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18 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

2017

Hier stirbt keiner

Lola Renn
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 22.06.2017
ISBN 9783733503253
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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21 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

emanzipation, feminismus, frauen, frauenbewegung, gleichberechtigung

Die Antwort

Alice Schwarzer
Flexibler Einband: 190 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 04.09.2008
ISBN 9783453600782
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich bin nicht unbedingt von dem Schreibstil überzeugt – kann aber nicht ganz genau bestimmen, was mich stört – irgendwas am Ausdruck.

Mir kam es so vor, als hätte ich in manchen Bereichen deutlich mehr Vorwissen mitbringen müssen, als ich vorweisen konnte.

Der Titel des Buches ist da vermutlich nicht zufällig „Die Antwort“. Ich glaube, dass bei manchen Themen Frau Schwarzer auch einfach Stellung beziehen wollte, auf Dinge die ihr vorgeworfen wurden. Diese Vorwürfe oder Situationen in denen diese aufkamen, sind mir schlicht nicht bekannt/präsent, weshalb ich die Einordnung nicht immer so eindeutig fand.

Oder anders gesagt: mir kam es so vor, als hätte die Autorin nicht bedacht, dass man nicht in ihren Kopf sitzt.

Z.B. die den Schilderungen, über ihren Besuch mit dem „Komitee zur Verteidigung der Rechte der Frauen“ im Iran. Dort hätte man die Situation oder Erfahrungen die sie gemacht hat, besser ausbauen können, damit es für einen unwissenden Leser (also mich) verständlicher/plastischer wird.

Vielleicht noch ein Wort zum technischen: Wie es in den letzten beiden Sätzen der Einleitung schon geschrieben steht: Dieses Buch sind die Antworten auf thematische Fragen/Probleme, die einen die Autorin geben würde. Was selbstverständlich bedeutet, dass man ihre Meinung, Ansichten und Argumente zu hören bekommt – das wird von vornherein klar gemacht und das finde ich vollkommen okay. Aber ja, natürlich liest man ihre Meinung (gerade auch politische Meinung) stark heraus – was auch irgendwie verständlich, wenn nicht gar der Sinn dieses Buches ist.

Ich hätte es aber bevorzugt, dass wenn sie Zahlen, Statistiken, Ereignisse heranzieht, einen dann die Quelle mitgeliefert worden wäre – vielleicht auch am Ende des Buches, als Verzeichnis. Es wurden einen aber fast immer genug an die Hand gegeben, um mithilfe der richtigen Schlagworte, selbst über Google zu recherchieren – was ich gelegentlich getan habe, wenn mich etwas besonders schockiert hat und mich fragte, ob das wirklich stimmen kann.

Ich kann nicht bis ins letzte mit so manchen Ansichten von Schwarzer mitgehen, wenn sie z.B. davon spricht, wenn Frauen sich emanzipieren, dann „(…)sie riskieren die Liebe der Männer. Denn die basiert bisher auf der Anpassung, ja Unterordnung der Frauen.“

Jetzt habe ich aber bei vielen anderen Rezensionen gelesen, dass sie den Fehler gemacht haben und sich auf „dann ist alles was sie sagt Schwachsinn und Propaganda“. Das ist ebenfalls Blödsinn.

Viele Darstellungen oder wofür sie plädiert, lassen sich nicht von der Hand weisen – z.B. Frauen „müssen Eigenverantwortung übernehmen“, der große Lobbyeinfluss von Kirchengruppen, die die Emanzipation/Frauenrechte blockieren oder auch in was für Gegensätzen/Widersprüchen sich die Gesellschaft befindet (z.B. Frauen heute gebildeter denn je, Magerwahn um propagiertes Frauenbild zu entsprechen).

Man darf bei diesen Buch auch nicht vergessen, dass es 2008 erschienen ist, wenn man den Blick von heute darauf wirft.

Thematisch wird einen recht viel geboten: z.B. Bereiche wie Islam, Abtreibung, Pornografie, Schlankheitswahn, Mutterschaft, Frauen in Führungspositionen und Männerdomänen, die Teilzeitfalle, die utopische Darstellung von Familie als Ort der Harmonie usw. – alles unter den Blickwinkel der Emanzipation der Frau/Feminismus natürlich.

Gut fand ich auch, dass sie Kritik anspricht. Es wird aufgezeigt, was noch im Argen liegt, aber auch genauso, was schon erreicht wurde oder sich gut entwickelt. Das Buch ist keinesfalls schwarzmalerisch – ich fand es in vielen Fällen motivierend.

Es spricht auch an, wie sich Frauen gegen die Gleichberechtigung stellen und Behauptungen aufstellen, die selbst dem Patriachat zu platt wären und sich dennoch als Feministin darstellen, wo „Anti-Feministin“ passender wäre.

Geradeauch wenn ich mich in der heutigen Zeit umhöre, wird „Feministin“ sehr oft falsch dargestellt und selbst unter Frauen schon fast als Schimpfwort verwendet – häufig wegen Gleichsetzung von Feminismus als solches mit ein paar kleinen aber lauten radikalen Gruppen oder schlicht aus Unwissenheit.

Ich habe während des Lesens tatsächlich viel gelernt und war z.T. sogar nachträglich überrascht, wie wenig ich in manchen Bereichen doch vorher wusste.

Es wurden ein paar interessante Studien aufgeführt, oder erklärt was Gender-Mainstreaming eigentlich ist und wofür es da ist (schon alleine beim Wort rollen viele mit den Augen – ich behaupte, weil sie eigentlich gar nicht wissen, was es wirklich bedeutet und bewirkt – wie ich vorher).

 

Fazit

Ich fand das Buch sehr interessant und konnte viel für mich mitnehmen. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, dass mir in manchen Bereichen die Augen geöffnet wurden oder zumindest der Blick geschärft wurde.

Ich finde das Thema Feminismus/Emanzipation extrem wichtig und dieses Buch ah heute noch empfehlenswert.

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Tags: feminismus, sachbuch   (2)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

feminismus, frauenwahlrecht, fraue, rosemarie wilcken, melanie huml

Damenwahl

Alice Schwarzer , Tissy Bruns , Chantal Louis , Alice Schwarzer
Flexibler Einband: 223 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.01.2009
ISBN 9783462040685
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch entstand zum 90. Geburtstag des Frauenwahlrechts. Dafür wurden Politikerinnen nach ihr erstes Mandat und Erfahrungen in der Politik gefragt und hier in 18 Porträts verfasst.

Außerdem ein kurzes Wort der ersten BundeskanzlerIN und hinten im Buch findet man noch eine kurze geschichtliche Zusammenfassung der Geschichte des Frauenwahlrechts und einen Beitrag über Gender Gap.

Buch von 2008 – also nicht unbedingt aktuell – witziger weise, machte genau das es schon wieder interessant, weil man bei den Frauen, die heute noch in der politischen Welt präsent sind sehen kann, was dessen Vorstellungen oder Ansichten damals waren und man z.T. jetzt 10 Jahre später sehen kann, wie sie offensichtlich von der Politikmühle durchgedreht wurden.

Schon etwas erschreckend zu sehen – insbesondere bei Frau Merkel.

Manche Porträts fand ich gut, manche relativ langweilig.

Am besten haben mir die Porträts von Ursula Männle und Christina Thoben gefallen – sehr beeindruckende Frauen.

Der Einblick, den einen das aber in die Politik gibt – als Frau in einer Männerdomäne – und zu lesen, womit sie sich rumschlagen mussten, ist schon interessant.

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Tags: feminismus   (1)
 

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191 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

becky chambers, der lange weg zu einem kleinen zornigen planeten, science fiction, galaxie, scifi

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten

Becky Chambers , Karin Will
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 27.10.2016
ISBN 9783596035687
Genre: Science-Fiction

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221 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

fantasy, die königin der schatten, erika johansen, krieg, königin

Die Königin der Schatten - Verflucht

Erika Johansen , Sabine Thiele
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 16.05.2016
ISBN 9783453315877
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich bin nicht sonderlich begeistert vom Schreibstil. Das Buch lässt sich zwar schnell lesen, aber er hat nicht wirklich etwas Besonderes an sich und vermag es nicht, mich in die Geschichte hineinzuziehen.
Gerade auch den Einstieg fand ich nicht gelungen. Dort hat mich der Schreibstil am meisten gestört und es gab keine wirkliche „Erinnerungsphase“, auch nicht für Namen/Figuren. Da wäre im Zweifel ein Glossar hilfreich gewesen.

Die Charaktere haben in diese Band für mich auch ziemlich an Charme verloren – davon war gerade Lazarus und Kelsea betroffen.
Hatte ich im ersten Band noch das Gefühl, dass die Charaktere ganz gut ausgearbeitet waren, ging dieses Gefühl im zweiten Band größtenteils verloren. Sie sind nicht mal unsympathisch, aber gerade Kelsea hat viel von ihrer Stärke eingebüßt. Anstatt sich also vorwärtsgerichtet zu entwickeln, blieb diese Entwicklung entweder stehen oder entwickelte sich sogar zurück.
Störend ist auch, dass sich Kelsea gelegentlich wie eine 19Jährige aus unserer Zeit benimmt, ihr Verhalten oder Denken also nicht dem Setting angepasst wurde.

Was mich am meisten an dem Buch stört ist, dass die Handlung es schlecht inzidiert ist.
Beginnend bei der Gewaltdarstellung: diese ist so offensichtlich als plumpes Stilmittel verwendet worden und nicht, weil es der Authentizität dienlich gewesen wäre. Es wirkt viel mehr wie: Guckt mal, was ich doch für eine hart Welt erschaffen kann.

Dann gibt es auch immer mal wieder Szenen, die nicht ins Bild passen wollen, in denen Elemente verwendet werden, die an einen drittklassigen Frauenroman erinnern – wie z.B. die übermenschliche Attraktivität gewisser männlicher Figuren oder das ewige Thematisieren von Kelseas aussehen. Gerade auch dann, wenn es eigentlich absolut unpassend ist bzw. es die Situation nicht wirklich zulässt. So wird sich über eine ganze Seite lang freudig darüber ausgelassen, dass die Protagonistin doch abgenommen hat, während es doch eigentlich ihr Problem sein sollte, dass eine feindliche Armee droht ihr Land zu vernichten. Das wird sogar von ihr selbst zwischendurch als absurd erkannt, es taucht aber dennoch immer wieder auf – warum?!

Mit der Handlung selbst hatte ich ebenfalls so meine Probleme. Das Buch hat schon einen gewissen Unterhaltungswert, das will ich ihm nicht absprechen – es ist auch nicht so, dass die Handlung besonders dünn wäre, es passiert schon so einiges, aber was passiert ist für das große Ganze nicht wirklich zielführend.
Die Handlung nimmt so ewig lange Anlauf – es plätschert hauptsächlich vor sich hin. Diesbezüglich hat dieses Buch schon etwas von dem verfluchten Zwischenband.

Gesondert streckend wirken sich die visionären Sprünge in die Vergangenheit aus. Es gibt hier im Prinzip also zwei Geschichten, einmal die von Kelsea und die von Lily (ca. 2045 oder so). die die Geschichte kurz vor der „Überfahrt“ erzählt.
Diese regelmäßigen Unterbrechungen fand ich sehr ungeschickt, denn zum einen reißt es einen aus der eigentlich Handlung heraus und zum anderen ist es, wie ich bereit nach dem ersten Band befürchtet hatte, von Logiklücken und Absurditäten nur so durchzogen. Die Autorin hat es nicht geschafft, ein plausibles Szenario zu schaffen, was unsere Welt/Zeit mit der von Kelsea zu verbinden. Es ist absolut unplausibel und lückenhaft, es muss der Autorin selbst klar gewesen sein, dass sich das nicht vereinbaren ließ, deshalb der fast schon plumpe Behelf der Visionen. So muss man es nur bruchstückhaft erzählen, in der Hoffnung, dass so die Logiklücken verschleiert werden. Das ist jedoch nicht geglückt, die ganze Geschichte hat kein Fundament und bröckelt damit.

Ich verstehe wirklich nicht, warum man das hier nicht von Anfang an eine Fantasy-Welt hätte sein lassen können. Ich verstehe nicht, warum man sich als Autor selbst so eine Stolperfalle stellt, zumal es dieser Geschichte nichts zusätzlich bietet – außer, dass die Autorin zum Ende hin mal kurz ihre Technikfeindlichkeit ausleben konnte.

Generell ist die Geschichte nicht gut konstruiert bzw. man erkennt zu deutlich die offensichtliche Konstruktion dahinter. In vielen Fällen wurden Entscheidungen getroffen, die unsinnig waren und es eine viel naheliegendere , wenn nicht gar intelligentere Lösung gegeben hätte.  Aber die hat halt nicht in das Konzept der Autorin gepasst, die einen Hang zu viel Drama hat, also wurde ein anderer Weg gewählt und das dann so hingebogen, wie die Autorin es haben wollte. So geht dann plötzlich alles doch ganz einfach oder eben gerade nicht – es ist komplett der Willkür der Autorin unterworfen, anstatt einer inneren Logik zu folgen. Insbesondere, wenn Magie ins Spiel kommt, die in diesem Band präsenter ist als noch im ersten Band.

Was man jedoch auch sagen muss ist, dass alle Fäden schon eine Bedeutung haben für das Konstrukt der Handlung und diese dann auch mehr oder weniger zusammen fließen – mehrere Fragen bleibt einen die Autorin jedoch schuldig.

Ein weiteres, wenn auch kleines Problem ist, dass die Anspielungen im Buch oft zu viel verraten, was sie vermutlich nicht sollten. Das sorgt nämlich dafür, dass nicht viel in der Geschichte einen wirklich überraschen kann. Hilfreich ist es dabei auch nicht unbedingt, dass es einen Hand zu einfachen und klischeehaften Lösungen gibt.

Fazit
Es ist nicht so, dass das Buch nicht unterhaltsam wäre, es kann einen schon am Ball halten, aber oftmals auch eher schlecht als recht – es enthält viele grobe Schnitzer, mehr sogar noch als im ersten Band. Insgesamt nehmen sich die Bände aber nicht viel.

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Tags: fantasy, heyne   (2)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

geschichte, frauenbewegung, emanzipation, gesellschaft, gender

Die Geschichte der Frauenbewegung

Michaela Karl
Flexibler Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Reclam, Philipp, 15.02.2011
ISBN 9783150187883
Genre: Sachbücher

Rezension:

Hierbei handelt es sich um ein Sachbuch, was bedeutet, dass es nicht wertet und es geht nicht ins Detail, sondern bietet einen umfassenden, allgemeinen Überblick.

Es Beschäftigt sich mit den drei Wellen der Frauenbewegung – in den Ländern Deutschland, Frankreich und USA.

Die Frauenbewegung ist eine Thematik, die erschreckend selten bis fast nie im schulischen Rahmen besprochen wird – Bücher wie diese, können diese Bildungslücke auffangen.

Dieses Buch ist natürlich wissenschaftlich geschrieben, mit vielen Quellenangaben, etc. Aber es zeigt viele Ereignisse/Fakten auf und sensibilisiert für dieses Thema, was zum Teil ziemlich erschreckend sein kann.

Es war sehr interessant zu sehen, vor welchen Hindernissen diese Bewegung stand, welche Phasen sie durchlaufen hat und welche Argumente die Gegenseite formuliert hat. Aber auch die Streitpunkte innerhalb der Bewegung.

Es wird der hemmende Einfluss der konservativen und evangelischen Gruppen angeführt – aber es werden eben auch Kritikpunkte der Frauenbewegungsgruppen untereinander aufgeführt.

So werden auch die damals vorherrschenden Argumentationen/Ansichten genannt,  wie z.B. wenn Frauen arbeiten dürften, wäre das schädlich für die Gesellschaft und Staat oder damalige vorherrschende, wissenschaftliche Ansicht, dass Frauen von Natur aus über weniger Verstand verfügen würden, weil ihre Gehirne kleiner wären, etc.

Das Buch hat mir auch noch mal in Erinnerung gerufen, wie spät doch viele Rechte und Grundsätze der Frauen und Familienrechte, die heute selbstverständlich sind, in Kraft getreten sind.

Z.B. Gesetz zur Reform des Ehe- und Familienrechts, welches die Arbeitsteilung und vorrangige Pflichten zur Hausarbeit für Frauen abgeschafft hat – welches erst 1977 erfolgte, also erst vor 40J.

Erst seit 1997 steht Vergewaltigung in der Ehe überhaupt unter Strafe. Horst Seehofer, hat z.B. damals im Parlament gegen dieses Gesetz gestimmt.

Besonders deutlich wird, wie lange dieser Kampf der Frauenbewegung  war und im Prinzip bis heute andauert.

Aber auch die fundamentale Verzögerung, bis ein Gesetz wie der Gleichstellungsparagraph (1957), nicht nur auf Papier steht, sondern auch real gelebt wird, also in der Gesellschaft ankommt.

Gleiche Löhne für Männer und Frauen, ist bis heute, also 60 Jahre später, immer noch nicht Realität!

Das zeigt, dass es eben nicht ausreicht, dass Männer und Frauen theoretisch (auf Papier) gleichberechtigt sind. Denn real ist das in vielen Bereichen ist das bis heute nicht der Fall (z.B. Doppelbelastung der Frau mit Beruf und Familie oder schwer bis kaum realisierbare Wiedereinstieg der Frau ins Erwerbsleben).

Übrigens, wusstet Ihr, dass  in Deutschland die Frau bis heute nicht die alleinige Herrschaft über ihren eigenen Körper hat? Was ich schon ziemlich skandalös finde.

Abtreibung, auch  in den ersten drei Monaten, ist immer noch rechtswidrig, es bleibt jedoch straffrei – Plus Frau muss sich die Bevormunden einer Beratung unterziehen (die nicht rein medizinischer Natur ist).

Seid euch also bewusst, liebe Frauen, dass der Staat und das Gesetz, euch nicht die vollstände Selbstbestimmung über euren eigenen Körper zuspricht!

Wie unmenschlich der Prozess bei Vergewaltigungsvorwürfen bis heute für die Frau ist, zeigt sowohl das juristische, politische und gesellschaftliche Versagen – Frauen wird nichts geschenkt, sie mussten und müssen für jedes noch so vermeintlich selbstverständliche Recht kämpfen.

Dieser Weg ist nicht beendet.

 

Fazit

Ich finde dieses Buch ist für den Erwerb von Grundwissen, sich einen guten Überblick zu verschaffen oder bereits vorhandenes Wissen aufzufrischen, nahezu perfekt.

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Tags: feminismus, sachbuch   (2)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

54 Minuten

Marieke Nijkamp , Mo Zuber
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 21.09.2017
ISBN 9783841440167
Genre: Jugendbuch

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Und es schmilzt

Lize Spit , Helga van Beuningen
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 24.08.2017
ISBN 9783103972825
Genre: Romane

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Im Herzen der Gewalt

Édouard Louis , Hinrich Schmidt-Henkel
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 24.08.2017
ISBN 9783103972429
Genre: Romane

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Heute hat die Welt Geburtstag

Flake
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 05.10.2017
ISBN 9783103972634
Genre: Biografien

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297 Bibliotheken, 16 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

magie, london, fantasy, diebin, weltenwandler

Vier Farben der Magie

V. E. Schwab , Petra Huber
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 27.04.2017
ISBN 9783596296323
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich bin kein Fan des Schreibstils. Er ist verständlich und einfach, neigt aber auch zur Flapsigkeit und besitzt (Achtung Wortspiel) keinerlei Magie.

Es kommt kein richtiger Lesefluss auf, denn es liest sich wie: Er sah dies, dann tat er jenes, dann sagte er das, dann passierte das. Es fehlt der erzählerische Fluss. Außerdem tauchen recht viele Ausrufe- und Fragenzeichen auf. Was für das Gesamtbild auch nicht unbedingt angenehm ist.

Insbesondere die ganzen Klammer-Kommentare fand ich nervig. Drei bis Fünf pro Seite sind ganz normal – hinten raus werden es zwar weniger, aber sie tauchen trotzdem auf. Gelegentlich werden diese Klammerkommentare durch Gedankenstriche (-) ersetzt. Sonst ist es aber das Gleiche nervige Prinzip.

Die Charaktere lagen mir auch nicht. Das Buch ist aus verschiedenen Sichten geschrieben, jedoch hauptsächlich aus der Sicht von Kell und Lila.

Beide fand ich okay bis unsympathisch. Beide Charaktere sind geprägt von Selbstüberschätzung und Arroganz. Nicht gerade Eigenschaften die ich schätze. 

Gerade Lila sollte vermutlich taff und cool rüber kommen. Das scheint recht schwer zu sein, denn viele Autoren bekommen das nicht hin –hier auch nicht, denn stattdessen empfand ich Lila meistens als vorlaut, ungehobelt, dumm (unfähig aus Fehlern zu lernen) und schlicht nervig.

Kell neigt hingegen dazu in Melancholie zu versinken. Ihr könnt euch also vielleicht vorstellen, wie begeistert ich war, als die beiden Protagonisten aufeinander getroffen sind. (Schreckliche Szene: er kurz davor zu sterben, er bemerkt sie und denkt zuerst allen Ernstes, dass sie unter anderen Umständen hätte Freunde sein können – klar, das denke ich auch immer, wenn ich kurz vorm verbluten bin).

Während des gesamten Buches sind die beiden hauptsächlich damit beschäftigt, sich entweder anzuzicken oder den anderen zu übertreffen – ewig lange stimmt die Chemie zwischen den beiden überhaupt nicht. Es war vergleichbar, mit zwei Geschwistern im schwierigen alter, die sich um ein Spielzeug streiten.

Das Gute daran ist, dass es also keine kitschige, schmachtende Liebesgeschichte gab.

Die Welt fand ich leider auch nicht sonderlich überzeugend. Praktischerweise beschränkt sich die Handlung auf diese eine Stadt, mit ihren vier Versionen. Alle eint sie, dass dort Monarchie vorherrscht. Es gibt auch keine Hinweise auf Strom oder Dampfmaschinen etc. – es ist also ein historisches Setting. Dummerweise zeigt sich das nicht im sozialen Bereich: Die Umgangsformen und die Art wie die Figuren miteinander reden, ist so wie man es heute tun würde. Ich finde das schrecklich unauthentisch.

Generell ist die Welt nicht wirklich stimmig. Man bekommt die prägnanten Erscheinungsformen der Welten erklärt, höchstens noch eine sehr kurze Hintergrundgeschichte, die auf mich nicht glaubwürdig wirkte.

Die Idee der Parallelwelten fand ich eigentlich gut und es ist auch nicht unkreativ gestaltet, doch das Potential wurde nicht ansatzweise so ausgeschöpft, wie ich gehofft hatte.

Vereinzelt wurden sogar neue Sprachen erfunden. Es kommt nicht oft vor und wenn dann meistens nur ein paar Worte – es ist also nicht so, dass die Autorin hier wirklich mehrere Sprachen neu erfunden hätte – aber es ist trotzdem vorhanden, das fand ich auch gar nicht schlecht.
Blöd nur, dass das häufigste Wort „Antari“ ist und ich jedes Mal an die alte Konsole „Atari“ denken musste.

Kommen wir nun zur Handlung, diese brauchte ewig um in Gang zu kommen. Die Geschichte kriegt erst irgendwo zwischen Seite 150-200 eine Richtung, womit die Handlung wirklich losgeht.

Davor plätschert die Handlung mehr oder weniger vor sich hin und ist mit Erklärungen gespickt. Es ist also nicht unbedingt uninformativ, auch nicht unkreativ, aber ich fand es gerade aufgrund des Schreibstils nicht gut beschrieben. Es hat mir nicht Lust gemacht, mehr zu erfahren.

Ab einen bestimmten Punkt, nimmt die Handlung dann langsam an Fahrt auf. Trotzdem ziehen sich viele langatmige und langweilige Passagen durch die Geschichte. Auf Plausibilität wird da ebenfalls keine Rücksicht genommen – dann wird eben während die Figuren eigentlich verfolgt werden und die Zeit drängt, ein ausgiebiges Pläuschen gehalten.

Das Buch konnte mich überhaupt nicht packen. Es gibt durchaus (zumindest theoretisch) spannende Szenen. Das waren jedoch in fast allen Fällen nur aufgesetztes Drama, wie es in jeden 2. schlechten Actionfilm geboten wird – inklusive: „Lass es sofort los!“ – „Nein, niemals!“ – „Muss ich mich erst widerholen?! Ich bring dich um!“ – „Versuchs doch!“

Und natürlich gibt es auch mehrfach den Klassiker: um Zeit zu schinden bringt man den Gegner dazu, lang und breit seinen Plan auszubreiten. Es ist kaum auszuhalten.

So ziemlich jede Szene wirkt gestellt – man weiß genau was der Zweck von jeder einzelnen ist. Meist einen der Protagonisten „cool“ wirken zu lassen. Es wirkt extrem aufgesetzt – eine Aneinanderreihung von Posen.

Dummerweise ist die Geschichte zusätzlich vollgestopft mit kleinen und großen Logikfehlern – man wird kaum eine ohne finden. Auch so ziemlich alles ist wie an der Strippe gezogen und der Willkür der Autorin unterworfen.

Die beiden Wendungen zum Schluss waren extrem vorhersehbar. Die konnte man bereits am Anfang des Buches erraten.

Die letzten 100 Seiten fand ich gar nicht schlecht, auch wenn der große Showdown zum Schluss relativ schnell über die Bühne ging. Da passierten dann aber auch mal Dinge, die ich interessant fand – aber zu wenig und definitiv zu spät.

 

Fazit

Ich war extrem enttäuscht von diesem Buch. Ich hatte eine spannende Fantasy-Geschichte erwartet und stattdessen eine Aneinanderreihung von gestellten Szenen mit Protagonisten auf dem Egotrip bekommen. Das Ganze dann auch noch furchtbar geschrieben. Ich kann es überhaupt nicht empfehlen.

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Tags: fantasy, magie, tor   (3)
 

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88 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

sci-fi, freundschaft, action, virtual reality, spannung

Ready Player One

Ernest Cline , Sara Riffel , Hannes Riffel
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 27.04.2017
ISBN 9783596296590
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Der Schreibstil ist super – er leitet einen flüssig durch die Geschichte und enthält schöne Formulierungen.

Ich hatte vorher gelesen, dass dieses Buch die 80er wieder auferstehen lässt. Das ist nicht übertrieben!

In dem Buch gibt es massenweise (nicht subtile) Anspielungen von Filmen, Musik und Games der 80er. Man könnte auch sagen, dieses Buch ist der Inbegriff von Popkultur und Nerdtum – es ist manchmal schon sehr nerdig und verliert sich auch sehr ausschweifend in Details.

Wenn man also mit den 80ern und Games nichts anfangen kann, ist das hier nicht sein Buch – es schadet nicht, wenn man eine leichte Obsession für diese Bereiche mitbringt.

Ein kleines Problem meinerseits: Ich bin genau 90 geboren und mag die Popkultur der 80er, habe sie aber nicht selbst erlebt. Dadurch hatte ich nicht selten das Gefühl beim Lesen, dass ich gerade etwas verpasse.

Die Atmosphäre ist aber trotzdem super – für Kenner der Zeit ist es aber bestimmt noch um einiges besser.

Ich mochte auch wie die Charaktere ausgearbeitet sind – sie haben sowohl ihren pos. Als auch neg. Seiten und wirken sehr authentisch und lebendig.

Vor allem den Protagonisten mochte ich – er ist einen sofort sympathisch. Er ist ein ziemlicher Nerd, aber auch zielstrebig und niemand der aufgibt, der auch im Laufe des Buches über sich hinaus wachsen muss.

Er hatte aber auch so seine Momente…z.B. als man ihn als einen Liebeskranken 18J verfolgt, der sich zum ersten Mal verliebt hat – schon etwas anstrengend seine Besessenheit, aber auch witzig und süß.

Aber auch die anderen Figuren der „High-Five“ oder die Struktur der „Sechser“ lernt man im Laufe immer besser kennen (wenn ihr wissen wollt was ich damit meine, dann lest das Buch ;p).

Ich mochte auch die Interaktion der Figuren untereinander. Bis auf „Art3mis“, sie empfand ich oft  als anstrengend und  tierisch nervig fand ich das ständige „yeah“ – sowas sagt man im deutschen einfach nicht.

Was mir ebenfalls gut gefallen hat, war der Humor. Er tauchte nur vereinzelt auf, aber wenn, dann hat er auch immer gezündet.

Das Buch selbst ist ein Rückblick des Protagonisten und dreht sich im Prinzip um eine gigantische Schnitzeljagt – Suche nach den versteckten Geheimnissen der Spielewelt (Easter-Eggs).

Sehr viel der Handlung spielt also in der OASIS – einer virtuellen (Spiele-)Realität, die mit sehr viel Liebe zum Detail und eben der 80er ausgestattet ist.

Was mir daran eigentlich am meisten gefallen hat war, dass in dieser OASIS das Aussehen, Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, sexuelle Orientierung keine Rolle spielt. Man erstellt sich einfach den Avatar, den man möchte und lernen die Menschen auf der reinen geistigen Ebene kennen – ohne Vorurteile diesbezüglich.

Es gibt viele Cyberwelten. Das fand ich extrem kreativ gemacht – jede Welt sieht anders aus und hat anderen Zweck; außerdem ist sie riesig.

Es ist nur wirklich SEHR detailliert geschrieben – manchmal verliert sich die Geschichte regelrecht darin. Das war nicht immer angenehm, weil es zum Teil extrem nerdig und technisch wurde und auch die Geschichte stellenweise gestreckt hat.

Was an vielleicht auch sagen muss ist, dass im Handlungsverlauf kleinere Dinge für die man kein Super-Nerd-Wissen braucht durchaus vorherrehbar waren.

Das Buch bietet aber viel Action und (wie es für Computerspiele so üblich ist) viele Schlachten. Auch das Drama kommt nicht zu kurz. Dieses schwankte jedoch immer mal zwischen ein wenig aufgesetzt und wirklich episch.

Die Geschichte schon recht konstruiert. Es gibt viele glückliche und unglückliche Zufälle oder plötzliche Einfälle oder Entdeckungen, die nicht zwangsweise naheliegend logisch waren.

Für meinen Geschmack hätte auch gerne noch ein wenig mehr in der Wirklichkeit spielen  können – ich hätte die Gesellschaft von 2045 gerne noch etwas mehr kennen gelernt.

Aber man bekommt das wichtigste mit und vor allem, das hier ist eben keine Dystopie. Es erzählt nicht die klassische des Jungen der zum Helden und Retter der Menschheit wird.

Darüber hinaus enthält das Buch aber durchaus viel Kritik (auch Gesellschaftskritik) und Zukunftswarnungen.

Zum Beispiel übt das Buch Kritik an das Internet als Schein- und Ersatzwelt. Dass man die Augen vor den echten Problemen der realen Welt verschließt und sich lieber in eine Scheinwelt flüchtet. Oder auch wie leicht es ist, die Bevölkerung von diesen echten, globalen Problemen ablenken lassen.

Das Buch gibt eine Warnung, dass man die echte Welt nicht vergessen darf.

Es zeigt auch die Macht- und Missbrauchspotention von Monopolen – vor allem in Form von  Nutzerrechte vs. Konzerninteressen.

Dieses Zukunftsszenario mit dem Verfall von Werten und Menschenrechten, kann man sich leider auch nur allzu gut vorstellen.

Diesbezüglich kann man also viel aus dem Buch für sich mitnehmen.

Auch das Ende enttäuscht nicht. Es gipfelt in einem großartigen Finale – ich habe wirklich mit gezittert und musste mich danach erst einmal beruhigen. Das spricht sehr für das Buch.

Und als kleine Randnotiz: Das Buch soll verfilmt werden und zwar von niemand anderen als von Steven Spielberg.

 

Fazit

Das hier ist das perfekte Buch für alle Kinder der 80er, die ihre Zeit oft mit Videospielen verbracht haben. Zumindest ein gewisses Maß an Begeisterung dafür ist absolut erforderlich.

Wenn das aber gegeben ist, dann kann ich nur raten sich das Buch mal zur Hand zu nehmen.

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Tags: action, freundschaft, sci-fi, spannung   (4)
 

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111 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

freundschaft, gefängnis, familie, dtv, liebe

Anything for Love

Sarah Dessen , Michaela Kolodziejcok
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 05.05.2017
ISBN 9783423717229
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Schreibstil ist einfach nur klasse – ich liebe ihn. Er hat etwas ganz eigenes an sich, welches ich nicht so leicht beschreiben kann. Er ist leicht und flüssig, aber trotzdem mit gewählten Worten, die einen tollen Humor hervorbringen und eine Atmosphäre erzeugen, die einen sofort in den Bann zieht, von Seite eins an.

Auch emotional hatte mich das Buch eigentlich sofort. Wenn man die Dessen-Bücher kennt, weiß man, dass sich die Autorin nicht davor scheut, auch härtere/schmerzhaftere Themen mit einzubauen, die einen emotional treffen.

Gerade auch die Stimmung, die Dessen mit ihren Worten erzeugen kann, ist großartig.

Was ich ebenfalls gut finde ist, dass Vertraute Dinge aus den anderen Dessen-Büchern auftauchen. So ging die Protagonistin zu Beginn des Buch auf die „Perkins Day“, die gleiche Privatschule auf die die Protagonistin von „About Ruby“ geht und auch die Sozialmedia Plattform Ume.com wird erwähnt. Das sind so kleine Querverweise, die ich gut gemacht finde.

Der Plot ist gut, die Handlung dicht – es sei aber auch dazugesagt, dass ich das Buch (kurze) streckenweise etwas langatmig fand – nicht uninteressant, aber langatmig.

Natürlich lebt das Buch auch von seinen Charakteren. Die allesamt sehr plastisch und toll ausgearbeitet sind, sodass sie echt wirken und eben wirklich einen eigenen, facettenreichen  Charakter haben.

Das gilt tatsächlich auch für Randcharaktere – dessen Ausrichtung breit gefächert ist, von den coolen Sidekick, über den normalen, netten bis hin zu den schmierigen, gruseligen Typus.

Überraschenderweise mochte ich auf Anhieb die Protagonistin. Was bei Dessen-Büchern keine Selbstverständlichkeit ist. Nicht weil sie nicht gut ausgearbeitet oder unauthentisch wären, sondern weil sie immer sehr introvertiert sind und mir das nicht unbedingt liegt. 

Eigentlich ist Sydney ähnlich. Sie ist eher zurückhaltend, fast schon zu nett, steht nicht für sich selbst ein und kriegt in den notwendigen Momenten einfach nicht den Mund auf. Aber sie ist trotzdem sehr sympathisch, sie ist witzig und klug und natürlich entwickelt sie sich im Laufe der Geschichte und taut auf.

Es war aber durchaus so, dass ich Sydney mehrfach anschreien wollte, dass sie ENDLICH den Mund aufmachen soll – nur einmal!

Das bringt mich gleich zu meinen größten Kritikpunkt: Ja es gibt eine sichtbare Charakterentwicklung und die finde ich auch gut, aber sie geht mir nicht so weit, wie ich es favorisieren würde, denn es entsteht nur selten aus sich selbst heraus.

Letzen endes  schlust sie sich immer irgendwie durch, sitzt es eben aus und handelt selbst eben nicht, sondern um sie herum ändert sich die Situation zu ihren Gunsten – das finde ich nicht sooo toll. Eine pro-aktive Handlung wäre mir lieber gewesen. Da legen die Dessen-Bücher schlicht einen anderen Blickwinkel an, es geht dort eher um die Massage, dass man nicht alleine stark sein muss, sondern dass es da draußen tolle Menschen gibt, mit dessen Hilfe man wachsen kann – Thema Freundschaft.  

Wo wir gerade dabei sind, mein Lieblingscharakter ist Layla. Sie ist das perfekte Gegenstück zur Protagonistin. Sie ist energiegeladen, laut und lustig und man muss sie einfach lieben (wenn man mal von ihren schrecklichen Männergeschmack absieht – aber hey, jeder braucht seine Fehler).

Dementsprechend war ich von der Freundschaft, die viel Raum in dem Buch einnimmt begeistert.

Das ist aber nicht die einzige Ebene in Sachen Freundschaft. Es gibt auch noch den Strang zu Sydneys „alten“ Freundinnen von ihrer vorherigen Schule. Diese geht dann natürlich in eine andere Richtung. Das hat mir sehr gefallen und war schlicht realistisch und lebensnah und zeigt eben auf was eine ECHTE Freundschaft ist.

Ein weiterer Punkt (der ebenfalls in allen Dessen-Büchern vorkommt) ist das Thema Familie bzw. Familienprobleme.

Offensichtlich ist natürlich die Beziehung zu ihren Bruder, aber eigentlich vor allem die zur Mutter. Die Mütter sind sowieso immer ein Knackpunkt in den Büchern. Ich kann auch in diesem Buch die Mutter nicht leiden. Ihr Charakter an sich ist nachvollzieh, genau wie ihre Handlungen, aber mit Blick auf die Protagonistin, möchte man die Mutter nur schütteln. Es funktioniert als emotionales Problemfeld aber super. Der Vater ist in ihren Büchern übrigens entweder gar nicht vorhanden oder kümmert sich nicht – wie hier.

Frage mich, ob Autorin dort aus Erfahrung schreibt – vermutlich – denn so liest es sich: authentisch und einfach schildernd, nie mit dem erhobenen Zeigefinge.

Natürlich gibt es zur Abrundung auch eine Liebesgeschichte. Auch diese fand ich sehr süß und toll beschrieben – es ist realistisch und nicht dieses Over-the-Top, was mich an ganz vielen anderen Büchern auf den Markt stört.

Viel Liebe steckt in diesem Buch auch in den tollen Details, die das Buch lebendig machen – z.B. Liebe zur Musik und die große Liebe zu guten Junkfood.

 

Fazit

Ich finde, das hier ist ein weites tolles Buch aus der Feder von Sarah Dessen. Es hat tolle Charaktere, eine großartige Atmosphäre, mit Humor und gewählten Formulierung. Es vertritt gute Werte und regt auch an der einen oder anderen Stelle zum Nachdenken an.

Ich kann es sehr empfehlen.

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Tags: contemporary, dtv, familienprobleme, freundschaft, liebesgeschichte   (5)
 

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33 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

steampunk, farben, anthologie, fantasy, die dunkelbunten farben des steampunk

Die dunkelbunten Farben des Steampunk

Detlef Klewer , Stefanie Bender , Corinna Schattauer , Katharina Fiona Bode
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Art Skript Phantastik, 16.03.2015
ISBN 9783945045022
Genre: Sonstiges

Rezension:

In diesem Buch befinden sich 14 Kurzgeschichten, von 14 verschiedenen deutschen Autoren.

Wie es breit im Titel steht, habe ich hier mit 14 Steampunk Geschichten gerechnet.

Da gab es nur ein Problem: Das war für mich kein Steampunk.

Ich muss nun sagen, dass sich meine Erfahrung mit diesem Genre sehr begrenzt ist. Aber das hier war für mich kein Steampunk.

Das hier sind für mich „Monster“-Geschichten mit einen Hauch oder Kulisse von Steampunk.

Denn ja, alle Geschichten spielen im viktorianischen Zeitalter und irgendwo kommt auch immer irgendeine Erfindung vor – aber das war mir zu wenig, es hatte nicht mal die Atmosphäre, die ich erwartet hatte.

Viele der Geschichten hatten auch eher einen Krimicharakter. Fast alle stellen jedoch Fantasy oder gar Horrorelemente im Fokus.

So tauchten in den Geschichten allen Ernstes verschiedene Arten von Dämonen auf, Schatten- oder Wutgeister, Qualmfeen, Dchinns oder andere magische Wesen auf.

Das ist für ich kein Steampunk. Wenn Magie eine Rolle in Form von Alchemie aufgetaucht wäre, wobei auch Alchemie „wissenschaftliche“ Züge hat, dann hätte ich das akzeptiert, aber sowas? Damit habe ich nicht gerechnet. Die Beschreibung des Klappentextes auf „dunkle Farben des Steampunk“ haben mich auch nicht darauf schließen lassen.

Auch die Schreibstile fand ich durchwachsen – sie reichten von okay bis nicht gut.

Leider hat mir keine einzige der Geschichten wirklich gefallen.

Besonders an dem Buch ist natürlich die Aufmachung. Jeder Geschichte ist einer Farbe gewidmet, die sowohl thematisch vorkommt, als auch in dessen Farbe es geschrieben ist.

Das finde ich ziemlich gut gemacht, wobei man auch da sagen muss, dass aufgrund des Designs es schwer ist die Seitenzahlen zu erkennen und die jeweiligen Anfänge zu lesen, weil die Hintergrundfarbe die gleiche der Schrift ist.

 

Fazit

Ich war leider sehr enttäuscht von dem Buch, denn es steht Steampunk drauf, ist für mich aber nicht wirklich drin.

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53 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

roman, fremdbild, ch: niveau 2016, selbstbild, arbeit

Das Zimmer

Jonas Karlsson , Paul Berf
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 11.04.2016
ISBN 9783630874609
Genre: Romane

Rezension:

Der Schreibstil benutzt eine einfache, unemotionale Sprache. Es lässt sich gut und schnell lesen – ist letztendlich auch nicht sonderlich viel Text vorhanden.

Der Protagonist ist ein sehr unangenehmer Mensch. Er ist fast schon pedantisch mit seiner akribischen Ordnung und detaillierten Tagesordnung, indem sogar die Toilettengänge nach Termin erfolgen. Eine Vorliebe dafür Dinge zu zählen ist ebenfalls vorhanden.

Er ist ein fürchterlicher überheblicher Besserwisser – er korrigiert und verbessert alle um sich herum, die er sowieso für weit unterlegen hält (zumindest in Gedanken).

Sozial ist er ziemlich unbeholfen – er kann auch nicht die Stimmungslage seines Gegenübers erkennen, geschweige denn nett oder umgänglich sein.

Es verwundert also nicht, dass seine Kollegen ihn eher als Sonderling betrachten, zumal er von einem Zimmer redet, dass keiner außer ihm sieht.

Es sei aber auch dazu gesagt, dass die Kollegen ebenfalls unangenehme Menschen sind. Sympathieträger lassen sich meines Erachtens im gesamten Buch nicht finden.  

Darauf ist das Buch aber auch nicht ausgelegt, die Figuren sind viel mehr Symbolfiguren.

Es lässt sich von diesem Großraumbüro und dessen Innensassen auf die Gesellschaft schließen.

Das Buch zeigt auf, was diese Gleichschaltung (gerade auch im Arbeitsleben) mit einem Menschen macht, wie einen das auslaugen kann und was passiert, wenn einer „es wagt“ sich außerhalb dieses Kastendenkens zu bewegen, das Muster zu durchbrechen.

Das ließ mich an ein japanisches Sprichwort denken: „Der Nagel der heraussteht wird eingeschlagen“.

Aufgrund der Symbollastigkeit, lässt einen das Buch sehr viel Interpretationsspielraum. Das finde ich sehr gut, allerdings kann ich mir dementsprechend nicht sicher sein, ob ich es richtig interpretiere oder ob mir nicht sogar mehrere Anspielungen/Andeutungen entgangen sein könnten.

Vermutlich, denn so wie ich es interpretiere, finde ich die Aussage dieses Buch nicht nur schwarzmalerisch, sondern fast schon katastrophal.

Denn für mich sagt dieses Buch: „Wenn du jemand bist, der das Muster durchbricht, du dich von der Einheitsmasse abhebst, dann bist du verloren. Die Obrigen werden dir immer deine Grenzen aufzeigen und das einzige was dir dann bleibt ist, dich der Realität zu entziehen.“ Na Glückwunsch.

Im Werbetext heißt es auch: „Witzig und scharfsinnig (…)und beschäftigt sich mit der Frage, wie mal als kleines Rädchen im Großen Getriebe glücklich werden kann“.

Das sehe ich tatsächlich gar nicht. Falls es sowas wie „Witz“ gab, dann ist er mir vollkommen entgangen, denn das einzige was ich auf eine fast schon zynische Art etwas amüsant fand, war die Verlogenheit der Kollegen im Laufe des Buches.

Wo dieses Buch etwas über das „glücklich werden“ erzählt, siehe ich noch viel weniger. Ich empfinde diese Geschichte fast schon als Tragödie. Ich sehe nicht einmal einen Hauch von Glück – wo sollte das Glück zu finden sein? In der Realitätsflucht? Das die einzige Wahl die man hat ist, sein Gefängnis selbst zu wählen bzw. die Art wie man der Realität entflieht?

Auch hier wieder: Na Glückwunsch.

 

Fazit

Das Buch hat mich durchaus sehr beschäftigt – das ist ihm positiv anzurechnen. Ich finde die Symbolhaftigkeit ebenfalls gut, aber die Aussage die das Buch meines Erachtens trifft, finde ich sehr fragwürdig. Außerdem blieb zwischen mir und dem Buch ein großer (emotionaler) abstand – ich empfand das Buch als kalt.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Glück ist, was wir daraus machen

Lorenzo Marone , Esther Hansen
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 20.03.2017
ISBN 9783866124264
Genre: Romane

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69 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

familie, jugendliche, freundschaft, familienprobleme, young adult

Apple und Rain

Sarah Crossan , Birgit Niehaus
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 22.08.2016
ISBN 9783570164006
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Schreibstil ist einfach und flüssig – es lässt sich also sehr gut lesen, ein Sprachgenuss ist es aber auch nicht.

Die Charaktere sind ebenfalls solide. Keine von ihnen ist so wirklich vertieft worden, aber sie spielen ihre Rolle gut, ohne zu sehr in die Stereotyp-Richtung zu rutschen (bei ein paar Randcharakteren passiert das natürlich schon, aber das ist verzeihlich).

Am meisten mochte ich tatsächlich Del - sein Individualität, der Humor, die ganze Art. Direkt danach kommt die Protagonistin – ich mochte, dass sie ihren eigenen Kopf hatte und wenn es drauf ankam, ein recht starker Charakter war, der nicht nur passiv ist.

Wenn wir also schon so halb beim Zwischenmenschlichen sind: Ich fand die Schwesterbeziehung fand wirklich schön gemacht. Die Dynamik zwischen den beiden, fand ich toll und es hat Spaß gemacht den beiden durch ihren Alltag zu folgen.

Das Buch richtet sich offensichtlich an ein jüngeres Publikum, als ich es bin – vermutlich ist es für Mädchen um die 14 Jahre gedacht, das merkt man ihm auch an.

Es gibt dementsprechend natürlich Themen oder Probleme, die typisch für das Alter sind. Z.B. eine unerreichbare, heimliche Liebe oder eine beste Freundin, die sich langsam von einem entfernt, mangelndes Selbstbewusstsein, etc.

Als kleiner Zusatz fand ich es sehr schön, dass auch die Liebe zur Lyrik aufgezeigt wurde.

 Es gibt aber darüber hinaus noch ein paar mehr – das wichtigste Thema, worum sich im Buch sehr viel dreht, ist das Thema Familie und alles was damit zu tun hat. Dort gibt es eine ganze Bandbreite an Problemen, die bewältigt werden wollen. Die Heranführung an die Problematiken, die ich wirklich besprechenswert finde, erfolgte jedoch eher zögerlich.

So wird vor allem zu Beginn  jedes Mal, wenn das Verhalten der Mutter, der Großmutter oder Vater  hinterfragt werden würde, gerne der Satz von Apple gebraucht: „Darüber möchte ich jetzt lieber nicht nachdenken“. Unrealistisch ist das bei einer 14 jährigen, die gerade ihre Mutter idealisiert nicht, aber so versperrt man jede Möglichkeit, der Geschichte etwas Tiefgang zu verleihen.

Die Situation von Apple ist so ausgelegt, dass sie einen maximal leid tut. Sie hat eine strenge Großmutter, die nicht wirklich in der Lage ist, sich auf ihre Probleme einzulassen, einen Vater, der eine neue Familie aufbaut und sie hinten ansteht, eine Freundin, die beliebtere Freunde findet und sie zurück lässt, eine Mutter die sie verlassen hat und eigentlich nicht in der Lage ist eine wirkliche Mutter zu sein.

Ehrlich gesagt, fand ich das einfach zu viel. Jedes einzelne dieser Handlungsstrenge hätte ich so wie sie sind hingenommen – maximal zwei. Aber alle geballt waren einfach unglaubwürdig und schlicht zu viel des „Guten“.

Denn letztendlich wurde eigentlich nichts wirklich geklärt oder ein Problem wirklich gelöst. Sie wurden bestenfalls überhaupt erst erkannt.

Das an sich finde ich noch verkraftbar, aber es war dadurch leider der typische Fall von: „Wenn du ein Happy End willst, dann blende früh genug ab“.

Das ist ein generelles Problem: es gibt nicht viel Platz zum Vertiefen und auserzählen oder eben um Probleme zu lösen – es ist ein recht dünnes Buch, das merkt man der Geschichte leider an.

Ich hätte es deutlich besser gefunden, wenn sich mehr Zeit (und Seiten) genommen worden wäre, um diesen erzählenden Charakter mehr auszukosten.

 

Fazit

Eigentlich ist das Buch gar nicht so verkehrt, wenn man die Zielgruppe beachtet. Es ist unterhaltsam, hat nette Charaktere und bietet einen auch Probleme außerhalb des 0815-Spektrums.

Leider wurde sich für so ziemlich nichts wirklich Zeit genommen – die Probleme werden erkannt, es werden noch Vorsätze geschlossen und dann wird abgeblendet.

Schade – da wäre eigentlich noch mehr drin gewesen.

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Tags: dtv, familie, familienprobleme, freundschaft, jugendbuch, schwestern   (6)
 

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

dersommeralschadgingunddaisykam, toleran, verlust, freundschaft, liebe

Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam

Jennifer Gooch Hummer , Claudia Feldmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 03.03.2017
ISBN 9783551315731
Genre: Jugendbuch

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108 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

laufen, jugendbuch, blindheit, blind, weibliche protagonistin

Wie ich dich sehe

Eric Lindstrom , Katarina Ganslandt
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.11.2016
ISBN 9783551583475
Genre: Jugendbuch

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100 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

fantasy, gesellschaftskritik, scifi, mobbing, umweltkatastrophen

Alle Vögel unter dem Himmel

Charlie Jane Anders , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 23.03.2017
ISBN 9783596036967
Genre: Fantasy

Rezension:

Das erste was mir an dem Buch aufgefallen ist, war der geniale Schreibstil. Er besitzt wunderschöne Formulierungen, mit präziser Wortwahl und einer ganz besonderen Tiefe und Atmosphäre.

Das Buch ist dabei passend auch ein Genremix. Es vereint Fantasy, SciFi, (später) Endzeit/Postapokalypse und Gesellschaftskritik.  

Ebenfalls herausgestochen sind die Charaktere. Jede einzelne Figur hatte etwas Einnehmendes an sich. Ganz besonders natürlich die beiden Protagonisten. Diese waren großartig ausgearbeitet, sie waren  authentisch, sympathisch und hatten vor allem das gewisse Etwas.

Ich fand es großartig, wie die Freundschaft zwischen den beiden Protagonisten aufgebaut wurde und wie man mit verfolgen konnte, wie sie sich entwickelte oder zwischendurch auch mal bröckelte.

Ich die Art, wie sie miteinander agiert haben glaubwürdig und charmant und immer schwang eine gewisse Spannung mit, da die beiden scheinbare Gegensätze repräsentierten. Denn im Prinzip war es eine  Widerspiegelung des Kampfes zwischen Natur/Magie und Wissenschaft.

Aber gerade die Gemeinsamkeiten, aufgrund der Unterschiede wahrzunehmen, war fast schon faszinierend. Das sorgte für noch mehr Tiefe und auch für gewisse Spannung.

Das Buch ist in vier Abschnitte geteilt, die mit Zeitsprüngen einhergehen. Im ersten Abschnitt sind die Protagonisten 6-7, der zweite Abschnitt spielt 7Jahre später, der Dritte 10Jahre später als der Zweite und der vierte nicht ganz ein Jahr später als der Dritte. Man braucht sich aber keine Sorgen zu machen, dass dadurch die Handlung unübersichtlich wird oder man den Hang zu ihr verlieren könnte.

Man wird wirklich in diese Erzählung hineingezogen und möchte eigentlich gar nicht mehr aufhören sie zu lesen und mitzuerleben. Auch emotional hat mich das Buch komplett gepackt.

Die Geschichte hat etwas leicht Verrücktes an sich – aber eher mit Hang zu magisch, als zu abgedreht. Das verleiht ihm etwas ganz besonderes.

Das zeigt sich natürlich vor allem in der „Funktionsweise“ der Magie und den Erfindungen bzw. Technologien. Beides wirkt sicherlich fantastisch, aber auf der anderen auch wieder nicht unnatürlich – das fand ich sehr interessant.

Das Buch bietet aber noch mehr (gerade auch ernstere)Themen, z.B. greift es deutlich das Thema Mobbing auf und zweigt was das mit jungen Menschen machen kann – aber das geschieht, ohne dass es zu stark in den Fokus rückt wird und wie ein Lehrwerk rüber kommt. Besonders bemerkenswert fand ich, dass keiner der beiden Protagonisten auch nur einmal deswegen gejammert hat.

Ein weiteres Thema wäre die Isolation der Menschen und der wachsenden Unfähigkeit Empathie füreinander zu empfinden und zu kommunizieren, was der Kern eines jeden Konflikts darstellt oder die Zerstörung und Dummheit von Rache. Generell lassen sich viele Anspielungen und Denkanstöße finden.

Zugegeben manche Dinge haben mir nicht gänzlich eingeleuchtet oder wirkten auf mich irgendwie abwegig. Möglich, dass ich sie auch nicht richtig verstanden habe. Aber aus irgendeinem Grund hat mich das nicht wirklich gestört – was schon wieder für das Buch spricht.

 

Fazit

Insgesamt halte ich das hier für ein großartiges Buch, das einen so viel, auf so vielen Ebenen zu bieten hat. Ich kann es nur jedem empfehlen.

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Tags: endzeit, fantasy, freundschaft, gesellschaftskritik, mobbing, roman, scifi, spannng, tor   (9)
 

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53 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

2017

Das Glück hat vier Farben

Lisa Moore , Maren Illinger
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 27.04.2017
ISBN 9783737354806
Genre: Jugendbuch

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Verflucht

Chuck Palahniuk , Werner Schmitz
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 18.01.2016
ISBN 9783442483761
Genre: Romane

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64 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

england, jugend, stottern, schule, familie

Der dreizehnte Monat

David Mitchell , Volker Oldenburg , any.way , Cathrin Günther
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.02.2009
ISBN 9783499248764
Genre: Romane

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61 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

alice, hutmacher, grinsekatze, fantasie, herzkönigin

Alice im Wunderland

Lewis Carroll , Benjamin Lacombe
Fester Einband: 234 Seiten
Erschienen bei Verlagshaus Jacoby & Stuart GmbH, 01.03.2017
ISBN 9783946593102
Genre: Kinderbuch

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

illustrationen, alice, 2. band

Alice im Spiegelland

Lewis Carroll , Benjamin Lacombe
Fester Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Verlagshaus Jacoby & Stuart GmbH, 01.02.2017
ISBN 9783946593225
Genre: Kinderbuch

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