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Zusammen unter einem Himmel

Britta Teckentrup , Kristin Iozzo , Britta Teckentrup
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 16.06.2017
ISBN 9783845819730
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das Bilderbuch "Zusammen unter einem Himmel" enthält eine Widmung der Autorin: Für einen vereinte Welt ... Damit, und mit dem Buchtitel, ist auf den ersten Blick recht deutlich, in welche Richtung das Buch geht.
Geschichten, die viel Poesie enthalten, verstehen kleine Kinder noch nicht so gut. Wohl aber den Sinn des Miteinanders, des toleranten Zusammenlebens, was im Buch durch viele ausdrucksstarke Bilder gezeigt wird. Dazu benötigt es nicht zwingend einen Text (obwohl dieser wunderschön ist!). Mit unserer Jüngsten (2) schaue ich bereits jetzt die Bilder an und wir "reden" darüber, was dargestellt ist. Ich bin mir sicher, dass sich bei Kindern so ganz natürlich ein Sinn für Toleranz und Gemeinschaftsgefühl entwickelt.

Eine richtige Geschichte enthält "Zusammen unter einem Himmel" nicht. Jede Seite zeigt eine Tierfamilie in einem anderen Teil der Welt und an diverse Orten. In heimischen Wäldern, im Ozean, Dschungel oder in der Steppe. Der Text dazu ist kurz und in freier Reimform gehalten. Er sagt konkret aus, dass wir auf der Erde unter demselben Himmel leben; hier bei uns zu Hause und ebenso in weit entfernten Ländern. Und dass wir alle dieselben Träume träumen ... zusammen.
Obwohl der Text ganz einfach ist, mit Worten, die schon junge Kinder verstehen könnten, haftet ihm etwas Poesievolles an. Ältere Kinder werden die Zusammenhänge sicher verstehen. Kleinere Kinder werden sich anhand der Bilder orientieren, über die Erwachsene mit den Kindern sprechen können, und deren Sinn sich dann von ganz alleine erschließt.

Bitta Teckentrups Bilder und Illustrationen gehören mittlerweile zu meinen liebsten. Sie haben für mich jederzeit einen Wiedererkennungswert, sind dabei aber immer völlig einzigartig und sehr akzentuiert ausgearbeitet. In "Zusammen unter einem Himmel" haben die Bilder einen liebevollen Ausdruck, die Tiere sind sehr niedlich und trotzdem authentisch illustriert.
Im Buch befinden sich Gucklöcher, die entweder Teile vom Text wiederholen oder Ausschnitte aus den Bilder spiegeln. Das verleiht dem Bilderbuch etwas sehr Besonderes.

Fazit ...
"Zusammen unter einem Himmel" steht für ein vereintes Miteinander, Toleranz und Verständnis für unsere Mitmenschen - egal ob hier bei uns zu Hause oder in der Ferne. Das verstehen ältere Kinder anhand des poetischen Textes in Verbindung mit den herzlich gestalteten Bildern. Jüngere Kinder werden die Bilder betrachten und darüber einen Zugang zum Sinn des Bilderbuches finden, denn der Stil von Britta Teckentrups Illustrationen ist einzigartig. Ich finde das Buch äußerst gelungen und das Thema großartig!

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Marsupilami: TWO-IN-ONE

André Franquin , Greg , Marcel Le Comte , Batem
Flexibler Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.03.2017
ISBN 9783551714145
Genre: Comics

Rezension:

"Marsupilami" gibt es schon seit 1952. Das kleine gelb-schwarze Fabeltier mit dem bis zu acht Meter langen Schwanz lebt im Urwald von Palumbien. Dort warten allerhand Abenteuer mit viel Humor auf das Marsupilami. Zwischenzeitlich hat es sogar eine Familie gegründet, zu der auch ein kleines schwarzes Marsupilami-Tierkind gehört. Es ist also tatsächlich Kult ... und der Doppelband-Comic eine gute Gelegenheit, seine Geschichten kennenzulernen.

Bei Comics ist die Reihenfolge des Lesens (oder der Betrachtung) im Prinzip egal. Die Handlungen sind pro Geschichte abgeschlossen, und mit jeder weiteren lernt man die Welt und Charaktere besser kennen. Normalerweise, und so ist es ja auch gedacht, beginnen wir bei Büchern mit dem ersten Band, sehen das aber bei Comics nicht so eng. Da "Marsupilami" für uns völlig neu war, habe ich mich jedoch gefreut, dass in diesem Doppelband die beiden ersten Abenteuer des Fabeltiers enthalten sind: "Tumult in Palumbien" und "Panda in Panik". So konnten wir, mein Sohn und ich, uns von Anfang an mit dem niedlichen und lustigen Wesen anfreunden.

In Band 1, "Tumult in Palumbien" geht es um Tierjäger, die in den Urwald kommen und Jagd auf die Marsupilami-Familie machen. Das klingt zuerst einmal furchtbar spannend, und ist es auch. Wäre das Maruspilami nicht so schlau und gewieft, so dass die Tierjäger keine wirkliche Chance haben. Keine Falle nützt etwas, jeder Plan der Jäger geht schief. Und wenn es darauf ankommt, weiß sich das Marsupilami gut zu verteidigen. Es beschützt seine Familie. Das Lesen ist ein großer Spaß, obwohl die Marsupilamis nur Fantasiesprache sprechen und Geräusche machen, werden sie sofort zu Lieblingshelden.

Band 2 "Panda in Panik" beginnt mit einer kleinen Vorgeschichte, in der viel Sarkasmus mitschwingt. Das ist sehr lustig, jüngere Kinder können wahrscheinlich aber noch nicht zwischen den Zeilen lesen. Macht aber gar nichts. Ein Panda soll von Palumbien nach China geflogen werden. Doch das schrottreife Flugzeug stürzt ab und der Panda landet im Dschungel. Dort wird er von der Marsupilami-Familie entdeckt. Sie wollen sich um den Panda kümmern. Ihn zu versorgen und zu füttern erweist sich jedoch als ganz schön schwierig.

Obwohl unser Sohn (9) "Marsupilami" noch nicht kannte, war er sofort begeistert von der Fabeltier-Familie und ihren Abenteuern. Den Doppelband hat er schon mehrfach verschlungen. Dabei wechselt er ab; manchmal liest er die Geschichte komplett und konzentriert, manchmal schaut er den Comic einfach nur an, ohne zu lesen. Besonders hat es ihm das kleine schwarze Marsupilami-Kind und die lustige Fantasiesprache angetan. Wir müssen beim Lesen beide viel lachen.

Fazit ...
"Marsupilami TWO-IN-ONE: Tumult in Palumbien + Panda in Panik" war für uns die beste Gelegenheit, das Marsupilami und seine Welt kennenzulernen. Denn der Doppelband enthält die ersten beiden Marsupilami-Geschichten und bildet so die Grundlage für jede weitere. Kindern und Erwachsenen machen die Abenteuer der Marsupilami-Familie großen Spaß. Es wird lustig (oft sarkastisch), sehr spannend und gewieft. Mit diesem Jubiläumsband könnten die Marsupilami-Comics auch für uns Kult werden.

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mammut, kinderbuch, haustier, knut krüger, freunde

Nur mal schnell das Mammut retten

Knut Krüger , Eva Schöffmann-Davidov
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.02.2017
ISBN 9783423761697
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Unsere Tochter kennt das Dilemma. Sie wünscht sich nämlich nichts lieber als einen Hund. Wollen oder können Eltern diesen Wunsch nicht erfüllen, ist das für Kinder meist nicht einfach nachzuvollziehen. Genau so geht es Henry in "Nur mal schnell das Mammut retten". Darum war es auch unsere Tochter, die sich sofort mit Henry (und seinem Hundewunsch) identifizieren konnte. Obwohl das Buch auch ihren älteren Bruder sehr angesprochen hat. Denn was Henry stattdessen im Wald entdeckt, ist ein echtes, lebendes Babymammut. Und weil seine Eltern nicht zu Hause sind, nimmt Henry das kleine Mammut kurzerhand mit nach Hause. Da scheint das Chaos vorprogrammiert, oder?

Ja, es wird chaotisch, denn Henry und seine beiden Freunde Finn und Zoe haben sich die Sache wahrscheinlich etwas einfacher vorgestellt. Das Mammut ist nämlich nicht lieb und folgsam, es macht so ziemlich, was es will. Es frisst Dinge, die es nicht soll, saust durch das Haus (immer in Gefahr von Oma Scarlett entdeckt zu werden) und verwandelt das Bad in eine Wasserschlachtlandschaft. Natürlich hat es dabei aber einen ganz eigenen Charme, sodass man es einfach gern haben muss. Trotzdem überlegt Henry nicht selten, was er sich da bloß aufgehalst hat. Als es dem Mammut plötzlich gar nicht mehr gut geht, müssen die Freunde zusammenhalten, um es zu retten.

Das Buch vorzulesen oder selbst zu lesen macht großen Spaß. Obwohl mir machmal auffiel, dass einige Gedankengänge nicht sehr typisch für Kinder waren, bzw. von einem erwachsenen Autor stammten, der wie ein Kind denken/schreiben wollte. So gab es auch Kleinigkeiten, die unsere Kinder (7 und 9) beim Vorlesen noch nicht so richtig verstanden haben. Die zwei hat das aber nicht gestört, sie haben viel gelacht und mitgefühlt. Manchmal wurde es auch ganz schön spannend. Nebenbei können Kinder, natürlich auf humorvolle Art und Weise, lernen, wie viel Verantwortung solch ein Haustier mit sich bringt. Hier zwar am unwahrscheinlichen Beispiel eines Mammuts, aber das ist auch nicht das Hauptziel des Buches. Viel wichtiger ist eine schöne Erkenntnis zum Schluss, und damit haben wir das Buch ganz glücklich zugeklappt.

Fazit ...
"Nur mal schnell das Mammut retten" ist ein Kinderbuch zum Liebhaben, und manchmal ist es auch ganz schön cool. Mit dem kleinen Mammut holt sich Henry nicht nur viel Verantwortung, sondern auch allerhand Chaos ins Haus. Zum Glück hat er seine Freunde, mit denen er gemeinsam eine Lösung findet. Trotz einigen anspruchsvolleren Stellen für junge Zuhörer oder Leser, macht das Vorlesen großen Spaß. Eine schöne Geschichte zum Lachen und Mitfiebern. 

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283 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 129 Rezensionen

liebe, abschiebung, new york, schicksal, the sun is also a star

The Sun is also a Star.

Nicola Yoon , Susanne Klein , Dominique Falla
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.03.2017
ISBN 9783791500324
Genre: Jugendbuch

Rezension:

'Ein einziger Tag für die Liebe' heißt der Untertitel des zweiten Buches von Nicola Yoon "The Sun is also a Star". Deutschsprachige Leser sollen damit wahrscheinlich auf richtige Fährte gebracht werden. Und es stimmt auch, denn im Buch geht es um zwei Jugendliche, die sich an einem einzigen Tag ineinander verlieben. Inklusive spezifischer Schicksale und Theorien über den Zufall. Klingt das nicht kitschig? Ja tut es, ist aber hier ganz sicher nicht so! Das Buch liest sich perfekt. Dazu ist es äußerst intelligent und sehr romantisch - ganz ohne oberflächliches Drama.

Daniel ist der Sohn koreanischer Einwanderer, Natasha kommt ursprünglich aus Jamaika. Beide haben das Gefühl sich dem Wunsch oder Willen ihrer Eltern beugen zu müssen. So soll Daniel nach der Meinung seiner Eltern, die sich das Beste für ihren Sohn wünschen, unbedingt Arzt werden. Dabei weiß er selbst noch nicht so genau, wohin er mit seinem Leben möchte. Bei Natasha sieht das Ganze noch etwas dramatischer aus, denn ihre Familie lebt illegal in New York und alle müssen am Abend in ein Flugzeug Richtung Jamaika steigen - sie werden abgeschoben. Während Daniel sich vor einem Vorstellungstermin einfach mal durch New York treiben lassen möchte, unternimmt Natasha einen letzten Versuch, um in den USA bleiben zu dürfen. Dabei laufen sie sich zufällig über den Weg, verbringen, anfangs eher unfreiwillig, einen gemeinsamen Tag zusammen ... und irgendetwas (Das Schicksal? Der Zufall?) zieht sie zueinander hin, obwohl sie völlig unterschiedliche Ansichten vom Leben haben: Daniel, der romantische Träumer und Natasha, die nüchtern-intelligente Realistin.

Obwohl Natasha und Daniel nur einen einzigen Tag zusammen haben, ist das Buch nicht oberflächlich oder schwarz-weiß. Im Gegenteil, die Geschichte leuchtet in allen Farben und die Charaktere könnte nicht besser dargestellt sein. Die Handlung wird abwechselnd von beiden Protagonisten erzählt, und die Kapitel sind jeweils recht kurz und herrlich-spaßig-luftig zu lesen. Nach wenigen Kapiteln waren beide Hauptcharaktere für mich so real, als würde ich sie schon immer kennen. Ab und zu gibt es im Buch Szenen, die nur indirekt mit Daniel und Natasha zu tun haben. Aber alle vorkommende Personen haben einen Anteil an der Begegnung der beiden, spielen eine Rolle bei ihrem Schicksal. Das können die Eltern sein oder auch mal eine Sicherheitsbeamtin oder ein Autofahrer. Manchmal wird auch eine kleine Nebengeschichte erzählt oder ein Begriff näher erklärt. Dieser Mix, der sich zu einem großen Ganzen zusammenfügt, ist wirklich fantastisch geschrieben.

Irgendwie hoffte ich immer, dass es für Daniel und Natasha gut ausgeht, dass ihre Beziehung eine Chance bekommt. Doch wie definiert man gut oder schlecht? Und gibt es sie wirklich, die Liebe auf den ersten Blick? Und egal wie die Antwort aussieht, das Buch fesselt ungemein und ist während und nach dem Lesen sehr authentisch. Ich hatte niemals das Gefühl, so etwas könne nicht passieren.
Sehr berührt hat mich dann das Ende, denn was die Autorin daraus gemacht hat, ist einfach nur groß. Ganz wunderbar!

Das Fazit
Ich wusste es schon nach dem ersten Buch der Autorin, aber nach "The Sun ist also a Star: Ein einziger Tag für die Liebe" ist mir klar, dass ich jedes Buch von ihr lesen würde. Sie hat eine unheimlich große Begabung für Geschichten, die nicht an der Oberfläche bleiben, die tief gehen und sich mit existenziellen Fragen der Menschheit beschäftigen. So bunt und vielschichtig wie ein Regenbogen. Dabei sind die Charaktere perfekt, die Stimmung genial und der Stil so leicht, romantisch und humorvoll, dass das Lesen eine Freude ist. Einzigartig gut und ein Highlight! 5 von 5 Sterne dafür.

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Kleine Entdecker - Im Weltraum

Ruth Martin , Sandra Margineanu , Allan Sanders
Pappbuch
Erschienen bei Loewe, 19.06.2017
ISBN 9783785588208
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Kleine Entdecker" heißt eine neue Bilderbuchserie, die Kindern erstes Lernen mit viel Spaß vermitteln will. Die Bücher sind aus stabiler Pappe gefertigt und damit genau richtig für kleine Kinderhände ab 3 Jahren. Und, sehr wichtig, sie haben eine große Anziehungskraft (auf Kinder und Erwachsene!), denn zuerst hat sich unser Großer (9) "Im Weltraum" geschnappt, sich lange damit beschäftigt und alles komplett durchgelesen. Immer wieder hörte ich ihn kichern oder erstaunt ausrufen. Danach folgte das Gleiche mit "Tiere". Schon damit war beschlossene Sache, dass die Sachbilderbücher echte Allroundtalente sind und Kinder fast jeden Alters ansprechen. Für die spielerische und humorvolle Wissenvermittlung sind sie perfekt.

Zuerst fallen die ansprechenden und lustigen Zeichnungen ins Auge. Allan Sanders gestaltet seine Illustrationen naturgetreu, jedoch mit viel Witz. So wirken manche Tiere fast menschlich und irgendwie drollig-herzlich. Dazu passt ein toller Humor und lustige Spezialaufgaben. So ist beispielsweise ein kleiner Hamster reiselustig geworden und aus seinem Käfig verschwunden. Kinder sollen ihn suchen (sie finden ihn dann samt Koffer im Pferdeanhänger). Das sind ganz herzige Details, die viel Spaß machen. Wir müssen beim Anschauen und Vorlesen viel lachen und grinsen.

"Im Weltraum" besitzt über 30 Klappen, hinter denen sich viele Überraschungen verbergen. Hier dreht sich alles um unser Sonnensystem, die Planeten, Astronauten und Raumschiffe. Der Text ist sachlich und fundiert und enthält nahezu alles Grundwissen (und noch mehr) zu den gezeigten Themen. Öffnet man die entsprechende Klappe, wird das Wissen vertieft und oft noch zusätzlich mit Humor unterlegt.

Damaris' Fazit ...
"Kleine Entdecker" ist für uns eine perfekte Sachbilderbuchreihe für Kinder. Egal ob "Tiere" oder "Im Weltraum", die Themen sind so spannend und informativ gewählt, dass sich Jungen und Mädchen jederzeit wieder aufs Neue damit beschäftigen können. Man kann die Bücher einfach nur anschauen, sich vorlesen lassen oder damit das Lesen üben. Die Zeichnungen sind bunt, witzig und sehr freundlich gehalten, ebenso der fundierte Text. Durch die vielen Klappen wird das vermittelte Wissen mit Humor und lustigen Suchaufgaben vertieft. Ein toller Bonus!

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Kleine Entdecker - Tiere

Ruth Martin , Sandra Margineanu , Allan Sanders
Pappbuch
Erschienen bei Loewe, 19.06.2017
ISBN 9783785588192
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Kleine Entdecker" heißt eine neue Bilderbuchserie, die Kindern erstes Lernen mit viel Spaß vermitteln will. Die Bücher sind aus stabiler Pappe gefertigt und damit genau richtig für kleine Kinderhände ab 3 Jahren. Und, sehr wichtig, sie haben eine große Anziehungskraft (auf Kinder und Erwachsene!), denn zuerst hat sich unser Großer (9) "Im Weltraum" geschnappt, sich lange damit beschäftigt und alles komplett durchgelesen. Immer wieder hörte ich ihn kichern oder erstaunt ausrufen. Danach folgte das Gleiche mit "Tiere". Schon damit war beschlossene Sache, dass die Sachbilderbücher echte Allroundtalente sind und Kinder fast jeden Alters ansprechen. Für die spielerische und humorvolle Wissenvermittlung sind sie perfekt.

Zuerst fallen die ansprechenden und lustigen Zeichnungen ins Auge. Allan Sanders gestaltet seine Illustrationen naturgetreu, jedoch mit viel Witz. So wirken manche Tiere fast menschlich und irgendwie drollig-herzlich. Dazu passt ein toller Humor und lustige Spezialaufgaben. So ist beispielsweise ein kleiner Hamster reiselustig geworden und aus seinem Käfig verschwunden. Kinder sollen ihn suchen (sie finden ihn dann samt Koffer im Pferdeanhänger). Das sind ganz herzige Details, die viel Spaß machen. Wir müssen beim Anschauen und Vorlesen viel lachen und grinsen.

"Tiere" ist wie eine kleine Rundreise um die Erde. Nachdem die heimischen Haustiere und Bauernhoftiere gezeigt und erklärt wurden, geht es weiter in den Dschungel, die Arktis oder die Wüste. Auch hier macht der Text großen Spaß, und Wissen wird durch die Zusatzinformationen in den über 30 Klappen vertieft.

Fazit ...
"Kleine Entdecker" ist für uns eine perfekte Sachbilderbuchreihe für Kinder. Egal ob "Tiere" oder "Im Weltraum", die Themen sind so spannend und informativ gewählt, dass sich Jungen und Mädchen jederzeit wieder aufs Neue damit beschäftigen können. Man kann die Bücher einfach nur anschauen, sich vorlesen lassen oder damit das Lesen üben. Die Zeichnungen sind bunt, witzig und sehr freundlich gehalten, ebenso der fundierte Text. Durch die vielen Klappen wird das vermittelte Wissen mit Humor und lustigen Suchaufgaben vertieft. Ein toller Bonus!

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Wundervogel

Mike Revell , Katharina Orgaß , Katharina Orgaß
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 27.04.2017
ISBN 9783737353748
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Mike Revells "Wundervogel" hat schon vor dem Lesen etwas, das Spannung, Geheimnisse und viel Fantasie verspricht. Und genau das ist der Stoff, aus dem Kinderträume gemacht sind. Eine riesige Steinfigur, die zum lebenden Beschützer eines Junge wird? Ein Tagebuch, das alte Familiengeheimnisse offenbart? Das klingt wunderbar rätselhaft und faszinierend. Und so kam es, wie es kommen musste: Ich konnte "Wundervogel" nicht aus der Hand legen.

Kennst du das, wenn etwas so überraschend oder so lustig oder so toll ist, dass man glaubt, man träumt? Und man will sich nicht kneifen, weil man gar nicht aus demTraum aufwachen will?
Genauso geht es mir jetzt. - S. 298


Im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten beginnt diese nicht mit dem Umzug von Liams Familie nach Swansbury. Die Familie wohnt schon ein paar Tage dort. Doch erst in dieser Nacht sieht Liam einen dunklen Umriss, der am Himmel in Richtung der verfallenen Kirche schwebt. Das Buch beginnt sofort fesselnd und auch etwas unheimlich.
Der 11-jährige Liam macht eine schwierige Zeit durch. Die Familie lebt im Haus der Großmutter, ohne den Vater, denn die Eltern haben sich getrennt. Darum ist auch bei Liams Mutter immer öfter "Rotweinzeit" angesagt. Die Großmutter ist im Heim, sie leidet an Demenz und redet wirr und rätselhaft. Und dann hat Liam auch noch Angst vor der neuen Schule und den anderen Kindern dort. Wie wird er bei ihnen ankommen? Wird er schnell neue Freunde finden?

Als Liam die Vermutung hat, der riesige steinerne Gargoyle aus der verfallenen Kirche könnte lebendig sein, möchte er der Sache auf den Grund gehen. Dabei stolpert er in die Vergangenheit seiner Großmutter und bemerkt, dass er Wünsche plötzlich wahr werden lassen kann. Doch Liam muss auch lernen, das daraus nicht nur Gutes entsteht. Der Gargoyle beschützt ihn nicht nur, er kann auch sehr gefährlich werden.
"Wundervogel" hat eine sehr vereinnahmende Atmosphäre. Das Buch ist spannend, manchmal düster und etwas unheimlich, hat aber auch etwas sehr Liebevolles. Liam, der die Geschichte erzählt, spricht seine Leser manchmal direkt an ("Kennst du das ..."). Kinder fühlen integriert und nehmen Anteil an den Erlebnissen.

Obwohl es im Buch manchmal sehr deutlich und brenzlig zur Sache geht, ist eine Liam eine Identifikationsfigur zum Gernhaben. Er setzt sich für seine Familie ein und lernt aus Fehlern. Die Geschichte endet etwas traurig aber optimistisch. Wie Liam werde ich mich immer gerne erinnern, und ich bin davon überzeugt, so geht es jedem, der das Buch liest.

Fazit ...
"Wundervogel" ist ein gelungener Mix aus geheimnisvoller Spannung, Hoffnung und Fantasie. Es ist selten, dass mich ein Kinderbuch so sehr fesselt. Jeder Leser, ob jung oder alt, wird es genau so sehen. Die Atmosphäre im Buch lässt nicht los. Liams Geschichte, seine Entdeckungen, die Familiensituation und seine Erkenntnisse, vereinnahmen komplett und so, als wäre man selbst dabei. Ein wunderbares Debüt, nicht verpassen!

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158 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 43 Rezensionen

krieg, fuchs, freundschaft, kinderbuch, pax

Mein Freund Pax

Sara Pennypacker , Birgitt Kollmann , Jonathan Klassen
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 16.03.2017
ISBN 9783737352307
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Freundschaftsgeschichten zwischen Kindern und Tieren kennt fast jeder, egal ob als Film oder als Buch. In "Mein Freund Pax" geht es um Peter und seinen zahmen Fuchs Pax. Die beiden verbindet eine tiefe Freundschaft und Zuneigung. Trotzdem werden sie unfreiwillig getrennt. Doch manche Freundschaften überstehen sogar Hunderte von Kilometern.
Man ahnt es schon, das Buch trifft mitten ins Herz. Auf eine sehr einfühlsame und fast poetische Art erzählt die Autorin eine Geschichte, in der ein Junge und ein Fuchs über sich hinauswachsen.

Die Geschichte beginnt damit, dass Peter seinen Fuchs aussetzen muss. Sein Vater zieht in den Krieg, Peter soll beim Großvater leben. Dort ist für Pax kein Platz. Für Peter ist die Situation kaum zu ertragen. Zu spät realisiert er, dass es nicht richtig war, sich den Plänen seines Vater ohne Widerspruch zu fügen. Er möchte die Dinge in Ordnung bringen, mehrere Hundert Kilometer wandern, und Pax zurückholen. Doch das ist einfach gesagt als getan.

Nein, nein, Pax würde am Straßenrand warten, genau da, wo sie ihn zurückgelassen hatten. Er würde Hunger haben, sicher, und auch verängstigt sein, aber davon abgesehen würde es ihm gutgehen. Peter würde ihn mit nach Hause nehmen, und da würden sie dann bleiben. Sollten sie doch versuchen, ihn noch einmal von dort wegzubringen. Nein, dieses Mal tat er das Richtige.
Pax und er. Unzertrennlich. - S. 29


Abwechselnd werden die Erlebnisse aus der Sicht von Peter und von Pax erzählt. Beide versuchen sich wiederzufinden - Pax, indem er auf Peter wartet - und beiden werden dabei viele Steine in den Weg gelegt. Vor allem bei Peter konnte ich mir bald nicht mehr vorstellen, dass er es schafft, den langen Weg zu gehen. Unerwartet bekommt er Hilfe, von der nicht nur er profitiert. Hier hat Autorin Sara Pennypacker eine wunderbare Geschichte in die Geschichte geschrieben. Ich war von den Ereignissen mehrmals sehr gerührt.

Auf eine bestimmte Zeitepoche kann ich mich bei "Mein Freund Pax" nicht festlegen. Bei dem Krieg, der im Land herrscht, der aber nicht auf alle Menschen Auswirkungen zu haben scheint, könnte es sich um Anfang/Mitte des 20. Jahrhunderts handeln, er könnte aber ebenso heute stattfinden. Kindern ist es sicherlich egal, wann die Geschichte spielt. Ich selbst hätte mir mehr Klarheit gewünscht. Einige Szenen sind erschreckend deutlich beschrieben, andere bleiben vage und waren mir damit zu ungenau. Man muss sie, weil sie alle aus Pax' Sicht wiedergegeben werden, so sehen, wie ein Tier sie sehen und verstehen würde. Die Handlung beeinflusst das nicht. Sie hat mich betroffen gemacht und beeindruckt, war manchmal ganz still und dann wieder erschreckend laut.

Überrascht hat mich auch das Ende. Nach den ganzen Ereignissen kommt es schnell und ist weit weniger spektakulär als erwartet, vielleicht auch nicht ganz so, wie es sich mancher Leser wünschen wird. Für mich (und Pax!) war es aber das einzig richtige Ende.

Fazit ...
"Mein Freund Pax" ist ein bewegendes Buch, nicht nur für Kinder sondern ebenso für erwachsene Leser. Die Geschichte hat etwas Ergreifendes und wird lange im Gedächtnis bleiben. Der kindlichen Freundschaft zwischen Peter und seinem Fuchs Pax, wird durch die Umstände eine Reife abverlangt, die beeindruckt und sehr zu Herzen geht. Jeder der beiden wächst auf seine Art über sich hinaus. Unbedingt lesen.

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dystopie, infernale, liebe, sophie jordan, mördergen

Infernale – Rhapsodie in Schwarz

Sophie Jordan , Ulrike Brauns
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.03.2017
ISBN 9783785583692
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Infernale" war ein tolles Leseerlebnis, ein spannender Roman, der mich oft schockiert und sprachlos gemacht hat. Der Folgeband "Infernale: Rhapsodie in Schwarz" war folglich ein Lesemuss. Jetzt, nach dem Lesen bin ich überrascht, wie anders der zweite Teil, im Gegensatz zum Vorgänger, daherkommt. Und genau das mag ich sehr gerne, denn das bringt Individualität mit sich und lässt die Geschichte nicht auf der Stelle treten. Ich kann mir jedoch aber auch vorstellen, dass einige Leser eine ähnliche Geschichte erwarten, wie zu Beginn der Reihe. Sieht man beide Bände jedoch als Einheit, kann man damit durchaus zufrieden sein.

Davy und ihren Freunden ist die Flucht aus Mount Haven, dem Ausbildungslager für Mördergen-Träger (HTS), gelungen. Nun warten sie auf eine Gelegenheit, die Grenze nach Mexiko zu überqueren. Dort erhoffen sie sich, selbst als gezeichnete Träger, ein neues, selbstbestimmtes Leben. Bis dahin ging die Geschichte nahtlos vom Vorgängerband über. Doch man merkt sofort, dass Davy sich verändert hat. Sie distanziert sich von ihren Freunden, wird gepeinigt von den letzten Ereignissen im Ausbildungslager. Das bekommt vor allem Sean zu spüren, Davys Freund. Leser müssen sich darauf einstellen, dass er in "Rhapsodie in Schwarz" keine tragende Rolle mehr spielt. Das empfand ich zwar als sehr natürlich, dem Lauf der Dinge angemessen, aber persönlich auch schade. Seans Rolle mochte ich, trotz einiger Klischees, in "Infernale" sehr gerne.
Bei der versuchten Grenzüberquerung wird Davy von ihren Freunden getrennt, und ab hier geht die Geschichte einen anderen Weg, den ich persönlich sehr mochte. Davy stößt auf den Widerstand, eine Gruppierung, die vordergründig HTS-Trägern Schutz und Hilfe bietet. Hier trifft Davy dann auch auf deren Anführer Caden, und, man ahnt es, daraus entwickelt sich eine neue Liebesgeschichte. Das möchte ich auch gar nicht kritisieren, denn nach Davys bisherigen Erlebnissen, empfinde ich das sogar als plausibel. Leider hat es die Autorin nicht geschafft, mir Caden als Person besonders nahe zu bringen. Besser hätte sie auf die wiederholte Beschreibung körperlicher Vorzüge verzichtet und ihm mehr Persönlichkeit verliehen.

Während sich Davy entscheiden muss, ob sie beim Widerstand bleibt oder ihren Freunden nach Mexiko folgt, spielen sich im Hintergrund Dinge ab, welche die gespaltene Gesellschaft einen, bzw. die politische Lage im Land zum Guten ändern soll. Das wird durch kurze Textsequenzen verdeutlicht, die Hauptgeschichte bleibt bei Davys Erlebnissen. Am Ende erscheint mir die Zeitachse der Ereignisse rund um das Mördergen HTS dann doch etwas kurz. Ein gespaltenes Amerika, geteilt in normale Menschen und HTS-Träger, mit Internierungslagern und einer Behörde, die ein Land in dystopische Zustände gestürzt hat - das alles benötigt sicherlich ein längeres Zeitfenster als mehrere Monate. Dafür wurde die Geschichte jedoch schlüssig und mit konfliktreichen Entscheidungen zu Ende gebracht.
Kategorisieren lässt sich das Buch nicht eindeutig. Es ist keine reine Dystopie, eher ein Jugendthriller. Vielleicht eine Zukunftsvision, eine Studie von einer Gesellschaft, die sich dystopisch entwickelt, bei der man am Ende jedoch hoffnungsvoll in die Zukunft schauen kann.

Das Fazit
"Infernale: Rhapsodie in Schwarz" legt den Fokus nicht mehr so deutlich auf Schockmomente, sondern begleitet die Mördergen-Trägerin Davy bei weitreichenden Entscheidungen für sich selbst und für Menschen, die ihr nahestehen. Die vorhandene Lovestory ist plausibel, aber eher oberflächlich und damit schlussendlich Geschmacksache. Wenn man sich an einer recht kurzen Zeitspanne, in der sich eine Gesellschaft dystopisch (und wieder zurück) entwickelt nicht stört, bekommt man eine lesenswerte Geschichte, die nahegeht und mitreißt, auf die man am Ende zufrieden zurückblicken kann. 3 von 5 Sterne vergebe ich für den Abschlussband.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

außerirdische, phantasie, abenteuer, bilderbuch, kinderbuc

Der wilde Räuber Donnerpups (Bd. 2)

Walko , Walko
Fester Einband: 36 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 06.04.2017
ISBN 9783649669463
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Schon zum zweiten Mal dürfen sich Kinder über eine sehr lustige und ebenso spannende Geschichte vom Räuber Donnerpups freuen. Reizthemen kommen bei Kindern einfach immer wieder an - der wilde Räuber pupst besonders laut - und sorgen während des Vorlesens für Kicheranfälle. Ganz ehrlich kann ich zugeben, dass ich den Büchern zuerst mit Skepsis gegenüberstand. Völlig unbegründet. Denn Verhaltensweisen, die im Alltag unerwünscht oder verpönt sind, können Kinder durch Bücher erleben. Natürlich auf eine witzige und augenzwinkernde Art. Die kleinen Zuhörer, bzw. Betrachter können das auch ganz leicht unterscheiden.

Der zweite Donnerpups-Band ist noch eine Spur abgefahrener und spannender als der Vorgängerband. Das Bilderbuch hat eine eigene Geschichte. Vorkenntnisse werden somit nicht benötigt, aber es macht mehr Spaß, wenn man die Gestalten rund um den Räuberhauptmann bereits kennt.
Der strohblonde Robin ist jetzt fester Bestandteil der Räuberbande. Als er mit seinem Hauptmann nachts durch den Wald spaziert, bemerken die beiden einen seltsame Erscheinung, die vom Himmel stürzt. Doch die auf der Erde gestrandeten Neuankömmlinge sind lange nicht so freundlich und harmlos, wie die Räuberbande zuerst meint. Zuerst wird die Räuberbande geschrumpft, dann soll sie entführt werden. Zum Glück hat Robin im letzten Moment den rettenden Einfall.

Aus diesen Ereignissen entsteht eine Geschichte, bei der nicht nur viel und laut gelacht wird, sie ist auch unheimlich spannend. Ich habe das Bilderbuch meinen beiden großen Kindern (9 und 7) vorgelesen, und sie waren für die Geschichte noch lange nicht zu alt. Die beiden saßen nägelkauend und mit offenem Mund an meiner Seite. Da das Bilderbuch relativ viel Text enthält, ist es ein längeres Vorleseerlebnis und kommt es einer Geschichte für ältere Kinder sehr nahe. Die Empfehlung ab 3 Jahren empfinde ich als etwas früh. Kleine Kinder können sich jedoch an den stimmungsvollen und detaillierten Bildern erfreuen, denn auch hier gibt es allerhand zu entdecken. Meine beiden Großen lesen "Überfall aus dem All" nun oft jeder für sich selbst ... und alleine das spricht schon für das Bilderbuch.

Fazit ...
Ich habe idealerweise den Vergleich zum ersten Donnerpups-Band. Den braucht man zwar nicht unbedingt, aber so kann ich sagen, dass ich "Der wilde Räuber Donnerpups: Überfall aus dem All" nochmals einen Ticken spannender und lustiger finde. Das Bilderbuch macht großen und kleinen Kindern Spaß (ebenso den erwachsenen Vorlesern), die Geschichte ist jedoch für ältere Kindergartenkinder oder Leseanfänger perfekt. Die Spannung wird mit viel Augenzwinkern und viel Humor unterlegt, und das Buch ist herrlich abgefahren. Dadurch hat "Überfall aus dem All" das Zeug zum Dauerbrenner.

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

carlsen, niederländische literatur, niederlande, rezension, young adult

Hundert Stunden Nacht

Anna Woltz , Andrea Kluitmann
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 03.03.2017
ISBN 9783551583482
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Honderd uur nacht" lautet der sympathisch-niederländische Originaltitel von "Hundert Stunden Nacht", dem aktuellen Buch von Anna Woltz. Darin geht es um Emilia, ein Mädchen aus Holland, ein Familiendrama und New York. Und wäre New York alleine nicht schon genug Leseanreiz für mich (Ich liebe NY!), machte die Beschreibung das Buch zu einem Lesemuss. Es hat sich gelohnt, die Geschichte ist toll! Schon mit den ersten Seiten war das Buch bei mir auf Highlight-Kurs.

Die Geschichte startet mit Emilias Aufbruch nach New York. Schnell musste es gehen, denn sie möchte Holland so schnell wie möglich verlassen. Trotz des übereilten Aufbruchs ist Emilia gut vorbereitet, sie hat alles, wirklich alles, was sie benötigt ausgedruckt und die Kreditkarte von ihrem Vater eingesteckt. Dazu hat sie sich eine Geschichte für die Einreise am Zoll überlegt und, das Wichtigste, noch auf die Schnelle ein bezahlbares Appartement gefunden - im Voraus bezahlt natürlich.
Emilia ist ein ganz einzigartiges Mädchen (ebenso ihre Familie), ich habe sie direkt ins Herz geschlossen. Sie ist organisiert und offen, hat aber mit einer Angststörung zu kämpfen. Doch sie ist auch tief verletzt und verstört, kombiniert mit sehr viel Wut. Etwas ist zu Hause passiert, etwas, das für sie so ungeheuerlich ist, dass sie aus dem Land flieht. Emilia gibt kleine Hinweise, dass es dabei konkret um ihrer Familie, ihren Vater, geht. Was genau vorgefallen ist, erfährt man erst später.

In New York gibt es zwar das gebuchte Appartement nicht, dafür lernt Emilia Seth und Abby kennen, Geschwister, die ein paar Tage alleine zu Hause sind. Ebenso Jim, der ziemlich verrückt und abgerissen ist. Mehr oder weniger unfreiwillig müssen die vier sich zusammenraufen, denn New York steht ein schlimmer Orkan bevor.
Die komplette Handlung, die Erlebnisse der Gruppe, sind so originell, humorvoll und einmalig, dass ich vom Buch völlig hingerissen war. Die Geschichte ist charmant, aber deutlich, und Emilias Hintergrundgeschichte ist nicht einfach zu bewerten. Einzig gegen Ende nützt Emilia die Differenzen mit ihren Eltern, um ihren Kopf durchzusetzen, was ich etwas überzogen fand. Geschmälert hat das das Leseerlebnis zum Glück nicht. Der Schluss ist nämlich einfach goldrichtig.

Das Fazit
Anna Woltz hat mit "Hundert Stunden Nacht" ein Jugendbuch geschrieben, das für immer in meinem Regal bleiben wird. Es ist ein Buch mit einzigartigen Charakteren, die alle etwas aus ihren Erlebnissen mitnehmen und die es wert sind, im Gedächtnis zu bleiben. Die Geschichte hat etwas ganz Zauberhaftes und Charmantes, ist lustig und nachdenklich zugleich (und manchmal fast ein bisschen skurril). Dazu kommt ein fantastisches New-York-Flair mit der außergewöhnlichen Situation eines dramatischen Sturms. Es passt einfach. Lesen!

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62 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

appalachian trail, wandern, usa, abenteuer, jugendbuch

The Distance from me to you

Marina Gessner , Katrin Behringer
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 06.03.2017
ISBN 9783845816043
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bei "The Distance from me to you" gefällt mir nicht nur besonders gut, dass der Originaltitel beibehalten wurde, mich hat das Buch vor allem wegen des Themas interessiert, Stichwort Appalachian Trail. Dieses Wandervorhaben der Hauptprotagonistin ist einfach total faszinierend. Menschen die gelegentlich wandern oder auch mal eine anstrengende Bergtour machen, können sich wohl kaum vorstellen, was es heißt, mehrere Monate durchzuwandern. 3500 Kilometer zu Fuß, mit einem sehr schweren Rucksack, durch die USA. Das ist wahrlich beeindruckend! Eine gut umgesetzte und recherchierte Geschichte, eine nachvollziehbare Lovestory und etwas Spannung - genau das erwartete ich. Und genau das bekommt man im Buch.

Kendras Situation ist bescheiden. Da hat sie ewig lange mit ihrer besten Freundin trainiert, damit die Durchwanderung des Appalachian Trails überhaupt möglich ist, und nun sagt Courtney im letzten Moment ab. Sie ist wieder mit ihrem Exfreund zusammen, eine mehrmonatige Trennung will sie nicht riskieren. Da dies die letzte Gelegenheit vor dem Studium ist, lässt sich die Wanderung auch nicht verschieben, und Kendra, die praktisch auf einem gepackten Rucksack sitzt, entschließt sich, den Trail alleine zu bewandern - ohne das Wissen ihrer Eltern.

Was nun folgt ist eine Art gut recherchierter Reisebericht, der von Zuschauern, den Lesern, beobachtet wird. Kendras Wanderung ist frei erfunden, wie die Autorin anfügt, trotzdem liest sich das Buch sehr gut, fast ein bisschen autobiographisch. Das passt wunderbar zur Geschichte. Die Handlung ist ausführlich, aber nicht jede Etappe wird genauestens dokumentiert. Das ist angenehm, ich rauschte förmlich durch die Seiten. Man begleitet Kendra bei Erfolgen und Rückschlägen und natürlich, als sie Sam kennenlernt. Die Lovestory ist authentisch und passt gut zur Geschichte, sie ist absolut nachvollziehbar.
Einige Dinge empfand ich als nicht ganz logisch oder etwas unglaubwürdig. So hat Kendra zum Beispiel an wirklich alles gedacht, sich wunderbar auf den Trail vorbereitet, kann aber nicht mit einem echten Kompass umgehen, ausschließlich mit der App im iPhone (Was ist der Unterschied?). Bei diesem hält der Akku auch niemals so lange durch, wie beschrieben, auch wenn man das Smartphone jeden Tag ausschaltet. Aber das sind Kleinigkeiten, die nicht für jeden Leser relevant sein werden.

Grundsätzlich ist das ganze Buch spannend und interessant, für mich wäre die Extraportion Gefahr im letzten Buchdrittel also nicht unbedingt notwendig gewesen. Kendra und Sam treffen aus dem Bauch heraus eine Entscheidung, die sie in Lebensgefahr bringt. Mit Folgen für die Wanderung und ihre Beziehung.
Der Schluss ist gut gelungen. Genau wie Kendras Wanderung auf dem Appalachian Trail, ist er sehr realistisch und nicht durch die Lovestory abgelenkt oder versüßt. Sehr schön!

Das Fazit
"The Distance from me to you" ist ein Roman, bei dem einen sofort die Wanderlust überkommt, denn die Geschichte hat etwas von einem Reisebericht in Romanform. Kendras Erlebnisse auf dem 3500 Kilometer langen Appalachian Trail sind durchweg interessant und realistisch, ebenso die Liebesgeschichte, die sich fast nahtlos in die Handlung einfügt. Die Geschichte hat das Potenzial am Stück verschlungen zu werden, das Buch liest sich klasse und faszinierend. Für mich wäre es auch ohne die hohe Spannungskurve am Ende absolut lesenswert gewesen. 4 von 5 Sterne gibt es von mir.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

kinderbuch, ritter, mut, freundschaft, bilderbuch

Ritter und Drachen haben gut lachen

Elli Woollard , Maria Höck , Benji Davies
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 20.03.2017
ISBN 9783845817996
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ich glaube, das Thema Freundschaft gehört zu den am häufigsten vorkommenden Bilderbuchgeschichten. Und das ist gut so. Die Ideen dazu sind fast unerschöpflich und vor allem für Kinder jeder Altersklasse immer wieder aktuell. "Ritter und Drachen haben gut lachen" gehört zu den besonders erwähnenswerten Freundschaftsgeschichten, denn der kleine Ritter Konrad und Drache Theo schließen Freundschaft, ohne zu wissen, wer der jeweils andere ist. Die Auflösung ist nicht nur humorvoll und für kleine Kinder spannend, die Bilder sind auch noch so niedlich, dass beim Anschauen sofort das Herz aufgeht.

Die Drachen aus den Bergen sind sehr gefürchtet. Am liebsten verspeisen sie köstliche Ritter zum Abendessen. Eines Tages fällt ihnen auf, dass ihr jüngster Drache, der 4-jährige Theo, raus aus seinem Nest soll, um die Ritter das Fürchten zu lehren. Theo macht sich also auf dem Weg, weit fort von zu Hause - und stürzt prompt in einen Teich. Dort findet ihn der kleine Ritter Konrad, der schnell seine Rüstung auszieht, um der abgestürzten vermeintlichen "Ente" zu helfen. Unter diesen Vorraussetzungen - keiner weiß vom anderen, wer er ist - entwickelt sich eine herzallerliebste Freundschaft.

Die komplette Geschichte ist in Reimen erzählt. Das macht Kindern besonders viel Spaß, weil sie die Wörter gut verstehen und sich damit ein schöner Vorleserhythmus ergibt. Außerdem empfanden wir die Freundschaftsgeschichte als herrlich lustig. Das beginnt schon damit, dass Drache Theo von Konrad für eine Ente gehalten wird. Irgendwie aber auch verständlich, denn Theo hat wirklich ein kleines bisschen was von einer Ente. Konrad kümmert sich sehr liebevoll um den abgestürzten Theo, obwohl dieser erwägt, Konrad als Ersatz für die entgangenen Ritter zu erschrecken. Spätestens dann haben die beiden alle Sympathien der kleinen Leser. Zusammen mit den herzlich-niedlichen Illustrationen von Benji Davies hat "Ritter und Drachen haben gut lachen" das Potenzial zum Lieblingsbilderbuch.

Fazit ...
"Ritter und Drachen haben gut lachen: Eine Freundschaftsgeschichte" begeistert auf den ersten Blick. Die Illustrationen sind anbetungswürdig niedlich. So sehr, dass ich als erwachsener Betrachter fortlaufend seufzen möchte. Dazu kommt die herzliche und lustige Freundschaft des jungen Drachen Theo (der keine Ente ist!) und des kleinen Ritters Konrad. In Reimen erzählt, ist die Geschichte ein Garant für ein besonders schönes Vorlesen. Das Bilderbuch gehört in jedes Kinderbuchregal.

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83 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

magie, freundschaft, doppelgängerin, zwilling, schule

Nova und Avon - Mein böser, böser Zwilling

Tanja Voosen , Petra Hämmerleinova
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 03.03.2017
ISBN 9783551653819
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Nova und Avon ist eine neue Buchreihe von Tanja Voosen. Sie zählt noch zu den Kinderbüchern, ist aber von der Altersempfehlung irgendwo zwischen Kinder- und Jugendbüchern angesiedelt. Da wurde ich sofort aufmerksam. Denn diese Bücher haben oft einen ganz eigenen Charme und sorgen für viele spannende und humorvolle Lesestunden. Der erste Band der Reihe, "Mein böser, böser Zwilling", erfüllt diese Erwartungen fast vollständig. Das Buch ist spannend und steckt voller Magie, ist aber weniger humorvoll als von mir erwartet. Dafür geht es stellenweise ganz schön zur Sache.

Die 13-jährige Nova Stark ist ein kleiner Tollpatsch, und das weiß sie auch. Ihr größter Wunsch ist es, normal zu sein. Aber sie kann einfach nicht aus ihrer Haut. Unfreiwillig stolpert sie von einer dummen Situation in die nächste, und ist dadurch dem Spott ihrer Mitschüler ausgesetzt. Sie bemüht sich, dazuzugehören, hat aber keine Freunde (außer ihren Wellensittich Wally, und der zählt ja nicht). Für mich war Nova ein richtig süßes Mädchen. Und gerade wegen ihrer Tollpatschigkeit, und den Situationen, die sich daraus ergaben, tat sie mir sehr leid. Anfangs zeigt die Handlung meist denselben Ablauf: Nova passiert ein Missgeschick, daraufhin wird sie vom Schulsternchen oder ihren Freundinnen lächerlich gemacht. Das war mir fast zu viel des Guten, zu pessimistisch, und auch nicht sehr abwechslungsreich.
Die Geschichte wird deutlich heiterer, als sich Nova mit Fee anfreundet. Beide Mädchen profitieren von der Freundschaft. Ihre Kommunikation ist lustig, voller Situationskomik und speziell-kreativer Momente. Das hat sehr viel Spaß gemacht.

Ich fragte mich mehrfach, wann wohl Avon, Novas böse Zwillingsschwester, ihren Auftritt hat. Sie erscheint recht spät auf der Bildfläche und sorgt in Novas Leben für noch mehr Tumulte und Missgeschicke. Der Ansatz im Buch ist keine Verbrüderung, bzw. Verschwesterung der beiden Zwillinge, in der z.B. eine der anderen gegen die vielen Schikanen hilft. Avon ist - wie schon im Buchtitel erkennbar - richtig böse und gemein. Sie tut alles, um Nova zu verdängen und zu schikanieren. Hier wird es manchmal sehr nervenaufreibend und düster. Zum Glück entwickelt Nova im entscheidenden Moment eine ungeahnte Stärke, und die Geschichte wird für diesen Band positiv abgeschlossen. Für die angegebene Altersempfehlung empfinde ich das als gut und wichtig.

Das Fazit
"Nova und Avon: Mein böser, böser Zwilling" ist nicht nur äußerlich eine Augenweide, das Thema ist so spannend, dass die Erwartungen hoch sind und man völlig im Buch versinken möchte. Und spannend wird es! Und magisch. Und lustig. Und verflucht-turbulent. Das Buch hat einen positiven Schluss, was ich unbedingt hervorheben möchte. Denn ich persönlich hätte mir für diese Altersempfehlung weniger pessimistische Tollpatschigkeit gewünscht und schon während der Handlung mehr Optimismus bevorzugt. Unterhaltsam war es natürlich dennoch. 3,5 von 5 Sterne vergebe ich dafür.

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346 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

physik, jugendbuch, verlust, trauer, liebe

Ein bisschen wie Unendlichkeit

Harriet Reuter Hapgood , Susanne Hornfeck
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.02.2017
ISBN 9783737340335
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Völlig unvoreingenommen habe ich "Ein bisschen wie Unendlichkeit" gelesen, hatte aber immer im Hinterkopf, dass das Jugendbuch etwas außergewöhnlich sein soll und Details der Physik/Mathematik und des Universums thematisiert. Für mich klang das sehr ambitioniert ... und ich fand es toll! Das Buch ist klasse geschrieben, für ein Debüt grandios. Und gerade das Zusammenspiel von Schmerzverarbeitung mit einer jugendlichen Liebesgeschichte wurde hier wunderbar umgesetzt.

Gottie ist ein Genie - ein Mathe- und Physikgenie. Alles, was mit Zahlen, Statistiken und Berechnungen zu tun hat, fällt ihr leicht. Leider kann man das eigene Leben nicht berechnen, und Gotties derzeitiges Leben ist voller Schmerz. Sie ist ohne Mutter aufgewachsen, hat das Gefühl, sich zu Hause um alles kümmern zu müssen, weil ihr Papa meist gedanklich abwesend ist und ihr Bruder sein Ding durchzieht und in den Tag hineinlebt. Dann trauert sie ihrem Exfreund nach, und seit ihr Großvater Grey vor fast einem Jahr gestorben ist, ist für Gottie nichts mehr wie es war.

Der Schmerz, mit dem Gottie lebt, war für mich sofort spürbar, aber, und das fand ich super, nur zwischen den Zeilen. Oberflächlich gesehen, verhält sich Gottie recht normal. Ein bisschen nerdig zwar, aber nicht verschlossen oder depressiv. Trotzdem schottet sie sich von Freunden und Familie ab und lebt in ihrer eigenen Welt. In dieser wird sie immer wieder in sogenannte Wurmlöcher hineingezogen und erlebt Passagen aus der Vergangenheit nochmals oder ihr aktuelles Leben in einer (eher mehreren) Parallelwelt(en). Zuerst ging ich davon aus, dass diese Wurmlöcher Gotties Kopf entspringen, eine Art Ventil sind, um mit dem Schmerz fertigzuwerden. Aber ganz so einfach ist es nicht. Die Wurmlöcher scheinen nicht nur erdacht, sondern echt zu sein. Damit enthält die Geschichte, neben dem eigentlichen Realismus, auch noch eine Portion Science Fiction. Dennoch ist es schwer, sich hier festzulegen. Für die Handlung und Entwicklung von Gottie sind die Erlebnisse in den Parallelwelten auf jeden Fall wichtig und zielführend. Das ist es auch, was den Roman zuweilen etwas "schwierig", nicht ganz einfach zu lesen, macht.

Eine große Rolle in Gotties Leben spielt Thomas, ihr ehemals bester Freund aus Kindertagen. Und Gottie ist überhaupt nicht begeistert, als er den Sommer bei ihrer Familie verbringt. Thomas ist so anders als früher und gibt Gottie dennoch ein Gefühl von Vertrautheit und Ankommen. Einfach wird es zwischen den beiden nicht, aber sehr realistisch und wirklich süß.
Wenn man sich auf dieses besondere Jugendbuch einlässt, und bereit ist, Gottie in ihrem ereignisreich-charmant-unendlichen Sommer zu begleiten, bekommt man ein ausgezeichnete Geschichte serviert. Sie ist konfliktreich, hat aber dennoch Wohlfühlcharakter. Es lohnt sich, sie auszuprobieren.

Das Fazit
"Ein bisschen wie Unendlichkeit" ist ein ganz feines Jugendbuch, das nicht immer einfach zu lesen ist, von dem ich aber völlig hingerissen war. Es ist ein Buch über Gottie, ein Mädchen mit einem tiefsitzenden Schmerz, das diesen jedoch zu akzeptieren lernt, um die Schönheiten des Lebens zu genießen. Wunderbare schrullig-einzigartige Charaktere und ein Thema, bei dem man trotz Sci-Fi-Elementen unbedingt mitfühlen wird, sind für ein ganz besonderes Leseerlebnis verantwortlich. Das Buch ist definitiv fast ein bisschen perfekt!

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36 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

familie, neuengland, brand, trauer, neuanfang

Fast eine Familie

Bill Clegg , Adelheid Zöfel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 23.02.2017
ISBN 9783100023995
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem ich den Klappentext von "Fast eine Familie" gelesen hatte, war es um mich geschehen. Ich musste dieses Buch lesen! Bei der Geschichte, einer Tragöde, interessierte mich vor allem die Umsetzung. Und doch war es ein Zitat von Anne Enright, das mir die Erzählung schon vor dem Lesen näherbrachte. Sie bescheinigt dem Buch Optimismus und viel Mitgefühl, deren Macht aus den Trümmern des Schicksals herausziehen kann. Diese Kombination aus Drama und Einfühlungsvermögen fesselte mich dann auch an die Seiten.

June Reid würde sich selbst wohl als die unfreiwillige Hauptperson des Romans bezeichnen. In einer einzigen Nacht, der Nacht vor der Hochzeit ihrer Tochter, verliert sie ihre ganze Familie. Ihren Lebensgefährten, den Exmann, ihre Tochter und den zukünftigen Schwiegersohn. Alle waren im Haus, als es in Flammen aufging, einzig June war im Garten. Doch warum? Das ist anfangs nicht so wichtig. Fakt ist, dass June die Anteilnahme, die neue Lebenssituation - vor allem aber den Schmerz - nicht mehr ertragen kann. Sie setzt sich in ihr Auto, fährt bis ans westlichste Ende des Landes und quartiert sich dort in einem Motel ein. Sie spricht (fast) nichts, isst (fast) nichts, verliert sich selbst komplett in ihrem Schmerz. Zum Glück wird ihr von jemandem die Hand gereicht, von dem sie es überhaupt nicht erwartet hätte.

Von Bill Cleggs Art zu schreiben, war ich tief beeindruckt. Er hat ein Mitempfinden in seinem Stil, ein Einfühlungsvermögen, das ich nur erwarten würde, wenn jemand eine solche Tragödie schon selbst erlebt hat. Dabei wirkt seine Erzählweise eher nüchtern, kommt ohne Kitsch und Pathetik aus.

Die Geschichte selbst ist nicht linear angelegt, vielmehr ist sie ein Puzzle aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Manche Personen treten häufiger in Erscheinen, andere nur ein Mal. Dadurch erfährt man gegen Ende, was sich tatsächlich ereignet hat. Vorher gilt es aber noch diverse Personen zu sortieren und ihr Leben oder Sicht der Dinge zu einem großen Ganzen, das natürlich mit June und ihrer toten Familie zusammenhängt, zusammenzusetzen. Da der Autor hier auch bezüglich Kleinigkeiten sehr ins Detail geht, erschienen mir einige Kapitel etwas lang, vielleicht sogar manchmal zu informativ. Andererseits ist das Buch sehr umfassend. Am Ende war ich vom Gesamtbild, das sich ergab, sehr ergriffen.

Das Fazit
Das Drama "Fast eine Familie" hat mich durch die einfühlsame Erzählung, die komplett ohne pathetischen Kitsch auskommt, berührt und nicht mehr losgelassen. Durch viele verschiedene Sichtweisen, die sich wie einzelne Puzzleteile zusammensetzen, entsteht eine umfassende Geschichte. Zuweilen erscheint sie etwas zu detailliert, zu hintergründig informativ, entwickelt aber eine Dynamik, die bei aller Tragödie ein optimistisches Mitgefühl ausstrahlt, mit dem sich am Ende bei mir eine hoffnungsvolle Zufriedenheit einstellte. 4 von 5 Sterne gibt es dafür.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

kinderbuch, drachen, first part, mini dino, drachenalarm auf meinem teller

Drachenalarm auf meinem Teller

Tom Nicoll , Doris Hummel , Sarah Horne
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 06.03.2017
ISBN 9783845820446
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Drachenalarm auf meinem Teller" ist das erste Kinderbuch des Autors Tom Nicoll. Und weil ich gerne Kinderbücher lese, und weil alleine das Cover eine spaßige Geschichte verspricht, freute ich mich auf eine schöne Kinderbuch-Schmökerzeit. Doch ich hatte nicht mit meinem 9-jährigen Sohn gerechnet, der mir das Buch sogleich aus der Hand riss. Nun gut, damit hatte er das Lesevorrecht und ich musste mich hinten anstellen. Nachdem wir beide die Geschichte beendet hatten, waren wir uns aber völlig einig: "Drachenalarm auf meinem Teller" ist eine überaus humorvolle und liebeswerte Geschichte. Und spaßig noch dazu!

Weil es in Erics Familie etwas zu feiern gibt (Erics Dad ist ein Fußballtrainer, dessen Mannschaft tatsächlich mal ein Tor geschossen hat, ein Eigentor zwar, aber das zählt genauso!), bestellen sie chinesisches Essen. Sie bekommen sogar noch Sojasprossen umsonst dazu. Und genau in diesen Sojasprossen findet Eric einen kleinen Spielzeugdrachen - das nimmt er jedenfalls an -, bis der vermeintlich Spielzeugdrache plötzlich zu reden beginnt.

"Ganz langsam ließ ich das Comicheft sinken und blickte zum Ende meines Bettes.
Dort saß der Spielzeugdrache aus der Sojasprossen-Box und las mit seinen drachenartigen Krallen in einem Captain-Bin-Man-Comic. (Glückskeksnachricht: "Dein Leben wird sich schon bald verändern.")
Zwei Dinge wurden mir klar:
Der Spielzeugdrache war gar kein Spielzeug.
Und wer auch immer bei 'Panda Pavillon' für die Glückskekse zuständig war, hatte sich diesmal richtig ins Zeug gelegt." - S. 23


Ab nun wirbelt Ping, der Mini-Drache, Erics Leben ganz schön durcheinander. Und das so lustig, turbulent und einfach reizend, dass das Lesen eine wahre Freude ist. Das Ganze wird noch dadurch verschärft, dass Eric den Drachen als Geheimnis bewahren will. Ein fast unmögliches Unterfangen, verdeutlicht durch viel Situationskomik und witzige Vorkommnisse. Zudem ist Erics Familie herrlich schräg und trotzdem fühlt man sich dort gut aufgehoben.

Die Textgröße ist an die Zielgruppe angepasst, die Sprache des Buches ist heiter und gut zu verstehen. Kinder können sich mit Eric identifizieren, weil er die Geschichte erzählt. Besonders viel Spaß machen den jungen Lesern die viele Illustrationen, Zeichnungen und lustigen Listen, die im Buch zu finden sind. Ich habe meinen Sohn mehrfach beim Vorblättern ertappt, als er sich die Bilder anschaute. Er konnte nicht erwarten zu erfahren, wie es weiterging. "Drachenalarm auf meinem Teller" ist eine abgeschlossene Geschichte. Bis jetzt sind noch zwei weitere Abenteuer mit Eric und Mini-Drache Ping erschienen.

Fazit ...
Wir hatten unheimlich viel Spaß beim Lesen von "Drachenalarm auf meinem Teller". Was das lustige Cover verspricht, wird in der Geschichte ebenso fortgesetzt. Das Buch ist herrlich witzig, voller Situationskomik und Humor. Dazu liebevoll schräg mit vielen tollen Illustrationen und Besonderheiten. Wir haben Eric und Mini-Drache Ping sofort in unser Herz geschlossen. Unbedingt anschauen!

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20 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

sachbuch, gefühle, tiffany watt smith, dtv verlag

Das Buch der Gefühle

Tiffany Watt Smith
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 07.04.2017
ISBN 9783423431651
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein Sachbuch liest sich oft interessant, aber auch recht trocken und nüchtern. Dementsprechend waren meine Erwartungen, als ich zum ersten Mal "Das Buch der Gefühle" in der Hand hielt. Autorin Tiffany Watt Smith widmet sich hier ganz den menschlichen Gefühlen - sehr bekannten, uns vertrauten, aber auch solchen, von denen die meisten garantiert noch nie gehört haben. Aus anfänglichem zaghaften Blättern, wurde bei mir schnell echtes Interesse, das kurz darauf in Begeisterung umschlug. "Das Buch der Gefühle" ist ein Sachbuch und gleicht einer Enzyklopädie -einem Nachschlagewerk -, liest sich aber wie ein Roman. Es ist informativ, amüsant und qualitativ hochwertig.

Das Buch ist wie ein Nachschlagewerk aufgebaut. Zu allererst findet man ein Register, ein alphabetisches Inhaltsverzeichnis mit allen thematisierten Gefühlen. So findet man auch später ganz leicht die gesuchte Emotion. Auffällig ist hier, dass uns bekannte oder gängige Gefühle (z.B. Freude, Neid, Kränkung, Liebe, ...) normal geschrieben sind, während fremde Gefühle, oder solche für die es in unserer Sprache keine Bezeichnung gibt (z.B. Amae, Malu, Ringxiety, Warm Glow, ...), in Kursivschrift dargestellt sind.
Die Autorin erzählt in einer Einleitung von Emotionen im Allgemeinen, und dem Sammeln derselben. Dass es gar nicht so leicht ist, Emotionen in Kategorien zu quetschen. Sie erhebt bei diesem Buch kein Anspruch auf Vollständigkeit. Mir selbst würde aber keine einziges Gefühl, keine noch so kleine Emotion, einfallen, die in diesem Buch nicht erwähnt ist. Der Gebrauch ist ganz einfach. "Das Buch der Gefühle" kann von vorne bis hinten, also in alphabetischer Reihenfolge, gelesen werden. Oder man blättert durch das Buch und liest den Eintrag, den man entdeckt und der gerade interessiert. Über Querverweise lernt man Gefühle kennen, die mit den bereits gelesenen verschmelzen oder sich überschneiden.

Die Sammlungen der einzelnen Gefühle sind als kurze Geschichten, Essays oder Anekdoten angelegt. Mit diesen wird die entsprechende Emotion, ihre Herkunft, und vor allem Bedeutung, verdeutlicht. Das ist nicht nur herrlich informativ und interessant, es macht unheimlich viel Spaß, sich durch die verschiedensten Gefühle zu lesen. Ich habe keines entdeckt, das uninteressant oder trocken erklärt wurde. Jeder weiß, was Dankbarkeit, Entzücken oder Wut bedeutet - und wird während des Lesens trotzdem noch viel Neues über diese Emotionen entdecken. Besonders interessant sind jedoch die Gefühle, für dir wir in unseren Sprachraum keine eigenes Wort kennen ...

Ringxiety
... ist ein eingebildetes Handyklingeln. Ein Angstgefühl, das und glauben lässt, unser Telefon habe geklingelt, was jedoch nicht der Fall ist.

Warm Glow
... ist das Gefühl, das spontane Nettigkeiten anderen gegenüber verschaffen, eine Art Selbstzufriedenheit oder ein Gefühl der Solidarität (-> einer Mutter mit Kinderwagen helfen, jemandem eine Einkaufstüte tragen, usw.)

Mudita
... bezeichnet das Erleben von Freude, nicht von Neid oder Groll, wenn man vom Glück anderer hört. Es ist also eine Art Empathie.

Das Fazit
"Das Buch der Gefühle" ist ein Sachbuch, mit dem ich mich rundum wohlgefühlt habe. Nicht nur, weil es sich liest wie ein Roman, es ist dazu noch unglaublich informativ, stellenweise sehr erheiternd oder einfach nur beeindruckend. Es ist ein umfassendes Nachschlagewerk, das man am Stück verschlingen kann oder nach Lust und Laune einzelnen Gefühlen auf den Grund geht. Und dabei lernt man auch noch eine Menge über sich selbst. Für mich wurden Gefühle und Emotionen nie deutlicher dargestellt. 5 von 5 Sterne gibt es dafür!

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868 Bibliotheken, 30 Leser, 3 Gruppen, 162 Rezensionen

fantasy, fae, das reich der sieben höfe, liebe, sarah j. maas

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.02.2017
ISBN 9783423761635
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Sarah J. Maas' Das Reich der sieben Höfe-Serie ist ihre aktuelle High-Fantasy-Reihe und gefühlt in aller Munde. Geplant sind sechs Bände, und "Dornen und Rosen" macht den Anfang. Ja, ich war gespannt wie Feyres Bogen auf diesen ersten Band ... und schon während der ersten Kapitel überzeugt. Das Buch ist wirklich ein Fantasyepos für Jugendbuchleser und hat auch mir, vor allem zum Schluss, ein bisschen sehr den Atem geraubt.

Die 19-jährige Feyre (sprich Fey-ruh) hat ein Leben, von dem sie nichts geschenkt bekommt. Die Mutter ist tot, die Familie - Vater und zwei Schwestern - verarmt und dazu ständig vom Hungertod bedroht. Einzig Feyre sichert mit ihren gefährlichen Jagdausflügen in den winterlichen Wald das Überleben ihrer Angehörigen. Dazu wird das Reich der Menschen auch noch ständig von den Fae bedroht, machtvollen Wesen, deren Reich zwar auf der anderen Seite der Mauer liegt, die aber alleine der Gerüchte und Erzählungen wegen, für Angst und Schrecken sorgen. Als Feyre im Wald eine Wolf tötet, kommt einen dieser berüchtigten Fae über die Mauer, um den Wolf zu rächen. Doch statt Feyre zu töten, nimmt er sie mit in sein Reich ...

Diese kleine Zusammenfassung der anfänglichen Ereignisse musste jetzt einfach sein, denn die Story ist klasse! Bis dahin hatte ich gefühlt schon eine ganze Weile gelesen. Die Handlung ist umfangreich und lässt, was viele schöne Schmökerstunden betrifft, keine Wünsche offen. Enorme Spannung, ständige Abwechslung mit viel Humor und oftmals Gänsehaut - es ist alles vorhanden. Dabei weckt die Geschichte durchaus Assoziationen mit Die Schöne und das Biest und das Reich der Fae kann man mit einem Feenreich vergleichen. Alles wirkt märchenhaft. Durch den hervorragend gestalteten und beschriebenen Weltenentwurf (inkl. toller Karte) und großem Ideenreichtum ist das Lesen die pure Freude.
Diese trübte sich für mich leider im Mittelteil etwas. Hier wurde mir die Handlung zu überschäumend-glitzernd-dumdidei, zu kitschig. Als würden alle singend im Kreis tanzen. Feyre, sonst sehr tough und schlagfertig, wird ein traumtänzerisches Mädchen, das vor lauter Liebesglück nicht weiß, wo hin. Und Tamlin, ein mächtiger und respekteinflößender Fürst der Fae, verhält sich plötzlich wie ein verliebter Teenager. Eigentlich unnötig für diese coole Geschichte. Nun gut, das glitzernde Gastspiel ist zum Glück - gemessen an der komplexen Geschichte - kurz, und danach ist die Spannung unschlagbar hoch.

Es ist erstaunlich wie viel Handlung die Autorin in die Geschichte gepackt hat. Das letzte Buchdrittel könnte fast für sich alleine stehen. Ich war komplett gebannt und wegen der gewalttätigen Spannung auch erschrocken und fasziniert gleichermaßen. Ein Weglegen des Buches wird schwer. Einige Passagen sind nichts für schwache Nerven und setzen den Grundkonflikt des Buches konsequent um. Der Folgeband wird von mir sehnlichst erwartet, denn gegen Ende werden einige neue Fäden geknüpft, die auf eine konfliktreiche und aufwühlende Fortsetzung schließen lassen. Für diesen Band wird die Handlung zu einem Zwischenabschluss gebracht. Einen direkten Cliffhanger gibt es nicht.

Das Fazit
"Das Reich der sieben Höfe: Dornen und Rosen" macht unheimlich viel Spaß und ist ein Buch mit Schmökergarantie. Die Geschichte, samt Weltenentwurf, ist ausgezeichnet. Die Charaktere sprühen nur so vor Originalität und Eigenheiten. Ein kurzes, aber unnötiges (Kitsch)-Tief im Mittelteil lässt sich verschmerzen, denn die Handlung ist sonst kaum zu bremsen und endet in einem überaus spannenden Showdown. Leser von jugendlich-mitreißenden High-Fantasy-Geschichten werden diesen Roman feiern! Von mir gibt es für den Serienstart 4 von 5 Sterne.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

psychoterapeut, bilderbuch, depression, kind, mutter

Als Mama nur noch traurig war

Anja Möbest , Barbara Korthues
Fester Einband
Erschienen bei Coppenrath, 21.04.2017
ISBN 9783649620211
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Manchmal entstehen im Leben von Kindern Situationen, mit denen sie nicht umzugehen wissen. Das muss nicht immer unmittelbar mir ihnen selbst zu tun haben, sondern kann auch Menschen im direkten Umfeld betreffen, z.B. ihre Eltern. Ein Elternteil, das an einer Depression erkrankt, ist so eine Situation. Kinder dürfen damit nicht alleine gelassen werden, brauchen besonderen Zuspruch und Aufmerksamkeit. Doch was tun? Vor allem, wenn die Bezugsperson in diesem Fall nicht uneingeschränkt auf das Kind zugehen kann? Ein Bilderbuch kann eine gute Möglichkeit sein, ein Kind an der Hand zu nehmen, ihm die Krankheit zu erklären und Verständnis zu wecken. Das ist der Zweck von "Als Mama nun noch traurig war".

Die Geschichte beginnt mit der aktuellen Situation des 5-jährigen Jan. Ihm fällt auf, dass seine Mama sich plötzlich anders verhält. Sie ist traurig, immer müde, hört Jan nicht mehr zu und vergisst viele Dinge. Es werden dann Situationen beschreiben, die für Jan immer schwerer zu verstehen sind, ihm sogar am Ende das Gefühl geben, dass seine Mama ihn vielleicht gar nicht mehr lieb hat. Die Familie holt sich Hilfe bei einem Therapeuten, der Jan erklärt, was mit seiner Mama los ist und dass es Wege gibt, ihr zu helfen. Am Ende kann sich Jan sicher sein, dass seine Mama ihn, trotz Depression, immer lieb haben wird.

Ich selbst bin keine Expertin auf dem Gebiet einer Depressionserkrankung, ja nicht mal direkt betroffen, doch wage ich zu beurteilen, dass die Situationen im Buch realistisch, und, ganz wichtig, sehr kindgerecht dargestellt wurden. Ebenso ist der Text für junge Kinder gut verständlich, und die Illustrationen zeigen bei aller Traurigkeit und Dramatik auch viel Freundlichkeit und Ermutigung. Besonders die Arbeit des Psychotherapeuten, der sich Jan als "Seelenklempner" vorstellt, wird sehr einleuchtend erklärt.
Am Ende des Bilderbuches stehen hilfreiche Praxistipps von Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin Ina Knocks, inklusive Hilfestellen, an die sich Betroffene wenden können.

Fazit ...
"Als Mama nur noch traurig war: Wenn ein Elternteil an Depression erkrankt" ist kein einfaches, aber ein wichtiges Buch. Mir persönlich tat der kleine Jan, dessen Mama eine Depression hat, sehr leid, weil die Situation ihn völlig überfordert. Zum Glück werden er und seine Mama nicht alleine gelassen und können Hilfe bekommen. Die Bilder strahlen viel Freundlichkeit aus, der Text ist perfekt für junge Kinder. Damit weckt das Bilderbuch Verständnis und klärt auf. Darum empfinde ich es als richtig - vor allem für betroffene Familien.

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34 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

krimi, mord, robin stevens, jugendbuch, teestunde

Teestunde mit Todesfall

Robin Stevens , Nadine Mannchen
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 16.02.2017
ISBN 9783868739084
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es war unbedingt an der Zeit für den zweiten Ermittlungs-Fall der Schülerinnen Daisy Wells und Hazel Wong. Das Buch ist wieder Spitzenklasse! Die Reihe hat etwas ganz Eigenes, einen Charme, den moderne Jugendbücher oft vermissen lassen, und dazu noch sprachliche Feinheiten und das Ambiente der 30er Jahre. Für mich war Band 2 ein rundum gelungenes Leseerlebnis. Aber von vorne ...

Diesmal ermitteln die 14-jährige Daisy und ihre Freundin Hazel nicht in ihrer Mädchenschule, sondern bei Daisy zu Hause, wo sie deren Geburtstag mit Familie und Gästen feiern. Aber eher unfreiwillig, denn Hazel fühlt sich auf dem heruntergekommenen Landsitz nicht so recht wohl, und auch Daisy muss erkennen, dass hier nichts mehr so ist wie früher. Das ist vor allem für sie sehr schmerzvoll, denn als sich die Ereignisse überschlagen, seltsame Dinge vor sich gehen und schließlich sogar jemand ermordet wird, müssen die beiden Freundinnen sogar im engsten Familienkreis ermitteln.

Es ist ja schon irgendwie niedlich, denn obwohl die selbstgegründete Detektei der jungen Mädchen einem Hobby entstammt, nehmen die beiden ihren Detektivjob todernst - im wahrsten Sinne. So ernst, dass sogar die richtige Polizei davon profitieren kann. Daisy ist schon ein ganz eigenes Kaliber, ein echtes Original; sehr forsch und etwas hochnäsig. Hier ist Hazel der Gegenpool, erkennt aber auch die weiche Schale unter Daisys hartem Kern. Die beiden Freundinnen ergänzen sich wunderbar. In diesem Buch wird die Detektei (vorübergehend?) auf vier Mitglieder erweitert. Denn zwei Freundinnen der Mädchenschule zählen zu den Geburtstagsgästen und werden kurzerhand ins Ermittlerteam geholt. Ein echter, und nicht selten amüsanter, Zugewinn.

Obwohl "Teestunde mit Todesfall" vor Humor und schräg-charmanten Szenen nun so sprüht, ist es vor allem eines - spannend! Und das tatsächlich durchgehend, von der ersten Seite bis zum Schluss. Manchmal wird es sogar richtig unheimlich und, dem Zielgruppenalter angepasst, auch etwas makaber. Die Autorin legt überall Spuren aus, es gibt massenhaft Hinweise, viele merkwürdige Vorkommnisse und fragwürdige Situationen. Die Atmosphäre ist vom Feinsten. Irgendwann ist fast jeder mehr oder minder verdächtig. Ob man die Auflösung nun schon vorher erraten hat oder nicht ist zweitrangig. Man hat selten so viel unterhaltsamen und spannenden Spaß beim Lesen. Bitte schnell mehr von der Detektei Wells & Wong!

Das Fazit
"Teestunde mit Todesfall" ist ein herausragender zweiter Fall für die Detektivinnen Daisy und Hazel und legt die Messlatte, nach einem wunderbaren Reihenstart, auf die höchste Position. Das Rätseln macht so großen Spaß, die Geschichte ist so charmant-spannend, dass ich mich am liebsten selbst dem pfiffigen Mädchen-Ermittlerduo angeschlossen hätte. Zum Lachen, Schaudern und Fingernägelkauen. Das Buch gehört auf die Muss-Leseliste aller Jugendbuchfans. Es ist eine hinreißende Besonderheit! 5 von 5 Sterne gibt es dafür.

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39 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

all ag, schule, 2017, freundschaft, jugendbuch

All die verborgenen Dinge

Sarah Moore Fitzgerald
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.03.2017
ISBN 9783737351973
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Sarah Moore Fitzgerald hat mich mit ihrem liebevollen Roman "Das Apfelkuchenwunder" völlig verzaubert. Da war es für mich nur logisch, dass ich auch ihren neuesten Roman lesen wollte. Auch in "All die verborgenen Dinge" geht es um Freundschaft - um eine sehr besondere, etwas ungewöhnliche Freundschaft. Dennoch sollte man sich unvoreingenommen auf die Geschichte einlassen, nur dann entfaltet sie ihre einzigartige Aussagekraft.

Im Buch geht es um Minty, ein Mädchen, das in Irland lebt. Mich hat der Ort sehr vereinnahmt, denn die Atmosphäre ist speziell. Mintys führt ein recht normales Leben, in einer normalen Schulklasse mit normalen Freunden. Doch in letzter Zeit verstehen sich ihre Eltern nicht mehr so gut, und das setzt Minty mehr zu als sie sich selbst eingestehen mag.
Dann gibt es da noch diesen Nachbarort, abseits aller Normalität. Jedes Kind wird davor gewarnt, sich dort aufzuhalten, denn Nettlebog wirkt mystisch und entwickelt eine ganz starke Anziehungskraft. Genau da, am Fluss unter alten Bäumen, steht ein Wohnwagen. Dort wohnt Ned mit seiner Großmutter und seinen zwei Pferden. Ned ist neu an Mintys Schule und gilt als Sonderling; als Rüpel, der es wagt, mit seinem Pferd über den Schulhof zu galoppieren, und sich auch sonst nicht um Ordnung und Konventionen schert. Doch Minty gibt nichts auf all die (Vor)Urteile und Meinungen, sie hält zu Ned und ist auch irgendwie fasziniert von ihm. Außerdem ist er eine willkommene Zuflucht vor ihren Problemen zuhause. Bald entsteht zwischen ihnen eine zaghafte Freundschaft.

Ich weiß nicht so richtig, wie ich es beschreiben soll, denn die Geschichte von Minty und Ned erschien mir so losgelöst von jeder anderen Geschichte, die ich bis dato gelesen hatte. In einem direkten, ursprünglichen Stil geschrieben, wirkt sie fast etwas unwirklich, poetisch und nicht fest in Zeit und Raum verankert. Das meine ich jetzt tatsächlich positiv, denn "All die verborgenen Dinge" spielt im Hier und Jetzt. Manchmal war ich überrascht, wenn sich Elemente der Geschichte als zeitgenössisch herausstellten. Ich konnte nie recht nachvollziehen, warum sich manche Menschen im Buch so sehr an Ned und seinen Pferden stören. Er ist einfach weit entfernt vom Spießbürgertum und zieht damit wohl jedes Vorurteil an. Das empfand ich als sehr aufwühlend.

Solch eine Geschichte auf gerade mal 230 Seiten zu erzählen, erfordert einiges an Fingerspitzengefühl. Und davon hat die Autorin eine Menge. Es ist eine eindrücklich erzählte Geschichte über den Mut der Freundschaft, vor allem, wenn man sich damit gegen die Masse stellen muss. Einzig einem großen Ereignis am Ende, hätte noch mehr Raum eingeräumt werden können, bzw. hätte man das letzte Kapitel meiner Meinung nach streichen können. Auch ohne dieses wäre die Geschichte vollständig gewesen.

Das Fazit
"All die verborgenen Dinge" ist eine Geschichte über eine besondere Freundschaft. Über Zusammenhalt, über Naturverbundenheit und Ursprünglichkeit, auch wenn man sich damit gegen so manche Konvention stellen muss. Es ist eine einfache und sehr klare Geschichte, die gerade dadurch bewegt, und deren Poesie und Tiefgang erst nach einiger Zeit an die Oberfläche drängt. Obwohl sie recht kurz erzählt ist, wirkt sie nach dem Lesen noch lange nach. 4 von 5 Sterne gibt es dafür von mir.

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Mein erstes Buch von den Zahlen

Nathalie Choux
Pappbuch: 12 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 20.03.2017
ISBN 9783845818504
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Bilderbücher, die kleinen Kinder - ab etwa 18 Monaten - erstes Grundwissen vermitteln, gehören zur Standardausrüstung vieler Familien. Das macht schon Sinn. Eine liebevolle Ausstattung bringt Spaß und Lernmotivation mit sich. Außerdem werden fast alle wichtigen Themen, vor allem solche, die Kinder interessieren, mit diesen Büchern abgedeckt. "Mein erstes Buch von den Zahlen" hat uns sofort überzeugt. Es gehört zu den stabilsten Pappbilderbüchern, die ich bisher in der Hand hatte. Und die Dreh- und Schiebeeffekte funktionieren reibungslos.

Vier wunderschöne, übersichtlich gestaltete Doppelseiten enthält das Buch. Es deckt damit den Zahlenraum von 1-4 ab. Eigentlich sogar bis 5, denn auf einer Zusatzseite, hinten im Buch, sind alle Seitenerlebnisse nochmals zusammengefasst. Kinder dürften sich, neben der Schnecke, den Schmetterlingen, Küken und Mäusen, zusätzlich über fünf Fische freuen.
Die Zahlen werden den Kindern jeweils auf drei Arten präsentiert. In großer Schriftform, darunter mit der entsprechenden Anzahl Gegenstände (hier Äpfel), und dann noch als Tier: 1 Schnecke, 2 Schmetterlinge, usw. Ganz besonders niedlich sind die drei Küken, die aus ihren Eiern schlüpfen.

Jede Doppelseite beinhaltet die Möglichkeit, die Zahlen durch Dreh- oder Schiebeeffekte visuell zu erleben. Das funktioniert erstaunlich flüssig, ruckelfrei und ist äußerst stabil konstruiert. Unsere kleine Tochter (2), kann alles alleine bedienen, ohne das die Gefahr besteht, dass etwas kaputtgeht. Damit gehört "Mein erstes Buch von den Zahlen" zu den besonders empfehlenswerten Erstbüchern für kleine Kinder.

Fazit ...
"Mein erstes Buch von den Zahlen" gehört zu den besten dieser Art. Es ist wirklich sehr stabil, und zudem funktionieren die Schiebeeffekte reibungslos. Der Inhalt ist plausibel und übersichtlich, dazu so schön gestaltet, dass Kinder immer wieder dazu greifen werden. Das Interesse kleiner Kinder steht hier im Vordergrund. Sehr gut!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Wunderdinge der Natur

Britta Teckentrup , Britta Teckentrup
Pappbuch: 14 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 06.03.2017
ISBN 9783845815817
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Bilderbücher mit Klappen stehen bei unserer jüngsten Tochter (2) gerade hoch im Kurs. Gut, wahrscheinlich vor allem der Klappen wegen, denn an diesen erfreut sie sich tatsächlich am meisten. Doch wenn das Bilderbuch zusätzlich noch so schön gestaltet und inszeniert ist wie "Wunderdinge der Natur", dann freuen sich Tochter und Mama gleichermaßen.

Das Konzept des Bilderbuchs ist einfach und gerade darum wirkungsvoll. Es geht um die Natur - um Blumen und Pflanzen, das Wetter, aber hauptsächlich um Tiere. In sechs verschiedenen Rubriken werden Kindern diese Dinge nähergebracht. So thematisiert 'Es grünt und blüht' zum Beispiel das Pflanzenwachstum. Die Fortschritte des Wachsens können Kinder anhand der Klappen im Buch erfahren. Die Rubrik 'Hier wohne ich ...' zeigt das Zuhause vieler Tiere: Der Vogel lebt in seinem Nest, der Igel im Blätterhaufen, die Spinne baut ein Netz, der Hase wohnt in seinem Bau. Auch hier wird das anhand der Klappen verdeutlicht. Ein einfacher Text, ein- bis dreizeilig, begleitet die Bilder mit Erklärungen, die Kinder gut verstehen.

Die Seiten des Bilderbuches bestehen aus stabiler Pappe. Dagegen sind die Klappen eher dünn. Jedoch haben sie eine Griffmulde, zum leichteren Anheben, und sie so konstruiert, dass auch kleine Kinder sie ganz einfach öffnen können. Sie gehen sehr deutlich nur in eine Richtung auf, eine Fehlbedienung ist daher unwahrscheinlich. Unsere Tochter ist kein übervorsichtiges Kind, und alle unsere Klappen sind noch bestens intakt.
Die Bilder von Britta Teckentrup sprechen für sich. Sie sind äußerst reizvoll und schön anzusehen. Die Tiere sind niedlich, aber realistisch gehalten, und das Buch ist mit seinen vielen bunten Farben eine Eyecatcher - schon für junge Kinder.

Fazit ...
"Wunderdinge der Natur" ist ein sehr schönes Erlebnisbilderbuch für kleine Kinder. Auf eine einfache und wirkungsvolle Weise wird Grundwissen von Tieren, Wetter und Natur vermittelt und durch die Klappen verdeutlicht. Das macht Kindern großen Spaß. Außerdem ist das Bilderbuch wunderschön bunt gestaltet, nicht überladen, und doch sehr reizvoll. Wir lieben Britta Teckentrups Illustrationen jedes Mal aufs Neue. Das Gesamtkonzept hat Mutter und Tochter (das ist wichtig!) vollständig überzeugt.

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1.296 Bibliotheken, 36 Leser, 1 Gruppe, 355 Rezensionen

erin watt, paper princess, liebe, new adult, erotik

Paper Princess

Erin Watt , Lene Kubis
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2017
ISBN 9783492060714
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

"Paper Princess" liest gefühlt jeder. Das Buch wird geliebt und gehasst und heftig diskutiert. Das Genre New Adult wird von mir nicht mehr favorisiert, einfach weil sich für mich vieles gleich liest und Beziehungen romantisiert werden, mit denen ich mich nicht identifizieren kann. Aber ich bin ja offen für Überraschungen. Und ja, "Paper Princess" hat mich sehr, sehr neugierig gemacht. Jetzt, am Ende, kann ich gut nachvollziehen, dass das Buch einige Leser völlig in seinen Bann zieht. Für mich selbst bestätigt sich einfach mal wieder das Klischee dieses Genres.

Dabei möchte ich dem Buch eines ganz sicher nicht absprechen: Unterhaltungswert. Denn das hat es auf alle Fälle. Egal welche Gefühle man während des Lesens durchlebt, ob man lacht, schwärmt, die Augen verdreht oder schimpft, "Paper Princess" ist so unterhaltsam, dass man sich kaum von den Seiten lösen kann. Das liegt am Thema das Buches, in dem ein Mädchen aus der armen Unterschicht plötzlich einen reichen Vormund bekommt - eine moderne Cinderella-Story sozusagen - und an ebendiesem Mädchen selbst. Denn Ella Harper ist eine Klasse für sich. Ich mochte sie, irgendwie, obwohl ich im späteren Verlauf der Geschichte meine Meinung revidieren musste.

Ella ist so tough und schlagfertig, dass Wortgefechte mir ihr großen Spaß machen. Da sie bisher immer am Existenzminimum gelebt hat, gilt ihr vordergründiges Bestreben, versorgt zu sein, nicht mehr jeden Cent zweimal umdrehen zu müssen. Dafür nimmt sie eine märchenhafte neue Lebenssituation, inklusive fünf feindseligen Stiefbrüdern, gerne in Kauf. Mal ehrlich, wer würde das nicht? Obwohl sich die neuen Stiefbrüder ihr gegenüber teilweise grenzwertig verhalten, geschieht nichts ohne Ellas Einverständnis. Hier lag für mich allerdings auch der Hund begraben, denn ihr Verhalten war einfach nicht gut nachzuvollziehen. Ella ist kein Kind von Traurigkeit, wirft sich mal diesem und mal jenem Jungen an den Hals, legt es immer auf körperbetonte Konfrontationen an und veranstaltet Aktionen, da stand mir wirklich der Mund offen. Gleichzeitig wundert sie sich aber, dass sie Gesprächsthema Nummer eins an der neuen Schule ist. Echt jetzt? Ella mag noch so tough sein, sie ging mir oft ganz schön auf die Nerven.

Abgesehen vom unterhaltsamen Leseerlebnis, spielt das Autoren-Duo mit fast jedem Klischee dieses Genres. Da wird geschwärmt, was das Zeug hält, massenhaft künstliche Situationen und Konflikte heraufbeschworen, und die ständige Heroisierung äußerlicher Körpermerkmale war für mich teilweise kaum zu ertragen. Aber genau das macht meiner Meinung nach New Adult aus. Man liebt es oder man hasst es oder man erträgt es (oder auch nicht). Und ebenso verhält es sich nach dieser Gefühlsachterbahn mit dem Ende. Das ist nämlich so gehalten, und macht so neugierig, dass man sofort weiterlesen will (oder auch nicht).

Das Fazit
"Paper Princess: Die Versuchung" hat auch mich versucht, ich konnte (und wollte) mich den vielen verschiedenen Meinungen nicht entziehen. Und ja, das Buch ist total fesselnd und unterhaltsam, aber auch ebenso klischeebehaftet und übertrieben. Für mich ganz typisches New Adult, bei der ich die komplette Gefühlspalette zwischen überrascht-wohlwollendem Kopfnicken und genervtem Augenverdrehen durchlebte. Wer gerne in diesem Genre liest, der wird es sicher mögen. Wer diese Art Geschichten nicht mag, wird sich davon schwerlich überzeugen lassen. Für mich ist "Paper Princess" unterhaltsames Mittelfeld.

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