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79 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

tijan, zwischen uns die sehnsucht, young adult, liebesroman, roman

Zwischen uns die Sehnsucht

Tijan , , Nikolas Schmidt
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 02.01.2018
ISBN 9783956497681
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: leserunde, paperback, roman, tijan   (4)
 

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(15)

23 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

vater, familie, mareike nieberding, suhrkamp nova, berlin

Ach, Papa

Mareike Nieberding
Flexibler Einband: 187 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 15.01.2018
ISBN 9783518468128
Genre: Biografien

Rezension:  
Tags: mareike nieberding, paperback, sachbuch, vampirische leserunden   (4)
 

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

koma, beziehung, geschichte, leserunde, dragnic

Einatmen, Ausatmen

Natasa Dragnic
Fester Einband: 220 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 08.08.2017
ISBN 9783869137193
Genre: Romane

Rezension:

Ein Krankenhaus in Hudson, New York. Giorgia liegt nach einem Autounfall im Koma. Unerwartet begegnen sich am Krankenbett der bekannten Jazz-Sängerin drei Männer: Ben, der Drummer ihrer Band und ihr Lebensgefährte. Überrascht wird er in der Klinik von Konrad, ihrem Ehemann, der sie nach acht Jahren zum ersten Mal wiedersieht. Als wäre das nicht genug, erscheint kurz darauf Césco, Brückenbauer, Saxofonspieler und Giorgias virtueller Liebhaber. Nach langem Ringen hat er seine Frau verlassen und ist zu Giorgia geeilt. Sie wussten nicht voneinander, die drei Männer, doch notgedrungen nähern sie sich an. 

‚Einatmen, Ausatmen‘ ist mein erstes Buch der Autorin Nataša Dragnić. Der Schreibstil ist prinzipiell gut und flüssig zu lesen. Er wandelt sich mit den Perspektiven der unterschiedlichen Charaktere, was das Geschriebene authentischer erscheinen lässt. Generell mag ich es, wenn die Charaktere sich auch sprachlich voneinander unterscheiden.Die Charaktere, aus deren Perspektive die Handlung geschildert wird sind Giorgia und ‚ihre 3 Männer‘. Die Charakterdarstellungen konnten mich leider nicht überzeugen, mir ist nicht eine Person sympathisch geworden. Auch wenn die drei Männer allesamt unterschiedliche Hintergründe und Charaktere haben sind sie alle sehr selbstbezogen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass es ihnen groß um Giorgia als Menschen ging, sondern eher darum sich selbst zu beweisen, dass sie einen von ihnen wählen würde. Emotionen gibt es reichlich – allem voran Wut und Trauer, darüber, dass Giorgia jeden von ihnen auf die ein oder andere Art verlassen hat. Die Charakterdarstellungen haben mich insgesamt verwirrt - sie sind größtenteils sehr oberflächlich geblieben, auch wenn sie alle ein gutes Potential gehabt hätten ein wenig tiefer zu gehen. Ich hatte den Eindruck, dass es immer nur um 'ich, ich ich' ging - wer ist der tollere Hecht, wer darf Giorgia 'behalten'. Schade.Die Abschnitte mit Giorgias Perspektive sind in einem sehr rastlosen und unruhigem Schreibstil verfasst. Über Seiten gibt es weder Punkt noch Komma, es sind eher aneinandergereihte Satzfragmente, die in einem großen Strudel unterzugehen scheinen. An sich gefällt mir dieses Stilmittel sehr gut – es hat mich als Leser gut in Giorgias Zustand versetzt. Leider war es mir insgesamt zu viel des Guten. Vier Seiten ohne Punkt und Komma, mit vielen Wiederholungen machen keinen Spaß mehr. Auch hier Schade, denn diese Art die verworrenen Gedanken darzustellen ist an sich sehr authentisch. Der Handlungsstrang war für mich eher ermüdend, ich habe keine großartige Entwicklung wahrnehmen können. Die drei Männer sind am Ende des Buches nicht weiter als zu Beginn – sie sitzen nur ein wenig tiefer in ihrem Selbstmitleid. Auch wenn man einiges über die jeweiligen Hintergründe und Beziehungen erfährt, bleibt die Gegenwart seltsam fern. Das Ende passt für mich zum Gesamteindruck des Buches: verwirrend.  

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Tags: hardcover, leserunde, natasa dragnic, roman   (4)
 

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(86)

159 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 76 Rezensionen

selbstmord, jugendbuch, tod, liebe, peter bognanni

Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente

Peter Bognanni , Anja Hansen-Schmidt
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 29.01.2018
ISBN 9783446258631
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Getroffen haben sich Tess und Jonah nur ein einziges Mal. Obwohl sie sieben Monate zusammen waren. In dieser Zeit haben sie alles miteinander geteilt per Chat, Facebook, Tweets, haben sich herzzerreißende E-Mails geschrieben, ihr Innerstes preisgegeben, sich gegenseitig ihre Liebe erklärt. Und trotzdem hat Tess es nicht kommen sehen: Jonahs Selbstmord. Doch Tess sendet weiter Nachrichten an Jonah, ihre erste Liebe. Es ist ihre Art, die Trauer zu verarbeiten. Und eines Tages erhält sie tatsächlich Antwort … 


‚Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente‘ ist ein Jugendbuch von Peter Bognanni. Der Schreibstil des Autors ist sehr eingängig und flüssig zu lesen. Die Sprache ist an das Zielpublikum angepasst, sie ist recht modern und direkt – somit recht authentisch.Protagonistin Tess ist in meinen Augen ein typischer Teenager: etwas ambivalent, frech und in angemessener Portion stur. Sie war mir gleich sympathisch und ich habe sie gern durch das Buch begleitet. Die Nebencharaktere sind alle durch Tess‘ Sichtweise dargestellt, sie sind dadurch weniger deutlich charakterisiert und blieben für mich immer ein wenig verschwommen. Dennoch konnte ich mir von allen wichtigen Personen ein ausreichendes Bild machen, insgesamt wirken alle Charaktere authentisch.Die Handlung hat mich positiv überrascht. Sie geht durchaus kritisch mit dem Umgang mit den Momenten nach dem Tod auseinander. Insgesamt war die Spannung mäßig, die Handlung ist teilweise eher vor sich hingeplätschert, als das nennenswerte Dinge geschehen wären. Dennoch ergab für mich alles ein rundes Bild, das im Gesamten voll und ganz überzeugen kann. Die angesprochenen Themen werden sensibel und doch geradeaus behandelt.Insgesamt konnte mich ‚Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente‘ überzeugen - es ist ein tiefgehendes Jugendbuch, das sich sehr gut lesen lässt.

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Tags: hardcover, peter bognanni, vorablesen, ya   (4)
 

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(17)

25 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

roman, berlin, neuseeland, usa, israel

Liv

Kevin Kuhn
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 01.09.2017
ISBN 9783827012722
Genre: Romane

Rezension:

Der junge Franz streift mit seiner Clique durch das überbordende Berlin der 1920er Jahre und ist hin- und hergerissen zwischen den ungeahnten Möglichkeiten und den Gefahren einer Stadt im Rausch. Liv reist wie viele junge Israeli durch die Welt. Sie hat ihren Militärdienst allerdings nicht bereits absolviert, sondern flieht vor ihm – und einem unerträglichen Gefühl der Enge – ins Ausland. Während ihrer Reise erobert sie einen neuen Kontinent: Sie wird zu einer Social-Media-Ikone, deren Posts viele Tausende lesen. Zwischen Liv und Franz liegen beinahe 100 Jahre, aber sie gehen wie Geschwister durch dieselbe Welt. Beide suchen nach einer Perspektive abseits der Euphorie ihrer Epochen, nach Autarkie in der Masse.

Wie bereits der Klappentext andeutet, ist das Buch in zwei Erzählstränge geteilt. Der Schreibstil unterscheidet sich in diesen Strängen nur wenig voneinander, er ist insgesamt recht flüssig zu lesen.Die zwei Hauptcharaktere konnte ich nicht ganz fassen – Franz dabei schon noch eher als Liv. Beide blieben mir die gesamte Länge des Buches über fremd und nicht greifbar. Die Handlung strotzt nur so vor detaillierter Beschreibungen der Erlebnisse und bleibt dennoch seltsam unnahbar. Eine komische Mischung, die für mich sehr unangenehm zu lesen war.Livs Leben ist in meinen Augen von einer unendlich großen Naivität geprägt und einer Resistenz gegenüber dem Lernen aus Fehlern. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich als Charakter nur wenig entwickelt, sich eher treiben lässt und dabei kein bisschen über die Konsequenzen ihrer Handlungen nachdenkt. Sie wirkte auf mich sehr unreif und ich konnte mich (bis auf die Affinität zum Smartphone) nicht mit ihr identifizieren.Franz‘ Leben ist ähnlich kurios, auch er lässt sich treiben. Seinen Erzählstrang konnte ich jedoch mehr greifen. Doch auch hier blieb die Greifbarkeit für mich im Hintergrund, die Geschehnisse wirkten durchaus abstrakt. Es gibt durchaus parallelen im Leben der zwei, die Quintessenz ist ähnlich. Dennoch wurde mir dies erst nach dem Lesen klar – während des Lesens war ich vorrangig verwirrt. Für dieses Buch braucht es definitiv Zeit und Ruhe, um die Botschaft zu verstehen. Insgesamt schwirren mir immer noch viele Fragen im Kopf herum…

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Tags: hardcover, kevin kuhn, leserunde, roman   (4)
 

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606 Bibliotheken, 24 Leser, 1 Gruppe, 150 Rezensionen

bienen, bienensterben, roman, natur, zukunft

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: hardcover, maja lunde, roman   (3)
 

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

leserunde, peter barlach, paperback, roman

Caroline hat einen Plan

Peter Barlach , Ulla Ackermann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 01.12.2017
ISBN 9783959671521
Genre: Romane

Rezension:

Caroline hat genug von ihrem Job an der Frischetheke eines großen Supermarkts. Viel lieber möchte sie eine Tapas-Bar in Stockholm eröffnen. Aber sie hat kein Geld – dafür hat sie einen Plan: Gemeinsam mit ihrem Kollegen und ihrem charmanten kleinkriminellen Vater will sie einen Fleischtransporter klauen. Der Erlös der Beute soll ihr Startkapital sein. Doch dann lernt sie den Fahrer des Transporters kennen, und es ist um Caroline geschehen.  Natürlich ist das kein Grund, den Plan zu  ändern … 

Der Schreibstil des Autors ist sehr lässig und dadurch schnell und flüssig zu lesen. Ausschweifende Beschreibungen sind hier weniger zu finden, dafür klare und direkte Ansagen. Protagonistin Caroline konnte sich gleich zu Beginn einige Sympathiepunkte einheimsen, die mit Verlauf der Geschichte leider abhandengekommen sind. Diese Charakterentwicklung hat mich überrascht. Caroline hat Ecken und Kanten und ist eigentlich gar nicht das nette und vernünftige Mädchen, das sie in den ersten Kapiteln zu sein scheint. Die Nebencharaktere waren ausreichen porträtiert, ich konnte mir von allen ein einigermaßen gutes Bild machen. Scheinbar wurde allerdings nicht sehr viel Zeit in die Charakterdarstellungen dieser gesteckt.Die Handlung hatte ihre Höhen und Tiefen, konnte mich jedoch insgesamt ganz gut unterhalten. Einige Szenen haben mich komplett verwirrt und ergaben für mich im Gesamtbild keinerlei Relevanz. Andere Szenen waren hingegen recht emotional oder freudig und überraschend. Das Ende lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Auch wenn das Ende tatsächlich sehr überraschend kam, hinterlässt es einen bitteren Nachgeschmack.  

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Tags: leserunde, paperback, peter barlach, roman   (4)
 

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126 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

prag, liebe, winter, trauer, neuanfang

Wintersterne

Isabelle Broom , Uta Rupprecht
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.10.2017
ISBN 9783453359109
Genre: Liebesromane

Rezension:

Eine Reise ins magische, verschneite Prag: Für Megan, Hope und Sophie ist das die perfekte Gelegenheit, um vor ihren Problemen wegzulaufen. Sie lernen sich in einer Hotelbar kennen, und obwohl die drei Frauen völlig unterschiedlich sind, verstehen sie sich auf Anhieb. Gemeinschaftliche Streifzüge durch die winterlich verzauberte Stadt konfrontieren sie mit ihrer Vergangenheit und führen sie zu besonderen Begegnungen. Und vor allem zu sich selbst.

‚Wintersterne‘ ist der zweite Roman der Autorin Isabelle Broom und mein erstes Buch von dieser. Der Schreibstil der Autorin lässt sich angenehm lesen, er ist bildlich und trägt die Emotionen gut. Die Beschreibungen von Prag haben vor meinem inneren Auge ein fantastisches Kopfkino entstehen lassen. Durch die Handlung führen abwechselnd die Perspektiven von Hope, Megan und Sophie. Jede Protagonistin unterscheidet sich auch sprachlich von den anderen, so dass auch stilistisch recht schnell klar wird, an welcher Perspektive der Leser teilnimmt.Die drei Protagonistinnen waren alle solide charakterisiert, teilweise für mich jedoch ein wenig schwammig gewesen. Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin vor allem bei Hope und Sophie ein wenig mehr ins Detail gegangen wäre. Dennoch konnte ich mir zu allen Personen, auch den Nebencharakteren, ein ausreichendes Bild machen. Als authentisch habe ich alle Akteure empfunden.Die Handlung konnte mich nur bedingt mitnehmen. Der Beginn des Buches war für mich ein wenig holprig. Der ausschweifende Genuss von Alkohol, der sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch zieht, ist vielleicht repräsentativ für die britische Urlaubskultur, für mich wirkte es jedoch eher befremdlich und ich musste mich erst daran gewöhnen. Das erste Drittel des Buches baut Spannung auf, man lernt die Charaktere und ihre persönlichen Geschichten kennen. Der Mittelteil verliert dann viel Spannung, ich habe ich als eher nichtssagend und langwierig empfunden. Es lohnt sich aber, am Ball zu bleiben, im letzten Drittel blüht die Geschichte auf, die Handlung bekommt ihren Schwung zurück und ist insgesamt schön rührig.Insgesamt konnte mich ‚Wintersterne‘ nur bedingt begeistern. Es ist ein schönes, kurzweiliges Buch für zwischendurch, das zwischendrin leider ein wenig die Luft verliert.

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Tags: isabelle broom, leserunde, paperback, roman   (4)
 

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217 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 116 Rezensionen

liebe, isabelle ronin, du bist mein feuer, wattpad, feuer

Du bist mein Feuer

Isabelle Ronin , Sabine Schilasky
Flexibler Einband: 752 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 09.10.2017
ISBN 9783956497728
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Ein Blick auf die sinnlich tanzende Fremde im roten Kleid, und Caleb weiß: Er muss sie haben. Ein Zufall führt dazu, dass er Veronica Unterschlupf gewährt. Sie sieht in ihm nur den Sohn reicher Eltern, der nicht zu ihr, dem Mädchen aus schwierigen Verhältnissen, passt. Aber der verwöhnte Bad Boy will mit ihr etwas Echtes, Tiefes. Schnell merkt er, dass Veronica nicht leicht zu erobern ist: Sie vertraut nichts und niemandem. Aber Caleb ist bereit, die Schatten ihrer Vergangenheit zu vertreiben und jedes Hindernis, das sie trennt, zu überwinden. Auch wenn alle sagen, dass Veronica sein Ruin sein wird … 

Die Handlung wird aus zwei Perspektiven erzählt: der von Caleb und der von Veronica. Einzelne Abschnitte sind aus außenstehenden Perspektiven geschildert, ich vermute, um dem Leser den jeweiligen Charakter näher zu bringen. Die beiden Protagonisten C und V sind beide sehr ausführlich charakterisiert, ich konnte mir ein gutes Bild machen. Auch die Nebencharaktere sind angemessen und facettenreich dargestellt.Für mich waren viele Teile der Handlung vorhersehbar und fast schon zu sehr dem Klischee entsprechend. Vor allem die erste Hälfte des Buches war für mich frustrierend, denn wenn die beiden Protagonisten einfach ein ruhiges Gespräch miteinander geführt hätten, wären die ersten 200+ Seiten unnötig gewesen. Diesen Teil habe ich auch als unnötig in die Länge gezogen empfunden. Die zweite Hälfte des Buches hat mir dann schon wesentlich besser gefallen. Hier geht es nicht mehr um das ewige Hin-und-Her, es kommt wirklich eine nennenswerte Handlung zustande, die phasenweise sogar recht spannend ist.Ich habe von vornherein eine eher seichte Geschichte erwartet und wurde darin voll und ganz bestätigt. Auch wenn die Klischeebank voll bedient wird und vieles vorhersehbar ist, hatte ich doch einige entspannte Stunden mit dem Buch.

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Tags: isabelle ronin, paperback, roman   (3)
 

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

vikings, bildband, historisch, wikinger, serie

The World of Vikings

Justin Pollard , Diana Bürgel , Michael Hirst
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Zauberfeder Verlag, 20.11.2015
ISBN 9783938922910
Genre: Sachbücher

Rezension:

‚The World of Vikings‘ von Justin Pollard umfasst 160 Seiten voller spannender Hintergrundinformationen zur Erfolgsserie ‚Vikings‘. Das Buch fühlt sich sehr wertig an, die Aufmachung lehnt sich an ein altes, holzgebundenes Buch an. 

Das Buch gliedert sich grob in drei Teile: Skandinavien, England und Frankreich. In diesen Teilen werden alle wichtigen historischen Hintergründe in verschiedenen Kapiteln erläutert und mit viel Bildmaterial aus der Serie untermalt. Schön fand ich, dass die wichtigsten Seriencharaktere mit ihrer tatsächlich überlieferten Geschichte vorgestellt werden und auch der Cast dazu interviewt wurde.

Die einzelnen Kapitel sind sehr informativ gestaltet und umfassen viele Details der Serie und deren Anlehnung an die tatsächliche nordische Mythologie. Auch die Überlegungen zum Set waren super spannend zu lesen.

Alles in Allem kann ich ‚The World of Vikings‘ jeden Serienfan, der sich für die Hintergründe der Serie interessiert, wärmstens empfehlen. Als ich dieses Buch gelesen habe, war ich am Anfang der dritten Serienstaffel und wurde bei einigen Dingen gespoilert. Wer die Serie schaut und zusätzliche Informationen durch dieses Buch haben möchte OHNE gespoilert zu werden, sollte die ersten drei Staffeln bereits komplett gesehen haben.

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Tags: hardcover, justin pollard, leserunde, sachbuch   (4)
 

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52 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

fantasy, leserunde, marie brennan, verlag crosscult, paperback

Lady Trents Memoiren 1

Marie Brennan , Andrea Blendl
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Cross Cult, 06.11.2017
ISBN 9783959815031
Genre: Fantasy

Rezension:

Lady Trent ist die herausragendste und erfolgreichste Drachenforscherin der Welt. Einst war sie ein junges Mädchen, vernarrt in Bücher und lernbegierig, das den erstickenden Konventionen ihrer Zeit trotzte und ihren guten Ruf, ihre Zukunft und ihre zarte Haut aufs Spiel setzte, um ihre wissenschaftliche Neugier zu befriedigen. Nun endlich liegt die wahre Geschichte dieser beispiellosen Pionierin vor. In ihren eigenen Worten berichtet Lady Trent über ihre aufregende Expedition in die Berge von Vystrana, wo sie die erste von vielen historischen Entdeckungen machte, die sie und die Welt für immer verändern sollten.

‚Lady Trents Memoiren: Die Naturgeschichte der Drachen‘ ist der erste Teil der Memoiren, geschrieben von der Autorin Marie Brennan. Der Schreibstil ist für mich sehr eingängig zu lesen gewesen. Er ist unaufgeregt und entspannt aber auch zu einem ausreichenden Maß beschreibend. Protagonistin Isabella (Lady Trent) spricht den Leser direkt an, so entsteht eine Vertrautheit und lockere Atmosphäre.Inhaltlich hat mir das Buch den Inhalt gegeben, den ich erwartet habe. Als Auftakt der Memoiren sind in diesem Buch eher die Beschreibungen der Anfänge Lady Trents Drachenfaszination geschildert. Dementsprechend steht das tatsächliche Vorkommen von Drachen oder die Beschreibungen von Begegnungen mit diesen nicht im Vordergrund. Die Memoiren beziehen sich in diesem Buch auf eine sehr junge Isabella. Daher konnte ich gut nachvollziehen, dass einigen Inhalten von Gesprächen und geschichtlichen Hintergründen weniger Aufmerksamkeit gewidmet wurde, wie zum Beispiel ein erzwungener Waschgang im Eiskalten Bach oder ausführlichen Beschreibungen eindrucksvoller Ruinen.Für mir hat ‚Lady Trents Memoiren: Die Naturgeschichte der Drachen‘ einen soliden und interessanten Grundstein für die Reihe gelegt – ich bin auf die weiteren Ereignisse im Leben von Lady Trent gespannt!

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Tags: fantasy, leserunde, marie brennan, paperback   (4)
 

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154 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 108 Rezensionen

colorado, roman, kent haruf, amerikanische kleinstadt, kleinstadt

Lied der Weite

Kent Haruf , Rudolf Hermstein
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070170
Genre: Romane

Rezension:

Victoria, siebzehn und schwanger, wird von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt. Da überredet ihre Lehrerin Maggie die Brüder McPheron, zwei alte Viehzüchter, das Mädchen bei sich aufzunehmen. Ein erst widerwilliger Akt der Güte, der das Leben von sieben Menschen in der Kleinstadt Holt in Colorado umkrempelt und verwandelt. 

Der Schreibstil des Autors ist sehr geradlinig und direkt. Vor Gefühl triefende Beschreibungen findet man in den Büchern von Kent Haruf eher nicht. Die Sätze sind eher kurz gehalten und verlieren sich fast nie in ausschweifenden Ausführungen. Ich persönlich mag diese etwas kargere Art zu schreiben sehr und konnte mich daher sehr schnell mit dem doch eher ungewöhnlichen Schreibstil anfreunden. Die wörtliche Rede ist nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet, so dass mir hier die Orientierung etwas schwer viel, ich konnte mich daran jedoch auch gut gewöhnen. Die Kapitel sind aus unterschiedlichen Sichtweisen verfasst, es kommen alle relevante Charaktere zu Wort und somit erlebt der Leser die Geschichte in einem umfassenden Blickwinkel. Zunächst war mir nicht recht klar, wie die Leben der sieben Menschen alle zusammenhängen, mit Verlauf der Handlung haben sich diese aber deutlich miteinander verwoben.Die Charakterdarstellung geht nicht über das nötige Mindestmaß hinaus, ich konnte mir von allen Personen jedoch ein gutes und deutliches Bild machen.Der Autor hat es geschafft, sich einem schwierigen Thema sensibel zu nähern und auf beeindruckende und nachhaltige Weise in diesem Roman festzuhalten.

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Tags: kent haruf, paperback, roman, vorablesen   (4)
 

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21 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

leserunde, afroscifi, zukunft, paperback, phönix

Das Buch des Phönix

Nnedi Okorafor , Claudia Kern
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Cross Cult, 02.10.2017
ISBN 9783959814935
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Sie selbst nennt sich Phoenix und ist ein genetisches Experiment. Mit nicht mehr als zwei Lebensjahren verfügt Phoenix über den Körper und den Verstand einer Erwachsenen – und über Kräfte jenseits aller Vorstellungskraft. Eines Tages jedoch beschließt sie, nach Antworten zu suchen und bricht aus dem mysteriösen Turm 7, ihrem Zuhause, aus, um zu erkennen, dass dieser keine Zuflucht war, sondern ein Gefängnis.

Der Schreibstil der Autorin ist eher geradlinig und direkt, er konnte mich jedoch gut mitziehen. Auch wenn ein Tick mehr Emotionalität der Sache gut getan hätte, waren Handlung und Sprache eine angenehme Einheit.
Protagonistin Phönix hat mich ein wenig ambivalent zurückgelassen, ihre Handlungen und Einstellungen konnte ich nicht immer nachvollziehen. Dennoch habe ich sie als sehr interessante Protagonistin erlebt, durch deren Sichtweise eine spannende Story zu entdecken galt. Sie ist gut und facettenreich charakterisiert und auch die Nebencharaktere wirken, so weit es in einem Sci-Fi Roman möglich ist, realitätsnah und authentisch. 
Die Handlung an sich hat mir gut gefallen, sie wirkt auch nach dem Lesen noch auf den Leser. Mir konnten nicht alle aufgekommenen Fragen beantwortet werden und allgemein hatte ich das Gefühl, dass die Handlung stellenweise ein wenig zu sehr voran getrieben wurde. Ein wenig mehr Gelassenheit und somit vielleicht auch 10-20 Seiten mehr hätten dem Ganzen keinen Abbruch getan. In dem Buch befinden sich viele Andeutungen auf die afrikanische Kultur, ein Aspekt, den ich nicht erwartet habe und der mich positiv überrascht hat. 

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Tags: fantasy, leserunde, nnedi okorafor, paperback   (4)
 

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30 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

schlaganfall, freundschaft, liebe, roman, leben

Kirchberg

Verena Boos
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 15.09.2017
ISBN 9783351036904
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: hardcover, leserunde, roman, verena boos   (4)
 

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(282)

573 Bibliotheken, 24 Leser, 3 Gruppen, 148 Rezensionen

john green, schlaft gut, ihr fiesen gedanken, freundschaft, johngreen, gedankenspirale

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

John Green , Sophie Zeitz
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 10.11.2017
ISBN 9783446259034
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sie hat genug mit ihren eigenen Sorgen und Ängsten zu kämpfen, die ihre Gedankenwelt zwanghaft beherrschen. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht.

Den neuen Roman von John Green habe ich mit größter Spannung erwartet. Ich habe bereits einige Bücher von ihm gelesen und war von jedem begeistert – meine Erwartungen waren dementsprechend hoch. Der Schreibstil passt super zu einem Jugendbuch, er ist flüssig und modern. Die Sprache passt zu den Charakteren und wirkt sehr authentisch. Protagonistin Aza ist mir von Beginn an sympathisch gewesen. Sie ist gut charakterisiert und wirkt auf mich sehr lebensnah. Ihre Zwangsstörung steht im Fokus des Buches und der Autor hat es geschafft die Symptomatik ohne zu übertreiben und Dinge ins Lächerliche zu ziehen zu beschreiben. Ich empfinde den Blickwinkel der betroffenen Person als sehr realistisch. Auch die Nebencharaktere sind gut dargestellt – ich konnte mir zu jeder Person ein ausreichendes Bild machen und mir die Szenen allesamt gut vorstellen.Der Plot über die Suche nach Pickett gerät ein wenig in den Hintergrund, ich habe den Umgang mit der Zwangsstörung als vordergründiger empfunden. Das tut der Sache jedoch keinen Abbruch, denn der Autor konnte mich auch damit begeistern.‚Schlaft gut ihr fiesen Gedanken‘ ist für mich ein grandioses neues Buch von John Green, mit dem er aufs neue gezeigt hat, dass seine Jugendbücher schwierige Themen einfühlsam aufnehmen können.

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Tags: hardcover, john green, roman, vorablesen, ya   (5)
 

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51 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

finnland, krimi, gewalt, familienmorde, misshandlung

Die Stunde des Wolfs

Simo Hiltunen , Peter Uhlmann
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 06.11.2017
ISBN 9783352009044
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es ist mehr als eine Schlagzeile: Ein Polizist ermordet seine Familie und schließlich sich selbst. Lauri Kivi, ein Reporter, der sich auf Verbrechen spezialisiert hat, ist entsetzt. Zu Gewalt hat er eine besondere Einstellung – in seiner Jugend wurde er von seinem Vater so misshandelt, dass er auf einem Ohr taub ist. Je mehr er recherchiert, desto genauer erkennt er ein Muster. Jemand scheint hinter diesen Morden zu stecken und sie den Familienvätern in die Schuhe zu schieben. Da ihm niemand glaubt, versucht Lauri, den Täter zu provozieren, um selbst ins Fadenkreuz zu geraten. Doch der Mörder nimmt jemand anderen ins Visier: das Mädchen Aava, Lauris heimliche Tochter. 

Der Spannungsaufbau war eher mäßig. Das Buch beginnt mit einem packenden Prolog, lässt dann allerdings schnell nach und wird im mittigen Teil nochmals spannend. Das Ende habe ich persönlich als eher unglaubwürdig und nicht realistisch gesehen. Trotzdem wir es auch hier nochmals spannend. Ich würde ‚Die Stunde des Wolfs‘ eher als Psychothriller einordnen, als als Kriminalroman, denn die eigentlichen Knackpunkte lagen in der Psyche der handelnden Personen.Protagonist Lauri Kivi ist eine Figur, mit der ich erst einmal warm werden musste. Er ist ein Reporter mit Ecken und Kanten, der durch seine Kindheit zwei Seiten in sich trägt. Er war mir dennoch sympathisch und ich konnte mich gut auf ihn einstellen. Die Charakterisierung der Nebencharaktere ist eher dürftig, ich hatte nur von wenigen Personen ausreichend Informationen, um mir ein ausreichendes Bild von ihnen machen zu können. Zuweilen sind auch die Handlungen für mich unglaubwürdig.Der Sprachstil des Buches hat mir jedoch gut gefallen. Er ist eher karg und direkt, was für mich gut zum Setting passt. Schön finde ich, dass bei der Übersetzung auf sprachliche ‚Besonderheiten‘ im Finnischen geachtet wurden, und das verbreitete ‚du‘ in der Anrede übernommen wurde. Somit war es zumindest sprachlich sehr authentisch.Insgesamt konnte mich das Buch nicht vollends packen. Das Konzept ist vielversprechend, konnte jedoch nicht auf vollem Potential umgesetzt werden. Das Hauptmanko sind für mich die teils unrealistischen Handlungen, die eher mäßige Spannung und das enttäuschende Ende.

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Tags: krimi, leserunde, paperback, simo hiltunen   (4)
 

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65 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

alkohol, linda winterberg, verlust, einsamkeit, erste liebe

Unsere Tage am Ende des Sees

Linda Winterberg
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 06.11.2017
ISBN 9783746633541
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nach fünfundzwanzig Jahren der Trennung steht Hanna plötzlich zum ersten Mal wieder ihrer Mutter gegenüber. Damals sah Hanna keinen anderen Ausweg, als von ihrem Zuhause fortzugehen – und ließ damit auch Alexander zurück, ihre erste große Liebe. Einen Sommer lang trafen sie sich Tag für Tag auf dem Steg am Ende des Sees. Ihre Flucht ermöglichte Hanna ein neues Leben, doch Alex hat sie nie vergessen. Und nun findet sie heraus, dass auch er nicht aufgehört hat, an sie zu denken ... 
Die Geschichte um Hanna wird im Wechsel auf zwei zeitlichen Ebenen erzählt. Diese Abwechslung hat mir gut gefallen, so hat man immer mehr Informationen zum Entstehen der Situation bekommen und gleichzeitig miterleben können, wie Hanna und ihre Mutter sich annähern.Ich persönlich fand es jedoch ein wenig unglaubwürdig, dass Hanna nach so langer Zeit der Funkstille und nach den Geschehnissen der Vergangenheit ohne einen negativen Gedanken zurück kommt und die Beziehung der beiden ab dem ersten Wiedersehen so ist, als wäre nie etwas gewesen.Hanna ist eine sympathische Protagonistin, die ich größtenteils als authentisch und realitätsnah empfunden habe. Die Nebencharaktere sind für mein Empfinden eher mäßig porträtiert, ich hatte von diesen eher eine schwammige Vorstellung. Der Schreibstil ist jedoch flüssig und konnte mich sofort in die Handlung hinein ziehen. Die Emotionen werden adäquat und ohne übertrieben zu sein dargestellt.Das Ende des Buches habe ich persönlich jedoch als sehr abrupt und hastig erlebt. Mir sind viele Fragen offen geblieben und ich hätte mir noch ein, zwei Kapitel mehr gewünscht.Insgesamt hat mir ‚Unsere Tage am Ende des Sees‘ gut gefallen, hundertprozentig überzeugen konnte es mich jedoch nicht.

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Tags: leserunde, linda winterberg, paperback, roman   (4)
 

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juli zeh, dystopie, roman, leere herzen, braunschweig

Leere Herzen

Juli Zeh
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 13.11.2017
ISBN 9783630875231
Genre: Romane

Rezension:

Sie sind desillusioniert und pragmatisch, und wohl gerade deshalb haben sie sich ‎erfolgreich in der Gesellschaft eingerichtet: Britta Söldner und ihr Geschäftspartner Babak Hamwi. Sie haben sich damit abgefunden, wie die Welt beschaffen ist, und wollen nicht länger verantwortlich sein für das, was schief läuft. Stattdessen haben sie gemeinsam eine kleine Firma aufgezogen, "Die Brücke", die sie beide reich gemacht hat. Was genau hinter der "Brücke" steckt, weiß glücklicherweise niemand so genau. Denn hinter der Fassade ihrer unscheinbaren Büroräume betreiben Britta und Babak ein lukratives Geschäft mit dem Tod. Als die "Brücke " unliebsame Konkurrenz zu bekommen droht, setzt Britta alles daran, die unbekannten Trittbrettfahrer auszuschalten. Doch sie hat ihre Gegner unterschätzt. Bald sind nicht nur Brittas und Babaks Firma, sondern auch beider Leben in Gefahr...
‚Leere Herzen‘ ist der neuste Thriller der Autorin Juli Zeh. Ich habe vorab schon einige Bücher der Autorin gelesen und finde, dass sie ihrem Stil treu bleiben konnte. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und eher neutral in den Beschreibungen. Diese sprachliche Neutralität spiegelt das Klima des Buches gut wieder, das zwar angespannt ist, jedoch gleichzeitig einen gewissen Pragmatismus inne hat.Die Charaktere finde ich gut gelungen. Britta ist eine durchaus realistische Protagonistin, auch Babak ist authentisch. Insgesamt finde ich die Charakterdarstellungen vielschichtig und lebensnah – ich konnte mich bis zu einem gewissen Punkt gut in die Denkweisen und Ansichten einfühlen und die Handlungen nachvollziehen. Der Spannungsbogen ist zu Beginn sehr stark, der Leser erfährt zunächst nicht, wobei es sich mit der ‚Brücke‘ handelt. Zwischenzeitlich hat die Spannung für mich jedoch etwas abgenommen, dann wieder aufgebaut und schlussendlich wieder abgenommen. Die Handlung an sich hat mir gut gefallen. Sie spielt in der nahen Zukunft und kann durchaus als dystopisch bezeichnet werden. Kritische Bewertungen der Gesellschaft und deren Werten ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch. Alles in allem habe ich ‚Leere Herzen‘ gern gelesen, habe jedoch in Anbetracht der vorigen Bücher der Autorin etwas mehr erwartet. Es ist ein solides Buch, das jedoch nicht zu den Besten der Autorin zählt.

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Tags: hardcover, juli zeh, roman, vorablesen   (4)
 

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bronx, gerry hadden, adoption, alles wird unsichtbar, roman

Alles wird unsichtbar

Gerry Hadden , Stefanie Jacobs , Simone Jakob
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.10.2017
ISBN 9783492058803
Genre: Romane

Rezension:

Milano wächst in der Bronx der Siebziger auf. Als Adoptivsohn afro-kubanischer Eltern ist er der einzige spanischsprechende, bongospielende, fünfjährige Weiße weit und breit. Er ist anders als die Nachbarskinder, aber er ist glücklich. Bis zum Tag des Autounfalls. Er erwacht im Krankenhaus und sein linker Arm ist unsichtbar geworden. Was Phantomschmerzen sind, begreift er erst nach und nach: als seine Mutter stirbt. Als sein Vater ihn wie Luft behandelt. Als er alles verliert, was ihm je wichtig war…


‚Alles wird unsichtbar‘ ist das erste Buch, dass ich von Gerry Hadden gelesen habe. Der Schreibstil konnte mich schon zu Beginn des Buches für sich einnehmen. Einige Sätze und Worte sind in Spanisch und nicht übersetzt. Auch wenn ich kein Spanisch verstehe, hatte ich keine Probleme den Sinn dieser Passagen zu verstehen. Der Kontext erklärt vieles und ich habe mich beim Lesen somit nicht eingeschränkt gefühlt.
Milo ist ein angenehmer Protagonist, er war mir relativ rasch sympathisch. Seine Erlebnisse sind sehr authentisch dargestellt und die Verbindung seiner Vergangenheit zu den Erlebnissen der Gegenwart ist für mein Empfinden auf den Punkt gebracht. Die Handlung springt zwischen verschiedenen Zeiten hin und her – Milos Zeit im Gefängnis, seiner Kindheit und der Zeit im College. Die einzelnen Ebenen sind nicht chronologisch angeordnet. Einige Darstellungen waren für mich etwas zu überzogen, komischerweise haben diese gerade dadurch gut in das Gesamtkonzept des Buches gepasst.
Das Ende hat das Buch für mich perfekt abgerundet. Insgesamt ist das Buch für mich eine runde Sache – die Lebensgeschichte von Milo ist komplett authentisch und ich konnte mich voll und ganz auf seine Gefühlsebene einlassen.

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Tags: gerry hadden, hardcover, leserunde, roman   (4)
 

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roman, christoph höhtker, frauen, vorsätze, das jahr der frauen

Das Jahr der Frauen

Christoph Höhtker
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Weissbooks, 07.08.2017
ISBN 9783863371180
Genre: Romane

Rezension:

Was ist zu tun, wenn man von allem endgültig genug hat, der Therapeut aber dennoch Vorsätze für das neue Jahr hören möchte? Frank Stremmer, Anfang vierzig, ausgebrannter deutscher Expat in Diensten einer illustren internationalen Genfer Organisation, rafft sich zu einem letzten Kraftakt auf: Zwölf Frauen in zwölf Monaten! Ohne Geld, ohne Versprechungen, ohne Perspektiven. Was als Witz, als müde Provokation gegenüber seinem Psychologen beginnt, entwickelt sich schon bald zur fixen Idee. Immer verbissener verfolgt der PR-Mann sein »Projekt«, immer grotesker werden seine Annäherungsversuche. Denn am Ende, so hat Stremmer es sich vorgenommen, soll nichts Geringeres stehen als: Die Erlösung. Zwölf Frauen in zwölf Monaten bedeuten für ihn die »Legitimation« zum Freitod.


Das Konzept des Buches hat mich sehr neugierig gemacht, der Klappentext verspricht einen erfrischenden und interessanten Roman mit ungewöhnlichem Protagonisten. Diesen Erwartungen meinerseits konnte das Buch nicht gerecht werden.
Frank Stremmer als Protagonist ist eine Wucht, mit der ich zu Beginn des Romans (und auch in der Mitte oder zum Ende hin) nicht gut umgehen konnte. Er ist miesepetrig, scheinbar allem gegenüber negativ eingestellt und hat einen abwertenden Umgang gegenüber seinen Mitmenschen. Zeitweise konnte ich einige Sympathien für ihn aufbringen, die auf der nächsten Seite jedoch wieder zunichte gemacht wurden. Er ist sicher kein Protagonist, mit dem ich mich in irgendeiner Art und Weise identifizieren kann. Hinzu kommt, dass ich oft Probleme hatte seinen Ausführungen zu folgen, seine Gedanken gingen vom Hundertsten ins Tausendste und oftmals musste ich lange Passagen wiederholt lesen um dem Verlauf einigermaßen folgen zu können.
Diese Abschweifungen sind für mich sehr repräsentativ für das Buch. Es gibt sie oft und ausgiebig und mir scheint, als wäre die eigentliche Story eher eine Abschweifung von den Abschweifungen… Der Schreibstil an sich liest sich gut, man kann einen gewissen Witz erkennen. Der Authentizität halber sind viele Passagen in Englisch gehalten, was das Lesen für mich persönlich nicht erschwert hat. Diese stilistische Nutzung konnte die verquere Handlung jedoch auch nicht mehr ins rechte Licht rücken.
Die Handlung, sofern ich sie verfolgen konnte, ist eher verworren. Nicht nur durch die Abschweifungen, auch weil der Fokus auf die geplanten 12 Frauen in 1 Monaten von Monat zu Monat mehr verschwindet und auf das Arbeitsleben Stremmers richtet. Ein Arbeitsleben, das unglaublich undurchsichtig und verworren und für mich einfach nur nicht zu überblicken war. Auch das Ende des Buches machte meine Verwirrung komplett.
Insgesamt lässt mich der Roman sehr ratlos zurück. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ein Schlüsselelement verpasst und die Message einfach nicht verstanden habe. Ich werde aus dem Buch nicht schlau und hatte somit schon nach dem ersten Drittel keinen Spaß mehr bei der Lektüre.

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Tags: christoph höhtker, hardcover, leserunde, roman   (4)
 

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krimi, berlin, havelland, profiler, strichermilieu

Dunkel Land

Roxann Hill
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 13.11.2017
ISBN 9783959671385
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gut Wuthenow, ein altehrwürdiges Anwesen im Havelland; hier soll sich Verena Hofer die nächsten drei Monate um den Neffen der Hausherrin kümmern. Überrascht stellt sie fest, dass ihr Schützling der geniale wie arrogante Dr. Carl von Wuthenow ist. Der Kriminalist wurde erst kürzlich angeschossen und leidet seitdem unter Störungen des Kurzzeitgedächtnisses. Carl lehnt den Plan seiner Tante strikt ab. Verena, die das Geld dringend braucht, geht einen Deal mit ihm ein: Er lässt sie ihren Job machen, sie hilft ihm bei der Ermittlungsarbeit. Und schon ihr erster Fall hat es in sich: Eine übel zugerichtete Leiche wird auf einem Berliner Bauplatz gefunden und die Spuren weisen in die rechte Szene …

‚Dunkel Land‘ ist mein erstes Buch der Autorin Roxann Hill. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, die Beschreibungen sind sehr bildlich. Zu Beginn des Buches steht ein Gedicht von Fontane, Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. Gut gefallen hat mir, dass sich dieses Gedicht wie ein roter Faden durch das Buch gezogen hat. Der Bezug von Titel zu Handlung war für mich jedoch nur schwach zu erkennen, ich mag es immer sehr, wenn diese beiden Dinge zusammen passen.Protagonistin Verena war mir zunächst sehr sympathisch, sie scheint ein wenig verplant zu sein, hat ja auch einige schwere Schicksalsschläge hinter sich. Die Schwester ist kürzlich gestorben, sie hat ihre 5-jährige Nichte aufgenommen und ihre Beziehung zerbricht darüber. Dazu kommen Geldsorgen. Verenas Gemüt lässt sich jedoch keine der Sachen anmerken, sie scheint unbeschwert und auch die ungewohnte Arbeit mit Carl scheint sie nur äußerst kurzfristig zu beschäftigen. Eine Sache, die mich sehr gestört hat, ist, dass Verena irgendwie immer ‚heile Welt‘ spielt – sie ist supernett und superzuvorkommend, dass es fast schon schleimig ist. Insgesamt empfinde ich ihren Charakter als wenig authentisch, denn tiefe Emotionen gibt es nicht. Genauso bei ihrer Nichte Amelie, die in sämtlichen Dialogen enorm altklug und viel älter als 5 Jahre wirkt. Zudem sind auch bei ihr keinerlei emotional belastende Anzeichen zu sehen: Ihre Mutter ist kürzlich verstorben, sie musste ihr gesamtes soziales Umfeld verlassen und wird von Verena häufig allein gelassen… Das alles macht ihr scheinbar nichts aus. Carl war der authentischste aller Charaktere, wenngleich auch er meist sachlich blieb.Die Handlung fängt gleich rasant mit einem Einblick in die Welt des Täters an. Der Spannungsbogen kann sich jedoch nur bedingt aufrecht erhalten, es gibt einige weniger intensive Passagen. Einige Abschnitte waren recht langatmig, der letztliche Showdown hingegen rasant. Insgesamt war die Handlung allerdings recht solide, sie konnte in mir immerhin den Wunsch erwecken, weiterzulesen und das Ende zu erfahren. Das Ende an sich ist wenig überraschend, wenn man das Buch aufmerksam liest und gern mit den Ermittlern miträtselt. Insgesamt ist ‚Dunkel Land‘ ein solider Krimi, der vor allem durch wenig authentische Protagonisten viel Potential verschenkt hat. Schade.

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Tags: ebook, krimi, leserunde, roxann hill, thriller   (5)
 

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thriller, blind, berlin, jenny aaron, blindheit

Niemals

Andreas Pflüger
Fester Einband: 475 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.10.2017
ISBN 9783518427569
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jenny Aaron ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Und sie ist blind. Man drängt sie zur Rückkehr in die geheime Sondereinheit, in der sie früher war. Es wäre wieder ein Leben aus purem Adrenalin. Doch will sie das? Als ihre Vergangenheit sie einholt, muss sie sämtliche Zweifel hinter sich lassen. In Marrakesch wartet der gefährlichste Mann der Welt auf sie. Jemand, von dem viele glauben, dass er nur ein Mythos sei. Aaron erfährt, was er ihr angetan hat. Um ihn zu töten, ist sie bereit, alles zu opfern, was ihr je etwas bedeutete.


‚Niemals‘ ist der zweite Teil der Thriller-Reihe um Polizistin Jenny Aaron. Ich habe diesen Band gelesen, ohne den ersten zu kennen und hatte keinerlei Verständnisprobleme. Wichtige Kernpunkte wurden in diesem Band nochmals aufgearbeitet, so dass ich zu keinem Punkt das Gefühl hatte, wichtige Informationen nicht zu kennen. Dennoch werde ich den ersten Band definitiv noch lesen.
Der Schreibstil ist für einen Thriller überraschend feinfühlig und emotional, er lässt sich insgesamt jedoch gut lesen und ist sehr bildlich. Die geschilderten Szenarien konnte ich mir immer gut vorstellen.
Die Protagonistin Jenny Aaron ist mir von Beginn an sympathisch. Die Handlung ist aus ihrer Perspektive geschildert, so dass man sich als Leser gut in ihre Gedanken und Handlungen einfühlen kann.
Der Handlungsaufbau ist durchgehend spannend, auch wenn es weniger ereignisreiche Kapitel gibt. Die Mischung ist dem Autor gut gelungen. Es gibt einige zeitliche Rückblenden, die eine wichtige Rolle für das Verständnis spielen. Diese Rückblenden waren für mich angenehm zu lesen und auch in ihrer Menge passend. Die Darstellung der einzelnen Einsätze habe ich als äußerst interessant und detailliert empfunden, man hat gemerkt, dass der Autor sich hier mit Experten auseinandergesetzt hat, um eine möglichst authentische Handlung zu schaffen.
Insgesamt konnte mich ‚Niemals‘ von Andreas Pflüger auf voller Linie überzeugen. Die Charaktere sind sympathisch und realistisch gestaltet und die Handlung lässt einen nicht mehr aus ihrem Bann.

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Tags: andreas pflüger, hardcover, leserunde, thriller   (4)
 

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

roman, leserunde, debüt, partnerschaft, hardcover

Metrofolklore

Patricia Hempel
Fester Einband: 207 Seiten
Erschienen bei Tropen, 09.09.2017
ISBN 9783608503814
Genre: Romane

Rezension:

»Mitte 20 muss man unglücklich verliebt sein, damit man in den Dreißigern das Liebesglück noch mehr zu schätzen weiß« – das gilt auch für lesbische Archäologiestudentinnen. Wie aber damit umgehen, wenn einem das Flattern durch Mark und Bein schießt, sobald die schöne Helene im Universitätsflur auftaucht? Eine solche Frau, ebenso makellos wie heterosexuell, kann man schließlich nicht einfach von der Seite anquatschen. 

Schon zu Beginn des Buches fällt die außergewöhnliche Sprache auf: sie ist modern, überspitzt und durchaus satirisch. Immer wieder finden sich #hashtags, die die Kapitel auflockern. Die Handlung ist aus Sicht der Protagonistin geschildert. So bekommt man als Leser einen Einblick in ihre Welt, welche sich hauptsächlich um Drogen, Alkohol und Helene dreht. Es fallen immer wieder derbe Kommentare, aber auch abstruse Vergleiche, die mich sehr zum Lachen bringen konnten. Ob mir die Protagonistin nun sympathisch ist oder nicht, konnte ich bis zum Ende des Buches nicht ganz herausfinden. Klar ist jedoch, dass ihr Lebensentwurf in überspitzer Weise an den ‚hipper‘ Mitt- bis Endzwanziger angelehnt ist, der Exzesse feiert und keine Grenzen kennt. Die gesamte Szenerie konnte mich durchaus lebensnah abholen, da ich selbst Menschen, wie die im Buch beschriebenen kenne. Die Handlung war sehr ich-zentriert, die Protagonistin macht sich nur selten Sorgen, welche Auswirkungen ihr Handeln auf andere Personen hat. Die Reaktionen der Außenwelt auf dieses Verhalten standen weniger im Fokus, die Protagonistin lebte mehr oder weniger in einer Blase… Einzig die Reaktion ihrer Freundin Anika konnte diese Blase durchdringen. Ich hätte mir mehr solcher Momente gewünscht, in denen die Blase ein wenig durcheinander gebracht wird.Insgesamt empfinde ich ‚Metrofolklore‘ von Patricia Hempel als ein sehr modernes Buch, das einen satirischen Blick auf Gruppen der modernen Gesellschaft legt. Mich konnte das Buch abholen, weil ich mich trotz der Überspitzung in die aufgezeigte Lebenswelt einfühlen konnte. 

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149 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 74 Rezensionen

liebe, münchen, geschwister, lilli beck, roman

Wie der Wind und das Meer

Lilli Beck
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.09.2017
ISBN 9783764505776
Genre: Romane

Rezension:

München, April 1945. Nach einem verheerenden Fliegerangriff irrt der elfjährige Paul mit einem Koffer durch die Trümmerlandschaft. Auf der Suche nach einem Versteck trifft er auf ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah, hat wie er ihre Familie verloren – und sieht Pauls Schwester verblüffend ähnlich. Um in der verwüsteten Stadt nicht allein zu sein und von den Behörden nicht getrennt zu werden, schließen Paul und Sarah einen Pakt: Von nun an werden sie sich als Geschwister ausgeben. Ihr Plan geht auf. Doch wie hätten sie ahnen können, dass Jahre später ihre Notlüge ihr Verhängnis werden würde – und dass sie sich würden verstecken müssen, um sich lieben zu dürfen …

‚Wie der Wind und das Meer‘ war mein erstes Buch der Autorin Lilli Beck. Ich bin von Beginn an gut in die Geschichte hinein gekommen, der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und schön bildlich. Ich konnte mir sowohl die Szenen als auch die Charaktere sehr gut vorstellen. Die beiden Hauptcharaktere Paul und Sarah/Rosalie waren mir sofort sympathisch, beide sind facettenreich und authentisch dargestellt. Schön fand ich, dass man die beiden beim Aufwachsen begleiten konnte und so auch die Entwicklung beobachten konnte. Insgesamt wurden die beiden in ihren Leben mit massig Schicksalsschlägen konfrontiert – nur selten sind sie unbeschadet davon gekommen. Für meinen Geschmack haben sich die dramatischen Wendungen ein wenig gehäuft, ich hätte den beiden in zumindest einem Lebensabschnitt etwas Ruhe gegönnt. Die Handlung hat mir gut gefallen, sie wurde überwiegend aus Pauls oder Sarahs/Rosalies Perspektive geschildert, selten auch von anderen Nebencharakteren. Dieser Wechsel der Erzählperspektive bringt eine tolle Dynamik in die Erzählung, als Leser kann man so in die Gedanken beider einsehen. Die Lebensgeschichte der Beiden ist mir, wie schon gesagt, ein wenig zu turbulent – dennoch ist sie authentisch und emotional geschildert. Die geschichtlichen Hintergründe waren sehr gut recherchiert, das gesamte Setting wirkte realistisch.Insgesamt hat mir ‚Wie der Wind und das Meer‘ gut gefallen, auch wenn ein wenig weniger Dramatik an der Wirkung des Buches sicher nichts geändert hätte. Schön fand ich, dass in der Handlung ein Bezug zum Titel hergestellt wurde. 

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

shakespeare, roman, drama, theater, m.l. rio

Das verborgene Spiel

M. L. Rio , Karin Dufner
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Penguin, 11.09.2017
ISBN 9783328100539
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Oliver Marks bekommt immer nur die Nebenrollen. Trotzdem ist der junge Schauspieler glücklich am renommierten Dellecher College, einer abgeschiedenen Welt mit flackernden Kaminfeuern und ledergebundenen Büchern. Die sieben Studenten seines Jahrgangs sind eine eingeschworene Gemeinschaft, besessen von der Schauspielerei und von Shakespeare. Die Typen, die sie auf der Bühne verkörpern, legen sie auch privat nicht ab: Mitläufer, Verführerin, Held. Der charismatische Richard gibt die unberechenbaren Tyrannen. Doch eines Tages treibt einer der Freunde tot im Collegesee. Die anderen stehen vor einer schwierigen Wahl: Sollen sie der Wahrheit ins Auge sehen oder weiter gegen sie anspielen?
‚Das verborgene Spiel‘ ist das Debüt der Autorin M. L. Rio. Der Klappentext verspricht ein Roman mit einer Portion Shakespeare und diese kam definitiv nicht zu kurz. Oft reden die sieben Studierenden des vierten Jahrgangs in Zitaten miteinander. An diese Einarbeitung der Shakespeare-Werke musste ich mich zu Beginn gewöhnen, sie Lesen sich durch ihren Stil ein wenig schwieriger.  Der Schreibstil an sich liest sich für mich jedoch sehr angenehm, er ist durchaus ein wenig anspruchsvoll, harmoniert jedoch sehr gut mit den Zitaten.Die Handlung ist in mehrere Akte eingeteilt, die Kapitel sind Szenen. Insgesamt wirkt die Handlung dadurch selbst wie ein Schauspiel. Jeder Akt beginnt mit einem Prolog, der in der Gegenwart spiet, die Szenen spielen in der Vergangenheit und zeichnen die Vorgänge im vierten Jahr wieder. Ich fand es überaus spannend, langsam mitzuerleben, wie es zum endgültigen Punkt kam, in welchem die Prologe spielen. Die Handlung war durchgängig spannend, hat immer wieder Fragen aufgeworfen, die mich am Ball gehalten und sehr zügig weiterlesen haben lassen. Die schlussendlichen Entwicklungen haben mich sehr überrascht, insgesamt ist das Ende jedoch passig zur restlichen Story.Hauptcharakter Oliver ist ein sehr vielschichtiger Protagonist, den ich jedoch bis zum Ende nicht 100%ig einschätzen konnte – genau wie alle anderen Charaktere auch. Trotz der ausführlichen Beschreibungen haftet jedem Charakter eine unnahbare und undurchdringliche Aura an, die es mir schwer gemacht hat, wirklich in die Gedankengänge der Einzelnen einzutauchen um diese zu verstehen.Insgesamt hat mir ‚Das verborgene Spiel‘ sehr gut gefallen, die Vorgänge waren für mich wenig vorhersehbar, ich wurde immer wieder aufs Neue überrascht und nach Beendigung des Buches hinterlässt es einen interessantes Nachgeschmack.

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