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78 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

rätsel, campus, studium, princeton, thriller

Das letzte Geheimnis

Ian Caldwell , Dustin Thomason , Rainer Schmidt
Fester Einband: 443 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 01.01.2005
ISBN 9783785721537
Genre: Krimi und Thriller

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die englische Flagge

Imre Kertész , Kristin Schwamm , any.way , Walter Hellmann
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 29.11.2002
ISBN 9783498035181
Genre: Romane

Rezension:

Braun zu Rot - Ungarn in den Fünfzigern. Das kollektive Vergessen greift um sich und die Nazis sind an allem Schuld was schlecht ist. Und so beschreibt Kertesz diese sich schleichend ausbreitende Willkür in der neuen Gesellschaft. Mahner, die als Juden Holocausüberlebende sind, werden zunächst überhört, dann versucht mundtot zu machen. Verfolgung setzt ein. Willige Helfer der einen Diktatur, sind auch willig in der Neuen ihre Chancen zu suchen. Kertesz legt seine Finger in die eitrige Wunde.
Doch hat er es nicht verstanden dieses so wichtige Kapitel der Geschichtsaufarbeitung in seiner Tiefe darzustellen. Kertesz verfängt sich zu oft in kleineren Episoden, die in ihrer gewaltigen Stimmung hätten kraftvoller wirken müssen - nach dem "Roman eines Schicksallosen" bin ich dankbar dafür, dass Kertesz auch den Opfern des Stalinismus eine Stimme gibt, jedoch wirkt diese nicht mehr spitzfindig naiv sondern schon fast enttäuscht. Ein unbedingt lesenswertes Buch, jedoch muss man es in das Lebenswerk und den Lebenslauf von Kertesz einzuordnen wissen.

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(30)

56 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

wiedergeburt, gibril, liebe, roman, mächen

Die Satanischen Verse

Salman Rushdie
Flexibler Einband
Erschienen bei Distribooks Inc, 01.08.1997
ISBN 3426606488
Genre: Romane

Rezension:

Die Ringparabel des Islam - Nur schwer zu glauben, dass dieses intelligente, wie opulente Buch Rushdies zur Fatwa führen und seine Existenz auslöschen wollte. Nicht nur der Islam, auch die Kreuzkrieger bekommen einen lessingschen Spiegel vors Antlitz gehalten. Was zuerst war, das Huhn oder das Ei, was alles dafür und gegen eine der Antworten spricht, all das hat Rushdie untereinader zu einem lehrreichen, so selten gelesenen Kultureinblick geschrieben.
Absolut lesenswert und keineswegs gefährlich - meinen Döner hole ich mir weiter am Moritzplatz gerne!

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(31)

61 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

auschwitz, holocaust, kz, buchenwald, budapest

Roman eines Schicksallosen

Imre Kertesz , Christina Viragh , Imre Kertész
Fester Einband: 286 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Berlin, 01.07.2003
ISBN 9783871342295
Genre: Romane

Rezension:

Wunden der Naivität - Kertesz verarbeitet seine schrecklichen Erlebnisse der Deportation und Versklavung durch die Nazis. Er verarbeitet diese aus der naiven Sicht eines 15-jährigen, der mit einem gut und böse Schema, richtig und falsch Denken versucht zu überleben und selbst dort, wo es nur noch barbarische Willkür gibt noch ein primitves Rechtssystem sucht und findet. Bis zur Selbstaufgabe geht diese Reise am menschlichen Abgrund, die jedes Horrorbild mit so eindringlichen Mitteln beschreibt - anspruchsvoll einfach.
Wenn ich der Kultusministerkonferenz eine Empfehlung für ein Buch geben dürfte, welches den Nationalsozialismus behandelt, dann dieses. Ich hhabe viel gelesen, und viles hat meine Sele berührt, aber auf diese Art und Weise gab es kein weiteres.

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(1.089)

1.536 Bibliotheken, 21 Leser, 5 Gruppen, 320 Rezensionen

krankenhaus, sex, hygiene, ekel, intimrasur

Feuchtgebiete

Charlotte Roche
Flexibler Einband: 219 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 26.08.2013
ISBN 9783832180577
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich liebe Charlotte!
Ganz unvoreingenommen bin ich nicht, dass gebe ich wenigstens schon mal zu: Charlotte Roche war es, wenngleich unter anderem, aber dennoch insbesondere, die mich zum Schreiben meines eigenen ersten Erotikromans "Sex in Berlin" verführt hat. Eine klare deutsche Sprache hat nie geschadet und - mal ehrlich - ob ich nun wirklich wissen muss, welche do-it-your-self Varianten bei der Mensturation einer Frau so alles bestehen, entscheide ich doch selbst. Welche Bilder man hier in den Kopf gesetzt bekommt? Wortgewaltig!
Das in jeder Zeile mitschwingende Augenziwinkern tat sein übriges, um diesem Buch zu verfallen. Insofern war Unerhörtes, besser Unerlesenes durch Charlotte Roche zu erfahren. "Feuchtgebiete" ist in der Tat ein Leckerbissen, der - wie es bei Leckerbissen so üblich ist - einigen ausgezeichnet, anderen gar nicht mundet.

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70 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

fantasy, glasbücher, kardinal chang, miss temple, intrigen

Das Dunkelbuch

Gordon Dahlquist , Susanna Mende
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 01.09.2009
ISBN 9783764502416
Genre: Fantasy

Rezension:

Where is the kick? - Ich muss zugeben, dass Dahlquist alles richtig gemacht hat und ich es bin, der hier wahrscheinlich nicht objektiv bleiben kann. Wer so wie ich noch den Duft des DDR Intershops kennt, der fragt sich, warum man diesen Duft heute nicht mehr wahrnimmt. Wie war der Geschmack der ersten Milka doch köstlich. Und heute?
So ging es mir also mit der Forschreibung der Glasbücher: Die Spannung ist die selbe, die Protagonisten sind die selben, dieser Dahlquist eigene Stil, der mich so angesogen hatte, ist perfekt weitergeführt und das Tempo der Geschichte beibehlaten worden. Und doch stellte sich bei mir nicht die erwartete Geschmacksknospe der Euphorie, wie beim ersten Mal ein.
Manchmal ist eben gleiches Niveau ein Rückschritt und so würde ich meine ehrlich Haltung zum 2. Teil der Glasbücher einordnen. Wem der 1. Teil seine Freude gemacht hat, der wird auch hier nicht minder bedient. Milka schmeckt ja heute noch genau so wie damals - und eben doch anders. Jammern auf hohem Niveau - ich weiß!

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

konzentrationslager, auschwitz, greul, biografie, kaposicht

Bei uns in Auschwitz

Tadeusz Borowski , Friedrich Griese
Fester Einband: 421 Seiten
Erschienen bei Schöffling, 21.08.2006
ISBN 9783895613296
Genre: Romane

Rezension:

Trockene Tränen der Seele - Wer so wie ich viele Romane über die Zeit des Nationalsozialismus gelesen hat, der fragt sich nach einiger Zeit, wenn er denn mal wieder russisch oder französische Klassiker in die Hand zu nehmen beriet ist, ob dieses Interesse an dem was da so offen, wie tabuisiert dargestellt wurde von der Zeit zwischen 1933 und 1945, ob er überhaupt loslassen kann. Und ich konnte: Wer dieses Buch von Borowski gelesen hat, der hat alles gelesen. Er beschreibt den schier unbeschreiblichen Wahnsinn in den Lagern aus eigener Erfahrung und tabuisiert das, was man als Lageralltag beschreiben kann nicht. Wenn ein Wächterrat aus Gutmenschen uns bislang nicht zumuten wollte - hier könnte ja relativiert werden -, dass auch die Häftlinge untereinader sich großes Leid zufügten und einige Überlebende mit diesem Wissen weiterleben mussten. Borowski konnte es nicht, mit seiner ebenfalls im KZ versklavten Frau nahm er sich in den 50-igern in Polen das Leben. Wir können ihm nur danken dafür, dass er der Nachwelt dieses ungeschönte, eindringliche Bild der Realität der Scheußlichkeit der Naziverbrechen hinterlassen hat.
Ja, ich habe nun alles gelesen - absolut zu empfehlen!

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251 Bibliotheken, 2 Leser, 10 Gruppen, 40 Rezensionen

liebe, türkei, köln, humor, macho

Macho Man

Moritz Netenjakob
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 01.03.2009
ISBN 9783462040203
Genre: Liebesromane

Rezension:

Wird Joachim sauer? - Angela kommt abends kurz vor der "Tagesschau" nach Hause und deckt noch schnell vor dem Abendkrimi den Couchtisch, als sie Ihren Mann wie nebenbei fragt: Joachim, "du ich muss morgen zu einem Krisengespräch mit Putin, aber wenn du`s nicht willst, lass ich`s sausen". Diese Szene mag stellvertretend für die vielen anderen stehen, in denen Netenjakob sein Gespür unter Beweis stellt, Bilder in die Köpfe seiner Leser zu pflanzen, die treffender nicht sein können. Netenjakob lässt es zwar offen, aber können wir uns gut vorstellen, dass der Joachim seiner Angela nicht sauer ist und er die Bundeskanzlerin einfach ihren Job machen lässt.
Mit spitzer Feder und einer tüchtigen Prise Ironie schafft es Netenjakob geschickt, eigene Klischees mit denen gerade unserer türkischen Mitbürger in Relation zu setzen. Amüsant führt er einige ad absurdum und einige zielsicher zur Bestätigung, ohne gleich in sarrazinschen Analysen zu landen.
Der offensichtliche, da auf dem Rückcover abgebildete Netenjakob entspricht wohl zumindest in Ansätzen selbst dem selbst dargestellten "Kumpel-Knuddel-Bärchen-mit-dir-kann-man-ja-sooo-gut-reden-Typen" und lässt ihn, von einem peinlich in amüsantester Tiefe dargestellten Fettnäpfchen zum nächsten springend seine Traumfrau finden.
Das Buch ist pure, kurzweilige Unterhaltung mit einem schon sehr präzisen Blick für unser aller Alltagskultur und zeigt: Auch türkische Mütter und Väter haben hübsche Töchter und Söhne! Und das ist auch gut so!!

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210 Bibliotheken, 7 Leser, 6 Gruppen, 27 Rezensionen

fantasy, krimi, verschwörung, miss temple, kardinal chang

Die Glasbücher der Traumfresser

Gordon Dahlquist
Flexibler Einband: 894 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 17.09.2007
ISBN 9783764502782
Genre: Fantasy

Rezension:

Dahlquist ist ein Verführer! Seine sich wie ein Adler um das vermeintliche Opfer - den Leser - kreisenden, unterschwellig dabei immer stärker einschmeichelnden Beschreibungen von bizarren Begebenheiten sind schon fast schockierend. Charaktere werden bis zum I-Tüpfelchen kreiiert, um hernach mit einem Augenzwinkern einen who-is-perfect-Anstrich zu bekommen - und so steigt man in die Glasbücher ein.
Die drei Hauptprotagonisten bieten jedem Leser seinen Helden oder sein Heldin. Ob Miss Temple, die am Anfang wie eine Stalkerin karrikiert zum Thomraider im Art-Deco-Format sich aufschwingt. Oder Dr. Svensson - der lucky loser - fast an Bruce Willis im Feinripp erinnert. Oder Mr. Chang, der den rauen Kerl mit weichem Herzen mimt - eine Melange, die großartiges bringen kann.
Und bringt: der Plott ist eben nicht das hier und da schon mal Gelesene oder hier und da adaptierte - eine faszinierend fantasievolle Story entspinnt sich hier um Geheimbünde der Jahrhundertwende zum 20. Jahrtausend, mit einer duftenden Prise Erotik.
Mit schier berauschenden Bildern vermochte es Dahlquist das selbst hochgehaltene Tempo der Story rasant zu halten und immer wieder mit Überraschungen aufzuwarten. Ein Verführer mit Erfolg bei dem Leser, der sich hinabwagt in ungeahnte Welten.

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44 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

shakespeare, england, biografie, biographie, 16. jahrhundert

Shakespeare - wie ich ihn sehe

Bill Bryson , Sigrid Ruschmeier
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag (HC), 01.10.2008
ISBN 9783442310951
Genre: Sachbücher

Rezension:

Sein oder nicht sein?
War er oder war er nicht? Es wäre eine Katastrophe für die Litaratur, wenn plötzlich der unwiderlegbare Beweis vorgelegt werden würde, das es Shakespeare nie gegeben habe und er nichts weiter ist als ein prä-Popkultur Mr. Nickname.
Bryson hat mit dem vorliegenden Buch den ebenso leichtbeschwingten und dennoch tiefgreifenden Versuch unternommen klarzustellen, was tatsächlich an Fakten über den Dichter zusammengetragen werden kann, was zudem an Annahmen wahrscheinlich und schließlich, was in das Reich der Legenden verschoben werden kann - wenn man ihm folgen mag. Und ich mochte ihm folgen: denn ohne Eitelkeit den Stein der Weisen gefunden zu haben, hat Bryson nur ein Puzzel zusammengetragen und die fehelnden, weißen Stellen nicht mit eigener Phantasie gefüllt. Wie spannend er nebenbei noch Kultur und Lebensart im späten 16.Jhd in London beschreibt - allein schon ein eigenes Thema wert - zeigt nur, dass die Brysianer - zu denen ich mich zähle - auf ihre Kosten kommen. Und war er oder war er nicht? Ich komme zu einem eigenen Ergebnis und jeder Leser wird es auch. Versprochen!

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207 Bibliotheken, 16 Leser, 3 Gruppen, 16 Rezensionen

deutschland, politik, integration, gesellschaft, bildung

Deutschland schafft sich ab

Thilo Sarrazin
Fester Einband: 461 Seiten
Erschienen bei DVA, 30.08.2010
ISBN 9783421044303
Genre: Sachbücher

Rezension:

Faustscher Zauberlehrling?
"Ich bin Ein Teil von jener Kraft Die stets das Böse will und stets das Gute schafft" [JW v Goethe] - nein, so ist Sarrazin mit seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" nicht zu verstehen. Und doch gerät er ins Zwielicht, so dass man meinen kann, dass er wohl das Gute meint und doch am Ende Böses schafft.

Von links bis rechts polarisiert und auch verehrt, deckt Sarrazin, der Bundesbankvorstand und ehemalige Berliner Senator, das ganze Spektrum an gesellschaftlichen Tabubrüchen ab - darf man das sagen, trotz Meinungsfreiheit. Und so mag mir nun doch noch ein direktes Zitat bei der Einordnung des Sarrazinschen Traktats zur Seite stehen - diesmal von Voltaire: Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. Meinungsfreiheit bedarf keines Wächterrates!

„Deutschland schafft sich ab“ heißt das Buch, in dem Sarrazin seine bisher homöopathisch verstreuten Positionen im Zusammenhang darstellt. Dieses Buch enthält nichts, was nicht schon zur Empörung der einen und zur offenen oder klammheimlichen Freude der anderen geführt hat.

Große Betroffenheit löst Sarrazin daher nur bei den vermeintlichen Gutmenschen aus, denn irgendwie hat er ja recht, wenn er nur nicht so provozierend formulieren würde. In diese Richtung wirbt der Verlag, wenn er Helmut Schmidt mit der Bemerkung zitiert: „Wenn er sich ein bisschen tischfeiner ausgedrückt hätte, hätte ich ihm in weiten Teilen zustimmen können.“

Sarrazins Argumentationsweg lässt sich mit fünf Schritten abkürzen:

1.: „Intelligenz ist zu 50 bis 80 Prozent angeboren.“
2.: Die Hochbegabung konzentriert sich in der Oberschicht, die Mittelschicht bringt gut Begabte hervor, in der Unterschicht ist überdurchschnittliche Intelligenz selten, in der von staatlichen Transferleistungen lebenden Unterschicht schon normale Intelligenz die Ausnahme.
3.: Die Fruchtbarkeit in der Ober- und Mittelschicht ist zu gering, diejenige in der deutschen wie ausländischen Unterschicht zu groß. Je niedriger der Intelligenzquotient, desto höher die Fertilitätsrate.
4.: Dies führt zum Sinken der gesellschaftlichen Gesamtintelligenz und zum Steigen der staatlichen Transferkosten.
5.: Zur Korrektur dieser Entwicklung müssen die dummen Leute aus der Unterschicht am Kinderkriegen gehindert und die klugen Leute aus der Mittel- und Oberschicht zum Kinderkriegen animiert werden. Des Weiteren ist die Zuwanderung dummer Türken, Araber und Afrikaner zu unterbinden und durch eine gesteuerte Migration gebildeter Menschen aus intelligenteren Ländern zu ersetzen.

Aber: die Fünkchen Wahrheit kommen in der Sarrazinschen Subsummtion zum falschen Ergebnis: Denn wer mal in Neuköln oder im Wedding bei H&M oder Woolle einkaufen war, kann auch ohne steige Berührung mit arabischstämmigen oder anderen Migranten mitbekommen, dass nicht nur Türken hübsche Töchter und Söhne haben und hier sehr gut eine neue Mischung in der Gesellschaft entsteht, die Gott sei dank nicht im Reagenzglas vorbestimmt ist. Denn ob sonst eine einst im FDJ-gewandete Dame Bundekanzlerin hätte werden können - möglicherweise gibt es auch da Studien - und Gegenstudien - die die Intelligenz der Nord-, Ost- oder Südwestdeutschen einschätzt und rät, wer nur Führen darf.

Denkverbote gibt es nicht und Sarrazin hat hier für guten Diskussionsstoff gesorgt. Sobald die Polemik nachlässt und die Inhalte mal auf den Wahrheitsgehalt hin abgeklopft werden, kann hier noch Gutes im besten Sinne Goethes entstehen!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

Sex in Berlin

Robert Cias
Flexibler Einband: 177 Seiten
Erschienen bei Principal Verlag, 23.11.2009
ISBN 9783899690897
Genre: Romane

Rezension:

gestattet mir, wenn ich schon mal da bin, eine kleine

Leseprobe SiB

JULIANE

..... Es regnete leicht und es stellte sich für einen kalten, ungemütlichen Märzabend der Drang ein, möglichst rasch ins Warme zu gelangen. Nur nochmals schnell über die Straße, dann wenige Meter und schon war ich an der Schule angelangt.
Die große graue Tür war offen, somit hatte ich mich wohl nicht im Haus geirrt. Ich trat ein paar Schritte in den Flur und suchte in meiner Tasche den ausgedruckten Zettel mit der Zimmernummer heraus. Sooft ich mir derartige Dinge auch versuche einzuprägen, wenn ich dann vor Ort bin, muss ich erneut nachschauen. Als wenn da irgendjemand zwischenzeitlich vorsätzlich auf meiner Festplatte versucht hat, Daten zu löschen.
In dem Moment wurde die Tür geschwind aufgedrückt und herein kam sie. Wie ich kurze Zeit später erfahren konnte, hieß sie Juliane und arbeitete in irgendeinem Landesamt in Potsdam. Ungefähr einen Meter achtzig groß, schlank, aber nicht hager, mit einer blonden Löwenmähne. Sie funkelte mich mit blauen Augen an und hatte dabei den Blick einer jungen Löwin, die gern zum Spielen einlädt.
Ihr Outfit: ein schwarzer Kurzhaarmantel, schwarze Stiefel mit Stulpen über den Knien. Der klassische Vamp!
Da Juliane etwas zu stürmisch durch die Tür kam, war sie etwas ins Rutschen gekommen und so war der Icebreaker ein schlichtes befreiendes Lachen, das aus tiefstem Herzen kam und die sehenswerte Slapstick-Einlage umrahmte.
Ich hielt sie am Arm fest, damit sie nicht fiel.
»Hey, Vorsicht!«, belustigte ich mich, denn fast hätte sie mich umgerissen.
»Oh sorry! Ist das glatt hier drinnen. Puh! Danke!«
»Ich will zum Englischkurs bei einem Herrn Kuno.«
Und da Juliane - wen wundert das jetzt tatsächlich noch - denselben Sprachkurs wie ich besuchen wollte, gingen wir nicht nur gemeinsam auf die Suche nach dem Raum, sondern setzten uns dort gleich nebeneinander und flirteten was das Zeug hielt.
Erklären kann ich das nicht. Bei Goethe hieß es dazu einfach, dass es eine Chemie zwischen den Menschen gebe, die passen müsste. Und, weiß ich mehr als Goethe?
Und so dauerte es nur bis zum abendlichen Kursende, bis ich ihre Mailadresse und Telefonnummer besaß und wir beide wussten, dass wir uns fortan intensiver beschnuppern würden.
Gelegenheit ergab sich bereits Anfang der folgenden Woche. ....

KATHARINA

Staatssekretär Dr. Carlo, ein ehemaliger Vorgesetzter von mir, mit dem ich eine Zeitlang oft eng zusammenarbeiten musste, war es, der mir eine Maßgabe fürs Leben mit auf den Weg gab. Er selbst, ein kleiner Mann im besten Alter, der sich dem aufgesetzten Charme eines Kleinstadtcasanovas verschrieben hatte, war frisch geschieden und hinter jedem Rockzipfel her, der ihm vor die Flinte geriet. So manchen Abend musste sein Chauffeur vor den In-Lokalitäten des Bundes und der Stadt warten, weil der alte Carlo auf Freiersfüßen wandelte. Und, der Neid muss es zugeben, er war wohl nicht erfolglos. So manches Telefonat konnte ich mit seinen >Mäuschen< mithören, bei dem nicht mal mehr der Chauffeur rot wurde.
Carlo also war es, der mir bei passender Gelegenheit den Tipp gab, nie und unter gar keinen Umständen etwas mit einer Kollegin anzufangen. Das brächte nichts als Unruhe ins Team, so lange die Liebschaft läuft. Geschwätz käme auf, das die eigene Reputation höchstens untergräbt, statt sie zu fördern. Und wehe, die Affäre ist vorbei, da warten bereits die Heckenschützen im Kollegenkreis auf ihren Auftritt. Bündnisse ungeahnten Ausmaßes könnten entstehen.
Im Ergebnis seien diese Liaisons immer mit einer negativen Bilanz versehen und vor allem dem eigenen beruflichen Fortkommen hat man keinen guten Dienst erwiesen. Da es außerhalb des Büros sicherlich die eine oder andere geben müsste, die auf einen abfallen könnte, sollte man sich im Kollegenkreis eine eiserne Disziplin auferlegen.
Bis heute rätsel ich, warum Carlo mir damals diesen Rat gab. War es nur seine affektierte Eitelkeit, die sich fortan damit beschäftigte, sich selbst interessant zu machen, oder - um es mit einem geflügelten Wort auszudrücken - erkannte er seine Schweine am Gang? Aber ich gebe es zu, diesen Tipp habe ich mir doch zu Herzen genommen und bislang bin ich dieser Maxime treu geblieben. Zumindest, wenn ich den engen Kolleginnenkreis in meinem Ministerium als No-Go-Area proklamierte. ....

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