es gab mal eine Zeit, da habe ich sie verschlungen, aber irgendwann hatte ich genug. Aber wenn ich den Namen Karen Maitland lese, juckt es mich doch in den Fingern. Ihre Romane haben mir immer sehr gut gefallen. Sie waren gut recherchiert, düster und mit einem Hauch Mystik versehen. Und all das trifft auch auf „The Plague Charmer“ zu.

 

Die Handlung ist angesiedelt in England zur Zeit der zweiten großen Pestepedemie. In einem kleinen Dorf im Exmoor wird eine geheimnisvolle Frau aus dem Meer gefischt. Sie prophezeit den Bewohnern, dass die Krankheit ausbrechen wird und sie bietet ihnen Hilfe an. Aber ihr Preis ist zu hoch und die  Menschen denken, sie wohnen zu weit abseits um von der Plage betroffen zu werden. Aber schon kurz darauf bricht die Pest unter ihnen aus.

 

Die Handlung entwickelt sich langsam. Die Autorin lässt sich viel Zeit, die Figuren vorzustellen und ihre Angst vor der tödlichen Krankheit. Es gibt einige Charaktere und die Story wird zunehmend verschachtelter.  Die Autorin versteht es auch in diesem Buch, eine düstere und unheilvolle Stimmung zu kreieren. Zu Anfang hätte es ein bisschen spannender sein können, es dauert doch recht lange, bis die Handlung etwas anzieht. Leider bleibt einiges im Unklaren, die Autorin erklärt uns nicht alle Dinge, die sie so eingebaut hat. Die Autorin fügt zwar am Ende umfangreiche Anmerkungen ein über historische Dinge und ein Wörterbuch, aber in der Story selber war mir dann doch einiges zu wenig aufgelöst. Einiges wird auch überhaupt nicht weiter beleuchtet. Das hat mich ein wenig gestört. Karen Maitland gehört für mich weiterhin zu einer der besten Autorinnen für Historische Romane, auch wenn „The Plague Charmer“ nicht an „The Company of Liars“ heranreicht.

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Tags: historischer roman, mittelalter, pest   (3)
 

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zombies, kinder, endzeit, dystopie, zombie

Die Berufene

M. R. Carey , Charlotte Lungstraß-Kapfer , Momo Evers
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2014
ISBN 9783426515136
Genre: Science-Fiction

Rezension:  
Tags: dystopie   (1)
 

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historisches, new york

The Swans of Fifth Avenue: A Novel

Melanie Benjamin
E-Buch Text: 369 Seiten
Erschienen bei Delacorte Press, 26.01.2016
ISBN 9780345539755
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die meisten werden sich an Capote als einen dicklichen Mann mit hoher Stimme und affektiertem Benehmen erinnern. Tatsächlich war er in seiner Jugend ein koboldhaft hübscher Kerl mit Witz und Verstand. Mit einer guten Portion Selbstbewusstsein ausgestattet und sich seines Talents bewusst dringt er beharrlich vor in den Kreis der Schönen und Reichen. Mit der Society Dame Babe Parley verbindet ihn vom ersten Moment etwas. Sie werden enge Freunde. Babe und ihre Freundinnen sind dazu erzogen worden, reich und standesgemäß zu heiraten, schön zu sein und Stil zu haben. Der äußere Schein ist alles. Das gefällt Truman denn er liebt alles schöne. Und er liebt seine schönen Schwäne, vor allem Babe. Doch der Preis für dieses so erstrebenswert erscheinende Leben ist hoch.


Einerseits hat mich die Geschichte der Personen sehr interessiert und fasziniert. Ebenso diese Fixierung auf Äußerlichkeiten und das es manchmal der einzige Halt sein kann, wenn man die schöne Fassade wahrt und sich dahinter verstecken kann. Andererseits ist es ein langsames Buch. Man muss schon Interesse an dieser Zeit und den Menschen haben um Gefallen an dem Buch zu haben.


Capotes Hang zum Klatsch und Tratsch und seine Neigung, sein Umfeld schonungslos in seine Geschichten einfließen zu lassen kostete ihn schließlich seine gesellschaftliche Stellung. Zum Schluss können einem die Damen fast leid tun. Das Alter und die sich ändernden Zeiten nehmen ihnen den Lebensinhalt. Denn wer sind sie noch wenn sie nicht mehr schön sind und keiner mehr nach ihnen guckt. Truman Capote selber versinkt im Selbstmitleid.


Das Buch ist eine Mischung aus Roman und Zeitchronik. Ich fand es interessant, aber es mag nicht jedem gefallen.

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Tags: historisches, new york   (2)
 

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suspense

Fractured

Catherine McKenzie
E-Buch Text: 334 Seiten
Erschienen bei Lake Union Publishing, 04.10.2016
ISBN 9781503992818
Genre: Sonstiges

Rezension:

Vor kurzem las ich das Buch „The Murder Game“ von Julie Apple aka Catherine McKenzie. Da es mir sehr gut gefallen hatte, habe ich mich nach weiteren Büchern der Autorin umgeschaut. Und zu meinem Erstaunen fand ich ein Buch von ihr, das die „Autorin“ von „The Murder Game“ selbst Hauptfigur in einem von Catherine McKenzies Büchern ist. Julie Apple ist hier eine Autorin, die mit einem Buch namens „The Murder Game“ zu Ruhm kam. Das rief nun wiederum eine Stalkerin auf den Plan. Um dem allen zu entfliehen, zieht Julie mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern weit weg in einen anderen Bundesstaat.  Julie schreibt an ihrem zweiten Buch und hat eine Deadline zu erfüllen. Sie ist noch voller Angst und Unsicherheit wegen ihrer Stalkerin. Da sie zu Hause arbeitet, ist sie recht abgeschlossen von der Außenwelt und ihrer Umgebung. Deswegen ist sie froh, einen Freund in Nachbar John zu finden. Doch die Grenze zwischen Freundschaft und mehr ist dünn. Und zudem findet Julie plötzlich wieder Hinweise darauf, dass sie wieder eine Stalker hat. Oder ist es alles Einbildung?

Ich finde das Konzept von Catherine McKenzie wirklich gut. „The Murder Game“ ist ein sehr clever konzipiertes Buch gewesen. Dass sie dieses Buch dann einer fiktiven Autorin und Figur eines weiteren Buches zuschreibt, finde ich originell. Aber davon abgesehen, wäre „Fractured“ auch so ein ungewöhnliches Buch gewesen. Es ist ein vielschichtiger Krimi mit einer Handvoll gute entwickelter und real wirkender Charaktere. Die Geheimnisse aller treten nach und nach hervor, manche entstehen während des Lesens, so dass man als Leser gut nachvollziehen kann, wie diese Geheimnisse sich entwickelt haben. Das Buch liest sich sehr flüssig, McKenzies Schreibstil ist sehr angenehm. Die Spannung steigt zusehends, zum Schluss wird es evtl. etwas zu sehr ausgewalzt mit dem Geheimnis, wer denn sterben musste und warum. Da wird die Verschleierungstaktik schon etwas überstrapaziert. Was aber nichts an der Spannung mildert, denn man will dann endlich wissen, was passiert ist.

Ein originelles Konzept und eine gut geschriebene, komplexe Krimihandlung machen dieses Buch zu einem ungewöhnlichen Leseerlebnis. Ich werde diese Autorin jedenfalls weiter auf dem Schirm behalten.

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Tags: suspense   (1)
 

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psychothriller, krimis, psycho-thriller, entführung, thriller

Mädchentod

Julia Heaberlin , Karin Dufner
Flexibler Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.10.2016
ISBN 9783442483983
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Tessa ist die einzige Überlebende eines Serienmörders. Halbtot wurde sie mit einer anderen Mädchenleiche und Knochen in einem Erdloch gefunden. Der Täter wurde angeblich gefasst und verurteilt. Tessa erinnert sich aber an nichts mehr. Ihre Entführung und was genau geschah ist aus ihrem Gedächtnis gelöscht. Auch 20 Jahre später weiß sie noch immer nicht, was damals geschah. Der Täter, ihr „Monster“ steht kurz vor der Hinrichtung. Ein junger Anwalt sucht Tessa auf, da er von seiner Unschuld überzeugt ist. Auch Tessa hat ihre Zweifel an der Täterschaft. Und zwar in erster Linie, weil immer mal wieder eine bestimmte Blumenart in ihrer Umgebung gepflanzt wurden. Die gleichen Blumen, mit denen damals ihr Fundort bedeckt war und den Opfern ihren Spitznamen gaben: Schwarzäugige Susannen. Tessa ist sicher, dass der Täter noch frei ist und sie mit diesem Psychospielchen quält.

Und damit begann auch schon mein erstes Problem mit dem Buch. Die ersten Blumen tauchten kurz nach der Verurteilung auf. Aber erst 20 Jahre später kommt sie auf die Idee, dass dann der Mann im Gefängnis wohl kaum der Täter sein kann.  Sie lebt deswegen in ständiger Angst, besonders auch um ihre 14jährige Tochter. Diese Ausgangslage ist mir gleich etwas Stirnrunzeln verursacht.

Man sollte sich auf keinen schnellen Thriller einstellen, wenn man zu diesem Buch greift. Die Spannung lässt lange auf sich warten. Der Schreibstil ist recht anstrengend, voller Bilder und seltsamen Metaphern. Ein Beispiel:

„Ihr Büro hingegen erinnerte mich an einen dicken Lieblingsonkel, der schrille Hemden trägt und einem ein leicht zerdrücktes Stück Twinkie-Kuchen aus der Hosentasche anbietet“

Ein Büro wie ein Lieblingsonkel. Nett, vielleicht auch witzig, aber auf Dauer anstrengend und überladend. Und trotz der vielen Worte ist die Autorin sehr ungenau in ihrer Beschreibung. Ich hatte oft das Gefühl, etwas überlesen zu haben. Wir sind viel in Tessa Kopf, in dem ja die Susannen spuken und sie hin und her gerissen ist zwischen dem Wunsch, sich auch weiterhin nicht zu erinnern oder sich lieber doch die Wahrheit wissen zu wollen. Es gibt zwei Erzählebenen, Tessa im heute und Tessa (Tessie) 1995, kurz nach dem Verbrechen. Mir haben die Rückblicke weniger gefallen als das heute. Aber Tessa ist so oder so eine anstrengende Figur. Spannend wird es erst etwas nach der Hälfte und gegen Ende. „Mädchentot“ ist ja leider wieder einmal ein Buch, das als nächstes „Gone Girl“ beworben wird. Ein großer Fehler. Ich hoffe, dass es endlich bei Verlagen mal ankommt, wie nervig und unnötig und auch schädigend dieser Werbespruch ist. Dieses Buch hat gar nichts mit „Gone Girl“ zu tun. Ja, es gibt einen Twist, aber es ist viel geschwätziger, nicht so böse und auch nicht so spannend.  Und Tessa ist nicht unzuverlässig als Erzählerin, sie hat eine Erinnerungslücke.

Zwischendurch gibt es viel Polizeiarbeit, Anwaltssachen, und interessante Einschübe aus der Forensik. Das hat mir überraschend gut gefallen. Die Story an sich ist auch gut, aber ich hatte am meisten Probleme mit dem Schreibstil, der so wage ist und doch so überbordend. Man wird als Leser mit dem Geheimnis geködert, aber am Ende ist man dann auch nicht wirklich viel schlauer. Für mich sind nicht alle Dinge geklärt, ich habe da noch ein paar Fragezeichen im Kopf. Ein seltsames Buch, für das ich nur 2-3 Sterne geben kann.

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Tags: entführung, krimis, psycho-thriller, serienmorder   (4)
 

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132 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

new york, familie, geschwister, usa, erbschaft

Das Nest

Cynthia D'Aprix Sweeney , Nicolai Schweder-Schreiner
Fester Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 02.12.2016
ISBN 9783608980004
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch beginnt mit einem hollywoodartigen Auftakt. Leo langweilt sich auf einer Party. Er trinkt und kokst und macht eine junge hübsche Kellnerin an. Mit einem billigen Trick lockt er sie in sein Auto. Und dann passiert ein Unfall.

 

Schnitt zurück nach New York. Die 4 Plumb-Geschwister sind verabredet um über ihre Erbschaft, ihr Nest, zu reden. Denn Leos folgenschwerer Unfall hat ihre Mutter dazu bewogen, ihr Eingriffsrecht in Anspruch zu nehmen und das Erbe zur Vertuschung des Skandals auszugeben. Leo gibt sich zerknirscht und gelobt, einen Weg zu finden, seine Geschwister auszuzahlen. Denn alle haben in baldiger Erwartung des Geldsegens über ihre Verhältnisse gelebt. Häuser sind hypothekenbelastet, der Ehepartnern wird belogen, es gibt geheime Kreditkarten. Doch die Zeit vergeht und Leo kommt mit keiner Idee oder gar seinem Scheckbuch um die Ecke.

 

"Das Nest" ist ein ruhiges, unaufgeregtes Buch das von 4 verwöhnten Erwachsenen erzählt, alle über 40, aber nicht wirklich reif. Sie leben in New York und da gelten andere Gesetze. Man muss ein Haus haben, Eigentum, die Kinder müssen aufs richtige College. Reich sein bedeutet hier wirklich richtig reich zu sein. Die Plumbs wähnen sich am Rande der Armut, die hier relativ ist, wenn man sich zu diesem Zeitpunkt immerhin in der noblen Qyster-Bar treffen kann. Wer Geldprobleme hat, käme niemals auf die Idee, dort zu essen. Aber soweit denken die 4 gar nicht, denn sie sind einfach nicht gewohnt, so zu denken. Irgendwie war da immer der Fond, das Nest, das in der Ferne verlockend funkelte und das Ende aller Sorgen um den sozialen Stand versprach.

 

Immobilien sind ein großes Thema in New York und in diesem Buch. Ein anderes großes Thema ist der Klatsch. Leo kam einst mit einer Internetzeitung, die von, teilweise auch bösartigem, Klatsch lebte. Das, was über einen geredet wird, ist von großer Wichtigkeit. Und so fährt Leo ein großer Schrecken in die Glieder, als er mit der Idee konfrontiert wird, das evtl ihn niemand mehr kennt nach seinem Abgang von der Zeitung und den vertrödelten Jahren an der Seite einer Shopping-Queen-Gattin. Alle 4 Geschwister sind egoistische, verwöhnte Jammerlappen. Ich hätte ihnen gerne mehr Sturzhöhe gegönnt zum Schluss, aber die Autorin hat fast so etwas wie ein Happy End im Hut. Mir kamen alle zu gut davon.

 

Das Buch ist durchaus unterhaltsam und ich habe es gerne gelesen. Eine Menge Themen werden angesprochen, u.a. auch 9/11. Es dümpelt aber irgendwie vor sich hin, ist sehr amerikanisch, sehr spezifisch in seiner lokalen Problematik. Die Autorin zeichnet ihre fehlerhaften Figuren mit großer Zuneigung, die leider auf mich nicht wirklich übersprang. Mir waren sie alle zu selbstbezogen und oberflächlich. Mir hätte etwas mehr Zynismus gefallen, ein wenig mehr Realität, denn es endet doch sehr rosarot.

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Tags: belletristik, new york   (2)
 

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medien, englischer krimi, psychopath

The Beautiful Dead

Belinda Bauer
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Transworld Digital, 17.11.2016
ISBN 9781473526068
Genre: Sonstiges

Rezension:

In London geht mal wieder ein Mörder um. Einer, der die Aufmerksamkeit sucht, seine Morde als Kunst versteht. Warum auch immer, denn das bleibt ein Rätsel. Durch Zufall (einen sehr unglaubwürdigen) sieht er sich mit der jungen Nachrichtenreporterin Eve verbunden. Er nimmt Kontakt mit ihr auf. Eve gruselt es zwar, aber sie sieht es auch als große Chance für ihre Karriere. Wer kann sich schon rühmen, den direkten Draht zu einem Serienmörder zu haben und vorab informiert zu werden, wo er zuschlägt, so dass sie die erste Berichterstatterin vor Ort ist. Doch natürlich hat der Mörder noch mehr mit Eve vor.

Mordender Psychopath verfolgt junge Frau. Dieses altbekannte Handlungsschema hat die Autorin für ihr neues Buch gewählt. Soweit also nichts Neues. Der Täter spielt ein wenig Katz und Maus, er kommt auch mal selber zu Sprache, leider in recht wirren Passagen. Als störend empfand ich, dass einige Figuren, die nur einen kurzen Auftritt haben, mittendrin ein eigenes Kapitel mit ihrer Hintergrundgeschichte bekamen. Das war z.T. ziemlich unnötig. Z.B. ein Polizist, der einen Eingang bewacht und von dem wir recht viel erfahren, der dann aber nie wieder auftaucht, und seine Funktion in der Story auch nie wieder erwähnt wird. Warum diese unnötigen Infos?

Die Story bietet wenig neues, hat einige Ungereimtheiten und seltsame Passagen, wo sich Figuren recht merkwürdig benehmen. Über den Täter erfahren wir nur ungenaues, er bleibt ein Rätsel. Eve an sich ist recht lebensecht, aber auch anstrengend. Insgesamt  bekommt keiner der Figuren wirkliche Tiefe. Trotz dieser ganzen Mängel liest sich das Buch aber recht flott weg. Es gibt keine groben Fehler, keine sprachlichen Mängel und es hat tatsächliche eine gewisse Spannung. Insgesamt fand ich das Buch aber recht belanglos-

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Tags: englischer krimi, medien, psychopath   (3)
 

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horror, japan, wald, thriller, aokigahara jukai

Suicide Forest

Jeremy Bates
E-Buch Text
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 29.09.2016
ISBN 9783958351820
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: horror   (1)
 

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krimis, flugzeugabsturz

Falling by Emma Kavanagh (2014-03-27)

Emma Kavanagh
Fester Einband
Erschienen bei Century, 01.01.1537
ISBN B01K94DQ0M
Genre: Sonstiges

Rezension:

Vor kurzem las ich "Vor dem Fall" von Noah Hawley, das eine ähnliche Thematik hatte. Ein Flugzeug stürzt ab. Was führte dazu? Es gibt Überlebende und es gibt den Mord an einer Polizistin. Wie das alles zusammenhängt, erfährt man ziemlich langatmig in diesem Buch. Hawleys Buch hat mich mehr überzeugt. "Falling" ist ohne den gesellschaftlichen Aspekt, es handelt mehr von dem Innenleben einiger seiner Figuren. Leider hat die Autorin einen sehr zurückhaltenden Erzählstil. Und mit zurückhaltend meine ich, das sie erst sehr langsam mit wichtigen Informagtionen über ihre Figuren rausrückt. Das hat dazu geführt, das mich eine der Figuren, Cecilia, sehr genervt hat und ich nicht so recht wusste, was sie denn so schreckliches erlebt hat. Und offenbar hat noch niemand in ihrem Umfeld jeh davon gehört, das es Depressionen gibt und man auch etwas dagegen tun kann. Leider bleiben einige andere interessantere Figuren völlig unbeleuchtet und somit ist auch das Motiv etwas seltsam.

Mir hat der langsame und unterkühlte, etwas undurchsichtige Erzählstil nicht besonders gefallen. Die Story um einen Flugzeugcrash ist auch nicht so neu, ich war überrascht, innerhalb kurzer Zeit zwei Bücher mit so einer Ausgangslage zu lesen. Aber mir hat "Vor dem Fall" besser gefallen als "Falling".

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Tags: flugzeugabsturz, krimis   (2)
 

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kidnapping, suspense

The Couple Next Door

Shari Lapena
E-Buch Text: 304 Seiten
Erschienen bei Transworld Digital, 14.07.2016
ISBN 9781473541542
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mir hat das Buch leider überhaupt nicht gefallen. Ich fand es sehr langatmig, stellenweise langweilig und sehr sehr unrealistisch. Der Schreibstil hat mir auch nicht zugesagt. Es gibt zu viele Wiederholungen und endlose Absätze die aus lauter Fragesätzen bestehen. Der erste Hälfte zieht sich sehr in die länge während ewig darüber geschrieben wird, wie die Eltern warten auf eine Nachricht oder ähnliches. Ziemlich öde. Zum Schluß überschlagen sich dann die Twists und dann ist auf einmal alles schnell aufgeklärt und zu Ende.
1,5 Sterne

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Tags: kidnapping, suspense   (2)
 

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suspense, thriller

Valentina: A Hauntingly Intelligent Psychological Thriller

S. E. Lynes
E-Buch Text: 294 Seiten
Erschienen bei Blackbird Digital Books, 01.07.2016
ISBN 9780993307096
Genre: Sonstiges

Rezension:

Shona zieht mit ihrem Mann Mickey und ihrem kleinen Sohn vom quirligen Glasgow ins einsame Hinterland in Schottlands Norden. Nach einer schnellen Liebesgeschichte, der überraschenden Schwangerschaft verläßt Shona ihren Berug und ihre Familie um bei ihrem Liebsten zu sein. Mickes arbeitet auf einer Ölplattform und kommt nur alle 2 Wochen nach Hause. Was zu Anfang wie ein Traum klant - wunderbare Landschaft, ein wunderschönes Cottage - wird für Shona aber bald zu einsam. Keine Freunde, kein Umfeld, ein schwieriges Baby. Das ändert sich erst, als sie Valentina kennenlernt. Doch von Anfang an umgibt Valentina etwas mysteriöses. Und auch Mickey verändert sich.

So abgedroschen es klingt, aber man sollte nicht allzuviel vor wissen über das Buch. Ebenso sollte man sich hüten, schon von der Beschreibung her zu wissen, was vor sich geht. Es geht um Vertrauen und Lügen,  alle Figuren sind fehlerhaft und einige haben auch eine seltsame Lebenseinstellung. Von Anfang an weiss man, etwas stimmt nicht, manches denkt man sich. Trotzdem bleibt es spannend und unterhaltsam. Es ist eine üble und böse kleine Geschichte, die so oder ähnlich wirklich passieren könnte.

4,5 Sterne

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Tags: suspense, thriller   (2)
 

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justizthriller

The Murder Game

Catherine McKenzie
E-Buch Text: 306 Seiten
Erschienen bei null, 01.11.2016
ISBN B01L8VZCSO
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meredith Delay ist Staatsanwältin. Eines Tages wird sie beauftragt, die Anklage für den Mord an einem ehemaligen Eishockeyspieler zu führen. Der Angeklagte ist zu ihrem großen Schrecken ein alter Freund, Julian,  aus Studientagen. Der Verteidiger ist ebenfalls ein alter Freund, Jonathan. Sie fühlt sich befangen, aber ihr Vorgesetzter ist sicher, dass sie die beste für den Fall ist. Also beginnt sie, die Anklage vorzubereiten.

Julian litt schon immer  unter Schlafstörungen. Er schlafwandelt auf extreme Weise. So hat er auch den Mord begangen. Behauptet er jedenfalls. Er ist mit dem Auto irgendwo hin gefahren, fand einen unverschlossen Tür, nahm ein Messer aus der Küche und stach damit auf eine schlafende Person mehrfach ein. Danach wachte er auf, verständigte verstört die Polizei und gestand den Mord, an den er sich aber nicht erinnern kann, da er ja schlafwandelte.Das Buch beginnt mit dem Ende. Irgendwas ist geschehen vor 6 Monaten. Meredith verlor ihre Karriere und ihr Leben. Sie verließ Kanada. Was geschehen ist erfahren wir nach und nach. Die Story wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen in der Gegenwart, in der Meredith sich auf den Prozess vorbereitet. Die andere Zeitebene spielt zu Studienzeiten, 1995. Dort erleben wir, wie Meredith sich anfreundet mit Julian, Jonathan und Lily. Mit Jonathan beginnt sie bald eine On-Off Beziehung, die sich bis zum heutigen Tage fortsetzt. 
Die Ausgangslage des Buches ist sehr interessant. Ein wenig verwirrend fand ich, dass sich Meredith so wenig damit auseinander setzt, ob Julian schuldig ist oder nicht. Das ist zwar auch nicht ihre Aufgabe als Anklägerin, für sie muss er schuldig sein, aber immerhin handelt es sich um einen alten und engen Freund. Ein wenig zu viel Augenmerk lag mir auf die schwierige Beziehung zwischen Meredith und Jonathan.  Als Krimi funktioniert das Buch aber blendend. Die Story ist verzwickt und zum Schluss auch wirklich originell, obwohl ich mir das Ende dann doch denken konnte. Es ist auch ein wenig unrealistisch, aber irgendwie hat es Spaß gemacht. Es war kurzweilig, spannend, interessant und ungewöhnlich. Ich hab mich sehr gut unterhalten gefühlt. 

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Tags: justizthriller   (1)
 

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thriller, gefühlschaos, vermisst, angst, shitstor

Toter Himmel

Gilly Macmillan , Maria Hochsieder
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2016
ISBN 9783426517475
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: kindesentführung, thriller   (2)
 

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asperger-syndrom, thriller, conspiracy

Subject 375 (The Project Trilogy, Book 1)

Nikki Owen
E-Buch Text: 368 Seiten
Erschienen bei MIRA, 04.06.2015
ISBN 9781474024587
Genre: Sonstiges

Rezension:

Maria Martinez hat  das Asperger Syndrom. Sie ist hochintelligent, hat aber  ihrem Krankheitsbild folgend, Probleme, Gefühle zu äußern, in welcher Form auch immer. Sie nimmt alles wörtlich, Lügen ist ihr fremd und das gleiche nimmt sie auch bei anderen an. Ein schwerer Fehler. Denn plötzlich findet sich Maria im Gefängnis wieder, verurteilt für einen Mord, an den sie sich nicht erinnern kann. Sie hat immer wieder Erinnerungen an Dinge, von denen sie nicht weiß, ob sie wahr sind oder ob sie einer Fantasie entsprechen. Oder ihr vielleicht eingeredet wurden. Im Gefängnis sieht sie eine Therapeutin. Aber schon bald kommt ihr einiges merkwürdig vor. Dabei ist ihr ihre Erkrankung ein großes Hindernis. Kann sie doch nicht erkennen, ob andere ihr wohlgesonnen sind oder nicht. Sie fühlt sich verfolgt und bedroht. Und sie weiß selber manchmal nicht, ob sie sich das einbildet, gar schizophren ist oder alles der Realität entspricht. Und so geht es uns Lesern auch.

Auf zwei Eben erzählt, einmal vom Gefängnis aus und einmal bei einem anderen Psychologen sitzen, wird die Geschichte von zwei Enden aufgerollt. Für mich war das äußerst verwirrend. Ich war mir zwischendurch nicht sicher, zu welchem Zeitpunkt die beiden Ebenen spielen. Ich habe schlicht den Überblick verloren. Es ist sehr gut dargestellt, wie verwirrt Maria ist von ihrer Umwelt, ihrem veränderten Rhythmus, dem Lärm. Sie zweifelt oft an sich selber nur um gleich wieder ganz sicher zu sein, das sie Opfer einer Verschwörung ist. Da sich Marias Gedanken oft im Kreis drehen, empfand ich das als zusehends anstrengender. Über weite Strecken habe ich mich geärgert, wie sehr alle anderen Menschen Maria einredeten, was sie zu glauben hat und was passiert ist. Dann wiederum war ich davon überzeugt, das Maria in einer Fantasiewelt lebt. Das ist einerseits gut gemacht, soweit kann ich das erkennen. Aber irgendwie hat es mich nicht wirklich gepackt. Ich dachte sogar daran, das Buch abzubrechen, da es mir irgendwie auf die Nerven ging. Die Spannung hielt sich für mich auch in Grenzen. Zum Schluss hin war es mir dann irgendwie zu viel. Zum Schluss hin war es mir dann irgendwie zu viel. Zuviel hin und her, zuviel Verschwörung. 

Ich konnte leider mit diesem Buch nicht sehr viel anfangen, es hat mich nicht gepackt oder berührt. Es hat mich eher aufgeregt und genervt. Ich bin selber etwas enttäuscht, dass diese ungewöhnliche und andersartige Story nichts für mich war.

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Tags: asperger-syndrom, conspiracy, thriller   (3)
 

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krimis, usa

The Book of Mirrors

E.O. Chirovici
E-Buch Text: 378 Seiten
Erschienen bei Cornerstone Digital, 26.01.2017
ISBN 9781473537026
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ein Manuskript über einen 30 Jahre zurückliegenden Mord an einem Psychologieprofessor findet seinen Weg auf den Schreibtisch eines Literaturagenten. Der ist sofort angetan von dieser True-Crime-Story, vor allem da der Autor selber beteiligt war und sogar kurz unter Verdacht stand. Leider hat er nur einen Teil geschickt. Als der Literaturagent Kontakt aufnehmen will, erfährt er, das der Autor an Krebs verstorben ist. Der Rest des Manuskripts, der wichtige Teil, der den Täter enthüllen könnte, ist unauffindbar. Also engagiert er einen Reporter, ein wenig herumzuforschen und noch einmal in dem alten Fall zu stöbern. Dieser kann tatsächlich mit einigen der beteiligten Personen sprechen, aber jeder erzählt die Story etwas anders.

Man sollte über die Story nicht allzu viel vorher wissen. Etwas distanziert erzählt, ist der Fokus ganz auf die Entwicklung der Geschichte und das langsame aufdröseln der Verwicklungen gerichtet. Wir bekommen den Verlauf von drei verschiedenen Personen erzählt. Man kommt den Figuren nicht recht nahe, aber das ist auch nicht nötig. Hier geht es darum, wie jeder sich erinnert, an was er sich erinnert und glaubt zu wissen. Beschäftigte sich der ermordete Professor schon mit der menschlichen Erinnerung, so ist sie auf jeden Fall ein wichtiger Bestandteil des Buches. Die Story ist verzwickt und verschachtelt und bietet einige Twists. Ich war von der ersten Seite an gefesselt und mir hat diese etwas andere Krimigeschichte sehr gut gefallen. Wie sagt der Autor in seinem Nachwort: „This ist not a whodunit,  but a whydunit“.

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Tags: krimis, usa   (2)
 

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krimis, kindesentführung, england

My Husband's Son: A dark and gripping psychological thriller

Deborah O'Connor
E-Buch Text: 280 Seiten
Erschienen bei twenty7, 16.06.2016
ISBN 9781785761935
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Buch beginnt mit einer Entführungsszene. Jemand sieht einen kleinen Jungen und nimmt ihn einfach mit. Dann lernen wir Heidi und Jason kennen. Beide verbindet, das sie jeder ihr Kind verloren haben. Heidis Tochter wurde entführt und ermordet, während Jasons Sohn Barney verschwunden bleibt. Jason hegt natürlich die Hoffnung, das Barney noch gefunden werden könnte, obwohl inzwischen 5 Jahre vergangen sind. Heidi hat Barney nie kennengelernt, sie lernte Jason erst später auf einer Konferenz für hinterbliebene Eltern kennen. Eines Tages geht sie zufällig in ein Geschäft und sieht dort einen Jungen. Sie ist sofort überzeugt, dass dieser Junge Barney ist. Doch als sie Jason hinführt, ist er sich sicher, dass das nicht sein Sohn ist. Heidi lässt die Sache nicht los. Sie ist geradezu davon besessen, das der Junge Barney ist.

Soweit klingt das interessant, aber schon ab dem Zeitpunkt war ich genervt von Heidi. Sie ist sträflich dumm, macht die blödesten Dinge um zu beweisen, das das Kind Barney ist. Jason wiederrum scheint nicht zu wissen, was er will. Er hat Geheimnisse und nicht alles scheint am Tage von Barneys Entführung so gewesen zu sein, wie er und seine Exfrau erzählen. Im Nachhinein ist es unbegreiflich, wieso die beiden Dinge verschwiegen haben. Am allerschlimmsten aber ist Heidi. Grundgütiger, ist die Frau blöd. Leider passiert auch nicht viel außer das Heidi herumstolpert auf ihren High Heels und sich von einer peinlichen Situation in die nächste bringt. Mir hat sich nicht erschlossen, wieso sie so auf den Jungen reagierte und sofort sicher war, dass es Barney wäre. Zudem gibt es einige merkwürdige Sex- bzw Fast-Sex-Szenen, die irgendwie unnötig und unangenehm waren.

Die Geschichte an sich ist nicht schlecht. Eine Frau versucht ihr eigenes Trauma zu überwinden, indem sie ihrem Mann seinen verschwundenen Sohn wiederbringt. Dafür riskiert sie alles. Der zwischen Hoffnung und Resignation schwankende Mann, der sich an die Suche klammert und die so sein Lebensinhalt wird. Er idealisiert das Wiedersehen mit seinem Sohn,  es ist realer in seinem Kopf als es in der Realität jemals passieren könnte. Denn 5 Jahre Abwesenheit machen aus einem 3jährigen Kind etwas völlig anderes. Dass er seinen kleinen Sohn, so wie er war wiederfinden wird, ist äußerst unwahrscheinlich. Leider hapert es extrem an der Umsetzung. Ich empfand das Buch zu keinem Zeitpunkt als spannend sondern extrem unglaubwürdig. Es passiert über weite Strecken so gut wie gar nichts. Wie sehen nur Heidi und ihre dämlichen Aktionen. Ich habe nur durchgehalten bis zum Schluss, da ich wissen wollte, wie es ausgeht. Aber auch das lässt mich nicht zufrieden zurück. Es gibt keinen wirklichen Twist, zwar eine unerwartete Entwicklung, aber die ist ebenso unglaubwürdig.

Keine Leseempfehlung von mir.

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Tags: england, kindesentführung, krimis   (3)
 

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krimi, kinderheim, england, mord, thriller

Silent Scream – Wie lange kannst du schweigen?

Angela Marsons , Elvira Willems
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2016
ISBN 9783492060349
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine knifflige Story um Morde rund im ein Kinderheim. Die Autorin hat sich da eine spezielle und kantige Polizistin erdacht, die nicht so recht weiß, wie man nett sein soll und warum. Das ist recht witzig, vor allem in den Dialogen. Aber auch recht unglaubwürdig. Denn akle sind irgendwie sarkastisch drauf und extrem auf Witzigkeit bedacht. Nur die Dialoge, die wirkliche Handlung und Erklärungen liefern sollen, sind nicht ganz so ausgefeilt.

Die Story an sich ist schon recht gut und komplex. Aber die Autorin greift zu einem Stilmittel,das ich absolut nicht leiden kann: Sie erzählt uns zuerst alles und lässt uns Einblicke in das Innenleben von DI Kim Stone haben Aber wenn es dann darauf ankommt, hält sie uns im dunklen. Diesen stilistischen Trick mag ich so gar nicht. Zuerst bekomme ich jede Handbewegung beschrieben und wenn's denn wichtig wird, ist auf auf einmal wages Erzählen angesagt. Das kann ich nicht leiden.

Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut und es war lange unerfüllt auf meiner WL. Aber irgendwie war es nicht so das rechte für mich. Es hat nicht gefunkt zwischen mir und Kim Stone. Ende der Reihe für mich. 

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Tags: england, krimis   (2)
 

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horror, übersinnliches

The Night Sister: A Novel by Jennifer McMahon (2015-08-04)

Jennifer McMahon
Fester Einband
Erschienen bei Doubleday, 01.01.1635
ISBN B01K3LBAK4
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich mochte McMahons "Winter People" recht gerne. Deswegen wusste ich auch, das die Autorin einen Hand zum Übersinnlichen hat. Aber dieses  Buch hat so gar nicht für mich funktioniert. Es war recht langatmig und unspannend. Zudem habe ich die Mädchen auf den verschiedenen Zeitebenen ständig verwechselt und die jüngere mit den älteren Version nicht so recht zusammen bekommen. Ich hätte mir einen anderen Schluss, eine andere Erklärung gewünscht. Das das alles irgenwie doch rational zu erklären gewesen wäre. Aber dieses unterkühlt erzählte Märchen endet im phantastischen. Darauf sollte man gefasst sein, wenn man das Buch liest. In "Winter People" hat's für mich gepasst, hier leider nich

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Tags: horror, übersinnliches   (2)
 

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psychologischer thriller, kreuzfahrt

Distress Signals by Catherine Ryan Howard (2016-05-05)

Catherine Ryan Howard
Flexibler Einband
Erschienen bei Corvus, 01.01.1707
ISBN B01K3JNA1I
Genre: Sonstiges

Rezension:

Adam und Sarah sind seit Ewigkeiten zusammen. Sarah verdient das Geld und Adam hat dadurch Zeit, seinem Traum, ein Schriftsteller zu sein, auszuleben. Nun hat er tatsächlichen Erfolg. Ein Hollywoodstudio hat seine Story gekauft. Demnächst sieht er ungewohnten Einnahmen entgegen. Dafür muss er nur sein Buch total umschreiben. Das will er machen während Sarah auf einer Konferenz in Barcelona ist. Doch nach Sarahs Abreise hat Adam Probleme, mit ihr in Kontakt zu kommen. Auch Sarahs Eltern sind besorgt, wissen sie doch gar nichts von der Geschäftsreise. Zudem scheint es diese Reise gar nicht zu geben, denn Sarah hat sich im Büro krank gemeldet. Adam gerät Zusehens in Sorge. Als Sarah dann auch nicht zurückkehrt auf ihrem gebuchten Rückflug ist für Adam klar, dass etwas passiert sein muss.


Der Klappentext ist schon recht vielversprechen, aber er hat mich in keiner Weise auf die komplexe Story vorbereitet, die mich dann erwartete. Ich war von der ersten Seite an ganz bei Adam und seiner Suche nach Sarah. Da wir nah bei Adam sind, sehen wir die Dinge nur durch seine Augen. Freunde erzählen ihm dann eine andere Seite von Sarah und wie sie ihre Beziehung sah. Adam  ist einfach nur verzweifelt, sein ganzes Leben bricht zusammen. Doch es soll noch schlimmer für ihn kommen.


Parallel gibt es noch einen anderen Erzähler.  Zuerst weiß man nicht, wie ich das einordnen sollte, aber schon bald hatte ich eine Ahnung. Nur um dann komplett falsch zu liegen.


„Distress Signals“ ist ein ungewöhnliches Buch. Es erzählt mehrere Geschichten gleichzeitig. Adams Verzweiflung über Sarahs Verschwinden ist sehr greifbar. Zwar ist schon einiges recht unglaubwürdig an der Story, je weiter sie fortschreitet, aber es bleibt ungemein spannend und rätselhaft. Ein Großteil der Handlung spielt auf einem Kreuzfahrtschiff. Dieser ungewöhnliche Handlungsort gibt der Story nochmal einen besonderen Reiz. Man erhält einen kleinen Einblick in diesen Mikrokosmos. Ich will auch gar nicht mehr weiter auf die Handlung eingehen, ansonsten würde ich zu viel verraten. Der Autorin ist jedenfalls ein sehr spannendes, komplexes Buch gelungen. Ich habe die zweite Hälfte in einem Rutsch durchgelesen. Man rätselt mit, was es mit den verschiedenen Erzählsträngen auf sich hat und wie sich der Kreis schließt. Es ist nahezu unmöglich zu erraten, wohin sich die Story bewegt und wie das Ende aussieht. Es bleibt bis zum Schluss extrem spannend.  Dieses Buch ist ein extrem spannender und interessanter Psychothriller und deswegen gibt es von mir eine klare Leseempfehlung für alle, die kurzweilige Thriller mögen.

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Tags: kreuzfahrt, psychologischer thriller   (2)
 

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flugzeugabsturz, medien, layla mueller, beletristik, rachel bateman

Vor dem Fall

Noah Hawley , Rainer Schmidt
Fester Einband: 447 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 12.09.2016
ISBN 9783442314218
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Privatjet stürzt ab. Die Passagiere sind ein Ehepaar und seine beiden Kinder, ein befreundetes Paar und ein recht mitteloser Maler. Die Besatzung besteht aus Pilot und Copilot und einer Stewardess. Zudem war der Bodyguard des Ehepaares mit an Bord. Bei dem Absturz kommen alle ums Leben bis auf den Maler und der 4jährige Sohn des Ehepaares. Der Maler, Scott, bringt sich und das Kind auf unglaubliche Weise in einem enormen Kraftakt an Land. Er gilt als Held. Aber da er sich der Welt nicht stellen will in Interviews und Talkshows werden schon bald einige Leute misstrauisch. Was hat es auf sich mit ihm und seiner Anwesenheit an Bord? Er ist ein Niemand, aber an Bord starben ein wichtiger TV-Betreiber und ein Geschäftsmann, der eine Anklage wegen Geldwäscherei entgegen sah. Zwei so reiche, so einflussreiche Persönlichkeiten können doch nicht einfach einem Maschinenschaden oder menschlichem Versagen zum Opfer gefallen sein. Da muss doch mehr dahinter stecken. Und Scott malte in letzter Zeit Bilder von Katastrophen. Auch das kann kein Zufall sein, oder? Hatte er ein Verhältnis mit eines der Opfer? Hat er alles eingefädelt? 

„Vor dem Fall“ ist ein ungewöhnliches Buch. Es ist gut konzipiert und ausgeführt. Nach und nach lernen wir die Opfer der Katastrophe kennen. Wir erfahren so auch immer mehr über den Ablauf des Unglückstages. Aber wir sind auch „nach dem Fall“ dabei, bei Scott, der sein Leben nach dem Unglück wieder auf die Reihe zu bringen versucht. Er fühlt eine Verbindung zu dem Jungen, JJ, den er rettete. Und auch das Kind, traumatisiert wie es ist nach dem Verlust, fühlt sich in seiner Nähe am wohlsten. JJ lebt jetzt bei seiner Tante und ihrem Mann. Das Buch beleuchtet nach und nach jeden der Charaktere. Aber auch das Danach, die Suche nach der Ursache des Unglücks, werden bedacht. Schon bald schießen sich sowohl ein FBI-Agent als auch ein TV-Sprecher auf Scott ein. Seine Rolle in dieser Sache ist das größte Rätsel. Sehr schön zeigt der Autor dabei auf, wie sehr die Wahrheit von den Medien seziert und verdreht wird, um dem persönlichen Interesse und der Medienwirksamkeit zu entsprechen. Aber auch das FBI hat schon schnell eine vorgefertigte Meinung. Auch der extreme Reichtum der Opfer wird aufgezeigt. Die Auflösung ist dann erfrischend banal.

Mir hat gefallen, dass hier kein schlichter Thriller erzählt wird sondern das viel mehr in die Tiefe gegangen wird. Das, was passiert ist und zu dem Unglück führte, bleibt bis kurz vor Schluss ein Rätsel und erhält die Spannung. Jede Figur hat ein eigenes Leben, ein Schicksal. Jede Figurenbeschreibung hat enorme Tiefe. Zudem kann man Scott und JJ folgen, wie sie mit dem erlittenen Trauma umgehen. Dadurch, dass zwei einflussreiche Persönlichkeiten bei dem Unglück starben, ist ein großes Medieninteresse vorhanden. Die Spekulationen und Verschwörungstheorien schießen ins uferlose. Das Ende hat mir sehr gut gefallen. Es gab nicht die große Enthüllung oder einen Twist. Aber eine solide Erklärung. Banal wie das Leben eben manchmal einfach ist.

„Vor dem Fall“ ist ein gut durchkonzipiertes Buch mit einer ungewöhnlichen Story, die stringent und schonungslos erzählt wird. 

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Tags: beletristik, flugzeugabsturz, medien   (3)
 

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suspense, england

All Fall Down: A gripping psychological thriller with a twist that will take your breath away

Tom Bale
E-Buch Text: 359 Seiten
Erschienen bei Bookouture, 01.09.2016
ISBN 9781786810533
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich weiß auch nicht, warum mich dieser Thriller nicht so recht begeistern konnte. Der Anfang ist vielversprechend. Ein sterbender Mann mit schlimmen Verletzungen schleppt sich in den Garten einer Familie, die gerade ein unbeschwertes Barbecue genießen will. Von dem Moment an ändert sich alles für Rob, Wendy und ihren Kindern. Nach und nach dringt man in die Probleme innerhalb der Familie ein. Rob und Wendy sind eigentlich kurz vor einer Trennung. Beide, aber vor allem Rob, haben ihre Geheimnisse voreinander. Aber auch bei den Kindern geht einiges vor. Nach diesem traumatischen Erlebnis steht ein Familienurlaub bevor. Im Vorfeld ereignen sich merkwürdige Dinge, die im Grunde harmlos wirken und von allen Familienmitgliedern nicht in Zusammenhang gebracht werden. Aber es steckt mehr dahinter, das erfahren wir durch kurze Kapitel eines unbekannten Menschen, der uns berichtet, dass er die Familie stalkt und auserwählt hat. 
So gut das klingt, so langwierig war das in der Ausführung. Irgendwie machen alle mit ihren persönlichen Problemen rum und reden nicht miteinander. Vor allem die 15jährige Adoptivtochter Georgia ist schwierig und verschlossen.  Kurz vor der Hälfte des Buches spielte ich mit dem Gedanken, abzubrechen. Ich mochte weder den lügnerischen Rob noch Wendy, ich fühlte mich nicht so recht betroffen von ihrem Schicksal. Zudem packt der Autor immer mehr in die Geschichte. Immer mehr Geheimnisse ploppen auf, noch eine Wendung mehr, noch eine Schippe bizarrer Handlung drauf. Und irgendwie war es auch etwas langatmig. Dann plötzlich gewann die Handlung an Fahrt und Spannung. Allerdings wird es auch immer unwahrscheinlicher und unrealistischer. Trotzdem habe ich die zweite Hälfte recht zügig gelesen, weil ich dann doch wissen wollte, wie es ausgeht. Insgesamt hat mich das Buch aber nicht überzeugen können. Die Handlung ist irgendwie überzogen, zu viel wurde reingebracht, immer noch ein dunkles Geheimnis draufgepackt. Zudem sind die Figuren alle unsympathisch, vorne weg Rob, der elementare Dinge für sich behält, weil er alles ganz machomäßig besser weiß und natürlich der Beschützer von allen ist. Puh.
Fazit: erst zum Schluss spannend werdenden irgendwie überladener Thriller. 

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Tags: england, suspense   (2)
 
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