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69 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

golfplatz, mord, golf, abgeschlagen, katrin schön

Abgeschlagen

Katrin Schön
E-Buch Text
Erschienen bei Midnight, 05.06.2017
ISBN 9783958191167
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört habe, wurde es als "Cosy Crime zum Schmunzeln" beworben. Das hat mir sehr zugesagt, da ich ein großer Fan des Cosy Crime bin und solche Bücher sehr gerne lese.
Für mich ist immer wichtig, dass es zwar nicht zu blutig und actiongeladen zugeht, aber Spannung muss sich dennoch einstellen. Diese Balance zu finden, gelingt nicht immer - Katrin Schön hat das aber gut hinbekommen.

Mein größter Kritikpunkt sind die Beschreibungen, in welchen sich die Autorin hier ergeht. Bis ins letzte Detail lässt sie sich über die Landschaft und - das besonders gern - die Kleidung der Personen aus. Ärgerlich daran war zum einen, dass diese meist komplett unnötig waren, zum anderen haben sie mir oftmals die Spannung genommen.

Davon einmal abgesehen, hat mir vieles richtig gut gefallen! Ganz oben auf der Liste stehen die Charaktere. Nachdem ich über die ausführlichen Beschreibungen hinweggekommen bin, waren mir insbesondere Lissie und Sebastian, "ihr" Kommissar, sehr sympathisch.
Die beiden passen als Ermittlerduo gut zusammen. Während Lissie sehr auf ihren Bauch hört, neugierig ist und sich daher gerne in Dinge einmischt, die sie nichts angehen, achtet Sebastian schon eher auf Vorschriften - schließlich muss er sich dann auch mit den Konsequenzen herumschlagen. So kann er die impulsive Lissie zurückhalten, wenn sie wieder einmal über die Stränge schlägt, aber sie kann auch Dinge ins Laufen bringen, weil sie ihrer Nase folgt.

Zudem, wie oben schon einmal angesprochen, wird dieses Buch nicht zu blutig, sondern ist wirklich ein COSY Crime, das zudem das Versprechen hält, mich zum Schmunzeln gebracht zu haben. Lissie mit ihrer Ungeduld und Sebastian mit seiner oftmals grummeligen Reaktion darauf haben mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
Ich fand es auch schön, dass im Buch deutlich wird, wie sehr Lissie Sebastian am Herzen liegt, ohne das daraus ein Tara gemacht wird. Die sich anbahnende Romanze zwischen den beiden stiehlt der Kriminalgeschichte nicht die Schau, sondern trägt eine leichte und witzige Note zum Buch bei.

Insgesamt haben mich zwar die vielen ausführlichen Beschreibungen immer wieder irritiert, dennoch ist dieses Buch spannend, ohne in einen Thriller umzuschlagen, und witzig - genau so, wie ein gutes Cosy Crime sein sollte.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

rugby, lass uns spielen, kat latham, liebe, london legends

London Legends - Lass uns spielen

Kat Latham
E-Buch Text: 303 Seiten
Erschienen bei Lyx.digital, 05.01.2017
ISBN 9783736305021
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ehrlich gesagt bin ich an dieses Buch vor allem mit der Erwartung gegangen, eine locker leichte Unterhaltung für ein paar Stunden zu haben. Letztendlich bin ich zwar förmlich durch die Seiten geflogen, aber das lag nur teilweise an dem angenehmen Schreibstil, der leicht zu lesen ist. Hauptsächlich lag es daran, dass mich dieses Buch richtig positiv überrascht hat.
Seit meinem Jahr in England bin ich ein großer Fan des Landes. Ein persönlicher Grund, aus dem ich dieses Buch mochte, ist, dass mich viele Kleinigkeiten an Großbritannien erinnert haben und ich mich richtiggehend dorthin zurückversetzt gefühlt habe. Schon allein, dass im Buch ein Tee angeboten wird, wenn Gäste kommen oder die Protagonisten Tee statt Kaffee in sich hineinschütten – wie bekannt mir das vorkommt!
Hinzu kommen aber auch Protagonisten, die mich überzeugen konnten. Insbesondere Libby entspricht nicht wirklich der typischen „Heldin“ eines Liebesromans. Sie ist taff, eine Pilotin, die genau weiß was sie will, dafür hart arbeitet und schon viel erreicht hat. Entsprechend selbstbewusst ist sie. Sie braucht keinen Mann, um für sich zu sorgen. Gleichzeitig ist sie sehr sympathisch und mir schnell ans Herz gewachsen. Ihr Selbstbewusstsein sprengt nicht die Grenzen; insbesondere als sich die Sache zwischen Matt und ihr entwickelt, merkt man, dass sie ins Rudern kommt und nicht so genau weiß, was sie tun soll. Also keine über-selbstbewusste Frau, die exakt weiß was sie will und den Typen eigentlich auch schon in der Tasche hat, sondern eine, die auch mal ins Straucheln kommt und mit der man sich identifizieren kann.
Und dann ist da noch die Dynamik von den beiden, die sich in meinen Augen von vielen anderen Liebesromanen abhebt. Zum einen ist Libby sechs Jahre älter als Matt und – hallo – wann gibt’s das schon in den Romanen?! Ich fand es schön zu lesen, dass dies eine Sache ist, die Matt an ihr liebt. Selbstverständlich liebt er sie auch aus anderen Gründen und findet sie körperlich anziehen, aber ihre Ruhe und Gelassenheit ziehen ihn an und dazu trägt auch die Tatsache bei, dass sie ein bisschen älter ist als er. Außerdem sagt auch Matt über sie, dass sie erst auf den zweiten oder dritten Blick schön wirkt, keine „drop dead“-Schönheit ist, vor der die Männer auf die Knie fallen.
Außerdem merkt man, dass die beiden schon seit Jahren befreundet sind, denn sie kennen sich sehr gut und nehmen sich gegenseitig hoch, wie es nur gute Freunde können. Das ist echt witzig zu lesen und zum Charme des Buches beigetragen. Gleichzeitig schlägt das Buch immer wieder sehr ernste Töne an, die das Buch stellenweise herzzerreißend machen.
Im Buch geht es viel darum, Kompromisse zu finden und die eigenen Ängste zu überwinden. Die Probleme der beiden verschwinden nicht auf magische Weise, nur weil sie zueinander finden. Sie arbeiten zusammen daran, diese zu überwinden und wachsen dadurch zusammen. In Liebesromanen, besonders aus dem YA- und NA-Genre, ist mir in letzter Zeit immer mal wieder aufgefallen, dass in den Büchern mit dem Spaß nicht unbedingt aufgehört, nur weil eine Person, vorzugsweise das Mädel, nein sagt. Zu dem „consensual sex“ gibt es auch einen Haufen (englischsprachiger) Artikel, daher ist das etwas, worauf ich mittlerweile mehr achte. Das war hier nicht der Fall: Es wurde immer von beiden Seiten sehr deutlich gemacht, dass sie es wollen. Zwar werden auch hier Grenzen ausgetestet, aber doch immer zusammen und die Beziehung wächst daran.
Und obwohl zwischen den beiden nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen herrscht, folgt das Buch nicht dem 0815-Schema von „verlieben – einer baut Mist – versöhnen“. Auch das war in meinen Augen ein Pluspunkt.
Insgesamt kann ich London Legends wirklich nur empfehlen. Es ist eine vergnügliche Lektüre, die mich positiv überrascht hat.

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170 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 78 Rezensionen

literatur, frankreich, fiktion, identität, schriftstellerin

Nach einer wahren Geschichte

Delphine de Vigan , Doris Heinemann
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 24.08.2016
ISBN 9783832198305
Genre: Romane

Rezension:

Bei einer Party lernt die zurückhaltende Autorin Delphine die elegante L. kennen und ist von ihr beeindruckt. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Doch L. sorgt mit ihrer leidenschaftlichen Meinung, dass Delphine ein wahres und kein fiktionales Buch schreiben soll, bei dieser für Verunsicherung, die schließlich dazu führt, dass Delphine nicht mehr schreiben kann. L. übernimmt immer mehr Aufgaben für sie und distanziert Delphine von deren Freunden. So ist sie allein, als sie merkt, dass L. ihr immer ähnlicher wird.

Auf Vorablesen.de konnte ich die Leseprobe des Buches lesen und wollte danach unbedingt wissen, wie es weitergeht; ob es der Autorin gelingt, auch im weiteren Verlauf des Buches die Spannung aufrechtzuerhalten, die sich bereits in der Leseprobe entwickelt. Nach dem Lesen kann ich sagen: ja, es gelingt ihr. Dieses Buch hat meine Erwartungen eindeutig erfüllt, womöglich sogar noch übertroffen.
Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. De Vigan beschreibt zunächst, wie sich die Freundschaft zwischen ihr und L. entwickelt, doch da sie immer wieder Andeutungen fallen lässt, dass die Freundschaft kein gutes Ende nimmt, ist man voller Erwartung. Man will unbedingt wissen, was zwischen ihr und L. vorfällt, wie und wodurch die Freundschaft in die Brüche geht. Hinzu kommt ein Ende, dass für mich gleichzeitig befriedigend und enttäuschend war und so schnell bestimmt nicht in Vergessenheit gerät. So wird das Buch zu einem Pageturner, der mich nicht mehr losgelassen hat und sogar Gegenstand meiner Träume wurde.
Gleichzeitig spielt die Autorin mit Fantasie und Realität und vermischt die beiden so geschickt, dass man sich während des Lesens unwillkührlich immer fragt: Was ist autobiographisch? Was ist Fiktion? Gut möglich, dass auch dies einen Reiz des Buches ausmacht, der unbedingte Wille zu erfahren, wie viel auf der Wahrheit beruht.
Hinzu kommt, dass mir der Schreibstil sehr gut gefallen hat. Da es aus Delphines Sicht geschrieben ist, kann man sich sehr gut in sie einfühlen. Ich fand es auch erstaunlich, dass ich mich oft mit ihr identifizieren konnte, obwohl sie aus einer ganz anderen Altersgruppe mit ganz anderen Erfahrungen und Sorgen kommt. Dennoch viel es mir meistens sehr leicht, mich in sie einzufühlen, ihre Handlungen und Gedanken zu verstehen.

Ich kann euch dieses Buch nur empfehlen, es ist eine spannende Geschichte über die Mischung von Realität und Fantasie und hat mich lange beschäftigt.

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

trommelfeuer, sabine fischer

Trommelfeuer

Sabine Fischer
E-Buch Text
Erschienen bei Egmont LYX.digital, 01.07.2016
ISBN 9783736303744
Genre: Liebesromane

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

belletristik, hühnerzucht, locked room mystery, erschossen, serie

Death in the Tunnel (British Library Crime Classics)

Miles Burton
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei The British Library Publishing Division, 10.05.2016
ISBN 9780712356411
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich liebe die Krimi-Klassiker, die von der British Library neu aufgelegt wurden. Mal davon abgesehen, dass die Bücher toll in der Hand liegen, sind es auch jedes Mal spannende Krimis, aus der Hochzeit britischen Krimis, in erster Linie aus den 20er und 30er Jahren.
Auch Death in the Tunnel bildet da keine Ausnahme. Dieses Locked-Room-Rätsel stellt nicht nur die Ermittler sondern auch den Leser vor Rätsel. Es braucht zwar die ersten rund 50 Seiten um Fahrt aufzunehmen, aber von da an stellt jede neue Enthüllung ein ganz eigenes Rätsel dar.
Das ist zumindest der Fall, bis Merrion seine Vermutungen anstellt; schon kurz vor Schluss wird dadurch klar, wer verantwortlich ist. Das ist für mich der einzig Kritikpunkt an diesem Cosy Crime: Es wird zu früh klar, wer der Täter ist.
Merrion und Arnold haben mich stellenweise sehr an Hercule Poirot und seinen Inspector Japp erinnert, mit dem Einfallsreichtum des Einen und dem Willen des Anderen, jedwede Lösung anzunehmen - nur, um den Fall abschließen zu können. Auch der Fall an sich und die letztendliche Lösung hätten von der Queen of Crime kommen können. Allerdings ist Merrion um einiges zugänglicher als Poirot und nimmt ausschließlich eine beratende Rolle ein.
Wenn man einmal davon absieht, dass die Lösung des Falles zu schnell klar wird, hat dieses Buch viel Ähnlichkeit mit Büchern über Poirot. Eine Sache macht dieses Buch aber doch besser: in meinen Augen bekommt man einen stärkeren Einblick in die 1930er Jahre, beispielsweise wenn es um technische Dinge geht. Poirot könnte theoretisch auch heute spielen, aber Merrion und Arnold sind ganz eindeutig Kinder ihrer Zeit und könnten niemals in das Heute verwurzelt werden.

Für Liebhaber des Cosy Crime und Fans von Agatha Christie ein tolles Buch, dessen einziger Schwachpunkt die frühe Ahnung über den Verantwortlichen ist.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Geheimnis der Signora: Ein Fall für Commissario Casini

Marco Vichi
E-Buch Text: 320 Seiten
Erschienen bei Bastei Entertainment, 23.08.2016
ISBN 9783732537914
Genre: Sonstiges

Rezension:


Ich bin ein großer Liebhaber von Cosy Crime-Büchern und nach einem solchen hat sich dieses Buch angehört. Zudem gefallen mir die Bücher mit Commissario Brunetti sehr gut, daher konnte ich der Möglichkeit, einen weiteren italienischen Kommissar für mich zu entdecken.
Mal abgesehen von seiner Liebe zu gutem Essen und gutem Wein unterscheidet sich Commissario Casini zwar grundlegend von Brunetti, sympathisch war er mir dennoch. Er ist ein mürrischer Brummbär, der sehr unter der sommerlichen Hitze leidet und allerlei, für einen Polizisten, merkwürdige Freunde um sich schart und auch mit 53 noch von der großen Liebe träumt. In Sicht ist diese allerdings nicht.
Obwohl mir die wichtigste Person also schon einmal sympathisch war, konnte ich mich trotzdem nicht wirklich für dieses Buch erwärmen. Ein Großteil des Buches dreht sich gar nicht um den Fall, sondern handelt von Casinis Freunden und seiner Zeit als Soldat während des Zweiten Weltkriegs. Obwohl ich dafür grundsätzlich immer offen bin, da ich mich für den Zweiten Weltkrieg interessiere, war es mir doch zu viel. Letztendlich sollte es hier um die ermordete Signora und weniger um Casinis Vergangenheit gehen.
Außerdem hatte ich oft das Gefühl, dass mir der Autor unbedingt einhämmern wollte, dass Casini eine bestimmte Charaktereigenschaft hat. Das hatte nichts mehr von subtilem Anzeigen und Andeuten, sondern die Subtilität einer Keule, die man über den Kopf gezogen bekommt.
Bei mir hat sich entsprechend wenig Spannung eingestellt.

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52 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

eutin, roman, familiengeheimnis, petra pfänder, liebe

Im Schatten der Bräutigamseiche

Petra Pfänder
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 18.07.2016
ISBN 9783956495748
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem ich vor kurzem einen echten Glücksgriff gelandet habe mit einem Buch, dass ebenfalls ein Stück weit einen 08/15-Plot als Grundlage hatte und von Briefen aus der Vergangenheit handelt, habe ich mich sehr auf Im Schatten der Bräutigamseiche gefreut. Nicht nur, dass ich die Idee mit der Bräutigamseiche sehr romantisch finde, ich hatte auch ein bisschen die Hoffnung, mehr über die deutsche Vergangenheit zu lernen.
Insgesamt bin ich also mit recht hohen Erwartungen an diese Geschichte herangegangen – und wurde enttäuscht.
Es fängt damit an, dass dieses Buch sehr, sehr vorhersehbar ist. Es gab keine überraschenden Wendungen, keine kleinen Wunder. Daneben gab es auch keinerlei originelle Personen oder schlagfertige Gespräche.
Besonders mit den Personen bin ich nicht warm geworden. Sie sind wandelnde Klischees. Es ist ja schön und gut, einen klischeehaften Charakter einzubauen, aber wenn das Buch nur so vor solchen Charakteren wimmelt, dann macht das keinen Spaß mehr. Für mich ein Problem war, dass dies auch auf Protagonistin Johanna zutrifft, die mir nicht sympathisch wurde. Ich fand ihr Verhalten komplett irrational. Sie hatte keine Ahnung, was sie eigentlich will. Besonders auf ihre Gefühle bezogen ist mir das sehr auf die Nerven gegangen, denn sie zieht sich wirklich haarsträubende Argumente herbei, warum es mit einer Beziehung nicht funktionieren sollte. Die Probleme, die in diesem Buch aufkommen, wirkten auf mich sehr gezwungen.
Auch das Ende war mir viel zu schnell und viel zu einfach. Das trifft besonders auf das Rätsel aus der Vergangenheit zu, weitet sich aber auch auf die „Gegenwart“ aus, sodass ich nach dem Epilog dasaß und dachte: „Das war’s schon?!“
Gut gefallen haben mir die Landschaftsbeschreibungen. Denn diese ufern nicht zu sehr aus, schaffen es aber, die Atmosphäre schön darzustellen und haben die Landschaft vor meinen Augen erstehen lassen. Auch Johannas Gefühle in Bezug auf den Tod ihrer Großmutter waren meiner Meinung nach schön dargestellt und hier konnte ich mich sehr gut in sie einfühlen – was mir später leider nicht mehr gelungen ist.

Dieses Buch ist ein wandelndes Klischee mit einem enttäuschenden Schluss und Protagonisten, mit denen ich nicht warm wurde. Überzeugen konnte mich nur die Umgebung und wie sie beschrieben wurde.

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

krieg, gegenwart, unerfüllte liebe, schicksal, zeitzonen

Als unsere Herzen fliegen lernten

Iona Grey
E-Buch Text: 609 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 16.05.2016
ISBN 9783641162054
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich interessiere mich sehr für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs, daher konnte ich diesem Buch nicht widerstehen, handelt es doch von einem Aspekt, über den ich bisher wenig wusste: die Amerikaner in England.
Die ersten rund hundert Seiten haben sich ein wenig gezogen. Die Personen wurden eingeführt, man hat über die jeweiligen Lebensumstände erfahren, aber bis die Handlungsstränge zusammengeführt wurden, hat es sich gezogen und war wenig spannend. Doch danach mausert sich die Geschichte richtig.
Ich fand es spannend zu erfahren, wie das Leben für die einfachen Menschen an der „Heimatfront“ aussah. Toll daran war vor allem, dass man nicht mit vielen Erklärungen und langen Beschreibungen erschlagen wurde, sondern es der Autorin gelang, die Atmosphäre der Zeit wiederzugeben. Für die Menschen ist der Krieg ein Stück weit zum Alltag geworden und das spiegelt sich darin wieder, dass kein großes Aufheben um Dinge wie Rationierungen, Lebensmittel aus dem eigenen Garten und Hilfsbereitschaft unter Nachbarn gemacht wird. Die Menschen unterhalten sich darüber, aber letztendlich ist es Alltag. Und als solcher wird er von der Autorin dargestellt.
Gut fand ich auch, dass Iona Grey einige Themen anspricht, ohne dass das Buch dadurch überladen wirkt. Als roter Faden zieht sich natürlich die Liebe zwischen Dan und Stella durch das Buch und somit auch die Anwesenheit der Amerikaner in England. Darüber wird viel berichtet: Tanzlokale und ausgelassen Flirts gehören dazu, ebenso wie die Abneigung mancher Engländer gegenüber den Amerikanern, welche sie als „Besatzung“ ansahen. Daneben werden aber auch andere, „kleinere“ Themen angesprochen. Schwul sein, beispielsweise, das damals unter Strafe stand. Auch erbärmliche Verhältnisse in den sogenannten Nervenheilanstalten. Und, am Aufwühlensten für mich, die Ehe von Stella, die nach der Liebesgeschichte zu Dan am meisten Raum einnimmt. Anhand dieser wird verdeutlich, welch niedrige Stellung die Frau zu der Zeit hatte – obwohl sie damals schon in den Rüstungsfabriken und in vielen weiteren Bereichen arbeiteten. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir dieser Spruch von Stellas Ehemann: „Was in einem ehelichen Schlafzimmer geschieht ist vollkommen legal und geht niemanden etwas an.“ Das waren damals die traurigen Tatsachen, aber es hat mich beim Lesen dennoch krank gemacht.
Iona Grey ist es bei mir auch meisterlich gelungen, immer wieder die Hoffnung zu wecken, dass Stella und Dan es schaffen. Und als ich das Ende gelesen habe, bin ich in Tränen ausgebrochen. Nachdem ich ein halbes Päckchen Taschentücher verbraucht habe, bin ich am nächsten Morgen aufgewacht, habe an dieses Ende gedacht und bin gleich wieder in Tränen ausgebrochen. Es ist sehr emotional und man möchte nicht, dass es so endet.

Also eine dicke Leseempfehlung von mir – aber haltet unbedingt die Taschenbücher bereit!

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1.159 Bibliotheken, 5 Leser, 13 Gruppen, 65 Rezensionen

thriller, jane rizzoli, krimi, boston, mord

Schwesternmord

Tess Gerritsen ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 11.12.2006
ISBN 9783442366156
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich bin kein besonders großer Fan von Thrillern, dafür ein umso größerer Fan der Fernsehserie Rizzoli & Isles. Daher sind die Bücher von Tess Gerritsen mehr oder weniger die einzigen Thriller, welche ich lese.
Schwesternmord war Nummer zwei für mich, ist allerdings der 4. Band der Reihe.
Was die Erfüllung meiner Erwartungen angeht, sind diese Bücher immer eine Mischung aus Enttäuschung und Freude. Enttäuscht bin ich, weil sich Rizzoli & Isles und ihre literarischen Vorbilder so wenig ähneln. Ein Reiz der Fernsehserie machen für mich die Freundschaft der beiden Frauen und die schlagfertigen Dialoge der beiden aus. Diese gibt es in den Büchern leider nicht.
Dennoch sind diese keinesfalls schlecht. Auf den ersten zehn Seiten hat für mich schon das Gruseln angefangen, ich bin mit einer Gänsehaut in die Geschichte gestartet. Es wird in erster Linie aus der Sicht von Dr. Maura Isles erzählt und ich habe regelmäßig den Atem angehalten.
Toll fand ich, wie oft hier mit typischen Thriller-Elementen gespielt wird. Ich saß oft vor dem Buch und dachte, dass gleich etwas Unschönes passiert – nur um dann von einer harmlosen Szenen überrascht zu werden. Gleichzeitig haben sich einige der unschuldigsten Szenen in nervenaufreibende Episoden gewandelt.
Obwohl sich die literarischen und TV-Protagonisten wenig ähneln, war es mir ein Genuss, über Isles Suche nach ihrer Vergangenheit und Rizzolis Suche nach dem Mörder zu lesen. Auch ohne schlagfertige Dialoge, die geprägt sind von der Freundschaft, sind die beiden intelligente, mitfühlende, sympathische Frauen, die es auf ihrem jeweiligen Gebiet weit gebracht haben. Eine meiner liebsten Szenen dreht sich um Jane Rizzoli, welche dieser Fall um ermordete Schwangere besonders belastet, ist sie selbst doch hochschwanger. Am Ende ruft sie ihren Mann an, weil sie sich nach dessen Nähe sehnt. Da sich das Buch, wie bereits erwähnt, zum größten Teil um Dr. Isles dreht, erhält man recht wenig Einblick in Rizzolis Gefühlsleben. Sie wird in erster Linie als toughe Polizistin dargestellt und wahrgenommen. Diese Szene haucht ihrer Figur ein bisschen mehr Leben ein und lässt sie eben nicht nur als Polizistin sondern auch (werdende) Mutter und Privatperson erscheinen.

Ein rundum gelungenes Buch, welches nicht nur mit viel Spannung, sondern auch glaubwürdigen – und teilweise sympathischen – Figuren aufwartet. Ein Pageturner, den ich trotz seiner 415 Seiten an einem Tag verschlungen habe.

Im Übrigen: Leidenschaftliche Thriller-LeserInnen finden dieses Buch vermutlich um einiges weniger gruselig und spannend. Aber mir, als Cosy Crime-Fan, war es gruselig und spannend genug :)

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Tags: thriller   (1)
 

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49 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

blind, geheimnis, verlieben, leichte lektür, gefühle

Seit ich dich gefunden habe

Kat French , Andrea Härtel , Christine Weber
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.06.2016
ISBN 9783956495755
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als ich den Klappentext zu diesem Buch gelesen habe, konnte ich nicht widerstehen. Schon länger wollte ich wieder einmal eine "Liebesgeschichte mit Handicap" lesen, da in diesen meist ernste Töne mitschwingen und mir das gut gefällt.
Über dieses Buch gibt es viel Gutes zu sagen. Zum einen hat die Autorin einen wirklich wunderbaren Schreibstil. Mühelos kann man sich in die Personen einfühlen, mit ihnen leiden und lachen. Zum Lachen gibt es hier auch einiges, denn neben der Romantik kommt auch die Komik nicht zu kurz. Zudem ist die Entwicklung der Personen, insbesondere von Honey, sehr schön, realistisch und überzeugend dargestellt. Man kann miterleben, wie sie sich von einer Frau, die nicht so recht weiß, wo sie im Leben steht, zu einer selbstbewussten Frau entwickelt, die für sich und ihre Lieben kämpft. Und die Nebenpersonen - ich weiß gar nicht, wo ich anfangen sollen! Liebens- und lesenswert! Allein für diese lohnt es sich, das Buch zu lesen.
Weniger gut gefallen hat mir in erster Linie, dass die Gefühle zwischen Hal und Honey sich in meinen Augen zu schnell und zu einfach entwickeln. Im einen Augenblick werfen sie sich über den Hausflur Beleidigungen an den Kopf, im nächsten liegen sie sich in den Armen und knutschen. Außerdem hat man in meinen Augen die Blindheit zu oft unter den Tisch fallen lassen. Vielleicht ist Honey nur ein besserer Mensch, als ich es bin, aber sie macht sich nicht einmal Gedanken darüber was diese Blindheit bedeutet - für Hal und für ein gemeinsames Leben.

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154 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

rock kiss, stalker, rockstar, liebesroman, nalini singh

Rock Kiss - Ich will alles von dir

Nalini Singh , Patricia Woitynek
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.07.2016
ISBN 9783736301702
Genre: Liebesromane

Rezension:


Als begeisterte Leserin der vorherigen Rock Kiss-Bücher, konnte ich die Lektüre dieses Bandes kaum erwarten. Nicht nur, dass die Reihe in meinen Augen mit jedem Buch ein bisschen besser wird, die vorherigen Bücher haben auch meine Neugier geweckt. Bereits im ersten Buch, bei Fox & Molly, wird angedeutet, dass da etwas zwischen Kit und Noah lief und dementsprechend gespannt war ich, wie die beiden denn nun zusammenfinden.
Auch in diesem Buch spielt das Trauma eines Protagonisten eine große Rolle, nimmt aber in diesem Buch noch einmal mehr Raum ein. Es geht weniger darum, sich über die eigenen Gefühle klar zu werden, sondern um den Umgang mit diesem Trauma.
Eben jenes ist in diesem Fall ein Geheimnis für den Leser und Nalini Singh schafft es sehr gut, die Spannung auf die Auflösung aufzubauen und zu erhalten, ohne den Bogen zu überspannen.
Wo mir der erste Band noch zu kitschig war, hat dieser hier genau meinen Geschmack getroffen. Perfekte Lektüre für zwischendurch, welche dennoch ernste Untertöne hat.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Peril at End House

Agatha Christie
Flexibler Einband: 287 Seiten
Erschienen bei Harpercollins Publishers, 04.06.2001
ISBN 9780007119301
Genre: Sachbücher

Rezension:


Vor kurzem habe ich den Beginn der Verfilmung mit David Sachet gesehen - wohl gemerkt nur den Anfang! Ich brauchte dieses Buch also unbedingt, um zu wissen, wie es endet und wer dem armen Mädel etwas antun will.
Außerdem sind die Bücher von Agatha Christie immer lesenswert, ich habe mich also entsprechend auf die Lektüre gefreut.
Auch diesmal hat Christie mich nicht enttäuscht. Das Buch ist nicht besonders lang, daher hatte ich es an einem freien Tag gelesen. Es war spannend zu lesen und wie üblich bin ich genau den Wegen gefolgt, die Christie wollte - und wurde dann von Poirot widerlegt. Das passiert mir jedes Mal, in jedem Buch von Christie, obwohl ich mir jedes Mal vornehme, mich nicht auf die Schippe nehmen zu lassen.
Auch in einem anderen Punkt hat dieses Buch meine Erwartungen erfüllt: das Ende war komplett unvorhersehbar und überraschend. Wieder einmal saß ich am Schluss mit offenem Mund vor dem Buch.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

scheibenwel, fremdsprachige bücher, terry pratchett, fantasy, hexen

Maskerade: (Discworld Novel 18) (Discworld series)

Terry Pratchett
E-Buch Text: 321 Seiten
Erschienen bei Transworld Digital, 27.05.2009
ISBN 9781407034997
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der 18. Band der Scheibenwelt-Romane hat mir wieder vor Augen geführt, warum ich diese Reihe und die Welt, in der sie spielt, liebe.
Der letzte Band, den ich gelesen habe, Die volle Wahrheit, konnte mich leider nicht so begeistern wie vorherige Bücher von Pratchett. Nun frage ich mich, ob es möglicherweise an der Übersetzung liegt, denn dieser Band hatte wieder alles, was ich mir erhofft habe.
Die Hexen, die ihre weiche Seite um gar keinen Preis zeigen wollen, sind mir noch immer die liebsten und dementsprechend hat es mir viel Spaß bereitet, über diese zu lesen.
Pratchett hat wieder einige überraschende und gleichzeitig urkomische Wendungen eingebaut, welche dieses Buch spannend machen und mir gleichzeitig oft vor Lachen die Tränen in die Augen getrieben haben. Dabei waren es oft die kleinen Dinge und nicht die großen Wendungen, welche den Unterschied gemacht haben. Wenn Granny Weatherwax beispielsweise zur Pediküre geht, rechnet alle Welt, insbesondere der Leser und die Fußpflegerin, mit "missgestalteten Klumpen" - zu Vorschein kommen aber perfekt geformte und gepflegte Füße. Terry Pratchett macht daraus unglaublich witzige Szenen.
Hinzu kommt auch hier wieder, dass ein Teil "unserer" Welt auf die Schippe genommen wird, in diesem Fall die Oper und ganz besonders Das Phantom der Oper. Im Übrigen sind viele der Anspielungen auf diese spezielle Oper auch für Laien verständlich. Ich selbst habe Das Phantom der Oper nie gesehen, aber wenn man eine ungefähre Ahnung von der Handlung hat, reicht das schon.
Mit dem Englisch hatte ich keine Probleme, allerdings muss man in Bericht ziehen, dass ich seit rund einem Jahr in England wohne und dementsprechend schwer einschätzen kann, inwiefern das Englisch für Nicht-Muttersprachler ein Problem ist.

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Tags: hexen, oper, scheibenwel, terry pratchett   (4)
 

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Saladin

John Man
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Transworld Publ. Ltd UK, 23.04.2015
ISBN 9780593073735
Genre: Sachbücher

Rezension:

Als ich vor kurzem in der Buchhandlung dieses Buch gesehen habe, ist mir aufgefallen, dass ich eher wenig über Saladin weiß. Okay, wenn ich ehrlich bin, gar nichts. Also ist das Buch bei mir eingezogen und beim Lesen hat sich gezeigt, dass mir wieder einmal ein Glücksgriff gelungen ist.
Zunächst einmal, und für mich sehr wichtig, ist, dass dieses Buch auch für Laien verständlich ist. Es bietet einen Einstieg in die islamische Welt des 12. Jahrhunderts, beschreibt verschiedene Gruppierungen und deren Feindschaft, bevor es sich Saladin widmet. Auf die Umstände seiner Umwelt wird aber nicht nur eingegangen, um es dem Leser einfacher zu machen, Vorgänge und Ereignisse zu verstehen. Der Autor schließt daraus auch auf bestimmte Wesenszüge, die Saladin zeigte. Gegen später geht Man auch auf die europäische Geschichte ein, im Zusammenhang mit den Kreuzzügen.
All diese eher nüchternen Dinge lassen sich wunderbar lesen. Das Buch hat mehr etwas von einem Roman als einem Sachbuch, immer mal wieder baut der Autor auch Witz oder Sarkasmus in die Biografie ein.
Vielleicht die größte Errungenschaft dieses Buch ist es, dem Leser den Islam näher zu bringen. In einer Zeit wie dieser, vor dem Hintergrund von zu vielen islamistischen Terroranschlägen, ist ein Verständnis für andere Personen, Lebensstile und Glaubensrichtungen unglaublich wichtig. Und das macht dieses Buch unglaublich wichtig. Hier taucht regelmäßig der Begriff „Jihad“ auf. John Man differenziert Saladins Auffassung von „Jihad“ sehr deutlich von dem Dschihad, der heute von Selbstmordattentätern verbreitet wird. Ihm ging es in erster Linie um die Verteidigung des eigenen Glaubens gegen die christlichen Eindringlinge. Und dies geschah zwar durchaus mit militärischer Gewalt, aber auch mit großem gegenseitigen Respekt beispielsweise zu Richard I. Löwenherz, Ritterlichkeit und einer Großzügigkeit, die manchmal schon fast an Dummheit grenzte.
Hinzu kommt, dass dieses Buch das Bild eines mittelalterlichen Islams zeichnet, welcher modern, wissensdurstig, weltoffen und, meiner Meinung nach, dem mittelalterlichen Christentum um einiges überlegen war. Es ist nicht schwer, Teile davon im heutigen Islam wieder zu erkennen. Vielleicht trägt dies dazu bei, dem Islam eine Haltung entgegenzubringen, wie dieser sie zu Saladins Zeit dem Christentum entgegengebracht hat.
Sehr interessant fand ich, wie viele Parallelen man zwischen der damaligen Zeit und der Gegenwart ziehen konnte. Nicht nur die moderne Führungsgestalt eines Saladin, sondern beispielsweise auch extreme Islamisten, die alles niedermetzelten, was nicht ihrer Glaubensrichtung entsprach. Und wo wir gerade über die moderne Führungsgestalt Saladin sprechen: toll fand ich, dass ein Kapitel der Frage gewidmet wurde, was Saladin zu einer so populären Führungsperson gemacht hat und was auch heute noch einen guten Anführer ausmacht. Auch hier war erstaunlich, wie viele Parallelen sich ergeben haben.

Für mich gibt es also für dieses Buch eine Leseempfehlung und ich habe mir fest vorgenommen, mehr Bücher über den Islam zu lesen und diese Religion besser kennenzulernen.

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paris, liebe, buch, geschichte, aufdecken

Paris ist immer eine gute Idee

Nicolas Barreau , Sophie Scherrer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 07.12.2015
ISBN 9783492302470
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nachdem ich bereits vor einigen Jahren Das Lächeln der Frauen von Nicolas Barreau gelesen habe und begeistert davon war, konnte ich diesem Buch nicht widerstehen.
Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht: das Buch ist berührend geschrieben und bringt auch wieder das typische französische Lebensgefühl rüber. Mir hat gut gefallen, dass Barreau in diesem Roman besonders zu Beginn viel mit den Klischees über Französinnen und Amerikaner spielt.
Auch wie sich Rosalie und Robert annähern, fand ich schön beschrieben. Man spürt, wie sich die Gefühle füreinander entwickeln. Die beiden stürzen sich nicht einfach kopfüber in die Beziehung, sondern lernen einander kennen.
Man kann sich richtig schön in die Protagonisten einfühlen und mit ihnen leiden, lieben und lachen.
Weniger gut hat mir gefallen, dass die ganz große Geschichte um das Kinderbuch in meinen Augen schon recht schnell vorhersehbar war. Lange vor der Auflösung konnte man sich schon denken, wie diese aussieht.
Davon einmal abgesehen ist es aber ein schönes Buch für ein paar entspannte Stunden.

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Tags: buch, liebe, paris   (3)
 

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venedig, oper, italien, krimi, dirigent

Venezianisches Finale

Donna Leon
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.05.2012
ISBN 9783257231717
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem ich schon den ein oder anderen Fall mit Brunetti gelesen habe, dachte ich, dass es an der Zeit wäre, einmal den ersten Fall zu lesen.
Aus den vorherigen Büchern war ich gewohnt, dass es mir beim Aufschlagen des Buches immer so vorkam, als ob ich mich in einen gemütlichen Sessel setze und vergnügliche Stunden mit einem guten Freund verbringe. Über Brunetti zu lesen hat immer etwas heimeliges. Nicht die Krimis sind nicht besonders spannend, aber doch genau das richtige für laue Sommerabende, vielleicht einem Wein und Knabbereien.
Gut hat mir gefallen, dass man zwar einerseits in ein Netzwerk geschmissen wird, dass bereits um Brunetti besteht - die Ehe zu Paola, die beiden Kinder, auch den Vice-Questore Patta gibt es schon. Aber es wird doch mehr auf die einzelnen Personen eingegangen, mehr erklärt. Es hat zwar grundsätzlich kein anderes Licht auf die jeweilige Person geworfen, aber erhellend fand ich es trotzdem. Besonders nett fand ich in dem Zusammenhang einen Einblick in die Anfänge der Beziehung zwischen Guido und Paola.
Meine Befürchtung, dass man am Schreibstil und dem Aufbau der Geschichte merken könnte, dass es sich hier um den ersten Teil handelt, hat sich nicht bewahrheitet. Tatsächlich unterscheidet er sich, abgesehen von den ausführlicheren Beschreibungen der Personen, in meinen Augen nicht von anderen Brunetti-Büchern, die ich bisher gelesen habe.
Als sehr schön habe ich auch in diesem Band wieder die Beziehung zwischen Guido und Paola empfunden. Diese nimmt nie zu viel Raum ein, sondern trägt noch mehr zu der Person Brunetti bei und macht ihn um einiges sympathischer und realistischer.

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liebe, erotik, sex, dna, labore

Valiant

Laurann Dohner
Flexibler Einband: 316 Seiten
Erschienen bei Ellora's Cave Publishing Inc, 01.08.2012
ISBN 9781419967092
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Idee, die hinter diesem Buch steckt, finde ich toll. Eine Firma kreuzt menschliche und tierische DNA und führt Experimente an ihnen durch. Nachdem diese New Species, wie sich selber nennen, befreit werden, bauen sie eine eigene Gesellschaft in Reservaten auf.
Valiant ist der dritte Band der Reihe und, laut Rezensionen auf Goodreads, ist der Protagonist, der - oh Wunder! - Valiant heißt, um einiges animalischer als die Protagonisten der vorherigen beiden Bücher.
Wie gesagt: die Idee ist super. Allerdings fand ich bei der Umsetzung das ein oder andere mangelhaft. Zum einen die Entwicklung der Gefühle. Wo sich bei Valiant der rasche Aufbau der selben noch mit seiner Natur erklären lässt, immerhin ist es sein Traum, eine Gefährtin zu haben, scheint sich Tammy einfach in die Beziehung zu schmeißen. Bei ihr schien es mir, als wäre sie nur auf den, natürlich bombastischen, Sex scharf. Zum anderen gibt es bereits ganz am Anfang eine Szene, bei der Valiant unbedingt mit ihr Sex haben will, Tammy aber mehr oder weniger angsterstarrt ist vor der Aussicht, ihm auch nur näher zu kommen. Vor dem Hintergrund des verschärften Sexualstrafrechts in Deutschland und dem bekannten englischsprachigen Slogan "'No' does not mean 'convince me'" empfand ich das als problematisch. Denn genau das passiert hier (und auch in zwei weiteren Bänden, die ich gelesen habe) regelmäßig: die Frau sagt nein, der Mann redet und macht und tut und verführt und bekommt am Schluss doch seinen Willen (also Sex). Das hat mich sehr gestört und deshalb gibt es von mir nur 3 von 5 Sternen. Ich werde auch keine weiteren Bücher der Serie kaufen - das ist mir das Geld nicht wert.

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Tags: erotik, fantasy, liebe, sex   (4)
 

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england, glaube, andrew michael hurley, fanatismus, roman

Loney

Andrew Michael Hurley , Yasemin Dincer
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 09.09.2016
ISBN 9783550081378
Genre: Romane

Rezension:

Zuallererst hat mich an diesem Buch das Cover angesprochen: obwohl es schlicht ist, kann man quasi das Mysteriöse fühlen. Nach der Lektüre muss ich sagen: es passt zu diesem Buch wie die Faust auf’s Auge.
Bereits von der ersten Seite herrscht eine Spannung, die es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen und bei mir für einen massiven Buch-Hangover gesorgt hat. Diese Spannung zeigt sich nicht durch wilde Verfolgungsjagden, sondern in erster Linie dadurch, dass man von Anfang an merkt, dass da etwas passiert ist – etwas Schreckliches – und man unbedingt erfahren möchte, was dieses Etwas denn nun ist. Hurley arbeitet viel mit Andeutungen und zwischen den Zeilen steht noch einmal so viel, wie im eigentlichen Text. Dabei ist es zwar durchaus so, dass man als Leser auf die Folter gespannt wird, aber der Bogen nicht überspannt wird. So bekommt man immer mal wieder ein Häppchen hingeworfen und verliert dementsprechend auch die Lust nicht.
Für mich haben einen Reiz des Buches die Charaktere ausgemacht. So war mir beispielsweise „Mummer“, die Mutter von Henny und Tonto, von Anfang an unsympathisch. Aber sie ist nicht „die Böse“, sondern verzweifelt, und das wird in einigen ihrer Handlungen sehr deutlich. So konnte ich sie zwar bis zum Schluss nicht leiden, aber bemitleidet habe ich sie doch immer wieder. Es gibt nicht das eindeutig Böse und mit diesen ambivalenten und sehr realistischen Figuren erlebt man auch ein Wechselbad der Gefühle. Letztendlich ist die Tatsache, dass alle wichtigen Charaktere in diesem Buch nicht nur gut oder nur böse sind, eines der Dinge, welche dieses Buch so unglaublich realistisch machen.
Hinzu kommen Landschaftsbeschreibungen, die dafür sorgen, dass man ein sehr genaues Bild vor Augen hat. Das, obwohl Hurley weniger sich in Details zergeht und ellenlange Passagen über windgebeugte Hütten und Bäume schreibt, sondern es schafft, das Gefühl für diesen Ort im Leser wachzurufen. Ich kann mir gut vorstellen, dass The Loney für jeden Leser unterschiedlich aussieht, denn es geht nicht darum, wie der Ort aussieht, sondern wie er wirkt.
Neben der Frage, was es denn nun mit der Babyleiche auf sich hat und was damals passiert ist, zieht sich noch ein zweites wichtiges Thema durch das Buch: der Glaube an Gott. Mir haben die hier beschriebene Pilgergruppe und ihre Auffassung von Glauben oftmals bitter aufgestoßen. Das lag daran, dass ich kein besonders gläubiger Mensch bin und das Aufzwingen des Glaubens sowie die Auffassung von Gottes Willen, wie sie hier wiedergegeben wird, mir dementsprechend wenig zusagen. Um einiges erschreckender war für mich aber, dass es so unglaublich realistisch wirkt. Man kann sich sehr gut vorstellen, dass es genau so geschehen ist.

Loney hat mich sehr gefesselt, besonders durch Protagonisten, die realistischer nicht sein könnten, und Hurleys Gabe, viel mehr zu sagen, als eigentlich da steht – und dadurch Spannung aufzubauen, die das Buch zu einem echten Pageturner und einer riesigen Leseempfehlung machen.

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hercule poirot, agatha christie, krimi

Death on the Nile

Agatha Christie
Flexibler Einband: 333 Seiten
Erschienen bei Harpercollins, 01.02.2011
ISBN 9780062073556
Genre: Klassiker

Rezension:

Obwohl dieses Buch zu den dickeren Büchern über Poirot zählt, hatte ich keine Probleme damit, es zu lesen. Es war wirklich spannend zu erfahren, wie sich dieser Krimi entwickelt. Das beginnt schon auf der ersten Seite damit, dass sich ein echtes Beziehungsdrama vor dem Leser entwickelt und man nun darauf wartet, wer denn ermordet wird.
Auch die Emotionen und Charakterzüge der einzelnen Personen sind wieder so detailgenau dargestellt, dass man diese beim Lesen direkt vor sich sehen kann.
Und auch in diesem Buch schafft es Agatha Christie wieder den Leser an der Nase herumzuführen, sodass man meint, man hat jetzt den Durchblick und weiß genau, wer der Täter ist - und dann haut Poirot (bzw. Christie) eine Aufklärung heraus, bei der man mit offenem Mund vor dem Buch sitzt. Gemein ist dann auch immer, dass sie nach der Aufklärung der Identität des Mörders/der Mörderin erstmal ein neues Kapitel beginnt und die Handlung wieder ein bisschen heruntergekühlt. Ich saß auf wie auf glühenden Kohlen, denn vorblättern geht auch nicht - man will ja nichts verpassen!
Was mir allerdings in diesem Buch zum ersten Mal so richtig aufgefallen ist und ein bisschen irritiert hat, ist, dass Poirots Fälle sich gerne in einer mehr oder weniger abgeriegelten Umgebung abspielen. Die Zahl der möglichen Täter ist von Anfang an auf einen (meist kleinen) Kreis Personen beschränkt. Das einzige Buch, das ich bisher gelesen habe und bei dem das nicht der Fall ist, ist The ABC Murders.
An und für sich muss man allerdings auch bei diesem Buch sagen: Spannung und Überraschung bis zur letzten Seite - ein echter Pageturner!

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Tags: agatha christie, hercule poirot, krimi   (3)
 

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simon jenkins, geschichte, sachbuch, england

A Short History of England

Simon Jenkins
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Profile Books Ltd, 18.09.2012
ISBN 9781846684630
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bereits auf der ersten Seite des Buches wird klar, dass es ein durch und durch britisches Buch ist. Solche Arroganz kann nur ein Brite in einige wenige Sätze legen. Dennoch habe ich mich auf dieses Buch gefreut, denn auch nach fast einem Jahr in diesem Land kenne ich nur die groben Eckdaten der englischen Geschichte (darauf legt Simon Jenkins bereits im Prolog wert: es ist Englands Geschichte und nicht die britische) und wollte dies mit A Short History of England nun ändern.
Die ersten paar Kapitel ziehen sich ein wenig, da jeweils mehrere hundert Jahre in einem Kapitel behandelt werden und man mit Namen und Zahlen nur so erschlagen wird. Ab William dem Eroberer (1066) gibt sich das dann aber und fast immer wird pro Kapitel ein Monarch behandelt. Von da an konnte ich auch mit vielen Ereignissen etwas anfangen, was mir die Sache erleichtert hat.
Spätestens mit William intensiviert sich, was sich bereits im Prolog abzeichnete: eine unglaubliche Arroganz und ein Stolz auf die eigene Geschichte, die mich teilweise sehr störten. Vielleicht liegt es daran, dass man in Deutschland nur selten einen solchen Solz auf die eigene Geschichte erlebt (und dieser meistens aus der rechten Ecke kommt), aber mir hat das ein bisschen sauer aufgestoßen.
Hinzu kommt, dass zwar auch die Massaker beispielsweise an afrikanischen Stämmen angesprochen werden, aber ich nie das Gefühl bekommen, dass man im Nachhinein irgendeine Art von Mitleid, Mitgefühl oder Scham empfindet. Natürlich ist das mittlerweile um die 200 Jahre her, aber sogar ich habe diese Gefühle beim Lesen empfunden.
Zugute halten muss man dem Buch, dass es sich ab William dem Eroberer spannend wie ein Roman liest. Selbstverständlich bekommt man immer noch die ein oder andere Jahreszahl hingeklatscht, aber es lässt nach und lässt sich super lesen.

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Tags: england, geschichte, sachbuch, simon jenkins   (4)
 

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krimi, hercule poirot, fremdsprachige bücher, agatha christie, mord

The Murder on the Links (Poirot)

Agatha Christie
E-Buch Text: 275 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 14.10.2010
ISBN 9780007422562
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der zweite Krimi um den kleinen belgischen Detektiv Hercule Poirot konnte mich voll überzeugen. Wieder einmal wird man als Leser von Agatha Christie in die Irre geführt, folgt genau dem Gedankengang, den sie subtil andeutet - und dann werden die eigenen Schlussfolgerungen von einem kleinen Mann mit komisch Kopfform und noch komischerem Schnurrbart in der Luft zerpflügt. Vielleicht das Herausragendste an diesem Buch ist, wie oft dies geschieht. Allein auf den letzten rund hundert Seiten denkt man regelmäßig: "Also jetzt ist ja wohl klar, wer der Mörder ist", nur um doch wieder von einem Twist oder einer Enthüllung in der Geschichte in die Irre geleitet zu werden.
Einen weiteren Reiz an der Geschichte hat ausgemacht, dass Christie einen weiteren Detektiv ins Spiel gebracht hat. Der Pariser geht mit "modernen" Methoden an die Sache heran (und ähnelt dabei stark Sherlock Holmes, wenn auch ohne dessen Genialität) und so entwickelt sich die Auflösung dieses Mordes auch ein Stück weit zu einem Wettkampf zwischen den beiden Detektiven und ihren Ermittlungsmethoden.

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Tags: agatha christie, hercule poirot, krimi, mord   (4)
 

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scheibenwelt, zauberer, brand, travel, reise;

The Colour Of Magic

Terry Pratchett
E-Buch Text: 293 Seiten
Erschienen bei Transworld Digital, 26.12.2008
ISBN 9781407034379
Genre: Fantasy

Rezension:

Auch mit diesem Buch schafft Terry Pratchett es wieder einmal, einen der Aspekte des Lebens zu parodieren und uns die eigene Welt vor Augen zu führen.
Als der erste Tourist nach Ankh Morpork kommt, stellt er damit die Stadt und, im weiteren Verlauf der Geschichte, die ganze Scheibenwelt auf den Kopf. Den mit seiner gutgläubigen Naivität bringt er sich und seinen "Fremdenführer" immer wieder in brenzlige Situationen. Diese werden immer wieder auf überraschende Weise gelöst und es ist gleichzeitig sehr lustig, dem Touristen, Twoflower, und seinem Touristenführer "zuzuhören". Wo Twoflower jedeGefahr als "Original" und "typisch" für die Region ansieht und unbedingt erleben will, muss der andere in seinem Bemühen, Twoflower in einem Stück nach Hause zu bringen, immer wieder über seinen eigenen Schatten springen.
Obwohl es einerseits eine sehr unterhaltsame Fantasy-Geschichte mit zwei eher ungewöhnlichen Helden ist, legt Pratchett doch auch den Daumen auf Aspekte unseres täglichen Lebens und spitzt Situationen und Verhalten, die wir alle kennen, zu. So erlebt man, wie verschiedene Personen und Gruppierungen auf die Ankunft des Touristen reagieren: von Hotelbesitzern, die das Unwissen des Ortsfremden ausnutzen, über den bereits genannten Fremdenführer, bis hin zu Gruppierungen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, mehr Touristen anzulocken. So sehr man über diese Lachen kann (denn letztendlich ist es auch ein lustiges Buch), wurde ich doch immer mal wieder nachdenklich. Das Verhalten Twoflowers kann zwar meistens als übertrieben angesehen werden, aber es kam auch vor, dass es sehr genau der Wahrheit entsprach und dem, wie sich Touristen heute verhalten. Da das Buch 1983 veröffentlicht wurde, kann ich schwer abschätzen, inwiefern sich Touristen damals schon so verhalten haben. Aber wenn sich dieses Verhalten erst in den vergangenen 30 Jahren entwickelt hat, ist es doch erschreckend, wie sehr wir mittlerweile einem überspitzten Bild aus einem Fantasy-Roman von vor 30 Jahren entsprechen.

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Tags: scheibenwelt, terry pratchett, tourismus   (3)
 

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nikki heat, krimi, englisch, berühmtheiten, buch

Naked Heat

Richard Castle
Flexibler Einband: 435 Seiten
Erschienen bei Hyperion, 16.06.2011
ISBN 9780786891368
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich finde die Fernsehserie einfach toll, daher konnte ich nicht widerstehen, als ich dieses Buch, den zweiten Teil der Serie um Nikki Heat, gesehen habe. Das erste Buch, Heat Wave, fand ich schon toll. Daher hatte ich die Hoffnung, dass mich dieses Buch nicht enttäuschen wird. Tatsächlich konnte es meine Erwartungen voll erfüllen.
Auch hier hat man wieder eine Mischung aus Spannung, Action und den witzigen Wortgefechten zwischen Heat und Rook. Die beiden arbeiten, ganz entgegen Heats Wünschen, in diesem Buch miteinander, da Rook das Opfer, eine bekannte Klatschreporterin, persönlich kannte.
Natürlich sind auch hier wieder die Parallelen zwischen den Personen des Buches und der Serie recht offensichtlich, exakt die gleichen sind sie aber nicht, besonders was das Private angeht.
Ich bin zwar ein Fan der Fernsehserie, aber ich habe nicht alle Folgen gesehen, daher kann ich nicht abschätzen, inwiefern die Bücher nur Handlungen aus der Serie wiedergibt. Ich fand sie auf jeden Fall spannend und die Wendungen, die dieser Fall nimmt, haben mich immer wieder überrascht. Ein, zwei Dinge waren vorhersehbar, aber auch das fand ich in Ordnung, denn auch echte Kriminalfälle sind manchmal vorhersehbar.
Einen Reiz der Bücher macht auch die Tatsache aus, dass es tatsächlich erscheint, als hätte Richard Castle aus der TV-Serie die Bücher geschrieben. Die Titel, Cover, Widmungen und sogar die Werbung im Buch sind alle genau auf die Serie zugeschnitten.
Es hat einfach Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich kann es nur empfehlen.

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harry potter, stein der weisen, j.k. rowling, the philosopher's stone, magie

Harry Potter and the Philosopher's Stone. Illustrated Edition

Joanne K. Rowling
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury UK, 06.10.2015
ISBN 9781408845646
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Mir hat dieses Buch super gefallen (super wie in: groß geschrieben, mit 5 Millionen Us drin und 3 Millionen Ausrufezeichen hintendran).
Zum einen finde ich die Illustrationen toll. Es sind gerade genug, um ein richtig schönes Bild von der Zaubererwelt zu zeichnen und gleichzeitig nicht zu viele, um dass das Buch überladen wirkt. So wird doch noch einiges der eigenen Fantasie überlassen. Das fand ich besonders gut, da ich bisher nicht alle Harry Potter-Filme gesehen habe und auch nicht das dringende Verlangen verspüren, daran etwas zu ändern. Bisher haben mir immer die Bücher und meine eigene Fantasie gereicht und ich will mir das nicht komplett durch die Filme nehmen lassen.
Zum anderen ist natürlich auch die Geschichte an sich immer wieder schön zu lesen. Wieder einmal habe ich gemerkt, dass ich an immer den gleichen Stellen zu kichern anfange und bei immer den gleichen Stellen die Luft anhalte - das hat sich in den zehn Jahren seit dem ersten Lesen nicht geändert.

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Tags: harry potter, illustriert, j.k. rowling, the philosopher's stone   (4)
 

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bulgarien, afrika, indien, reportagen, reisen

Der entfesselte Globus

Ilija Trojanow
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 09.02.2008
ISBN 9783446230309
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich finde es unglaublich schwer, für dieses Buch eine Rezension zu schreiben (und schiebe es schon seit ein paar Tagen vor mir her). Ich kann nicht wirklich in Worte fassen, wie sehr mich dieses Buch beschäftigt.
Im Wesentlichen erzählt Ilija Trojanow Episoden aus seinem Leben (der gute Mann ist ganz schön herum gekommen in der Welt) bzw. lässt das ein oder anderem Mal eine andere Person erzählen. Mit diesen Anekdoten und Erfahrungen führt er dem Leser vor Augen, wie absurd die westliche Welt oft ist und spricht dabei sowohl hochaktuelle Themen an, als auch Dinge, die mir nie bewusst waren, bevor ich dieses Buch gelesen habe.
Wenn ich an die Lektüre zurückdenke, so hat wohl eine Episode aus Südafrika bei mir am meisten Eindruck hinterlassen. Trojanow berichtet, wie sich ganz Südafrika über den Gewinn der Rugby-WM durch ein "weißes" Team freute, während vier Jahre später Weiße jubelten, als die "schwarze" Fußballmannschaft ein Spiel verlor. Vielleicht hat mich diese Geschichte so sehr beschäftigt, weil Rassismus auch in Deutschland zu einem immer präsenteren Thema wird und sie letztendlich auch aufzeigt, wie weit Rassismus gehen kann.
Obwohl die Geschichten nicht "spannend" sind, wie man es von Krimis kennt, schafft Trojanow es, den Leser richtiggehend in das Geschehen zu ziehen. Er schreibt sehr anschaulich, sodass man die Personen, über die er berichtet, vor sich sehen kann. 
Ein lesenswertes Buch, das ich mir sehr zu Herzen genommen habe und das mich noch immer beschäftigt.

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