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283 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 172 Rezensionen

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Der Kreidemann

C.J. Tudor , Werner Schmitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 29.05.2018
ISBN 9783442314645
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

*** Rezension gekürzt, vollständig mit Bildern auf meinem Blog ***

->> Das Buch

Das Buch ist eine 382 Seiten starke Hardcover-Ausgabe aus dem Goldmann-Verlag.
Das Cover der deutschen Ausgabe gefällt mir persönlich ausgesprochen gut, es wirkt um längen besser als das Cover der englischen Originalausgabe.

Das Buch wird in 39 Ländern verkauft, interessanterweise scheint Deutschland eines der wenigen Länder zu sein, das ein anderes Cover-Design verwendet. Was meiner Meinung nach aber auch ein deutlicher Vorteil ist. Der Umschlag des Buches ist sozusagen ein wahrer Eyecatcher. Wenn ich in der Buchhandlung den Kreidemann im sonst üblichen Design entdeckt hätte, das Buch hätte mich wohl kaum angesprochen. Da hat die in München ansässige Firma bürosüd bei der Umschlaggestaltung wirklich gute Arbeit geleistet.

->> Meine Meinung zum Buch

Zitat: "Stephen King: Wenn sie meine Bücher mögen, werden sie auch dieses verschlingen."

Das Zitat von Stephen King auf der Rückseite des Romans passt so gut wie kein zweites.
Das mag in erster Linie daran liegen, dass man bei jeder Zeile, die man im Buch vorwärts kommt, ganz deutlich die Inspiration vom “Großmeister des Horrors” herausliest.

“Der Kreidemann” erzählt zwei verschiedene Handlungsstränge, deren Bindeglied Eddie im Jahr 1986 und 2016 ist.
Eddie und seine Freunde bekommen eines Tages von Mr. Halloran, der an Albinismus leidet, einen Eimer Kreide zum Geburtstag geschenkt. Als ihn die Kinder verwundert ansehen, erzählt Mr. Halloran, dass er und seine Freunde in der Kindheit begeistert Geheimsymbole auf die Gehwege gezeichnet und sich so Nachrichten zukommen liesen. Diese Idee wird dann von Eddie und seinen Freunden begeistert aufgenommen. Als dann eines Tages plötzlich eine geheimnisvolle Kreidemännchen-Spur dafür sorgt, dass Eddie und seine Freunde eine zerstückelte Mädchenleiche ohne Kopf im Wald entdecken, entwickelt sich eine unterhaltsame Geschichte um Freundschaft, Rivalität und den dunklen Tiefen der menschlichen Psyche.

Diese Geschichte zieht sich bis 2016, als ein ehemaliges Mitglied der Clique, Mickey, bei Eddie aufschlägt. Mickey möchte ein Buch über die Geschnisse von 1986 schreiben und hat auch gleich noch den Namen des wahren Täters im Gepäck. Plötzlich tauchen auch wieder Kreidemännchen auf und jedem wird klar, die Geschichte von damals hat noch kein Ende gefunden.

Im großen und ganzen fühlte ich mich an Stephen Kings Geschichten “Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers” und in gewisser Weise auch irgendwie an “Es” erinnert. Aus diesem Grund passt das Eingangs erwähnte Zitat von Stephen King ganz gut.

Aber so spannend sich die Geschichte auch liest, es gibt auch ein paar Schattenseiten, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Der Thrller, den ich irgendwie lieber mehr dem Genre Krimi mit leichten Mysterie-Anteilen zuordnen würde, liest sich zwar sehr spannend, hat aber den einen oder anderen Mangel im Plot. Viele Protagonisten werden schön charakterlich erarbeitet, allen voran natürlich Eddie, vermeintlich wichtige Personen tauchen aber oftmals nur als verschönerndes Beiwerk im Roman auf. Lange Zeit passiert eigentlich kaum was im Buch, die Zeit wird lieber dafür genutzt, die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren zu verdeutlichen.
Durch die flüssige Schreibweise fällt das aber kaum auf und die Geschichte entwickelt sich in recht ruhiger Weise. Wer also auf jeder zweiten Seite einen brutal verstümmelten Toten erwartet, der wird hier sicherlich ein wenig enttäuscht sein.

Was ich etwas schade fand, der große Showdown des Krimi-Thrillers ist wahnsinnig schnell abgehandelt und die vielen losen Enden der Geschichte, die im Laufe des Buches vorerst liegen gelassen werden, werden von C.J. Tudor im letzten Kapitel aufgegriffen und tatsächlich noch abgeschlossen. Irgendwie beschlich mich aber dann doch das Gefühl, der für dieses Buch zuständige Lektor erinnerte Frau Tudor an die vielen offenen Fragen des Romans und es wurde noch ein abschließendes Kapitel eingefügt, damit der Leser nicht mit offenen Fragen, sondern mit einem guten Gefühl den Buchdeckel zuklappt.

Die “Beste Piratin von allen” berichtigte beim Frühstück meine Meinung, der eigentliche Täter, der die junge Elisa auf dem Gewissen hat, wäre viel zu farblos und wird von der Autorinn viel zu unspektakulär abgehandelt. Denn sie war der Meinung, dass sich die Geschichte fast einzig und alleine um den doch etwas seltsamen Eddie dreht. Und aus dieser Position heraus macht die Geschichte auch irgendwie wieder mehr Sinn. Vieles ist eben nicht so, wie es scheint.

Aber auch wenn es ein paar Ungereimtheiten im Story-Verlauf gibt, ich hatte auf jeden Fall großen Spaß mit der Gang von Eddie Munster, Fat Gav, Hoppo, Metal Mickey und Nicky.

->> Fazit

Dann fehlt jetzt ja eigentlich nur die Wertung.
Das Buch war insgesamt sehr unterhaltsam, Längen gibt es eigentlich kaum. Die meisten Charaktere sind recht gut ausgearbeitet, andere bleiben leider, obwohl sie sehr wichtig für die Geschichte sind, recht farblos. Trotzdem ist die Geschichte gerade auch wegen dem leichten Stephen King-Feeling wirklich empfehlenswert, daher vergebe ich für “Der Kreidemann” 4 von 5 Couchpiraten.
Wer “Stand by me” mochte, der wird auch mit C.J. Tudors Debut-Roman seinen Spaß haben.

*** Rezension gekürzt, vollständig mit Bildern auf couchpirat.de ***
       

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Tags: krimi, thriller-roman   (2)
 

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121 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

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Verfolgung

David Lagercrantz , Ursel Allenstein
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Heyne, 07.09.2017
ISBN 9783453270992
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

*** gekürzte Rezension, Vollständig mit Bildern auf meinem Blog ***

Als Stig Larsson, der Erfinder der großartigen Millenium-Trilogie, 2004 völlig unerwartet an einem Herzinfarkt verstarb, hätte wohl keiner daran gedacht, dass sich ein paar Jahre später ein anderer Autor über Larsons Notizbücher hermachen und daraus zwei weitere Bücher im Blomquist/Salander-Universum, darunter das vorliegende Rezensionsexemplar “Verfolgung”, nach dessen Aufzeichnungen erarbeitet.

Die Wahl fiel damals auf den schwedischen Schriftsteller und Journalisten David Lagercrantz, der sich dann letztendlich der schweren Aufgabe angenommen hat, den von Larsson erdachten Hauptfiguren Mikael Blomquist und Lisbeth Salander erneut Leben einzuhauchen. Leider konnte dessen erstes Werk auf Basis von Larssons Erbe, “Verschwörung” (Millenium IV), nicht an die Erfolge der ursprünglichen Trilogie anknüpfen. Zum einen war der verwendete Schreibstil vollkommen anders, zum anderen konnte Lagercrantz auch nicht annähernd an die spannenden Investigativ-Thriller Millenium I-III anknüpfen. “Verschwörung” wurde dann weithin als kleine Aufwärmübung des Autoren abgehakt.
Mit “Verfolgung” (Millenium V) stöberte Lagercratz nun erneut in den Notizen des schwedischen Bestsellerautoren.

Ich habe mir nun für euch das Hörbuch in einer gekürzten Fassung angehört.

->> Das Hörbuch

Das Hörbuch wurde in der gekürzten Lesung auf zwei MP3-CDs mit 10 Stunden und 40 Minuten Laufzeit gepresst. Die vollständige Lesung dauert 12 Stunden 23 Minuten ist somit 1 Stunde 43 länger, wobei mir persönlich die gekürzte Fassung um Längen ausreicht.

Ausgeliefert werden die beiden MP3-CDs in einem ziemlich hübsch designeten Digipak. Dieses Digipak ist etwas dicker als normal, was wohl den beiden Tonträgern geschuldet ist. Dadurch kann man aber den Hüllen-Rücken sehr gut lesen, was in meinen Augen sonst meistens eher ein Problem dieser Verpackungsform ist. Aber keine Frage, Digipak sieht einfach viel edler aus als die gewöhnlichen Jewel-Case.

Was mir besonders gut gefällt, in der Hülle befindet sich noch ein Booklet mit ein paar interessanten Informationen rund um die Entstehung des Buches, ein paar Worte zu dem leider 2004 verstorbenen Schriftsteller Stieg Larsson, dem Autoren Daid Lagercrantz und dem Sprecher Dietmar Wunder. Schön gemacht.

->> Der Erzähler

Die Hörbücher “Verblendung”, “Verdammnis”, “Vergebung” und “Verschwörung” wurden damals noch von Dietmar Bär erzählt, der dort eine wirklich hervorragende Leistung in den Geschichten um Mikael Blomquist und Lisbeth Salander zeigen durfte.

In “Verfolgung” wurde Bär nun allerdings durch einen meiner Lieblingserzähler ersetzt, Dietmar Wunder durfte mal wieder hinter dem Mikrofon Platz nehmen. Wunder bringt in dieser Position natürlich auch einen (eigentlich) entscheidenden Vorteil mit.

Als 2011 das amerikanische Remake von “Verblendung” mit Daniel Craig in der Hauptrolle über die Kinoleinwand flimmerte, durfte Dietmar Wunder als ständiger Synchronsprecher Craigs bereits Stig Larsson-Luft schnuppern. Laut eigener Aussage hat ihm diese Synchronrolle bei der Aufnahme des Hörbuchs enorm geholfen, da er immer die Schauspieler des Remakes vor Augen hatte und er dadurch die Protagonisten im Hörbuch ähnlich den Darstellern im Film sprechen konnte.

Und das hört man dem Hörbuch natürlich auch deutlich an. Wer das Remake “Verblendung” gesehen hat, hat tatsächlich auch Daniel Craig vor Augen. Allerdings muss ich sagen, ich bin eigentlich kein großer Fan von der Neuinszenierung. Im Fazit gehe ich dann auch ein wenig mehr auf das warum ein.

->> Meine Meinung zum Hörbuch

Ja, warum bin ich jetzt eigentlich kein Fan von der Neuverfilmung von “Verblendung”?

Kurz gesagt, das amerikanische Remake kommt einfach um Meilen nicht an die schwedische Original-Trilogie heran und hat mich eher entäuscht als begeistert. Aber die amerikanisierung von schwedischen Filmen hat in der Vergangenheit schon öfter nicht funktioniert. Ich möchte an dieser Stelle einfach nur an die Neuverfilmung des grandiosen skandinavischen Films “Nightwatch – Nachtwache” (1994) erinnern, die bereits nach drei Jahren (1997) mit “Freeze – Alptraum Nachtwache” eine Neuauflage bekam und das Erbe des großartigen Vorbilds gnadenlos an die Wand fahren lies. Ähnlich verhält es sich mit dem Remake von Verblendung, der zwar einigermaßen gut unterhielt, aber bei weitem nicht an an das handwerklich recht spezielle schwedische Vorbild herankam. Abgesehen war Noomi Rapace als Lisbeth Salander phänomenal.

Von daher finde ich persönlich auch nicht so toll, dass hierfür Daniel Craig … äh ich meine Dietmar Wunder engagiert wurde.
Aber eben nicht, weil ich seine Stimme schlecht finden würde, sondern weil ich eigentlich nicht an die amerikanische Version des Filmes denken möchte.

Allerdings gibt es leider noch ganz andere Probleme bei Lagercrantzs Interpretation von Larssons Notizen, die die Sprecherleistung ziemlich schnell ins Hintertreffen geraten lässt.

Grundsätzliches Problem des Hörbuchs ist die schwer in Gang kommende Handlung.
Lagercrantz erzählt hier zwei verschiedene Handlungsstränge, die sich nur gelegentlich an ein paar Punkten berühren und prinzipiell sogar als jeweils eigenständiges Buch hätten veröffentlicht werden können.
Lisbeth Salander, deren Origin-Geschichte eigentlich in Millenium I bis III zur Genüge beleuchtet und in Millenium IV mit zähen Kaugummi-Informationen  erweitert wurde, bekommt auch im aktuellen Band noch zusätzliche Randnotizen, die eher belanglos denn wichtig sind. Aber dafür wird der Hintergrund-Geschichte enorm viel Platz eingeräumt.

Was bemerkenswert ist, Salander ist schon seit dem ersten Band eine extrem gute Hackerin. Im fünften Buch der Saga wird sie allerdings auf ein annähernd gottgleiches Podest gehoben, so dass man ihr ihre Computer-Skills einfach nicht mehr so richtig abnehmen will. Was diesen Punkt angeht, da hat es Lagercrantz meiner Meinung nach eindeutig übertrieben.

Daher ist es auch mehr als gut, wenn man sich hier tatsächlich die gekürzte Hörbuch-Fassung zulegt, dadurch werden diese Platzfresser und Stilisierungen doch noch ein wenig entschärft. Und ein weiterer Vorteil eines beschnittenen Hörbuchs: der am Ende dann doch noch recht spannende Fall rückt so deutlich früher in den Fokus des Hörers.

Langatmige und oberflächliche Dialoge, sowie sehr flache Charaktere und eine über lange Zeit eher unspektakuläre Geschichte schafften es leider nicht, mich bei der Stange zu halten. Oftmals war es für mich wirklich schwer, der Geschichte zu folgen, vor allem weil einfach sehr lange Zeit nicht so richtig etwas passiert und auch die Hauptprotagonisten innerhalb der Geschichte kaum Berührungspunkte haben.

Abschließend fehlt dann eigentlich nur noch die Wertung.
Abzüge gibt es für die Längen, ohne die es wirklich ein hervorragendes Hörbuch hätte werden können. Dietmar Wunder macht auch hier alles richtig, auch wenn ich mich eigentlich lieber nicht an Daniel Craig als Mikael Blomquist erinnern möchte. Wenigstens kommt im späteren Verlauf doch noch ein wenig Spannung auf, aber leider reicht das nicht für mehr als 3 von 5 Couchpiraten.

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Tags: gekürzte hörbuchfassung, hörbuch-reihen, hörbuchthriller   (3)
 

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

angstfresser, horror, horror / dunkle phantastik, horrorroman, rezension, selfpublisher, tanja hanika

Der Angstfresser

Tanja Hanika
Flexibler Einband: 204 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 01.04.2018
ISBN 9781985232167
Genre: Sonstiges

Rezension:

*** Gekürzt Rezension - Vollständig und mit Bildern auf meinem Blog ***

Das Buch

Frau Pirat lacht schon immer, wenn ich in meinen Rezensionen auf die Haptik des Buches eingehe, aber was muss, das muss :-)

Bei diesem Taschenbuch handelt es sich um eine 204 Seiten starke Taschenbuch-Ausgabe.
Das Cover gefällt mir insgesamt wirklich ausgezeichnet. Farbwahl, Motiv und Schrift sind sehr stimmig, allerdings stößt man hier auch auf eines der Probleme des Buches.

Mir ist natürlich vollkommen klar, dass selbst verlegte Bücher nicht die Druckqualität aufweisen können, wie Ausgaben aus dem Verlagshaus. Denn so hammermäßig ich den Einband eigentlich auch finde, so sehr stört mich der verwaschen wirkende Druck auf Vorder- und Rückseite. Besonders störend ist das natürlich bei der Inhaltsangabe, der Text ist nur schwer lesbar. Als ob Polens Amazon Fulfillment etwas festeren Karton in einen Tintenstrahldrucker gesteckt und das Cover im Entwurfsmodus ausgedruckt hätte.

Dazu ist die Papierwahl auch noch ziemlich bescheiden. Das sehr weiße Papier führt bei mir, dank ultraheller Halogen-Lampe am Bett, zu brennen in den Augen und hemmt für mich dadurch den Lesefluß, weil mich die Seiten beim lesen einfach blenden. Verlagsbücher verwenden meist Papier, dass einen leichten Grauton besitzt und ein augenschonenderes lesen zulässt.

So, jetzt liest sich die Rezension wahrscheinlich schon wie ein totaler Verriss, tatsächlich lasse ich aber die Print-Qualität nicht mit in die Bewertung einfließen. Hey, hier handelt es sich um ein selbst verlegtes Buch, bei dem man als Autor für sämtliche Kosten selbst aufkommt und hofft, dass sich diese Kosten auch irgendwie wieder armotisieren. Und davor habe ich den allergrößten Respekt.

Aber ich bin nun mal auch ein Buch-Haptiker und ich muss das hier einfach erwähnen :-)


Meine Meinung zum Buch

Insgesamt empfand ich “Der Angstfresser” extrem kurzweilig und ein wirklich spannendes Thema.

Lediglich zu Beginn des Buches kam ich leicht ins Straucheln, denn da scheint sich ein Kapiteldreher eingeschlichen zu haben.
Das Buch startet gleich im Prolog mit Chester Harris Horrorparty und schon einmal den ersten Grausamkeiten, die den geneigten Leser gleich in seinen Bann ziehen. Alleine was Chester da bereits an Ideen für seine Gäste auffährt, lässt viel für den Horrorroman hoffen.

In Kapitel 1 erfährt man über das traumatische Erlebnis des Horror-Schriftstellers im Laufe einer Vorlesung, die quasi die Initialzündung für Chesters kranke Pläne darstellt. Auf der direkt darauf folgenden Autogrammstunde treffen der Protagonist und einer seiner größten Fans, Ethan Josephson, aufeinander.


In Kapitel 2 dann aber der große Bruch. Ethan sitzt schlecht gelaunt im Bus und fährt nach Hause.
Vermeintlich von der Lesung seines größten Idols, aber warum ist er dann so schlecht drauf? Ich würde mich über ein persönliches Treffen mit Stephen King total freuen, warum also wirkt Ethan so deprimiert?

Des Rätsels Lösung: Kapitel 1 spielt ein paar Monate vor den Begebenheiten im Horror-Haus. Kapitel 2 hingegen noch einmal vor dem Kapitel 1 und das ergibt keinen Sinn. Mein Gedanke war dann nur ein “oh oh, wenn das schon so los geht…”.

Aber das ist zum Glück der einzige richtige Abfolgefehler, der Rest des Geschichte entwickelt sich dann in chronologisch korrekter Weise weiter. Irgendwie hatte ich den Eindruck, Kapitel 2 wurde vorgezogen, um den Leser mit der verunglückten Lesung des Chester Harris  bei der Stange zu halten und nach dem Prolog nicht mit Ethan den Drive aus der Geschichte zu nehmen.


Der Rest des Horrorromans spielt dann in einer eigens von Chester Harris umgebauten Villa, die mit allerhand Abscheulichkeiten auffährt. Viele Ideen hätten direkt aus der Filmreihe “Saw” stammen können. Sei es nun ein Friedhof auf dem Dachboden der Villa oder eine Zombiegrube im Keller, das Buch lässt kaum was aus und schildert zum Teil auch recht drastisch, was den Partygästen im Laufe des Abends so zustößt. Also das Buch ist für zartbesaitete Menschen definitiv nicht geeignet, für mich persönlich hätte man aber auch noch eine Schippe drauf legen können.
So bewegt sich der Roman auf der Ekelstufe zwischen Mainstream-Horror und den Romanen des Festa-Verlages ;-)

Eine monstermäßig gute Handlung darf man in einem Roman dieses Genres in der Tat nicht erwarten, Horror gilt seit jeher eher als leichte oder seichte Unterhaltungsform. Dennoch weiß “Der Angstfresser” mit interessanten und spannenden Ideen durchaus zu unterhalten und zu überraschen. Schade, das dabei leider die Hauptfiguren ein wenig ins Hintertreffen geraten. Besonders Ethan, von Beginn an als ein wichtiger Charakter aufgebaut, bleibt eher farblos und uninteressant. Bedauerlich, aus dem Protagonisten wäre bestimmt noch ein wenig mehr machbar gewesen.

Dann fehlt jetzt ja eigentlich nur die Wertung.
Ich habe ja bereits weiter oben erwähnt, die Print-Qualität und die Papierwahl werden in der Bewertung nicht mit einbezogen.
Das Buch war wirklich sehr kurzweilig und bot ein paar sehr interessanten Ideen. Und auch wenn die beteiligten Personen zum Teil recht flach blieben, vergebe ich für “Der Angstfresser” 4 von 5 Couchpiraten.

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Tags: horror / dunkle phantastik, horrorroman, selfpublisher   (3)
 

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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

erwachsenencomic, humor/comic

A House Divided 2: Ein Licht im Dunkeln

Haiko Hörnig , Marius Pawlitza
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 20.03.2018
ISBN 9783551713131
Genre: Comics

Rezension:

*** gekürzte Rezension -> In voller Länge + Bilder auf dem Blog ***


Das Buch

“A House Divided 2” ist ein 112 Seiten starkes Softcover.
Das Cover sieht auf den ersten Blick ziemlich spannend aus… Als ich den Comic das erste Mal in der Hand hielt, saß ich gleich einem großen Irrtum auf. Ich hätte wirklich gedacht, einer der Hauptprotagonisten wäre ein Kerl und keine Henrietta. Das war natürlich eine große Überraschung für mich und ich erkannte ziemlich schnell meinen Fehler. Ich kann keine Rezension über einen Comic schreiben, dessen ersten Teil nicht kenne ;-)


Denn das ist einer der größte Kritikpunkte, die ich an dem Comic habe.
Ein dummer kleiner Couchpirat bekommt einen Comic in die Hand gedrückt, schlägt die ersten Seiten auf und besitzt nur riesige Fragezeichen über dem Kopf. Band 2 startet direkt mit der Geschichte und knüpft nahtlos an den ersten Band der Reihe an.
An dieser Stelle wäre ein einleitender Text “Was bereits geschah…” wirklich mehr als wünschenswert. Auch eine kurze Vorstellung der wichtigsten Figuren wäre nicht verkehrt. Noch dazu war die Veröffentlichung von Band 1 bereits zwei Jahre her, also genug Zeit, um die eine oder andere Sache aus dem Story-Auftakt zu vergessen.

Aber, wie ich ja bereits mehrmals festgestellt habe, man sollte sowieso vorher den ersten Band “Ein gefährliches Erbe” gelesen haben. Daher ist meine Kritik eher ein zweischneidiges Schwert, denn wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand plötzlich den zweiten Band in Händen hält und … oh … wait … ;-)


Meine Meinung zum Buch

Wie bereits weiter oben geschrieben, ich habe den Fehler letztendlich eingesehen und mir dann doch noch den ersten Band besorgt. Und so kam tatsächlich “Licht ins Dunkle”.

Nachdem ich die Geschichte um “Ein gefährliches Erbe” gelesen hatte, war ich tatsächlich so richtig neugierig, wie die Geschichte von Autor Haiko Hörnig und Zeichner Marius Pawlitza über die geheimnisvolle Erbschaft des Zauberers Ornun Zols, einem magischen Turm mit einer ganzen Menge an Geheimnissen und Rätseln, und die Gruppe rund um Mister Flemming und Captain Booner weitergeht.


Was natürlich sofort auffällt, Pawlitzas Stil erinnert ein wenig an die Animes von Studio Ghibli. Sehr einfach gehaltene Figuren bewegen sich vor sehr detaillierten Hintergründen. Was aber im direkten Vergleich zu Band 1 der Reihe direkt auffällt, die Zeichnungen haben sich wirklich sehr stark verbessert.

In “Eine gefährliche Erbschaft” gibt es sehr viele verwaschene oder unscharf wirkende Panels zu entdecken, was besonders bei den Hauptprotagonisten auffällt. In “Ein Licht im Dunkeln” wirken die Zeichnungen irgendwie knackiger und frischer. Pawlitzas Stil hat meiner Meinung nach im zweiten Band einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht.
Auch über die Kolorierung lässt sich nicht meckern, ebenso das Lettering ist einwandfrei. Wobei sich bei letzterem Punkt manchmal eh kaum mehr feststellen lässt, ob hier eine digitalisierte Comic-Schriftart verwendet wird, oder doch jemand fein säuberlich die Buchstaben in die Sprechblasen geschrieben hat.


Inhaltlich ist auf jeden Fall einiges geboten.
Der Friedhof der Räume, der Kerzenjunge, der Einblick in Flemmings Vergangenheit, Loyalität und Kameradschaft. Aus all diesen Komponenten wird hier ein spannendes Potpourries für eine vergnügliche Lesezeit zusammengekocht. Apropos gekocht … ach, was für eine Überleitung mal wieder … Besonders lustig empfand ich auch die Vampirfrau und Feinschmeckerin Moira Kettlebrew, die Wein aus den kuriosesten Zutaten kocht. Das Rezept des magischen Drachen-Blutpunsches gibt es dann für den Leser sogar hinten im Comic im zusätzlichen Infoteil.

Dann fehlt ja eigentlich nur noch die Bewertung... und die gibt es auf meinem Blog couchpirat.de ;-)

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Tags: erwachsenencomic, humor/comic   (2)
 

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72 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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München

Robert Harris , Wolfgang Müller
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Heyne, 30.10.2017
ISBN 9783453271432
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

** gekürzte Rezension - in voller Länge + Fotos auf meinem Blog **

Von Robert Harris habe ich mittlerweile bereits drei Bücher gelesen, das waren “Imperium”, “Pompeij” (mein Lieblingsbuch des Autors) und “Vaterland”, und war in jedem dieser Werke wieder vom Ideenreichtum Harris begeistert. Eine Wahnsinns Storyline, gepaart mit ausgezeichneten Recherchen und politischen Intrigen. Auch Hörbüchern durfte ich bereits zweien lauschen, “Dictator” und “Enigma”.

Das Konzept der Romane über Hochverrat, Loyalität und Vertrauensbruch scheint für Robert Harris ziemlich gut aufzugehen, weshalb sich das Hörbuch “München” natürlich auch hier nahtlos in die Reihe seiner Romane einreiht. Was ja nicht zwangsläufig etwas schlechtes bedeuten muss.

Ich habe mir nun für euch das Hörbuch in einer gekürzten Fassung angehört und dabei versucht herauszufinden, was damals im September 1938 in München geschah.

->> Das Hörbuch

Das Hörbuch wurde in der gekürzten Lesung auf sechs Audio-CDs mit 7 Stunden und 58 Minuten Laufzeit gepresst. Die vollständige Lesung dauert hingegen etwa 2 Stunden 30 Minuten länger, wobei ich persönlich mit knapp 8 Stunden schon genug bedient bin.
Schön wäre es gewesen, wenn die Geschichte auf einem MP3-Datenträger ausgeliefert worden wäre, da es für mich als Medienserver-Nutzer so deutlich einfacher gewesen wäre, das Hörbuch auf meinem Smartphone mitzunehmen. So musste ich die CDs erst einmal rippen um sie komfortabler verwalten zu können.

Aber eigentlich brauche ich an dieser Stelle nicht meckern, denn Random House Audio haben ihre Hausaufgaben bereits gemacht und liefern immer mehr Hörbücher auf CDs im MP3-Format aus. Vielleicht gibt es ja auch von “München” eines Tages eine Neuauflage im moderneren Gewand.

->> Der Erzähler

In “München” erzählt Frank Arnold die Geschichte um Hitler und der verzweifelt Kampf einer Widerstandzelle gegen den drohenden Krieg.
Der in Berlin geborene Dramaturg hat bereits so einige Hörbücher und Hörspiele aufgenommen, allerdings kannte ich seine Stimme tatsächlich nur aus dem Hörbuch “Dictator”, dessen Romanvorlage ebenfalls von Robert Harris verfasst wurde.

Ich muss zugegeben, ein riesiger Fan werde ich wohl von Frank Arnold nicht werden. Insgesamt liefert er eine gute Leistung ab, dennoch ist mir seine Stimme irgendwie ein wenig zu langweilig. Ich bin oftmals in Gedanken einfach abgedriftet, was natürlich für ein Hörbuch mit sehr starkem politischem Hintergrund fatale Folgen haben kann. Plötzlich tauchen Protagonisten auf, von denen man bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt nichts mitbekommen hat, aber wohl schon länger in der Geschichte behandelt wurden … wer kennt das nicht? ;-)

->> Fazit

Was an der ganzen Geschichte sehr spannend ist, man erlebt “München” aus einer Perspektive, in der es auf jeden Fall noch möglich ist, den drohenden zweiten Weltkrieg im letzten Moment noch irgendwie zu verhindern.
Wer den Geschichtsunterricht in der Schule nicht ganz verschlafen hat, weiß natürlich, wie diese Anstrengungen gefruchtet haben und die Geschichte letzten Endes ausging. Und genau das ist irgendwie das spannende an diesem Polit-Thriller. Wobei Thriller jetzt meiner Meinung nach auch nicht unbedingt die richtige Genre-Bezeichnung ist, dafür beginnt die Geschichte irgendwie ein wenig zu langsam.

Sehr ruhig werden die Hauptprotagonisten in der Geschichte eingeführt, wobei ich mir hier vorstellen kann, dass die gekürzte Fassung des Hörbuchs bereits einiges an Hintergrund-Fakten zu den Hauptpersonen, einen Übersetzer im auswärtigen Amt der Reichsregierung, Paul von Hartmann und den ihm aus seinen Jugendjahren bekannten Engländer Hugh Legat, seines Zeichens Sekretär, der Schere zum Opfer gefallen sind. Das besonders am Anfang eher träge Tempo erschwert den Zugang zur Geschichte ein wenig, allerdings wird gerade dadurch teils sehr interessantes Geschichtswissen erstklassig recherchiert und aufbereitet vermittelt.

Besonders beeindruckend fand ich die Sorglosigkeit der Londoner Bürger, zum Beispiel Hugh Legats Frau, die ihrem Mann beim Mittagessen mal eben so mitteilt, dass sie endlich Gasmasken für die Kinder besorgt hat. Wenn man sich das mal so überlegt, kurz vor dem zweiten Weltkrieg muss schon eine seltsam aufgeladene Atmosphäre in der Luft gelegen haben. Man bereitet sich auf einen Krieg vor, glaubt aber irgendwie nicht so recht daran und legt eine gewisse Art Galgenhumor an den Tag.

Während nun Chamberlain, bis 1940 Premierminister des vereinigten Königreichs, Mussolini und Hitler sich in München zu einer Konferenz treffen, um den ziemlich angeschlagenen Weltfrieden wieder ein wenig zu kitten, beginnt dort auch das gemeinsame Wirken von Legat und von Hartmann, der beiden fiktiven Figuren in einem politischen Spiel, welches nicht realer sein könnte.

Von Hartman hat sich einer Widerstandszelle angeschlossen, die die Offenlegung Hitlers Machenschaften und dessen Tod als obersten Punkt ihrer Agenda führt. Doch von Hartmann schafft dies nicht allein und benötigt dringend die Hilfe Legats, um den Kontakt zum englischen Premierminister herzustellen und damit dem deutschen Diktator das Wasser abzugraben. Legat sieht aber zuerst nur seine Karriere in Gefahr und wägt die Konsequenzen für sich und seine Familie ab. Bis er Lena wieder trifft…

Auch wenn das Hörbuch ein paar unnötige Passagen aufweist, weiß es meistens doch ganz gut zu unterhalten.
Man merkt durchaus, das Robert Harris sehr viel Zeit in die Recherche gesteckt hat. Wobei es natürlich auch sein kann, dass er noch ein ordentliches Repertoire an Informationen besaß, welches er möglicherweise in seinem damaligen Bestseller “Vaterland” nicht verwenden konnte.

Auf jeden Fall lässt Harris in “München” die Geschichte kurz vor Hitlers Einmasch in die Tschechoslowakei lebendig und nachvollziehbar werden und weiß auch mit den beiden fiktiven Hauptprotagonisten gut zu unterhalten. Von Hartman und Legat tragen meiner Meinung nach die Geschichte sehr gut und man fiebert stellenweise wirklich mit, ob denn die Pläne der beiden nicht vielleicht doch noch irgendwie aufgehen. Aber wie es endet, zeigt der schulische Geschichtsunterricht …

Abschließend fehlt dann eigentlich nur noch die Wertung.
Abzüge gibt es für die wenigen Längen, ohne die es ein hervorragendes Hörbuch hätte werden können. Zwar ist der Erzähler Frank Arnold nicht so ganz mein Fall, aber ich Insgesamt gesehen vergebe ich dann doch 4 von 5 Couchpiraten für diesen politisch motivierten Thriller.

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Tags: münchen, polit-triller, robert harris, thriller-roman   (4)
 

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126 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

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DNA

Yrsa Sigurdardottir , Anika Wolff
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 09.10.2017
ISBN 9783442715756
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

*** Rezension gekürzt, vollständig mit Fotos auf meinem Blog ***

->> Darum geht es

„Er schlägt erbarmungslos zu. Wie aus dem Nichts. Zuerst trifft es eine junge Mutter nachts in ihrer Wohnung in Reykjavik. Wenig später verliert eine zweite Frau unter brutalen Umständen ihr Leben. Der erste große Fall für Kommissar Huldar. Der hat noch ein Problem: Er muss mit der Psychologin Freyja zusammenarbeiten, mit der er kürzlich nach einer Kneipentour die Nacht verbracht hat – allerdings als angeblicher Zimmermann von den Westfjorden. Währenddessen erhält ein junger Amateurfunker rätselhafte Zahlenbotschaften zu beiden Opfern und beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln. Kann einer von ihnen den geheimnisvollen Killer stoppen?“ (Quelle Verlagstext)

->> Das Hörbuch

Das Hörbuch wurde auf eine MP3-CD mit 10 Stunden und 38 Minuten Laufzeit gepresst.
MP3-Datenträger empfinde ich immer als etwas sehr positives, da ich meine Hörspiele und Hörbücher im Regelfall auf unseren Plex-Heimserver kopiere und von dort mit fast jedem Gerät darauf zugreifen kann. Übrigens handelt es sich hier, im Gegensatz zur normalen Hörbuch-Ausgabe, um eine etwa drei Stunden kürzere Lesung.

Die Hülle, ein Digippac, ist trotz des minimalistischen Äußeren recht ansprechend gestaltet. Ich selbst bin jetzt nicht so ein großer Freund von Digipacs, da diese zwar meist um längen schöner und aufwendiger gestaltet sind als ein Hörbuch im Jewelcase, aber leider in einer CD-Sammlung oftmals einfach untergehen. Bei „DNA“ passiert das allerdings wahrscheinlich eher weniger, da die Papp-Hülle einen recht breiten Rücken hat und man sie dadurch in einem Regal ziemlich leicht wiederfinden dürfte.

Wie bereits geschrieben, das Digipac ist recht minimalistisch designt. Allerdings, was mir persönlich wirklich sehr gut gefällt, findet man nach dem Öffnen der Papphülle jeweils eine Kurz-Biographie der Autorin Yrsa Sigurdardóttir und dem Vorleser Mark Waschke. Nach dem weiteren entfalten der Verpackung entdeckt man noch die Übersicht einiger wichtiger Figuren, allerdings ausschließlich Figuren der Polizei und Staatsanwaltschaft, und einen CD-Index. Alles in allem sehr vorbildlich, da können sich so einige andere Digipacs eine Scheibe davon abschneiden.

Mark Wasche, bekannt aus der ZDF-Serie Tatort, zeigt als Sprecher auf diesem Hörbuch hervorragende Arbeit.
Alleine schon das aussprechen der isländischen Namen gleicht für mich einem Zungenbrecher, Waschke meistert dies aber großartig. Allerdings wird er mit Sicherheit auch einiges an Übung nötig gehabt haben, den einen oder anderen Namen fehlerfrei auf die CD zu bekommen. Zudem passt seine Stimme sehr gut zur Story, die ein wenig melancholisch und düster daher kommt.

->> Fazit

Ja, die Verpackung passt schon mal, der Vorleser auch. Aber wie ist es mit dem wichtigsten, der Geschichte?

Die Geschichte an sich ist eigentlich recht spannend.
Ein sehr brutaler Serienmörder geht um, scheinbar unbeteiligte Personen werden in das Geschehen mit hinein gerissen, eine verkappte Romanze ist auch mit an Bord.

Eine der Hauptpersonen, ein Chemiestudent namens Karl Pétursson, ist ein begeisterter Amateurfunker. Dieser empfängt eines Tages geheimnisvolle Zahlenreihen, in der er seine Sozialversicherungsnummer heraus hört. Nicht nur das, auch die Nummer eines der mit einem Haushaltsgegenstand getöteten Opfer wird mitgesendet. Karl und seine Freunde werden immer tiefer in den Sumpf des Verbrechens hineingezogen und auch als Hörer wird einem schnell klar, Karl muss einfach irgendwas größeres mit der Geschichte zu tun haben.

Immer wieder ertappt man sich beim Versuch, die ständig wiederkehrenden Zahlenrätsel auf eigene Faust zu lösen. Die Lösung ist übrigens bemerkenswert einfach und trotzdem irgendwie ziemlich genial.

Aber genau diese Zahlenrätsel, die von der Polizei auch an den Tatorten entdeckt werden, bremsen die Geschichte brutal aus. Immer und immer wieder werden die Zahlenkolonnen wiederholt. Und wenn sie nicht vom Zahlensender per Funk mehrmals ausgegeben werden, dann lesen dauernd irgendwelche Polizisten die gefundenen Zettel vor. So als würde die Autorin sagen wollen: „Jetzt komm schon, das ist so einfach, löse die Aufgabe lieber Zuhörer“.

Dadurch entstehen ziemlich unschöne Längen.
Verstärkt werden diese noch durch das etwas langatmige Hobby Amateurfunk von Karl und die schwierige Beziehung zwischen dem Kommissar Huldar und der Psychologin Freyja, die schon einmal ein Techtelmechtel am laufen hatten. Aber als Freyja am nächsten Morgen erwachte, war Huldar verschwunden und sie dementsprechend sauer. Warum er verschwunden war, das muss ich wohl überhört haben oder das Motiv dahinter fiel der Kürzungsschere zum Opfer. Auf jeden Fall irgendwie unklar.

Das die beiden Hauptfiguren so gar nicht miteinander können, ist ziemlich am Anfang des Buches schon klar und wird auch immer wieder aufgewärmt. Was dann einfach noch einmal für Längen sorgt.

Aber auch wenn das Hörbuch ein paar unnötige Passagen aufweist, weiß es meistens doch ganz gut zu unterhalten.

Daher finde ich es, obwohl ich eigentlich eher unbeschnittene Lesungen bevorzuge, auch überhaupt nicht schlimm, dass die Buchvorlage für das Hörspiel um einiges gekürzt wurde. Wenn man hier die verschiedenen Hörbücher vergleicht, also die MP3-Version und die vollständige Lesung, dann sind das doch immerhin knapp 3 Stunden Unterschied. Und wenn ich mir vorstelle, ich müsste mir noch weitere drei Stunden Geschichten über das gescheiterte Liebesleben von Huldar und Freyja oder Zahlenkolonnen aus dem Äther anhören , dann wäre das wohl doch nichts für mich gewesen.

Die Auflösung des Falls wirkt am Ende zwar ein wenig konstruiert, ist aber in sich nachvollziehbar. Warum der Psychopath allerdings so dermaßen brutal vorgehen muss, das erschließt sich mir nicht so ganz. Aber das ist wohl der typischen skandinavischen Machart von Thrillern geschuldet.

Auf jeden Fall finde ich, dass „DNA“ ein recht starker Auftakt der geplanten „Hulder und Freyja“-Reihe ist. Ich bin allerdings sehr gespannt auf eine Fortsetzung, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das kleine und beschauliche Island so viele psychopatische Killer haben soll. Ich lasse mich einfach mal vom nächsten Band, „SOG", überraschen.

Abschließend fehlt dann eigentlich nur noch die Wertung.
Noch einmal zusammengefasst: Mark Waschke liest sehr gut vor, die Geschichte ist insgesamt eigentlich recht spannend und das Ende sehr überraschend aber dafür nachvollziehbar. Abzüge gibt es für die Längen, ohne die es ein hervorragendes Hörbuch hätte werden können. Insgesamt vergebe ich hier 4 von 5 Couchpiraten für diesen isländischen Thriller.

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Höllenjazz in New Orleans

Ray Celestin , Elvira Willems
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2018
ISBN 9783492060868
Genre: Krimi und Thriller

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drogen, erpressung, gewalt, krebs, mafia, thriller, thriller-roman

Mit einem Bein im Grab

J.A. Konrath
E-Buch Text
Erschienen bei Edition M, 06.03.2018
ISBN 9781503956544
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Den Thriller-Kennern dürfte der Name J.A. Konrath wahrscheinlich ein Begriff sein.

Bekanntheit errang er durch Bücher wie „Der Lebkuchenmann“ und „Mr. K“ (Jack Daniels Reihe), aber auch mit Horrorgeschichten unter dem Pseudonym Jack Kilborn, z.B. „Das Hotel", konnte er seinen Bekanntheitsgrad steigern. Dank seines oftmals tiefschwarzen Humors sind die Bücher Konraths nicht für jeden geeignet, besonders wenn man großen Wert auf Political Correctness legt.

 

„Mit einem Bein im Grab“ ist der erste Roman Konraths, mit dem er damals bereits bei einigen Verlagen Aufsehen erregte, die Geschichte es aber aber dann am Ende doch nicht bis zu einer Veröffentlichung schaffte. Auf Wunsch vieler Fans wurde das nun nachgeholt und der erste Band der Phineas Troutt Trilogie landete in einer vollständig überarbeiteten Fassung in den Buchläden.

 

Wie mir nun das „Erstlingswerk“ des Thriller-Autoren gefallen hat, darüber möchte ich hier nun schreiben. Viel Spaß beim lesen!

 

->> Darum geht es

 

„Phineas Troutt löst Probleme – wenn nötig auch mit Gewalt. Er ist todkrank und hat nichts zu verlieren, als die Ärztin Pasha Kapoor ihn um Hilfe bittet. Sie wird wegen ihrer Abtreibungsklinik bedroht und Phin soll das beenden. Doch dabei kommt er skrupellosen Mafiosi und korrupten Politikern gefährlich nah, und eine gnadenlose Jagd auf ihn beginnt.

 

Aber Phin hat zwei Leute, auf die er sich verlassen kann, wenn die Luft gefährlich dünn wird: seinen schrägen Kumpel McGlade und die Polizistin Jacqueline »Jack« Daniels, mit der Phin zunehmend mehr verbindet als nur die knallharte Entschlossenheit zu überleben … „ (Quelle: Verlagstext)

 

->> Meine Meinung zum Buch

 

„Mit einem Bein im Grab“ ist schon ein sehr spezielles Buch, denn hier muss man ganz klar Story und Hauptfiguren getrennt voneinander betrachten.

 

Von J.A. Konrath kannte ich bisher nur Bücher aus der (bis jetzt) siebnteiligen Jack Daniels-Reihe. Gerade der „Lebkuchenmann“ und „Mr. K“ fand ich persönlich wirklich sehr gut. Allerdings bedienen Konraths Bücher auch den allgemeinen Unterhaltungsmarkt, großartige Werke der Weltliteratur darf man da natürlich auf keinen Fall erwarten.

Der Autor schreibt auch sehr gerne mit extrem tiefschwarzem Humor und seine Geschichten ziehen meist eine ziemlich lange Blutspur hinter sich her. Also definitiv nicht jedermanns Sache.

 

Im vorliegenden Buch, der Auftakt der „Phineas Troutt Trilogie“, erkennt man die Handschrift von Konrath schon recht deutlich.

Der „Problemlöser“ Phineas leidet unter Bauchspeicheldrüsenkrebs, den er liebevoll Earl nennt. Dank Earl hat Phin alles zurückgelassen, was ihm wichtig war, seine Chemotherapie abgebrochen und flüchtet sich in eine Welt aus Alkohol, Drogen und Prostitution. Job-Angebote als prügelnder Problemlöser werden nur angenommen, um ganze Wochenenden mit Nutten und Koks zu verbringen. Und überhaupt befindet sich Phin so ziemlich das ganze Buch über in einem Dauerrausch.

 

Das ist allerdings ein Punkt, der mir auf Dauer ein wenig auf die Nerven ging. Von Beginn an geht es nur um Koks, wieviel er noch besitzt, wo er es auftreibt, warum das so toll ist … also eine ganze Latte an Gründen, einen Süchtigen von seiner Entziehungskur abzubringen. Denn wenn man es genau nimmt, dann bleiben abseits der Themen Waffen, Alkohol, welche Drogen welche Wirkung haben usw. eigentlich nicht mehr viel Platz für die Geschichte übrig. Was am Anfang auf irgendeine Art noch richtig witzig ist, beginnt später irgendwann gewaltig zu nerven.

 

Dabei kann man aus Phineas so viel machen. Er ist definitiv eine sehr interessante Person und beim lesen des Buches musste ich ständig an eine Mischung aus Marv (SinCity) und Mike Ehrmantraut (Breaking Bad, gespielt von Jonathan Banks) denken.

 

Er hat ziemlich mit seinem Leben abgeschlossen, führt ständig Zwiegespräche mit seinem Krebs und versucht, keinen Menschen an sich ran zu lassen, damit dieser nicht miterleben muss, wie Phin vor sich hinsiecht. Die Grundeinstellung des Protagonisten lässt ihn zu einem gefährlichen Killer werden, da er in jede Prügelei ohne Angst um sein eigenes Leben geht. Das ist ja eh schon so gut wie vorbei.

 

Antagonisten sucht man aber irgendwie eher vergeblich.

Phin wird zwar in eine mittelmäßige Mafi-Geschichte mit übermächtigem Boss verstrickt, der ist aber eher kein richtiger Gegner für den Berufsprügler. Dessen Bodygard hingegen schon, aber der bleibt einem auch nur als tumber Muskelberg ohne Tiefgang in Erinnerung. Also irgendwie ist die Geschichte an sich eher langweilig bis uninteressant.

 

Spannend dagegen sind Phins Begleiter. Besonders der Sidekick Harry ist schon ein recht spezieller Typ, der mit Uringefüllten Wasserpistolen auf Demonstranten schießt und schon auch mal einen Haufen in seine Kevlarverstärken Unterhoßen setzt. Auch lernt man hier bereits die Polizistin Jack Daniels kennen, mit der Konrath später bekannt werden sollte. Die restlichen Figuren sind farblos und austauschbar.

 

Zusammenfassend lässt sich hier sagen, Hauptfiguren sind ziemlich schwarzhumorig interessant, die Geschichte dahinter eher nicht, besonders weil sie zur Mitte hin noch mal deutlich absackt und immer langweiliger wird. Kurz vor Ende gibt es noch einmal einen Peak nach oben, aber das reicht meiner Meinung nach nicht für ein gelungenes Buch aus.

Trotzdem musste ich dank Phin und Harry doch sehr oft lachen, diese beiden Figuren haben für mich das Buch auf jeden Fall gerettet. Daher könnte ich mir schon irgendwie vorstellen, den zweiten Band der Trilogie auch mal zu lesen. Allerdings steht dieses Buch dann eher nicht sehr weit oben auf meiner Dringlichkeitsliste.

 

Unterm Strich gesehen hat mich das Ebook, abgesehen vom abflaueneden Spannungsbogen, schon einigermaßen gut unterhalten und daher vergebe ich hier gute 3 von 5 Couchpiraten.

 

Ich hoffe, euch hat die Rezension des Ebooks gefallen und ich freue mich sehr auf eure Kommentare und Verbesserungsvorschläge in allen sozialen Kanälen und besonders auf meinem Blog.

 

Bis zum nächsten Mal, haltet die Gallionsfigur schön sauber,

Arrr! … Michael, der Couchpirat

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Der Weihnachtosaurus

Tom Fletcher , Franziska Gehm , Shane Devries
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei cbj, 02.10.2017
ISBN 9783570164990
Genre: Kinderbuch

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Sleeping Beauties

Stephen King , Owen King , Bernhard Kleinschmidt
Fester Einband: 958 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.11.2017
ISBN 9783453271449
Genre: Krimi und Thriller

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