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Todesschweigen

Claire Askew , Michael Benthack
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.11.2018
ISBN 9783442488421
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was man sonst nur aus den Nachrichten aus Amerika kennt, passiert in Edinburgh: ein junger Mann geht morgens in sein College und erschießt 13 Studentinnen und danach sich selber. Neben dem Entsetzen und der Fassungslosigkeit stellt sich natürlich auch die Frage nach dem Warum. Was waren Ryan Summers Gründe für diese Tat?

 

Dieser schwierigen Frage muss die erst kürzlich zum DI beförderte Helen Birch nachgehen. Denn etwas anderes gibt es nicht herauszufinden. Der Täter ist bekannt und tot und entzieht sich somit dem Bedürfnis der Hinterbliebenen und der Öffentlichkeit nach Vergeltung. Da dieses Gefühl aber irgendwo hin muss, gerät Ryans Mutter Moira in den Fokus eines gewissenlosen Reporters.

 

Die Geschichte wird vorwiegend aus der Sicht von drei Personen erzählt. Zum einen natürlich von DI Birch und Moira. Dazu kommt Ishbel, die Mutter der von Ryan zuerst getöteten Abigail. Zwischendurch gibt es kurze Kapitel, die aus Zeitungsberichten oder Auszügen von Sozialen Medien bestehen.

 

Das Buch hat mich interessiert, weil ich noch nie einen Krimi über dieses Thema gelesen habe. Es ist ein sehr düsteres Thema und die Trauer beider Mütter ist sehr greifbar. Die Autorin schneidet dabei interessante Themen an. Leider konzentriert sie sich aber im Verlaufe des Buches ausgerechnet auf das am wenigsten interessante Thema, nämlich der Umgang der Presse mit so einem Fall, bzw. eines bestimmten gewissenlosen Journalisten namens Lockley, dem jedes Mittel recht ist, viele Klicks und Likes in den Sozialen Medien zu bekommen. Das ist leider sehr klischeehaft und in meinen Augen auch sehr übertrieben dargestellt. Das es bedenkliche Foren im Internet gibt, in denen die unglaublichsten Verschwörungstheorien und  der Hass auf bestimmte Menschengruppen besprochen werden ist ja nun nicht so neu. So vernachlässigt das Buch leider, sich mehr mit dem Auslöser für diese schreckliche Tat zu beschäftigen oder auch damit, wie es für die Betroffenen hinterher weitergeht. Dafür geht es ausgiebig um die schmierigen Versuche Lockleys, Leichen aus welchem Keller auch immer auszugraben im angeblichen Interesse der Öffentlichkeit. Es schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, herauszufinden, was einen Menschen wirklich zu so einer Tat bewegt. Vor allem, wenn er tot ist. Es ist sehr menschlich, einen Schuldigen finden zu wollen und hier entlädt sich der Volkszorn, angefeuert von Lockleys Artikeln, auf Ryans Mutter. Ich empfand es aber zunehmend als unglaubwürdig, wie sehr Lockley sich in Verschwörungstheorien hineinsteigerte und die Polizei dafür verurteilte, nicht herauszufinden, was Ryans Grund war. Die Polizeiarbeit war im Grunde erledigt.

 

Ich empfand das Buch als etwas unausgewogen und seinem Anspruch nicht ganz gewachsen. Das Erzähltempo ist auch sehr langsam und gerade zu Anfang hatte ich etwas Probleme, in die Story hineinzufinden. In weiten Teilen ist es einfach sehr detailreich geschrieben. Jeder Handgriff, jeder noch so flüchtige Gedanke wird beschrieben. Manchmal blitze eine Weile wirklich gute Erzählkunst durch und es kam so etwas wie Spannung auf. Aber die ausufernden Abschnitte waren leider in der Überzahl. Es ist kein schlechtes Buch, aber es hat mich trotz des schrecklichen Themas nicht berührt.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Der Tod kommt nach Mitternacht

Matthew Sullivan , Christine Heinzius
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442484133
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Um dieses Buch bin ich eine ganze Weile herumgeschlichen. Der englische Originaltitel lautet „Midnight at the Bright Ideas Bookstore“ und ist mir da schon ins Auge gestochen. Das Cover zeigt fröhliche bunte Bücherrücken. Irgendwie suggerierte mir das aber eine andere Art von Buch. Ich dachte eher, es wäre so eine Art cosy crime rund um Bücher. Umso erstaunter war ich, die deutsche Ausgabe zu sehen. Hier wird eindeutig mehr darauf hingewiesen, dass es sich um einen Krimi oder vielleicht sogar Thriller handelt. Das Wort „Tod“ im Titel und die Verwendung von roter Farbe machen einen völlig anderen ersten Eindruck als die Originalausgabe. Das zerrissene Buch weist noch wage darauf hin, dass es auch um Bücher geht. Nun war ich neugierig. Und wie meistens, liegt auch hier die Antwort in der Mitte.

 

Lydia arbeitet in einem Buchladen. Dieser Laden ist auch die Heimat obdachloser Männer, die täglich dort sitzen und in den Büchern schmökern. Einer von ihnen ist Joey. Er ist zwar nicht obdachlos, aber trotz seiner Jugend schon eine verkorkste Figur. Zu ihm hat Lydia eine stille Freundschaft aufgebaut. Eines Abends erhängt er sich in dem Buchladen und Lydia findet ihn. Er hinterlässt ihr seine gesamte Habe, darunter einige Bücher. In diese Bücher hat Joey einen Code hineingeschnitten für Lydia. So kommt sie langsam Joeys traurigem Leben auf die Spur. Dabei kämpft sie selber noch mit ihren eigenen Dämonen, denn als sie 10 Jahre alt war wurde sie Zeuge eines schrecklichen Verbrechens.

 

Leider hatte ich von Beginn an große Probleme, in die Geschichte hineinzufinden. Der Schreibstil ist auf seltsame Art prätentiös und  doch oberflächlich. Er passt so gar nicht zu der sehr traurigen und tragischen Geschichte, die dadurch eher leicht und locker klingt. Es wimmelt von interessanten und skurrilen Nebenfiguren, die seltsame Dinge sagen aber nicht weiter beleuchtet werden. Der Erzählfluss ist zügig und das Buch ist schnell weggelesen. Wie ich schon erwähnte, ist die Story wirklich tragisch. Aber es berührte mich wenig, denn durch seine Art, die Story so lockerflockig zu erzählen, entstand bei mir keine wirkliche Anteilnahme oder Bindung.

 

Ich weiß nicht so recht, wie ich dieses Buch bewerten soll. Die Story ist gut und alles andere als leichte Unterhaltung. Aber der Schreibstil passt so gar nicht dazu und erzählt seine Geschichte irgendwie im falschen Ton. Das Thema Bücher durchzieht zwar die ganze Story, bleibt aber oberflächlich. Die Idee mit dem Code ist nett, aber ohne großes rätseln schnell gelöst.

 

Fazit: ein schnell zu lesender kleiner Krimi, dessen Thema durchaus Potential für einen düsteren Thriller hätte, aber im Stil eines harmlosen und gemütlichen cozy crimes Buches erzählt wird.

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Tags: suspense   (1)
 

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

"horror & grusel":w=1

Teufels Tag

Andrew Michael Hurley , Yasemin Dinçer
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 26.10.2018
ISBN 9783550050459
Genre: Romane

Rezension:

Andrew Michael Hurley ist ein sehr talentierter Autor. Auf wunderbare Weise kann er Landschaften  und Menschen beschreiben. Das hat mich schon bei seinem Buch „Loney“  begeistert. Und das gelingt ihm auch in diesem Buch. Leider hat er vergessen, seiner Story auch ein wenig Spannung zu beizufügen.

 

Die Handlung kann man kurz und knapp zusammenfassen. Ein Mann, John,  fährt zusammen mit seiner Frau zu seinem jährlichen Besuch in sein Elternhaus. Seine Mutter ist tot, aber sein Vater und Großvater leben noch auf dem Bauernhof in einer entlegenen Gegend im Norden Englands. Nur wenige Familien leben dort, ein paar mehr in einem angrenzenden Dorf. Das Leben ist geprägt von Arbeit, aber das hat die Menschen nicht bitter gemacht. Vielmehr sehen sie es als ihre Pflicht und hadern nicht mit ihrem Leben. Natürlich gibt es viele alte Bräuche und Mythologien. So ist es selbstverständlich für sie, das der Teufel real ist und das man aufpassen muss, wo man ihm begegnet. John ist wie jedes Jahr dort um zu helfen, die Lämmer von ihren Weideplätzen hinab ins Tal zu treiben. Und irgendwie ist John diesmal klar, dass er dort bleiben muss und nicht wieder zurück in die Stadt fährt zu seinem Beruf als Lehrer. Jetzt muss er nur noch seine Frau davon überzeugen. Das wäre in groben Zügen die Handlung.

 

Natürlich passiert viel mehr und es wird viel in die Vergangenheit geblickt. Das liest sich leicht und flüssig und schon bald sitzt man mitten drin mit diesen Menschen in der Stube. Trotzdem passiert über weite Teile nicht viel. Ich hatte das merkwürdige Erlebnis, das Buch zugleich als angenehm und nett zu lesen und es auf eine andere Art als langweilig zu empfinden. Erst im letzten Drittel kam für mich ein wenig düstere Stimmung auf und es wurde einigermaßen spannend.

 

Für das Ende hatte ich eher etwas anderes erwartet. Zugleich ist mit John bis zum Schluss rätselhaft geblieben. Aber ich denke, das ist einfach der Stil des Autors, wie man schon in „Loney“ feststellen konnte. Er gibt uns nicht alle Antworten.


Mir hat „Loney“ besser gefallen. Es hatte mich mehr im Bann. „Teufels Tag“ verspricht schon mit seinem Titel etwas, was es leider nicht halten kann. Trotzdem ist es ein angenehm  zu lesendes Buch. Für eine Familiengeschichte ist es eine Spur zu düster, aber für eine Mysterystory nicht mysteriös genug.

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Tags: horror & grusel   (1)
 

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59 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Der Vogelgott

Susanne Röckel
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Jung u. Jung, 02.03.2018
ISBN 9783990272145
Genre: Romane

Rezension:

„Der Vogelgott“ ist ein schaurig-schöner und doch auch rätselhafter Roman. Aufmerksam geworden bin ich durch das Buch durch eine Rezension in der Zeitung. Ein grausamer, jahrhundertealter Kult um einen mysteriösen Vogelgott, das klang doch interessant. Man sollte hier aber keinen Verschwörungsthriller erwarten. Hier geht es um die Mitglieder einer Familie, die irgendwie in den Bann dieses Kultes geraten und ihr Leben damit aus dem Takt bringen.

Erzählt wird die Geschichte in vier Teilen. Zuerst lesen wir das kurze Manuskript, das der Vater, Konrad Weyde. Der zog eins aus nach Afrika, um einen Neuzugang für seine Vogelsammlung zu finden. Konrad ist Hobby-Ornithologe und -Tierpräparator. Kaum angekommen in dem ungastlichen Ort, der nicht genauer genannt wird, sieht er riesengroße geierartige Vögel. Trotz Warnungen stellt er einem der Vögel nach. Wir erfahren, dass ihm der Fang gelingt. Aber irgendetwas geschah mit Konrad, als er dem Vogel nahe kam.

Konrads drei Kinder, Lorenz, Dora und Thedor, haben zwar nicht seine Liebe zu Vögeln geerbt, aber auf sonderbare Weise kommen sie alle drei mit geflügelten Wesen in Berührung. Thedor, der jüngste, treibt ziellos durchs Leben. Er ist talentfrei und ohne Ambitionen. Sein Medizinstudium bricht er ab. Trotzdem wird er eines Tages von einer Hilfsorganisation ausgewählt, nach Afrika zu reisen und dort auf einer Station zu helfen. Dora, das mittlere Kind, interessiert sich für Malerei. Sie entwickelt eine Besessenheit für einen Maler aus der Zeit des 30jährigen Krieges. Schon bald sieht sie in seinen Skizzen und Zeichnungen Hinweise auf schreckliche Taten, die im Namen eines geflügelten Gottes begangen wurden. Lorenz schließlich, der älteste, ist Journalist und stößt auf eine mysteriöse Geschichte direkt in seinem Heimatort.

Mir hat am besten Doras Teil gefallen. Es geht viel um den –leider fiktiven- Maler Wolmuth. Seine Werke werden mit großer Intensität beschrieben und man erfährt viel kunsthistorisch Interessantes.

Das verstörende Erlebnis, das ihr Vater beim Fang des Vogels hatte, scheint wie ein Gift in die drei Kinder hinein geflossen zu sein. Sie alle drei entwickeln eine Besessenheit, die alles andere in ihrem Leben zurücktreten lässt. Menschen treten in ihr Leben, von denen ein merkwürdiger Geruch auszugehen scheint und die alles über sie wissen. Sie lassen ihr gewohntes Leben hinter sich, lassen ihre Ehen zerbrechen und widmen sich diesem Geheimnis, das so offensichtlich und doch verborgen um uns rum ist.

Wunderbar unaufgeregt erzählt die Autorin ihre düstere Geschichte. Ihre Sprache ist angenehm und flüssig. Vieles wird nur angedeutet und kann der eigenen Interpretation überlassen werden. Es ist eine leicht märchenhafte Geschichte, losgelöst vom alltäglichen und nicht näher zeitlich verankert. Man kann wirklich vieles hineindeuten. Die Grausamkeit des Krieges und das Böse im Menschen ebenso wie aktuelle Dinge oder auch über die Eigendynamik innerhalb einer Familie. Faszinierend ist dieses ungewöhnliche Buch allemal

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Tags: belletristik, deutscher buchpreis   (2)
 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Auf falschen Fährten

Andrew Mayne , Tanja Lampa
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Edition M, 09.10.2018
ISBN 9782919801329
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Andrew Mayne ist mit seinem Auftakt zur neuen Serie um den nerdigen Professor Theo Cray ein echter Pageturner gelungen. Kurze Kapitel, die oft in einem Cliffhanger oder mitten in einer Situation enden, lassen einen einfach immer weiter lesen.

 

Man muss ein Herz für Nerds haben, um Theo Cray ins Herz zu schließen. Er ist hochintelligent, ein wenig umständlich und ihm fehlt ein wenig das Verständnis für das Verhalten anderer Menschen. Das  Buch beginnt rasant. Theo steht in einem Motel an der Eismaschine, als er Zeuge eines Polizeieinsatzes wird. Ein Motelzimmer wird aufgebrochen. Offenbar sucht die Polizei nach einem gefährlichen Mann. Theo sieht gespannt zu. Allerdings ist es seine Moteltür, die die Polizei aufgebrochen hat. Zu seinem großen Erstaunen sieht sich Theo als Tatverdächtiger eines Mordes verdächtigt. Die Tote ist eine ehemalige Studentin von ihm. Der Verdacht gegen Theo wird bald fallengelassen. Aber der Mord beschäftigt Theo doch sehr. Er ist darauf geschult, Muster zu erkennen, wo kein anderer etwas sieht. So fallen ihm bald Ungereimtheiten auf und er beginnt, auf höchst ungewöhnliche Art, auf eigen Faust weiter zu forschen.

 

Mir hat die Figur des Theo sehr gut gefallen. Er ist ein sympathischer Kauz. Allerdings erschien er mir nicht ganz so seltsam, wie er offensichtlich auf seine Mitmenschen wirkt. Für mein Gefühl wurde seine „Seltsamkeit“ ein wenig hochgepuscht und auf der anderen Seite die Starrköpfigkeit aller anderen ebenfalls. Theo versucht, eine bizarre Mordserie aufzuzeigen, die bisher noch niemandem aufgefallen ist. Dabei sehen wir die Dinge immer aus seiner Sicht. Das ist manchmal etwas wissenschaftlich, aber ich habe einige Bücher gelesen, die diesen Aspekt weitaus mehr übertrieben haben. Hier hält sich das Wissenschaftliche im Rahmen und ich fand vieles sehr interessant. Das  Buch ist deutlich auf Tempo ausgelegt, da bleibt kein Platz für seitenlanges Wissenschaftsgedöns. Es gelingt dem Autor sehr gut, seine Informationen kurz und knapp zu halten. Theo ist sich seiner Defizite im menschlichen Bereich deutlich bewusst. Sehr oft wird darauf angespielt, dabei halte ich ihn eigentlich für relativ normal. Vielleicht etwas naiv und weltfremd. Und sehr liebenswert. Ich habe ihn jedenfalls ins Herz geschlossen.

Das Buch hat auch seine Makel. Es ist recht stereotypisch angelegt. Es gibt das ein oder andere kleine Löchlein in der Handlung und auch glückliche Zufälle spielen oft eine große Rolle. Insgesamt läuft Theos Verbrecherjagd doch recht gradlinig ab. „The Naturalist“ ist keine fundiertes wissenschaftliches Recherchewerk und auch kein tiefgründiger Thriller. Manches wird in dem Buch angestoßen, was zu denken gibt. Aber es wird nie vertieft. Die Story hat ein hohes Tempo und ist eindeutig auf Action und Spaß angelegt. Mir hat es sehr gut gefallen. Ich weiß nicht, ob ich ein weiteres Buch der Serie lesen möchte, denn ich bin kein Freund von Serien. Aber ich habe es gerne gelesen und es hat mir Spaß gemacht.


 

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Tags: thriller-roman   (1)
 

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49 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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The Hunger - Die letzte Reise

Alma Katsu , Michael Pfingstl
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.08.2018
ISBN 9783453319271
Genre: Fantasy

Rezension:

„The Hunger“ ist die fiktionale Erzählung einer realen Tragödie. Im Stile von Dan Simmons „Terror“ oder  „Der Berg“ gibt die Autorin der traurigen Geschichte eines unglücklichen Siedlertrecks einen Twist ins Übernatürliche.

 

Die Story beschreibt in Grundzügen die reale Reise der Donner-Party. Im April 1846 macht sich ein Siedlertreck von Illinois unter der Leitung von George Donner und James Reed auf nach Kalifornien. Durch ein paar Fehlentscheidungen verlieren sie viel Zeit. Deswegen beschließen sie, einen neuen Weg auszuprobieren anstatt den bewährten California-Trail. Sie vertrauen den Worten eines Mannes, der den Weg nur per Pferd und mit leichtem Gepäck beritten hat. Warnungen, nicht auf ihn zu hören, erreichen die Reisenden nicht mehr. Der neue Weg entpuppt sich leider nicht als die erhoffte Abkürzung. Er ist extrem beschwerlich, für Planwagen nahezu ungeeignet. Es ist eine unfassbare Anstrengung für die 87 Menschen, von denen ein Großteil aus Frauen und Kindern besteht. Sie verlieren noch mehr Zeit und werden im Oktober in der Sierra Nevada von einem Schneesturm überrascht und müssen dort Überwintern. Ihre Vorräte gehen zur Neige. Von dem mitgeführten Vieh ist das meiste auf der strapaziösen Reise verendet. Nach einigen Wochen können ein paar der Siedler losziehen um Hilfe zu holen und die Überlebenden zu retten.

 

Diese Geschichte ist schon fürchterlich genug. Die Hälfte der Siedler starb auf dem Weg. Der Rest wurde halb verhungert gefunden. Schon bald wurden Geschichten über Kannibalismus verbreitet. Was genau geschah, weiß man nicht. Die Autorin nun lässt die armen Menschen einen zusätzlichen Horror erleben. Irgendetwas verfolgt sie. Kinder verschwinden nachts aus den Zelten und werden nie mehr gefunden. Geschichten um blutdürstige Indianer machen die Runde. Einige denken, es ist einen Dämon. Anstrengung, Angst und Hunger machen die Siedler reizbar. Es kommt zu Streit und Gewalttätigkeiten.

 

„The Hunger“ hat mich interessiert, da es ähnlich wie „Terror“ eine wahre Geschichte zu einer Horrorstory verarbeitet. Dan Simmons oben erwähnte Bücher haben mir sehr gut gefallen und ich habe sie geradezu verschlungen. Alma Katsu hat allerdings nicht Simmons erzählerische Kraft. Ihr Buch ist auch viel kürzer und knapper, was aber für mich kein Negativpunkt. Sie hat den Fokus auf einige Figuren beschränkt, mit denen man schon bald mitfiebert, auch wenn man weiß, wie die Geschichte für sie ausging. Es gibt leider nur wenige, rudimentäre Landschaftsbeschreibungen. Man erfährt wenig über die Historie der Siedlertrecks in Amerika. Die gewaltige Anstrengung, die ein solcher Treck quer durch Amerika damals bedeutet, wird in Ansätzen angedeutet, bleibt aber an der Oberfläche. Als historischen Roman würde ich das Buch deswegen nicht einordnen. Es ist klar ein Horrorbuch, auch wenn mir persönlich nicht besonders unheimlich wurde während des Lesens. Mir die ganze Ursache zu wenig greifbar. Was sich dort in den Wäldern versteckt und einen Hunger auf Menschen hat, bleibt zwar nicht ungeklärt, aber doch ein wenig ein Mysterium.

 

Ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen. Es ist nicht sonderlich umfangreich und liest sich flüssig. Katsu schreibt knapp und präzise. Ihre Figurenentwicklung ist besser als ihre Storyentwicklung, soweit es jedenfalls den Horror im Wald angeht. Die Geschichte um die Donner-Party ist ja vorgegeben und wie sie im Nachwort schreibt, ist sie nur in einigen wenigen Dingen davon abgewichen.  Das Buch hält die Balance zwischen Historie und Grusel, kratzt aber bei beidem leider nur an der Oberfläche. Die Story  um die Donner-Party und ihre realen und fiktionalen Dramen ist aber trotzdem sehr interessant und der flüssige und schnörkellose Schreibstil machen das Buch zu einem kurzweiligen Leseerlebnis.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Glücklich sind die Toten

Mark Edwards , Astrid Becker
Flexibler Einband: 412 Seiten
Erschienen bei Edition M, 07.08.2018
ISBN 9782919800841
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Glücklich sind die Toten“ ist ein fesselnder psychologischer Thriller, der durch eine ungewöhnliche Story und seine sehr glaubhaften Figuren überzeugt.

 

Nachdem er seine Frau mit einem anderen Mann erwischt hat, zieht sich Ben mit seinem elfjährigen Sohn Ollie in seine kleinen Heimatort in Shropshire zurück. Olli ist nicht glücklich dort. Er vermisst seine Freunde aus London und seine Mutter. Aber auch Ben findet sich nicht so recht zurück in den Ort seiner Kindheit. Doch plötzlich passieren einige Dinge, die sein Leben zum Guten hin wenden. Doch leider ist nicht alles so, wie es erscheint.

 

Zeitgleich passieren ein paar Morde in Bens beschaulichem Heimatort. Ein Killer geht um, der seine Opfer offenbar genau dann umbringt, wenn sie besonders glücklich sind.  Der Killer sucht sich seine Opfer aus, wendet ihr Schicksal sich zum Guten. Sie sind glücklich und in einer Hochphase. Genau dann tötet er sie. Denn besser kann es nicht werden für seine Opfer. Die Polizei tappt im Dunklen, denn nichts scheint die Opfer zu verbinden. Die Ermittlerin Imogen Evans legt alles daran, den Täter zu finden.

 

Ich bin ein großer Fan von Mark Edwards. Sein großes Talent ist es, sehr reale Figuren zu erschaffen. Sein Schreistil ist geschmeidig und fließend.  Selbst wenn man das ein oder andere an der Handlung kritisieren könnte, sein angenehmer Schreibstil macht jedes seiner Bücher zu einem wunderbaren Leseerlebnis. Die Seiten fliegen nur so dahin. Seine Geschichten sind ungewöhnlich und innovativ. „Glücklich sind die Toten“ ist für mich nicht sein bestes Buch, aber es ist sehr unterhaltsam und kurzweilig

 

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Tags: psyochothriller, suspense thriller   (2)
 

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329 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 189 Rezensionen

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Der Kreidemann

C.J. Tudor , Werner Schmitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 29.05.2018
ISBN 9783442314645
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Der Kreidemann“ ist ein sehr atmosphärischer und gut geschriebener Psycho-Thriller, der mit einer originellen Story besticht.

 

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Hauptakteur ist bei beiden Eddie. In der Zeitebene 1986 ist er zwölf Jahre alt. Mit seinen Freunden Mike, Fat Gav, Hoppo und Nicky findet er in den Sommerferien eine Leiche. Die Tote ist ein Mädchen aus dem Ort, das bei einem schrecklichen Unfall entstellt wurde. Bei diesem Unfall war Eddie ebenfalls Augenzeuge.

 

In der zweiten Zeitebene, Heute, führt Eddie (oder nun Ed) ein freudloses Leben als Lehrer in seiner kleinen Heimatstadt, in der damals der Mord geschah. Er trifft immer noch Hoppo und Gav. Doch die Geschehnisse aus der Vergangenheit holen ihn ein.

 

Über die Handlung sollte man nicht allzu viel wissen, finde ich. Die Story lebt aber vor allem von der Stimmung. Die Autorin kann wunderbar mit wenigen Worten eine Szene umreißen. Die Personen werden schon nach wenigen Seiten sehr plastisch. Überhaupt hat mich die Schreibweise schon nach wenigen Seiten am meisten überzeugt. Die Story ist soweit OK und plausibel. Die persönlichen Verwicklungen der einzelnen Figuren untereinander sind nachvollziehbar beschrieben. Eddie ist auf beiden Erzählebenen eine sowohl sympathische aber auch ambivalente Figur. Kleine Dinge machen ihn ebenso unheimlich wie er eigentlich sympathisch ist. Ich wusste nicht, ob ich seinem Bericht trauen soll, obwohl er so nett rüberkommt als Figur. Die ganze Sache um die Kreidemännchen, diverse Charaktere und die Dynamik der Freundschaft ist schon recht komplex. Zugleich ist das Buch aber auch relativ entspannt und ruhig erzählt. Trotzdem empfand ich es als spannend. Oft enden die Kapitel mit einer kleinen Andeutung auf Kommendes. Aber der nächste Abschnitt spielt dann wieder in der anderen Zeitebene und man will schnell weiterlesen und so fliegen die Seiten nur so dahin.

 

Mir hat an diesem Buch vor allem der Schreibstil gefallen. In den Rückblenden kommt ein wenig Nostalgie auf. Man muss an Filme wie „Stand by Me“ oder auch „Stranger Things“ denken. 5 Kinder im frühen Teenie-Alter sehen sich einer Gefahr aus der Erwachsenenwelt gegenüber. Einer davon, Ed, muss sich diesen Ängsten als Erwachsener wieder stellen. Dabei ist er an einigen Dingen nicht ganz unschuldig und ist in diesem Sinne ein unzuverlässiger Erzähler.

 

Mir hat dieses Buch, trotz des einen oder anderen Makels, sehr gut gefallen. Es ist flüssig zu lesen, gut geschrieben, sehr menschlich und nachvollziehbar und auch spannend (auf eine leise Art). Es hebt sich auf angenehme Art von der Einheitskost im Thrillergenre ab. Mich hat „Der Kreidemann“ überzeugt.

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Tags: psychothriler, suspense   (2)
 

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

Stiefmutter

Paula Daly , Eva Bonné
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.03.2018
ISBN 9783442487028
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

3,5 Sterne

Dies ist bereits mein drittes Buch von Paula Daly. Ihr Name steht für mich für gute und durchdachte Krimis und den wunderschönen Handlungsort Lake District. In diesem Buch besticht sie vor allem durch ihre starke Figurenzeichnung. Mir war der Begriff „Tigermutter“ noch gar nicht bekannt. Ich musste es erst googeln. Auf Karen trifft der Begriff exakt zu. Sie will nur das Beste für ihre Tochter Brontë und das Beste bedeutet für sie Erfolg im Leben. Der lässt sich aber nur mit harter Arbeit erreichen und deswegen gibt es weder Freizeit noch Spielen für die 10jährige. Karen fährt Brontë vom Musikunterricht zum Ballett und von da aus zur Mathenachhilfe. In der Autorfahrt dazwischen ist dann Zeit zum Essen und Leseübungen. Karen ist ein sehr unsympathischer und kalter Charakter. Die kleine Brontë kann einem leidtun.

 

Karen ist mit Noel verheiratet. Für ihn ist es schon die zweite Ehe. Er hat seine erste Frau Jennifer wegen Karen verlassen. Jennifer ist inzwischen an MS erkrankt und lebt in einem Heim. Dadurch wohnt ihre gemeinsame Tochter Veritiy seit einiger Zeit bei ihnen. Karen und Verity verstehen sich gar nicht und es kam auch schon einmal zu einem unschönen Vorfall.

 

Eines Nachmittags, eine Klavierstunde fiel überraschend aus, nimmt Verity Brontë mit auf den Spielplatz. Sie lässt sie kurz bei ihren Freundinnen und besucht ihre Mutter im Heim. In diesen wenigen Minuten verschwindet Brontë. Doch einen Tag später taucht sie gesund und munter wieder auf und hat nur eine lahme Erklärung dafür, wo sie war. Doch dann passiert noch etwas weitaus schlimmeres.

 

Paula Daly hat eine klare und flüssige Schreibweise. Wie schon erwähnt, sind in diesem Buch vor allem die Figuren beeindruckend. Karen ist als extremer Charakter sehr gut gelungen. Man muss sie einfach hassen. Die Polizistin Joanne ist der Sympathieträger der Geschichte. Kleine persönliche Dinge lassen sie sehr lebensecht erscheinen. Noel ist ein wenig Rückratlos. Ich empfand ihn als sehr schwachen Menschen, der sich seiner resoluten Frau gegenüber nicht durchsetzen kann. Aber gerade durch seine Fehler ist er ebenfalls eine sehr glaubwürdige Figur. Die Krimihandlung ist solide und durchaus spannend. Lange tappt Joanne im Dunklen, der Fall bzw. die beiden Fälle, die sich ereignen, sind rätselhaft. Die Story ist ein Mix aus häuslichem Drama, Krimi und der daraus resultierenden Polizeiarbeit.

 

Das Buch lässt sich gut weglesen und ist flüssig geschrieben. Für mich war es jetzt kein Lesehighlight aber durchaus unterhaltsam.

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58 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

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Licht und Zorn

Lauren Groff , Stefanie Jacobs
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 22.08.2016
ISBN 9783446253162
Genre: Romane

Rezension:

Alles an Lotto (Lancelot) ist überlebensgroß. Sein Charme, seine Aura, seine Körpergröße, seine Güte, seine Schönheit. An ihm ist alles groß und einnehmend. So warmherzig und gutmütig er ist, so eitel und selbstverliebt ist er ebenfalls. Er braucht Bewunderung wie die Luft zum Atmen und will geradezu zwanghaft von allen gemocht werden. Zum Glück tun das auch alle.  Alle Menschen erliegen Lottos Charme. So auch Mathilde. Als sie sich im College begegnen, ist für beide klar, dass sie für einander geschaffen sind und auf ewig zusammen bleiben. Da er grundsätzlich nur das Gute in Menschen sieht, ist Mathilde für ihn eine Heilige. In seinen Augen ist sie rein und gut. Sie hält ihm den Rücken frei, als er ohne Erfolg seinen Schauspielambitionen nachhängt. Als ihm schließlich der Durchbruch als Dramatiker gelingt, ist sie ebenfalls für ihn da und ebnet sein Leben. Lottos Leben ist lichtdurchflutet und diese Lichtquelle ist Mathilde.

 

Der erste Teil des Buches zeigt Lottos Leben aus seiner Sicht. Lotto ist bei aller Herzensgüte ein Egozentriker, den ich schon aus Prinzip nicht mochte. Wenn ich nicht gewusst hätte (aus anderen Rezensionen), dass mich ein anders gearteter zweiter Teil erwarten würde, hätte ich das Buch evtl. abgebrochen. Zu ermüdend war die Geschichte teilweise. Ich empfand auch den Schreibstil der Autorin zwar als durchaus blumig und fast poetisch, aber auch anstrengend. Hier ist alles überlebensgroß und dramatisch. Die Handlung ist fast ein wenig zu phantastisch, die Charaktere alle zu extrem. Ich habe einige Teile nur quergelesen und wollte endlich zu Mathildes Teil kommen.

 

Mathilde ist nicht, wer hätte es gedacht, die Heilige, für die Lotto sie hält. Sie liebt Lotto und er ist ihr Leben, aber sie hat die Fäden in der Hand ohne das Lotto es merkt. Weite Teile ihres Lebens und ihres Charakters hält sie vor ihm versteckt. Ich frage mich, ob es wirklich möglich ist, jahrzehntelang so viel von sich unterdrücken zu können. Auf den zweiten Teil möchte ich handlungsmäßig nicht weiter eingehen. Zu leicht wäre die Gefahr, zu viel zu verraten. Mathilde ist ein weitaus schwierigerer Charakter als Lotto und nicht unbedingt liebenswert. Sie ist verschlossen, manipulativ und zornig. Es gibt auch einige Wendungen zu viel und einiges ist doch arg unrealistisch.

„Licht und Zorn“ ist nicht das klassische Ehedrama, das man vielleicht erwarten würde. Lotto und Mathilde lieben sich sehr, hier gibt es keine Zerfleischung. Hier stellt sich mehr die Frage, wie gut man den Mensch an seiner Seite wirklich kennt. Vor allem wenn er so verschlossen ist wie Mathilde. Zumindest Lotto kannte seine Ehefrau nicht wirklich. Es mag seiner eigenen Selbstwahrnehmung geschuldet sein, das er seine Frau so wenig hinterfragte. Es sah sie so, wie er sie sehen wollte und Mathilde spielte mit, weil sie der Mensch sein wollte, den Lotto in ihr sah.

 

Grundsätzlich hat Lauren Groff einen schönen Schreibstil. Aber irgendwie wirkte er verfehlt. Es ist oft einfach zu viel, over-the-top, und macht die Geschichte fast zu einer Phantasiegeschichte da sie so unrealistisch ist. Die Story kommt auch nicht so richtig auf den Punkt und mäandert vor sich hin. Es war oft etwas ermüdend. Ein wenig Straffung hätte dem Buch gutgetan.

 

Irgendwie habe ich etwas anderes erwartet als ich mit diesem Buch bekommen habe. Das ist nicht unbedingt schlecht und auch nicht der Fehler des Buches. Ich bin auch froh, dass ich es gelesen habe obwohl ich mich gelegentlich etwas durchgequält habe. Aber irgendetwas ist unter all der blumigen Wortgewalt verborgen, denn das Buch hat ein Gefühl in mir ausgelöst. Es hat mich traurig zurück gelassen. Auch wenn ich nicht ganz glücklich bin mit dem Buch, so soll meine Rezension kein Verriss sein. Denn wenn ein Buch ein so starkes Gefühl bei mir als Leser auslösen kann, dann hat es doch etwas richtig gemacht.

3,5 Sterne

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Tags: bellletristik   (1)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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The Ascent - Der Aufstieg

Ronald Malfi , Sedar Sener
Flexibler Einband: 364 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 30.06.2017
ISBN 9783958351936
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich bin ein großer Fan von Büchern, die sich mit Bergsteigen beschäftigen. Ganz besonders, wenn es um die Gegend rund um den Mt. Everest geht. Dieses Buch passte somit genau in mein Beuteschema.

Zuerst geht es ganz geruhsam zu. Wir lernen Tim kennen. Er ist – oder war – Bildhauer. Seine Frau hat ihn vor einiger Zeit verlassen, weil er seiner Arbeit immer den Vorzug gab. Kurz nach ihrer Trennung kam Hannah mit ihrem neuen Partner bei einem Unfall ums Leben. Die Trennung und besonders Hannahs Tod haben Tim völlig aus der Bahn geworfen. Er verliert sich in Extremsportarten und trinkt exzessiv. Bei einer leichtsinnigen Höhlenkletterei kommt er beinahe ums Leben. Als er so in dieser Höhle lag und dachte, er müsste sterben, glaubte er, Hannahs Geist zu sehen. Sie gab ihm Kraft in dieser Situation und half ihm, zu überleben. Zumindest glaubte er das in dem Moment. Während er seine Verletzung auskuriert und säuft, glaubt er immer wieder Hannahs Geist aus den Augenwinkeln zu sehen. Tim fürchtet, dass er seinen Verstand verliert. Da kommt ihm das Angebot eines alten Freundes von Hannah gerade recht. Andrew stellt gerade eine kleine Truppe Kletterer zusammen, mit denen er das geheimnisvolle Tal der Seelen in Nepal aufsuchen will, das noch keiner außer den Einheimischen betreten haben soll.

Die Stimmung des Buches ist von vorne herein sehr düster. Tim suhlt sich in Selbstmitleid und Alkohol. Nach und nach in Rückblenden erfahren wir, wie er Hannah kennenlernte und wie sie sich auseinanderlebten. Die Hauptstory ist aber der Trip zum sagenumwobenen Tal der Seelen. Die Tour steht unter keinem guten Stern. Die Truppe besteht aus lauter Alphamännchen und muss sich erst zusammenraufen. Schon bald stoßen sie auf Schwierigkeiten, der Aufstieg ist gefährlich und dann gibt es den ersten Toten.

Das Buch wird vom Verlag als Thriller beworben. Das war mir vor dem Lesen gar nicht bewusst. Für mich war es über weite Teile aber eher eine Abenteuergeschichte mit düsterem Hintergrund und leicht paranormalen Anklängen, die aber auch dem Zustand der Hauptfigur zugeschrieben werden können. Die Thrillerelemente kommen erst zum Schluss zum Vorschein. Da wird es dann sogar sehr spannend. Da ich zu Beginn nicht wusste, dass es ein Thriller sein sollte, habe ich auch nichts vermisst. Für mich war es aber auch so sehr spannend. Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen. Das Buch liest sich flüssig und die Seiten flogen nur so dahin. Ich bin, wie ich schon sagte, ein williges Opfer für derartige Storys um masochistische Bergsteiger. Der leicht mystisch-mysteriöse Touch hat mir auch sehr gut gefallen. Er ist gut eingebettet in die Story.

Dem Autor ist ein homogener Mix aus Mystery, Thriller und psychologischer Horrorstory gelungen. Für mich war „Der Aufstieg“ kurzweilige und spannende Unterhaltung.


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Tags: mystery thriller, thriller-roman   (2)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Die Hochstapler

Sabine Durrant , Karin Dufner
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 11.12.2017
ISBN 9783328101758
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Paul Morris ist ein notorischer Lügner. Er ist charmant und gutaussehend und zehrt von einem kurzen Ruhm als Schriftsteller. Vor 20 Jahren veröffentlichte er ein Buch, das sehr erfolgreich war und mit guten Kritiken bedacht wurde. Seitdem hat er nichts Gescheites mehr zu Papier gebracht und schnorrt sich durchs Leben. Nun sieht er sich gezwungen, mit 44 Jahren wieder bei seiner Mutter einzuziehen. Da trifft er zufällig einen alten Freund wieder, der ihn zu einem Abendessen bei ihm einlädt. Dort lernt er die wohlhabende Witwe Alice kennen. Eigentlich ist sie zu alt für ihn, denn er verführt sonst nur junge Frauen. Aber aus Langeweile trifft er sich mit ihr. Dabei fällt ihm auf, dass sie durchaus Vorteile für ihn bereithält. Da sie Kinder hat, kann er immer mal bei ihr übernachten und auch Essen, was seiner prekären Situation bezüglich Wohnung und Einkommen sehr entgegenkommt. Als er erfährt, dass Alice mit ihren Kindern und Freunden den Sommer in Griechenland verbringen will, setzt er alles daran, auch eingeladen zu werden.

 

Paul ist ein charmanter und arroganter Unsympath. Er lügt bei jeder Gelegenheit, auch wenn es sich nur um Kleinigkeiten handelt. Er will immer gut dastehen, aber leider ist seine private Situation alles andere als glänzend. Er ist immer schon so durchs Leben gekommen. Dabei weiß er um seine Fehler, aber er ist so von sich überzeugt, dass er felsenfest glaubt, alle anderen mit seinem Charme und Witz zu täuschen.

 

Das Buch kommt erst langsam in Fahrt. Wir lernen erst Paul gut kennen und die Beziehung zu Alice baut sich auf. Mich hat sogleich die Sprache der Autorin begeistert. Paul ist der Ich-Erzähler, und die Art, wie er in selbstgefälligem Plauderton die Geschichte erzählt, empfand ich als sehr unterhaltsam. Er ist keine sehr sympathische Figur, aber ich fand die Erzählung sehr amüsant. Dabei habe ich aber schon bald eine unterschwellige Spannung verspürt. Wir erfahren gleich zu Anfang, dass Paul reflektiert und überlegt, wann er die ersten Anzeichen, dass etwas schief lief, hätte bemerken müssen. Unter der heißen griechischen Sonne entfaltet sich langsam eine hinterlistige und erschreckend kaltblütige Story.

 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Das lag vor allem an der Figur Paul, an der Sprache und an der düsteren Stimmung, die rund um den Lebenskünstler Paul herrscht und die er nicht bemerkt. „Die Hochstapler“ ist ein flüssig zu lesendes, unterhaltsames und kurzweiliges Buch.

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Tags: krimi   (1)
 

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57 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Die Angst schläft nie

Rachel Caine , Claudia Hahn
Flexibler Einband: 382 Seiten
Erschienen bei Edition M, 09.01.2018
ISBN 9781503900400
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gina führt das Leben einer normalen Hausfrau mit Mann und zwei Kindern bis eines Tages ein Betrunkener mit seinem Auto in ihre Garage fährt. Ihr Mann hat dort offensichtlich nicht nur seinem Hobby, dem Schreinern, gefrönt, sondern hatte auch noch eine weitere Lieblingsbeschäftigung. Sie muss erkennen, dass sie mit einem Monster verheiratet ist und es über viele Jahre nicht gemerkt hat. Wer denkt schon, dass der normale und liebenswürdige Ehemann ein Serienkiller ist und in besagter Garage Frauen quälte.

 

Nun ist Gina, die sich nun Gwen  nennt, seit Jahren auf der Flucht. Nicht vor Mel, ihrem nunmehr Ex-Mann, sondern Leuten, die einfach nicht glauben können, das sie von den furchtbaren Morden nichts wusste sondern vielmehr seine Helferin war. Gwen stand vor Gericht, wurde aber frei gesprochen. Mit Hilfe von einem anonymen Hacker beschafft sie sich neue Identitäten, denn sie muss immer mal wieder umziehen, wenn irgendwer doch ihren neuen Aufenthaltsort herausfand und sie mit Drohungen terrorisierte. Ihren Kindern macht das Leben in ständiger Alarmbereitschaft schwer zu schaffen. Sie wechseln dauernd die Schule, haben nie Freunde, dürfen nur sehr eingeschränkt ins Internet und auch die Telefonate mit der Oma müssen sehr vage gehalten werden, falls wer mithört. Derzeit ist sie in Stillhouse Lake. Dort ist es idyllisch und die Kinder beginnen sich wohlzufühlen. Sie alle möchten endlich irgendwo heimisch werden. Doch auch hier fühlt sie sich bedroht und beobachtet. Und dann wird die Leiche einer Frau im See gefunden und der Modus Operandi ist genau der von Mel.

 

Das Buch legt gleich gut los. Gina kommt nach Hause und findet eine Menschenmenge vor ihrem Haus. In ihrer Garage hängt eine furchtbar zugerichtete Frauenleiche und ihr Mann wird verhaftet. Von Gina erfahren wir nicht mehr viel, wir lernen eher ihr neues Ich, Gwen, kennen. Die ist wesentlich härter, trainierter und kämpferischer. Aber verständlicherweise auch sehr paranoid. Es ist erschreckend, sich vorzustellen, dass Menschen im Internet sich zusammenrotten und Mordphantasien über sie und ihre Kinder von sich geben. Leider verstecken sich nicht alle hinter ihren Bildschirmen. Einige schreiten auch zur Tat, was sie immer wieder leidvoll erfahren musste.

 

Es ist aber gerade diese Paranoia, die Gwen zu einem schwierigen und anstrengenden Charakter machen. Sie ist manchmal oft hysterisch und trifft im Laufe des Buches auch einige sehr dumme Entscheidungen, die ihre Situation verschlimmern. Die Story ist spannend und der Ansatz, mal aus der Sicht der Ehefrau eines Psychopathen zu schildern, ist auch interessant. Zu Anfang ist die Story noch etwas behäbig, Gwen und ihre Situation werden ausgiebig beschrieben. Zum Ende zieht die Spannung dann an.

 

„Die Angst schläft nie“ ist ein unterhaltsamer und kurzweiliger Thriller. Negativ ist mir neben der sehr anstrengenden Gwen aber vor allem der überdramatisierende Schreibstil aufgefallen. Bei Gwen ist ständig alles im Extremzustand. Ständig „zerbricht“  in ihr etwas, ihr Innerstes bricht in Stück oder alles in ihr ist aus Glas und zerbricht. Es ist alles immer hochdramatisch und am Limit. Auch die Dialoge sind oft etwas hölzern und gestelzt. Gwens Leben ist bestimmt dramatisch und hochkompliziert und sie hadert sehr mit sich, weil sie ihren Kindern so vielen Regeln auferlegen muss. Trotzdem ist mir der Schreibstil etwas zu aufgeregt. Deswegen gibt es von mir einen Stern Abzug.

 

Das Ende weist auf einen zweiten Band hin, der im Englischen auch schon angekündigt wird. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich weiterlesen werde. Das Buch hat mir gut gefallen, aber ich weiß nicht, ob ich Gwen weiterfolgen möchte. Zudem fürchte ich, dass ein weiteres Buch über sie wie eine Neuauflage dieser Geschichte werden könnte.

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Tags: serienkiller, thriller   (2)
 

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249 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 139 Rezensionen

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Hangman - Das Spiel des Mörders

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 02.01.2018
ISBN 9783548289212
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Hangman“ ist der Folgeband zu „Ragdoll“. Man kann dieses Buch lesen, ohne „Ragdoll“ zu kennen. Es ist aber sehr hilfreich, wenn man es kennt.

 

„Ragdoll“ war ein unterhaltsamer und rasanter Thriller. Er war aber auch recht oberflächlich und eindeutig auf einfache Unterhaltung aus. Er hatte einen ungewöhnlichen Plot und setzte auf Schockmomente. Genau das ist „Hangman“ auch. Für mich war dieses Buch „Ragdoll“ reloaded, sozusagen. Im Grunde passiert nicht viel anderes als im ersten Buch. Stil und Ablauf sind gleich. Der Charakter der Ermittlerin Emily Baxter wird vertieft. Sie bekommt einen neuen Sidekick. Wolf wird durch Damien Rouche ersetzt.

 

Als ich das Buch begann, musste ich erkennen, wie viel ich von „Ragdoll“ bereits wieder vergessen hatte. Weder konnte ich mich gut an Emily Baxter erinnern noch hätte ich das Ende des Buches noch gewusst. Zwar habe ich das Buch bereits im März gelesen aber ich war doch überrascht, wie wenig mir von der Handlung in Erinnerung geblieben war. Es bestätigt mein Urteil von damals, das es ein netter Thriller war ohne großen Tiefgang. Ex und hopp. Und so ist es auch mit „Hangman“. Auch hier geht es rasant voran, obwohl in der Mitte dann doch recht wenig passiert. Die Protagonisten hetzten durch die Handlung und rennen herum. Dabei treten sie ermittlungstechnisch lange auf der Stelle und haben keine Ahnung, was eigentlich los ist. Die Storyline selber ist komplex, wird aber leider wieder einmal nicht gründlich durchleuchtet. Ich fand sie, um ehrlich zu sein, etwas wirr. Ebenso hatte ich wieder das Gefühl, immer irgendetwas überlesen zu haben. Der Autor hat eine Art, durch seine Handlung und Dialoge zu hetzten, das ich oft das Gefühl hatte, etwas verpasst zu haben.

 

„Hangman“ ist solide Thrillerkost. Es hat Tempo und ist relativ blutig. Mit Damien Roche hat die sperrige Emily Baxter einen interessanten Kollegen bekommen, der aber zum Schluss doch etwas zu sehr als tragische Figur herhalten muss. Auch hier merkt man, dass dieses Buch seinen Vorgängerband stark kopiert. Man erkennt das Muster, nachdem  der Autor seine beiden Bücher aufgebaut hat.

 

„Hangman“ macht nicht viel falsch, es ist ein rasanter Thriller. Für mich persönlich leider ist er nur eine Neuauflage von „Ragdoll“. Und genau wie dieses Buch krankt es an zu wenig Tiefgang bei Handlung und Charakteren.

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Tags: thrillerreihe   (1)
 

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Dunkelschwester

Michelle Adams , Petra Knese
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.12.2017
ISBN 9783442485130
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Irini ist Anfang 30 und lebt mit ihrem Freund Antonio in London. Sie wurde als Kind zu Verwandten gegeben, da ihre Eltern sie aus Gründen, die sie nicht kennt, weggaben. Ihre ältere Schwester Elle aber durfte bei den Eltern bleiben. Irini fühlte sich nie wohl und geborgen bei den Verwandten. Zu ihren Eltern hat sie keinen Kontakt mehr, aber immer mal wieder zu ihrer Schwester. Elle tauchte immer wieder in Irinis Leben auf und immer passierte etwas, so dass ihre Verwandten mehr als einmal mit ihr wegzogen. Aber Elle ist hartnäckig und findet Irini immer wieder. Deswegen wundert sie sich auch nur geringfügig, als nach 6 Jahren Ruhe Elle offenbar mal wieder irgendwie an ihre neue Rufnummer gekommen ist und sich meldet. Doch diesmal hat es einen anderen Grund. Ihre Mutter ist gestorben. Und obwohl Irini keinerlei Bindung an sie hat und kaum Erinnerungen, ist es doch das zarte Band, das sie mit Elle verbindet, das sie dazu bringt, nach Schottland zur Beerdigung zu fahren.

 

Das Buch hat von Beginn an eine sehr düstere Stimmung. Irini ist ein schwieriger Charakter. Sie ist sehr sprunghaft in ihren Launen. Von einem Moment zum anderen schlägt ihre Stimmung um. Elle ist in ihrer Kindheit ihrer geheime Heldin gewesen. Keiner durfte wissen, wenn sie sich heimlich trafen. Denn Elle bedeutet Ärger. Sie hat eine sehr eigenwillige Art, mit Menschen umzugehen, die ihr nicht passen. So „hilft“ sie Irini z.B. mit Mitschülern, die sie mobben, auf sehr bizarre Art. Elle ist manipulativ, sprunghaft und boshaft, aber sie kann auch die Liebenswürdigkeit in Person sein. Irini treibt immer noch die Frage um, warum sie weggeben wurde, warum ihre Eltern sie nicht wollten. Das nutzt Elle aus.

 

Ich hatte etwas Schwierigkeiten, in das Buch hineinzufinden. Irini war mir nicht sehr sympathisch, obwohl ich ihre Unsicherheit verstehen konnte. Das Gefühl, von den Eltern nicht geliebt und deswegen weggegeben worden zu sein, hat sie nachhaltig geprägt. Aber es gab andere Dinge, die ich weniger verstand. Elle ist offensichtlich schwer gestört und Irini hat mehr als einmal schlimme Dinge mit ihr erlebt. Sie weiß, wozu sie fähig ist. Trotzdem lässt sie sich von ihr um den Finger wickeln. Sie kennt sie und weiß dass sie sie manipuliert und belügt. Und trotzdem rennt sie sehenden Auges in Elle‘s Fallen. Das Geheimnis, das diese Familie verbirgt, ist bestürzend, aber genau deswegen frage ich mich, warum die Eltern so handelten wie sie es taten und warum Irini so stiefkindlich aufwachsen musste. Das ist alles sehr merkwürdig und hat mich nicht so wirklich überzeugt.

 

Das Buch wird als Psychothriller beworben. Es ist aber mehr eine dunkle Familiengeschichte und die Beleuchtung einer toxischen Schwesternbeziehung. Für ein richtiges Familiendrama geht das Buch aber nicht genug in die Tiefe. Für einen Thriller ist es nicht rasant genug. Gerade in der ersten Hälfte geht es nur um die beiden Schwester  und was sie machen in den wenigen Tagen rund um die Beerdigung. Ich empfand sowohl Irini und ganz besonders Elle extrem anstrengend. Die beiden sind so sprunghaft und dauernd wechselten ihre Stimmungen. Wie man jemanden wie Elle frei rumlaufen lassen konnte, ist mir ein Rätsel. Auch das Verhalten des Vaters ließ mich nur den Kopf schütteln. Trotzdem hat das Buch einen gewissen Sog entfaltet. Ich wollte auf jeden Fall wissen, was denn nun das Geheimnis war.

 

„Dunkelschwester“ ist ein merkwürdiges Buch. Es ist ein sehr düsteres Drama mit unsympathischen Figuren, die ständig die falschen Entscheidungen treffen. Ich finde es schwierig, es zu bewerten. Ich mochte die Charaktere nicht und deswegen habe ich nicht mit ihnen mitempfinden können. Aber das Drama, das die Eltern durch ihre Entscheidungen ausgelöst habe hat mich doch berühren können. Sie dachten, die tun das richtige und wollten nur das Beste für ihre Kinder. Aber viel Schlimmeres hätten sie ihnen eigentlich nicht antun können.

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Tags: familiendrama familientragödie, psychothriler, zwei schwestern   (3)
 

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119 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 45 Rezensionen

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Der Knochensammler - Die Ernte

Fiona Cummins , Birgit Schmitz
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 23.03.2017
ISBN 9783651024991
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich weiss nicht, wo die ganzen guten Kritiken herkommen. Das Buch ist einfach nur schlecht. Unspannend, unglaubwürdig und ziemlich schlecht geschrieben. Der Schreibstil ist irgendwie schwülstig und auch die Dialoge sind sehr gestelzt. Ich fand es einfach nur schlecht. Ich werde mit Sicherheit keine weiteren Bücher der Autorin lesen und auch, was aus dem Knochenmann wird, interessiert mich nicht.

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62 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Das Mädchen im Eis

Robert Bryndza , Norbert Möllemann , Charlotte Breuer
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Penguin, 11.09.2017
ISBN 9783328100973
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der erste Band der Reihe um DCI Erika Foster ist ein solider Whodunit. Er führt seine Hauptfigur Erika ein. Nach einem sehr unglücklich verlaufenen Einsatz, bei dem auch ihr Mann ums Leben kam, fühlt sich Erika endlich wieder in der Lage, zu Arbeiten. Sie wird in London um Hilfe gebeten. Sie soll den Mord an einer jungen Frau aufklären. Ihr Vater ist ein geadelter Unternehmer und die Tat hat großes Aufsehen erregt.

 

Der Mordfall ist vertrackt genug und wir sind immer nah bei Erika und ihrer Arbeit als Polizistin. Erika reiht sich ein in die Riege der privat gebeutelten Ermittler. Der Tod ihres Mannes hat sie schwer getroffen, sie fühlt sich auch schuldig an seinem Tod und macht sich Vorwürfe, da sie den Einsatz geplant hat. Ihr Chef ist ihr zwar wohlgesonnen, aber schon gleich am ersten Arbeitstag hat sie sich nicht im Griff und so ist sie den Fall schon bald wieder los. Aber natürlich hat sie den richtigen Riecher und ermittelt mit Hilfe ihrer Kollegen auch nach ihrer Suspendierung weiter.

 

Die Figur der Erika hat mir einige Schwierigkeiten bereitet. Von Anfang an eckt sie an und auf mich wirkte sie in keiner Weise arbeitsfähig. Sie tut immer das, was sie nicht soll, sie ist unbeherrscht und impulsiv. Außerdem scheint sie mir ein großes Problem mit Arbeitsanweisungen zu haben. Befehlen liegt ihr eindeutig mehr als welche zu befolgen. Auch gut gemeinten Ratschlägen gegenüber ist sie immun. Ihre eigene Gesundheit interessiert sie sowieso nicht. Ich muss gestehen, dass ich sie extrem unsympathisch fand und ich fast hoffte, dass ihr gehässiger Kollege Recht behalten würde. Aber natürlich passiert das nicht.

 

„Das Mädchen im Eis“ ist ein solider Krimi. Die Spannung ist nicht übermässig, aber die kurzen Kapitel haben mich dazu verführt, immer noch ein Kapitel mehr zu lesen. Das Buch liest sich locker weg. Am Schluss überschlagen sich die Dinge dann ein wenig und es kommt zu einem sehr rasch abgehandelten Ende. Wer der Täter war, konnte man im letzten Drittel schon erahnen.

 

Wer gerne Krimis über Ermittler und Polizeiarbeit liest, wird hier gut bedient. Die Serie um Erika Foster ist in England ja sehr beliebt. Ich persönlich bin kein Freund von Serienermittlern. Ich lese lieber Stand-Alones. Zudem war mir Erika nicht sehr sympathisch. Aber das ist mein persönlicher Geschmack, denn im Grunde ist an diesem Buch nichts verkehrt.


3,5 Sterne

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Tags: englischer thriller, neue krimireihe   (2)
 

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150 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 63 Rezensionen

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Ein Gentleman in Moskau

Amor Towles , Susanne Höbel
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783471351468
Genre: Romane

Rezension:

Ich gehöre leider zur Minderheit, wenn es um dieses Buch geht. Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, da ich Towles‘ „Eine Frage der Höflichkeit“ einfach nur wunderbar fand. Leider leider konnte ich mit diesem Buch so gar nichts anfangen. Ich habe mich regelrecht durchgequält.

 

Es ist eine recht behäbige wenn auch wunderschön geschriebene Geschichte eines adligen Russen, der zu Hausarrest in einem Luxushotel verurteilt wird. Dort verbringt er sein halbes Leben. Doch die Welt steht nicht still, sie kommt zu ihm und er wird sogar unverhofft Ziehvater einer Tochter. Russland geht durch seine jüngere Geschichte und der Graf lebt ein beschauliches Leben im Hotel. Amor Towles kann schreiben, keine Frage. Aber hier vermisse ich einfach eine stringente Geschichte. Es werden Episoden aneinandergereiht. Die Figuren entwickeln sich nicht weiter, sie sind so wie sie sind. Sie sind durchweg sympathisch, Graf Alexander ist anbetungswürdig und fast zu gut für diese Welt. Aber ein kleiner Spannungsbogen hätte dieser Geschichte, die ich kaum so nennen mag, da einfach keine wirkliche Entwicklung einer Story passiert, gut getan. Es plätschert auf hohem Niveau dahin und ich muss gestehen, dass ich mich ein wenig gequält habe. Weite Stellen, besonders die um die russischen Funktionäre, habe ich überflogen. Das Buch ist viel zu umfangreich und gefüllt mit Nichtigkeiten. Ja, es ist wunderbar geschrieben und stilistisch von feiner Eleganz, aber das hat mich trotzdem Substanz in der Geschichte vermissen lassen. Ich finde, hier wird großzügig und eloquent übertüncht, dass nur eine kleine triviale Geschichte erzählt wird. Liebe und Freundschaft werden auch in anderen Büchern  behandelt, das ist keine Novität und auch hier nicht ungewöhnlich behandelt. Ich empfand es eher so, das gerade der schöne Schreibstil die Story zu etwas adeln soll, was sie nicht ist.

 

Da die meisten Leser hingerissen sind von dem Buch, wird meine negative Einschätzung dieses Buches nicht sehr ins Gewicht fallen. Ich hätte das Buch gerne gemocht, aber für mich ist es mehr Schein als Sein. Ich habe mich leider gelangweilt  und schwanke zwischen 2 und 2,5 Sternen. Da ich denke, dass es an mir liegt, dass das Buch seinen Zweck nicht erfüllt hat, runde ich auf 3 Sterne auf. Aber persönlich war dieses Buch für mich eine Enttäuschung.

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Tags: belletristi, russische geschichte   (2)
 

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73 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

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Niemand verschwindet einfach so

Catherine Lacey , Bettina Abarbanell
Fester Einband: 266 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.08.2017
ISBN 9783351036805
Genre: Romane

Rezension:

Was für ein schwieriges Buch. Aber es hat mich auch an daran erinnert, das Lesen auch bedeutet, in den Kopf und in die Gedankenwelt eines anderen Menschen Einblick zu erhalten. Und das tut man hier zur Genüge.

 

Elyria beschließt für sich, ihren Mann zu verlassen. Aber eigentlich nicht nur ihren Mann, sondern ihr Leben und am liebsten auch sich selber. Auf die wage Einladung eines Menschen, den sie auf einer Party traf, fliegt sie von New York nach Neuseeland. Dort schlägt sie sich irgendwie  zu diesem Ort vor, an dem besagter Mensch lebt. Ihm aber ist sie nach einer Weile zu traurig, denn er kann die Traurigkeit anderer Leute nicht tolerieren. Wahrscheinlich ist sie ihm nur lästig. Ein Besuch, der nicht gehen will, wird irgendwann unangenehm.

 

Das Buch hat wenig Handlung oder gar Narrative. Wir erleben die Dinge durch Elyrias Sicht. Wir sind in ihrem Kopf. Sie will flüchten. Es gibt bei ihr Anzeichen einer Depression oder evtl. sogar einer psychischen Erkrankung, aber das werden wir nie genau herausfinden, denn unsere Sicht ist die durch ihre Augen. Sie will fliehen vor all den Gedanken und Entscheidungen. Vor einigen Jahren verlor sie ihre Adoptivschwester durch Selbstmord  Eigentlich stand sie ihr nicht nahe, sagt Elyria jedenfalls. Aber langfristig hat sie der Tod ihrer Schwester nachhaltig geprägt. Durch diesen Tod hat sie ihren Mann kennengelernt, den sie nur „Ehemann“ nennt. Er war einer der letzten Menschen, die ihre Schwester lebend gesehen haben. So ist ihr gutes Leben in New York dadurch geprägt worden, das ihre Schwester sich umgebracht hat.

 

In Neuseeland lässt sich Elyria treiben. Sie trifft einige merkwürdige Menschen. Während sie per Anhalter reist, halten immer wieder Frauen an, um sie mitzunehmen und sie gleichzeitig vor den Gefahren zu warnen, die dieses Art des Reisens mit sich bringt. Aber Elyria ist es egal. Fast hatte ich das Gefühl, dass sie die Gefahr sucht. Sie schläft in Scheunen und am Strand. Sie ist sich immer bewusst, dass sie als alleinreisende Frau damit ein Risiko eingeht. Aber es ist ihr egal. Sie tut es einfach trotzdem. Sie wirkt losgelöst von der Realität. Alles, was die anderen Menschen, die sie trifft, tun, berührt sie nur am Rande. Sie will vor allem flüchten, aber vor sich selber und ihrer Gedankenwelt kann sie nicht flüchten. Ihre Gedanken drehen und wenden sich, verästeln sich. Ihr Kopf gibt keine Ruhe und lässt sie nicht zur Ruhe kommen.

 

Im ersten Drittel fand ich Elyrias Gedankenwelt amüsant und interessant. Voller anderer Sichtweisen auf die Dinge, so wie ich sie habe. Dann empfand ich es als zunehmend anstrengend, ihren kreisenden Gedanken zu folgen. Auch ihre Starrköpfigkeit war anstrengend. Sie weiß eigentlich, wie sie sich verhalten sollte, was sie tun und sagen sollte. Aber sie handelt komplett anders. Das tut sie im Guten wie im Schlechten. Ihr „inneres Biest“ gibt keine Ruhe. Dieses Biest war für mich ein deutliches Anzeichen, dass Elyria ein psychisches Problem hat. Bezeichnend ist auch, dass sie das Biest erkennt und trotzdem nichts dagegen tun kann oder will. Das Ende ist dann genau wie der Beginn, einfach mittendrin. Es gibt keinen wirklichen Schluss, keine Erlösung. Elyria entlässt uns aus ihrer Gedankenwelt genau so plötzlich, wie sie uns hineingelassen hat.

 

Dies ist auf jeden Fall eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Hier gab es keine wirkliche Geschichte, sondern wir wurden in die schwierige Gedankenwelt einer Frau hineinversetzt. Catherine Lacey hat ein ungewöhnliches, unglaublich gut geschriebenes und komplexes Buch geschrieben, das aber mit Sicherheit sich nicht für jeden erschließt. Es hat sich auch in weiten Teilen mir nicht erschlossen, aber seine Andersartigkeit im Denken, seien ungewöhnlichen Gedankengänge werden mir in Erinnerung bleiben.

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Schläfst du noch?

Kathleen Barber , Maria Zettner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.08.2017
ISBN 9783453422087
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Schläfst du noch“ ist ein relativ vorhersehbarer Psychokrimi mit etwas anstrengenden Hauptfiguren. Davon abgesehen ist er aber durchaus unterhaltsam und gut durchdacht.

 

Die Zwillinge Lanie und Josie haben sich schon vor Jahren entfremdet. Grund war die Ermordung ihres Vaters durch den Nachbarsjungen. Ihre Mutter, vorher schon labil, verlor durch diese schreckliche Tat vollends den Halt, verließ ihre Töchter und schloss sich einem Kult an. Lanie verarbeitete diese Erlebnisse nicht besonders gut. Sie wurde zu einem rebellischen Teenager, der sich auf Drogen und Alkohol einließ. Josie wollte lieber die Artige sein, aber nach einem Vertrauensbruch von Lanie reiste sie Jahrelang um die Welt. Bis sie Caleb kennenlernte. Mit ihm führt sie eine stabile Beziehung in New York. Leider hat sie ihm nie die Wahrheit über ihre Familie erzählt.

 

Eines Tages erfährt Josie von einem Podcast, der den Mordfall ihres Vaters behandelt. Eine junge Journalistin denkt, dass der Nachbarsjunge vielleicht nicht der Täter war. Es gab viele Ungereimtheiten damals beim Prozess. Josie entwickelt eine Paranoia und denkt, jeder sieht ihr sofort an, das dieser Podcast, über den alle reden, von ihrer Familie handelt. Dann erfährt sie vom Selbstmord ihrer Mutter. Daraufhin macht sie sich zum ersten Mal seit 10 Jahren auf in ihre Heimatstadt.

 

Die Story ist durchaus interessant. Einer Familie passierte eine Tragödie. Während der eine Zwilling irgendwie damit versuchte, klar zu kommen, driftete der andere völlig ab. Etwas Persönliches entfremdet die Zwillinge. Josie findet ihr Glück, obwohl ihr Partner nicht die Wahrheit kennt über ihre Familie. Dann passieren zwei Dinge: Dieser Podcast, der auf einmal in aller Munde ist und der Selbstmord ihrer Mutter, die jeden Kontakt zu ihren Töchtern abgebrochen hatte.

 

Die beiden Mädchen haben trotz aller Tragik irgendwie ihr Leben gemeistert. Da werfen diese beiden Ereignisse alles über den Haufen. Das liest sich recht flüssig und ist auch durchaus interessant. Für mich war der anstrengende Aspekt beim Lesen die Figur von Josie. Sie ist der Hauptcharakter. Aber sie ist eine Drama-Queen. Ihr Lügen ihrem langjährigen Freund gegenüber, ihre dramatischen Reaktionen sind anstrengend zu lesen. Aber auch ihre Schwester Lanie ist nicht besser. Die beiden sind einfach furchtbar anstrengend als Charaktere und reagieren immer extrem. Da wird sich bei jedem Anlass übergeben, tagelang nicht geschlafen. Die beiden haben extrem schlimme Sachen erlebt, aber als Buchcharaktere fand ich sie sehr schwierig und auch unsympathisch. Für mich als Leser waren sie einfach over-the-top. Weder ihre anderen Verwandten, ihre Tante z.B, die ja auch ihre Schwester verlor, sind so extrem bei allem wie diese beiden Mädchen. Josie stellt sich z.B. einige Fragen tatsächlich erst nach 10 Jahren Abstand und unter den erschwerten Voraussetzungen.

 

Mir hätte das Buch besser gefallen, wenn die Zwillinge nicht so extreme Charaktere gewesen wären. Ihren Befindlichkeiten wird für meinen Geschmack viel zu viel Raum gewährt. Sie reagieren sehr extrem (ich überstrapaziere dieses Wort aber es passte einfach zu gut) und das steht dauernd im Vordergrund und drückt die eigentliche Story in den Hintergrund. Das hat mich etwas gestört und mein Lesevergnügen beeinträchtigt.

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Giants - Zorn der Götter

Sylvain Neuvel , Marcel Häußler
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.05.2017
ISBN 9783453534803
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Dies ist der zweite Band der Giants-Reihe von Sylvain Neuvel. Es ist unverzichtbar, vorher das erste Buch zu lesen. Ansonsten verstehe man nicht, worum es geht.

 

Es geht auch gleich umstandslos weiter in der Geschichte. Der Stil bleibt der gleiche. Erzählt wird in Form von Transkripten. Meistens telefonieren die Figuren nur untereinander und müssen deswegen immer genau beschreiben, was sie tun bzw. sehen. Das ist manchmal etwas anstrengend und unnatürlich. Die Kapitel heißen wieder Files und sind nicht fortlaufend nummeriert. Es werden immer mal Nummern ausgelassen. Das suggeriert, dass es noch mehr Berichte gibt. Die Handlung wird zügig vorangetrieben. Plötzlich taucht ein weiterer Roboter mitten in London auf. Zuerst steht er nur ruhig da und keiner weiß so recht, mit der Situation umzugehen. Soll man ihn angreifen? Aber wenn ja, womit? Als er endlich reagiert, wird halb London ausgelöscht. Und dann tauchen weitere Roboter auf. Überall auf der Welt stehen plötzlich in den bevölkerungsreichsten Städten  gigantische Roboter. Da die Außerirdischen keinen Kontakt aufnehmen, steht das Team und Dr. Rose Franklin vor einem Rätsel.

 

Das Buch ist trotz seines Aufbaus sehr actionlastig und spannend. Die Handlung wird zügig vorangetrieben und es gibt einige Entwicklungen und Überraschungen. Das Ende könnte ein Abschluss sein, aber der Autor hat sich ein kleines Hintertürchen offen gelassen. Ich dachte eigentlich auch, es würde sich um eine Trilogie handeln. Von dem ersten Buch war ich schwer begeistert und habe mich sehr auf den Folgeband gefreut. Er hat  mich handlungstechnisch auch überzeugt. Etwas anstrengend fand ich nach einer Weile den Stil, wie ich schon oben erwähnte. Dadurch, dass es keine wirkliche Narrative gibt, wird alles nur in wörtlicher Rede oder in Form von Briefen oder Tagebüchern erzählt. Situationen müssen von den Figuren beschrieben werden, das ist vor allem während der Dialoge oft sehr merkwürdig. Dafür gibt es immer mal einen feinen Humor und manche Gespräche sind sehr unterhaltsam. Zum Schluss wird mir auch manches ein wenig zu oft nochmal durchgekaut und eine recht spät auftauchende neue Figur hat mich ein wenig genervt. Aber mir hat gefallen, wie die Geschichte weiterentwickelt wurde. Ich las kürzlich ein anderes Buch, einen mittleren Teil einer Trilogie, der nicht so effektiv an der Storyentwicklung arbeitete. Es war mehr so ein typischen mittleres Buch, das einen spannenden Anfang mit dem Ende verbinden soll. Das ist hier zum Glück nicht der Fall. Aber ich bin mir auch nicht sicher, ob es ein oder mehrere Bücher zu dem Thema geben wird.

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Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst.

Paula Hawkins , Christoph Göhler
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 24.05.2017
ISBN 9783764505233
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach dem sensationellen Erfolg, den das erste Buch der Autorin „Girl On The Train“ erfahren hat, waren natürlich alle auf das nächste Buch der Autorin gespannt. Ich bin ziemlich beeindruckt, das die Autorin nicht in ihre eigene Falle getappt ist und etwas Ähnliches geschrieben hat. Denn dieses Buch ist ganz anders. Es ist weniger Mainstream, erst recht nicht anbiedernd. Paula Hawkins hat ihren Erfolg offenbar dazu benutzt, ihren eigenen, eigenwilligen Stil weiter zu entwickeln. Das ist schon einmal ziemlich bemerkenswert.

 

Über den Inhalt möchte ich gar nicht so viel sagen. Das sollte man einfach auf sich zukommen lassen als Leser. Aber so viel sei doch gesagt: es gibt einen Haufen Figuren, aus deren Sichtweise man die Story sieht. Das fand ich eine geraume Weile sehr verwirrend. Wer war Erin nochmal? Oder Nicky? Aber der Wechsel hat auch seinen Reiz. Zu Anfang sieht man die Dinge durch mehrere Augen und somit die Figuren aus anderen Blickwinkeln. Schon schnell ist klar, dass hier jeder Geheimnisse und ein gewisses Problempotential hat. Im Verlauf der Geschichte lernt man langsam all die Namen, aus deren Sicht man einen Blick auf die Handlung wirft. Die Autorin entwirft hier ein sehr düsteres Bild einer englischen Kleinstadt. Hier wird viel unter den Teppich gekehrt. Der unglückselige Fluss mit seinem Selbstmordpool ist fast eine eigenständige Figur. Eine sehr dunkle und düstere Stimmung schwebt über der ganzen Story. Lebenslügen und Geheimnisse prägen die Charaktere. Eine selbsterfüllende Prophezeiung lässt offenbar einige Frauen, die in dem Ort lebten, ihren Tod in diesem Fluss finden. Die Zurückgebliebenen  suchen nach Erklärungen, aber dabei betrügen sie sich selber. Erinnerungen sind trügerisch und oft nicht wahr oder einfach nur subjektiv. Mit diesem Thema spielt Paula Hawkins auf sehr glaubwürdige Weise.

 

„Into the Water“ ist ein sperriges Buch. Es hat viele Erzähler, die alle etwas verbergen oder einfach nur ihre Version der Geschichte erzählen. Ich bin mir nicht sicher, ob alle Leser, die „Girl on The Train“ gut fanden, auch dieses Buch mögen würden. Denn die Autorin bedient offenbar bewusst nicht die Erwartungshaltungen. Das finde ich schon mal ziemlich cool. Dieses Buch ist noch wesentlich ungeschmeidiger als ihr erstes. Hawkins ist eine frische Stimme im Thriller-Genre, die sehr eigenwillig erzählt und einen sehr individuellen Schreibstil hat. Dieses Buch ist düster, unbequem und etwas schwierig. Es hält einiges in der Hinterhand  und löst nicht alles auf. Es hat ausschließlich unsympathische Figuren, die auch nicht unbedingt logisch, dafür aber sehr menschlich, agieren. Ich empfinde großen Respekt für Hawkins‘ eigenwilligen Schreibstil. Sie entwickelt ihre Story konsequent ungeschmeidig. Ich bin nicht in jedem Punkt mit ihr konform. Ihre Figuren tun doch oft Dinge, die sie anderen als negativ ankreiden. Sie sind sozusagen konsequent inkonsequent.  Auch wenn ich dadurch das Lesen als etwas anstrengend empfand, ist es doch gleichzeitig faszinierend gewesen. Auch die Story besticht durch ihre Düsterheit. Ein durch und durch ungewöhnliches Buch, das weitab vom Mainstream ist und einen als  Leser etwas fordert. Es ist kein Pageturner und keine Easy-Read, dafür bleiben die Figuren und die Story umso länger haften. Ein ungewöhnliches Leseerlebnis.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

dystopie

Skitter

Ezekiel Boone
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Gollancz, 27.04.2017
ISBN 9781473215221
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dies ist das zweite Buch in der Spinnen-Apokalypse, die auf 3 Bücher angelegt ist. Es folgt dem gleichen Strickmuster wie das erste Buch. Auch hier gibt es einen Haufen Charaktere. Wir sehen die Hauptfiguren aus dem ersten Teil wieder und sehen, wie es ihnen weiter ergeht. Dazu gibt es aber auch wieder jede Menge Nebenfiguren, die oft  nur in einem Kapitel auftauchen aber, genau wie im ersten Buch, einen vollständigen Hintergrund bekommen. Das hat mich schon im ersten Buch etwas gestört und tut es hier noch mehr. Was passiert ist eigentlich nicht so unspannend, aber sich erst jedes Mal durch 2-3 Seiten Infos zu lesen, die man eigentlich gar nicht braucht. Das nimmt viel Schwung aus der Geschichte, so dass sie für mich nie so wirklich harmonisch und spannend wurde. Es dauert eine geraume Weile, bis das Ganze dann doch leidlich spannend wird. Im letzten Drittel gibt es dann ein paar Entwicklungen, die auf den Cliffhanger zum Ende zusteuern und auf das letzte Buch neugierig machen sollen. Das klappt auch soweit, denn schließlich will man ja wissen, wie diese Gruselspinnen besiegt werden.

 

Ich denke, das Buch leidet unter dem typischen Mittleres-Buch-Syndrom. Es ist die Verbindung zwischen dem neugierig machenden ersten Buch und dem abschließenden letzten. Es liefert weitere Infos, ein wenig Weiterentwicklung, hat aber ansonsten keinen weiteren Anspruch. Ich finde das schade. Ich denke, es wäre besser gewesen, die Story auf ein Buch, mit vielleicht ein wenig mehr Seiten, zu beschränken. Das Buch macht seine Sache trotzdem recht gut, ich habe mich zwar ein bisschen gelangweilt und hätte mir ein wenig Straffung oder mehr neue Dinge gewünscht. So aber bin ich weiter gespannt auf das Ende der Trilogie.

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psychologischer thriller, serienkiller, suspense

The Killer On The Wall

Emma Kavanagh
E-Buch Text: 368 Seiten
Erschienen bei Cornerstone Digital, 20.04.2017
ISBN 9781473535602
Genre: Sonstiges

Rezension:

Eines Morgens rennt die Tochter des Polizeichefs einer kleinen Gemeinde im Norden  Englands den Hadrians Wall entlang und stößt auf 4 Leichen und einen schwerverletzten Jungen. Von dem Tag an ist nichts mehr wie es vorher war für alle Beteiligten.

 

20 Jahre später ist das Mädchen eine erwachsene Frau und forensische Psychologin. Sie untersucht die Gehirne von Serientätern. Endlich ist es soweit, sie wird das Gehirn von dem verurteilten Täter, der für die Morde in ihrem Ort verantwortlich war, untersuchen. Ihr Vater, der ihn überführte, kam dadurch zu Ruhm und Ehre. Er ist der große Eric Bell, der den Killer on the Wall überführte.  Verheiratet ist Isla mit Ramsey, dem einzigen Überlebenden der Morde. Doch plötzlich gehen die Morde wieder los. Wie kann das sein, sitzt der Täter doch seit 20 Jahren in Haft. Gibt es einen Nachahmungstäter? Oder gab es gar einen zweiten KiIler, einen Gehilfen, der nun wieder anfängt.

 

„The Killer on the Wall“ ist ein düsterer Krimi. Alle, die mit dem Fall zu tun haben, sind in irgendeiner Weise traumatisiert. Isla hat sich auf diesen Moment, den Täter zu untersuchen, 20 Jahre lang vorbereitet. Sie will wissen, was diesen Menschen dazu trieb, diese Taten zu begehen, ihren Mann halb tot zu schlagen und einfach liegenzulassen. Als nun die Morde wieder beginnen, gerät alles was sie bisher glaubte zu wissen, aus dem Lot. Das ist recht eindrucksvoll geschildert. Aber trotzdem passiert über weite Strecken nicht viel in dem Buch. Mina, eine junge Polizistin, die sich vor kurzer Zeit aus privaten Gründen in den Norden Englands versetzen ließ, ist eine weitere Figur, aus deren Sicht wir die Geschichte erzählt bekommen. Sie repräsentiert die Seite der Polizei. Durch sie sind wir Zeuge, wie sie die Untersuchungen von damals noch einmal durchleuchtet. Das ist leidlich spannend. Wie gesagt, in weiten Teilen des Buches passiert nicht viel. Erst zum Ende zieht die Spannung an, wenn dann plötzlich Wendung um Wendung passiert und man von einem Verdächtigen zum Nächsten verwiesen wird.

 

Insgesamt ist die Story gut angelegt und auch originell. Zwar ist die Idee, das ein einem kleinen Ort, in dem jeder jeden kennt, eine Mordserie passiert, nicht ganz so neu, aber doch sind die Gegebenheiten und Charaktere ungewöhnlich genug. Leider ist es über weite Teile nicht wirklich spannend. Dies ist mein zweites Buch von dieser Autorin und ich hatte schon bei dem anderen Buch meine Schwierigkeiten mit ihrem Schreibstil. Irgendwie liegt mir ihre Art des Erzählens nicht. Sie schreibt sehr distanziert, kühl, baut Wiederholungen und viele Fragesätze ein. Ich habe mich zwischendurch dabei ertappt, das ich gedanklich abgedriftet bin während des Lesens. Irgendwie hat es mich diesmal auch nicht wirklich gepackt. Die Autorin kann mich nicht so ganz begeistern, ihr Stil liegt mir irgendwie nicht. Aber da das ein persönliches Problem ist, würde ich niemandem von dem Buch abraten. Es ist durchaus interessant und gut konzipiert, konnte mich persönlich aber in der Umsetzung nicht ganz überzeugen.

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suspense

The Perfect Stranger

Megan Miranda
E-Buch Text: 353 Seiten
Erschienen bei Corvus, 16.05.2017
ISBN 9781786492890
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dies ist mein zweites Buch von Megan Miranda. „All The Missing Girls“ war eins der ungewöhnlich aufgebauten Bücher, die ich je gelesen habe. So war ich sehr gespannt auf ihr nächstes Buch. Dieses ist total anders, gradlinig erzählt. Aber es hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.

 

Die ehemalige Reporterin Leah steht vor den Trümmern ihrer Karriere. Sie hat eine Story geschrieben, die nach hinten losging. Was genau es damit auf sich hat, erfahren wir nach und nach. Da kommt ihr die spontane Idee einer zufällig wiedergefunden Freundin gerade, recht, die Stadt gemeinsam zu verlassen und ins ländliche Pennsylvania zu ziehen. Leah und Emmy kennen sich seit Jahren. D.h. eigentlich haben sie einmal einige Monate zusammengelebt, sich dann 8 Jahre nicht gesehen um sich jetzt plötzlich in einer Bar wieder zu begegnen. Leah fühlte sich immer ganz besonders verbunden mit Emmy. Sie schien sie als einzige wirklich zu verstehen.

 

In diesem kleinen Ort im amerikanischen Hinterland arbeitet Leah nun als Lehrerin. Dort scheinen einige Menschen den Versuch zu starten, neu anzufangen. Als plötzlich eine junge Frau erschlagen aufgefunden wird und ein anderer Toter aus einem See gefischt wird, geraten die Dinge etwas aus dem Lot in der kleinen Stadt. Leah fühlt sich gestalkt von jemanden und Emmy ist verschwunden. Als sie das der Polizei meldet, muss sie erkennen, wie wenig sie von Emmy weiß. Denn eine Emmy Grey gibt es nicht.

 

Die Autorin hat eine düstere und komplexe Story geschrieben. Immer mal gibt es Rückblenden. Die Charaktere, vor allem Leah mit ihren trotzigen Alleingängen, sind nicht sehr sympathisch. Aber das störte mich nicht besonders. Mir gefiel der langsame Aufbau, die allmählich steigende Spannung. Alle Personen sind irgendwie undurchsichtig und nicht vertrauenswürdig. Leah selber ist eine sehr undurchsichtige Person und nach und nach muss sie lernen, dass alle um sie herum das ebenfalls sind.  Mir persönlich hat auch das Ende gefallen.

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