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Kimi sucht eine Freundin (Die Schule der Prinzessinnen 1)

Judith Allert , Anne Moll
Audio CD
Erschienen bei Silberfisch, 28.09.2018
ISBN 9783745600223
Genre: Kinderbuch

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Die Glücksbäckerei – Das magische Fest

Kathryn Littlewood , Eva Riekert , Eva Schöffmann-Davidov
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 24.10.2018
ISBN 9783737341271
Genre: Kinderbuch

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Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde

Sylvia Bishop , Sigrid Ruschmeier , Mila Marquis
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 22.08.2018
ISBN 9783737341318
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ich glaube, so gut wie jeder, der Bücher liebt, wird bei diesem wundervollen Cover ganz große Augen bekommen. Allein schon der Titel wird wohl das Herz eines jeden Buchliebhabers höher schlagen lassen. Bei mir jedenfalls war es so und eigentlich wusste ich schon, ehe ich mir den Klappentext durchgelesen hatte, dass ich „Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde“ unbedingt lesen muss. Als ich dann erfuhr, worum es in dem Buch geht, war ich mir absolut sicher, dass ich diese schöne Geschichte über alles lieben werde.



Als Property fünf Jahre alt war, wurde sie in dem Buchladen der Millers vergessen. Da sie niemand zu vermissen schien, findet das Mädchen bei der Ladenbesitzerin Netty und deren Sohn Michael ein neues Zuhause und wächst mitten unter Büchern auf. Property liebt den Buchladen über alles, nur leider sieht es um diesem nach sechs Jahren nicht mehr allzu gut aus. Das Geld wird knapp, daher beschließt Netty an einem Gewinnspiel teilzunehmen, bei dem man die größte Buchhandlung ganz Londons gewinnen kann: Montgomerys Bücherparadies. Die Millers können ihr Glück kaum fassen, als tatsächlich sie die Verlosung gewinnen. Als die drei das erste Mal die Buchhandlung betreten, sind sie sofort ganz verzaubert von diesem wundervollen Ort. Property aber merkt schnell: Irgendetwas stimmt hier nicht. Das Bücherparadies birgt ein Geheimnis und anscheinend kann nur sie, Property, dieses lüften. Zusammen mit dem Kater Gunther stürzt sie sich in ein aufregendes, spannendes und äußerst turbulentes Abenteuer...


Einen Buchladen sein Zuhause nennen können, welcher buchverliebte Mensch träumt nicht davon? Ein Ort, wo einem immerzu der Geruch von Büchern in der Nase hängt und das Geräusch von raschelnder Seiten allgegenwärtig ist, klingt das nicht wundervoll? Wenn diese Buchhandlung dann noch so schön kuschelig und urig ist, wie „Der Weiße Hirsch“, nun dann kann man auf die 11-jährige Property ja schon etwas neidisch sein. Sie wohnt nämlich an so einem tollen Ort.


Mit „Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde“ ist Sylvia Bishop ein ganz bezauberndes und wunderschönes Kinderbuch gelungen. Die Geschichte lädt zum Träumen und Mitfiebern ein, es gibt jede Menge spannender Momente und viele warmherzige Szenen, die einem ein breites Lächeln auf die Lippen zaubern. Auch mit so einigen Verrücktheiten kann das Buch aufwarten, über die man gar nicht groß nachdenken, sondern die man einfach akzeptieren sollte. Ein Beispiel wäre die Geschichte, wie Property in den Buchladen gelangte und so auch zu ihrem ungewöhnlichen Namen kam. Das Ganze ist ja schon traurig, wie auch die Lebenssituation in der Buchhandlung der Millers, denn leider sieht es finanziell bei ihnen nicht so gut aus. So ernst diese Punkte eigentlich sind, sie wurden so liebenswert und fantasievoll in die Handlung eingebaut, dass man sie als Leser als gar nicht schlimm empfindet.


Wie ich mir bereits gedacht habe, konnte mich das Buch von den ersten Seiten an verzaubern. In dem Buchladen der Millers habe ich mich von Anfang an heimisch gefühlt, die Charaktere sind mir sofort ans Herz gewachsen und als wir schließlich die größte Buchhandlung Londons kennenlernen dürfen, welche Netty, Michael und Property gewonnen haben, wäre ich am liebsten in das Buch hineingekrochen, um diesen magischen Ort selbst einmal anschauen zu können. Mit dem Bücherparadies hat die Autorin einen ganz besonderen Schauplatz erschaffen. Dieser Buchladen ist nicht nur verdammt groß, er ist auch sehr außergewöhnlich aufgebaut. Für jedes Genre gibt es einen Raum wie den Wörterbuch-Raum oder ein Zimmer, in dem es nur Bücher mit Gute-Nacht-Geschichten gibt und in dem sich praktischerweise auch gleich Betten befinden. Hach, beim Lesen war ich nur immerzu denken: So einen coolen Buchladen müsste es wirklich geben und dann bitte unbedingt ganz in meiner Nähe. Ich glaube, aus diesem würde man mich nur sehr schwer wieder hinaus bekommen, ich wäre auf jeden Fall eine der größten Stammkundinnen. ;)


Neben dem tollen Setting hat mir auch die Geschichte wahnsinnig gut gefallen. Sie ist nicht nur spannend, sondern erinnert auch etwas an ein Märchen. Eine fantasievolle, witzige, märchenhafte und spannende Krimigeschichte, klingt das nicht toll? Was ich ja auch richtig klasse fand, ist, dass man als Leser manchmal direkt angesprochen wird, sodass es einem noch besser gelingt, tief in die Handlung einzutauchen.


Ebenfalls hellauf begeistert bin ich von den wundervollen schwarz-weiß Illustrationen von Mila Marquis. Sie sind so herrlich liebevoll und niedlich gezeichnet und passen einfach perfekt zu dieser schönen Geschichte.


Für Kinder ab 8 Jahren eignet sich das Buch prima zum Selberlesen. Die Schrift ist recht groß und die Kapitel angenehm kurz. Ich, als geübte Vielleserin, habe das Buch für meinen Geschmack viel zu schnell wieder beendet. So, wie es endet, könnte es sich um einen Einzelband handeln, ich hege aber die große Hoffnung, dass es noch ein Wiedersehen mit Property und all den anderen liebenswerten Charakteren geben wird. Besonders der grummelige Kater Gunther ist mir sehr ans Herz gewachsen.


Wenn ihr gerne wissen möchtet, ob Property mit der Hilfe ihrer Familie und dem Kater Gunther das Geheimnis des Bücherparadieses lüften wird und wenn ihr gerne erfahren möchtet, was Property selbst eigentlich zu verbergen hat, nun, dann solltet ihr schleunigst in den nächsten Buchladen stürmen und auch dieses schöne Buch zulegen. Ich kann es wirklich nur empfehlen, nicht nur Kindern, auch für erwachsene Büchermenschen ist „Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde“ absolut lesenswert.


Fazit: Was für ein in märchenhaft schönes und wunderbar fantasievolles Kinderbuch! Die Geschichte, die hier erzählt wird, lädt von den ersten Seiten an zum Träumen und Mitfiebern ein und wird das Herz eines jeden Buchliebhabers höher schlagen lassen. Sylvia Bishop ist hier ein wundervolles Buch gelungen, mit einer ganz besonderen Heldin und einem großartigen Setting. Ich habe Property liebend gerne bei ihrem spannenden Abenteuer begleitet und vergebe wohlverdiente volle 5 von 5 Sternen!

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Worte, die leuchten wie Sterne

Brigid Kemmerer , Henriette Zeltner
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 01.08.2018
ISBN 9783959672160
Genre: Jugendbuch

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Der Nachtgarten

Polly Horvath , Bernadette Ott
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Aladin Verlag, 31.08.2018
ISBN 9783848921096
Genre: Jugendbuch

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Mein Feuerpferd - Ritt im Nordlicht

Chantal Schreiber
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei cbj, 01.10.2018
ISBN 9783570175941
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Bücher von Chantal Schreiber lese ich immer wahnsinnig gerne. Auf ihr neues Pferdebuch habe ich mich daher auch schon richtig gefreut. Noch größer wurde meine Vorfreude als ich las, dass das Buch in Island spielt, ein Setting, welches mich in Büchern schon immer fasziniert hat. Ich war schon so gespannt, was mich in „Mein Feuerpferd“ wohl erwarten wird.


Verlängerte Ferien, eigentlich ein Grund zur Freude, oder? Evas Begeisterung hält sich nur sehr in Grenzen, denn sie soll sechs Wochen in Island verbringen, bei ihrem Vater und seiner neuen Frau. Ihre Stiefmutter Hrönn kann Eva überhaupt nicht leiden, schließlich hat sie ihr ihren Papa weggenommen. Das Einzige, was den Islandurlaub etwas erträglicher macht, ist die Herde Islandpferde des Nachbarn, welche Eva von ihrem Zimmerfenster aus sehen kann. Nacht für Nacht schleicht sich Eva hinaus, um bei den Pferden zu sein. Besonders lieb gewonnen hat sie Eldur, zu dem sie sehr schnell eine innige Bindung aufbaut. Als sie das erste Mal auf seinem Rücken sitzt und nach langer Zeit mal wieder reitet, schwebt sie wie auf Wolken. Eldur ist ein absolutes Traumpferd. Als er und drei weitere Pferde der Herde plötzlich spurlos verschwinden, setzt Eva natürlich alles daran, um ihren geliebten Eldur zu retten...


Von Chantal Schreiber habe ich bisher hauptsächlich Jugendbücher gelesen. „Mein Feuerpferd“ ist an ein etwas jüngeres Publikum gerichtet, aber da ich Kinderbücher über alles liebe, hat es mich überhaupt nicht gestört, dass ich vom Alter her nicht mehr zur Zielgruppe gehöre. Ganz im Gegenteil. Für Kinderbücher ist man in meinen Augen nie zu alt. Und für Pferdebücher auch nicht. :D


Pferdegeschichten lese ich seit meiner Kindheit unheimlich gerne. Ich finde, dass solche Bücher immer eine ganz besondere Atmosphäre haben, vor allem dann, wenn sie in Island spielen. Island, Pferdebuch – das passt für mich einfach perfekt zusammen. In „Mein Feuerpferd“ ist diese Stimmigkeit besonders gut gelungen. Mir hat das Buch richtig gefallen, für meinen Geschmack habe ich es viel zu schnell wieder beendet. 184 Seiten sind für jemanden wie mich aber natürlich auch im Nu gelesen, vor allem dann, wenn mich die Handlung von den ersten Seiten an packen und durchweg begeistern kann.


Chantal Schreiber ist hier ein wundervoller Reihenauftakt gelungen, der große Lust auf mehr macht. Ich weiß mittlerweile, dass es auf jeden Fall noch einen zweiten Band geben wird, auf diesen freue ich mich jetzt schon sehr.


Als Leser erfahren wir alles aus der Sicht der 10-jährigen Eva. Mir persönlich kam sie für ihr Alter sehr reif vor, vom Gefühl her hätte ich sie auch eher auf zwölf geschätzt. Ich kann das Buch daher auch etwas älteren Leserinnen sehr ans Herz legen, ganz besonders natürlich Pferdemädchen. Für Pferdefans ist dieses Buch ein großes Muss.


Eva war mir auf Anhieb sympathisch. Sie ist nett, clever und sehr selbstbewusst. Allerdings kann sie manchmal auch recht bockig sein. So zeigt sie zum Beispiel ihrer Stiefmutter Hrönn die meiste Zeit die kalte Schulter. Als Leser versteht man das natürlich, schließlich ist Hrönn in Evas Augen die Böse, die ihr ihren Papa weggenommen hat. Für mich wurde allerdings recht schnell deutlich, dass die neue Frau von Evas Papa eine sehr liebe und gutmütige Frau ist, die nur das Beste für ihre Stieftochter möchte und die überhaupt nicht die Absicht hatte, Eva ihren Papa wegzunehmen. In diesem Punkt wird Eva noch eine Wandlung durchmachen, welche mir richtig gut gefallen hat.


Das Buch enthält eine wundervolle Mischung aus Pferdegeschichte, Abenteuer, Familie und Freundschaft. Dieser tolle Mix zusammen mit dem Schauplatz Island ergibt ein richtig schönes Kinderbuch, welches auf jeden Fall auch für Jugendliche und Erwachsene absolut lesenswert ist. Die Geschichte lädt zum Träumen und Mitfiebern ein, es gibt Szenen zum Schmunzeln und welche zum Mitfühlen.

Eva leidet sehr darunter, dass ihr Papa so weit weg wohnt. Noch schlimmer wird das Ganze, als sie erfährt, dass Hrönn schwanger ist. Ich selbst habe zum Glück keine Erfahrung mit Patchworkfamilien machen müssen, kann mir aber nur zu gut vorstellen, wie schlimm das gerade für jüngere Kinder sein muss.

Durch diese Thematik erhält das Buch Tiefgang und regt zum Nachdenken an, ohne dabei aber zu ernst und bedrückend zu werden.


Was mir mit am besten gefallen hat, neben dem großartigen Setting, ist die Beziehung zwischen Mensch und Pferd, die hier beschrieben wird. Als Eva das erste Mal auf das Islandpony Eldur trifft, spürt man sofort, dass die beiden etwas Besonderes verbindet, fast schon so etwas wie Seelenverwandtschaft. Die Szenen, wenn Eva und Eldur zusammen sind, werden so schön und gefühlvoll beschrieben. Die ersten Treffen finden nachts stand, was eine ganze besondere Stimmung erzeugt. Generell ist Chantal Schreiber die Atmosphäre hier wunderbar gelungen. Der magische Zauber Islands ist hier durchweg zu spüren und wird garantiert in den meisten eine große Reiselust wecken. Island steht schon lange sehr weit oben auf meiner Reisezielliste und ist jetzt noch etwas weiter nach oben gewandert. Irgendwann möchte ich auf jeden Fall mal dorthin, ich möchte den besonderen Zauber Islands unbedingt mal selbst erleben.


Für mich hat hier einfach alles gestimmt. Neben den bereits erwähnten Punkten hat mir natürlich auch der Schreibstil richtig gut gefallen. Ich mag den Schreibstil von Chantal Schreiber super gerne, er ist so herrlich locker, leicht und flüssig und liest sich richtig angenehm. Hier haben mir auch die SMS-Nachrichten zwischen Eva und ihrer Mutter sehr gut gefallen. So etwas liebe ich in Büchern, da sich solche Gespräche immer so witzig und unterhaltsam lesen.


Was ich ebenfalls klasse fand, waren die isländischen Wörter, die im Text immer wieder fallen und natürlich erklärt werden. Das Buch unterhält einen also nicht nur bestens, es lehrt einen auch ein paar Island-Vokabeln. Super, oder? :D


Ich habe Eva sehr gerne auf ihrer Reise nach Island begleitet und freue mich schon sehr auf ein Wiedersehen im zweiten Band. Eva, ihr Papa, Hrönn, Eldur, der Nachbar Oskar , Evas neue Freundin Salka – allesamt haben sie sich in mein Herz geschlichen und ich bin schon sehr gespannt, was mich im zweiten Teil erwarten wird.


Fazit: Ein wundervolles Pferdebuch! Ich kann „Mein Feuerpferd – Ritt im Nordlicht“ wärmstens empfehlen! Für Pferdemädchen ab 9 Jahren ist es ein absolutes Muss, allerdings kann ich das Buch auch älteren Lesern sehr ans Herz legen. Die Geschichte ist spannend, witzig und wunderschön und das Setting großartig. Wer gerne den besonderen Zauber Islands spüren möchte und gerne zu Pferdebüchern greift, der wird von diesem tollen Reihenauftakt garantiert begeistert sein. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

Petronella Apfelmus - Schnattergans und Hexenhaus

Sabine Städing , Sabine Büchner
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Boje, 28.09.2018
ISBN 9783414825148
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Als ein großer Petronella Apfelmus-Fan habe ich mich schon richtig auf den sechsten Band gefreut. Bisher konnten mich alle Bände aus dieser zauberhaft schönen Reihe hellauf begeistern und ich war mir sehr sicher, dass mir auch das neue Abenteuer der Apfelbaumhexe richtig gut gefallen wird.


Juhu, endlich Sommerferien! Diese sollen auch besonders aufregend werden, denn Lea und Luis fahren mit ihren Eltern auf einen Bauernhof. Petronella Apfelmus wird so lange das Müllerhaus hüten und die Hühner füttern. Allerdings werden die Zwillinge schon recht bald die Hilfe der Apfelbaumhexe benötigen. Die beiden niedlichen Gänse Frida und Fritz sollen verkauft werden und als Braten enden. Das kommt für Lea und Luis überhaupt nicht in Frage. Ein Rettungsplan muss her, um die Gänse davor zu bewahren, dass sie im Kopftopf landen. Was für ein Glück, dass Petronella den Zwillingen die magischen Milchstraßenstreusel vor ihrer Abreise mitgegeben hat. Mit diesen können die Kinder die Hexe jederzeit herbeirufen. Ob es ihnen wohl gelingen wird, die Gänse zu retten?


Wie ich mir bereits gedacht habe, hat mir der sechste Petronella-Band herrliche Lesestunden beschert. Hätte mich aber auch sehr gewundert, wenn es anders gewesen wäre. Petronella Apfelmus muss man einfach lieben.


Obwohl es bei mir nun wieder ein ganzes Jahr her war, dass ich den fünften Teil gelesen habe, hatte ich überhaupt keine Probleme, wieder in die Welt von Sabine Städings wundervoller Kinderbuchreihe einzutauchen. Die Charaktere, die die Autorin hier erschaffen hat, sind so besonders und liebevoll ausgearbeitet, dass sie sogar einer Vielleserin wie mir wunderbar im Gedächtnis bleiben. Allein schon die Namen sind klasse, diese haben es mir von Band 1 an angetan. Gurkenhut, Spargelzahn,...die Petronella Apfelmus-Reihe wimmelt wirklich nur so von fantasievollen Namen und Ideen.


Man muss bei dieser Reihe die Bände übrigens nicht unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen. Besser wäre es in meinen Augen schon, aber da die Bücher recht eigenständige Geschichten erzählen, sollte es kein Problem darstellen, wenn man hier nicht chronologisch liest. Allerdings halte ich es schon für sinnvoller, zumindest den ersten Band zu kennen, ehe man zum sechsten greift. Ein bisschen Wissen sollte man meiner Meinung dann doch haben.


Der sechste Band spielt, anders als die Bücher davor, die meiste Zeit nicht bei den Kuchenbrands zu Hause, sondern auf einem Bauernhof. Die Sommerferien haben nämlich begonnen und nach etwas längerer Zeit fährt die Familie mal wieder in den Urlaub.

Mir hat es sehr gut gefallen, dass wir es mal mit einem anderen Setting zu tun bekommen. Der Bauernhof wird bei Kindern bestimmt super ankommen. Auf diesem gibt es nämlich, wie es sich für einen richtigen Bauernhof gehört, Tiere wie Pferde, Schafe und Gänse. Besonders die Gänse werden hier eine etwas größere Rolle spielen.


Was uns Leser und Familie Kuchenbrand aber leider auch erwartet, sind ziemlich blöde Nachbarn, die sich in dem Ferienhaus nebenan einquartiert haben. Herr und Frau Brummmund sind ja noch okay, aber die Kinder Rita und Knut? Hm, nein, diese beiden kann man wahrlich nicht als Sympathieträger bezeichnen. Sie sind frech, vorlaut und einfach nur gemein. Ohne die beiden wären die Ferien auf jeden Fall viel schöner für Lea und Luis gewesen.


Als Leser ist man natürlich immer auf der Seite der Zwillinge. Ich bin beim Lesen richtig ins Mitfiebern geraten und habe so gehofft, dass Lea und Luis den doofen Brummmund Kindern so einen richtig schönen, fiesen Streich spielen. Ja, ich weiß, kein netter Gedanke, aber Rita und Knut sind wirklich blöd, den gönnt man es wirklich zutiefst, wenn sie mit bloßen Füßen in Stiefel mit frischen Pferdeäpfeln steigen. :D


Und keine Sorge, dass Buch steckt natürlich nicht voller gemeiner Streiche. Die Geschichte ist absolut kindgerecht, liebenswert und witzig wie man es von den Petronella Apfelmus Büchern kennt. Sie enthält wichtige Werte wie Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt und sie vermittelt sehr schön, dass man sich auf gute Freunde immer verlassen kann.

In Petronella haben die Zwillinge wirklich eine tolle Freundin gefunden, die ihnen stets zur Hilfe eilt und bei kniffligen Angelegenheiten zur Seite steht.


So auch in diesem Band. Wie oben bereits erwähnt, werden Gänse hier eine wichtige Rolle spielen, genauer gesagt zwei. Frida und Fritz sollen als Braten enden und das kommt für Lea und Luis natürlich überhaupt in Frage. Obwohl Petronella zu Hause geblieben ist, können sich die Zwillinge auch bei diesem Abenteuer ihrer großen Hilfe sicher sein. Und auch bei einer anderen Sache weiß die Hexe was zu tun ist.


Klingt doch spannend und richtig schön, oder? Das ist es auch. Nicht nur die Geschichte konnte mich begeistern, auch die vielen tollen schwarz-weiß Illustrationen von SaBine Büchner haben mir richtig gut gefallen. Von denen gibt es hier eine Menge. Das Buch bietet sich daher auch wunderbar zum Vorlesen an und beschert der ganzen Familie einen wundervollen Lesespaß. Für Petronella ist man in meinen Augen nie zu alt, auch Erwachsene werden hier sehr viel Freude beim Lesen haben.

Für Mädchen und Jungen ab etwa 8 Jahren eignet sich das Buch prima zum Selberlesen. Der Schreibstil ist leicht, flüssig und altersgerecht, die Schrift recht groß, die Kapitel angenehm kurz und die Handlung so mitreißend, dass an keiner Stelle Langeweile aufkommt. Dazu dann noch die vielen witzigen Illustrationen – hier wird ganz bestimmt auch so mancher Lesemuffel die Freude am Lesen entdecken.


Mir hat es großen Spaß gemacht, zusammen mit den Kuchenbrands in den Urlaub zu fahren und ich hoffe sehr, dass ich ihnen, Petronella, den Apfelmännchen und all den anderen fantasievollen Figuren noch in vielen weiteren Geschichten begegnen werde.


Fazit: Spannend, witzig, wunderbar liebenswert und zauberhaft illustriert! Auch der sechste Band dieser wunderschönen Kinderbuchreihe konnte mich von den ersten Seiten an hellauf begeistern. Ob zum Vor- oder Selberlesen – ich kann das neue Abenteuer von Petronella Apfelmus absolut empfehlen und vergebe gerne volle 5 von 5 Sternen!

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Das Weihnachtswunder

Katherine Rundell , Nele Thiemann , Emily Sutton
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 19.09.2018
ISBN 9783845825595
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Hier war es bei mir Coverliebe auf den ersten Blick. Sieht das Buch nicht toll und wunderbar weihnachtlich aus? Ich kann euch ja schon mal verraten, dass es sich auch unter dem Schutzumschlag wirklich sehen lassen kann. Da mich die wundervolle Aufmachung sofort ansprechen konnte und ich die Bücher von Katherine Rundell sehr gerne lese, stand für mich sofort fest, dass ich „Das Weihnachtswunder“ unbedingt lesen möchte.


Endlich ist es so weit: Der Heilige Abend ist da! Aber was ist das? Wer sitzt denn da ganz alleine am Fenster und blickt traurig in den dunklen Sternenhimmel? Es ist der Junge Theo. Da seine Eltern ausgerechnet heute arbeiten müssen, muss Theo mit seiner schlafenden Babysitterin den Weihnachtsabend alleine verbringen. Als der Junge beim Hinausschauen plötzlich eine Sternschnuppe am Himmel entdeckt, weiß er sofort, was er sich wünscht: Er will nicht alleine sein, nicht an diesem besonderen Abend. Anscheinend stimmt das, was man sich immer über Sternschnuppen erzählt, sie können wirklich Wünsche erfüllen. Denn ehe es sich Timo versieht, werden plötzlich vier Figuren am Tannenbaum lebendig. Mit ihnen wird Theo dann doch noch einen wunderbaren, magisch schönen Weihnachtsabend verbringen.


Mit „Das Weihnachtswunder“ ist Katherine Rundell eine richtig schöne Weihnachtsgeschichte gelungen, welche sich besonders gut zum Vorlesen eignet und der ganzen Familie ein tolles Leseerlebnis bescheren wird. Die Geschichte ist fantasievoll und warmherzig und die wundervollen Illustrationen traumhaft schön. Besonders die Bilder haben mir wahnsinnig gut gefallen. Die Geschichte natürlich auch, allerdings ist bei mir leider nicht komplett der Weihnachtsfunke übergesprungen. Die Handlung ist zwar weihnachtlich, nur hat mir dieser ganz besondere Weihnachtszauber dann leider doch etwas gefehlt.


Das Buch beginnt zunächst recht traurig. Wir lernen den Jungen Theo kennen, der an Heiligabend alleine mit seiner Babysitterin zu Hause ist. Seine Eltern sind beide berufstätig und so schwer beschäftigt, dass sie sich sogar am Weihnachtsabend nicht frei nehmen können. So kommt es also, dass Theo einsam am Fenster sitzt und nur seine schlafende Babysitterin als Gesellschaft hat. Dies soll sich aber noch ändern. Plötzlich werden vier Figuren am Weihnachtsbaum lebendig und mit ihnen zusammen wird Theo dann doch noch einen wundervollen Heiligabend erleben.


Mir hat es großen Spaß gemacht, zusammen mit Theo, dem Schaukelpferd, dem Engelchen, dem Trommler und dem Rotkelchen auf diese magische, kleine Reise zu gehen. Wie Theo, so haben auch die vier lebendig gewordenen Figuren einen großen Wunsch. Welche sehnliche Wünsche das sind und ob diese an diesem Weihnachtsabend erfüllt werden, das werde ich hier nicht verraten, da müsst ihr das Buch schon selber lesen. :D


Ich kann dieses schöne Weihnachtsbuch wärmstens empfehlen. Für Kinder ab etwa 5 Jahren ist es prima zum Vorlesen geeignet. Die Geschichte wird sehr einfach und kindgerecht erzählt, sodass jüngere Kinder allem sehr gut folgen können.


Meine Highlights waren die farbenfrohen, wundervollen Illustrationen von Emily Sutton. Auf jeder Seite begegnet einem eine Zeichnung und zu meiner großen Freude gibt es in dem Buch sehr viele doppelseitige Illustrationen. Es ist natürlich immer Geschmackssache, mir jedenfalls haben die Bilder richtig gut gefallen. Da sie sehr detailreich sind, gibt es immer etwas Neues zu entdecken, sodass besonders Kinder hier sehr viel Spaß beim Betrachten und Schmökern haben werden.


So traurig „Das Weihnachtswunder“ zunächst beginnt, so schön endet es. Auch wenn es mir hier leider an bisschen an weihnachtlicher Atmosphäre gefehlt hat, bin ich dennoch richtig begeistert von dem Buch. Vielleicht lag es bei mir auch einfach daran, dass ich es nicht in der Adventszeit gelesen habe, sondern jetzt im Herbst. Ich werde es mir auf jeden Fall noch mal im Dezember mit dem Buch gemütlich machen, wer weiß, vielleicht springt der weihnachtliche Funke bei mir dann doch noch komplett über.


Fazit: Warmherzig, weihnachtlich, magisch schön. Mit „Das Weihnachtswunder“ ist Katherine Rundell ein tolles Vorlesebuch für die ganze Familie gelungen, welches ich für die Weihnachtszeit wärmstens empfehlen kann. Die Geschichte ist fantasievoll und wurde wunderschön illustriert. Besonders die Illustrationen haben mir richtig gut gefallen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Kompass ohne Norden

Neal Shusterman , Ingo Herzke , Brendan Shusterman
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 20.08.2018
ISBN 9783446260467
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Beim Durchstöbern der Vorschau des Hanser Verlags ist mir „Kompass ohne Norden“ sofort ins Auge gesprungen. Das Cover und besonders der Klappentext konnten mich auf Anhieb überzeugen. Der Name des Autors sagte mir natürlich etwas, gelesen hatte ich bisher allerdings noch kein Buch von ihm. „Kompass ohne Norden“ sollte ich daher mein erstes Werk von Neal Shusterman werden.


Auf den ersten Blick wirkt Caden wie ein ganz normaler Junge. Er selbst hat sich zumindest immer für einen gehalten, nur macht ihm sein Verstand da einen Strich durch die Rechnung. Immer wieder entführt er Caden auf Reisen an fantastische Orte, fern von aller Realität. So passiert es, dass sich Caden im tiefsten Ozean wiederfindet oder auf einem Schiff. Aber auch im wirklichen Leben lässt ihn sein Verstand im Stich. Überall lauern Bedrohungen, Gartenschläuche verwandeln sich etwas Gefährliches, jemand will ihn umbringen, Blicke verursachen Unbehagen. Immer mehr verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Fantasie, immer mehr wird Caden Gefangener seines eigenen Kopfes.


Bücher, die von psychischen Erkrankungen handeln, habe ich schon immer sehr gerne gelesen. Ständig lesen könnte ich sie nicht, da sie ja doch recht ernst sind und einen nicht selten schockieren – da ich solche Bücher aber unglaublich wichtig finde, packe ich sie auf meiner Leseliste stets sehr weit nach oben.


„Kompass ohne Norden“ war mal wieder so ein Buch, welches mir richtig unter die Haut gegangen ist und mich sehr berührt hat. Verstärkt wurde dies auch dadurch, dass der Autor eigene Erfahrungen in die Handlung hat mit einfließen lassen, wie er in einem Vorwort erklärt. Bei Neal Shustermans Sohn Brendan wurde, als er 16 Jahre alt war, eine schizoaffektive Störung diagnostiziert und er hat Ähnliches durchgemacht wie unser Protagonist Caden. Die Zeichnungen, die sich in dem Buch befinden, stammen sogar von Brendan, welche er während seiner Klinikzeit gemalt hat. Die Zeichnungen fand ich hier absolut passend, da auch Caden gerne zeichnet.


Caden ist so jemand, der man einfach gern haben muss, er ist nett, freundlich und witzig. Vor seiner Erkrankung war er ein ganz normaler Junge, mit dem man gerne Zeit verbringt. Doch dann beginnt er sich schleichend zu verändern. Er denkt über Dinge nach, über die sich die meisten gar keine Gedanken machen, er fühlt sich bedroht, denkt, dass ein Junge an seiner Schule ihn umbringen will. Seine Psyche spielt zunehmend verrückt, immer krankhafter wird sein Verhalten und Denken. Caden befindet sich nun immer öfters auf einem Schiff, Fantasie und Realität verschwimmen zunehmend und irgendwann ist Caden so sehr Gefangener seines eigenen Kopfes, dass er daraus nicht mehr ohne Hilfe hinauskommt.


Das Buch besitzt zwei Handlungsstränge: Einmal dürfen wir Caden in der Realität begleiten und erleben mit, wie sehr sich sein Leben aufgrund seiner Schizophrenie verändert. Dann reisen wir mit Caden in seine eigene Fantasiewelt, landen in dieser auf dem Grund des Ozeans oder sind Passagier eines Schiffes.

Ich fand diese Vermischung von zwei Handlungssträngen sehr gut gewählt für die Thematik des Buches. Alles wirkt dadurch sehr authentisch und macht nur zu deutlich, wie schlimm es ist, mit so einer psychischen Erkrankung zu leben.


Ich hatte nur leider gerade mit dieser Erzählweise so meine Probleme. Die Idee dahinter finde ich wirklich super, nur habe ich beim Lesen gemerkt, dass mir dieser komplexe Aufbau der Geschichte einfach nicht so lag. Die Geschehnisse in der Realität haben mir bei weitem besser gefallen als die in der Fantasiewelt. Cadens Erlebnisse auf dem Schiff haben mich immer etwas verwirrt zurückgelassen. Vielleicht war dies sogar vom Autor so gewollt, ich weiß es nicht. Mir hat es nur leider etwas meinen Lesespaß geraubt. Wirklich schade, denn „Kompass ohne Norden“ ist ein ganz besonderes und sehr emotionales Buch. Ich habe mir auch wirklich Mühe gegeben, nur leider bin ich mit dem Schreibstil bis zum Ende nicht so richtig warm geworden.


Ich bin aber trotzdem ganz fasziniert von dem Buch. Es ist authentisch, ergreifend und zutiefst bewegend und auch wenn ich mit den zwei Erzählsträngen so meine Probleme hatte, habe ich Caden dennoch sehr gerne auf seinem schwierigen Weg begleitet. „Kompass ohne Norden“ ist ein Buch, welches Mut und Hoffnung macht, Betroffenen wie Angehörigen. Psychische Erkrankungen sind leider keine Seltenheit, dennoch wird viel zu selten offen darüber gesprochen. Gerade deswegen finde ich dieses Buch so wichtig, da es aufzeigt, was Menschen, die an Schizophrenie erkrankt sind, durchmachen müssen und es wird hoffentlich dabei helfen, solche Menschen besser zu verstehen.


Fazit: Ergreifend, emotional, authentisch. Mit „Kompass ohne Norden“ ist Neal Shusterman ein außergewöhnliches und wichtiges Buch gelungen, welches mich sehr bewegt und berührt hat. Obwohl mich Cadens Geschichte wirklich sehr beeindruckt hat, kann ich dem Buch leider dennoch keine volle Sternenzahl geben. Es besitzt eine ganz besondere Erzählweise, auf die ich mich leider bis zum Ende nicht komplett einlassen konnte. Ich kann „Kompass ohne Norden“ aber natürlich dennoch absolut empfehlen und vergebe 4 von 5 Sternen!


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Flora Flitzebesen - Winterzauber im Hexendorf

Eleni Livanios , Eleni Livanios
Fester Einband: 152 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 25.09.2018
ISBN 9783649624554
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Kennt ihr eigentlich schon Flora Floribunda, genannt Flora Flitzebesen? Falls nicht, ist das natürlich sehr schade, denn mit Flora und ihren Freunden kann man jede Menge toller Abenteuer erleben. Es sollte in meinen Augen aber kein Problem darstellen, Flora erst mit diesem Band kennenzulernen. Die Bände bauen zwar schon etwas aufeinander auf, erzählen aber dennoch recht eigenständige Geschichten und sollten gut unabhängig voneinander zu lesen sein.


Als großer Fan dieser schönen Hexenreihe hieß es für mich, viele liebgewonnene Charaktere wiederzusehen. Die Figuren, die Eleni Livanios hier erschaffen sind, sind wirklich etwas ganz Besonderes. Ob Hexen, Hexer, Elfen, Katzen, Raben, Spinnen und was einem sonst noch zwischen den Buchdeckeln erwartet – bis auf ein paar Ausnahmen bekommt man es hier mit lauter liebenswürdigen, netten Charakteren zu tun, die man einfach sofort ins Herz schließen muss. Die Ausnahmen sind die Bösewichte, denn natürlich bekommt man es auch in diesem Band mit Figuren zu tun, die nicht so einen sympathischen Eindruck erwecken. Solche Charaktere müssen meiner Meinung nach aber einfach sein, da sie für ordentlich Spannung im Buch sorgen.


Obwohl wir es in diesem Band mit hauptsächlich netten Figuren zu tun bekommen, verliert die Handlung an keiner Stelle an Tempo und lädt einen durchweg zum Mitfiebern ein. Ob der Zauberwettbewerb, die bange Frage, ob Maltes Mutter wieder gesund wird oder Floras Besuch bei ihrem Vater im gefährlichen Drachental – das Buch kann mit vielen spannenden Szenen aufwarten und beschert Jung und Alt ein hexisch-schönes Leseerlebnis.


Besonders aufregend fand ich Floras Besuch bei ihrem Vater im Drachental. Auch mit diesem Ort hat Eleni Livanios mal wieder einen großartigen Schauplatz erschaffen. Als Leser würde man hier wirklich manchmal am liebsten in das Buch hineinkriechen, um sich selbst einmal das Hexenrosental anzuschauen, auf Besen zu fliegen oder auf Drachen zu reiten.


Sehr schön finde ich auch, dass die Geschichte tolle Werte wie Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft enthält. Diese dürfen für mich für ein gutes Kinderbuch einfach nicht fehlen.

Ebenfalls sehr gut fand ich, dass das ernste Thema Trennung zur Sprache kommt. Floras Eltern haben sich schon früh voneinander getrennt und erst in diesem Band dürfen wir zusammen mit dem Hexenmädchen ihren Vater kennenlernen. Mit Floras Vater bin ich anfangs leider nicht so richtig warm geworden. Ihm scheinen seine Drachen oft wichtiger zu sein als seine Tochter. Zum Ende des Buches aber habe ich Floras Papa dann doch noch recht lieb gewonnen.


Zum Vorlesen eignet sich dieses tolle Buch perfekt. Kinder ab 5 Jahren werden hier sehr viel Spaß beim Lauschen dieser zauberhaften Geschichte haben. Auch zum Staunen und Betrachten gibt es eine Menge. Das Buch wurde wunderschön illustriert, an den farbenfrohen, liebevoll gezeichneten Bildern von Eleni Livanios kann mich einfach nie sattsehen. Besonders gut gefallen hat mir mal wieder die Einbandillustration vorne und hinten im Buch. Diese doppelseitige Zeichnung ist sooo schön! Sie ist wunderbar winterlich und sorgt für eine herrliche Weihnachtsstimmung. Die Geschichte selbst habe ich zwar leider als weniger weihnachtlich empfunden als ich erwartet habe, aber das Winterfeeling kommt eindeutig nicht zu kurz. Ob Kälte, Schnee oder das nahende Winterwendfest – für die kalte Jahreszeit ist das neue Flora Flitzebesen-Abenteuer ganz besonders gut geeignet.


Fazit: Winterlich, spannend, magisch schön! Auch Flora Flitzenbesens fünftes Abenteuer hat mir wahnsinnig gut gefallen. In dieser tollen Kinderbuchreihe ist einfach jeder Band wundervoll. Zum Vorlesen eignet sich diese Reihe wirklich perfekt, aber auch zum Selberlesen für Kinder ab der 3. Klasse sind die Flora Flitzebesen Bücher sehr zu empfehlen. Mir haben die mitreißende, fantasievolle Handlung zusammen mit den wunderschönen Illustrationen ein herrliches Leseerlebnis beschert und ich vergebe gerne volle 5 von 5 Sternen!

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Fanny und wie sie die Welt sieht

Alexa Hennig von Lange , Regina Kehn
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.09.2018
ISBN 9783522185073
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Von Alex Hennig von Lange habe ich nun schon einige Bücher gelesen, sowohl Jugend- als auch Kinderbücher. Besonders ihre Romane für Kinder haben mir sehr gut gefallen, daher war meine Neugier auch sofort geweckt, als ich entdeckte, dass dieses Jahr ein neues Buch von ihr im Thienemann-Esslinger Verlag erscheinen wird. Für mich stand sehr schnell fest, dass ich das Mädchen Fanny unbedingt kennenlernen möchte.


Die 11-jährige Fanny kann die Schule nicht leiden. Wozu all die Lernerei, das meiste davon wird sie doch eh nie brauchen. Eines Tages aber kann Fanny die Musikstunde gar nicht abwarten. Für den Unterricht hat sie ein Referat über Mozart vorbereitet, welches dank der Hilfe ihrer großen Schwester perfekt geworden ist. Endlich wird Fanny mal eine gute Note nach Hause bringen, da ist sie sich sicher. Leider wird es an diesem Tag nur nicht zu dem Vortrag kommen. Zuerst erhalten die Schüler die Nachricht, dass ihre Musiklehrerin einen Unfall hatte und dann fliegt Fanny auch noch etwas Schweres an den Kopf, sodass sie das Bewusstsein verliert. Als sie aus ihrer Ohnmacht erwacht, blickt sie in das Gesicht eines fremden Mädchens mit weißer Perücke. Und anstatt im Klassenraum, befindet sich Fanny plötzlich in einem Garten, der zu einem eindrucksvollen Schloss gehört. Was ist passiert? Fanny versteht die Welt nicht mehr. Noch verwirrter ist sie, als sie Wolfgang Amadeus Mozart begegnet. Das kann doch kein Zufall sein, schließlich wollte sie über Mozart doch heute ihr Referat halten. Alles äußerst merkwürdig. Hat sie etwa eine Zeitreise gemacht? Aber ist so etwas nicht unmöglich? Was sich Fanny aber noch viel mehr fragt: Wie kann sie wieder nach Hause, in ihre Zeit, zurückkehren?


Mit „Fanny und wie sie die Welt sieht“ ist Alexa Hennig von Lange ein richtig schönes Kinderbuch gelungen, welches mir tolle, kurzweilige Lesestunden beschert hat. Die etwa 150 Seiten waren bei mir im Nu gelesen. Wirklich schade, dass das Buch nur so kurz ist, ich hätte gerne noch etwas mehr Zeit mit Fanny verbracht.


Fanny habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie ist ein total liebes und sympathisches Mädchen, aus deren wir Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren. Als Leser bekommt man einen wunderbaren Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt und kann gar nicht anders, als Fanny gernzuhaben. Leider werden aber oft ausgerechnet die nettesten Menschen gemobbt. So auch Fanny. Sie hat keine Freunde und muss in der Schule ausgerechnet neben Lucy sitzen, die sie richtig zu hassen scheint und ärgert wann und wo sie nur kann. Als Leser fühlt man richtig mit der armen Fanny mit und entwickelt eine große Wut auf die blöde Lucy. Zumindest war es bei mir so. Mir tat Fanny richtig leid, dass sie so wenig Anschluss in ihrer Klasse findet und das ihr einziger Freund Joschi vor kurzem weggezogen ist und sie nun ganz alleine die Mobbingattacken durchstehen muss.


Auch zu Hause hat es Fanny nicht leicht. Ihre Schwester gilt als hochbegabt, bringt stets Spitzennoten nach Hause, ist in allem die Beste und wird gelobt ohne Ende. Anders als Fanny, die ziemlich schlecht in der Schule ist und bisher noch nichts gefunden hat, in was sie wirklich gut ist.


Ein weiterer Punkt, der die Situation zu Hause nicht immer einfach macht, ist das Thema Geld. Fannys Familie ist nicht wirklich arm, allerdings kommen sie nur gerade so über die Runden.

Das Buch befasst sich also mit so einigen ernsteren Themen, die einem zu Nachdenken anregen und die Handlung tiefgründiger gestalten, als ich erwartet hatte.


Aber keine Sorge, das Buch ist natürlich nicht zu ernst. Nein, ganz im Gegenteil. Mich hat diese schöne Geschichte bestens unterhalten. Zusammen mit Fanny verschlägt es uns recht schnell ins Jahr 1768. Das es dort zu so manchen amüsanten und turbulenten Situationen kommt, kann man sich denken. Fanny reist in eine für sie komplett andere Welt. Die Kleidung ist anders, die Gepflogenheiten, die Art zu sprechen...ja, als Leser hat man hier wirklich eine Menge zum schmunzeln.


Ich habe mich sehr darüber amüsant, wie Fanny versucht die Welt am Hofe zu verstehen. Auch die Leute, auf die das Mädchen trifft, haben mich bestens unterhalten.


Sehr gut gefallen hat mir, wie viel man über die Zeit des jungen Mozarts lernt. Auch ihn persönlich dürfen wir kennenlernen. Fanny wird sogar die Gelegenheit bekommen, sich mit ihm über seine Musik zu unterhalten und gemeinsam mit ihm Klavier zu spielen.


Was die Genauigkeit der Recherche angeht, kann ich leider nicht groß was sagen, da ich mich in diesem Bereich nicht so gut auskenne. Ich denke aber schon, dass vieles hier geschichtlich korrekt ist. Die Zeit am Hofe wird sehr anschaulich und herrlich lebendig beschrieben, sodass man sich von allem ein ganz genaues Bild machen und sich beim Lesen wunderbar ins Jahr 1768 versetzen kann.


Für Mädchen – und vielleicht auch Jungen – ab 10 Jahren, die gerne Zeitreisegeschichten lesen, ist dieses Buch sehr zu empfehlen. Der Schreibstil ist locker, leicht und liest sich super angenehm. Die Kapitel sind schön kurz und die Handlung lässt an keiner Stelle Langeweile aufkommen.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Message, die das Buch enthält sowie das Ende, welches mich absolut zufrieden stellen konnte.


Fazit: Ein tolles Zeitreiseabenteuer für Kinder ab 10 Jahren! Ich kann das Buch sehr empfehlen, mir hat es richtig schöne Lesestunden beschert. Die Handlung ist spannend, witzig, tiefgründig und bietet nicht nur für junge Leser ein tolles Lesevergnügen - ich kann das Buch auch Erwachsenen sehr ans Herz legen. Ich habe Fanny richtig gerne in das Jahr 1768 begleitet und hatte dabei jede Menge Spaß. Für volle 5 Sterne hat mir dann nur doch irgendwie etwas gefehlt, von mir gibt es daher sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst

Alex Rühle , Axel Scheffler
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 31.08.2018
ISBN 9783423762342
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Als große Kinderbuchliebhaberin war meine Neugier sofort geweckt, als ich das erste Mal auf „Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst“ gestoßen bin. Gespenstergeschichten fand ich schon immer super und da mich der Klappentext und das Cover hier sofort ansprechen konnten, stand für mich sehr schnell fest, dass ich Zippel unbedingt kennenlernen möchte.


Schlossgespenster leben in Burgschlössern? Falsch. Wer hat eigentlich dieses Lügenmärchen in die Welt gesetzt? Schlossgespenster leben doch nicht in alten, zugigen Burgen, um dort mit Ketten zu rasseln oder Ritterrüstungen zum Scheppern zu springen. Nein, also bitte. Zippel ist empört, als er das hört. Er ist ein waschechtes kleines Schlossgespenst und fühlt sich wo am wohlsten? Na, natürlich in einem Türschloss, je rostiger, desto besser. Zippel ist in dem Haustürschloss von der Wohnung von Paul und seinen Eltern zu Hause. Dort hat er sich vor kurzem gemütlich gemacht. Mit der Gemütlichkeit soll es aber sehr schnell vorbei sein, als Paul seinen Schlüssel ins Schloss steckt. Autsch, da tut doch weh! So treffen die beiden also das erste Mal aufeinander. Von dem Moment an beginnt für Paul die lustigste Zeit seines Lebens. Zippel hat nur Quatsch im Gespensterkopf und sorgt bei Paul zu Hause für jede Menge Aufregung und Chaos. Paul hat Zippel sofort ganz fest in sein Herz geschlossen und ist froh, so einen tollen Freund bei sich zu Hause wohnen zu haben. Doch dann soll das Schloss in der Haustür ausgetauscht werden. Oh nein, das müssen Paul und Zippel unbedingt verhindern!


Was für ein tolles Buch! Ich hatte hier mal wieder den richtigen Riecher gehabt, mich konnte „Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst“ von den ersten Seiten an hellauf begeistern. Diese witzige, warmherzige und zauberhaft schöne Geschichte ist definitiv nicht nur etwas für Kinder – auch Erwachsene werden hier jede Menge Freude beim Lesen haben.


Mit Zippel ist Alex Rühle ein wundervoller Buchheld gelungen, der mich immer wieder sehr an das Sams erinnert hat. Wie dieses, so reimt auch Zippel unheimlich gerne und dichtet die lustigsten Liedchen. Diese lassen sich wunderbar vorlesen und werden für einen besonders schönen Vorlesespaß sorgen.

Allerdings sorgt natürlich auch die Handlung für jede Menge laute Lacher und breite Schmunzler.

Zippel ist einfach toll. Das kleine Schlossgespenst ist lieb, frech und ein Meister im Buchstabenverdrehen und Schöpfen neuer Wörter. So nennt er zum Beispiel „Erwachsene“ „Awachsana“ und „natürlich“ wird zu „latürnich“. Und das sind nur zwei Beispiele von vielen. Das Buch sprüht nur so von einfallsreichen, ulkigen Ideen. Super fand ich auch das mit dem Schloss. Wieso sollen Schlossgespenster eigentlich in Schlössern, also Burgen leben? Warum nicht in Türschlössern? Wir Menschen haben einfach von nichts eine Ahnung. Gespenster in Burgen, nee, Humbug ist das. Ein richtiges Gespenst fühlt sich am allerwohlsten in einem schönen rostigen Türschloss.


Was mich mit am besten unterhalten hat, sind Zippels Versuche die Welt von uns Menschen zu verstehen. Wie funktioniert zum Beispiel ein Klo? Wohin verschwindet das Wasser, wenn man spült? Ein äußerst rätselhaftes Phänomen für Zippel. Noch verwirrender ist die Sache mit dem Schreiben. Wo ist denn nur der Rüssel, wenn man Elefant schreibt? Und warum muss es so viele Buchstaben geben?

Mit am erstaunlichsten findet Zippel aber die Sache mit dem Essen. Als Paul seinem neuen Freund zeigen möchte, wie das funktioniert, ist das kleine Gespenst zunächst richtig geschockt. Wo ist denn plötzlich die Mandarine abgeblieben? Was, in Pauls Bauch? Und wie kommt sie da wieder raus?


Ja, ihr merkt vielleicht, Zippel hat noch so einiges zu lernen, wenn er unsere Welt zumindest teilweise verstehen möchte. Ist ja aber auch alles verdammt kompliziert, klar, dass Zippel mit vielem so seine Probleme hat. Paul aber bleibt ganz ruhig und erklärt dem wissbegierigen Gespenst alles so gut er nur kann. Die Dialoge, die dadurch zustande kommen, sind einfach nur köstlich.


Neben Zippel haben mir auch alle anderen Charaktere richtig gut gefallen, allen voran Paul, der ein ganz lieber Junge ist, den man einfach sofort in sein Herz schließen muss. Mit ihm wird sich die Zielgruppe wunderbar identifizieren können. Vermutlich werden so einige Kinder ein bisschen neidisch auf Paul werden. So ein Schlossgespenst zum Freund zu haben ist schon etwas Feines. Zumindest hätte ich als Kind so einen Gefährten in meinem Zimmer klasse gefunden. :D

Okay, Chaos ist bei einem Gespenst natürlich vorprogrammiert, vor allem, wenn es nur Flausen im Kopf hat. Es kann einem aber auch in schwierigen Situationen helfen.


Paul wird leider in der Schule von zwei ziemlich blöden Jungs gemobbt. Als Zippel einmal mit zur Schule kommt, zeigt er diesen Doofis, wo der Hammer hängt. Das Buch kann also nicht nur mit jeder Menge Fantasie und Humor aufwarten, es enthält auch Tiefgang.


Was dann natürlich auch nicht unerwähnt bleiben darf, sind die großartigen, farbigen Illustrationen von Axel Scheffler. Den meisten wird er vermutlich durch „Das Grüffelo“ bekannt sein. Axel Schefflers Zeichenstil ist unverkennbar. Für dieses Buch ist er in meinen Augen ein richtiger Glücksgriff, seine lustigen, liebenswerten Illustrationen passen einfach nur perfekt zu dieser schönen Geschichte. Da hätte es gerne noch viel mehr von geben können. Das Buch besitzt zwar sehr viele Illustrationen, nur waren es mir für meinen Geschmack dann doch schon fast zu wenige. Gerade im letzten Kapitel ist doch sehr viel Text und kaum Bild. Groß gestört hat es mich aber nicht.

Mir hat das Buch unheimlich gut gefallen und ich hoffe sehr, dass wir noch weitere, so tolle Geschichten von Zippel und Paul zu lesen bekommen werden. Und wenn keine Zippel-Abenteuer, so hoffentlich andere Geschichten von Alex Rühle. Mich jedenfalls konnte er mit seinem Kinderbuchdebüt absolut überzeugen.


Fazit: Witzig, herzerwärmend, zauberhaft schön! Mit „Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst“ ist Alex Rühle ein wundervolles Vorlesebuch für die ganze Familie gelungen. Zum Vorlesen eignet sich diese tolle Geschichte wirklich perfekt, aber auch zum Selberlesen bietet es sich für Grundschulkinder prima an. Mir hat das Buch herrliche Lesestunden beschert und ich würde mich riesig über weitere Zippel-Geschichten freuen. Hier vergebe ich sehr gerne volle 5 von 5 Sternen!

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Ava und der Junge in Schwarz-Weiß

Stefanie Gerstenberger , Marta Martin
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Arena, 21.09.2018
ISBN 9783401604114
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auf das neue Buch des Mutter-Tochter-Gespanns habe ich mich riesig gefreut. Ihre drei bisherigen gemeinsamen Bücher haben mir richtig gut gefallen, daher wanderte ihr neues Werk auch sofort auf meine Wunschliste, sogar ehe ich mir überhaupt den Klappentext durchgelesen hatte. Hier war ich mir einfach absolut sicher, dass „Ava und der Junge in Schwarz-Weiß“ ganz genau das Richtige für mich sein wird.



Die 16-jährige Ava hat keine Ahnung, wie sich das anfühlt, wenn man so richtig verliebt ist. Schmetterlinge im Bauch, ein wildes Herzklopfen? Hm, nein, bisher leider Fehlanzeige. Das soll sich in diesen Sommerferien jedoch ändern. Zusammen mit ihrer Mutter wird Ava zu ihrer Oma Luise ins Alte Land fahren, wo ihre Oma ein altes Kino betreibt, das Titania Palast. An diesem Ort wird Ava das erste Mal erleben, wie es sich anfühlt, bis über beide Ohren verliebt zu sein. Von dem charmanten – etwas merkwürdigen - Horst fühlt sie sich sofort angezogen. Allerdings ist sie auch von Frans ganz fasziniert. Hat sie sich etwa in zwei Jungen auf einmal verliebt? Für welchen soll sie sich denn nun entscheiden? Neben diesem Gefühlschaos beschäftigt Ava aber auch noch etwas ganz anderes: Das Kino ihrer Oma läuft nicht mehr allzu gut und es droht der Verkauf. Das kommt überhaupt nicht infrage, es muss schleunigst ein Rettungsplan her! Horst wird dabei eine sehr große Hilfe sein. Nur verbirgt er auch ein sehr großes Geheimnis, welches es nicht immer einfach gestaltet, die Pläne reibungslos in die Tat umzusetzen. Ob das Titania Palast wohl gerettet werden kann? Und für welchen Jungen wird sich Ava schließlich entscheiden?

„Ava und der Junge in Schwarz-Weiß“ konnte mich von den ersten Seiten an hellauf begeistern. Das neue Werk von Stefanie Gerstenberger und ihrer Tochter Marta Martin ist vermutlich nun sogar mein Lieblingsbuch der beiden.


Was mir ganz besonders gut gefallen hat, ist der Schauplatz. Als Leser verschlägt es uns zusammen mit der 16-jährigen Ava und ihrer Mutter ins Alte Land, wo die beiden Avas Oma Luise besuchen werden. Diese hat sich leider bei einem Unfall das Handgelenk gebrochen und benötigt ganz dringend Unterstützung im Titania Palast, ein altes, außergewöhnliches Kino, welches sie seit vielen Jahren führt. Das Besondere an diesem Lichttheater? Nun, zum einen befindet es sich in einem alten, verwinkelten Gebäude, das früher mal eine Gaststätte war. Cool, oder? Dann werden im Titania Palast nur alte Streifen gezeigt. Neue Filme sucht man dort im Programm vergebens. Vermutlich nicht jedermanns Sache. Die Besucher bleiben jedenfalls immer mehr aus und wenn nicht bald wieder mehr Geld in die Kasse springt, wird Avas Oma wohl nichts anderes übrig bleiben, als ihr geliebtes Kino dichtzumachen.


Ich habe mich im Titania Palast sofort pudelwohl gefühlt. Es wird zwar als sehr heruntergekommen und renovierungsbedürftig beschrieben, aber ich wäre beim Lesen dennoch liebend gerne in das Buch hineingekrochen, um mir das Kino mal selbst anzuschauen, den Charme der 50iger Jahre zu genießen, mich auf einem gemütlichen Sitz im Großen Saal zu fläzen und mir einen alten schwarz-weiß Film reinzuziehen. Bevorzugt „Der Herzensbrecher“ - ein Film, der in diesem Buch eine sehr große Rolle spielen wird.


Wie bereits die vorherigen Bücher des Mutter-Tochter-Duos, so beinhaltet auch dieses Buch Fantasy-Elemente. Zumindest ein bisschen. Menschen, die während eines Films plötzlich aus der Leinwand springen, würde ich schon als eher unrealistisch bezeichnen. Ich glaube, ich würde vor Schreck in Ohnmacht fallen, wenn mir beim Filme schauen plötzlich einer der Charaktere in Natura gegenüber stehen würde. Falls mir so etwas mal passieren sollte, dann hoffe ich wirklich sehr, dass so jemand wie Horst aus der Leinwand steigt und nicht so eine Figur wie King Kong, Lord Voldemort oder so. :D


Gegen so einen Typen wie Horst hätte ich überhaupt nichts einzuwenden. Horst – allein schon den Namen finde ich super. Wer heißt heute bitte schön noch so? Genau, kaum jemand. Der Horst in diesem Buch stammt auch nicht aus unserer Zeit, sondern aus 1956. Logisch, dass er in unserer Zeit einen leichten Kulturschock erleidet. Hach, es war stellenweise so amüsant, wie er auf so Dinge wie Handys oder andere technische Geräte reagiert. Dafür, dass er auf so viel Neues stößt, ist Horst wirklich verdammt ruhig und gelassen. Er ist einfach eine total coole Socke, anders kann man es nicht sagen. Und wie er spricht, da bin ich aus dem Grinsen oft gar nicht mehr heraus gekommen.

Horst war auch mit Abstand mein Lieblingscharakter in der Geschichte. Sein 50er Jahre Charme konnte mein Herz sofort im Sturm erobern. Ihm ist es mit seiner liebenswerten, witzigen Art immer wieder bestens gelungen, mir beim Lesen ein breites Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.


Allerdings haben mir natürlich auch die anderen Charaktere richtig gut gefallen. Unsere Protagonistin Ava war mir auf Anhieb sympathisch. Wir erfahren alles aus ihrer Sicht, sodass wir einen sehr guten Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt bekommen. In dieser sieht es nur zunehmend chaotisch aus. Ava wird sich nämlich in diesen Ferien gleich in zwei Typen verlieben. Sie, die vorher noch nie so ein richtiges Schmetterlingsflattern im Bauch gehabt hat, bekommt nun gleich die doppelte Dosis. Nicht nur der charmante Horst lässt ihr Herz schneller schlagen – auch Frans lässt ihre Gefühle verrückt spielen. Die Jungen könnten unterschiedlich wohl nicht sein, dennoch ist Ava von beiden ganz fasziniert und kann sich einfach nicht entscheiden, welchen der beiden sie mehr liebt.


Liebeswirrwarr, die bange Frage, ob man das Titania Palast retten kann, Stress in der Familie, 50er Jahre Feeling pur – all das und noch so manches mehr erwartet einen in diesem schönen Buch. Mir hat es herrliche Lesestunden beschert. Durch den locker, leichten Schreibstil und der mitreißenden Handlung habe ich „Ava und der Junge in schwarz-weiß“ für meinen Geschmack viel zu schnell zu Ende gelesen. Mit ihrem neuen Werk zeigen Mutter und Tochter mal wieder, dass sie zusammen ein super Team ergeben und gemeinsam die wundervollsten Bücher zustande bringen, die stets eine tolle Mischung aus Teenieroman, Liebesgeschichte, verrückten, schrägen Ideen und jeder Menge Humor enthalten.


Ich war hier durchweg am Schmunzeln und Mitfiebern. Für welchen Jungen sich Ava schließlich entscheiden wird und ob das Titania Palast gerettet werden kann, das werde ich hier natürlich nicht verraten. Und auch, wie es eigentlich sein kann, dass Schauspieler während des Films aus der Leinwand schlüpfen, auch da werde ich schweigen. Wenn ihr all das wissen wollt, müsst ihr das Buch schon selber lesen. ;)


Fazit: Witzig, fantasievoll, turbulent und wunderschön! Mit ihrem neuen gemeinsamen Werk konnte mich das Mutter-Tochter-Gespann mal wieder hellauf begeistern. Die Geschichte lässt an keiner Stelle Langeweile aufkommen und sorgt für jede Menge Lacher und Schmunzler. Kinoliebhabern kann ich das Buch ganz besonders ans Herz legen, vor allem all denjenigen, die auf schöne alte Filmklassiker stehen. In meinen Augen ist das Buch nicht nur was Jugendliche, Erwachsene werden hier garantiert genauso viel Spaß beim Lesen haben. Ich kann den neuen Roman von Stefanie Gerstenberger und Marta Martin absolut empfehlen und vergebe gerne volle 5 von 5 Sternen!



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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Geheimagentin Candy und die Schokoladen-Mafia

Lavie Tidhar , Anja Seelow , Ulrike Köbele , Max Meinzold
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Loewe, 09.10.2018
ISBN 9783785589625
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Sieht das Cover nicht genial aus? Wer hier nicht einen Heißhunger auf Süßkram bekommt, scheint keine Vorliebe für Naschereien zu hegen. Mich konnte diese witzige Aufmachung sofort ansprechen und auch der Klappentext überzeugte mich Anhieb. Dann noch dieser coole Titel – hier wusste ich einfach auf den ersten Blick, dass „Geheimagentin Candy und die Schokoladen-Mafia“ ganz genau das Richtige für mich sein wird.


In Nelles Heimatstadt sind Schokolade und sonstige Süßigkeiten absolut tabu. Früher, da zog die ganze Zeit der Duft von herrlich leckerer Schokolade durch den Stadt. Schließlich befindet sich nicht weit von der Stadt die Schokoladenfabrik Farnsworth. Diese wurde nur vor einiger Zeit stillgelegt. All dies hält die größten Zucker-Junkies aber natürlich nicht davon ab, sich regelmäßig mit Süßigkeiten einzudecken. Banden haben sich gebildet, die einen illegalen Zuckerhandel betreiben. Eddie de Menthe gehört zu so seiner Bande und er wird es auch sein, der Nelle bei einem äußerst rätselhaften Fall um Hilfe bitten wird. Ohne es eigentlich zu wollen, wird Nelle in die ziemliche dunklen Machenschaften der Schokoladen-Mafia hineingezogen werden. Höchste Zeit also, sich einen Decknamen zuzulegen, schließlich ist das Ganze alles andere als ungefährlich. Geheimagentin Candy nimmt den Fall also an. Ob sie diesen auch lösen wird?


Mir haben Titel, Cover und Klappentext nicht zu viel versprochen. Mir hat „Geheimagentin Candy" richtig gut gefallen. Agentengeschichten fand ich schon immer klasse, ganz besonders dann, wenn die Protagonisten toughe, clevere Mädchen sind, die sich nicht unterkriegen lassen und jeden noch so kniffligen Fall lösen können.

Mit Nelle haben wir so eine Geheimagentin. Obwohl ich gut doppelt so alt bin wie sie, konnte ich mich wunderbar in sie hineinversetzen. Wir erfahren alles aus ihrer Sicht in der Ich-Perspeltive, sodass wir die 12-Jährige sehr genau kennenlernen dürfen.


Nelle träumt davon, eines Tages eine erfolgreiche Detektivin zu werden. Da ich in dem Alter auch leidenschaftlich gerne Detektivin gespielt habe, habe ich mich hier beim Lesen immer wieder in meine eigene Jugendzeit zurückversetzt gefühlt, als ich zusammen mit meinen Freundinnen eine Detektivbande hatte. (Wir hatten nur leider nie so einen tollen Fall zu lösen wie Nelle, schnief).


Anders als ich, hat Nelle keine Bande, sondern führt ihr Detektivbüro (der Schuppen in ihrem Garten) alleine.


Die Geschichte beginnt damit, dass der Junge Eddie ihr Büro aufsucht, um um sie bei einer sehr rätselhaften Angelegenheit um Hilfe zu bitten. Bei dieser sollen ein alter Teddybär, zwei äußerst merkwürdige Detectives, illegale Kinderbanden, die Schmuggel mit Süßwaren betreiben, ein verschwundener Junge und noch so einiges mehr eine große Rolle spielen. Ich kann euch versichern, hier wird garantiert jeder so richtig ins Mitfiebern und Miträtseln geraten. Nicht nur Mädchen und Jungen ab 10 Jahren, auch Erwachsene werden hier sehr viel Spaß beim Lesen haben.


Der Humor in dem Buch war absolut mein Geschmack. Die Geschichte ist herrlich skurril und witzig. Sie kann also nicht nur mit spannenden Szenen aufwarten, auch zum Grinsen und Schmunzeln gibt es hier eine Menge. Allein schon die Charaktere sind klasse. Nelle macht noch einen sehr vernünftigen Eindruck, mir kam sie für ihr Alter ehrlich gesagt oft sehr erwachsen vor.

Es tummeln sich in dem Buch aber so einige Figuren herum, die ziemlich schräg drauf sind. Ein Beispiel wäre Bürgermeister Thornton. Dank ihm ist Nelles Stadt seit drei Jahren Süßigkeitenfrei. Mich hat es ja etwas erstaunt, dass Thornton so lange im Amt war und gute Chancen hat, wieder gewählt zu werden. Ich meine: Hallo, keine Süßigkeiten mehr? Keine Schokolade, keine Gummibärchen, kein Eis, ja, noch nicht einmal Kaugummi ist erlaubt. Horror pur für die meisten, würde ich sagen.


Kein Wunder daher, dass sich illegale Banden gebildet haben, die diesem durchgeknallten Verbot trotzen wollen und ihre Quellen besitzen, um an lecker Naschkram ranzukommen. Leider entstehen dadurch natürlich auch so einige Rivalitäten. So gibt es zum Beispiel die Naschkatzen, total blöde Mädchen, deren Anführerin eine ziemliche Zicke ist: Mary Ratchet, genannt Zuckerschnute. Ja, ich weiß, schon ihr Spitzname macht deutlich, wie blöd Mary ist. Die Naschkatzen haben es leider auf Nelle abgesehen und in ihr ihr bevorzugtes Mobbing-Opfer gefunden. Das Buch beinhaltet also nicht nur Spannung und Humor, es enthält auch Tiefgang. In meinen Augen eine tolle Mischung.


Mich konnte das Buch komplett überzeugen und mir tolle Lesestunden bescheren. Und – Vorwarnung! - es hat in mir einen mörderisch großen Hunger auf Schokolade geweckt. Haltet nur ja beim Lesen etwas zum Naschen bereit, am besten Schokolade. Ich kann euch garantieren, durch die anschaulichen Beschreibungen von Schokolade und sonstigem Süßkram wird vermutlich jeder beim Lesen plötzlich den großen Drang verspüren, sofort in etwas Süßes zu beißen.


Das Setting hat mir übrigens richtig gut gefallen. Besonders angetan haben es mir die geheimen Verstecke der Kinderbanden. Aber auch die Beschreibungen der alten Schokoladenfabrik konnten mich begeistern.


Sehr cool fand ich auch, dass wir gar nicht wissen, zu welcher Zeit das Buch eigentlich spielt. Vermutlich nicht zu unserer, denn Handys scheint es keine zu geben. Es werden Telefonzellen benutzt und die Telefone besitzen noch Wählscheiben. Diese Dinge verleihen der Story einen ganz besonderen Charme und machen diese wunderbar zeitlos.

Sehr schön sind auch die kleinen Illustrationen an den Kapitelanfängen. Diese haben mir richtig gut gefallen.


Durch den wunderbar flüssigen Schreibstil, den angenehm kurzen Kapiteln und der mitreißenden Handlung habe ich das Buch in Rekordtempo verschlungen. Für Mädchen und Jungen ab 10 Jahren, die gerne spannende, witzige, fantasievolle Detektivgeschichten lesen, ist „Geheimagentin Candy“ einfach nur perfekt.

Ich hoffe sehr, dass es sich hier um einen Reihenauftakt handelt und wir bald zusammen mit Nelle ihren zweiten, kniffligen Fall lösen dürfen.


Fazit: Spannend, witzig, skurril und einfach nur genial! Mich konnte das erste Werk von Lavie Tidhar hellauf begeistern. Das Buch erzählt eine herrlich verrückte, humorvolle und zum Mitfiebern einladende Geschichte, welche an keiner Stelle Langeweile aufkommen lässt und große Lust auf mehr macht - und auf Schokolade. Ich muss hier wirklich vorwarnen: Schokolade und andere Süßigkeiten werden hier so anschaulich beschrieben, dass man gar nicht anders kann, als plötzlich ganz laut nach etwas Süßem zu verlangen. Also deckt euch besser gut mit etwas zum Naschen ein, wenn ihr nicht das Risiko eingehen wollt, beim Lesen in das lecker aussehende Cover zu beißen. ;)

Ich kann das Buch wärmstens empfehlen und vergebe 5 von 5 schokoladigen Sternen!

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49 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Leben rückwärts lieben

Claudia Pietschmann
Fester Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Arena, 21.09.2018
ISBN 9783401603865
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Von Claudia Pietschmann habe ich bereits ihr Jugendbuch „Cloud“ gelesen. Da mir dieses richtig gut gefallen hat, war meine Neugier sofort geweckt, als ich ihren neuen Roman in der Vorschau des Arena Verlags entdeckte. Ein Blick aufs Cover, schnell den Klappentext gelesen und ich wusste: „Leben rückwärts lieben“ muss ich unbedingt lesen.


Nina erwacht aus einem mehrwöchigen Koma im Krankenhaus. Dass sie einen Unfall hatte, weiß sie ganz genau, auch wie er sich ereignet hat, meint sie zu wissen. Ihre Eltern und Freunde jedoch erzählen ihr etwas anderes. Woher kommen dann aber diese Bilder in Ninas Kopf? Bilder von einer Bergtor und einem Haus. Und von einem Jungen. Wer ist er und wie lautet sein Name? Arthur? Heißt der Junge so? Zumindest spukt dieser Name in Ninas Kopf herum. Als Nina entlassen wird und kurz darauf wieder zur Schule geht, begegnet sie dem Jungen aus ihrem Gedankenchaos. Er heißt tatsächlich Arthur und ist ein Austauschschüler aus Frankreich. Er zeigt aber keinerlei Anzeichen, dass er Nina kennt. Ihre Verwirrung und Verzweiflung wird immer größer. Gedächtnislücken und Déjà-vus plagen sie, was ist nur mit ihr los? Nina sucht Kontakt zu Arthur, vom ersten Moment scheint eine innige Vertrautheit die beiden zu verbinden. Kennen sie sich doch von früher? Als die Erlebnisse in Ninas Kopf genau so eintreten, wie sie sich erinnert, wird ihr schnell klar: Sie muss den Unfall verhindern, den sie bereits in ihren Erinnerungen erlebt hat.


Kennt ihr das, wenn euch bereits die ersten Seiten eines Buches richtig fesseln können und ihr am liebsten nur noch lesen, lesen, lesen wollt und das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchtet, weil die Story so packend und spannend ist? Solche Bücher würde man wohl am liebsten immer lesen, schließlich bereiten diese einem besonders schöne Lesestunden.


Mit „Leben rückwärts lieben“ habe ich zu einem Buch gegriffen, dass mir den eben beschrieben Lesespaß beschert hat. Mich konnte die Handlung von Anfang an ihren Bann ziehen und mich das Buch innerhalb kurzer Zeit verschlingen lassen. Bereits „Cloud“ habe ich als richtig spannend und faszinierend empfunden, mit ihrem neuen Werk hat die Autorin in meinen Augen aber noch mal eine Schippe draufgelegt.


Als Leser erfahren wir hier alles aus der Sicht von Nina. Zu Beginn befinden wir uns mit ihr im Krankenhaus, wo sie nach einem mehrwöchigen Koma erwacht. Durch einen schweren Wanderunfall hat sie schlimme Verletzungen davongetragen und auch ihr Kopf scheint gelitten zu haben. Nina fehlen Erinnerungen und nachts sucht sie immer wieder der selbe Alptraum heim, in welchem sie von dem Unfall träumt. Ob er wohl so abgelaufen ist, wie er sich in ihrem Kopf abspielt? Ihr Gefühl sagt Ja, ihre Eltern jedoch Nein. Seltsamerweise drücken sich Ninas Eltern zunächst davor, ihrer Tochter zu erzählen, was genau passiert ist. So, als ob sie ihr etwas verheimlichen wollen. Als Ninas Mutter endlich mit der Sprache rausrückt, unterscheidet sich ihre Version des Unfalls sehr von der aus Ninas Träumen. Seltsam und äußerst rätselhaft.


Rätselhaft – ein Wort, mit welchem sich die Handlung perfekt beschreiben ist. Als Leser tappt immerzu im Dunklen, lauter offene Fragen begleiten einem bis zum Schluss, auf die man begierig die Antworten wissen möchte. Eine rätselhafte Szene folgt der nächsten, man möchte am liebsten immer schneller und schneller lesen, weil man endlich die Auflösung des Ganzen erfahren möchte.


Das Buch ist noch nicht mal actionreich oder nervenkitzelaufregend, nein. Ich habe die Handlung sogar als recht ruhig empfunden. Spannend ist es aber die ganze Zeit über, großes Lob an die Autorin, wie toll es ihr gelungen ist, den Spannungsbogen das ganze Buch über so prima aufrecht zu erhalten. Für mich blieb am Ende zwar leider dann doch der richtig große Aha-Moment aus, aber das hat mich überhaupt nicht gestört. Ich hatte hier richtig viel Spaß beim Lesen und kann „Leben rückwärts lieben“ nur empfehlen.


Sehr gut gefallen hat mir die Ausarbeitung der Charaktere. In Nina konnte ich mich wunderbar hineinversetzen. Als Leser bekommt man einen sehr tiefen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt, sodass man sie sehr genau kennenlernen kann. Auch die Nebenfiguren sind der Autorin klasse gelungen. Alles wirkt absolut authentisch und realistisch, was die Handlung nur noch fesselnder macht. Besonders interessant fand ich Arthur, oder kurz Art. Bei ihm lag ich wirklich komplett daneben. Was genau ich damit meine, verrate ich hier allerdings nicht, zu viel vom Inhalt erzählen möchte ich ja nicht. Art jedenfalls ist so ein Charakter, den ich in Büchern immer sehr willkommen heiße: Merkwürdig und suspekt, eben so jemand, bei dem man nicht weiß, woran man ist und der die Handlung durch sein Verhalten nur noch spannender macht.


Ich habe Nina auf der Suche nach der Wahrheit und ihren Erinnerungen sehr gerne begleitet. Vor allem ihre Reisen in ihren Gedankenpalast fand ich klasse. An diesem Ort, den man als Ninas inneres Haus bezeichnen kann, versucht sie ihre Gedanken zu ordnen und ihre Erinnerungen wiederzufinden. Ob ihr das schließlich gelingen wird, verrate ich hier natürlich nicht. Auch, welche Rolle Arthur genau spielen wird, was es mit Ninas Erinnerungslücken und Déjà-vus auf sich hat, wird in dieser Rezension ein Geheimnis bleiben. Wenn ihr all das wissen möchtet, solltet ihr euch schleunigst dieses schöne Buch zulegen und mit dem Lesen starten. :D


Fazit: Spannend, tiefsinnig, faszinierend! Mit „Leben rückwärts lieben“ ist Claudia Pietschmann ein toller Jugendroman gelungen, der einen durchweg fesselt und mit lauter Rätseln und offen Fragen konfrontiert, auf die man ganz begierig nach Antworten verlangt. Als Leser ist man daher wie gebannt von der Handlung und möchte das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen. Dank der fesselnden Handlung, dem tollen Schreibstil und den bildhaften Beschreibungen wird einem hier ein wundervolles Leseerlebnis beschert, welches noch lange in einem nachklingt. Das Buch macht deutlich, wie wichtig Erinnerungen sind und dass diese uns Menschen ausmachen. Ein komplexes Thema, welches die Autorin großartig in ihrem Buch verarbeitet hat. Auch die Liebesgeschichte konnte mich komplett überzeugen. Ich kann „Leben rückwärts lieben“ wärmstens empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen!

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Siebengeschichten

Nina Blazon , Isabel Kreitz
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Aladin Verlag, 31.08.2018
ISBN 9783848921133
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Bücher von Nina Blazon lese ich immer wahnsinnig gerne. Als ich nun in der Programmvorschau des Aladin Verlags auf ihr neues Buch gestoßen bin, war meine Neugier sofort geweckt. Gruselgeschichten (die fielen schon immer in mein Beuteschema), geschrieben von einer meiner Lieblingsautorinnen? Für mich stand hier sofort fest: „Siebengeschichten“ muss ich unbedingt lesen!


Sieben Länder, sieben Schauergeschichten. Diese schöne Gruselgeschichtensammlung entführt uns Leser an die verschiedensten Orte und beschert uns einen Schauder nach dem nächsten. Ob zur Sommer- oder Winterzeit – Irland, Amerika, England, Schweden, Frankreich, Island, Japan – in diese Länder verschlägt es uns beim Lesen. Was diese Orte alle gemeinsam haben? Es spukt dort. Ruhelose Seelen treiben in diesem Buch ihr Unwesen, rachsüchtige Tote begegnen einem zwischen den Seiten, ein verfluchtes Gemälde raubt uns Lesern den Schlaf und Gänsehaut pur erwartet einem in einem japanischen Geisterwald. Wer sich gerne gruselt, der wird hier ganz auf seine Kosten kommen!


Bereits Ende August ist dieses schöne Buch erschienen. Da ich Gruselgeschichten nur lieber in der dunklen Jahreszeit lese, habe ich mir „Siebengeschichten“ für den Oktober aufgespart. Noch perfekter wäre es natürlich gewesen, wenn ich es zu Halloween gelesen hätte. Da ich aber schon so gespannt auf das neue Werk von Nina Blazon war, habe ich eben nun doch jetzt schon zu dem Buch gegriffen.


Mögt ihr es gerne schaurig und unheimlich? Liebt es ihr auch, wie ich, wenn euch beim Lesen leichte Schauer über den Rücken laufen und ihr Gänsehaut bekommt? Ja? Nun, dann kann euch dieses Buch hier wirklich sehr empfehlen. Es umfasst insgesamt sieben Gruselgeschichten, die alle in verschiedenen Ländern spielen und die dortigen Gruseltraditionen aufgreifen. Eine alte Klosterschule, ein grausiger See, ein furchterregender Gespensterwald – das sind mal drei Beispiele für die Schauplätze, die einen hier erwarten.


Mir haben die Geschichten allesamt richtig gut gefallen. Nicht alle haben mich schaudern lassen, aber bei einigen war ich doch recht froh, dass ich sie nicht abends gelesen habe. Ein Tipp daher von mir: Wenn ihr etwas zarter besaitet seit und euch schnell gruselt, lest das Buch besser nicht vor dem Schlafengehen – es könnte sonst passieren, dass ihr keine ruhige Nacht verbringen werdet. :D


Groß auf den Inhalt der Geschichten möchte ich eigentlich gar nicht eingehen. Schließlich will ich ja niemanden die Spannung nehmen. Ihr sollt schließlich auch, wie ich, die Chance erhalten, euch jetzt, in der nahenden Halloweenzeit, so richtig schön in Gruselstimmung zu versetzen.


Wem die Geschichten nicht gruselig genug sind, der wird spätestens bei den Zeichnungen von Isabel Kreitz eine Gänsehaut nach der nächsten bekommen. Ihre Illustrationen haben mir unheimlich gut gefallen. Sie schaffen eine wunderbar gespenstisch-schöne Atmosphäre und passen immer perfekt zum Inhalt der jeweiligen Geschichte. Da waren tatsächlich ein paar Bilder dabei, die ich mir gar nicht lange angucken konnte, weil ich sie so schauerlich fand. Jüngere Leser sollten das Buch in meinen Augen lieber nicht alleine lesen. Ich würde es daher auch erst ab 12 Jahren empfehlen. Und auch nur denjenigen, die so leicht nichts schocken kann. ;)


Fazit: Schaurig-schön und düster-geheimnisvoll! Nina Blazon ist mit „Siebengeschichten“ ein großartiges Gruselbuch gelungen, welches mir herrlich unheimliche Lesestunden beschert hat. Mir haben die sieben Geschichten allesamt richtig gut gefallen und mich immer wieder richtig schaudern lassen. Noch gruseliger fand ich die Illustrationen von Isabel Kreitz. Diese schaffen eine tolle Atmosphäre und sorgen für Gänsehaut pur. Ich kann das Buch sehr empfehlen, ganz besonders für die dunkle Jahreszeit. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Ich und der Weihnachtsmann

Matt Haig , Sophie Zeitz , Rufus Beck
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 21.09.2018
ISBN 9783742406651
Genre: Romane

Rezension:

Als ich entdeckte, dass es von Matt Haig eine dritte Weihnachtsgeschichte geben wird, war meine Vorfreude groß. Seine ersten beiden Weihnachtsbücher haben mir richtig gut gefallen und ich war schon so gespannt, wie es wohl in Wichtelgrund weitergehen wird. Bei den ersten beiden Bänden hatte ich mich für das Hören entschieden, da die Hörbücher von Rufus Beck gelesen werden, einer meiner absoluten Lieblingshörbuchsprecher. Da auch der neue Band von ihm gelesen wird, fiel meine Wahl auch hier wieder auf das Hörbuch.


Amelia, das ehemalige Kaminkehrermädchen, hat trotz ihrer jungen Jahre schon viel durchmachen müssen. Jetzt lebt sie in Wichtelgrund, beim Weihnachtsmann und seiner Frau Mary. Leider ist es aber auch im Wichteldorf alles andere als einfach für Amelia. Als einziges Menschenkind gilt sie als Außenseiterin, sie kommt mit den Unterrichtsfächern in der Wichtelschule nicht zurecht und überall stößt sie auf Misstrauen. Als sich ihr eine Chance bietet, die Wichtel davon zu überzeugen, dass Wichtelgrund auch einem Menschenmädchen ein Zuhause bieten kann, ergreift sie diese sofort. Vor langer Zeit herrschte Streit zwischen den Wichteln und dem Kaninchenvolk und diese alte Fehde ist jetzt wieder entflammt. Anführer ist der Osterhase, der den fiesen Plan verfolgt, Weihnachten zu einem zweitrangigen Fest zurückzustufen. Das kommt ja mal gar nicht infrage! Amelia setzt alles daran, um Weihnachten zu retten. Ob ihr das wohl gelingen wird?


Wer „Das Mädchen, das Weihnachten rettete“ kennt, der hat bereits Bekanntschaft mit dem Mädchen Amelia gemacht. In Matt Haigs dritter Weihnachtsgeschichte übernimmt sie die Rolle der Ich-Erzählerin und zusammen mit ihr dürfen wir hier ein zauberhaft magisches und sehr spannendes Weihnachtsabenteuer erleben.


Mir hat auch die dritte Weihnachtsgeschichte von Matt Haig richtig gut gefallen. Was ich hier nur ein bisschen vermisst habe, ist dieser besondere Weihnachtszauber, den ich in den beiden Bänden davor immerzu gespürt habe und der hier leider etwas ausblieb. Mir ging es stellenweise zu hinterhältig und ernst zu. Ernst und traurig ist es zwar auch in den beiden Geschichten davor, aber in denen kam dennoch eine wundervolle Weihnachtsstimmung auf.

Vielleicht lag es hier aber auch daran, dass ich das Hörbuch jetzt im Herbst und nicht in der Adventszeit gehört habe. Ich habe mir jedenfalls fest vorgenommen, der Geschichte im Dezember ein weiteres Mal zu lauschen, vielleicht springt der Weihnachtsfunke bei mir ja dann doch noch komplett über.


Auch wenn mich das Hörbuch nicht so richtig in Weihnachtsstimmung versetzt hat, hatte ich hier natürlich dennoch jede Menge Spaß beim Zuhören. Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist herzerwärmend schön, sehr fantasievoll und durchweg spannend. Man ist immerzu am Mitfiebern und durch viele überraschende Wendungen lässt die Handlung an keiner Stelle Langeweile aufkommen.


Was mir wieder ganz besonders gut gefallen hat, sind die wichtigen Werte und Botschaften, die die Geschichte enthält. Hoffnung, Mut und der Glaube an Wunder und das Gute werden in den Weihnachtsbüchern von Matt Haig stets ganz groß geschrieben. Und das Thema Vorurteile wird angesprochen, denn diese sind leider auch an so einem bezaubernden Ort wie dem Wichteldorf zu finden.


Aus der Sicht von Amelia erleben wir, wie grausam es sein kein, wenn man anders ist als andere und als eine Fremde angesehen wird. Amelia gibt sich wirklich Mühe, sie möchte dazugehören, nur leider machen es ihr die Wichtel nicht gerade leicht. Ich habe beim Zuhören richtig mit der armen Amelia mitgefühlt. Sie tat mir so leid, dass sie von den Wichteln so wenig akzeptiert und toleriert wird. Wie aber oben bereits erwähnt, ist die Hoffnung eine ganz besondere Eigenschaft in den Weihnachtsbüchern von Matt Haig und auch hier gibt unsere Erzählerin nicht auf und verliert nicht den Mut, dass sie in Wichtelgrund doch noch das Zuhause finden wird, das sie sich so sehnlichst wünscht.


Jede Menge Mut benötigt sie auch bei ihrem aufregenden Abenteuer mit dem Kaninchenvolk. Zum Ende wird die Handlung richtig dramatisch, aber keine Sorge: Da es sich hier um ein Kinderbuch handelt, ist die Spannung natürlich kindgerecht und die Geschichte geht selbstverständlich gut aus. Ich meine: Kein Weihnachten mehr? Nee, das geht wirklich gar nicht. Zum Glück ist Amelia nicht auf sich alleine gestellt und wird zusammen mit der Hilfe und Unterstützung von anderen den Kampf gegen den Osterhasen und seinem Volk aufnehmen.


Was natürlich auch nicht zu kurz kommt, ist der Humor. Wie in den beiden vorherigen Geschichten, so kann auch der dritte Band mit jeder Menge witziger und skurriler Ideen aufwarten. Sehr unterhaltsam fand ich ja den Osterhasen. Ja, tatsächlich hat mich der Bösewicht in der Geschichte zum Schmunzeln gebracht. Dies lag wohl vor allem auch daran, dass Rufus Beck den Osterhasen sehr lustig liest.


Rufus Beck kann man für sein Stimmtalent wirklich nur bewundern. Auch hier glänzt er mal wieder in seiner Rolle und liest „Ich und der Weihnachtsmann“ einfach nur grandios. Ich staune immer wieder aufs Neue, wie gekonnt er seine Stimme verstellen kann. Es fehlen wirklich nur noch die Geräusche, dann könnte man wirklich glauben, man höre hier ein Hörspiel mit mehreren Sprechern.


Ich bin sehr froh, dass ich mich hier wieder für das Hörbuch entschieden habe. Was ich nur erneut kritisieren muss, ist die fehlende Musik. Diese habe ich bereits in den zwei vorherigen Hörbüchern vermisst. Musik zwischendurch ist natürlich kein Muss, aber für Weihnachtsgeschichten finde ich es schon schöner, wenn immer mal wieder eine weihnachtliche Melodie eingespielt wird. Das würde die weihnachtliche Atmosphäre prima verstärken.

Ich kann das Hörbuch aber natürlich dennoch für die Weihnachtszeit wärmstens empfehlen. Auch wenn es von der Atmosphäre nicht so weihnachtlich ist wie die ersten beiden Bände, ist es für die Adventszeit trotzdem wunderbar geeignet.


Fazit: Spannend, humorvoll, herzerwärmend schön! Auch der dritte Weihnachtsband von Matt Haig erzählt eine zauberhaft magische Weihnachtsgeschichte, welche zum Mitfiebern und Träumen einlädt. Mir hat es hier ein bisschen an Weihnachtsatmosphäre gefehlt, aber abgesehen davon bin ich hellauf begeistert von diesem wundervollen Hörbuch. Rufus Beck glänzt mal wieder in seiner Rolle und beschert uns Zuhörern 5 großartige Hörstunden. Ich hatte hier sehr viel Freude beim Hören und kann „Ich und der Weihnachtsmann“ als ungekürzte Lesung mit Rufus Beck wärmstens empfehlen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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213 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

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One Small Thing – Eine fast perfekte Liebe

Erin Watt , Franzi Berg
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.09.2018
ISBN 9783492061292
Genre: Liebesromane

Rezension:

Von dem Autorinnen-Duo Erin Watt habe ich tatsächlich noch kein Buch gelesen. Besitzen tue ich schon einige ihrer Werke, nur liegen diese eben leider noch auf meinem SuB. Als ich nun in der Vorschau auf „One Small Thing – Eine fast perfekte Liebe“ gestoßen bin, konnte der Klappentext meine Neugierde auf Anhieb wecken. Für mich stand sofort fest: Dieses Buch muss ich lesen! So kam es also, dass das neueste Werk von Erin Watt mein erstes Buch von ihnen werden sollte.


Seit ihre Schwester vor drei Jahren ums Leben gekommen ist, hat sich einiges in Beths Leben verändert. Ihre Schwester fehlt ihr sehr und als wäre es nicht schon schlimm genug, mit diesem großen Verlust klarzukommen, haben ihre Eltern einen extremen Beschützerinstinkt entwickelt und rauben Beth nahezu jegliche Freiheit. Die Kontrollzwänge und die Bewachung der Eltern werden immer krankhafter und schlimmer. Beth hat schließlich die Schnauze voll, sie will ein richtiges Leben haben und ihr letztes Jahr an der Schule genießen. Eines Nachts schleicht sie sich heimlich auf eine Party, in der Hoffnung, endlich wieder Spaß zu haben und ihrem eingeschränkten Gefängnisleben zu Hause für eine kurze Zeit entfliehen zu können. Auf der Party trifft sie auf den attraktiven Chase, von dem sie sich sofort angezogen fühlt. Es scheint Liebe auf den ersten Blick zu sein. Was Beth bei ihrer ersten Begegnung mit Chase allerdings noch nicht weiß: Er hat etwas mit dem Tod ihrer Schwester zu tun.



Nun habe ich also endlich ein Buch von Erin Watt gelesen. Ich weiß ja nicht, wie die anderen Bücher des Autorinnen-Duos sind, aber wenn sie genauso klasse wie „One Small Thing“ sind, dann habe ich noch einige schöne Bücher vor mir, auf die mich riesig freuen kann.

Mir hat das Buch unheimlich gut gefallen. Als ich abends mit dem Lesen begonnen habe, konnte mich die Handlung von den ersten Seiten an in ihren Bann ziehen und hat dazu geführt, dass ich in dieser Nacht etwas später ins Bett gegangen bin als sonst. Ich musste einfach immer weiter lesen und habe dann irgendwann dem Schlaf zuliebe das Buch schließlich doch noch beiseite gelegt.


Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der 17-jährigen Elizabeth. Früher lautete ihr Spitzname Lizzy, aber sie besteht seit kurzem darauf Beth genannt zu werden. Um sie nicht zu verärgern, werde ich sie hier einfach auch mal so nennen. :D

Beth war mir auf Anhieb sympathisch. In sie konnte ich mich wunderbar hineinversetzen und obwohl sie sich öfters mal wie so ein richtiger Teenager benimmt, konnte ich ihr Handeln und Denken doch meistens nachvollziehen. Gerade ihr aufmüpfiges Verhalten gegenüber ihren Eltern konnte ich nur zu gut verstehen. Ganz ehrlich, wäre ich an ihrer Stelle gewesen, ich hätte viel krasser reagiert. Wie Beths Eltern ihre Tochter behandeln ist einfach nur schlimm. Dadurch, dass sie eine Tochter verloren haben, haben sie sich zu Helikoptereltern der extremsten Sorte entwickelt und rauben Beth nahezu jegliche Freiheit und Privatsphäre.

Ich konnte Beths Hilflosigkeit und ihren Zorn absolut nachvollziehen. Da ich mich so gut in sie hineinversetzen konnte, habe ich beim Lesen richtig mit ihr mitgelitten. Ich habe solch eine Wut gegenüber den Eltern entwickelt – solche Gefühle entwickle ich wirklich selten beim Lesen. Vieles ist einfach so verdammt unfair, dass man am liebsten manchmal laut losschreien möchte.


Nicht nur, wie Beth behandelt wird, auch Chases Situation ist so ungerecht. Er trägt mit die Schuld an Rachels Tod, allerdings war es nur ein Unfall. Er versichert Beth immer wieder, wie leid ihm das alles tut und als Leser nimmt man ihm dies auch sofort ab. Wie Beth, mochte ich auch Chase richtig gerne. Er nimmt hier nicht die klassische Rolle des Badboys ein. Anfangs dachte ich das noch, aber nein, Chase ist ein ganz anderer Typ. Der arme Kerl tat mir so leid. In der Schule wird er übelst gemobbt und alle sehen ihn als Mörder und Unruhestifter an. Als wäre es nicht schon hart genug für ihn, dass er mit dieser großen Schuld leben muss und zudem noch drei Jahre in der Jugendstrafanstalt verbringen musste, lässt ihn das Ganze auch jetzt noch nicht los, es verfolgt ihn richtig, wofür die Schüler an seiner Schule, ja, selbst die Lehrer, auch schön eifrig sorgen.


Beth dagegen ist anders. Sie versteht Chase, vertraut ihm und fühlt sich zu ihm hingezogen. Bei ihm hat sie das Gefühl, dass er der Einzige ist, der sie versteht und mit dem sie über alles reden kann. Zuerst denkt sie ja schon, dass sie verrückt geworden ist, schließlich ist Chase für den Tod ihrer Schwester verantwortlich. Dennoch wehrt sie sich nicht gegen ihre Gefühle für Chase, anders als er, der ständig versucht, ihr aus dem Weg zu gehen.

Man spürt allerdings sehr, dass auch Chase etwas für Beth empfindet. Die Liebesgeschichte in dem Buch konnte mich komplett überzeugen. Sie wirkt authentisch und wird sehr gefühlvoll und berührend von den Autorinnen beschrieben.


Mich hat das Lesen hier wirklich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen. Mit am schlimmsten fand ich fast das Verhalten von Beths Eltern. Über dieses rege ich mich immer noch auf, während ich dies schreibe.

Auch Rachels Exfreund Jeff hat mich sehr wütend gemacht. Er ist auch der Meinung, Beth auf Schritt und Tritt überwachen zu müssen. Das Ganze ist schon echt krankhaft. Beths Eltern, Jeff – die drei benötigen ganz dringend eine Therapie.


Erin Watt macht mit diesem Buch nur zu deutlich, was der Verlust eines geliebten Menschen in den Hinterbliebenen auslösen und was für Ausmaße das Mobbing annehmen kann. Auf eine sehr emotionale, fesselnde und absolut realistische Weise werden die Themen Mobbing, Vorurteile, Schuld und Vergebung in dem Buch beschrieben und rufen bei uns Lesern ein großes Gefühlschaos hervor. Zumindest war es bei mir der Fall. So sehr mich das alles mitgenommen hat, ich habe hier das Lesen zutiefst genossen und freue mich schon so sehr auf die anderen Bücher von Erin Watt. Hoffentlich können mich diese genauso begeistern wie „One Small Thing“.

Fazit: Aufwühlend, emotional, fesselnd, großartig! Auf mich konnte die Handlung von den ersten Seiten an eine richtige Sogwirkung ausüben. Dank der packenden Story und dem tollen Schreibstil habe ich das Buch in einem Rekordtempo verschlungen und konnte es stellenweise wirklich nicht mehr aus der Hand legen. Dies war also mein erstes Werk von Erin Watt und es wird garantiert nicht mein letztes gewesen sein. Ich kann „One Small Thing“ absolut empfehlen und vergebe 5 von 5 begeisterten Sternen!

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben

Ute Krause , Ute Krause
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei cbj, 01.10.2018
ISBN 9783570175798
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Bücher von Ute Krause lese ich immer wahnsinnig gerne, ganz besonders schön finde ihre Muskeltiere-Reihe. Als ich nun in der Vorschau entdeckte, dass es ein neues tolles Kinderbuch von ihr geben wird, war meine Neugierde sofort geweckt. Das Buch wanderte dann auch sogleich auf meine Wunschliste.


Der neunjährige Theo lebt zusammen mit seiner Mutter und seinem Stiefvater in einer Wohnung in Berlin. Richtig wohl fühlen tut sich Theo zu Hause nur leider gerade nicht. Ständig wird gestritten und sein Stiefvater kocht die widerlichsten Gerichte, die dann auch gegessen werden sollen. Weigert sich Theo, gibst Ärger. Ob der ganze Stress wohl dazu führt, dass er eines Nachts so einen merkwürdigen Traum hat? Aber halt, nein, das kann gar kein Traum gewesen sein, schließlich hat das Kneifen in den Arm bewiesen (autsch), dass Theo hellwach ist. Aber ein fliegendes Schiff und ein waschechter Pirat, der heimlich durch das offene Fenster in das Kinderzimmer einsteigt – das muss Theo doch einfach geträumt haben. Doch als er kurz darauf im Ferienlager erneut auf das Schiff stößt, ist klar: Es existiert wirklich! Und auch die verrückte Crew ist nicht geträumt. Diese besteht aus einem extrem vergesslichen Koch und zwei sprechenden Tieren. Zusammen mit dieser etwas ungewöhnlichen Besatzung wird Theo eine unglaubliche Reise erleben, voller Abenteuer und Gefahren. Das Ziel dieser abenteuerlichen Fahrt? Theos verschwundenen Vater finden.


Mit „Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben“ ist Ute Krause ein wundervolles Kinderbuch gelungen, welches mich von den ersten Seiten an begeistern konnte. Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist mitreißend, spannend und herrlich fantasievoll. Langeweile kommt hier garantiert nicht auf, selbst ich, als Erwachsene, bin hier immer wieder richtig ins Mitfiebern geraten.


Zu Beginn des Buches ist die Handlung allerdings noch recht ruhig. Wir lernen Theo, seine Mutter und den Stiefvater kennen, die zusammen ein sehr unharmonisches Leben in einer Wohnung in Berlin führen. Ich persönlich fand es nicht schlimm, dass die Autorin das Thema Familienkonflikte in ihrem Buch anspricht. Ich kann mir nur recht gut vorstellen, dass jüngere, sensiblere Kinder etwas schockiert von der Familiensituation sein werden. Theos Stiefvater ist schon ziemlich krass drauf. Zum Ende des Buches bessert sich das zwar, aber am Anfang der Geschichte nehmen die Eltern leider keine guten Rollen ein.

Ich habe nun schon öfters Kinderbücher gelesen, in denen dieses schwierige Thema zur Sprache kam. Wie gesagt, mich hat es hier nicht gestört, ich finde auch, dass die Autorin das Ganze sehr sanft beschrieben hat. Man sollte sich hier einfach im Klaren darüber sein, dass die Themen Familienkonflikte und Trennung angesprochen werden.


Zusammen mit Theo entfliehen wir dem unschönen Alltag auch recht schnell. Mit dem Koch Smutje, dem schwarzen Raben Alchibar und der Thai-Katze Thai geht es auf einem Schiff, der Halbmond, groß auf Fahrt. Diese wird nur alles andere als ungefährlich werden. Ob auf dem Meer, in den Lüften oder auf der Insel der vergessenen Kinder - überall lauern Gefahren. Die nimmt Theo aber gerne auf sich, denn schließlich möchte er seinen verschwundenen Vater wiederfinden. Ob ihm das gelingen wird und was genau Theo und die Halbmond-Crew alles erleben werden, das werde ich hier natürlich nicht verraten, da müsst ihr das Buch schon selber lesen. ;)


Ich kann „Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben“ nur empfehlen. Kinder ab etwa neun Jahren sollten hier keine Probleme mit dem Selberlesen haben. Zum Vorlesen bietet sich die Geschichte ganz besonders gut an.


Mit Theo, der ein ganz lieber Kerl ist, wird sich die Zielgruppe wunderbar identifizieren können. Einer meiner Lieblingscharaktere ist der Koch Smutje. Mit seiner ulkigen Art zu sprechen hat er mich immer wieder sehr zum Schmunzeln gebracht.


Mit am besten gefallen hat mir die Atmosphäre, die die Autorin in ihrem Buch geschaffen hat. So richtig schön abenteuerlich und fantasievoll. Verstärkt wird diese noch durch die wunderschönen Illustrationen. Sie sind sehr liebevoll gezeichnet und geben das Geschehen im Text perfekt wieder. Zu meiner großen Freude kommen wir hier in den Genuss sehr vieler Bilder. Ob kleine Zeichnungen oder ganzseitige Illustrationen, mich konnten sie allesamt hellauf begeistern.


Ich hoffe sehr, dass es sich bei diesem Buch um einen Reihenauftakt handelt. Liebend gerne würde ich zusammen mit Theo und der Piratencrew der Halbmond erneut in See stechen und mich in die spannendsten Abenteuer stürzen. So, wie das Buch endet, schließe ich eine Fortsetzung jedenfalls nicht aus.


Fazit: Spannend, fantasievoll, märchenhaft schön! Mit „Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben“ ist Ute Krause ein wundervolles Kinderbuch gelungen, welches einen mitfiebern lässt, zum Nachdenken anregt und zum Träumen einlädt. Wundervoll sind auch die vielen, farbigen Illustrationen, die die großartige Atmosphäre in dem Buch nur noch verstärken. Mir hat die Geschichte ein tolles Leseerlebnis beschert und ich hoffe sehr, dass es noch weitere Abenteuer mit Theo geben wird. Ich kann das Buch absolut empfehlen und vergebe gerne volle 5 von 5 Sternen!

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155 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

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Redwood Love – Es beginnt mit einem Kuss

Kelly Moran , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 19.09.2018
ISBN 9783499275395
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nachdem mich der erste Redwood Love Band hellauf begeistern konnte, war ich auf den zweiten Teil richtig gespannt. Dieser handelt von Gabby und Flynn, die wir bereits im ersten Band kennenlernen durften. Ich habe mich schon sehr darauf gefreut, die Geschichte der beiden zu lesen.


Redwood, ein malerisches kleines Städtchen in Oregon, wo jeder jeden kennt und Geheimnisse nie lange geheim bleiben. An diesem wunderschönen Fleckchen Erde betreibt Flynn O‘Grady zusammen mit seinen Brüdern eine Tierarztpraxis. Durch seine Taubheit ist Flynn ganz auf seine anderen Sinne bei der Arbeit angewiesen und auf seine Assistentin Gabby, die er schon von klein auf kennt und mit der ihn eine sehr innige Freundschaft verbindet. Mehr als nur Freunde kommt nicht in Frage. Flynn versucht das Herzklopfen, das ihm bei Gabbys Anblick stets überfällt, so gut es geht zu ignorieren. Doch wie lange kann er seine Gefühle für Gabby noch unterdrücken? Empfindet sie vielleicht sogar ähnlich für ihn? Die Bewohner Redwoods jedenfalls zweifeln nicht daran, dass Flynn und Gabby füreinander bestimmt sind. Mit ein bisschen Hilfe werden die beiden ganz bestimmt noch zueinander finden...


Hach, ich liebe die Redwood Love-Reihe! Bei Reihen oder Trilogien schwingt ja immer die Sorge mit, dass man, nachdem einem der erste Band so gut gefallen hat, von den Fortsetzungen enttäuscht wird. Bei Redwood Love jedenfalls war es bei mir nicht der Fall. Mir hat der zweite Band genauso gut gefallen wie der erste. Ich glaube, ich werde demnächst echt meinen Wohnort wechseln müssen, es zieht mich immer mehr nach Redwood. Das malerische Städtchen in Oregon wird einfach so schön beschrieben. Dieses großartige Kleinstadt-Feeling, welches mich immer so sehr an Stars Hollow aus Gilmore Girls erinnert, ist der Autorin auch hier wieder wunderbar gelungen.

Redwood ist einfach an Ort, an dem man sich wohl fühlen muss. Es liegt landschaftlich wunderschön und wimmelt nur so von lauter liebenswürdigen Menschen.


Viele Einwohner Redwoods haben wir ja bereits im ersten Band kennengelernt. Diese haben auch in diesem Buch wieder ihren Auftritt. Mich hat es sehr gefreut, liebgewonnene Charaktere wiederzusehen, vor allem bei Avery, Cade und Hailey war meine Freude groß. Dadurch, dass sie die Hauptcharaktere in Band 1 sind, habe ich die drei mit am meisten in mein Herz geschlossen.


Den Platz müssen sie sich nun allerdings mit Flynn und Gabby teilen. Bereits in Band 1 habe ich die beiden richtig lieb gewonnen, aber nun, da wir sie in diesem Buch noch besser kennenlernen dürfen, sind mir die zwei nur noch mehr ans Herz gewachsen.


Flynn und Gabby kennen sich von Kindesbeinen an. Sie sind zusammen zur Grundschule gegangen und haben seitdem eine Menge miteinander erlebt. Die beiden verbindet eine sehr innige Freundschaft, aus der allerdings nie mehr geworden ist. Warum? Das fragen sich die Bewohner Redwoods auch. Man spürt einfach sofort, dass Flynn und Gabby etwas ganz besonderes verbindet und sie ein wundervolles Paar abgeben würden. Beide scheuen nur davor zurück. Würde eine Beziehung ihre einzigartige Freundschaft nicht bloß zerstören? Gabby und Flynn haben beide nicht viele Erfahrungen mit Beziehungen. Bei Flynn ist es seine Taubheit, die ihm im Weg steht. Frauen scheuen vor seinem Handicap zurück, nicht jeder kann mit so etwas umgehen. Anders als Gabby, die sogar für Flynn die Gebärdensprache gelernt hat und nun in der Klinik seine rechte Hand ist. Gabby wäre wirklich die perfekte Frau für ihn, aber nicht nur Flynn hat Angst, auch Gabby ist von Selbstzweifeln geplagt. Sie ist für alle in Redwood nur das nette Mädchen von nebenan. Mehr nicht. Auch bei Flynn denkt Gabby, dass er niemals mehr für sie empfinden könnte. Sie ist eben einfach nur der gute Kumpel von allen.


Flynn jedoch hegt tatsächlich schon sehr lange Gefühle für Gabby. All die Jahre hat er sie zu unterdrücken versucht und jetzt, endlich, gesteht er sie sich allmählich ein. Flynn und Gabby kommen sich in diesem Buch immer näher, sie tasten sich langsam an eine Beziehung heran und stellen sich ihren Gefühlen.


Diese langsame Annäherung wird so schön und gefühlvoll beschrieben. Besonders gut gefallen hat mir, wie realistisch alles ist. Denn natürlich macht es nicht einfach Klick bei den beiden und sie sind plötzlich ein glückliches Paar. Es gibt auch immer wieder Rückschläge, denn für beide ist die neue Situation nicht leicht. Ein bisschen weniger hin und her hätte ich zwar nicht schlecht gefunden – die beiden brauchen schon wirklich sehr lange, bis sie endlich richtig zueinander finden – aber groß gestört hat mich das nicht. Manchmal ist das eben so, manchmal macht man sich das Leben unnötig kompliziert.

Mir jedenfalls hat dieses langsame Annähern unheimlich gut gefallen. Erneut ist Kelly Moran hier so eine richtige Wohlfühlgeschichte gelungen, mit genau der richtigen Portion an Drama, Romantik, Gefühl und Humor.


Richtig gefreut hat mich, dass Avery, Cade und Hailey wieder eine recht große Rolle in der Geschichte spielen. Vor allem bei Hailey, Averys autistischer Tochter, die eine ganz besondere Verbindung zu Flynn hat. Was sich bei Hailey in diesem Band tut, hat mir richtig das Herz erwärmt.


Dank des tollen Schreibstils der Autorin und der fesselnden Handlung, die mich von den ersten Seiten an ihren Bann ziehen konnte, habe ich das Buch viel zu schnell wieder beendet. Zum Glück wird es ja noch einen dritten Band geben. Auf diesen freue ich mich schon sehr.


Fazit: Romantisch, gefühlvoll, witzig, wunderschön. Kelly Moran ist hier eine wundervolle Fortsetzung gelungen, welche mich von den ersten Seiten an begeistern konnte. Ich habe mich beim Lesen nur noch mehr in Redwood und seine Bewohner verliebt und freue mich schon sehr auf ein Wiedersehen in Band 3. Den zweiten Band kann ich nur empfehlen und ich vergebe gerne volle 5 von 5 Sternen!

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

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Glückstage unterm Apfelbaum – Geschichten von Minna

Kathrin Rohmann , Yayo Kawamura
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.07.2018
ISBN 9783423762243
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Kinderbücher lese ich für mein Leben gerne, ganz egal für welche Altersklasse. Bei „Glückstage unterm Apfelbaum“ konnte das farbenfrohe Cover meine Neugier sofort wecken. Auch der Klappentext klang richtig nett, für mich stand daher sehr schnell fest, dass ich die kleine Minna unbedingt kennenlernen wollte.


Die siebenjährige Minna ist ein sehr aufgewecktes Mädchen mit einer großer Portion an Fantasie. Bei ihr ist es ganz normal, dass nachts plötzlich ein kleiner Mann namens Willi in ihrem Zimmer auftaucht, der auf der Suche nach den Puffer-Inseln ist. Auch so einige andere wundersame Wesen trifft Minna in ihrem Alltag an wie den Botaniker Fritz Glück, Schöni, die Meerjungfrau oder den Großwesir des Sultans. Minnas Welt ist wirklich voll von fantasievollen Gestalten, die jeden Tag zu einem kleinen Abenteuer machen. Alle anderen wundern sich stets darüber. Zum Beispiel, dass plötzlich die letzten drei Kartoffelpuffer aus dem Kühlschrank verschwunden sind oder warum auf dem Schaf-Kissen plötzlich einige Schafe fehlen. Minna jedoch wundert das nicht.


„Glückstage unterm Apfelbaum – Geschichten von Minna“ enthält insgesamt 28 Vorlesegeschichten. Diese sollte man in meinen Augen in der richtigen Reihenfolge lesen, da sie schon aufeinander aufbauen. Um so ein klassisches Vorlesebuch mit in sich abgeschlossenen kleinen Geschichten handelt es sich hier also nicht.


Mir haben die Abenteuer von Minna richtig gut gefallen. Sie sind wunderbar liebenswert und herrlich fantasievoll. Bei Minna kann es schon mal passieren, dass Schafe auf Kissen plötzlich lebendig werden und im Zimmer herumspringen. Oder dass die Meerjungfrau auf ihrem Bild mitten im Unterricht zu ihr spricht. Oder dass der Großwesir des Sultans während des Strandurlaubs mit einem Taschentuch als Teppichersatz davonfliegt. Klingt verrückt? Ja, ein bisschen verrückt mögen die Geschichten schon sein, aber sie zeigen nur zu schön, was alles möglich sein kann, wenn man nur genug Fantasie besitzt.

Minna wundert es auch gar nicht, dass ihr ständig diese merkwürdigen Wesen begegnen, die nur sie sehen kann. Alle anderen, ihre Eltern, ihre Lehrerin, ihre Freunde, die wundern sich schon darüber, wenn sich bestimmte Dinge nach den Besuchen der wundersamen Wesen verändert haben. Nun, die haben eben nicht so viel Fantasie wie die kleine Minna. :D


Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass wir es mit vielen verschiedenen Schauplätzen zu tun bekommen. Wir lernen Minnas Zuhause und den Garten kennen, wir gehen einkaufen, besuchen die Schule, reisen zur Oma und ans Meer – das Lesen wird so herrlich abwechslungsreich und lässt keine Langeweile aufkommen. Mit von der Partie bei Minnas Unternehmungen sind natürlich immer ihre wundersamen Besucher. Von denen begegnen einem in diesem schönen Buch wirklich eine Menge.


Die Geschichten laden zum Träumen, Schmunzeln und Mitfiebern ein. Zum Vorlesen eignet sich das Buch wirklich perfekt, da auch Erwachsene Minnas Abenteuer lieben werden. Sehr gut gefallen haben mir auch die vielen farbenfrohen Illustrationen von Yayo Kawamura. Besonders angetan hat es mir ja Minnas roter Haarschopf. Er verleiht ihr so ein schön freches Aussehen. Absolut passend für dieses liebe, pfiffige Mädchen.


Vom Verlag wird das Buch für Kinder ab 5 Jahren empfohlen. Dieser Altersempfehlung schließe ich mich gerne an. Jünger sollten die Kinder in meinen Augen auch nicht sein, da Minna ja bereits ein Schulkind ist und sich ältere Kinder daher besser mit ihr identifizieren können als jüngere.

Zum Selberlesen eignet sich das Buch für etwas geübtere Leser. Für Leseanfänger wird es zu schwierig sein, da der Text nicht in einer großen Fibelschrift gedruckt ist.


Ich kann das Buch wärmstens empfehlen. Meiner Meinung nach bieten Minnas Abenteuer sowohl Mädchen als auch Jungen ein tolles (Vor-)Lesevergnügen. Minna begegnen nämlich nicht nur Prinzessinnen oder Meerjungfrauen, sondern auch Könige und Cowboys. Ich denke schon, dass auch Jungen jede Menge Spaß mit Minnas kleinen Geschichten haben werden.


Fazit: Fantasievoll, liebenswert und zum Träumen schön. Ein wundervolles Buch mit 28 süßen Vorlesegeschichten, die Groß und Klein ein tolles Leseerlebnis bescheren. Mich persönlich hat es ein wenig gestört, dass man die Geschichten nicht unabhängig voneinander lesen kann, das hätte ich schon etwas schöner gefunden. Ansonsten aber bin ich richtig begeistert von dem Buch. Ich kann es sehr empfehlen und vergebe 4,5 – hier gerundet auf 5 von 5 Sternen!

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Wir Buddenbergs - Das Geheimnis vor der Tür

Antje Herden , Florentine Prechtel
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 26.09.2018
ISBN 9783737341110
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Dem Erscheinen des zweiten Bandes der Buddenbergs habe ich ganz ungeduldig entgehen gefiebert. Das erste Abenteuer dieser trubeligen, liebenswerten Familie konnte mich hellauf begeistern, daher habe ich mich schon sehr darauf gefreut, zusammen mit den Buddenbergs ein aufregendes Weihnachten zu erleben.


Weihnachten steht vor der Tür und pünktlich zum Ferienbeginn kommt auch endlich der heißersehnte Schnee. Dicke Flocken fallen vom Himmel, das sind doch gute Aussichten auf eine weiße Weihnacht. Doch bis Heiligabend sind es noch ein paar Tage und in diesen soll noch so einiges passieren. Als Mia und Lisbeth am letzten Schultag nach Hause kommen, erwartet sie dort vor der Haustür ein geheimnisvolles – und sehr schweres - Paket. Was da wohl drin ist? Und vom wem stammt es wohl? Und für wen ist es eigentlich bestimmt? Adressiert ist es an einen P. Buddenberg. Hm, das ist ja komisch, bei ihnen gibt es doch gar keinen P. Buddenberg. Dieses Rätsel soll nur recht schnell gelöst werden, denn kurz nach dem Paket trifft noch etwas, oder besser gesagt, jemand, bei ihnen ein: Paul Buddenberg, ein lang verschollener Verwandter der Familie. Aber stimmt das auch? Die Kinder trauen diesem merkwürdigen Typen nicht, der sich äußerst verdächtig verhält. Ob sich da vielleicht ein Betrüger, ja, vielleicht sogar ein Bankräuber bei ihnen einquartiert hat? Aber warum? Hat es etwas mit dem mysteriösen Paket zu tun? Mia, Joshua, Lisbeth und die Zwillinge beginnen zu ermitteln. Besinnliche Weihnachten mit den Buddenbergs? Nee, das sucht man bei dieser trubeligen Patchworkfamilie wohl vergebens. Aber dafür kann man mit den Buddenbergs ein aufregendes und sehr spannendes Weihnachtsabenteuer erleben. Ob die Kinder wohl diesen kniffligen Fall lösen werden?


Kennt ihr schon die Buddenbergs, die wohl chaotischste, liebenswerteste Patchworkfamilie, die es gibt? Nicht? Nun, das ist sehr schade, dann ist euch eindeutig etwas entgangen. Mit den Buddenbergs kann man nämlich tolle Abenteuer erleben und jede Menge Spaß haben. Wenn ihr Band 1 also noch nicht kennt, solltet ihr das schleunigst ändern. Besser wäre es auf jeden Fall, wenn ihr gerne dieses Buch hier lesen möchtet. Bei diesem handelt es um den zweiten Teil und in meinen Augen wäre es schon besser und sinnvoller, wenn man zuerst den ersten Band liest. Meinem Empfinden nach wird in der Fortsetzung nicht allzu viel erklärt, ich könnte mir daher gut vorstellen, dass man mit den vielen Namen so seine Schwierigkeiten haben wird, wenn man das Wissen aus dem Vorgänger nicht hat.

Die Buddenbergs sind wirklich eine ziemlich patchworkmäßige Patchworkfamilie mit jeder Menge Kinder, einer liebevollen Mutter, diversen Vätern und einiger Großeltern, wobei nur ein grummelig-gutmütiger Opa in der Buddenberg-Villa lebt. Wirklich das reinste Kuddelmuddel. Im ersten Band gab es, um den Überblick zu behalten, einen tollen Familienstammbaum. Diesen habe ich hier ein wenig vermisst. Da ich die Buddernbergs aber schon kenne, ist es mir natürlich auch ohne eine zeichnerische Hilfe prima gelungen, mich in der trubeligen Familie zurecht zu finden.


Erzählt wird alles wieder aus der Sicht der neunjährigen Mia. Sie muss man einfach sofort ins Herz schließen, wie ihre ganze, große Familie. Bei den Buddenbergs gibt es wirklich niemanden, den ich nicht leiden kann. Der Großvater kann zwar manchmal ziemlich muffelig sein, er ist aber auch ein unheimlich lieber Opa.

Am meisten in mein Herz geschlichen haben sich die kleinen Zwillingen Lukas und Luis. Die beiden sind so süß, ganz besonders Luis mit seinem niedlichen Sprachfehler.

Auch den großen Bruder in der Familie, Joshua, mag ich unheimlich gerne und ebenfalls sehr lieb gewonnen habe ich Hobby-Detektivin Lisbeth, die eine sozusagen-Schwester von Mia ist und zugleich ihre allerbeste Freundin.


In diesem Band jedoch soll ein Familienmitglied auftauchen, welches ich, wie übrigens auch alle anderen Buddenbergs, nicht leiden konnte: Paul Buddenberg. Aber gehört er überhaupt zur Familie? Die Erwachsenen schöpfen erst mal keinen Verdacht, aber gewitzt und clever wie die Buddenberg-Kinder sind, merken sie sofort, dass mit diesem Paul, von den Kindern PeBe genannt, etwas nicht stimmt. Und dann ist da ja auch noch dieses merkwürdige Paket. Da werde ich natürlich nicht verraten, was sich in diesem befindet, ein bisschen Spannung muss sein. ;)

Kurz vor Heiligabend gilt es also, einen äußerst rätselhaften Fall zu lösen. Da bin selbst ich, als Erwachsene, so richtig ins Mitfiebern geraten. Kinder werden hier vermutlich nur noch mehr Spaß beim Miträtseln haben. Für Spürnasen und angehende Detektive ist dieses Buch daher ganz besonders zu empfehlen.


Das Augenmerk der Geschichte liegt eindeutig auf der Lösung des Falls. Ich habe dadurch etwas die weihnachtliche Stimmung vermisst. Dass es bei den Buddenbergs nicht so richtig besinnlich zugeht, habe ich mir natürlich schon gedacht, aber mit ein bisschen mehr Weihnachtsatmosphäre habe ich dann doch gerechnet.

Aber keine Sorge, es geht natürlich ein bisschen weihnachtlich hier zu. Man kauft zusammen einen Tannenbaum, an Heiligabend trudeln die Verwandten ein, es gibt Geschenke...dennoch hätte ich mir ein klein wenig mehr Weihnachtliches gewünscht. Einen Stern abziehen werde ich deswegen aber nicht. Nein, mir hat das Buch richtig gut gefallen, es hat auf jeden Fall die volle Sternenzahl verdient.


Ganz besonders gut gefallen hat mir wieder der Zusammenhalt der Familie. Die Buddenbergs mögen chaotisch sein und vielleicht auch etwas verrückt – was bei ihnen aber ganz groß geschrieben wird ist die Toleranz und der Familienzusammenhalt.


Was auch wieder mit dabei ist, sind die zauberhaften Illustrationen von Florentine Prechtel. Mir haben die Bilder wieder richtig gut gefallen. Sie wirken immer etwas skizzenhaft, da sie aus Mias Lebensatlas stammen, einer Art Tagebuch. Sie stecken stets voller Details, sodass es auch nach mehrmaligem Betrachten noch etwas Neues zu entdecken gibt.


Fazit: Eine wundervolle Fortsetzung, die große Lust auf mehr macht. Der zweite Band ist wunderbar witzig, richtig spannend und warmherzig-liebenswert. Weihnachtlich ist es auch, wenn auch leider nicht ganz so sehr wie von mir erhofft. Ich bin dennoch hellauf begeistert von dieser zauberhaften Fortsetzung und freue mich schon sehr auf den dritten Band, der nächstes Jahr im Frühjahr erscheinen wird. Ob zum Vor- oder Selberlesen, ich kann „Wir Buddenbergs – Das Geheimnis vor der Tür“ wärmstens empfehlen und vergebe gerne volle 5 von 5 Sternen!


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26 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

Die Duftapotheke - Das Rätsel der schwarzen Blume

Anna Ruhe , Claudia Carls
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Arena, 21.09.2018
ISBN 9783401603605
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Endlich hat das Warten ein Ende! Dem Erscheinen des zweiten Bandes der Duftapotheke habe ich ganz ungeduldig entgegen gefiebert. Anfang des Jahres hatte ich den ersten Band gelesen und war von diesem hellauf begeistert. Nun konnte ich mich also endlich zusammen mit Luzie, Mats und Benno in ein neues, duftiges Abenteuer stürzen. Ich war schon richtig gespannt, was mich in diesem wohl erwarten wird.


Die alte Villa Evie, Luzies neues Zuhause, hat ein Geheimnis: Tief unter dem Haus befindet sich ein versteckter Raum – die Duftapotheke. Doch diese ist plötzlich in Gefahr, denn jemand hat das Meteorpulver gestohlen, die wichtigste Zutat für die magischen Düfte! Luzie und ihre Freunde setzen alles daran, um das gestohlene Pulver zurückzubekommen. Auf der Suche nach dem Dieb verschlägt es sie bis nach Amsterdam, wo sie auf jemanden treffen werden, von dem sie bisher immer dachten, dass er gar nicht mehr am Leben wäre. Auch so einige andere Personen werden den Kindern bei ihrer Reise begegnen und nicht alle werden ihnen friedlich gesonnen sein. Auf die Kinder wartet ein spannendes und sehr gefährliches Abenteuer voller Magie und Überraschungen. Ob es ihnen wohl gelingen wird das Meteorpulver zurückzuerlangen?


Hier war meine große Vorfreude absolut gerechtfertigt. Mit dem zweiten Teil der Duftapotheke ist Anna Ruhe eine wundervolle Fortsetzung gelungen, die mir genauso gut gefallen hat wie der Reihenauftakt. Einmal angefangen mit dem Lesen wollte ich gar nicht mehr aufhören. Viel zu schnell habe ich das Buch wieder beendet und nun heißt es für mich wieder warten auf den nächsten Band. Das Tolle: Ja, es wird einen dritten Band geben (hurra!), dieser wird sogar schon hinten im Buch angekündigt. Nur leider müssen wir uns ein wenig länger auf das neue Duftapotheke-Abenteuer gedulden, denn dieses wird erst im Herbst 2019 erscheinen, schnief.


Bei dieser Reihe rate ich, lieber mit Band 1 zu beginnen und dann erst zu der Fortsetzung zu greifen. Der zweite Teil schließt direkt an seinen Vorgänger an und in meinen Augen wäre es schon besser, wenn man das Wissen aus dem ersten Band besitzt, ehe man sich in das zweite aufregende Abenteuer stürzt.


Ich kann euch versichern, die tollen Cover dieser Reihe versprechen eindeutig nicht zu viel. Wie der erste, so ist auch der zweite Band spannend, fantasievoll, magisch und zum Träumen schön. Für Mädchen und auch Jungen ab etwa 10 Jahren, die gerne fantastische, zum Mitfiebern einladende Geschichten lesen, ist die Reihe sehr zu empfehlen. Allerdings kann ich die Bücher auch Erwachsenen sehr ans Herz legen. Diese sind definitiv nicht nur was für Kinder, auch deutlich ältere Leser werden von dieser wundervollen Reihe begeistert sein.


Unsere Protagonistin ist wieder die 13-jährige Luzie, die seit kurzem mit ihrer Familie in der alten Villa Evie lebt. Das Besondere an Luzies neuem Zuhause ist der versteckte Raum, die Duftapotheke, ein magischer Ort, von dem so gut wie niemand weiß. Im ersten Band konnte mich dieses großartige Setting sofort in pure Begeisterung versetzen, so alte, große Villen, die etwas Gruseliges und Geheimnisvolles an sich haben, haben mich als Schauplatz in Büchern schon immer fasziniert.


Auch in der Fortsetzung halten wir uns in der Duftapotheke auf, allerdings deutlich weniger als im ersten Teil. Hat mich das gestört? Nein, überhaupt nicht. Mit Luzie, Mats und Luzies kleinem Bruder Benno geht es nämlich auf Reisen, in die Niederlande, bis nach Amsterdam. Auch dieser Schauplatz hat mir unglaublich gut gefallen. Wir dürfen das Haus eines alten Blumenzüchters kennenlernen, der die verrücktesten Pflanzen anbaut, wir werden mit einem Hausboot unterwegs sein und wir werden schließlich in einer großen, prächtigen Villa landen, die einer Person gehört, deren Bekanntschaft wir bereits in Band 1 machen durften. Langeweile kommt hier beim Lesen garantiert nicht auf. Ich war hier durchweg am Mitfiebern und habe mich beim Lesen nur immer mehr in diese tolle Kinderbuchreihe verliebt.

Die Charaktere habe ich ebenfalls nur noch mehr in mein Herz geschlossen. Luzie ist ein super sympathisches Mädchen, die für ihre 13 Jahre sehr erwachsenen und vernünftig ist und sich immer sehr liebevoll um ihren kleinen Bruder Benno kümmert. Luzie ist wirklich eine tolle Protagonistin, die man für ihren Mut, ihre Entschlossenheit und ihre Hilfsbereitschaft nur bewundern kann.


Wer sich mit am meisten in mein Herz geschlichen hat, ist Benno. Ich finde den kleinen Kerl so süß, so einen kleinen Bruder habe ich mir schon immer gewünscht.

Den Nachbarsjungen Mats, der auch von dem großen Geheimnis der Duftapotheke weiß, mag ich natürlich auch unheimlich gerne. Die drei Kinder zusammen werden in diesem Band ein richtig aufregendes Abenteuer erleben, bei dem jede Menge Mut und Zusammenhalt gefragt ist und bei dem natürlich auch lauter magische Düfte zum Einsatz kommen werden. Obwohl wir uns also kaum in der Duftapotheke aufhalten, dürfen wir hier natürlich dennoch ein großartiges, duftiges, zauberhaftes Abenteuer erleben, voller überraschender Wendungen und einiger Hürden, die überwunden werden müssen.


Ob die Kinder wohl das gestohlene Meteorpulver zurückerhalten werden? Werden sie die Duftapotheke retten können? Und was ist eigentlich mit Mats Vater? Wird dieser endlich von der Wirkung des lieblosen Duftes befreit werden?

Ihr wollt Antworten auf diese Fragen? Nun, dann solltet ihr euch schleunigst dieses schöne Buch zulegen und mit dem Lesen beginnen. :D


Ein letztes, was ich noch unbedingt erwähnen und loben muss, sind die wunderschönen schwarz-weiß Illustrationen von Claudia Carls. Ich liebe ihre Zeichnungen! An diesen kann mich einfach nicht sattsehen. Auch dieses Buch hat sie mit lauter wundervollen Bildern versehen, die diese magische, zauberhafte Atmosphäre in den Büchern nur noch verstärken. Allein schon die Kapitelanfänge sind traumhaft schön gestaltet.

In diesem Band befindet sich übrigens ein tolles Extra hinten im Buch: Ein Duftplan als Poster. Ist das nicht cool?


Fazit: Eine wundervolle Fortsetzung! Auf den zweiten Band der Duftapotheke habe ich mich wirklich zurecht so gefreut. Mir hat das Buch richtig gut gefallen und ich fiebere dem Erscheinen des dritten Abenteuers jetzt schon ganz ungeduldig entgegen. Der zweite Band lädt von den ersten Seiten an zum Träumen und Mitfiebern ein und beschert Groß und Klein ein tolles, duftig magisches Leseerlebnis. Spannend, magisch und einfach nur schön – hier vergebe ich nur zu gerne volle 5 von 5 Sternen!

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Short

Holly Goldberg Sloan , Katharina von Savigny
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 20.08.2018
ISBN 9783446260474
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Bei einem Blick in die Vorschau des Hanser Verlags ist mir „Short“ sofort ins Auge gesprungen. Die witzige Gestaltung des Titels hatte es mir auf Anhieb angetan und auch die auffällig knalligen Farben finde ich richtig klasse. Nachdem ich mir den Klappentext durchgelesen hatte, wusste ich einfach, dass dieses schöne Kinderbuch ganz genau das Richtige für mich sein wird.


Julia ist zu klein für ihr Alter. Mittlerweile misst sogar ihr zwei Jahre jüngere Bruder Randy mehr Zentimeter als sie. Stören tut sie das schon, aber es besteht ja noch die Hoffnung, dass sie wächst. Was sie auch etwas wurmt, ist ihre (angebliche) Talentfreiheit. Julia kann nicht singen, ist nicht musikalisch (was ihre Klavierstunden nur zu gut bewiesen haben), sie kann nicht tanzen...dennoch meldet ihre Mutter sie und ihren Bruder für das Casting des Musical von „Der Zauberer von Oz“ an. Das kann ja nichts werden, denkt Julia. Doch mit dieser Annahme soll sie falsch liegen. Sie und Randy ergattern beide Rollen als Munchkins, zusammen mit vielen anderen Kindern und drei kleinwüchsigen Erwachsenen. Von nun an heißt es, jeden Tag zur Probe zu gehen, und das in den Sommerferien. Eigentlich hatte sich Julia ihre schulfreie Zeit anders vorgestellt. Doch dann merkt sie, wie schön und spannend die Theaterwelt ist. Sie lernt viele neue Menschen kennen, gewinnt neue Freunde und sie wird sich etwas ganz Wichtiges bewusst: Es kommt im Leben nicht auf die Körpergröße an, vielmehr darauf, wer man ist. Nur ob Julias Fähigkeiten auch wirklich für das Musical ausreichen werden?


Mit „Short“ ist Holly Goldberg Sloan ein ganz besonderes Buch gelungen, welches mir sehr schöne Lesestunden beschert hat. Ich bin mir nur ehrlich gesagt nicht sicher, wie es bei der Zielgruppe ankommen wird. Für Kinder ab 10 Jahren wird die Handlung vermutlich zu ruhig und wenig spannend sein. Es liegt natürlich immer am Kind, aber ich denke, dass jüngere Leser die Geschichte als zu langweilig empfinden werden. Mich, als Erwachsene, konnte die Handlung jedoch von den ersten Seiten an begeistern; ich persönlich würde das Buch tatsächlich eher erwachsenen Lesern als Kindern empfehlen.

Unsere Protagonistin Julia ist zwar ein Mädchen von etwa 10 Jahren, da sie aber sehr reif für ihr Alter ist und sich sehr viele Gedanken macht, macht sie oft einen deutlich älteren Eindruck. Als Leser erfahren wir alles aus ihrer Sicht, daher ist der Schreibstil recht kindlich gehalten. Ich bin nur immer wieder über Formulierungen gestolpert, bei denen ich mich gefragt habe, ob ein Kind wirklich so spricht. Da bin ich mir auch nicht sicher, ob diese Schreibweise bei Kindern so ankommen wird wie von der Autorin beabsichtigt, da die Geschichte sich sehr wie ein Monolog liest. Nicht jedermanns Sache, mir jedenfalls hat diese Weise zu erzählen sehr gut gefallen.


Julia habe ich sofort ganz fest in mein Herz geschlossen. Sie ist ein total liebes, cleveres und aufgewecktes Mädchen, die mich mit ihrer lustigen Art immer wieder sehr zum Schmunzeln gebracht hat. So altklug sie stellenweise wirkt, man merkt doch sehr, dass sie noch jung ist und viel Kindliches an sich hat. So fand ich es sehr unterhaltsam, ihr Denken über Redensarten zu verfolgen. Julia macht sich wirklich über vieles so ihre Gedanken. Wie sie dies tut, kann einem nur ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.


Etwas, was Julia sehr beschäftigt, ist ihre Körpergröße. Für ihr Alter ist sie extrem kurz geraten. Wie ihr Alter, so erfahren wir auch nicht, wie groß genau sie ist. Als Leser erfährt man nur, dass Julia sehr kleinwüchsig ist. Ehrlich gesagt hätte es mich ja schon sehr interessiert, welche Größe sie genau misst. Na, egal, das bleibt eben der Fantasie von uns Lesern überlassen. :D

Julia ist auf jeden Fall klein, was ihr Leben nicht immer einfach gestaltet, was aber auch so einige Vorteile mit sich bringen kann. Wie bei dem Theaterstück „Der Zauberer von Oz“, welches in dem Buch eine sehr große Rolle spielen wird.


Julia und ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Randy werden von der Mutter zu einem Musical-Casting angemeldet. Das passt Julie zunächst gar nicht, sie hatte eigentlich anderes in ihren Sommerferien vor. Ihre Einstellung soll sich aber noch ändern. Im Verlaufe des Buches lernt Julia das Proben immer mehr zu lieben, sie gewinnt neue Freunde und sie merkt etwas ganz Entscheidendes: Es kommt im Leben nicht auf die Körpergröße an, auch kleine Menschen können ganz groß sein. Julia gewinnt in diesem Buch nicht an Länge, sie wächst aber dennoch über sich hinaus.


Mir hat die Botschaft des Buches richtig gut gefallen. Auch Julias Entwicklung konnte mich überzeugen. Was mich nur etwas erstaunt hat, ist, dass Julia gar nicht so sehr unter ihrer kleinen Körpergröße leidet und auch gar nicht deswegen gemobbt wird. Irgendwie hatte ich da mit etwas anderem gerechnet. Aber dass dies dann etwas anders als von mir erwartet war, hat mich nicht gestört. Auch die vielen Beschreibungen rund um das Musical empfand ich als sehr interessant und aufregend. Da könnte ich mich nur wiederum vorstellen, dass jüngeren Lesern die ausführlichen Beschreibungen der Proben zu langatmig sein werden. Wie bereits erwähnt, ich finde es echt schwierig, dieses Buch als ein Kinderbuch anzusehen. Es erzählt eine eher ungewöhnliche Geschichte für diese Altersklasse, ist in meinen Augen aber etwas ganz Besonderes und absolut Lesenswertes.


Fazit: Dieses Buch zu bewerten fällt mir nicht leicht. Mich, als Erwachsene, konnte es begeistern, nur befürchte ich, dass das Buch für die Zielgruppe zu ruhig und langweilig sein wird. Auch der Schreibstil ist nicht jedermanns Sache und wird vermutlich, trotz der kindlichen Erzählweise, nicht so gut bei Kindern ankommen wie von der Autorin beabsichtigt. Ich persönlich würde „Short“ tatsächlich eher Jugendlichen und Erwachsenen empfehlen. Mit „Short“ ist Holly Goldberg Sloan auf jeden Fall ein besonderes Buch gelungen voller liebenswerter Charaktere und einer tollen Botschaft. Ich vergebe hier 4 von 5 Sternen!

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117 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 73 Rezensionen

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Der Welten-Express 1

Anca Sturm , Bente Schlick
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2018
ISBN 9783551654113
Genre: Kinderbuch

Rezension:

„Der Welten-Express“ konnte meine Neugier sofort wecken. Besonders empfohlen wird das Buch allen Harry Potter und „Der goldene Kompass“ Fans und da ich auf jeden Fall zu denen zähle, fühlte ich mich sofort angesprochen und packte das Buch schleunigst auf meine Wunschliste. Wobei ich dies wohl vermutlich auch allein schon aufgrund des traumhaft schönen Covers getan hätte, als ein großes Cover-Opfer bin ich hier natürlich auf den ersten Blick schwach geworden. Ich habe mich schon richtig darauf gefreut, mich mich mit dem „Welten-Express“ auf eine magische, spannende Reise zu begeben.


Seit vor zwei Jahren Flinns großer Bruder Jonte verschwunden ist, sucht die 13-jährige jeden Abend den stillgelegten Bahnhof von Weidenborstel auf, den Ort, wo Jonte so spurlos verschwand. Hier erhofft sie sich, endlich eine Spur ihres Bruders zu finden. Als eines Abends plötzlich ein Zug in den Bahnhof einfährt, ist die Überraschung von Flinn groß. Ob Jontes Verschwinden wohl mit diesem Zug zusammenhängt? Er sieht haargenau so wie aus der, der auf der Postkarte abgebildet ist, welche Flinn kurz nach Jontes Verschwinden von ihm erhalten hat. Flinn zögert daher auch nicht lange und springt als blinde Passagierin auf den Zug – und stürzt sich damit zugleich in ein spannendes, fantastisches Abenteuer! Denn der Zug ist ein fahrendes Internat, der Welten-Express, welcher von Magie angetrieben wird und jede Menge außergewöhnlicher Kinder ein Zuhause gibt. An diesem geheimnisvollen Ort findet Flinn schnell neue Freunde. Mit deren Hilfe erhofft sie sich, endlich in Erfahrung zu bringen, was mit Jonte geschehen ist. Ob ihr das wohl gelingen wird?


Mit dem ersten Band von der „Welten-Express“ ist Anca Sturm ein richtig schöner Trilogie-Auftakt gelungen, welcher mir tolle Lesestunden beschert. Dass das Buch besonders Harry Potter Liebhabern ans Herz gelegt wird, kann ich absolut nachvollziehen, da man hier doch so einige kleine Parallelen zu dieser bekannten Reihe findet. Allerdings ist es der Autorin wunderbar gelungen, bekannte Ideen mit neuen zu kombinieren, sodass die Handlung an keiner Stelle abgekupfert wirkt.


Was mich sofort in pure Begeisterung versetzt hat, ist das Setting. Das magische, fahrende Internat wird erstklassig von der Autorin beschrieben. Der Zug, die Landschaft – von allem konnte ich mir ein ganz genaues Bild machen, sodass ich beim Lesen stets das Gefühl hatte, selbst ein Passagier des Welten-Express zu sein.

Die zauberhafte Atmosphäre, die hier geschaffen wird, hatte es mir sofort angetan. Da verspricht das tolle Cover eindeutig nicht zu viel. Bewegende Bilder an der Decke, die verschiedenen Zugabteile mit allen Details, die Bahnhöfe, an denen Halt gemacht wird – auch der Unterricht wird toll beschrieben, denn natürlich stehen auf dem Stundenplan nicht so langweilige Fächer wie Mathe oder Physik, sondern Fächer wie Heldentum oder Kampfsport. Klingt doch viel cooler, oder? :D


Zusammen mit dem Mädchen Flinn dürfen wir das fahrende Internat mit all seinen Waggons ganz genau kennenlernen. Mit dem Welten-Express hat sich Anca Sturm wirklich einen wunderbar magischen Schauplatz erschaffen.

Was mir auf meiner Reise mit dem Zug nur ein klein bisschen gefehlt hat, ist die Spannung. Ein paar mehr überraschende Wendungen hätten der Handlung meiner Meinung nach schon ganz gut getan. Da ich aber so jemand bin, der gar nicht so viel Action braucht, hat mich dieser Punkt nicht allzu sehr gestört.


Was meinen Lesespaß allerdings schon einen kleinen Dämpfer versetzt hat, ist die Protagonistin Flinn. Leider bin ich mit ihr nicht so richtig warm geworden. Nicht immer konnte ich ihr Handeln nachvollziehen und auch ihre etwas ruppige Art hat es mir erschwert, sie als sympathisch zu empfinden.

Die Nebencharaktere haben mir um einiges besser gefallen, ganz besonders Pegs und Kasim, mit denen Flinn sehr schnell Freundschaft schließen wird. Pegs fand ich richtig klasse, sie wird so herrlich verrückt und flippig dargestellt.

Auch Kasim habe ich sofort in mein Herz geschlossen und Fedor, der von allen „Der Kohlenjunge“ genannt wird, mochte ich ebenfalls auf Anhieb. Zu Flinn dagegen habe leider bis zum Ende nicht so richtig Zugang finden können. Was ich aber sehr gut vorstehen konnte, war ihre große Sorge um ihren verschwundenen Halbbruder Jonte. Da bin beim Lesen richtig ins Miträtseln geraten, weil ich natürlich auch unbedingt erfahren wollte, was nur mit ihm geschehen ist.


Abgesehen von meiner fehlenden Sympathie zur Protagonistin bin ich wirklich richtig begeistert von dem Buch. Neben Flinns neuen Freunden haben mir auch alle anderen Welten-Express Passagiere sehr gut gefallen. Die Lehrer habe ich teilweise zwar schon als etwas zu verrückt empfunden, sodass sie etwas unglaubwürdig wirkten, aber gestört hat mich das nicht, ich liebe schräge Charaktere, die einen mit ihren durchgeknallten Eigenarten bestens unterhalten. Einige Lehrer des Welten-Express sind schon etwas merkwürdig drauf, so viel kann ich ja schon mal verraten.


Auch wie sehr die Werte Freundschaft und Zusammenhalt in der Geschichte hervorgehoben werden, hat mir unheimlich gut gefallen. Diese Punkte sind mir für ein Kinderbuch immer sehr wichtig.


Durch den angenehm flüssigen Schreibstil und die schön kurzen Kapitel habe ich das Buch sehr flott durchlesen können. Für meinen Geschmack war meine Reise mit dem Welten-Express viel zu schnell wieder vorbei. Zum Glück wird es ja noch zwei weitere Bände geben, der zweite Teil wird hinten im Buch bereits mit einer kleinen Leseprobe angekündigt. Auf die Fortsetzung freue ich mich jetzt schon sehr. Band 1 endet zwar mit einem nicht so fiesen Cliffhanger wie von mir erwartet, meine Neugier auf die nächste Reise mit dem Welten-Express ist aber dennoch groß.


Fazit: Ein tolles Debüt! Für Mädchen und Jungen ab etwa 10 Jahren, die gerne Fantasy- und Internatsgeschichten lesen, ist der „Welten-Express“ absolut zu empfehlen. Aber auch deutlich älteren Lesern kann ich das Buch sehr ans Herz legen. Wer Lust hat, sich auf eine magische, wundervoll atmosphärische Reise zu begeben, der wird mit dem ersten Band von der „Welten-Express“ das Ticket dafür in Händen halten und hoffentlich genauso begeistert von dem Abenteuer sein wie ich. Wenn nicht sogar mehr. Schade, dass ich so meine Probleme mit Flinn hatte, wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte ich vermutlich 5 Sterne vergeben. Ich bin aber dennoch richtig begeistert von dem Buch und freue mich schon sehr auf meine zweite Reise mit dem „Welten-Expresss“. Ich vergebe sehr gute 4 von 5 Sternen!

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