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58 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

england, heide, schweden, moor, mord

Die Lebenden und Toten von Winsford

Hakan Nesser , Paul Berf
Fester Einband: 420 Seiten
Erschienen bei btb, 15.09.2014
ISBN 9783442754496
Genre: Krimi und Thriller

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26 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

englisch, reise-/erfahrungsbericht, reiseberichte, humor

Neither Here Nor There

Bill Bryson
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Harpercollins, 11.07.2011
ISBN 0380713802
Genre: Sachbücher

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484 Bibliotheken, 11 Leser, 3 Gruppen, 17 Rezensionen

japan, haruki murakami, kafka, liebe, katzen

Kafka am Strand

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Flexibler Einband: 891 Seiten
Erschienen bei btb, 21.09.2009
ISBN 9783442740437
Genre: Fantasy

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135 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 44 Rezensionen

freundinnen, berlin, landleben, frauenroman, äpfel

Eva und die Apfelfrauen

Tania Krätschmar
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.10.2013
ISBN 9783442381128
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch ist ein Märchen - und zwar eines für große Mädels! Hier gibt es alles, was man so braucht: lupenreine Bösewichte, Prinzen und deren Gehülfen, die eben zur Abwechslung mal auf Traktoren und schweren Maschinen reiten, Romantik, Liebe, viel Gegend, jede Menge Rotwein, Prosecco und Apfelschnaps und gleich fünf ganz hervorragende und sympathische Prinzessinnen. 
"Eva und die Apfelfrauen" ist aber noch mehr. Ein Buch zum Wohlfühlen, zum Abschalten, zum Mutbekommen vor dem Älterwerden und zum Mutbekommen, die eigenen Träume zu leben. Aber vor allem ist es wirklich gute Unterhaltung auf die unprätentiöse, bodenständige Art. Den Anspruch, hier hochtrabende Literatur vorzufinden, sollte man vorab begraben, aber da würde man - wie passend - auch Äpfel mit Birnen vergleichen. 
Ich habe die Lektüre jedenfalls sehr genossen.
Dass ich trotzdem nur vier Sterne gebe, liegt daran, dass mich als geborene Pedantin die kleinen und leicht zu vermeiden gewesenen Fehler dann doch ein winziges bisschen genervt haben: "Zellulitis" ist z.B. eine entzündliche Gewebeerkrankung und wenn die Protagonistinnen die hätten, würden sie nicht so locker flockig im Sommerkleid zwischen ihren Apfelbäumchen herumhüpfen. Will sagen: "Cellulite" hätte es heißen müssen (ein Tipp für die nächste Auflage?). Der Mythos vom roten Tuch und dem Stier hält sich auch hartnäckig, dabei sind die Tiere farbenblind und es ist das Wedeln des Tuches, das sie beim Stierkampf wild macht und nicht die Farbe (andererseits:  Es ist ja auch nur dieser ganz bestimmtes Rindvieh, von dem hier die Rede ist, vielleicht ist das einfach ein bisschen speziell?). Mäuse enthalten keine Kohlenhydrate – außer dem bisschen Mageninhalt -, was sich ganz gut trifft, denn die sie verspeisenden Katzen brauchen die auch (fast) gar nicht. 
Solcherlei Ungenauigkeiten gab es also hier und da. 
Doch das sind Kleinigkeiten, die das Lesevergnügen nur ganz punktuell trüben. Und weil "Eva und die Apfelfrauen" eben – wie gesagt – ein Märchen ist, macht das knapp die Hälfte, schließlich haben sich die Brüder Grimm auch nicht drum gekümmert, dass Gänse keine goldenen Eier legen.
Da ich das Buch hier bei LovelyBooks zusammen mit einem Apfelbäumchen gewonnen habe, möchte ich mich auch noch einmal herzlich dafür bedanken!!!

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81 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

island, reise, gans, gewinn, trennung

Ein Schmetterling im November

Audur Ava Ólafsdóttir , Sabine Leskopf
Fester Einband: 355 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 21.10.2013
ISBN 9783458175810
Genre: Romane

Rezension:

Ich muss zugeben, ich habe an vielen Stellen dieses Romans gezweifelt. Gezweifelt, ob ich die Gedankensprünge der Protagonistin richtig folge oder nicht, ob verschiedene Dinge nun grausame Logikfehler sind, die dem Lektorat entgangen sind oder ob diese Textstellen genau so gewollt sind, ob Frau Olafsdottir nun großartig schreibt oder stellenweise sogar so holprig wie die isländische Landschaft. Ja, ganz einfach habe ich mich gefragt, was ich jetzt von dem Ganzen halten soll.

Was schon mal gut ist. Denn das bedeutet, dass mich der Roman nicht gelangweilt hat. Ganz im Gegenteil. Er hat mir mit seine Ecken und Kanten, seinen seltsamen Haken und surrealen Wendungen zu denken gegeben – und das schafft nicht jedes Buch. Alles ist ein bisschen verschoben, verrückt – im wörtlichen Sinne –, neben der Spur. Surreal sind ja zum Beispiel auch Bücher von Siri Hustvedt, die ich sehr mag, allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied. Ava Auður Olafsdottir schreibt mit Humor, der genauso sphärisch und skurril ist wie die Geschichte. Nicht wirklich trocken, nicht wirklich schwarz, nicht wirklich albern, aber von alledem ein bisschen. 

Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und da gab es rege Diskussionen darüber, was die kursiven Rückblenden bedeuten, was genau der Protagonistin wann geschehen ist, wer denn nun wieder dieser Mann im Reigen der tatsächlich pausenlos auftauchenden Kerle ist und bei wem es sich um jenen handelt und ich gebe zu, ich habe da am Ende ebenfalls den Überblick verloren. Aber ich glaube, genau das ist es, was die Autorin will. Dass man am Ende den Faden verliert, dass man sich einfach einlässt auf die Unwägbarkeit der Geschichte, die Unwägbarkeit des Lebens.

Für mich ist einer der Schlüsselsätze des Romans dieser hier, den die Protagonistin recht zum Schluss des Buches äußert: "Das was wir erleben und das, was wir uns vorstellen, ist beides genauso wirklich."

Ich glaube, man darf die Geschichte bei allem Ernst der angeschnittenen Themen – Leben, Tod, Verlust, Liebe, Betrug, Fürsorge, die ganze Palette – nicht zu ernst nehmen, eben genauso wie man ja auch das Leben in all seiner Tragik nicht zu ernst nehmen darf, um nicht daran zu verzweifeln. Ich lese diese Fahrt durch das verregnete Island im November als Traumfahrt, bei der Realität und Traumwirklichkeit, Gedanken und Ereignisse sich verweben. Genauso vermischen sich auch Personen und werden eins, etwa – wenn man darauf achtet – die namenlose Protagonistin und ihre beste Freundin (die interessanterweise einen der beiden Vornamen der Autorin trägt!), das Pflegekind und der vielleicht-wahrscheinlich-was-weiß-man-hier-schon verlorene Sohn der Ich-Erzählerin verschmelzen. Auch die vielen, mehr oder weniger konturlosen Männer vermischen sich zu einer Art Protomann, welcher nun genau, ist vermutlich nicht wichtig, die Männer, mit Ausnahme des zum Schluss auch immer wieder als "Mann" bezeichneten vierjährigen Jungen, sind Randfiguren. Erscheinungen, die kommen und wieder verschwinden. Und aus diesem ganzen Wirrwarr steigt eine Ich-Erzählerin hervor, die endlich gefunden hat, was sie sucht. Das heißt, nun ja, vielleicht. 

Dieses Buch hallt nach und je länger es so hallt, umso mehr fügen sich Mosaiksteine zu einem  Verständnis zusammen oder besser gesagt: Ich verstehe, dass man nicht bis ins Letzte verstehen kann und soll. War ich beim Zuklappen des Buches noch verwirrt, bekomme ich immer wieder Aha-Gedanken und ich habe das Buch sogar wieder vorne aufgeschlagen und den ersten Abschnitt mit ganz neuen Augen gelesen. 
Ich kann das übrigens nur empfehlen. 


Von den Rezepten allerdings sollte man sich nicht zu viel erwarten, sondern sie genauso lesen wie das Buch: Als mehr oder weniger real und mehr oder weniger genießbar.

Ich gebe gute vier Sterne (und der eine Stern Abzug begründet sich darin, dass mir doch ein kleiner Restzweifel bleibt, ob das wirklich alles so gewollt ist ...).

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116 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

internat, gewalt, jugend, misshandlung, stolz

Evil - Das Böse

Jan Guillou , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.03.2007
ISBN 9783423623018
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach anfänglichem Zögern angesichts der Brutalität, mit der man schon auf den ersten Seiten konfrontiert wird, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.


Der von seinem Vater misshandelte Erik will nichts lieber, als aus der Spirale der Gewalt auszusteigen. Leider bekommt er seine letzte Chance auf eine höhere Ausbildung ausgerechnet in einem Eliteinternat, dessen einziges Erziehungssystem darauf beruht, dass die älteren Schüler die jüngeren Schüler  – vor allem die weniger vermögenden oder nicht adligen – psychologisch erniedrigen und außerdem physischer, zum Teil massiver Gewalt und sogar Folter aussetzen, ohne dass diese sich wehren könnten. Die Lehrer und auch die Krankenschwester des Internats, das ist Teil des "Systems", schauen absichtlich weg – Assoziationen an düstere Zeiten werden wach. Die "Rache" der Geschundenen erfolgt dann, wenn die Schüler selbst die höheren Klassen erreicht haben. Allerdings nicht an den eigentlichen Peinigern – die sind dann längst verschwunden –, sondern wieder an den Schwächeren. Ein endloser Kreislauf.
Die Geschichte  ist eine Parabel auf alle Mechanismen von Macht und Hierarchie und welche Rolle Angst, Sadismus, Wegschauen und Erniedrigung darin spielen. Es wird die wichtige Frage gestellt (und beantwortet), woher Gewalt eigentlich kommt.Dass sich die Handlung in den Fünfzigerjahren abspielt, macht sie nicht weniger aktuell (auch wenn ich wirklich hoffe, dass es zumindest solche Internate heute nicht mehr gibt. Solbacken, das Internat, das dem Internat im Buch zum Vorbild diente, wurde nach einem Enthüllungsartikel Guillous jedenfalls schon zu Beginn der Siebzigerjahre geschlossen). Aber Gewalt gehorcht den immer gleichen Gesetzen. Auf Schulhöfen, in Familien, in Diktaturen und überall sonst.

Wie sich Erik gegen die Gewalt auflehnt, auf intelligente Weise, aber ohne sich physisch verteidigen zu können – denn dann würde er der Schule verwiesen und würde seine letzte Chance verspielen – geht unter die Haut. Dass er dabei wie eine Art Superheld mit fast übermenschlichen Fähigkeiten früher oder später jede Ungerechtigkeit rächt, mag etwas unrealistisch sein, aber es trägt erheblich zum Lesevergnügen bei, wenn die ganz Hinterhältigen  ihr Fett weg bekommen. Und das bekommen sie, ausnahmslos. Damit mutiert die Geschichte zu einer Gesellschaftsutopie, die ahnen lässt, was man bewirken könnte, wenn alle nur so mutig und kompromisslos wären wie Erik. Ich musste immer an Hitlerdeutschland denken. Hätte es damals nur viele Eriks und Pierres – seinen besten Freund – gegeben statt Mitläufern und Wegschauern –  wir lebten heute  in einer anderen Welt.
Für besonders zart besaitete Naturen ist "Das Böse" vermutlich schwer verdaulich, trotzdem empfehle ich dieses Buch beinahe uneingeschränkt – nur, und hier kommt die Einschränkung, Kindern unter 14 würde ich es nicht gerade in die Hand drücken. Mir gefällt das Buch auch um Längen besser als der Film, in dem vieles leicht verdreht und verkürzt dargestellt wird und damit leider viel von der eigentlichen Botschaft verloren geht, der Oscarnominierung und einem grandiosen Fiesling Gustaf Skarsgård zum Trotz.

Ich lese schwedische Bücher auf Schwedisch, um die Sprache zu festigen, so war es auch mit diesem Buch, das muss ich noch dazu sagen. Der Titel kommt im Schwedischen zum Glück ohne das reißerische "Evil" aus, sondern der Roman heißt einfach "ondskan"  – das Böse. Ich frage mich wirklich, was für eine Überlegung dahintersteckt, den Titel noch mal im Englischen zu wiederholen. Auch kann ich den in einigen (deutschen) Rezensionen gelesenen Vorwurf nicht nachvollziehen, dass die Sprache zu einfach und "kindlich" sei. Das ist wohl das alte Missverständnis, dass eine präzise und auf Schnickschnack verzichtende Sprache schlechter sei als eine vermeintlich "poetische" Sprache mit Schnörkeln, unnötigen Verschachtelungen, Pathos und anderem sprachlichem Blingbling. Dabei ist das Gegenteil der Fall: eine einfache und unmissverständliche Sprache, die dennoch Welten im Kopf erschafft  ist Ergebnis eines viel schwierigeren Prozesses, auch wenn sie am Ende simpler aussieht.  
Jan Guillou ist ja nicht nur Schriftsteller, sondern vor allem auch Journalist und Jurist, da muss man auf den Punkt schreiben. Und das tut er in diesem Buch. 

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(1.328)

2.141 Bibliotheken, 22 Leser, 12 Gruppen, 118 Rezensionen

schweden, thriller, krimi, lisbeth salander, verschwörung

Vergebung

Stieg Larsson , Wibke Kuhn
Fester Einband: 847 Seiten
Erschienen bei Heyne, 03.03.2008
ISBN 9783453013803
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

So, ich müsste gerade eigentlich selber schreiben – aber was tut man nicht alles, um die Arbeit aufzuschieben ... Vorweg: Ich habe Stieg Larssons Trilogie auf Schwedisch gelesen, darum kann es durchaus sein, dass ich die deutsche Version in Details anders empfinden würde. Die schwedischen Buchtitel sind weniger reißerisch und etwas mehr von Understatement geprägt, eben typisch schwedisch. Aber z.B. der Titel des ersten Teils "Män som hatar kvinnor" – "Männer, die Frauen hassen" hätte in Deutschland ja vermutlich sofort dazu geführt, dass das Buch abfällig als Emanzenliteratur klassifiziert und von Männerrechtlern verrissen worden wäre. Dabei ist - Verzeihung: war – Stieg Larssons Thema tatsächlich die unterschwellige Gewalt gegen Frauen, seit er als Teenager eine Vergewaltigung mitansehen musste und nicht eingegriffen hat, was ihn auf Lebenszeit verfolgt hat. Er hat das Mädchen, dem er gegen seine drei Peiniger nicht geholfen hat, um Verzeihung gebeten und sie hat ihm erklärt, dass das nicht möglich sei. Das hat ihn nicht losgelassen. Also wollte sein Nichteingreifen auf andere Weise wieder gut machen und Gewalt verhindern. So hat er die Rächerin der unterdrückten Frauen geschaffen: Lisbeth Salander. Eine Art düstere Pippi Langstrumpf, die Gleiches mit Gleichem vergeltet, die großes Unrecht erfahren hat, das in diesem letzten Teil der Trilogie endlich gerächt wird.

Genau darum ist das für mich der spannendste Teil. Man wartet einfach darauf, dass die gebeutelte Lisbeth endlich Gerechtigkeit erfährt. Und, hurra, man wartet nicht vergeblich! Und es ist so verdammt cool, wie alle Arschlöcher, anders als im echten Leben, ihr Fett weg kriegen. Stieg Larssons Plot ist ausgefeilt und vor allem in den realen Hintergründen hervorragend recherchiert. Er hat sich ja (leider), was die Gewalt betrifft, der die Frauen in den drei Büchern ausgesetzt sind – von ritualisierten Gewaltverbrechen, Freiheitsberaubung und sadistischen Misshandlungen bis zu erzwungener Prostitution – nichts ausgedacht. All diese Dinge gibt es. 
Alles andere, will sagen: die Krimihandlung, ist zum Teil comicartig überzeichnet, manchmal  im Bondstil, manchmal wie bei Tarantino, aber das macht nichts, ein Krimi ist ein Krimi und Helden sind Helden. 

Leider – darum vergebe ich nur vier Sterne – ist Herr Larsson zuweilen etwas langatmig – ein gutes Lektorat hätte da gut getan, aber dafür ist Larsson wohl zu überraschend gestorben und posthum im Text herumfuhrwerken wollte wohl keiner.  Manche Dinge sind schlicht nervtötend. Zwar ist in diesem Buch endlich mal nicht über gefühlte Hunderte von Seiten die Rede von Mikael Blomkvists und Erika Bergers offensichtlich so tollem offenem Beziehungsmodell, das wird in diesem dritten Band quasi als gegeben vorausgesetzt. Gut, dafür legt er gleich die nächsten Mädels mit seinem unwiderstehlichen – ja, was eigentlich? – flach, aber Schwamm drüber, man kennt ihn ja (in der schwedischen Verfilmung hat man übrigens fast sämtliche Affären gestrichen, hat mich sehr gefreut). Aber auch ein Herr Evert Gullberg hätte z.B. auf ein paar weniger Seiten eingeführt werden können, dafür hätte ich mich zu mehr Infos zum real existierenden Paolo Roberto durchaus gefreut.


Kaffee getrunken wird – immerhin – etwas weniger fleißig als in den ersten Bänden. Auch ein paar Brote weniger werden pro Seite (BpS) geschmiert und konsumiert. Dafür lächelt Lisbeth immer schief (ett skevt leende ) und nie anders, wenn sie denn mal lächelt und alle Personen schielen ständig verstohlen (han/hon sneglade) zueinander hin. Vielleicht hat die Übersetzung hier etwas mehr Abwechslung reingebracht, zu hoffen  wäre es. 


Ja, Stieg Larsson ist – Verzeihung: war – definitiv kein Poet, aber das verzeiht man. Dafür war er ein Mann der Fakten und brannte für seine Ideale, für Gerechtigkeit, verabscheute alles Menschenverachtende. Darum ist die Millenium-Trilogie für mich mehr als nur eine Krimi-Reihe. Die Millenium-Trilogie ist ein  Augenöffner, ein Erinnerer an das, was man schnell mal verdrängt, weil es so unangenehm ist. Und die Millenium-Trologie ist nicht nur, aber auch, ein wahnsinnig spannender Krimi mit einer phänomenalen Superheldin. Da machen ein paar kleine Schönheitsfehler rein gar nix.


P.S. Wahrscheinlich werde ich mir die "Expo", die reale und von Stieg Larsson mit gegründete Vorlage der Zeitung im Buch auch noch abonnieren. 

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94 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 6 Rezensionen

berlin, hotel, neue sachlichkeit, 1920er jahre, roman

Menschen im Hotel

Vicki Baum
Flexibler Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 22.02.2007
ISBN 9783462037982
Genre: Romane

Rezension:

Eins meiner absoluten Lieblingsbücher. Vicki Baum malt mit Worten, so meisterhaft empathisch, dass man mit allen Figuren, so verschieden sie auch sind, mitfühlen kann. Sie fängt das dekadente Berlin in der Umbruchzeit der Zwanzigerjahre ein, dass man mit alle Sinnen in das Luxushotel eintaucht, in dem sich die Lebensgeschichten ihrer Protagonisten miteinander verweben. Sie ist sozialkritisch ohne auch nur ansatzweise den Zeigefinger zu erheben, einfach nur, indem sie beschreibt und die kleinen menschlichen Dramen um Liebe und Sehnsucht und Gier präzise beleuchtet. Dramen, die schon fast erschreckend zeitlos sind, weil sie nun mal so menschlich sind. Kein Wunder, dass das Buch schon zu seinem Erscheinen 1929 zum Bestseller avancierte und später mit Greta Garbo verfilmt wurde. Nachdem ich diesen Roman gelesen habe, habe ich mir gleich noch zwei weitere von Frau Baum bestellt und wurde nicht enttäuscht. Ganz großes Kino!

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156 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 22 Rezensionen

ostfriesland, krimi, schwarze pädagogik, norddeich, mord

Ostfriesenblut

Klaus-Peter Wolf
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.03.2008
ISBN 9783596166688
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Okay, ich geb's zu, ich bin drauf auf der Ostfriesendroge. Ich finde Frau Klaasen super und bedaure eigentlich ständig, dass sie nur eine Romanfigur ist und man sich mit ihr darum nicht anfreunden kann. So eine gute Freundin wünsch ich mir. Nicht nur, weil sie bestimmt Verständnis hat, wenn man viel und zu ungewöhnlichen Zeiten arbeitet und nicht ständig kaffeeklatschen kann. Ich war ein drittes Mal gut und spannend unterhalten (jetzt muss ich bis zum nächsten Deutschlandaufenthalt warten, bis ich Nachschub bekomme). Trotzdem gebe ich nur vier Sterne, ganz einfach weil ich die Gedankengänge und/oder das Verhalten der Hauptpersonen hin und wieder etwas unlogisch und nicht ganz durchdacht finde. Ich nenne jetzt keine Details, ich will ja die Spannung nicht verderben. Dennoch: Ich werde garantiert zur Wiederholungstäterin, der nächste Wolf ist sicher!

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Tags: ann kathrin klaasen, krimi, ostfriesland   (3)
 

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263 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

ostfriesland, krimi, klaus-peter wolf, verein regenbogen, ann kathrin klaasen

OstfriesenKiller

Klaus-Peter Wolf
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 15.05.2012
ISBN 9783596512461
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vorab: Die Geschichte ist spannend und wieder mal gut geschrieben. Trotzdem bin ich froh, dass ich nicht mit diesem Buch in die Ann-Kathrin-Klaasen-Reihe eingestiegen bin.  Einiges fand ich doch ein bisschen unglaubwürdig. Zum ersten Mal gestockt habe ich, als Ann Kathrins Mann Hero sie verlässt und herauskommt, dass der Teenager-Sohn von der Geliebten wusste ("Sie hat einen geregelten Job und mit Eike versteht sie sich ganz prima.") Der Mann hat sich also die Mühe  gemacht, sein Tun ein halbes Jahr lang vor der Ehefrau zu verbergen, aber der Sohn geht bereits bei der Neuen ein und aus? Hm ... !?!  Und der untreue Mann gibt das auch noch frei heraus zu und outet sich damit als Arschloch erster Güte? Würde das jemand tun? Ein Psychologe obendrein? Aber gesetzt den Fall, man akzeptiert das: Warum beschäftigt Ann Kathrin nicht diese Unverfrorenheit des doppelten Betrugs gedanklich nicht mehr? Sicher, sie verpasst Hero eine Ohrfeige, aber das war es dann. 
Dann lesen sich manche Stellen wie Drehbuchanweisungen: "Hinter ihnen stürmte ein Mann die Treppen hoch: Tim Gerlach." Tim Gerlach tritt hier zum ersten Mal in Erscheinung, doch die Nennung des Namens impliziert (auch bei einer auktorialen Erzählperspektive), dass man ihm bereits begegnet ist (in einem Drehbuch hätte man den Namen hier natürlich genannt). Entsprechend verwundert habe ich zurückgeblättert, ob ich etwas überlesen habe, das war allerdings nicht der Fall.
ABER: Trotz dieser kleinen Schönheitsfehler hab ich das Buch gern gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Ann Kathrin Klaasen ist mir ans Herz gewachsen und ich werde auch noch die anderen Bücher lesen. 


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129 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

krimi, ostfriesland, aurich, frank weller, ann kathrin klaasen

Ostfriesenfalle

Klaus-Peter Wolf
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 11.02.2011
ISBN 9783596180837
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vielleicht kennt alle Welt Klaus-Peter Wolf schon – ich kannte ihn noch nicht. Im Urlaub auf Baltrum stand nun aber im Regal vor unserer Ferienwohnung dieses Buch. Ich bin immer auf der Suche nach guten Krimis, es gibt ja leider so viele schlechte – und in diesem Fall war ich spontan begeistert. Am liebsten hätte ich mich mit Ann Kathrin Klaasen zum Ostfriesentee (im Café Kluntje auf Baltrum!) verabredet, so nah fühlte ich mich der Kommissarin. Der Fall mag vielen an den Haaren herbeigezogen scheinen – aber, hey, weiß man wirklich, was man nicht weiß? Mir haben sowohl die Story als auch die Charaktere gefallen, die Mutter, die in bester Tarantino-Manier vom Opfer zur durchgedrehten Täterin wird, der Professor, der sich seine eigene Moral zimmert und natürlich die Kommissarin und ihr Freund, der in New York die Matjesbrötchen vermisst. Außerdem kann Herr Wolf schreiben, dass es eine Wohltat ist. Okay, ein paar unwahrscheinliche Zufälle gab es schon – etwa, dass ausgerechnet Wellers Töchter in einen Unfall verwickelt sind, der den ganzen Fall anstößt – aber gehören Zufälle nicht zu Krimis  wie die Spannung? Mir hat das Buch gefallen!

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