Curin

Curins Bibliothek

415 Bücher, 321 Rezensionen

Zu Curins Profil
Filtern nach
415 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(30)

53 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

thriller, psychothriller, stalking, mord, verfolgung

Alleine bist du nie

Clare Mackintosh , Sabine Schilasky
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.01.2017
ISBN 9783404174706
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Wie viele andere Menschen nutzt Zoe Walker regelmäßig die U-Bahn, um an ihren Arbeitsplatz zu kommen. Ihr Leben scheint völlig normal zu verlaufen, bis sie plötzlich in einer Zeitung unter den Kontaktanzeigen ein Foto von sich entdeckt. Während ihre Familie an eine Verwechslung glaubt, möchte Zoe erfahren, was wirklich dahintersteckt. So durchforstet sie weiter die Zeitungen und entdeckt unter ähnlichen Fotos eine Frau, die vor Kurzem ermordet wurde... .
Claire Macintosh hat hier einen Thriller geschrieben, der zwar nicht durchgängig spannend ist, aber mich letztendlich durch seine Nähe an der Realität überzeugt hat. Im Mittelpunkt der Handlung steht Zoe Walker, eine ganz gewöhnliche Frau mittleren Alters, die sich nicht von anderen Menschen hervorhebt und auch anfangs nicht ahnt, dass sie sich durch ihre tägliche Routine angreifbar macht. Es wird sehr intensiv und ausführlich beschrieben, wie ihr Leben verläuft, was dass Buch an einigen Stellen etwas langatmig macht,
Neben Zoe tritt auch die Ermittlerin Kelly Swift in den Vordergrund. Sie ist zuerst die Einzige, die sich für Zoes Anliegen interessiert und auch einen Zusammenhang zwischen verschiedenen Fällen und den veröffentlichten Fotos in der Zeitung vermutet. Auch sie wirkt sehr authentisch, gerade weil sie eine Vorgeschichte hat und wohl auch gerade deshalb sehr hartnäckig an die Ermittlungen herangeht.
Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil, aber verliert sich manchmal in den Alltagsbeschreibungen ihrer Figuren. Allerdings baut sie nach und nach immer etwas mehr Spannung auf und hat mich mit einem Finale überrascht, welches ich so nicht erwartet hätte. Außerdem hat sie wirklich ein authentisches Szenario geschaffen, dass so wirklich passieren könnte.
Insgesamt hat mich ,,Alleine bist du nie" sehr gut unterhalten und kann das Buch jedem weiterempfehlen, der gerne einen realistischen Thriller 
liest, der auch ohne einen Mord nach dem anderen auskommt.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(32)

56 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

holocaust, vermissen, überleben, rückblic, biographie

Und du bist nicht zurückgekommen

Marceline Loridan-Ivens , Judith Perrignon ,
Fester Einband: 111 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 06.09.2015
ISBN 9783458176602
Genre: Biografien

Rezension:  
Tags: ausschwitz, holocaust, tod, überleben, vermissen   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

äffchen des kapitäns, krieg in usa, freibeuter, kuba, südstaatenlady

Der Korsar und das Mädchen

Elisabeth Büchle
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 16.01.2017
ISBN 9783957341884
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

14 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

pflege, mutter-sohn-beziehung, helfersyndro, not, krankheit

Muttermale

Arnon Grünberg , Andrea Kluitmann , Rainer Kersten
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 30.09.2016
ISBN 9783462049251
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Stirb ewig

Peter James
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 08.12.2016
ISBN 9783596297764
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

10 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

krimi

Der Psychologe

Gabriel Rolón , Peter Kultzen
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei btb, 12.12.2016
ISBN 9783442744565
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

psychatrie, wahnsinn, altenheim, england

Im Vollbesitz des eigenen Wahns

Hilary Mantel , Werner Löcher-Lawrence
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 15.08.2016
ISBN 9783832198329
Genre: Romane

Rezension:


Muriel Axon wird nach 10 Jahren aus einer psychiatrischen Anstalt entlassen und sucht nun nach den Menschen, die sie für ihre persönliche Misere verantwortlich macht. Als Putzhilfe schleicht sie sich in ihr Elternhaus ein, indem mittlerweile Familie Sydney lebt. Auch nimmt sie eine Stelle im Altenheim an, wo sie den Vater ihrer ehemaligen Sozialarbeiterin Isabel pflegt. Mit viel Gerissenheit gelingt es ihr, Schritt für Schritt ihre Umwelt ohne deren Wissen zu schikanieren und langsam, aber sicher in den Wahnsinn zu treiben... .
Hilary Mantel hat hier einen etwas bizzaren Roman geschrieben, der durch feine Spitzen und durch seinen schwarzen Humor überzeugt. Man bekommt hier einen besonderen Einblick in einen Teil der englischen Gesellschaft, der durch verschiedene Verstrickungen im eigenen Leben wie gefangen zu sein scheint und sich nicht mehr aus dem Trott lösen kann. 
Die Hauptfigur Muriel Axon erkennt die Schwächen ihrer Umgebung und nutzt diese geschickt aus. Es ist dabei sehr interessant zu beobachten, wie sie in ganz andere Rollen schlüpft und diese so perfekt ausfüllt, dass selbst Menschen, denen sie früher begegnet ist, sie gar nicht mehr wiedererkennen. Erstaunlich fand ich, wie präzise sie die Schwächen der anderen auslotet und den ihr stets entgegenkommenden Zufall nutzt, um ihre eigenen Pläne umzusetzen.
Da ich leider den Vorgängerband ,,Jeder Tag ist Muttertag" noch nicht gelesen habe, fand ich es sehr hilfreich, dass im Buch auch Muriels Geschichte vor und in der psychiatrischen Anstalt kurz wiedergegeben wird. So konnte ich etwas besser verstehen, warum Muriel so geworden ist und was sie bisher in ihrem Leben geprägt hat.
Geschildert wird die Handlung aus der dritten Person und dabei immer sehr schön beschrieben, wie die einzelnen Figuren denken, was sie sich wünschen und was sie wirklich fühlen. Obwohl der Roman ein bisschen trübsinnig angelegt und an einigen Stellen etwas langatmig ist, schafft Hilary Mantel doch immer wieder Momente, in denen man schmunzeln muss oder einfach nur erstaunt ist, wie sich die Dinge zusammenfügen und ein Gesamtbild ergeben, dass ich so nicht erwartet hätte. 
Insgesamt hat mich ,,Im Vollbesitz des eigenen Wahns" gut unterhalten und mich an vielen Stellen überrascht. Daher kann ich den Roman an alle weiterempfehlen, die gerne mal etwas Skurilles lesen und schwarzen Humor mögen. 

  (1)
Tags: altenheim, england, psychatrie, wahnsinn   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

41 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

historisch, dübell, fortsetzun, wirtschaft richard, luftfahrt

Der Jahrhunderttraum

Richard Dübell
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783548288277
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(31)

53 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

thriller, hamburg, mord, bernhard aichner, triologie

Totenrausch

Bernhard Aichner
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 09.01.2017
ISBN 9783442756377
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Als international gesuchte Mörderin braucht Brünhilde Blum schnellstmöglich neue Identitäten für sich und ihre beiden kleinen Töchter, um ganz neu anzufangen. Der Hamburger Zuhälter Egon Schiele kann sie ihr geben, doch der Preis ist dafür ist hoch. Sie muss ihm versprechen, einen Mord für ihn zu begehen... .
Dies ist der letzte Teil der ,,Totenfrau-Triologie", der sich wie seine Vorgänger um die Bestatterin Blum dreht. Der Autor Bernard Aichner baut von Anfang an eine Spannung auf, die die ganze Handlung über nicht abfällt und stattdessen stetig zunimmt. Allerdings ist das Buch nichts für schwache Nerven, da es sehr brutal darin zugeht.
Blum ist eine der außergewöhnlichsten Figuren, die mir je in einem Thriller begegnet sind. Sie ist eine Frau, die durch verschiedene Schicksalsschläge unberechenbar geworden ist und ihm wahrsten Sinne des Wortes für ihre Familie über Leichen geht. In diesem Band begegnet sie dem Zuhälter Schiele, der scheinbar die Oberhand über sie gewinnt und als Leserin war ich mir nie sicher, ob er Blum unterschätzt oder ob sie wirklich nicht mehr von ihm los kommt.
Eine der Besonderheiten an diesem Buch ist für mich der ungewöhnliche Schreibstil. Bernard Eichner benutzt kurze Sätze, die man schnell lesen kann und alleine dadurch schon das Erzähltempo angezogen wird. Man hat fast das Gefühl, durch die Seiten zu fliegen und mag kaum das Buch aus der Hand legen. Die Dialoge werden mit Spiegelstrichen dargestellt und werden so einerseits vom restlichen Text eindeutig hervor gehoben, aber wirken auch viel prägnanter. 
Selten habe ich einen so spannenden Thriller gelesen, der mich gut unterhalten hat und dessen Ende ich überhaupt nicht hätte vorhersagen können. Daher kann ich hier eine Empfehlung für Fans von Thriller eindeutig aussprechen.

  (13)
Tags: bestatter   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

joyce meyer

Spürst du Gott schon oder liest du noch die Bibel?: Neue Trends unter Evangelikalen

Thorsten Brenscheidt
E-Buch Text: 297 Seiten
Erschienen bei Lichtzeichen Verlag GmbH, 01.01.2014
ISBN 9783869549095
Genre: Sonstiges

Rezension:


In christlichen Kreisen wird häufig die Auffassung vertreten, dass es auch heute noch neue Offenbarungen von Gott außerhalb der Bibel gibt und man neben der persönlichen Stillen Zeit auch bestimmte sinnliche Erfahrungen im Glauben erleben kann. Doch stimmt dieser neue Trend überhaupt noch mit dem Wort Gottes überein? Und was ist mit Autoren und bekannten Fernsehpredigern wie Joyce Meyer und Rob Bell, die häufig mit dem Begriff des sogenannten ,,Wohlstandsevangelium" genannt werden? 
In diesem Buch setzt sich Thorsten Brenscheid mit aktuellen Trends aus der evangelikalen Welt auseinander und versucht dem Leser aufzuzeigen, dass vieles davon mit der Bibel nicht zu vereinbaren ist und oft sogar das Evangelium verdreht. Bereits am Anfang des Buches betont er, dass er den christlichen Glauben der von ihm zitierten Personen nicht in Fragen stellen möchte. Aus meiner Sicht gelingt ihm das nicht immer, aber er schreibt keineswegs bösartig über Anselm Grün, Joyce Meyer usw. Vielmehr lässt er die Leute selbst durch Zitate zu Wort kommen und zeigt dem Leser so, was diese konkret lehren. Mich hat beim lesen etwas gestört, dass man über viele Seiten hinweg oft einfach nur Zitate findet, die dann auch unkommentiert gelassen werden. An anderen stellt der Autor direkt das Wort Gottes gegen die jeweilige Aussage, was ich deutlich besser fand.
In vielen Kapiteln war ich persönlich richtig erschrocken, was manche Prediger in ihren Büchern und Vorträgen an andere weitergeben. 
Auch wenn ich nicht immer mit Thorsten Brendscheidts Ansichten einer Meinung bin, hat er mich doch neu wachgerüttelt und mich daran erinnert, dass man gerade bei christlicher Literatur und Verkündigung genau hinschauen und prüfen muss, ob es im Einklang mit Gottes Wort ist. 
Insgesamt gibt dieses Buch ein guten Überblick über viele neue Trend im christlichen Bereich und hat mir persönlich geholfen, vieles besser einschätzen zu können. Gerne empfehle ich dieses Buch weiter.

  (9)
Tags: joyce meyer   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

25 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

futuristisch, utopie, japan, kryonik, agenten

Welt ohne Morgen

Jack Soren
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 09.01.2017
ISBN 9783959670579
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Zwei Jahre, nachdem Jonathan und Lew unter dem Pseudonym ,,Der Monarch" einige schwierige Aufträge erledigt haben, geraten sie ins Visier eines mächtigen Feindes. Doch dann bekommen sie Hilfe von einer zwielichtigen Organisation, die ihnen und vor allen Lews Freundin und Jonathans Tochter Schutz anbietet. Die einzige Bedingung: Beide sollen wieder als ,,Der Monarch" zusammenarbeiten und auf einem gigantischen Schiff eines japanischen Konzerns einen Auftrag erledigen, der gefährlicher ist, als es anfangs scheint... .
Dies ist die Fortsetzung des Thrillers ,,Der Monarch", den ich zwar nicht gelesen habe, aber trotzdem gut in das Buch einsteigen konnte. Die Handlung ist fast die ganze Zeit über spannend und erinnerte mich manchmal an einen Agentenfilm, wo ständig etwas Unerwartetes passiert und man nicht absehen kann, wie die Figuren sich aus der jeweiligen Situation wieder lebendig hinaus manövrieren. Es gibt also viel Action und viele böse Gegenspieler, die dringend aufgehalten werden müssen.
Die Protagonisten Lew und Jonathan sind beide harte Kerle, die aber in ihrer Art sehr gegensätzlich sind. Jonathan ist jemand, der viel nachdenkt, Pläne schmiedet und besonnen vorgeht, während Lew sofort los schlägt und seine Gegner überrumpelt. Beide ergänzen sich perfekt.
Interessant sind auch viele der Nebenfiguren, wie eine böse alte Frau und ihre Enkelin und einen Mann, der für das Lösen von Rätseln bekannt ist.
Jack Soren schreibt flüssig und detailreich, gerade was technische Dinge belangt. Auch wenn ich vieles davon nicht richtig nachvollziehen konnte, hörte sich alles erschreckend logisch an, gerade was die Details zum Thema ,,Kryonik" betrifft.
Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten und bis auf wenige Längen war es die ganze Zeit über spannend. Gerne empfehle ich es hier weiter.

  (12)
Tags: agentenfilm, spannung   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(126)

167 Bibliotheken, 31 Leser, 0 Gruppen, 119 Rezensionen

liebe, rocky mountains, virginia fox, wilderer, independence

Rocky Mountain Lion

Virginia Fox
Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Dragonbooks, 02.12.2016
ISBN 9783906882048
Genre: Romane

Rezension:


Als Wilderer im Wildreservat von Independence im Bundesstaat Colorado rücksichtslos auf die Jagd nach wertvollen Fellen gehen, wird Archer vom FBI undercover in die amerikanische Kleinstadt geschickt. Dort trifft er auf der ,,Lone Wolf Ranch" die Ethologin Quinn, die anfangs von ihrem neuen, scheinbar sehr tollpatschigen Kollegen alles andere als begeistert ist. Doch als beide merken, dass sie auf der selben Seite stehen, ermitteln sie gemeinsam und geraten so ins Visier eines skrupellosen Wilderes, der über Leichen geht... .
Dies ist der neunte Band aus der Rocky Mountain Serie von Virginia Fox und der erste, den ich gelesen habe. Daher habe ich ein wenig Zeit gebraucht, um mich einzulesen und mich mit den Gegebenheiten und den vielen Figuren vertraut zu machen.
Die Handlung beginnt etwas Schleppend und erst nach und nach wird eine gewisse Spannung aufgebaut, die aber immer wieder zu schnell abfällt. Auch lässt sich vieles vorhersehen, wie zum Beispiel die Annäherung von Archer und Quinn. Ihre Liebesbeziehung hat aus meiner Sicht nicht Romantisches an sich, sondern besteht größtenteils nur aus ausgelebter Sexualität, die für meinen Geschmack viel zu detailliert beschrieben wird.
Die Protagonistin Quinn ist eine starke Frau, die ihre Arbeit wirklich liebt und der die Tiere richtig am Herzen liegen. Viele der Szenen werden aus ihrer Sicht geschildert, aber auch manchmal aus der Perspektive von Archer, der mir auch am Ende des Buches nicht sympatisch geworden ist. 
Den Schreibstil von Virgina Fox habe ich gerade am Anfang des Buches als sehr holprig empfunden. Dieses wurde aber im Verlauf der Handlung besser und mit den wunderschönen detaillreichen Beschreibungen der winterlichen Natur in Independence, konnte sie doch ihre Fähigkeiten zeigen. 
Insgesamt habe ich ,,Rocky Mountain Lion" als unübersichtlichen Roman mit vielen Längen empfunden. Mein Geschmack wurde leider nicht ganz getroffen. 

  (17)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

lennox, herrenhaus, ägypten, gesellschaftsroman, zweiter weltkrieg

Die Frau des Juweliers

Judith Lennox , Mechtild Sandberg
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 02.11.2016
ISBN 9783866122963
Genre: Historische Romane

Rezension:


Juliet nimmt den Heiratsantrag des Juweliers Henry Winterton an und zieht mit ihm nach England in das Herrenhaus Mash Court. Zu spät merkt sie, dass die übereilte Eheschließung ein großer Fehler war und sucht Trost in einer Affäre. Doch es warten weitere Schwierigkeiten auf sie: Der zweite Weltkrieg bricht aus und in ihrer Familie gibt es immer mehr Zerwürfnisse... .
Judith Lennox ist es mit ihrem neuen Roman gelungen, einen wirklich spannenden Familienepos zu schreiben. Zu Anfang musste ich mich erst einlesen, aber dann mochte ich mich kaum mehr von dem Buch trennen und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Die Figuren lernt man im Laufe der Handlung richtig gut kennen. Juliet, die Hauptfigur war mir am Anfang nicht sehr sympatisch und wirkte etwas farblos, aber dann entwickelt sie sich vom jungen, naiven Mädchen zu einer starken Frau, die auch Ecken und Kanten hat. Mir hat gefallen, dass die Geschichte nicht nur aus ihrer Sicht erzählt wird, sondern auch aus anderen Perspektiven, so dass man ein lebendigeres Bild von der Familie und ihren Bekannten bekommt. Man freut sich mit ihnen, aber leidet auch richtig mit.
Frau Lennox schreibt gut lesbar und hat es immer  wieder geschafft, mich als Leserin zu überraschen. Nur wenige Dinge waren absehbar, aber andere hätte ich so nicht erwartet. Was mir zu sehr in dern Hintergrund gerückt wurde, ist die politische und gesellschaftliche Situation in der Zeit von 1938 bis 1966, in der der Roman spielt. Der zweite Weltkrieg wird zwar thematisiert, aber andere Veränderungen nur ganz selten erwähnt.
Insgesamt hat mich ,,Die Frau des Juweliers" sehr gut unterhalten und mir viele schöne Lesestunden beschert. Ich kann daher das Buch weiterempfehlen.

  (15)
Tags: ägypten, england, gesellschaftsroman, herrenhaus, zweiter weltkrieg   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

alpaka, couchsurfing, südamerika, trampen

Per Anhalter durch Südamerika

Morten Hübbe , Rochssare Neromand-Soma
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.11.2016
ISBN 9783492406116
Genre: Sachbücher

Rezension:


Morton und Rochssare bereisen zwei Jahre lang ganz Südamerika. Dabei erleben sie nicht nur den äußerst vielfältigen Kontinent hautnah, sondern lernen durch trampen und durch couchsurfing viele neue Menschen kennen. In diesem Buch erzählen sie von spannenden Begegnungen und Abenteuern und nehmen den Leser mit auf ihre Reise durch Südamerika.
Dies ist ein wunderbarer  Reisebericht, der einen guten Eindruck davon vermittelt, was man in den einzelnen südamerikanischen Ländern alles erleben kann. Morton und Rochssare besuchen aber nicht nur berühmte Ziele wie Maccu Piccu und die Copacabana in Rio de Janeiro, sondern begeben sich auch jenseits der üblichen Touristenpfade in Gegenden, wo man wirklich sieht, wie die Menschen leben. 
Besonders interessant zu lesen waren für mich aber auch die Erlebnisse der beiden beim Trampen und beim Courchsurfing. Sie treffen so an den merkwürdigsten Orten immer wieder auf nette und manchmal etwas verschrobene Menschen, die bereits sind, sie aufzunehmen. Es wird aber auch nicht verschwiegen, dass diese Art des Reisens ganz schön nervenzerrend sein kann und kaum planbar ist.
Das Buch lässt sich gut lesen und es gelingt den beiden, ihre Eindrücke sehr anschaulich wiederzugeben. Auch der Farbfototeil in der Mitte hat mir sehr gut gefallen und ich habe öfters beim Lesen dorthin geblättert. Manchmal hat mich irritiert, dass der Reisebericht mal in der Wir - Form
und mal in der Ich - Form geschrieben ist. Ich denke, es hätte mir geholfen, wenn man am Anfang jeden Kapitels erfahren hätte, wer von Morton und Rochssare jetzt erzählt.
Insgesamt macht ,,Per Anhalter durch Südamerika" Lust, selbst einmal nach Südamerika zu reisen. Einen guten ersten Eindruck bekommt man jedenfalls durch dieses Buch.

  (19)
Tags: alpaka, couchsurfing, südamerika, trampen   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

42 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

usa, maine, krimi, winter, mord

Das Kind im Wald

Sarah Graves , Christiane Winkler
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diana, 11.10.2016
ISBN 9783453358720
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die Ermittlerin Lizzie Snow ist schon lange auf der Suche nach ihrer verschwundenen Nichte Nicki. Als sie erfährt, dass das Mädchen in Maine angeblich gesehen worden ist, gibt sie kurzerhand ihren Job als Mordermittlerin in Boston auf und nimmt eine Stelle in der Kleinstadt Bearkill an. Dort hat der Sheriff einen besonderen Auftrag für sie: Nachdem mehrere Polizisten scheinbar durch Selbstmord oder einen Unfall ums Leben gekommen sind, soll sie herausfinden, ob es sich nicht doch um Mord handelt... .
Bei ,,Das Kind im Wald" handelt es sich um den ersten Fall von Lizzie Snow, einer taffen Ermittlerin mit Herz. Der Autorin Sarah Graves gelingt es, von Anfang an eine konstante Spannung aufzubauen, die nicht abbricht, aber sich gerade zum Ende hin rasant steigert. Mir hat besonders gefallen, dass es mehrere Handlungsstränge gibt, die nach und nach immer mehr miteinander verwoben werden. So führt Lizzie nicht nur Nachforschungen zu den toten Polizisten durch, sondern versucht auch ihre Nichte aufzuspüren. Gleichzeitig gibt sie handwerkliche Arbeiten an einen Jugendlichen namens Knolle ab, der auch noch eine andere Sicht auf die Geschehnisse ermöglicht.
Lizzie ist zwar eine gute Ermittlerin, aber über ihr Leben vor Bearkill erfährt man kaum etwas. Mir fehlte eine Episode ihrer Vergangenheit, in der es nicht nur um ihre gescheiterten Beziehungen ging.
Die Autorin Sarah Graves schafft es, mit vielen detaillierten Beschreibungen, den Leser wirklich in die Kleinstadt Bearkill und in die winterliche Gegend von Maine mitzunehmen. Meistens konnte ich mir alles gut vorstellen, bis auf das Finale, welches zwar richtig spannend war, aber ich dort doch etwas den Überblick verloren habe. 
Insgesamt kann ich sagen, dass mich ,,Das Kind im Wald" sehr gut unterhalten hat und ich die ganze Zeit über gespannt war, wie die einzelnen Fälle aufgelöst werden und miteinander im Zusammenhang stehen. Gerne empfehle ich das Buch weiter und hoffe, dass der Nachfolgeband bald erscheint.

  (21)
Tags: bearkill, entführung, maine, mord   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(70)

126 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

italien, liebe, münchen, autofahrt, roadtrip

Aussicht auf Sternschnuppen

Katrin Koppold , , ,
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 31.07.2015
ISBN 9783499269851
Genre: Liebesromane

Rezension:  
Tags: autofahrt, italien, liebe   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(100)

172 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 86 Rezensionen

cornwall, weihnachten, thriller, stiefmutter, minen

Stiefkind

S. K. Tremayne , Susanne Wallbaum
Flexibler Einband
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2016
ISBN 9783426516621
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Nachdem Rachel den Witwer David Kerthen geheiratet hat, zieht sie mit ihm auf sein Familienanwesen an die Küste von Cornwall. Die Gegend dort ist geprägt durch verschiedene Minen und den Abbau von Bodenschätzen, durch die die Kerthens im Laufe der Zeit viel Wohlstand aufgebaut haben. Rachel bemüht sich sehr um ihren Stiefsohn Jamie, doch das Kind ist seit dem tragischen Tod seiner Mutter stark traumatisiert und verhält sich äußerst merkwürdig. Und dann macht er eine äußerst verstörende Prophezeiung: Weihnachten wird Rachel sterben und seine richtige Mami kommt zurück... .
Bereits zu Beginn des Buches wird eine etwas unheimliche Stimmung durch das Setting geschaffen, zum Beispiel durch das düstere Herrenhaus mit seinen riesigen alten Zimmern und die Morvellan Mine, deren Gänge bis unter das Meer reichen sollen. Doch eine richtige Gruselspannung wird erst nach und nach aufgebaut, nachdem Rachel einige Ungereimtheiten bezüglich des Unfalls von Davids Frau entdeckt.
Rachel ist zwar keine Sympathieträgerin, aber ich fand es schon sehr schön, dass sie sich sehr um ihren Stiefsohn bemüht und ihm wirklich eine gute Mutter sein will. Die meiste Zeit wird die aus ihrer Sicht geschildert, aber ab und zu auch aus der ihres Ehemanns David. Dieser scheint von Anfang an unehrlich zu sein, aber er entwickelt sich im Buch doch anders, als ich erwartet hätte.
Generell hat die Handlung mir gefallen, aber ich hätte mir einfach viel mehr Spannung, gerade zum Ende hin gewünscht. Obwohl der Autor Tremayne einen flüssigen und gut lesbaren Schreibstil hat und alles gut beschreibt, verschenkt er aus meiner Sicht viel Potenzial, dass diese Geschichte eigentlich gehabt hätte. Der Schluss hat mich zwar überrascht und war auch plausibel, aber letztendlich war ich damit nicht ganz zufrieden.
,,Stiefkind" ist für mich ein solider Thriller, der mich gut unterhalten hat, aber mehr Spannung verspricht, als wirklich vorhanden ist.

  (20)
Tags: cornwall, grusel, herrenhaus, legende, meer, mine, unheimlich   (7)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

krisenintervention, tod, kriseninterventionsteam (kit), schock, krise

Erste Hilfe für die Seele

Angélique Mundt
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei btb, 11.10.2016
ISBN 9783442714742
Genre: Sachbücher

Rezension:


Angelique Mundt arbeitet ehrenamtlich im Kriseninterventionsteam (KIT) in Hamburg mit. Immer dann, wenn Angehörigen eine schwere Nachricht wie der Tod eines nahen Angehörigen überbracht werden muss oder Menschen in einer anderen schweren Situation Unterstützung und Beistand benötigen, wird sie oder jemand ihrer Kollegen angerufen. In diesem Buch gibt sie einen Einblick in die Arbeit des KIT und erzählt von vielen Einsätzen.
Das Buch hat mich vielen Stellen sehr berührt und viele der geschilderten Einsätze sind mir nach dem Lesen noch in Erinnerung geblieben. Man fühlt richtig mit den Betroffenen mit, die von von einem Moment auf den anderen einen lieben Menschen verloren haben. Wie gut, dass es das KIT und Menschen wie Frau Mundt gibt, die in solchen Situationen trösten, stützen und Halt geben. Mich hat beeindruckt, mit viel Wärme und Nächstenliebe Kraft gespendet und dabei auch jede Art zu trauern respektiert wird, solange sich niemand selbst verletzt. 
Für mich konnte ich eine ganze Menge aus dem Buch mitnehmen. Auch wenn nicht jeder für die Arbeit im KIT geschaffen ist, kann man doch auf Menschen in seiner Umgebung, die gerade Schlimmes erlebt haben, zugehen und einfach trösten. Dabei ist gar nicht entscheidend, was oder ob man überhaupt etwas sagt, sondern dass man einfach da ist und Anteil nimmt.
Interessant fand ich auch die vielen Exkurse im Buch. So erfährt zum Beispiel viel darüber, wie Kinder mit dem Tod umgehen und was sie in welchem Alter davon begreifen können. Das ist manchmal mehr als man denkt. Auch das Tabuthema in der Gesellschaft Selbstmord wird nicht ausgespart.
Frau Mundt gelingt es, die Erlebnisse so zu schildern, so dass man als Leser fast glaubt, man wäre dabei gewesen. Sie beschönigt und verharmlost nichts, sondern zeigt die ganze Härte des Leids. 
,,Erste Hilfe für die Seele" hat mich beeindruckt. Daher kann ich das Buch an alle weiterempfehlen, die sich für die Arbeit des KIT interessieren und einen echten Einblick bekommen möchten.

  (7)
Tags: ehrenamt, hilfe, krise, notfall, unfall, verlust   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(71)

150 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

ballett, russland, roman, tanz, london

Die Schwester des Tänzers

Eva Stachniak , Peter Knecht
Flexibler Einband: 570 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 29.10.2016
ISBN 9783458361787
Genre: Historische Romane

Rezension:


Bronislawa und Waslaw Nijinsky entstammen einer Tänzerfamilie, die ihre Kinder schon früh auf auf das Leben als Balletttänzer vorbereitet. In St. Petersburg an der kaiserlichen Balletschule ausgebildet, beginnen beide eine große Karriere an verschiedenen Theatern in ganz Europa. Doch Bronja steht dabei immer im Schatten ihres großen Bruders, bis sie selbst ihre eigene Tanzkunst entwickelt... .
Die Autorin Eva Stachniak hat sich in ihrem neuen Roman der Familie Nijinsky und somit auch der Welt des Tanzes gewidmet. Aus der Sicht von Bronja erzählt sie, wie hart diese für ihren eigenen Erfolg kämpfen muss und das in einer Zeit, in der der erste Weltkrieg ausbricht und durch die Revolution, die Zarenfamilie abgesetzt und ermordet wird. 
Bronja ist eine Figur, die sehr viel Ehrgeiz besitzt und viele Träume verwirklichen möchte. Da auch ihre Gedanken geschildert werden, merkt man als Leser schnell, dass sie innerlich zerrissen ist und gerade im letzten Drittel des Buches mit ihren Problemen kaum mehr fertig wird. An manchen Stellen war sie mir sympatisch, aber so richtig mit gelitten und mit gebangt habe ich nicht mit ihr. Beeindruckt hat mich nur, dass sie sich immer mehr freigestrampelt hat und ihre eigenen Kunst entwickelt.
Was sehr intensiv beschrieben wird, ist die Welt des Balletts. Man erfährt viel über das harte Training, bei dem am Ende sogar die Füße bluten und über den Konkurrenzkampf und den Neid in den verschiedenen Ensembles. Auch bestimmte Chorographien werden genau beschrieben, aber dennoch konnte ich sie mir nicht genau vorstellen. Häufig sind gerade die Partien, in denen es um das Ballet ging, etwas langatmig. Dagegen wurde die politische Situation immer nur am Rande erwähnt und nicht genau beschrieben. 
Frau Stachniak schreibt sehr detailliert, aber oft zu ausführlich. Was ihr aber gelingt, ist das Ballett sehr präsent und lebendig zu machen und gerade den Übergang vom klassischen bis zu einem modernen Stil darzustellen. 
Mir persönlich hat das Buch letztendlich gut gefallen, aber es war für mich kein Werk, welches man nicht mehr aus der Hand legen will. Auf jeden Fall ist es sicherlich sehr lesenswert für alle, die sich für Russland und gerade für das Thema Tanz begeistern können.

  (7)
Tags: ballett, ehekrise, russland, tanz, training   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

21 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

kaukasus, moscheen, moskau, heirat, hass

Eine Liebe im Kaukasus

Alissa Ganijewa , Christiane Körner
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 08.08.2016
ISBN 9783518425541
Genre: Romane

Rezension:


Patja hat ein Jahr in Moskau gelebt und kehrt nun in ihre sehr traditionelle Heimat nach Dagestan zurück. In ihrem kleinen Dorf wird sie mit ihren 25 Jahren fast schon als alte Jungfer angesehen und soll daher schnellst möglichst verheiratet werden. Ähnlich geht es Marat, einem jungen Anwalt, für den Eltern bereits sogar schon einen Raum für die Hochzeit fest gebucht haben, obwohl die richtige Braut noch nicht gefunden ist. Beide werden  vielen jungen Leuten vorgestellt, bis sie sich zufällig über den Weg laufen und ineinander verlieben... .
Alissa Ganijewa hat mich mit ihrem Roman in eine ganze andere Gesellschaft mitgenommen, in der Traditionen noch einen großen Stellenwert im Alltag einnehmen und es noch sehr wichtig ist, bis zu einem bestimmten Alter verheiratet zu sein. Man erlebt mit, welche skurillen Formen die Partnersuche annehmen kann, aber auch wie sich im Dorf die Angst vor sogenannten ,,Waldbrüdern" breitmacht, von denen man einen religiös motivierten Terroranschlag befürchtet. 
Aus der Sicht von Patja und Marat erlebt man den Zwiespalt mit, in dem sich gerade junge Menschen im Ort befinden. Sie sind gebildet und man merkt an vielen Stellen, dass sie auch eine viel differenziertere Sicht auf bestimmte Geschehnisse haben wie zum Beispiel die Festnahme von Halibek, einem mehr oder weniger angesehenen und sehr einflussreichen Mann in der Gegend. Dennoch wollen sie es ihren Eltern und der Verwandschaft gerne recht machen und sehen keinesfalls auf die alten Bräuche im Dorf herab.
Während Marat nur vielen geeigneten Bräuten seine Aufwartung machen muss, hat es Patja schon schwerer. Sie hat von Moskau aus über Facebook mit einem jungen Mann namens Timur Nachrichten ausgetauscht, aber wird ihn zu Hause nicht mehr los. Seine Nachstellungen und seine aufdringlichen Versuche Patja zu heiraten, bergen manchmal eine gewisse Komik.
Die Autorin Alissa Ganijewa schreibt stets gut lesbar und ermöglicht dem Leser einen Einblick in die Gesellschaft am Kaspischen Meer. Mit ein Wenig Ironie, aber ohne jegliche Respektlosigkeit schildert sie das Aufeinandertreffen von Tradition und Moderne. 
Sehr nützlich fand ich auch das Glossar am Ende des Buches, wo bestimmte Ausdrücke gut erklärt werden. Auch der Übersetzerkommentar von Christiane Körner hat mir noch mehr Informationen geliefert und mir geholfen, das Gelesene besser einzuordnen. 
Insgesamt hat mir ,,Eine Liebe im Kaukasus" sehr gut gefallen und mich häufig zum Schmunzeln gebracht. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

  (22)
Tags: hochzeit, kaukasus, liebe, russland   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

39 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

australien, waisenhaus, amerika, liebe, hass

Das Land der roten Sonne

Harmony Verna , Marie Rahn
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 17.10.2016
ISBN 9783352008887
Genre: Historische Romane

Rezension:

Australien 1898: Ein Mann setzt seine kleine Tochter mitten in der Wildnis aus. Nur durch Zufall kann Leonora rechtzeitig gerettet werden und kommt in ein Waisenhaus, wo sie auf den Jungen James trifft. Die beiden freunden sich an, doch schon bald wird Leonora adoptiert und wächst fortan in Amerika auf, während James von Verwandten aufgenommen wird. Es soll noch Jahre dauern, bis die beiden wieder aufeinander treffen... .
Die Autorin Harmony Verna hat hier einen wunderbaren Roman geschrieben, den ich jedoch manchmal als ein wenig langatmig empfunden habe. Zwischendurch kommt zwar etwas Spannung auf, die aber nie lange aufrecht erhalten wird.
Die beiden Protagonisten Leonora und James werden in der gesamten Handlung immer wieder mit schwierigen und leidvollen Situationen konfrontiert. Trotzdem merkt man bei beiden keine Verbitterung, sondern sie entwickeln sich weiter und kommen mit schwierigen Herausforderungen immer besser zurecht. Als Leserin habe ich mit beiden mitgelitten, gerade weil sich das Schicksal scheinbar immer gegen sie wendet. 
Auch einige der Nebenfiguren sind mir gut in Erinnerung geblieben. Am meisten Ghan, der die kleine Leonora rettet und Pater McIntyre, der sich liebevoll um die vielen Kinder im Waisenhaus kümmert und wirklich für sie einsteht.
Harmony Verna schafft es, den Leser bereits am Anfang des Buches mit nach Australien zu nehmen. Sie beschreibt die Landschaft, aber verschweigt auch nicht das Leid der Minenarbeiter, die sich fast zu Tode schuften. Ihr Schreibstil ist flüssig und gut lesbar, aber sie verliert sich manchmal in bestimmten Szenen und Ereignissen, die sie künstlich in die Länge zieht.
Insgesamt hat mich ,,Das Land der roten Sonne" gut unterhalten und ich kann es daher weiterempfehlen.

  (29)
Tags: australien, waisenhaus   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(138)

407 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 93 Rezensionen

märchen, winter, katharina seck, schnee, fantasy

Die silberne Königin

Katharina Seck
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.10.2016
ISBN 9783404208623
Genre: Fantasy

Rezension:


Schon seit langer Zeit befindet sich die Stadt Silberglanz in einer Welt voller Eis und Schnee. Die Bevölkerung leidet unter der ständigen Kälte und führt ein hartes und entbehrungsreiches Leben. Mitten in der Stadt befindet sich die Chocolaterie von Madame Weltfremd, die neben den vielen Köstlichkeiten auch für das Geschichten erzählen bekannt ist. Als sie eine neue Stelle ausschreibt, bewirbt sich die 24-jährige Emma, die von nun in der Küche mitarbeiten darf. Doch dann beginnt die Madame, Abend für Abend ein Märchen über eine silberne Königin zu erzählen, wobei immer mehr Parallelen zum Leben von Emma sichtbar werden... .
Von Anfang an ist es der Autorin Katharina Seck gelungen, mich in die eisige Welt von Silberglanz mitzunehmen. Besonders gut hat mir dabei gefallen, dass mitten in der Geschichte durch die Erzählung des Märchens über die silberne Königin eine Metaebene aufgemacht wird, die so noch einen weiteren Raum zur Interpretation der Handlung bietet. Da man als Leser nicht mehr weiß als Emma selbst, kann man genau wie sie über die Erzählung nachdenken und sie weiterspinnen.
Erzählt wird die Geschichte aus der dritten Person, wobei meistens Emma im Fokus der Handlung steht. Sie ist eine sympatische junge Frau, die im Verlauf des Buches sehr viel Mut und innere Stärke beweist. Während des Lesens ist sie mir schon ans Herz gewachsen. Auch die Nebenfigur Ophelia, die mit in der Chocolaterie arbeitet, mochte ich sehr gerne. Mit ihrer Fröhlichkeit und ihrer besonderen Art bringt sie etwas Schwung in die Geschichte. Leider sind sie und auch Madame Weltfremd ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr präsent und tauchen nur noch am Rande auf. In dieser Zeit dreht sich das Geschehen mehr um Emma und um Caspar, den Herrscher von Glanzvoll.
Generell kann man über die Figuren sagen, dass sie alle glaubhaft wirken und keine Klischee-Märchenfiguren sind. So gibt es nicht nur böse und gute Personen, sondern alle haben eine Vergangenheit, die sie geprägt hat.
Frau Seck gelingt es, durch die vielen Beschreibungen von Silberglanz, aber auch durch die Darstellung der Kälte, die fast spürbar wird, eine glaubhafte Welt zu schaffen. Auch wenn man eindeutige Bezüge zu ,,Tausend und eine Nacht" erkennen kann, hat sie daraus doch etwas ganz eigenes und neues geschaffen. Mich hat die Handlung vom Anfang bis zum Ende begeistert und teilweise fiel es mir schwer, dass Buch wegzulegen.
Bis auf ein paar Kleinigkeiten hat mir ,,Die silberne Königin" sehr gut gefallen und ich empfehle das Buch gerne weiter.

  (31)
Tags: eis und schnee, märchen   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(39)

55 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

münchen, krimi, historischer krimi, mord, 20er jahre

Wintergewitter

Angelika Felenda
Flexibler Einband: 438 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 29.10.2016
ISBN 9783518467190
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


München 1920: Als zwei junge Frauen aus dem Schauspielermilieu tot aufgefunden werden und die Spuren auf Mord hindeuten, beginnt Kommissar Reitmeyer zu ermitteln. Doch umso tiefer er gräbt, umso mehr zeigt sich, dass der Fall auch politisch äußerst brisant ist. Währenddessen ist die junge Berlinerin Gerti Blumenfeld in München angekommen und sucht nach ihrer verschwundenen Schwester. Auch sie stellt unangenehme Fragen und gerät in Gefahr... .
Mit diesem Kriminalroman entführt die Autorin Angelika Felenda ihre Leser in die zwanziger Jahre und beschreibt neben einem verzwickten Mordfall auch die Situation der Münchener Bevölkerung, die noch stark unter den Folgen des ersten Weltkriegs zu leiden hat. So erlebt man mit, wie schwierig es für die einfachen Leute ist, genügend Nahrungsmittel zu erhalten und eine Wohnung zu bekommen. Auch wird ganz nebenbei vermittelt, wie rechte Kräfte langsam erstarken und immer mehr Zulauf aus allen Gesellschaftsschichten verzeichnen können.
Kommissar Reitmeyer ist ein sympatischer Ermittler, der selbst im ersten Weltkrieg gedient und dieses Trauma noch nicht richtig verarbeitet hat. Oftmals ohne den Rückhalt seiner Vorgesetzten geht er unkonventionelle Wege, um den Täter dingfest zu machen. Unterstützt wird er jedoch vom Polizeischüler Rattler, der auch gerne versteckt ermittelt und von seinem Kollegen Steiger.
Frau Felenda hat einen guten und sehr detailreichen Schreibstil. Gekonnt verknüpft sie die beiden Handlungsstränge um Gerti Blumfeld und Kommissar Reitmeyer, aber bestimmte Zusammenhänge stellt sie sehr kompliziert und schwer nachvollziehbar dar. Die Mordermittlungen verlaufen zwar mit einer gewissen Grundspannung, aber ich hätte mir gerade im Finale noch mehr davon erwartet.
Dieser Krimi mit historischem Hintergrund hat mich auf jeden Fall gut unterhalten und durch viele verschiedene Fährten war es bis zum Ende kaum durchschaubar, wer der Täter ist.
Gerne empfehle ich dieses Buch weiter.

  (24)
Tags: mord, münchen   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

17 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

ungarn, politik, orbán, victor orbán, budapest

Orbáns Ungarn

Paul Lendvai
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Kremayr & Scheriau, 01.10.2016
ISBN 9783218010382
Genre: Biografien

Rezension:


Der ungarische Ministerpräsident Victor Orban ist einer der umstrittensten Politiker in Europa. Doch wie begann seine politische Karriere und wie ist es ihm gelungen, in seinem Heimatland immer mehr an Einfluss zu gewinnen? In dieser Biographie betrachtet der Osteuropa-Experte Paul Lendvai 
den Politiker, in den viele Menschen große Hoffnungen setzten, ganz genau und versucht, Orbans Entwicklungen von seiner Kindheit an bis heute nachvollziehbar und transparent zu machen.
Mich hat dieses Buch angesprochen, da ich bisher nur wenig über die Person Orban und über die genauen Entwicklungen in Ungarn wusste. Daher war für mich sehr hilfreich, dass der Autor wirklich von Anfang an die Ausgangslage erklärt und wie der junge Orban überhaupt als Anfänger politisch so erfolgreich werden konnte. Dabei sind seine Informationen oft aus erster Hand, da er selbst dem Ministerpräsidenten begegnet und sozusagen Zeitzeuge der politischen Entwicklung Ungarns ist.
Die Biographie lässt sich ohne viel Vorwissen sehr gut lesen und man bekommt eine kompetente Einschätzung und Meinung eines Experten.
Mir persönlich hat diese Biographie viel Neues vermittelt, weshalb ich jedem, der sich politisch über die Situation in Ungarn informieren möchte, das Buch weiterempfehlen kann.

  (16)
Tags: orban, politik, ungarn   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

63 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

china, historisch, automatenbauer, kaiser, kaiserlicher hof

Cox

Christoph Ransmayr
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 27.10.2016
ISBN 9783100829511
Genre: Romane

Rezension:


Cox, der wohl beste Uhrmacher und Automatenbauer seiner Zeit, wird nach China beordert. Dort beauftragt Kaiser Qianlong ihn und seine Gefährten, außergewöhnliche Uhren zu erschaffen, an denen unterschiedliche Geschwindigkeiten verschiedener Zeiten ablesbar sein sollen. Ausgestattet mit den wertvollsten Materialien machen sich die Engländer an das Werk.Doch dann fordert der Kaiser das Unmögliche: Eine Uhr, die selbst die Ewigkeit misst und auch noch existiert, wenn alles vorüber ist... .
Dieses Buch entführt den Leser von Anfang an in eine andere Zeit und in eine Welt, die der unseren gleicht, aber doch sehr exotisch und phantastisch gestaltet ist. In Ransmayrs China liegen Überfluss und Mangel haarscharf nebeneinander. Während die Begünstigten des Kaisers in Sänften getragen werden, müssen niedere Sklaven Bequemlichkeiten wie diese ermöglichen. 
Der Kaiser selbst wirkt anfangs unnahbar und wenig greifbar für den Leser. Er wird wie ein göttliches Wesen verehrt und niemand darf ihn und seine Entscheidungen in Frage stellen. Doch etwas lässt ihn nach und nach doch noch menschlich wirken: Er vertieft sich wie ein Kind in die seltsamen und phantastischen Apparate der Uhrmacher und scheint an ganz normalen Dingen wie dem Spaziergang im Schnee mit einer Frau Gefallen zu finden.
Cox dagegen ist eine Figur, die einerseits mit handwerklichem Geschick beeindruckt, aber andererseits in ihrem Schmerz gefangen zu sein scheint. Man merkt, wie er im Verlauf der Handlung immer mehr die Gesellschaft und ihren Kaiser versteht und langsam zu realisieren beginnt, wie nah dort Gunst und Missgunst beieinander liegen und wie schnell sich das Wohlwollen des absoluten Herrschers, dem man nicht einmal ungestraft in die Augen sehen darf, wandeln kann.
Das große Thema Zeit findet sich auf allen Ebenen der Handlung wieder und ist nicht nur auf die Uhren und deren Lauf beschränkt. Zeit wird auch als etwas Individuelles definiert. Es kommt immer auf den Betrachter an, der ihre Geschwindigkeit je nach Anlass ganz anders wahrnimmt.
Die Chronologie wird  immer wieder durch die Erinnerungen von Cox durchbrochen, der an die gemeinsame Zeit mit seine Frau und seiner verstorbenen Tochter in England zurück denkt und dieses Zeitgefühl mit in seine Gegenwart und in seine Arbeit hinein nimmt.
Mit der selben Präzision, mit der die Uhrmacher jede Kleinigkeit an ihren Werken ausarbeiten und veredeln, erzählt Ransmayr die Gegebenheiten in der verbotenen Stadt, die Arbeit an den verschiedenen Uhren und Automaten und um den Kaiser selbst. Als Leser bekommt man eine gute Vorstellung von allem und kann sich kaum von der Handlung lösen, weil man wissen möchte, wie die nächste komplizierte Aufgabe von den Engländern gelöst wird. An manchen Stellen wird die sonst sehr feine und poetische Sprache durch eine doch etwas derbe Umgangssprache ersetzt. Dieses Verfahren ist an den jeweiligen Punkten aber durchaus passend gewählt.
Insgesamt ist ,,Cox oder Der Lauf der Zeit" ein gelungener und auch unterhaltsamer Roman der Gegenwartsliteratur, indem Ransmayr sein ganzes Können abruft und den Leser mit einer wunderbaren Handlung begeistert.

  (14)
Tags: china, gegenwartsliteratur, kaiser   (3)
 
415 Ergebnisse