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intrigen, thriller, politthriller, politische machtkämpfe

Mitten im kalten Winter

Arvid Heubner
Flexibler Einband: 532 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.10.2017
ISBN 9783426216552
Genre: Romane

Rezension:

Die Handlung beginnt sehr spannend und sieht zunächst nach einem normalen Kriminalfall aus. Die Ermittlungen im Eliteinternat gestalten sich allerdings schwierig, da Tinus Geving auf eine Mauer des Schweigens stößt. Als ihn eine der Schülerinnen jedoch in die Grausamkeiten einweiht, die hier geschehen, wird schnell klar, dass die ganze Geschichte viel größere Ausmaße hat, als zunächst angenommen. Geving findet unter anderem heraus, dass der Lehrer ein ehemaliger Elite-Biathlet war. Aber auch hier werden seine Ermittlungen durch eine geheime und zur Verschlusssache erklärte Akte erschwert.

Komplex und anspruchsvoll

Der gesamte Roman ist äußerst komplex und anspruchsvoll. Den vielen vorkommenden Personen, insbesondere den involvierten Politiker, zu folgen, ist nicht immer ganz einfach. Hinzu kommen verschiedene Stilmittel, die der Autor Arvid Heubner einsetzt, so z. B. SMS-Nachrichten, bei denen nicht immer klar ist, von wem sie kommen. Dies ist durchaus gewollt und trägt zu der verwickelten und undurchsichtigen Atmosphäre des gesamten Thrillers bei. Der Leser ist hier aber gefordert. Ein Überblättern rächt sich schnell, indem man der verzwickten Handlung dann nicht mehr folgen kann.
Man wird jedoch mit einer sehr interessanten Geschichte belohnt, die aktuellen Bezug hat. Bei einigen Dingen möchte man eigentlich nicht hoffen, dass sie so oder ähnlich Realität sein könnten, befürchtet es aber leider doch.

Auch die Figur des Tinus Geving ist vielschichtig, denn dieser hat ein traumatisches Erlebnis in seiner Vergangenheit zu verarbeiten. Er hat früher für Europol gearbeitet und bei einem Bombenanschlag Kollegen und Freunde verloren. Diese Vorgeschichte wird im weiteren Verlauf der Handlung noch eine wichtige Rolle spielen.

Intrigen, Machtkämpfe und Korruption

Der Roman nimmt dem Leser jegliche Illusion im Bezug auf Politiker, so zersetzt ist das ganze Geflecht von Politik und Wirtschaft mit Intrigen, Machtkämpfen und Korruption. Nie geht es um die Wahrheit, sondern stets nur um den eigenen Vorteil. Arvid Heubner versteht es meisterhaft, diese Zusammenhänge mit schonungsloser Offenheit zu verdeutlichen und dabei trotzdem eine spannende Thrillerhandlung unterzubringen. Lediglich über manch sexuelle Handlung hätte ich persönlich gerne weniger gelesen.

Leider gibt es aber auch einige Längen im Buch. So sind insbesondere manche politischen Debatten sicher informativ, aber doch etwas zu ausführlich gehalten und bremsen die Handlung etwas aus.

Es handelt sich hierbei um das Debüt des Autor Arvid Heubner, der diesen Thriller zunächst als Selfpublisher herausbrachte, bevor er eine Überarbeitung beim Verlag erlebte. Sehr beachtlich! Eine Fortsetzung mit Tinus Geving wurde angekündigt. Zudem gibt es ein weiteres (kürzeres) Buch, in dem die Vorgeschichte des Protagonisten bei Europol erzählt wird: „Der Kuckuck ruft in den Weiten“.

Fazit: Anspruchsvoller und spannender Politthriller mit kleineren Längen, der nicht ganz einfach zu lesen ist. Beeindruckendes Debüt des Autors! Empfehlung!

Gerngelesen: 4 von 5

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Tags: intrigen, politische machtkämpfe, politthriller, thriller   (4)
 

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daten, düsseldor, liebe

App to Date

Carine Bernard
E-Buch Text: 239 Seiten
Erschienen bei null, 13.10.2017
ISBN B075PYWRMF
Genre: Sonstiges

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seicht, liebesroman, millionär

Seeigel küsst man nicht: Millionärs-Liebesroman

Mira Morton
E-Buch Text: 246 Seiten
Erschienen bei null, 02.11.2016
ISBN B01M6CP4XS
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: liebesroman, millionär, seicht   (3)
 

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107 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

berlin, thriller, alanna, grausam, martin krist

Böses Kind

Martin Krist
Flexibler Einband: 324 Seiten
Erschienen bei epubli, 26.10.2017
ISBN 9783745035292
Genre: Romane

Rezension:

Der erste Fall für Kommissar Henry Frei kommt facettenreich daher: ein Mord mit einem gequälten und gekreuzigten Opfer, dazu die mögliche Entführung eines jungen Mädchens. Martin Krist führt seine neue Ermittlerfigur sehr spannungsgeladen ein – und lässt uns fasziniert auf eine weitere Fortsetzung warten!

Dieses Rezensionsexemplar wurde mir vom Autor über Netgalley zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Berlins dunkle Seite: In einem verlassenen Gebäude wird bei Bauarbeiten eine Leiche gefunden, gefoltert und gekreuzigt. Kriminalhauptkommissar Henry Frei wird mitsamt seinem Team zu den Ermittlungen herangezogen.
Suse, überforderte alleinerziehende Mutter, vermisst eines Morgens ihre 14jährige Tochter Jacqui. Die Polizei glaubt nicht an ein Verbrechen, bis man bei dem Opfer in der alten Bibliothek den Rucksack von Suses Tochter findet…

Der Einstieg in diesen Thriller gestaltet sich sehr turbulent und aufregend. Der Leser wird direkt mit einer dramatischen Folterszene konfrontiert, „Intermezzo“ genannt. Diese Szenen werden im weiteren Verlauf immer wieder eingestreut, ohne dass man wirklich weiß, wer das Opfer ist.

Viele Fährten und ein umfassender (ungelöster) Fall

Die Ermittlungsarbeit des Teams um Kommissar Frei dreht sich zunächst um den Fall des gefolterten und gekreuzigten Opfers. Erst durch den Fund des Rucksacks gerät auch die mögliche Entführung von Jacqui und ihre Mutter in den Fokus der Ermittlungen. Was zunächst wie ein zufälliges Opfer aussieht, erweist sich im weiteren Verlauf als Teil eines großen Ganzen – auch wenn sich noch nicht alles in diesem ersten Teil erschließt.

Der Autor versteht es dabei meisterhaft, immer wieder durch neue Fährten zu verwirren. Kaum glaubt man als Leser, eine Ahnung zu haben, wird sie durch weitere Ermittlungsergebnisse zunichte gemacht. Dabei gibt es neben den offensichtlichen Verbrechen noch weitere Untersuchungen, von denen anzunehmen ist, dass sie den großen Rahmen der Henry-Frei-Reihe bilden – und wir uns folglich mit deren Auflösung wohl noch etwas gedulden müssen! Angedeutet wird dies durch den Untertitel „Alanna“. Hierbei handelt es sich um die vor vielen Jahren verschwundene Teenager-Tochter von Freis ehemaligem Chef, der seitdem ins Verbrechermilieu abgetaucht ist. Was in dem Zusammenhang noch auf uns zukommen wird, lässt sich bisher (leider!) nicht erahnen.

Ein Mega-Cliffhanger am Ende!

Dass der Thriller von vornherein als Reihe angelegt ist, wird auch an der sorgfältigen Entwicklung des Polizeiteams deutlich. Wir erfahren viel vom Privatleben der einzelnen Ermittler, obwohl auch hier, besonders bei der Hauptfigur Henry Frei, noch wichtige Details offen bleiben – der Autor hält uns bei der Stange 
Die anderen Figuren sind ebenfalls sehr glaubhaft geschildert. Besonders hervorzuheben ist hier Suse, deren Nöte und Überforderungen als alleinerziehende Mutter mit wenig Geld und wackligem Job man als Leser förmlich mit erleidet.

Wer aber mit offenen Enden und Cliffhangern ein wenig hadert, der sollte vielleicht bis zum 21. Mai 2018 warten, denn dann erscheint der zweite Teil „Stille Schwester“. Obwohl zu vermuten ist, dass auch die Fortsetzung noch Fragen offen lassen wird…
Das ist dann tatsächlich auch mein einziger (kleiner) Kritikpunkt. Eigentlich mag ich es nicht besonders, so lange in der Luft hängen gelassen zu werden, bis es denn endlich weitergeht. Zum Teil warte ich bei Trilogien sogar, bis alle drei Teile erscheinen sind, um sie dann lieber in einem Rutsch lesen zu können. Immerhin gibt es in diesem aber einen festen Erscheinungstermin, anders als bei fremdsprachigen Autoren, bei denen ich – aus Verzweiflung  – schon manchmal auf die englische Version ausgewichen bin!

Fazit: Ich kann euch diesen Thriller wärmstens ans Herz legen, allerdings braucht ihr dann gute Nerven. Die Wartezeit bis Mai 2018 wird lang!

Gerngelesen:  5 von 5

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Tags: alanna, berlin, henry frei, reihe, thriller   (5)
 

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ostfriesland, krimi, mord, ostfrieslandkrimi, flächenbrand

Flächenbrand

Moa Graven
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei cri-ki-Verlag, 01.08.2016
ISBN 9783945372821
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: jan krömer, krimi, ostfriesland, reihe   (4)
 

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thriller, geheimbund, krebsforschung, dan brown, geheimbun

Akte Kronos

Matthias Bürgel
Flexibler Einband: 428 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 15.09.2017
ISBN 9783744810371
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Spannender Thriller im Stil von Dan Brown. Die Suche nach dem Geheimnis um den Tod eines renommierten Krebsforschers führt Kommissar Sprenger von Deutschland bis quer durch Frankreich.

Dieses #Rezensionsexemplar wurde mir vom Autor zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Professor Wilberg wird tot in einem Hotelzimmer aufgefunden, alles deutet auf einen Selbstmord hin. Als Kommissar Sprenger den Fall trotzdem näher untersucht, wird sein Verdacht bestätigt. Auch Wilbergs Doktorandin Sina glaubt nicht an einen Suizid. Trotzdem sollen die Ermittlungen auf oberste Anweisung hin eingestellt werden. David Sprenger will das nicht hinnehmen und macht sich auf eigene Faust, lediglich unterstützt von Sina, an die Untersuchungen. Dabei kommen beiden einem gefährlichen Geheimbund zu nahe und müssen selbst um ihr Leben fürchten.

Kurz und knackig - so mag ich das!

Der Thriller beginnt, ganz wie ich es mag: kurze, knackige Kapitel, die man schnell hintereinander weg liest, weil man wissen will, wie es weitergeht. Dabei ist die Orientierung trotz unterschiedlicher Handlungsorte und Perspektiven leicht, denn der Autor hat jedem Kapitel eine Ortsangabe zugefügt. So findet man sich sofort gut in der Geschichte zurecht, auch wenn man noch nicht weiß, wie die Dinge zusammenhängen.

Dabei profitiert die Geschichte von dem Fachwissen des Autors Matthias Bürgel, der seit über 25 Jahren im Polizeidienst tätig ist. So wird etwa die Todesart des Professors sehr genau erklärt. Und der Autor legt durchaus Wert auf Details. So wird beispielsweise das Thema "Akku aus dem Handy nehmen, damit es nicht zurückverfolgt werden kann" (was sicher jeder Krimileser  oder -zuschauer kennt) treffend differenziert, denn schließlich kann man heute aus dem meisten modernen Smartphones den Akku eben nicht mehr so einfach entfernen.

Auf den Spuren von Dan Brown

Wie bereits angedeutet, sind die Anleihen bei Dan Brown schon sehr deutlich. Es wirkt schon ein wenig abgekupfert, was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Aber die Stichworte Geheimbund, Komitee der 300, Rat der Acht deuten schon sehr auf Verschwörungstheorien in diesem Stil hin.

Bei der Figurengestaltung gibt es jedoch ein Problem. Die Hauptfigur David Sprenger wird erst auf Seite 147 richtig beschrieben und zwar in dem Augenblick, in dem er der Doktorandin Sina Forget begegnet. Der Autor hat wohl beabsichtigt, den Kommissar aus der Sicht der jungen Frau darzustelllen, nur leider hat man sich da als Leser bereits ein (anderes) Bild von ihm gemacht.
Auch die Dialoge, besonders zwischen dem (älteren) Kommissar und den jungen Studentinnen sind etwas zu flapsig für meinen Geschmack.

Womit wir bei meinem Hauptproblem mit diesem Thriller wären, das dem Roman auch seine 5-Sterne-Bewertung gekostet hat: die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren. Völlig unnötig, unglaubwürdig und dann auch noch übertrieben dargestellt. Sex sells trifft es eben auch nicht immer! Darauf hätte ich gut und gerne verzichtet. In meinen Augen hätte das Buch dadurch nur gewinnen können.

Ich habe den Autor Matthias Bürgel auf der Frankfurter Buchmesse bei einem Meet & Greet am Stand von BoD getroffen und mich kurz mit ihm unterhalten können, ein interessantes Gespräch. Dabei habe ich neben dem Rezensionsexemplar auch ein Goodie-Bag mitgenommen. Dieses besteht aus einem echtem! - wurde mir glaubhaft versichert ;-) - Spurensicherungsbeutel zur Asservatensicherung sowie Autogrammkarte, Lesezeichen und ein paar Süßigkeiten zur Stärkung bei spannenden Lesestunden. Eine wirklich nette Werbeidee!
Außerdem hat mir Matthias Bürgel verraten, dass er bereits intensiv an einem weiteren Thriller arbeitet. Wir dürfen also gespannt sein.

Bei der "Akte Kronos" handelt es sich um das zweite Buch des Autors. Auch in seinem Erstling "Projekt Goliath" spielt David Sprenger die Hauptrolle. Inhaltlich wird dies zwar kurz erwähnt, aber Kenntnisse aus dem vorherigen Buch sind weder nötig, noch bieten sie einen Mehrwert, weshalb man sie in beliebiger Reihenfolge lesen kann.

Fazit: Spannender Verschwörungsthriller für Fans von Dan Brown. Abzug für die unglaubwürdige und übertrieben dargestellte Beziehung der beiden Hauptfiguren.

Gerngelesen:  4 von 5

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Tags: buchreihe, dan brown, geheimbund, thriller, verschwörung   (5)
 

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Das Original

John Grisham , Kristiana Dorn-Ruhl , Bea Reiter , Imke Walsh-Araya
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Random House Audio, 21.08.2017
ISBN 9783837140095
Genre: Krimi und Thriller

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kurzgeschichten, lokalkrim, krimi, oberbergisches land, anthologie

Verbrechen und andere Leidenschaften

Daniel Juhr
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Juhr Verlag, 29.09.2017
ISBN 9783942625470
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Horror ist nicht so recht etwas für euch, aber gegen ein bisschen Grusel habt ihr nichts einzuwenden? Dann schaut doch einmal in diese Anthologie schaurig-schöner Krimi-Geschichten hinein!
In diesem dritten Teil ihrer Krimi-Sammlung "Verbrechen und andere Leidenschaften" führen uns die acht Autoren durch völlig verschiedenartige Kurzgeschichten. Alle haben aber eine Gemeinsamkeit: es geht um Gräueltaten im Oberbergischen. Jeder Autor trägt dabei ein bis zwei Storys bei, insgesamt sind es 13 Geschichten.

Die fünf SchreibWeisen mit Verstärkung

Die fünf SchreibWeisen Irmgard Hannoschöck, Daniel Juhr, Christina Kaula, Daniel Kohlhaas und Andreas Wöhl haben es wieder getan, aber diesmal mit Verstärkung. Gemeinsam mit Martin Kuchejda, Michael Schreckenberg und Oliver Buslau sind sie ein drittes Mal durch das Oberbergische Land gestreift und nehmen uns mit auf eine sehr spezielle Reise durch die verschiedenen Ortschaften.

Die Palette der Themen ist weit gefächert und reicht von Kindesentführung über versuchten Muttermord und Psychoterror bis zu übersinnlichen Ermittlern. Alle Geschichten eint das Verbrechen, aber auch ihre Skurrilität. Da trifft zum Beispiel ein Serienmörder in einer Buchhandlung auf den (damals) ermittelnden Kommissar. Eine wirklich seltsam anmutende Unterhaltung beginnt mit einem bizarren Ende. In einer anderen Story, die wiederum in einer "schönen, neuen Welt" der Zukunft spielt, versucht eine Frau ihre Mutter zu beseitigen, denn die hohen Pflegekosten will sie nicht aufbringen - Realitätsbezug durchaus vorhanden ;-)

Schaurig-Schöne Gruselatmosphäre

Der lokale Bezug zu Orten im Oberbergischen ist zwar vorhanden, aber spielt keine besonders große Rolle. Wer die Städtchen kennt, hat einige Aha-Momente, aber auch Ortsfremde werden von der Atmosphäre gefangen genommen. Mein Gruseltipp ist in diesem Zusammenhang "Der kleine Fuchs" von Daniel Juhr. Die Handlung spielt beim Turm auf dem Unnenberg bei Marienheide, der mitten im Wald liegt. Hier kommt die schaurige Stimmung wirklich perfekt rüber.

Natürlich bringt eine solche Sammlung verschiedenster Autoren mit sich, dass manchem Leser die eine Geschichte besser gefällt als die andere. So ist es auch mir gegangen. Manche Handlung war mir zu bizarr, aber eine andere hat mich sofort gefesselt.  Generell sind Kurzgeschichten ja eine sehr spezielle Gattung, denn hier muss dem Leser vieles schnell vermittelt werden, was bei einem Roman sorgsam aufgebaut werden kann. Die Gefahr ist hier natürlich auch recht groß, dass nach einem schwachen Beginn schnell zur nächsten Geschichte weiter geblättert wird. Insofern ist eine Bewertung recht schwierig und ich habe mich für einen guten mittleren Wert entschieden.

Fazit: Schaurig-schöne Krimi-Anthologie mit sehr unterschiedlichen Kurzgeschichten. So richtig zum wohlig Gruseln 



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Tags: anthologie, krimi, kurzgeschichten, lokalkrim, oberbergisches land   (5)
 

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

venedig, hochzeit, geheimnisse, 2017, gisa pauly

Venezianische Liebe

Gisa Pauly
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 01.08.2017
ISBN 9783866124172
Genre: Liebesromane

Rezension:

Maria reist voller Vorfreude nach Venedig, denn ihre Tochter hat ihr die Vorbereitungen für die Hochzeit überlassen. Dabei begegnet sie einem Geiger, den sie von früher kennt. Aber ist Leander nicht vor Jahren bei dem großen Tsunami in Thailand ums Leben gekommen? Bisher hat dies jeder geglaubt, aber Maria ist sich sicher, dies ist Leander! Ein turbulentes Verwirrspiel beginnt, bei dem Geheimnisse und Intrigen eine große Rolle spielen.


Ich lese zwischen Krimis und Thrillern auch gerne einmal eine leichtere und fröhlichere Lektüre. Leider war dies hier für mich ein totaler Flop.
Ich habe mich eigentlich von Anfang an über dieses Buch geärgert. Begonnen hat es mit einem Wirrwarr aus Personen, die man nicht kannte und deren Namen ich mühsam durch ständiges Zurückblättern nachschauen musste. Es wurden keine Zusammenhänge erklärt, und so erkannte ich erst nach geraumer Zeit, wer mit wem verwandt, verheiratet oder liiert ist. Ein schwerer Einstieg für den Leser. Was hier vielleicht rasant wirken sollte, ist total nach hinten losgegangen.



Mit den Personen konnte ich das ganze Buch hinweg nicht warm werden. Keine Figur hat mich überzeugt, alle waren oberflächlich dargestellt, was sicher auch dadurch begründet war, das man lange Zeit kaum etwas über sie erfuhr. Vielleicht sollte das die Spannung erhöhen, aber es erzeugte nur Verwirrung und Fragezeichen im Kopf. Dazu ein Zitat der Hauptfigur Maria: „…und was sie jetzt erst verstand, weil ihre Verwirrung zu groß gewesen war.“ Dieser Satz befindet sich im letzten Viertel des Romans und gibt ganz gut meine Empfindungen wieder…
Meinem Gefühl nach sind alle Personen unsympathisch. Irgendwie scheinen alle vorkommenden Frauen des Geldes wegen geheiratet zu haben, alle Männer haben Affären und Geheimnisse, wie soll ich da mit jemandem mitfiebern? Die ganze Handlung ist geprägt von Intrigen und dem persönlichen Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit.

Die Vorbereitungen zur Hochzeit geraten dabei völlig in den Hintergrund und sind eigentlich nur Rahmenhandlung, genauso wie die Hochzeit selbst, die auf den letzten Seiten lediglich kurz abgehandelt wird. Unglaubwürdig fand ich auch, dass sich Amelie, Marias Tochter, kaum für die Planungen interessiert hat, sondern lediglich ein Austausch über eine Whats-App-Gruppe stattfand. Soll das modern wirken? Ebenso wie der kurze Auftritt (oder dann doch nicht) von David Garrett machte dies lediglich einen aufgesetzten Eindruck.

Das Interessanteste an dem ganzen Buch waren die eingestreuten Zeitungsartikel aus Vergangenheit und Gegenwart, die leider mehr versprachen, als am Ende gehalten wurde.

Fazit: Ich hätte diesen Roman nicht zu Ende gelesen, wenn ich nicht an der Leserunde teilgenommen hätte. Schade um die Zeit! Ich habe gehört, die anderen Bücher von Gisa Pauly sollen besser sein. Ich mache die nächste Zeit jedenfalls keinen Versuch mehr.

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Tags: flop, venedig   (2)
 

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13 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

krimi, liebe, zwanziger jahre, vintage, bonn

Emma Schumacher & Der verschwundene Professor

Andrea Instone
E-Buch Text: 403 Seiten
Erschienen bei null, 25.09.2017
ISBN B075G16BXT
Genre: Sonstiges

Rezension:

England 1926. Emma Schumacher wächst nach dem Tod ihrer Mutter bei der Großmutter in England auf. Ihr Leben dort ist sehr behütet, aber auch recht langweilig. Eines Tages erhält sie einen Brief ihres Vaters, Archäologie-Professor in Bonn, der sie in große Unruhe versetzt. Zu seltsam klingen die Worte des alten Herrn in Emmas Ohren und so entschließt sie sich, gemeinsam mit ihrer Tante nach Bonn zu reisen, um nach dem Rechten zu sehen. Dort angekommen, beginnt sie Nachforschungen anzustellen. Dabei muss sie nicht nur ihre Schüchternheit überwinden, sondern sich auch mit zwei jungen Herren auseinandersetzen, die um sie werben. Emma stehen ungewohnte und stürmische Zeiten bevor, bis sie schließlich das Rätsel um den verschwundene Professor lösen kann.
Ich habe dieses Ebook im Rahmen einer Leserunde mit der Autorin erhalten und war sofort gefesselt. Ich habe meine andere Lektüre beiseite geschoben und mich gemeinsam mit Emma auf die Suche begeben.
Ich möchte hier kurz auf das Cover eingehen, denn auch dadurch habe ich  diese Leserunde bemerkt. Es ist schlicht gestaltet, fällt aber gerade deshalb auf und vermittelt dem Leser sofort einen Eindruck von vergangenen Zeiten. Es handelt sich ja um einen Indie-Titel, weshalb man diesen nicht in der Buchhandlung, sondern online erwerben muss. Aber ich denke, im Laden bräuchte sich dieses Cover keinesfalls zu verstecken. Und auch die Fortsetzung gefällt mir…

Emma Schumacher ist eine ruhige, etwas schüchterne Figur, die sich im Laufe der Geschichte aber zu Abenteuern hinreißen lässt und ihre eigenen Interessen immer besser zu behaupten lernt. Sie passt gut in die damalige Zeit, denn so stelle ich mir eine wohlerzogene junge Dame in den zwanziger Jahren vor. Auch die anderen Personen sind schön dargestellt und vermitteln eine gute Vorstellung von gesellschaftlichen Zwängen und besonders der Rolle der Frau damals. Dass die Autorin eine Fortsetzung beabsichtigt, zeigt sich in der ausführlichen Anlegung der Protagonisten sowie auch der Nebenfiguren, die liebevoll bis ins Details ausgearbeitet sind.

Neben Emma machen auch viele andere Figuren ein interessante Entwicklung durch, so etwa meine heimliche Lieblingsfigur Sybil, die Tante von Emma. Anfangs eine oberflächliche und egoistische Dame in ihren Dreißigern auf der Suche nach einem reichen Ehemann Nummer 3, entwickelt sie sich im Laufe des Romans zu einer warmherzigen, zufriedenen und selbstständig über ihr Leben entscheidenden Frau. Aber genauso mochte ich auch viele andere Nebenfiguren wie z. B. den Kriminalassistenten Siegfried.

Aber die Personen sind bei einer Geschichte ja nur ein, wenn auch wichtiger, Teil. Entscheidend für einen spannenden Verlauf ist die Handlung. Und auch hier kann der Roman punkten. Sicher ist die Story von vornherein nicht so effekthascherisch angelegt wie bei einem Thriller. Sie braucht etwas länger, um Fahrt aufzunehmen, aber das ist durchaus beabsichtigt und dient, wie bereits oben erwähnt, natürlich auch dem sorgfältigen Figurenaufbau. Trotzdem versteht es die Autorin geschickt, die Spannung bei der Suche nach dem verschwundenen Professor hochzuhalten. Zum einen durch die Briefe, die Emma erreichen und immer wieder Rätsel aufgeben. Zum anderen aber auch durch die clever gesetzten Szenen verschiedener Personen, die der Leser (noch) nicht kennt, und deren Verstrickung in die Geschichte zunächst verborgen bleibt. Im weiteren Verlauf kommt es aber dann jedoch doch noch zu dramatischen Szenen und, soviel sei verraten, ganz ohne Leiche geht es auch hier nicht ab.

Der Schreibstil des Romans ist durchaus anspruchsvoll zu nennen, auch wenn er sich (in weiten Teilen, siehe unten) gut lesen lässt. Die manchmal etwas langen und verschachtelten Sätzen tragen passen aber wunderbar in die damalige Zeit und tragen somit zur Authentizität des Romans bei.

Nun komme ich aber auch nach so viel Lobeshymnen zu meinem Kritik. Es tauchen recht viele verschiedene Personen in diesem Kriminalroman auf, deren Namen man sich erst einmal merken muss. Wenn es auch noch Personen gibt, die im ersten Teil und dann erst viel später wieder erneut erwähnt werden, hätte ich mir ein besseres Inhaltsverzeichnis gewünscht. Etwas aussagekräftigere Überschriften und ebenfalls kürzere Kapitel hätten dazu beigetragen. So könnte man auch auf einem Ebook besser zurückblättern.

Was mich aber wirklich gestört hat und das ganz stark, ist die Verwendung von Dialekt, für mich ein rotes Tuch. Ich mag es einfach nicht, so aus meinem Lesefluss gerissen zu werden. Und das passiert unweigerlich, wenn ich den Satz noch einmal lesen muss, weil ich unwillkürlich stutze. Zitat: „Jo, ne, entweder et räänt oder de Schranken sin eraff.“ Natürlich verstehe ist diesen Satz, aber ich gerate ins Stocken. Lokalkolorit kann doch auch anders erzeugt werden, dazu braucht es solchen Dialekt nicht – zumindest für mich nicht!

Trotz dieser nun doch recht ausführlich gewordenen Kritik habe ich Emma mit großem Vergnügen während ihrer Ermittlungen begleitet. Bei all den liebgewonnen Figuren freue ich mich schon auf Teil 2 „Emma Schumacher & Der Salon des Todes“. Das klingt doch nach Dramatik und Spannung, oder nicht?

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Tags: historisch, krimi, vintage, zwanziger jahre   (4)
 

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liebe, dorset, trauer, frühstück mit meerblick, neuanfang

Frühstück mit Meerblick

Debbie Johnson , Hanne Hammer
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.05.2017
ISBN 9783453421981
Genre: Liebesromane

Rezension:

„Wenn dir ein Café nicht nur Kaffee und Kuchen serviert, sondern eine zweite Chance.“ In „Frühstück mit Meerblick“ von Debbie Johnson findet Laura zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes im Comfort Food Café ihren persönlichen Neuanfang. Ein Wohlfühlbuch!


Zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes ist Laura bereit, einen Neuanfang zu wagen. Sie bewirbt sich auf eine sehr unkonventionelle Stellenanzeige hin als Urlaubsvertretung im „Comfort Food Café“ und macht sich mit ihren beiden Teenager-Kindern für sechs Wochen auf nach Dorset.

Dieser Roman wird aus der Sicht von Laura in der Ich-Perspektive erzählt. Dadurch fühlt man sich ihr sehr nah und sie spricht den Leser auch zum Teil direkt an. Der Schreibstil ist witzig, sympathisch, manchmal auch etwas selbstironisch. Überhaupt kann man wirklich sagen, dass man alle im Buch vorkommenden Figuren sehr schnell lieb gewinnt.

Kaffee, Kuchen und eine zweite Chance

Im Mittelpunkt steht das Comfort Food Café mit seiner äußerst unkonventionellen und warmherzigen Inhaberin Cherie, die sich sofort Lauras annimmt.  Und da ist Laura nicht die Einzige, denn im Café gibt es für jeden der zahlreichen Stammgäste sein eigenes „Trostessen“. Für den alten Frank ist dies zum Beispiel ziemlich angebrannter Speck, so wie ihn seine inzwischen verstorbene und küchentechnisch nicht so begabte Frau immer gemacht. Diese kleinen Details mit Informationen zu der jeweiligen Lebensgeschichte finden sich alle in einem dicken blauen Ordner, den Laura von Cherie erhält und auswendig lernen soll.
So gibt es generell in der Geschichte viele Momente, die den Leser zum Schmunzeln bringen. Etwa, als Lauras Kinder eine Band namens „Die toten Tulpen“ gründen wollen oder sich in dem blauen Ordner so tolle Tipps finden wie „wenn die Espressomaschine ein leises zischendes Geräusch von sich gibt, schlag mit dem Hammer fest oben drauf. Wenn sie ein lautes zischendes Geräusch von sich gibt, geh aus dem Weg“.
Aber es gibt auch traurige Stellen (manche würden vielleicht auch rührselige sagen), so dass es nicht nur eine locker-leichte Story ist. Beides hält sich insgesamt aber die Waage und durch das Happy End bleibt man mit einem guten Gefühl am Schluss der Geschichte zurück.

„Hier können Wunder geschehen“

Laura trifft hier in Dorset auf den Tierarzt Matt, den sie zwar sofort toll findet, aber doch einige Zeit braucht, bis sie sich auf einen neuen Mann einlassen kann. Und auch Matt ist zunächst recht reserviert und hat sein Päckchen Vergangenheit zu tragen. Trotzdem gibt es hier keine zweite männliche Hauptfigur und somit geht es eher darum, wie die beiden zueinanderfinden. Das ist mit einigen Rückschlägen verbunden, denn Laura muss sich erst von ihrer eigenen Vergangenheit befreien.

Für mich war dies ein richtiges Wohlfühlbuch: nette Figuren, witzige Schreibweise, eine Liebesgeschichte und ein neues Lebensglück nach einem Tiefpunkt. Leider ist es das dann aber auch, Spannung hat die Story so gut wie gar nicht zu bieten (siehe auch die Sache mit Matt). Hier hätte ich mir doch ein bisschen mehr Handlung gewünscht und überraschende Wendungen.

Der Höhepunkt von Lauras sechswöchiger Urlaubsvertretung ist das große Saisonabschlussfest, gleichzeitig Franks Geburtstag, der traditionell für alle im Comfort Food Café gefeiert wird. Laura organisiert alles und hat sich einige Überraschungen für die mittlerweile zu Freunden gewordenen Gäste ausgedacht, die wohl größte aber hat sie für Cherie selbst vorbereitet. Trotzdem braucht es noch eine Weile bis auch Laura selbst hier ihr Glück findet.

Fortsetzung garantiert – Weihnachtswunder

Wie nicht anders zu erwarten, gibt es natürlich eine Fortsetzung, die auch bereits im Buch vorbereitet wird. So telefoniert Laura öfter mit ihrer Schwester Becca, die so ganz anders ist als sie selbst. Der Leser erfährt bereits, dass Becca mit ihren wechselnden Männerbekanntschaften nicht mehr so glücklich ist,  und Laura hat in Dorset auch schon einen potentiellen Mann für ihre Schwester ausgeguckt: „Surfer Sam“.
So wird wohl auch Becca in „Weihnachten mit dir“ ihr persönliches Weihnachtswunder finden. Beworben wird das Buch mit „so herzerwärmend wie eine Tasse heiße Schokolade“. Ich finde, das beschreibt die Reihe wirklich sehr treffend. Ich könnte es mir gut als mein Weihnachtsbuch vorstellen, mal schauen! Im Original ist übrigens bereits der dritte Teil erschienen und Debbie Johnson hat einen vierten angekündigt. Vielleicht wäre das auch mal eine Gelegenheit für mich, mein Englisch aufzupolieren, denn ich denke, diese Bücher würden sich recht leicht lesen lassen…

Fazit: Im Comfort Food Café hatte ich eine schöne Lesezeit, nicht mehr, aber auch nicht weniger! Ein Buch, mit dem man es sich so richtig schön auf der Couch gemütlich machen kann, keine besondere Spannung, aber es hinterlässt ein wohlige Gefühl!

Gerngelesen:  3 von 5

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Tags: café, frauenroma, liebesroman, reih, wohlfühlbuch   (5)
 

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krimi, ira wittekind, lokalkrimi, fragen, intrigen

Mordkapelle

Carla Berling , Vera Teltz
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 10.04.2017
ISBN 9783837138436
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lokalreporterin Ira Wittekind, Mitte 50, ist gerade auf dem Weg zur Kirmes, da erhält sie einen Tipp: in der Friedhofskapelle in Bad Oeynhausen brennt es! Und nicht nur das, der „schöne Ludwig“, Apotheker aus dem Ort, befand sich darin. Wie sich herausstellt kein Unfall, sondern Mord. Der ganze ist Ort ist erschüttert, Ludwig Hahnwald war sehr beliebt.
Ira recherchiert für ihre Zeitung, kommt dabei einem großen Geheimnis auf die Spur und gerät selbst in Lebensgefahr.

Inhaltlich hat mich Carla Berling mit diesem Lokalkrimi positiv überrascht. Ich habe selbst nicht von vornherein damit gerechnet, dass mir diese doch eher bedächtige Geschichte so gut gefallen wird. Hier wird der Mordfall überwiegend durch ruhige Ermittlungen gelöst, lediglich am Ende gibt es einen dramatischen Showdown, dann auch mit ordentlich Action.

Lokalreporterin Ira Wittekind macht sich im Miss-Marple-Stil auf, um erst einmal geschickt alle involvierten Personen zu befragen. Dabei kann sie ihnen so manch unbedachte Äußerung entlocken und kommt damit einem Geflecht aus Lügen und begangenem Unrecht in der Familiengeschichte der Hahnwalds auf die Spur. Ein richtig schöner Old-School-Krimi, in dem die Protagonistin nicht müde wird, zu wiederholen, dass sie seriöse Artikel schreibe. Dies ist aber auch bitter nötig, denn Ira kommt „der Steinhauer“ in die Quere, ein reißerischer Newsblogger, der immer etwas mehr weiß, als sie selbst. Woher hat er seine Informationen?

Die Figuren sind durchweg liebevoll angelegt, auch wenn es sich nur um Nebenfiguren handelt. Neben Andy Weber, Iras Freund, gibt es da z. B. noch die beiden alten Damen Tante Friedchen und Tante Sophie, die Ira mit Rat und vielen Informationen zur Seite stehen, aber auch Koko, Taxifahrerin und Freundin, die in den Mordfall mit hineingezogen wird. Und nicht zuletzt oben bereits erwähnten Hund Tante Erna.

Es werden so einige falsche Fährten gelegt, wenn es auch naturgemäß keine so rasante Entwicklung gibt wie bei einem Thriller. Die Enthüllungen, die Ira im Laufe der Geschichte aufdeckt, überraschen jedoch immer wieder.
Lediglich das Ende ist etwas zu ausführlich und langatmig geraten. So wird noch einmal die gesamte Auflösung in einem Gespräch mit den alten Tanten wiederholt, obwohl man doch eigentlich schon (fast) alles weiß. Das hätte man etwas besser lösen können.

Solide Leseleistung der Sprecherin Vera Teltz, die mich im Laufe des Zuhörens sogar mit dem Dialekt der Region versöhnt hat. Eigentlich mag ich solche dialektische wörtliche Rede gar nicht. Sie ist schwierig zu lesen und meiner Ansicht unnötig. Lokalkolorit kann auch anders vermittelt werden.
Hier war es aber recht unaufdringlich und auch auf wenige Personen beschränkt – da passte es. Ich habe keinen Vergleich zum gedruckten Buch, aber vorgelesen ist es natürlich auch leichter zu verstehen, als wenn man beim Lesen über seltsame Formulierungen stolpert und erst nachdenken muss, was das eigentlich heißen soll. (So geht es mir nämlich gerade bei dem Buch, das ich im Moment lese – stört in meinen Augen den Lesefluss.)

Im November erscheint bereits der zweite Teil „Sonntags Tod“ mit Ira Wittekind. Ich werde auf jeden Fall dabei sein und wahrscheinlich auch wieder zum Hörbuch greifen.

Fazit: Ira Wittekinds erster Auftritt konnte mich wirklich begeistern. Selten habe ich mich bei einem Lokalkrimi so wohl gefühlt. Ein ruhiges, aber spannendes Hörvergnügen.

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münchen, drogen, krimi, mord, brisante themen

Scherbennacht

Nicole Neubauer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.09.2017
ISBN 9783734104510
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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thriller, schweden, serie, like, schuld

Engelsschuld

Emelie Schepp , Annika Krummacher
Flexibler Einband: 462 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.09.2017
ISBN 9783734104695
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In der schwedischen Stadt Norrköping geschehen brutale Morde. Jedesmal wird der Sanitäter Philip mit seiner Kollegin an den Tatort gerufen, jedesmal können sie nichts mehr für die grausam entstellten Opfer tun. Die Ermittler Mia und Hendrik stehen vor einem Rätsel und suchen verzweifelt nach diesem Serientäter. Philip scheint in die Sache verwickelt zu sein, schweigt aber. Als die Staatsanwältin Jana Berzelius zu den Ermittlungen hinzugezogen wird, ahnt sie nicht, dass auch sie persönlich in den Fall verstrickt ist. Die Vergangenheit holt letztendlich jeden ein…

Emelie Schepp, nicht mehr ganz frische Krimi-Entdeckung aus Schweden, legt mit „Engelsschuld“ ihren dritten Thriller rund um die Staatsanwältin Jana Berzelius vor. Die Autorin hatte ihr erstes Buch „Nebelkind“ zunächst nur als Selfpublisherin herausgebracht. 2016 wurde sie als beste Spannungsautorin Schwedens ausgezeichnet.

Dritter Teil der Krimi-Entdeckung aus Schweden

Wie konnte mir diese Reihe bisher entgehen? Eigentlich halte ich gerne nach solchen Thrillern Ausschau, aber Emelie Schepp ist mir bisher unbekannt gewesen – eindeutig ein Fehler.  Also habe ich dieses Buch mehr durch Zufall begonnen, ohne genauer zu recherchieren, wie es sonst eigentlich meine Art ist. Dadurch fiel mir leider erst (zu) spät auf, dass es sich um den dritten Teil handelt, wodurch mir doch einige Informationen aus den ersten beiden Bänden fehlen.
Natürlich ist jedes Buch letztendlich ein einzelner Fall und kann alleine gelesen werden, aber die Hintergrundinformationen zu beispielsweise Janas Vergangenheit fehlen mir. Einiges davon wird im dritten Teil kurz erwähnt, aber ich bin davon überzeugt, dass Leser der ersten beiden Bände einen Mehrwert haben. Also machbar – aber besser mit „Nebelkind“ beginnen!

Jana Berzelius – eine Anti-Heldin

Die Staatsanwältin Jana Berzelius ist mit Abstand die interessanteste Figur im Buch. Sie ist eine Anti-Heldin mit einer schwieriger Vergangenheit als Killerin, die z. B. im Laufe der Geschichte „mal eben so“ drei Menschen erschießt. Obwohl es sich dabei um Abschaum der Gesellschaft gehandelt hat, musste ich doch etwas schlucken. Auch ihr Verhältnis zu dem Verbrecher Danilo Peña spielt erneut eine Rolle, als er sie nach seiner Flucht zwingt, ihm Unterschlupf zu gewähren und ihm zu helfen. Beide teilen eine gemeinsame Vergangenheit.
Die andere Figuren, wie z. B. die Ermittler Mia und Hendrik, bleiben dagegen etwas blass. Lediglich der tablettensüchtige Notfall-Sanitäter Philip erfährt gibt Rätsel auf.
Insgesamt wird die Handlung aber von der Protagonistin Jana dominiert – sie ist einfach eine sehr facettenreiche Figur mit vielen Geheimnissen.

Verdächtige Tagebucheinträge – doch von wem?

Die Autorin Emelie Schepp legt im Laufe der Geschichte viele falsche Fährten. Hat man gerade eine Figur im Verdacht, wird dies kurz darauf durch eine noch verdächtigere Person zunichte gemacht. Tatsächlich ahnt man die Auflösung wirklich erst deutlich gegen Ende des Romans, insbesondere die Zusammenhänge werden erst spät erklärt.
Diese Verdächtigungen erhalten immer wieder Nährboden durch geschickt eingestreute Tagebucheinträge, von denen der Leser nie weiß, wem sie zuzuordnen sind. Spät erst erfährt man die Auflösung.
Viele Handlungsstränge verwirren im positiven Sinne und werden am Ende geschickt zusammengeführt. Auch die Verbindung der einzelnen Figuren, die anfangs unabhängig von einander zu sein scheinen, wird schließlich gut aufgelöst und überrascht.

Fazit: Wieder einmal ein toller Schweden-Thriller, der besonders von der interessanten Hauptfigur getragen wird, aber auch eine spannende Handlung zu bieten hat. Empfehlung! Aber vielleicht lieber nicht am späten Abend lesen, könnte Albträume verursachen.

Gerngelesen: 5 von 5

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thriller, psychothriller, pageturner, indie, leipzi

So Kalt Dein Herz

L.C. Frey
Flexibler Einband: 268 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 28.03.2017
ISBN 9781544974576
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

L. C. Frey macht bei diesem Thriller (fast) alles richtig!
Die Charaktere sind wirklich gelungen. Tim ist ein sympathischer Loser mit Herz, der sich im Laufe der Geschichte zum wahren Helden entwickelt. Anna bleibt bis zum Schluss geheimnisvoll, aber ihre manchmal schnoddrige Art muss man gernhaben. Ein Highlight ist zum Beispiel die Szene, in der sie Tims Ex-Freundin abserviert – zum Schreien komisch. Die Entwicklung der Beziehung der beiden Hauptpersonen zueinander ist sehr gut dargestellt, auch wenn Anna immer etwas unberechenbar bleibt, was natürlich aber zu einer spannenden Handlung beträgt.

Da wären wir also beim nächsten Thema: Spannung – und nicht zu knapp! Bereits wenn man das Buch aufschlägt, fallen die Titel der fünf Teile auf (Isolation, Zorn, Verhandeln, Depression, Akzeptanz) und machen neugierig, was wohl dahinter stecken mag. Insgesamt ist die Atmosphäre thrillertypisch geheimnisvoll gehalten. Dazu tragen neben dem leicht gruseligen alten Haus die Rückblenden bei, die immer wieder in die Geschichte eingestreut werden – und von denen man häufig nicht weiß, was sie bedeuten. Ebenso greift der Autor immer wieder auf neue Spannungselemente zurück, seien es die eingestreuten Sitzungsprotokolle eines Psychiaters oder der Zeitungsartikel über ein vermisstes kleines Mädchen. Das alles hält den Spannungsbogen hoch.

Den gesamten Thriller über wird man also stets durch neue Wendungen überrascht. Kaum glaubt man, die Situation endlich erfasst zu haben, kommt ein neuer Kniff daher und alles ist wieder auf Anfang gesetzt. Tim geht es da übrigens ähnlich. Wie der Leser kann auch er nur noch schwer zwischen Wahrheit und Täuschung unterscheiden. Sagt Anna die Wahrheit oder ist sie psychisch krank und lebt in ihrer eigenen Phantasiewelt? Dieser Eindruck wird verstärkt durch die Sitzungsprotokolle eines Psychiaters, die

Lediglich das Ende hat mich nicht so ganz überzeugt, weshalb einen Punkt abziehe.Somit vergebe ich vier von fünf Sternen.

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thriller, berlin, entfesselter tod, entfesselung, krimi

Entfesselter Tod

Marcus Johanus
E-Buch Text: 334 Seiten
Erschienen bei Independently Published, 22.08.2017
ISBN B0752MDMD2
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Bühnenmagie als Umfeld des Thrillers ist sehr interessant und wirklich mal etwas anderes. Dabei wird das Thema nicht nur als Aufreißer verwendet, sondern man erhält wirklich informative Einblicke in die Welt der Magie. So werden beispielsweise kleine Tricks bei der Entfesselung erklärt und spielen insbesondere immer dann eine große Rolle, wenn sich die Protagonisten (mal wieder) aus einer Zwangslage befreien müssen.
Der Schreibstil ist rasant und flüssig, was besonders durch die recht kurzen Kapitel und den ständigen Wechsel zwischen den Schauplätzen und Hauptpersonen betont wird. Ganz wie ich es mag! Gerade kurze Kapitel liebe ich, so kann man auch mal zwischendurch etwas lesen, ohne dass man später Probleme hat, wieder in die Handlung zu finden. Das kommt meinem Lesestil sehr entgegen. Allerdings ist bei „Entfesselter Tod“ meine Lesezeit am Stück doch recht lang gewesen, da ich durch die gut gesetzten Cliffhanger immer mal wieder in das nächste Kapitel reinschuppern wollte – nur um es dann doch durchzulesen – ein echter Pageturner eben.

Einzig und allein mit den Charakteren konnte ich nicht ganz warm werden. Mir war keiner so richtig sympathisch. Was aber dazu führt, dass man praktisch jeden im Verdacht hat, hinter dem Mordfall zu stecken. So hätte ich wirklich auch nicht mit der Auflösung (sowohl der ersten als auch der endgültigen) gerechnet. Leider gab es dadurch keinen wahren Helden, mit dem ich mitfiebern konnte, auch wenn ich natürlich ganz allgemein am Überleben der Hauptfiguren interessiert bin ;-). Sympathischste Figur aus meiner Sicht ist Mara, Vanicks Assistentin, die aber leider erst im letzten Drittel des Buches wieder eine größere Rolle spielt.

Fazit: Marcus Johanus ist hier wirklich ein toller Thriller mit ganz kleinen Abstrichen gelungen. Ich verspreche euch, „Entfesselter Tod“ wird auch euch fesseln!

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thriller, familiendrama, amoklauf, karin slaughter, usa

Die gute Tochter

Karin Slaughter , Fred Kinzel , Silvia Kuttny-Walser
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.08.2017
ISBN 9783959671101
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Selten hat ein Buch bei mir einen solch zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Ich kenne von Karin Slaughter ihre Reihe rund um Will Trent (z. B. „Tote Augen“ oder „Bittere Wunden“), die mir sehr gut gefallen hat. Auch bei diesen Thrillern spielt das Privatleben der Protagonisten, insbesondere ihre Vergangenheit, eine große Rolle. Aber trotzdem gibt es einen spannenden Kriminalfall, in dem ermittelt wird.
Bei „Die gute Tochter“ ist das (zeitweilig) anders, weshalb ich die Bezeichnung „Thriller“ auch nicht ganz passend finde. Mit diesem Genre verbinde ich eine rasante Handlung, spannende Szenen, eben so etwas wie „die Finger in die Lehne krallen“. Obwohl die ersten Szenen sehr dramatisch sind, kann dieses Versprechen bezüglich der Spannung nicht so recht gehalten werden. Immer wieder wird das Gefühlsleben von Charlie ausgiebig thematisiert, weshalb man eigentlich eher von Familien-Psychodrama sprechen sollte.

Vielleicht trifft deshalb der Begriff „Dramatik“ hier besser zu als „Spannung“, denn dramatisch ist sowohl der traumatische Überfall in der Vergangenheit als auch der Amoklauf in der Gegenwart. Leider wird die Handlung selbst aber nicht schnell genug vorangetrieben. Über weite Teile dominieren familiäre Beziehungen und Verstrickungen den Mittelteil des Buches, wodurch eben gewisse Längen entstehen.  Ich dachte zwischenzeitlich sogar, dass der Fall in der Schule gar nicht mehr thematisiert bzw. aufgelöst würde. Das passiert tatsächlich erst ganz zum Ende des Buches, dann allerdings mit einem Knalleffekt, der wirklich gelungen ist. Auch die Geschehnisse der Vergangenheit erfahren eine sehr interessante und überraschende Auflösung.

Ihr seht also, Durchhaltevermögen wird belohnt.
Vier von fünf Sternen

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