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75 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

fantasy, gesellschaftskritik, scifi, mobbing, umweltkatastrophen

Alle Vögel unter dem Himmel

Charlie Jane Anders , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 23.03.2017
ISBN 9783596036967
Genre: Fantasy

Rezension:

Das erste was mir an dem Buch aufgefallen ist, war der geniale Schreibstil. Er besitzt wunderschöne Formulierungen, mit präziser Wortwahl und einer ganz besonderen Tiefe und Atmosphäre.

Das Buch ist dabei passend auch ein Genremix. Es vereint Fantasy, SciFi, (später) Endzeit/Postapokalypse und Gesellschaftskritik.  

Ebenfalls herausgestochen sind die Charaktere. Jede einzelne Figur hatte etwas Einnehmendes an sich. Ganz besonders natürlich die beiden Protagonisten. Diese waren großartig ausgearbeitet, sie waren  authentisch, sympathisch und hatten vor allem das gewisse Etwas.

Ich fand es großartig, wie die Freundschaft zwischen den beiden Protagonisten aufgebaut wurde und wie man mit verfolgen konnte, wie sie sich entwickelte oder zwischendurch auch mal bröckelte.

Ich die Art, wie sie miteinander agiert haben glaubwürdig und charmant und immer schwang eine gewisse Spannung mit, da die beiden scheinbare Gegensätze repräsentierten. Denn im Prinzip war es eine  Widerspiegelung des Kampfes zwischen Natur/Magie und Wissenschaft.

Aber gerade die Gemeinsamkeiten, aufgrund der Unterschiede wahrzunehmen, war fast schon faszinierend. Das sorgte für noch mehr Tiefe und auch für gewisse Spannung.

Das Buch ist in vier Abschnitte geteilt, die mit Zeitsprüngen einhergehen. Im ersten Abschnitt sind die Protagonisten 6-7, der zweite Abschnitt spielt 7Jahre später, der Dritte 10Jahre später als der Zweite und der vierte nicht ganz ein Jahr später als der Dritte. Man braucht sich aber keine Sorgen zu machen, dass dadurch die Handlung unübersichtlich wird oder man den Hang zu ihr verlieren könnte.

Man wird wirklich in diese Erzählung hineingezogen und möchte eigentlich gar nicht mehr aufhören sie zu lesen und mitzuerleben. Auch emotional hat mich das Buch komplett gepackt.

Die Geschichte hat etwas leicht Verrücktes an sich – aber eher mit Hang zu magisch, als zu abgedreht. Das verleiht ihm etwas ganz besonderes.

Das zeigt sich natürlich vor allem in der „Funktionsweise“ der Magie und den Erfindungen bzw. Technologien. Beides wirkt sicherlich fantastisch, aber auf der anderen auch wieder nicht unnatürlich – das fand ich sehr interessant.

Das Buch bietet aber noch mehr (gerade auch ernstere)Themen, z.B. greift es deutlich das Thema Mobbing auf und zweigt was das mit jungen Menschen machen kann – aber das geschieht, ohne dass es zu stark in den Fokus rückt wird und wie ein Lehrwerk rüber kommt. Besonders bemerkenswert fand ich, dass keiner der beiden Protagonisten auch nur einmal deswegen gejammert hat.

Ein weiteres Thema wäre die Isolation der Menschen und der wachsenden Unfähigkeit Empathie füreinander zu empfinden und zu kommunizieren, was der Kern eines jeden Konflikts darstellt oder die Zerstörung und Dummheit von Rache. Generell lassen sich viele Anspielungen und Denkanstöße finden.

Zugegeben manche Dinge haben mir nicht gänzlich eingeleuchtet oder wirkten auf mich irgendwie abwegig. Möglich, dass ich sie auch nicht richtig verstanden habe. Aber aus irgendeinem Grund hat mich das nicht wirklich gestört – was schon wieder für das Buch spricht.

 

Fazit

Insgesamt halte ich das hier für ein großartiges Buch, das einen so viel, auf so vielen Ebenen zu bieten hat. Ich kann es nur jedem empfehlen.

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Tags: endzeit, fantasy, freundschaft, gesellschaftskritik, mobbing, roman, scifi, spannng, tor   (9)
 

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33 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

Das Glück hat vier Farben

Lisa Moore , Maren Illinger
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 27.04.2017
ISBN 9783737354806
Genre: Jugendbuch

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Verflucht

Chuck Palahniuk , Werner Schmitz
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 18.01.2016
ISBN 9783442483761
Genre: Romane

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63 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

england, jugend, stottern, schule, familie

Der dreizehnte Monat

David Mitchell , Volker Oldenburg , any.way , Cathrin Günther
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.02.2009
ISBN 9783499248764
Genre: Romane

Rezension:  
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(19)

48 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

alice, fantasie, grinsekatze, herzkönigin, illustrationen

Alice im Wunderland

Lewis Carroll , Benjamin Lacombe
Fester Einband: 234 Seiten
Erschienen bei Verlagshaus Jacoby & Stuart GmbH, 01.03.2017
ISBN 9783946593102
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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(2)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

illustrationen, alice, 2. band

Alice im Spiegelland

Lewis Carroll , Benjamin Lacombe
Fester Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Verlagshaus Jacoby & Stuart GmbH, 01.02.2017
ISBN 9783946593225
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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38 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

freundschaft, jugendbuch, selbstfindung, all-age, familie

Du & Ich - Best friends for never

Hilary T. Smith , Jenny Merling
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.03.2017
ISBN 9783841440044
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Schreibstil selbst ist angenehm. Er ist einfach und leitet einen flüssig durch die Geschichte. Zunächst mochte ich auch noch die Formulierungen. Allerdings wird man im Laufe des Buches so sehr von diesen Natur-Metaphern überschwemmt, dass es angefangen hat mich zu nerven.

Generell gab es leider viele Dinge, die ich zunächst gut fand, sich dann aber ins Negative gedreht haben.

Beginnen wir mit den Charakteren. Leider wurde ich mit keiner Figur wirklich warm. Als Sympathieträger empfand ich sie nicht.

Im Fokus steht natürlich die Freundschaft zwischen Noe und Annabeth, wobei die Geschichte selbst ausschließlich von letztere erzählt wird.

Dummerweise zeichnet sich gerade die Protagonistin als naiv aus. An manchen Stellen wollte ich sie einfach nur schütteln. Es wurde versucht sie als etwas gebrochen und unsicher darzustellen. Das fand ich nur teilweise geglückt. Die meiste Zeit empfand ich lediglich als passiv und als Jammerlappen. Sie hatte aber durchaus auch ihre Momente, in denen sie auf einmal aktiv wurde und fast schon selbstbewusst gehandelt hat. Diesbezüglich ist ihr Charakter relativ ambivalent – was ich zwar nicht schlecht, aber auch nicht immer als authentisch empfunden habe.

Die Ausgangsposition der Freundschaft fand ich ebenfalls so halb-halb. Denn sie ist eine Mischung aus einer normalen Jugendfreundschaft zwischen Mädchen und einer ungesunden Fixierung auf einen Menschen. Ich fand es etwas schade, dass es offensichtliche Momente gab, indem deutlich wurde, dass sie Freundschaft unausgewogen ist. Hätte mir eine festere Freundschaft gewünscht.

Fand es aber gut, dass es eben nicht die gute und die böse Freundin gab. Beide haben sie ihren Anteil. Das ist aber im Laufe der Geschichte gekippt, was ich extrem Schade fand und dieser Freundschaftsgeschichte das Besondere genommen hat.

Es bildet aber vielleicht wirklich eine gewisse Phase der Jugendzeit ab – auch mit seinen Schattenseiten.

Viele Dinge die geschehen oder angesprochen werden, sind aber auch leider (vermutlich) typisch amerikanisch und wären so in Europa/Deutschland undenkbar. Das fand ich etwas störend.

Zum Beispiel zeigt dieses Buch sehr deutlich die totale sexuelle Ahnungslosigkeit der amerikanischen Jugend.

Manche Dinge fand ich sonderbar bis unglaubwürdig – z.B. nimmt Annabeth die Pille, aber anscheint kann man die in Amerika an der Tanke neben dem Nasenspray kaufen, denn sie ist offensichtlich über nichts aufgeklärt. Sie nimmt sie durchgängig ein, weiß nicht wie der Periodenverlauf mit Einnahme der Pille aussieht oder nimmt nur eine halbe am Tag, weil eine Freundin meinte, dass das reicht. Unglaublich.

Viele Themen werden im vorbeigehen aufgeworfen – wie Essstörung, Sozialgefüge an der Schule oder Depression. Nichts davon wird aber wirklich behandelt, das fand ich schade. In diesem Bereich wäre es auch nicht verkehrt gewesen, wenn mehr Text eingewoben worden wäre. Um Szenen besser auszuführen, denn manche Dinge fand ich sich widersprechend oder leicht zusammenhangslos, das hätte man vermeiden können oder den Platz nutzen m mehr Tiefgang zu erzeugen.

Stattdessen wurde fast die gesamte Gedankenarbeit dem Leser überlassen. Ich finde es sogar gut, wenn Bücher dem Leser Platz lassen, um zu interpretieren und selbst Schlussfolgerungen zu ziehen. Dieses Buch verweigert sich aber, auch nur irgendeine Aussage zu treffen, es widerspricht sich sogar oft. Das fand ich auf Dauer störend.

Während wichtige Themen nur an einem vorbeizischen, findet man an anderer Stelle eine zu starke Fixierung – das Thema Veganismus fand ich z.B. sehr militantisch, auch wieder sehr USA geprägt, wo das Angebot einer Cafeteria sehr angeprangert wird oder der ständige Wunsch der Protagonistin doch lieber im Wald zu sein. Das nervt auf Dauer etwas und ist nicht gerade ausgewogen.

Manche Dinge konnte ich auch einfach nicht nachvollziehen und dachte auch ein wenig, ich wäre im falschen Film: z.B. will die Mutter unbedingt, dass ihre Tochter an der Uni studiert, an der sie selbst vergewaltigt wurde…WTF!

Ich fand es aber gut, dass es immer wieder andere Gedankeneinflüsse oder moralische Instanzen gab. Z.B. in Form von Annabeths Mutter (wenn man mal von der Unisache absieht) und Cousine. Das empfand ich als sehr angenehm, weil ich deren Weltansicht besser nachvollziehen konnte, als die von Annabeth und diese Charaktere die richtigen Botschaften in die Geschichte oder Anstöße dazu eingebracht haben (meistens zumindest).

Insgesamt muss man aber sagen, so viel Handlung ist letztendlich nicht gegeben. Ich fand die Handlung brauchte auch recht lange um in Gang zu kommen.

Manche Szenen  oder Ausgangspositionen waren mir zu auch viel zu konstruiert und damit schlichtweg unglaubwürdig. Gerade hinten raus wurde es sogar fast schon skurril.

 

Fazit

Es waren gute Ansätze da, dummerweise wurden die vom Buch selbst zum großen Teil wieder relativiert. Sowohl die Handlung als auch die Charaktere waren für mich nicht glaubwürdig oder auch nur wirklich greifbar.

Die Idee finde ich gut, aber die Ausführung finde ich leider doch recht misslungen.

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Tags: fjb, freundschaft, jugendbuch, selbstfindung   (4)
 

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(78)

192 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

smoke, london, rauch, fantasy, 19. jahrhundert

Smoke

Dan Vyleta , Katrin Segerer
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei carl's books, 13.03.2017
ISBN 9783570585689
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich finde den Schreibstil etwas problematisch. Er ist doch sehr blumig und ausschweifend. Es gibt einen schon ein Gefühl für die damalige Zeit und durch die ganzen Ausschmückungen, wirkt die Welt auch sehr plastisch. Aber er konnte mich nicht gefangen nehmen und hat die Handlung ziemlich gestreckt.

Per Klappentexte wurde bereits angekündigt, dass es in dem Buch viele „sprachliche Bilder und brillante Beschreibungen“ geben soll. Ich fand einige der „Bilder und Beschreibungen“ doch recht deplatziert oder einfach zu ausschweifend. In jedem zweiten Satz steckt ein Vergleich, das nervt auf Dauer, wenn sich die Figuren nicht mal nach einer Münze bücken können, ohne dass gleich zwei bildliche Vergleiche auf einen einprasseln.

Gerade durch die Klappentexte wurde mir  ein falscher Eindruck von dem Buch vermittelt. Ich hatte mit einem philosophischen, gesellschaftskritischen Roman gerechnet, mit Setting der Historie und leichtem Fantasy-Einschlag. Auf jedem Fall mit einem Buch, dass mich zum nachdenken anregt.

Dem war überhaupt nicht so!

Beginnen wir mit dem Genre. Es wird u.a. für das Buch geworben mit dem Slogan „ein Roman, der verschiedene Genres kunstvoll vermischt“.  Das Überschreiten von Genregrenzen ergibt aber nur dann Sinn, wenn das Buch weiß was es will, wenn es eine eigene Identität hat – und dieses Gefühl hatte ich hier nicht. Ich weiß nicht, was dieses Buch eigentlich sein will.

Ich würde sagen es ist zum größten Teil ein Roman mit Krimieinschlag (mittelmäßig) im 19.Jh., mit einem Hauch von Fantasy, was sich aber nicht wie Fantasy anfühlt.

Mit Fantasy ist natürlich hauptsächlich der Rauch bzw. Ruß gemeint. Ich fand sogar, dass es zu Beginn ganz gut in die Welt eingewoben wurde, selbst in Büchern wie z.B. der Bibel.

Das Problem ist, dass sich dieses Symbol von Ruß und Rauch nach einer Weile abnutzt. Aber vor allem, dass der Rauch überhaupt keinen Sinn ergibt. Viele Darstellungen widersprechen sich. Mal reagiert er auf Taten, mal auf Moral (Gedankenkonstrukt), mal auf Emotion – es scheint vollkommen der Willkürlich des Autors zu unterliegen. Die meisten Fragen dazu werden übrigens nie beantwortet.

Das Buch ist vor allem sehr ruhig. Was ich keinesfalls schlimm finde, aber Spannung wird man vergebens suchen. Man muss sogar sagen, dass das Buch stellenweise ziemlich zäh ist und die Handlung nur sehr langsam (fast quälend) in Gang kommt. An manchen Stellen hat die Geschichte etwas abgehacktes, fast schon zusammenhangloses. Es gibt immer mal wieder kleinere Sprünge.

Trotzdem fand ich es nicht uninteressant. Es ist nicht so, dass ich mich durchkämpfen musste.

Das Buch ist aus vielen verschiedenen Sichten geschrieben. Nach einer Weile entwickeln sich aber drei bis vier wichtigere Figuren heraus (Charlie, Thomas und Livia / Julius).

Meine Sympathien diesen Charakteren gegenüber waren sehr schwankend. Gerade zu Beginn hatten diese Figuren etwas Interessantes an sich und ich fand sie auch authentisch und fassettenreich. Dann begann es aber, dass sie deutlich unterschiedlich häufig zu Wort gekommen sind und dummerweise fand ich die gewählte Setzung nicht gelungen und zum Teil regelrecht deplatziert, wodurch gerade Thomas und Julius an den Rand gerückt wurden und fast zu stereotypen degradiert wurden.

Geendet damit, dass ich die Handlungen der Hauptfiguren überhaupt nicht mehr nachvollziehen konnte und sie mich zum Teil genervt haben und ich unfähig war irgendeine Form von Empathie ihnen entgegen zu bringen.  

Ab einen gewissen Punkt scheinen plötzlich viele der (Neben)Figuren dem Wahnsinn zu verfallen, ohne dass mir ein guter Grund dafür genannt wurde. Das fand ich nur wenig glaubwürdig und irgendwie nicht gut eingeflochten in die Geschichte. Dadurch driftete sie in das Absurde ab.

Generell wird der Mensch in diesem Buch als schlecht dargestellt. Selbst solche Sachen wie Wissenschaft, Gesellschaftsleben, Handel, Religion, Großstädte – wurden in einen ausschließlich schlechtes Licht gerückt.

Der Autor hat sich ziemlich viel Mühe gegeben eine möglichste schlechte Welt zu erschaffen und wollte immer noch einen oben drauf setzten. Dieses Gefühl hatte ich jedenfalls – das hat jedoch dafür gesorgt, dass es schon fast grotesk wurde, dass es nur noch unglaubwürdig wurde.

Das Ende setzt dem Ganzen die Krone auf. Ich finde es schrecklich was dort propagiert und dargestellt wurde – ich finde eigentlich nicht, dass man das so vertreten kann.

 

Fazit

Ich hatte mir viel von dem Buch erhofft und wurde unfassbar enttäuscht. Die Klappentexte versprechen Dinge, die die Geschichte nicht einlösen kann. Dazu kommt ein schreckliches und moralisch fragwürdiges Ende. Ich kann es leider überhaupt nicht empfehlen.

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Tags: fantasy, historisch, krimi, roman   (4)
 

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(340)

671 Bibliotheken, 34 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

klassiker, jane austen, liebe, familie, heirat

Stolz und Vorurteil

Jane Austen , Christian Grawe , Ursula Grawe , Christian Grawe
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Reclam, Philipp, 10.02.2016
ISBN 9783150204085
Genre: Klassiker

Rezension:

Ich bin sehr von dem Schreibstil begeistert. Gerade wenn man bedenkt, wann das Buch geschrieben wurde, finde ich ihn sehr erfrischend, humorvoll und fast ein wenig frech. Das hat mich sehr positiv überrascht. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er sich heute noch so gut lesen lässt.

Ganz kurz könnte man zusammenfassen, in diesem Buch geht es um zwischenmenschliche Beziehungen. In jeder Form: zu der Familie, zu den Eltern und Schwestern, Freundschaft, Ehe, zur Gesellschaft.

Das Buch lebt dementsprechend von seinen Charakteren. In aller Regel mochte ich die Charaktere, auffallend ist jedoch, dass jede Figur eigentlich nur eine prägnante Eigenschaft hat und nicht gerade einen vielschichtigen Charakter.

Charlotte (Freundin der Familie) ist z.B. pragmatisch, Jane (älteste Bennet Schwester) ist fast schon nervend nett und gutgläubig; Lydia (jüngste Bennet Schwester) ist unverschämt bzw. auf nur auf ihr Vergnügen aus.

Selbst Mrs. Bennet (Mutter der Bennet-Schwestern) ist von einem ganz besonderen Schlag und natürlich kaum zu ertragen mit ihrem Fokus ihre Töchter unter die Haube zu bekommen, aber ihre Rolle ist für die heutige Zeit so überspitzt, dass es einen gewissen Humor anhaftet und mich durchaus amüsiert hat.

Die Figur der Protagonistin (Lizzy Bennet) ist natürlich am besten ausgearbeitet. Ich mochte vor allem ihre frohe Natur und ihren Humor – kurz: sie war mir am sympathischsten, hat aber auch ihre Schattenseiten. Sie denkt niht unbedingt selten schlecht von Menschen und urteilt stets hart und vorschnell und sie misst mit zweierlei Maß – sie sieht eben das, was sie sehen will. Das ist schließlich auch praktisch der Kern der Geschichte. Sie und Darcy sind sich diesbezüglich nicht sonderlich unähnlich.

Ich habe ein ambivalentes Verhältnis zu Lizzy: Ich mag sie eigentlich sehr und dann tut sie wieder Dinge (oder tut sie gerade nicht) die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann und schlimm finde. 

Insbesondere was ihre Beziehungen zu ihren (gerade jüngeren) angeht.

Mein persönlicher Liebling ist übrigens Mary Bennet. Einer der tragischsten Figuren in dieser Geschichte, wie ich finde. Denn die beiden ältesten Schwestern bilden ein Team und die beiden jüngsten. Um Mary kümmert sich niemand. Das einzige was sie hat, sind ihre Bücher und ihr Wissensdrang. Deshalb schlägt mein Herz für das (in allen Klischees verharrende) mittlere Kind.

Besonders ungehalten finde ich eben die Beziehungen von Lizzy zu ihrer Familie, insbesondere ihrer Schwestern. In diesem Zusammenhang habe ich vor allem das handeln Darcys bezüglich seines Eingreifens und Einstellung ihrer Schwestern gegenüber. Das wird recht schnell von Lizzy entschuldigt. Das ist vermutlich der damaligen Ansichten geschuldet, aber ich halte davon nichts, wie wenig sie ihre Schwestern verteidigt oder überhaupt eine Beziehung zu ihren hat, außer zu Jane.

Das ist aber vermutlich eine Position, die sich heute leicht treffen lässt, wenn das eigene Ansehen nicht so entscheidend ist von dem Ansehen und Verhalten der Schwestern.

Die Geschichte selbst ist nicht unbedingt durchweg interessant. Gerade mit dem Auftauchen von Mr. Collins und Mr. Wickham wurde es Stellenweise etwas langatmig.

Es lassen sich auch viele Konstruktionen oder „Bilder“ finden, die sich wiederholen.

Letztendlich ist die Geschichte recht linear, also es ist geradlinig, einfach und stetig. Es ist aber keineswegs ohne Charme.

Irgendetwas haben sowohl die Charaktere, als auch die Geschichte an sich. Ich habe mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt.

 

Fazit

Das Buch lässt sich, trotz seines Alters, erstaunlich gut auch noch heute lesen und besitzt sogar einen tollen unterschwelligen Humor. Die Charaktere und Geschichte haben etwas Einnehmendes an sich und trotz der paar „Fehler“ die mir aufgestoßen sind, habe ich es gerne gelesen und wurde gut unterhalten.

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Tags: klassiker, liebesgeschichte, roman   (3)
 

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(41)

86 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

liebe, blind, blindheit, erste liebe, musik

Die einzige Art, Spaghetti zu essen

Nicole Brausendorf
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783548286716
Genre: Liebesromane

Rezension:

Meine Erwartung war folgende: Aufgrund der Tatsache, dass sie die Wahl hat zwischen einen heißen Typen und den einfühlsamen blinden Typen  und sich für Zweiteren entscheidet, plus die Tatsache, dass das Buch vom Ullstein Verlag ist, habe ich eine vielschichtige/tiefgründige Geschichte erwartet. Rückblickend ziemlich naiv.

Zunächst mal zum posiven (geht schnell): den Schreibstil fand ich sehr angenehm – einfach und jung. Das war’s dann aber leider schon so ziemlich. Dummerweise gab es auch Einbindungen von z.B. Twilight, also Einbindungen von typischen Mainstream Teenie Themen – das wirkt auf mich aufgesetzt und ein wenig nervig.

Die Dialoge wirken unecht, die Handlung wie an der Strippe gezogen und schrecklich redundant. Ich hatte wie gesagt eine zumindest tiefgründig angehauchte Geschichte erwartet, stattdessen erhält man eigentlich eine ziemliche 0815-Hormonübersteuerte-Teenie-Liebesgeschichte.

Bei den Charakteren gab es leider auch nichts zu holen. Die meisten Figuren bleiben ziemlich blass oder setzen sich aus Stereotypen zusammen, die zwischendurch auch mal komplett verschwinden und nie wieder auftauchen.

Es ist nicht so, dass alle Figuren gänzlich unsympathisch sind, aber sympathisch eben auch nicht.

Mit am schlimmsten fand ich eigentlich die Mutter der Protagonistin. Denn zunächst hatte ich noch Hoffnung, dass der bestehende Konflikt zwischen Mutter und Tochter potential wirkt und eine interessante Nebenhandlung werden könnte. Dem war nicht so. Denn zum einen, werden in diesem Buch alle Nebenhandlungen (die nicht sonderlich zahlreich sind) komplett Stiefmütterlich und oberflächlich behandelt. Und zum anderen war die Figur der Mutter eine mittelschwäre Katastrophe und bedient viele Klischees (Z.B. Projektion der eigenen Probleme und Ängste auf ihre Tochter).

Ähnlich verhält es sich mit dem winzigen Nebenschauplatz der Freundin der Protagonistin. Auch dieser ist mit Klischees durchzogen, ihr Charakter stellenweise zweifelhaft, auch wenn man ihr zugutehalten muss, dass sie eine gute Freundin war – das ist ja schon mal was. Wie alle Nebenstränge ist aber auch dieser komplett vernachlässigbar.  

Zur Protagonistin. Wie bereits erwähnt, hat zu viel auf den Hüften. Das an sich finde ich sogar eine tolle Abwechslung, aber das wurde dann doch für meinen Geschmack zu viel aufgeworfen – ständig thematisiert sie diesem Umstand. Zumal ihr natürlich von jedem bestätigt wird, wie hübsch sie ist, aber das natürlich nicht glauben kann. Sowas kann ich absolut nicht ausstehen.

Von daher war ich zunächst fast schon dankbar, dass die Komponente der Blindheit aufgegriffen wurde, in Form von Leo (dem Love Intrest).

Er selbst als Person spielt jedoch nicht eine so große Rolle wie man meinen könnte. Stattdessen steht im Fokus, wie man den Alltag bewältigen, wenn man blind ist – darauf wird er neben seinen guten Aussehen, fast komplett reduziert. Dummerweise sind diese Schilderungen auch nicht fließend in die Handlung eingewoben, sondern es liest sich fast wie in einem Lehrbuch.

Leider gab es sehr viel Geschmachte und extrem häufige Erwähnung von den tollen Geruch des angebeteten. Auf sowas reagiere ich geradezu allergisch.

Der weit überwiegende Teil des Buches beschäftigt sich mit Gesülze ohne Ende, mit verbratenen Klischees und Schmachterei – es trieft und tropft und ist kaum zu ertragen und wirkte auf mich sehr  aufgesetzt. Gerade dieses wollüstige übereinander herfallen, in Kombi mit dem dicksein nervt extrem. Es wird so getan und im Wortlaut beschrieben, als wäre diese Beziehung/Anziehung zwischen den beiden ein kosmisches Ereignis – kaum zu ertragen

Die Handlung selbst ist einseitig und vorhersehbar. Auch schön, die moralische Verdrehung am Ende – lässt man das Opfer mal eben den Täter dastehen – klar, kein Ding.

Was mich gerade hinsichtlich der Authentizität der Charaktere stört ist, dass man deutlich merkt, dass das Buch von einer Frau geschrieben wurde, mit vermutlichem Blick auf eine jugendliche weibliche Leserschaft. Denn genauso benehmen sich vor allem die wichtigen männlichen Figuren, nach dem Bilde, was das Durchschnittsmädchen gerne hätte bzw. hören möchte. Authentisch ist das wenig.

 

Fazit

Es mag sein, dass das ein Buch ist, das genau das bietet was die Zielgruppe (junge Mädchen) lesen will – eine gewisse Schnittmenge wird es auf jeden Fall geben. Ich hingegen musste mich regelrecht durch quälen – ich fand es kaum zu ertragen und war mehrfach kurz davor es abzubrechen. 

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Tags: contemporary, jugendbuch, liebesgeschichte   (3)
 

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(232)

616 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 103 Rezensionen

fantasy, königin, erika johansen, die königin der schatten, dystopie

Die Königin der Schatten

Erika Johansen , Kathrin Wolf
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 15.06.2015
ISBN 9783453315860
Genre: Fantasy

Rezension:

Gleich mal vorweg gesagt, dieses Buch hat es mir nicht immer einfach gemacht – insbesondere was die Bewertung angeht, denn in dem Buch gibt es eigentlich nur Elemente, die entweder gut oder schrecklich sind.

Beginnen wir zunächst mit dem Schreibstil, ich fand ihn angenehm. Er hat einen Hang zu ausschweifenden Beschreibungen, aber ich finde es hält sich noch verhältnismäßig in Grenzen und es ließ sich trotzdem flüssig lesen. Allerdings sind die Worte nicht so sorgfältig gewählt worden, wie ich es mir erhofft hatte.

Was mir wirklich gut gefallen hat, waren die Charaktere. Jede Figur hat eine eigene Hintergrundgeschichte bekommen – sowas macht ein Buch erst richtig lebendig. Außerdem gab es ein paar einprägsamen und starken Charaktere, die man für so eine Geschichte braucht und gleichzeitig Sympathieträger sind.

Es gab aber auch Ausnahmen – zumindest in diesem Band gab es auch Figuren, die etwas vom Stereotyp hatten. Außerdem fand ich es schade, dass  man z.T. unwichtige Figuren mehr kennen lernt, als Figuren die wichtiger sind oder einen mehr interessieren würden.

Gefallen hat mir ebenfalls die Protagonistin, die einen starken Charakter hat. Sie ist nicht perfekt, sie ist nicht die starke, schöne Heldin – sondern sie muss an ihren Herausforderungen erst wachsen und diese sind Zahlreich und alles andere als einfach. Was mich an ihr gestört hat war jedoch das krampfhaft Gute – sie hat nichts „böses“ in sich. Das macht sie leider auf Dauer auch etwas eintönig und eindimensional.

Was mir am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat, war die Welt – denn da bröckelt es für mich an ein paar Ecken.

Ich habe hier (wie einen das Cover, der Klappentext und der Anfang des Buches ein nahelegt) mit einer Fantasy-Mittelalter-Welt gerechnet. Und im Prinzip bekommt man das auch, mit Königinnen (übrigens ausschließlich Königinnen – eine sehr emanzipierte Welt in (ausschließlich) dieser Hinsicht), Schwerter, Rüstungen, Bauern und Rittern, etc. Aber dieses Bild beginnt mit der Zeit dahinzufließen. So tauchen Begriffe wie „Neulondon“ oder „Neu Europa“ auf. Die eigentliche Handlung spielt, wie ich vermute, in den USA, weil mehrfach von einer „Überfahrt“ die Rede war und sich das Landschaftsbild von bergig über Wiesen bis Wüste erstreckt. Bis dahin gehe noch mit, aber dann lese ich plötzlich (S. 200) davon, dass es kaum noch Druckerpressen für Bücher im Land gibt, weil es eine wohl in der Zeit vor der „Überfahrt“ eine „Umstellung auf elektronische Bücher“ gab. Das hat mich vollkommen rausgerissen – wieso ist in einer Fantasy-Mittelalter-Welt plötzlich die Rede von eBooks?! Das hat mich wirklich aufgeregt, denn selbst  wenn man davon ausgeht, dass unsere Welt untergegangen ist (warum auch immer) und diese Handlung praktisch weit nach uns spielt, ergibt das keinen Sinn, denn diese Welt legt das zu keiner Zeit nahe. Es gibt keine Ruinen, keine wirklichen Überbleibsel aus unserer Zeit (außer ein paar Bücher), keine Aufzeichnungen, keine Rohstoffe, nicht mal Plastik, welches sich nie wirklich komplett zersetzen wird, nichts.   

Mir wurde bereits über Instagram gesagt, dass das noch im zweiten Band aufgegriffen wird. Aber zum einen ist mir das zu spät, denn diese unlogische Lücke besteht bereits jetzt und zum anderen glaube ich wirklich nicht, dass mir die Autorin eine glaubhafte, schlüssige Erklärung dafür liefern kann.

Aber so oder so: Kelsea wurde 19 Jahre lang unterrichtet und in der ganzen Zeit, hat man nicht die Zeit oder Willen gefunden, ihr zu sagen, was ihre eigene Vergangenheit ist (oder der ihrer Mutter und Vater, um den aufdringlich ein Geheimnis gemacht wird), ihr nicht gesagt was sie auf dem Thron erwarten wird, nicht wie sie regieren soll, nicht was sie zu tun hat, noch wie sie das erreicht – nichts (eigentlich muss man sagen, dass dies auch ziemlicher Quatsch ist, denn eigentlich hat man sie in nichts was ihr konkret hilft unterrichtet, also man hat sie den Wölfen zum Fraße vorgeworfen, wenn das Buch etwas realistischer gewesen wäre) …aber man hat ihr erklärt was ein eBook war??! Ach bitte!

Und ich frage mich wirklich: Wozu? Warum lässt man es nicht einfach eine Fantasy-Welt sein? Warum baut man sowas ein, was einen nur auf die Füße fallen kann?

Zumal das Bild wie gesagt auch erst langsam bröckelt, denn erst im Laufe werden solche (auch nichts sonderlich gut gemachten) Anspielungen und unpassende, flapsige Formulierungen/Äußerungen eingestreut. In diese Fall ließ mich das mit einem Gefühl zurück, dass ich gerade verarscht wurde – denn das Buch verspricht zunächst deutlich etwas anderes.

Die Geschichte selbst hat nächtlich typische Elemente, die man auf dem ersten Blick auch erwarten würde:  Intrigen, Verrat, Loyalität, Schlachten, Attentate, usw. Es gibt in dieser Welt auch Magie, die gerade hinten raus immer wichtiger werden. Wirklich viel erfährt man darüber aber zunächst noch nicht.

Es gibt auch verschiedene Handlungsstrenge, die einen mehrere Sichten nahelegen und damit sowas wie einen Rundumblick ermöglichen. Das fand ich auch solide, allerdings habe ich in diesem Bereich auch schon besseres gelesen. Diese kleinen Abschnitte über jedem Kapitel hätte man auch weglassen können. Denn sie helfen einen weder beim Verständnis, noch unterstützen sie die Handlung. Eigentlich spoilern sie einen nur.

Manche Szenen, gerade zum Ende hin, waren auch schrecklich konstruiert und wirkten schon fast, wie ein peinlich schlechtes Theaterspiel.

Trotzdem hat das Buch einen guten Unterhaltungswert – und obwohl eigentlich gar nicht so viel passiert, wie man bei der Dicke des Buches meinen könnte, ist es interessant und auch spannend.

Ich war jedoch auch ziemlich überrascht, wie früh man einen Love Intrest an die Seite gestellt bekommen hat. Der taucht nicht sonderlich häufig auf und die Phase ist auch relativ schnell für längere Zeit vorbei, aber trotzdem ein auffälliger Love Intrest.

Mich hat es auch überrascht, dass die Figur der Protagonistin, die wohl eher üppiger ist, doch mehrmals thematisiert wurde – was mich bereits gestört hat, aber Ich war fast schon geschockt, als ihr ein Untertan ihr im Prinzip gesagt hat, wie fett sie doch ist – zum einen geschah das, nachdem sie ganze fünf Tage im Koma gelegen hat und zum anderen war das wohl bemerkt eine Äußerung gegen die Königin! Konsequenzen hatte dieses handeln natürlich nicht, denn die Protagonistin hat noch ziemliche Probleme damit eine Autorität zu sein und zu Führen.  

Das sind jedoch zwei so typische Mädchenbuch-Klischee-Themen (Schmachten&Figurprobleme) mit denen ich in so einer Geschichte nicht gerechnet hatte und alles andere als positiv fand.

 

Fazit

Ich weiß ehrlich gesagt, nicht so genau was ich von diesem Buch halten soll. Denn es macht einiges richtig, es macht auch vieles falsch.

Es hat Potential, gerade durch den starken Charakter der Protagonistin und die Handlung ist nicht uninteressant. Es gab aber viele Dinge, die schlicht unlogisch und unauthentisch waren und leider auch Elemente, die das Buch auf eine Klischee-Mädchen-Geschichte runter reißen.

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Tags: fantasy, heyne, krieg, spannung, überleben   (5)
 

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(185)

553 Bibliotheken, 25 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

veronica roth, rat der neun, jugendbuch, fantasy, galaxie

Rat der Neun - Gezeichnet

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis , Michaela Link
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei cbt, 17.01.2017
ISBN 9783570164983
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Der Schreibstil hat mir etwas Probleme bereitet. Ich brauche relativ lange, um mich an ihn zu gewöhnen, ohne genau sagen zu können warum. Das gibt sich aber nach einer Weile und letztendlich trägt er einen flüssig durch die Seiten.

Ich möchte aber gleich vorwegsagen, dass ich (grob) das erste 1/4 des Buches alles andere als gelungen fand. Die weiteren 2/4 fand ich durchwachsen, mit Tendenz zur Steigerung und das letzte 1/4 fand ich wirklich gut.

Ich habe aber von vielen Erfahren, dass sie über das erste Viertel kaum hinaus gekommen sind und es abgebrochen haben. Das kann ich sogar verstehen. Denn gerade den Einstieg fand ich schwierig.

Es wurde viel beschrieben, was mich nicht wirklich überzeugt hat und sogar dafür sorgte, dass ich mich etwas gelangweilt habe. Was für einen Start ins Buch tödlich sein kann.

Damit hatte das Buch aber im Allgemeinen Problem. Es ist eben eine ganz neue Welt (mehrere wenn man es genau nimmt), neun Planeten, mit verschiedenen Völkern, Sitten und Eigenarten. Da ist es nur natürlich, dass es viel zu erzählen und erklären gibt.

Allerdings fand ich das nicht unbedingt gelungen. Ich hatte bei vielen Dingen Probleme sie mir wirklich vorzustellen – sie wurden mir von der Autorin nicht so nahegelegt, dass ich es für mich verständlich war.

Auf der anderen Seite wurden Dinge (Feste, Situationen, Räume etc.) so ausschweifend beschrieben, dass es das Buch gestreckt und vor allem die Spannung rausgenommen hat.

Die unterschiedlichen Welten/Völker haben mir aber gefallen – man erfährt vielleicht nicht so viel, wie man bei den Titel des Buches erwarten könnte. Aber jedes Volk hat seine besonderen Eigenarten, Sprache  und Kultur. Die meisten kamen aber etwas stereotypisch weg, weil man noch nicht sonderlich viel von den Neun Planeten erfahren hat.

Die Autorin neigt eher dazu den Details mehr Bedeutung zukommen zu lassen, als dem großen und ganzen. Was dafür sorgt, dass die Welt und Geschichte lebhaft wirkt, aber nicht unbedingt dabei hilft einen Überblick zu bekommen – das ist ein Problem.

Wie gesagt, fand ich aber auch, dass die Geschichte konstant besser wurde. Es gibt durchaus auch sehr spannende, aber auch harte oder brutale Szenen.  Davon hätte es nach meinem Geschmack gerne mehr geben können – also von den spannenden. Man merkt vor allem beim Lesen, dass die ganze Geschichte auf ein großes Ende zuläuft – die Autorin hat anscheint einen Vorliebe für dramatischen Enden.

Ich mochte es, wie viele Handlungsstrenge parallel Verlaufen – selbst die, die man gerade nicht sieht und erst später zusammen laufen. Ich hatte hier wirklich das Gefühl, dass die Autorin alles durchdacht hat, bevor sie es aufs Papier gebracht hat, deshalb gibt es diesbezüglich keine Lücken in der Handlung und einem dichten Plot.

Was nicht gedeutet, dass es keine Logiklücken gibt, denn die gab es durchaus. Sogar ein paar mehr, als ich bei der Autorin gedacht hätte – die waren aber auch eher kleiner und verzeihlich.

Das Buch ist alles andere als Kitschig – ich mag es, wie die Autorin eine Beziehung zwischen Figuren aufbaut, die eben nicht überstürzt oder plump oder einfach so da ist, sondern die sich eben langsam und glaubwürdig aufbaut.

Generell ist die Autorin/Geschichte nicht unbedingt emotional – was nicht bedeutet, dass einen die Geschichte nicht berühren würde.

Ich mag es, wie die Charaktere aufgebaut sind, wie vielschichtig und glaubwürdig sie sind. Das gilt nicht nur für die beiden Protagonisten, sondern auch für die Nebencharaktere.

Dadurch, dass das Buch aus zwei Sichten geschrieben ist, werden einen die Handlungen und Gedanken der Protagonisten glaubhaft rüber gebracht. Aber vor allem werden dadurch die Entwicklung ihrer Charaktere und die unterschiedlichen Einstellungen, Gepflogenheiten und Kultur der jeweiligen Völker sehr deutlich.

Was mich zu den Rassismus Vorwürfen (gerade aus den amerikanischen Raum) bringt. Ich kann diese nicht nachempfinden und finde keine davon gerechtfertigt.  

Das Buch ist nicht rassistisch – es gibt Vorurteile ja, aber zum einen Hauptsächlich aufgrund der Herrschaftsform (Tyrannei) und der Kultur, die für Außenstehende durchaus brutal erscheinen können, aber die Geschichte besteht zu einem großen Teil daraus, diese Vorurteile aufzugreifen und zu widerlegen. Seit wann ist sowas verwerflich?

Was man ihr eher vorwerfen kann ist, dass diese Völker doch sehr an die Fraktionen aus „Die Bestimmung“ erinnert haben. Es ist also schlimmstenfalls nicht unbedingt originell.  

 

Fazit

Das Buch hat so seine Fehler, gerade den Einstieg und Anfang fand ich überhaupt nicht gelungen. Aber es steigert sich sehr und greift viele interessante und spannende Dinge auf.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, die Handlung und der Plot ebenfalls.

Ich bin sehr auf den zweiten (und letzten) Teil gespannt.

  (4)
Tags: cbt, fantasy, jugendbuch, liebesgeschichte, scifi, spannung   (6)
 

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305 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

sabaa tahir, elias und laia, fantasy, elias, dystopie

Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken

Sabaa Tahir , Barbara Imgrund
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783846600351
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich hatte die Befürchtung, dass mir das Wüsten-Setting nicht liegen könnte, weil das ein Thema ist, das mich für gewöhnlich nicht anspricht. Aber hier hat es mich überhaupt nicht gestört – es ist auch nicht sonderlich aufdringlich in die Geschichte eingedrungen, sondern ist wirklich nur minimales Beiwerk. Das empfand ich als sehr angenehm und geschickt gemacht.

Den Einstieg fand ich jedoch nicht vollkommen gelungen, was an den ganzen Völkern, die eine Rolle spielen und die jeweiligen Hierarchien lag. Das fand ich zu Beginn doch recht verwirrend. Das sind solche Bereiche, bei denen ich ein Glossar als sinnvoll erachten würde, auch wenn es für die Handlung selbst nicht notwendig war.

Ich fand es aber gut, dass es diese verschiedene Völkern mit unterschiedlichen Kulturen gab und diese zwar eingeflossen sind, aber nicht zu dominant waren.

Die „Martialen“ erinnerten mich an das griechische Imperium – die „Kundigen“ und die Orte wo die Handlung spielt hatte für mich etwas Türkisches (Arabisches) – kann mich da aber auch täuschen (habe nicht in die Richtung recherchiert).

Generell fand ich, war das Buch gut geschrieben, die Autorin hat ein Gefühl für Charaktere und Atmosphäre.

Wenn wir gerade bei Charakteren sind: Ich fand die Figuren waren gut ausgearbeitet. Auch die Randfiguren haben ihre Rollen gut erfüllt und viele der Charaktere haben eine eigene Hintergrundgeschichte gekommen.

Natürlich sind einen gerade Elias und Laia nahe gelegt worden. Ich fand ihre Handlungen und Gedanken nachvollziehbar (meistens) und sie waren mir auch recht sympathisch. Ich mein gut, die Schwache, die über sich hinaus wachsen muss und der Starke, der nicht der Killer ist, zu dem er ausgebildet wurde – das ist nicht revolutionär, aber ich finde vor allem, dass sie die Geschichte gut auf ihren Schultern tragen können.

Die Geschichte ist abwechselnd von beiden erzählt und diese Sichtwechsel sind gut gesetzt worden. Das sorgt natürlich auch für viele Cliffhanger an den Kapitelenden, aber das ist nicht schlimm, weil es in beiden Erzählstrengen nicht langweilig wird, sondern einen viel geboten wird. Es ist nicht so, dass ein Handlungsstrang spannend ist und der andere im Vergleich schwach ist.

Ich war vor allem insgesamt von der Geschichte zwischen den beiden angetan. Das hatte ich zunächst gar nicht vermutet, weil es durchaus diesen „Liebe auf den ersten Blick“ Moment gab – was ich unglaublich nervig finde, weil ich sowas unglaubwürdig und plump finde. Dem war hier aber nicht so – also diesen Moment an sich gab es, das lässt sich nicht leugnen, aber es gab bei beiden durchaus glaubwürdige Alternativen/Kandidaten. Außerdem war es wirklich nicht plump, schmachtend oder Hormongesteuert. Die Protagonisten haben eben nicht ihren Weg verloren oder plötzlich drehte sich der ganze Lebensinhalt um den anderen, sondern sie hatten ihre Ziele vor Augen, das hat mich sehr positiv überrascht.

Weit überwiegend kam auch die Spannung nicht zu kurz, nur manche Schilderungen fand ich irgendwie zu viel – es gab durchaus Stellen in dem Buch, die sich etwas gezogen haben – gerade im ersten Viertel. Das war aber auch nicht sonderlich schlimm und legte sich relativ schnell wieder – en durchgängiges „Suchtlesen“ habe ich aber nicht verspürt beim Lesen.

Das Buch ist auch recht gewalttätig – ich fand das auch nicht unauthentisch, aber an manchen Stellen habe ich mich schon gefragt: Wozu? Wenn sie aber schon solch einen Rahmen setzt, fand ich war sie manchmal auch etwas inkonsequent.

Es gab auch ein paar Dinge in der Handlung, die nicht unbedingt plausibel waren. Das Buch strotzt auch nicht vor Logikfehlern, aber es ist mir eben aufgefallen. Auch hat sich mir der (tiefere) Sinn von manchen Ereignissen nicht ganz erschlossen.

Der grobe Leitfaden bzw. die grobe Handlung war auch nicht gerade unvorhersehbar. Gerade auch ein paar „Enthüllungen“ zum Schluss, empfand ich nicht als solche. Unterhaltsam, war es aber allemal.

 

Fazit

Insgesamt finde ich das Buch wirklich gut. Es hat starke Charaktere, eine gute Handlungsdichte, aber auch ein paar Schwächen die verzeihbar sind.

  (4)
Tags: fantasy, jugendbuch, spannung   (3)
 

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

kinderbuch, allage, familie, cbt

Das Blubbern von Glück

Barry Jonsberg , Ursula Höfker
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.08.2016
ISBN 9783570310892
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Dieses Buch ist als Kinderbuch eingestuft, das legt auch die Schriftgröße und die Art wie es geschrieben wird nahe, doch dieses Buch bietet so viel, dass es für alle Altersklassen geeignet ist.

Die Protagonistin hat auch ihre anstrengenden Seiten – sie ist ein wenig verschroben und ziemlich (neunmal-)klug für ihr Alter. Letztendlich verhält und spricht sie aber natürlich nicht wie eine 12jährige, sondern viel mehr wie eine leicht sozialunbeholfene und leicht sonderbare, aber gestandene Erwachsene.

Das macht ihren Charakter ansprechend und sorgt auch für viel Humor und Charme in dem Buch, wirklich glaubwürdig ist das jedoch nicht.

Es ist aber notwendig, damit sie die Handlung tragen kann. Das Beschriebene ist natürlich leicht kindlich gehalten und etwas chaotisch, aber letztendlich steckt in jedem Kapitel eine Botschaft.

So wird z.B. über den neuen Schüler aus einer anderen Dimension, einen Goldfisch namens Erdferkel-Fisch und Multiversen geschrieben, „nur“ um zur der Aussage zu gelangen, dass „Nichts ist im Leben einfach“ ist. Das fand ich sehr schön gemacht und auch sehr kreativ.

Besonders gut gemacht fand ich die ganzen Anspielungen und eben diese kleine Erkenntnisse, die im ganzen Buch „verstreut“ sind.

Dabei werden viele Themen/Probleme angesprochen: unterschiede der sozialen Schichten und dessen Ansehen in der Gesellschaft, Depressionen, Streitigkeiten in der Familie wegen Nichtigkeiten, Egoismus, das Sozialgefüge in der Schule, unerfüllte Lebensträume bei denen man sich selbst im Weg steht, Verlust, Krankheit und vieles mehr.

 

Fazit

Dieses Buch bietet wesentlich mehr, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Es ist charmant und für alle Altersklassen geeignet.

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Tags: allage, cbt, kinderbuch   (3)
 

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

kinder, familie, behinderung, offenheit, ehrlichkeit

Wo fahren wir hin, Papa?

Jean-Louis Fournier , Nathalie Mälzer
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.01.2017
ISBN 9783423140492
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch ist tatsächlich (wie angekündigt) entwaffnend ehrlich, besitzt dabei aber auch einen gewissen Humor, der allerdings in die sehr schwarze Richtung geht (ich finde ihn übrigens nicht zynisch, wie viele behaupten).

Denn das Buch zeigt die ehrlichen und ungefilterten Gedanken eines Vaters von zwei scherbehinderten Kinder.

Es geht also nicht wirklich um die beiden behinderten Kinder, sondern es geht um den Vater und seinen Empfindungen – trotzdem liegt der Fokus ausschließlich auf diesem Teil seines Lebens. Man erfährt nichts weiter aus seinem Leben und wenn dann nur als Halbsatz am Rande.

Das ist natürlich ein schwieriges Thema, mit dem aber auch viel Scheinwahren und Lügen einher gehen. Denn irgendwie erwartet man, dass eine Familie der sowas passiert, sich der Situation annimmt und sie irgendwie meistert ohne sich zu beklagen.

Aber diese Kraft haben eben nicht alle, vermutlich nur die allerwenigsten und genau das greift dieses Buch auf.

Denn dieser Vater kommt mit dieser Situation eben nicht gut zurecht und man spürt oft seine Wut, Verzweiflung oder Resignation. Es wird einfach gesagt und beschrieben wie es ist und das ist eben nicht immer schön und heldenhaft

Dabei drückt das Buch aber nicht auf die Tränendrüse oder gerät im vertieften Selbstmitleid (ein wenig vielleicht schon).

Trotz des eher nüchternen Schreibstils, kann man trotzdem große Emotionen herauslesen.  Wie man (vielleicht auch zwischen  den Zeilen) die Gefühle des Vaters herauslesen muss, hinter seinen Schilderungen/Fassaden gucken muss, fand ich sehr gut gemacht und dort findet man durchaus auch Schuldgefühle und Liebe für seine Söhne.

Das Buch zeigt aber  auch die Reaktionen von Menschen außerhalb der Familie und damit auch unter welchen Druck man als Elternteil steht und wie der Druck der Gesellschaft auf  ihnen lastet.

Letztendlich halte ich dieses Buch für ein Plädoyer, welches sehr gut gelungen ist. Obwohl es auch viele Wiederholungen in dem Buch gab, die ich etwas störend fand.

Außerdem kam es mir ab und an so vor, als wäre das gesagt doch recht Frankreich spezifisch, was mir dann als deutsche nicht unbedingt einleuchtete, worauf gerade angespielt wurde.

 

Fazit

Sensibel ist dieses Buch nicht und wenn man damit nicht umgehen kann, sollte man einen Bogen um das Buch machen, stattdessen bietet es einen Gegenpol und ist (vllt auch manchmal brutal) ehrlich. Das fand ich sehr erfrischend und auf eine andere Art und Weise berührend, als ich vermutet hatte.

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Tags: dtv, roman, schicksale   (3)
 

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129 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

matt haig, echo boy, dystopie, jugendbuch, zukunft

Echo Boy

Matt Haig , Violeta Topalova
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.12.2016
ISBN 9783423717120
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kommen wir zuerst zu den positiven Dingen.

Ich mag den Schreibstil vom Autor – er ist angenehm und hat etwas Eigenes an sich.

Ich fand es auch gut, wie sich die zukünftige Technologie ganz natürlich ins Bild eingefügt hat. Das wurde auch dem Leser gut rüber gebracht, weil das meiste nur kurz genannt oder angerissen wird und der Rest (Details) wird der Fantasie des Lesers überlassen.

Ich fand das Zukunftsszenario an sich aber sehr interessant. In diesem Zusammenhang floss auch viel (Gesellschafts-) Kritik in die Geschichte ein. Aber dazu dann später mehr.

Denn nun kommen wir so langsam zu den negativen Aspekten.

Ich hatte zum einen nicht den Eindruck, dass sich der Autor wirklich vertieft mit den technischen Komponenten seiner Geschichte (Technik) beschäftigt hat, weshalb viele der Technologien einen Beigeschmack von Unlogik und Unplausibilität hatten. Das war aber bei weitem nicht das einzige, was nicht gerade plausibel war – leider.

Beginnend mit den Charakteren. Man kann sagen, der Autor hat ein Händchen für das menschliche und für Beschreibung von Gefühlen.

Ich hatte aber starke Probleme mit der Protagonistin. Denn ich empfand sie als Figur unglaubwürdig.

Zum einen jammert sie sehr lange hauptsächlich rum. Was in ihrer Situation nicht mal unverständlich ist, aber ich fand es überzogen. Sie war nicht traurig und hatte Angst, sondern sie war psychotisch –  das hat der Autor an sich auch gut geschrieben, was nicht verwunderlich ist, wenn man weiß, dass der Autor selbst an Depressionen und Angststörungen gelitten hatte, aber mir kam es so vor, als hätte er das stückweit in diesem Buch verarbeitet – ich fand ihre Reaktion trotz der Situation übertrieben.

Zum anderen kam sie mir nicht so vor, wie die Tochter ihres Vaters. Der in dem Buch eine ganz bestimmte Rolle einnimmt. Ich hatte aber deshalb erwartet, dass sie eine stärkere und vor alle klügere Figur ist, die die Fähigkeit besitzt Dinge zu hinterfragen und kritisch zu reflektieren. Dem war aber nicht so.

Allgemeinhin wurde die Protagonistin in dem Buch wie ein kleines Genie dargestellt, welche drei Jahre früher als gewöhnlich in Oxford angenommen wurde. Besonders klug, hat sie sich aber nie verhalten. Auch Zweifel und Kombinationsgabe fehlten ihr völlig.

Das wurde so halbherzig versucht zu erklären durch die ‚Neuropads‘, die im Prinzip sowas wie Painkiller sein sollten, aber sie vernebelten offensichtlich auch das Gehirn und damit das Denken. Damit hat es sich der Autor sehr leicht gemacht, denn anscheint dachte der Autor (warum auch immer), es sei mega wichtig, dass die Protagonistin die Hälfte des Buches gar nichts checkt, obwohl alles so offensichtlich dalag, dass es eigentlich gar nicht vermeidbar gewesen wäre – deshalb hat er die ‚Neuropads‘ erfunden. Ich als Leser kann aber normal denken und kombinieren und habe mich deshalb wirklich verarscht gefühlt. Zumal sie ohne die Neuropads auch nicht klüger gehandelt hat.

Die Kapitel aus Daniels Sicht, fand ich tendenziell besser und auch interessanter. Sie haben es aber auch nicht mehr rausgerissen.

Die Liebesgeschichte fand ich ebenfalls unglaubwürdig. Sie geht größtenteils ohne Kitsch oder Schmachten vonstatten, aber es ist trotzdem „Liebe auf den ersten Blick“. Bei der Protagonistin ist das sogar fast wörtlich zu nehmen, es war nicht der erste Blick, aber ein Blick hat gereicht und mehr bewirkt als 15 Jahre Erziehung von ihrem Vater. Und natürlich ist sie auch sofort unumstößlich, allumfassend und aufopferungsvoll - na klar.

Das ganze Buch besteht aber geschichtlich aus einer absurden Szene nach der anderen – keine davon empfand ich als sinnvoll oder plausibel.

Ich hatte den Eindruck, dass der Autor keine tolle Geschichte erzählen und die mit guten Fragen, Warnungen und Aussagen aufzuwerten wollte (was meines Erachtens der richtige Weg gewesen wäre), sonder er wollte seine Propaganda unter die Leute bringen (in diesem Fall an Jugendliche) und hat irgendeine Geschichte drum herum gebastelt. Und das merkt man ihr leider an.

Versteht mich nicht falsch, ich stimme dem Autor bei vielen seiner Aussagen zu (nicht bei allen), wenn er die soziale Frage und Ungerechtigkeiten behandelt, die Verschleierungsabsichten von Konzernen, die Warnung der sozialen Verwahrlosung im Zeitalter der Technik, gerade bei Kindern, die Warnung zum Thema Umwelt, die Privatisierungen von wichtigen Institutionen, die Frage was macht den Menschen zum Menschen, etc. – finde ich alles an sich gut, dass er das anspricht. Aber nicht wie er es macht – es ist so schwarz/weiß und so unglaublich plakativ. Das nervt. Es ist so plakativ und überspitzt, dass es dadurch unglaubwürdig wird.

Manche Thesen die der Autor in den Raum stellt, finde ich auch schlichtweg quatsch, z.B. eine über Schmerz oder Liebe, selbst seine Einstreuungen, was er als menschlich erachtet, fand ich nicht überzeugend und galten meistens für Lebewesen allgemein, aber eben nicht spezifisch menschlich. Das wirkte für mich so, als wurde der Autor in vielen Bereichen schwarz/weiß denken. Das ist mir zu einfach.

 

Fazit

Ich habe die Befürchtung, dass ich diesen Autor und das wozu er schriftstellerisch in der Lage ist zu leisten, gnadenlos überschätzt habe.

Ich hatte auf eine interessante und tiefgründige Geschichte gehofft, stattdessen musste man sich mit Propaganda auseinander setzten – das hätte er gerne in einen Essay oder sowas tun können, aber nicht in ein Jugendbuch.  

  (4)
Tags: jugendbuch, liebesgeschichte, scifi   (3)
 

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200 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

angelfall, susan ee, engel, apokalypse, raffe

Angelfall - Tage der Dunkelheit

Susan Ee , Sonja Rebernik-Heidegger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2017
ISBN 9783453317482
Genre: Fantasy

Rezension:

Im Prinzip ist das der gleiche rote Faden wie in Band eins: Penryn versucht ihre Schwester zu retten und Raffe versucht seine Flügel wieder zubekommen  – bisschen schwach irgendwie.

Der Schreibstil ist ganz gut und einfach, aber er hat auch nicht unbedingt etwas Besonderes an sich. Ich brauche auch immer ein paar Seiten, bevor ich mit ihm richtig warm werde, aber das ist überhaupt kein Drama.

Ich mag auch nach wie vor die Charaktere, insbesondere Penryn. Sie ist nach wie vor ein Starker Charakter, der einen so nahe gelegt wurde, dass ich all ihre Gedanken und Handlungen nachvollziehen kann.

Vor allem was ihre Familie (Schwester und Mutter) angeht, wurden da ein paar Interessante (z.T. moralische) Fragen aufgeworfen. Denn nicht nur um sie herum ist die Welt zerbrochen, auch ihre Familie scheint vor dem zerbrechen zu stehen. Vor allem so eine Mutter wie die ihre, wünscht man niemanden und der einzige Mensch zu dem sie noch einen Bezug hatte, war ihre Schwester. Deshalb fand ich diese Wendung in Bezug zu ihrer Schwester so interessant, weil ich mich wirklich gefragt habe, wie weit Penryn bereit ist für ihre Schwester zu gehen.

Ich fand es aber sehr gut, dass sie eben keine von den Protagonistinnen ist, die ewig rumjammert und in Selbstmitleid versinkt. Sie ist auch nicht zimperlich, sondern tut eben das, was sie tun muss, ohne dabei aber ihre Menschlichkeit zu verlieren.

Das Buch hat durchaus eine dunkle Atmosphäre –  ist alles andere als eine Kuschelgeschichte. Es gibt viel Blut und Kämpfe und hat seine harten Momente, aber es ist nicht überspitzt, es ist für diese Welt authentisch und das macht es auch Stückweit spannend.

Ich muss aber auch sagen, dass das Buch ganz schön lange braucht, um richtig in Fahrt zu kommen und zwischendurch gab es auch immer mal wieder Passagen, die sich etwas gezogen haben, auch wenn es nicht unbedingt uninteressant war, was beschrieben wurde.

Gerade aber in der ersten Hälfte, war nicht unbedingt viel zu holen. Dort trifft man sehr viel auf Rückblicke („Visionen“), die einen noch mal Szenen aus dem ersten Band mit leicht verändertem Blickwinkel gezeigt haben. In diesen „Visionen“ erfährt man auch etwas mehr über Raffe.

Für die Plausibilität von manchen Dingen, waren diese Szenen vielleicht sogar sinnvoll, aber sie haben auch das Buch gestreckt.

An sich fand ich aber auch ganz clever gemacht, weil Raffe in der Geschichte von Band zwei, praktisch nicht mitspielt (erst ganz zum Schluss), aber durch diese Rückblicke trotzdem präsent ist.

Ich hätte es aber (wie im ersten Band schon) besser gefunden, wenn die Bücher einfach eine zweigeteilte Sicht hätten, von Penryn und von Raffe. Das hätte dann auch für mehr Handlung/Handlungsdichte sorgen können. 

Wie ich vermutet hatte, geht es in diesem Band verstärkt um dies Monster die Ende des ersten Bandes aufgetaucht sind. Ich empfand sie in diesem Band auch nicht als so stören, wie noch im ersten, aber so richtig plausibel finde ich die Sache immer noch nicht.

Leider gab es so einiges dieses Mal, welches nicht unbedingt plausibel war – es gab mehrere Logiklücken in der Geschichte.

Die Sache mit dem Schwert fand ich ebenfalls mehr als sonderbar – ein Schwert mit Gefühlen und Mitteilungsdrang? Ernsthaft? Das hat für mich in diesem Band nicht gerade gut ins Bild gepasst. Generell ist die Handlung leider nicht wirklich dicht. Das geht sogar so weit, dass man im Prinzip am Ende des zweiten Bandes wieder in genau der gleichen Ausgangslage ist, wie Ende des ersten Bandes – das ist schon etwas traurig.

 

Fazit

Das Buch hat mich durchaus unterhalten können und ich habe es auch gerne gelesen, aber die Handlung war ziemlich dünn und erschreckend ist es, dass man sich am Ende dieses Bandes (grob) im Prinzip wieder an der gleichen Ausgangslage wie vor dem Band befindet.

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Tags: fantasy, jugendbuch, überleben   (3)
 

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657 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 138 Rezensionen

fantasy, marie lu, jugendbuch, young elites, verrat

Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolche

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 16.01.2017
ISBN 9783785583531
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Buch lässt sich gut lesen, der Schreibstil ist einfach, er enthält keine Hürden, allerdings finde ich ihn auch frei von Liebreiz. Er neigt dazu die Geschichte schlicht zu beschreiben, anstatt mich wirklich in das Geschehen hineinzuziehen.

Das große Problem an dem Buch ist, dass es extrem kontrastreich ist. Es spaltet sich selbst zu sehr ab.

Besonders deutlich zeigt sich das in der groben Handlung, denn das Buch schwankt (gerade in der ersten Hälfte) zwischen blutigen, brutalen, dunklen Szenen mit Kampf, Missbrauch, etc.(was mich positiv überrascht hat) und anderseits ein Anziehspiel mit edlen Kleidern, Schönheit und Anmut der Figuren und Prunk von Fluren und Kammern etc. – das letzte leider wurde leider sehr ausschweifend betrieben.

Eine Priorität, die ich nicht nachvollziehen kann. Zumal das Kontraste sind, die einfach nicht stimmig zusammen passen wollen und zum anderen es das Buch damit streckt und das obwohl die Schriftgröße schon groß und Papier dick ist. Das Buch hat nur wenig Raum für wirkliche Handlung. Erst im letzten Drittel nimmt die Handlung richtig an Fahrt auf und ab da wird es deutlich spannender.

Wirklich große Schwierigkeiten hat die Autorin auch mit dem worldbuilding (auch bei Legend war das so). Man erfährt über die Welt nur das absolute Minimum. Das fand ich störend, denn das gehört zum Rahmen der Geschichte. Keine Rieten, Sitten, näheres zum Glauben, Aufbau, nichts. Es handelt sich über eine erdachte Fantasiewelt und erinnert etwas an eine Anlehnung von  „Game of Thrones“ (im Laufe des Buches gab es mehrere kleine Parallelen, z.B. Aussehen der Protagonistin, das Königspaar oder die Politikschließung in den Betten der Bordelle) – oder irgendeine Mischung aus römischer/griechischer Antike und Mittelalter.

Eine weitere Schwäche der Autorin ist der Aufbau von glaubwürdigen Charakteren, denn die blieben weit überwiegend blass und auch dort tauchten die angesprochenen Kontraste auf.

Die Protagonistin ist Adelina, aus ihrer Sicht liest man am meisten, es gibt aber auch immer mal wieder verschiedenster anderer Sichten. Außerdem gibt es noch zahlreiche Rückblicke, in denen man etwas aus Adelinas Leben erfährt.

Mit Adelina hatte ich aber große Schwierigkeiten. Ihr Charakter ist nicht unbedingt vertieft worden. Was klar wird ist, dass sie ein wirklich schlechter Mensch ist. Sie ist fast ausschließlich von Hass und Gier getrieben und verspürt ständig Mordlust (sie tut eigentlich nie irgendwas Gutes) – auf der anderen Seite errötet sie in jedem zweiten Absatz und wirkt geradezu naiv. Das waren mir in dem Fall zu starke Gegensätze, sie passten nicht natürlich zueinander.

Die Autorin hat auch in der Danksagung geschrieben, dass sie eine Geschichte über „den Schurken“ schreiben wollte. Das hätte ich begrüßt! Ein Buch mit einer Antiheldin im Jugendbuchbereich, hätte ich toll gefunden.  Doch ich finde nicht, dass das gut geklappt hat, denn dafür wurde ihre Figur nicht genug vertieft und ihr fehlt dafür schlicht der Charme oder das gewisse Etwas. Denn es reicht einfach nicht, einen „schlechten Menschen“ zum Protagonisten zu machen, wenn man das macht, dann braucht die Figur eine gewisse Faszination, damit es funktioniert und das hat Adelina nicht.

Ich hätte mir gewünscht, dass auf diese Gegensetze ihres Charakters mehr eingegangen worden wäre, denn das birgt durchaus viel Potential, aber es wurde nicht genutzt.

Fast  Wahnsinnig gemacht hat mich, dass sie viele Dinge durchaus erkennt und sogar benennt, aber nie irgendwelche Konsequenzen daraus zieht oder irgendwas damit anfängt. Weshalb ich mich gefragt habe, wozu all diese Dinge oder Erkenntnisse überhaupt aufgeworfen wurden, wenn dann doch nichts damit gemacht wurde.

Das zog sich durch das gesamte Buch, was in mir das Gefühl geweckt hat, dass ich ein unfertiges Buch lese, als hätte das noch ausgeführt, aufgegriffen oder bearbeitet werden sollen, aber nicht mehr gemacht wurde. Mir sind auch tatsächlich ein paar Fehler aufgefallen, bei denen ich mich gefragt habe, wie das durch ein Lektorat gekommen sein konnte (z.B. Enzos Haare wurden erst als dunkelrot fast schwarz beschrieben, hundert Seiten weiter dann plötzlich scharlachrot und später wieder dunkel).

Ich finde auch nicht eine einzige Beziehung in dem Buch glaubwürdig oder nachvollziehbar.

Zum einen die zu ihrer Schwester: Die Rückblicke dienen natürlich auch dazu die Schwester und die Beziehung zw. den Schwestern zu erläutern. Ein wichtiges Thema ist natürlich auch die ambivalenten Gefühle Adelinas zu ihrer Schwester. Das hätte man für meinen Geschmack mehr vertiefen müssen, um mehr Potential zu haben damit zu spielen. Denn eigentlich sieht man fast nur, wie ungerecht Adelina zu ihrer Schwester ist und dass sie sich im ständiger Konkurrenz zu ihr begibt, während diese Adelina bedingungslos liebt – warum auch immer, Gründe wurden mir keine aufgezeigt.

Zum anderen die Beziehung zu der Gemeinschaft der Dolche: Sie sagt auch selbst: Das Böse in Enzo und die Niedertracht der anderen – aber sie zieht keinerlei Schlüsse, obwohl sie mit dieser Einschätzung vollkommen recht hat. Denn auch in dieser Gemeinschaft befinden sich keine guten Menschen mit ehrvollen, höheren Zielen, im Gegenteil.

Die Beziehung zum love-interestfinde ich sowieso sehr fraglich, denn dort zeigt sich ein deutlicher Vaterkomplex der Protagonistin. Er erzeugt ganz bewusst in ihr Todesangst, Schmerz und unbändige Wut und trotzdem fühlt sie sich zu ihm hingezogen, tut alles um seine Aufmerksamkeit und Nähe zu erlangen. Daraus hätte man sogar was machen können, aber die Autorin lässt das einfach so stehen und ich finde das geht nicht.

Finde es insofern aber schon wieder gut, dass es in diesem Buch berechtigt wirkt, dass diese Malfettos mit besonderen Fähigkeiten als Monster bezeichnet werden und nicht wie in vielen anderen Büchern, dass das gänzlich ungerechtfertigt ist.

Kurz: sehr viel gekünstelt, weil eben nichts daraus gemacht wurde, sondern höchstens aufgeworfen und sinnlos im Raum rumsteht. Das Buch hätte 400-500 Seiten länger sein müssen – es fehlt Text, es fehlt die Ausschmückung, die Tiefe, der Platz für Beschreibungen und Aufbau. Das hier hätte ein Fantasy-Epos werden können, aber das Potential wurde nicht genutzt.

Den roten Faden von zweidrittel des Buches fand ich vorhersehbar – zum Schluss waren aber ein paar Wendungen enthalten, die mich tatsächlich überraschen konnten und die ich toll fand.

Das Ende fand ich ebenfalls wirklich gut und es gibt Hoffnung für den nächsten Band, weil endlich auch ein paar Fehler aus der Welt geschafft wurden – Potential ist also da, dass die Reihe sich sehr steigern könnte – aber Potential hatte dieser Band im Prinzip auch schon…

 

Fazit

Dieses Buch besteht aus Kontrasten, die nicht zusammen passen wollen. Es war sehr viel Potential vorhanden, aber das wurde einfach nicht genutzt. Trotzdem interessiert es mich, wie die Geschichte weiter geht.

  (3)
Tags: fantasy, jugendbuch, loewe   (3)
 

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(60)

128 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

kurzgeschichten, essays, marina keegan, liebe, yale

Das Gegenteil von Einsamkeit

Marina Keegan , Brigitte Jakobeit
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.04.2016
ISBN 9783596032426
Genre: Romane

Rezension:

Ich fand das Vorwort oder die Vorbemerkung schon sehr gut. Sie hat meine Vorfreude auf die folgenden Geschichten sehr gesteigert und einen kurzen aber prägnanten Eindruck von der Person der Autorin vermittelt.

Besonders an der Autorin ist natürlich, dass sie sehr jung war – gerade mit ihr Studium in Yale beendet, als sie bei einem Autounfall starb.  

Ich bin ziemlich begeistern von dem Schreibstil der Autorin. Ich würde ihn als klar, aufrichtig, intelligent und gleichzeitig jung und lebendig beschreiben.

Er hat eine einnehmende Art an sich, vor allem hat die Autorin ein Talent Situationen, Stimmungen und Momente zu beschreiben.

Ich mochte auch die Worte, die die Autorin gewählt hat. Es ist intelligent, aber auch frech geschrieben. Das mochte ich sehr. Wobei ich natürlich die deutsche Übersetzung gelesen habe. Aber in diesem Fall würde es mich wirklich interessieren, wie die Originalworte geklungen haben bzw. welche gewählt wurden. Wie gesagt, fand ich die Übersetzung aber sehr überzeugend.

Gerade ein paar der Essays fand ich sehr gut und diese bieten viele Denkanstöße. Ein paar fand ich aber auch nicht gut und unansprechend. Gleiches gilt für die Stories: Natürlich haben mir manche Geschichten besser gefallen als andere, aber jede hatte etwas Besonderes an sich.

Bei den Stories geht es im Prinzip immer um (Liebes-)Beziehungen. Aber diese sind klug, fein/subtil und irgendwie anders.

In erster Linie sind das nie wünschenswerte oder gesunde Beziehungen – aber vielleicht macht genau das ihr Potential zum darüber Nachdenken aus.

Ich möchte euch keinen falschen Eindruck von dem Buch vermitteln – glaubt also bitte nicht, dass das hier eine Kurzgeschichtensammlung von Liebesgeschichten ist, denn das ist es nicht.

Die meisten der Geschichten sind auch irgendwie dunkler – es gibt viele Verlust- und auch Todesfälle.  Es ist nicht schwermütig, aber schon dunkler angehaucht. Andere hingegen zeugen von einem gewissen Tatendrang und Optimismus.

Bei manchen bin ich mir ihrer Aussage aber nicht ganz sicher oder habe sie möglicherweise auch nicht ganz verstanden. Allerdings sorgte das auch dafür, dass ich nach jeder Geschichte inne gehalten habe und wirklich darüber sinniert habe. Dieses Buch bietet sehr viel Raum für Interpretation.

 

Fazit

Natürlich gab es Texte, die ich besser fand als andere – das ist bei so einer Sammlung von Texten normal. Aber insgesamt war ich wirklich begeistert – vor allem von dem Schreibstil (auch wenn ein wenig mehr Schliff möglich gewesen wäre).

Es ist wirklich tragisch, hier ist der literarischen Welt eine vielversprechende Autorin verloren gegangen.

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Tags: essay, kurzgeschichten   (2)
 

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49 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

einsamkeit, frankreich, freundschaft, familienprobleme, garten

Das zweite Leben des Monsieur Moustier

Aude Le Corff , Anne Braun
Flexibler Einband: 186 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.09.2016
ISBN 9783458361695
Genre: Romane

Rezension:

Die Protagonistin hat keinen Name (bzw. man erfährt ihn nicht)  – da sie den gleichen Beruf und Geburtsort wie die Autorin hat (Tokio), bekommt man das Gefühl, die Autorin schreibt über sich selbst (was soweit ich weiß nicht der Fall ist).

Gleich mal vorweg gesagt, das Buch ist schrecklich langweilig. Es ist nicht unbedingt schlecht…aber eben langweilig.

Der Schreibstil ist einfach und nicht unangenehm, aber er hatte für mich auch keinen besonderen Charme oder andere Besonderheiten.

Es geht sehr viel – eigentlich ausschließlich – um die Vergangenheit. Die Vergangenheit und schlechte Kindheit der Protagonistin und den ungeklärten Vaterkomplex. Sowie um die Vergangenheit des alten Mannes (Moustier), dessen Kindheit und seine Vergangenheit als schlechter Vater.

Buhu, jeder Mensch hatte schlimme Erlebnisse in der Kindheit bzw. Familie.

Hinzu kommt auch noch die Problematik des zweiten Weltkrieges – einer Zeit die der alte Mann noch mitbekommen hat und seine Kindheit geprägt hat und alte Berichte, die in dem Buch vorkommen.

Damit kriegt mich niemand hinter dem Kamin hervorgeholt. Im Gegenteil, damit treibt man mich dahinter.

Es blieb ein großer bestand zwischen mir und der Geschichte, sie hat mich nicht berührt, noch nicht einmal unterhalten.

Die Charaktere blieben mir ebenfalls fern. Ich konnte keinerlei Verbindung zu ihnen aufbauen.

Gerade diese ständigen Selbstzweifel und Selbstvorwürfe, fand ich auf Dauer anstrengend und schwarzmalerisch. Dem gesamten Buch haftet etwas Schwarzmalerisches oder melancholischen an. Hinten raus wird der Geschichte etwas vermutlich Hoffnungsvolles reingedrückt, das hat für mich das Buch aber auch nicht mehr gerettet, geschweige denn mich berührt.

Letztendlich geht es im ganzen Buch um den verzweifelten Kampf nach Anerkennung und/oder Nähe. Das alleine reicht mir aber nicht. Das ist ein Buch bei dem ich damit gerechnet hätte, dass es ein Buch der 90er ist (Thema und Gestaltung/Ausarbeitung). Warum man sowas noch 2016 schreibt, ist mir vollkommen schleierhaft.

 

Fazit

Ich hatte etwas vollkommen anderes von dem Buch erwartet. Es ist kein schlechtes Buch, aber ich fand es unfassbar langweilig und kein bisschen berührend, wie es einen eigentlich versprochen wird.

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Tags: familienprobleme, freundschaft, roman   (3)
 

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237 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 12 Rezensionen

fantasy, high fantasy, vin, nebel, religion

Herrscher des Lichts

Brandon Sanderson ,
Flexibler Einband: 991 Seiten
Erschienen bei Heyne, 06.04.2010
ISBN 9783453523388
Genre: Fantasy

Rezension:  
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110 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

liebe, sommer, urlaub;, sarah dessen, das perfekte leben;

The Moon and more

Sarah Dessen , Michaela Kolodziejcok
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.05.2015
ISBN 9783423740104
Genre: Jugendbuch

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124 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

freundschaft, liebe, schwangerschaft, erste liebe, tod

Someone like you

Sarah Dessen , Gabriele Kosack
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2012
ISBN 9783423782647
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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161 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

liebe, familie, ruby, sarah dessen, reichtum

About Ruby

Sarah Dessen , Gabriele Kosack
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2012
ISBN 9783423782678
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich weiß dummerweise nicht, in welcher Reihenfolge die Bücher erschienen sind, aber hier kam mir der Schreibstil der Autorin immer noch gut, aber etwas ungeschliffen vor und wirkten leider auch etwas zu sehr konstruiert.

Manche Dinge fand ich auch nicht so ausgefeilt, wie ich es von der Autorin gewohnt bin.

Ich war auch ziemlich (positiv) überrascht, dass es in diesem Buch nicht die üblichen „Muster“ gab, wie in allen anderen Büchern, die ich von ihr gelesen habe.

Beginnend damit, dass ich zur Abwechslung mal auf Anhieb die Protagonistin mochte. Sie war von Anfang an eine stärkere, wenn auch gebrochene Person. Ihre Familiensituation war auch die bisher härteste.

Das war in diesem Buch auch definitiv das Hauptthema – am meisten Augenmerk wurde auf die Familie gelegt bzw. auch darauf was Familie eigentlich ist und was sie bedeutet.

Dementsprechend (aber auch allgemein) wurde in diesem Buch viel Wert auf die Zwischenmenschlichen Beziehungen gelegt.

Das ist einer von Dessens großen Stärken: Die Darstellung von authentischen Charakteren und dessen Beziehungen untereinander.

Da wäre zum einen die Beziehung zu ihrer Schwester und Schwager (der übrigens sehr an Zuckerberg und Facebook angelehnt scheint), die zu ihrer Mutter und die zu ihren Freuden, sowohl zu den auf der neuen, als auch alten Schule. Weshalb wie so oft auch das Thema Freundschaft aufgegriffen wird.

Das ist einfach schön und mitfühlend beschrieben und es wurde (typisch für ihre Bücher) auf diese schrecklichen 0815-Muster verzichtet - keine schmachtende Liebesgeschichte, keine verkorksten Freundschaften, kein Klischee und Kitsch,  sondern richtige Werte.

Meines Erachtens ist in diesem Buch eins der Hauptthemen Vertrauen  und es geht auch darum Hilfe anzunehmen.

Das alles ist einfach schön und mitfühlend erzählt, mit Tiefgang und Emotionen.

Wirklich nur ganz beiläufig, zeigt die Geschichte übrigens auch auf wie wichtig Bildung ist. Ich finde es wirklich toll, was für Werte in ihren Büchern vermittelt werden.

 

Fazit

Insgesamt ist das eine wirklich tolle Geschichte, mit allem was ein gutes Buch braucht. Das beste Buch von Sarah Dessen ist es allerdings nicht.

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Tags: contemporary, dtv, familie, freundschaft, liebesgeschichte   (5)
 

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terror, theaterstück, von schirach, buecherseele, gesetze

Terror

Ferdinand Schirach
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Piper, 07.12.2015
ISBN 9783492056960
Genre: Romane

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