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625 Bibliotheken, 7 Leser, 4 Gruppen, 127 Rezensionen

zeitreise, liebe, england, jugendbuch, fantasy

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Alexandra Pilz
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 25.02.2013
ISBN 9783453534261
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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(50)

78 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

rote haare, humor, robbins, roman, wortwitz

Buntspecht

Tom Robbins , Thomas Lindquist , Leslie W. LePere , Dieter Wiesmüller
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 05.05.1983
ISBN 9783499151484
Genre: Romane

Rezension:

Erster Satz: "Im letzten Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts, einer Zeit, in der die westliche Zivilisation zu rasch zur Neige ging, um es sich wohlsein zu lassen, und doch wieder zu langsam, um richtig aufregend zu sein, hockte fast alle Welt auf der Kante eines immer teurer werdenden Theatersessels und wartete – je nach persönlicher Neigung – in Furcht, Hoffnung oder Langeweile darauf, daß etwas Bedeutsames passierte."
Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de

Tom Robbins, Jahrgang 1936, ist der Gottvater der Metapher, der König der ungekrönten Vergleiche, der Lehrmeister der Phantasie, der Schöpfer der Wortschöpfung, der Erstplatzierte der ersten Sätze, der Erfinder der Kreativitätstheorie. Die wilden Romane des US-Amerikaners sind Sex, Philosophie, Lebensfreude. Unterhaltung, Religion, Politik. Und immer Inspiration für alle, die schreiben. Er ist der Maßstab der Erzählkunst. Er ist Literatur. Punkt.

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53 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

beziehung, fan, rockstar, liebe, familie-modern

Juliet, Naked

Nick Hornby
Buch: 256 Seiten
Erschienen bei Hueber Verlag, 15.01.2012
ISBN 9783192429262
Genre: Sachbücher

Rezension:

Erster Satz: "Sie waren von England nach Minneapolis geflogen, um sich ein Klo anzuschauen."
Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de

Nick Hornby, Jahrgang 1957, schreibt über Fußball, Pop und Frauen. Also über die wichtigsten männlichen Lebensinhalte. Kerle lesen zwar in der Regel keine Romane, aber Hornbys Taktik geht trotzdem auf. Mit seinem Debüt “Fever Pitch” hat er das Ballfieber-Buch schlechthin vorgelegt. Und auch der erste Satz bei einem seiner jüngsten Werke ist Champions League. Er strotzt vor dem, worauf der populäre Brite sein gesamtes Werk begründet: Leidenschaft – egal ob für Fußball, Frauen, Familie oder Musik. Vorwerfen kann man Hornby höchstens eines: Er setzt auf den falschen Verein. Aber man kann nicht alles haben.

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117 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

cyberpunk, science fiction, cyberspace, zukunft, matrix

Neuromancer

William Gibson
Flexibler Einband: 366 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.01.1994
ISBN 9783453056657
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Erster Satz: “Der Himmel über dem Hafen hatte die Farbe eines Fernsehers, der auf einen toten Kanal eingestellt ist.”
Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de

William Gibson, Jahrgang 1948, ist einer dieser Science-Fiction-Autoren, denen man das “Fiction” wegredigieren sollte. Müsste! Denn allein das, was sich der US-Amerikaner in seinem Debütroman “Neuromancer” herbeischrieb, war zuweilen alles andere als erfunden, wie sich freilich erst später herausstellte: Begriffe wie Cyberspace, Cyberpunks oder Matrix muss ihm einer aus der Zukunft geflüstert haben (Trinity? Morpheus!) Also geklaut? I wo, wohl eher eine Frühform des Future-Mashup! Einen bösen Schnitzer hat sich Gibson aber dennoch geleistet – und das ausgerechnet im ersten, zukunftsweisenden Satz. Dass nämlich ein “toter Kanal” bald schon kaum mehr zu finden sein würde in der überbevölkerten Fernsehlandschaft, hätte er wissen müssen, der olle Futur-Fex.

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377 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

berlin, roman, verfilmt, mauerfall, kreuzberg

Herr Lehmann

Sven Regener
Flexibler Einband: 284 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 17.10.2005
ISBN 9783442461288
Genre: Romane

Rezension:

Erster Satz: "Der Nachthimmel, der ganz frei von Wolken war, wies in der Ferne, über Ostberlin, schon einen hellen Schimmer auf, als Frank Lehmann, den sie neuerdings nur noch Herr Lehmann nannten, weil sich herumgesprochen hatte, dass er bald dreißig Jahre alt werden würde, quer über den Lausitzer Platz nach Hause ging."
Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de

Der Satz, der voller Abzweigungen war, verwies auf das schriftstellerische Glück, das sich durch einen markant-querulanten Stil einstellen sollte, als Sven Regener, den sie ursprünglich als Chefkauz und Geschichtenschnodderer der Chanson-Kapelle Element of Crime kannten, weil er damit berühmt geworden war, quer über die Seiten der liebenswerten Mauerfall-Geschichte zur Katharsis des Erzählens fand.

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102 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 9 Rezensionen

deutschland, reise, party, orgie, 90er jahre

Faserland.

Christian Kracht

Erschienen bei null
ISBN 9783442433612
Genre: Romane

Rezension:

Erster Satz: “Also, es fängt damit an, daß ich bei Fisch-Gosch in List auf Sylt stehe und ein Jever aus der Flasche trinke.”
Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de

Christian Kracht, Jahrgang 1966, gilt als Vorreiter der Popwelle in der deutschen Literatur. Er selbst lehnt den Begriff ab, spricht stattdessen von “Light Entertainment”. Populär wurde sein Debütroman allemal: Heute zählt “Faserland” zu den bekanntesten deutschsprachigen literarischen Texte der Neunziger. Die sinnfreie Reise des namenlosen Schnösels von Nord- nach Süddeutschland erhebt die Leere zur Kunstform, als Spiegelbild einer teilnahmslosen Jugend, deren Dekadenz zum Himmel stinkt. Dreist auch der erste Satz: Da steht also ein Mann an der nördlichsten Fischbude Deutschlands und kippt sich ein Bier hinter die Binde. Das allein wäre so bemerkenswert wie die Ankündigung, dass auf Ebbe garantiert Flut komme, wenn sich in den Worten nicht ebenjene Hoffnungslosigkeit und Belanglosigkeit einer ganzen Generation widerspiegeln würde. Ein Gesellschaftsroman über das Verschwinden. Von allem. Auch das scharfe S im ersten Satz ist inzwischen aus den Büchern verschwunden.

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

sodomie, philosophie, sex, popkultur, asien

Villa Incognito

Tom Robbins , Pociao de Hollanda , Roberto de Hollanda , any.way
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.06.2006
ISBN 9783499236235
Genre: Romane

Rezension:

Erster Satz: “Es heißt, Tanuki hätte seinen Hodensack als Fallschirm benutzt, als er vom Himmel fiel.”
Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de

Tom Robbins, Jahrgang 1936, ist der Gottvater der Metapher, der König der ungekrönten Vergleiche, der Lehrmeister der Phantasie, der Schöpfer der Wortschöpfung, der Erstplatzierte der ersten Sätze, der Erfinder der Kreativitätstheorie. Die wilden Romane des US-Amerikaners, in diesem Fall eine bizarre Fabel für Erwachsene, sind Sex, Philosophie, Lebensfreude. Unterhaltung, Religion, Politik. Und immer Inspiration für alle, die schreiben. Er ist der Maßstab der Erzählkunst. Er ist Literatur. Punkt. Hatten wir schon mehrfach, macht aber nix. Punkt.
PS: Tanukis gehören zur Gattung der ostasiatischen Wildhunde und trinken am liebsten selbst gebrannten Sake.

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251 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

klassiker, faust, goethe, teufel, wette

Johann Wolfgang Goethe: Faust I und Faust II

Ralf Sudau , Klaus M Bogdal , Clemens Kammler
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Oldenbourg, R., Verlag GmbH, 04.05.1998
ISBN 9783486886634
Genre: Klassiker

Rezension:

Erster Satz: "Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten, die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt."
Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de

Johann Wolfgang von Goethe, 1749 bis 1832, müsste eigentlich Johann Wolfgang von Goettlich heißen. Denn die Supernova der Dichtkunst war einer der wenigen Universal-Schlaumeier, deren Genialität keine Grenzen duldete. Seine 1808 veröffentlichte Tragödie über Doktor Faustus gilt als das bedeutendste und meistzitierte Werk der deutschen Literatur. Wie er die “Zueignung”, eine Widmung in Versform, beginnt, kommt einem schriftstellerischen Urknall gleich. Der Autor spricht darin die Figuren seiner Geschichte an, berichtet vom Erwachen des Schaffensprozesses. “Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten” – so also fängt es an, das vielleicht älteste Making-of der Welt.

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469 Bibliotheken, 18 Leser, 3 Gruppen, 12 Rezensionen

klassiker, hermann hesse, selbstfindung, gesellschaft, psychologie

Der Steppenwolf

Hermann Hesse
Flexibler Einband: 421 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 18.06.2012
ISBN 9783518463550
Genre: Klassiker

Rezension:

Erster Satz: “Der Tag war vergangen, wie eben die Tage so vergehen; ich hatte ihn herumgebracht, hatte ihn sanft umgebracht, mit meiner primitiven und schüchternen Art von Lebenskunst; ich hatte einige Stunden gearbeitet, alte Bücher gewälzt, ich hatte zwei Stunden lang Schmerzen gehabt, wie ältere Leute sie eben haben, hatte ein Pulver genommen und mich gefreut, daß die Schmerzen sich überlisten ließen, hatte in einem heißen Bad gelegen und die liebe Wärme eingesogen, hatte dreimal die Post empfangen und all die entbehrlichen Briefe und Drucksachen durchgesehen, hatte meine Atemübungen gemacht, die Gedankenübungen aber heut aus Bequemlichkeit weggelassen, war eine Stunde spazieren gewesen und hatte schöne, zarte, kostbare Federwölkchenmuster in den Himmel gezeichnet gefunden."
Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de

Der Satz war vergangen, wie eben lange Sätze so vergehen; der Autor hatte ihn herumgebracht, hatte ihn sanft umgebracht, mit seiner anspruchsvollen und klugen Art von Schreibkunst; er hatte einige Stunden daran gearbeitet, andere Bücher gewälzt, er hatte zwei Stunden lang Schmerzen gehabt, wie ältere Autoren sie eben haben, hatte ein Pulver genommen und sich gefreut, dass die Schmerzen sich überlisten ließen, hatte in einem heißen Bad gelegen und die liebe Wärme eingesogen, hatte dreimal die Post empfangen und all die entbehrlichen Briefe und Drucksachen durchgesehen, hatte seine Atemübungen gemacht, die Gedankenübungen aber heut aus Bequemlichkeit weggelassen, war eine Stunde spazieren gewesen und hatte schöne, zarte, kostbare Federwölkchenmuster in den Himmel gezeichnet gefunden.
Danach schrieb Hermann Hesse (1877 bis 1972) den “Steppenwolf” zu Ende und wurde weltberühmt. Doch, so kurz kann man das sagen.

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72 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

afrika, schottland, mungo park, historischer roman, london

Wassermusik

T. C. Boyle , Werner Richter (Übers.)
Flexibler Einband: 711 Seiten
Erschienen bei Rowohlt TB., 01.01.2008
ISBN 9783499247385
Genre: Romane

Rezension:

Erster Satz: "Während die meisten jungen Schotten seines Alters Röcke lüpften, Furchen pflügten und die Saat aussäten, stellte Mungo Park dem Emir von Ludamar, Al-Hadsch’ Ali Ibn Fatoudi, seine bloßen Hinterbacken zur Schau."

Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de

Keine Frage, der Satz ist Wassermusik in den Ohren des Lesers! Ein Auftakt wie ein Hieb mit der Weißschwanzgnupeitsche! Keinen Schimmer, worüber und worauf man sich am meisten freuen soll. Wer seinen Helden Mungo nennt und ihn nach wenigen Wörtern auf den Emir von Ludamar treffen lässt – mit britenblassem Gesäß voraus wohlgemerkt -, der hat definitiv selbstgebrannten Schnaps in der Hausbar. T. C. Boyle, Jahrgang 1948, zeigt gleich bei seinem Romandebüt, das wenige Jahre nach seinem Doktortitel in englischer Literatur des 19. Jahrhunderts erschien, wie man das Zelt des Entdeckungsreisenden zum Dampfen bringt. “Wassermusik” erzählt von zwei Westafrika-Expeditionen des Schotten Mungo Park, der sich um 1800 auf die Suche nach dem Niger machte – und an den Umständen scheiterte. Boyle dagegen triumphierte. Romanreisen in das Detaildickicht der Geschichte blieben seine Leidenschaft. Auf diesem Acker hat der gedankenwilde US-Amerikaner tiefe Furchen gepflügt und schöne Saat gesät.

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

desmond bates, schwerhörigkeit, linguistik, fred, david lodge

Wie bitte?

David Lodge , Renate Orth-Guttmann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.09.2010
ISBN 9783453407749
Genre: Romane

Rezension:

Erster Satz: "Der hochgewachsene Mann mit grauem Haar und Brille, der am Rand der Menge im Hauptraum der Galerie steht und sich tief zu der jungen Frau in der roten Seidenbluse hinunterbeugt, den Kopf zur Seite geneigt, weise nickend und hin und wieder phatisch murmelnd, ist nicht, wie man denken könnte, ein Priester außer Dienst, den sie dazu überreden konnte, ihr inmitten einer Party die Beichte abzunehmen, oder ein Psychiater, dem sie eine kostenlose Beratung abgeschwatzt hat; Zweck der Übung ist es auch nicht, ihm einen besseren Einblick in ihr Dekolleté zu verschaffen, obgleich das ein willkommener – leider auch der einzige – Bonus ist, der in seiner derzeitigen Situation für ihn herausspringt."

Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de

Wie bitte? Das soll ein einziger Satz sein? In der Tat: Der Einstieg in David Lodges gleichnamigen Roman schlängelt sich an allerlei Satzzeichen vorbei – Kommas, Semikolons, Gedankenstriche -, ehe der erlösende Punkt erreicht ist. Erlösend ist freilich relativ, denn eine Qual ist der Satz nicht, und wenn, dann eine schöne. Lodge, Jahrgang 1935, versteht es meisterlich und rhythmisch sauber, allerlei Köder auszulegen und seidenblusenschlüpfrige Reizworte einzustreuen, während er seine lebenskluge Geschichte über die Leiden des schwerhörigen Linguistikprofessors Desmond Bates beginnt.

Später wird der Leser erfahren, dass es nicht der allwissende Erzähler ist, der hier auftrumpft, sondern die Hauptfigur selbst, die einige ihrer Erlebnisse in distanzierter Form skizziert, um literarisch in Form zu bleiben. Das bedeutet Lesefreude auf mehreren Ebenen. Lob für Lodge, den Meister des britischen Universitätsromans.

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

proust, klassiker, auf der suche nach der verlorenen zeit, einführung, frankreich

Wie Proust Ihr Leben verändern kann

Alain De Botton , Alain Botton , Thomas Mohr
Flexibler Einband: 234 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 18.05.2000
ISBN 9783596137343
Genre: Klassiker

Rezension:

Erster Satz: "Es gibt wenig, dem sich der Mensch mit größerer Hingabe widmet als dem Unglücklichsein."

Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de

Also glücklich macht diese Eröffnung nicht. Eher unglücklich. Und während wir uns damit befassen, uns dem Sinn dieser Worte hinzugeben, merken wir, dass er Recht haben könnte, der Autor. Unglücklich geht immer. Ein Klassiker der Leidenschaften.

Alain de Botton hat oft Recht. Der 1969 in Zürich geborene Schriftsteller hat Philosophie studiert, ehe er sich beherzt auf komplizierte Themen stürzte, um sie vereinfacht darzustellen. Zum Beispiel Marcel Proust. Der berühmteste Sucher der verlorenen Zeit verlangt seinen Lesern bekanntlich viel ab, Geduld vor allem, hat doch allein der erste Teil seines Sieben-Bände-Zyklus 564 Suhrkamp-Seiten. Alain de Botton destilliert daraus ein Ratgeberbuch. Und beantwortet Fragen wie: Wie man das Leben liebt. Wie man erfolgreich leidet. Wie man sehen lernt. Und so weiter. Ganz im Sinne des französischen Stubenhockers. Der widmete sich gerne dem Unglücklichsein. Und schuf Sätze, die Leben verändern können. Und glücklich machen.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Nächte mit Bosch

Axel Hacke , Michael Sowa
Buch: 174 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 10.01.2011
ISBN 9783888977039
Genre: Humor

Rezension:

Erster Satz: “Nachts, wenn ich einsam bin, wenn mich die letzten Gesichter auf dem Fernsehschirm verlassen haben und weiße Krokodile sich langsam aus dem Spülstein schieben, setze ich mich gern ein wenig in die Küche und unterhalte mich mit dem Kühlschrank.”

Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de

Wahrscheinlich tut man ihm unrecht. Aber angesichts der Tatsache, dass jemand mit Küchengeräten plaudert, noch dazu mit unterkühlten Exemplaren und in absoluter Dunkelheit, angesichts dessen muss die Frage erlaubt sein, ob dieser Boschflüsterer noch alle Eiswürfel im Gefrierfach hat? Unbestritten ist, dass Axel Hacke nicht von dieser Autorenwelt ist. Wahrscheinlich wurde er von höher entwickelten Krokodilen anno 1956 mit der Mission in Braunschweig ausgesetzt, als Wortgott in Menschengestalt nach München zu ziehen, um hier zunächst der Deutschen Journalistenschule (DJS) und dann der Süddeutschen Zeitung die neue Ikone zu geben.

Denn was Hacke in die Tasten hackt, und das nun schon seit mehr als 30 Jahren, gleicht überirdischer Herrlichkeit. Der ehemalige Politikstudent ist Streiflichtgestalt und Reportagenkönig, Kolumnengott und Schönschriftsteller, Worterfinder und Satzfeiler. Dabei immer einer, der sich selbst nicht wichtiger nimmt als die Geschichte, die er erzählt. Wer so perfekt ist, der darf sich gerne nächtelang mit Kühlschränken unterhalten. Wenn’s hilft …

PS: In meiner eigenen Zeit an der DJS war mir Hacke stets ein großes Vorbild. Ein Gespräch mit meinem Kühlschrank (oder irgendeinem anderen) habe ich bis heute nicht hinbekommen.

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79 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

brenner, krimi, österreich, knochen, steiermark

Der Knochenmann

Wolf Haas
Flexibler Einband: 154 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 18.02.2009
ISBN 9783499252372
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Erster Satz: “Jetzt ist schon wieder was passiert.”

Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de

Wolf Haas, Jahrgang 1960, ist ein Meister des kreativen Erzählens, und ob du es glaubst oder nicht, aber der Österreicher hat einen ganz eigenen Stil gefunden. Leser-Duzer Hilfsausdruck. Berühmt gemacht haben Haas seine Brenner-Krimis, deren berühmter erster Satz vor allem deshalb so berühmt ist, weil er so unverschämt leicht daherkommt. Gleichzeitig lastet alles auf ihm: die Neugier, was genau wem passiert ist; die Spannung, welche Folgen das hat; der Wissensdurst, wer der Informant ist, der offensichtlich schon bei früheren Ereignissen Augenzeuge war.

Als zum siebten Mal schon wieder was passiert ist, schenkt uns der Autor eine neue Eröffnung. Und jetzt pass auf, die hat es ebenfalls in sich, weil das Plappermaul von Erzähler ja eigentlich im sechsten Band gestorben ist. Irgendwie dann aber doch nicht, wie sich in „Der Brenner und der liebe Gott“ herausstellt. Und im Interview, das ich einmal mit ebenjenem Erzähler führen durfte, machte er ebenfalls einen kreuzfidelen Eindruck. Überschäumend Hilfsausdruck. Über den Haas hatte er auch was zu berichten: Der sei, ob du es glaubst oder nicht, „ein blasses Bürscherl, das viel vor dem Computer sitzt. Und ein Interview nach dem anderen, das kann auch nicht gesund sein. Ich sage, so ein junger Mensch sollte auch einmal hinaus gehen, Sport, Mädchen, alles. Aber bitte, das muss er selber wissen.“

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

liebe, hotel, geist, portugal, tod

Die kleine Göttin der Fruchtbarkeit

Paul Mesa , any.way , Barbara Hanke , Cordula Schmidt
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.12.2011
ISBN 9783499252464
Genre: Romane

Rezension:

Erster Satz: “Wer da im Bad von Zimmer 314 ein Kondom durchpikst, ist Bica (1,49 m; trinkt am liebsten einen Galao).”

Aufgenommen in das Museum der schönen Sätze: www.lieblingssaetze.de

Wer da am Anfang von Roman 1 das Gummiband des Gewöhnlichen durchpikst, ist Paul (einskommairgendwas; trinkt am liebsten guten Espresso, wahlweise bei einem Buch oder einer schönen Aussicht). Paul heißt Mesa und nennt sich Waldscheidt. Stephan Waldscheidt. Unter diesem Pseudonym schreibt der geborene Saarbrücker und gelernte Texter Satiren, Glossen und Schreibratgeber.

In seinem Romandebüt zeigt Mesa, dass er nicht nur ein gründlicher Coach ist, sondern sein theoretisches Wissen auch exzellent selbst in die Praxis überführen kann. Schon der erste Satz ist bezaubernd. Und wirft mindestens sechs Fragen auf, auf deren Antworten hoffend, man selbstverständlich weiterliest: Wer ist Bica, warum heißt sie so und warum ist sie so klein? Weshalb nimmt sie Parisern ihre Existenzberechtigung, was treibt sie in einem Hotel, und was ist gleich noch mal ein Galao? Dass alle in der skurrilen Familienkomödie auftretenden Personen nach Größe und Lieblingsgetränk kategorisiert werden (in Klammern, wohlgemerkt), ist typisch für das charmante Buch um Flucht und Sucht nach Liebe, Kinderwunsch und Reiselust. Verblüffende Ideen gibt es hier zuhauf. Dass der Grafiker beim Kleinen Schloßhotel das “l” vergessen hat, ist eine davon.

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737 Bibliotheken, 6 Leser, 10 Gruppen, 119 Rezensionen

liebe, stalking, wien, stalker, angst

Ewig Dein

Daniel Glattauer
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 06.02.2012
ISBN 9783552061811
Genre: Romane

Rezension:

Erster Satz: "Als er in ihr Leben trat, verspürte Judith einen stechenden Schmerz, der gleich wieder nachließ."

Keine Sorge, hier geht es nicht um fesselnde BDSM-Prosa. Auch bissige Vampirromanzen oder Piercing-Krimis könnten so beginnen, gehören jedoch nicht zu den Spezialgebieten des Autors und Journalisten aus Wien. Wer da einen Einstieg findet, dessen Doppeldeutigkeit sich erst im Lauf der Geschichte entfaltet wie ein Geschwür mit schlechten Heilungschancen, ist Daniel Glattauer. “Ewig Dein” ist ein schaurig-schönes Psychodrama mit Thriller-Elementen, das keine Peitsche braucht und auch kein Blut, um unter die Haut zu gehen. Denn während die eingangs beschriebene Pein am Fuß, ausgelöst durch das Gedränge in der Käseabteilung, gleich wieder nachlässt, beginnt der Seelenschmerz erst sich aufzubauen, den der Fersentreter in der Raulederjacke der Protagonistin zufügt. Ein scheinbar einfacher szenischer Einstieg, in dem jedoch der ganze Roman lauert. Chapeau!

Dieser Glattauer ist schon ein feiner Beobachter. Wie er zwischenmenschliche Beziehungen sich entwickeln lässt, nachvollziehbar, detailreich, wortgewaltig, ist eine Schau. Darin ist der studierte Pädagoge ein Meister. Damit gelang ihm der Durchbruch. Auch seine in aller Welt gelesenen E-Mail-Romane Gut gegen Nordwind (2006) und Alle sieben Wellen (2009) fußen auf der Stärke der akribisch beschriebenen Anziehungskraft.

PS: Im Buch ist leider nicht notiert, ob Judith nach dem Fersentritt ein schmerzerfülltes Geräusch von sich gibt. Aber wahrscheinlich hat sie glatt “Aua” geschrien (Glattauer möge es mir verzeihen …).

Mehr hier: http://www.lieblingssaetze.de

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