Leserpreis 2018

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 3 Rezensionen

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Lady Chatterley

D. H. Lawrence , Tom Roberts
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Anaconda Verlag, 31.07.2009
ISBN 9783866473751
Genre: Klassiker

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0 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Graue Nächte

Arnaldur Indriðason , Anika Wolff
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2018
ISBN 9783785726297
Genre: Krimi und Thriller

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170 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

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Totenstille im Watt

Klaus-Peter Wolf
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.06.2017
ISBN 9783596297641
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Ostfriesland-Krimi, der so ganz anders war, als ich erwartet hatte. Diese Geschichte wird nämlich aus der Perspektive des Täters erzählt. Dies ist einerseits sehr ungewohnt, macht aber auch einen besonderen Reiz aus. Die Gedankengänge eines Mörders und Psychopathen, erzählt mit viel schwarzem Humor, sind allemal die Lektüre wert.

 

Dr. Sommerfeldt ist ein falscher Arzt mit neuer Identität, der sich nicht nur um die medizinische Versorgung des kleinen Touristenortes an der Ostsee kümmert, sondern sich gerne auch um die Beseitigung von gewalttätigen Ehemännern kümmert. ..

 

Ein ungewöhnlicher Plot, erzählt aus einer besonderen Sichtweise mit erfrischend deutlicher Ausdrucksweise.

Trotzdem, so wirklich identifizieren kann man sich mit diesem Protagonisten nicht. Und so bin ich auch mit der ganzen Geschichte nicht so wirklich warm geworden. Einige Redewendungen erschienen mir arg platt und bemüht, abgedroschen. 

 

Diesen Krimi würde ich nicht unbedingt als solchen bezeichnen, Spannung fehlt hier nämlich fast komplett. Vielmehr handelt es sich hierbei um das Psychogramm eines Mörders. Und als solches finde ich es durchaus gelungen.

 

 

 

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28 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

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Kriegslicht

Michael Ondaatje , Anna Leube
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 11.08.2018
ISBN 9783446259997
Genre: Romane

Rezension:

Michael Ondaatje - Kriegslicht

 

Nachdem ich erst vor etwa einem Jahr „Der englische Patient“ gelesen habe, welcher mir hervorragend gefallen hat, war dieser neue Roman von Ondaatje für mich ein absolutes Muss. Unerwarteter Weise hab ich mich mit diesem Werk relativ schwer getan. Ich glaube fest, dass dies ein sehr gutes Buch ist, einige Passagen haben mir auch sehr gefallen. Trotzdem konnte mich die Geschichte im Ganzen einfach nicht wirklich und vor allem nicht über einen längeren Zeitraum fesseln. Vermutlich kam es für mich einfach nicht zur richtigen Zeit, um mich vollständig darauf einlassen zu können. Sehr schade, denn die Erwartungen waren hoch.

 

Konkret geht es um die Geschwister Nathaniel und Rachel, die kurz nach dem Krieg von ihren Eltern in London zurückgelassen werden. In der Obhut eines geheimnisvollen Mannes, Falter genannt. Jahre später kommt die Mutter zurück, ohne den Vater und ohne eine befriedigende Erklärung. Für ihre Kinder bleibt sie fortan eine Fremde.

Viele Jahre später, nach dem Tod der Mutter, beginnt Nathaniel nachzuforschen, was damals wirklich geschehen ist und welche Rolle sie damals im Kalten Krieg einnahm.

 

Die Geschichte ist zweigeteilt. Während der erste Teil die Gefühlswelt und das Unverständnis der zurückgebliebenen Kinder behandelt, geht es im weiteren Verlauf um die Nachforschungen des erwachsenen Nathaniel, der Stück für Stück die Geschichte seiner Mutter aufdeckt, deren selbstloses Handeln von Liebe und Krieg geprägt war, die dadurch dennoch ihre Familie zerstört hat, und das Leben ihrer Kinder bis weit ins Erwachsenenleben hinein beeinflusst hat. Beinahe erscheint es dem Leser wie eine Flucht, die sie ihren Kindern unwiderruflich entfremdet.

 

"Man kehrt zu dieser früheren Zeit zurück, ausgerüstet mit der Gegenwart,  und einerlei, wie dunkel diese Welt war, will man sie doch erhellen. Das eigene erwachsene Selbst nimmt man mit. Man erlebt das Vergangene nicht von neuem, sondern ist erneut Beobachter." Seite 133

 

Auch wenn der Roman durchaus vielversprechend beginnt, verliert er sich doch immer wieder in Nebensächlichkeiten und Abschweifungen. So erfordert er sehr viel Geduld. Besonders gegen Ende der ersten Hälfte hatte das Buch für mich eine lange Durststrecke. 

Auch wenn diese Geschichte toll geschrieben ist, erreicht sie jedoch bei Weitem nicht die Sogwirkung des „englischen Patienten“. 

Mich hätte dieser Roman beinahe auf der halben Strecke verloren. Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, ihn trotz aller Bemühungen letztendlich nicht komplett verstanden, durchdrungen zu haben.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 1 Rezension

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Kein Platz mehr

Margit Schreiner
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Schöffling, 06.02.2018
ISBN 9783895612817
Genre: Romane

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Herr Origami

Jean-Marc Ceci , Claudia Kalscheuer
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 12.09.2017
ISBN 9783455001518
Genre: Romane

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(16)

24 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

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Mit dem Orient-Express nach Paris

Stephan Martin Meyer , Thorwald Spangenberg
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Gerstenberg Verlag, 25.09.2017
ISBN 9783836959858
Genre: Kinderbuch

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(36)

50 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 36 Rezensionen

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TEXT

Dmitry Glukhovsky , Franziska Zwerg
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag, 31.08.2018
ISBN 9783958901971
Genre: Romane

Rezension:

Ein russischer Autor der modernen Generation, der in seinem neuen Roman auf außergewöhnliche Art und Weise das moderne Russland thematisiert, auch soziale Missstände benennt, doch gleichermaßen die Abgründe menschlicher Existenzen berührt. Ja, das Regime (gemeint ist Putins Russland) trägt eine Mitschuld, indem es durch Korruption die kleinen Leute im Stich lässt. Trotz alldem ist jeder seines Glückes Schmied und muss zusehen, wie er selbst wieder auf die Beine kommt. Damit erinnert dieses Werk durchaus an bekannte russische Schriftsteller, wie Tolstoi und Dostojewski, mit den klassischen Themen der Schuld und Sühne, nur in moderner Ausführung. 

Nach sieben endlosen Jahren wird Ilja aus dem Straflager entlassen, in ein Leben, das ihm nicht mehr gehört. Er muss feststellen, dass seine Mutter nur wenige Tage vor seiner Rückkehr verstorben ist, seine Freundin hat ihn längst verlassen. Völlig überfordert kommt er mit seiner lang ersehnten Freiheit nicht zurecht und ertränkt seinen Kummer, nach russischer Art, mit Wodka. 

"Außen war seine Haut rein geblieben, aber die Innenhaut war voller Tätowierungen. Niemand kann im Gefängnis sein Inneres schützen." Seite 58

 In seiner Verzweiflung beginnt er zu suchen und trifft schließlich tatsächlich auf den Mann, der ihn damals aus reiner Willkür und Bosheit ins Straflager gebracht hatte, Petja, von Ilja auch genannt, das Schwein. Überwältigt vom Alkohol und Rachegelüsten ersticht er ihn und nimmt sein Handy an sich. Um die Entdeckung seiner Tat hinauszuzögern, beginnt er, auf Nachrichten, die an das Opfer gerichtet sind, zu antworten. Nach und nach setzt er aus älteren Chats und Aufzeichnungen wie aus Puzzleteilen das Leben dieses Mannes zusammen.

Ilja hat den Text seines Lebens gefunden und hat sich unversehens viel zu sehr darin verfangen. Nachdem er in sein eigenes Leben nicht mehr zurückfindet, schlüpft er in die Rolle des Anderen und nimmt ein Stück weit dessen Identität an, denn dies ist alles, was ihm geblieben ist. 

Ilja hat im Eifer des Gefechts Gott gespielt. Indem er den Täter ermordet hat, hat er ihn zu seinem Opfer und sich selbst wiederum zum Täter gemacht. Doch Ilja hat das Herz eigentlich am rechten Fleck und fühlt sich nun für die Angehörigen Petjas verantwortlich. (Schuld und Sühne) 

Glukhovsky hat einen besonderen, sehr kraftvollen Erzählstil. In diesem Roman beschäftigt sich Ilja über weite Teile hauptsächlich mit dem Handy seines Opfers. Hauptsächlich auf der Grundlage von WhatsApp-Nachrichten und Mails erfährt man zeitgleich mit Ilja Hintergründe aus dem Leben seines Opfers. Das ist schon sehr gut gemacht und erfrischend anders. So etwas habe ich in der Art noch nicht gelesen.

Zwangsläufig spielt so der Einfluss der sozialen Medien eine große Rolle. In diesem Fall machen sie ein ganzes Leben nachvollziehbar, alles ist gespeichert. Offensichtlich leidet jedoch der persönliche Kontakt zueinander. Ein Handy kann man einfach wegdrücken oder ignorieren. Eine knappe Nachricht ist schnell geschrieben. Verstörend, wenn die Angehörigen tagelang nicht bemerken, dass es nicht Petja ist, der ihnen schreibt.   

 Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen und neugierig gemacht auf die früheren Werke des Autors. Mit der dystopischen Metro-Trilogie hat er einen Weltbestseller gelandet.

 Auf jeden Fall, absolut empfehlenswert!

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85 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 62 Rezensionen

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Helle Tage, helle Nächte

Hiltrud Baier
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 25.07.2018
ISBN 9783810530387
Genre: Romane

Rezension:

Hiltrud Baiers Roman besticht eindeutig durch tolle Landschaftsbeschreibungen. Er spielt sowohl am Rande der Schwäbischen Alb als auch im weit entfernten Lappland. Man merkt durchaus, dass die Autorin beide Gegenden sehr gut kennt und liebt. Geboren in Süddeutschland, ist sie später nach Lappland ausgewandert.

Anna ist bereits über siebzig und lebt schon lange relativ einsam. Als sie schwer an Krebs erkrankt, überkommen sie lange unterdrückte Schuldgefühle. Seit Jahrzehnten lebt sie mit einer großen Lüge. Plötzlich ist sie es satt, den Menschen, die ihr wichtig sind, weiterhin etwas vorzumachen.

Wenig später ist ihre frisch geschiedene Nichte Frederike auf dem Weg in den hohen Norden Lapplands. Mit einem langen Brief im Gepäck ist sie auf der Suche nach einem gewissen Petter Svakko. In der Einsamkeit der Berge wird sie jedoch mehr finden als nur diesen älteren Herrn.

 

Dies ist ein sehr stilles und ruhiges Buch. Es geschieht kaum etwas Unvorhergesehenes, mit Überraschungen ist nicht zu rechnen. Seine Stärke liegt in den wirklich schönen Naturbeschreibungen.

Kapitelweise wird abwechselnd von Anna in Deutschland und von Frederike in Lappland erzählt. Beide Frauen sind sehr sympathisch und nachvollziehbar dargestellt. Es geht in diesem leisen Roman sehr viel um die Vergangenheit, um ein Zurückschauen auf das eigene Leben. Auch um den Versuch der Wiedergutmachung und das Bemühen, seinen Frieden mit sich selbst zu machen. Sehr ernste Themen, durchaus auch tiefgründig, aber schön erzählt. Ein Roman, der meiner Meinung nach insbesondere für ältere Leser geeignet ist.

 

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Stein

Reinhard Kleindl
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.09.2018
ISBN 9783442487981
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Reinhard Kleindl - Stein

 Vor fünf Jahren wurde der Banker Bert Köhler entführt. Diverse Lösegeldübergaben scheiterten, lediglich mehrere Päckchen mit abgetrennten Gliedmaßen des Opfers tauchten damals auf. Köhler konnte nie gefunden werden. 

Nun tauchen plötzlich neue Informationen zu diesem dubiosen Fall auf. Wider Willen nimmt sich die ehemalige Ermittlerin Anja Grabner der Sache erneut an, die sie damals den Job kostete. Es ist nicht auszuschließen, dass Köhler noch immer am Leben ist und sich nach wie vor in der Gewalt seines Entführers befindet. Und ein ganzes Dorf scheint darüber mehr zu wissen, als es zugibt.

 Der Autor hat einen tollen, leicht lesbaren Schreibstil, der es dem Leser ermöglicht, sich auf das Geschehen zu konzentrieren. Auch die düstere, geheimnisvolle Atmosphäre in dem kleinen österreichischen Ort Stein hat er sehr gut getroffen. Dessen Einwohner haben irgendetwas mit dem Verschwinden Köhlers zu tun. Es ist offensichtlich, dass sie ein Geheimnis bewahren.

 Mit Anja Grabner hat Reinhard Kleindl eine sehr eigenwillige Ermittlerfigur geschaffen. Ihren Mitmenschen gegenüber benimmt sie sich sehr direkt, oft unfreundlich. Sie ist gewiss niemand, mit dem man sich identifizieren könnte. Aber gerade deshalb ist sie sehr interessant und hebt sich von den Ermittlerinnen anderer Krimis ab. 

Generell fand ich eigentlich alle Figuren dieses Buches seltsam, verrückt. Insbesondere die Einwohner von Stein. Aber auch die ehemaligen Kollegen Anjas benehmen sich eigenartig und sind schwer einzuschätzen. Eine wirklich nette und unkomplizierte Person habe ich hier vergeblich gesucht.

 Interessant fand ich auch die Rückblenden, welche regelmäßig auftauchen und  in kursiver Schrift gehalten sind. So erfährt man nach und nach mehr darüber, was vor fünf Jahren geschehen ist. Die beiden Zeitebenen sorgen für Abwechslung und bringen etwas Tiefe in die Handlung.

 Leider haben sich für mich zum Schluss hin ein paar Kritikpunkte ergeben, die mit der Auflösung zu tun haben und welche ich deshalb nicht näher ausführen möchte. Nur so viel: für mich haben am Ende einige Dinge nicht zusammengepasst. Die Lösung des Falles Köhler konnte mich letztendlich nicht so wirklich überzeugen. Es hat einfach der Aha-Effekt gefehlt. Trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen.

 Insgesamt ein wirklich spannender und empfehlenswerter Thriller mit einer tollen, gruseligen Atmosphäre, wenn auch mit einigen Abstrichen. 

 

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115 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

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Loyalitäten

Delphine de Vigan , Doris Heinemann
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 12.10.2018
ISBN 9783832183592
Genre: Romane

Rezension:


In letzter Zeit habe ich einige recht schmale Bücher gelesen, die trotzdem (oder auch gerade deshalb?) mit einem sehr starken Inhalt punkten konnten. Dies hier ist eines davon. Vielleicht liegt es daran, dass bei einem geringeren Umfang die Sprache sehr prägnant und auf den Punkt sein muss. Möglicherweise auch daran, dass den Leser viele Emotionen zwischen den Zeilen erreichen, dass nicht alles deutlich ausgesprochen werden kann und der Leser stärker gefordert ist, sich seine eigenen Gedanken zu machen und Schlüsse zu ziehen.

 

Das Thema, um welches es hier geht, ist sicherlich kein Einfaches. Theo ist ein guter, wenn auch stiller Schüler, trotzdem findet seine Lehrerin Helene etwas an seinem Verhalten auffällig. Sie hat keine Beweise, kann ihren Verdacht nicht einmal benennen. Und wird damit im Lehrerkollegium auch nicht ernst genommen. Nur Theos Freund Mathis weiß von seinen Problemen, zögert jedoch, sich jemandem anzuvertrauen. 

 

Theo ist ein Kind, das wöchentlich zwischen seinen seit vielen Jahren getrennten Eltern pendelt. Eine Kommunikation zwischen diesen findet in keiner Weise mehr statt, vielmehr kommt es zu Anfeindungen über Theo als Mittler. Als wäre es damit nicht genug, bürden sie ihrem Kind (unbewusst?) viel zu viel Verantwortung auf. Misstrauen und Distanz dominieren Theos Verhältnis zu beiden Elternteilen.

"Vielleicht wird er sich einfach nur im Dunkeln hinsetzen und die Füße zwischen den Stuhlbeinen baumeln lassen, weil er nicht mehr weiß,  was er sagen oder tun soll, weil er weiß,  dass das alles für ihn zu viel ist, dass es seine Kräfte übersteigt. " Seite 63

 

Doch Theo hat längst einen Weg gefunden, dem Druck zumindest für einige Zeit zu entfliehen. Er trinkt hochprozentigen Alkohol, um sich besser zu fühlen. Tatsächlich steigert er die tägliche Menge sogar, denn sein Ziel ist es, das Bewusstsein zu verlieren, um zu vergessen.

 

Die Autorin beschreibt ihre Figuren detailliert und nachvollziehbar. Die Lehrerin Helene, die mit ihrem eigenem Trauma kämpft und nur deshalb so beharrlich der Sache nachgeht. Andernfalls wäre Theo wohl durchs Raster gefallen und nicht zu retten. Immer wieder klingt hier auch eine sehr deutliche Kritik an unserer Gesellschaft an.

Theos Eltern, die traurig und desillusioniert, mit der Situation vollkommen überfordert sind. Sie sind nicht einmal in der Lage das Problem überhaupt zu sehen.

Und auch Mathis, Theos Freund, dessen Familie auf den ersten Blick intakt und glücklich erscheint, wo es unter der Oberfläche aber ebenfalls gewaltig brodelt.

 

Das Lesen selbst fällt leicht, ich hatte den Roman an zwei Abenden beendet. Kurze Kapitel, aus den Sichtweisen der einzelnen Protagonisten erzählt, machen es dem Leser leicht, sich voll und ganz auf den durchaus anspruchsvollen Inhalt zu konzentrieren. 

Eine volle Leseempfehlung von mir. Vielleicht sollte man diese Geschichte zum Anlass nehmen, öfter mal genauer hinzusehen. 

 




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51 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 10 Rezensionen

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Moonglow

Michael Chabon , Andrea Fischer
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.03.2018
ISBN 9783462050745
Genre: Romane

Rezension:  
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34 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Die Mütter

Brit Bennett , Robin Detje
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, 24.04.2018
ISBN 9783498006839
Genre: Romane

Rezension:


"Ein innerer Schmerz sollte nach außen nicht sichtbar werden. Wie seltsam es sein musste, auf äußerliche Weise Schmerz zu empfinden, einen Schmerz, den man nicht verbergen konnte." Seite 17

 Die Mütter - das sind die älteren Damen des kalifornischen Ortes Oceanside. Sie beobachten und kommentieren alles was in der Gemeinde vor sich geht. Sie sind es, die Zeugen und Erzähler dieser Geschichte sind. Diese besondere Sicht- und Erzählweise macht den besonderen Reiz dieses Romans aus.

 Die Tragödie beginnt mit dem Selbstmord von Nadias Mutter. Ein Skandal in dem kleinen Ort, besonders die Art, wie sie sich selbst getötet hat. Bald darauf wird die siebzehnjährige Nadia schwanger, von Luke, dem Pastorensohn. Nadia entschließt sich zur Abtreibung. Nadias Vater ist trotz seines eigenen Schmerzes bemüht, kann aber keinen Zugang zu seiner Tochter finden. Und das alles ist erst der Anfang. Einzige Vertrauensperson ist schließlich Aubrey, ein Mädchen, das mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen hat.

 Doch auch die tatsächlichen Mütter, Nadias und Aubreys Mütter, beide auf unterschiedliche doch schreckliche Weise abwesend, sind ein wichtiges Thema dieses Romans. Die Trauer Nadias um ihr abgetriebenes Kind, das sie nie vergessen hat, zieht sich durch den ganzen Roman.

 Letztendlich wird das Leben einer selbstbewussten schwarzen Frau, die sich nach dem Tod der Mutter fürchtet, eine dauerhafte Bindung einzugehen und somit ein rastloses Leben führt, erzählt. Darin spielt die Macht der ersten großen Liebe eine bedeutende Rolle. Und, dass sich in der Jugend begangene Fehler auf den Verlauf des ganzen weiteren Lebens auswirken können.

 Insgesamt herrscht eine düstere Grundstimmung vor. Die perspektivarme, oft trostlose Situation der Schwarzen in den USA ist allgegenwärtig.

 Brit Bennett erzählt diese Geschichte sehr einfühlsam und wirklich spannend, trotz des doch recht traurigen Themas. Ich hatte den Roman in wenigen Tagen durch und spreche eine klare Leseempfehlung dafür aus!  

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248 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 141 Rezensionen

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Vier.Zwei.Eins.

Erin Kelly , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 22.08.2018
ISBN 9783651025714
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Laura und Kit sind ein junges, frisch verliebtes Paar, als sie 1999 die Sonnenfinsternis in Cornwall erleben. Laura glaubt, etwas gesehen zu haben, eine Vergewaltigung. Beth, das mutmaßliche Opfer schweigt. Wenige Monate nach der Gerichtsverhandlung steht sie wieder vor der Tür und scheint eine Bedrohung für Laura und Kit darzustellen. 

Fünfzehn Jahre später leben Laura und Kit in Angst davor, dass Beth sie finden könnte, an einem geheimen Ort. Sie lassen sich nicht fotografieren, meiden die sozialen Medien.

Was ist passiert? Jeder scheint etwas zu verbergen, wie konnte es dazu kommen?

 Den Rahmen dieses Romans bilden totale Sonnenfinsternisse. Insbesondere Kit ist ein großer Fan davon und reist um die ganze Welt für sein Hobby. Auch dann noch, als Laura mit Zwillinge hochschwanger ist. Aber auch Beth weiß um seine Leidenschaft. Wird sie die Konfrontation suchen?

 Dieser Roman ist abwechselnd aus Kits und Lauras Perspektive und aus der Gegenwart und von vor 15 Jahren erzählt.

Die Charaktere fand ich sehr gut und nachvollziehbar gezeichnet, auch wenn nach und nach erst klar ist, was hinter den verschiedenen Verhaltensweisen und Ängsten steckt. Aber gerade dies zeichnet einen guten Thriller aus.

Die Geschichte ist spannend und gut erzählt, man merkt schon den literaturwissenschaftlichen Hintergrund der Autorin. Allerdings meine ich mehrere inhaltliche Ungereimtheiten und Logikschwächen entdeckt zu haben. Das ein oder andere schien mir sehr weit hergeholt und arg konstruiert.

 Ich habe diesen Roman (oder Thriller?) sehr gerne gelesen und fand ihn auch spannend. Letztendlich fehlte mir aber irgendetwas, damit er mir auch über längere Zeit im Gedächtnis bleiben würde.

 

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(33)

52 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

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Dodgers

Bill Beverly , Hans M. Herzog
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.09.2018
ISBN 9783257070378
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bill Beverly – Dodgers

Eine Kindheit, wie wir sie nicht für möglich halten wollen.


Bill Beverly hat ein intensives und hochemotionales Debüt zu einem ganz schwierigen Thema vorgelegt.

Vier Jungs aus einem Drogenviertel in Los Angeles werden nach einer Razzia aus dem Gefahrengebiet geschickt. In einem alten Van starten sie einen Roadtrip quer durch die USA. Am Ende der Reise sollen sie jemanden ermorden. So lautet der Auftrag. Die Protagonisten sind schwarze Teenager, der jüngste, Ty, ist gerade mal 13, ohne Heimat, ohne Zukunft. Sie haben nichts zu verlieren, doch können sie den Auftrag erfüllen? 

 

Die Reise entwickelt sich zu einem verrückten Roadtrip, bei dem alles schiefgeht, was nur schief gehen kann.

Bereits ganz am Anfang fragt sich der Leser, was das eigentlich soll. Wer schickt vier unerfahrene (auch ungebildete), streitlustige Teenies auf eine solche Mission? Tatsächlich erleben die Jungs auf ihrer Reise so allerhand, es geht chaotisch zu, schließlich muss auch die Hackordnung untereinander erst mal geklärt werden. Erfahrung mit Waffen haben sie alle. Und schließlich müssen sie, auf sich selbst gestellt, Entscheidungen treffen, wozu sie kaum in der Lage sein können.

"Nichts. Nichts hatte sich geändert. Niemand wusste mehr irgendwas." Seite 223

 

Obwohl keiner der Protagonisten sympathisch ist, oder auch nur jemand, mit dem man sich identifizieren könnte, schafft es der Autor, dass man mit ihnen mitfühlt. Das, obwohl die Sprache an sich eher ruppig, knapp, direkt, eben authentisch, daherkommt. Die Jungs tun einem einfach unheimlich leid, weil sie im Prinzip keine andere Wahl haben, als diesen Auftrag mit ungewissem Ende auf sich zu nehmen. Ein starkes Gefühl der Perspektivlosigkeit zieht sich durch den ganzen Roman.

Interessant fand ich, wie sich die verschiedenen Charaktere im Verlauf der Unternehmung herauskristallisieren und zum Teil weiterentwickeln.

 

Der Autor hat einen spannenden und lockeren Schreibstil, die Geschichte ist angenehm lesbar und fesselnd. Trotzdem ist es insbesondere inhaltlich keine leichte Kost, es werden existentielle Fragen aufgeworfen. Ein sehr lesenswerter Roman.

 

 

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66 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

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Der Apfelbaum

Christian Berkel
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 12.10.2018
ISBN 9783550081965
Genre: Romane

Rezension:

Christian Berkel – Der Apfelbaum

 

Über diese Mischung aus autobiografisch inspirierter Familiengeschichte und Roman habe ich schon einige begeisterte Rezensionen gelesen. Für mich kann ich diese Begeisterung leider so gar nicht nachvollziehen.

Der als Schauspieler bekannte Christian Berkel hat über mehrere Generationen und Länder, und vor dem Hintergrund der Judenverfolgung des Nationalsozialismus, die Geschichte seiner Familie nachgestellt. Im Vordergrund steht die Erzählung der großen und ungewöhnlichen Liebe eines eigenwilligen Paares.

 

Sala und Otto. Eine Halbjüdin, die sich nicht als solche fühlt und ein armer Junge aus der Berliner Arbeiterklasse. Ein ungleiches Paar und eine unmögliche Liebe in den Zeiten des aufsteigenden Nationalsozialismus. Durch den Krieg werden die beiden immer wieder getrennt. Sala befindet sich erst auf der Flucht, später wird sie interniert. Otto arbeitet erst als Arzt an der Front, gegen Kriegsende gerät er in russische Kriegsgefangenschaft. Doch trotz aller Widrigkeiten vergessen die beiden einander nie.

 

Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut, doch dann tat ich mich unerwartet schwer mit der Lektüre. Meine Schwierigkeiten lagen wohl darin begründet, dass ich den vielen Figuren und deren komplizierten familiären Verhältnissen, von Anfang an nur schwer folgen konnte. Die Protagonisten blieben mir allesamt recht fremd, wobei ich mit Otto noch am meisten anfangen konnte. Er blieb aber leider über weite Teile des Romans verschwunden. Sala wirkte auf mich sehr blass, sogar unsympathisch.

 

Die Handlung plätscherte lustlos vor sich hin und nahm keine richtige Fahrt auf. Mehrmals war ich richtiggehend verwirrt, weil mir Zusammenhänge nicht klar wurden, dann wieder hab ich mich einfach nur gelangweilt. Eine anstrengende Angelegenheit. Dabei waren durchaus gelungene und interessante Passagen dabei, sonst hätte ich es wohl nicht zu Ende gebracht.

 

Der Autor springt zudem sehr stark zwischen den Geschichten der einzelnen Generationen hin und her. Dem konnte ich, ehrlich gesagt, oft nur mit großer Mühe folgen, bzw. verlor ich auch die Lust daran.

 

Im Endeffekt konnte mich dieses Buch einfach nicht fesseln, ich konnte leider keinen Zugang dazu finden. Dabei fand ich es nicht einmal schlecht, nur konnte es mein Interesse auf die Dauer nicht aufrechterhalten.  

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105 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

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Piccola Sicilia

Daniel Speck
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 26.09.2018
ISBN 9783596701629
Genre: Romane

Rezension:

Piccola Sicilia ist ein Viertel in der tunesischen Hafenstadt Tunis. Vor dem Krieg leben an diesem Kreuzungspunkt am Mittelmeer viele Kulturen und Religionen friedlich zusammen. Ein multikulturelles Paradies in Nordafrika, nur wenige Kilometer durch das Meer von Europa (Sizilien) getrennt.

Im Jahr 1942 erreicht der Krieg der Europäer das Land und stürzt es ins Chaos.

"Die Tunesier starben, ohne etwas mit dem Krieg der Europäer zu tun zu haben. Ihr Tod hatte nichts Ehrenhaftes, es war kein Opfer für die Heimat, sondern einfach nur sinnlos." Seite 157

 

Moritz ist hautnah dabei, als Kameramann für die deutsche Propaganda, doch er kehrt nie zu seiner schwangeren Verlobten zurück. 

Jahrzehnte später reist seine Enkeln Nina nach Sizilien, um ein verschollenes Flugzeug vom Meeresgrund zu bergen. Kam ihr Großvater darin ums Leben? Was ist damals wirklich passiert in Tunis?

Aus den verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt der Autor die Geschichten von Moritz und Nina. Und er erzählt sie gut. Denn er hat ein sehr komplexes Buch geschrieben, das unheimlich viele Themen beinhaltet.

 

Daniel Speck überrumpelt seine Leser mit einer recht unbekannten Sichtweise des Krieges. Tunesier als absolut Unbeteiligte werden zu Opfern. Gerade in dem Schmelztiegel unterschiedlicher Nationalitäten und Religionen hat ein Eindringen okkupierender Streitmächte gravierende Folgen.

Dabei liefert der Autor viele Informationen,  sei es über Rommels Truppen in Nordafrika, den übereilten Rückzug der Deutschen, oder auch über das jüdische Gedankengut. So spricht er die aus dem Krieg resultierende Entwurzelung und Perspektivlosigkeit von Millionen von Menschen an, in erster Linie Juden aller Nationen, doch durchaus auch anderer Religionen. Häufig drängt sich dem Leser ein Bezug auf die heutige Zeit auf. Die Gefühle von Flüchtlingen, die sich zwischen den Welten befinden und nirgendwo hingehören sind zeitlos und nicht an Orte gebunden.

"Heimat, ein fester Rahmen für die Seele. " Seite 465

 

Dieser Roman enthält unglaublich viele tiefgründige und kluge Denkanstöße. Immer wieder musste ich innehalten und über das Gelesene nachdenken. Ich fand es sogar gut, dass der Leser einige der Handlungsstränge und Richtungen bereits am Anfang kennt oder zumindest erahnt. Somit kann man sich besser auf die tollen Sätze und Lebensweisheiten konzentrieren.

 

Wer macht uns zu dem, was wir sind? Inwieweit können wir das überhaupt beeinflussen? Ist die eigene Identität eine Sache der Entscheidung oder prägen uns vielmehr die Erfahrungen und Erlebnisse unserer Eltern, vielleicht unbewusst?

Nicht zuletzt, wie kann eine Familie mit der ungeklärten Abwesenheit einer geliebten Person umgehen? Eine Frage, die sich durch das ganze Buch zieht.

 

Ein wichtiges Buch, ein kluges Buch, in dem es sehr viel zu entdecken gibt!

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67 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Nordwasser

Ian McGuire , Joachim Körber
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 13.02.2018
ISBN 9783866482678
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ian McGuire – Nordwasser

Es macht keinen Spaß, diesen Roman zu lesen. Er ist brutal, grausam, ekelhaft, verstörend und vieles mehr, aber vor allem ist er eines: unheimlich gut!

Das Setting hat mich oft an die Klassiker „Moby Dick“ oder auch „Der Seewolf“ erinnert. Denn auch hier geht es um die Mannschaft eines Walfängers. Nun sind die Besatzungsmitglieder eines solchen Schiffes per se keine zimperlichen oder besonders umgänglichen Menschen. Diese Fahrt der Volunteer ins Nordmeer bei Grönland scheint aber unter absolut keinem guten Stern zu stehen. Der Harpunierer Henry Drax verkörpert das gewissenlose Böse schlechthin, der Schiffsarzt Sumner hat so seine Geheimnisse und überhaupt scheint es einigen an Bord nicht unbedingt nur um den Walfang zu gehen. Als Sumner Drax ein übles Verbrechen nachweisen kann, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

McGuire erzählt sehr kraftvoll und flüssig. Schonungslos deckt er menschliche Abgründe angesichts des Überlebenskampfes auf. Die Stimmung ist von Anfang an düster und unheilschwanger, über weite Teile aber spannend wie ein Thriller. Die Beschreibungen sind sehr bildhaft, überall Gemetzel, Blut und sonstige Körperflüssigkeiten. Ein Menschenleben ist nicht allzu viel wert. Der Ekelfaktor in dieser brutalen Männerwelt ist hoch. Trotzdem konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen.

Es geht um Gut und Böse, um den tödlichen Kampf zwischen zwei Männern und den Überlebenskampf in der lebensfeindlichen Arktis. Eine höhere Bedeutung oder Interpretationsmöglichkeit hab ich jetzt nicht gesehen, für mich persönlich ist das aber auch genug.

Der Leser erhält einen sehr authentischen Einblick in das Leben auf einem Walfänger im 19. Jahrhundert. Die Lebensbedingungen waren hart, der Umgangston rau, jeder nur auf sein eigenes Fortkommen bedacht. Wie im Kino läuft die Fahrt im Nordmeer vor einem ab, der Überlebenskampf im ewigen Eis. Ein extrem beeindruckender Roman! Und eine absolute Leseempfehlung an all jene, die Abenteuergeschichten mögen und keinen allzu empfindlichen Magen haben!

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133 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 55 Rezensionen

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Vom Ende an

Megan Hunter , Karen Nölle
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 18.05.2017
ISBN 9783406705076
Genre: Romane

Rezension:

Man hat sich verrechnet. Eine Naturkatastrophe überschwemmt nicht nur die englische Küste, sondern auch London. Für eine Flucht ist es für die hochschwangere Erzählerin fast zu spät. Als auch noch der Vater des Kindes verschwindet, muss sie sich mit dem Säugling allein durchschlagen.

 

Dieser dystopisch anmutende Roman besticht durch seine besondere Sprache. Obwohl er sehr knapp und einfach, mit wenigen Worten erzählt, lässt er doch viel Raum für Interpretation, und ist dabei sehr poetisch, behandelt große Fragen des Lebens. So werden die Figuren nur mit einem einzigen Buchstaben benannt, das wirkt einerseits anonym, andererseits bekommt man das Gefühl, es könnte jeden treffen.

 

Dieses kleine Büchlein mit nur 160 Seiten, habe ich an nur einem Abend durchgelesen. Trotz des knappen Umfangs schafft es die Autorin, eindringliche und erschreckend realitätsnahe Bilder entstehen zu lassen. Das Zusammenspiel aus Sprache und Handlung entwickelt einen regelrechten Sog, dem sich der Leser kaum entziehen kann. Das sehr aktuelle Flüchtlingsthema wird hier in einem ganz neuen Zusammenhang aufgegriffen.

 

Neben dem spannenden Thema der Flucht vor der Flut und deren Folgen, behandelt der Roman primär eine sehr starke Mutter-Kind-Bindung gerade vor dem Hintergrund der Katastrophe. Die Autorin macht nicht zu viele Worte, doch wird der Leser darauf gestoßen, sich Gedanken zu machen. Inwieweit veranlasst uns die Verantwortung für einen Menschen, Entscheidungen anders zu treffen.

 

Ein wirklich starker Roman in ungewöhnlichem Stil, der trotz weniger Worte so viel beinhaltet. Eine klare Leseempfehlung!

 

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

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Heimkehr nach Fukushima

Adolf Muschg
Fester Einband: 244 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 20.09.2018
ISBN 9783406727023
Genre: Romane

Rezension:

Adolf Muschg – Heimkehr nach Fukushima

 

Japan scheint mit einem Fluch belegt zu sein, was atomare Katastrophen betrifft. Nach Hiroshima und Nagasaki, erlebt 2011 auch Fukushima seinen Super-Gau. Genau hier setzt Adolf Muschg mit seinem Roman an, allerdings weniger bei der Katastrophe selbst, sondern vielmehr bei den Folgen, die die Bevölkerung zu tragen hat, lange nachdem die Weltöffentlichkeit schon wieder wegsieht.

 

Der Bürgermeister eines japanischen Dorfes, nahe des Unglücksmeilers von Fukushima gelegen und damit in der Sperrzone, möchte den Ort wieder mit Leben füllen. Die ehemaligen Bewohner sollen zurückkehren, obwohl die Böden verseucht sind. Er lädt den Architekten Paul Neuhaus ein, dieser soll als Botschafter und Pionier fungieren. Gleichzeitig bahnt sich eine Liebelei mit der Nichte des Bürgermeisters an. Paul kommt als Besucher, als Außenstehender und nimmt als solcher den Leser an die Hand. Er informiert sich, er interviewt Menschen.

 

Dieser, sowohl sprachlich als auch inhaltlich anspruchsvolle Roman hat es auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis geschafft. Tatsächlich fand ich ihn nicht leicht zu lesen, was zum Teil an der nicht gekennzeichneten wörtlichen Rede liegt. Auch setzt der Autor einiges an vertiefter Allgemeinbildung voraus. Etliche Abschweifungen in unterschiedliche kulturelle Bereiche machen die Lektüre nicht einfacher. 

Das ganze Buch durchziehen immer wieder Bezüge, auch Zitate, zu Adalbert Stifter. Damit könnte ich persönlich eher weniger anfangen. Ich habe auch den Zusammenhang nicht ganz nachvollziehen können. Vielmehr empfand ich diese Zitatstellen als den Lesefluss störend, irgendwann hab ich sie dann einfach überlesen.

 

"Erinnern und Vergessen gehören zusammen." Seite 80

 

Die Katastrophe von Fukushima ist allgegenwärtig, meist jedoch aus einem ganz speziellen japanischen Blickwinkel. Ich war eigentlich positiv überrascht,  wie detailliert auf die Katastrophe und ihre Folgen eingegangen wird. Der Autor schafft ein umfassendes und einfühlsames Bild der ehemaligen Bewohner der Sperrzone, wobei auch die japanische Kultur und Mentalität nicht zu kurz kommt. 

 

Letztendlich geht es um die Gegenüberstellung und Abwägung von Sehnsucht nach der Heimat, dem Wunsch in das verstrahlte Gebiet zurückzukehren, und auf der anderen Seite die Gefahren für die Gesundheit.

 

Den Protagonisten Paul muss man nicht verstehen oder gar mögen. Er ist nur sehr holzschnittartig dargestellt, um ihn geht es nicht. Er ist nur der Mittler, der dem Leser Zugang zur Bevölkerung dieses kleinen japanischen Ortes macht. So mein Empfinden. Auch die Liebesgeschichte passiert ihm eher und wirkt teilweise etwas skurril. Das mag an den Beschreibungen liegen.

 

Dieser Roman hat ein spezielles Thema und er ist insgesamt besonders. Sicherlich wird er mir länger im Gedächtnis bleiben. Die Nominierung auf der Longlist halte ich für gerechtfertigt. Auf jeden Fall ein interessantes Buch, mit ganz neuen Gedankenansätzen.

 

 




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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Die Eismacher

Ernest van der Kwast , Andreas Ecke
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 08.10.2018
ISBN 9783442717453
Genre: Romane

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Das Buch der Spiegel

E.O. Chirovici , Werner Schmitz , Silvia Morawetz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.06.2018
ISBN 9783442487554
Genre: Romane

Rezension:

E. O. Chirovici – Das Buch der Spiegel

Hierbei handelt es sich im Prinzip um einen klassischen Kriminalroman um zwei verschwundene Manuskripte eines aus Transsilvanien stammenden Autors. Eines dieser Manuskripte handelt von der 25 Jahre zurückliegenden Ermordung eines bekannten Professors, allerdings liegt nur ein Teil davon vor und der Autor stirbt kurz darauf. Die Suche nach der Wahrheit beginnt.

Der Autor spielt mit der Macht und Beeinflussbarkeit von Erinnerungen. Es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Was ist Lüge, was ist (verfälschte, manipulierte) Wahrheit? Welche Version ist die richtige? Der Roman steckt voller unerwarteter Wendungen, kaum etwas ist so, wie es am Anfang scheint. Dazu muss ich sagen, dass dieses beabsichtigte Spiel mit Erinnerungen für mich oft nicht so klar erkennbar war und ich teils das Gefühl hatte einen banalen Kriminalroman mit einfacher Tätersuche zu lesen.

Für mein Gefühl dauert es recht lange, bis Spannung aufgebaut wird. Über hundert Seiten werden anfangs dem geheimnisvollen Manuskript eingeräumt, welches in der Mordnacht abrupt endet. Das Verwirrspiel beginnt erst danach. Für mich gab es hier doch ein paar Längen.

So kann ich, auch wenn mir das Buch sprachlich gut gefallen hat, hier nur eine eingeschränkte Leseempfehlung abgeben.

„Ich glaube, für die meisten bedeutet Erwachsenwerden leider nur, es zu schaffen, ihre Träume in eine Schachtel zu packen und sie im East River zu versenken.“ Seite 10

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140 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

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Idaho

Emily Ruskovich , Stefanie Jacobs
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 19.02.2018
ISBN 9783446258532
Genre: Romane

Rezension:

Emily Ruskovich – Idaho

Die Autorin Emily Ruskovich hat mit diesem Buch ein vielversprechendes Debut vorgelegt, für mich ist es eine Mischung aus Roman und Thriller, über ein bedrückendes Thema.

Eine ganz normale Familie arbeitet an einem heißen Sommertag im Wald – eine perfekte Idylle. Bis ein einziger Moment alles zerstört. Wades jüngere Tochter ist tot, die ältere spurlos verschwunden. Seine Frau Jenny wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Jahre später beginnt Wades zweite Frau Ann nachzuforschen, doch seine beginnende Demenz, erschwert dies. Ihr Zusammenleben mit ihm ist überhaupt nur aus der Tragödie heraus möglich, diese bildet quasi die Grundlage. So fühlt auch sie sich indirekt schuldig und versucht etwas wiedergutzumachen, das längst zerstört ist.

„Sie hat Wades Vergangenheit genommen und vor sich ausgebreitet. Ihre Zukunft ist ein Weg in die Vergangenheit, auch wenn er langsam verschwindet. Jenes langsame Ausradieren, jene weiße Linie, die sich durch das Dunkel in seinem Gedächtnis zieht, dieser Linie wird sie durch ihr eigenes Leben folgen. Und sie wird sie mit Gewissheit in ihr eigenes geheimes Gefängnis führen, direkt bis vors Tor.“ Seite 202

Emily Ruskovich hat eine ganz eigene, eindringliche Art zu erzählen. Ihr Werk ist sehr angenehm lesbar, wenn auch nicht immer leicht auszuhalten. Eine bedrohliche Stimmung schwingt zwischen den Zeilen stets mit. Sie erzählt aus verschiedenen Perspektiven und aus den unterschiedlichen Zeitebenen, stellt immer wieder die Frage, was ist damals wirklich passiert, wie konnte so etwas geschehen. Ganz wichtig: sie schafft es, Verständnis und Mitleid für alle Figuren entstehen zu lassen, selbst und besonders für die Mutter, die des Mordes an ihrer Tochter verurteilt wurde. Einen beträchtlichen Teil des Romans nimmt so die Beschreibung des Alltags und der Probleme Jennys im Frauengefängnis ein.

Ein weiteres großes Thema dieses Buches ist Wades Demenz, deren Vergessen für ihn Fluch und Gnade zugleich sind. So kämpft jeder gegen seine eigene Verzweiflung, sucht seinen eigenen Weg, mit der Tragödie zu leben.

Keine einfache Lektüre, aber hervorragend umgesetzt, ohne ständig auf die Tränendrüse zu drücken – für mich ganz große Literatur! Dringende Leseempfehlung.

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139 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Der Schwimmer

Joakim Zander , Ursel Allenstein , Nina Hoyer ,
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.09.2014
ISBN 9783499268878
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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93 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 40 Rezensionen

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Unter der Mitternachtssonne

Keigo Higashino , Ursula Gräfe
Fester Einband: 720 Seiten
Erschienen bei Tropen, 10.03.2018
ISBN 9783608503487
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Keigo Higashino – Unter der Mitternachtssonne

Dies war mein erstes Buch dieses japanischen Autors und ich muss gestehen, dass mich dieses opulente Werk schwer beeindruckt hat. Trotz des Umfangs von über 700 Seiten habe ich es in wenigen Tagen verschlungen.

In erster Linie geht es um den Mord an dem Pfandleiher Kirihara vor 20 Jahren, der nie aufgeklärt werden konnte. Der Detektiv Sasagaki gibt diesen Fall nie auf, und er geht dabei an seine Grenzen. Diese Geschichte wird in vielen Handlungssträngen und verschiedenen Zeitebenen erzählt, oft hatte ich schon das Gefühl, der Autor hätte sich in seinem eigenen Labyrinth verlaufen. Sehr lange ist nämlich überhaupt nicht klar, was diese vielen Personen miteinander zu tun haben könnten und was das alles noch mit dem alten Mordfall zu tun hat. So bleiben die Zusammenhänge fast bis zum Schluss unklar, dennoch wird es nie langweilig. Und letztendlich schafft es Higashino doch noch, alles zu einer schlüssigen Auflösung zu führen. Und nichts ist so, wie es anfangs schien.

Bemerkenswert fand darüber hinaus, wie viele große Themen in einem einzigen Roman auftauchen können. Um nicht zu spoilern, möchte ich diese hier aber nicht genauer benennen. Doch auch die japanische Kultur kommt dabei nicht zu kurz.

Die wirkliche Herausforderung, die dieses Werk an seine Leser stellt, sind meiner Meinung nach die vielen japanischen Namen, die noch dazu teils recht ähnlich klingen. Eine echte Hilfe ist dabei aber das beiliegende Lesezeichen mit einem Verzeichnis der wichtigen Personen.

Ich habe die Lektüre sehr genossen. Ein tiefgründiger und vielschichtiger, dabei aber sehr unterhaltsamer Thriller. 

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