Charlotte_Marie

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erste liebe, jugendbuch, annika, meer, levian

Mittelmeersplitter

Theresa Sperling
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Lektora-Verlag, 27.09.2016
ISBN 9783954610792
Genre: Romane

Rezension:

Die erste große Liebe ist wohl einer der einschneidendsten Erlebnisse im Leben eines jeden Einzelnen von uns. In tausenden Songs, Filmen und Büchern werden uns die Symptome eines bzw. einer Verliebten aufgezählt: Schmetterlinge im Bauch, Flausen im Kopf und so viele Endorphine im Blut, dass man tänzelnd durchs Leben läuft. Die besten Lovesongs enden meist in diesem Stadium. Filme und Bücher erzählen häufig noch von der ersten und daher schmerzvollsten Trennung, die einen am Leben zweifeln lässt und die man letztendlich doch überlebt. Nach einiger Zeit ist man froh, dass man diese Flut an Gefühlsextremen hinter sich hat und ist nun bereit für „etwas Ernstes“.
Theresa Sperling jedoch gibt gerade der ersten Liebe eine Ernsthaftigkeit und eine Wahrhaftigkeit, die den Leser von der ersten Seite an fesselt.

Levian ist der Neue. Der Außenseiter. Der Freak, dessen Mutter und Bruder angeblich ermordet wurden. Er ist anders, nicht nur weil er älter aussieht als all die anderen Zehntklässler, er ist auch ignorant und verschlossen und interessiert sich nicht für das Gerede seiner Mitschüler. Annika hingegen scheint das Paradebeispiel einer 16-Jährigen zu sein: Sie spielt Klavier, tanzt Ballett und ist weder beliebt noch unbeliebt. Doch seit dem Tag an dem Levian in ihre Klasse geht, gerät ihr Leben aus den Fugen. Die Faszination für ihn beherrscht ihr Denken, ihr Handeln und letztendlich auch ihr Leben. Sie erkennt in seinen Augen ihre größte Angst und offenbart somit nicht nur ihr eigenes sondern auch Levians Geheimnis, der Grund für seine vorgetäuschte Stärke, seine zunehmende Verletzlichkeit und seinen noch unerklärlichen Jähzorn. Das dieser Werdegang für Annika nicht gut ausgehen kann, ergibt sich schon aus dem Prolog, der ihr baldiges Ertrinken andeutet. Ob es sich wirklich um ein physisches Sterben oder ein Existenzverlust handelt bleibt offen, durch Einschübe aus dem Prolog weiß der Leser jedoch wie weit Annika noch „über der Wasseroberfläche schwimmt“.


Theresa Sperling schafft es auf diese Weise eine Kombination aus unglaublicher Spannung und einer so tiefen Einfühlsamkeit zu vermitteln, dass man den Roman kaum noch aus der Hand legen kann.
Besonders deutlich stellt sie heraus, dass die erste Liebe eben nicht nur aus Schmetterlingen im Bauch besteht. Jemanden zu lieben ist schwer, man braucht Mut! Mut zur Ehrlichkeit und Ernsthaftigkeit sich selbst, seinem Partner und der Beziehung gegenüber. Nicht wer jung ist liebt wirklich, sondern wer bereit ist seine Ängste und Geheimnisse zu teilen. Dass das mit 16 genauso schwer sein kann wie mit 61, hat Theresa Sperling mit diesem Roman bewiesen!

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