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30 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Sommerfrauen, Winterfrauen

Chris Kraus
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070408
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: chris kraus, diogenes,2018   (2)
 

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47 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

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Ich war Diener im Hause Hobbs

Verena Rossbacher
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.08.2018
ISBN 9783462048261
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: 2019, christian kauffmann, humor, kiwi, schweiz, verena rossbacher   (6)
 

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202 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 128 Rezensionen

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Ins Dunkel

Jane Harper , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.07.2018
ISBN 9783499274732
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

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In einem Naturpark des Giralang-Massivs brechen fünf Frauen zu einer mehrtägigen Wanderung auf, nur mit dem Allernötigsten ausgestattet. Was von ihrer Firma als Teambuildingmaßnahme gedacht war, gerät aus den Fugen, als sie vom Weg abkommen und völlig auf sich gestellt sind. Schließlich erreichen vier von ihnen verspätet den vereinbarten Ort. Ausgerechnet Alice Russell, die als Informantin für die Polizei Papiere zur Steuerhinterziehung ihrer Vorgesetzten herbei schaffen sollte, fehlt.


Jane Harper legt hier nach „Hitze“ den zweiten Band der Thrillerreihe um Kommissar Aaron Falk vor, der ohne Weiteres unabhängig vom ersten gelesen werden kann.

Erzählt wird in zwei um wenige Tage zeitversetzten Strängen, die sich in kurzen Abschnitten abwechseln. Der erste widmet sich dem Geschehen im Wald, hierauf liegt ganz klar das Hauptaugenmerk, der zweite der Ermittlungsarbeit Falks und seiner Assistentin. 

Mühelos bewerkstelligt die Autorin in flüssiger, unkomplizierter Sprache eine Einführung der Charaktere. Von Beginn an entsteht Neugier auf die Beziehungen innerhalb der Gruppe. Auch die Vermittlung des grünen, wilden Ambientes gelingt ihr zunächst hervorragend. Die Anstrengungen, denen die Wanderinnen ausgesetzt sind, die Widrigkeiten des Wetters, die entstehenden Spannungen, all das wird unmittelbar erlebbar. 

Nach einer Weile tritt jedoch ein Ermüdungseffekt ein. Die verheißene Spannung bleibt aus, zu wenig Neues passiert, zu oft finden die gleichen Punkte Erwähnung, bis sich einiges abgenutzt anfühlt.

Es wird mit Möglichkeiten jongliert, es gibt Zufälligkeiten, die zwar zum Nachdenken anregen, teilweise aber für die Geschichte keinerlei Bedeutung haben, sondern lediglich falsche Fährten legen sollen. 

Die Auflösung des eigentlichen Falles, des Verschwindens von Alice, enttäuscht etwas, wirkt beinahe willkürlich. Es fehlt die Zwangsläufigkeit, die Ausschließlichkeit, mit der jemand zum Täter wird. 

Was bleibt, ist vielleicht eher der Wunsch nach einer Wanderung im Busch, sicherheitshalber mit Führer, als der nach einem Folgeroman.

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Tags: 2018, aaron falk, australien, jane harper, krim, mirror falls, rowohlt, trail, wald, wanderung   (9)
 

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77 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 41 Rezensionen

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Das geheime Leben der Seele

Sabine Wery von Limont
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Mosaik, 12.03.2018
ISBN 9783442393299
Genre: Sachbücher

Rezension:

Seit einiger Zeit gibt es zu verschiedensten Themen Bücher auf dem Markt, die Sachwissen auch dem Laien gut verständlich und unterhaltsam vermitteln wollen. 

Einigen glückt es, manchen sogar gut. Aber ganz sicher wenigen so hervorragend wie „Das geheime Leben der Seele“.

Der Seele, diesem „Organsystem mit erstaunlich vielen Funktionen“ widmet sich Autorin Sabine Wery von Limont  aus der Sicht ihrer Profession, nämlich der der Psychologin, und verknüpft ihr Wissen mit teilweise sehr neuen biologischen und medizinischen Erkenntnissen. Ambitioniert, gründlich und wissenschaftlich rückt sie dem Geheimnis „Seele“ näher, streut dabei immer wieder verblüffende Details ein und hat offensichtlich große Freude darin, andere auf dieser Reise mitzunehmen.

Sie erklärt Entwicklung, Aufbau und Bestandteile des limbischen Systems derart anmutig, die Wirkungsweise der unterschiedlichen Botenstoffe so leichtfüßig, dass die Lektionen einfach nur Spaß machen. Ausgiebig geht sie auf menschliche Grundbedürfnisse ein, leitet zu Störungen und Krankheiten über, wobei vielleicht Trauma und Depression besondere Stellenwerte einnehmen, und stellt schließlich diverse Therapieformen vor. Auch die Problematik, im Bedarfsfall die richtige Hilfe zu finden, bleibt nicht unerwähnt. Vieles unterstützt sie jeweils durch ausführliche Fallbeispiele. 

Ganz so spritzig und amüsant wie zu Beginn bleibt der Schreibstil leider nicht. Das geben manche Themenbereiche schlichtweg nicht her. Nicht alles und jedes eignet sich dazu, völlig unbeschwert überbracht zu werden.

Und doch gelingt das Umschiffen jeder Gefahr, den Leser auch nur für Sekunden der Langeweile auszusetzen. Es bleibt ein Staunen darüber, ein solch umfassendes und systematisches Wissen in unangestrengter Weise und mit großem Genuss zu sich genommen zu haben. 

Ein Buch, welches seinem Leser einen Konflikt beschert: Sollte man es schnellstmöglich weiterreichen, um sich mit anderen über das soeben Erfahrene austauschen zu können? Oder es doch lieber für immer und ewig im eigenen Regal belassen, um jederzeit einmal die eine oder andere Stelle nachlesen zu können? 

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Tags: 2018, gelesen 2018, limbisches system, psyche, sabine wery von limont, seele, trauma   (7)
 

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

erotischer roman, geliebte, geliebter, lust, sex

An meinen Liebhaber

Lily Hunt
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei blue panther books , 28.02.2018
ISBN 9783862777433
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Eine verheiratete Frau, Mutter zweier Kinder, nimmt die Einladung eines attraktiven Bekannten zu einem heimlichen Treffen an. Fünf Jahre, nachdem sie ihre Affäre beendet haben, finden sich die Beiden wieder und erliegen erneut ihrer Leidenschaft.

Die Autorin Lily Hunt lässt die Ich-Erzählerin erotische Erlebnisse auf zwei Zeitebenen berichten. Die der Gegenwart sind in Briefform verfasst, sie wechseln sich ab mit Erinnerungen an den Beginn der Beziehung. 

Hunt benutzt eine einfache, recht anspruchslose, schnell zu lesende Sprache mit kurzen Sätzen und umgangssprachlichen, deftigen Ausdrücken. Die Briefe an sich sind ein netter Kunstgriff, entlarven sich selbst aber als solchen, wenn etwa Mathias als Ehemann erklärt wird, was ja als Erläuterung nur Sinn macht, wenn sie sich an den Leser richtet. 

An Handlung ist gerade genug vorhanden, um die beinahe pausenlos in vielen Variationen stattfindenden Sexszenen lose zu verknüpfen. 

Es fällt nicht ganz leicht, den Roman als erotischen Roman durchgehen zu lassen. Da gibt es nichts zwischen den Zeilen, was geeignet wäre, der Fantasie ein wenig zuzuspielen, eine lustvolle Spannung allmählich aufzubauen. Vielmehr geht es derart ungebremst und heftig zur Sache, dass pornografisch vielleicht das treffendere Adjektiv wäre.

Obgleich Umstände und beteiligte Personen, auch Techniken und Stellungen variieren, im Übrigen auch detailliert geschildert werden, wirken die Wiederholungen im Habitus der Teilnehmer letztendlich ermüdend. Spätestens beim zehnten „er kam schreiend“ setzt statt erwarteten lustvollen Reaktion ein Gähnreflex ein. 

Natürlich geht man nicht davon aus, hier etwas zu lesen, was der Lebensrealität vieler Menschen entspricht. Dennoch erscheint es fragwürdig, gesundheitliche Aspekte so ganz zu übergehen und auch dann, wenn es um eine Begegnung mit einem bekannterweise promiskuitiven Mann geht, dem ungeschützten Verkehr keine Alternative zu bieten.

Insgesamt ist das Buch nicht besonders fein gestrickt. Wer Spaß an deutlichen Beschreibungen hat und sich an vulgärem Ausdruck nicht stört, wird das Lesen vermutlich genießen und sich auf den Folgeband freuen können.

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201 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 110 Rezensionen

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Die Eishexe

Camilla Läckberg , Katrin Frey
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 02.01.2018
ISBN 9783471351079
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die kleine Nea ist vom elterlichen Hof verschwunden. Bei einer Suchaktion wird ihre Leiche an dem Teich aufgefunden, wo genau 30 Jahre zuvor die ebenfalls vierjährige Stella lag. Damals gestanden zwei junge Mädchen die Tat.

Zufällig recherchiert die Schriftstellerin Erica Falck gerade zu diesem weit zurückliegenden Mordfall und wird wegen der Parallelen zum aktuellen Fall zu den Ermittlungsarbeiten, die ihr Mann Patrick Hedström leitet, hinzugezogen.

Die schwedische Autorin Camilla Läckberg legt den zehnten und bisher umfangreichsten ihrer Kriminalromane um das Duo Falck / Hedström vor. Mühelos gelingt es ihr zwar dank des gewohnt flüssigen Schreibstils, die Leserin (ja, sicherlich fühlt sich die weibliche Leserschaft eher angesprochen) sofort ins Geschehen hinein zu ziehen, doch die ganz große Spannung bleibt dieses Mal leider aus. Zu viele Schauplätze, zu viele Handlungsstränge, zu viele Wiederholungen bremsen die Begeisterung aus. Dabei erscheint die Komplexität nicht zwangsläufig, immer wieder schleichen sich Personen, Geschehnisse, Beiläufigkeiten ein, die sich als schlichtweg überflüssig herausstellen. Und dort, wo sich tatsächlich einmal alles verknüpft, wirkt es mitunter zu erzwungen, zu konstruiert. Andererseits können die Zeitebenen nicht nur mühelos auseinander gehalten werden, auch das Ambiente der jeweiligen Epoche ist sehr authentisch gestaltet.

Die durch die ständigen Szenenwechsel produzierten Cliffhanger strengen etwas an. Anstatt die Spannung zu steigern, ermüden sie ein bisschen, es entsteht das Gefühl, dass auf Zeit gespielt wird, indem Dinge, die anderen längst bekannt sind, dem Leser zunächst vorenthalten werden. Verzeihen kann man dies allenfalls wegen der eleganten Übergänge, die gerne ein Teilthema des vorherigen Teils aufgreifen und in anderem Kontext neu aufgreifen. 

Die Charaktere sind gut gezeichnet, trotz des  gewaltigen Aufgebotes an Protagonisten fällt deshalb der Überblick leichter, als man befürchten könnte. Doch unterläuft ein Hauch von Klischee Denken und Interaktionen. 

Vielleicht wollte das Buch zuviel: Kriminal-, Frauen- und historischer Roman, dazu eine tüchtige Dosis aktueller Gesellschaftskritik in der Bearbeitung von Themen wie Mobbing und Fremdenfeindlichkeit. 

Vielleicht wäre hier weniger mehr gewesen.

Nichtsdestotrotz ein Muss für die Liebhaber skandinavischer Kriminalliteratur und allemal ein angenehmer Zeitvertreib.

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Tags: 2018, camilla läckberg, falck, gelesen 2018, hedström, hexenjagd, krimi, mobbing, skandinavischer krimi, syrer   (10)
 

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368 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 149 Rezensionen

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Underground Railroad

Colson Whitehead , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 21.08.2017
ISBN 9783446256552
Genre: Romane

Rezension:

Das Sklavenmädchen Cora ist auf einer Baumwollfarm in Georgia geboren und unter unsäglich harten Bedingungen aufgewachsen.  Als sich wegen des neuen Besitzers die Situation zuspitzt, wagt sie  gemeinsam mit Caesar die Flucht. Der weiß von einer geheimen Organisation, der Underground Railroad, die Entlaufene in die Freiheit schleust. 


Für das vorliegende Buch hat der Autor Colson Whitehead 2017 den Pulitzerpreis erhalten. Basierend auf Interviews mit ehemaligen Sklaven, angereichert mit fiktiven Elementen und Berichten aus anderen Kontexten, ergibt sich eine Mahnung, wie sie eindringlicher kaum sein könnte.

In leicht sperriger, mit kreativen, manchmal befremdenden Bildern ausgestatteten Sprache führt er den Leser in eine Geschichte ein, die verstört und alarmiert. Verstört, weil die Schilderungen der Lebenswege erschütternde, brutale Sequenzen enthalten, alarmiert, weil man spürt, dass es nicht allein um das betreffende, längst abgeschlossene Kapitel der amerikanischen Vergangenheit geht.

Die Beschreibung der Personen wirkt häufig unterkühlt, emotionsarm,  schonungslos. Oft werden sie in ihren negativen Eigenarten erfasst, wodurch sie sich Identifikationen weitgehend entziehen und immer mehr oder minder außerhalb des Betrachters stehen. 

Sehr deutlich wird, wie abhängig die Sklaven vom Charakter und den Überzeugungen ihrer Besitzer waren. Wie sich von einem zum anderen Moment völlig willkürliche Grausamkeiten über den Menschen ausschüttete. 

So wie der Underground Railroad, die im Roman als reale, unterirdische Bahn dargestellt wird, über die Entlaufene in den Norden fliehen können, begegnen wir auch anderen Metaphern. Die Freiheitsstraße, an der die endlos lange Reihe aufgehängter Menschen ein traumatisches Bild erzeugt, hat nie existiert. Oder doch? Gibt es sie nicht noch immer? Als Symbol für die Opfer vergangener und aktueller Unterdrückung ist sie zeitlos mahnend. 

Die Irritation ist, denke ich, absolut gewollt. Die Verunsicherung durch die Verschmelzung von Fiktion und Realität verhindert dieses Sich-Einrichten in einer Position und sorgt dafür, dass man sich ständig fragt, war das so? ist das so? könnte es so sein? wann? wo? Genau damit wird man als Leser über die spezielle Problematik der Sklavenhalterei hinausgetragen in die Welt, wo allerorten und jederzeit Gräuel geschehen, die angeprangert gehören.


Hier ist kein bequemes, kein schönes Buch entstanden. Sondern eines mit dem Anspruch, hinzusehen. Wahrzunehmen. Vielleicht sogar, sich auf einen Prüfstand zu stellen und Antworten zu suchen. Und zwar nicht im vergangenen Amerika, sondern im Hier und Jetzt.

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

2017, erfahrungsberich, gelesen 2017, hochsensibel, hochsensibilität, hochsensible person, sachbuch, selbstbestimmt, selbstständig, selbstständigkeit

Hochsensibilität und die berufliche Selbstständigkeit

Sandra Tissot
Flexibler Einband: 190 Seiten
Erschienen bei dielus edition, 16.01.2017
ISBN 9783981797565
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags: 2017, dielus, gelesen 2017, hochsensibilität, sachbuch, sandra tissot, selbstständigkeit   (7)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

2017, dorf, gelesen 2017, kunstmann, kurden, türke, walnusstal, yavuz ekinci

Der Tag, an dem ein Mann vom Berg Amar kam

Yavuz Ekinci , Oliver Kontny
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 08.03.2017
ISBN 9783956141669
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: 2017, dorf, gelesen 2017, kunstmann, kurden, türke, walnusstal, yavuz ekinci   (8)
 

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2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

angela merkel, er ist wieder da, fantasy, ich bin dann mal weg, kanzlerin, science fiction

Sie ist wieder da: (Sie war dann mal weg)

Michael Sohmen
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 12.02.2017
ISBN 9781543089264
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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100 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

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Gefährlicher Lavendel

Remy Eyssen
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.04.2017
ISBN 9783548289069
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein angesehener Rechtsanwalt liegt auf dem Obduktionstisch des Rechtsmediziners Dr. Leon Winter. Er weist Merkmale grausamster Folter auf. Während alle Welt nach Erklärungen und Tätern sucht, taucht ein zweites Opfer auf.

Remy Eyssen schließt mit diesem Band an die Vorgänger „Tödlicher Lavendel“ und „Schwarzer Lavendel“ an. Der Roman kann problemlos ohne Vorkenntnisse gelesen werden, doch der Kontinuität wegen und um die Entstehung von Beziehungen und Freundschaften zu begleiten, könnte die Beibehaltung der Reihenfolge angenehm sein.

Was immer ein guter Kriminalroman benötigt: „Gefährlicher Lavendel“ hat es. 

Ob gut entwickelte, interessante Charaktere, überzeugende Dialoge, atmosphärische Umgebung, eine tragfähige Idee mit fesselnder Story oder der gelungene Spannungsbogen - hier gibt es nichts, gar nichts zu bemängeln.

Dr. Leon Winter ist ein sympathischer, kluger und nachdenklicher Ermittler, der den Toten, die er obduziert, seine Fragen stellt und nach Antworten sucht. Ungereimtheiten lassen ihm keine Ruhe. Obgleich keineswegs ein Held, lässt sich sein Widerspruchsgeist leicht herausfordern, und so gerät er auf der Suche nach der Wahrheit auch manches Mal in kritische Situationen. 

Viele der Figuren sind aus den ersten Bänden bekannt. Sie besiedeln mit Vorliebe das heimliche Zentrum von Le Lavandou, den Bouleplatz, und bilden dort eine wichtige zwischenmenschliche Ressource mitsamt natürlicher Informationsquelle. Das ist so ursprünglich provenzialisch, so beiläufig stimmungsvoll, dass auch ohne lange Schilderungen unmittelbar Bilder entstehen sowie der Wunsch, hier einmal mit dabei sein zu dürfen. 

Doch Beschaulichkeit ist nicht das Thema. Die Verbrechen halten sowohl den Ort in Atem als auch den Leser. Durchgängig ist Spannung angesagt, die sich zum Ende hin steigert und schließlich während einer dramatischen Naturkatastrophe ihren Höhepunkt findet. 

Hier paart sich beste Kriminalunterhaltung mit französischem Flair. Ein Buch, das Lust auf weitere Abenteuer mit denselben Personen an denselben Orten macht.

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Tags: 2017, boule, dr. leon winter, folter, gelesen 2017, krimi, krimireihe, provence, rechtsmediziner, ullstein   (10)
 

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330 Bibliotheken, 14 Leser, 0 Gruppen, 90 Rezensionen

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Das Labyrinth der Lichter

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar
Fester Einband: 944 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 16.03.2017
ISBN 9783100022837
Genre: Romane

Rezension:

Mit „Das Labyrinth der Lichter“ stellt der spanische Autor Carlos Ruíz Zafón den vierten Band um den Friedhof der vergessenen Bücher vor. 

Sicherlich lässt der sich, wie behauptet wird, unabhängig von den anderen lesen, versagt bleibt in diesem Fall allerdings die Freude der Wiederbegegnung mit bekannten Figuren, ebenso fällt die Orientierung sicher etwas schwerer.  


Als im Dezember 1959 der Minister Mauricio Valls spurlos verschwindet, erhält die junge, charismatische Alicia Gris den polizeilichen Auftrag zu ermitteln. Mit ungewöhnlichen Methoden, messerscharfem Verstand und der Hilfe des ihr zur Seite gestellten Polizeihauptmanns Vargas begibt sie sich auf Spurensuche und gräbt verdeckte Zusammenhänge aus. Schnell wird ersichtlich, dass die Schatten von Spaniens Kriegsjahren längst nicht überwunden sind. 


Zafón lässt den Leser zu Beginn des Buches in Episoden fallen, die, jede für sich, spannend, schön und verstörend sind. Wir begegnen besonderen Menschen in besonderen Situationen zu unterschiedlichen Zeiten und suchen vergeblich nach Zusammenhängen. Die schälen sich im Folgenden erst nach und nach aus dem Geschehen heraus, sei es durch Erzählungen, Erinnerungen, Briefe oder Dokumente. Gefordert ist, sich darauf einzulassen. Das ist nicht immer einfach, denn die Anzahl der Personen, die durchbrochene Chronologie und der hohe Anspruch mitunter auf das Komplizierteste verschachtelter Sätze lassen es nicht zu, zügig und leicht durch die Seiten zu gleiten. 

Dennoch ist es ein Genuss, den Entwicklungen zu folgen. Nicht nur wegen des Schreibstils, der solchermaßen exquisit ist, dass sich manchmal der Verdacht einschleicht, er könnte zur Hauptmotivation, wenn nicht zum Selbstzweck geraten. Minutiös und scheinbar abschweifend entwickelt der Autor eine Geschichte, die präziser, stimmiger und mächtiger nicht geschrieben werden kann. Wie nach und nach Informationen auftauchen und das Bild zunächst immer rätselhafter und verschwommener werden lassen, bevor die ersten Konturen sichtbar werden und sich schließlich das Gesamtbild enthüllt, zeugt von unübertrefflicher Könnerschaft. 

Zwei große Liebschaften scheinen Zafons Motor zur Entstehung seiner Werke zu sein: Die eine ist die Literatur. Die andere Barcelona. Ersterem zollt er neben dem eigenen Schreiben Tribut, indem er auch hier ein Buch zum Hauptgegenstand erhebt. Dem Zweiten, indem er dem Leser seine Stadt ähnlich akribisch, stimmungsvoll, poetisch und gleichzeitig düster vor Augen führt wie die Personen, die er ihr anvertraut. 

Deren Leben und Wirken ordnen sich ihren Eigenschaften und den geltenden Bedingungen unter. Viele kommunizieren in Dialogen, die so geistreich wie witzig sind. Nicht die kleinste Unstimmigkeit vergrämt, jedes Verhalten hat seine Ursache, jedes Geheimnis seine Bestimmung. So wird man tief in den Kosmos hinein gesogen und findet sich als Leser mit Freunden oder auch Feinden wieder inmitten so vertraut wie fantastisch erscheinender Orte.

Unbedingte Leseempfehlung an Freunde der Literatur! 

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Tags: *****, 1959, 2017, alicia gris, barcelona, bombardierung, daniel sempere, der friedhof der vergessenen bücher, fischer, franco-regime, gelesen 2017, krieg, spanien, vargas, zafón   (15)
 

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144 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 82 Rezensionen

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Schlaflied

Cilla Börjlind , Rolf Börjlind , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 20.02.2017
ISBN 9783442757169
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Am Stockholmer Hauptbahnhof haben freiwillige Helfer alle Hände voll zu tun, sich um die vielen ankommenden Flüchtlinge zu kümmern. Doch ist es möglich, dass das Chaos mit böser Absicht genutzt wird, um schutzlose Kinder zu entführen? 

Wie das Autorenduo Cilla und Rolf Börjlind es auch in diesem vierten Band der Reihe um die Ermittler Olivia Rönning und Tom Stilton auf Anhieb schafft, den Leser ins Geschehen hineinzuziehen, ist absolut meisterhaft. Scheinbar mühelos werden die Ambiente der Handlungsstränge jeweils derart stimmig gestaltet und eingesetzt, dass sie unmittelbar zu lebendigen Kulissen werden. Die unheilvolle Atmosphäre des Covers mit seiner wilden Landschaft stimmt gut auf die Gefahren ein, die in den Wäldern Schonens lauern.

Wieder sind die Protagonisten mit allen Ecken und Kanten gezeichnet, ihre Sorgen, ihre Gedanken, ihre Stärken und Schwächen haften ihnen in konsequentester Weise an und begleiten ihre Entwicklung. Und obgleich ständig neue Personen die Bühne betreten, viele davon bereits gute Bekannte aus Vorgängerbänden, setzt auf Grund der gelungenen Charakterisierung keine Verwirrung ein. 

Der Fall siedelt sich im hochaktuellen Thema der Flüchtlingssituation an. Dort, direkt an der Basis, geschieht, zunächst völlig unbeachtet, ein unmenschliches Verbrechen an den Allerwehrlosesten, an unbegleiteten Kindern. Unbehaglich nimmt man zur Kenntnis, dass das, was hier geschildert wird, durchaus in Realität möglich gewesen sein könnte. 

Der Schreibstil ist äußerst flüssig, leicht verständlich, dennoch nicht ohne Anspruch, mit hervorragenden Dialogen.

Rönning und Stilton bewegen sich beide in dichten Beziehungsnetzen, die für ihre Arbeit unentbehrlich sind. Manchmal erscheinen Freunde etwas zu genau zugeschnitten auf die jeweilig nötige Hilfe. Dies und die leicht nachlassende Spannung in der Mitte des Buches, auch bedingt durch beiläufige Wiederholungen, sind kleine Mängel, die aber die Lesefreude insgesamt nur wenig beeinträchtigen.

Liebhaber skandinavischer Kriminalliteratur sollten sich diesen Roman keinesfalls entgehen lassen.



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Tags: 2017, btb, cilla und rolf börjlind, gelesen 2017, krimi, krimireihe, olivia rönning, schweden, tom stilton   (9)
 

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

autounfall, bauunternehmer, behinderung, cosy crime, ddr, dorfleben, drohung, ehemaliges kinderheim, erbschaft, fahrerflucht, frank friedrichs, gelesen 2017, mecklenburg, organist, rollstuhlfahrer

Erntedank in Vertikow

Frank Friedrichs
Flexibler Einband: 302 Seiten
Erschienen bei DichtFest, 26.11.2016
ISBN 9783946937203
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eines Abends wird in dem kleinen mecklenburgischen Ort Vertikow eine alte Frau von einem Pick-up erfasst und getötet. Der einzige Zeuge ist der Organist Peer Wesendonk, der seit kurzem wegen eines Unfalls an den Rollstuhl gefesselt ist. Er kann nicht glauben, dass es sich um einen Unfall handelt, und fängt an nachzuforschen.

In dem ersten Band dieser Krimireihe stellt uns Frank Friedrichs einen Ermittler vor, der gerade erst beginnt, sein Handwerk zu erlernen. Die Möglichkeit, einen Täter zu überführen, sieht er als Chance, wieder eine sinnvolle Aufgabe zu erfüllen und sein zerstörtes Selbstwertgefühl ins Lot zu bringen. Dem zwischen Selbstironie und Bitterkeit pendelnden „Krüppel“ macht seine Situation sehr zu schaffen. So nimmt er mit seinem Handicap breiten Raum ein, sorgt trotz, teilweise sogar wegen seiner schwierigen Lage für skurril witzige Situationen, aber ebenso für rührselige und verzweifelt zornige Momente. Dabei gerät die Darstellung der Empfindungen oft grob, nicht immer nachvollziehbar, von der Bandbreite möglicher Emotionen werden allzu häufig die Extreme bemüht. Und von denen besonders das Selbstmitleid.

Wie auch bei seinen Gefühlen, greift der Held bei der Ausübung seiner detektivischen Tätigkeiten gern auf Entweder - Oder zurück. Schon kleine Anlässe erschüttern allzu schnell seine Gedankenkonstrukte und lassen ständig neue Verdächtigungen und Vertraulichkeiten entstehen. Der Leser, der sich einen analytisch erarbeiteten Weg zur Lösung des Falls wünscht, wird nicht ganz auf seine Kosten kommen, obgleich er an den laufenden Ereignissen und Erkenntnissen unmittelbar beteiligt ist. 

Die mecklenburgische Umgebung stellt einen behaglich ländlichen Rahmen dar, die Dorfbevölkerung wirkt zunächst sehr vertraut miteinander. Doch offenbaren sich bald Risse, und es zeigt sich, dass in der Vergangenheit die Ursache für tiefen Hass zwischen den Bewohnern zu finden ist. Auch deren Verhalten schlägt manchmal etwas unvermittelt zu der einen oder anderen Seite aus, was sich auch in den Dialogen zeigt, die zwar oft witzig, aber von einer gewissen Sprunghaftigkeit sind.

Obgleich es durchaus spannende Augenblicke gibt, gilt das Hauptaugenmerk ganz klar Ambiente und Humor. Daher ist der Krimi am besten für Leser geeignet, die genau das zu würdigen wissen.

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Tags: ***, 2017, ddr, dicht fest, frank friedrichs, gelesen 2017, kinderheim, mecklenburg, peer wesendon, rollstuhlfahrer   (10)
 

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ab 12 jahren, coppenrath verlag, jugendbuch, kyra dittman, mädchen, pferd, pferde, usa, verantwortungsgefühl

Dark Horse Mountain

Kyra Dittmann
E-Buch Text: 304 Seiten
Erschienen bei Coppenrath Verlag, 01.03.2017
ISBN 9783649625261
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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46 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

2017, beziehung, freiheit, friedemann karig, gelesen 2017, interviews, #jungwildblumenbar, liebe, monogamie, offenheit, partnerschaft, polyamorie, polygamie, sachbuch, sex

Wie wir lieben

Friedemann Karig
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 17.02.2017
ISBN 9783351050382
Genre: Sachbücher

Rezension:

„Die Liebe bleibt auch, oder vielleicht besonders dem ein Rätsel, der sie erforscht. … Man kann Liebe nicht können oder verstehen. Man kann nur versuchen, glücklich zu sein, glücklich zu lieben.“

Das schreibt Friedemann Karig im Epilog zu seinem Buch, in welchem er gründlich und klug über viele Aspekte polyamorer Beziehungen nachdenkt und Vergleiche zur tradierten Form des Zusammenlebens, der Monogamie, zieht. Dabei gelingt es ihm, ruhig und souverän ein ganzes Weltbild auf den Kopf zu stellen.

Faszinierend ist nicht nur das Thema an sich, sondern auch der Schreibstil. Der Autor überzeugt als exzellenter Rhetoriker, der seine Thesen bestechend logisch untermauert, mit interessanten Zitaten anreichert und einer angenehmen Prise Humor würzt. Im Wechsel mit den sachlichen Hintergründen, die jeweils unter verschiedensten Aspekten wie soziologischen, biologischen, historischen oder politischen eingehend beleuchtet werden, kommen Menschen zu Wort, die über ihre Beziehungen sprechen. Gerade diese sehr offenen Erfahrungsberichte bewirken eine große Nähe und Authentizität. 

Themen wie Sex, Liebe, Eifersucht, Treue und Freiheit werden durchleuchtet, die Begriffe definiert, erklärt, neu entdeckt. Das gelingt gleichermaßen behutsam wie radikal und ist geeignet, neue Einsichten zu eröffnen. Wer sich ohne Vorurteile auf diesen Lesestoff einlassen kann, wird nicht umhin kommen, Beweggründe für eine konventionelle Bindung sehr kritisch zu hinterfragen.

Karig verspricht keineswegs Menschen, die diesen Weg der Polyamorie beschreiten oder ihn als Möglichkeit auszuloten versuchen, ein leichteres Leben. Aber er sieht darin die Chance auf ein glücklicheres. Als Grundvoraussetzung nennt er immer wieder die Bereitschaft zum Gespräch sowie den Willen, offen, ehrlich und sensibel miteinander umzugehen. Gelingen kann „… eine bewusste Liebe. Eine Liebe, die sich selbst in Frage stellt und dabei neue Antworten findet. Eine Liebe, die mehr will. Vielleicht sogar alles.“

Ein ebenso beunruhigendes wie ermutigendes Buch, das sicher den Leser ein Stück weit verändert und ihn nachdenklich entlässt.

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Tags: 2017, aufbau verlag, blumenbar, friedemann karig, gelesen 2017, liebe, polyamorie, sex   (8)
 

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Anfang 40 - Ende offen

Franka Bloom
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 17.02.2017
ISBN 9783499272929
Genre: Liebesromane

Rezension:

Vera Odermann feiert ihren sechsundvierzigsten Geburtstag. Sie freut sich auf die Unabhängigkeit der neuen Lebensphase, doch die will sich nicht so recht einstellen. Weder möchte ihre achtzehnjährige Tochter Greta ausziehen, noch zeigt sich ihr Ehemann Sven in Bezug auf die ersehnte Scheidung ausreichend kooperativ. Die neue Liebe mit dem deutlich jüngeren Paul birgt zusätzliches Chaospotenzial.


So mühelos, wie der Flamingo auf der Titelseite die Balance hält, schafft Vera es nicht. Doch wie dieser sich nicht mit der Begrenzung der Seite begnügt, versucht auch sie die Einschränkungen ihrer Freiheit zu durchbrechen.

Autorin Franka Bloom überzeugt mit einer Protagonistin, die von einer skurrilen Situation in die nächste schlittert und aus der Ich-Perspektive mit reichlich Selbstironie davon erzählt. Vieles von dem, was ihr so widerfährt, mutet bekannt an oder sogar vertraut, so dass ihre Entscheidungen gut nachvollzogen werden können. Sogar dann, wenn sie sie gefühlt alle fünf Minuten ändert.

Denn im Laufe der Geschichte verwirren sich die Dinge immer mehr und mit ihnen auch die Emotionen unserer Heldin. Als neben teilweise unglaublich witzigen Begebenheiten durch die Begegnung mit Paul eine gehörige Portion Romantik mit ins Spiel kommt, klären sich die Dinge jedoch keineswegs. Im Gegenteil, alles verkompliziert sich, Höhen und Tiefen wechseln sich in rascher Folge nach dem Achterbahnschema ab. 

Nicht nur die Hauptperson, auch die anderen Personen sind sehr gut gezeichnet, haben ihre Schwächen und ihre Stärken und wirken bald wie alte Bekannte. Wo sie in Interaktion treten, sprüht es von ideenreichen Dialogen.

Das ist kurzweilig, liest sich spannend und unterhaltsam, einige wenige Details erscheinen manchmal überflüssig, ansonsten macht das Buch einfach Spaß. Und Mut. Denn Vera findet ihren Weg trotz eines Riesenhaufens von Widrigkeiten, die sich ihr im Laufe der Geschichte in den Weg stellen. 

Wer sich früher für Bridget Jones begeistern konnte, wird hier seine Freude haben und erkennen, dass jedes Alter seine spezifischen Herausforderungen hat.



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Tags: 2017, franka bloom, frauen, gelesen 2017, humor, liebe, rororo, scheidung, schwangerschaft   (9)
 

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Rain Dogs

Adrian McKinty , Peter Torberg
Flexibler Einband: 404 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 06.02.2017
ISBN 9783518467473
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Carrickfurgus Castle wird neben dem Burgfried eine tote Reporterin gefunden. Obgleich ein Verbrechen praktisch ausgeschlossen werden muss, weil niemand zum Zeitpunkt des Todes in die Burg hineingelangen konnte, zweifelt Detektive Inspector Sean Duffy einen Selbstmord an und nimmt Ermittlungen auf.

McKinty legt hier den fünften Fall seines Helden Sean Duffy vor. Die Vorgänger nicht zu kennen, bedeutet kein Problem. Das Buch lässt sich gut lesen, auch ohne die anderen zu kennen. Das Problem ist vielmehr ein anderes: Wer diesen Band gelesen hat, will sofort mehr. Hier und jetzt.

Dieser bissige nordirische katholische Bulle ist an Charisma kaum zu überbieten. Sowohl seine vielen Schwächen, die charmant für Unterhaltung sorgen, als auch die überzeugenden Stärken prägen einen Ermittler, wie Krimifans ihn lieben müssen. Mit Hilfe der Ich-Perspektive und der Anwendung des Präsens schmuggelt der sich unmittelbar unter des Lesers Haut.

Abgesehen von dem eigentlichen Fall, der so spektakulär nicht ist, hat das Buch ausschließlich Hochklassiges zu bieten. Das fängt bei den Personen an: Sämtliche Protagonisten, nicht nur Duffy, sind exakt und charakteristisch entworfen, mit hohem Wiedererkennungswert. Auch das Setting überzeugt. Geschickt gelingt es, die Zeit derart gut einzufangen, dass man sich sogar ohne Datumsangaben gut orientieren kann. Der ganz normale Bürgerkriegswahnsinn im Belfast der 80er Jahre nimmt absolut selbstverständlich seinen Platz inmitten der Polizeiarbeit ein. 

Jedoch entsteht das ganz besondere Vergnügen durch den exquisiten Schreibstil. Der ist auf den ersten Blick keineswegs besonders anspruchsvoll, lässt sich ohne Anstrengung lesen. Aber wie mühelos werden Stimmungen jeglicher Richtung eingefangen, sowohl auf Landschaften und Umgebungen bezogen als auch auf emotionale Zustände. Und spätestens die Dialoge offenbaren einen lebendigen, geistreichen und situationsbezogenen Witz, der einfach nur Spaß macht. 

Es bleibt zu wünschen, dass KcKinty den Weg zu vielen weiteren Lesern finden wird, die außergewöhnliche und niveauvolle Krimiunterhaltung zu schätzen wissen.

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Tags: adrian mckinty, krimi   (2)
 

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Die Fremde auf dem Eis

Bernadette Calonego
E-Buch Text: 324 Seiten
Erschienen bei Edition M, 20.09.2016
ISBN 9781503995284
Genre: Romane

Rezension:

Als Reiseleiterin gerät die Valerie Blaine wieder in die kanadische Arktis, genau in die Gegend, in der vor dreißig Jahren ihre Mutter während einer Expedition unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Der Trip steht unter keinem guten Stern: An der Eisstrasse über das Mackenzie-Delta wird eine unbekannte Tote gefunden. 

Die Welt des langen Winters, die Bernadette Calonego vor dem Auge des Lesers erschafft, ist weiß, kalt und faszinierend. Die extremen geologischen Bedingungen bilden eine äußerst präsente, dauerhaft mitbestimmende Basis. Sich In diese ungewöhnliche Kulisse mitsamt ihren Bewohnern und deren Eigenarten, Bräuchen und Legenden entführen zu lassen, macht einen großen Teil des Lesevergnügens aus. Das Aufeinandertreffen der verschiedenen Kulturen, der Umgang miteinander, das sind überaus interessante Aspekte.

Sehr bereichernd wäre übrigens eine Landkarte gewesen, um oft erwähnte Orte und Regionen besser einordnen zu können.

Eine Verquickung der Vergangenheit mit aktuellen Geschehnissen schenkt der Geschichte Tiefe und Geheimnis. Die Spannung wird auf einem guten Niveau gehalten, der Schreibstil ist leicht und flüssig. 

Valerie Blaine steckt in ihrer Begeisterungsfähigkeit für ihre Arbeit und die arktische Umgebung an und vermittelt einen sympathischen, warmherzigen Eindruck. Man wünscht ihr, dass die Fragen, die jetzt so nah an sie heranrücken, Antworten finden, und bangt mit ihr, wenn Gefahr aufzieht. Und man hofft auf etwas Romantik, die sich zwischen ihr und dem Eismeister Clem Hardeven doch bitte entwickeln möge!

Ein wenig konfus zeigt sich indes der Kriminalfall an sich, verwirrende Entwicklungen erscheinen teilweise als willkürlich. Zu viele Spuren werden ausgelegt, nicht nur, um in die Irre zu leiten, sondern um abzulenken. Dabei bleibt die Plausibilität etlicher Aktionen auf der Strecke, sogar die Glaubwürdigkeit des Gesamtkonstrukts leidet. 

Der Krimileser, der einen ausgeklügelten und scharfsinnigen Plot erwartet, wird hier eher weniger auf seine Kosten kommen. Wer aber ausgefallene Rahmenbedingungen zu schätzen weiß und etwas Wissbegier mitbringt, insbesondere was das Leben und die Gemeinschaft am nördlichen Polarkreis betrifft, wird den Roman genießen.

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Tags: 2017, arktis, bernadette calonego, canada, edition m, gelesen 2017, valerie blaine   (7)
 

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Worüber wir nicht reden

Jenny Bünnig
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Langen-Müller, 22.12.2016
ISBN 9783784434162
Genre: Romane

Rezension:

Um die Familie zusammenzurufen, denkt Winni sich einen besonderen Grund aus: Er möchte mit seinem Riesenkürbis an einer Europameisterschaft teilnehmen. So treffen zum ersten Mal seit langem seine Tochter, sein Sohn und seine Enkelkinder im Elternhaus ein. Das Wochenende gerät zu einer Reise in die Vergangenheit. 


Jenny Bündig ist in ihrem dritten Roman eine großartige Familienstudie gelungen. Um all die Dinge, über die nie gesprochen worden ist, geht es hier und um mehr: um Beziehungen und Entwicklungen, um Schuld und Akzeptanz. Diese eigentlich schweren Themen werden so leicht verpackt, dass oftmals gelacht werden kann, und gehen gleichzeitig immer wieder tief unter die Haut. 

Die Charaktere sind minimal überzeichnet, sicher ein legitimes Mittel, um innerhalb einer überschaubaren Seitenzahl spannende Familieninteraktionen zu schaffen mit einer beachtlichen Bandbreite an Emotionen. 

Aus der aktuellen Situation heraus kommen Winni und seine Kinder auch in Rückblenden zu Wort (Winni in herzerwärmendem Ruhrpottslang) und erzählen, was ansonsten verschwiegen wird. Eine gute Methode, um dem Leser interessantes Hintergrundwissen zu bieten, Geschehnisse in Zusammenhänge zu bringen und Befindlichkeiten zu erklären.

Blanche, ein Goldfisch mit defekter Schwimmblase, der behinderte Hund Peek, der Kürbis … Sie sind Metaphern für Unvollständigkeit, für Makel, für diese Familie, in der so gar nichts einen geraden Weg nehmen kann.  

Und doch zeigt sich, dass hinter all den Problemen wunderbare Menschen stecken, die sich wahrhaft zugetan sind. Von denen jeder viel für andere empfindet, viel für andere tut. Notfalls auch viel von sich selbst zurück nimmt. Dass sie tatsächlich als Familie funktionieren, in dem Sinne, dass sie einander gut tun. Nicht die Probleme lösen, aber sich gegenseitig stärken.

An unzähligen Kleinigkeiten, Achtsamkeiten, wird erkennbar, wie viele Stärken sich in vermeintlichen Schwächen verbergen.

Die Geschichte hat einiges an moralischen Ratschlägen mitzugeben: Dass es manches Mal unrecht ist, zu verurteilen. Dass die Wahrheit eben nicht immer sichtbar ist. Dass Großherzigkeit eine Tugend ist, die letzten Endes seinem Träger am meisten hilft.

Ein schönes Buch, ein schönes Ende.

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Tags: 2017, dialekt, familie, gelesen 2017, jenny bünnig, langenmüller   (6)
 

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auszeit, christentum, entschleunigen, erfahrung, exerzitien, fragen des lebens, gebet, gedanken, kloster, lebensmitte, nachdenklich, neuordnung, reise zu dir selbst, ruhe, schweigen

Der Klang des Schweigens - Eine Reise zu Dir selbst

Heike Adami
Flexibler Einband: 98 Seiten
Erschienen bei Adami, Heike, 14.12.2016
ISBN 9783000552199
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Autorin Heike Adam beschließt, fünf Tage in einem Kloster des Schweigens zu verbringen, in Triefenstein bei Würzburg. Denn sie befindet sich gerade in einer Situation, die ihr zusetzt, aus der sie jetzt gerade keinen Ausweg sieht. In einer ohnehin schwierigen Lage erkrankt ihr Mann, sie selbst leidet unter Schmerzen, den Folgen eines Fahrradunfalls.

Das 98 Seiten starke Büchlein ist im Selbstverlag erschienen und weist rein formal schon einige Schwächen auf. So ist beispielsweise einer der verwendeten Schriftfonds nur schwer zu lesen. Schwer zu lesen ist auch der Text auf der Rückseite, und zwar, weil sich die pinkfarbenen Buchstaben in der Helligkeitsstufe wenig von dem unruhigen Hintergrund einer Mauer abheben.

Mag sein, dass die Kritik kleinlich wirkt. Es setzt sich aber fort: Der Innentext zeigt zu viele Fehler, um einfach darüber hinweg zu sehen. Das erschwert es, sich auf den Inhalt einzulassen. 

Der kommt schließlich in bruchstückartigen Sätzen daher, findet Eingang am ehesten, wenn sehr langsam gelesen wird, wenn dem inneren Nachklang eine Chance gegeben wird.

Der Aufenthalt sollte zu einer Reise zu sich selbst geraten. Nicht nur für die Autorin selbst, auch für die Leserin. Das gelingt nicht vollständig. Der angestrebte und schließlich erlebte Genesungsprozess ist ohne weiteres nicht nachvollziehbar. Erinnerungen an Reinkarnationserlebnisse irritieren mitunter. Im Großen und Ganzen wirken die Gedanken kaum originell und inspirierend, die Interpretationen biblischer Textstellen fragwürdig.

Zwischen den einzelnen Kapiteln gibt es auf Schriftrollen nachempfundenen Seiten Fragestellungen, die zum Nachdenken anregen sollen. Dort findet sich auch Platz zum Niederschreiben eigener Gedanken.

Über das Leben im Kloster an sich erfährt man zu wenig, als dass die Atmosphäre spürbar wäre. Wie genau die Selbstbesinnung dort unterstützt und angeregt wird, hätte vielleicht gründlicher thematisiert werden können.

Leider konnte mich die Lektüre nicht überzeugen. Vielleicht wäre in diesem Fall Schweigen die bessere Alternative gewesen. 

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36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

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Bitterer Calvados

Catherine Simon
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.01.2017
ISBN 9783442485406
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als im normannischen Deauville das alljährliche Festival des Kriminalromans  stattfindet, wird ausgerechnet der Star der Szene, der Autor JPP, in seinem Zimmer tot aufgefunden. Schnell stellt sich heraus, das er mit Zyankali vergiftet wurde. 


In diesem dritten Fall um den Kommissar und Lebemann Jaques Leblanc entführt Catherine Simon ihre Leser in das malerische Küstenstädtchen Deauville. 

Angenehm ist der Einstieg, mühelos findet sich der Leser, auch ohne die ersten Bände zu kennen, zurecht. Die Personenanzahl bleibt überschaubar, der Schreibstil ist locker mit leicht humorvollem Einschlag, gelegentliche Ortsbeschreibungen unterfüttern das typische lokale Ambiente.

Der Plot ist eher simpel, das Buch begleitet hauptsächlich Leblanc und seine Kollegin Nadine Liard bei ihren Recherchen. Geradlinig und chronologisch werden die Ermittlungen dargelegt. Nichts wird vorenthalten. Spannung erwartet man vergebens, die Geschichte verläuft eher beschaulich und gemütlich, angereichert durch einige misslungene oder geglückte Liebesbemühungen des Kommissars. Der ist im Übrigen durchaus sympathisch, gerät aber, wie auch das gesamte Buch, einerseits ein Stückchen zu seicht, andererseits ein bisschen zu klischeehaft, um sich einen nachhaltigen Platz in des Lesers Herz zu erobern. 

Bis zum Ende bleibt die Geschichte ziemlich unaufgeregt, lässt jede Gelegenheit, doch noch etwas Dramatik oder Raffinesse einzubauen, ungenutzt vorüber ziehen. 

Der Kriminalfall an sich ist schlüssig und nachvollziehbar, große Überraschungen gibt es nicht. 

So fühlt man sich auf wohlige Weise unterhalten, kann nach klassischer Art auf der Suche nach dem Täter die eigenen grauen Zellen aktivieren und versuchen, Ermittlungsergebnisse rätselnd und kombinierend zu verwerten. 

Einen guten Abschluss bildet Leblancs Traum auf der letzten Seite. Der entlässt den Leser mit einem entspannten Lächeln und der Vorfreude auf eine Fortsetzung.

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253 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 124 Rezensionen

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Minus 18 Grad

Stefan Ahnhem , Katrin Frey
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 02.01.2017
ISBN 9783471351246
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein ebenso intelligenter wie skrupelloser Täter verlangt dem schwedischen Kriminalkommissar Fabian Risk und dessen Team alles ab. Kaltblütig stiehlt er seinem Opfer zunächst die Identität, um es dann zu beseitigen und sich selbst in die neue Rolle zu begeben. 

Stefan Ahnhems dritter Fall um das Ermittlerteam in Helsingborg ist großartig ausgeklügelt, detailliert erarbeitet und mit viel Leben und Zeitgeist versetzt.

Der Schreibstil ist nicht brillant, bleibt besonders in den Dialogen manchmal etwas flach, kann aber mühelos in die Geschichte hineinziehen und fesseln. Die beachtliche Anzahl an Personen, die in den ersten Kapiteln auftauchen, bilden allerdings besonders für diejenigen, die die Vorgänger nicht kennen, eine echte Herausforderung. 

Mehrere Handlungsstränge verlaufen weitgehend parallel und sind mehr oder minder eng miteinander verwoben. Häufig enden die Abschnitte mit Cliffhangern. Private Probleme sind vielleicht etwas zu großzügig mit eingeflochten, verhelfen ihren Trägern aber zu Tiefe. 

Neben dem eigentlichen Kriminalfall geht es um das sehr aktuelle Thema von Gewalt, die gefilmt und in öffentlichen Medien verbreitet wird. Ganz sicher ist es richtig und legitim, das literarisch zu verarbeiten. Das Ausmaß der geschilderten Grausamkeiten erreicht oder übersteigt dabei allerdings sicher so manche Schmerzgrenze.

Zum Leidwesen des Lesers führen etliche der Handlungsfäden über dieses Buch hinaus und werden ausgelagert ins nächste, oder - wer weiß - ins übernächste. Man kann sich vorstellen, dass, um die folgenden Bände zu genießen, neu erworbenes Wissen von Vorteil ist. Deshalb ist es wirklich sinnvoll, die Reihe in der Chronologie der Handlungen zu lesen und zu hoffen, dass der Autor sich in seinen weiteren Werken an eine Zeitleiste hält. 

Das alles klingt nach einer gewaltigen Mängelliste und lässt die vergebenen fünf Sterne wie einen Irrtum dastehen. Aber nein. Sie sind kein Irrtum. Sie sind einfach der Tatsache geschuldet, dass es erlaubt sein sollte, bei einem Kriminalroman das Hauptaugenmerk auf die Komponente Spannung zu legen. 

Und an Spannung ist dieses Buch wohl nur schwer zu überbieten. Hier wird Spannung geliefert von der ersten bis zur letzten Seite und das Kunststück vollbracht, dem Buch genau aus diesem Grund alles zu verzeihen.

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Tags: 2017, fabian risk, gelesen 2017, happy snapping, helsingborg, identitätsdiebstahl, krimi, list, schweden, stefan ahnhem, ullstein   (11)
 

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Was ich liebte

Siri Hustvedt , Uli Aumüller , Erica Fischer , Grete Osterwald
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.07.2012
ISBN 9783499258886
Genre: Romane

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus: Werkausgabe in Einzelbänden

Friedrich Christian Delius
E-Buch Text: 160 Seiten
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 01.08.2013
ISBN 9783644035911
Genre: Romane

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