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Tafiti und das große Feuer

Julia Boehme
E-Buch Text: 80 Seiten
Erschienen bei Loewe Verlag, 13.03.2017
ISBN 9783732010080
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das Erdmännchen Tafiti und sein Freund Pinsel kommen bei uns so gut an, dass wir froh sind uns mittlerweile schon über den achten Band der Reihe freuen zu dürfen. Und die Freude ist jeweils groß, wenn es an der Zeit ist, ein neues Tafiti-Abenteuer vorzulesen. Vielleicht ist es von Vorteil, wenn man zumindest Band 1 kennt, in dem Kinder Tafiti, seine Familie und Freunde kennenlernen. Ansonsten ist jeder Band so angelegt, dass man die Bücher auch als Einzelbände lesen kann.

Tafitis Heimat ist Afrika, bzw. die Savanne. Hier passiert allerhand. Darum hat jede Tafiti-Geschichte hat ein eigenes Hauptthema, das in eine spannende Handlung gebettet ist. Gleichzeitig stehen die Bücher für Zusammenhalt und Freundschaft, sie zeigen ein sehr liebevolles Miteinander.
In "Tafiti und das große Feuer" sehen sich Tafiti und Pinsel einer großen Gefahr gegenüber. Die Savanne brennt! Ein Buschfeuer kommt direkt auf ihre Heimat, den Erdmännchenbau, zu. So leid es ihnen tut, sie müssen sich unbedingt in Sicherheit bringen, denn ein Buschfeuer kann im Normalfall nicht aufgehalten werden. Doch anstatt nur ihre eigene Haut zu retten, halten sie zusammen, um auch die anderen Tiere in Sicherheit zu bringen. Egal ob Freund oder Feind, alle helfen mit. Mit viel Spannung, aber auch einem tollen Humor, gelingt den Tieren das Unmögliche.

Ich empfand diese Tafiti-Geschichte als besonders spannend. Während des Vorlesens wurden die Augen der Kinder immer größer, sie waren sehr mitgerissen, haben mit Tafiti gezittert, aber auch viel gelacht. Neben der Unterhaltung bekommen Kinder echtes Wissen vermittelt, denn die Ereignisse entsprechen Tatsachen und sind toll recherchiert. Obwohl meine beiden großen Kinder schon selbst lesen können, ist es ein Ritual geworden, dass Tafiti-Bücher zu allererst von mir vorgelesen werden. So können sie die Geschichte genießen und jedes der herzlichen Bilder von Julia Ginsbach genau betrachten. Es war wie immer eine Freude!

Fazit ...
Ich lese jede Tafiti-Geschichte erst vor, bevor sie von den Kindern selbst gelesen wird. So wollen es die Kinder! "Tafiti und das große Feuer" ist sehr spannend und steckt voller echter Informationen. Gleichzeitig ist die Geschichte an manchen Stellen richtig witzig. Die liebevollen Figuren stehen für Hilfsbereitschaft und Freundschaft. Ab der ersten Geschichte waren sie liebgewonnene Charaktere, die durch die Kindheit begleiten. Auch mehrfach!

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Weißt du noch

Zoran Drvenkar , Jutta Bauer
Fester Einband
Erschienen bei Hanser, Carl, 13.03.2017
ISBN 9783446254787
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ein Bilderbuch von Zoran Drvenkar? Das will zu mir! Ganz unabhängig von meinen Kindern. Der Autor gehört zu denen, die mir die eindrücklichsten Leseerlebnisse beschert haben. Und ja, ich meine seine Handschrift auch in "Weißt du noch" zu erkennen. Gemeinsam mit meiner Tochter (7) habe ich das Buch gelesen. Wir waren völlig versunken darin. Ich als Vorlesende, sie als Zuhörerin. Gemütlich war's und stimmungsvoll. Das Bilderbuch hat etwas in mir zum Klingen gebracht. Vielleicht waren das Erinnerungen, bestimmt auch Nostalgie. Und meine Tochter? Sie wirkte sehr konzentriert und nachdenklich und amüsiert und auch etwas verwundert.

Weißt du noch, wie die Wolken die Köpfe zusammensteckten und es plötzlich dunkel wurde und anfing zu regnen? Da haben wir Schutz gesucht und sahen einen Baum, der die Arme weit ausgebreitet hatte, als wäre er ein Torwart, der auf den Ball wartet. Unter diesen Baum haben wir uns gestellt ... - S. 12

Das Buch besteht aus einzelnen Weißt-du-noch-Szenen. Ein Mädchen und ein Junge, beides Kinder, erzählen sich ihre Erlebnisse. Wenn man die Seiten genau betrachtet, sieht man etwas kleiner, in Schwarz-Weiß, ebendieses Paar, aber nun im Rentenalter. Es könnte also genauso gut sein, dass das alte Ehepaar (?) seine Kinderheitserinnerungen miteinander teilt. Ich war von dieser Möglichkeit sehr angerührt, sie liegt wirklich im Auge des Betrachters.
Die einzelnen Geschichten, die hier erdacht oder an die sich erinnert wird, sind jede für sich fantasievoll und fast schon autonom, ergeben aber gemeinsam ein zusammenhängendes Abenteuer - einen Tag voller Erlebnisse. Zu Tagesbeginn laufen die Kinder los, am Abend kehren sie wieder heim. Die Weißt-du-noch-Erinnerungen sind eine Mischung aus bekannten Szenen, aber auch völlig verrückten Erlebnissen, grenzenlos, voller Metaphern und bildlicher Vergleiche. Eine genau richtige Vermischung von Realität und Fantasie, wie sie den Köpfen von Kindern entspringt. Das hat mich, und auch meine Tochter, sehr fasziniert.

Passend zur Geschichte wird jede Szene mit einem seitenfüllenden Bild ergänzt. Ich kann mir vorstellen, dass es für Illustratorin Jutta Bauer eine große Herausforderung war, die fantasievollen Texte visuell darzustellen. Gelungen ist ihr das perfekt! Sie sind nicht nur wunderschön anzusehen - alle! -, sondern zeigen große und kleine Details, die man dem Text entnehmen kann. Wir haben während des Lesens noch lange Zeit damit verbracht, Dinge im Bild zu suchen oder waren einfach noch in der Betrachtung gefangen. Mein persönlicher Favorit ist die Blumenwiese, oder nein, vielleicht doch eher die Kinder, die den Mond beiseiteschieben. Eventuell auch die fliegenden Kühe. Unbedingt anschauen!

Fazit ...
"Weißt du noch" kann eine Hommage an die Kindheit sein, aber auch Erinnerung im Alter. Für mich ist es ein fantasievoller Erinnerungsschatz, der Kinder erfreut und fasziniert und in Erwachsenen etwas anrührt, das unvergesslich ist. Ein Text, in dem man traumversinken kann und Bilder, die nicht besser passten könnten, machen das Bilderbuch einzigartig. Uns ist es sehr ans Herz gewachsen. Das muss man erleben!

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fischer, tabletten, erinnerung, paige, drake

Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden

Emily Barr , Maria Poets
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.03.2017
ISBN 9783841440075
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden" reizte mich aufgrund des Themas. Wir alle kennen die Situation: Ich möchte etwas aus einem Raum, Schrank, Keller, etc. holen, komme dort an und habe glatt vergessen, was ich eigentlich wollte. Nun gut, es fällt mir dann schon wieder ein, und im Zweifelsfall laufe ich eben doppelt. Bei Flora Banks ist dies Dauerzustand, nun noch viel schlimmer. Denn Flora behält seit ihrem zehnten Lebensjahr keine Erinnerungen mehr im Kopf. Erlebnisse, Personen, Dinge vergisst sie nach ein paar Stunden wieder. Wie kann man so im Leben zurechtkommen? Damit hatte mich das Buch schon, und nach einem spannenden Prolog, der viele Fragen aufwirft, landet man auch schon mitten in der Geschichte.

Nach den ersten Seiten fand ich mich direkt in Floras Leben wieder. Ich war völlig baff wie die Autorin es schafft, einen so deutlichen Einblick in Floras Inneres, bzw. ihre Art zu denken, zu geben. Der Stil ist sehr einfach gehalten, und mit den kurzen Sätzen und fortlaufenden Wiederholungen manchmal auch anstrengend. Das Buch ist nicht einfach zu lesen. Nicht, weil ich es nicht verstand, sondern weil sich meine Gedanken immer zwischen der Handlung und mich-in-Flora-hineinversetzen bewegten. Es muss so hart sein, Dinge fortlaufend zu vergessen. Sogar elementare Dinge ("Ich bin siebzehn.") entfallen ihr. Flora meistert ihren Alltag mit ihrer Familie und ihrer besten Freundin. Und indem sie Wichtiges auf ihre Arme/Hände schreibt und Elementares in Notizbüchern festhält.
Dass sie den Kuss mit Drake im Kopf behält, fand ich bemerkenswert, bildete mir aber sofort eine (negative) Meinung über den Jungen und war gespannt, wie sich dieses Sache entwickeln würde. Denn dieser Kuss ist es, der Flora dazu veranlasst, Drake zu suchen. Sie begibt sich auf eine Reise, die ihr Zustand im Grunde gar nicht zulässt - dachte ich.

Es passiert so viel. Und man ist wirklich hautnah mit dabei, wenn Flora Fortschritte macht und Positives erlebt. Man erlebt sie aber auch in Momenten der Rückschläge und Verzweiflung. Es gibt ein paar Verhaltensweisen von ihr, die ich als nicht ganz logisch empfand. Gegen Ende spitzt sich die Situation sehr zu, die Autorin entfesselt hier ein ganz schönes Verwirrspiel. Das ist mitreißend aber auch traurig-dramatisch.

Und gerade als ich meinte, Flora hätte die Geschichte überstanden, sie würde sich langsam dem Ende zuneigen, kamen Dinge ans Licht, die mir ganz schön den Boden unter den Füßen wegzogen. Das war keinesfalls schlecht und sehr spannend, aber auch etwas too much. Ich bin zwiegespalten, obwohl mir jetzt, mit etwas Abstand, die Geschichte doch gut gefällt. Ich habe mich für Flora gefreut und war gleichzeitig sehr betroffen. Am Ende, nachdem man das Buch zur Seite legt, ist man tatsächlich mit allen Ungereimtheiten versöhnt. Jetzt muss man damit klarkommen, dass man Floras Zukunft nicht mehr beobachten kann. Ein sehr außergewöhnliches Buch!

Das Fazit
"Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden" ist ein wirklich ungewöhnliches, besonderes Buch über ein Schicksal, ein Leben. Es ist kein heiter-fluffiger Jugendroman, sondern ein tiefsinniges Buch über eine Protagonistin, die, ganz einfach ausgedrückt, für ihr selbstbestimmtes Leben kämpft - auf ihre Art. Der Stil hat es in sich, er schafft einen Einblick in Floras Gedanken, wie man ihn selten findet. Floras Geschichte ließ mich schmunzeln, die Stirn runzeln, hat mich vereinnahmt und auch bestürzt. Sei mutig, wie Flora, lass dich berühren und lies dieses Buch!

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drama, carlsen, vanishing girls, lovestory, lauren oliver

Als ich dich suchte

Lauren Oliver , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.02.2017
ISBN 9783551583512
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Seit der Amor-Trilogie ("Delirium") gehört Lauren Oliver zu meinen liebsten Autorinnen. Zur damaligen Zeit setzte sie mit der Dystopie Maßstäbe. Auch ihre weiteren Jugendromane, die jeweils völlig anders und überhaupt nicht dystopisch waren, rührten etwas in mir an. Einfach waren sie nie, aber sehr vereinnahmend. Jetzt dreht sich in meinem Kopf alles um "Als ich dich suchte", die neueste Romanveröffentlichung der Autorin. Das Buch mit der schwierigen Schwesternbeziehung hat mich völlig verblüfft.

Dass die Schwestern Nick und Dara sehr unterschiedlich sind, merkt man als Leser sofort. Wo Nick zurückhaltend ist, ist Dara offensiv. Nick beschreibt sich als durchschnittlich, Dara ist eine Schönheit. Obwohl das Buch aus der Sicht beider Mädchen geschrieben ist, empfand ich Nick als die Hauptperson. Denn sie ist es auch, die das Rätsel um Daras späteres Verschwinden aufdecken will. Zuerst lernt man die Mädchen aber sehr gut kennen. Und damit meine ich wirklich gut! Die Geschichte wechselt zwischen verschiedenen Zeitebenen ab, immer wieder gibt es ein "Vorher" zur aktuellen Storyline. Daran musste ich mich etwas gewöhnen und sehr konzentriert lesen, denn es macht die Geschichte komplex (aber sehr, sehr gut lesbar - der Stil ist toll!). Dafür bekam ich ein recht vollständiges Bild der Gefühlswelt beider Schwestern. Nick und Dara sind nicht nur Schwestern, sondern auch beste Freundinnen, obwohl beide meinen im Schatten der jeweils anderen zu stehen. Man hat tatsächlich das Gefühl, ihre Gedanken greifen zu können.

Umso weiter die Geschichte fortschreitet, desto öfter hatte ich bei manchen Szenen das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Richtig greifbar ist das nicht. Man denkt nur ab und zu: Was ist denn hier los?! Eigene Erklärungen für die seltsamen Vorkommnisse sind jedoch schnell gefunden, allzu viele Gedanken machte ich mir nicht. Alles ist so spannend, so treibend, manchmal regelrecht düster, dass ich das Buch nicht weglegen wollte. Und dann kommt es ganz anders als gedacht ...

Denn plötzlich - WOW - gelangt man zu Erkenntnissen, die mich völlig verblüfften. Die Geschichte hat einen genialen Twist, eine Wendung, die es in sich hat. Im Nachhinein muss ich mir eingestehen, dass diese Art der Wendung für mich nicht neu ist. Ich kenne sie aus Thrillern. Hätte ich sie voraussehen müssen? Vielleicht. Trotzdem kam sie für mich sehr unerwartet, mit entsprechendem Aha-Erlebnis. Ich habe zurückgeblättert, Abschnitte und Ungereimtheiten nochmals gelesen, mir einen neuen Überblick verschafft. Und ja, alles macht Sinn, wird logisch. Am liebsten hätte ich das Buch mit dem Wissen am Ende gleich nochmals gelesen. Es ist klasse!

Das Fazit
Wenn man ein Buch, nachdem man am Ende die letzte Seite zuschlägt, am liebsten nochmals lesen möchte, dann wurde für mich alles richtig gemacht. "Als ich dich suchte" ist ein düster-atmosphärisches Leseerlebnis, das ungemein fesselt und vereinnahmt. Die Charaktere sind Spitzenklasse, die Story sehr perfekt. Das Buch hält für den Leser eine Wendung bereit, einen Wow-Effekt, der unglaublich verblüfft und alles meisterhaft verbindet. Genial gemacht, unbedingt lesen! 4,5 von 5 Sterne vergebe ich.

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bilderbuch, bilderbuc, interakti, ab 2 jahren, mitmachbuc

Schüttel den Apfelbaum - Ein Mitmachbuch

Nico Sternbaum
Fester Einband
Erschienen bei Bassermann, 20.03.2017
ISBN 9783809436720
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das Konzept eines Mitmachbuches kennen wir bereits. Jedoch wird es oft unterschiedlich ausgelegt, manchmal mit Klappen, Schiebern, etc. Teilweise werden Kinder aber auch einzig mit dem Text dazu animiert, mitzumachen. Genau solch ein Buch, ohne physische Hilfsmittel, ist "Schüttel den Apfelbaum". Dieses Buch will mit Kindern spielen!

Mir fiel sofort auf, sehr positiv, dass das Mitmachbuch recht umfangreich gestaltet wurde, allerdings auch mit etwas dickerem Normalpapier, nicht mit Pappseiten. Meist sind Bilderbücher für diese Altersklasse eher kurz gehalten. Das ist hier nicht so. Auf 64 Seiten können Kinder allerhand sehen, erleben und sich aktiv am Geschehen beteiligen. Das funktioniert jeweils auf zwei Doppelseiten. Zuerst wird vom Kind mit einem kurzen, sehr herzlich und liebevoll geschriebenem Text, eine Aktion gefordert. Auf der folgenden Seite sieht das Kind dann die Reaktion seines Handelns.

"Oje, die ganzen Äpfel sind leider
viel zu schwer
für den armen Baum. Kannst du das
Buch schütteln, damit ein paar herunterfallen?" - S. 3/4


*schüttelschüttel*

"Klasse, jetzt
ist der Apfelbaum
nicht mehr traurig!" - S. 5/6


Dieses einfache Konzept überrascht und begeistert Kinder, weil alles mit ihrem eigenen Zutun, ganz ohne andere Hilfsmittel, passiert. Egal, ob man die nasse Katze mit dem Ärmel abtrocknet oder das Flugzeug anpustet, damit es sich in die Luft erhebt. Die Bilder sind sehr einfach und freundlich. Sehr gut veranschaulichen sie die jeweilige Reaktion auf die geforderte Aktion.
Ich habe das Bilderbuch meinen 2- und 7-jährigen Töchtern vorgelesen. Die Große wollte, obwohl sie schon älter als die Zielgruppe ist, alle Aktionen ausführen und musste viel lachen. Die Kleine hat ebenfalls fleißig mitgemacht und sich über die Reaktionen sehr gefreut, war teilweise sogar richtig erstaunt. Und weil das Bilderbuch viele Aktionen beinhaltet, saßen wir lange zusammen - es entstand ein schönes Miteinander.

Fazit ...
Ich liebe Mitmachbilderbücher, und die Kinder ebenso! "Schüttel den Apfelbaum" kommt völlig ohne Hilfsmittel aus, es setzt einzig auf die Aktion der Kinder. Die Zeichnungen sind einfach, der Text ist liebevoll-animierenden. Die Reaktionen der Kinder reichen von überrascht bis entzückt. In Zeiten, in denen vieles digitalisiert wird, eine echte Wohltat. Hier ist weniger tatsächlich mehr. Sehr zu empfehlen!

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bilderbuch, ab 2 jahren, tiere, zoo, menschen

Guck mal, wie die gucken!

Werner Holzwarth , Stefanie Jeschke
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.01.2017
ISBN 9783522458351
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Guck mal, wie die gucken!" ist das neueste Bilderbuch von Werner Holzwarth (Autor des Kinderbuch-Bestsellers "Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat"). In seinem neuen Buch geht es um den Buch bei den Affen in Zoo. Bei mir lösen diese Tiere ja zwiespältige Gefühle aus, meine Kinder sind von ihnen jedoch begeistert. Und genau darum geht es im Bilderbuch. "Guck mal, wie die gucken!" hat einen tollen, überraschenden Dreh. Denn wer guckt hier eigentlich wen an?

Das Bilderbuch beginnt mit dem Ausflug einer Familie - Papa, Mama und zwei Kinder - in den Zoo. Besonders haben es ihnen die Affen im Gehege angetan. Sogleich beginnt eine lustige und neugierige Unterhaltung über Aussehen, Verhalten oder das Fressen/Essen. Automatisch gehen Kinder und Vorleser davon aus, dass sich die Menschenfamilie über die Affenfamilie unterhält. Aber ist das wirklich so? "Guck mal, wie die gucken!" hat einen wunderbaren Humor. Wir haben schon während des Lesens geschmunzelt und die Kinder waren von den verschiedenen Affenarten sehr fasziniert. Ob kleine Kinder den Dreh, den Twist des Buches, verstehen ist nicht garantiert. Das ist aber gar nicht wichtig. Sicher ist, dass das Bilderbuch am Ende gleich nochmals gelesen werden will.

Die Bilder von Stefanie Jeschke passen perfekt zur Geschichte. Sie habe etwas Einfaches, aber Deutliches, vermitteln die Emotionen seitens Menschen und Affen sehr direkt. Außerdem schaut der Humor der Geschichte dem Leser durch jedes Bild entgegen. Jede neue Seite macht Spaß! In Verbindung mit dem Text, der entsprechend heiter vorgelesen werden kann, wird "Guck mal, wie die gucken!" Groß und Klein gefallen.

Fazit ...
"Guck mal, wie die gucken!" ist sehr spaßig, sehr originell und gleichzeitig sehr informativ. Das Bilderbuch hat am Ende eine überraschende Wendung und macht mit dieser Erkenntnis dann gleich doppelt so viel Laune. Die Kombination aus erheiternder Geschichte und spritzigen Illustrationen hat das Zeug zum Bilderbuchklassiker!

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Salon Salami. Einer ist immer besonders.

Benjamin Tienti , Barbara Jung
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.02.2017
ISBN 9783791500478
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Familie Salmani (den Salami-Witz kennt Hani schon aus der Schule - und findet ihn doof) besitzt einen Friseursalon. Papa schneidet Haare, Mama hilft im Salon mit und Hanis Bruder Moma geht noch in den Kindergarten. Hani selbst geht zur Schule, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, Vorher-Nachher-Fotos von Papas Kunden zu machen und im Friseursalon aufzuhängen. Eigentlich läuft es gut bei Familie Salmani, bis eines Tages Hanis Mama nicht mehr da ist und ihr Leben sehr turbulent wird. Es wird für Hani immer schwieriger der Dreh- und Angelpunkt der Familie zu sein und bald muss sie erkennen, dass sie es ohne Hilfe nicht mehr schafft.

Gleich zu Anfang begleitet man die 12-jährige Hani, die eine Bank überfallen will. Ich war etwas überrascht, denn dieses Szene scheint aus dem Zusammenhang gerissen. Man weiß einfach nicht, warum Hani einen Banküberfall plant, bzw. realisiert erst später, dass der Überfall im Kontext zur Geschichte steht. Hani möchte damit etwas bezwecken, was den Gedanken eines Kindes entspringt, völlig nachvollziehbar ist, und mich sehr berührte. Denn Hani ist zu Hause für zu viele Dinge verantwortlich, seit ihre Mama nicht mehr da ist. Ihr Papa hält den Friseursalon am Laufen und Onkel Ibo geht zwielichtigen Geschäften nach. Da ist es an Hani, sich um den Haushalt und das Essen zu kümmern, ihrem Vater zu helfen und nach ihrem Bruder zu schauen. Hani ist äußerlich zwar sehr cool, man realisiert aber bald, dass ihr die Dinge über den Kopf wachsen und sie ihre Mama vermisst.

Autor Benjamin Tienti hat einen Kinderroman geschrieben, der eine Familie zwischen den Kulturen auf sehr direkte und echte Art zeigt. Er scheut sich nicht vor Umgangssprache, was grundsätzlich ehrlich und sehr authentisch ist, an einer Stelle aber sehr stark ausgereizt wurde. Meine Kinder, die solche Ausdrücke (noch) nicht kennen, sollen diese nicht in einem Kinderbuch lesen. Bis auf eine extreme Ausnahme, wird diesem Punkt kein allzu hoher Stellenwert eingeräumt.
Die Geschichte ist lustig und nimmt sich manchmal selbst nicht ganz ernst. Sie hat aber auch eine traurige Seite, die nachdenklich stimmt und Verständnis weckt. Neben der Familiengeschichte werden Themen wie Vorurteile, Akzeptanz und Hilfsbereitschaft in die Geschichte gestreut, aber ohne eine bestimmte Botschaft zu vermitteln. Es ist einfach so. Nach einem spannenden Finale, das extrem zufrieden stellt, hat man die Familie Salmani richtig ins Herz geschlossen. Es wären sicherlich weitere Salon Salami-Bücher denkbar.

Fazit ...
ich habe bei "Salon Salami: Einer ist immer besonders" eine große Bandbreite von Gefühlen durchlebt. Die Geschichte berührt auf eine ehrliche Art, nachdem man Hani und ihre Familie kennengelernt hat. Sie weckt Interesse, aber auch Verständnis und Akzeptanz. Dazu ist sie sehr lustig und schräg, und das obwohl sie auch ein Gefühl von Zusammenhalt erzeugt. Für Kinder, die mal eine Blick auf eine Familie werfen wollen, bei denen es nicht immer normal zugeht, ist "Salon Salami" eine echte Empfehlung.

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liebe, jennyhan, verlieben, hanser, lara-jean

P.S. I still love you

Jenny Han , Birgitt Kollmann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.01.2017
ISBN 9783446254800
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jenny Hans Lara Jean-Reihe empfinde ich als etwas ganz Besonderes. Das kann ich jetzt, nach dem Beenden des zweiten Bandes "P.S. I still love you" schon sagen. Die Bücher sind frisch und jugendlich, dazu haben sie einen herrlichen Stil, der total viel Spaß macht. Die Coming-of-Age-Geschichte gefällt mir darum so gut, weil ich mich mit Lara Jean und ihrer Familie sehr wohl fühle, mit ihr lache und nachdenke und ihre Situation seitens Freundschaften und Jungs absolut nachvollziehen kann.

Eigentlich sollte Lara Jeans Leben nun ruhiger, aber nicht weniger aufregend, werden. In Peter, mit dem sie eigentlich nur eine Scheinbeziehung vereinbart hatte, ist sie nun sehr verliebt, und die beiden sind ein Paar. Was Lara Jean jedoch überhaupt nicht versteht, was sie ärgert, ist Peters vertraute Beziehung zu seiner Exfreundin, die sich immer noch zwischen die beiden zu drängen scheint. Völlig aus den Fugen gerät Lara Jeans Leben, als ein Video von ihr und Peter im Whirlpool öffentlich ins Netz gestellt wird. Dann meldet sich auch noch John, ein alter Schwarm von ihr, auf einen versehentlich abgeschickten Liebesbrief.
Ich habe schon ein paar Mal gelesen, dass sich aus dieser Situation eine Dreiecksbeziehung entwickeln würde. Einige Leser waren deshalb enttäuscht, ich selbst sehe das aber ganz und gar nicht so. Natürlich macht sich Lara Jean Gedanken. Natürlich gibt es Szenen, in denen sie sich die Frage stellt, ob sie lieber mit Peter oder John zusammen wäre. Aber ist das als 16-Jährige nicht ganz normal? Lara Jean trifft aber auch ganz bewusste Entscheidungen, indem sie Klartext redet, was für sie und die Jungs nicht einfach wird. Ich konnte ihre Gefühle jederzeit nachvollziehen und finde Lara Jean als Person sehr süß, irgendwie liebenswert-nerdig, und echt.

Die Geschichte ist ein buntes und kreatives Sammelsurium aus Familienleben, Freundschaft, Erinnerungen und Erwachsenwerden. Lara Jean muss lernen, dass Freundschaften zerbrechen, dass das Leben nicht immer so sorglos wie in der Kindheit bleibt, und dass die erste richtige Liebe nicht immer rosarot ist. Bei allem hat sie den Rückhalt ihrer Familie. Es ist so schön zu sehen, dass einem beim Lesen selbst dann Liebe und Zusammenhalt entgegenkommt, wenn es Streit oder Meinungsverschiedenheiten gibt. "P.S. I still love you" ist ein nahezu perfekter Jugendroman und Mittelband. Band 1 und 2 der Lara Jean-Trilogie könnte man als abgeschlossen lesen, jedoch freue ich mich auf den Abschlussband. Ich möchte noch mehr von und mit Lara Jean lesen!

Das Fazit
"P.S. I still love you" ist wunderbar zu lesen. Die Geschichte ist top, nicht kitschig und jugendlich-natürlich. Sie hat etwas so Herzliches, dass das Buch für immer ein kleiner Buchschatz bleiben wird. Lara Jean ist ein toller Charakter, ihr (Liebes)-Leben, ihre Familie und ihre Gedanken rühren etwas im Leser an, das von Dauer ist. Das Buch ist mitreißend, auf eine originelle Art, dazu turbulent, mit viel Humor und nachvollziehbaren Entscheidungen - ein Wohlfühlbuch! Es steht dem Vorgängerband in nichts nach, ich empfinde es sogar als noch ein klein wenig besser. 4,5 von 5 Sterne gibt es von mir.

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liebe, affäre, contemporary, freundschaft, amerika

Liebe ist wie Drachensteigen

Ashley Herring Blake , Birgit Salzmann
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2017
ISBN 9783734850240
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Thema Trennung der Eltern oder Scheidung kommt in Jugendbüchern recht häufig vor. Meist ist es aber so, dass es nur nebenbei erwähnt wird, als Nebenthema, und nicht Hauptteil der eigentlichen Handlung ist. Bei "Liebe ist wie Drachensteigen" ist das anders. Denn Sam und Hadley haben etwas gemeinsam - beide Familien belastet eine Affäre, bzw. Trennung eines Elternteils. So hat Autorin Ashley Herring Blake den Fokus nicht nur auf eine Liebesgeschichte gelegt, ihr Buch handelt ebenso von der Familiengeschichte beider Hauptprotagonisten. Genau das finde ich sehr interessant. Diese Komponente macht das Buch unbedingt lesenswert.

Obwohl sich Sam und Hadley (noch) nicht kennen, sind beide Familien wegen eines ähnlichen Ehe-Dramas zerrüttet. Sams Vater hat die Familie verlassen, Hadleys Dad versucht seine Ehe zu retten. Und während Sam ganz offensiv damit umgeht, er streitet mit seiner Mutter am laufenden Band, schottet sich Hadley ab und kann die angespannt-verkrampfte Stimmung zu Hause nicht ertragen. Sie hat für sich ein Ventil entdeckt, mit der Situation umzugehen. Bei fast jeder Party macht Hadley mit diversen Jungs rum, die Konsequenzen daraus will sie aber nicht akzeptieren. In der Schule hat sie bereits den Ruf, sie wäre leicht zu haben und jeder könne bei ihr landen.
Ich muss sagen, dass beide Charaktere wunderbar dargestellt sind. Sehr intensiv und sehr gefühlvoll. Man kann absolut nachvollziehen, was sie bewegt und warum sie so handeln, bzw. was dahintersteckt. Sam und Hadley sind beide auf ihre Art verletzt. Mir persönlich war Sam sehr sympathisch. Er ist ein ausdrucksstarker Charakter, der Menschen schützen möchte, vor allem seinem Schwester, später auch Hadley. Dagegen hatte ich mit Hadley einige Probleme, obwohl sie mir nicht naiv erschien. Dabei ging es mir nicht um die Tatsache, dass sie sich jedem Jungen an den Hals wirft. Sie kennt ja ihr Verhalten, ist aber hochgradig beleidigt und enttäuscht, wenn ihre beste Freundin mal Klartext redet. Entweder man steht dazu oder man ändert was.

Als Hadley und Sam zufällig aufeinandertreffen, können sie beide nicht unverkrampft mit dem jeweils anderen umgehen. Zwar fühlen sie sich zueinander hingezogen, sind aber durch ihre Familiensituation stark belastet. Außerdem hat die Autorin ein großes Geheimnis in die Geschichte eingebaut, das Sam und der Leser schnell wissen, Hadley jedoch nicht. Damit ist auch klar, worauf die Geschichte hinausläuft. Es bleibt nur die Frage, wie sich alles entwickelt. Und gerade dieser Punkt ist sehr spannend.
Obwohl in der Geschichte jetzt nicht unbedingt viel passiert, ist das Buch so klasse zu lesen, das man es schwer zu Seite legen kann. Das liegt daran, dass die Gefühlsebene der beiden Protagonisten durch wechselnde Perspektiven gut zu greifen ist und das Augenmerk nicht nur auf der Lovestory liegt. Es ist eine Freude, Sam und Hadley zu begleiten. Besonders gut gefiel mir das Ende, denn es ist gut aber nicht kitschig-abgehoben, sondern sehr realistisch.

Das Fazit
"Liebe ist wie Drachensteigen" ist ein Buch zum Wohlfühlen, trotz des Themas, das nicht nur eine Liebesgeschichte in den Vordergrund stellt (die hier mal von einer ungewöhnlicheren Seite betrachtet wird), sondern auch viel greifbares Familiendrama enthält. Obwohl man als Leser das Geheimnis von Sam und Hadley bald kennt, ist es unheimlich anziehend, wie das Ganze aufgelöst wird. Es geht um Wahrheit, Vertrauen und auch Akzeptanz. 4 von 5 Sterne vergebe ich dafür.

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

freundschaft, missbrauch, koffer, familie, schule

Der Koffer

Robin Roe , Sonja Finck
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551560292
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Der Koffer" strahlt etwas aus. Eine düstere oder geheimnisvolle Anziehungskraft, die ich aber vor dem Lesen nicht richtig greifen konnte. Auch nicht in Verbindung mit dem Klappentext, bzw. der Buchbeschreibung. Und es könnte durchaus sein, dass das Buch an mir vorbeigegangen wäre, wäre es nicht eine persönliche Empfehlung gewesen und hätte ich mich nicht zusätzlich anhand der englischsprachigen Meinungen schlau gemacht. Zum Glück habe ich es gelesen! Wow! Robin Roes Debütroman ist ein Juwel. Mit einer Intensität, die ihresgleichen sucht.

Es dauerte kaum fünf Seiten, da war ich im Buch versunken und ihm völlig verfallen. Vordergründig, weil Hauptprotagonist Julian mir so leid tat, aber natürlich hauptsächlich, weil "Der Koffer" etwas ausstrahlt, dem man sich nicht entziehen kann. Ist es Empathie oder Freude? Trauer oder Hoffnung? Wahrscheinlich von jedem etwas. Und diese Attributen zu einem Gesamtwerk zu verbinden, ist eine Herausforderung, die der Autorin hervorragend gelungen ist.
Es gibt zwei Hauptcharaktere, aus deren Sicht die Geschichte auch erzählt wird - Julian (14) und Adam (18). Wobei ich behaupten möchte, dass der Fokus ein klein wenig mehr auf Julian liegt, im Grunde ist es seine Geschichte. Die beiden Jungen, laufen sich nach fünf Jahren wieder über den Weg. Sie kennen sich aus der Zeit, als Julian der Pflegebruder von Adam war. Jeder der Jungen hat ein Päckchen, oder besser ausgedrückt, Paket (!) zu tragen. Und auch hier würde ich sagen, dass Julians Last schwerer ist. Es ist so wunderbar, das beide Jungen weit abseits aller Klischees dargestellt sind. So hat Adam z.B. ADHS. Das Krankheitsbild wird oft gleichgesetzt mit Unruhe, Anspannung und Störenfrieden, dabei ist Adam wohl einer der bemerkenswertesten und liebenswertesten Buchhelden, über die ich je gelesen habe. Er wird für Julian, dessen Eltern gestorben sind und der bei seinem Onkel wohnen muss, zum sprichwörtlichen Rettungsanker.

Julian hat Bindungsängste, diverse Lernschwächen und ist sehr kindlich in seiner Entwicklung. Wenn man das Buch liest, weiß man auch, warum das bei ihm so ausgeprägt ist und wie es dazu kam. Er ist nicht ganz einfach, manchmal sogar stur, dann wieder völlig unsicher, gehört aber zu den Charakteren, die man ganz stark ins Herz schließt und nie wieder daraus entlassen will. (Gerade ist er übrigens wieder da, der dicke Klos im Hals, den ich während des Lesens kaum herunterschlucken konnte.)
Schon nach dem ersten Kapitel konnte ich mit etwas Vorstellungskraft erahnen, dass das Buch eine Tragik entwickelt, die sehr schwer auf die Seele drücken wird. Kaum ermessen ließ sich allerdings, welche Ausmaße das Ganze annehmen würde. Für den normaldenkenden Menschen sind manche Szenen kaum auszuhalten. Zum Glück gibt es immer wieder schöne Momente, sogar Humor und Hoffnungsinseln, auf denen sich Leser und Charaktere erholen können.
Eine Überlegung meinerseits, ist, ob eine dramatische Begebenheit am Ende wirklich hätte sein müssen, ob man die Szene nicht auch weniger actiongeladen hätte lösen können. Die Spannung steigerte sich hier nochmals enorm, schlussendlich beurteilt das jeder Leser wohl individuell. An der hohen Qualität des Buches ändert sich dadurch nichts. Man darf auch ruhig erwähnen, dass die Geschichte sehr passend und gut-hoffnungsvoll beendet wird. Hier wurde alles richtig gemacht!

Das Fazit
"Der Koffer" steht nicht nur symbolisch für Julians Erinnerungen, auch jeder Leser dieses Buches wird sich sein Leben lang an die Geschichte erinnern. Es ist ein Buch, bei dem man manchmal am liebsten wegsehen würde, es aber zum Glück nicht darf. Ein Buch, das für Liebe, Hilfsbereitschaft und Hoffnung steht, und sich weit weg von oberflächlichen Klischees bewegt. Die Charaktere begeistern allesamt, die Geschichte schreibt sich tief ins Herz. 5 von 5 Sterne gibt es von mir - oder wie Julian sagen würde: "Zehn Millionen Sterne."

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Eddy, der Elefant, der lieber klein bleiben wollte

Hans Traxler
Fester Einband
Erschienen bei Hanser, Carl, 20.02.2017
ISBN 9783446254916
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Oh, wie ist dieses Bilderbücher süß! Sobald man die ersten Seiten aufschlägt, sind das die wesentlichen Gedanken, die einem in den Kopf schießen. Dabei steckt in "Eddy, der Elefant, der lieber klein bleiben wollte" so viel mehr. Eine große Portion ehrlicher Realismus, viel Spannung und auch überraschend Wunderliches.

Hans Traxlers Illustrationen stechen hervor. Sie haben etwas Spezielles, eine eigenen Ausdruckskraft, die ich als maßgeblich für Bilderbücher empfinde. Und wenn der kleine Elefant Eddy mit seiner Herde, der Elefantenfamilie, durch die Steppe läuft, dann nehme ich das dem Bild ab, als wäre es eine Tierdokumentation. Obwohl sie gezeichnet sind, lehnen sich die Bilder stark an der Realität an. So auch die Farben. In der Steppe ist alles in pastellfarbenen Rot- und Gelbtönen gehalten. Später, als Eddy in die Zivilisation der Elefantenstation kommen, werden die Bilder bunter voller. Auf jeder Seite gibt es zusätzliche realistische Dinge zu entdecken (z.B. Löwen, die sich im Gras verstecken oder Tiere, die vor einem Fahrzeug davonlaufen), die die Geschichte begleiten und bereichern. Kinder, die noch nicht lesen können, oder denen das Buch gerade nicht vorgelesen wird, werden alleine durch die großformatigen Bilder in der Geschichte versinken.

Die Geschichte selbst ist mit 44 Seiten für ein Bilderbuch umfangreich. Jedoch sind Text und Sprache dem Verständnis jüngerer Kinder angepasst, die nebenbei noch eine ganze Menge an Informationen über Elefanten und ihr Leben bekommen. Hier scheut sich der Autor auch nicht vor einem ernsteren Thema, wie dem der Wilderer, die es auf die Stoßzähne von Elefanten abgesehen haben. Ist die Geschichte anfangs noch sehr realistisch, wird sie im Mittelteil richtig spannend, was dann humorvoll, augenzwinkernd und leicht phantastisch aufgelöst wird. Ganz wunderbar! Eddy, der kleine Elefant, ist ein sehr vereinnahmender Bilderbuchcharakter und dabei so niedlich, dass große und kleine Leser (und Vorleser) ihn einfach lieb haben müssen.

Fazit ...
Das Gesamtpaket von "Eddy, der Elefant, der lieber klein bleiben wollte" ist einfach herrlich! Neben dem kleinen Eddy, der so entzückend ist, dass einem das Herz aufgeht, hat das Bilderbuch alles, was für mich richtungsweisend ist. Die Geschichte ist umfangreich aber kindgerecht und lädt durch die schönen Bilder zum langen Verweilen ein. Sie vermittelt Wissen, ist spannend und humorvoll und bekommt gegen Ende noch eine schönes Maß an Phantastik. Und zum Schluss hat Eddy dann vielleicht auch den Mut gefasst, um irgendwann einmal groß zu werden.

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63 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

lügen, mobbing, jugendbuch, familie, lauren wolk

Das Jahr, in dem ich lügen lernte

Lauren Wolk , Birgitt Kollmann
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.01.2017
ISBN 9783446254947
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lauren Wolk hat ihr Buch "Das Jahr, in dem ich lügen lernte" in eine Zeit geschrieben, in der man noch besonders viel Wert auf Gemeinschaft und gesellschaftliche Werte legte. Zusammenhalt, Loyalität und Ehrlichkeit waren wichtige Grundvoraussetzungen, um das damalige Leben zu meistern. Die Diskrepanz, die entsteht, wenn diese Werte gestört werden, und das durch einen einzelnen Menschen, ist ein interessanter Punkt und zog mich sofort in die Geschichte. Hier zeigt sich mal wieder, dass ein Buch auch dann sehr gut sein kann, wenn man persönlich andere Erwartungen an das Ende hatte. Der hochwertige Stil des Buches ist die reine Lesefreude, man versinkt sofort darin, auf eine eindringliche und ruhig-spannungsgeladene Art.

Die Geschichte spielt zur Zeit des Zweiten Weltkrieges, aber nicht um oder in Deutschland, sondern in den USA, in einer sehr ländlichen Gegend Pennsylvanias. Doch auch dort hatten die Menschen Angst vor der Zukunft. Viele Familien hatten im Ersten und Zweiten Weltkrieg Väter und Söhne verloren, das Leben war nicht sehr komfortabel und arbeitsreich dazu. Trotzdem wächst die 12-jährige Annabelle in ihrer Familie behütet auf. Sie hat Vertrauen zu ihren Eltern, die zu ihren Kindern sehr gut und gerecht sind.
Die Vertrautheit ändert sich, als die ältere Betty beginnt Annebelle zu belästigen, zu erpressen und zu verletzen. Diese Begebenheiten unter Kindern sind schlimm, und ich las mit wachsendem Entsetzen und Entrüstung, die zu einer großen Wut im Bauch wurde. Annabelles Gefühle kommen ungeschönt beim Leser an. Sie schwankt lange zwischen Unverständnis und Mitmenschlichkeit. Erst als sie nicht mehr weiterweiß, vertraut sie sich ihren Eltern an. Aber jetzt muss sich die Sache doch klären lassen - dachte ich. Ich selbst fühlte mich hilflos, als Betty beginnt auch noch Toby, eine wunderlichen aber freundlichen Kriegsveteran, zu beschuldigen und zu verleumden.

Menschen streben nach Gerechtigkeit. Wahrscheinlich ist das sogar eine Art Grundbedürfnis von mir. Und so war es mein sehnlichster Wunsch für Annabelle (und alle Betroffenen), dass Bettys Machenschaften aufgedeckt werden, vielleicht sogar, dass sie sie ändert, Einsicht zeigt oder, ich gebe es zu, gerecht bestraft wird. Doch es kommt anders. Obwohl dieses Anders sehr drastisch ist, stellte es mich nicht komplett zufrieden, entsprach nicht meinem Gerechtigkeitssinn. Leider sind Geschichten kein Wunschkonzert, genauso wenig wie das Leben selbst. Mir ist bis jetzt auch nicht ganz klar, was mir die Geschichte sagen möchte und was das Lügen schlussendlich für eine Rolle spielte. Unbestritten ist die Geschichte jedoch außergewöhnlich gut. Hier übe ich mich gerne in der Fähigkeit, sie einfach so stehenzulassen und das Ende nicht zu durch persönliche Wünsche zu werten.

Das Fazit
"Das Jahr, in dem ich lügen lernte" ist ein hochwertiges Buch, dessen Geschichte mich sofort für sich vereinnahmte. Die eindringliche und ruhig-spannende Atmosphäre lassen nicht los, und die Charaktere sind hervorragend dargestellt. Während des Lesens erlebte ich eine große Bandbreite von Gefühlen, wollte eine Richtigstellung, eine guten Ausgang für Annabelle, ihre Familie und Freunde. Das Ende hat mich überrascht, für mich war es unerwartet und auch etwas verunsichernd. Die Kraft, mit der die Geschichte nachwirkt, ist enorm. Sie beschäftigt mich sehr. 4 von 5 Sternen gibt es von mir.

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

rezension, freundschaft, highschool, magellan, strei

Überlieben in 10 Schritten

Rachel McIntyre , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2017
ISBN 9783734850141
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Beziehungen sollten nicht nur von gegenseitiger Zuneigung geprägt sein, sondern auch von Respekt und Vertrauen. Dass das leider nicht immer der Fall ist, ist kein Geheimnis. "Überlieben in 10 Schritten" hat genau das zum Thema: Ein Mädchen, das in eine ungesunde, berechnende und manipulative Beziehung rutscht. Die Art, mit der Rachel McIntyre die Geschichte schreibt, empfinde ich als sehr besonders und reizvoll.

Eigentlich hätte ich bei diesem schwierigen Thema ein ernstes und eindringliches Buch erwartet. Doch es kam ganz anders. Es ist nämlich unglaublich witzig und pfiffig. Hauptprotagonistin Daisy, die die Geschichte erzählt, macht das auf solch humorvolle und lustige Weise, dass ich ein paar Seiten benötigte, um mich daran zu gewöhnen. Der Witz steckt hier (fast) in jeder Zeile. Ehrlich, so kommt es einem vor. Manchmal grenzt das schon an Albernheit, inklusive jugendlichen Schwärmereien und Gefühlsduseleien. Hier konnte ich es aber ganz gut nachvollziehen, denn man kauft Daisy ihr Verhalten und ihr Handeln wirklich ab. Sie ist nämlich ganz und gar nicht auf den Mund gefallen, handelt überlegt und ist sehr schlagfertig. Definitiv ist sie kein schüchtern-naives Pflänzchen.

Trotz dem stark herausstechenden Humor, gelingt es dem Buch beim Thema manipulative Beziehung zu überzeugen. Toby erscheint auf der Bildfläche. Ein fast schon unwirklich schöner (schockschön, nennt es Daisy) Junge, der auch noch lustig, charmant und zuvorkommend ist. So scheint es zumindest, denn natürlich fiel mir sofort auf, dass mit ihm etwas nicht stimmt. In einer Beziehung entwickelt er sich zum Kontrollfreak. Das wird schon anhand der ersten berechnenden Fragen klar, die er Daisy stellt. Ich wurde hellhörig. Aber wäre ich das auch in einem Alter von sechzehn geworden? Sicher nicht. Daisy ist jedoch ziemlich cool. Auch sie findet ihn oft komisch und aufdringlich, sagt ihm manchmal ganz schön die Meinung. Aber sie ist auch verliebt und verfällt seinem lässigen Charme, lässt sich immer wieder von ihm um den Finger wickeln. Bis ...

... die Geschichte genau richtig endet. Die Message kommt an und ich konnte das Buch mit einem zufriedenen Gefühl zuklappen. (Obwohl, Toby hätte, wenn es nach mir ginge, ruhig noch so richtig feste eines auf den Deckel bekommen können!) Gleichzeitig war "Überlieben in 10 Schritten" ein richtig großer Lesespaß.

Das Fazit
"Überlieben in 10 Schritten" hat ein ernstes und wichtiges Thema, ist aber gleichzeitig so humorvoll-witzig, dass es manchmal fast etwas überdreht wirkt. Diesen Stil muss man mögen, er passt jedoch hervorragend zu Protagonistin Daisy, ihrer Schlagfertigkeit und ihrer Entwicklung. Damit gelingt dem Buch der Spagat zwischen großem Lesespaß und thematischem Anspruch. Die Geschichte ist süß und bitter, amüsant und tragisch. Eine sehr gute Kombination! 4 von 5 Sternen vergebe ich hierfür.

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Der Regenbogenfisch lernt verlieren

Marcus Pfister , Marcus Pfister
Fester Einband
Erschienen bei NordSüd Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783314103810
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Im Jahr 2017 feiert der Regenbogenfisch ein großes Jubiläum. 25 Jahre gibt es die Bücher rund um den kleinen Glitzerfisch schon! Mich selbst begleitete das erste Buch "Der Regenbogenfisch" bereits durch meine Ausbildung zur Erzieherin, weitere Geschichten lernte ich zusammen mit meinen Kindern kennen. Bis dato sind sieben Bilderbuchabenteuer mit dem Regenbogenfisch erschienen, dazu noch einige Begleit- und Lernbücher. Es ist zwar schön, wenn man das erste Buch kennt, aber im Prinzip kann jede Geschichte unabhängig von den anderen gelesen werden. "Der Regenbogenfisch lernt verlieren" ist das neueste Abenteuer.

In den Büchern über den Regenbogenfisch kann man in jeder individuellen Geschichte ein gemeinsames Thema entdecken - Werte. Hier werden Dinge angesprochen, die ein zufriedenes Miteinander vermitteln, die Kinder bewegen und zu ihrem Alltag gehören. Es geht ums Teilen, Hilfsbereitschaft, Angstgefühle, Streit oder, im neuen Buch, das Verlierenlernen.

In einer einfachen und gut verständlichen Sprache erleben Kinder eine Geschichte, die gewiss jedes von ihnen so, oder so ähnlich, schon kennt: Ein Gruppenspiel. Hier spielen die Fische Verstecken, und der Regenbogenfisch ist mal nicht der Beste von allen. Er findet die anderen Fische nicht, wird aber selbst sehr schnell entdeckt. Wie frustrierend! Der Regenbogenfisch ist eingeschnappt und boykottiert das Spiel. Zum Glück hat er eine gute Freundin, die ihm nahelegt, dass man im Leben nicht immer nur gewinnen kann. Es ist zwar nicht leicht, kein Spielverderber zu sein, aber sehr fair der Gruppe und Einzelnen gegenüber, wenn man sich auch mit anderen Gewinnern freuen kann.

Obwohl die Geschichte bewusst einfach strukturiert ist, ist sie spannend und gefühlvoll geschrieben. Es ist sehr gut nachvollziehbar, wie sich der Regenbogenfisch, aber auch seine Freunde, fühlen. Kinder verstehen die Botschaft hinter der Geschichte. Die farbenfrohen Bilder im Aquarellstil passen einfach hervorragend zur Unterwasserwelt, sind wunderschön anzusehen, und sind beispielhaft für alle Bücher mit dem Regenbogenfisch.

Fazit ...
Ich schätze die klaren Strukturen und die Vermittlung der Grundwerte eines positiven Miteinanders, die die Abenteuer des Regenbogenfischs beinhalten. "Der Regenbogenfisch lernt verlieren" zeigt Kindern anhand einer bekannten Situation, dass man im Leben nicht immer nun gewinnt und wie man seinen Freunden gegenüber trotzdem fair bleiben kann. Die Geschichte ist sehr gut verständlich und macht Kindern großen Spaß. Die Bilder sind, wie immer, herrlich anzusehen. Ein tolles Regenbogenfisch-Abenteuer!

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199 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

angelfall, susan ee, engel, apokalypse, raffe

Angelfall - Tage der Dunkelheit

Susan Ee , Sonja Rebernik-Heidegger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2017
ISBN 9783453317482
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich bin ein riesengroßer Fan des ersten Bandes der Angelfall-Trilogie. "Angelfall - Nacht ohne Morgen" ist bis dato das einzige Buch, das ich auf Englisch und nach dem Erscheinen hierzulande bereits zwei Mal auf Deutsch gelesen habe. Es hat mich völlig gebannt, ist nervenaufreibend und sehr krass, aber auch humorvoll und megacool. Ein Lieblingsbuch! Und nun, endlich, ging es mit Teil 2 "Angelfall - Tage der Dunkelheit" weiter. Diese kribbelige Vorfreude war sofort wieder da, dieser Drang lesen zu müssen! Und so waren auch ruckzuck die ersten 200 Seiten verschlungen.

Die Geschichte geht nahtlos vom Vorgängerband weiter. Kleinigkeiten werden von der Autorin wiederholt, ohne das es zu viel wird (bis auf die Schwert-Ausnahme, dazu komme ich gleich). So hat man im Prinzip keine Schwierigkeiten der Geschichte zu folgen, denn das Buch liest sich super. Ein bisschen wie nach Hause kommen ... und so soll das bei Reihentiteln ja auch sein. Ich war selbst überrascht, wie schnell und aufmerksam ich vorankam.
Penryn, eine wirklich taffe Kick-ass-Heldin, hat es wieder faustdick hinter den Ohren. Ihre Priorität gilt dem Schutz ihrer Familie, auch wenn sie Engel Raffe vermisst, der alleine auf der Suche nach seinen Flügeln ist. Gleichzeitig fürchtet sich Penryn aber vor ihrer entstellten und veränderten Schwester Paige und auch etwas vor der geisteskranken Mutter. Dennoch möchte sie die Familienbande aufrecht erhalten. Das zeigt eine fürsorgliche, weiche Seite an ihr, die ganz im Gegensatz zu ihrer sonstigen Härte steht.

Aber mit fortschreitender Handlung wurden Dinge zu Störfaktoren, die ich vorher vielleicht mit einem Schulterzucken abgetan hätte. Das klingt jetzt hart, denn Buch begann seinen Zauber, und damit mich als Fangirl, zu verlieren.
Zuallererst fehlt Raffe! Die Geschichte IST die Kombination der beiden Hauptcharaktere Penryn und Raffe. Dass einer der beiden auch mal abwesend sein kann, ist legitim, hier hat es aber nicht gut funktioniert oder war nicht gut ausgearbeitet. Da nur Penryn erzählt, wirkt die Handlung eingleisig. Ab und zu sieht man Raffe zwar auf einem Computermonitor einer Überwachungskamera oder Penryn beobachtet ihn irgendwo, aber er bleibt dem Leser fern, als wäre er für die Handlung fast schon irrelevant. Stattdessen erinnert sich Raffes Schwert, das in Penryns Besitz ist, an alte Situationen mit ihm und übermittelt diese Penryn in ihren Träumen. Das war für mich langweilig und völlig unnötig für die Handlung. Sollte so Raffes Abwesenheit ausgeglichen werden?
Die Angelfall-Bücher sind gewalttätig, dass sollte nach dem ersten Band klar sein. War ich damals noch geschockt und gebannt, wirkt die Gewalt in "Tage der Dunkelheit" eher abgeklärt und verpuffend. Außerdem fielen mir einige Situationen auf, die einfach nur sinnlos waren und jeder Logik entbehrten. So freut sich zum Beispiel Penryn, dass bei einem Polizeiwagen, in dem sie über Nacht gefangen ist, das Blaulicht ausgeschaltet ist. Der Wagen ist nur Mittel zum Zweck, der parkt da verlassen am Straßenrand. Nach dem Zusammenbruch der Welt gibt es keine Polizei mehr. Warum sollte da das Blaulicht eingeschaltet sein? Oder sie selbst vermöbelt einen Mitgefangenen mit aller Härte, zuckt aber voller Mitgefühl zusammen, als drei Sätze weiter ein Wärter ihn ebenfalls schlägt.
Dass sich das Buch von apokalyptischer Engelsfantasy zu vordergründiger Monsterfantasy entwickelt, mag Geschmacksache sein. Aber gerade für einen Mittelband hätte ich mir mehr Überblick und Antworten gewünscht. Warum das Ganze? Was haben die Engel und sonstigen Bösewichte genau vor? Was ist mit den Skorpionengeln, und warum werden diese auf einmal Heuschrecken genannt? Es gab ein paar Informationen, aber nur sehr vage oder nicht klar umrissen.

Das war jetzt ein großer Abschnitt mit Kritik, und so gerne ich sie mir schönreden möchte, ich kann nicht davon abrücken. Erst nachdem Penryn und Raffe (fast am Ende des Buches) wieder aufeinandertreffen, blitzt etwas der alten Stärke der Geschichte durch. Da ist sie wieder, die Coolness, der sarkastische Humor und die gegenseitige Anziehung des ungleichen Duos, das für den ganz besonderen Kick der Reihe sorgt. Eine Weile darf mit beiden in einem spannenden Finale verweilen, bevor die Geschichte in eine neue Richtung geführt wird und relativ offen endet. Der Abschlussband wird (hoffentlich) Klärung bringen. Ich hätte noch so viele Fragen!

Das Fazit
"Angelfall: Tage der Dunkelheit" liest sich fast schon süffig und viel zu schnell weg. Darum bleibe ich auch an der Reihe dran. Persönlich bin ich jedoch enttäuscht. Eine Story, die von Lieblingsbuchstatus auf Mittelfeld rutscht, ist für mich bitter. Die Geschichte entwickelt hier aber einfach nicht mehr die Klasse und Atmosphäre des Vorgängers. Die Handlung ist vage und abgeklärt, manchmal unlogisch, und geht in eine komische Richtung mit teils unnötigen Passagen. Leider erreichen auch die Charaktere nicht die Stärke, die sie gemeinsam, als Duo, haben. Es bleibt die Hoffnung auf den Abschlussband. Für mich reicht es nur für 3 von 5 Sterne.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

kinderbuch, vorlesen, zeitreisen, zeitreise, fantasy

Zeitreise mit Hamster

Ross Welford , Petra Knese
Fester Einband
Erschienen bei Coppenrath, 31.01.2017
ISBN 9783649622376
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was für ein tolles Thema! Ein Junge hat die Möglichkeit das Schicksal zu beeinflussen, vielleicht sogar zu ändern. Und zwar so, wie er es sich sehnlichst wünscht. Aber ist es immer erstrebenswert nach den eigenen Wünschen zu handeln? Ohne Rücksicht auf Verluste? Ross Welford hat einen Roman geschrieben, der einen Jungen zum Helden seines Schicksals macht. Der aber auch nahelegt, dass das Leben ein Geschenk ist, dass man es annehmen soll, wie es ist und sich an den Erinnerungen erfreuen soll. Denn Dinge ändern sich nunmal.

Als Al ein kleiner Junger war ist sein Vater gestorben. Nun lebt er mit seiner Mutter, ihrem neuen Mann und seiner Stiefschwester zusammen. Eine ganz besondere Beziehung hat Al zu seinem Grandpa Byron, einem sehr originellen und klugen Mann, der weit mehr versteht als man meint und hinter so manche Fassade blicken kann. Grandpa Byron akzeptiert Al wie er ist, pflegt mit ihm liebevolle Rituale und nimmt sich seiner an. Denn einen richtigen Freund hat Al nicht, eckt durch seine zurückgezogenen Art eher an. Was er nicht weiß; sein Vater hat zu Lebzeiten an einer Zeitmaschine geforscht. An seinem zwölften Geburtstag bekommt Al nicht nur einen Hamster geschenkt, sondern auch einen Brief von seinem Dad. Damit hat er die Möglichkeit, das Schicksal zu ändern. Doch das ist einfacher gesagt als getan.

"Das Leben ist ein wunderbares Geschenk, Al. Wir sollten jeden Moment genießen und uns an den Erinnerungen erfreuen. Denn Menschen verändern sich. Orte verändern sich. Alles verändert sich, außer die Erinnerungen. Nimm das Leben so an, wie es ist, Al. Das ist der Schlüssel zum Glück." - S. 30

"Zeitreise mit Hamster" hat mich durch einen ganz eigenen Ausdruck abgeholt. Ich war sehr davon angetan und habe das Buch verschlungen. Die Geschichte ist originell, witzig und klug. Das Zeitreiseelement wird spannend dargestellt, gar nicht so technisch wie es auf den ersten Blick scheint. Vielmehr ist es aufregend und auch turbulent-unvorhersehbar. Die Situation von Al berührte mein Herz, besonders, weil er es ist, der die Geschichte erzählt und seine Gefühle direkt beim Leser ankommen. Es war eine Freude zu sehen, wie er über sich hinauswächst und sich seiner Verantwortung stellt.

Lange Zeit ging ich davon aus, dass die alleinige Aussage des Buches lautet, dass man das Leben so annehmen soll, wie es ist. Dass es gar nicht so ratsam ist, das Schicksal zu verändern. Folglich hatte ich einen anderen Ausgang der Geschichte erwartet ... und wurde hier sehr überrascht. Für jüngere Leser ist das Ende jedoch schön, und manchmal dürfen Wünsche auch ruhig wahr werden, nicht war? Kinder und erwachsenen Leser können von "Zeitreise mit Hamster" nur profitieren und sich ganz eigene Erkenntnisse aus der Geschichte ziehen.

Fazit ...
Ich habe "Zeitreise mit Hamster" verschlungen. Die Geschichte ist äußerst klug und kreativ-einzigartig wiedergegeben. Die Charaktere wachsen während der spannenden Handlung sehr ans Herz, ganz besonders, weil sie so originell dargestellt sind. Am Ende klang das Buch noch lange bei mir nach. Vielleicht gerade deshalb, weil ich einen anderen Ausgang erwartet hatte. Kinder und erwachsene Leser werde sich ihre eigenen Gedanken zum Buch machen. Lesen!

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

kinderroman, lustig, oetinger verlag, ab 6 jahren, kinderbuch

Frieda Kratzbürste und ich

Rüdiger Bertram , Heribert Schulmeyer
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.03.2017
ISBN 9783789104343
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Kinderbücher über Mut und Selbstvertrauen kann man gar nicht genug haben. Besonders, wenn ein Buch diese Themen mit so viel Spaß aufgreift wie bei "Frieda Kratzbüste und ich". Außerdem ist meinen Tochter genau im passenden Alter, und so haben wir es uns mit dem Buch bei einem gemeinsamen Vorlesenachmittag gemütlich gemacht. Ganz ruhig hat sie zugehört - interessiert, mitfühlend und oftmals erstaunt-kichernd.

Es geht um einen Kindergeburtstag, eine Situation die jedes Kind kennt. Doch anstatt sich über die Einladung zu freuen, bekommt Anna bei dem Gedanken hinzugehen Bauchgrummeln. Denn was, wenn keiner mit ihr spielen will? Anna ist schüchtern, ihr machen Situationen, die normalerweise für Begeisterung sorgen, oftmals ein bisschen Angst. Zum Glück hat Anna Frieda, ein hässliches Ding aus Plüsch, aber für Anna die schönste Puppe auf der Welt. Frieda spricht mit ihr, aber nur Anna kann sie hören. Frieda ist nicht aufmunternd und nett zuredend, sie ist eine richtige Kratzbürste: Vorlaut, frech und total witzig. Und wahrscheinlich es es genau das, was Anna Mut macht und ihr Selbstvertrauen schenkt.

Zugegeben, die Bilder und Illustrationen treffen nicht komplett meinen persönlichen Geschmack. Kinder sind zum Glück, im Gegensatz zu Erwachsenen, nicht wertend. Die Geschichte zählt, die Bilder unterstützen die Handlung. Heribert Schulmeyers Bilder sind sehr aussagekräftig. Obwohl sie einfach wirken, stecken sie voller Emotionen. Annas Ängste und Sorgen sind vollständig nachvollziehbar. Das fiel mir sofort an der Reaktion meiner Tochter auf. Jedoch bringt Kratzbüste Frieda bringt so viel Schwung und Witz in die Geschichte, dass sie gar nicht anderes konnte, als in jedem Kapitel zu lachen. Wir haben das Buch mit einem sehr zufriedenen Gefühl beendet.

Fazit ...
Ich finde "Frieda Kratzbürste und ich" ein empfehlenswertes Kinderbuch über Mut und Selbstvertrauen (ganz besonders gut geeignet für schüchterne Mädchen). Die unsichere Anna und das frech-lustige Energiebündel Frieda sind ein tolles Gespann und vermitteln, wenn auch auf eine etwas unkonventionelle Art und Weise, eine mutmachende Botschaft. Die Geschichte ist sehr einprägsam, steckt aber aber voller Humor und Kichermomente. Zum Vorlesen und Selberlesen für junge Grundschulkinder.

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437 Bibliotheken, 21 Leser, 1 Gruppe, 81 Rezensionen

magie, fantasy, wald, naomi novik, zauberer

Das dunkle Herz des Waldes

Naomi Novik , Marianne Schmidt , Carolin Liepins
Fester Einband
Erschienen bei cbj, 21.11.2016
ISBN 9783570172681
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Das dunkle Herz des Waldes" war wieder so ein Buch, das durch sein fantastisches Cover meine Aufmerksamkeit erregte. Das ganze Buch wirkt gigantisch. Optisch und durch seinen Umfang. Im Nachhinein passt das hervorragend zur Geschichte. Auch die Beschreibung der Fantasygeschichte sprach mich an, obwohl ich mir nichts Konkretes darunter vorstellen konnte. Ein Drache (der eigentlich kein Drache ist, sondern ein Mann), der sich alle paar Jahre ein Mädchen aus dem Tal holt? Und warum nochmal genau? Und das war auch gut so, denn ich wurde von der Geschichte tatsächlich überrascht.

Die Idee des Buches hatte mich sofort in ihrem Bann und ich war ab Beginn von der Geschichte angetan. Der Dunkle Wald bedroht die Dörfer des Tals und damit alle Menschen, die dort leben. Er breitet sich nicht nur immer weiter aus, droht somit das Tal zu verschlingen, es geht auch etwas Böses im Wald um, eine dunkle Macht. Menschen und Tiere werden mit dem Übel des Waldes befallen, und nicht selten schickt der Wald schreckliche Wesen, die Menschen oder Kinder verschleppen. Einzig der Drache, ein Zauberer, kann die Menschen des Tals beschützen und den Dunklen Wald in Schach halten. Im diese Grundidee strickt die Autorin eine Geschichte, die nicht nur sehr reizender Lesestoff ist, sie ist auch noch völlig unvorhersehbar. Ich wusste wirklich nie, auf was das Ganze hinausläuft und was mich im Laufe der Handlung erwartet.

Erzählt wird die Geschichte ganz linear von Agnieszka, die vom Zauberer-Drachen ausgewählt wird, ihm zu dienen und zu helfen. Das Buch ist sehr hochwertig geschrieben, es ist ausführlich und hat ein düster-magisches Lesefeeling mit einem historischen, altertümlichen Setting. Es gab im Mittelteil eine kleine Durststrecke, die man aber aufgrund des umfangreichen Fantasyschmökers gut verkraften kann. Hier hinein passt die Magie, die in der Geschichte praktiziert wird, natürlich perfekt. Agnieszka entwickelt sich zu einer Zauberschülerin, einer Hexe, wirkt gemeinsam mit dem Drachen durch Zaubersprüche und Tränke, um den Dunklen Wald zu bekämpfen oder Menschen zu helfen. Das ist sehr plausibel und gut vorstellbar. Einzig gegen Ende wurde die magische Komponente etwas abstrakter und war mir persönlich zu viel und zu dick aufgetragen.

Im Gesamtbild ist "Das dunkle Herz des Waldes" völlig stimmig und wird nach einem turbulenten Schluss auf eine gute, runde Art beendet. Nicht zu schnell, sehr passend. Die Geschichte ist abgeschlossen. Am Ende wird man das Buch zufrieden und mit einem guten Gefühl zuklappen.

Das Fazit
"Das dunkle Herz des Waldes" ist für mich eine große Fantasy-Überraschung, die mein Herz nicht dunkel gemacht, dafür umso mehr begeistert hat. Die düster-historische Stimmung, der hochwertige, gut zu lesende Stil und die prägnanten Charaktere sind vom Feinsten. Die völlige Unvorhersehbarkeit der Handlung und die magische Komponente ein Fest für jeden Fantasyleser. Die ein oder andere Länge konnte ich gut so stehen lassen, denn das Buch ist ein Schmöker, in dem man einfach versinken muss. Und wunderbar abgeschlossen noch dazu. Dafür gibt es von mir 4 von 5 Sterne.

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kinderbuch, hai, kindersachbuch, sachbuch, meer

Hai Ahoi!

Owen Davey , Susanne Schmidt-Wussow
Fester Einband
Erschienen bei Knesebeck, 16.02.2017
ISBN 9783957280244
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Sachbilderbücher sind eine wertvolle Bereicherung fürs Kinderbuchregal. Für kleine Kinder gibt es viel zu sehen und zu entdecken, größere Kinder können sich bereits anhand der Texte informieren und spielerisch Wissen erlangen. "Hai Ahoi!: Alles von Ammenhai bis Zebrahai" thematisiert das Leben dieser besonderen und faszinierenden Meeresbewohner (zu den nicht wenige Menschen ein etwas zwiegespaltenes Verhältnis haben). Mich persönlich begeistert das Buch alleine aufgrund des Gestaltung, für unsere zwei ältesten Kinder ist es ein dauerhafter Begleiter geworden.

Der Inhalt von "Hai Ahoi!" gleicht dem eines Kinderlexikons. Es ist keine kleine Rubik, wie zum Beispiel innerhalb eines Tierlexikons, sondern eine Sammlung umfangreichen Wissens über die verschiedensten Haiarten. Neben der Definition "Was sind Haie?" erfahren Kinder alles über Lebensraum, Ernährung und Sozialleben. Aber auch die Frage ob Haie gefährlich sind wird beantwortet, ebenso die Gefährdung dieser Tierart durch den Menschen.
Kinder sind sehr angetan von diesen Informationen, aber vor allem auch von den tollen Bildern, die z.B. Größenvergleiche, Anatomie der Haie oder die Meeresumgebung zeigen.

Autor und Illustrator Owen Davey hat die ganze Optik des Buches in Retro gehalten. Die Farben sind gedeckt in Blau-, Grün- und Brauntönen, die Illustrationen versprühen den Charme der 60er und 70er Jahre. Dabei wirken sie aber natürlich und echt, nicht verfremdet oder kindlich. Die hochwertige und besondere Gestaltung des Buches ist genau mein Ding und absolut spitze.
"Hai Ahoi!" liegt meist in unmittelbarer Griffweite unseres Sohnes (9), der immer und immer wieder völlig gebannt die einzelnen Kapitel liest - zwischenzeitlich auch nicht mehr in Reihenfolge, sondern rein nach Lust und Interesse. Unsere Tochter (7) übt damit das Selberlesen.

Fazit ...
"Hai Ahoi!" ist ein absolutes Wow-Sachbilderbuch! Hier stimmen Optik und Inhalt. Die Informationen über Haie sind so interessant, dass das Buch bei uns im Dauereinsatz ist. Die Gestaltung und Farbgebung im Retro-Stil sind wirklichkeitsnah und eine Freude fürs Auge. Für wissenshungrige Kinder und erwachsene Liebhaber hochwertiger Bilderbücher ein Muss!

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diabolic, liebe, weltall, science fiction, intrigen

Diabolic

S.J. Kincaid , Ulrich Thiele
Fester Einband: 488 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.01.2017
ISBN 9783401602592
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Diabolic: Vom Zorn geküsst" kann sich sehen, bzw. lesen lassen! Das Buch ist so nervenaufreibend und spannend, dass ich es kaum zur Seite legen wollte. Zum Glück hatte ich die Buchbeschreibung vor dem Lesen wieder vergessen. Sie hätte mir einiges der Lesefreude genommen. Denn leider, und das muss ich anfügen, nimmt der Klappentext viel zu viel der Spannung vorweg, propagiert außerdem eine zu erwartende und präsente Lovestory, wo es vielmehr um Macht und Intrigen geht. Die Handlung verliert ihr großes Plus, die Unvorhersehbarkeit. Also bitte, lies dieses Buch, ohne dich von der Beschreibung beeindrucken zu lassen. Lies sie nicht, denn die Handlung ist großartig!

Die Galaxie, die die Autorin hier erschaffen hat, hat einiges zu bieten. Sie ist umfassend und komplex. Das ist zwar ganz typisch für einen Science-Fiction-Roman, für ein Jugendbuch benötigt es doch eine Weile, bis man einen Überblick hat, die Imperialen Strukturen, Religionen und Machtverhältnisse kennt. Trotzdem kann man sich kaum von den Seiten lösen, da die Geschichte ab Beginn ultimativ spannend ist. Ich war gleichermaßen fasziniert sowie erschrocken vom System, der Hinterhältigkeit und Brutalität der Imperialen Galaxiebewohner und ihrem Kampf um Macht. Mitten hinein gerät Nemesis, eine Diabolic, die eigentlich nicht mehr existieren dürfte und menschliche Gefühle entwickelt, die sie normalerweise nicht haben dürfte. Sie ist eine Waffe, tödlich und gefährlich, schwebt aber selbst immer in unmittelbarer Gefahr. Das verspricht Spannung auf jeder Seite, und so ist es auch.

"Diabolic" ist zwar ein Jugendbuch, liest sich aber nicht sehr jugendlich. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl eine Geschichte mit minderjährigen Hauptcharakteren zu lesen, obwohl sie das laut Handlung sind. Seitens Gewalt legt das Buch die Messlatte enorm hoch, es ist brutal und geht körperlich und gefühlsmäßig hart zur Sache. Dass Nemesis als Diabolic sehr gefährlich ist und jederzeit töten oder verletzten kann (wird!), erfährt man gleich zu Beginn des Buches. Etwas störend empfand ich, dass das laufend wiederholt wird, und Nemesis sich in fast jedem Kapitel zum Töten bereit macht, sobald sie nur schief angeschaut wird. Als müsste ich ständig daran erinnert werden wie gefährlich sie ist. Das wirkt künstlich und wäre angesichts der eindrücklichen Handlung nicht nötig gewesen.

Falls das überhaupt möglich ist, steigert sich die Spannung zum Ende nochmals enorm. Es wird überaus aufregend und völlig unvorhersehbar. Das ist psychologisch so gut ausgearbeitet, so voller Überraschungen und Wendungen, dass man sich nie sicher sein kann, ob die Situation so bestehen bleibt oder man beim eigentlichen Ende angekommen ist. So geht Lesespaß hoch zehn!

Das Fazit
"Diabolic: Vom Zorn geküsst" ist mega spannend, voller Intrigen und Machtspiele, und damit nervenaufreibend-unvorhersehbar (wenn man den Klappentext nicht kennt!). Die Handlung ist auffallend und individuell, der galaktische Weltenentwurf sehr gut und komplex ausgearbeitet. Wer einen Roman mit Anspruch, eindrücklichen Charakteren und hohem Suchtpotenzial sucht, und dazu eine gewalttätige Handlung nicht scheut, kann hier gar nichts falsch machen. Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

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lter, gefühle, bilderbuc, klischees, kinderbuc

Anleitung zum Ungezogensein

Sophie Schmid , Sophie Schmid
Fester Einband: 36 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 12.01.2017
ISBN 9783649670407
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Wer kennt sie nicht, Sprüche wie "Ordnung ist das halbe Leben!" oder "Mit dem Essen spielt man nicht!" Besteht das ganze Leben nur aus Regeln, die unbedingt eingehalten werden müssen? Keinesfalls. Kinder sind keine Maschinen, die ihr Leben in eine enge Form pressen können. Genau das wird mit dem Bilderbuch "Anleitung zum Ungezogensein" deutlich. Das Thema ist augenzwinkernd und mit viel Humor umgesetzt. Es spricht damit auch Erwachsene an.

Am Anfang des Buches sieht man zwei Erwachsene, wahrscheinlich Eltern, die vor einer großen Kinderschar stehen und gestenreich erklären: "Regeln sind dazu da, befolgt zu werden!" Damit entlockten sie mir schon mal ein Grinsen und schauten gleichzeitig in die vielen fragenden Gesichter der umstehenden Kinder (und in das eines Hundes, der ignorant die Nase rümpft). Ich selbst bin ein Befürworter von Regeln, jedoch nicht durch Bestimmung, sondern durch die Vermittlung von Werten und sehe mich selbst als Vorbildcharakter für meine Kinder. Darum war mir sofort klar, dass "Anleitung zum Ungezogensein" nicht als Doktrin verstanden werden soll. Es ist ein humorvolles Buch, dass dafür steht, den eigenen Kopf zu gebrauchen, individuell und fantasievoll zu sein und Dinge zu hinterfragen.

Die Illustrationen sind auf eine humorvolle Art lebensnah. Kinder werden sich darin wiedererkennen, Erwachsene müssen beim Betrachten die ganze Zeit lächeln. Jede Doppelseite ist nach links ausklappbar. Das hat einen ganz besonderen Sinn. Auf der ersten Seite steht immer eine wohlbekannte Lebensregel, z.B. "Ordnung ist das halbe Leben". Die wird von Kindern durch einen flotten Spruch beantwortet oder "verschönert" - "Also schau, dass du die andere Hälfte geniesst!" Unter der aufgeklappten Seite befindet sich nun eine herrliche Szenerie, wie die Kinder ihre Antwort umsetzen. In diesem Fall mit einem riesigen Kissenlager, das in einen Abenteuerspielplatz verwandelt wird.
Das Buch endet mit einem schönen Miteinander zwischen Erwachsenen und Kinder und der Erkenntnis, dass es zum Glück von jeder Regel auch Ausnahmen gibt.

Fazit ...
Kinderbücher, die auf den ersten Blick provokant erscheinen, können dazu beitragen, die eigene Sicht zu hinterfragen oder das Leben nicht ganz so ernst zu nehmen. Im Fall von "Anleitung zum Ungezogensein" ist das auf eine humorvolle und kreative Art äußerst gut gelungen: Sei fantasievoll, gebrauche deinen eigenen Kopf und hinterfrage Dinge. Das Bilderbuch ist sehr pfiffig und hat eine tolle Aussage am Ende. Kinder und Erwachsene können beim Betrachten gemeinsam lachen.

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Zimt und zurück

Dagmar Bach
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.02.2017
ISBN 9783737340489
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Die vertauschten Welten der Victoria King" oder auch die ZIMT-Triogie hat sich schon im Sommer 2016 in mein Herz geschrieben. Mit Band 1 "Zimt und weg" war mir klar, dass die Folgebände ein Lesemuss werden. Mit der herzlich-süßen und turbulenten Geschichte hat man einfach allerschönste Lesestunden. Und der Humor ist wie die Füllung einer Zimtschnecke - köstlich!
Nun sind wir also schon beim zweiten Buch "Zimt und zurück". Mittelbände haben ja oftmals schon zu Beginn einen etwas schwereren Stand. Dieser nicht. Ein erneut wunderbares Buch!

Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass man "Zimt und zurück" als Einzelband lesen kann. Das nicht. Aber Dagmar Bach macht es ihren Lesen wirklich extrem leicht in die Handlung zurückzufinden. Das liegt auch daran, und darüber habe ich mich sehr gefreut, dass der "Parallelweltfall" aus dem Vorgängerband sozusagen abgeschlossen ist. Vicky trifft hier nicht mehr auf ihre bekannte Doppelgängerin Tori, sondern auf eine neues Parallelwelt-Ich, nämlich Victoria. Das gibt jedem Band eine eigenständige Storyline innerhalb der Trilogie. Sehr klasse! Handlungsrelevante Dinge, an die man sich als Leser erinnern sollte, werden unaufdringlich in die Geschichte gewoben. Ich hatte niemals das Gefühl etwas vergessen zu haben.

Die Parallelweltsprünge, das Zeitreiseelement der Geschichte, ist wunderbar in die Handlung integriert und nicht kompliziert oder technisch. Durch den Zimtschneckengeruch hat dieser Aspekt etwas Einzigartiges, sehr Individuelles. Obwohl die Geschichte turbulent ist, entsteht keine Hektik durch die Parallelwelt. Diese ergänzt die Handlung im Hier und Jetzt, ist nicht überladen oder dauerpräsent.

Vicky wird in diesem Buch fünfzehn Jahre alt. Sie rutscht von einer lustigen Szene in die nächste, ist oft unfreiwillig komisch. Sie muss nicht nur mit dem Leben ihrer Doppelgängerin klarkommen, und sorgt bei dieser für eine Menge Wirbel, sondern ist auch noch unsicher verliebt. Ein unausstehlicher Gast im heimischen Bed & Breakfast und ein Schülerpraktikum garantieren Dauergrinsen. Die Geschichte ist jugendlich-humorvoll, sehr herzlich und originell. Die Atmosphäre hat mich so vereinnahmt, dass ich auch dieses Buch nicht aus der Hand legen wollte. Das Lesen ist angenehm und vergnüglich. Einfach herrlich!

Das Fazit
"Zimt und zurück" ist wohl eines der süßesten Mittelband-Zimtschneckchen des Jugendbuches. Total lustig, äußerst herzlich und ganz und gar köstlich. Die Handlung ist sehr jugendlich, manchmal augenzwinkernd und wohldosiert überzogen. Sie spielt innerhalb der Trilogie, wirkt aber so eigenständig, dass die Geschichte fast für sich alleine stehen könnte. Genau so geht ein humorvolles Jugendbuch! Unbedingt reinschauen - für mich ist die Reihe mit diesem zweiten Band schon ein Klassiker. 4,5 von 5 Sterne gibt es dafür.

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internat, besondere fähigkeiten, geländespiel, schatzsuche, höhle

Club der Heldinnen. Entführung im Internat

Nina Weger , Nina Dulleck
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.02.2017
ISBN 9783789104657
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Club der Heldinnen" ist eine neue Kinderbuchreihe für Mädchen. Eine Internatsgeschichte, bei der ich überzeugt bin, dass sie bei jungen Leserinnen gut ankommen wird. Die erste Geschichte, "Entführung im Internat" ist pfiffig und spannend. Mit den Figuren können sich Mädchen gut identifizieren, ganz im Sinne des Reihentitels. Die Aufmachung des Buches ist sehr ansprechend, und als toller Bonus sind dem Buch vier Club-Ausweise beigelegt. Wenn das nicht dazu animiert, einen eigenen Freundinnen-Club zu gründen ...

Das Internat Matilda Imperatrix ist eine Schule für Mädchen. Aber keine normale Schule. Einzig für Mädchen mit besonderen Fähigkeiten, mit denen sie dazu beitragen können, eines Tages die Welt zu verbessern. Damit sind keine Superheldenkräfte gemeint, sondern Talente fürs Spurenlesen, Erstellung von Rettungsplänen, angehende Astronautinnen oder Technikspezialistinnen. Das Internat wirkt mit seinen Sporteinrichtungen, Stallungen, dem Planetarium, usw. schon etwas elitär und damit sehr anziehend für die Zielgruppe.
Flo und Pina sind beste Freundinnen, Fünftklässlerinnen, und teilen sich ein Zimmer. Während Flo einen perfekte Planerin ist, die einer alten Ritterfamilie entstammt, sind Pinas Vorfahren Indianer. Sie erkennt jede Spur. Beides ist natürlich hilfreich, als Flos kleine Schwester Charly verschwindet. Außerdem kommt eine neue Mitschülerin zu Flo und Pina ins Zimmer. Blanca reagiert immer sehr komisch und hat definitiv etwas zu verbergen, sie bringt ein großes Geheimnis mit. Hier gefiel mir besonders gut, dass Flo und Pina das neue Mädchen als Komplizin gewinnen wollen, anstatt gegen sie zu reden. Gemeinsam rutschen die drei Freundinnen in ein großes Abenteuer.

Die Geschichte hat so viele anziehende Details, dass das Lesen zu einem abenteuerlichen Erlebnis wird. Da sind natürlich die schlauen und pfiffigen Mädchen, es gibt sogar Pferde, eine Wette und eine echte Schatzsuche. Pinas Indianerweisheiten sind wirklich originell und humorvoll. Die Mädchen bilden ein tolles Team und die Suche nach Charly hat etwas von einer Detektivgeschichte. Am Ende wird dieses Abenteuer abgeschlossen, aber mit den augenzwinkernden Hinweis, dass es mit den drei sympathischen Heldinnen weitergeht.

Fazit ...
"Club der Heldinnen: Entführung im Internat" ist ein toller Reihenstart für junge Mädchen. Die Internatsgeschichte lebt von Zusammenhalt und Freundschaft und natürlich der originell-elitären Schule, mit vielen Details, die das Lesen ganz besonders anziehend machen. Die sympathischen Heldinnen bereichern mit ihren schlauen Fähigkeiten die Geschichte. Mit viel Witz und Pfiff ist das Buch ein Pageturner, dem hoffentlich bald das nächste Abenteuer folgt.

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geister, london, fantasy, geisterjäger, lockwood

Lockwood & Co. - Das Flammende Phantom

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei cbj, 28.11.2016
ISBN 9783570159644
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jeder neue Lockwood & Co.-Band wird mit Spannung erwartet. Kein Wunder, denn die Bücher sind geistreich (im doppelten Sinne), amüsant und jedes Mal unglaublich heikel und spannend. Nennenswerte Kritik konnte ich bei keinem Abenteuer der sympathischen Geisterjäger anbringen. Mit "Lockwood & Co.: Das Flammende Phantom" erleben Lucy, Lockwood und Freunde erneut einen kniffeligen Fall der Londoner Geisterepidemie. Ursprünglich sollte dies das letzte Abenteuer sein, und ich war freudig überrascht, dass davon am Ende keine Rede mehr sein konnte.

Bei jeder neuen Geschichte über "Lockwood & Co." bin ich fasziniert wie mühelos man in die Handlung zurückfindet. Das Thema der Reihe - die Londoner Geisterplage und die Arbeit der Geisterjägeragenturen - bildet immer den Anfang einer neuen Geschichte. Zwar sind die Ermittlungsfälle der Bücher jeweils abgeschlossen, jedoch gibt es schon einen roten Faden, bzw. einen Übergang, der sich durch die ganzen Bücher zieht. Hier ist es die im letzten Band ausgesprochene Kündigung von Lucy, die die Geschichte nach wie vor in der Ich-Form erzählt. Lucy hat sich ihre Entscheidung gut überlegt und hatte einen triftigen Grund, ihre Mitarbeit bei Lockwood & Co. zu kündigen. Richtig glücklich ist sie aber nicht. Das war auch zu erwarten. Vorangegangene Erlebnisse, die für die Handlung relevant sind, werden von Lucy so unauffällig und angenehm wiederholt, das es keinerlei Schwierigkeiten gibt, vergangene Erinnerungen wieder aufleben zu lassen.
Vielleicht hätte es der Geschichte gut getan, wenn es noch einen zweite Erzählperspektive gegeben hätte. Lucys Beobachtungsgabe ist zwar enorm, man kann alle Charaktere gut einschätzen, aber auch ein bisschen einseitig, wenn man die umfangreiche und lange Handlung betrachtet.

Bis man zur eigentlichen Hauptthematik des Buches kommt, nämlich dem flammenden Phantom, geht eine menge Zeit ins Land. Vorher stehen diverse Ermittlungen und Beobachtungen an, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, sich aber zu einem großen Ganzen verbinden. Viele Dinge sind ganz schön schaurig und gruselig, das (An)Spannungslevel extrem hoch. Richtig große Be"geister"ung kam dann im letzten Buchdrittel bei mir auf. Hier wurde die Handlung wahrlich gespenstisch. Einige neue Erkenntnisse waren so schauderhaft geschildert, dass es mir kalt den Rücken runterlief. Mit dem Schlusssatz ist die Reihe ganz sicher noch nicht beendet. Der (finale?) Lockwood & Co.-Band wurde in der englischen Originalausgabe für 2017 angekündigt.

Das Fazit
Das Ende von "Lockwood & Co: Das Flammende Phantom" war für mich eine große und freudige Überraschung. Groß, weil dieser vierte Band nicht wie erwartet der Abschluss der Reihe ist. Freudig, weil ich noch mindestens ein weiteres Abenteuer mit Lucy, Lockwood und Freunden lesen darf und will. "Das Flammende Phantom" ist umfangreich, außerordentlich spannend und genial gruselig - mit einem Wow-Effekt am Ende. Der Charme der Reihe ist beispielhaft. 4,5 von 5 Sterne!

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gefühle, kuschel, bilderbuch

Tapsi will kuscheln

Sean Julian , Anna Schaub , Sean Julian , Sean Julian
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei NordSüd Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783314103636
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Tapsi will kuscheln" ist ein Bilderbuch zum Mitfiebern. Und das, obwohl es ums Kuscheln geht, gewürzt mit einer großen Portion Humor und Emotionen. Am Ende muss man herzlich lachen, ganz besonders die kleinen Zuhörer, die mit ihrem feinen Gespür für Gefühle die Pointe sofort verstehen.

Tapsi ist ein Walddrache und ein richtiger Kuscheldrache noch dazu. Darum fragt er auch die Elfe Pünktchen, ob sie mit ihm kuscheln mag. "Nie im Leben!", kommt es von Pünktchen zurück. Denn sie hat keine Lust mehr auf das Erlebnis vom letzten Mal. Was das war, weiß man als Leser und Betrachter des Bilderbuchs nicht. Einzig, dass es der kleinen Elfe nicht gefiel ist deutlich zu spüren. Denn soviel sich Tapsi nun auch bemüht, mit (lustigen) Geschenken oder mit (gespielten) Tränen, Pünktchen kuschelt mit allen Tieren des Waldes, mit Tapsi aber nicht. Bis dieser etwas leistet, was die kleine Elfe ihre Entscheidung nochmals überdenken lässt.

Obwohl Tapsi ein Walddrache und Pünktchen eine Elfe ist, haben Kinder nicht das Gefühl, eine Geschichte über Fantasywesen zu hören und zu betrachten. Beeindruckend sind die natürlichen Emotionen, die Autor und Illustrator Sean Julian seinen kleinen Helden ins Gesicht gezeichnet hat. Ob Ärger, Ratlosigkeit, Traurigkeit oder Freude, alles kommt direkt beim Betrachter an. Nebenbei sind die Bilder sehr niedlich und herzlich gezeichnet, und das Bilderbuch ist sehr wunderschön gestaltet.
Kinder müssen nicht kuscheln, wenn sie das nicht wollen! Egal, was ihnen versprochen wird, egal, wie sehr man sie zu überreden versucht. Das ist die schöne und wichtige Nebenbotschaft, die man aus der Geschichte heraushören kann. Dass die Geschichte vom kuschelnden Walddrachen Tapsi mit viel Humor und einer witzigen Pointe zu Ende gebracht wird, ist nochmals ein ganz besonderer Bonus.

Fazit ...
"Tapsi will kuscheln" ist ein total niedliches und ansprechendes Bilderbuch. Besonders schön sind die Emotionen von Walddrache Tapsi und Elfe Pünktchen, die den beiden sehr deutlich ins Gesicht geschrieben, bzw. gezeichnet sind, darum auch unverstellt bei den kleinen Bilderbuchbetrachtern ankommen. Die Nebenbotschaft Grenzen zu akzeptieren, und diese nochmals durch eine lustige Pointe aufzuwerten, ist ganz hervorragend gelungen. Sehr klasse!

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