Claudia_Jacobs

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Die Maske des Mörders

Stephan Harbort
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2013
ISBN 9783426786062
Genre: Biografien

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Die Maske des Mörders

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klare, profiler, fallanalyse, der, blick

Der klare Blick: Mit dem Wissen des Profilers Lügen entlarven und richtige Entscheidungen treffen

Stephan Harbort
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2016
ISBN 9783426787625
Genre: Sachbücher

Rezension:

Faszinierend dieser Blick in die eigenen Verhaltensmuster. Faszinierend auch, wenn man sich klar darüber wird, wie berechenbar man doch ist, und damit auch leichter zu manipulieren, als man sich selber doch so gerne einschätzt. Diese Buch bietet, ist man gewillt den Weg zu gehen, einen Weg, sich und seine situativen Handlungen zu ändern, und damit auch seine Angriffsfläche für Manipulatoren zu verringern.Anhand von alltäglichen Beispielen und Kriminalfällen, verdeutlicht Harbort anschaulich, was man in bestimmten Situationen für Wege einschlagen kann, um zu völlig anderen Ergebnissen zu kommen, als die es wären, würde man seinem altbekannten und vielfach bewährten Schema folgen. Das eröffnet einem eine neue Welt, weil davon auch Einschätzungen anderer Personen betroffen sind. Man hat quasi einen doppelten Blick auf die Welt. Von zweidimensional auf dreidimensional würde ich es nennen.Das Buch muss man ausführlich lesen und ist man gewillt, auch testen. Ich versichere, es macht Spass. Ich habe es in einigen Situationen getan, und fühlte mich besser. Ein Beispiel: Auch ich muss , wie Harbort anhand seines Refluxes demonstrierte, Medikamente nehmen. Ich sitze im Rollstuhl und nach dem Zubettgehen, ist ein erneutes Aufstehen für mich sehr aufwändig. Nachdem ich den Absatz mit dem vergessenen Medikament gelesen hatte, dachte ich nach, wann mir so etwas passieren könnte, zog alle möglichen Situationen nochmal in Betracht, und habe nun einen kompletten Satz Medis in meiner Handtasche und an meinem Bett. Ob im Bett, am Schreibtisch oder unterwegs, habe ich nun immer eine Tagesdosis in meiner Nähe, und nicht nur, wie bisher, meine Schmerzmittel.An diesem Tag habe ich alle rountinemässigen Tätigkeiten unter die Lupe genommen, und überprüft. Ich habe noch einige andere Dinge gefunden, die ich änderte, und nun habe ich ein Sicherheitsgefühl, das ich vorher nichtmal vermisste, aber nun doch sehr geniesse.Folgt man den Checklisten, die Harbort jedem "Fall" anfügt, gewinnt man. Es dauert, und manchmal macht es auch zuerst unzufrieden, aber es lohnt sich.Zuerst unzufrieden, weil man natürlich auch Ergebnisse bekommt, die man nicht haben will. Beispiel 2: Ich spreche seit langer Zeit nicht mehr mit meiner Schwester. Das ging von ihr aus, und neue Kontaktaufnahme scheitert an ihrer Sturheit. Seit langem wollte ich das ändern. Es ist eben meine Schwester. Ich trug also anhand des Buches Punkte zusammen, mit denen ich überprüfen wollte, ob ich es nochmal versuchen sollte. Unter anderem ob gelogen wurde, wegen dieser Situation, ob Mut genug da war, sich zu entschuldigen, was ich mir von der Zukunft erwarte, verglich es mit älteren ähnlichen Situationen, filterte die Dinge heraus, die aller Wahrscheinlichkeit nach, nicht zu ändern waren, bzw. sich genauso wiederholen würden, da noch nie grosse Bereitschaft da war, andere Wege zu gehen, als die erlernten, und kam so zu dem Ergebniss, das sich der Aufwand nicht lohnen würde, das früher oder später wieder solch eine Situation eintreten würde, und wir wieder da stehen würden, wo wir grade waren.Das ganze hat 2 Tage gedauert, da ich mir eine eigene, neue Checkliste zusammenstellen musste, die auf diese Situation passte und ich ja auch noch völlig ungeübt war.Viel Zeit, denkt man. Ist es auch, aber es erspart mir nun das schlechte Gewissen, das ich jeden Tag mit mir herum trug. Bewusst oder unbewusst. Ich habe einen Abschluss gefunden, und bin damit auch sehr zufrieden.Ich kam mir bei der Lektüre ein bisschen wie ein Schachspieler vor, der mitten im Spiel einen Spieler ersetzen soll. Um zu gewinnen, muss er seine und des Gegners Strategie kennen. Also muss er bereits zurückliegende nachvollziehen, die zu dem jetzigen Stand führten, und andererseits vorausplanen, und das mit allen möglichen Zügen.Ich werde diese Buch an meinen Sohn weiterreichen, der vor der Entscheidung steht, einen neuen, beruflichen Weg einzuschlagen. Und ich bin sehr gespannt auf seine Entscheidung, da er diese berufsfindungsbezogene Liste nutzen wird. Er ist ebenfalls sehr gespannt, was er dabei über sich herausfindet, und möchte auch meine Erinnerungen nutzen. Es ist schon witzig, das aus diesem Buch eine vermutlich sehr amüsante Zeit für Mutter und Sohn herauskommen wird, die es so sonst nicht gegeben hätte.Diese Buch hat viele Pluspunkte. Es ist interessant zu lesen, für den der nur lesen will, aber es ist auch lehrreich, für den, der lernen will, und dazu bietet es noch die Möglichkeit der Anwendung des gelesenen. Besonders das letzte, macht enormen Spass und hat eindeutig einen Suchtfaktor.Mit ein bisschen Phantasie kann man gut eine Familienspiel daraus machen, was mir bei der verschütteten Cola auffiel. Da versucht Harbort spasseshalber anhand der Fallanalyse den Verursacher einer Cola-Pfütze auf einem Tisch zu finden.
Mein Fazit: Es gibt wenige Bücher, die soviele interessante Möglichkeiten wie diese bieten, und ich Faszinierend dieser Blick in die eigenen Verhaltensmuster. Faszinierend auch, wenn man sich klar darüber wird, wie berechenbar man doch ist, und damit auch leichter zu manipulieren, als man sich selber doch so gerne einschätzt. Diese Buch bietet, ist man gewillt den Weg zu gehen, einen Weg, sich und seine situativen Handlungen zu ändern, und damit auch seine Angriffsfläche für Manipulatoren zu verringern.Anhand von alltäglichen Beispielen und Kriminalfällen, verdeutlicht Harbort anschaulich, was man in bestimmten Situationen für Wege einschlagen kann, um zu völlig anderen Ergebnissen zu kommen, als die es wären, würde man seinem altbekannten und vielfach bewährten Schema folgen. Das eröffnet einem eine neue Welt, weil davon auch Einschätzungen anderer Personen betroffen sind. Man hat quasi einen doppelten Blick auf die Welt. Von zweidimensional auf dreidimensional würde ich es nennen.Das Buch muss man ausführlich lesen und ist man gewillt, auch testen. Ich versichere, es macht Spass. Ich habe es in einigen Situationen getan, und fühlte mich besser. Ein Beispiel: Auch ich muss , wie Harbort anhand seines Refluxes demonstrierte, Medikamente nehmen. Ich sitze im Rollstuhl und nach dem Zubettgehen, ist ein erneutes Aufstehen für mich sehr aufwändig. Nachdem ich den Absatz mit dem vergessenen Medikament gelesen hatte, dachte ich nach, wann mir so etwas passieren könnte, zog alle möglichen Situationen nochmal in Betracht, und habe nun einen kompletten Satz Medis in meiner Handtasche und an meinem Bett. Ob im Bett, am Schreibtisch oder unterwegs, habe ich nun immer eine Tagesdosis in meiner Nähe, und nicht nur, wie bisher, meine Schmerzmittel.An diesem Tag habe ich alle rountinemässigen Tätigkeiten unter die Lupe genommen, und überprüft. Ich habe noch einige andere Dinge gefunden, die ich änderte, und nun habe ich ein Sicherheitsgefühl, das ich vorher nichtmal vermisste, aber nun doch sehr geniesse.Folgt man den Checklisten, die Harbort jedem "Fall" anfügt, gewinnt man. Es dauert, und manchmal macht es auch zuerst unzufrieden, aber es lohnt sich.Zuerst unzufrieden, weil man natürlich auch Ergebnisse bekommt, die man nicht haben will. Beispiel 2: Ich spreche seit langer Zeit nicht mehr mit meiner Schwester. Das ging von ihr aus, und neue Kontaktaufnahme scheitert an ihrer Sturheit. Seit langem wollte ich das ändern. Es ist eben meine Schwester. Ich trug also anhand des Buches Punkte zusammen, mit denen ich überprüfen wollte, ob ich es nochmal versuchen sollte. Unter anderem ob gelogen wurde, wegen dieser Situation, ob Mut genug da war, sich zu entschuldigen, was ich mir von der Zukunft erwarte, verglich es mit älteren ähnlichen Situationen, filterte die Dinge heraus, die aller Wahrscheinlichkeit nach, nicht zu ändern waren, bzw. sich genauso wiederholen würden, da noch nie grosse Bereitschaft da war, andere Wege zu gehen, als die erlernten, und kam so zu dem Ergebniss, das sich der Aufwand nicht lohnen würde, das früher oder später wieder solch eine Situation eintreten würde, und wir wieder da stehen würden, wo wir grade waren.Das ganze hat 2 Tage gedauert, da ich mir eine eigene, neue Checkliste zusammenstellen musste, die auf diese Situation passte und ich ja auch noch völlig ungeübt war.Viel Zeit, denkt man. Ist es auch, aber es erspart mir nun das schlechte Gewissen, das ich jeden Tag mit mir herum trug. Bewusst oder unbewusst. Ich habe einen Abschluss gefunden, und bin damit auch sehr zufrieden.Ich kam mir bei der Lektüre ein bisschen wie ein Schachspieler vor, der mitten im Spiel einen Spieler ersetzen soll. Um zu gewinnen, muss er seine und des Gegners Strategie kennen. Also muss er bereits zurückliegende nachvollziehen, die zu dem jetzigen Stand führten, und andererseits vorausplanen, und das mit allen möglichen Zügen.Ich werde diese Buch an meinen Sohn weiterreichen, der vor der Entscheidung steht, einen neuen, beruflichen Weg einzuschlagen. Und ich bin sehr gespannt auf seine Entscheidung, da er diese berufsfindungsbezogene Liste nutzen wird. Er ist ebenfalls sehr gespannt, was er dabei über sich herausfindet, und möchte auch meine Erinnerungen nutzen. Es ist schon witzig, das aus diesem Buch eine vermutlich sehr amüsante Zeit für Mutter und Sohn herauskommen wird, die es so sonst nicht gegeben hätte.Diese Buch hat viele Pluspunkte. Es ist interessant zu lesen, für den der nur lesen will, aber es ist auch lehrreich, für den, der lernen will, und dazu bietet es noch die Möglichkeit der Anwendung des gelesenen. Besonders das letzte, macht enormen Spass und hat eindeutig einen Suchtfaktor.Mit ein bisschen Phantasie kann man gut eine Familienspiel daraus machen, was mir bei der verschütteten Cola auffiel. Da versucht Harbort 
spasseshalber anhand der Fallanalyse den Verursacher einer Cola-Pfütze auf einem Tisch zu finden.

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serienmörderinnen, stephan harbort, killerfrauen, motive, grausame fälle

Killerfrauen

Stephan Harbort
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2017
ISBN 9783426788660
Genre: Biografien

Rezension:

Die beiden schlimmsten und unvorstellbarsten Formen von Mord, der Mord am eigenen Kind, und der Mord an Patienten, beides absolut hilflose und vertrauende Gruppen, werden von Frauen praktiziert.
Einige dieser Taten sind hier beschrieben.
Kein Mensch kann sich vorstellen, einem Kind etwas anzutun, und schon garnicht dem eigenen. Also verabscheuen wir diese Menschen. Die Mütter und die Pflegerin oder Krankenschwester. Wem vertraut man mehr als der eigenen Mutter, oder muss man mehr vertrauen als der Krankenschwester? Und ausgerechnet die geliebte Mutter, die scheinbar so empathische Schwester, nehmen einem das Leben? 

Ich bin Mutter UND Krankenschwester. Jemandem das Leben zu nehmen, liegt mir ferner als die Sonne. Also was macht diese Frauen zu Mörderinnen, zu Serientätern? 
Warum tötet Jennifer ihre 3 Kinder? Warum tötet Christine mindestens 5 ihrer Patienten? 
Jener Teil Gehirn, der sich das vorstellen kann, scheint mir zu fehlen, und so versuche ich es anhand der Fakten und psychologischen Verstrickungen zu verstehen, die uns Stephan Harbort, in mühseliger Arbeit zusammengetragen, anbietet.

Wie kann es sein, das 3 Schwangerschaften mit dem Tod des Neugeborenen enden, und der Vater nichts mitbekommt? Weder Schwangerschaft, noch Geburt, noch Tötung?
Harbort räumt hier auf, mit den gängigen Thesen, das Serienmörderinnen auffällig sind. Sie sind weder besonders intelligent, noch besonders dumm, selten jung, fast nie alt, haben "normale" Berufe oder sind Hausfrauen etc. 

Besonders das Schlusswort mit den anschliessenden Statistiken über Täterinnen und Opfer, ist sehr aufschlussreich. Es räumt auf, mit Vorurteilen gegenüber einzelnen Bevölkerungsgruppen. Es ist nicht "die" Alkoholikerin, "die" Aussenseiterin, "die" sozial auffällige Person... nein! Es ist eine Frau wie du und ich. Keine Person wie Kroll, der durch seine auffällige Unauffälligkeit auffiel. Ich könnte es sein, genauso wie meine Mutter, meine Schwester, und würde nicht auffallen, solange die Gesellschaft ebenso uninteressiert an ihren Gegenüber bleibt, wie sie es immer mehr wird.
Wieder habe ich etwas dazugelernt, und mein Verstehen wird grösser, nicht mein Verständniss, nur mein Verstehen!

Und ich bin mir ziemlich sicher, das die meisten unaufgeklärten oder unentdeckten Morde, auf das Konto von Frauen gehen. Das Opfer, dem der männliche Sexualtäter die Kehle durchschnitt, wird erkannt, das Kind, dessen Geburt niemand bemerkt, wird nie vermisst. 
Der Mann, der aus Rache erschossen wird, wird gefunden, aber der Kranke, dem die Schwester Insulin spritzt, wird als natürlicher Tod hingenommen und unerkannt bestattet.

Fazit: Diese Buch räumt auf, mit dem Glauben an die Frau, die immer nur Liebe oder Fürsorge, aber niemals Hass oder Gleichgültigkeit empfindet. 
Und ich weiss, was ich als begeisterter Leser als nächstes Buch auf meine Leseliste setze:
"Der klare Blick" 
Mit dem Wissen des Profilers Lügen entlarven und richtige Entscheidungen treffen wird es sein. Harbort macht süchtig!

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Ich musste sie kaputtmachen

Stephan Harbort
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Droste Vlg, 19.02.2004
ISBN 9783770011742
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich musste sie kaputtmachen!

Nicht umbringen, töten, erwürgen oder was auch immer, nein "kaputtmachen" wie ein altes, nicht mehr gebrauchtes oder betrauertes Spielzeug. 
Harbort signalisiert mit diesem Wort schon zu Anfang, das Kroll empathielos tötete. Sein ganzes Leben hindurch, gab es für ihn nur seine eigenen Gefühle, die fast durchweg destruktiv waren.Schon als kleines Kind bekam Kroll seine Bedeutungslosigkeit von der Familie vor Augen geführt. Sein ganzes Fühlen war bald geprägt von jenem "komischen" Gefühl, das letztendlich und konsequent zu seinen Taten führte.
Wie es dazu kam, vermittelt Harbort so anschaulich, das man bald mitfiebert, ob er ein Opfer findet oder nicht. Erst wenn er es findet, kommt der Schauer, der am Anfang noch fehlte. Zu sehr kann man sich in die Seele dieses Menschen versetzen, als das man ihm nicht einen Erfolg gönnen würde. Bis man begreift, welches Resultat ein solcher Erfolg haben würde. Dann erst kommen Ekel und Abscheu, dafür aber umso heftiger.

Hier wird wieder einmal klar, wie wichtig es ist, das man selbst dem uninteressantesten Menschen, ein wenig Beachtung schenkt, damit er nicht, wie hier beschrieben, fast zwangsläufig auf abwegige Art seine Beachtung holt. Ein winziges Gefühl der Schuld keimt dennoch auf in Kroll. Es gelingt ihm aber, dieses Gefühl immer wieder auszuschalten.

Diese Zeit der massenhaften Sexualmorde, korrespondiert auf unglaubliche Weise mit dem noch mangelhaften Wissen, sowie den unzulänglichen Untersuchungsmethoden dieser Zeit. So entkommt er immer wieder, weil andere verdächtigt, weil andere für seine Taten verurteilt werden. 
Heute wäre es bedeutend leichter, ihn zu fassen. Darum auch meine Hochachtung vor den Kriminalisten jener Zeit. Auch das hat Harbort sehr gut beschrieben, und es wird für den Leser verständlich, das die Ergreifung so spät erst erfolgte. Man möchte in das Buch hinein um Hinweise zu geben, die man als Leser den Kriminalisten im Buch vorraus hat.

Die Gefühle der beteiligten Menschen, ob Eltern, Nachbarn oder Ermittlern, werden hier mit wenigen, ausdrucksstarken Worten geschildert. Die Eltern, deren Leben aus allen Fugen gerät, die Arbeitskollegen, die Ihren Abscheu und ihre Gewaltphantasien gegenüber dem Täter aussprechen, der Ermittler, der selber Kinder hat und den Gedanken an die toten Kinder nicht los wird.... allen verleiht Harbort Platz und lässt uns, als Gesellschaft, mitschuldig werden.

Mein Fazit?
Ein Muss für jeden, der sich auch nur im geringsten für Kriminalfälle interessiert und gleichzeitig ein Werk, das unser eigenes Handeln so manchesmal in Frage stellt.

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serienmörder, serientäter, mörder, deutschland, psyche von tätern

Das Hannibal-Syndrom

Stephan Harbort
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2003
ISBN 9783492236508
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit fesselnden Worten erreicht Stephan Harbort das scheinbar unmögliche. Er lehrt uns, in die Seele eines Serientäters zu schauen und diese verstörende Welt zu verstehen. Schön sicher daheim, in den Sessel gekuschelt, mit runtergelassenen Rollos und verschlossenen Türen, erreichen uns Grusel und Fakten gleichermassen. Vermutlich gehören mehr Frauen zu den Lesern, denn Männer. Frauen (ich rede aus Erfahrung), machen sich ihre 
Bilder lieber im eigenen Hirn, statt sie sich fertig auf Leinwand servieren zu lassen. Nicht umsonst gabs nach dem "Schweigen der Lämmer" sehr vieleFrauen, die Profiler beim FBI werden wollten.
Die Möglichkeit mit dem Verstand den realen Grusel zu kontrollieren, erschuf ein neues Berufsfeld für Frauen in den USA.

Harbort bringt uns der Realität allerdings noch näher, denn seine Fälle sind wirklich passiert, und passieren noch. Auch ist das Buch keine Grusellektüre.
Es ist vielmehr ein Wegweiser durch die Welten der Serienmörder, der gründlich aufräumt mit sogenannten Fakten aus fiktiven Serien.
Organisierte und nichtorganisierte Täter, lange und kurze "Abkühlphasen, erst Brandstifter, dann Tiermetzeleien, dann Serienmörder... unsere durch Criminal Minds "erworbenen" Kenntnisse, werden ausgetauscht gegen reale Beobachtungen und Tatsachen.
Was mich persönlich sehr beeindruckte war, das Stephan Harbort seine persönliche Sichtweise, seine Ängste, seine Empathie mit einbrachte. 
Das konnte man besonders an Fall des Peter Windisch sehr gut nachvollziehen. Seine Schilderung der Aussichtsosigkeit von Herrn Windisch in Bezug auf sein weiteres Leben, hat mich stark beeindruckt, und erinnerte mich an die Szene in "Der Idiot" als Fürst Myschkin seine Gefühle schilderte, die er hatte, als er den Weg eines Mannes auf dem Weg zur Guillotine beschrieb.
Harbort beschrieb die wahrscheinlichen Gefühle angesichts dieser ewig währenden Strafe im Hochsicherheitstrakt einzusitzen, den er nie mehr verlassen würde, und das Wissen darum, das es nicht anders geht. Hier Bestie, da Mensch.
Gefühlsverirrt, gefühlsreduziert bis hin zur Gefühllosigkeit, aber eben immer noch ein Mensch. Einer der nebenan wohnen könnte, einer der ein Freund ist, ein nach aussen hin möglicherweise ganz unauffälliger Mensch bis hin zu dem, von dem man "das immer schon geahnt hat", sind alle vertreten.

Ebenso vielfältig schildert er aber auch mögliche Ursachen, die diese Morde ermöglichten. Von der Hausschlachtung bis zu Hirnanomalien ist alles dabei. Auch die Mitschuld der Sozialgemeinschaft, von denen einige wissend waren, und trotzdem nichts sagten. Ein Buch, das einen nicht so schnell loslässt, einen zum nachdenken zwingt, und vielleicht auch dazu, sich Aussenseiter mal genauer anzuschauen, um nicht irgendwann einmal sagen zu müssen, das man selber auch mitschuldig wurde, durch Unterlassung und Desinteresse an den Mitmenschen. Serienmörder sind auch Opfer, auch wenn es so garnicht danach aussieht. Dieses Buch ist besonders geeignet, für Menschen, die erstmalig diese Welt betreten, das sehr viele, verschiedene Individuen beschrieben werden. 

Mein Fazit, es ist ein sehr spannendes Sachbuch, oder auch ein sachliches Werk mit spannenden Kurzgeschichten, und für jeden geeignet. Es macht Appetit auf mehr!

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