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51 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Sommerfrauen, Winterfrauen

Chris Kraus
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070408
Genre: Romane

Rezension:

New York, New York, was hast du da nur wieder angestellt?


Kleine Vorbemerkung: ich fand den Klappentext nicht sehr passend. Dieser Roman ist viel tiefgründiger, viel abstrakter und viel verwinkelter als der Klappentext ihn jemals beschreiben könnte. Im positiven Sinne! Also nur Mut, es wird großartiger als ihr es euch vorstellen könnt.

Der Roman hat mich etwas, nun ja, sprachlos gemacht. Ich war etwas verloren, hat er mich doch in einem Sumpf aus Gefühlen und Fragen zurückgelassen; ich kann mich immer noch nicht entscheiden ob ich dieses Buch großartig oder zum Verzweifeln finde. Einerseits haben wir da eine Sprachgewaltigkeit mit Neuschöpfungen, eine große Sogwirkung, größtes Kopfkino, skurrile Figuren, etwas komplett Neues - das Buch lässt einen nicht los. 
Andererseits ist da einfach ein großes Fragezeichen. Der Autor sagt, dass er versucht seine Romane auf Distanz zu halten - tja, das kann ich unterschreiben. Die Charaktere waren für mich so ausgelegt, dass ich keinerlei Verbindung zu ihnen aufbauen konnte. Jonas ist ein derart passiver Charakter dass er mir unglaublich fern blieb, ich kann ihn überhaupt nicht einschätzen. Seine Leidenschaft ist wohl eher das detaillierte Beschreiben, das Betrachten von Kleinigkeiten.
Man könnte es vielleicht auch einen Entwicklungsroman nennen - denn er entwickelt sich im Laufe des Romans auf jeden Fall weiter - aber es ist wohl mehr ein Prozess der Festigung seines Charakters als eine Änderung.

Wer hier ein richtiges New-Yorker-Flair der 90er Jahre bekommen möchte, den muss ich leider enttäuschen. Das ist nicht wirklich das Thema in diesem Buch - Jonas bewegt sich in sehr deutschen Kreisen.

Was mir noch aufgefallen ist - es ist ein eher reflektierter Roman, viel Action oder Handlung ist hier nicht.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich zwar sehr in dieser Welt versunken bin und es definitiv ein toller Schreibstil ist, ich mich teilweise aber auch zwingen musste, das Buch in die Hand zu nehmen. Die Lektüre war teilweise sehr anstrengend. Trotzdem würde ich es nochmal lesen, es hat sich im Großen und Ganzen gelohnt.

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34 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Der lächelnde Gott

Joseph Fink , Jeffrey Cranor , Birgit Herden
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 30.08.2018
ISBN 9783608962635
Genre: Fantasy

Rezension:

Dieses Buch hat mich wahnsinnig überrascht. Ich bin ein Neuling in der Welt von Night Vale (an dieser Stelle der Hinweis: man kann das Buch problemlos lesen, auch wenn man noch nicht den ersten Roman gelesen hat bzw. den Podcast kennt!) und wusste nicht was mich erwartet - aber ich bin hochgradig begeistert! Die Skurrilität, die Eigenwilligkeit, die Andersartigkeit hat mich in ihren Bann gezogen. In Night Vale ist nichts so, wie man es erwartet - und nichts ist selbstverständlich. Auch die Handlung dieses Romans nicht. 


Auch wenn es eine Übersetzung ist - ich fand den Schreibstil schön, mein Lob an die Übersetzerin. 

Was die Charaktere angeht, haben wir hier viele an der Zahl, die sich unmöglich in ein paar Worten zusammenfassen lassen, aber als erste wäre natürlich die Wissenschaftlerin Nilanjana zu nennen, die die Protagonistin dieses Romans ist. Als Zugezogene ist sie selbst noch eine Fremde in diesen Breitengraden (auch wenn der Einzug schon vier Jahre her ist) und wir erkunden mit ihr quasi die Wunder Night Vales. Sie war eine liebe Protagonistin, wobei mir gegen Ende hin die Eigenschaften die sie ausgemacht haben etwas zu sehr in den Hintergrund getreten sind. Als zweites haben wir Darryl, Mitglied der fröhlichen Gemeinschaft des lächelnden Gottes, den männlichen Protagonisten, der uns zusammen mit Nilanjana den leider nicht so realitätsfernen Clash zwischen Wissenschaft auf der einen und Kirche, Glauben und Religion auf der anderen Seite erleben lässt.  Anhand dieses Aspektes möchte ich auch noch auf die weiteren gesellschaftskritischen Anwandlungen dieses Romans hinweisen, die mir sehr gut gefallen haben - hier kriegt jeder irgendwann mal sein Fett weg. 

Mein einziger Kritikpunkt behandelt die Auflösung der Spannung, das Ende dieses Romans, das doch sehr einfach (und mir etwas zu un-Night-Valerianisch) war, und das für mich nicht so ganz reingepasst hat, nachdem der Roman lange Zeit darauf hinzugeführt hat war es dann doch etwas unspektakulär. Aber der Abspann danach - der hat es dann doch wieder etwas wettgemacht. Aber deswegen kann ich keinen ganzen Stern wegnehmen - dafür war für mich die Leseerfahrung zu skurril, ich habe es zu sehr genossen.

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52 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

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Ich war Diener im Hause Hobbs

Verena Rossbacher
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.08.2018
ISBN 9783462048261
Genre: Romane

Rezension:

Im Großen und Ganzen fand ich es ein tolles Buch. Warum? Es war unterhaltsam, lehrreich und ein wahrer Augenschmauss. Der Schreibstil, die Satzkonstruktion und vor allem der Humor der Autorin sind wahsinnig schön, ich habe mit großem Genuss gelesen - außerdem muss hier auch der Aufbau des Buches erwähnt werden, auch wenn ich mich erst an ihn gewöhnen musste da es keine erkennbare Chronologie gibt. 

 Aber das hat sich für mich im Nachhinein auch als große Kunst herausgestellt, denn all die Teile fügten sich zusammen im ein oder anderen Aspekt - ist es die Charakterisierung einer bestimmten Figur, die Entwicklung einer bestimmten Sache oder auch nur die lokale Verbindung. Es erfordert Anstrengung und Konzentration hier mitzukommen, aber es lohnt sich diese aufzubringen.
Dann die Figuren. Es ist eine merkwürdige Balance, die Verena Rossbacher hier schafft; einerseits bringt sie uns die Charaktere in der kleinsten Einzelheit näher, zerlegt sie vor unseren Füssen, andererseits bleiben sie merkwürdig blass, man hat das Gefühl sie nicht richtig greifen zu können, und obwohl man so viel Zeit mit ihnen verbringt bleiben sie stets ein wenig fremd. 
Ob das nun schlecht ist oder gut, ich finde, es beweist ein weiteres mal die Kunst der Autorin.
Die Handlung nimmt wohl erst in der zweiten Hälfte des Romans so richtig Schwung auf. Wo vorher noch lediglich Erinnerungen an frühere Begebenheiten standen, kommt nun richtig Schwung rein - dabei bleibt die Autorin weiterhin im Schreiben diffus, verwirrend und andeutend. Mehrmals musste ich Stellen zweimal lesen, weil sie mich entweder so überrascht haben dass ich meinen Augen nicht trauen konnte oder weil die Satzkonstruktionen so abenteuerlich waren. 
Ich muss zugeben, dass ich das Ende ein wenig an den Haaren herbeigezogen empfunden habe, aber das war nicht weiter schlimm. Es ging im Großen und Ganzen am Ende auch gar nicht mehr um die anfängliche Begebenheit. Das hat mich alles etwas überrascht, aber vom Lesegenuss hat es mich nicht abgehalten.
Insgesamt gebe ich für dieses Buch eine klare Leseempfehlung!

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160 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 105 Rezensionen

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Der Abgrund in dir

Dennis Lehane , Steffen Jacobs , Peter Torberg
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070392
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zu allererst muss ich sagen, dass der Klappentext nicht ganz dem Inhalt entspricht, das meine ich im positiven Sinne. Für mich war die erste Hälfte eher literarisch angehaucht, sehr reflektiert, wunderbar zu lesen., das kam für mich im Klappentext gar nicht rüber.

Man begleitet die Protagonistin von Geburt an und bekommt mit, was sie formt, was sie beeinflusst und warum sie so wird wie sie jetzt ist - und das nach einem Killereinstiegsprolog, der wirklich toll war.
Dabei ist mir vor allem der Schreibstil des Autors aufgefallen, der irgendwie luftig leicht ist, detailreich aber nicht zu umschreibend, immer auf den Punkt.

Der (gefühlte) zweite Teil war dann anders. Wo im ersten Teil noch der Fokus auf der Gefühlswelt der Protagonistin (und der literarischen Kunst) lag, wird die Action plötzlich stark angekurbelt, alles passiert Schlag auf Schlag, man kann das Buch kaum noch aus der Hand legen (wobei mir es die ganze Zeit über so ging), es folgt ein Twist auf den nächsten. Dabei kam es mir fast so vor, als würde sich der Autor ein wenig verhaspeln, da die Geschehnisse immer krasser werden - und dabei leider teilweise auch immer ein wenig unglaublicher, manche Szenen sind wirklich filmreif, überzeugen im Buch aber weniger. Es wird weniger Acht auf die Charakterentwicklung gelegt, der männliche Protagonist hat sich irgendwie (absichtlich?) verändert, und die finale Entwicklung der Protagonistin war moralisch schlichtweg fragwürdig. Auch wenn das sehr schade war kann man dem Buch die Spannung jedoch nicht absprechen.
Die Auflösung bzw. das Ende waren ein wenig abrupt, man hing irgendwie noch mittendrin und fühlte sich etwas alleingelassen. Aber das ist ja auch ein Kunstkniff, immerhin wird mich das Buch nicht allzu schnell loslassen!

Wie man vielleicht merkt bin ich etwas zwiegespalten - für mich beschreibt die Niveaukurve jedoch ein leichtes Down, das dem starken Anfang geschuldet ist. Als Thriller aber sicherlich ein sehr lesenswertes Buch! Man wird überrascht, es wird mit Klischees gespielt, es war sehr spannend.

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139 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

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Idaho

Emily Ruskovich , Stefanie Jacobs
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 19.02.2018
ISBN 9783446258532
Genre: Romane

Rezension:

Dieser Roman hat eine sehr metaphorische Sprache, die die Phantasie in allerhöchstem Maße anregt. Das beherrscht die Autorin ganz wunderbar: über alle Seiten (!) hinweg die Spannung aufrecht erhalten, auch wenn es keinen wirklichen Spannungsbogen mit Höhepunkt und Aufbau gab, aber ich war durchweg gefesselt. Dazu kam eben die wundervolle Schreibweise gepaart mit der vage aufgezogenen Handlung. Diese Grundstruktur war toll, hatte einen richtigen Sogeffekt - nur die Handlung tat diesem Rahmen einen Abbruch.
Im Grunde konnte ich im gesamten Roman zwar einen roten Faden finden, ein Thema, das alle Personen verband, aber es gab keine Entwicklung. Das hat mich ziemlich enttäuscht. Der Roman war mit zahlreichen interessanten Charakteren gefüllt, die öfters auch noch Gesprächsanteile hatten, dabei hat man zwar ihren Hintergrund erfahren, konnte aber nicht ganz einordnen, warum sie einen Auftritt bekamen bzw. wie ihre Geschichte den roten Faden voranbringen sollte. Es war zwar trotzdem spannend geschrieben, aber auch diese tolle Schreibweise konnte die Frustration nicht bekämpfen, die mich am Ende des Romans überkam, weil schlichtweg überhaupt nichts aufgeklärt wurde - von Kapitel zu Kapitel kamen mehr Fragen auf, die sich zu der einen großen Frage der ersten Seite dazugesellten, und so wurde man am Ende von der Autorin rat- und hilflos zurückgelassen.


Natürlich passt auch das zum Konzept des Buches. 
"Emily Ruskovich erzählt von einem Verbrechen, für das es keine Erklärung geben kann und kein Vergessen, aber sie erzählt mit einer Zärtlichkeit und Schönheit, die die Möglichkeit der Gnade und vergebender Liebe unmittelbar erfahrbar macht."
So heißt es auf dem Buchrücken, und genau das macht dieses Buch auch aus: es wird nichts aufgeklärt weil es keine Erkärung für solch eine Tat gibt, um welche sich das Buch dreht, und Vergessen ist schier unmöglich - auch für Nahestehende, vor allem wenn ihre Liebsten an solch einer Tat zerbrechen. Das wird besonders deutlich an der Protagonistin.
Dabei schmückt die Autorin das Buch aber mit einer solch schönen Sprache, die sich auch im Ende widerspiegelt; auch wenn diese Tat so schrecklich war wie wohl sonst nichts auf der Welt, ist auch Gnade möglich. Das ist wohl ein Grundsatz, den Emily Ruskovich in der Welt sieht.

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208 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 122 Rezensionen

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Die Herzen der Männer

Nickolas Butler , Dorothee Merkel
Fester Einband: 477 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.02.2018
ISBN 9783608983135
Genre: Romane

Rezension:

Ich muss ehrlich sagen, ich finde es schwierig viel über diesen Roman zu schreiben. Er lässt sich nicht so richtig greifen, sein Inhalt lässt sich nicht so richtig kategorisieren. Der rote Faden fehlt ein wenig.


Der Roman teilt sich in drei Teile auf, und diese drei Teile spielen in unterschiedlichen Familien. Das heißt, dass es für jeden Teil einen eigenen Protagonisten gibt, und die der vorherigen Teile sind zwar noch als Randfiguren dabei, treten aber in den Hintergrund. Es wird an jedem Protagonisten ein Exempel statuiert, er wird einem Test ausgesetzt, und dieser Test lässt dann das Heldentum zutage treten. Dabei wird auch offensichtlich, welchen Einflüssen der Protagonist ausgesetzt wurde. Vom Elternhaus her, von seinen Idolen her, von den gesellschaftlichen Ansprüchen der Zeit her, von seinem eigenen Kodex her. Falls er denn einen besitzt. 


 Es geht um die Beziehungen zwischen Männern. Vater und Sohn. Sohn und Vorbild. Sohn und Vater, den er nie gekannt hat, der jedoch von der Mutter idealisiert wird. Es wird auch gezeigt, wie weit die Technologie in der Erziehung mitmischt. 
Es geht um Heldenbilder: Kriegshelden, moralische und tugendhafte Helden, zivile Helden, Helden, die die veralteten gesellschaftlichen Strukturen aufrütteln. Das ziemlich amerikanische Thema Pfadfinder ist aber hierbei kein Hindernis. Man findet da auch als Laie sehr gut rein und dieses Umfeld ist einfach der perfekte Hintergrund für die Thematik des Buches. 


Im Grunde denke ich, dass der Roman von Teil zu Teil schwächer wird. Diese Ansicht vertreten ja auch einige andere. Aber ich finde, das lässt sich einfach mit der Wahl der Protagonisten erklären. Im zweiten und dritten Teil lassen sie sich nicht mehr wirklich mit dem Bild und der Thematik des Romans vereinbaren, die man sich im ersten Teil gemacht hat. Das Heldentumthema wird immer schludriger behandelt, was aber nicht unbedingt mit dem Autor sondern mit dem Zeitenwandel zu tun hat. Es ist leider die traurige Wahrheit dass die Zeiten von Tugendhaftigkeit und einem Ehren- und Moralkodex vorbei sind. Das macht der Autor auch deutlich. Er zeigt die Missstände auf, die hier jetzt exemplarisch in Amerika noch immer herrschen. Das Verhalten von Männern Frauen gegenüber, das Verhalten von Männern ihren Söhnen gegenüber. Das Mobbing, gegen welches nur selten etwas unternommen wird, wo sich nur selten jemand traut für das Opfer einzutreten. Im Grunde ist es ein Roman, der die großen Themen berührt, aber leider auch viele Fragne offenlässt und mit wessen Aufbau ich nicht ganz zufrieden war. Trotzdem hat er mir gefallen.

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202 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 125 Rezensionen

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Lied der Weite

Kent Haruf , Rudolf Hermstein
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070170
Genre: Romane

Rezension:

Das Lied der Weite war für mich schon ein einzigartiges Stück Literatur. Es hat mich nicht wirklich überzeugen können, aber trotzdem ist es wohl ein Buch, welches ich in Erinnerung behalten werde. 


Der Autor lässt uns die sechs Charaktere über ein knappes Jahr begleiten, aber selbst in diesem langen Zeitraum schafft er es nicht, eine persönliche Bindung zu ihnen entstehen zu lassen. Zumindest hat das bei mir nicht geklappt. Natürlich liegt das vor allem an seiner kühlen, beinahe neutralen Schreibweise. Er verweigert uns den Blick in das Innenleben seiner Figuren, was uns lediglich ihre Handlungen lässt anhand welcher wir abschätzen können was sich grade in ihrem Seelenleben tut. Diese Distanz spiegelt sich im ganzen Roman wieder. 


 Im Grunde gibt es zwei separate Handlungsstränge, welche sich aber kaum einmal kreuzen. Sie laufen nebeneinander her, was die ein oder andere Parallele aufkommen lässt, aber im Grunde bleibt nur zu spekulieren, warum er uns gerade diese Charaktere zeigt. Sie weisen oft eine ähnliche Grundstimmung auf. Traurigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch diesen Roman, sie taucht in allen Formen und Farben auf, genauso wie die Einsamkeit und das Verlassenwerden. Sie werden einem an den unterschiedlichsten Schicksalen vor Augen geführt. 
 Da ist die schwangere Victoria, welche von ihrer Mutter verstoßen und von ihrem Freund vernachlässigt wird, wie Vieh behandelt wird, welche kein richtiges Zuhause mehr hat. 
 Die McPheron-Brüder, welche in ihrem ganzen bisherigen Leben nichts Wirkliches hatten, wofür es sich zu leben lohnte, außer ihrer Farm. 
 Da ist Tom Guthrie, der sich in seiner Ehe gefangen fühlt und von seiner psychisch kranken Frau erdrückt, welcher seinen Frust im Endeffekt an seinem Schüler auslässt. Der es aber auch verdient hat. Und da sind Guthries Söhne, welche so sehr unter der Krankheit ihrer Mutter leiden, dass sie sich vollkommen in sich selbst zurückgezogen haben. 
 All diese Schicksale, die so sehr berührend wären, beschreibt der Autor mit der größtmöglichsten Distanz. Sie werden meist einfach skizziert, was mich von mal zu mal störte, da sie für mich oft nicht real wirkten, nicht lebensnah, nicht dreidimensional. Das war für mich nicht ideal, denn damit mich ein Buch wirklich berührt, muss ich in der Lage sein, etwas zu empfinden. Das war hier nicht der Fall.


Trotzdem ist das Buch toll geschrieben, und der Schreibstil ist etwas ganz Besonderes. Einen Blick ist es auf jeden Fall wert.

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238 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

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Die Schlange von Essex

Sarah Perry , Eva Bonné
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Eichborn , 29.09.2017
ISBN 9783847900306
Genre: Romane

Rezension:

Dieser Roman besitzt eine wirklich ergreifende Sprache, berauschende, teilweise schon überbordende Formulierungen, welche auch zeitlich gut ans Ende des neunzehnten Jahrhunderts zu verordnen sind und den Text wunderbar stützen. 



Die Handlung steht leider im Gegenteil dazu und konnte die Erwartungen, die vor allem durch den Klappentext und durch das erste Kapitel geweckt werden, nicht erfüllen. Dies wurde begründet durch mehrere Faktoren.
Zum Ersten enttäuschte mich die Protagonistin, Cora, einfach maßlos. Sie wird angepriesen als emanzipierte, wissbegierige, intelligente junge Frau, die das Leben nun (in verwitweter Freiheit von ihrem unterdrückenden, verstorbenen Mann) in vollen Zügen auskosten möchte. 
Nun wird Cora aber im Verlaufe des Romans zu einer eher faulen Dame, die zwar immer davon spricht sich mit der Natur auseinandersetzen zu wollen, jedoch immer weniger Anstalten macht etwas zu suchen. Sie weist andere immer zurecht, hält ihnen vor nichts aus ihrem Leben zu machen, macht selbst jedoch täglich nur ein bis zwei lange Spaziergänge und beschäftigt sich so gut wie gar nicht mehr mit der Wissenschaft, kurz, sie hält keine von den versprochenen Eigenschaften als starke viktorianische Frau durch, falls sie sie anfangs überhaupt gezeigt haben sollte.


Was ich auch sehr bedaure ist die Unfähigkeit meinerseits eine emotionale Bindung zu den Protagonisten aufzubauen. Das liegt einerseits daran, dass mit der Zeit die Nebenfiguren zu Hauptfiguren werden und damit alle viel weniger Zeit "im Mittelpunkt" verbringen (man erhält also gar keine Chance mehr sie richtig kennenzulernen) und sich auch mit der Zeit immer mehr Handlungsstränge auftun, welche jedoch meist etwas halbgar und einseitig bleiben.


Was ich am meisten vermisst habe ist die viel angepriesene Konfrontation zwischen Cora, der Anbeterin Darwins, und Will, dem nicht sehr konservativen Pfarrer. Beide sind im Denken sehr fortschrittlich und streiten sich wenn überhaupt nur über die Existenz der Schlange von Essex, welche als Mittelpunkt des Romans dient, jedoch auch ein etwas enttäuschendes Ende findet. Es ist leider kein Roman, der einem noch etwas über die damalige Auseinandersetzung zwischen Religion und Wissenschaft beibringen kann.


Im Großen und Ganzen mangelt es dem Roman, welcher mir so manches Mal schon fast als zu modern anmutete, schlußendlich an einem Spannungsbogen, den man als Leser irgendwie ständig erwartet, welcher sich jedoch nicht auffinden lässt.

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49 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint

Bernhard Blöchl
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2017
ISBN 9783492060752
Genre: Romane

Rezension:

Ich muss zugeben dass ich es schwierig finde dieses Buch zu bewerten. 
Meiner Meinung nach gibt es für dieses Buch zwar keine klar definierte Zielgruppe, dennoch wage ich zu behaupten dass es bestimmten Gruppen (damit meine ich Männer und eventuell auch Frauen, mittleres Alter mit einer Affinität für Fussball) gibt, denen dieser Roman besser gefallen und mehr zusprechen wird als anderen. Als junges Mädel mit leider einem absoluten Horror vor Ballsportarten gehöre ich nicht zu meiner selbst definierten Zielgruppe.


Trotzdem schreibe ich dieses Buch auf keinen Fall ab. Sprachlich gesehen gibt es ein paar wirklich schöne Stellen, beispielsweise gefallen mir diese Dreierregeln (Knoppke schnauft, Knoppke grunzt, Knoppke wendet sich ab - oder zumindest so ähnlich), welche so bezeichnend für den alten Brummbären werden. 
 Auch charakterlich hat dieses Buch etwas vorzuweisen, es sind liebenswerte Charaktere erschaffen worden, welche dem Leser trotz ihrer kleinen Macken ans Herz wachsen. Hier jedoch ein kleiner Kritikpunkt, da mir persönlich die Charaktere schon wieder zu rund waren. Groß aneinandergeraten sind sie nicht, sie haben sich größtenteils sehr gut verstanden wie ich finde, und selbst der große Streit auf den der Roman zielt wirkte auf mich etwas gezwungen, da war mir nicht genügend Grundstoff für die Auseinandersetzung da, und so schien der Streit ein wenig konzipiert. Als müsste etwas passieren damit nicht immer alles Friede-Freude-Eierkuchen ist.
Denn so war es, Sam, eine Fremde, die Knoppke in seinem Auto findet in welches sie sich offensichtlich geschlichen hat (wenn das nicht irgendwie Einbruch ist) versteht sich super mit Knoppke, welcher auch nicht auf die Idee kommt sie rauszuschmeissen oder die Polizei zu rufen, nein, er entwickelt einen Beschützerinstinkt für diesen Eindringling. Dieser Anfang lief mir einfach zu glatt ab, ich denke nicht dass es wahrscheinlich wäre dass jemand so freundlich reagiert wie Knoppke wenn man einen Fremden in seinem Auto vorfindet.
Dann wiederrum fand ich die Handlung des Romans wirklich gelungen, kein 0815-Stück, sondern ein sich liebevoll entwickelnder Roadtripp mit einzigartigen Begegnungen und einem Ende, welches Gott sei Dank den Klischees nicht gänzlich verfällt. 


Am Ende konnte ich schlichtweg aber nicht anders als mit einem wohligen Gefühl an den Roman zurückzudenken. 
Alles in allem also schwierig zu bewerten. Es hat meiner Meinung nach kein Ratgeberpotential, der Weg zu Knoppkes Veränderung ist etwas schwieriger zu rekonstruieren, Lebensweisheiten lassen sich auch - wenn überhaupt - nur vereinzelt aufschnappen, aber als fiktivem Werk ist daran ja auch nichts auszusetzen.

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112 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

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Die Phantasie der Schildkröte

Judith Pinnow
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 24.08.2017
ISBN 9783810530356
Genre: Romane

Rezension:

... und auch ich als Leserin habe gelernt, mir für diesen Roman etwas zu wünschen - mehr Seiten. 
So viel ist passiert in diesem Roman, was ja an sich überhaupt nicht zu kritisieren ist - im Gegenteil, ich finde, er ist nicht lang genug. Punkt ist nur, für mich wurde das alles zu schnell abgehandelt. Ein paar mehr Seiten wäre toll gewesen, um das Ganze ausführlicher zu gestalten, dem Leser mehr Zeit zu geben, der Protagonistin mehr Zeit zu geben. Im Grunde geht es doch in diesem Roman um die Wandlung der Protagonistin, und dieser wird kaum Raum gegeben. Im Gegenzug hätte dem Thema "wünschen" meiner Meinung nach Prorität eingeräumt werden sollen. Dieser Erzählstrang hätte gereicht, das Nebenthema hat - wie ich finde - nicht allzu sehr hineingepasst.


Edith ist die Protagonistin in diesem Roman, und obwohl sie solch ein Kontrollfreak ist, einen Ordnungsfimmel hat und auf ihrer wöchentlichen Routine besteht, ist sie ein sehr liebenswerter Charakter. Als Leser entwickelt man wirklich einen Beschützerinstinkt ihr gegenüber, denn sie hatte kein leichtes Leben. Sie entwickelte aufgrund ihrer Mutter einen richtiggehenden Minderwertigkeitskomplex - hier würde ich gerne noch etwas anmerken: da das Thema so aktuell ist, hätte ich mir zum Ende eigentlich eine klarere Aussprache gewünscht, eine 180 Grad Wendung seitens Edith, die Erkenntnis dass jeder so gut ist wie er eben ist. Die erfolgte nämlich wider erwarten nicht, sondern es wurde zum Ende einfach nicht mehr groß thematisiert.


Trotzdem gibt es natürlich nicht nur Kritikpunkte bezüglich dieses Romans, die ich anbringen möchte. Die Charaktere wachsen dem Leser wirklich ans Herz, was sehr ihren Eigenarten geschuldet ist. Alle haben ein paar merkwürdige Charakterzüge, die sie so sympathisch machen. Manche ein paar mehr als Andere.
Ich würde für diesen Roman auch keine Altersempfehlung aussprechen, da er für jede Altersgruppe brandaktuell ist: die Thematik des Bodyshamings, des Sich-Akzeptierens, des Loslassens und natürlich der Liebe geht jeden etwas an. 

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49 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Ein irischer Dorfpolizist

Graham Norton , Karolina Fell , Charly Hübner
Audio CD
Erschienen bei Argon, 18.08.2017
ISBN 9783839815830
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieses Buch würde ich - gleich einmal vorweg - eher als Roman und nicht als Krimi bezeichnen. Für mich gab´s hier weder Nervenkitzel noch erwartungsvolles, angespanntes Seitenumblättern (bildhaft gesprochen - ich habe nur das Hörbuch gehört). Lasst euch auch nicht davon in die Irre führen, dass der Autor ein Komödiant ist, denn Lachen wird man hier auch nicht müssen.
Es ist im Grunde eine teilweise sehr düstere Geschichte, weil es in diesem Örtchen Duneen eigentlich keine glückliche Person gibt, die mit ihrem Leben zufrieden ist. Jeder Bewohner, von dem man hört, hat sein eigenes Päckchen zu schleppen und schafft es nicht wirklich, sich aus seiner Misere zu befreien. So wurde ich während des Hörens mitunter von einer etwas traurigen Stimmung erfasst, welche auch in Duneen weht.


Da Duneen so ein gemütliches und eigentlich auch ereignisloses Örtlein ist, passt die ruhige, sonore Stimme Charly Hübners sehr gut zu diesem Hörbuch. Man könnte fast schon sagen dass er als die reinste Verkörperung der Mentalität spricht, die in diesem Dorf herrscht. Anfangs war ich noch etwas besorgt, wie das denn bei den spannenden, atemraubenden Stellen werden würde, aber zu solchen ist es nicht gekommen, so hat sich diese Sorge also in Luft aufgelöst.


Was mich etwas störte, war, dass man bis zur Auflösung des Falles im Grunde keine Hinweise erhielt. Man konnte als Leser bis zum Ende eigentlich nicht einmal Theorien entwerfen, wer denn nun der Mörder sein könnte oder warum der Tote ermordet hätte werden sollen. Am Anfang fand ich die langsame Einleitung noch gut, aber als dann auch nach drei Vierteln des Buches noch keine Entwicklung da war, fand ich das etwas irritierend. Ich konnte nicht wirklich mitfiebern, was ich sehr gerne mache und auch brauche damit ich am Ball bleibe.
In diesem Sinne fand ich auch die Auflösung des Falls und die damit einhergehenden Ereignisse erstaunend, da sie meiner Meinung nach nicht wirklich nach Duneen passen. Sie waren ein wenig zu brutal, zu rasant. Im wahrsten Sinne des Wortes. Aber man kann sich Motive als Polizist ja nicht aussuchen.


Die Charaktere sind mitunter etwas skurril, und für mich persönlich war ein Charakter dabei, dessen Verhalten, Gedankengut und ganzen Lebensverlauf ich dann doch eher unglaubwürdig fand, aber sie sind doch menschlich und realistisch, weisen Fehler, Ecken und Kanten auf und man kann sich auch ab und zu gut mit ihnen identifizieren. Jedoch kann ich leider nicht sagen, dass sie mir während des Hörens allzu sehr ans Herz gewachsen sind.


Insgesamt war "Ein irischer Dorfpolizist" anders als erwartet, aber ich bin mit Charly Hübners als Verkörperung von Duneen vollauf zufrieden.

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

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Das Glück meines Bruders

Stefan Ferdinand Etgeton
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 21.07.2017
ISBN 9783406711817
Genre: Romane

Rezension:

bleibt für mich, weil ich diesen Roman trotz seiner recht einfachen und manchmal auch flapsigen Sprache als anspruchsvolle Literatur klassifizieren würde.
Der Autor hat in diesem Buch viel Wahrheit verpackt, Worte ausgesprochen, die heutzutage einfach einmal raus müssen, aber auch dargestellt, was mit uns passieren kann, wenn wir uns aus dem Leben ausschliessen.
Es sind viele philosophische Wahrheiten miteingewoben, die teilweise geradeheraus ausgespuckt wurden, teilweise aber auch erst im Nachhinein deutlich werden. Durch die teilweise ellenlangen Sätze macht der Autor es einem auch nicht leichter. 


Es ist in keinem Fall ein handlungsreicher Roman, sondern im Grunde geht es mehr um die essentiellen Abschnitte im Leben, die man durchläuft, wo man oft erst rückblickend die Anfänge und Enden erkennt. Die Erfahrung, dass die Kindheit vorbei ist, die Jugend gelebt, und dass man sie auch nicht wiederbeleben kann. Dass man selbst verantwortlich ist für sein Leben und man sich nicht einfach nur treiben lassen kann, weil es dann nichts wird.


Ich denke, jeder Leser kann und wird andere Lehren aus diesem Roman ziehen, und gerade deshalb würde ich ihn auch sehr empfehlen. Ich hätte rein vom Klappentext wirklich nicht erwartet, dass mich dieser Roman so sehr mitnimmt.

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Vom Ende an

Megan Hunter , Karen Nölle
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 18.05.2017
ISBN 9783406705076
Genre: Romane

Rezension:

Diese Novelle konnte mich nicht erreichen. Ich habe nicht mit der Protagonistin mitfühlen können, was an verschiedenen Faktoren liegt:  
einerseits natürlich, dass den Charakteren keine Namen zugeordnet werden. Dies erschwert den Aufbau einer Beziehung erheblich, mehr, als ich gedacht hätte. 
Dann liegt es auch daran, dass die Autorin teilweise sehr unpersönlich schreibt. Die Novelle wird dominiert von Vergleichen, Metaphern, Verbildlichungen. Man erhält als Leser nur sehr wenige Informationen über das Geschehen, da sich die Protagonistin die Nachrichten vom Leib zu halten versucht. So fiel es mir schwer, das Geschehen zusammenzuführen. Das einzige was wirklich emotional beschrieben wird sind die Gefühle der Protagonistin die sie ihrem Baby entgegenbringt. Sie veranschaulichen die Mutter-Kind-Beziehung sehr exakt, so weit ich das als Nicht-Mutter beurteilen kann.


Trotzdem entstehen mühelos unzählige Bilder im Kopf. Die Sprache ist wunderbar poetisch, lyrisch, malerisch. Sprachtechnisch gesehen also ein wahres Wunderwerk, allerdings reicht mir das leider nicht aus. 
Die Novelle liest sich wie ein Tagebuch der Protagonistin, wo sie einzelne Gedanken niederschreibt. Allerdings waren diese für mich stellenweise etwas zu zusammenhanglos. Eingeschoben werden auch immer wieder Passagen aus Schöpfungsmythen, welche für mich ebenso zusammenhanglos waren. Trotzdem kann ich das Geschriebene dafür nicht verurteilen, weil es sich einfach unheimlich beeindruckend liest.


Ich habe ernsthafte Probleme, diese Novelle zu bewerten, wie einige meiner MitleserInnen auch. An sich ist es ein erstaunliches Buch, welches jedoch weniger auf den Endzeitaspekt fokussiert ist sondern eher auf die ersten Entwicklungen des Kindes und die Mutter-Kind-Beziehung. Der Rest rückt in den Hintergrund, also ist es keine wirkliche apokalyptische Novelle.


Insgesamt ist es jedoch ein Stück, welches mir in deutlicher Erinnerung bleiben wird. Es ist ein Beweis wahrer Schreibkunst, welche von mir für sich betrachtet 5 Sterne bekommt. Der Inhalt bekommt von mir 2 Sterne. Insgesamt also 3,5 Sterne.

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63 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

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Museum der Erinnerung

Anna Stothard , Kathrin Bielfeldt
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.04.2017
ISBN 9783257300482
Genre: Romane

Rezension:

Cathy Miller will sich nicht erinnern, so viel ist klar. Cathy Miller muss sich aber erinnern, damit sie mit ihrer Vergangenheit abschließen kann.
Dieser Roman war wunderbar zu lesen. Der Schreibstil ist sehr sprachgewandt, packend, und für mich beinahe überraschend bei solch einer jungen Autorin (auch ich übermittele an dieser Stelle meinen Dank an die Übersetzerin - so etwas hätte ich nicht erwartet!). Zur sprachlichen und formalen Gestaltung dieses Romans lässt sich von meiner Seite her nur Positives sagen. Er ist sprachgewaltig, und der Aufbau ist passgenau gewählt - es findet alles Innerhalb eines Tages statt, weshalb für den Leser auch nur sehr spärlich Informationen gestreut worden sind, die er sich zusammenpuzzeln muss. Das hält natürlich die Spannung aufrecht, auch wenn man hier gänzlich falsch ist, wenn man actionreiche Handlung erwartet. Sie ist tiefgängig, jedoch nicht allzu philosophisch - ein kleiner Kritikpunkt - auch wenn ich die ein oder andere Moral aus diesem Roman mitgenommen habe. Das bleibt aber natürlich jedem Leser individuell überlassen ob er mit dem Grad der Philosophie in diesem Roman zufrieden ist.


Die Charaktere sind sehr liebevoll, detailreich und realistisch kreiert worden. Cathys Charakter ist so selbstredend - sie schließt sich von allem aus, zieht sich in sich zurück, teilt mit niemandem, nicht einmal mit ihrem Verlobten, zeitgleich öffnet sie sich nicht mal sich selbst - also auch nicht dem Leser. Es wurde meisterhaft geschrieben, was mich sehr begeistert hat, auch wenn sie dem Leser dadurch etwas fern bleibt. Sie durchläuft einen Reifungsprozess, der auch sehr deutlich wird, trotzdem wird er nicht thematisiert. Wie gesagt, die Autorin hat meisterhafte Arbeit geleistet.
Tom ist bei mir zwar weniger gut angekommen, weil er etwas aalglatt erscheint, makellos, was sich im Laufe der Geschichte auch nur geringfügig ändert, aber trotzdem wächst er dem Leser ans Herz. Seine größten Sorgen liegen offen, er offenbart sich.
Daniel ist einer dieser Menschen, von denen der Leser zwar weiß, dass sie nichts Gutes verheißen, aber wenn man sich dann in seiner Perspektive befindet, kann man sein Handeln nur als logisch abstempeln. Was wiederum vom Talent der Autorin zeugt. 
Ein weiterer Kritikpunkt wäre hier jedoch sein Ende, was sich auch auf die Auflösung des Romans bezieht. Das ging mir alles ein wenig zu schnell, schien im Endeffekt etwas zu einfach.


Trotzdem kann ich im Gesamteindruck nur sagen, dass ich beeindruckt bin. Ich glaube, ich habe etwas Besonderes gelesen.

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112 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

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Es klingelte an der Tür

Rex Stout , Conny Lösch , Jürgen Kaube
Fester Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608981117
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

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Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Salvatore Basile
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 13.03.2017
ISBN 9783641195021
Genre: Romane

Rezension:

Die Handlung


Ich muss gestehen dass der Anfang für mich persönlich ziemlich langatmig und auch nicht wirklich packend war. Es wird Micheles Situation erläutert, seine Reaktion auf Veränderungen, sein isoliertes und dabei für ihn völlig ausreichendes Leben. Dabei lesen sich seine Gedankengänge wie diejenigen eines unsicheren Teenagers, welcher er wahrscheinlich auch geblieben ist, da das Verschwinden seiner Mutter seine Entwicklung in einer Weise aufgehalten hat. Die Tagebucheinträge welche die Gedanken des damals siebenjährigen Michele umfassen hingegen lesen sich wie diejenigen eines Erwachsenen. Im Grunde also verkehrte Welt. Ansonsten habe ich nur noch einen Kritikpunkt, das wäre die Geschwindigkeit in welcher sich die Geschichte entwickelt. Sie spielt innerhalb von 10 Tagen, aber innerhalb dieser zehn Tage findet Michele auf viele verschiedene erdenkliche Weisen Liebe, und zwar Liebe für den Rest seines Lebens, und mir persönlich ging das ein wenig zu schnell. Es ist einfach alles sehr komprimiert. 
Ab der Hälfte jedoch nimmt die Geschichte Fahrt auf. Michele beginnt seine Reise, und diese Hälfte hat mir sehr sehr gut gefallen. Sie steckt voller Lebensweisheiten, voller Geschichten über das Leben, welche nicht nur Michele formen und im Endeffekt formen sondern auch den Leser. Es ist eine Geschichte, die den Wert des Lebens betont, die zeigt, dass es nie zu spät ist noch einmal von vorn anzufangen, dass das Leben immer lebenswert ist. 


Die Charaktere


Wie ich schon erwähnte, finde ich Michele anfangs wirklich bizarr. Er wirkt wie stehengeblieben, wie ein Kind, und es fiel mir unglaublich schwer mich mit ihm zu identifizieren. 
Doch das änderte sich nach der ersten Hälfte des Romans. Michele macht eine Veränderung durch; diese Veränderung wird nicht groß thematisiert, sie verläuft eher unmerklich, aber sie hat so große Veränderungen zur Folge dass man sie gar nicht verpassen kann. Mir gefällt sehr gut wie der Autor diese bewirkt hat. 
Mit Elena, der weiblichen Protagonistin, bin ich zwar nie wirklich warm geworden, allerdings ist sie ein Zeichen dafür dass jeder Mensch sein eigenes Päckchen zu tragen hat, ob man es nun sehen kann oder nicht. Ihr Verhalten befremdet mich einfach, da sie wohl ein sehr sprunghafter Mensch ist - nach dem zweiten Treffen erwartet sie von dem stummen Michele schon eine Liebeserklärung, weil sie sich im Gegenzug schon davor in ihn verliebt hat. Trotzdem tut sie natürlich ihr übriges, um Michele vom lebenswerten Leben zu überzeugen.


Fazit


Die erste Hälfte des Romans verlief noch eher schleppend, aber danach startete für mich ein wirklich lesenswerter Roman, der auch mir etwas über das Leben beigebracht hat. 

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458 Bibliotheken, 22 Leser, 1 Gruppe, 132 Rezensionen

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Die Terranauten

T. C. Boyle , Dirk van Gunsteren
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 09.01.2017
ISBN 9783446253865
Genre: Romane

Rezension:

Lasst Euch vom Titel nicht verleiten - dieser Roman ist eine Charakterstudie mit wissenschaftlicher Beilage, nicht umgekehrt. 

Die Charaktere
Ich will auf die Charaktere im Individuellen gar nicht besonders eingehen, ich könnte Stunden über sie schreiben, da T.C. Boyle uns so viel Material gibt, mit dem ich arbeiten könnte. Alles in allem lässt sich aber über sie sagen, dass sie unglaublich fein ausgearbeitet wurden. Die dunkelsten menschlichen Abgründe hat T.C. Boyle erforscht und sie in diesen Charakteren wieder aufleben lassen. Es ist wirklich meisterlich, wie realistisch ihm diese Charaktere gelungen sind... Und andererseits auch wirklich abschreckend, da man sich (oder besser gesagt ich) - da ich mich mit diesen abgründigsten, niederträchtigsten Gedanken identifizieren konnte, ich habe all diese Gefühle schon einmal empfunden, und finde deshalb auch dass er sie so meisterhaft zu Papier gebracht hat. Hier muss ich auch sagen, dass diese negativen Gefühle überwiegen und es nicht viel Anlass zur Freude gegeben hat, aber deshalb ist es trotzdem kein deprimierender Roman.
Die Handlung
Hier kann ich nur meine Bemerkung vom Anfang wiederholen - wer sich hier einen wissenschaftlichen Roman erhofft liegt bei diesem Buch falsch. Natürlich sind viele Aspekte eingestreut worden, beispielsweise die Beschreibung des Alltags oder der Konstruktionsweise von E2 - dem errichteten Ökosystem - aber diese dominieren das Geschehen nicht. Auch der Zweck des Experimentes, des Einschluss von acht Terranauten für zwei Jahre, ist ja nicht nur der rein wissenschaftliche Aspekt, ob die Erhaltung des Ökosystems möglich ist, sondern es dreht sich auch darum, ob die zwischenmenschlichen Beziehungen hinhauen und es am Ende keinen Mord und Totschlag gibt.Was sich zur Handlung im Speziellen sagen lässt: 
die Terranauten fristen ihr Dasein unter der Kuppel, und ganz ehrlich, den sexuellen Aspekt haben sie alle unterschätzt. Auch die Mitglieder, die beim Einschluss noch Partner draußen hatten und meinten, sie könnten die zwei Jahre lang enthaltsam leben, haben da die Rechnung ohne ihre Lust gemacht. Aber auch dieser Aspekt tritt im Laufe der Zeit in den Hintergrund, als die wahre Bedeutung von E2 getestet wird - nämlich ob alles Leben unter dieser Kuppel wachsen und gedeihen kann.


Mein Fazit


Dieser Roman war kein Roman der mich mitgerissen hat weil er vor Spannung nur so strotzte und weil alles Schlag auf Schlag ging. Wer hier nach Atemstocken oder gar übersteigertem Herzklopfen sucht wird das nicht finden, es sei denn wenn die wahre Hässlichkeit des Menschen den Leser schockt. Aber für mich hat dieses Buch trotzdem fünf Sterne verdient. Es steckt voller Wahrheit; T.C. Boyle ist ein Autor der nichts versteckt. Er hat einen tollen Schreibstil, schreibt sehr informativ, aber was das Ganze für mich so herumgerissen hat, war einfach dass es so unglaublich interessant war. Dieser Roman war für mich das erste mal dass ich aus reinem, puren und ungeheucheltem Interesse ein Buch gelesen habe - ich weiß nicht, ob Spannung dasselbe wie Interesse ist, aber für diesen Kontext nehme ich das nicht an. Hier spreche ich nicht nur von der Charakterstudie, sondern auch von den wissenschaftlichen Aspekten. Er hat diese so eingestreut, dass auch ein absoluter Laie wie ich es super verstanden hat. Es war alles logisch und baute aufeinander auf, und man hat auch die ein oder andere Zusatzinformation erlernt. Ich wüsste nicht einen Punkt den ich dem Autor zur Verbesserung ankreiden würde. Ehrlich nicht.

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55 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

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Ins Blaue hinein

Kristina Dunker
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 12.01.2017
ISBN 9783649669883
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:

Es geht um Merle, die sich als Adoptivkind, da ihre Eltern nun ein eigenes Kind bekommen, überflüssig und abgeschoben fühlt. Sie hat Angst, dass sie von nun an nicht mehr zu ihrer Familie dazugehören wird und deshalb auch überhaupt keine Lust, schon während dem Umzug nicht mehr bei ihren Eltern sein zu können.
Doch als sie dann bei ihren Großeltern ankommt, beginnt sie zu verstehen, dass sie selbst so wie sie ist vielleicht doch ganz richtig ist. Und das auch dank eines gewissen jungen Herren.

Mir hat die Handlung unglaublich gut gefallen. Ich meine, ich bin nicht mehr zwölf, und deshalb war ich auch anfangs etwas kritisch dem Buch gegenüber eingestellt, ob es sich vielleicht als zu kindlich entpuppen würde. Aber das hat es nicht! Natürlich gibt es ein paar Stellen, an denen Merle darüber reflektiert, dass sie noch überhaupt keine Erfahrungen mit Jungs machen konnte oder an welchen sie ihre noch vor-pubertären Ansichten ans Tageslicht zerrt. Doch um ehrlich zu sein stört das überhaupt nicht, denn Merle hat etwas von einer reinen Seele, einem unschuldigen und dennoch weisem Wesen, von dem ich noch lernen könnte. Sie weiß trotz ihrer jungen Jahre schon relativ viel über das Leben, wie z.B. dass Wörter oft nicht das sind was sie zu sein scheinen oder dass Cool-Sein so gar nicht wichtig ist.
Ihre Sorgen sind auch den meinen sehr ähnlich, das Gefühl des Fehl-am-Platz-Seins, des Nicht-dazu-Passens und der Einsamkeit verlässt uns in keinem Alter. Merle muss lernen, damit umzugehen, und man kann im Laufe der Geschichte erkennen, dass sie daran wächst.

Merles Charakter bekommt man leider nicht in allen Spektren, Formen und Farben zu sehen, aber was die Autorin uns erkennen lässt, lernt man umso mehr zu schätzen. Sie ist ein abenteuerlustiges, aufgewecktes Naturkind, welches sehr viel Spaß an den einfachen Dingen des Lebens finden kann. Sie plagt sich mit wichtigen Sorgen, keine Banalitäten.

Meine einzigen Kritikpunkte wären, dass man zuerst einmal nicht sehr viel von den Hintergrundgeschichten bzw. dem Leben der Nebencharaktere mitbekommt. Merles Großvater beispielsweise plagt sich mit einer Sorge herum, aber die wird nur hier und da ein wenig gestreift. Auch trifft man Merles Vater nie, wie es mit dem Umzug und der Schwangerschaft vorangeht bekommt man nicht mit, ihre beste Freundin Chiara hätte vielleicht auch mal zu Worte kommen können, und von Merles Freund Felix weiß man nur - außer dem Aspekt seiner Freundschaft mit Merle - dass er Tennis spielt. 
Durch diese Vernachlässigung treten die Charaktere sehr in den Hintergrund, was sehr schade ist, denn sie hätten großes Potential dazu, dem Leser sehr ans Herz zu wachsen. 
Auch von Merle erfährt man im Großen und Ganzen nur etwas über ihre Gedanken und Gefühle die das Jetzt betreffen. Das kreiert einfach den Anschein von Kurzweiligkeit, man lernt die Charaktere so nicht wirklich kennen und kann sich demnach keine wirkliche Zukunft für sie nach dem Ende der Geschichte vorstellen.

Trotzdem muss ich sagen, dass das Buch die Lektüre definitiv wert war. Man müsste es jetzt vermutlich nicht mehr ab dem jungen Erwachsenenalter lesen, aber für alle LeserInnen der Zielgruppe ist es ein tolles Buch! Die Sommerstimmung wird übrigens perfekt übertragen. Hatte total Lust auf Seeurlaub während der Lektüre.

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424 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 117 Rezensionen

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Und nebenan warten die Sterne

Lori Nelson Spielman , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 29.09.2016
ISBN 9783810524713
Genre: Romane

Rezension:

... ist nicht leicht. Davon können Annie und Erika nun ein Lied singen.

Charaktere

Annie ist eine der beiden Protagonistinnen. Sie ist die Schwester der verstorbenen Kristen und will sich an jeden möglichen und ersichtlichen Strohhalm klammern. Trotz ihrer 19 Jahre hängt sie noch sehr extensiv an ihrer Mutter und möchte eigentlich gar nicht von zu Hause weg; manchmal grenzt ihr Verhalten schon sehr an das einer 12-jährigen - sie ist von Zeit zu Zeit unglaublich beleidigt, stur, trotzig und wehleidig. Auch steigert sie sich allzu schnell in Dinge hinein. Im Großen und Ganzen ist sie aber ein liebevoll gestalteter Charakter, der jedoch leider nicht groß an den Ereignissen wächst und sich weiterentwickelt.

Erika ist die Mutter Kristens. Durch diesen erlittenen Verlust ziehen sich beide Protagonistinnen voneinander zurück, aufgrund unterschiedlicher Gründe. Ich kann Erikas Beweggründe meistens nicht nachvollziehen, was ich schade finde, doch ist sie für mich einfach zu sprunghaft und launisch. So gibt sie etwas auf, dass für sie Wochen zuvor noch ihr gesamter Lebensinhalt war. Und das mehrmals im Verlaufe des Buches. Trotz allem ist auch sie ein sympathischer Charakter, welcher sich sehr um die kümmert, die ihr wichtig sind. 

Leider sind beide Charaktere meiner Meinung nach nicht sehr einzigartig.

Handlung

An der Handlung sind mir einige Kritikpunkte aufgefallen - einige Ungereimtheiten, unlogische Konsequenzen. Über jene kann man zwar hinwegsehen, jedoch verhindern sie auch teilweise eine allzu emotionale Bindung, die zu den Charakteren aufgebaut werden kann. So war ich auch nicht allzu betroffen als ich das Buch ausgelesen hatte. Auch wenn es keine seichte Lektüre war, hat sie mich nicht allzu sehr ergriffen.

Fazit

Alles in allem ein Roman, der mich zwar nicht mitgerissen hat, der es auf der anderen Seite jedoch geschafft hat, mich zum Nachdenken und zum Überdenken einiger Dinge zu bringen. Vor allem aber auch ein Ratgeber zum Loslassen, eine Hilfe zur Selbsthilfe, der mir gezeigt hat, dass man auch in den dunkelsten Stunden lachen kann.
 

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49 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

ddr, familie, familie der geflügelten tiger, familiengeschichte, geschwister, identitätssuche, jens, johanna, karl, krebs, krebserkrankung, ostdeutschland, osten, stasi, vater

Familie der geflügelten Tiger

Paula Fürstenberg
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.08.2016
ISBN 9783462048759
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung:
Charaktere:
Johanna ist ein sehr eigenwilliger Charakter. Sie ist eine sehr bestimmte Frau, die sich auch mal auf einen Beruf einlässt, weil ihre Mutter sie genau in diesem nicht sehen möchte. Eine, die nicht möchte, dass ihr Leben von ihrem verschwundenen Vater beeinträchtigt wird, die sich aber unterbewusst nicht dagegen wehren kann. Eine, die nicht glauben kann, dass das Verschwinden des Vaters alle anderen nicht genauso beeinträchtigt hat wie sie selbst. Eine, der eine Mutter beschert wurde, die nicht reden sondern Ratgeber schenken will. Eine, die in ihrem unsteten Leben Ruhe und Ordnung im geraden und geordneten Strassenbahnnetz Berlins sucht. Sie ist ein sehr eindrücklicher Charakter, der eine grosse Veränderung bis zum Schluss durchgemacht hat, die man zwar nicht miterlebt, aber im Epilog erkennt.

Astrid ist Johannas Mutter. Sie ist lediglich ein Nebencharakter, doch ein ebenso individueller wie Johanna selbst. Sie ist stur, kann sich jedoch auch nach Jens' Verschwinden genauso wenig rehabilitieren wie ihre Tochter, bis zu einem gewissen Zeitpunkt jedenfalls. Sie ist sehr exzentrisch, kann besser mit Tieren als mit Menschen umgehen, und ist nicht sonderlich im Seelenleben ihrer Tochter involviert.

Jens ist der verschwundene Vater. Er hat es nicht sonderlich mit Familie. Seine Beziehung zu ihnen ist meist oberflächlich, und interessieren tut er sich grundsätzlich nicht gross für seine Mitmenschen. Warum er sich plötzlich für Johanna interessiert? Tja, kann ich hier nicht verraten. Aber es ist ein anderer Grund, als der, den der Leser automatisch vermuten würde.

Die Handlung
Von der Handlung des Romans sollte man nicht allzu viel erwarten. Im Grunde geschieht nicht viel, jedoch werden auch viele nebensächliche Aktivitäten durch hintergründige und subtile Metaphern zu so viel mehr. Dieser Roman bringt den Leser zum Reflektieren, zum Nachdenken, zum Hinterfragen. Er zeigt, dass man nichts für die eigenen Wurzeln kann, und dass man sich nicht allzu sehr von ihnen beeinflussen lassen sollte. Er zeigt, dass es nur wichtig ist, welche Antworten man sich selbst gibt. Er zeigt, dass man selbst für sein Schicksal verantwortlich ist, und dass es bei uns selbst liegt, es in die Hand zu nehmen.

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298 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 151 Rezensionen

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So wie die Hoffnung lebt

Susanna Ernst
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2016
ISBN 9783426519059
Genre: Liebesromane

Rezension:


Meine Meinung:

Charaktere:
Jonah ist der männliche Protagonist; aus seiner Sicht ist der Großteil des Romans verfasst worden. Da der Roman in zwei Teile geteilt ist, in die Jugendjahre der Protagonisten sowie später die frühen Dreißiger, lernt man zwei Versionen der Charaktere kennen. Jonahs Kinderselbst ist sehr, sehr reif, sehr überlegt, sehr weise und intelligent, und praktisch ein wenig überreif. Er kommt viel älter als seine (zumindest anfänglichen) 13 Jahre rüber, was mich anfangs etwas verwirrt hat, da für mich ein definitiv erwachsenes Bild von ihm entstand, das mit dem elf jährigen Selbst von Katie interagiert. Teilweise war das für mich etwas skurril, jedoch gewöhnt man sich mit der Zeit daran.
Jonahs älterem Selbst merkt man diese Weisheit jedoch nicht mehr sonderlich an. Er ist ein sehr rastloser Mensch, dessen gesamtes Leben auch nach 17 Jahren noch um seine Jugendliebe volviert, und der praktisch nur von den Erinnerungen an sie lebt und zehrt, was mir etwas unlogisch erschien, aber das ist sicher Ansichtssache. Seine Entwicklung hat man jedoch nicht kommen sehen, somit habe ich diese weisen Züge Jonahs sehr vermisst.

Katies früheres Selbst ist jedoch kongruent mit ihrem älteren. Sie verändert sich nicht sonderlich, gewinnt etwas an Lebenserfahrung dazu, behält jedoch ihre unsichere Art, die einem mit der Zeit ans Herz wächst. Wir bekommen zwar nicht so oft Einsicht in ihr Seelenleben, die wenigen Einblicke, die wir jedoch bekommen, reichen vollkommen aus, um den Leser über ihre Gefühle und ihre Gedanken ins Bilde zu setzen. Sie wird vom Schicksal sehr gebeutelt, was sie dem Leser natürlich nur noch mehr sympathisch macht.

Milow kommt - zu meinem persönlichen Leidwesen - fast ausschließlich im ersten Teil des Romans vor. Er ist ein stets fröhlicher, optimistischer Mensch, der allem immer die positive Seite abgewinnen kann. Auch er verändert sich kaum bis gar nicht, er ist praktisch die einzige Konstante in Jonahs Leben.

Die Charaktere lernt man praktisch fast ausschließlich durch Konversationen kennen, wobei auch Beschreibungen helfen. So werden sie aber alle sehr liebevoll charakterisiert, nur den Nebencharakteren fehlt ein wenig die Tiefe. Aber darüber kann man entspannt hinwegsehen, denn über die gesamte Spanne des Romans nehmen die beiden Protagonisten bei weitem den meisten Platz ein.

Handlung:
Die Handlung beweist eine erstaunliche Schlüssigkeit, sowie auch eine generelle Logik. Die romantischen Aspekte werden wundervoll beschrieben, dabei aber nicht mit Kitsch überladen. Man fühlt sich jederzeit voll in die Handlung mit eingebunden, es mangelt nie an Realismus. Auch wenn es mir ab und zu detailweise an Logik gemangelt hat, was aber stets Kleinigkeiten waren, war ich grundsätzlich sehr zufrieden. Was mir jedoch am Schluss wirklich gefehlt hat: das Rezept für den Kuchen "Pears in Heaven". Die Autorin versteht sich darauf, ihren Lesern Hunger zu machen.

Fazit:
Ich bedaure, dass ich diesem Buch keine fünf Sterne geben kann - die hebe ich mir für das absolut perfekte Buch auf, wo nicht einmal ich noch einen Kritikpunkt finde - aber auch so bin ich vollauf zufrieden mit dem Roman, da er nicht nur ein Liebesroman war, sondern auch Krimipotential bewies und hinsichtlich der Vergangenheit der Kinder im Heim auch schwer verdauliche Aspekte hatte. Was ich auch begrüße ist die Verbindung zwischen dem Titel und dem Roman - da hat Susanna Ernst auch poetisches Talent bewiesen.

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877 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 202 Rezensionen

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Glück ist, wenn man trotzdem liebt

Petra Hülsmann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 10.06.2016
ISBN 9783404173648
Genre: Liebesromane

Rezension:

Meine Meinung:

 

Charaktere

Isabelle ist die Protagonistin, sie alleine begleitet man auf ihrem Weg durch den Roman. Anfangs wird sie als sehr dominant, ein wenig streitsüchtig vielleicht, jedoch sehr bestimmend und vor allem sehr organisiert beschrieben. Sie muss immer alles planen, weiss sehr genau, was sie zu welcher Uhrzeit an welchem Wochentag macht und ist glücklich in diesem Leben. Mir war sie zwar nicht umgehend sympathisch, aber es gefiel mir, dass sie sich so offen als Individuum auszeichnete. Dies änderte sich leider im Laufe des Romans. Ihre individuellen Charakterzüge traten mehr in den Hintergrund, und sie verlor sich ein wenig im Mary-Sue-Meer. Wer sich davon jedoch nicht stören lassen möchte, wird Isa mögen und lieben lernen. Sie kämpft ungeheuer für die Dinge, die ihr wichtig sind, wie beispielsweise ihren zukünftigen Blumenladen oder auch ihren Traummann. Wenn sie einmal etwas gefunden hat, lässt sie es nicht so schnell wieder los.

Jens ist ein eigensinniger Kopf, den ich nie wirklich kennengelernt habe. Für mich blieb er immer ein wenig unnahbar, aber das war auch eine Eigenschaft, die ihn auszeichnete. Er war zumal wirklich witzig, und hat mich laut auflachen lassen, doch mit seinem Gefühlsausbruch, der nun eher untypisch für ihn war, hat er mich wirklich überrascht, denn hätte ich nicht gewusst, dass Isa und Jens das Protagonistenpaar werden, hätte ich das nie kommen sehen. Doch er kann trotz seiner ruppigen Art sehr wohlüberlegt und sanftmütig sein. Alles in allem ein sehr sympathischer Mann, doch ich hätte ihn gerne besser kennengelernt.

Merle ist einfach bezaubernd. Ich habe sie geliebt, denn ich konnte mich hundertprozentig mit ihr identifizieren. Sie ist in vielerlei Hinsicht mein perfektes Ebenbild, also kann ich sie wohl nicht sehr objektiv beurteilen. Tut mir leid.

Alex ist – was sicherlich auch die Absicht war – mir ein wenig zu glatt. Er ist zu perfekt, und das mag ich nicht wirklich, weshalb er auch nicht mein Traumkandidat wäre. Doch die Story, die sich mit ihm entwickelt, hat mich wieder zum Lachen gebracht – Kompliment an die Autorin.

Handlung

Ja, ja, ja! Dies war nun endlich einmal wieder ein sehr guter Liebesroman von einer deutschen Autorin, und es hat mir unendlich viel Spass gemacht, ihn zu lesen! Einen einzigen Punkt habe ich lediglich anzumakern – mir war ein bisschen zu wenig Liebe, beziehungsweise Romantik,  im Spiel. Natürlich ist das Geschmackssache. Aber diese ständigen Konversationen zu dem Thema, die Isa wirklich mit jedem führt – mit Jens, Alex, Merle, Knut (hier mal ein grosses Shoutout an ihn – er ist eine wirklich knuffige Person!) , Irina, ihrer Mutter, ihren Freunden, etc. etc. … Es hat mich hungrig gemacht! Vor allem Jens‘ Ausspruch, dass Liebe auch Death Metal  und Schweinestall ist, bedarf meinerseits ein wenig Demonstration. Aber das ist ganz sicher Ansichtssache. Ach ja, auch die Sache mit Tom fand ich ein wenig grenzwertig, das war mir ein wenig zu dick aufgetragen, wie er rübergekommen ist. Ansonsten – ganz ehrlich, ein toller Roman.

Fazit

Ich mochte diesen Roman wirklich, wirklich gerne, und war auch sehr begeistert von den Charakteren! Es hat einfach Spass gemacht, mit Isa mitzufiebern, ihre teilweise kindlichen Auffassungen zu verfolgen, ihren Wandel mitzumachen. Sie war eine tolle Führerin durch ihr Leben, und der Roman hatte auch einige Plot Twists, die man nicht unbedingt kommen sieht.

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Monday Club - Der zweite Verrat

Krystyna Kuhn , Carolin Liepins
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 09.05.2016
ISBN 9783789140624
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung:

Handlung:
Der steigende Spannungsgrad, der im ersten Band aufgebaut wurde, steigt grundsätzlich weiter - und das ohne grosse Hänger, was mich persönlich beeindruckt, denn Leerlaufstellen gibt es keine. Der Monday Club wird hier viel mehr eingebracht als im ersten Teil, was mich persönlich anspricht, da er ja der Namensgeber der Trilogie ist.
Trotzdem muss ich gestehen, dass es für mich einfach ein paar zu viele Tote in diesem Band gibt, und das gesamte Geschehen zieht so schnell am Leser vorbei, es geht buchstäblich Schlag auf Schlag, und das war mir persönlich zu schnell. Auch hat mich gestört, dass manche Annahmen Fayes und ihrer Freunde fast keine Grundierung aufweisen, sie sind teilweise ein wenig aus der Luft gegriffen und manchmal unlogisch - wohl, um die Handlung in die richtige Richtung zu weisen. Zudem gab es für mich in diesem Band einfach zu viele Geheimnisse, denn es häuften sich immer mehr zu lösende Probleme für die Fünf an, und es gelang ihnen aber nicht bei einem einzigen, es zu lösen. Meiner Meinung nach ist das einfach zu viel, und wird für den Leser frustrierend, wenn überhaupt gar nichts aufgelöst wird. Der Cliffhänger am Ende war aber wieder grandios.

Die Charaktere:
Faye: Die Verwandlung von der Schlafenden zur halbwegs Wachen, die Faye durchmacht und die auf den Covern dargestellt wird, ging mir hier ein wenig zu ruckartig. Faye traut plötzlich keinem mehr, und das war in Band 1 noch anders, wenn ich mich erinnere. An einer Stelle war auch davon die Rede, dass sie keinem ausser ihrem Dad mehr trauen wolle, und später vertraut sie alles ihren Freunden und Luke an, aber vor ihrem Vater flieht sie ohne Unterlass - auch das hat mich ein wenig an der Logik zweifeln lassen. Aber im Grunde macht sie eine wichtige Entwicklung zur hoffentlich starken Heldin durch. Was mir ebenfalls gefällt, ist, dass sie noch immer an Amy festhält.
Luke: Er ist immer noch sehr unnahbar, stets ausserhalb der Reichweite des Lesers, und ich für meinen Teil bin mir nicht gänzlich darüber im Klaren, was Lukes Absichten eigentlich sind. Der Teil, der die Umschläge geklaut und Faye etwas zumindest verschwiegen wenn nicht gar belogen hat, passt für mich nicht wirklich zu dem Teil, der Missy umsonst bei sich wohnen lässt und sich um sie kümmert. Er ist einfach, obwohl er immer da ist, vollkommen unnahbar. Ich wünsche mir wirklich, dass wir ihn im letzten Teil wenigstens ein bisschen kennenlernen - er ist einer von den vielen ungelösten, sich auftürmenden, schon oben erwähnten Geheimnissen.
Um ehrlich zu sein, waren das für mich die Protagonisten. Josh ist für mich noch weniger greifbar als Luke, da man von ihm immer nur den Aspekt der "Liebe" zu Faye mitbekommt - aber selbst da bin ich mir manchmal nicht sicher, ob sie wahr ist. Nicht im Sinne davon, dass er sie nicht wirklich glaubt, dass er sie liebt, sondern dass es zwischen den beiden einfach so ist, dass sie sich immer geliebt haben, und gar nicht wissen, wie es ohne diese Liebe ist, und so aus Gewohnheit zusammen sind. So, Monstersatz abgeschlossen. Und die anderen - nun ja, es mangelt mir einfach ein Beschreibungs- und Entwicklungsmaterial. Selbst  bei der Antagonistin, denn ich bin mir nicht einmal sicher, ob sie die wahre Antagonistin ist - ihr merkt, es bleibt alles offen.

Fazit:
Ein sehr spannendes Buch, und kein typischer zweiter Lückenfüllerroman. Trotzdem mangelt es mir hier und da zu sehr an Logik oder Detailverliebtheit, als dass ich fünf Sterne vergeben könnte.

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Die tödlichen Talente des Mr. Diehl

Bradford Morrow , Hans-Christian Oeser
Flexibler Einband: 286 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 07.03.2016
ISBN 9783458361336
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meine Meinung:

Die Charaktere:
Nun, von Charakteren kann man in diesem Fall eher nicht sprechen. Der einzige Charakter, der hier wirklich vorkommt, ist der Protagonist Will, und die Nebenrollen seiner Frau Meghan, seines verstorbenen Schwagers Adam, seines Freundes Atticus und des Antagonisten Henry Sladers. Aber die werden lediglich durch Will charakterisiert, man bekommt nur Vermutungen und Verdachte übermittelt, seine Erlebnisse mit ihnen wiedergegeben, mit seiner Meinung und seinen Gedanken zu ihren psychischen Vorgängen.
Will aber ist ein sehr interessanter und vielschichtiger Charakter, und vor allem, ein sehr schön geschriebener Charakter. Man kommt nie, bis zum Schluss nicht wirklich dahinter, was er nun wirklich denkt, da viele Anspielungen gemacht werden und dem Leser viel Freiraum zum interpretieren gelassen wird. Für ihn gibt es einen Stern.

Die Handlung:
Tja, es fällt mir schwer hierzu etwas zu schreiben. Es gab leider keine wirkliche, fesselnde Handlung; nach den ersten zehn Seiten auf denen der Mord beschrieben wird werden erst einmal vergangene Erlebnisse rezitiert, was immer mal wieder im restlichen Buch passiert; bei den meisten Erlebnissen weiss man jedoch nicht wirklich, welchen Bezug sie zu den Geschehnissen der Gegenwart haben. Es folgt nur noch das schnöde Alltagsleben, hier fehlt komplett die Spannung und um ehrlich zu sein auch jegliches Interesse meinerseits, das Buch weiterzulesen, und erst auf den letzten zehn Seiten erfolgt die Aufklärung. Insgesamt hätte man den Roman also auf zwanzig Seiten kürzen können. Das ist unglaublich schade, denn vor allem durch den Schreibstil versprach der Roman etwas Unglaubliches zu werden.

Der Schreibstil war für mich das absolute Highlight. Ich kann nicht genug über ihn schwärmen, man fühlt sich einfach zurückversetzt in die Zeit Doyles, und diese Satzkompositionen sind Erfindungen der reinsten Art, so etwas habe ich wahrlich erst einmal in meinem Leben gelesen, und selbst dort nicht in dieser Fülle. Leider lässt der Schreibstil den Leser bzw. den Autor auf den letzten, entscheidenden zehn Seiten der Aufklärung im Stich, was dem Ganzen leider einen Abbruch tut. Trotzdem gibt es für den Schreibstil einen dicken Stern.

Fazit:
Abgesehen vom Schreibstil drängt hier leider nichts, weiterzulesen, auch wenn die Wendung am Schluss vom Anfang her gesehen unerwartet war. Trotzdem konnte man schon ab der Mitte des Romans sagen, wie er enden würde - es gab zu viele unnötige  Verstrickungen.

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Albertos verlorener Geburtstag

Diana Rosie , Gabriela Schönberger
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.02.2016
ISBN 9783426653937
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung:
Die Handlung
Der Aufbau des Buches gefiel mir sehr gut, da es für mich etwas Neues war. Es wird immer erst ein Kapitel aus der Gegenwart erzählt, und dann eines aus Albertos Vergangenheit,die aus der Vergangenheit laufen chronologisch rückwärts aus seinem Leben, und es ist so gedeichselt worden, dass im vorigen Kapitel immer etwas erwähnt wird, was dann im nächsten näher erläutert und aufgeklärt wird. Das hält den Leser natürlich bei der Stange und macht Lust auf mehr!
Der Schreibstil war gut, jedoch nicht aussergewöhnlich, wie ich finde. Jedoch war er einfach und man konnte somit leicht in die Geschichte hineinfinden und mit den Charakteren sympathisieren.

Die Charaktere
Hier muss meiner Meinung nach  zwischen den Charakteren aus der Vergangenheit und deren der Gegenwart unterschieden werden, da ich finde, dass diese aus der Vergangenheit besser ausgearbeitet und detaillierter beschrieben wurden als diese der Gegenwart. Das finde ich natürlich schade, denn es macht den Gesamteindruck ein wenig zunichte. Der kleine Alberto ist etwas Besonderes, ein stiller, schweigsamer Junge, der seine Probleme verdrängt hat und nichts mit den anderen Kindern zu tun hat.
Der "alte" Alberto jedoch ist ein typischer Grossvater, genauso wie sein Enkel Tino ein typischer Enkel ist. Hier ist etwas gespart worden, finde ich.

Fazit
Trotz allem hatte das Buch einige emotionale Stellen, die mich sehr berührt haben, und übermittelt natürlich die Nachricht, dass die Familie sehr, sehr wichtig in unserem Leben ist. Es war ein nettes, dahinplätscherndes Buch. Ich gebe 3.75 Sterne.

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