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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Wenn Prinzen fallen

Robert Goolrick , Judith Schwaab
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 11.12.2017
ISBN 9783442715671
Genre: Romane

Rezension:

Ich mochte den Schreibstil sehr. Die Geschichte ist recht rasant – die Seiten fliegen nur so dahin.

Man verfolgt das Leben des Protagonisten, auf den Höhepunkt seines Lebens bis nach den tiefen Sturz. Allerdings nicht chronologisch, sondern es wird durch Rückblicke erzählt.


Was beschrieben wird aus der Hochphase ist sehr exzessiv: absurd viel Geld, Koks und Sex. Das schimmernde Leben an der Wall-Street.

Alles Zwanghafte, Verwerfliche, Verachtungswürdige und Ausgelassene taucht darin auf – diesbezüglich liest es sich, wie „The Wolf of Wall-Street – was letztlich eine ähnliche Geschichte erzählt.


Es ist rasant, mitreißend und sehr unterhaltsam erzählt – es hatte durchaus etwas sogartiges. In dieser Welt, die vollkommen obszön, verwerflich ist und gleichzeitig so charmant und faszinierend ist wie die Sünde selbst.


Selbst wie der Absturz und das Leben danach beschrieben wurde, fand ich wirklich gut und war genauso mitreißend.


Der Protagonistin, bzw. eigentlich alle Personen die vorkommen, sind verdorben, verlogen, manipulativ – sie bilden den Abschaum der Gesellschaft. Aber eben den reichen Abschaum.

Generell wie Menschen in dem Buch beschrieben wurden hat mir gefallen. Es war auf das prägnanteste und ehrlichste reduziert.


Letztlich erzählt die Geschichte auch die Obszönität des Geldes bzw. was das mit Menschen macht und hervorruft und dessen Folgen daraus. Aber auch die Geschichte der Liebe zu einer Zeit und Stadt, die heute so nicht mehr existiert. Bei dem die schlimmste Vorstellung was passieren kann, nicht der Tod ist, sondern das Scheitern ist, welches um jeden Preis vermieden werden muss.

In diesem Zusammenhang taucht auch das Thema Homosexualität, dessen ausleben in den 80er und damit auch Aids auf.


Allerdings muss ich sagen, dass es auf Dauer manchmal trotzdem etwas eintönig wurde und manchmal bekam das Buch einen jammernden Ton.

Gerade hinten raus tauchten vermehrt inhaltliche Wiederholungen auf, die nicht hätten sein müssen und das Buch doch etwas gestreckt haben.


Fazit

Die Geschichte liest sich größtenteils wie ein Rausch. Es ist gut geschrieben, unterhaltsam und mitreißend. Da verzeiht man gerne die kleineren Schwächen.

Wer den (Film) „Wolf of Wall-Street“ mochte, wird dieses Buch auch mögen.

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358 Bibliotheken, 23 Leser, 3 Gruppen, 105 Rezensionen

john green, schlaft gut, ihr fiesen gedanken, freundschaft, johngreen, zwangsneurose

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

John Green , Sophie Zeitz
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 10.11.2017
ISBN 9783446259034
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich mag den Schreibstil von John Green. Es ist schön geschrieben, viele Sätze stachen da ganz gesondert für mich heraus. Es ist witzig und flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin.

Der Autor hat ein wirklich gutes Händchen für Stimmungen und Atmosphäre. Die kann er mit wenig Worten sofort einfangen und dem Leser nahe legen.


Ich mag es auch, wie er seine Charaktere beschreibt. Ich finde, dass sie, ihre Gedanken, Gefühle und ihre Situation sehr einfühlsam beschrieben wurden.

Ich mag auch, dass der Blickwinkel nicht so alltäglich/0815 ist. Schon alleine dadurch, dass wir hier eine Protagonistin haben, die unter Zwangsstörungen leidet.


Klar, es ist und bleibt ein Jugendbuch – was sich auch daran zeigt, dass u.a. dieses Thema nicht wirklich vertieft wurde – aber es ist da und ich würde mir wünschen, dass sich mehr Jugendbuchautoren trauen würden, solche Rahmenbedingungen gut einzuweben.

Ich weiß nicht, wie medizinisch korrekt, das in dem Buch dargestellt wurde. Aber es gab mehrere Szenen, die, wie ich fand, dieses Thema sehr nahegehend eingefangen haben, die ich toll beschrieben fand und mir als Laien nahegelegt haben, wie es sich anfühlt unter Zwangsstörungen und Gedankenspiralen zu leiden.

Was mich jedoch insbesondere an der Protagonistin gestört hat, war, dass sie nicht redet und ziemlich konfliktscheu ist – sowas liegt mir schlicht nicht.


Eine weitere wichtige Rolle, nimmt die Freundschaft zu Daisy ein.

Und jetzt wird es schwierig, denn am Anfang und am Ende, fand ich diese Freundschaft wirklich gut und auch glaubwürdig. Die ist nicht bedingungslos und auch nicht „allmächtig“, aber sie ist da und hat eben ihre Aufs und Abs.

Deshalb war ich dem Autor fast ein wenig böse, dass er diese Konstellation benutzt hat, um im Zwischenteil der Geschichte Drama reinzubringen.

Denn gerade in Bezug zu Daisy, passiert in dem Buch eine Sache, die ich ganz schlimm dargestellt fand – auch wie sich Aza dazu verhalten hat. Mehr kann ich aus Spoilergründen an dieser Stelle jedoch nicht sagen.


Daisy war dementsprechend eine recht zweischneidige Figur. Ich fand das Star-Wars-Fan-Getue von Daisy schon gut getroffen, aber nervig war es doch etwas. Es nahm ein wenig zu viel Raum ein und ich konnte mit dem Thema auch schlicht nicht viel anfangen.

Wie gesagt mochte ich Daisy zunächst, ich fand sie war eine gute Freundin für Aza – bis plötzlich dieses Bild gebrochen wurde und Daisy plötzlich sehr egoistisch, unempathisch und auf ihren eigenen Vorteil bedacht war. Das war fast so, als wären es eigentlich zwei verschiedene Personen gewesen. Erst zum Schluss, hat der Autor dieses Bild wieder dem Anfang angeglichen – das fand ich nicht gerade gelungen.


Ich möchte auch sagen, dass ich es mag, wie Green Nähe zwischen Menschen beschreibt. Das ist irgendwie feiner, als bei vielen anderen Büchern. Das war hier auch – gleichzeitig lief aber auch viel schief.

Die Beziehung zu Davis war für mich kaum nachvollziehbar – geschweige denn nachfühlbar.

Sie hatten eine Vorgeschichte, de in dem Buch jedoch nur kurz erwähnt wird. Aber eigentlich haben wir hier eine ganz klassische Istalove-Geschichte, die keine Basis hat, sondern einfach so da ist.

In diesem Fall war es sogar so schlimm, dass ich keine einzige Szene durchgängig glaubwürdig zwischen ihnen fand. Es wurde zwar behauptet, dass sie etwas füreinander empfinden, aber es wurde mir kein Grund genannt – es gab keine süßen Momente oder auch nur kleine Momente, die eine Basis zwischen den beiden aufgebaut hätte. Im Gegenteil, eigentlich war sehr viel irgendwie verkorkst. Da hat mich sehr überrascht, weil ich weiß, dass der Autor das besser kann.


Generell hat Davis aber praktisch keinen Charakter in dem Buch bekommen. Er wurde als Figur sehr stiefmütterlich abhandelt und hat eigentlich keinen wirklich Raum bekommen.

Außer, dass er sehr nett und in mancherlei Hinsicht ein kleiner Emo war, kann ich über ihn nicht sagen. Denn mehr Tiefe hat er nicht bekommen.


Ich hatte leider das Gefühl, dass ich gut in 99% der Fälle, keine Handlung (insbesondere soziale Handlung) nachvollziehen konnte. Sie folgen absolut keiner Logik – sondern unterliegen rein der Konstruktion des Autors.

Das sorgt für so viele sonderbare Momente, die komplett unglaubwürdig und unpassend, fast schon surreal wirken. Das hat mich richtig rausgeworfen aus der Geschichte.

Das beginnt bereits mit der Ausgangssituation: Ein Milliardär verschwindet und zwei Freundinnen spielen Kopfgeldjäger und zufällig, kennt die eine den Sohn. Jetzt mal ehrlich, wie glaubwürdig ist das? Ich könnte das ganze Buch durchgehen – es ist komplett gepflastert mit absurden Konstellationen und Handlungen.


Ein großes Problem ist, dass die Geschichte keine wirklich gute Handlungsdichte hat – es passiert schlicht nicht viel - und was passiert ist wie gesagt nicht gerade plausibel.

Das zeigt sich auch, dass es in dem Buch extrem viele Zitate aus anderen Werke oder von anderen bekannten Menschen gibt. Das hat auch was für sich, sie waren thematisch gut platziert und es waren in aller Regel schöne Zitate (oder auch Kunstwerke) – aber ich fand, es gab zu viel davon. Ein wenig mehr aus der eigenen Feder, hätte dem Buch sicher nicht geschadet.

Denn genau das Fehlt diesem Buch: Mehr Zeit um Raum. Um dinge auszuführen, um sie sich entwickeln zu lassen, für Zufälle – es fehlt an einem erzählerischen Element.


Gut hingegen fand ich, dass immer mal wieder kleinere Problemfelder oder Kritik am Rande auftauchten. Wie z.B. die extremen Studiengebühren in den USA oder Korruption.

Was ich auch noch erwähnen möchte: die Einbindung von Internet und gerade Social Media, war wesentlich besser und glaubwürdiger, als bei vielen anderen (Jugend-)Büchern.

Viele Aussagen die der Autor getroffen hat, fand ich schön – andere hingegen waren einfach nur quatsch und kamen ziemlich pseudophilosophisch daher (das ist aber natürlich rein subjektiv).

Aber gerade auch das Ende, war mal was anderes und die Aussage dahinter hat mir durchaus im Kern gefallen.


Fazit

Es kam mir wirklich so vor, als wäre hier ein unfertig Buch veröffentlicht worden – die Geschichte wirkt unfertig.

Er wollte eine Geschichte über jemanden mit Zwangsstörungen schreiben – das war die Idee und John Green kann gut schreiben und ein paar Szenen hatte er bereits ausgebaut und die waren toll.

Viel mehr ist da aber auch nicht. Der Rest ist wie ein Gitter, dass noch nicht zu ende gedacht wurde oder hätte noch überarbeitet werden müssen oder erst ausgebaut werden müssen. Als wäre das die Rohfassung gewesen, aber eben nicht das Endprodukt.

Es liest sich, als hätte der Autor nicht die Zeit gehabt, das Buch fertig zu schreiben.

Das ist extrem schade, weil Grenn bereits bewiesen hat, dass er es besser kann.

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63 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

karriere, rassismus, schuld, liebe, mode

Gott, hilf dem Kind

Toni Morrison , Thomas Piltz
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 22.04.2017
ISBN 9783498045319
Genre: Romane

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406 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 129 Rezensionen

liebe, prosopagnosie, mobbing, übergewicht, jennifer niven

Stell dir vor, dass ich dich liebe

Jennifer Niven , Maren Illinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.06.2017
ISBN 9783737355100
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich mag den Stil der Autorin. Sie schreibt sehr einfühlsam und nah an den Figuren und der Problematik.

Schon ganz zu beginn wird das deutlich, wie sie beschreibt, wie die Gedanken, die Angst in Libbys Kopf kreisen und sie nicht schlafen lassen. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Generell spielt die Gedankenwelt eine große Rolle – die auch „grafisch“ durch Kursivschrift hervorgehoben wird.

Erzählt wird das Buch immer abwechselnd von den beiden Hauptfiguren – die Kapitel sind dabei sehr kurz, was fast schon etwas von einen Schlagabtausch hat.

Manchmal fand ich das etwas schade, weil es eben Aneinanderreihungen von Momentaufnahmen sind – es wird sich keine Zeit genommen eine Szene zu vertiefen, was ich mir aber manchmal gewünscht hätte und der Geschichte mehr Tiefgang verliehen hätte. Die Geschichte ist keinesfalls oberflächlich, aber wirklich vertieft wirkt es auch nicht. Auf der anderen Seite bekommt das Buch dadurch eine gewisse Brisanz und lässt sich schnell lesen.

Wir haben auch immer mal wieder Zeitsprünge in der Handlung, sowohl vergangenheitliche, als auch zukünftige.


Besonders wichtig ist natürlich der Aufbau der Charaktere – sie tragen die ganze Geschichte auf ihren Schultern. Genau hier beginnen aber leider die Probleme. Ich stehe den Hauptfiguren recht ambivalent gegenüber.

Es beginnt damit, dass man sagen muss, dass beide Protagonisten deutlich auf ihre jeweilige Krankheit reduziert wurde – Libby nicht so sehr wie Jack.

Aber alles was sie gerne machen (Hobby) lässt sich immer auf ihre Krankheit zurückführen bzw. ist sehr von ihr geprägt. Zunächst hatte ich mich gefragt, ob die Autorin das mit Absicht getan hat, um die Problematik noch mehr hervorzuheben. Ich befürchte aber, dass dem nicht so ist und selbst wenn, dann ging das nach hinten los.


Zu Jack kann ich leider nicht viel sagen, denn außer, dass er keine Gesichter erkennen kann und das ihn innerlich sehr verunsichert und dass er gerne Dinge baut (bastelt) erfährt man nichts über ihn.

Erst hatte ich noch Hoffnung, gerade durch die Szenen mit seinen kleinen Bruder, die mir wirklich gut gefallen haben und er für ihn diesen Roboter baut – letztendlich wurde das aber nicht nennenswert aufgegriffen, was schade ist.

Er wirkte damit auf mich egoistisch, ist im Prinzip nur auf sich bzw. seiner Krankheit fokussiert. Begegnet allen Menschen um sich herum kalt, als hätte er keine Emotion für sie (jedenfalls keine positiven), nicht mal wirklich für seine Familie – außer für Libby natürlich, aber dazu komme ich später.


Diese Reduzierung kann man auch über Libby sagen – allerdings bei ihr nicht so ausgeprägt, also über Libbys Charakter erfährt man deutlich mehr – jedoch gefiel mir nicht alles davon.

Auf der einen Seite finde ich es wahnsinnig mutig von der Autorin eine Protagonistin zu erschaffen, die wirklich Adipös ist – ohne dieses relativierende Getue, wie es fast alle anderen Bücher tun. Allein dafür bin ich diesem Buch extrem dankbar.

Das ist auch wirklich gut gemacht, wie die Autorin das Mobbing beschreibt, die Reaktion von Menschen auf Dicke, die innere Gedankenwelt der Betroffenen, wie kaputt einen Menschen das machen kann – das fand ich großartig und berührt mich sehr, weil ich das so gut nachempfinden kann und mich stückweit darin wiederfinde – anderes hingegen fand ich schon schwieriger nachzuvollziehen.

Libby war für mich ein schwierige Figur, stückweit war sie vielleicht sogar eine inkonsequente Figur.

Sie schwangt (gerade zu Beginn) immer wieder von fast schon übertrieben optimistisch und naiv bis hin zu dem ausleben eines Geltungsdrangs - zu ängstlich verschüchtert und deprimiert, fast schon jammernd.

Gerade dieses Naive und Geltungsdrang (vor allem durch das Tanzen ausgelebt) empfand ich als ganz ganz knapp vor nervig.

Besonders auch ihr Verhalten, sich in fast jeder Situation in denen man mit anderen Menschen in Kontakt tritt, sich ausmalt, was alles negatives passieren könnte – das ist durchaus authentisch, denn genau das passiert, wenn man solche negativen Erfahrungen gemacht hat wie sie und das immer wieder – das prägt einen und verändert seine Erwartungen an einer bestimmten Situation – in der Regel etwas schlimmes, demütigendes. Vielleicht war das sogar nötig, um einen Einblick in die Gefühls und Gedankenwelt eines stark übergewichtigen Menschen zu geben – es zeigt auch eine gewisse Gebrochenheit der Protagonistin – allerdings bekommt es auch schnell einen leicht (bis nicht so leicht) jammernden Charakter. Ich kann mir gut vorstellen, dass es viele Leser stören könnte.


Generell hatte ich eigentlich das Gefühl, dass das hier zwei Bücher sind – es gibt einen deutlichen Bruch für mich – der fast genau ab der Hälfte einsetzt.

Auch schon der erste Teil hatte seine Schwächen, aber insgesamt fand ich die erste Hälfte gut. Die jeweiligen Krankheiten standen sehr im Fokus, was aber nicht ohne Einfühlsamkeit vonstatten ging und das vermutlich auch nötig war, um sich in die jeweilige Lage hinein zu versetzen.

Außerdem hat die Autorin durchaus noch andere Themenfelder eröffnet, wenn auch eher am Rande, wie Krebs oder den Verlust eines Elternteils oder Schulhierarchie und Mobbing.

Es gab auch eine gewisse Spannung, man auf den Moment wartete, an dem die Protagonisten ihre Probleme nicht mehr verdrängen können, sondern sich ihren Dämonen stellen müssen.

Rein technisch fand ich es komisch, dass Jack gelegentlich plötzlich direkt mit dem Leser sprach, ohne, dass das sinnvoll gewesen wäre oder dass bei Libby immer wieder Filme, Zitate, Songs eingeworfen wurde, was für mich immer etwas krampfhaft wirkt, als müsste die Autorin beweisen, dass sie die Jugend ja auch so gut kennt und damit nur aufzeigt, wie das diesbezüglich nicht der Fall ist.


Aber insgesamt war ich guter Dinge...und dann kam die zweite Hälfte, die man mit einem Wort beschreiben könnte: Kitsch!


Ab dem Moment, wo die Liebesgeschichte einsetzt, driftet das Buch krass ins kitschige und klischeehafte ab.

Plötzlich muss man sowas lesen wie: „Bevor ich weiß, was passiert, greifen meine Auge nach ihren und ihre nach meinen. Über den Spalt zwischen den Sitzen hinweg halten unsere Augen Händchen“ (S. 241) – oder natürlich, kann Jack ja eigentlich keine Gesichter erkennen, aber das von Libby natürlich schon, denn sie ist seine große Liebe – seine Eltern und Geschwister liebt er demnach also nicht, toll. Es ist kaum zu ertragen.


Es gibt so klebrig, triefend, klischeehafte Konstruktionen. Es braucht natürlich zwischendurch auch einen dramatischen Bruch zwischen den Liebenden. Die Autorin ist aber nicht mutig genug wirkliche Probleme zu eröffnen, sondern greift zum Klischee-Muster, welches sich dann natürlich auch schnell wieder auflöst.

In Sachen Liebesgeschichte, kam es hintenraus zu dem Punkt, an dem sich die Figuren gespiegelt haben: denkt Jack etwas, dann denkt genau das Libby ein Kapitel weiter plötzlich auch; fühlt Libby etwas, fühlt plötzlich Jack ein Kapitel weiter genau das Gleiche, usw. Das ist nicht gerade originell und unterstreicht eher die eher weniger vorhandene Handlungsdichte.


Was ich jedoch gerade Libby zugute halten kann ist, dass sie durchaus eine Figur ist, die für sich alleine stehen kann. Sie ist nicht Abhängig von Jack – er ist nicht ihre Lebensmitte oder Retter in der Not.


Fazit

Das Buch begann vielversprechend. Es spricht ein paar gute Themen an, es beinhaltet eine mal wirklich übergewichtige Protagonistin! Allein dafür gibt es von mir ein riesiges PLUS.

Allerdings bricht das Buch leider, leider ab der Hälfte krass ins Kitschige, Klischeehafte ab und die Hauptfiguren bleiben mehr oder weniger auf ihre Krankheit reduziert – vor allem Jack.

Insgesamt finde ich es deshalb eher okay – was schade ist, denn die Messsage des Buches ist klasse.

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Tags: jugendbuch, liebesgeschichte, problembewältigung, selbstfindung   (4)
 

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69 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

auswandern, brooklyn, liebe, amerika, colm tóibín

Brooklyn

Colm Tóibín , Ditte Bandini , Giovanni Bandini
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.01.2016
ISBN 9783423086493
Genre: Romane

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73 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

jugend, roman, amelie fried, familiengeschichte, gefühl

Ich fühle was, was du nicht fühlst

Amelie Fried
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 22.08.2016
ISBN 9783453265905
Genre: Romane

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44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

borderline, suizid, freundschaft, therapie, roman

Das grenzenlose Und

Sandra Weihs
Fester Einband: 188 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 31.08.2015
ISBN 9783627002206
Genre: Romane

Rezension:

Gut geschrieben – lässt sich leicht lesen, aber zwischendurch trifft man immer mal wieder auf schönen Formulierungen.


Im Fokus steht natürlich die Protagonistin: Sie ist pessimistisch und zynisch, gilt als Selbstmordgefährdet mit einer Borderline-Störung und ritzt sich.

Dummerweise driftet sie schnell ins Klischee und jammerhafte ab, sobald es um die Schilderungen aus ihrer Kindheit geht oder warum sie sich ritzt, denn an all ihrem Übel und schlechten Benehmen ist ausschließlich die Mutter schuld – wirklich thematisch aufgegriffen wird das nicht. Ihre Krankheit selbst wird sogar praktisch gar nicht aufgegriffen.

Alles was mit ihrer Krankheit, ihrer Vergangenheit, ihren Selbstmordwillen zu tun hat, ist sprachlich leider nicht so beschrieben, dass es mich teilhaben lässt, dass es mich in die Geschichte, in die Psyche der Protagonistin zieht – sondern es hat manchmal sogar etwas theatralisches, leicht oberflächliches und jammerndes.

Allerdings hat sie auch einen dunklen, zynischen Humor und das rettet es wieder etwas raus und verleiht ihr die nötigen Sympathiepunkte.


Gut eingefangen fand ich die Arroganz und dieses von oben herabsehen gerade von (angehenden) Ärzten: „Machtlos zu sein, davon halten die Götter in Weiß gar nichts“ (S. 72).

Aber auch die Gleichsame Fürsorge der Sozialarbeiter und dessen Grenzen wurden kurz, aber eindringlich geschildert.


Flüchtig werfen wir natürlich auch einen Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen.

Die Beziehung zu ihrem Therapeuten, ist schon recht sonderbar. Diese (sagen wir mal) ungewöhnlichen Therapiepraktiken mochte ich als Theorie: das verlassen des klinischen, Schema-F. Die Umsetzung fand ich hier „too much“. Bei Marie funktioniert es wohl, ich fand es extrem unsensibel und unprofessionell.


Die zu ihrer Zimmergenossin Amina. Das kurze aufblitzen von Freundschaft und füreinander da sein – war schon wirklich sehr kurz, aber schön und gut dargestellt.


Die Beziehung zu Emanuel fand ich schon etwas sehr dick aufgetragen – der Gutaussehende, Anfang 20, Eltern gestorben, Mutter wie Großmutter waren Prostituierte, der einen Hirntumor hat und lernen will, wie man sich umbringen kann und dafür die Hilfe einer Selbstmordgefährdeten braucht. Ach bitte.


Vor allem eine Person kam mir in dem Buch deutlich zu kurz und das war die Protagonistin selbst. Das Buch ist sehr kurz, es ist nur eine Momentaufnahme, es befasst sich nur mit dem Jetzt – das finde ich als Idee gut, in der Praxis ist mir das zu wenig.

Ihre Gedanken nehmen viel Platz ein und diese waren auch durchaus interessant. In der Destruktivität liegt eine gewisse Schönheit. Es gab sogar ein paar kurze philosophisch angehauchte Gedanken, andere regten einen zum nachdenken an, andere waren einfach nur schön formuliert – wieder andere waren lediglich so da.


Letztlich ist mir das aber nicht genug – ihr ganzes Handeln wirkte auf mich nicht glaubwürdig. Es gab von der Seitenzahl her nicht genug Platz das zu fundamentieren, aufzubauen, glaubhaft zu machen – oder es fehlte schlicht der Wille dazu.

Woher ihr Todeswille stammt, erleben wir nicht – ihre Vergangenheit wird verschwiegen.

Und dann reicht auch ein Blick auf eine Leiche und auf Kranke und schon denkt sie in allem anders und der Lebenswille keimt – das ist doch Blödsinn und viel zu sehr „von jetzt auf gleich“.

Das lässt doch sehr an der Geschichte zweifeln, denn letztlich muss man auch sagen, geht es in keinem Bereich so wirklich in die Tiefe, weshalb es schrecklich vorhersehbar war, in fast allen Einzelheiten.

Auch wenn es durchaus Momente gibt, die einen berühren – keine Frage.


Fazit

Das Buch hatte schöne Ansätze. Immer wieder blitzte etwas auf, ein Gedanke, eine Formulierung, ein Gefühl, ein Moment.

Letztlich war es aber nicht wirklich genug – es fehlt die Zeit, den Platz, die diese Geschichte gebraucht hätte.

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Tags: roman   (1)
 

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78 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

trauerbewältigung, trauer, amoklauf, liebe, freundschaft

Schwarzweiß hat viele Farben

Kathryn Erskine , Ingrid Ickler
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 20.02.2014
ISBN 9783868736656
Genre: Jugendbuch

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Flamingos

Ulrike Almut Sandig
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 01.07.2012
ISBN 9783596192168
Genre: Romane

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

kurzgeschichten

Apanies Perlen

Judith W. Taschler
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 04.05.2015
ISBN 9783426304402
Genre: Romane

Rezension:

Der Schreibstil ist sehr angenehm. Er ist atmosphärisch und präzise.

Die Geschichten wirken stets ein wenig skurril – ich mag so etwas aber sehr, wenn eine Geschichte ungewöhnlich daher kommt.

Kurzgeschichten sind naturgemäß nur ein kurzer Ausschnitt – praktisch eine Momentaufnahme, die kein wirkliches Ende hat, weil die Geschichte weiter geht, nur nicht mehr als Text festgeschrieben, sondern im Kopf/Fantasie des Lesers.

Ich habe festgestellt, dass ich das sehr mag – zumindest wenn es gut gemacht ist, wie hier.

Gut fand ich auch, wie die Kurzgeschichten aufgebaut waren, dass sie alle etwas spannendes, überraschendes an sich hatten, genauso wie mehr als nur eine Ebene besaßen.


Das traf vor allem auf die erste Geschichte zu - die mir auch am besten gefallen hat - die einen überrascht und zunächst nicht loslassen will und viel dem Leser selbst überlässt.


Die zweite Geschichte hat mich auf eine ganz andere Weise gepackt. Es geht um Religion und wie ich finde, ihre Unvereinbarkeit mit dem modernen (normalen) Leben. An manchen Stellen war ich fast schon gereizt – insgesamt meine ich das aber nicht negativ. Ich fand letztlich die Beschreibung des Destruktiven, des entzweienden der Religion gelungen. Es werden auch immer wieder Abschnitte aus einer Messe eingeschoben, die das Kleinmachen des Menschen darstellen, fast schon im Sinne von Erniedrigung, das sündhaft machen des Menschen.
Auch wenn dem Erzähler eher weniger wohlgesonnen gegenüber stand – er ist keine angenehme Person oder hat jedenfalls sehr zweifelhafte, unangenehme Seiten.


Der dritten Geschichte stehe ich ein wenig ratlos gegenüber – da bin ich mir schlicht nicht sicher, ob sie sich vollständig verstanden habe. Da die Geschichte aber sehr kurz ist, möchte ich nicht spoilern indem ich hier meine Interpretation kundtue. Die eher dunkle, kühle Atmosphäre der Geschichte, hat mir aber gut gefallen.


Die vierte Geschichte fand ich unterhaltsam und angenehm verwoben. Die kurzen Lebensausschnitte der Besitzer, reihen sich aneinander, wie die Glieder der Perlenkette.


Fazit

Ein schönes, wenn auch kurzes Lesevergnügen. Kann man gerne gelesen haben, man muss aber auch nicht.

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Tags: kurzgeschichten   (1)
 

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715 Bibliotheken, 37 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

fantasy, leigh bardugo, das lied der krähen, krähen, grischa

Das Lied der Krähen

Leigh Bardugo , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.10.2017
ISBN 9783426654439
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich mag den Schreibstil. Er leitet einen gut und flüssig durch die Geschichte – die Seiten fliegen nur so dahin.

Ich habe mich sehr gefreut, die Welt wieder betreten zu dürfen – denn es spielt in der gleichen Welt wie „Grischa“, allerdings nicht mehr in Rawka.

Man lernt also noch mehr Länder kennen – zur Orientierung gibt es übrigens zwei Karten im Buch, die wieder sehr schön gestaltet und hilfreich sind.

Das „world building“ ist klasse. Es bereitet Vergnügen, Stück für Stück mehr von dieser Welt zu erfahren. Von den verschiedenen Ländern, den Völkern, die verschiedenen Sprachen, Sitten und Kulturen. Das fand ich alles sehr gut und mit viel Liebe zum Detail gemacht.

Auch die Stadt in der die Handlung nach einer Art Prolog startet, fand ich gut dargestellt – eine Stadt in der Geld und Gier herrschen. Die Autorin schafft es mit wenigen Worten ein genaues Bild zu erzeugen, sodass man ein Gefühl für die Kulisse, Handlung, Situation oder Charaktere bekommt.

Die Geschichte wird dabei aus verschiedenen Sichten erzählt – es gibt dabei fünf Haupterzähler (Plus je einen für den Prolog & Epilog).

Besonders gut fand ich, dass mit den Sichtwechseln nicht versucht wurde ein künstliches Drama aufzubauen. Wenn die Sicht gewechselt wurde, dann weil es sinnvoll war bzw. die aktuell sinnvollste Sicht, um die Geschichte weiter zu erzählen. Dabei hat tatsächlich auch jede Sicht ihren Reiz.

Das liegt vor allem auch daran, dass es in diesem Buch ausschließlich tolle Charaktere und damit tolle Erzähler gibt.

Die Autorin hat ein richtig gutes Händchen für Charaktere. Wie es bereits der Titel und Klappentext verrät, haben wir sechs wichtige Figuren, denen wir auf folgen.

Es ist jetzt nicht so, dass mir alle Figuren gleich stark ans Herz gewachsen sind, aber jeder einzelne hat seine besonderen und sympathischen Seiten.

Jeder Charakter ist facettenreich gestaltet, jeder hat seine Eigenarten und schlechten wie guten Eigenschaften. Jeder einzelne hat auch eine eigene Hintergrundgeschichte, die man im Laufe der Handlung nach und nach erfährt.

Obwohl jeder seine spezielle Rolle in der Geschichte hat, sind es überhaupt keine Stereotypen.

Außerdem war ich begeistert von der Dynamik in der Gruppe – Spannung bringt schon die Tatsache mit sich, dass es sich mehr um eine Zweckgemeinschaft handelt, die im Laufe der Handlung irgendwie zusammenwachsen muss.

Dabei entwickelt die Geschichte eine ganz eigene Dynamik und vor allem auch einen tollen Humor.

Es war großartig die Spannung und Beziehungen zwischen den Figuren zu verfolgen – zu sehen wie sich diese zusammen mit den Charakteren entwickeln.

Für die Leser mit viel Herz: Es gibt genau genommen sogar drei Liebesgeschichten in diesem Buch und jede einzelne ist mitreißen, authentisch und einfach nur toll.

Die Geschichte selbst bietet einen wieder viele unvorhersehbare Wendungen, die die Geschichte spannend halten. Hinzu kommt, dass man regelrecht mit den Figuren mitfiebert. Man wartet bei jeder abenteuerlichen Aktion nur auf die nächste unvorhergesehene Hürde. Wobei es auch ein zweimal vorkam, dass man die Wendung auch erahnen konnte – es ist also nicht unmöglich.

Es sei aber auch gesagt, dass diese Spannung nicht von Seite eins an vorhanden ist. Die Geschichte baut sich zunächst auf, aber das empfand ich nicht als schlimm, denn dieses Heranführen ist notwendig und auch interessant gestaltet.

Es war auch nicht alle Ereignisse in der Handlung unbedingt logisch - mir sind durchaus ein paar kleinere Unstimmigkeiten aufgefallen. Aber die sind wirklich vernachlässigbar.

Es gab sogar ein paar Stellen, die fand ich so schön und ergreifend, dass ich sie gleich noch einmal gelesen hatte.


Fazit

Ich war wirklich sehr gespannt darauf mal wieder etwas aus der Feder von Bardugo zu lesen und wurde überhaupt nicht enttäuscht. Man merkt, dass sich die Autorin sehr weiter entwickelt hat.

Ich kann dieses Buch absolut empfehlen und habe keine Ahnung, wie ich die Wartezeit bis zum zweiten Band überstehen soll.

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Tags: abenteuer, fantasy, jugendbuch, knaur, spannung   (5)
 

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(88)

222 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

fantasy, der schwarze thron - die königin, kendare blake, der schwarze thron, penhaligon

Der Schwarze Thron - Die Königin

Kendare Blake , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 25.09.2017
ISBN 9783764531478
Genre: Fantasy

Rezension:

Der Schreibstil ist okay – es lässt sich gut lesen.

Auch in diesem Band beschreiben die Kapitelüberschriften den Ort, auf den der Blick fällt – während das Kapitel dann jeweils aus mehreren Sichten geschrieben sein kann – allerdings dreht es sich immer irgendwie um einen der drei Schwestern. Das finde ich nach wie vor gut, zumal in diesem Band die Balance, wie oft der Blick auf welche Schwester fällt, etwas besser war (auch wenn Kat, nach wie vor deutlich weniger zu Wort kommt).

Die Grundidee ist ebenfalls nicht schlecht. Nur leider ist die Geschichte an sich nicht unbedingt gut konstruiert. Sie ist viel zu vorhersehbar und legt zu viel Wert auf künstliches Drama, statt auf Handlungsdichte und Logik.

Gleich zu Beginn ist z.B. eine ziemlich große Logiklücken: Ausgang aus Buch 1 – keine Königin erinnert sich an Kindheit, nur Mirabelle. Anfang Buch 2 Ari hat plötzlich auch Kindheitserinnerungen, ohne das erklärt wurde warum oder wie das kam.

Sowas passierte leider ständig. Ich finde es total befremdlich, dass die eigentlichen Ausgangssituationen sich immer mal wieder plötzlich ändern – das wirkt als ob das Buch in großen Abständen geschrieben worden wäre und die Autorin selbst nicht mehr genau wusste, was sie davor gesagt/geschrieben hatte.

Das sorgt dafür das die Handlung sehr sprunghaft erscheint. Es reicht ein Gespräch oder ein Ereignis und schon dreht sich alles um 180° - einfach so – das macht die Handlung absolut unauthentisch.

Außerdem entwickeln sich so auch keine wirklichen Probleme, weil diese künstlich aufgebauscht und simpel fast sofort wieder gekippt werden.

Diese „Sprunghaftigkeit“ zieht sich leider durch alle Bereiche – nicht nur die Handlung selbst, sondern auch zwischenmenschliche Beziehungen. Bsp.: Auf der einen Seite sagt Mira noch sowas wie, sie liebt Kat, auf der nächsten plötzlich sie hasst Kat und auf der dritten liebt sie sie ja eigentlich wieder. Das ist gelinde gesagt irritierend.

Das hat natürlich auch zur Folge, dass viele Handlungen der Charaktere nicht mehr nachvollziehbar sind. Auch fast sämtliche zwischenmenschliche Beziehungen werden dadurch unglaubwürdig, da nichts aufgebaut wurde, sondern es ist einfach da oder eben einfach wieder weg.

Wodurch wiederum die Charaktere insgesamt unglaubwürdig werden – davon bleibt KEINE Figur verschont.

Ich fand es auch sonderbar, wie stiefmütterlich mit vielen Randfiguren tatsächlich umgegangen wurde. Sie werden z.T. sogar komplett vergessen und dessen Geschichte ragt dann wie ein loser Faden aus dem Gesamtwerk, ohne noch mal eingewoben zu werden. Das wirkt so, als wäre die Geschichte unvollendet geblieben oder als hätte die Autorin ganz vergessen, dass sie da ja eigentlich noch eine Figur/Handlung offen hatte.

Die Protagonistinnen sind ebenfalls nach wie vor sehr blass. Sie haben keinen vertieften Charakter, sondern sind eher plakative Stereotypen (die Randfiguren erst recht).

Es war mir deshalb nicht möglich für irgendeine Figur sowas wie Sympathie zu entwickeln. Leider haben auch die Figuren, die ich in Band 1 zumindest noch interessant fand, selbst das verloren.

In diesem Band habe ich sogar regelrechte Abneigungen gegen viele Figuren entwickelt (z.B. Mirabella, Joseph, Petyr).

Am erträglichsten fand ich noch Ari und Jules, auch Kat hat hinten raus noch ETWAS Pepp in die Geschichte gebracht, allerdings war das eben auch recht schwankend, letztlich vorhersehbar und vieles inkonsequent.

Besonders nervig fand ich es auch, dass keine einzige Figur so etwas wie Weitsicht besäßen hat oder auch nur lernfähig gewesen wäre.

Es gibt keine Taktik/Strategie im ganzen Buch – die Figuren lernen auch nie aus ihren Fehlern, sondern wiederholen diese immer wieder.

Die Handlungsdichte war leider auch wieder eher gering. Es ist zwar nicht so, dass gar nichts passieren würde, aber was passiert ist nicht Handlungsfördernd, sondern streckt eher die Geschichte. Erst zum Ende hin, passiert wieder mehr und endet natürlich mit einen Cliffhanger. Ich fühle mich dann immer etwas veräppelt. Das war bei Band 1 auch schon so.


Man merkt, sehr deutlich dass die Autorin noch nicht so viele Erfahrungen hat. Ich sehe das große Problem darin, dass sie es nicht geschafft hat, die Geschichte die sie im Kopf hatte – auch für den Leser glaubhaft aufs Blatt zu bekommen.

Vor allem hat sie sich fast schon verbissen an ihren roten Faden geklammert – deshalb auch alles so linear und wie an der Strippe gezogen – es fließt nicht, es entwickelt sich nicht – es gibt keine mehreren Möglichkeiten – weil sich die Autorin nicht getraut hat, die Zügel locker zu lassen. Dadurch wirkt das Buch gekünstelt und verkrampft – man liest die Unsicherheit zu deutlich heraus. Das wird sich im Laufe ihrer Schreiber-Karriere vielleicht noch bessern.


Fazit

Wer den ersten Band mochte, wird vermutlich auch diesen Band gut finden. Wer den ersten schon zweifelnd gegenüber stand, würde ich vom zweiten Band abraten.

Meins war es leider überhaupt nicht.

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Tags: fantasy, jugendbuch   (2)
 

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121 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

humor, roman, dystopie, qualityland, ullstein

QualityLand

Marc-Uwe Kling
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550050152
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Gleich mal vorweg: Von dem Buch gibt es zwei Ausgaben – eine weiße und eine schwarze – diese Unterscheiden sich eher geringfügig in Details. Die Werbung ist z.B. etwas anders (kleinere Zusatzpassagen). Man muss aber keine Angst bekommen, dass man etwas verpasst. Zum einen ist die eigentliche Handlung gleich und hinten im Buch ist ein Link (bzw. QR-Code) wo man die veränderten Passagen der anderen Ausgabe lesen kann.


Das Buch ist toll geschrieben - wieder mit viel Humor und viel Gesellschaftskritik.

Die Kapitel sind kurz, was dafür sorgt, dass sich die Handlung schnell entwickelt, keine Langweile aufkommen kann und man recht schnell voran kommt.

Unterbrochen wird die Handlung immer mal wieder durch schwarze Seiten oder „QualityLand Einschübe“ – meistens Werbung oder „News“ aus QualityLand oder auch kleinen Erklärungseinschüben, wie QualityLand funktioniert oder was besonders in dieser Gesellschaft ist.


Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge: einmal folgen wir den Protagonisten Peter und einmal haben wir einen politischen Strang mit den Parteien und Wahlkampf.


Bei diesem Buch handelt es sich im Prinzip um eine Gesellschaftskritik, verpackt in einer Zukunftssatire, mit dem Kernthema Digitalisierung.

Vieles kommt einen natürlich aus unserer Gesellschaft bekannt vor – diese Dinge/Probleme wurden weiter gesponnen und zugespitzt. Dabei ist das Buch auch sehr gut beobachtet.


Es wird Kritik geübt u.a. an: Klassengesellschaft, Überwachung, Monopolstellung, Konsumverhalten, Digitalisierung bei dem das Soziale auf der Strecke bleibt, Leistungsdruckgesellschaft, das Vergessen der Geschichte, Werbekonsum, Medienkritik, Lobbyismus und die Passivität der Bevölkerung.

Es ist aber keine dröge und rein belehrende Kritik, sondern sie ist sehr schön und unterhaltend verpackt.


Vielleicht mal ein kleines Beispiel, um aufzuzeigen, wie dieses Buch funktioniert:

Die Bevölkerung von QualityLand wird in Level eingestuft, von Level 1-100. Jedoch ist der wirklich niedrigste Rang Level 2, weil „selbst Level-2-Menschen noch jemanden unter sich glauben“ sollen, denn „Die Sorge tiefer fallen zu können, wird als nützlich betrachtet. Menschen die denken, sie hätten nichts zu verlieren, sind gefährlich.“

Wie vieles, begann diese perverse Einstufung von Menschen ganz harmlos – Grundstein, war eine Partnersuche-Website: QualityParnter. Die durch Algorithmen den perfekten Partner gesucht haben – dann wurden die Level sichtbar gemacht und diese Level haben es in die Gesellschaft, also nach außen geschafft. Dieses Level beeinträchtigt die Kreditfähigkeit, Berufs- und Wohnungraumchancen, natürlich auch das Private, es bestimmt sogar, welche Restaurants oder Geschäfte man betreten kann, bis hin dazu wie intensiv die Polizei für einen ermittelt oder was für Rechte man bekommt.

Der Humor spielt auch da mit rein: der Slogen dieser Partnerbörse lautet „RateMe“ (Bewerte mich) und ist mit dem Nirvana Song unterlegt, weil sich der Ersteller verhört hat – denn eigentlich singt Kurt Cobain „Rape me“ (Vergewaltige mich).

Auf diesen Ebenen funktioniert dieses Buch. Und es funktioniert extrem gut.


Dieses Buch wirkt sehr lange nach – es gibt einen viele Denkanstöße und ist gleichzeitig unterhaltsam.

Die Erkenntnisse bzw. die Wahrheit in dem Buch ist manchmal aber auch etwas erschreckend. Vieles in dem Buch wirkt gleichzeitig so überspitzt dystopisch und trotzdem fällt es einen gar nicht so schwer, es sich vorstellen und zu glauben, dass es mal genauso kommen könnte.


PS: Für alle Freunde der Känguru-Chronik sei angemerkt, dass einen tollen kleinen Sidekick in diesem Buch gibt.



Fazit

Ich kann dieses Buch unglaublich empfehlen – nicht nur für Fans der Känguru-Trilogie.

Gerade wenn man sich in unserer Gesellschaft/heutige Zeit umsieht, halte ich „QualityLand“ sogar ein sehr wichtiges Buch. Ich kann es sehr empfehlen.

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Tags: digitalisierung, humor, roman, ullstein, zukunftssatire   (5)
 

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498 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 110 Rezensionen

fantasy, kendare blake, magie, penhaligon, königin

Der Schwarze Thron - Die Schwestern

Kendare Blake , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 09.05.2017
ISBN 9783764531447
Genre: Fantasy

Rezension:

Der Schreibstil ist ganz gut – er lässt sich gut lesen, aber er ist nicht so gut, wie ich gehofft hatte – besonders ist er nicht. Ich hatte mir irgendwie eine etwas „magische“Sprache erhofft, weil wir hier eine High-Fantasy-Welt haben.

Zur Veranschaulichung der Insel auf der die Handlung spielt, haben wir übrigens auch eine Karte, die ich sehr hilfreich fand.

Die Welt selbst fand ich auch ziemlich gut gemacht. Ich fand sie vielfältig und gerade durch die unterschiedlichen Völker mit dessen Fähigkeiten sehr interessant. Wie in dieser Welt Magie bzw. diese Fähigkeiten funktionieren fand ich wirklich gut und mitreißend.

Viel Erklärt wird einen aber nicht. Man wird mehr oder weniger in die Geschichte geworfen und bekommt die „Regeln des Landes“ und dessen Hintergrundgeschichte erst nach und nach durch die Handlung mit, den Rest reimt sich dann eben zusammen. An manchen Stellen fand ich das überhaupt nicht schlimm, an anderen fand ich es ungünstig, weil man viel erst einmal hinnehmen muss oder es wurde sich ein wenig einfach gemacht – im Zweifel ist es dann halt so, weil die Göttin das so wollte – wie praktisch für die Autorin, wie ungünstig für die Plausibilität.

Die Handlung springt immer abwechselnd zu den drei Anwärterinnen auf den Thron. Wobei nicht zwangsläufig das jeweilige Kapitel aus deren Sicht geschrieben ist.

Die Kapitel heißen immer so, wie der Ort auf den der Blick gerade fällt. Es kommen auch andere Personen aus der unmittelbaren Umgebung der drei Protagonistinnen zu Wort – das fand ich interessant gemacht.

Schade hingegen fand ich, dass die drei nicht gleichwertig oft zu Wort kamen. Der Strang von Katharine (Giftmischer) wird ziemlich stiefmütterlich behandelt. Am meisten lesen wir über Mirabella (Elementwandler). Der Strang von Arsinoe wird zwar gerade in der zweiten Hälfte immer wichtiger, aber sie selbst spricht sehr selten, sondern ihren Strang erleben wir hauptsächlich aus der Sicht dessen besten Freundin (Jules). Das fand ich schade – zumal ich mich gefragt habe, ob nicht eigentlich Jules die wirklich Protagonistin dieser Geschichte ist.

Gut fand ich, dass die drei Protagonistinnen wirklich unterschiedliche Charaktere hatten und nicht Abziehbilder voneinander. Dummerweise waren sie relativ plakativ und wenig Facettenreich. Die eine ist halt die gute, die zweite die böse und die dritte irgendwas dazwischen. Da hatte ich mir mehr erhofft – wirklich vertieft wurde keine der drei – eine wirkliche Charakterentwicklung findet auch nicht statt.

Es ist keinesfalls so, dass mir die drei komplett egal gewesen wären – ich wollte durchaus wissen, was mit ihnen geschieht – aber wirklich sympathisch war mir keiner oder gar irgendwie ans Herz gewachsen. Weshalb ich mit keiner mitgefiebert hätte.

Das gleiche gilt auch für die anderen Figuren – sie spielen ihre Rollen, das wirkt aber eher wie an der Strippe gezogen. Ich fand kaum einen authentisch, geschweige denn sympathisch. Trotzdem schneiden die Randfiguren tragischerweise besser ab, als die eigentlichen Hauptfiguren: So empfand ich Pietyr und Billy immerhin ganz interessant. Jules hat zum Ende des Buches sogar leichte Sympathien in mir geweckt – was keine andere Figur geschafft hat.

Problematischer war, dass ich viele Handlungen der Figuren nicht nachvollziehbar fand. Manche Szenen waren unglaubwürdig und vor allem extrem konstruiert (also wirkten sehr gestellt und dienten dem Drama, aber nicht der Logik).

Manche Figuren (vor allem die männliche Figuren), wurden geradezu plump in die Handlung geschoben – um letztlich für das Drama-Potential als Love Intrest zu dienen. Das wirkte so zwanghaft eingefügt, dass ich mich gefragt habe: Warum? Hätte man sich mehr auf die Handlung konzentriert, hätte man auf dieses krampfhafte einfügen von (z.T. sonderbaren und fast immer unglaubwürdigen) Liebesgeschichten verzichten können.

Kitschig sind diese Liebesgeschichten jedoch nicht (zum Ende hin schon etwas). Ein Problem des Buches ist jedoch: es ist generell nicht gerade emotional. Die Autorin hat kein Händchen dafür Emotionen oder zwischenmenschliche Beziehungen darzustellen. Ich fand nicht eine einzige Darstellung glaubwürdig – weder die Darstellungen von Wut, Trauer, Verzweiflung, Hoffnung, noch die Darstellungen von Liebe oder Freundschaft, nicht einmal die von Feindschaft - weshalb das Buch recht kühl wirkt. Das fand ich ziemlich befremdlich. Was übrigens hauptsächlich daran liegt, dass diesen theoretisch emotionalen Momenten kein Raum gegeben wird, sondern höchstens in einen Satz genannt wird und dann ist es auch schon wieder vorbei – es ist ein kurzes Aufblitzen als Text und keine aufgebauten, ergreifenden Szenen.

Ich hatte vorher gehört, dass die Welt bzw. das Buch recht brutal ist - jein. Genau genommen gibt es nur genau eine Sache bzw. Institution die brutal und blutrünstig ist, und zwar ist das die Religion/Kirche, die blutige, gewalttätige Rituale und Bestrafungen verlangt.

Da aber Mirabella übermäßig im Fokus steht und ihr Strang stark mit dem der Kirche und Priesterinnen verknüpft ist, kommt einen das sehr präsent vor – ist es im Buch auch, aber nicht in der Welt des Buches selbst.

Man muss aber leider sagen, dass die Geschichte letztlich ziemlich gemächlich vonstatten geht – so sonderlich viel geschieht nicht.Im letzte drittel hingegen spitzt sich die Handlung ziemlich zu und da wird es durchaus spannend. Schade, dass das nicht schon in den 2/3 davor geschehen ist.

Die Geschichte ist an sich durchaus interessant – nicht immer zwangsläufig spannend, aber es baut eine gewisse Dringlichkeit auf.

Ich hatte mir aber mehr Verstrickungen in der Handlung erhofft. Zunächst sah es auch danach aus: durch die Multiperspektivität bekommt man viele der Intrigen mit und das mitspielen von politischen Fäden. Das wurde jedoch nicht so vertieft, wie zunächst gehofft.

Leider weißt die Handlung zwischendurch deutliche Logiklücken auf und/oder ist im Verlauf für mich unplausibel.


Und vor allem muss ich auch sagen, dass mich das Buch nicht überraschen konnte. Der „große Twist“ ganz am Ende z.B. hatte ich bereits ganz am Anfang vermutet. Das fand ich schon etwas enttäuschend.

Was übrigens auch etwas irritiert, dass das Volk der Krieger nur angeteasert wurde, sie aber nicht auftauchten.


Fazit

Die Welt und die Völker mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten fand ich wirklich gut – die Grundidee gefällt mir ebenfalls. Allerdings hat das Buch deutliche schwächen, die Handlung ist durchschaubar konstruiert, weißt mehrere Logiklücken und 0815-Muster auf und die Autorin hat kein Händchen für Charaktere und Emotionen.

Insgesamt ist das kein schlechtes Buch, aber Begeisterung sieht auch anders aus.

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Tags: fanatsy   (1)
 

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214 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

hamburg, fritz honka, kiez, 70er jahre, unterschicht

Der Goldene Handschuh

Heinz Strunk ,
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 26.02.2016
ISBN 9783498064365
Genre: Romane

Rezension:

Strunk hat ein Talent mit seinen Schreibstil Bilder zu erzeugen. Wie er Armut, Verwahrlosung, Elend und Dreck beschreiben kann, ist herausstechend. Er schreibst plastisch, detailliert und sprachlich präzise.

Ich sehe das und erkenne das auf der technischen Seite auch an, aber wirklich zu mir vordringen tut es nicht – es löst nichts in mir aus – vielleicht ist das auch reiner Selbstschutz, denn die Sprache bzw. Wortwahl, die er benutzt ist bestenfalls gewöhnungsbedürftig, schlimmstenfalls abartig.

Seinen Hang oder Vorliebe für Extremente aller Art, aber vorrangig „Scheiße“ und „Pisse“ grenzt an abstoßend und widerlich.

Die anale Phase in der Kindheit konnte der Autor wohl nie ganz verlassen – jedenfalls nicht literarisch.

Das Problem ist, dass das (also wie es geschrieben ist) so im Fokus steht, dass fast nichts daneben einen Platz hat.

Die tragensten Figuren: Fiete, der Anwalt und WH1-3, sind fast schon identisch in der Gestaltung. Im Prinzip sind alle die gleiche Person, nur an verschiedenen Ausgangspunkten – sie sind auch alle gleich abstoßend.

Die anderen Figuren, dienen ausschließlich um den Ekel zu vertiefen und die Kulisse zu füllen – viele der Figuren besitzen nichts menschliches mehr.

Das finde ich auf Dauer zu langweilig, da das Buch keinen weiteren Inhalt aufweisen kann außer: Saufen, Ficken, Ausdünstungen oder Ausscheidungen und Gewaltfantasien – das wars.

Das zeigt sich auch daran, dass der Klappentext zwar zum Inhalt nur 2 kurze Sätze schreibt, aber trotzdem das halbe Buch, inkl. Ende spoilert, weil einfach inhaltlich nichts da.

Es gab einen Moment, bei dem ich kurz der Hoffnung verfallen war, dass doch noch so was wie „Handlung/Geschichte“ aufkommen könnte: in der 2. Hälfte des Buches, flossen ein paar Hintergrundaspekte zum Protagonisten (Fiete) ein – wie er so werden konnte bzw. wie er dort gelandet ist, wo er gelandet ist. Es gab auch kurzer Ausblick von Hoffnung (Besserung). Aber der Moment war so kurz und es folgte eine so vernichtende Kehrtwende, dass das kaum erwähnenswert ist.

Das wäre vermutlich trotzdem der Moment gewesen, indem man etwas hineininterpretieren können oder müssen, wenn man denn unbedingt irgendwas in diesem Buch sehen möchte.

Sowas wie: Die Tragik des Lebens, die Vergängliche Hoffnung, auf die sofort der Aufprall der Realität folgt und die fehlende Kraft, sich selbst aus dieses Milieu zu ziehen – im Gegenteil, eigentlich zieht es alle Gesellschaftsschichten dorthin. So oder so ähnlich.

Aber wie gesagt, dafür waren mir diese Ausblicke viel zu kurz, spielten eine viel zu geringe Rolle und gab es letztlich dann doch zu viele Unstimmigkeiten und unglaubwürdige Konstruktionen.

Man muss schon recht bemüht sein, etwas hinein interpretieren zu wollen – denn eigentlich bietet einen dieses Buch nur ein sich ergötzen an dem Elend anderer und seinen es auch nur Romanfiguren.


Fazit

Ich weiß nicht genau, was ich von diesem Buch halten soll – oder was es überhaupt sein soll:

Eine Charakterstudie? Dafür zu wenig Charakter, ohne jede Facette.

Eine Milieustudie? Auch nicht wirklich, da Schicht- und sogar altersübergreifend das Elend Dargestellt wird und letztlich auch sehr einseitig ist (ausschließlich Saufen, Ficken, Gewalt, Elend).

Ein Roman? Dafür geschichtlich nur mäßig bzw. kaum eine Handlung/Inhalt vorhanden.

Ich kann damit nichts anfangen.

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Tags: roman, rowohlt   (2)
 

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38 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

jugendbuch, young adult, erwachen werden. coming of age, verlust, beste freundinnen

Eden Summer

Liz Flanagan , Sabine Schulte
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Aladin Verlag, 03.03.2017
ISBN 9783848920938
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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82 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

demenz, pflegeheim, alter, schweiz, altersheim

Hier können Sie im Kreis gehen

Frédéric Zwicker
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Nagel & Kimche, 22.08.2016
ISBN 9783312009992
Genre: Romane

Rezension:

Ich hatte mir von diesem Buch etwas ganz anderes erhofft. Die Prämisse klang leicht skurril und der Autor ist u.a. Slammer, weshalb ich mir einen verschrobenen Humor und zu herzen gehende Geschichte erwartet – war es nicht.

Das Buch bleibt im Grundton ziemlich ernst – weshalb dann für mich das Setting schon nicht mehr nachvollziehbar ist (also einfach so freiwillig so tun, als wäre man Dement). Es ist an sich gut geschrieben: nicht zu kalt, nicht zu emotionsgeschwängert und allgemein gut beobachtet.

Man merkt, dass sich der Autor in diesem Milieu nicht fremd ist – er hat im Altersheim seinen Zivildienst abgeleistet. So liest sich das Buch aber auch – es wirft einen Blick darauf, wie es im Altersheim (Demenzstation) ist, vielleicht auch wie es ist alt zu sein. Aber es ist nicht so tiefgründig geschrieben, dass man wirklich ein Gefühl dafür bekommt.

Generell fehlte mir der Tiefgang – oder die sprachliche Präzision das gut Beobachtete auch entsprechend wiederzugeben.

Ich hatte mich gefragt, warum das Buch nicht aus Sicht des Zivildienstleistenden geschrieben wurde, statt aus der Sicht eines 91jährigen – das hätte dem Autor vielleicht mehr gelegen.

Im Prinzip gibt es zwei Handlungsstränge, zum einen den aktuellen im Pflegeheim und Erinnerungen aus dem Leben des Protagonisten.

Die Handlung ist dementsprechend relativ Sprunghaft, weil die Abschnitte sind sehr kurz – es sind immer nur kurze Momentaufnahmen die beschrieben wurden. Trotzdem lassen sich erstaunlich viele Wiederholungen finden.

Hauptsächlich erzählt der Protagonist selbst seine Geschichte, zwischendurch gibt es aber auch vereinzelnde Abschnitte, die plötzlich im allwissenden Erzähler geschrieben sind, ohne für mich erkennbaren Grund.

Was mich nicht sonderlich angesprochen hat war, dass fast alles in der Retroperspektive erzählt wurde. Es liest sich oft so, als wäre es eigentlich ein Brief – häufig an seine Enkelin, mit der er sich sehr verbunden fühlt – nicht genug um ihr die Wahrheit zu erzählen und ihr den Schmerz zu ersparen – oder er erzählt im Gedanken mit der Katze, etc. Selbst das aktuelle Geschehen ist meist nacherzählt. Das wirkte auf mich sehr unpersönlich.

Das Buch konnte mich überhaupt nicht packen – ich fand es größtenteils langweilig und es hinterlässt auch nicht gerade ein sonderlich gutes Gefühl.

Das Buch sorgt nicht dafür, dass man sich darauf freut alt zu werden. Es trägt eher den Tonus, wer ins Altersheim geht, geht dorthin um zu sterben. Punkt.

Es war aber auch nicht so, dass das Buch sonderlich kontrovers gewesen wäre oder man schockierende Dinge erfahren hätte, mit denen man nie gerechnet hätte oder noch nie vorher gehört hätte.

Gelegentlich gab es Momente, die gut beobachtet und was bedrückendes an sich hatten (also eine Emotion in mir ausgelöst haben). Die waren aber auch eher kurz.

Manchmal Schwang auch mit, dass man sein Leben jetzt leben soll und nicht erst dann, wenn sein Leben zu Tagträumen verwelkt. Aber hauptsächlich muss man sich auf eine negative Grundstimmung einstellen.

Nach dem Motto: Du wirst alt werden, jeder verdrängt es, aber gegen die Tatsache selbst kannst du nichts tun und es wird scheiße und traurig und entwürdigend werden – finde dich damit ab. Glückwunsch.


Fazit

Letztlich ist es kein wirklich schlechtes Buch, aber es weiß meines Erachtens nicht so genau, was es eigentlich sein will.

Eine witzige, skurrile Geschichte ist es nicht. Für eine Parabel war es nicht scharfsinnig genug, für eine Anekdote nicht charismatisch genug, für eine Reportage gab es kein Erkenntnisgewinn; ich fand es auch nicht literarisch wertvoll, weil es sprachlich nicht präzise genug war oder mich in meinen Grundfesten erschüttert hat.

Das Buch hat mir nichts gegeben.

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Tags: roman   (1)
 

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402 Bibliotheken, 32 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

freundschaft, missbrauch, ein wenig leben, liebe, roman

Ein wenig Leben

Hanya Yanagihara , Stephan Kleiner
Fester Einband: 958 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 30.01.2017
ISBN 9783446254718
Genre: Romane

Rezension:

Die Autorin ist wahrlich keine Frau der wenigen Worte. Sie hat eher einen Hang zum Schwafeln und zu Schleifen und inhaltlichen Wiederholungen, was das Buch streckt – man hätte es mindestens um 1/3 kürzen können, ohne wirklich etwas vom Inhalt zu verlieren.

Die Art zu erzählen war häufig so, dass man zunächst nicht einmal weiß, wer gerade erzählt. Denn obwohl sich letztlich alles irgendwie um Jude dreht, gibt es verschiedene Erzähler. Es wird zunächst eine Szene oder neue Ausgangssituation gezeigt, die oft mit einem Zeitsprung verknüpft ist. Dadurch wird bereits eine Ahnung geweckt, was für ein Schicksalsschlag vorgefallen sein könnte, dieser wächst zur Gewissheit und dann wird langsam erzählt oder zurückgeblickt, was passiert ist (also in Schleifen erzählt).

Generell hatte ich mit dem Schreibstil zunächst meine Probleme und habe recht lange gebraucht, um mich daran zu gewöhnen – gerade auch weil es relativ viele „schiefe Bilder“ sehr pathetische Metaphern gibt.

Es hatte mich gerade zu Beginn, überhaupt nicht gefesselt. Die Geschichte zog zäh an mir vorbei. Was noch verstärkt wurde durch die ganzen Klammerkommentare, die ständig eingeschoben wurden. Diesen Drang der Autorin unbedingt noch eine Zusatzinformation und noch einen Gedanken einzuschieben, empfand ich als sehr anstrengend. Der Schreibstil ist an manchen Stellen fast schon nüchtern. Insbesondere dann, wenn das was beschrieben wird, eigentlich sehr emotional ist und einen potentiell aufwühlt. Daran musste ich mich zunächst gewöhnen, bietet aber meistens einen schönen Kontrast, ohne dabei zu kühl zu wirken.


Dieses Buch wird einen häufig als Freundschaftsgeschichte zwischen vier Männern verkauft. Das ist nicht wirklich falsch, aber auch nicht wirklich richtig.

Wie gesagt geht es letztlich um das Leben von Jude und darin spielen diese Freundschaften eine Rolle, aber sie sind eben nur ein verhältnismäßig kleiner Teil. Zwei der vier Freunde, driften im Laufe der Geschichte sogar zu Statisten ab (die ich aber auch nicht vermisst habe).

Es geht auch um das Thema Erwachsen werden, auch dann noch, wenn man von alter her bereits als erwachsen gilt, es geht um das Leid des Lebens, um Verlust, um ein scheinbar zerstörtes Leben – der größte Teil macht generell das Zwischenmenschliche bzw. die (pos. wie neg.) Beziehungen zu Menschen aus. Dies macht mindestens 95% des Buches aus.

Wie aber dieses Zwischenmenschliche, Gefühle und auch die Figuren selbst beschrieben, dargestellt wurden, ist in der Tat nennenswert und wie ich finde herausragend gut gemacht. Die Figuren wirken wirklich wie echte Menschen, nicht wie geschriebene Figuren.


Allerdings erfährt man deswegen und auch wegen der ungleichen Beachtung der Charakter, nicht so viel über die Leben der Figuren, wie man bei der Dicke des Buches glauben könnte. Letztlich passiert eigentlich gar nicht so viel an Ereignissen – sondern es funktioniert auf der zwischenmenschlichen Ebene.

Übrigens ist es schon auffällig, dass es trotz der recht großen Anzahl an Figuren, es nicht eine einzige nennenswerte weibliche Person in dem Buch gibt – sie sind meist nicht mehr als Statisten.


Auch in diesem Bereich hatte ich gerade in der ersten Hälfte, deutliche Probleme, gerade mit dem Protagonisten.

Jude ist kein einfacher Charakter und gerade die erste Hälfte legt sehr viel Fokus auf die ausgiebige Selbstverurteilung und Selbstgeißelung von Jude (zieht sich letztlich aber durch das ganze Buch). Ihm ist mehrfach schreckliches widerfahren – was nach und nach im Buch aufgedeckt wird – und zunächst hat man noch viel Mitgefühl, aber dieses ständige sich in Selbsthass suhlen und das kategorische Verhalten von Jude alles abzulehnen, was ihm helfen würde, ist schon sehr frustrierend.

Zumal alle um ihn herum sich alle Mühe mit ihm geben, sich zum Teil geradezu aufopfern (was auch schon wieder fast übertrieben wirkt). Doch Jude übergeht dies ganz Bewusst, ignoriert ihre Worte und beschließt nicht denen zu glauben, die er liebt, sondern folgt lieber den schlechten Menschen, weil das besser in sein Selbsthass passt und dieses bestätigt.

Das ist vermutlich sogar realistisch und authentisch, aber es nervt, ist frustrierend und vor allem kommt ich irgendwann zu dem Punkt, an dem das Mitgefühl gekippt ist und ich dachte: „Wenn du so sehr in dem Abgrund stürzen WILLST, dann mach, aber nerve mich nicht.“


Ich kann aber auch sagen, dass es für mich in der zweiten Hälfte besser wurde – die mir allgemeinhin auch besser gefallen hat (ohne hundertprozentig sagen zu können, ob es objektiv besser wurde, oder ich mich vielleicht nur an vieles „gewöhnt“ habe).


Allerdings geht dort eben eine extrem langsame, aber gleichsam glaubwürdige Charakterentwicklung vonstatten. Diese drückte sich eher durch Feinheiten aus, aber sie war da. Denn ich finde, Jude ist durchaus eine Figur die kämpft – bis zu Letzt kämpft. Es sei aber auch fairerweise gesagt, dass in anderen Fällen/Bereichen sich bei Jude so ziemlich gar nichts entwickelt, trotz Jahrzehnte die ins Land ziehen.

Außerdem bekamen die Figuren, die ich sehr mochte – Andy, Willem, Harold – mehr Raum. Das hat bestimmt auch etwas geholfen.

In der zweiten Hälfte wurde einen auch Jude näher gelegt bzw. man wusste dann so viel über ihn, dass man ihn und sein Handeln besser verstand. Ich kann nicht genau sagen, wann es passiert ist, aber irgendwann hatte ich ihn doch schleichend ins Herz geschlossen und stückweit mit ihm und den Menschen um ihn herum mitgelitten.


Was jedoch als Problem bleibt ist, dass Judes Geschichte so übertrieben und unrealistisch ist, dass es etwas groteskes bekommt. Nicht jedes Ereignis einzeln, auch nicht mehrere Ereignisse bzw. die Folgen daraus, sondern in der schieren Masse von Dingen die ihm passiert sind – die Jude tatsächlich fast schon zu dem Stereotyp des leidenden Menschen gemacht hat, mit Willem als Gegenstück, dem Stereotyp des guten, aufopferungsvollen Menschen. Was dem Ganzen fast schon den Ernst und Aussagekraft genommen hat, weil es etwas sehr schwarz weißes dadurch bekommt.

Denn die Frage ist: Wozu? Wozu war dieses schon massive, übertriebene Leid gut bzw. wozu war es notwendig?

Meine Antwort: Für nichts – es war nicht zwingend notwendig für die Geschichte – nicht in diesem konstruierten Ausmaß. Es unterhält mich nicht und bereitet mir kein Lesevergnügen, der Autorin dabei zuzusehen, wie sie ihre Figur sadistisch Misshandelt und immer noch irgendwas oben drauf setzt, und noch irgendwas oben drauf setzt.

Zumal die Geschichte auch ohne dieses Ausmaß ausgekommen und funktioniert hätte. Es wäre nicht wenig schrecklich gewesen, nicht weniger emotional, nicht weniger berührend – sondern schlichtweg realistischer.

Ich musste das regelrecht gedanklich abspalten vom Buch, weil ich sonst vielleicht nicht wieder in die Geschichte zurück gefunden hätte.


Zumal das sogar dafür sorgt, dass man weiß, dass das Ziel maximales Leid für Jude ist und damit die gesamte Handlung bzw. sämtliche Schlüsselszenen extrem vorhersehbar sind.


Sehr weit hinten raus, bekommt das Buch aber sogar ein paar helle, schöne Aussagen. Es gab durchaus Stellen, die mich sehr berührt haben, bei denen ich die Aussage sehr gut fand. Das Buch konnte mich zum Teil sogar zu Tränen rühren – was kaum ein Buch bei mir schafft.

Man glaubt es kaum, aber es kam sogar vor, dass ich manchmal laut lachen musste – selten, aber es kam vor.


Fazit

Ich finde das Buch schwierig. Es ist nicht so, dass ich es bereuen würde das Buch gelesen zu haben – ich bin eigentlich sogar froh darüber es getan zu haben. Das Buch hat definitiv was, es konnte mich sehr berühren – es hat aber auch viele Schwächen.

Ich würde nicht davon abraten dieses Buch zu lesen. Ich würde es aber auch nicht empfehlen.

Für viel Gesprächsstoff, sorgt es aber auf jeden Fall.

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83 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

fantasy, tor, roman, verlag fischer, band 1

Die Verräterin - Das Imperium der Masken

Seth Dickinson , Jakob Schmidt
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 22.06.2017
ISBN 9783596296729
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich fand den Schreibstil im Groben ganz angenehm. Er enthielt schöne Formulierungen und ich fand es clever gemacht, wie Informationen eingearbeitet werden – nervig jedoch waren die ganzen Namen von Ländern, Sprachen, Völker – das hat den Einstieg gebremst.

Ich war jedoch kein Freund davon, wie gerade komplexe Abläufe in Sachen politische Struktur, Systeme oder Intrigen, beschrieben wurden. Es war zwar nicht komplett unverständlich, aber das hätte man deutlich besser machen können.

Grundsätzlich ist die Geschichte sehr unemotional und technisch (man könnte schon sagen: trocken) beschrieben.

Das Buch besteht zu 99% aus Politik, Intrigen, Strukturen und Systeme – wer sowas mag, könnte dieses Buch lieben. Das ist auch durchaus interessant und keinesfalls schlecht gemacht, aber gerade auch durch den unemotionalen Stil, weckt das nicht gerade Spannung. Gerade auch in seiner Geballtheit und auf Dauer bekam es mehr Charakter einer zähen Studie, als dass ich freudig zu dem Buch gegriffen hätte zur Unterhaltung.

Was mir gut gefallen hat war, dass sich Parallelen zur unserer (im weitesten) Gesellschaft ziehen ließen. Dass Bucht zeigt, wie Welthandel- und Finanzpolitik funktioniert und wie korrupt und scheinheilig das System ist.

Selbst sowas wie Sexismus oder Intoleranz wird aufgegriffen oder es spielte auch Fanatismus in Form von den sadistischen „Behandlungsarten“ gegen die „Sünde“, die Real so ähnlich von Kirchen praktiziert wurden.

Diese Parallelen zu entdecken, zu verknüpfen und zu analysieren, hat mir durchaus gefallen.

Das Buch legt viel Wert auf Undurchsichtigkeit und überraschenden Wendungen. Das ist auch gelungen, jedoch musste ich mir oft die Frage stellen: Konnte man das nicht vorhersagen, weil das einfach eine geniale Wendung war oder weil diese gänzlich an den Haaren herbeigezogen war.

Es hat mir durchaus gefallen zu versuchen die Schachzüge der Gegenparteien zu erraten und aktiv mitzudenken. Manche Symbole oder Wendungen fand ich schon ziemlich weit hergeholt – übrigens galt das gerade für das komplette Ende, was schon ein Nachgeschmack von „und dann wachte er auf und es war alles nur ein Traum“ hatte – also, wenig plausibel, etwas einfach gemacht und ein „nee, ist klar“ auslöst.

Dummerweise dreht sich gelegentlich die Handlung auch etwas im Kreis, was sie etwas gestreckt hat.

Der Autor hat leider auch überhaupt kein Händchen für Charaktere bewiesen. Allesamt spielen zwar ihre Rollen, sie wirkten aber eben nicht vielschichtig/echt/lebendig – was schnell wie ein Schauspiel wirkt, als wie eine authentische Geschichte. Sie wurden auch fast überhaupt nicht beschrieben, weder nennenswert im Bereich Optik, geschweige denn im Bereich Charakter oder Gestik oder ähnliches.

 Die Geschichte wird ausschließlich durch die Protagonistin erzählt – was ich, gerade aufgrund der Komplexität der Geschichte, nicht gut gewählt fand. Ich hätte mir mehr Ansichten gewünscht – genug Charaktere mit verschiedenen Blickwinkeln, hätte es gegeben.

Es fehlte mir jedoch auch komplett die Sympathieträger. Es gab keine Lieblingsfiguren mit denen man mit gebangt hätte und innerlich damit droht, das Buch abzubrechen, sollte diese Figur sterben. Im Gegenteil, das Schicksal aller Figuren war mich im Prinzip ziemlich egal – Emotional war ich kein bisschen eingebunden.

Leider, hatte ich so meine Probleme mit der Protagonistin. Entweder war sie mich gänzlich egal oder ich fand sie schrecklich unsympathisch. Ich fand sie auch wenig stimmig: auf der einen Seite wurde sie als Taktik und Kalkül verkörpernd beschrieben; handelt dann aber plötzlich gegen jegliche Vernunft, dumm und emotional gesteuert.

Sie wird als „Wunderkind“ bzw. „Hochbegabte“ tituliert, sie ist klug und taktisch. Jedoch schien sie nie einen Plan B zu haben, sondern setzte fast immer alles auf eine Karte und hoffte dann halt das Beste, ohne jeden Weitblick. Das fand ich unstimmig.

Sympathisch war sie auch nicht unbedingt: sie ist schon eine starke Figur, hat einen starken Willen und ist klug, allerdings ist sie auch sehr selbstsüchtig, intrigant und selbstüberschätzend, an manchen Stellen geradezu kalt und unmenschlich – Charaktereigenschaften, die ich nicht unbedingt schätze.

 

Fazit

Gedanklich steckt sehr viel in dem Buch, es beinhaltet viel Politik und Taktik, mit unvorhersehbaren Wendungen. Das ist auch gut gemacht, allerdings erwartet einen nicht mehr, weshalb ich es auf Dauer als sehr trocken empfand.

Ich muss sagen, dass mich das Buch zwischendurch verloren hat und es nicht geschafft hat, mich wieder ins Boot zu holen.

 

PS: Natürlich wird hinten auf dem Buch damit geworben, dass diese Reihe, das Potential hätte „ein würdiger Nachfolger von Martins ‚Game of Thrones‘ zu werden“.

Mit sowas tut man sich absolut kein Gefallen! Denn um es mal ganz deutlich zu sagen: Wenn man dieses Buch mit „Game of Thrones“ vergleicht, stickt „Die Verräterin“ massiv ab. Es weist für mich keine nenneswerten Parallen auf und kann in keinen Bereichen mit „GoT“ auch nur im Ansatz mithalten.

Mich nerven solche haltlosen Vergleiche und Werben mit bekannten Titeln. Nicht jedes Vampirbuch ist „Twilight“, nicht jede Dystopie „Panem“, nicht jedes Fantasy-Buch „Herr der Ringe“.

Mit solchen Erwartungen, die man zwangsläufig mit solchen Vergleichen weckt, tut man sich als Verlag keinen Gefallen und sorgt eher für Frust beim Leser.

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Tags: roman, tor   (2)
 

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409 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 75 Rezensionen

nachtblumen, liebe, carina bartsch, sylt, trauma

Nachtblumen

Carina Bartsch
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.06.2017
ISBN 9783499291081
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich liebe den Schreibstil der Autorin. Er ist sehr atmosphärisch, geht einen nahe und zieht einen sofort in die Geschichte hinein.

Jedes Mal, wenn ich das Buch zur Seite legen musste, habe ich mich auf den Moment gefreut, an dem ich das Buch weiterlesen kann. Das schafft bei weitem nicht jedes Buch.

Gerade auch die Kulisse und Atmosphäre von Sylt ist wunderschön beschrieben, sodass man sich sehr gut vorstellen kann, sofort seine Sachen zu packen und die Insel zu besuchen.

Ebenfalls ein Plus ist, ist der tolle Humor, der immer mal wieder durchscheint. Und nicht zu vergessen: Die Geschichte liefert einen kleinen Soundtrack mit – sowas liebe ich!
Die Songs passen immer so perfekt in den Moment der Geschichte, dass ich mich manchmal gefragt habe, ob die Autorin erst die Passage geschrieben und dann den perfekten Song dazu gefunden hat, oder ob der Song sie erst zu der Szene inspiriert hat.

Was die Autorin aber ganz besonders gut kann, sind authentische und vielschichtige Charaktere zu erschaffen.

Die Autorin bracht nicht viele Worte, damit man sofort ein Gefühl für einen Charakter bekommt, das finde ich ziemlich beeindruckend und gilt auch für die noch so kleinen Randfiguren.

Jeder Charakter, der aber ein wenig mehr ins Blickfeld gerät, bekommt zusätzlich eine individuelle Geschichte, die z.T. sehr ergreifend sein kann. Viele der Figuren wachsen einen aber auch schnell ans Herz – es lassen sich viele Sympathieträger finden.

Z.B. Dr. Flick – Janas Therapeutin - ein so herzerwärmender Charakter. Sie zeigt vor allem auch, wie eine Psychologin/Therapeutin sein sollte und in der Realität leider eher selten findet.

Der Protagonistin steht man natürlich am nächsten und sie ist ein ganz besonderer Charakter. Sie ist einen auch trotz ihrer Lage sympathisch und irgendwas an ihrer Art/Charakter wird man finden, womit sich identifizieren kann oder mindestens Empathie empfindet, obwohl sie schon sehr schüchtern ist und sich selbst sehr im Weg steht mit ihren Selbstzweifeln.

Es wird aber auch nicht so getan, als wäre ihr Verhalten normal – es ist klar als Krankheit beziffert, wofür sie auch zur Therapie geht – aber es ist so dargestellt und mit so viel Details beschrieben, dass man es nachvollziehen und mitfühlen kann. Das finde ich sehr beeindruckend.

Ich habe selten mit einer Figur so mitgefühlt, wie für Jana. Ich hätte sie in vielen Situationen am liebsten beschützt oder dachte sowas dummes wie „du bist nicht alleine, ich bleibe die ganze Geschichte über an deiner Seite“.

Besonders schön war es dementsprechend, ihre Geschichte zu lesen und ihre Entwicklung mit zu verfolgen.

Diese Entwicklung steht im Fokus der Geschichte. Das Buch wählt diesbezüglich den Weg der kleinen Schritte – in allen Bereichen. Genau das finde ich so gut und so authentisch und obwohl das Buch generell eher ruhig ist, haben wir eine gute Handlungsdichte.

Wundern würde es mich aber nicht, wenn es Stimmen  gibt, die es als langweilig beschreiben würden – ich gehöre nicht dazu.

Nicht unbedingt im Fokus aber ein große Rolle (gerade hinten raus) spielt die Liebesgeschichte. Auch hier beschreiten wir den Weg der kleinen Schritte. Ich fand es sehr berührend. Was  mir besonders daran gefallen hat war, dass es wirklich bei der Liebesgeschichte um den Menschen an sich gegangen ist und nicht um „er ist so heiß“ – wie es leider viel zu oft in Büchern der Fall ist.

Es entwickelt sich langsam und zeigt sich oft in kleinen Momenten oder Gesten. Das fand ich so schön und mit so viel Ruhe und Tiefe beschrieben, dass ich mich fast ein wenig mit verliebt habe. Gerade weil sich so viel Zeit gelassen wurde und sich regelrecht erarbeitet werden musste, wirkt die Liebesgeschichte so tief und echt und so bedeutender.

Wobei ich auch gleich sagen muss, dass ich auch ab und an mit Collin gehadert habe. So zerrissen wie seine Figur manchmal war, war ich es ihm gegenüber auch. Aber auch hier wurde so viel Tiefe und Details in seinen Charakter gesteckt, dass man trotzdem alle seine Handlungen/Äußerungen nachvollziehen kann – auch wenn ich sie nicht immer sonderlich gut fand. Aber auch bei ihm zeigt sich eine deutliche Charakterentwicklung – das fand ich gut.

Das Buch hat mich emotional sehr gepackt und mich Stellenweise in ein regelrechtes Gefühlschaos gestürzt – was jedoch positiv zu bewerten ist.

Ich finde auch die Aussage die das Buch letztendlich trifft sehr toll: Es ist nie zu spät, noch mal neu anzufangen und man ist oftmals stärker als man glaubt. Das sollte man sich viel häufiger bewusst machen.

 

Fazit

Ich war ziemlich begeistert von dem Buch. Meine Erwartungen waren hoch und sie wurden voll erfüllt – sogar noch etwas übertroffen.

Es ist eine tiefe, atmosphärische und ergreifende Geschichte. Ich kann es jedem empfehlen.

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Tags: contemporary, liebesgeschichte, problembewältigung, rowohlt   (4)
 

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

familie, contemporary, 2017, freundschaft, pubertä

Hier stirbt keiner

Lola Renn
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 22.06.2017
ISBN 9783733503253
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich mag den Schreibstil nicht besonders. Wie ich es oft bei deutschen Autoren beobachte, finde ich ihn abgehackt. Außerdem neigt er dazu mit sehr kurzen Sätzen, Ereignisse wie in einem Gutachten aneinander zu reihen: Er macht das, dann sagte sie das, dann sehen sie das, dann dachten sie jenes.

Es wirkt tatsächlich mehr wie kurzeindrücke oder Momentsprünge, als eine erzählte Geschichte.

Weil die Handlung eben recht sprunghaft – sprachlich reduziert – ist, hatte man praktisch keine Zeit in einer Situation/Moment zu verweilen. Das macht die Handlung recht rasant, aber eben auch unemotional. Das Buch konnte mich nicht berühren.

Auch wenn ich fand, dass sich diesbezüglich das Buch im Laufe gesteigert hat.

Die Charaktere fand ich durchwachsen – aber jeder hat zumindest kurz eine eigene Geschichte bekommen – die Zeit bleibt auch für andere Figuren nicht stehen, nur weil die Protagonistin gerade nicht hinsieht.

Zunächst einmal ist das Buch komplett aus der Sicht der Protagonistin geschrieben – weshalb man auch die Charaktere gefiltert durch ihre Wahrnehmungsbrille sieht – und sie ist mit ihren  15 Jahren in einem nicht unbedingt leichten Alter.

Möglicherweise auch etwas dem Stil geschuldet, aber ich fand die Protagonistin war etwas lethargisch – was fast schon symbolisiert wurde, durch die erdrückende, energiefressende Hitze (Buch spielt im Hochsommer).

Sie war zu Beginn aber noch keinesfalls unsympathisch – eher eine recht normale 15 jährige.

Allerdings wurde recht schnell klar, dass sie einen Hang zu „mir doch egal“, „nerv nicht“ hat – eben zur Motzigkeit  – was man vielleicht ebenfalls noch als normal jugendlich verbuchen könnte.

Aber es artet zwischendurch in totale Teilnahmelosigkeit oder Melancholie aus.

Davon sind sehr die zwischenmenschlichen Beziehungen geprägt – insbesondere innerhalb der Familie.

Hauptthema bei allem ist im Prinzip die fehlende Kommunikation – was häufig der Kern allen Übels ist.

Besonders schlimm war das aber im Bezug zu ihrer Mutter. Fand es irgendwie ganz schlimm zu sehen, wie sie mit ihrer Mutter umgeht – sie isoliert/ausschließt und mit Ignoranz/Nichtachtung straft.

Dicht gefolgt damit, wie sie mit ihrer angeblich besten Freundin umgeht. Interessant war aber mal zu sehen, wie eine Geschichte aussieht, wenn nicht die beste Freundin der Protagonistin ätzend ist, sondern die Protagonistin schlicht keine gute Freundin ist.

Sie kann sich nicht für ihre Freundin freuen, wenn diese was erreicht/Erfolg hat, denkt in vielen Fällen auch nicht unbedingt gut von ihr und wird auf sie eifersüchtig – die Freundin hingegen gibt sich wirklich Mühe.

Generell geben sich alle extrem viel Mühe mit ihr (außer ihr Bruder), aber sie lässt alle abblitzen und isoliert sich selbst und heult dann aber rum, dass sie sich so einsam fühlt.

Das weckt bei mir kein Mitgefühl, sondern weckt schnell den Gedanken von „Tja, selbst schuld“.

Was ich aber wieder gut fand war, dass man obwohl ich ihr Verhalten oft nicht gut fand, es trotzdem meistens nachvollziehbar war warum sie jetzt so reagiert – das gilt für alle Charaktere.

Die Beziehung zu Chris mochte ich hingegen sehr – was zum großen Teil daran liegt, dass Chris ein sympathischer und netter Charakter ist.

Ich fand vor allem richtig gut, dass es eine realistische Darstellung von der ersten Liebe gab, ohne Anschmachten, Hormonüberflutung oder Klischees. Das ist leider selten in Jugendbüchern.

Noch besser fand ich, dass Liebe in diesem Buch nicht als Allheilmittel verkauft wurde. Ihre Probleme haben sich nicht plötzlich in Luft aufgelöst, nur weil sie einen süßen Jungen kennen gelernt hat.

Wenn aber eine Sache wirklich gut eingefangen wurde, dann ist es das Teenager-Dasein. Die Aufmüpfigkeit, das sich unverstanden fühlen, nicht so genau zu wissen was man will und was man tun soll, aber eben auch, was für Fehler die Eltern im Umgang mit ihren jugendlichen Kindern machen. Das fand ich wirklich gut – und hey, seien wir ehrlich: Teenies sind auch eben mal richtig ätzend.

Das besondere an dem Buch finde ich sind gerade die kleine Dinge: z.B. dass Annika tatsächlich immer mal wieder etwas isst, auch mal was ungesundes – keine Spur also vom Schönheits-/Magerwahn der jungen Mädchen oder  auf dem Geburtstag des Vaters, als der alte, eklige „Onkel“ ihr zur Begrüßung erst mal an den Po fasst – also Alltagssexismus.

Das sind kleinere Dinge, die mehr oder weniger nebenbei passieren, aber sie sind mir aufgefallen und fand es gut.

Manche Ausdrücke/Formulieren jedoch  fand ich wirklich blöd: z.B. heißt es: „Er legt die Hand an meine Backe.“ Gemeint ist die Wange, dumm nur, dass man mehrere Körperteile als Backe betitelt. Oder wurde statt Festnetztelefon immer „Zuhausetelefon“ gesagt oder statt Ja ständig „M-hm“, darüber bin ich regelmäßig gestolpert.

Warum auch immer wieder das Thema Träume aufgegriffen wurde – erschloss sich mir auch nicht unbedingt.

 

Fazit

Ich finde, dass das hier ein gutes Jugendbuch (Coming of Age) ist. Wenn ich um die 15 Jahre alt gewesen wäre, hätte ich dieses Buch vielleicht geliebt  - und es macht meines Erachtens viel richtig und ist eben nicht 0815.

Aber ich mochte den Schreibstil nicht bzw. wie Art wie es erzählt wurde nicht so und hatte auch mit der Protagonistin so meine Probleme.

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Tags: coming-of-age, contemporary, familie, liebesgeschichte   (4)
 

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

emanzipation, feminismus, frauen, frauenbewegung, gleichberechtigung

Die Antwort

Alice Schwarzer
Flexibler Einband: 190 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 04.09.2008
ISBN 9783453600782
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich bin nicht unbedingt von dem Schreibstil überzeugt – kann aber nicht ganz genau bestimmen, was mich stört – irgendwas am Ausdruck.

Mir kam es so vor, als hätte ich in manchen Bereichen deutlich mehr Vorwissen mitbringen müssen, als ich vorweisen konnte.

Der Titel des Buches ist da vermutlich nicht zufällig „Die Antwort“. Ich glaube, dass bei manchen Themen Frau Schwarzer auch einfach Stellung beziehen wollte, auf Dinge die ihr vorgeworfen wurden. Diese Vorwürfe oder Situationen in denen diese aufkamen, sind mir schlicht nicht bekannt/präsent, weshalb ich die Einordnung nicht immer so eindeutig fand.

Oder anders gesagt: mir kam es so vor, als hätte die Autorin nicht bedacht, dass man nicht in ihren Kopf sitzt.

Z.B. die den Schilderungen, über ihren Besuch mit dem „Komitee zur Verteidigung der Rechte der Frauen“ im Iran. Dort hätte man die Situation oder Erfahrungen die sie gemacht hat, besser ausbauen können, damit es für einen unwissenden Leser (also mich) verständlicher/plastischer wird.

Vielleicht noch ein Wort zum technischen: Wie es in den letzten beiden Sätzen der Einleitung schon geschrieben steht: Dieses Buch sind die Antworten auf thematische Fragen/Probleme, die einen die Autorin geben würde. Was selbstverständlich bedeutet, dass man ihre Meinung, Ansichten und Argumente zu hören bekommt – das wird von vornherein klar gemacht und das finde ich vollkommen okay. Aber ja, natürlich liest man ihre Meinung (gerade auch politische Meinung) stark heraus – was auch irgendwie verständlich, wenn nicht gar der Sinn dieses Buches ist.

Ich hätte es aber bevorzugt, dass wenn sie Zahlen, Statistiken, Ereignisse heranzieht, einen dann die Quelle mitgeliefert worden wäre – vielleicht auch am Ende des Buches, als Verzeichnis. Es wurden einen aber fast immer genug an die Hand gegeben, um mithilfe der richtigen Schlagworte, selbst über Google zu recherchieren – was ich gelegentlich getan habe, wenn mich etwas besonders schockiert hat und mich fragte, ob das wirklich stimmen kann.

Ich kann nicht bis ins letzte mit so manchen Ansichten von Schwarzer mitgehen, wenn sie z.B. davon spricht, wenn Frauen sich emanzipieren, dann „(…)sie riskieren die Liebe der Männer. Denn die basiert bisher auf der Anpassung, ja Unterordnung der Frauen.“

Jetzt habe ich aber bei vielen anderen Rezensionen gelesen, dass sie den Fehler gemacht haben und sich auf „dann ist alles was sie sagt Schwachsinn und Propaganda“. Das ist ebenfalls Blödsinn.

Viele Darstellungen oder wofür sie plädiert, lassen sich nicht von der Hand weisen – z.B. Frauen „müssen Eigenverantwortung übernehmen“, der große Lobbyeinfluss von Kirchengruppen, die die Emanzipation/Frauenrechte blockieren oder auch in was für Gegensätzen/Widersprüchen sich die Gesellschaft befindet (z.B. Frauen heute gebildeter denn je, Magerwahn um propagiertes Frauenbild zu entsprechen).

Man darf bei diesen Buch auch nicht vergessen, dass es 2008 erschienen ist, wenn man den Blick von heute darauf wirft.

Thematisch wird einen recht viel geboten: z.B. Bereiche wie Islam, Abtreibung, Pornografie, Schlankheitswahn, Mutterschaft, Frauen in Führungspositionen und Männerdomänen, die Teilzeitfalle, die utopische Darstellung von Familie als Ort der Harmonie usw. – alles unter den Blickwinkel der Emanzipation der Frau/Feminismus natürlich.

Gut fand ich auch, dass sie Kritik anspricht. Es wird aufgezeigt, was noch im Argen liegt, aber auch genauso, was schon erreicht wurde oder sich gut entwickelt. Das Buch ist keinesfalls schwarzmalerisch – ich fand es in vielen Fällen motivierend.

Es spricht auch an, wie sich Frauen gegen die Gleichberechtigung stellen und Behauptungen aufstellen, die selbst dem Patriachat zu platt wären und sich dennoch als Feministin darstellen, wo „Anti-Feministin“ passender wäre.

Geradeauch wenn ich mich in der heutigen Zeit umhöre, wird „Feministin“ sehr oft falsch dargestellt und selbst unter Frauen schon fast als Schimpfwort verwendet – häufig wegen Gleichsetzung von Feminismus als solches mit ein paar kleinen aber lauten radikalen Gruppen oder schlicht aus Unwissenheit.

Ich habe während des Lesens tatsächlich viel gelernt und war z.T. sogar nachträglich überrascht, wie wenig ich in manchen Bereichen doch vorher wusste.

Es wurden ein paar interessante Studien aufgeführt, oder erklärt was Gender-Mainstreaming eigentlich ist und wofür es da ist (schon alleine beim Wort rollen viele mit den Augen – ich behaupte, weil sie eigentlich gar nicht wissen, was es wirklich bedeutet und bewirkt – wie ich vorher).

 

Fazit

Ich fand das Buch sehr interessant und konnte viel für mich mitnehmen. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, dass mir in manchen Bereichen die Augen geöffnet wurden oder zumindest der Blick geschärft wurde.

Ich finde das Thema Feminismus/Emanzipation extrem wichtig und dieses Buch ah heute noch empfehlenswert.

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Tags: feminismus, sachbuch   (2)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

feminismus, frauenwahlrecht, fraue, rosemarie wilcken, melanie huml

Damenwahl

Alice Schwarzer , Tissy Bruns , Chantal Louis , Alice Schwarzer
Flexibler Einband: 223 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.01.2009
ISBN 9783462040685
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Buch entstand zum 90. Geburtstag des Frauenwahlrechts. Dafür wurden Politikerinnen nach ihr erstes Mandat und Erfahrungen in der Politik gefragt und hier in 18 Porträts verfasst.

Außerdem ein kurzes Wort der ersten BundeskanzlerIN und hinten im Buch findet man noch eine kurze geschichtliche Zusammenfassung der Geschichte des Frauenwahlrechts und einen Beitrag über Gender Gap.

Buch von 2008 – also nicht unbedingt aktuell – witziger weise, machte genau das es schon wieder interessant, weil man bei den Frauen, die heute noch in der politischen Welt präsent sind sehen kann, was dessen Vorstellungen oder Ansichten damals waren und man z.T. jetzt 10 Jahre später sehen kann, wie sie offensichtlich von der Politikmühle durchgedreht wurden.

Schon etwas erschreckend zu sehen – insbesondere bei Frau Merkel.

Manche Porträts fand ich gut, manche relativ langweilig.

Am besten haben mir die Porträts von Ursula Männle und Christina Thoben gefallen – sehr beeindruckende Frauen.

Der Einblick, den einen das aber in die Politik gibt – als Frau in einer Männerdomäne – und zu lesen, womit sie sich rumschlagen mussten, ist schon interessant.

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Tags: feminismus   (1)
 

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230 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

science fiction, aliens, weltraum, der lange weg zu einem kleinen zornigen planeten, becky chambers

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten

Becky Chambers , Karin Will
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 27.10.2016
ISBN 9783596035687
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ich mochte den Schreibstil sehr. Er holt einen direkt ab, ist flüssig, humorvoll, plastisch beschrieben und gut formuliert.

Es ist durchaus ein SciFi-Roman, es gibt natürlich neue/zukünftige Technologie und Phänomene der Galaxie. Gerade das Gefühl von den unendlichen Weiten und dessen Möglichkeiten, wurde dabei toll eingefangen. Ich fand es gut recherchiert und wenn eine Technologie oder Phänomen mal nicht erklärbar war oder es eben in den SciFi Bereich fiel, dann wurde charmant verdeckt – sodass es trotzdem glaubwürdig bleibt

Im Fokus liegt die SciFi-Elemente aber nicht, sondern auf den Charakteren und das Zwischen“menschliche“ bzw. auf jegliche Art von Beziehungen untereinander, wie Hassliebe, Liebe (romantische Beziehung), sexuelle Beziehung, Freundschaft, Familie, die man sich selbst aussucht, etc.

Ganz zentral erleben wir dabei natürlich die Besatzung der Wayfarer, die einen allesamt fast auf Anhieb sympathisch sind. Die Dynamik in der Crew ist großartig und mitreißend.

Jeder Charakter kommt zu Wort und so wird auch jede Spezies mal beleuchtet.

Die Ausarbeitung der vielen unterschiedlichen Spezies (nicht nur auf dem Schiff, sondern in der ganzen Galaxis) ist toll – mit ganz eigener Optik, Eigenschaften, Sprache und Geschichte.

Das fand ich großartig gemacht – geht geht dementsprechend viel um den Umgang mit dem befremdlichen und letztlich das Entdecken von Gemeinsamkeiten bzw. wie man trotzdem miteinander umgehen und auskommen kann und das es gut funktionieren und bereichernd sein kann.

Es ist aber auch nicht zu „Friede Freude Eierkuchen“ - gibt durchaus Spezies, die kein gutes Grundnaturell haben, bei dem die Grenzen des Konsens erreicht sind.

Interessant fand ich, dass gerade durch die Darstellung der anderen, für uns fremden Spezies, verdeutlicht oder herausgearbeitet wird, was das Wesen des Menschen ist oder was seine Besonderheiten/Eigenheiten sind – was ihn aus macht – sowohl im positiven wie negativen.

In manchen Bereichen wurde das Buch dahingehend fast schon philosophisch.

Weitere Themen die mitschwingen sind Krieg, das Lebens (dessen Sinn und wann wird ein Lebewesen als „Vernunftbegabt“ rechtlich anerkannt), Blick für das Schöne, Sozialität, Umgangsformen, Bewältigung, Rassismus usw.

Dabei bildet es durchaus eine Art Gesellschaftskritik, weil man gewisse Grundmuster, natürlich auch in unserer Weltgesellschaft findet – z.T. auch den Machtmissbrauch der Politik oder Konzerne bzw. dass dessen wirtschaftliche Interessen manchmal mehr wiegen, die der sozialen Interessen der Bürger.

Es gibt viele Details, die Geschichte lebendig machen, ohne die zu überladen und damit eine tolle Atmosphäre erzeugen. Zum Beispiel neue Wörter, die zum Setting passen, die sich durch den Kontext eigentlich fast immer sofort erschließen– das ist wirklich toll gemacht.

Es sei auch gesagt, dass das ein recht leichtes Buch ist. Emotional wird einen zwar durchaus die gesamte Gefühlspalette geboten, ein Ausbruch an Spannung oder Action ist es nicht gerade. Es gibt auch keine komplizierte, verwinkelte Handlung oder Problematik, die aufgebaut wurde.

Ein, zweimal gab es kleinere Sprünge in der Handlung, die genau das sogar umgangen haben, bei denen ich mir aber schon gewünscht hätte, dass dieser Konflikt, Problematik oder Szene mehr ausgeführt worden wäre.

Trotzdem ist die Geschichte sehr charmant und liebenswürdig und auch ein wenig chaotisch, was ich mag. Insgesamt ist es ein positives Buch, mit einer angenehmen Grundstimmung, inder man viel entdecken kann, mit einen feinen Humor.


Fazit

Das Buch ist ein bisschen wie eine sehr interessante und unterhaltsame Studie: Wenn Aliens auf Menschen treffen würden, was würde Ihnen an uns auffallen? Was ist so explizit Mensch, dass es noch 100 Jahre bestand haben wird?
Außerdem ist das Buch eine Ode an die Toleranz.

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Tags: freundschaft, liebesgeschichte, scifi   (3)
 

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249 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

fantasy, erika johansen, die königin der schatten, krieg, magie

Die Königin der Schatten - Verflucht

Erika Johansen , Sabine Thiele
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 16.05.2016
ISBN 9783453315877
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich bin nicht sonderlich begeistert vom Schreibstil. Das Buch lässt sich zwar schnell lesen, aber er hat nicht wirklich etwas Besonderes an sich und vermag es nicht, mich in die Geschichte hineinzuziehen.
Gerade auch den Einstieg fand ich nicht gelungen. Dort hat mich der Schreibstil am meisten gestört und es gab keine wirkliche „Erinnerungsphase“, auch nicht für Namen/Figuren. Da wäre im Zweifel ein Glossar hilfreich gewesen.

Die Charaktere haben in diese Band für mich auch ziemlich an Charme verloren – davon war gerade Lazarus und Kelsea betroffen.
Hatte ich im ersten Band noch das Gefühl, dass die Charaktere ganz gut ausgearbeitet waren, ging dieses Gefühl im zweiten Band größtenteils verloren. Sie sind nicht mal unsympathisch, aber gerade Kelsea hat viel von ihrer Stärke eingebüßt. Anstatt sich also vorwärtsgerichtet zu entwickeln, blieb diese Entwicklung entweder stehen oder entwickelte sich sogar zurück.
Störend ist auch, dass sich Kelsea gelegentlich wie eine 19Jährige aus unserer Zeit benimmt, ihr Verhalten oder Denken also nicht dem Setting angepasst wurde.

Was mich am meisten an dem Buch stört ist, dass die Handlung es schlecht inzidiert ist.
Beginnend bei der Gewaltdarstellung: diese ist so offensichtlich als plumpes Stilmittel verwendet worden und nicht, weil es der Authentizität dienlich gewesen wäre. Es wirkt viel mehr wie: Guckt mal, was ich doch für eine hart Welt erschaffen kann.

Dann gibt es auch immer mal wieder Szenen, die nicht ins Bild passen wollen, in denen Elemente verwendet werden, die an einen drittklassigen Frauenroman erinnern – wie z.B. die übermenschliche Attraktivität gewisser männlicher Figuren oder das ewige Thematisieren von Kelseas aussehen. Gerade auch dann, wenn es eigentlich absolut unpassend ist bzw. es die Situation nicht wirklich zulässt. So wird sich über eine ganze Seite lang freudig darüber ausgelassen, dass die Protagonistin doch abgenommen hat, während es doch eigentlich ihr Problem sein sollte, dass eine feindliche Armee droht ihr Land zu vernichten. Das wird sogar von ihr selbst zwischendurch als absurd erkannt, es taucht aber dennoch immer wieder auf – warum?!

Mit der Handlung selbst hatte ich ebenfalls so meine Probleme. Das Buch hat schon einen gewissen Unterhaltungswert, das will ich ihm nicht absprechen – es ist auch nicht so, dass die Handlung besonders dünn wäre, es passiert schon so einiges, aber was passiert ist für das große Ganze nicht wirklich zielführend.
Die Handlung nimmt so ewig lange Anlauf – es plätschert hauptsächlich vor sich hin. Diesbezüglich hat dieses Buch schon etwas von dem verfluchten Zwischenband.

Gesondert streckend wirken sich die visionären Sprünge in die Vergangenheit aus. Es gibt hier im Prinzip also zwei Geschichten, einmal die von Kelsea und die von Lily (ca. 2045 oder so). die die Geschichte kurz vor der „Überfahrt“ erzählt.
Diese regelmäßigen Unterbrechungen fand ich sehr ungeschickt, denn zum einen reißt es einen aus der eigentlich Handlung heraus und zum anderen ist es, wie ich bereit nach dem ersten Band befürchtet hatte, von Logiklücken und Absurditäten nur so durchzogen. Die Autorin hat es nicht geschafft, ein plausibles Szenario zu schaffen, was unsere Welt/Zeit mit der von Kelsea zu verbinden. Es ist absolut unplausibel und lückenhaft, es muss der Autorin selbst klar gewesen sein, dass sich das nicht vereinbaren ließ, deshalb der fast schon plumpe Behelf der Visionen. So muss man es nur bruchstückhaft erzählen, in der Hoffnung, dass so die Logiklücken verschleiert werden. Das ist jedoch nicht geglückt, die ganze Geschichte hat kein Fundament und bröckelt damit.

Ich verstehe wirklich nicht, warum man das hier nicht von Anfang an eine Fantasy-Welt hätte sein lassen können. Ich verstehe nicht, warum man sich als Autor selbst so eine Stolperfalle stellt, zumal es dieser Geschichte nichts zusätzlich bietet – außer, dass die Autorin zum Ende hin mal kurz ihre Technikfeindlichkeit ausleben konnte.

Generell ist die Geschichte nicht gut konstruiert bzw. man erkennt zu deutlich die offensichtliche Konstruktion dahinter. In vielen Fällen wurden Entscheidungen getroffen, die unsinnig waren und es eine viel naheliegendere , wenn nicht gar intelligentere Lösung gegeben hätte.  Aber die hat halt nicht in das Konzept der Autorin gepasst, die einen Hang zu viel Drama hat, also wurde ein anderer Weg gewählt und das dann so hingebogen, wie die Autorin es haben wollte. So geht dann plötzlich alles doch ganz einfach oder eben gerade nicht – es ist komplett der Willkür der Autorin unterworfen, anstatt einer inneren Logik zu folgen. Insbesondere, wenn Magie ins Spiel kommt, die in diesem Band präsenter ist als noch im ersten Band.

Was man jedoch auch sagen muss ist, dass alle Fäden schon eine Bedeutung haben für das Konstrukt der Handlung und diese dann auch mehr oder weniger zusammen fließen – mehrere Fragen bleibt einen die Autorin jedoch schuldig.

Ein weiteres, wenn auch kleines Problem ist, dass die Anspielungen im Buch oft zu viel verraten, was sie vermutlich nicht sollten. Das sorgt nämlich dafür, dass nicht viel in der Geschichte einen wirklich überraschen kann. Hilfreich ist es dabei auch nicht unbedingt, dass es einen Hand zu einfachen und klischeehaften Lösungen gibt.

Fazit
Es ist nicht so, dass das Buch nicht unterhaltsam wäre, es kann einen schon am Ball halten, aber oftmals auch eher schlecht als recht – es enthält viele grobe Schnitzer, mehr sogar noch als im ersten Band. Insgesamt nehmen sich die Bände aber nicht viel.

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