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75 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

2018, bewunderung, college, dumont verlag, entscheidung, faith frank, feminismus, frauenbewegung, für feministiker, idealismus, leben, lesbianism/feminism, roman, selbstfindung, vorablesen

Das weibliche Prinzip

Meg Wolitzer , Henning Ahrens
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 16.07.2018
ISBN 9783832198985
Genre: Romane

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95 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

afghanistan, frankreich, gesellschaft, gesellschaftskritik, irak, krieg, liebe, macht, politik, ränkespiel, rassismus, roman, stress, ullstein verlag, verlust

Die Zeit der Ruhelosen

Karine Tuil , Maja Ueberle-Pfaff
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 10.03.2017
ISBN 9783550081750
Genre: Romane

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213 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

anwalt, ehe, england, familie, hongkong, kindheit, kronanwalt, liebe, malaysia, raj-waisen, richter, roman, tod, verlust, zweiter weltkrieg

Ein untadeliger Mann

Jane Gardam ,
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 24.08.2015
ISBN 9783446249240
Genre: Romane

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52 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

bericht, #david, erfahrungen, familie, halluzinationen, krankenhaus, krankenpflege, krankheit, leben, #leben, lebenssinn, leber, leberschaden, meditation, melancholie

Leben

David Wagner , ,
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.10.2014
ISBN 9783499252754
Genre: Romane

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170 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

amerika, basketball, bruder, entwicklungsroman, farm, gastfamilie, joachim meyerhoff, kirche, schüleraustausch, tod, tod des bruders, todestrakt, usa, verlust, wyoming

Alle Toten fliegen hoch - Amerika

Joachim Meyerhoff
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 23.12.2015
ISBN 9783462049671
Genre: Romane

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58 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

buchverlag, drogen, eriträa, eritrea, erpressung, flüchtlinge, illegales krankenhaus, israel, kein + aber, kein und aber, löwen wecken, opfer, rezension, roman, schuld

Löwen wecken

Ayelet Gundar-Goshen , Ruth Achlama
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 28.04.2016
ISBN 9783036959405
Genre: Romane

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125 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

drogen, einsamkeit, familie, geheimhaltungen, geschwister, gesellschaftskritik, gewalt, happy end, häusliche gewalt, missbrauch, roman, schottland, schwestern, tod, vernachlässigung

Bienensterben

Lisa O'Donnell , Stefanie Jacobs
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 05.11.2014
ISBN 9783832162924
Genre: Romane

Rezension:

Die Geschichte hat drei Hauptfiguren, die die Geschichte auch abwechselnd erzählen.Genau wie die Geschichte selbst, sind auch die Figuren nicht alltäglich und sehr besonders – manchmal sogar schon etwas makaber.


Zum einen haben wir Marnie – sie ist 15 und eine notgedrungen starke Person, zumindest nach außen – sie muss Verantwortung für sich und ihre Schwester übernehmen, weil ihre Eltern es nie getan haben. Sie ist ein Produkt ihrer Umwelt und das Umfeld ist, nicht gerade optimal, sondern eher verkorkst – dementsprechend gibt sie sich und drückt sich so aus. Sie ist aber eine Person, die Probleme anpackt und tut was getan werden muss und trägt dann die Konsequenzen.

Außerdem schwingt durch ihr auch oft ein toller, dunkler Humor mit.


Nelly ist 12 und ganz anders als ihre Schwester, nur diese gewisse Stärke teilen sie sich. Sie ist dennoch still und in sich gekehrt. Sie ist eine begnadete Geigerin, drückt sich gewählt aus und ist wissbegierig. Sie ist jedoch ebenfalls Produkt ihrer Umwelt und wie ihre Schwester eine gebrochene Person. Sie denkt und verarbeitet vieles andere, als normal, ist sozial eher unbeholfen. Sie ist recht auf sich bezogen; außerdem hat sie immer wieder Anfälle – wächst aber auch im Laufe der Geschichte etwas über sich hinaus.


Lennie ist der „Alte“ von Nebenan. Er lebt zusammen mit einem Hund, seit sein Lebenspartner, der bis zu Letzt nicht gänzlich zu ihm stehen konnte, verstorben ist. Außerdem ist er verschrien, nicht nur wegen seiner Homosexualität, sondern auch durch ein Sexualdelikt, was er zutiefst bereut. Er ist ein angenehmer Zeitgenosse, ruhig und fürsorglich. Ein alter Mann, der sich nach etwas Gesellschaft sehnt.

Sein Strang ist übrigens so geschrieben, als würde er mit seinen verstorbene Partner reden oder ihn schreiben. Da war ich leider nicht immer ein großer Fan von.


Durch das wechseln der Sichten, war es interessant zu verfolgen, wie die Situation oder die anderen Figuren aus der jeweiligen Sicht aussehen – das überschnitt sich nämlich nicht zwangsläufig, wie das eben so ist.


Ich fand es auch schön, die Verbindung, die Geschichte zwischen den drei Figuren zu verfolgen. Wobei ich auch sagen muss, dass ich lange keinen wirklich Zugang zu ihnen bekommen hatte. Es hatte eine ganze Weile gedauert, bis mich das Buch auch emotional bekommen hat – denn es hat gerade hinten raus ein paar sehr berührende Momente.


Das ganze Setting ist schon ziemlich überzogen – klar gibt es diese heruntergekommenen Gegenden und Gesellschaftsschichten, die man wohl als asozial (nicht als Schimpfwort, sondern in der reinen Wortbedeutung) bezeichnen muss, aber hier kommt schon wirklich viel zusammen.

Es ist mal was anderes, dreckig, aber irgendwie auch interessant.


Dabei schwingt auch viel Sozial- und Gesellschaftskritik mit. Z.B. dass Marnie nur Einsen in der Schule schreibt, die Lehrer Aufgrund ihres Umfeldes sie aber trotzdem auf dem Kieker haben, während die Schüler aus gehobenen Familien als Vorbilder verlauft werden – obwohl, wenn man genauer hinsieht diese nicht im Ansatz welche sind.

Generell zeigt das Buch viele Verlogenheiten auf, auch im Bereich Religion, (angebliche) Fürsorge oder zeigt das Versagen der Jugendämter und vielleicht auch so mancher dessen Richtlinien.

Auch Homophobie spielt eine Rolle und wie man sich denken kann, Kindesmissbrauch, häusliche Gewalt, starke Vernachlässigung und Armut – kurz ein Leben ganz unten im Dreck.


Gleichermaßen erzählt das Buch von Familie und dass Familie keineswegs auf DNA reduziert werden kann oder sollte. Diesbezüglich lassen sich ein paar sehr schöne Aussagen in dem Buch finden.


Leider waren gerade zuletzt ein paar mies konstruierte Szenen enthalten. Ab und An gab es solche sonderbare Konstruktionen auch schon vorher - dort sorgten sie meistens aber für eine zwar sonderbare, aber unterhaltsame Situation.

Das Ende fand ich da leider etwas schwach und auch nicht unbedingt zum Rest des Buches passend.


Fazit

Für mich bildete das Buch mal eine willkommene Abwechslung. Es hatte ein paar schöne Aussagen, war sowohl von den Figuren als auch Handlung besonders und hat ein paar Aspekte aufgeworfen, die einen berühren und Stoff zum nachdenken geben.

Allerdings lassen sich ein paar Schwächen nicht im Garten vergraben – es wirkte doch manchmal ziemlich konstruiert, war relativ überzogen und die Sympathie zu den Figuren war schwankend, als sie überhaupt mal aufkam.

Trotzdem finde ich das Buch durchaus lesenswert.

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Tags: familie, gewalt, roman, schicksale   (4)
 

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135 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

drama, familie, familiengeschichte, familiengeschichten, gefängnis, giftmord, hass, heim, janet fitch, kalifornien, kindheit, mord, mutter-tochter-beziehung, pflegefamilie, selbstfindung

Weißer Oleander

Janet Fitch , Ute Leibmann
Flexibler Einband: 511 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.01.2012
ISBN 9783404157662
Genre: Krimi und Thriller

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192 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 85 Rezensionen

begleitet, beobachten, beobachtet, beschließt, bibliophilie, bibliothek, books, botin, buch, bücher, frankreich, lesen, literatur, metro, roman

Das Mädchen, das in der Metro las

Christine Féret-Fleury , Sylvia Spatz
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 27.06.2018
ISBN 9783832198862
Genre: Romane

Rezension:

Ich finde es großartige, wie das Buch geschrieben ist – mit großer Beobachtungsgabe, einer ganz feinen Sprache und vielen liebevollen Details.

Die Atmosphäre ist dicht und das Bild welches erzeugt wird fast schon verträumt. Auch wenn ich sagen muss, dass es in kurzen Momenten (vermehrt im hinteren Teil des Buches) mir ein wenig zu verträumt wurde. Es schweifte etwas ab, was fast schon zu etwas leicht surreales bis märchenhaftes führt.


Die Protagonistin ist eine angenehme Person, der man gerne durch die Geschichte begleitet und wie sie selbst es beschreibt: ein beengtes, aber bequemes Leben hat mit Luxusproblemen und kleinen Freuden.

Dessen Leben sich im Laufe des Buches beginnt zu wandeln durch diese Tätigkeit der Botenschaft von Büchern.

Ich fand es auch toll, wie genau und zum Teil entlarvend Menschen (Leser) und dessen Leben beschrieben werden.


Das große Thema des Buches sind Bücher – und so banal wie es klingt, ich mag Bücher, in denen es um Bücher geht. In diesem Fall ist das mit soviel Liebe erfolgt, dass man es nur als schön bezeichnen kann: z.B. dadurch was für Geschichten die Bücher über ihre Leser erzählen, durch den Geruch, mögliche Flecken, Randnotizen usw. - durch welche Hände die Bücher gewandert sind. Darin habe ich mich sehr wiedergefunden, weil ich ebenfalls gebrauchte Bücher mag, weil dann das Buch eine eigene Geschichte hat (also nicht nur die auf den Seiten).

Denn darum dreht sich das Buch letztlich: darum Geschichten zu erzählen. Natürlich gibt es dabei auch zahlreiche Querverweise (das Buch liefert einen also eine Leseliste mögliche gleich mit).


Es geht auch darum, was Bücher bewirken oder bewirken können – was für einen Wert sie für den Leser haben.

Manchmal kam es mir diesbezüglich sogar so vor, als hätten die Bücher in dieser Geschichte eine eigene Seele oder wären lebendig.


Ich finde das Buch hat auch die Frage aufgeworfen, was passiert, wenn die Buchwelt zu sehr ins reale Leben einwirkt. Wenn man sich zu sehr in der literarischen Welt vertieft und die echte Welt in den Hintergrund rückt – ob das nicht gefährlich ist, möglicherweise auch mehr, als es in diesem Buch dargestellt wurde.


Was ich aber auch klar sagen muss: Wer Bücher mit klarer Handlung bevorzugt, die rund sind,

wird bei diesem Buch nicht zwangsläufig glücklich bzw. fündig werden.

Mir ist das auch nicht ganz unwichtig, das wurde durch die anderen Aspekte aber für mich wieder aufgefangen.


Fazit

Das Buch ist dünn, es ist also eine kurzweilige Unterhaltung, aber das trifft noch keine Aussage über den Inhalt.

Es hat seine Eigenarten oder Schwächen, aber bei mir hat das Buch, dieses wohlige Gefühl hinterlassen, was einen nur ein gutes Buch geben kann.


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Tags: dumont, literatur, roman   (3)
 

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307 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 117 Rezensionen

familie, frauen, freiheit, haare, indien, italien, kanada, krankheit, krebs, leben, mut, schicksal, schicksale, starke frauen, zopf

Der Zopf

Laetitia Colombani , Claudia Marquardt
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 21.03.2018
ISBN 9783103973518
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch ist sehr gut geschrieben – mit den ersten paar Sätzen, erhält man bereits ein Bild und einen Zugang zu den Figuren. Wie die Welt, das Leben der drei Frauen, ihre Wünsche und Ängste beschrieben sind, ist einfach großartig.


Reden wir also über unsere drei Hauptfiguren:

Smita (Indien) – In eine Kaste geboren, die außerhalb der Städte in Slams leben und von der Gesellschaft geächtet werden. Macht den Dreck und Extremente anderer Leute weg und bekommt im Austausch Essensreste oder Altkleidung. Dieses Schicksal wird vererbt, doch sie weigert sich ihre Tochter ihr Handwerk beizubringen. Sie soll in die Schule gehen und Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Dieser Strang ist geprägt von tiefster Armut. Es ist ein Leben wie man es sich kaum vorstellen kann und trotzdem findet man viel Herzlichkeit darin und vor allem hat Smita einen starken Willen und jammert nicht.

Giulia (Sizilien) – Arbeitet im Familienbetrieb ihres Vaters. Sie soll einmal in die Fußstapfen ihres Vaters treten.

Sarah (Kanada) – ist erfolgreiche Anwältin und Partner in ihrer Kanzlei. Für ihre Karriere musste sie viel opfern (u.a. ihr Privatleben oder Gesundheit), dafür geht es immer nur bergauf.


Bei allen dreien schwingt auch immer die jeweilige Kultur mit – sowohl im guten als auch im schlechten – das hilft auch der Atmosphäre und zeigte mir auch meine Wissenslücken.


Das „Thema“ Drei wird in dem Buch tatsächlich ausgereizt. So scheinen die drei Frauen z.B. auch für die Zeit zu stehen: Smita ist verfolgt von der Vergangenheit, von dem Schicksal, das seit jeher vererbt wird. Giulia lebt nur im hier und jetzt, nur der Moment zählt. Und bei Sarah zählt die Zukunft, wie lange sie dem unausweichlichen Moment Einhalt gebieten kann.

Aber alle drei kämpfen auf ihre Weise gegen nichts geringeres als das scheinbar unvermeidliche Schicksal an. Man kann sich also denken, dass einen durch die drei Handlungsstränge viel Abwechslung geboten wird.


Werfen wir also einen vertiefteren Blick auf unsere drei Damen:

Sarah ist etwas über selbstbewusst und Karriere orientiert. Alles ist bei ihr durch kalkuliert und sie hat für alles eine Strategie. Emotionen sind hinderlich – alles muss planbar bleiben.

Es zeigt aber auch den schwierigen Weg für eine Frau und Mutter in dieser Welt weit zu kommen. In einer Welt in der nur Leistung und Erfolg zählt, darf man keine Schwächen haben: Oder wie sie es sagt: In einem Haifischbecken sollte man lieber nicht bluten – alles was als Schwäche ausgelegt werden kann ist tödlich und Mutterschaft, Krankheit oder Menschlichkeit sind in dieser Welt eine Schwäche. Dabei greift das Buch auch das Thema verdeckte Diskriminierung von Kranke auf. Doch sie bereitet sich darauf vor, als würde sie in den Krieg ziehen, errichtet Mauern und Verteidigungsstrategien und sie plant alles alleine durchzustehen.


Smita dagegen kämpft im Prinzip gegen die Gesellschaft in Indien an. Bei ihrem Strang habe ich festgestellt wie wenig ich tatsächlich über das Leben in Indien und Kultur wusste – das bisschen was ich weiß beziehe ich hauptsächlich aus Filmen (ja ich weiß). Wie verknüpft die Behörden/Staat und Kasten/Gesellschaftsschichten mit der Religion und einer Paralleljustiz verknüpft sind, wusste ich nicht. Indien hat eine Verfassung, Gesetze und bekennt sich zu den Menschenrechten – doch hier sieht man, dass das nur auf den Papier geschieht (zumindest in diesen Teilen des Landes) – es ist unmenschlich, sie leben wie Sklaven – als noch weniger Wert, werden natürlich die Frauen angesehen, vor allem als Darlit. Die Schilderungen, wie das Leben da ist, haben mich wirklich erschreckt.


Guilia bietet einen im Vergleich zunächst recht wenig. Sie verliebt sich in einen fremden Mann, der einen Flüchtlingsstatus hat. Ihre Geschichte braucht etwas um anzulaufen, steigert sich aber zum Ende hin. Guilia ist zunächst auch etwas passiv und nicht unbedingt Problemorientiert, findet sich im Laufe aber (passend zum Thema Mittelschicht) einen Kampf um ihre Existenz gegenüber.


Alle drei sind auf ihre Weise unheimlich starke Frauen. Allerdings fand ich es schwierig, dass die drei Frauen ganz bewusst ausschließlich als Stark dargestellt wurden. Die heftigen oder krassen Dinge wurden nur indirekt als Möglichkeit erwähnt oder kurz genannt, aber es wurde nie gezeigt. Letztlich wurde alles was das Potential gehabt hätte, die drei in eine Schwache Situation zu stürzen, konsequent ausgeklammert wurden. Das finde ich fast schon scheinheilig, letztlich sogar fast als etwas zu einfach und weil das ausgeklammert wird, fehlt dem Buch auch etwas das emotionale.


Ich fand es vor allem interessant, wie die drei Handlungen letztlich verflochten wurden. Was aber auch daran lag, dass ich den Klappentext nicht gelesen hatte. Der spoilert diesbezüglich enorm.


Fazit

Ich war positiv von den ganzen Aspekten überrascht, die einen das Buch geboten hat. Es ist toll geschrieben und beschreibt drei starke Frauen mit beeindruckenden Lebensgeschichten, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch miteinander verflochten sind.

Trotz der durchaus vorhandenen Schwächen, hat es mir wirklich gut gefallen.

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Tags: lebensgeschichten, roman, s.fischer   (3)
 

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108 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

behinderung, dad, dan, ein kleines wunder würde reichen, england, familie, finn, fjb, freunschaft, geheimnis, jemma, jodi, jugendbuch, jugendbücher, jugenddrama

Ein kleines Wunder würde reichen

Penny Joelson , Andrea Fischer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.05.2018
ISBN 9783841440235
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Buch ist gut geschrieben – es zieht einen gleich in die Geschichte und die Seiten fliegen so dahin – was durch die kurzen Kapitel noch zusätzlich erleichtert wird.


Ich finde die Figur von Jemma sehr interessant, weil ich noch nie ein Buch gelesen hatte, indem die Protagonistin zwar geistig völlig da ist, sich aber in keiner Form äußern kann.

Das hat mich natürlich auch neugierig gemacht, wie das als Roman funktionieren soll – und kann sagen, dass das super funktioniert hat.


Dadurch, dass wir in ihrem Kopf stecken, der ganz normal funktioniert, herrscht für den Leser keine Distanz. Das ist vermutlich nicht unbedingt realistisch – bin mir diesbezüglich nicht sicher, aber es ist schlichtweg wichtig für den Leser, um sich in ihre Situation hineinversetzen zu können – wie es ist, sich nie verständigen zu können – zwar seine Außenwelt mitzubekommen, aber nicht eingreifen oder mit ihr interagieren zu können. Wie unfassbar frustrierend das sein muss.

Und trotzdem ist Jemma kein verbitterter Mensch. Allerdings muss ich sagen, ist sie auch sonst nicht viel – das ist sicherlich den Umständen geschuldet, aber sie hatte für mich keinen ausgeprägten Charakter. Was man jedoch von ihr mitbekommt zeigt, dass sie gar keine negativen Charaktereigenschaften hat. So etwas ist mir immer zu plakativ – Menschen sind nicht nur positiv, so etwas ist mir suspekt.


Das Gleiche gilt auch für ihre Pflegeeltern – das sind schlichtweg Heilige, das ist mir etwas zu eindimensional.

Generell wurde kein Charakter wirklich vertieft – dafür ist das Buch zu kompakt gehalten und es ist auch nur aus Jemmas Sicht.

Gerade von den beiden Pflegegeschwistern hätte ich gerne mehr erfahren – was ihre Geschichte ist, wie die Welt aus ihrer Sicht aussieht. Stattdessen haben wir eine reine Fokussierung auf Jemma.


Trotzdem habe ich Jemma meistens gerne durch die Geschichte gefolgt. Wie bereits erwähnt, ist das hier keine normale Familie – dementsprechend bietet sie ein paar besondere/interessante Elemente. Ich fand es schön zu sehen, wie die Familienmitglieder miteinander interagieren und wie sie funktioniert.

Das ist nicht wirklich ausschweifend beschrieben (hier und da hätte ich mir ein wenig mehr Einblick gewünscht) – aber es ist gut gemacht und in schönen kleinen Momenten erzählt.


Die Handlung bietet einen tatsächlich auch mehr, als man meinen könnte. Es gibt zwar nur einen Erzählstrang, aber mehrere Themenbereiche.

Zum einen den um den Mord, der nicht aufgeklärt wurde, dann den mit Jemmas Pflegerin (und Freundin), den bereits angesprochenen Familienbereich, den zu Jemmas Schwester und natürlich Jemma selbst bzw. ihre Behinderung und wie sich das auf sie und ihren Alltag auswirkt.


Gleichzeitig, ist das Buch den Umständen der Protagonistin entsprechend, eher gemächlich und ruhiger. Es ist nicht so, dass wenig passieren würde, das Buch ist auch nicht langweilig, aber es ist eben doch eher gemächlich und vor allem im Mittelteil hatte ich schon das Gefühl, dass es nicht wirklich voran gehen, dass es sich viel im Kreis dreht. Was aber vermutlich schlicht realistisch ist, aber für den Roman nicht gerade förderlich ist.


Stellenweise ist die Handlung auch auf gewisse Zufälle angewiesen, damit sie vonstatten gehen kann.


Es trifft aber auch ein paar schöne Aussagen und greift ein paar gute Aspekte auf. Wie z.B. was für Einfluss wir auf unsere Umwelt nehmen können und wo die Grenzen liegen – vielleicht auch wie Kommunikation generell funktioniert und was für eine Wirkung Worte haben.

Allerdings wird mir auch nicht vertieft genug behandelt, sondern es wird eher aufgeworfen.


Fazit

Das Buch bietet einen mal einen ganz anderen Einblick: In das Leben einer Protagonistin, die sich nicht verständlich machen kann. Das ist gut gelungen, aber die Themen und Figuren die aufgeworfen werden, werden mir allesamt nicht genug vertieft. Was allerdings auch ein typisches Problem bei Jugendbüchern ist, wie ich finde.

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Tags: behinderung, familie, fjb, jugendbuch   (4)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

btb, kurzgeschichten

Die ganze Geschichte und andere Geschichten

Ali Smith , Silvia Morawetz
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei btb, 14.05.2018
ISBN 9783442713547
Genre: Romane

Rezension:

Ich bin von dem Schreibstil wirklich sehr angetan. Ich würde es als „fein“ bezeichnen, was aber große Bilder im Kopf erzeugt – es ist sehr plastisch und atmosphärisch – und wenn dann z.B. ein Antiquariat beschrieben wird, sieht, riecht und schmeckt man den Staub förmlich.


In allen Geschichten geht es tatsächlich darum zu Erzählen – dies erfolgt natürlich in verschiedenen Stilen und Arten. Es zeigt auch, wie man eine Geschichte erzählen kann und was sich verändert, wenn man den Blickwinkel ändert – wie sich das auswirkt.

Das ist auch auf fast ästhetische Weise schön – ich habe das sehr gerne gelesen.


Ich fand es auch schön, dass (zumindest Gefühlt) die Geschichten in gewisser Form miteinander verknüpft waren. Sie sind nicht wahllos zusammen gewürfelt, sondern bilden scheinbar genau in dieser Reihenfolge ein Ganzes.


Es sei aber auch gesagt, dass die Geschichten einzeln ziemlich um sich selbst kreisen.

Damit meine ich: Es gibt immer Szenen, die ausschweifend, fast träumerisch, um aufgeworfenen Nichtigkeiten oder Gedankengänge kreisen – das streckt die Geschichte schon etwas, hat aber auch was für sich – es stecken interessante Komponenten darin, nicht nur sprachlich.


Auf der anderen Seite schwang dadurch in so ziemlich jeder Geschichte etwas surreales mit – oder böse ausgedrückt: Es gibt immer eine Figur, die scheinbar den Verstand verliert und dann etwas für mich nicht mehr nachvollziehbares tut oder in einer konfusen Gedankenwelt abdriftet – meist wird kurz darauf auch die Sichtweise gewechselt.


Erzählerisch gibt es Geschichten, die den Er-Sie-Erzähler benutzen; in anderen wird ein Ich-Erzähler verwendet, in dessen Geschichte aber auch eine Figur ist, die mit Du geschrieben wird und es immer im laufe der Geschichte ein Blickwechsel gibt und dass Ich & Du tauschen.

Das war manchmal etwas gewöhnungsbedürftig, aber interessant.


Alle Geschichten spielen auch auf das ein oder andere an – aber in seinen Aussagen sind die Geschichten recht leise. Ich fand nicht, dass sonderlich viel Kraft in den Worten steckten.

Die Anspielungen waren übrigens oft im Bereich der Kommunikation und Wahrnehmung von Menschen.


Insbesondere zwei Geschichten haben mir gut gefallen (die erste und vorletzte), allerdings konnte ich leider mit den anderen nicht so viel anfangen (außer, dass sie eben schön geschrieben sind) – ich muss aber auch gestehen, dass ich viele auch schlicht nicht verstanden habe bzw. nicht herauslesen konnte, was sie mir eigentlich sagen wollten (wenn sie denn etwas sagen wollten).


Fazit

Der Schreibstil ist wirklich schön – wenn auch in meinen Augen nicht so herausragend, wie es die Klappen- und Werbetexte versprechen.

Die Geschichten sind abwechslungsreich und scheinbar trotzdem miteinander verknüpft.

Trotzdem konnte ich leider nicht so viel damit anfangen – die meisten haben mich von Inhalt nicht angesprochen oder ich habe sie schlicht nicht verstanden (mag sein).

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Tags: btb, kurzgeschichten   (2)
 

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195 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 106 Rezensionen

abtreibung, adoption, brandstiftung, celeste ng, erwachsen werden, erzählte, euch, familie, familiendrama, feuer, gesellschaftskritik, leihmutterschaft, regeln, roman, usa

Kleine Feuer überall

Celeste Ng , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.04.2018
ISBN 9783423281560
Genre: Romane

Rezension:

Ich mag den Schreibstil sehr – er erzeugt ein gutes Bild und ist atmosphärisch. Es ist großartig wie gut das Buch beobachtet ist – wie Menschen und ihre Beweggründe beschrieben sind und dem Leser nahe gelegt wurden.


Dementsprechend sind die Figuren ebenfalls gut ausgearbeitet und in Szene gesetzt. Jeder hat seine Eigenarten, Beweggründe und Lebensgeschichte.

Im Laufe der Geschichte steht auch immer mal wieder eine andere Figur mehr im Fokus und wird beleuchtet, bis dann eine andere Figur ins Licht gerückt wird. Das ergibt eine gute Dynamik.


Wie gerade auch die privilegierte Familie der Richardson beschrieben wurde fand ich toll - wie sich die Familienmitglieder verhalten und agieren und wie unterschiedlich das zu den Warrens war – auch manche Ansichten – und wie sich das gegenseitig beeinflusst und was das bewirkt. Es wurde mit vielen kleinen Gesten und Details ausgeschmückt, was es lebendig gemacht hat.


Es wird auch deutlich, dass alles was nicht in die Weltsicht der Stadt und dessen Mitbewohner passt, deutlich als solches behandelt wird – es wird als Gefahr gesehen und ausgegrenzt oder bekämpft. Dadurch werden nebenbei auch die Unterschiede in den Gesellschaftsschichten (reich und arm) verdeutlicht.

Es ist sehr interessant zu sehen, dass alle Figuren das Produkt ihrer Umwelt sind und was passiert, wenn das konfrontiert wird mit Menschen/Ansichten die sich außerhalb dieses Umwelt entwickelt haben.


Ich fand das Buch auch ziemlich spannend, weil immer ein irgendwie ungutes Gefühl mitschwingt und es sich im Laufe der Handlung regelrecht zuspitzt. Man sieht die Katastrophe bereits kommen – bzw. hat sie im ersten Kapitel eigentlich schon mehr oder weniger gesehen und fragt sich, wie es dazu kommen konnte.


Die Themen die angesprochen werden sind sehr zahlreich: Gesellschaftsschichten, Familie, Geheimnisse und dessen Auswirkung, Rassismus - wie eine Überschrift steht über alles aber tatsächlich Mutterschaft (weshalb auch letztlich die weiblichen Figuren die handelnden und wichtigeren Figuren sind). Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen – mein bevorzugtes Thema ist das eigentlich auch nicht, aber hier wurde das so geschickt eingeflochten und mit so vielen Fäden verstrickt, dass alles irgendwie mitschwingt, ohne dass etwas zu Dominat wäre.


Es ist emotional schon sehr manipulierend und das funktioniert auch sehr gut. Man fiebert mit und es reißt einen förmlich mit.


So werden auch Fragen der Moral aufgeworfen und so von allen Seiten erläutert, dass man alle Seiten verstehen kann – die Bewertung bleibt also dem Leser überlassen, aber das Buch drängt den Leser schon Position zu beziehen.

Die Niedertracht unter dem Deckmantel der guten Absichten, um das Handeln vor sich selbst zu rechtfertigen und das Bild aufrecht zu erhalten, das fand ich ebenfalls toll dargestellt.


Nichts was passiert ist Zufall – alles ist nuanciert und besitzt Tiefe – es lohnt sich alles zu betrachten. Wie bei einem Kunstwerk oder einem Foto, um eins der Themen in dem Buch aufzugreifen.

Menschen treffen dumme Entscheidungen, mit denen sie leben müssen – das Buch zeigt mögliche Gründe und Auswirkungen – aber für die Geschichte treffen auffällig viele Figuren fragwürdige oder schwerwiegende Kurzschlussentscheidungen – manchmal schlich sich schon das Gefühl ein, dass es ein wenig viel auf einmal ist.


Außerdem gab es durchaus ein, zwei Momente, bei denen ich nicht genau beurteilen kann, ob es sich von der Autorin schlicht so für die Handlung hingeschoben wurde, oder ob in den USA Datenschutz und Passwortverschlüsselung wirklich so extrem klein geschrieben wird oder beides.


Letztlich ist die Geschichte aber rund und bis zu Letzt mitreißend und regt sehr zum mitfühlen, mitdenken und vielleicht auch zum sich selbst zu hinterfragen an.


Fazit

Ich war sehr begeistert und auch beeindruckt von dem Buch. Es ist wie ein Kunstwerk, dass je länger man es betrachtet eine neue Perspektiven, Details und Tiefe gibt – und das alles auch noch großartig erzählt.

Da kann man ganz locker, über die eine oder zwei ganz kleinen Schwächen hinwegsehen.

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Tags: dtv, familie, leben, roman   (4)
 

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(25)

120 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

2018, beste freundin, college, contemporary, familie, fjb, freundschaft, jugendbuch, liebesgeschichte, roman, selbstmord, suche, tod

Irgendwas von dir

Gayle Forman , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 25.04.2018
ISBN 9783841422385
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich finde es toll geschrieben – gute und stimmungsvolle Formulierungen – es zieht einen gleich in die Geschichten.

Hierbei handelt es sich um Jugendbuch, aber eher für ältere Jugendliche oder junge Erwachsene – das zeigt sich auch an der Wortwahl.


Ich mag die Protagonistin. Vor allem wie sie als Person dargestellt wird. Sie ist kein graues Mäuschen und auch kein bunter Vogel – sie hat stärken und schwächen – ich würde sie als eine „echte Figur“ beschreiben. Sie hat einen starken Willen, sie beißt sich durch und jammert nie rum, obwohl sie allen Grund dazu hätte.


Generell finde ich die Figuren schön gezeichnet – sie werden einen mit wenigen Worten nahe gelegt und sie wirken plastisch und meist sympathisch, auch die Randfiguren.


Auch die Freundschaft wird toll eingefangen, es war tatsächlich kein Handicap, dass eine von beiden bereits tot war. Auch wie sich die Freundschaft am Leben messen musste – denn eine Schulfreundschaft ist erst einmal auf den gemeinsamen Raum beschränkt. Wenn sich dann die Wege trennen wird es schwieriger diese aufrecht zu erhalten und oft scheitern Freundschaften daran. Das wird immer mal wieder aufgeworfen und das fand ich sehr gut gemacht und auch gut in die Handlung eingewoben.

Zeigt aber auch die „düsteren Seiten“ - wie Cody sich immer über Meg definiert hat oder dass man trotzdem dem anderen nicht alles erzählt.


Die Liebesgeschichte zu Ben, kam weder überraschend, noch übereilt – nach dem ersten Treffen war klar, in welche Richtung es gehen wird. Und obwohl ich sie nicht mal wirklich als unglaubwürdig bezeichnen würde, mangelte es mir an der Grundlage/Basis. Schon mehr Insta-Love, aber ohne Schmachten und Hormonüberflutung. Die Geschichte zwischen den beiden hat aber viele schöne Details und kleine Gesten. Gefühlvoll, aber nicht aufdringlich – ist nicht überpräsent in der Handlung.


Es gibt auch viele tolle Randbemerkungen, z.B. Gleichberechtigung (sowohl von Frauen und Männern, als auch Hetero- und Homosexuelle), political correctness, Armut usw.


Ein weiteres Thema welches auftaucht ist Familie. Wir haben die (sagen wir mal) angespannte Beziehung zwischen Cody und ihrer Mutter, sowie die Familie von Meg. Dort gerade die Beziehung von Meg (aber auch Cody) zu ihrem kleinen Bruder – das fand ich alles toll eingefangen.


Das große Thema des Buches ist aber natürlich Selbstmord, aber auch Selbstmordportale und was das mit den Hinterbliebenen anrichtet. Es stellt dabei gute und auch nachvollziehbare Fragen. Man merkt, dass das Thema der Autorin wichtig war und dass sie es nicht aus blauem Himmel gegriffen ist.


Das Buch ist eher ruhig, es erwartet einen nicht auf jeder Seite eine spannende Wendung und Action. Es hat sogar ein paar Krimi-Elemente (den Indizien zu folgen, was zu Megs Selbstmord geführt hat bzw. was die Umstände waren). Von Krimis bin ich nicht gerade ein Freund, aber ich habe Codys Weg gerne und mit Interesse verfolgt. Auch zu sehen, wie das was sie erfährt, sich auf sie auswirkt.


Ich muss aber auch sagen, dass obwohl das Buch keinesfalls unemotional ist, ein gewisser Abstand zwischen mir und Cody bzw. der Handlung lag. Das tat dem Lesen jedoch keinerlei Abbruch.

Auffälliger fand ich, dass man an Codys Gedankenwelt fast keinen Anteil bekommt. Cody forscht in Sachen Selbstmord von Meg nach (das ist der rote Leitfaden des Buches). Im laufe der Zeit kommen dann auch immer mehr Entdeckungen/Indizien hinzu – allerdings spinnt Cody keinerlei Theorien – sie wertet ihre Entdeckungen nicht aus bzw. wenn doch, dann teilt sie diese nicht dem Leser mit.

Was vielleicht aber auch daran liegen könnte, dass man das dem Leser überlassen will, der sich selbst Gedanken machen soll. Das finde ich auch gut, aber gleichzeitig auch komisch, dass die Protagonistin fast so gar keine Pläne oder Theorien spinnt bzw. nur zwischen den Zeilen.


Wie sich die Handlung im Kern entwickelt ist weder alltäglich, noch offensichtlich, das fand ich gut. Allerdings gab es durchaus Dinge oder einzelne Stränge, bei denen sehr deutlich war, wo es hinging. Es hält sich aber die Waage.


Ich finde es übrigens schade, dass die Autorin jedes Mal ein Opfer von fehlgeleiteter Covergestaltung ist. Ich finde die Cover dem Inhalt nicht entsprechend – sie vermitteln def. Ein falsches und auch zu flaches Bild.


Fazit

Ich finde das Thema des Buches ist wichtig und die Problematik ist geschickt und würdig behandelt worden. Ich finde es toll erzählt und die Figuren sehr plastisch. Hier und da, gab es zwar kleine Schwächen, über die man aber gut hinwegsehen kann.

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Tags: contemporary, familie, fjb, freundschaft, jugendbuch, liebesgeschichte, selbstmord   (7)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der träumende Delphin

Sergio Bambaren , Sabine Schwenk , Heinke Both , Gabriele Wurster
Fester Einband: 93 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.02.2010
ISBN 9783492053877
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags:  
 

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92 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

buch, ferdinand von schirach, fesselnd, justiz, kriminal-literatur, kurzgeschichten, menschen, moral, packend, randomhouse, sachbuch, schuld, strafe, verbrechen, von schirach

Strafe

Ferdinand von Schirach
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 05.03.2018
ISBN 9783630875385
Genre: Romane

Rezension:

Ich liebe seinen Schreibstil – ich finde es faszinierend, wie er gleichzeitig sehr komprimiert ist und dennoch Details einflicht, dass es zum einen sehr atmosphärisch wirkt und mit ganz wenig Worten, ganze Lebensgeschichten geschrieben werden. Das ist ziemlich beeindruckend.

Obwohl es sehr sachlich geschrieben ist, ist das Beschriebene oft sehr berührend. Ich finde diese Sachlichkeit sogar sehr hilfreich, weil es mir keine Emotion überstülpt – es schreibt mir nicht vor, was ich jetzt zu empfinden habe, sondern lässt mich selbst entdecken und bewerten.


Wie üblich geht es in den Geschichten um Menschen, um dessen Leben, um Menschlichkeit und um die Justiz (der Titel ist dabei auch nicht zufällig gewählt).


Wenn man an Justiz denkt, denkt man meistens auch an Gerechtigkeit, an Schutz – hier wird aber gezeigt, dass den eben nicht immer so ist – es zeigt die Grenzen der Justiz oder auch Lücken im System – vielleicht sogar manchmal den versteckten Zynismus des Gesetzes.

Es zeigt auch, was Justiz in der Praxis bedeutet - wie es wirklich das Leben tangiert. Denn für die meisten von uns ist Gesetz und Justiz nur ein Wort, eine Theorie. Eben solange, bis es das wirkliche/eigene Leben tangiert. Durch diese Kurzgeschichten, enthält man einen Einblick, was das wirklich bedeuten kann – dass zwischen Theorie und Praxis erhebliche Unterschieden liegen.


Daran anschließend: Es geht natürlich auch um Menschen, wie das Leben einem spielt, was für Variationen das Leben hervorbringt und wie Menschen sind und was sie tun.

Dabei spielen Moral oder Strafe eine Rolle. Dabei wirkt auch jede Person wirklich menschlich – egal ob Täter, Opfer, Anwalt oder sonstiges.


Was mir besonders gut dabei gefällt ist, dass der Autor nie wertet – er beschreibt einfach nur und überlässt die Wertung dem Leser. Dieses Buch zieht dem Leser also (gedanklich) mit ein.


Dabei baut jede Geschichte geradezu eine Spannung auf – meistens zum Schluss wird einen das ganze Ausmaß der Geschichte bewusst, kommt eine Komponente hinzu oder wird aufgedeckt, die alles noch mal dreht und einen z.T. eine kleine Ohrfeige versetzt oder sogar Fassungslos zurück lässt.

Es bietet sehr viel Potential um darüber nachzudenken, was man gerade gelesen hat und was das letztlich auch für das reale Leben bedeutet.


Wie bei jeder Kurzgeschichtensammlung, fand ich einige Geschichten stärker als andere. Aber selbst die Schwächsten fand ich immer noch ganz gut.

Die stärkste Storie war für mich übrigens „Subotrik“, dicht gefolgt von „Der Freund“ und „Die Schöffin“.


Fazit

Ich bin von dem Schreibstil der Geschichten mindestens so beeindruckt, wie von den Erkenntnissen die einen die Geschichten entdecken lassen.

Ich kann dieses Buch sehr empfehlen.

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Tags: justiz, kurzgeschichten, menschen, moral   (4)
 

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63 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 6 Rezensionen

dtv, glaube, hautfarbe, homosexualität in kolumbien, james baldwin, leben, lgbtiq, neuübersetzung, rassismus, religion, roman, schicksale, schwarze, selbstfindung, sexuelle orientierung

Von dieser Welt

James Baldwin , Miriam Mandelkow
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 28.02.2018
ISBN 9783423281539
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch ist toll geschrieben, mit einnehmender und klarer Sprache.

Was gerade auch für die Charaktere zur Buche schlägt, die sehr eindringlich beschrieben sind und mit relativ wenigen Worten ihr ganzes Leben und dessen Licht- und Schattenseiten dem Leser dargeboten werden. Es zeigt das Leben der afroamerikanischen Menschen der 1930er Jahre.


Wir haben einen Protagonisten, den John - trotzdem ist das Buch aus mehreren Sichten erzählt, die kapitelweise wechselt – wir „hören“ so auch von Johns Tante, seiner Mutter oder seinem Vater.

Das fand ich sehr gut, weil man so mehrere Perspektiven bekommt, das verschafft der Geschichte und den Charakteren mehr Dimension und hilft auch beim Verständnis bezüglich mancher Figuren. Allerdings muss ich sagen, dass es mir manchmal schwer fiel einen wirklichen, vertieften Zugang zu den Figuren zu bekommen. Was größtenteils daran lag, dass ich trotz allem keine Überschneidungspunkte zu den Figuren hatte. Was wiederum hauptsächlich an dem Religiösen-Ankerpunkt lag.


Mir war bewusst, dass es recht religiös geprägt sein würde, darauf hatte ich mich eingestellt – es war aber dennoch nicht leicht für mich und wirklich SEHR stark religiös geprägt – nichts in diesem Buch ist nicht davon durchtränkt.


Wir reden hier von einer ureigenen (vielleicht auch ehrlichste) Form der Religion, bevor sie durch die Zeit der Aufklärung abgeschwächt wurde. Dazu sei gesagt, dass die Handlung inkl. Rückblicke zwischen 1900 bis um 1940 spielt (hauptsächlich aber wie gesagt in den 1930er).

Diese Form von Religion die in diesem Buch beschrieben ist, hat nichts erlösendes, befreiendes – sie spricht nicht von Liebe, sondern von Macht und Angst. Eine Form, die zur Unterdrückung oder zur Erhebung über andere dient.


Außerdem reden wir von einer schwarzen Gemeinde aus dieser Zeit. Von dem was ich aus der Ferne sehe oder glaube zu wissen, sind auch heute noch Gottesdienste in den USA, insbesondere von schwarzen Gemeinden, inbrünstiger, zelebrierender, beschwingter als Gottesdienste hierzulande. Für jemanden wie mich, der aber nicht mal irgendwelche Berührungspunkte mit der heutigen, europäischen Religionsausübung hat, war es nur sehr schwer abzugrenzen, wo hier religiöse Inbrunst aufhört und Fanatismus anfängt. Für mich war es so fern ab von meiner Realität, dass für mich gerade die Szenen von den Predigen/Andachten fanatisch waren.

Ich konnte mir vieles auch nicht richtig vorstellen, weil es dann schwammig formuliert wurde – ob sie wirklich wie fanatische Irre in religiöser Inbrunst rumgezuckt, sich auf den Boden wälzten, gestöhnt und geschrien haben oder eben nicht. Für mich war es jedenfalls mehr als nur befremdlich und solche Szenen waren nicht zu knapp.


Außerdem findet sich in dieser Religion ausschließlich schwarz-weiß Denken. Alles was gut ist: gelobt sei der Herr – und alles was schlechtes passiert: hat er verdient, weil ein Sünder und Gottes Strafe. Das ist so ein feindseliges und einfaches Weltbild, ohne auch nur einen Grauton, dass ich damit nichts anfangen kann und mich abschreckt.

Zumal natürlich auch alles Teufelszeug ist, was nicht dem entspricht, wie die Gemeinde glaubt, dass man zu leben hat – inklusive das Kino, eine Fahrkarte in die Hölle.

Im letzten Abschnitt kamen zwar durchaus leichte Grautöne auf, für meinen Geschmack aber etwas spät.


Es ist aber nicht so, dass ich das Gefühl hatte, dass mir das Buch irgendwas damit sagen wollte – ich glaube es beschreibt hauptsächlich, es erzählt halt einfach. Und das macht das Buch auch gut. Erzählerisch ist es durchaus interessant und auch unterhaltsam zu verfolgen. Man liest von menschlichen Schicksalen, von ihren Hoffnungen und Ängsten. Es erzählt die Geschichte einer Familie und Menschen, von Rassismus, von Kampf, Hass und Mut.


Das alles verpackt in einer Sprache, die es schafft den Leser einzufangen.

Wenn man bedenkt, wie alt das Werk ist, ist es bemerkenswert gut gealtert. Hierbei handelt es sich aber auch um eine Neuübersetzung.


James Baldwin, war einer der wesentlichen Stimmen in der Bürgerrechtsbewegung. Ich hatte deshalb erwartet, dass dieser Bezug mehr in diesem Buch mitschwingt. Dem war aber nicht so – wurde aber auch im Vorwort aufgegriffen warum nicht.


Fazit

Es gab viele Aspekte die mir gut gefallen haben. Wie die Lebensgeschichten erzählt wurden, der Stil, das mitschwingen von bestimmten Themen – das war interessant und auch unterhaltsam. Auf der anderen Seite war alles so sehr mit einer Form von Religion getränkt, die mir so fern ist, dass ich damit nichts anfangen konnte.

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Tags: dtv, leben, religion, roman, schicksale   (5)
 

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766 Bibliotheken, 33 Leser, 1 Gruppe, 179 Rezensionen

bienen, bienensterben, china, dystopie, england, familie, hoffnung, imker, maja lunde, natur, naturschutz, roman, umwelt, vergangenheit, zukunft

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

Rezension:

Der Roman wird durch drei Perspektiven erzählt:

1 – William, England 1852: Er ist Naturforscher und hat eine Leidenschaft für Bienen – als ihm diese Forschungen verwehrt bleiben, wird er immer apathischer und schafft es schließlich gar nicht mehr aus dem Bett. Bis er beschließt einen neuen Bienenstock zu entwerfen.

2 – George, USA 2007: Er ist Imker, betreibt eine Bienenfarm, die er weiter expandieren will und erwartet, dass sein Sohn die Farm übernimmt, der jedoch keinesfalls in die Fußstapfen des Vaters treten will und das Bienensterben bereits beginnt sich auszubreiten.

3 – Tao, China 2098: In dieser Zeit gibt es praktisch keine Insekten mehr und sie ist einer der Arbeiterinnen, die die Blüten per Hand bestäuben (wie es bereits jetzt in manchen gebieten Chinas praktiziert wird). Führ ihren Sohn wünscht die sich etwas besseres, doch dann geschieht ein folgenschwerer Unfall.


Es ist sehr eingehend und gut geschrieben. Die Figuren werden gut beleuchtet und man bekommt schnell ein Gefühl für sie.

Für die Handlung des Buches ist es nicht erforderlich, dass man die Figuren leiden kann. Für mich als Leser ist es hingegen nicht ganz unwichtig, weil es Einfluss darauf hat, wie gerne ich ihren Handlungsstrang verfolge. Und was soll ich sagen, sympathisch fand ich keinen der Figuren.


So lief für mich bereits der Einstieg nicht ganz ohne Probleme ab, weil ich keinen Zugang zu den erzählenden Figuren gefunden hatte.

Mit vielen Verhaltensweisen der Charaktere ging ich nicht konform. Das alleine wäre noch kein Problem, wenn ich aufgrund der Schilderungen ihre Handlungen zumindest nachvollziehbar finden kann. Aber auch da gab es Probleme.


Gegen William (Vergangenheit) hatte ich tatsächlich nennenswerte Abneigungen. Dort fehlte mir auch schlicht das Verständnis für viele Handlungen (vor allem die Beziehung zu seinen Sohn) – was mich gelegentlich ziemlich gestört bis fast schon genervt hatte. Allerdings ist sein Strang im Bezug zu den Bienen am informativsten.


Den Zukunftsstrang mit Tao war für mich hingegen fast von A-Z eine totale Katastrophe. Gerade von diesen Strang hatte ich mir am meisten erhofft und wurde bitterlich enttäuscht, weil er meines Erachtens schlecht konstruiert und absolut unauthentisch war.

Ich hätte generell mehr über die Zukunft (Welt/Gesellschaft) erfahren wollen. Mit Infos wird aber mehr als nur sparsam umgegangen. Erst auf Seite 400-irgendwas leistet dieser Strang überhaupt einen Beitrag zum Gesamtwerk und gibt auch ein paar Infos, was zwischen „Gegenwart“ und „Zukunft“ in Bezug auf Bienen vonstattengegangen ist – aber sorry, zu spät und zu wenig.


Die Handlung spielt wie gesagt in der Zukunft in China. Das musste er vermutlich schlicht, weil in China bereits jetzt die Bienen so gut wie ausgestorben sind und Menschen das bestäuben übernehmen müssen.

Ich hatte jedoch zu keiner Zeit das Gefühl, dass wir uns in China befinden. Es gab keine bis kaum Beschreibungen von dem Lebensumfeld, Gepflogenheiten, ob es noch Kultur gibt, noch irgendwas typisch Chinesisches, nix – es hätte genauso gut in Chicago oder Hamburg spielen können (wisst ihr was ich meine?) Insbesondere hatte es nichts von der heute bereits existierenden totalitären Staatsform Chinas, die sich bestimmt doch eher noch verstärkt hat. Und das lag nicht daran, dass es an der Zukunfsvision ist, sondern schlicht daran, dass sich die Autorin NULL Mühe ins Setting gelegt hat.

Ich vermute auch, dass sie gewisse Dinge einfach in diesen Strang passieren lassen wollte, das aber eigentlich nicht mit einer realistischen Kulisse von China zusammen gepasst hat. Dann hätte sich die Autorin aber halt irgendwas überlegen müssen wie es funktionieren könnte oder es schlicht wo anders spielen lassen sollen – aber mir als Leser so etwas halbgares vor die Füße zu legen, was hinten und vorne einfach unlogisch ist, dass nehme ich ihr fast schon persönlich übel.

Auch der gesamte Handlungsverlauf von diesem Strang war schlecht konstruiert und ergab hinten von vorne keinen Sinn und hätte so einfach nicht vonstatten gehen können. Vieles war auch schlicht zu einfach und geradezu billig gelöst – das dann auch noch mit einem Endszenario, was man nur als unglaubwürdig und naiv abtun kann.


Der gegenwärtige Strang mit George hat mir tatsächlich noch am besten gefallen. Weil ich zumindest seine Handlungen nachvollziehen konnte (auch wenn ich nicht mit allem mitgehen kann), weil er erzählerisch für mich schlicht am besten funktioniert hat und noch am besten mit den Bienenthema verknüpft war.


Das vermeintlich übergeordnetes Thema sind die Bienen und dessen verschwinden mit dessen Auswirkung auf die Menschen. Das war technisch und erzählerisch auch wirklich gut gemacht.

Allerdings muss ich sagen, dass ich mir diesbezüglich mehr versprochen hatte.

Letztlich konnte mir das Buch auch nichts neues erzählen, mich schockieren oder „die Augen öffnen“. Vielleicht liegt es daran, dass ich das Buch doch deutlich später gelesen habe und das Thema Insektensterben in aller Munde ist und ich deshalb schlicht bereits viel wusste.

Vielleicht wurde es aber auch schlicht falsch kommuniziert, denn das Buch legt eigentlich viel mehr Blick darauf die Geschichte dieser drei Hauptfiguren zu erzählen und nicht wirklich einen Ausblick zu geben, was für Auswirkungen dieses Bienensterben tatsächlich hat.

Das erklärt dann vielleicht auch, warum die letztliche Aussage des Buches, wie das Problem „zu lösen“ wäre, eine Farce ist.


Es ist aber nicht so, dass einen dieses Buch als Roman nichts geben würde. Es gibt zum Beispiel gewisse Parallelen zwischen den drei Hauptfiguren: So habe alle drei einen Sohn, von den sie sich in gewisser Weise abhängig machen.

Diese drei Söhne symbolisieren meines Erachtens aus der jeweiligen Zeit gesehen die Zukunft bzw. das Verhalten der zukünftigen Generationen (zumindest im Ausgangspunkt). Bei William (Vergangenheit) die Verschwendung von Ressourcen, bei George (Gegenwart) das Desinteresse für die Natur und dem streben nach Wissen, und bei Tao (Zukunft), dass sie keine Kindheit haben und keine Zukunft mehr.


Wirklich toll fand ich, wie diese drei Stränge zum Ende hin (auf den ca. letzten 50 Seiten) mehr oder weniger zusammen geführt werden und sich daraus ein großes Ganzes bildet.


Fazit

Ich finde die Grundidee dieser Buchreihe wirklich gut. Diese Reihe wird die von Menschen verursachten Naturkatastrophen behandeln – in diesem Band die des Insektensterbens.

Allerdings finde ich die Umsetzung nicht unbedingt gelungen. Es war mir schlicht zu wenig und das was an Erzählung da war, hat für mich an vielen Stellen nicht funktioniert.

Das Buch ist nicht schlecht, aber nicht das was ich erwartet hatte.

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Tags: bienensterben, btb, familie, lebensgeschichten, roman   (5)
 

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

dtv, jugendbuch

Schildkrötenwege

Matthew Quick , Knut Krüger
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 29.03.2018
ISBN 9783423762045
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Schreibstil an sich ist gut – es tauchen nur leider immer wieder Zukunftsandeutungen auf (sowas wie „Zu dieser Zeit wusste ich noch nicht, wie schlimm es werden würde, aber ich würde es bald erfahren“ usw.) - sowas mag ich nicht.

Es gab noch weitere stilistische Variationen, z.B. wird später im Buch die Ich-Perspektive durch eine Sie-Perspektive ersetzt. Das gefiel mir persönlich zwar nicht, aber es war durchaus kreativ.


Allerdings haben wir auch einen relativ schneller Erzählstil – was passiert wird oft mit wenigen Worten erzählt, statt eine Szene wirklich auszubauen oder auch emotionale Momente lange zu erzählen. Das wirkt zwar schon etwas sprunghaft, ich finde es aber noch in einem Maße komprimiert, den ich als angenehm und mal was anderes bezeichnen würde.

Allerdings ist die Unemotionalität bzw. das fast schon komplette fehlen von Gefühlen, ziemlich auffallend. Das hätte besser gelöst werden können, denn dadurch wird sich viel kaputt gemacht.


Es wird schnell klar, dass wir unkonventionelle Charaktere haben – sie sind schon ziemlich besonders (sowohl im pos. als auch neg. Sinne), aber ich mag das.

Es sei aber auch gesagt, dass die Charaktere nicht flach sind, aber wirklich vertieft wurden sie auch nicht.


Die Protagonistin ist nicht wie jede andere Protagonistin aus einem Jugendbuch – sie schmachtet nicht jedem zweiten Jungen hinterher, sie geht nicht ständig auf Partys und lässt sich da volllaufen – urteilt aber auch nicht über die, die es tun, sondern stellt einfach nur fest, dass sie eben nicht so ist – das fand ich sehr angenehm – leider war das nur zu Beginn so, aber dazu später mehr.

Dummerweise hat gerade die Protagonistin bis zu Letzt keinen Charakter bekommen – sie kommuniziert auch nicht – eigentlich redet nicht eine Figur offen und ehrlich mit irgendwem – das ist auf Dauer doch ziemlich nervig.


Eine weitere wichtige Figur ist Alex. Diese fand ich schwierig: er ist voller Wut und eigentlich schon fanatisch. Er tut so als wäre er ein Märtyrer, dabei hat er schlicht ein Aggressionsproblem – er ist blind für sein eigenes Handeln (zumindest damit ist er aber nicht alleine).

Das meiste über ihn erfährt man über seine Gedichte, die ich nicht sonderlich gut fand, aber ich habe von Lyrik auch nicht gerade viel fundiertes Wissen.


Es ist ein Jugendbuch, aber eher für ältere Jugendliche – die Figuren handeln nicht so kindisch – generell ist die Handlung nicht voll von Teeniedrama, sondern spricht ernstere Themen an.

Alles an dem Buch ist ein wenig sonderbar oder schlicht anders: Die Figuren, der Handlungsverlauf, usw.

Letztlich ist das große Thema in dem Buch, seinen Weg zu finden: Das Buch ist ein einziges Plädoyer dafür man selbst zu sein, sich von den Fesseln zu befreien, die uns andere aufdrängen wollen oder diese sich erst gar nicht anlegen zu lassen.

Geschichte zeigt, was für Rollen uns andere aufzwingen und uns nötigen Ziele nachzujagen, die andere für uns definieren.

Es zeigt aber auch die Gefahr, die diese Freiheit mitbringt – denn nichts hassen die Gleichen so sehr wie etwas was anders ist als sie.

Dabei ist das Buch ziemlich gut beobachtet, wie sich Menschen verhalten und warum und ist dabei auch recht ehrlich – ich kann mir vorstellen, dass es vielen Menschen den Spiegel vorhalten wird.

Mehr nebenbei, zeigt es auch die Grenzen der Literatur – es lässt sich eben nicht 1:1 auf das Leben anwenden – auch wenn Bücher manchmal so scheinen, als würden sie uns direkt ansprechen, als wären sie aus dem Leben gegriffen, sind und bleiben sie Bücher. Das echte Leben ist komplizierter.


Dummerweise wurde sich sehr darauf fokussiert.

Ich hatte zwar ab und an beim Lesen das Gefühl, dass mir dieses Buch noch irgendwas sagen will, dass da noch eine weitere Ebene ist – ich es aber einfach nicht verstehe bzw. erkenne was.

Muss letztlich aber sagen, dass das ein Trugschluss war und da schlicht nicht mehr ist – so oder so, ist der Stil letztlich ein großes Problem, weil er nicht sonderlich zugänglich ist.


Ich fand es auch nicht sonderlich gelungen, wie viele Dinge miteinander vermengt wurden, die nicht vermischt werden sollten: so wird u.a. „Gegen den Strom schwimmen“, seinen Weg finden, seine Identität bestimmen, Gesellschaftsleben mit Rebellion, Impulsivität, Kurzsichtigkeit und Aggression in einen großen Topf geworfen, einmal kräftig umgerührt und dann soll jeder selbst raus suchen, was er will. Ich finde das wenig Sinn stiftend.


Lange ist das Buch schräg und sonderbar – mal in auf einer positiven Basis, mal nicht. Doch ab dem „Experiment“, welches die Protagonistin startet, fand ich es nur noch schrecklich und auch nicht mehr vertretbar – es ist mir unbegreiflich, was das sollte.

Das Buch wurde leider dann doch recht schnell verurteilend und herablassend. Zu sein „wie alle anderen“ wird in diesem Buch als ausnahmslos negativ beschrieben – was auch behauptet wird, was „wie alle anderen sein“ bedeutet, fand ich schon ziemlich plakativ, verquer und schlicht nicht der Wahrheit entsprechend – das macht diese Darstellung schon recht fragwürdig und verzerrt die Aussage des Buches, die es eigentlich treffen wollte.

Hier wird es so dargestellt, als bedeutet anders sein, automatisch gegen alles sein oder es wird auch oft gleichgesetzt mit ein egoistisches Arschloch sein – weiß nicht, was das soll.

Das hat das Buch ziemlich runter gezogen.


Fazit

Das Buch hatte genau eine Aussage, die auch nicht falsch ist – letztlich sagt es: Sei wer du wirklich bist, nicht wer du angeblich sein sollst.

Viel mehr ist da aber auch nicht und der Weg zu dieser Aussage ist mal gut, aber häufiger mehr als verquer und stellenweise sogar fragwürdig.

Ich kann mit diesem Buch nicht viel anfangen – es war vielleicht ein Experiment, es war auch mal was anders, aber in meinen Augen ist es letztlich leider in der Umsetzung misslungen.

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Tags: dtv, jugendbuch   (2)
 

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387 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 34 Rezensionen

alles was wir geben mussten, dystopie, england, freundschaft, internat, jugend, kazuo ishiguro, klon, klone, klonen, liebe, organspende, roman, schicksal, zukunft

Alles, was wir geben mussten

Kazuo Ishiguro ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 06.11.2006
ISBN 9783442736102
Genre: Romane

Rezension:  
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102 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

2018, fehlt in bücherliste, jugendbuch, leben, märz 2018, selbstverletzung, s.fischer verlag

Mädchen in Scherben

Kathleen Glasgow
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 21.03.2018
ISBN 9783733504151
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich mag den Schreibstil – hier und da gewählt formuliert und so ziemlich jeder Abschnitt hat einen sehr starken letzten Satz.

Das Buch hat keine Kapitel – es ist in drei Teile unterteilt und diese durch Abschnitte, statt Kapitel getrennt.

Passend zur Lebensgeschichte der Protagonistin, drückt sie sich und viele Menschen in ihrem Umfeld, nicht unbedingt gehoben aus – sehr oft wird z.B. das Wort „verfickt“ verwendet – es ist aber nicht zu extrem oder niveaulos – ich lasse es noch als authentisch durchgehen.


Das Buch setzt ein wo die Protagonistin relativ frisch in die Psychiatrische eingeliefert wurde. Es ist gleich klar, dass Charlie eine schreckliche Vergangenheit hat – diese wird nur langsam durch Andeutungen und Splitterinformationen im Laufe des Buches aufgedeckt. Manches muss und kann man sich selbst denken.

Was ich aber wichtig finde – die Biographie von Charlie ist hart und selbstredend nicht alltäglich, aber sie ist nicht unglaubwürdig oder erzwungen übertrieben.


Das Bild von tiefster Armut, das vermittelt wird, was Armut wirklich bedeutet, das wurde einen sehr nahe gelegt und ging mir z.T. ziemlich an die Nieren.

Weiterhin steht natürlich NSSV im Vordergrund: Nicht suizidales selbstverletzendes Verhalten . In diesem Fall vorrangig sich zu schneiden, aber auch Drogen- und Alkoholmissbrauch.

Ich denke, dass einen ein ziemlich guter Eindruck von dieser Thematik vermittelt wird.

Insbesondere was es bedeutet, zu versuchen davon wieder loszukommen, wie Menschen von außen darauf reagieren, aber vor allem was in einem selbst in solch einer Situation vorgeht.


Natürlich wird einen gerade die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonistin nahe gelegt.

Das fand ich auch gelungen, trotzdem war die Protagonistin keine einfache Person.

Manchmal wollte man sie schüttel, weil sie gegen besseren Wissens was unfassbar dummes tut und manchmal wollte man ihr beistehen und sie auffangen, wenn sie fällt.

Sie bemitleidet sich auch durchaus selbst und statt zu kämpfen guckt sie sich selbst nur zu – das ist nicht mal unverständlich und auch nicht immer so – aber doch oft genug, dass es manchmal etwas anstrengend wird.

Trotzdem bleibt man dran und verfolgt gerne weiterhin ihre Geschichte. War auch interessant zu sehen, was ihre Überlebenstricks sind – wie sie mit manchen Situationen umgeht.


Generell fand ich die Figuren wirklich gut gezeichnet – auch die kleineren Figuren. Ich fand es vor allem gelungen, dass Figuren die im ersten Moment wichtig erschienen, dann doch in den Hintergrund gerückt sind und dafür eine vorherige Randfigur hervorgetreten ist.

Das sorgt für eine gewisse Dynamik.


Die Geschichte selbst ist eher Ruhig, es passiert auch nicht auf jeder Seite etwas unfassbar spannendes, aber ich finde es gut, dass sich die Zeit genommen wurde, eine Geschichte auszubauen und diese verfolgen zu können.

Ich fand die Geschichte insgesamt wirklich berührend. Es war auch wirklich sehr mitnehmend zu verfolgen, wie sie ganz langsam und mit kleinen Schritten versucht sich ein halbwegs normales Leben aufzubauen. Sich irgendetwas aufzubauen was ihr gehört und sei es auch noch so klein oder schäbig – irgendwie durchzukommen, nicht wieder zurückzufallen und das trotzdem passiert und sie sich wieder nach vorne arbeiten muss. In gewisser Weise ist es regelrecht brutal – Charlies Weg ist wirklich hart.


Muss aber auch sagen, dass es schon manchmal sich so hingeschoben wurde, damit es für die Autorin passt und die Geschichte voran gehen kann – z.B. taucht plötzlich irgendwer auf oder irgendwer sieht plötzlich etwas oder zufällig dieses eine mal passt Charlie mal nicht auf, wie sonst usw.

Manchmal liest man die Konstruktion ein wenig zu sehr heraus – es ist auch bei weitem nicht immer unvorhersehbar – das sorgt aber fast für eine gewisse Spannung, weil man die ganze Zeit nur darauf wartet, dass sie es nicht schafft, dass sie rückfällig wird.

Das Spielt also auch mit dem Leser und seiner Erwartungshaltung an Menschen in ihrer Situation – wie schnell man auch verurteilt.


Ich finde auch, dass die Geschichte recht ehrlich und recht realistisch ist – es zeigt auch, dass (guter) Wille oder auch Liebe alleine eben nicht ausreicht.

Denn ja, Liebe und Freundschaft tauchen auf – wobei wir hier eher von der klassisch zerstörerischen Liebe bis Abhängigkeit reden – inklusive Warnungen von Außen und eigentlich weiß sie es selbst – ignoriert aber alles, weil sie ist ja verliebt.

Aber dieses Buch wird zum Glück auch nicht künstliche romantisiert – fast nicht jedenfalls.

Liebe wird hier nicht als Allheilmittel verkauft – zum Glück, denn ich hasse es wenn das gemacht wird – „egal wie schlimm es ist, du brauchst nur ein wenig Liebe und alles wird wieder gut“ – das stimmt schlicht nicht und ist oft nur ein billiges Stilmittel. Das ist hier wie gesagt nicht so.


Fazit

Das Buch konnte mich emotional mitnehmen, ich habe mit der Protagonistin mitgelitten, wollte sie wachschütteln und ihr beistehen. Es bietet einen Einblick in die Thematik von Abhängigkeit, Selbstverletzung und den schweren Weg den es braucht sich zurück ins Leben zu kämpfen.

Ich kann es durchaus empfehlen, insbesondere als Jugendbuch.


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36 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

angst, esoterik, fantasy, jugendbuch, jugendroman, kjb, koma, krankenhaus, lebensmut, liebesgeschichte, nahtoderfahrungen, neuanfang, schwermütig, tod, trauer

Während ich vom Leben träumte

Estelle Laure , Sophie Zeitz
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 21.03.2018
ISBN 9783737353274
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich mag den Schreibstil sehr – die Seiten fliegen nur so dahin, es ist gut formuliert und auch atmosphärisch und schlicht sehr angenehm zu lesen.


Ich mag es wie die Figuren in Szene gesetzt werden. Man hat sofort ein Bild und ein Gefühl für die Figuren – manchmal bekommt man auch noch einen anderen Einblick in die Figur, die man aus dem ersten Band bereits kannte.


Eden mochte ich in „Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance“ nicht unbedingt und muss sagen, dass ich sie in diesem Band auch nicht gerade mochte, geschweige denn sympathisch fand. Aber, ihre Gefühle und Gedanken werden dem Leser so nahe gelegt, dass ich sie verstehen kann. Leider wandelte sich das etwas im Laufe des Buches und es fiel mir immer schwerer ihre Handlungen nachzuvollziehen.


Sie steckt natürlich in einer ganz außergewöhnlichen Situation – man wacht schließlich nicht jeden Tag aus dem Koma auf.

Ich fand dieses Thema eigentlich ganz gut eingefangen – vor allem wie man sich fühlt und wie schwer es ist, wieder zurück ins „normale“ Leben zu kommen. Auch wenn das hier immer noch ein Jugendbuch, das merkt man natürlich. Das Buch geht nicht so sehr in die Tiefe, wie es hätte sein können.


Vor allem Edens Gefühlswelt, fand ich auf der einen Seite sehr interessant und auf der anderen etwas schwierig, denn zunächst ist sie vor allem wütend und chronisch genervt. Das spiegelt sich in der Geschichte und ihn ihrem Verhalten wieder.

Ihre Wut ist zum Teil berechtigt, zum größeren Teil irrational – zum Beispiel ist sie wütend, weil die anderen ohne sie weiter gelebt haben, während sie im Koma lag. Die Protagonistin weiß selbst, dass das nicht fair ist, aber sie hat diese Gefühle trotzdem und das fand ich toll dargestellt.

Ihrer Sympathie hat das nicht gerade geholfen, weil Eden z.T. regelrecht bösartig verhalten hat.


Ich fand es auch interessant zu sehen, wie es ihr körperlich geht, was für Schwierigkeiten sie hat. Das plötzlich Dinge anstrengend sind und sie komplett neu lernen muss, die für jeden anderen absolut selbstverständlich sind, wie z.B. Gehen und Schlucken. Oder auch zu sehen, wie Eden nun Zeit wahrnimmt oder dass sie auch mal komatöse Rückfälle hat, Stimmungsschwankungen unter denen sie und die Menschen aus ihrem Umfeld leiden usw.

Das fand ich alles wirklich gut dargestellt und auch schlicht interessant zu lesen. Auch wenn Eden (wie man merkt) kein einfacher Umgang ist – auch für den Leser nicht unbedingt.


Das wird natürlich noch verstärkt, da wir ausschließlich Edens Sicht haben. Ich finde es nicht ganz so „abgeschottet“ wie im ersten Band mit Lucille, aber da hatte es mich nicht gestört – hier schon etwas.

Denn gerade Joe spielt eine ziemlich große Rolle und seine Sicht und Gedanken zu erfahren, wäre hilfreich gewesen, weil ich sein Verhalten und Handlungen zwar nicht komplett unnachvollziehbar fand, aber es auch nicht als naheliegend empfunden habe.

Ob das wirklich was gebracht hätte weiß ich nicht, da ich das gleiche Problem auch mit Eden hatte.


Vor allem von Joe lässt sie sich nämlich ziemlich viel gefallen und himmelt ihn trotzdem weiter an. Damit ist er aber auch der Einzige, denn weder zu Lucille (beste Freundin), noch zu Digby (Zwillingsbruder) sucht sie wirklich den Kontakt – die sind ihr sogar relativ egal, neben Joe.


Denn leider muss ich sagen, haben wir hier eine ziemliche InstaLove-Story. Das Buch hat generell nicht viele Seiten und dann geht alles etwas schnell von statten. Das muss nicht immer ein Problem sein, aber hier ist es das schon.

Die Verbindung zu Jaz (einem anderen Mädchen auf der Komastation) nehme ich noch so hin – so eine Nahtoterfahrung verbindet – aber woher die sofortige Verbindung zu Joe (Freund von Jaz) herkommt, ist mir schleierhaft und wurde auch nicht gerade vertieft.


Und diese InstaLove, plus das anhimmeln, was weder zu Edens Charakter, noch unmittelbar zur Geschichte passt, das fand ich ziemlich störend.


Zumal Joe eine komische Figur ist. Durch ihn (oder ab seinen auftauchen) bekommt das Buch einen Emo-Touch und einen Hang zur Schwarzmalerei. Ich muss sogar sagen, dass einen dieses Buch stückweit etwas runter zieht.


Aber dieser Strang um Jaz folgte für mich keiner Plausibilität – insbesondere nicht wie und warum die Figuren (insb. Protagonistin) handelt.

Man muss auch sagen, dass das eine ziemlich verquere Dreiecksgeschichte ist, zwischen einer Schwarzmalerin, einem Emo und einem Komamädchen. Das ist schon ziemlich strange.


Witzigerweise war es Joe, dem hier die Rolle der Dramaqueen zuteil wurde. Auf der einen Seite ist er in Bezug zu Eden krass kitischig und dann zieht er sich aber zurück, weil es geht ihm um Jaz. Das wird mehrmals im Laufe des Buches wiederholt und Eden spielt das Spiel mit und lässt sich sogar so darstellen, als wäre SIE die wankelmütige und der arme Joe.

Das fand ich an der Grenze zu unerträglich.


Ich muss auch sagen, dass mir dieses Buch zu sehr ins esoterische gerutscht ist. Was sie zu Beginn sieht, könnte man zunächst noch als Halluzinationen abtun, was in ihrem Fall nicht ungewöhnlich wäre. Aber das ist nur ein Deckmantel – recht schnell wird diese mögliche Erklärung zerrissen und damit das Potential nicht genutzt, diese Wahl dem Lesen selbst zu überlassen.

Ich kann nun mit Esoterik so gar nichts anfangen – für mich als Leser hat die Autorin also die falsche Entscheidung getroffen.


Fazit

Das Buch begann wirklich vielversprechend. Es ist gut geschrieben, die Charaktere sind gut in Szene gesetzt und die Auswirkungen des Komas fand ich toll dargestellt.

Doch dann ist das Buch leider gekippt und endete in esoterischen Getue und eine schlechten InstaLove-Story. Sehr schade.

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Tags: esoterik, jugendbuch, kjb, koma, liebesgeschichte   (5)
 

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76 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

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Die Königin von Lankwitz

Max Urlacher
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.02.2018
ISBN 9783548290195
Genre: Humor

Rezension:

Das Buch bewegt sich im Bereich Humor und leicht surreale Geschichte. Der Humor ist dabei oft etwas derber/grober. Der Großteil befasst sich mit Fickal- und Genitalhumor. Das ist jedoch nicht gerade meiner.


Eher gelegen hat mir der Humor, der sich aus den surrealen Situationen entwickelt. Das Buch wird auch mit dem Wort „skurril“ beworben – soweit würde ich nicht gehen, sondern würde es als surreal bezeichnen.


Hierbei handelt es sich um eine Berliner Geschichte. Das bedeutet sie spielt in Berlin und ist ab und an mit einem Berliner Dialekt geschrieben – natürlich vor allem, wenn ein Urberliner etwas sagt. Ich bin wirklich kein Freund von Dialekten in Schriftform, aber ich mag den Berliner Dialekt, von daher fand ich es okay.


Wir folgen zwei Frauen der alten Schule – Irene und Bea. Sie agieren gut zusammen und handeln natürlich nicht zwangsläufig plausibel bzw. wie jeder normale Mensch – das wäre aber auch langweilig.

Sonderlich vertieft sind die Charaktere aber natürlich nicht. Sie spielen ihre Rolle und sorgen für einen gewissen Humor und sonderbare Situationen und Handlungen. Hier und da blitzt auch mal eine andere charakterliche Seite auf oder ein bestimmtes „Schicksal“ im Leben – aber darauf liegt der Fokus schlicht nicht. Die beiden Protagonistinnen sind aber keinesfalls unsympathisch.


Die Kapitel sind recht kurz und mit sehr vielen Absätzen versehen, zusätzlich ist die Schrift ziemlich groß. Das lässt erahnen: sonderlich viel Handlung gibt es nicht.

Es wird lange keine wirklich handlungsförderne Geschichte aufgebaut, sondern diese plätschert so vor sich hin.

Erst auf den letzten 50 Seiten wird eine Art „Mission“ und Randthemen in die Geschichte eingebaut.


Ganz nebenbei wird u.a. ein wenig Sozial- und Politikkritik bzw. dessen Korruption geübt.

Eine gewisse Sexismus-Debatte/Kritik schreibt sich das Buch wohl auch auf die Fahne, die Darstellung dessen ist aber….sagen wir kreativ.

Aber es beinhaltet die Botschaft, dass viel zu oft Frauen anderen Frauen anfeinden, statt sich zu verbünden und gegen den Sexismus zu stellen.


Fazit

Letztlich konnte ich nicht so viel mit dem Buch anfangen wie gehofft. Der Humor war schlicht meins und es war nicht so skurril wie erwartet.

Ein Buch für zwischendurch – war ganz okay.

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Tags: humor, roman, ullstein   (3)
 

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204 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 108 Rezensionen

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Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente

Peter Bognanni , Anja Hansen-Schmidt
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 29.01.2018
ISBN 9783446258631
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich mag den Schreibstil, es ist gut und flüssig geschrieben. Was ich persönlich schlicht nicht so mag ist, wenn die Protagonisten die vierte Wand durchbrechen – ich mag es nicht, wenn Figuren direkt mit mir als Leser reden. Das war hier aber auch eher am Anfang der Fall.

Der Autor weiß aber, wie man Details einfließen lassen muss, dass eine Szene plastisch und atmosphärisch wirkt und mit Leben erfüllt wird.


Ich mag die Protagonistin – sie hat einen leicht schnippischen, sarkastischen Humor und macht gerne einen Spruch, ist dabei aber nicht übertrieben oder der bockige Teenager.

Auch wenn man sagen muss, dass ihre Art und Sprüche auf ein jüngeres Publikum abzielten, als ich es bin, das hat man auch gemerkt. Im groben und ganzen hat es trotzdem funktioniert.

Sie ist schon ein besonderer Charakter. Nicht alle ihre Handlungen waren unmittelbar plausibel – aber sie steckt auch in einer außergewöhnlichen Situation und ihre Gedanken und Gefühle wurden so aufgeschlüsselt, dass es in den meisten Fällen dann doch nachvollziehbar war.

Es hat mir sehr gefallen, dass sie im Laufe der Handlung auch mal strauchelt oder etwas vor sich hin stolpert – manchmal weiß sie selbst nicht, was sie von ihren Tun halten soll, aber sie tut eben etwas und geht irgendwie weiter. Das fand ich stellenweise sogar ziemlich beeindruckend.


Vor allem wenn es um das Thema Verlust, Trauer und dessen Bewältigung geht, merkt man, dass sich der Autor sehr gut in das Thema rein gedacht hat.

Hier kommt sogar noch der Aspekt dazu, dass Tess sich fragt, ob sie überhaupt ein Anrecht darauf hat. Das Thema Beziehung 2.0 und ob man einen Menschen lieben kann, den man nur online kennt, bzw. ob man diesen Menschen dann überhaupt wirklich kennen kann, wird gut eingefangen.


Der Autor wirft dabei sehr interessante Aspekt, aber vor allem oft unterschwellig, sehr gute Warnungen auf - z.B. die Gefahren, wenn man jemanden nur übers Internet kennt – man weiß nie, wem das was man schreibt wirklich erreicht oder was für einen digitalen Fußabdruck wir hinterlassen und für was diese Daten benutzt werden können.


Ich muss aber auch sagen, dass die Handlung selbst schon recht vorhersehbar ist. Überrascht hat mich nichts in dem Buch. Das war aber okay, weil es nicht unbedingt wichtig war, was in der Handlung selbst passierte, sondern es geht um das Zwischenmenschliche – um die Gefühle, die Momente, wie das alles eingefangen und aufgegriffen wurde.


Was ebenfalls gesagt werden muss: Das Buch ist nicht oberflächlich – vor allem nicht, wenn man es mit „klassischen“ Jugendbüchern vergleicht. Aber wirklich in die Tiefe geht es nun auch nicht.

Zwischendurch und gerade hinten raus, schwingt gerade durch die Figur von Tess‘ Vater und dessen Job immer mehr sonderbares mit. Das wirkte durchaus etwas skurril. Ähnlich verhält es sich mit den Sprüchen die Tess manchmal bringt oder ihr z.T. sonderbares Verhalten. Es lockerte die Geschichte auf, aber das waren so Elemente, die man mögen muss – oder eben nicht.

Es sorgt dafür dass das Buch, trotz des Themas, nicht wirklich schwer oder deprimierend wirkt, aber auch oft dafür, dass das Thema nicht vertieft wird.


Ich mag aber viele der Aussagen, die in den Buch getroffen werden. Auch dass man seine „Fehler“ eben manchmal einfach macht muss und das Leben trotzdem weiter geht. Dass das Leben oft eben genau das ist, eine Abfolge von unvollkommenen Momenten und das macht es nicht weniger schön oder lebenswert.

Auch wenn der Weg dahin, über die Beerdigungen, manchmal etwas skurriles hatte. Aber gerade im Bereich der Trauer geht es selten rational zu.


Wie man vom Klappentext bereits weiß, erhält sie recht zu Beginn eine Antwort von Jonah und es ist natürlich klar, dass das nicht wirklich Jonah sein konnte – natürlich nicht.

Dieser Punkt warf ein paar Fragen auf, Informationen diesbezüglich wurden eher spärlich geliefert. Zunächst fand ich es irritierend und unglaubwürdig. Aber ich glaube das war gewollt – denn so befand man sich in einer ähnlichen Situation wie die Protagonistin. Man konnte nicht mehr genau abgrenzen was kam von Jonah und was nicht – sie war genauso verwirrt und ungläubig, wie ich als Leser.

Das bot einen interessanten Aspekt und half dabei mit ihr mitzufühlen und sich mit ihr verbunden zu fühlen. Zu sehen, wie sie damit umgeht, es verarbeitet und was für Momente sie dabei durchläuft.

Finde es gut, wie ihre Gefühle und Gedanken aufgezeigt werden. Dass sie Zweifel hat und verwirrt ist und ihr durch den Blick zurück andere Dinge auffallen als vorher.


Leider nur bedingt.

Jetzt muss ich ein paar Punkte ansprechen, die mich sehr an der Geschichte gestört haben, aber ein paar ganz empfindliche als Spoiler empfinden könnten. Ich werde das natürlich soweit es geht einschränken. Aber deshalb bespreche ich das jetzt zum Schluss, damit man zur Not wegklicken kann.


Die ganze Sache/Beziehung mit dem Nicht-Jonah wurde nicht so behandelt wie ich angenommen und es für nötig gehalten hätte.

Tess hat z.B. nicht versucht genau abzugrenzen, welche Nachrichten nun von Jonah waren und welche von Nicht-Jonah. Das wäre eine meiner brennensten Fragen gewesen, wurde von ihr (und damit in der Geschichte) aber praktisch gar nicht aufgegriffen.


Auch der Nicht-Jonah selbst nimmt keine so große Rolle als Person ein, wie ich gedacht hätte und das obwohl er derjenige ist, der körperlich da ist. Sein Charakter wurde aber nicht wirklich vertieft, er blieb nicht gänzlich farblos, aber wurde auch nicht so beschrieben, wie gehofft – generell die (komplizierte) Beziehung zu ihm nicht – stattdessen dreht es sich tatsächlich hauptsächliche um Jonah. Ab einen gewissen Punkt rückte so ziemlich alles (auch alle Nebenhandlungsstränge) hinter Jinah. Das fand ich nicht gut.


Generell fand ich die Handlung zwischen Tess und Nicht-Jonah nicht gelungen oder für mich ansprechend finde. Es hat bei mir keine großen Emotionen ausgelöst und viele Problematiken wurden schlicht nicht ausreichend aufgegriffen.

Die Gefühle und Situation zwischen den beiden, wird nicht so besprochen, reflektiert und behandelt, wie ich es mir gewünscht und für nötig gehalten hätte. Das wurde sich dann als Happy End aufgespart – das fand ich nicht unbedingt gelungen.


Ähnlich auch die Beziehung zu ihren Vater und Grace. Das schwang zwar im Hintergrund mit, das Potential wurde aber nicht wirklich ausgeschöpft und steht fast ein wenig halbherzig halt so da.


Fazit

Ich bin etwas zwiegespalten. Das Buch und seine Protagonistin sind mal was anderes. Wie ihr Weg und ihre Gefühle & Gedanken beschrieben wurden, fand ich wirklich gut. Vieles geht auch eher unterschwellig vonstatten – dies dann aber zu entdecken ist umso schöner.

Alles was mit dem Thema Verlust und Trauer zu tun hatte, fand ich wirklich gut. So ziemlich alles, was mit dem Thema Beziehung zu lebenden Figuren angeht, fand ich nicht so gut bzw. nicht ausreichend behandelt.

Außerdem darf man sich von leicht skurril wirkenden Einflüssen nicht abschrecken lassen.

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Tags: hanser, jugendbuch, schicksale   (3)
 

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Zwischen zwei Sternen

Becky Chambers , Karin Will
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 25.01.2018
ISBN 9783596035694
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Anders als ich ursprünglich dachte, dass das nicht der zweite Band zu „Der lange Weg zu einen kleinen zornigen Planeten“, sondern ein Spin-off Band. Die Handlungen haben eigentlich nichts mehr miteinander zu tun.


Das Buch hat zwei Handlungsstränge, die abwechselnd erzählt werden.

Zum einen der aktuelle Strang, der sich um die KI dreht und wie sie mit ihren künstlichen Körper und ihrem neuen Leben zurecht kommt und zum anderen den von Pepper, der erzählt, was in ihrer Kindheit mit ihr passiert ist.

Das wirkt auf den ersten Blick so, als hätten diese beide Stränge praktisch nichts miteinander zu tun. Aber natürlich merkt man doch recht schnell, dass es in gewisser Weise parallelen zwischen den beiden Geschichten gibt, was die Grundsituation betrifft. Das zu entdecken macht in der Tat Spaß.


Das Hauptthema des Buches dreht sich um die Fragen: Ab wann hat auch ein künstlich erschaffenes Wesen ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben? Ab wann gilt es als Leben und selbstbestimmt? Wodurch definiert sich das und wem oder was schreiben wir dieses Recht zu?


Da kommen dann die zwei Handlungsstränge ins Spiel. Denn dort wird mit dem Bild der künstlichen Intelligenz gespielt, die kein Mensch ist - aber kann man es nicht lernen ein Mensch zu werden? Das wird ihr jedoch gesellschaftlich/gesetzlich aberkannt.

Während der Grund für die Rückblicke in Peppers Kindheit der ist, dass sie ein Mensch ist, sich aufgrund der Lebensbedingungen aber nicht wie einer lebt/benimmt und das genauso lernen musste, wie die KI, ihr das Menschsein aber nicht abgesprochen wird.


Gerade der Strang von Pepper bietet da sehr viel, weil im Laufe des Buches noch weitere Aspekte hinzukommen, die sehr interessant und auch einfach schön erzählt sind. Ich aber aus Spoilergründen nicht näher erläutern möchte.


Es geht also eigentlich darum, was bedeutet es Mensch zu sein. Beschränkt man das rein auf die Biologie und wer nicht als Mensch geboren wurde, wird nie einer sein oder spielt nicht doch der Geist eine wichtigere Rolle, als der Körper.

Das ist nicht nur sehr philosophisch, sondern auch generell unfassbar interessant.

Weit hinten raus werden auch noch die Themen: Erhebung von einer über eine andere Spezies, um das Scheinbild von Kontrolle aufrecht zu erhalten und die Angst vor dem Neuen und das intuitive festhalten des Vertrauten, auch wenn es die Hölle ist, angesprochen.


Das Problem daran ist, dass das Buch fordert, dass man diesem Mehrwert sucht bzw. man entdeckt es nur, wenn man darauf auch achtet. Es liegt nicht offen da, es wird einen nicht vorgekaut.

Sucht oder achtet beim Lesen eben nicht darauf, dann bekommt man auch nicht sonderlich viel.

Auf der einen Seite finde ich das extrem gut, auf der anderen Seite, gibt es nicht viel, was die Momente/Passagen auffängt, hinter denen sich gerade mal keine Philosophie, Mehrwert, Botschaft verbirgt.


Denn, von der reinen Masse her, der größte Teil beschäftigt sich wieder mit der Vielfalt der Spezies. Diese sind auch wieder sehr kreativ und mit Liebe zum Detail dargestellt. Sogar noch mehr als im ersten Band.

Es wurde jedoch zum Teil soviel Fokus auf die Details gelegt, dass vergessen wurde, auf das Grobe zu achten, wie Aussehen. Dann steht vielleicht, dass diese Spezies Tentakeln hat und die andere Schuppen, aber es war nicht genug, dass ich es mir sofort bildlich gut vorstellen konnte.


Gefühlt Endlose Szenen, in denen sich die Zeit genommen wurde, über die Fortpflanzung, Feder- und Schuppenarten, Kultur und Riten, Tattookunst, etc. von verschiedenen Spezies zu philosophieren, anstatt eine Geschichte aufzubauen und zu erzählen.

Das ist alles nicht mal uninteressant, aber nach Hundert Seiten fängt man irgendwann sich zu fragen: Warum? *leicht frustriert ausgerufen*

Zumindest war das recht lange der Fall – erst in der zweiten Hälfte wandelte sich das und da gab es durchaus eine gut zu lesende, interessante, fließende Geschichte. Das war gut, aber eben leider etwas spät.


Die Charaktere retten es da leider auch nur bedingt. Denn gerade Lovelace/Sidra (die KI) fand ich schwierig, die manchmal ungerecht und uneinsichtig und schlicht nicht sonderlich sympathisch war.

Vielleicht war es kein Zufall, dass sie etwas von einen (leicht bockigen) Teenager hatte, aber angesprochen hat mich das nicht unbedingt.

Ich möchte zwar auch die Randfiguren, die durchaus liebenswürdig waren oder auch Pepper mochte ich sehr. Aber in diesem Band gab es leider nicht wie im ersten, eine mitreißende, dynamische Gruppe. Das fand ich schade.


Ich fand es auch irgendwie schade, dass es tatsächlich so gar kein Wiedersehen mit den Figuren aus den ersten Band gab. Wenigstens so einen ganz winzigen Gastauftritt, hätte ich schön gefunden.


Fazit

Ich war wieder sehr Begeistert von der Beobachtungsgabe und der Detailiebe, die in dem Buch stecken.

Der Rahmen ist wieder eine SciFi-Kulisse, die auch durchaus funktioniert, aber Kern ist ein sehr philosophisches Thema,nämlich was ist Menschlichkeit. Es ist sehr interessant und schön erzählt. Leider fehlte mir in etwas die Handlung in der ersten Hälfte und die Charaktere waren gut ausgearbeitet, aber mir nicht ganz so sympathisch und so dynamisch, wie ich erwartet/erhofft hatte.

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