Leserpreis 2018

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Der kleine Hirte und das Weihnachtswunder

Silvia Schröer , Silke Schwarz , Franziska Harvey
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei cbj, 01.10.2018
ISBN 9783570174920
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ist Weihnachten ein Fest des Glaubens oder der Geschenke und des Konsums? Das kann jeder für sich selbst entscheiden. Doch auch, wenn man Wert auf die ursprüngliche Bedeutung von Weihnachten legt, nämlich die Geburt von Jesus Christus, und diese Kindern vermitteln will, einfach aufrechtzuerhalten ist sie nicht. Wie auch, bei langen Wunschzetteln und einem übervollen Terminkalender im Dezember?
Eine schöne Tradition ist es, den Kindern die Weihnachtsgeschichte zu erzählen. Möglichst originalgetreu, aber gerne kindgerecht umschrieben. Hier kommt "Der kleine Hirte und das Weihnachtswunder" ins Spiel. Das Bilderbuch veranschaulicht das Wunder von Weihnachten sehr deutlich und erzählt nebenher noch eine herzliche und freundliche Geschichte.

Die Weihnachtsgeschichte wird hier aus der Sicht von Liran erzählt, einem Hirtenjungen, der mit seiner Familie und weiteren Hirten die Schafe auf dem Feld hütet. In der Nacht erscheinen im Engel und erzählen vom Wunder der Geburt Jesu. Liran möchte das besondere Kind sofort sehen und besuchen und macht sich mit seinen Freunden, einer Nachtigall und einem Lämmchen, auf den Weg. Als die drei das Jesuskind gefunden haben, ist Liran so fasziniert, dass er sein Beschützer sein möchte. In den folgenden Tagen ist Liran dabei, um sich mit den Hirten zu freuen und als die Heiligen Drei Könige Geschenke vorbeibringen. Und er sorgt dafür, dass Jesus gut einschlafen kann.

In ihrer Grundform orientiert sich die Geschichte tatsächlich an der biblischen Weihnachtsgeschichte. Das gefällt mir besonderes gut, denn so ist sie für Kinder gut verständlich und anschaulich. Es fällt auf, dass viel Wert auf eine freundliche und fürsorgliche Atmosphäre gelegt wurde. Ich empfand das Buch als wunderschön und herzlich. Die Bilder dazu könnten nicht besser gewählt sein, sie drücken genau das aus, was man beim Anschauen und Vorlesen empfindet und sind perfekt gezeichnet. Die Geschichte ist abgeschlossen und trotz kindgerechter Auslegung ist es uns am Ende immer ganz feierlich zumute. Vielleicht werden Kinder nachfragen, was Maria damit meint, dass Jesus Frieden bringen soll.

Fazit ...
Ein sehr herzliches und fürsorgliches Bilderbuch ist "Der kleine Hirte und das Weihnachtswunder". Es ist wunderbar geeignet, um Kindern die Weihnachtsgeschichte zu erzählen. Dabei orientiert sich das Buch an der Originalgeschichte, bringt sie Kindern aber aus Sicht eines kleines Hirtenjungen näher. Die Bilder sind für Kinder so ansprechend und schön, dass sie diese auch gerne einfach nur anschauen. Die freundliche Geschichte ist sehr fein. Bei uns wird dieses Weihnachtswunder noch lange dazugehören.

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Naturforscher im Winter

Eva Eich
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 11.10.2018
ISBN 9783845826561
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Meine Kinder sind große Tier- und Naturliebhaber. Und weil gerade der Winter beginnt, passt das Sachbuch "Naturforscher im Winter: zum Mitmachen und Ausfüllen" besonders gut.
Eine große Freude hat damit meine 9-jährige Tochter. Sie ist kaum noch ohne das Buch anzutreffen. Und auch ich selbst bin überrascht, wie umfangreich die Themenwahl und hübsch die Gestaltung ist. Und dann ist das Buch nicht nur informativ, sondern macht auch noch großen Spaß.

Mit der Information geht es schon auf den Umschlagklappen im Innenteil los. Auf der ersten befindet sich eine kleine Nadelbaumkunde, auf der letzten kann man einen Blick auf den Winterhimmel im Januar werfen. Vorne im Buch ist ein Stickerbogen mit heimischen Wildtieren. Die Sticker sind nicht für eine Verwendung im Buch vorgesehen, sondern können nach Belieben verklebt werden. Eine Inhaltsangabe gibt einen Überblick der Themen: Es wird Winter, Der Schnee ist da!, In der Stadt, Am Wasser, Im Wald, Auf der Wiese, Es wird Frühling. Jedes Thema wird umfangreich ausgeführt und spannend verdeutlicht.

Ich hatte schon beim ersten Betrachten das Gefühl eines lückenlosen Winter-Sachbuchs für Kinder. Vermisst habe ich nichts, bzw. fällt mir nichts ein, was das Buch noch ergänzen könnte. An alles wurde gedacht, und das auf gerade mal etwas über 100 Seiten. Der Text ist ansprechend und freundlich, gut zu verstehen. Meine Tochter kommt immer wieder zu mir, um mir etwas aus dem Buch vorzulesen. Die Gestaltung finde ich sehr einladend. Tiere bekommen die größte Aufmerksamkeit, aber auch Naturphänomene, Bäume oder Wasser. "Naturforscher im Winter" vermittelt nicht nur Wissen, immer wieder gibt es im Buch kleine Quizfragen, Mitmachaufgaben, ein Rezept für Vogel-Winterfutter oder Interviews mit Personen, die hauptsächlich in der Natur arbeiten (Bauer, Jäger). Eine große Empfehlung für große und kleine Naturfreunde.

Fazit ...
Genau für diese Art von winterlichem Sachbuch hätte ich in meiner Kindheit alles stehen und liegen gelassen. Und auch heute noch fasziniert mich "Naturforscher im Winter: Zum Mitmachen und Ausfüllen" genauso stark wie es die Kinder fasziniert, für die es gedacht ist. Es ist umfangreich und fesselnd, mit viel Pfiff umgesetzt und sehr ansprechend gestaltet. Sich Wissen anzueignen ist hier ein großer Spaß. Auch perfekt um die eigenen Allgemeinbildung aufzufrischen oder etwas dazuzulernen. Toll!

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Giraffe und dann ab ins Bett!

David Grossman , Anne Birkenhauer , Mirjam Pressler , Henrike Wilson
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 20.08.2018
ISBN 9783446260535
Genre: Kinderbuch

Rezension:

So auf Anhieb ist mir das Kinderbuch "Giraffe und dann ab ins Bett!" nicht aufgefallen. Ist das Cover zu dunkel oder zu unscheinbar? Völlig unverständlich, wie ich jetzt finde. Denn auf den zweiten Blick haben zwei meiner Kinder, und natürlich ich, dieses Buch ganz fest in unser Herz geschlossen. Schaue ich es jetzt an, dann bin ich entzückt; vom Cover und von den Geschichten sowieso.

Zuerst muss ich aber anmerken, dass ich nicht komplett nachvollziehen kann, warum die Altersempfehlung ab 3 Jahren festgesetzt wurde. Meine jüngste Tochter ist drei, bald vier, und sie versteht keine der Geschichten im Zusammenhang. Dafür saugt sie das, was sie versteht, auf wie ein Schwamm und ist begeistert von den vielen lebensnahen Bildern, die die einzelnen Geschichten begleiten. Meine 9-jährige Tochter hingegen ist völlig fasziniert von den Geschichten, obwohl sie schon etwas zu alt dafür erscheint. Allerdings kann sie hinter den Humor, den Twist oder die Situationskomik jeder Geschichte schauen und kichert beim Lesen und Vorlesen am laufenden Band. Damit ist "Giraffe und dann ab ins Bett!" für sie und mich ein wunderschönes Vorleseerlebnis. Empfehlen würde ich dieses Kinderbuch ab etwa 5 Jahren.

Das Buch enthält keine fortlaufende Erzählung, sondern alle Kindergeschichten, die von Autor David Grossman als Einzelbände veröffentlicht wurden. Charaktere wiederholten sich teilweise, jedoch steht jede Geschichte für sich, lässt sich eigenständig lesen oder vorlesen. Sie erzählen vom Alltag, vom Kindergarten, von Freunden oder der Familie - genau die Themen, die Kinder interessieren. Jede Geschichte hat einen besonderen Charme, alleine aufgrund der Personennamen, die aus dem Hebräischen übernommen wurden, und viel natürlichen Humor. Die Vorleselänge ist perfekt für zwischendurch oder auch als Gutenachtgeschichte. Bei uns bleibt es niemals bei nur einer Geschichte.

Fazit ...
Genau so soll ein Kinderbuch sein. "Giraffe und dann ab ins Bett!" ist ein Vorleseschatz! Voller Natürlichkeit, herzlichem Humor und Alltagscharme. Die Altersempfehlung würde ich unbedingt von 3 auf 5 Jahre hochsetzen, damit Zusammenhänge und Twists verständlich werden. Jüngere Kinder können sich zuerst durch die vielen Bilder mit den Geschichten vertraut machen. Ältere Kinder werden beim Vorlesen viel kichern und lachen. Umso eher man das Buch im Regal stehen hat, umso besser. Es wird Kinder lange begleiten. Ganz wundervoll!

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Professor Plumbums Bleistift 3: Voll verschneit!

Nina Hundertschnee , Iris Hardt
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.11.2018
ISBN 9783551654335
Genre: Kinderbuch

Rezension:

In meiner Kindheit war Zauberpapier voll im Trend. Mit einem Bleistift wurde über eine vermeintlich weiße Fläche schraffiert, und heraus kamen Bilder, die zuvor verborgen waren. In der Kinderbuchreihe Professor Plumbums Bleistift, wird genau das aufgegriffen und jeweils über eine spannende (und spaßige) Geschichte vertieft. Jedes Buch enthält vier Seiten Zauberpapier, über das Kinder nach Herzenslust schraffieren können, genau wie Hanna und Henri in der Geschichte. Denn wenn diese beiden mit dem magischen Bleistift von Professor Plumbum schreiben, dann werden sie sofort in ein neues Abenteuer gewirbelt und reisen in eine andere Welt.

"Voll verschneit!" ist das dritte Abenteuer der Freunde Hanna und Henri. Es ist kalt geworden und es liegt Schnee. Die beiden wollen Professor Plumbum in seinem Schreibwarenladen besuchen. Doch dieser ist verschlossen, der Professor ist krank. Er leidet an Herzschmerz, weil er seinen alten Freund vermisst, der vor vielen Jahren verschwand. Als Henri und Hanna mit dem magischen Bleistift davongewirbelt werden, versprechen sie Professor Plumbums alten Freund zu suchen. Sie landen zu einer Zeit, als es überall kalt und eisig war ... in der Eiszeit.

Das neue Abenteuer lässt sich theoretisch als Einzelband lesen, es wird mehrfach an Schlüsselszenen erinnert. Ich denke aber, dass das Buch noch mehr Spaß macht, wenn man zumindest den ersten Band der Reihe kennt. Wir kennen Band 2 nicht, kamen mit "Voll verschneit!" jedoch bestens zurecht. Meine Tochter (9) war wieder viel zum schnell am Ende angelangt. Die kurzen Kapitel und vielen tollen Bilder motivierten sie zum sofortigen Weiterlesen. Thematisch passt dieser dritte Band perfekt in den Winter, hier ist die Stimmung und die Kälte durch Schnee und Frost sehr gut greifbar. Die Geschichte ist erneut spannend, aber auch richtig gewitzt und lustig. Sie hat eine sehr freundliche Art, die uns gut gefällt. Hanna und Henri bestehen ihr Abenteuer natürlich mit Bravour. Am Ende wird sich jedes Kind auf ein weiteres Buch der Reihe freuen.

Fazit ...
Im dritten Band der Buchreihe "Professor Plumbums Bleistift: Voll verschneit!" katapultiert der magische Bleistift die kleinen Helden Hanna und Henri mitten in die Eiszeit. Das passt nicht nur hervorragend in die Winterzeit, es wartet erneut ein spannendes und pfiffiges Abenteuer, das Spaß macht und viel zu schnell vorbei ist. Für Kinder ist "Voll verschneit!" ein sehr motivierendes Lesen, nach dem sie eine weitere Geschichte kaum erwarten können.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

Mordfälle und Sahnetörtchen

Robin Stevens , Nadine Mannchen
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 20.09.2018
ISBN 9783957281586
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wenn eine Buchreihe so charmant, spannend und humorvoll ist wie Ein Fall für Wells & Wong, dann ist ein buchiges Extra, in From eines Sonderbandes durchaus angebracht. Fünf Fälle haben die Schülerinnen und Detektivinnen Daisy und Hazel bisher gemeistert, nun kommt mit "Mordfälle und Sahnetörtchen: Alles über Wells & Wong" ein echter Fanband daher. In diesem Buch erfahren Leser der Reihe nicht nur eine Menge über Daisys und Hazels (Alltags)-Leben, zwischen den Seiten sind auch so einige Überraschungen versteckt.

Optisch fügt sich "Mordfälle und Sahnetörtchen" wunderbar in die Wells & Wong-Reihe ein. Man könnte das Buch sogar für einen weiteren Roman, bzw. Kriminalfall halten. Genau das gefällt mir besonders gut. Inhaltlich gibt es einiges zu entdecken. So ist der Fanband in viele einzelne Kapitel unterteilt, von denen jedes eine andere Thematik hat. Ganz grob könnte man sagen, dass das Buch aus Tipps, Infos, Rätseln, Rezepten und Kurzgeschichten besteht. So kommen auch Geschichtenfans auf ihre Kosten.

Für mich waren die kleinen Kriminalfälle aus dem Alltag der Detektei Wells & Wong, also von Daisy und Hazel, sowie der Junior Pinkertons, der Detektei von Alexander und George, ein Highlight des Buches. Es sind zwar keine "richtigen" Krimis, jedoch jeweils sehr amüsant und unterhaltsam. Es ist aber generell empfehlenswert, die Wells & Wong-Romane zu kennen, wenigstens die ersten drei Bände, bevor man zu "Mordfälle und Sahnetörtchen" greift.
Die Rezepte, Tipps, Hintergrundinfos und ein großes Detektiv-Quiz sind ein tolle Erweiterung, fast alles ist mit viel Humor und einem Augenzwinkern umgesetzt. Dabei kann das Buch von vorne bis hinten durchgeschmökert, oder einzelne Kapitel gezielt ausgesucht werden. Komplett gut!

Fazit
"Mordfälle und Sahnetörtchen: Alles über Wells & Wong" ist ein Sonderband, der sich nicht nur perfekt in die Buchreihe einfügt, sondern darüber hinaus auch noch eine Menge Spaß macht. Ein Highlight sind die vielen Kurzgeschichten, mit kleinen oder lustigen (oder nicht ganz echten) Kriminalfällen. Aber auch die Rezepte, Infos und Detektiv-Tipps sind toll! Für Leser, die bereits ein paar von Daisys und Hazels Fällen kennen - und sie so richtig klasse fanden-, ist der Fanband "Mordfälle und Sahnetörtchen" ein Muss. 5 von 5 Sterne gibt es dafür von mir.

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

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Mord unterm Mistelzweig

Robin Stevens , Nadine Mannchen
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 20.09.2018
ISBN 9783957281258
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Reihe Ein Fall für Wells & Wong ist so wunderbar, dass ich mich auf jeden Band extrem freue. Nicht nur die beiden Schülerinnen und beste Freundinnen - und natürlich Detektivinnen! - Daisy und Hazel sind eine Klasse für sich, auch die Geschichten aus einem England der 30er-Jahre können überzeugen. Sie sind charmant, humorvoll und, ganz wie es sich für einen Mordfall gehört, spannend. "Mord unterm Mistelzweig" ist bereits der fünfte Fall für das mittlerweile 14-jährige Detektiv-Duo. Das Buch hat nicht nur einen neuen, aufregenden Schauplatz, es ist zudem auch noch sehr stimmungsvoll, passend zur Advents- und Weihnachtszeit.

Am Ende des Vorgängerbandes wurden Daisy und Hazel von Bertie, Daisys Bruder, nach Cambridge eingeladen. Er studiert dort und möchte mit den beiden Mädchen die Weihnachtstage verbringen. Gerne bekommen die Mädchen von ihren Vätern die Erlaubnis, vor allem, weil diese davon ausgehen, dass es auf dem Studiengelände der angesehenen Universität ganz sicher keinen Mordfall geben wird. Daisy und Hazel werden keine Gelegenheit haben, sich in irgendwelche Ermittlungen zu verstricken. Doch falsch gedacht. Solbad die Mädchen in Cambridge ankommen, fallen ihnen seltsame Vorkommnisse bei den Studenten auf. Und kurz vor Weihnachten passiert dann auch wirklich ein Unfall, bei dem einer von Berties Freunden stirbt. Daisy und Hazel gehen auf Spurensuche.

Nachdem innerhalb der Reihe nun schon zwei Mal die Mädchenschule von Daisy und Hazel als Mordschauplatz gewählt wurde, war ich sehr glücklich, dass die Geschichte von "Mord unterm Mistelzweig" wieder außerhalb stattfindet. Mit dem interessanten Ort und der Universität Cambridge hat die Autorin alles richtig gemacht. Zur besseren Übersicht befinden sich im Buch erneut diverse, wunderschön gestaltete Karten und eine Übersicht aller Personen. Die Vorkommnisse in Cambridge sind äußerst aufregend und spannend, ausgelegt auf die Zeitepoche der 30er Jahre. Und weil die komplette Handlung an Weihnachten, bzw. zwei Tage davor spielt, schwingt eine schöne, adventlich-weihnachtliche Stimmung zwischen den Zeilen mit. Man kann diesen Ermittlungsfall auf jeden Fall unabhängig der Jahreszeit lesen. Das Lesegefühl in der Vorweihnachtszeit gefiel mir aber besonders gut.

Bei ihren Ermittlungen erhalten Daisy und Hazel Unterstützung von Alexander und George, die ebenfalls eine kleine Detektei haben. Daisy ist davon natürlich alles andere als begeistert, springt aber über ihren Ego-Schatten, was für viel Pfiff innerhalb der Geschichte sorgt. Ich denke, man muss Daisy generell so nehmen wie sie ist. Sie ist schon speziell, gleichzeitig aber auch, gemeinsam mit Freundin Hazel, das Aushängeschild dieser außergewöhnlichen Reihe.
In diesem Jugendkrimi spricht die Autorin auch Missstände der damaligen Zeit an, beispielsweise Fremdenfeindlichkeit oder den Umstand, dass Frauen in Cambridge zwar (separiert von den Männern) studieren, aber keinen Abschluss machen durften. Am Ende ist auch dieser Fall abgeschlossen, und Leser dürfen sich auf noch mindestens einen weiteren Fall für Wells & Wong freuen.

Fazit
Der fünfte Fall der Schülerinnen Daisy und Hazel, und ihrer Detektei Wells & Wong, ist für mich ein ganz besonderer. "Mord unterm Mistelzweig" ist nicht nur durchweg spannend und allerbestens durchdacht, das Buch vermittelt ebenso ein stimmungsvolles, vielleicht sentimentales Lesegefühl (und das nicht nur zu Weihnachten). Erneut darf fleißig gerätselt und spekuliert werden. Humor und Charme der Geschichte sind ihr Markenzeichen. Wer diese Buchreihe noch nicht kennt, hat spätestens mit "Mord unterm Mistelzweig" einen guten Grund, das zu ändern. 4,5 von 5 Sterne gibt es von mir.

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79 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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AMANI - Heldin des Morgenrots

Alwyn Hamilton , Ursula Höfker
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei cbj, 10.09.2018
ISBN 9783570164389
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die AMANI-Bücher gehörten in den letzten Jahren zu meinen liebsten Fantasy-Geschichten für Jugendliche. Der Mix aus 1001 Nacht und Western ist genial, die Story hochwertig, die Protagonisten top. Einfach so, wie ich mir gute Fantasy vorstelle. Mit "AMANI: Heldin des Morgenrots" erschien nun der dritte und abschließende Band der Trilogie. Und wieder warf mich die Autorin mitten in ihre prachtvolle Wüstenwelt. Hier wird man nicht viel zum Mäkeln finden. Und obwohl es einen Punkt gab, den ich als schade empfand, mochte ich mich am Ende kaum von der Geschichte und den verbliebenen Personen lösen. Ein Buch voller Action und Hingabe, aber auch Verlust.

Seit der Sultan den Rebellenprinzen Ahmed, und viele seiner Freunde und Unterstützer, gefangengenommen hat, sitzt Amani mit den wenigen Rebellen, die noch übrig sind, in Izman fest. Eine feurige Kuppel überzieht die Hauptstadt von Miraji. Sie soll die Bewohner und Rebellen drinnen, sowie ein feindliches Heer draußen halten. Eine Flucht aus der Stadt scheint unmöglich. Doch Amani muss einen Ausweg finden, denn ihr oberstes Ziel ist es, Ahmed zu befreien und zurückzuholen, damit er rechtmäßig den Thron besteigen kann. Dieses Vorhaben verlangt Amani alles ab, auch ihrer Liebe zu Jin. Denn immer mehr deutet darauf hin, dass Amani sich zwischen der Liebe und der Unterstützung der Rebellion entscheiden muss.

Mich hat es sehr fasziniert, wie stark Amani hinter der Rebellion steht und sich durch nichts davon abbringen lässt. Selbst ihre Gefühle für Jin stellt sie hinten an und kämpft für eine Sache, die dem Wohl des Landes dient. Das empfand ich als charakterfest und konsequent. Auch wenn es bedeutet, dass Jin diesmal extrem hinten ansteht. Und das ist auch mein Kritikpunkt, bzw. eine Sache, die ich als schade empfand - vor allem im Vergleich zu Band 1. Jin spielt hier nur noch eine Nebenrolle. Das ist auch nicht schlimm, denn die Hauptperson ist eindeutig Amani. Leider geht das aber zu Lasten seines Charakters, denn Jin wirkt jetzt deutlich blasser (und auch beliebiger) als am Anfang der Reihe. Er steht zu wenig im Rampenlicht und die gemeinsame Zeit mit Amani ist rar. Am Ende macht das die Autorin jedoch (fast) wieder wett, Mensch, was habe ich gebibbert, und war, was den romantischen Part des Buches anbelangt, (fast) versöhnt.

Ganz generell liest sich "Amani: Heldin des Morgenrots" einfach toll. Das Western-Flair geht erneut Hand in Hand mit einem 1001-Nacht-Märchen, und das Buch strotzt vor orientalischen Mythen, Wesen und Eigenheiten. (Mir fällt gerade ein, ich habe Buraqis/Sandpferde vermisst.) Und auch, wenn es spannend zur Sache geht, sehr viele Personen sterben und der Buchtitel schon ein bisschen vorwegnimmt, was man am Schluss erwarten kann; ich fand's klasse! Die Geschichte verlangt einem emotional einiges ab, und es blieb bei mir zuletzt das Gefühl, eine wundervolle Reihe sehr gut abgeschlossen zu haben. Schade, dass die Geschichte nun erzählt ist. Ich hätte natürlich noch weitergelesen.

Fazit
"AMANI: Heldin des Morgenrots" ist der Abschluss einer Reihe, die ich vermissen werde. Die Geschichte als Ganzes ist nämlich tipptopp, folglich auch Amanis letztes Abenteuer. Und ja, ein Abenteuer ist das Buch auf ganzer Linie! Sehr spannend, wirklich aufregend und besonders eindrucksvoll; bis zuletzt märchenhaft erzählt. Persönlich hätte ich Jin gerne mehr im Vordergrund gesehen, er fiel leider zu stark hinter Amani zurück. Das Ende versöhnt jedoch mit einem emotionalen Showdown, der im Gedächtnis bleibt. Nahezu perfekt!

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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In der Nacht hör' ich die Sterne

Paola Peretti , Christiane Burkhardt
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 26.10.2018
ISBN 9783423289672
Genre: Romane

Rezension:

Mafalda ist neun Jahre alt, geht in die 4. Klasse und hat eine seltene Augenkrankheit. Schon jetzt sieht sie nicht mehr gut, und kürzlich haben sie und ihre Eltern erfahren, das es nur noch etwa sechs Monate dauert, bis die dunklen Flecken in ihrem Sehfeld sich so stark ausgeweitet haben, dass Mafalda völlig erblinden wird. Während Mafaldas Eltern eher ängstlich und sorgenvoll mit ihrer Tochter umgehen, möchte sie selbst ihren eigenen Weg gehen ... und sie hat Freunde, die sie dabei begleiten.

Was hat es mit den 140 Schritten auf sich? Das habe ich zuerst falsch verstanden, bzw. ging davon aus, dass Mafalda nur noch 140 Schritte zur Verfügung hat, bevor sie nichts mehr sehen kann. Es ist aber etwas anders. Mafalda misst den Abstand, bis sie den Kirschbaum direkt neben ihrer Schule erkennen kann in Schritten. Im Laufe des Buches wird die Schrittzahl immer geringer. Am Ende wird Mafalda völlig erblindet sein. Das ist auch optisch besonders hervorgehoben, und ich kann jetzt schon vorausschicken, dass alleine diese Tatsache mich während des Lesens sehr berührt hat. Die Geschichte steuert auf ein unausweichliches Ziel zu.
Das Thema selbst hat mich stark berührt, noch mehr, weil Mafalda noch sehr jung ist. Die Wirkung wird noch dadurch verstärkt, dass Mafalda ihre Geschichte in der Ich-Form erzählt. Das wirkt zwar insgesamt recht kindlich, aber auch lebensnah-unsicher oder alterslos-klug. Da die Autorin in der Geschichte viel von sich selbst erzählt, nimmt man ihr jedes Wort ab.

Neben dem Umstand, dass Mafalda in kürzester Zeit erblinden wird, ist sie ein Mädchen mit konkreten Vorstellungen, aber auch Träumen und Unsicherheiten. Vordergründig möchte sie selbstbestimmt leben, und das wird ihr, gerade von ihren Eltern, nicht immer leicht gemacht. Im Laufe der Geschichte, vor allem am Ende, haben alle dazugelernt. Das ist sehr schön zu lesen. Ein verständige und scharfsinnige Freundin findet Mafalda in der kauzigen Hausmeisterin Estelle. Die beiden verbindet eine besondere Beziehung, was sich auf Mafaldas Entscheidungen und Ansichten auswirkt.


Für mich ist es eine große Kunst, wenn ich ein Buch, das bedrückt und auch traurig macht, mit einem guten Gefühl schließen kann. Und das war bei "In der Nacht hör' ich die Sterne" definitiv der Fall. Ich habe gelächelt, wie Mafalda, und noch lange darüber nachgedacht.

Zusammengefasst:
"In der Nacht hör' ich die Sterne" ist ein schmerzvolles Buch, für Protagonisten und Leser. Es ist ein Geschichte über ein kleines Mädchen, das weiß, dass es innerhalb kurzer Zeit vollständig dunkel in seinem Leben sein wird. Mich hat das berührt und auch traurig gemacht, ABER auch beeindruckt. Vor allem, weil man das Buch am Ende mit einem positiven Gefühl abschließen kann. So schön und klug. Es ist wirklich lesenswert.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

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Frau Wolle und der Duft von Schokolade

Jutta Richter , Günter Mattei
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.09.2018
ISBN 9783446260528
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Jutta Richters Geschichten sind mir vordergründig aus ihren Bilderbüchern bekannt. Ich empfinde sie als sehr eigen und besonders. Umso gespannter war ich natürlich auf ihr neuestes Kinderbuch. Märchenhaft sieht "Frau Wolle und der Duft von Schokolade" aus, und vielleicht sogar ein bisschen unheimlich. Genau so hat mir das Buch auch meine Tochter (9) beschrieben, die es vor mir, und innerhalb weniger Tage, gelesen hatte. Eigentlich wollte ich nur mal kurz reinlesen, mal schauen, was da so auf mich zukommt ... und steckte sofort mitten in einem Abenteuer, mit dem ich nicht nur unglaublich viel Spaß hatte, sondern vor Spannung auf den Nägeln kaute.

Merle erzählt die Geschichte in der Ich-Form, das was sie gemeinsam mit ihrem Bruder Moritz erlebt. Die Kinder wohnen bei der Mutter, der Vater ist weit weg. Wo genau, weiß man nicht. Nur, dass beide Kinder ihn schrecklich vermissen. Der einzige "Kontakt" besteht über einen Weltempfänger, ein Radio, in dem Merle und Moritz die Stimme des Vaters hören können, wenn dieser auf Sendung ist.
Und nun ist es so, dass die Mutter ihre Arbeit und die Kinder immer schlechter unter einen Hut bekommt. Darum soll eine Nachtfrau auf Merle und Moritz aufpassen. Und das ist ausgerechnet Frau Wolkenstein, vor der alle Kinder des Ortes Angst haben. Sobald Frau Wolkenstein bei Merle und Moritz zu Hause ist, beginnt für diese ein Abenteuer, mit dem sie niemals gerechnet hätten.

Ich wurde wach, weil der Weltempfänger rauschte. Ich wurde wach, weil Moritz auf meiner Bettkante saß. Ich wurde wach, weil irgendwas anders war. [...]
"Du musst nachsehen", wiederholte er. "Weil ... ich kann das nicht, ich hab Angst! Und die Tür sieht ganz anders aus als unsere Zimmertür."
Moritz leuchtete mit der Taschenlampe die Tür an. Als ich einschlief, war sie weiß gewesen.
Diese Tür aber war schwarz. - S. 46/47


Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen. So stark, dass ich das Buch nicht zur Seite legen wollte. Das lag zum einen an der realistisch-zeitlosen Szenerie und der gleichzeitig sehr vereinnahmenden und exquisiten Sprache die die Autorin hier wählt, zum anderen aber auch an dem märchenhaften Abenteuer, in das die Kinder geraten. Für mich fühlte es sich ein bisschen an wie bei Alice im Wunderland: geheimnisvoll, wunderlich und sogar etwas verrückt. "Frau Wolle und der Duft von Schokolade" ist düster und manchmal gruselig. Für mich völlig okay, überrascht war ich aber nicht, als meine Tochter mir erzählte, dass sie sich fast schon zu sehr gefürchtet hat. Die Geschichte wird durch atmosphärische Bilder unterlegt, die diesen Eindruck noch verstärken können.
Überrascht war ich allerdings am Ende, als klar wird, dass die Geschichte noch nicht abgeschlossen ist, sondern ein Fortsetzung folgen wird. Diese ist auch unbedingt angebracht, ich habe noch so viele Fragen. Zu Frau Wolkenstein, ihrer Verbindung zur Murkelei, usw. Ich freue mich jetzt schon!

Fazit ...
Es kommt nicht oft vor, dass mich ein Kinderbuch so stark für sich einnimmt, wie das bei "Frau Wolle und der Duft von Schokolade" der Fall war. Niemals hätte ich nach einem ersten Leseblick erwartet, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen kann. Sprachlich brillant und sehr mitreißend, dabei aber immer geheimnisvoll und märchenhaft-spannend, könnte es sein, dass sich die junge Zielgruppe ziemlich gruseln wird. Am Ende ist die Geschichte noch nicht fertig erzählt, sie wird weitergehen. Hoffentlich bald!

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

321 superschlaue Dinge, die du unbedingt wissen musst

Mathilda Masters , Stefanie Ochel , Louize Perdieus
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.09.2018
ISBN 9783446260603
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Wissensbücher oder Lexika sind bei uns immer noch sehr aktuell. Und das in Zeiten, in denen man alles online nachschauen kann, es für alles eine App gibt und jede Information instant verfügbar ist. Aber es macht eben doch einen Unterschied, ob ich es mir mit einem echten Buch gemütlich mache, und so mein Wissen und meine Allgemeinbildung vertiefe, oder ob ich mal schnell etwas im Internet nachschaue. Bei unserem Sohn (11) und unserer Tochter (9) stehen Bücher mit Informationen, egal zu welchem Thema, hoch im Kurs. "321 superschlaue Dinge, die du unbedingt wissen musst" ist besonders zu empfehlen. Die Gestaltung ist speziell und wunderschön, der Text sehr ansprechend ... und das Informationsniveau, das geht weit über Allgemeinbildung hinaus.

Vergnügliches und überraschendes Wissen möchte dieses Buch vermitteln. Besser könnte ich es nicht beschreiben, denn das trifft vollständig zu. Dafür ist der Inhalt in 12 Themenbereiche unterteilt, zum Beispiel, nur um ein paar zu nennen, Wundersame Tierwelt, Dein Körper, Über Wörter und Sprache oder Berühmte und berüchtigte Menschen. Damit deckt dieses Wissensbuch meiner Meinungen nach alle Bereiche ab, die interessieren, weiterbilden und zu unserem Leben gehören. Es ist wirklich eine Freude, wie spannend sich da Buch von vorne bis hinten durchschmökern lässt. Natürlich können auch einzelne Teilbereiche immer wieder nachgelesen werden. Hier werden Kinder (ich denke ab etwa 9 Jahren) und Erwachsene großen Spaß haben.

"321 superschlaue Dinge, die du unbedingt wissen musst" ist großartig illustriert. Neben der genialen allgemeinen Buchgestaltung in gedeckten Farbtönen, ist jedes Thema mit einem bis mehreren Bildern unterlegt. Diese sind sehr natürlich gehalten, können aber auch witzige oder pfiffige Details enthalten. Die ganze Optik des Buches ist speziell-schön.
Eine angenehme Besonderheit ist, dass der Text zwar hochwertig, aber auch persönlich gehalten ist. Der Leser wird ganz direkt und mit 'Du' angesprochen. Vor allem Kinder fühlen sich damit sehr wohl und wahrgenommen.

Fazit ...
Ein Wissensbuch, das weit über Allgemeinbildung hinausgeht, ist "321 superschlaue Dinge, die du unbedingt wissen musst". Mit der großen Auswahl an Themenbereichen spricht es Erwachsene und Kinder gleichermaßen an. Hier findet man gefühlt alles, was interessiert und neugierig macht. Ein großer Bonur ist zudem die einzigartig schöne Gestaltung, die alleine beim Durchblättern fasziniert. Ob als Geschenk oder fürs heimische Regal, das Buch ist ein persönlicher Gewinn!

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85 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 39 Rezensionen

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Gun Love

Jennifer Clement , Nicolai von Schweder-Schreiner
Fester Einband: 251 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.09.2018
ISBN 9783518428320
Genre: Romane

Rezension:

Aufgrund des hervorragend gelungenen Covers, erregte Jennifer Clements Roman "Gun Love" sofort meine Aufmerksamkeit. Nachdem ich den Klappentext gesehen hatte war klar, ich muss dieses Buch lesen. Denn es geht um eine Mutter-Tochter-Beziehung, inmitten eines Lebens am Rande der Gesellschaft. Dass Autoren gerne in Extremen erzählen, ist mir klar. Doch das dargestellte Szenario wirkte bei aller Dramatik so echt und plausibel, dass ich ganz genau hinsehen wollte. Das habe ich dann auch; von Anfang bis Ende und manchmal sogar, indem ich zurückgeblättert habe. "Gun Love" hat mich beeindruckt, aber auch stark bedrückt.

Für Menschen wie dich und mich ist ein Leben, wie die 14-jährige Pearl es führt, wahrscheinlich kaum vorstellbar. Pearl lebt mit ihrer Mutter im Auto. Auf dem Parkplatz eines Trailerparks in Florida. Und das schon seit vierzehn Jahren, also seit dem Zeitpunkt, als Pearls Mutter mit ihrem Neugeborenen von zu Hause weglief. Von klein auf ist die Müllkippe Pearls Spielplatz, die Vordersitze des Autos ihr Bett. Doch obwohl das Mädchen inmitten von Trostlosigkeit und Gewalt aufwächst, haben Mutter und Tochter eine ganz besondere, fast schon verträumte Beziehung zueinander. Aber auch Pearls Mutter ist einsam. Als sie einem Mann die Autotür und ihr Herz öffnet, ändert das plötzlich alles.

Wer bis hierhin noch nicht abschätzen kann, was beim Lesen auf einen zukommt, dem kann ich sagen: "Gun Love" ein Roman ist, bei dem man nicht wegsehen kann. Die Geschichte ist tragisch. Jedoch verzichtet Jennifer Clement auf überspitzte Darstellung und Sensationslust, erzählt die Geschichte aber eindinglich und drastisch. Ohne kenntlich gemachte wörtliche Rede und Metaphern, die erst in Kontext gesetzt werden müssen, ist "Gun Love" kein einfaches Lesen, entfaltet seine Wirkung aber Stück für Stück und dann sehr beeindruckend. Ich empfand das Buch vordergründig als einen Roman, der zusätzlich eine Gesellschaftsstudie enthält. Das Ende ist relativ offen gehalten, was bei dieser Geschichte aber zu erwarten war. Man muss bereits sein, bestimmte Personen loszulassen, auch wenn das schwer fällt.

Fazit
"Gun Love" ist keine heitere Lesekost; das Buch vereinnahmt enorm, bedrückt und schockiert in vielerlei Hinsicht. Es ist ein Roman, der in einer sehr besonderen, poetisch-verträumten und hochwertigen Art und Weise erzählt wird. Das bildet einen starken Kontrast zu einer tragischen Geschichte, die am Rande eines Trailerparks und damit auch am Rande der Gesellschaft spielt. Während des Lesens ist es schwer wegzusehen (nicht, dass man das möchte). Danach muss man die eigenen Gedanken sortieren, das Buch wirkt lange nach. 4,5 von 5 Sterne gibt es dafür von mir.

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59 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

Eliminiert

Teri Terry , Petra Knese , Jonas Hafner
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 05.09.2018
ISBN 9783649626015
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich damals, 2017, zu Teri Terrys "Infiziert" gegriffen habe. Zwar hatte ich generell große Erwartungen an ein spannendes Lesen, dass ich die Geschichte aber so schockiert und gebannt verfolgen würde, hätte ich damals nicht gedacht. Das Buch ist für mich heute noch ein bestes Beispiel für atemloses und mitreißendes Lesen. Auch "Manipuliert", der Nachfolgeband, gefiel mir ausgesprochen gut. Nun wird die Trilogie mit "Eliminiert" abgeschlossen. Wunderbar abgeschlossen. Das Buch mag, wie auch die Vorgänger, in der Ausführung ein paar Schwächen haben. Es liest sich aber erneut so klasse, dass ich darüber fast vollständig hinwegsehen kann.

Shay hat sich ihrem gruseligen Vater angeschlossen, aber nur, weil sie hofft, Kais Schwester Callie in seiner sektenähnlichen Kommune zu finden. Sie vertraut fest darauf, dass diese Botschaft an Kai übermittelt wird und er ihre Beweggründe versteht. Kai hingegen glaubt weiterhin, dass Shay ihn verlassen hat und kann nicht nachvollziehen, warum sie (scheinbar) ihrem Vater vertraut. Denn der ist es, der für die grausige Epidemie verantwortlich ist. Was Kai nicht weiß, seine Begleitung und gute Freundin Freja verschweigt ihm Shays Botschaft, die alles richtigstellen könnte. Denn Freja hat ihre eigenen Beweggründe.
Dies ist wohl der Grundkonflikt, auf den die Handlung aufgebaut ist. Offensichtlich geht es aber noch um viel mehr. Shay sucht Callie und Kai ist mit Freya unterwegs. So gliedert sich die Handlung auch in zwei Erzählstränge. Shay und Kai sind tatsächlich fast während der ganzen Geschichte getrennt. Macht aber nichts, denn die Autorin legt ihr Gewicht, statt auf die Lovestory, hier auf andere Dinge. Und das gefiel mir ausgesprochen gut. Auch, wie der Roman in Sachen Liebe beendet wurde. Das war sehr plausibel und nicht forciert auf Friede-Freude-Eierkuchen ausgelegt.

Obwohl es im Buch viel Konfliktpotenzial und Spannung gibt (oh, ja!), liest sich die Handlung etwas ruhiger als der Reihenstart. Dieser ist, was atemloses Lesen und schockierende Momente betrifft, für mich immer noch beispielhaft. Das bedeutet aber nicht, dass "Eliminiert" langweilig ist. Im Gegenteil; die Handlung ist sehr, sehr mitreißend und hat nicht selten Gänsehautpotenzial. So stark ist der Lesesog, dass ich auch diesmal das Buch kaum zur Seite legen konnte.

Wenn ich hier Kritik anfügen möchte, dann diese, dass ich die Beziehung zwischen Shay und ihrem Vater als nicht ganz logisch empfand. Ich meine, er ist ein echter Psychopath und auch, wenn Shay Callie finden will, vertraut sie diesem Mann immer wieder viel zu sehr (oder tut zumindest so) und ist über sein Verhalten danach jedes Mal aufs Neue schockiert. Das geht über ein normalen "den Schein waren" hinaus. Am Ende ist Shay zwar sehr konsequent ... und trotzdem empfand ich diesen Punkt, gemessen an der aufwühlenden Story, zu soft.
Außerdem waren mir Teile des Romans, vor allem so manche Kommunikation, zu wissenschaftlich aufgebaut und hatten darum ein paar Längen. Das geht schon detaillierter ins Thema Quantenphysik und wird am Ende ziemlich abgedreht. Und dennoch war ich am Schluss mit dem Buch glücklich und von der Geschichte, in ihrer Gesamtheit, ziemlich beeindruckt. Dieses Reihe sollte man nicht verpassen.

Fazit
"Eliminiert" schließt die Infiziert-Trilogie so gut ab, dass man sich am Ende erst mal total aufgeladen, ziemlich fasziniert und auch ein bisschen überwältigt zurücklehnen muss. Dieses Reihe ist so spannend! So auch "Eliminiert", das sich zwar etwas ruhiger liest als die Vorgänger (wenn man das so sagen kann), den Leser aber genauso stark mitreißt und vereinnahmt. Da kann ich für mich eine unlogische Verhaltensweise und etwas langwierige wissenschaftliche Ausführungen als nicht so tragisch stehen lassen, denn das Buch unterhält einfach zu gut. Ich würde die Reihe sofort nochmals lesen. 4 von 5 Sterne gibt es von mir.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Vom Ende eines langen Sommers

Beate Teresa Hanika
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 03.09.2018
ISBN 9783442757077
Genre: Romane

Rezension:

Die belletristischen Romane von Beate Teresa Hanika sind für mich ein Lesemuss, genauso wie ihre Jugendbücher. Und so stand auch "Vom Ende eines langes Sommers" auf meiner langen Wunschliste, sobald ich davon erfuhr. Im Buch geht es um eine Mutter-Tochter-Beziehung und darum, wie Erlebnisse aus der Vergangenheit die Zukunft eines jeden Menschen beeinflussen. Sicherlich kein neues Thema und auch keine neue Art der Darstellung. Aber eine ganz besondere! Ich fühlte mich sehr ergriffen von diesem spröde-gefühlvollen Roman, der mich auch über das Lesen hinaus beschäftigt.

Marielle behauptet im Buch, dass sie und ihre Mutter Franka noch nie ein enges Verhältnis oder eine enge Bindung zueinander hatten. Seit Marielle denken kann, sind sich die beiden auf seltsame Weise fremd. Vielleicht liegt das daran, dass Marielle nicht das leibliche Kind von Franka ist. Vielleicht aber auch an den Erlebnissen der Mutter, rund um 1944, als diese selbst noch ein junges Mädchen war. Franka weiß nicht viel von ihrer Mutter, sie erlebt diese schon immer als kühle, verbitterte, etwas hartherzige Frau.
Marielle lebt nun in Amsterdam. Gemeinsam mit ihrer Mutter hat sie den vergangenen Sommer bei einer Tante in Italien verbracht, nichts ahnend, dass es danach nie wieder einen gemeinsamen Sommer geben würde. Doch auf einmal erhält Marielle Briefe, die Franka geschrieben hat und die sehr detailliert ihr früheren Erlebnisse beschreiben. Was geschah damals? Findet Marielle über diese Briefe einen persönlicheren Zugang zu ihrer verstorbenen Mutter?

Die Aufarbeitung von Frankas Erlebnissen (und auch von Marielles) geschieht auf drei verschiedenen Zeitebenen; Marielles jetziges Leben, der Sommer mit ihrer Mutter gemeinsam, weniger als ein Jahr zuvor, und Frankas Vergangenheit. Das ist nicht schwer, sondern sehr angenehm zu lesen, weil die einzelnen Zeitabschnitte klar voneinander getrennt sind. Im Laufe der Geschichte gewann ich so Erkenntnisse und verstand Zusammenhänge, die am Ende verknüpft werden und ein großes Ganzes ergeben. Abgesehen davon, dass ich ein, nein, zwei Mal großartig überrascht wurde, hat mich die Geschichte stark beschäftigt und mitgenommen. Natürlich ist sie zum Großteil fiktiv, beruht aber ebenso auf zeitgeschichtlichen und historischen Tatsachen. Das wurde großartig erzählt!

Fazit
Ich bin mir unschlüssig, ob ich "Vom Ende eines langen Sommers" so feiern sollte, wie ich das möchte, denn die Geschichte hat es in sich und besitzt einen dramatischen und entsetzlichen Hintergrund. Daraus eine sensible und berührende Mutter-Tochter-Geschichte zu machen, finde ich allerbeste Erzählkunst. Hinter der spröden und beherrschten Fassade verbirgt sich ein Roman mit einem großen Herzen. Am Ende wird auch klar, warum. Unbedingt lesen! 5 von 5 Sterne gibt es von mir.

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Spinster Girls – Was ist schon typisch Mädchen?

Holly Bourne , Nina Frey
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 31.08.2018
ISBN 9783423718011
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Was ist schon typisch Mädchen?" ist der zweite Band der Spinster Girls-Trilogie. Und obwohl Leser auf bekannte Charaktere treffen - es geht schließlich um die drei Freundinnen Evie, Lottie und Amber -, kann man das Buch auch völlig eigenständig lesen. Denn nun hat Lottie die Hauptrolle im Buch und erzählt die komplette Geschichte in der Ich-Form.

Holly Bourne widmet sich in ihrer Reihe Themen des Feminismus. In diesem Band ist Sexismus das vordergründige Thema. Aber auch Freundschaft, Selbstfindung und Liebe. Wären diese Themen in ein Sachbuch verpackt, würde ich wohl eher zögerlich dazu greifen. Der Autorin gelingt hier aber erneut der Spagat zwischen Aufklärung und Unterhaltung, zwischen Ernsthaftigkeit und Humor. Das gefiel mir diesmal so gut, dass "Was ist schon typisch Mädchen?" mir sogar noch einen Ticken besser gefiel als "Was ist schon normal?" (und das war schon richtig gut).

Lottie ist selbstsicher und schlagfertig, sie steht mit beiden Beinen im Leben und weiß in ihrem jungen Alter schon, was sie will. Sie möchte die Welt verändern. Das könnte man so stehen lassen, und das ist auch die allgemeine Meinung, die alle von Lottie haben. Dennoch hat trägt auch sie Unsicherheit und ganz spezifische Lebensfragen mit sich herum. Nach einem sexistischen Vorfall/Übergriff auf dem Weg zur Schule, beschließt Lottie, einen ganzen Monat lang auf jede sexistische Situation aufmerksam zu machen, und sei sie auch noch so klein.
Ich muss sagen, dass ich manchmal sehr erschrocken war, wie viel Alltagssexismus Lottie und ihre Freundinnen erleben. Das wird im Buch sehr gut dargestellt und ist bei uns ganz sicher nicht anders. Hier schärft die Geschichte definitiv ein stückweit den Blick, macht auf Dinge aufmerksam (und auch wütend) und sensibilisiert. Der Wunsch wächst, die Situation generell zu ändern, gegen Sexismus und Diskriminierung anzukämpfen. Lottie ist hier sehr authentisch, wenn auch nicht "einfach", aber das ist auch gar nicht nötig.

Doch auch Lottie marschiert nicht immer als selbstsicheres Energiebündel durch den Alltag. Auch für sie gibt es Rückschläge und Verzweiflung. Auch zeigt die Autorin gut auf, wie man sich in einem Vorhaben verlieren kann, wie man sich fast schon manisch hineinsteigern kann, bis alles im Leben droht zu entgleiten. Es gibt einiges zu verarbeiten. Am Ende bleibt der Wunsch, etwas ändern zu wollen und man entlässt Lottie mit einem guten Gefühl in ihre Zukunft.

Zusammengefasst:
"Spinster Girls: Was ist schon typisch Mädchen?" hat mich zuerst einmal einfach nur gut unterhalten. Denn die Geschichte ist so pfiffig und rasant, dass man nur noch lesen möchte. Dazu hat das Buch einen Humor, der Spaß macht. Im Vordergrund steht aber auch das Thema Aktionismus gegen (Alltags)-Sexismus und Diskriminierung. In allen Facetten und sehr bekannt dargestellt. Damit sensibilisiert die Geschichte und erwirkt den starken Wunsch, etwas zu ändern. Und genau das ist der Sinn und Zweck des Buches. Lesen!

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17 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Simons Kleine Lügen - Pudding in Not

Joe Berger , Katja Frixe
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei mixtvision, 16.07.2018
ISBN 9783958541214
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Mit "Pudding in Not" startet die neue Reihe "Simons kleine Lügen". Comic-Romane kommen bei Kindern immer gut an. Mein Sohn (11) liest sie schon eine Weile sehr gerne, meine Tochter (9) hat sie ganz neu für sich entdeckt. "Simons kleine Lügen: Pudding in Not" ist das erst Buch, dass sich beide Kinder kurz nacheinander gesichert haben. Es wurde bei uns also bereits schon drei Mal gelesen: Mein Sohn hatte es an einem Nachmittag durch, meine Tochter hat es sich damit abends im Bett gemütlich gemacht ... und zuletzt war dann ich dran. Schön war's, und vor allem sooo lustig und komisch.

Simon sitzt am liebsten in seiner selbstgebauten Zimmerhöhle, um den "Belastungen eines modernen Neunjährigen zu entfliehen", wie er es selbst so schön ausdrückt. Zutritt haben nur sein bester Freund Karli und die Katze Pudding. Denn Simon nimmt es mit der Wahrheit nicht ganz so genau, kommt darum in viele unangenehme (und auch sehr komisch-lustige) Situationen. Seine größte Sorge gilt aber zur Zeit Klassenfiesling Peter, der alle anderen tyrannisiert. Zu Simons Leidwesen hat Peter auch noch jeden Tag einen saftig-leckeren Cheeseburger in seiner Tüte, während die Brotbox von Simon nur ein wenig reizvolles Mittagessen enthält. Aber vielleicht kann er sich solch einen Cheeseburger ja selbst vorlügen?

Den Einstieg ins Buch ist nicht ganz so einfach für Kinder, was auch meine Tochter bemerkte, besonders der Punkt, als Simons Lügendilemma thematisiert wird. Danach ist man aber sofort mittendrin und begleitet Simon durch seinen Schul-und Familienalltag. Und das ist ganz schön turbulent und lustig-chaotisch, weil Simon von einer Zwickmühle in die nächste gerät. Das Buch ist in mehrere Kapitel aufgeteilt, die durch die Comic-Gestaltung so kurzweilig sind, dass man viel zu schnell am Ende angelangt ist. Natürlich wird die ganze Geschichte mit einem Augenzwinkern erzählt und hat einen unterschwellig fürsorglichen und verantwortungsbewussten Touch. Wir alle hatten viel Spaß mit Simon (und Pudding!).

Fazit ...
"Simons kleine Lügen: Pudding in Not" ist ein waschechter Comic-Roman und weckt durch die Gestaltung und (natürlich überspitzt dargestellter) Alltagsthemen sofort das Interesse von Kindern. Das Buch liest sich herrlich lustig und turbulent. Zudem hat es einen tiefsinnigeren Hintergrund, als man auf den ersten Blick erwartet. Ein großer Lesespaß. Schön!

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521 Bibliotheken, 36 Leser, 0 Gruppen, 63 Rezensionen

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Die Krone der Dunkelheit

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2018
ISBN 9783492705264
Genre: Fantasy

Rezension:

Laura Kneidl hat schon einige Bücher geschrieben. Bücher für Jugendliche und für Erwachsene. Nun folgte mit "Die Krone der Dunkelheit" der erste High-Fantasy-Roman der Autorin und zugleich der Beginn einer dreibändigen Reihe. Warum ich das Buch lesen wollte? Weil meine Leseleidenschaft mit High Fantasy geschürt wurde und ich dieses Genre wahrscheinlich immer lesen möchte. Weil mich "Die Krone der Dunkelheit" alleine durch das Cover und die Kurzbeschreibung (mit zwei weiblichen Hauptcharakteren!) sofort für sich eingenommen hat. Und weil sich jetzt, nach Beendigung, meine Wünsche in Bezug auf das Buch bewahrheitet haben. Es kann sich wirklich sehen und lesen lassen!

Das Lesegefühl bei "Die Krone der Dunkelheit" war für mich nicht neu. Das machte aber gar nichts, denn es war die eigene Auslegung, die mich durch die Seiten trug. Auch hier gibt es eine phantastische Welt, mit Menschen, Fantasywesen und Magie. Eine wunderschön gezeichnete Umgebungskarte und Charakterplaketten - aber erst in der Buchmitte - sorgten dafür, dass ich mich sofort wohl mit dem Buch fühlte. Auch der Einstieg fiel mir leicht. Erzählt wird die Geschichte aus der Sichtweise diverser Charaktere, die alle eine entscheidende Rolle im Buch spielen. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf Freya und Ceylan, deren Erlebnisse in zwei Handlungssträngen zum Mitfiebern einladen.

Genau dieses Augenmerk, auf die zwei weiblichen Hauptcharaktere, hat mir sehr gut gefallen. Ganz ohne viel Romantik und Liebesdrama. Das ist in diesem Buch (noch) kein großes Thema. Da wäre zuerst Freya, eine Prinzessin, die aus einem Land kommt, in dem Magie verboten ist. Sie möchte unbedingt ihren verschollenen Bruder finden und spürt ihn mithilfe eines verbotenen Zaubers auf. Um ihn zurückzuholen muss sie in das gefährliche magische Nachbarland reisen. Und dann geht es noch um Ceylan, die eine eine unsterbliche Wächterin werden will, um die Grenze zwischen dem Land der Menschen und der Fae zu schützen. Dabei verfolgt sie aber ganz eigene Ziele.
Ich kann auch gar nicht sagen, welchen Handlungsstrang ich lieber verfolgt habe. Großen Spaß hatte ich mit beiden. Irgendwann führen die verschiedenen Wege zusammen, jedoch (noch) nicht zwangsläufig zu einem Miteinander.

"Die Krone der Dunkelheit" liest sich durchweg mitreißend, oftmals spannend und anschaulich. So vergingen die mehr als 600 Seiten wie im Flug. Etwas Kritik habe ich am letzten Buchdrittel. Auch hier ist die Geschichte längenfrei, hätte aber etwas temporeicher und spritziger (vielleicht auch "böser") sein dürfen. Dass mich die Handlung generell kaum überraschen konnte, war für mich nicht weiter schlimm. Sie ist so gut durchdacht, und komplett frei von Ungereimtheiten, dass das Lesen eine Freude ist. Und ja, am Ende tritt die Situation ein, die wohl jeder Leser fürchtet: Ich wollte sofort (!) weiterlesen und muss nun leider noch ein bisschen warten.

Fazit
Mit "Die Krone der Dunkelheit" hat Autorin Laura Kneidl eine High-Fantasy-Geschichte geschrieben, bei der sich komplett das erfüllt, was man erwartet ... vielleicht sogar noch etwas mehr. Auch, wenn mein Leserherz gerne zuweilen etwas mehr Gefahr und Antiheldentum gehabt hätte, sind Charaktere und Welt wunderbar differenziert gestaltet. Man mag kaum aus der Geschichte auftauchen. Wer weiß, was da noch kommt? Zum Glück ist sie noch nicht zu Ende erzählt, es wird ganz sicher spannend weitergehen. 4 von 5 Sterne vergebe ich.

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19 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

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Stories for Boys Who Dare to be Different - Vom Mut, anders zu sein

Ben Brooks , Ulrich Thiele , Bea Reiter , Anja Seelow
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Loewe, 09.10.2018
ISBN 9783743202597
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Jeder Mensch benötigt Vorbilder und Personen, mit denen er sich identifizieren kann. So funktioniert unsere Gesellschaft. Denn darin finden wir Orientierung, entwickeln Persönlichkeit und Eigenständigkeit.
Im Moment wird viel über starke Mädchen und Frauen diskutiert, ihnen eine Bühne gegeben, die lange nicht da war. Und das ist gut so! Darüberhinaus sollen meiner Meinung nach aber auch die Jungs nicht vergessen werden. Auch sie brauchen Vorbilder, sogar Idole, die anders sind, die "ihr Ding" gemacht haben, die beeindrucken. Autor Ben Brooks hat diesen Gedanken aufgegriffen und ein Buch für Jungs geschrieben, die sich trauen anderes zu sein und andere Jungen und Männer kennen sollen, die anders waren. Dazu gehört natürlich Mut ... und der Rest kommt dann vielleicht von ganz allein.

"Stories for Boys who dare to be different: Vom Mut anders zu sein" hält sich nicht lange mit einem Vorwort oder ein Einführung auf. Das braucht es auch gar nicht. Ben Brooks hat die Erlebnisse und Taten von über 100 Jungen und Männern (103, um genau zu sein) gesammelt und erzählt diese in kurzen und gut verständlichen Geschichten. Die Auswahl ist gigantisch, gefühlt allumfassend und reicht von Achmat Hassiem über Daniel Radcliffe bis hin zu John Green und Stormzy. Viele Personen, egal ob lebend oder bereits verstorben, sind bekannt, aber man wird auch einige (viele) entdecken, von denen man noch nie etwas gehört hat. Mich haben die Geschichten dieser Jungen und Männer beeindruckt, oftmals gerührt und begeistert.

Jede Kurzbiographie oder Geschichte ist wird mit einem kunstvoll gestalteten Bild des Illustrators Quinton Winter verdeutlicht und unterlegt. Insgesamt ist die Gestaltung des Buches eine Augenweide. Es macht Spaß, sich darin zu vertiefen, es von vorne bis hinten durchzuschmökern oder auch nur einzelne Geschichten herauszupicken. Obwohl der Text einfach und kindgerecht gehalten ist, würde ich das Buch ab einem Alter von etwa 8 Jahren empfehlen. Sobald Kinder sicher lesen können wird "Vom Mut, anders zu sein" zu einem wertvollen Begleiter werden. Natürlich auch für Jugendliche und Erwachsene.

Fazit ...
"Stories for Boys who dare to be different: Vom Mut, anders zu sein" sticht nicht nur optisch sofort ins Auge. Es richtet sich an eine wichtige Zielgruppe und veranschaulicht das Leben von Jungen und Männern, die anders sind und deren Leben, oder eine Episode daraus, besonders begeistert oder beeindruckt. Es ist ein positives Buch, das Jungen dabei helfen kann, Vorbilder zu finden oder die eigene Persönlichkeit zu stärken. Dazu ist es wunderschön anzuschauen, sowie einfach und verständlich zu lesen. Wirklich toll!

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Karl und Knäcke lernen räubern

Kirsten Reinhardt , Marie Geißler
Fester Einband: 40 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2018
ISBN 9783551553850
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Räubergeschichten haben für Kinder schon immer eine große Anziehungskraft. Vielleicht reizt die Gefahr oder das Unübliche, Verbotene. Oftmals gibt es noch eine große Portion Humor dazu, damit sich die Geschichte selbst nicht allzu ernst nimmt. Aber zwei Räuber, die das Räubern erst noch lernen müssen? Das hatten wir, glaube ich, noch nie. Umso charmanter geht es bei "Karl und Knäcke lernen räubern zu". Denn ob den beiden ein richtiger Raubzug gelingt, das steht ab Beginn in den Sternen.

Karl und Knäcke sind echte Räuber. Die wildesten der ganzen Stadt. Sie können jedes Schloss knacken und futtern für ihr Leben gerne. Doch immer, wenn es auf Raubzug gehen soll, fällt den beiden etwas anders ein, das noch zu tun wäre. Und so bleiben sie schlussendlich zu Hause. Eigentlich haben sie noch nie etwas geräubert. So kann es auf keinen Fall weiter gehen, schließlich haben sie einen Ruf zu verlieren. Karl und Knäcke beschließen, dass sich etwas ändern muss. Sie wollen jetzt wirklich das Räubern lernen und steigen in diverse Wohnungen und Häuser ein. Dabei entdecken sie etwas an sich, das gar nichts mit räubern zu tun hat - und das ist eher kulinarischer Natur.

"Karl und Knäcke lernen räubern" zu beschreiben fällt mir gar nicht so leicht. Es ist definitiv besonders und liebenswert schräg. Das Bilderbuch hat viel Text, und flippig-coole Bilder, eignet sich damit auch gut für eine längere Vorlesezeit. Kinder ab etwa 5-6 Jahren, die schon etwas "zwischen den Zeilen" verstehen können, sowie ältere Grundschulkinder, werden damit viel Spaß haben. Es kann sein, dass sich die volle Wirkung des Bilderbuchs erst beim zweiten Mal Vorlesen entfaltet. Denn die Ausführung ist sowohl charmant, irgendwie urig, als auch modern. Diese humorvolle Kombination hat eine tolle Wirkung auf die jungen Zuhörer. Das Ende ist sehr kreativ und lustig-perfekt gewählt. Uns gefällt es super.

Fazit ...
Eine Räubergeschichte der anderen Art finden Kinder und Vorleser in "Karl und Knäcke lernen räubern". Wie gelingt es zwei Räubern stadtbekannt zu werden, wenn sie noch nie etwas geräubert haben? Vielleicht gibt es ja einen anderen Weg ... und dieser ist so viel besser und lustiger. Die liebenswerte und schräg-moderne Auslegung der Geschichte und die spleenigen Bilder haben etwas Faszinierendes, das vielleicht auch erst auf den zweiten Blick wirkt. Uns hat gerade das sehr gut gefallen. Ausprobieren!

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98 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Auf immer gefangen

Erin Summerill , Nadine Püschel
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2018
ISBN 9783551583543
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem mir Band 1 der Königreich der Wälder-Reihe, "Auf immer gejagt", tolle Lesestunden bescherte, freute ich mich natürlich extrem auf Band 2. Auch "Auf immer gefangen" hat eine allerschönste Gestaltung bekommen. Besser geht es bei einem Buch kaum. Und weil das Auge bei mit immer mitliest, waren das schon mal die besten Vorraussetzungen für einen feinen Reihenabschluss. Und wieder konnte mich die Geschichte begeistern, sie ist wirklich top. Die Lovestory dafür leider weniger. Nach der Hälfte trübte sich mein Leseerlebnis dadurch stark ein. Schade, aber so ist das eben manchmal.

Erin Summerill führt die Geschichte gut weiter. Ein Wiedereinstieg fiel mir nicht schwer, auch wenn der erste Band doch schon eine Weile zurück lag. Ein angenehmer und mitreißender Stil machten das Buch für mich zu einem Fest. Die Beschreibungen sind so prächtig, dass sich "Auf immer gefangen" wie ein Film liest. Hauptprotagonistin Tessa ist schlagfertig und taff, eine Heldin, wie ich sie mag. Dadurch, dass sie König Aodren das Leben rettete, hat sie ihr Verbindungsband zu Freund Cohen verloren. Stattdessen ist sie nun durch das Band an den König gebunden. Weil das Tessa aber gar nicht recht, sondern ziemlich unangenehm ist, ging ich zuerst nicht von einer Dreieckslovestory aus (will ja auch niemand mehr lesen, oder?). Tessa verheimlicht ihr Band zum König vor Cohen, was sie im Laufe der Handlung in einen immer größeren Konflikt stürzt. Zwar besteht seitens König Aodren ein starkes Interesse an Tessa, das findet anfangs jedoch fast ausschließlich in dessen Gedanken statt. Doch leider wird dann irgendwann doch mehr daraus.

Tessa bemerkt das Interesse des Königs, für sie gibt es aber nur Cohen. Zuerst. Doch dann beginnt die Autorin dick in die Klischeekiste zu greifen und bringt Tessa und König Aodren in Situationen, in denen sie sich gefühlsmäßig annähern (müssen). Das endete in einer Höhlenszene, ich muss hier mit den Stichworten "Unterkühlung" und "Wärme spenden" spoilern, deren Ausführung fast schon peinlich war. Warum nur? Die Geschichte hätte so viel mehr hergegeben! Und dabei bleibt es nicht. Aodren und Tessa bleiben auf Schmusekurs, Cohen ist weit weg. Zu allem Überfluss wird Tessa auch noch bockig und verletzt (häh?), als ihr Freund die Sache aufdeckt. Plötzlich ist Cohen der "Schuldige", obwohl ganz eindeutig Tessa Mist gebaut hat. Spätestens da hatte sie mich nicht mehr auf ihrer Seite.

Trotz meiner Kritik an der Dreieckslovestory, denn das war sie für mich, war das Ende des Romans zufriedenstellend. Ich empfinde das Buch noch immer als eine tolle High-Fantasy-Geschichte für Jugendliche, die für mich durch das unsinnige Gefühlswirrwarr, mit Szenen, die einfach nur doof und kitschig waren, abgewertet wurde. Das tut mir persönlich sehr leid, denn zu Beginn empfand ich "Auf immer gefangen" sogar stärker als den Vorgängerband.

Fazit
"Auf immer gefangen" wurde von mir lang und sehnlichst erwartet. Das Buch hat eine filmreife und vereinnahmende Geschichte. Es liest sich so süffig, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Im Prinzip also eine tolle jugendliche High-Fantasy-Geschichte. Aber nur im Prinzip. Denn eine Dreieckslovestory, mit mir unverständlichen und fast schon peinlichen Szenen und Ansichten, hat meine Lesefreude bis zuletzt getrübt und die hohen Erwartungen nicht erfüllt. Und obwohl die Geschichte am Ende gut abgeschlossen ist, bleibt das Warum. Es hätte perfekt sein können. In dieser Form für mich leider nur Mittelmaß. 3 von 5 Sterne.

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77 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Kompass ohne Norden

Neal Shusterman , Ingo Herzke , Brendan Shusterman
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 20.08.2018
ISBN 9783446260467
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Neal Shusterman ist vielen Lesern durch seine düstere und dysopische Jugendbuchreihe ein Begriff. Umso erstaunter war ich, dass "Kompass ohne Norden" ein völlig anderes Werk des Autors ist. Er hat lange daran geschrieben; die Idee für dieses Buch bekam er durch seinen Sohn, der in seiner Jugend psychisch erkrankt ist. Vieles, was sein Hauptprotagonist Caden im Buch erlebt, ist Shustermans Sohn Brendan ebenso passiert. Von ihm stammen auch die Zeichnungen im Buch, die alle während der Tiefen, wie Shusterman einen psychotischen Schub beschreibt, entstanden. "Kompass ohne Norden" ist kein leises Buch. Es ist eines, das stark aufwühlt, mich an den tiefsten Punkt eines jungen Verstandes führte, und mich stark beeindruckt hat.

Caden ist beliebt und pfiffig, ein Junge, den man gern hat, wenn man ihm begegnet. Doch schleichend verändert sich seine Psyche. Er analysiert Dinge bis ins kleinste Detail, über die sich die meisten Menschen keine Gedanken machen würden, fühlt sich grundlos bedroht und steigert sich in Manien, die für Familie und Freunde schwer nachzuvollziehen sind. Und irgendwann begibt sich Caden auf eine Reise in die Tiefen seiner Seele. Einen Weg zurück gibt es nicht. Ohne Hilfe wird Caden immer auf dieser Reise bleiben.

Der Steuermann sagt, ich solle mir deswegen keine Sorgen machen. [...] "... Meine Karten zeigen uns die Route, aber deine Visionen weisen uns den Weg. Du bist der Kompass, Caden Bosch. Du bist der Kompass!"
"Wenn ich der Kompass bin, dann bin ich ziemlich nutzlos", antworte ich. "Ich kann Norden nicht finden." - S. 17


Die Geschichte ist so hochwertig und perfekt durchdacht geschrieben, dass sie, vor allem am Anfang, viel Aufmerksamkeit beim Lesen benötigt. Es dauert eine kurze Zeit, bis man die Gegebenheiten sortiert hat und kleine Feinheiten oder Anspielungen erkennt. Ich ein paar Mal gerne zu den ersten Kapiteln zurückgeblättert, als ich in die Handlung eingetaucht war. Im Grunde sind es nämlich zwei Geschichten: Cadens Erlebnisse und Entwicklung im realen Leben und seine Tiefseereise, die Schizophrenie. Die realen Eindrücke waren mir zu Beginn lieber, bzw. interessanter. Mit der Zeit vermischen sich aber beide Geschichten (gewollt), so dass man sie nicht mehr eindeutig trennen kann. Am Ende bleibt das Gefühl eines großartigen Buches zurück, eines, das man so sicherlich noch nicht gelesen hat. Ich bin sehr begeistert.

Fazit
"Kompass ohne Norden" hat mich nicht nur völlig gebannt an die Seiten gefesselt, es hat mich auch nach dem Lesen lange nicht losgelassen. Sehr beeindruckend, realitätsnah und metaphorisch zugleich beschreibt Neal Shusterman den Alltag eines Jungen mit Schizophrenie und bipolarer Störung. Das hat mich fasziniert (auch wenn ich nicht weiß, ob Faszination hier angebracht ist) und sehr berührt. Ein solches Buch kann gewiss nicht heilen, aber es kann Betroffenen Mut machen und Nicht-Betroffenen Verständnis und konkrete Einblicke schenken. Großartig! 5 von 5 Sterne müssen hier sein.

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Die Tornadojäger

Ross Montgomery , André Mumot , Daniela Kohl
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 20.08.2018
ISBN 9783446258723
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Alleine die Buchbeschreibung kling schon etwas verrückt. Ein Ort, dem immerzu heftige Stürme drohen, ist plausibel. Eine Kindergruppe jedoch, die diese jagen wollen? Für mich war alleine das die Garantie für ein aufregendes, lustiges und tolles Leseerlebnis. Ich empfand das Buch als besonders und positiv-abgedreht. Bis auf das Ende; da wurde es dann ganz still und nachdenklich in mir.

Barrow ist ein Ort der Sicherheit. Das Dorf umgibt eine Schutzmauer aus Tornadofallen, die die gefährlichen Stürme von Kindern und Erwachsenen fernhalten sollen. Vor allem für Kinder gelten strenge Regeln. So gilt ab Nachmittags eine Ausgangssperre, und von der Schule darf ein Kind nur in Begleitung nach Hause gehen. Wer nicht spurt kommt ins Jugendbezirksgefängnis (!). Und genau darum sind Owens Eltern auch nach Barrow gezogen. Sie wollen den größtmöglichen Schutz für ihren Sohn (der zu seinem Leidwesen die ganze Zeit über einen Helm tragen muss - schließlich könnte er schlimm stürzen und sich verletzten). Doch Owen findet Freunde, und gemeinsam lehnen sich sich auf gegen die Regeln und Gesetze von Barrow. Sie wollen einen Tornado fangen!

Zugegeben, die ganze Geschichte klingt irgendwie sonderbar und skurril. Und genau so liest sich das Buch auch. Ein bisschen unwirklich, sogar leicht dystopisch, und trotzdem mit viel Humor und Spannung. Gerade das gefiel mir super. Für mich war auch klar, dass der Autor unsere Gesellschaft (Eltern) voller Regeln, Verboten und Fremdbestimmung bewusst aufs Korn nimmt und die Situation überspitzt. Was Anfangs noch ziemlich lustig beginnt, wird irgendwann im Verlauf der Handlung zu einem ernsten Fall für Owen und seine Freunde. Es kommen Dinge ans Licht, mit denen sie nicht wirklich gerechnet hatten.

Die anderen schauten mich mit großen Augen an.
"Ich will das nicht", sagte ich. "Nicht mehr. Ich habe es satt, mich zu fürchten." Ich wandte mich wieder dem Höhleneingang zu. "Ich werde jetzt herausfinden, wovor sie alle solche Angst haben." - S. 227


Das Buch ist wunderbar geschrieben. So spritzig, dass man ständig mitfiebert, und dann wieder so gefühlvoll und nachdenklich stimmend, dass es lange nachwirkt. Außerdem baut der Autor eine Wendung ein, die unerwartet kommt und vieles in ein anderes Licht rückt. Für junge Leser könnte diese allerdings etwas schwierig zu verstehen sein.
Am Ende ist das Buch dann nicht mehr lustig. Im Gegenteil. Es wird dramatisch, eigentümlich und tiefgründig. Erwartet hätte ich das nicht, und normalerweise mag ich gerade so etwas bei Geschichten sehr gerne. Persönlich hätte ich es mir hier jedoch anders gewünscht. Warum nur musste die Geschichte so enden? Ich hatte lange daran zu knabbern.

Fazit ...
Der Angst ins Gesicht zu blicken, eigene Entscheidungen zu treffen und füreinander einzustehen - das ist wohl die Botschaft des Kinderbuches "Die Tornadojäger". Verdeutlicht wird das Ganze auf sehr humorvolle, aber auch etwas skurrile Art. Stürmisch eben. Der Handlungsort, ja, die komplette Geschichte ist wirklich ungewöhnlich und packend. Die Wirkung, die das Buch am Ende hat, ist nicht zu unterschätzen. Um mich wurde es windstill und ruhig. Es hat mich noch lange beschäftigt. Unbedingt anschauen!

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Short

Holly Goldberg Sloan , Katharina von Savigny
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 20.08.2018
ISBN 9783446260474
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Short" hat ein Achtsamkeitsthema, das mich sofort ansprach. Einfach, weil ich es in dieser Form noch in keinem Buch gelesen habe. Es geht vordergründig um Julias Körpergröße, ihre Selbstwahrnehmung und zunehmende Reife, und darum, dass die Bedeutung eines Menschen nicht von Äußerlichkeiten abhängt. Das wird im Buch auch gut dargestellt, jedoch kam die Handlung für mich spröder daher, als ich das erwartet hätte.

Julia ist zu kurz geraten. Nicht kleinwüchsig, aber einfach (zu) klein für ihr Alter. Das ist für Julia völlig okay, nur das Wort kurz mag sie nicht und möchte es nicht mehr verwenden. Dass sie den Sommer über für eine Theateraufführung proben soll, kann sie sich jedoch nicht vorstellen. Was soll ein kleines Mädchen wie sie dort auch darstellen? Diese Meinung ändert sich, als Julia im Theater neue Freunde und Vorbilder trifft.
Die Gedanken von Julia kommen während des Lesens ungeschönt und sehr direkt beim Leser an - und sie denkt über wirklich viele Dinge nach. Für mich las sich das Buch fast wie ein durchgängiger Monolog. Das ist teilweise anstrengend und wirkt kindlich, manchmal aber auch durchaus humorvoll. Die ständigen Theaterproben, und Julias Meinungen und Gedanken darüber, können zu einer gewissen Eintönigkeit beim Lesen führen. Ich bin mir nicht sicher, ob das bei der jugendlichen Zielgruppe so gut ankommt.

Charakterlich würde ich Julia als vorsichtig beschreiben, manchmal zurückhaltend, aber aufmerksam. Sie gewinnt den Sommer über an Reife, schätzt es, im Mittelpunkt zu stehen, und wirkt am Ende glücklicher als zu Beginn. Das Alter von Julia ist nicht genau bekannt, ich schätze sie auf 9-11 Jahre. Generell empfand ich sie nicht als sehr sympathisch. Das ist für mich beim Lesen aber kaum relevant, den Sympathien sind subjektiv. Trotzdem ist Julia ichbezogen und egoistisch, manchmal berechnend gegenüber ihren Mitmenschen und ihrer Familie. Ich habe mir immer wieder ins Gedächtnis gerufen, dass Julia ein Kind ist. Darum hielten sich meine negativen Gefühle auch in Grenzen.

Mich persönlich konnte die Geschichte erreichen. Ich mochte das Thema und die Einblicke in die (nicht immer angenehmen) Gefühle eines jungen Mädchens, auch wenn ich einen Lesesog, und das ständige Bedürfnis weiterzulesen, vermisst habe. Generell benötigt man viel Empathie, damit man das Buch mag.

Zusammengefasst:
"Short" ist für emphatische Menschen ein empfehlenswertes Buch über ein körperlich kleines Mädchen, für das ein einziger Sommer (inneres) Wachstum um Größe bedeutet. Wer nicht gut mit kantigen Charakteren oder einem monologartigen Erzählstil zurechtkommt, wird vielleicht keinen perfekten Zugang zum Buch finden. Für mich ist sicher, dass "Short" bei erwachsenen Lesern besser ankommen wird, als bei Jugendlichen. Ausprobieren!

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Mein Andersopa

Rolf Barth , Daniela Bunge
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.09.2018
ISBN 9783446260573
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Nichts bleibt wie es ist. Die Zeit verrinnt, alles ist im Fluss und ändert sich. Das kann man besonders gut bei neugeborenen Kindern beobachten, aber auch bei alten Menschen. Und sind es nicht die Alten, die von uns genauso viel Verständnis und Unterstützung verdienen? Im Bilderbuch "Mein Andersopa" macht Nele die Erfahrung, dass ihr Opa sich verändert, sogar manchmal kaum wiederzuerkennen ist. Die Auslegung der Autoren Rolf Barth (Text) und Daniela Bunge (Illustration), und wie Nele mit der Situation umgeht, trieb mir beim Vorlesen mehrmals Tränen der Rührung in die Augen.

Neles Opa ist alt. Für Enkelin Nele ist er schon immer ein feiner Herr. Opa achtet auf ein gepflegtes Äußeres, liebt seinen Kräutergarten, geht gerne zum Angeln und ist stets höflich zu jedem, dem er begegnet. Das ändert sich, als Nele ihren Opa nach der Rückkehr aus den Sommerferien besucht. Plötzlich ist er unrasiert, vergisst Dinge und Namen und streckt fremden Menschen die Zunge heraus. Nele ist natürlich verwirrt, ihre Mutter sehr traurig. Doch Nele hat eine wunderbare Art, ihren Opa so anzunehmen, wie er jetzt ist.

Wenn man Opas Wandel beim Namen nennt, dann ist davon auszugehen, dass er dement wird oder geworden ist. Demenz ist eine Krankheit, die für alle Beteiligten viel Schmerz und Wandel mit sich bringt. Umso gerührter war ich, wie liebevoll Nele damit umgeht. Sie leistet ihrem Opa Gesellschaft, erzählt ihm Geschichten und akzeptiert seine Andersartigkeit. Darum nennt sie ihn auch Andersopa, denn er hat sich verändert ... und das ist okay.

Das Bilderbuch hat sehr gefühlvolle Illustrationen, die mir und auch den Kindern sehr zu Herzen gehen. Die Geschichte ist sehr gut verständlich, der Text hochwertig und freundlich in Sprache und Ausdruck. Die Altersempfehlung ab 5 Jahren empfinde ich als perfekt. Selbst meine 9-jährige Tochter mag die Geschichte sehr und liest das Buch auch oft alleine.

Fazit ...
Nele hat zwei Opas in einer Person: Den Opa von früher und den von jetzt. Die Fähigkeit eines jungen Mädchens, Gegebenheiten zu akzeptieren und Liebe zu schenken ist bemerkenswert. Dazu tragen auch die eindrücklichen Bilder bei. "Mein Andersopa" erzählt die wunderbare Geschichte einer Enkelin und ihres Großvaters. Und das so einfühlsam, dass garantiert jeder Leser fasziniert und gerührt ist. Eine große Empfehlung!

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Kalle Körnchen

Lucy Astner , Julian Meyer
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Esslinger in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.09.2018
ISBN 9783480234707
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Eine Gutenachtgeschichte ist für Kinder ein schönes Ritual. Sie schenkt Geborgenheit, Zeit mit der Familie und erleichtert das Zubettgehen. Fast jedes Kind kennt den Sandmann (oder das Sandmännchen), wahrscheinlich sogar aus der nostalgisch-bekannten TV-Serie. In "Kalle Körnchen: Ein kleiner Sandmann kommt groß raus" begegnen die jungen Zuhörer ebenfalls dem Sandmann, bzw. seiner Urlaubsvertretung Kalle. Und weil Kalle noch klein ist, muss er das Sandmann-sein noch fleißig üben. Was für ein Abenteuer!

Kalle Körnchen wohnt im Schlummerland und gehört zu den Helferwichteln des Sandmanns. Er ist ein Tagtraumwichtel, macht die Träume, die der Sandmann dann in der Nacht an die Kinder verteilt. Als der Sandmann eine Urlaubsvertretung sucht, wird Kalle von seinem Freund, dem Dachs Flick, ins Rennen geschickt ... und bekommt die Stelle. Kalle Körnchen ist nun der Ersatzsandmann. Gemeinsam mit Flick macht er sich ans Werk.

Meiner Meinung nach kann man das Buch nicht nur als Gutenachtgeschichten empfehlen. Zwar passt die Sandmann-Thematik zum Abend, jedoch ist das Buch so reizend geschrieben, freundlich und lustig, dass es Kinder zu jeder Tageszeit genießen werden, daraus vorgelesen zu bekommen. Das Buch besteht aus 10 Geschichten, die unabhängig voneinander gelesen werden können. Auf einer Wünsch-dir-eine-Geschichte-Seite können Kinder ihre Lieblingsgeschichten immer wieder auswählen. Anhand von kleinen Bildern sind diese einfach zuzuordnen. Ich würde anfangs mit der ersten Geschichte beginnen, da hier Kalle Körnchen vorgestellt wird. Danach spielt die Reihenfolge keine Rolle mehr.

Das Buch wird am 3 Jahren empfohlen, jedoch finde ich meine kleine Tochter (3) dafür noch zu jung. Zwar sind die Geschichten nicht sehr lang, jedoch kann sie sich einfach noch nicht richtig darauf konzentrieren, möchte lieber zu den schönen bunten Bilder blättern. Diese schmücken zum Glück jede Doppelseite, sodass es immer viel zu entdecken gibt. Für ältere Kindergartenkinder ist "Kalle Körnchen" wie gemacht. Ein wunderschönes Vorlesen!

Fazit ...
Für eine Gutenachtgeschichte ist es nie zu spät! Vor allem nicht, wenn "Kalle Körnchen: Ein kleiner Sandmann kommt groß raus" auf die Kinder wartet. Und wer sagt, dass man die schönen Geschichten nicht auch tagsüber vorlesen kann? Mit einer herzlichen und lustigen Art, begeistert jede einzelne davon und der kleine Ersatzsandmann Kalle erzählt sich damit in jedes Kinderherz. Ein Geschichtenbuch, das lange präsent sein wird.

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Liebe ist so scheißkompliziert

Sabine Schoder
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 22.08.2018
ISBN 9783733504069
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Erscheint ein neues Buch von Sabine Schoder, dann ist das bei mir ein Lesemuss. Warum, das ist schnell erklärt. Die Autorin schreibt Liebesgeschichten, wie ich sie mag: aktuell und ohne Kitsch, sehr elektrisierend und mit frechem Humor. Und dann wäre da auch noch eine Portion Tiefsinn und am Ende etwas Drama - soll ja auch spannend sein, ne? Klingt super und ist es auch! In "Liebe ist so scheißkompliziert" geht es um die ein Meter neunzig große Nele. Deren größtes Problem (sorry, Wortspiel) ist, genau, ihre Körpergröße. Sie überragt einfach jeden um ein ganzes Stück. Als Nele auf Jerome, den Basketballstar der Schule trifft, ihm aufgrund seiner Präsenz kaum aus dem Weg gehen kann, bekommt ihr Schutzschild Risse. Kann Nele Jerome vertrauen und hinter dessen eigene Mauern blicken?

Vielleicht klingt das jetzt vorab etwas pathetisch, das ist es aber ganz sicher nicht. Als Leser wird man in eine Liebesgeschichte gezogen, der man sich nicht mehr entziehen kann. Sehr genial und einzigartig, mit Bauchkribbelgarantie, obwohl es hier (meist) jugendlich dezent zugeht, es ist nunmal kein Erotikroman. Ohne kitschig zu wirken, das ist mir wichtig. Für meinen Geschmack hätte die Beschreibung von Jeromes körperlichen Vorzügen jedoch ruhig dezenter ausfallen dürfen. Das kenne ich so aus anderen Büchern der Autorin nicht, empfand es hier als aufgesetzt. Nach der x-ten Beschreibung hat wohl jeder Leser kapiert, was Sache ist.
Trotzdem, die Geschichte ist mit all ihren Facetten süchtig machend. Geschuldet ist das nicht nur der Lovestory, sondern auch dem genialen Humor, mit pfiffig-frechen Dialogen und Szenen, die so auf den Punkt sind, das es eine wahre Freude ist.

Neben der Grundthematik, Körpergröße, hat die Geschichte noch ein sehr spannendes und aufwühlendes Element. Mobbing. Ein Missstand unserer Gesellschaft und ein Zustand, der gar nicht oft genug thematisiert werden kann. Sehr deutlich wird im Buch beschrieben, was Mobbing für betroffene Personen und ihr Umfeld bedeutet. Und genau hier kommt für mich Kritik ins Spiel, die "Liebe ist so scheißkompliziert" die Höchstwertung gekostet hat. Statt die Reaktion auf ein tragisches Resultat von Mobbing richtig aufzuarbeiten, denn diese war gewiss nicht in Ordnung, wird das Buch mit viel Drama und Spannung zu Ende gebracht. Verständnis für Trauer und Wut in allen Ehren, aber der gewählte Weg war nicht okay. Das hätte deutlich zur Sprache kommen müssen, gerade bei solch einem sensiblen Thema. Ich hatte mit dem Buch ein allerbestes Leseerlebnis und war am Ende doch etwas beunruhigt. Darauf sollten sich feinfühlige Leser einstellen.

Fazit
So kompliziert ist es gar nicht, das Buch gefiel mir auf Anhieb! "Liebe ist so scheißkompliziert" hat alles, was ich von Sabine Schoders Büchern erwarte ... und noch viel mehr. Die Geschichte ist trendy und hat unten allen Liebesgeschichten etwas Einzigartiges. Sie lässt nicht los und geht tief. Und der Humor, der ist erste Sahne, wirklich. Ein großer Lesespaß, bei aller Ernsthaftigkeit. Das sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Beim Konfliktthema hätte ich mir am Ende weniger Drama und mehr Aufarbeitung gewünscht, um die Message in die richtige Richtung zu lenken. Darum auch leider keine Höchstwertung von mir. Ein top Leseerlebnis ist das Buch auf jeden Fall. 4 von 5 Sterne vergebe ich dafür.

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