Damaris

Damariss Bibliothek

471 Bücher, 473 Rezensionen

Zu Damariss Profil
Filtern nach
471 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(35)

91 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

kunst, borderline, liebe, dealer, gefahr

Wir beide in Schwarz-Weiß

Kira Gembri
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.10.2016
ISBN 9783401602196
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich liebe die Bücher von Kira Gembri! Jedes gelesene - und es sind fast alle -, hat mich überzeugt. Das mit der Begeisterung ist zwar schön und gut, bringt aber auch sehr hohe Erwartungen mit sich. Bei jedem aktuellen Buch bin ich mir sicher, dass es wieder ein Hit für mich wird. Und wenn nicht? Kaum vorstellbar, denn "Wir beide in Schwarz-Weiß" war wieder wahnsinnig gut. Spontan dazu gegriffen, waren ebenso spontan die ersten 100 Seiten inhaliert, inklusive lautem Lachen und zufriedenem Seufzen.

Die Geschichte spielt im gleichen Umfeld wie auch schon "Wenn du dich traust". Alex wohnt mit Jay und Flocke in einer WG. Bis er Kris kennenlernt, die sein schwieriges Leben noch eine Stufe chaotischer macht. Ich möchte vorausschicken, dass man das Buch völlig eigenständig lesen kann. Es sind keinerlei Vorkenntnisse nötig.
Sprachlich ist "Wir beide in Schwarz-Weiß" eher offensiv, zumindest Alex' Part, manchmal provokant-umgangssprachlich. Das erinnert an amerikanische New Adult-Romane, deren deutsche Übertragung nicht immer eins zu eins gelingt, ohne dass es es lächerlich wirkt. Die Autorin hat hier einen guten Weg gefunden, ihre Geschichte jugendlich-frech und flott zu schreiben, ohne dass sie an Ausdruck verliert. Das Lesen macht so richtig viel Spaß!

Mit Alex und Kris hat man es mit zwei außergewöhnlichen Charakteren zu tun, die herausstechen. Sie erzählen die Geschichte abwechselnd, mit äußerst kreativen Erkennungsmerkmalen. Kris ist lustig und schlagfertig, voller verrückter Ideen. Ihr Familienhintergrund ist liebevoll-antiautoritär aber problematisch. Das bietet Alex eine große Angriffsfläche. Er ist so ein toller Junge ... und wirkt gleichzeitig wie eine tickende Zeitbombe. Ein "falsches" Wort von Kris und er rastet aus. Auf ihm liegt auch der Hauptfokus, das Grundthema des Buches. Alex ist ein schwieriger und gleichzeitig sehr reizvoller Charakter. Er polarisiert stark, schürt aber ein ebenso großes Verständnis.

So hat das Buch eine dramatische Komponente, ist aber auch herrlich prickelnd und humorvoll. Meiner Meinung nach ist die Kombination von einem (nicht alltäglichem) Problemthema, gefühlvoller, niemals kitschiger Romantik und Humor ein Markenzeichen der Autorin. Ebenso ihre "Schwäche" für originelle und treffsichere Happy Ends.
Gegen Ende wurde mir die Handlung etwas zu aufgeregt und forciert spannend, jedoch noch im Rahmen dessen, was möglich wäre. Die Lesefreude trübt das nicht, das Buch ist ein erstaunliches Erlebnis.

Das Fazit
"Wir beide in Schwarz-Weiß" hat eine äußerst farbige Geschichte, die ich immer wieder lesen könnte und die mich jedes Mal erneut begeistern würde. Das Thema ist außergewöhnlich gut, die offensiv-akzentuierte Sprache macht Spaß und die Charaktere sind erstklassig. Dazu gehören die Bücher der Autorin zu den unterhaltsamsten überhaupt. Auch dieses! Das ergibt 5 von 5 großartigen Sternen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(32)

38 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

familienhit

Die Schule der magischen Tiere

Margit Auer , Nina Dulleck
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.07.2015
ISBN 9783551314000
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Die Schule der magischen Tiere" ist das erste von vielen Abenteuern dieser Reihe. Aufgrund einer persönlichen Empfehlung habe ich das Buch meinen beiden ältesten Kindern, 9 und 7 Jahre alt, vorgelesen. Meine Tochter ist ein Jahr unter dem empfohlenen Lesealter. Ein kleines bisschen Skepsis konnte ich mir nicht verkneifen, denn die Geschichte ist mit verschiedenen Sichtweisen und teilweisen Ortswechseln erzählt. Meine Skepsis war unbegründet. Beide Kinder waren sofort Feuer und Flamme. Das hielt sich bis zum Schluss.

Wahrscheinlich können sich Kinder einfach gut mit dem Abenteuer von Ida und Benni identifizieren. Es spielt an einer scheinbar normalen Schule. Bis eines Tages der Besitzer einer magischen Zoohandlung in die Klasse kommt und den Kindern etwas über magische Tiere erzählt. Jedes Kind soll das Tier bekommen, das zu ihm passt und damit einen Freund fürs Leben finden. Denn das magische Tier bleibt für immer bei seinem Kind. Alleine das ist eine wunderschöne Vorstellung für die jungen Leser oder Zuhörer - ein sprechendes Tier als Freund und Begleiter.

Die Geschichte wirkt sehr realistisch, denn das einzig phantastische Element, ist, dass die Tiere sprechen können. Es wird nicht gezaubert, verwandelt oder gehext. Jedes Kind der Klasse hat die Chance auf ein magisches Tier, in diesem ersten Band sind jedoch Benni und Ida an der Reihe. Beide sind sich anfangs nicht ganz grün, müssen während der Handlung über ihren Schatten springen, Vorurteile abbauen, gewinnen an Sicherheit und lernen, was Freundschaft bedeutet. Nebenbei gilt es ein Rätsel zu lösen. Das sorgt für eine extra Portion Spannung, zusätzlich zur Faszination der magischen Tiere, und schließt die Geschichte positiv ab. Einfach toll!

Fazit ...
Mir hat das Vorlesen von "Die Schule der magischen Tiere" den allergrößten Spaß gemacht. Die Geschichte ist wunderbar und wirkt, trotz sprechenden Tieren, so echt, als wäre sie mitten aus dem Leben gegriffen. Das spiegelte sich auch im Zuhörverhalten der Kinder. Und wer hätte nicht gerne ein magisches Tier? Der Wunsch nach den Folgebänden wurde von ihnen schon geäußert. Unbedingt empfehlenswert!

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

10 gelbe Entchen

Sandra Grimm , Christine Georg
Fester Einband: 20 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 09.12.2016
ISBN 9783845815909
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"10 gelbe Entchen" ist ein Zählspaßbuch im Miniformat. Auf der Titelseite sind alle Entchen beisammen, bevor sie sich auf die Reise machen. Sie sind mit Glitzerdruck hervorgehoben und wirken so ganz besonders ansprechend fürs Auge. Kleine Kinder werden dadurch auch zum Fühlen animiert. Unsere jüngste Tochter ist 2 Jahre alt und verweilt lange auf der Titelseite und befühlt jedes einzelne Entlein.

Das Büchlein wird ab 24 Monaten empfohlen. Etwas jüngere Kinder werden sich an den Bildern erfreuen, ohne dass der Text eine große Rolle spielt. Der ist nämlich für ein Zahlenbuch recht umfangreich, aber sehr einfach und herzlich wiedergegeben. Obwohl das Buch weit außerhalb seines Alters liegt, habe ich meinen 9-jährigen Sohn gebeten, es uns vorzulesen. Für ihn eine gute Leseübung, für seine jüngeren Schwestern ein Vorlese-, Anschau- und Zählspaß.

Die Verarbeitung sehr stabil und hochwertig. Die Kombination aus dickem Einband und stabilen Pappseiten hat sich für kleine Kinderhände bewährt. Ich bin positiv überrascht wie detailliert die einzelnen Szenen gestaltet sind. Es gibt so viel zu entdecken und zu beobachten! Dabei verlässt immer ein Entchen die Gruppe und findet ein (vorübergehendes) neues Zuhause. Durch einige phantastische Elemente, wie Wichtel, Nixen, Wassermann oder Zwerge, hat die Geschichte etwas Niedliches und Märchenhaftes. Auf der Buchrückseite haben sich alle Entchen wieder im Heimatnest zusammengefunden. Ein schöner Abschluss!

Fazit ...
"10 gelbe Entchen" ist ein sehr süßes Büchlein für kleine Kinder. Es eignet sich zum Vorlesen oder zum Betrachten ohne Text. Erste Zahlenerfahrungen werden vertieft, und die Bilder sind äußerst detailliert und farbenfroh anzuschauen. Kinder lieben das kleine Buchformat! Es ist perfekt für zu Hause oder als Mitbringsel geeignet.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(152)

344 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 91 Rezensionen

liebe, liebesbriefe, briefe, jenny han, familie

To all the boys I’ve loved before

Jenny Han , Birgitt Kollmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.07.2016
ISBN 9783446250819
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eine Zeit lang, und auch heute noch, konnte man "To all the boys I've loved before" häufig in den Sozialen Netzwerken der Englischleser sehen. Die Meinungen waren überwiegend positiv, viele Leser sehr begeistert. Spätestens als das Buch auf Deutsch - mit gleichem Titel und dem wunderbaren Cover - erschien, war klar, dass ich es lesen möchte. Das Buch war anders als erwartet und trotzdem genau richtig.

Das Thema verspricht einiges an Turbulenz. Lara Jean schreibt Liebesbriefe an Jungs, für die sie schwärmt, schickt sie aber nicht ab. Doch plötzlich erreichen alle Briefe auf mysteriöse Weise ihre Empfänger. Welch ein Chaos! Und genau hier wunderte ich mich während des Lesens schon etwas, denn so chaotisch-turbulent wie gedacht wird es nämlich nicht. Stattdessen reagieren die Angesprochenen nämlich recht lässig, und Lara Jean verstrickt sich auch nicht irgendwelche Ausflüchte. Diese Offenheit nimmt zwar etwas Brisanz aus der Geschichte, ich persönlich fühlte mich damit aber immer sehr wohl, viel wohler als mit Lügengebilden.

Lara Jean ist eine ganz süße und herzliche Persönlichkeit - auf eine etwas verquere Weise, wie schon ihr Kindheitsfreund Peter feststellt. Sie ist leicht nerdig, aber sehr natürlich. Ihre Gedanken und Gefühle werden von der Autorin perfekt wiedergegeben. Sprachlich hat mich das Buch sehr entzückt. Es geht auch nicht nur um die Sache mit den Briefen, sondern um Lara Jeans Familie, ihre Beziehung zueinander und der Konfrontation mit Veränderungen, als z.B. die ältere Schwester auszieht.

Die Geschichte hat etwas ganz Eigenes und ist auf eine feine Art humorvoll. Dennoch hätte sie ruhig noch ein bisschen spritziger und offensiver sein dürfen. Wer die Briefe heimlich abgeschickt hat, war für mich nicht sehr überraschend. Hier hatte ich von Anfang an einen Verdacht, der sich auch bestätigte. Das machte aber gar nichts, denn das ist für die Geschichte nicht von Vor- oder Nachteil. Überraschend war dann aber, wie sich Lara Jeans Lovestory entwickelt. Die Geschichte geht nämlich in eine andere Richtung als angenommen. Sehr schön!
Wer offene Enden mit eigener Meinungsbildung mag, der kann "To all the boys I've loved before" als Einzelband lesen. Die Geschichte ist aber mittlerweile eine Trilogie und wird Anfang 2017 mit Band 2 fortgesetzt.

Das Fazit
"To all the boys I've loved before" ist ein zeitgenössischer Jugendroman zum Wohlfühlen und Eintauchen. Die Geschichte ist sehr ausgewogen, nicht so turbulent wie das Thema vermuten lässt, zudem leicht humorvoll und sprachlich top. Lara Jean verstrickt sich weniger in Liebeschaos als gedacht, hat dafür ein einprägsames Familienleben. Sie ist wirklich sehr süß und liebenswert, aber nicht kitschig. Das macht das Buch, neben einer gewissen Eigenheit, sehr natürlich. 4 von 5 Sternen vergebe ich hier.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Liebe Prinzessin, ich bin's, Dein Prinz!

Simak Büchel , Fides Friedeberg
Fester Einband
Erschienen bei Bohem Press, 20.07.2016
ISBN 9783959390347
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Es gibt wirklich viele schöne Bilderbücher. Unmöglich, selbst als großer Bilderbuchfan, alle zu entdecken. Das Angebot ist einfach zu groß. Besonders schöne Bilderbücher erscheinen bei Bohem Press. Hier findet man echte Besonderheiten, die Kunst und Kindergeschichten auf reizvolle Art miteinander verbinden. Ein einzigartiges Bilderbuch ist "Liebe Prinzessin, ich bin's, Dein Prinz". So einzigartig, dass unsere Kinder um das erste Anschauen stritten. Man muss es einfach erleben.

Beim ersten Durchblättern entfuhr mit ein verblüffter Ausruf. Dieses Bilder! Sie beeindrucken durch extreme Detailverliebheit und das große Format, umfassen ein breites Spektrum an thematischen Welten. Die Prinzessin läuft mit dem vergessenen Schwert und ihrem Gepäck durch Wälder, Berge, Unterwasserlandschaften, Städte und noch viel mehr, bis sie bei der Burg des Prinzen ankommt. Jede Doppelseite ist eine Welt für sich und hat etwas von einem Wimmelbild. Zusammen erzählen sie eine fortlaufende Geschichte. Die Zeichnungen sind so dargestellt wie Kinder die Welt sehen - mit viel Fantasie. Sie wirken einfach, sind aber sehr umfangreich und intensiv.

Die Geschichte vereint alles. Sie ist altertümlich, zeitgenössisch und futuristisch zugleich. Der Text ist spannend und lustig, hat aber auch etwas Lyrisches, nicht Alltägliches, und verwendet auffällige Begriffe. Im Gegensatz zum recht kurzen Text laden die Doppelseiten zum langen Verweilen ein. Bis die Prinzessin beim Prinzen ankommt, wird auf jeder Seite von 10 abwärts gezählt und die Dinge, die die Zahlen betreffen, dazu erwähnt. So entsteht ein Zähl- und Suchspaß.
Am Ende erleben Kinder eine kleine Überraschung, bei der sie das Buch noch einmal Revue passieren lassen und zurückblättern. Danach wird es gleich ein zweites, drittes, viertes Mal angeschaut.

Fazit ...
"Liebe Prinzessin, ich bin's, Dein Prinz" ist wunderschön und einzigartig. Das Konzept der Geschichte ist großartig, die Umsetzung eine Aneinanderreihung von Besonderheiten. Sprachliche Poesie findet man hier genauso wie raffinierte Details und ungewöhnliche Themenwelten. Die Kinder haben sich während dem ersten Anschauen und Vorlesen gestritten, jeder wollte das Buch näher bei sich haben, um es ganz genau zu betrachten. Verständlich, ich hätte am liebsten mitgestritten.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(93)

417 Bibliotheken, 31 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, marie lu, young elites, magie

Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolche

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 16.01.2017
ISBN 9783785583531
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Autorin Marie Lu hatte mich vor ein paar Jahren mit ihrer Legend-Trilogie begeistert. Ich weiß noch wie heute, welch emotionales und teilweise überwältigendes Lesegefühl ich damals hatte. Erstmals bekam ein Mittelband den Lieblingsbuchstatus von mir. Verständlich also, dass der erste Band ihrer neuen Trilogie von mir heiß ersehnt wurde. "Young Elites: Die Gemeinschaft der Dolche" hat wirklich etwas ganz Eigenes an sich. Und während des Lesens war ich zwar angetan, aber auch zwiegespalten. Jetzt, wenn ich das Buch differenziert Revue passieren lasse, zeigen sich die die Besonderheiten der Geschichte sehr deutlich.

Schon auf den ersten Seiten registriert man die hochwertige und sehr passend gewählte Sprache. Immer wieder ist sie mit gut platzierten Betonungen ausgestattet, die mich stark in die Erzählung Adelinas hineinzogen.
Die Geschichte spielt in einer eigenen Fantasy-Welt. Zusammen mit der Weltkarte, hat diese einen ausdrucksstarken Touch, wirkte auf mich altertümlich-aristokratisch mit einem Hang zum Luxus und italienischem Flair. Diese Mischung macht großen Spaß. Gleichzeitig ist die Welt aber auch sehr gewalttätig und intrigant. Menschen mit den Zeichen eines Malfettos sind der Willkür und Brutalität der Inquisition ausgesetzt. Verständlich, dass die Gemeinschaft der Dolche, ein Zusammenschluss elitärer Malfettos, daran etwas ändern möchte. Doch auch deren Verhalten und angestrebte Machtwechsel sind zwielichtig und gewalttätig.

Bei Hauptprotagonisten Adelina war ich hin- und hergerissen. Vordergründig kann sie einem wirklich leid tun. Wie Personen, allen voran ihr Vater, mit ihr umgehen ist nicht fair und schwer zu ertragen. Das hinterlässt ein beklemmendes Gefühl und zeigt, in welche Umstände Menschen mit Makeln gedrängt werden. Anfangs wirkt Adelina noch schüchtern und unsicher, auch wankelmütig. Dennoch hat sie ein rebellisches Wesen, verstrickt sich in Lügen und Geheimnisse. Sie umgibt eine Dunkelheit, anfangs noch schwach, die mit der Zeit immer stärker wird und wächst. Adelina erfreut sich am Leid, das sie anderen zufügen könnte oder kann, und sie verlangt nach Rache. Damit hat die Autorin eine Protagonistin geschaffen, die sich zur Superschurkin entwickeln könnte.

"Young Elites: Die Gemeinschaft der Dolche" beginnt sehr interessant und ist wunderbar zu lesen. Es gibt aber durchaus Abschnitte, die etwas Durchhaltevermögen verlangen. Mir persönlich waren die Fantasyparts und ihre Auslegung zuweilen etwas zu üppig. Sehr atemberaubend, in eine unerwartete Richtung gehend, wird die Geschichte im letzten Drittel des Buches. Nach diesem Ende erwarte ich für die Folgebände Großes.

Das Fazit
"Young Elites: Die Gemeinschaft der Dolche" ist ein Buch, das auf eine ganz eigene Art mitreißt und noch lange in Gedanken ist. Das hat mir sehr gut gefallen. Es folgt keinem gängigen Schema, keinem klassischen Lovestoryplot, und die Protagonisten sind hier mal nicht lieb und anständig und auch nicht klar in Gut und Böse unterteilt. Die Richtung, die die Geschichte einschlägt, weiß zu überraschen und verspricht eine Entwicklung, die sehr fesselnd sein wird. Für Fans phantastischer Jugendbücher ist "Die Gemeinschaft der Dolche" der Beginn einer Muss-Reihe! 4 von 5 Sterne von mir.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

jugendbuch

Dazwischen: Ich

Julya Rabinowich
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 22.08.2016
ISBN 9783446253063
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Julya Rabinowich hat für ihren ersten Jugendroman ein brandaktuelles Thema gewählt. Sie erzählt von Madina, einem 15-jährigen Flüchtlingsmädchen, das mit seiner Familie in einem sicheren Land angekommen ist. Die Familie ist erleichtert, wird aber gleichzeitig vor ganz neue und ungewohnte Herausforderungen gestellt. Und die Autorin muss es wissen, denn sie ist als kleines Mädchen ebenfalls mit ihrer Familie emigriert. Wie authentisch und empfindsam Madinas Geschichte erzählt wird, hat mich während des Lesens immer wieder auf's Neue überrascht.

Aus welchem Land Madina und ihre Familie stammen, weiß der Leser nicht. Man kann es sich aber (leider!) sehr bildlich vorstellen. Auch das Ankunftsland wird nicht namentlich erwähnt, nur, dass es sich um ein sicheres Land in Europa handelt. Anhand von Kleinigkeiten in der Geschichte, wie eine Bergwanderung, Behördengänge oder den Schulalltag, kann man sich aber auch hier schnell festlegen.
Erzählt wird die Geschichte von Madina selbst. Wie ihre ganze Familie freut sie sich in Sicherheit zu sein, möchte für immer bleiben und sieht in dem neuen Land ihre Zukunft. Darum lernt sie fleißig die fremde Sprache, um sich gut verständigen zu können. Damit sind die Probleme aber nicht gelöst. Denn Madina erfährt nicht nur Ablehnung und Ungerechtigkeiten, sie wird auch verantwortlich für die gesamte Kommunikation ihrer Familie gegenüber Behörden und im Alltag. Obwohl sie positiv in die Zukunft schauen will, bleiben ihre Eltern hinter ihr zurück. Der Vater schottet sich frustriert ab, die Mutter schweigt hilflos und das Verhältnis zu ihrem kleinen Bruder ist konfliktreich.

Alle warten hier. Niemand hat etwas anderes zu tun. Bis der Startschuss zum Hierbleiben fällt. Dieses Warten ist so schwerelos wie Gegenstände im Weltraum. Kein Boden. Kein Oben, kein Unten. Die Erwachsenen kreisen um sich selbst, weil einfach nichts anderes da ist. Alle die noch nicht volljährig sind, haben es leichter. Wir dürfen etwas. Wir tun etwas. Die Erwachsenen kreisen um sich selbst, und wir sind Kometen, die zwischen Schule und Kindergarten und dem großen Warten hin- und herziehen. Das hilft. - S. 29

Im Buch geht es nicht nur um die offensichtlichen Schwierigkeiten einer Flüchtlingsfamilie nach ihrer Ankunft. Es geht um Ängste, die Verarbeitung von großem Leid, und um das Bewusstsein kultureller Unterschiede zwischen zwei völlig unterschiedlichen Ländern. Vor allem aber geht es um Madinas Ansichten, um ihre Gefühle. Sprachlich einzigartig und wunderbar speziell, entwickelt sich die Geschichte überraschend, vielleicht nicht immer verständlich, und auch tragisch. Madina wird regelrecht gezwungen über sich hinauszuwachsen und sich vom konventionellen Denken ihrer Familie zu lösen. Das Ende ist zielgerichtet und willensstark. Es stimmt nachdenklich und lässt das Buch noch lange nachklingen.

Fazit
"Dazwischen: ich" ist ein Goldstück der authentischen Jugendliteratur. Das Buch öffnet die Augen für Dinge, die oft außerhalb der persönlichen Komfortzone liegen. Um die sich Menschen wie du und ich keine Gedanken machen müssen. Die Geschichte ist sehr bewegend, mit großartigem Ausdruck und in einer exzellenten Sprache erzählt. Dabei ist sie nicht wertend und lässt Raum für eine eigene Meinungsbildung.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(162)

435 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 90 Rezensionen

fantasy, sabaa tahir, jugendbuch, elias, laia

Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht

Sabaa Tahir , Barbara Imgrund
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.11.2016
ISBN 9783846600382
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Sabaa Tahirs spannender Reihenauftakt "Die Herrschaft der Masken" endete an einem entscheidenden Wendepunkt der Geschichte. Das Warten auf den Nachfolgeband glich einer Tortur. Folglich wurde dieser sehnlichst erwartet, kommt nun mit gleichem Umfang und viel Potenzial daher. Enttäuscht wird man nicht. "Eine Fackel im Dunkel der Nacht" überzeugt und entwickelt einen Lesesog, der einen das Buch nur schwer zur Seite legen lässt.

Verständlicherweise benötigt dieser zweite Band etwas Einlesezeit, sollte das Lesen des ersten Bandes schon länger zurückliegen, bis man wieder vollkommen in die Geschichte eintauchen kann. Es gibt keine ausschweifenden Wiederholungen und Erklärungen. Darum gilt es, die komplexe Herrschaftsstruktur und intriganten Machtverhältnisse neu zu ordnen und sich als Leser daran zu erinnern. Mit einigen Andeutungen gelingt es der Autorin jedoch schnell zu fesseln, die Geschichte wird so präsent wie nie.
Die Reihe auf ein Genre festzulegen ist schwierig. Man kann von einer High Fantasy-Geschichte ausgehen, aber auch dystopische Elemente sind hier zu finden.

"Lass nicht zu, dass die Verzweiflung dich übermannt." Cains Stimme wird weich. "Bleib deinem Herzen treu, und du wirst dem Imperium gut dienen."
Immer das Imperium. "Was ist mit Elias? Was ist mit mir?"
"Elias' Schicksal liegt in seinen eigenen Händen. Komm jetzt, Blutgreif." Cain hebt eine Hand an meinen Kopf, als wollte er mich segnen. "Das bedeutet es, an etwas zu glauben das größer ist als man selbst." - S. 112/113


"Eine Fackel im Dunkel der Nacht" ist im Grunde eine ganze typische Reise-Geschichte, in der - unter großen Gefahren und Entbehrungen - ein Land durchquert werden muss, um an ein Ziel zu kommen, bzw. einen Auftrag zu erfüllen. Und das liest sich einfach toll! Elias und Laia sind auf dem Weg, um Laias Bruder zu befreien. Was sie unterwegs erleben, ist an Spannung kaum zu überbieten und außerdem sehr abwechslungsreich. Jeder der beiden Hauptcharaktere hat wieder seine eigene Perspektive und erzählt diese in der Ich-Form.
Neu hinzugekommen ist die Perspektive von Helena, die nun der neue Blutgreif des Imperators, und damit zu Elias' Feindin geworden ist. Es wird überraschen, dass mit dem Titel des Buches Helena gemeint ist, und nicht etwa einer der Hauptcharaktere. Ihre Gefühle sind fast unmittelbar greifbar, da sie ständig zwischen der Treue und den grausamen Befehlen des Imperiums und ihrer Verbundenheit zu Elias schwankt. Helenas Passagen entwickeln sich schnell zu den heiß erwarteten Szenen in der Geschichte.

Seine Augen sind unergründlich traurig, als er mein Kinn anhebt. "Die meisten Menschen," sagt Cain, "sind nichts als Fünkchen in der großen Dunkelheit der Zeit. Aber du, Helena Aquilla, bist kein rasch verglühender Funke. Du bist eine Fackel im Dunkel der Nacht - wenn du den Mut hast zu brennen." - S. 305

Die Geschichte liest keinesfalls nebenbei und erfordert viel Aufmerksamkeit. Dafür ist sie äußerst spannend und garantiert ein filmreifes Leseerlebnis. Vieles ist hart und grausam. Bei einigen Stellen bleibt es nicht aus, dass sich das Leserherz schmerzhaft zusammenzieht, um dann wieder überrascht oder erschreckt zu werden.
Das Buch endet nicht so offen wie der Vorgänger, die Handlung wird zu einem akzeptablen Zwischenergebnis gebracht. Eine erneute Tortur ist das Warten auf den dritten Teil dennoch.

Das persönliche Fazit
"Elias & Laia: Eine Fackel im Dunkel der Nacht" erforderte anfangs meine erhöhte Aufmerksamkeit, bis ich mich wieder in die Geschichte eingelesen hatte. Danach hat mich das Buch geradezu verschlungen. Dieser zweite Band gefiel mir fast noch besser als Band 1. Die Handlung ist unglaublich spannend, die Geschichte der Reise abwechslungsreich und überraschend. Waren die Charaktere schon immer überzeugend, steigern sie sich hier nochmals oder man lernt sie neu und anders kennen. Schon jetzt hinterlässt die Reihe das Gefühl eines kleinen (oder auch großen) Epos. Unbedingt lesen - 5 Sterne!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(73)

197 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

worte für die ewigkeit, montana, indianer, liebe, liebesroman

Worte für die Ewigkeit

Lucy Inglis , Ilse Rothfuss
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.09.2016
ISBN 9783551520876
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Worte für die Ewigkeit" eilte ein gewisser Ruf voraus. Das Buch wurde von der Romantic Novelist Association mit der besten Liebesgeschichte des Jahres ausgezeichnet. Und obwohl ich wusste, dass es um zwei Geschichten, bzw. zwei Liebespaare geht, konnte ich nicht ermessen, mit welcher Art von Roman ich es zu tun haben würde. "Worte für die Ewigkeit" ist ein wunderschöner Roman, dessen fesselnde und völlig unverkitschte Liebesgeschichte(n) lange im Gedächtnis bleiben werden.

Zu allererst geht es um Hope, die in London lebt. Aufgrund der Forschungsarbeit ihrer Mutter, soll sie einen Sommer im amerikanischen Staat Montana verbringen. Die Einsamkeit einer Ranch ist für Hope nicht sehr motivierend, und nur ihrer Mutter zuliebe möchte sie der Sache eine Chance geben. Auf der Ranch begegnet Hope dann Cal, der ihr Leben verändern wird.
Gleichzeitig geht es nochmals um eine Reise nach Montana, oder besser gesagt, um eine Durchreise. Diesmal im Jahre 1867, als Emily auf dem Weg zu ihrem Ehemann ist, dem Besitzer einer Eisenbahngesellschaft, den sie noch nie im Leben gesehen hat. Als ihre Kutsche und der Begleittrupp verunglücken, wird Emily von Nate gerettet, der sie aus ihren starren Konventionen herausholt und ihr zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt.
"Worte für die Ewigkeit enthält also zwei eigenständige Geschichten. Was diese miteinander zu tun haben, außer dem wilden und ursprünglichen Staat Montana, ahnt man anfangs noch nicht. Sie besitzen eine unheimlich schöne und emotionale Verbindung.

"Wie heißen Sie?"
"Emily. Forsythe."
Du hast mir die Hand hingehalten. "Nate".
Ich nahm sie, senkte jedoch den Kopf, eingeschüchtert von dir, von deiner Wildheit. Eine dicke Haarlocke fiel mir ins Gesicht. Du hast deine Hand ausgestreckt und sie zurückgestrichen. "Und wie fühlen Sie sich jetzt?"
Ich zuckte die Schultern, denn deine Berührung brachte mich aus der Fassung - ein unschickliche Geste. - S. 95


Die Geschichten werden im Wechsel erzählt. Während die zeitgemäße Geschichte - um Hope und Cal - in der dritten Person erzählt wird, wählt die Autorin für die historische Geschichte - mit Emily und Nate - die Ich-Form. Zusätzlich erzählt Emily so, als würde sie Nate direkt ansprechen, also mit Du-Botschaften. Das hat einen Sinn und macht diese Parts sehr besonders, vor allem gefühlvoll und persönlich.
Es ist definitiv so, dass "Worte für die Ewigkeit" sofort fesselt. Beide Geschichten sind gleichermaßen interessant, lesen sich eigenständig schon wunderbar, und entwickeln gemeinsam einen Lesesog, der nicht mehr loslässt. Ich konnte das Buch stellenweise nicht zur Seite legen. Obwohl sich historische Geschichten mein Interesse normalerweise härter verdienen müssen, muss ich zugeben, dass ich die Erzählung im Montana des 19. Jahrhunderts mit der Zeit einen Tick lieber las. Emily und Nate haben mich stark berührt und emotional für sich eingenommen. Vor allem am Ende, als ich zwar eine Wendung erwartete, mich diese dann jedoch sehr bewegend erwischte.
Die Auswirkungen, die Emilys Geschichte auf Hopes Leben hat, sind sehr überwältigend. Das Buch hat einen runden und sentimentalen Schluss.

Fazit
Ein Buch ist dann ein Herzensbuch, wenn die Geschichte mich während des Lesens fesselt und emotional mitnimmt und der Klos im Hals zurückkommt, sobald ich sie nochmals Revue passieren lasse. "Worte für die Ewigkeit" ist ein perfektes Buch! Wunderschön geschrieben, total einnehmend und tief berührend. Das darf man nicht verpassen, ich bin völlig hingerissen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(26)

70 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

weihnachten, auf den ersten blick, kurzgeschichten, reihen-bände, liebe

Auf den ersten Blick

Stephanie Perkins , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Arena, 08.09.2016
ISBN 9783401601830
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Autorin Stephanie Perkins hat ein Weihnachtsbuch herausgebracht. Ein sehr besonderes. Dafür hat sie elf namhafte Autoren um sich versammelt (u.a. Holly Black, Gayle Forman, Jenny Han, David Levithan, Laini Taylor), die alle eine Geschichte zum Buch beisteuerten. Heraus kam eine Weihnachtsanthologie voller jugendlicher Kurzgeschichten über die Liebe, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eines haben sie jedoch gemeinsam; sie vermitteln dieses wunderbare, ganz spezielle Gefühl, dass das Lesen in der Weihnachtszeit besonders schön macht.

Es ist wunderbar, wenn Geschichten den Leser sofort begeistern können. Den Storys in "Auf den ersten Blick" gelingt das fast schon spielerisch. Einige bestechen durch eine beachtenswerte Sprache oder durch das Thema. Bei anderen hat man das Gefühl mit den Protagonisten schon eine Ewigkeit verbracht zu haben, ungeachtet der Tatsache, dass es sich um eine Kurzgeschichte handelt, die man gerade liest. Auf wieder andere trifft der Spruch 'In der Kürze liegt die Würze' genau zu. Denn sie sind schnell erzählt und dadurch genau richtig lang, bzw. kurz.
Natürlich trifft nicht jede Geschichte komplett den persönlichen Geschmack, schlecht sind sie deswegen aber nicht. Vor allem die phantastischen Geschichten wirken zuweilen etwas seltsam, weniger zuträglich als die zeitgenössischen Erzählungen. Auffällig ist, dass alle Geschichten besonders gefühlvoll geschrieben sind. Die Autoren verstehen ihr Handwerk. Man lacht, ist amüsiert oder traurig und wird nicht selten emotional.

Man fühlt sich unwillkürlich ein bisschen fett, wenn der eigene Freund einen bittet, Santa Claus zu spielen. [...]
"Ich meine es ernst", sagt Connor. Er meint so selten etwas ernst, dass er es extra betonen muss. "Dieses Weihnachten ist vielleicht das letzte Mal, dass Riley noch an Santa glaubt. Wenn ich mich als Santa verkleide, merkt sie es sofort. Also musst du es machen. Ich wüsste nicht, wer sonst." - S. 175, "Aushilfs-Santa" von David Levithan


Da die Geschichten keinen direkten Bezug zueinander haben, jede steht thematisch vollkommen für sich alleine, muss man beim Lesen keine besondere Reihenfolge beachten. Damit eignet sich das Buch gleichermaßen für das zelebrierte Lesen in der Weihnachtszeit (z.B. jeden Abend eine Geschichte, die Lieblingsgeschichte vielleicht auch mehrmals), sowie für das Lesen zwischendurch - zu Hause, im Wartezimmer oder in Bus und Bahn. In jedem Fall verfehlt keine Geschichte ihre Wirkung. Ein optisches Highlight ist das Buch mit Goldprägung und pinkfarbenem Buchschnitt allemal. Das macht "Auf den ersten Blick" zu einem wunderbaren Begleiter im letzten Monat des Jahres.

Das persönliche Fazit
"Auf den ersten Blick: Jede große Liebe hat ihre Geschichte" wurde zu meinem persönlichen Buchschatz der Weihnachtszeit. (Beinahe) jede der zwölf Kurzgeschichten traf bei mir ins Schwarze. Selbst die ungewöhnlicheren unter ihnen haben das gewisse Etwas und vermitteln eine wunderbar besondere Stimmung. Ich habe viel geschmunzelt, habe mich aufrichtig gefreut oder war sehr berührt. Wer eine belesene, weihnachtliche Begleitung für den Dezember sucht, sich so richtig schön in Weihnachtsstimmung versetzten will, sollte hier sofort zugreifen. Ich möchte das Buch nicht mehr missen. 5 Sterne!

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(27)

83 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

wald, reiter, dorf, gott, sekte

Ada. Im Anfang war die Finsternis

Angela Mohr
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Arena, 31.07.2015
ISBN 9783401601120
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Ada" ist eine realistische Geschichte, was ich aufgrund des düsteren und geheimnisvollen Buchäußeren nicht unbedingt erwartet hätte. Es hat etwas sehr Anziehendes, das Buch, und verfehlt seine Wirkung nicht. Was sehr interessant und auch mysteriös beginnt, wird zu einer Handlung, bei der man sich mehrmals fragt, ob die Protagonisten im falschen Film gelandet sind. Und genau so ist es wohl.

Luca hat große familiäre Probleme. Seine Mutter und er leben in dauernder Angst vor dem gewalttätigen Vater. Als ihnen endlich die Flucht gelingt, und sie nicht wissen, wohin sie gehen sollen, stehen ihnen sofort liebe Menschen zur Seite. Hilfsbereit bieten sie an, Luca und seine Mutter in einem Dorf, versteckt im Wald, unterzubringen. Um nicht wieder zum Vater zu müssen, und weil seine Mutter sehr fasziniert von den freundlichen Fremden ist, willigt Luca ein und nimmt sogar das seltsame strenggläubige Leben dort in Kauf.
Ada kennt nur das Leben im Dorf. Hier fühlt sie sich sicher und geborgen. Die Gemeinschaft mit Gott und den Dorfbewohnern, ihre streng definierten Aufgaben und Meinungen, geben ihr Halt. Aufkommende Zweifel kämpft Ada sofort nieder. Als Luca ins Dorf kommt und Ada manches in Frage stellt, gerät sie ins Visier der Ältesten.

Angela Mohr schreibt mit eindringlicher Passion über ein Thema, das aufwühlt, an die Seiten fesselt, und in vielen Lesern Unverständnis hervorrufen wird. Das soll es auch, denn das Szenario ist realistisch und benötigt dringend Aufklärung. Ein positiver Nebeneffekt des belletristischen Romans. Es beginnt noch recht harmlos, seltsam zwar, aber eventuell zu tolerieren. Bis dann klar wird, was wirklich hinter dem Dorf, und den dort praktizierten Lehren, steckt. Ich war dankbar für Luca, der sich, auch wenn er einen äußerst schwierigen Hintergrund hat, als verlässliche und hinterfragende Konstante entpuppt.

Gegen Ende kommt recht viel zusammen. Fragen werden geklärt, Mysterien gelöst und Dinge aufgedeckt. Jedoch geht das schnell und bleibt zuweilen etwas vage. Da der Roman im Mittelteil mehr in die Tiefe geht, hätte ich am Ende gerne noch von den Verantwortlichen gelesen, bzw. mehr erlebt, statt Situationen erzählt zu bekommen. Hier könnte man locker noch ein weiteres Buch anhängen. Dennoch kann man mit dem Ende leben, die Geschichte hat einen hoffnungsvollen und aussichtsreichen Schluss.

Zusammengefasst:
"Ada: Im Anfang war die Finsternis" ist ein mitreißender, toll geschriebener Roman, dessen realistische Umsetzung für Gänsehaut sorgt und nicht selten erschreckt. Es ist schon unheimlich, was Menschen bereit sind zu glauben, bzw. was ihnen suggeriert werden kann. Die Charaktere sind erstklassig dargestellt, man kauft ihnen jede Gefühlsregung ab. Auch wenn das Ende etwas überladen daherkommt, kann man den Schluss so stehenlassen, denn er ist positiv aussichtsreich. Das Buch ist ein Erlebnis, das nachwirkt.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(371)

1.034 Bibliotheken, 32 Leser, 2 Gruppen, 207 Rezensionen

dystopie, flawed, jugendbuch, cecelia ahern, fehlerhaft

Flawed – Wie perfekt willst du sein?

Cecelia Ahern , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 29.09.2016
ISBN 9783841422354
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Cecelia Ahern gehört zu den bekanntesten Autorinnen der Welt. Ihre (Liebes)-Romane sind voller Gefühl und überall geschätzt. Mit "Flawed" erscheint nun ihr erstes Jugendbuch, oder besser All Age-Roman, dessen dystopische Geschichte in einem weiteren Folgeband zu Ende geführt wird. Das Buch liest sich treibend, fesselnd und einfach großartig. Das realisiert man spätestens, wenn man "Flawed" nach den ersten Kapiteln nicht mehr zur Seiten legen kann.

Leser von Jugend-Dystopien ist deren Schema bekannt. In einer nicht allzu fernen Zukunft stellt sich eine (meist) weibliche Hauptprotagonistin gegen ein unterdrückendes System. Das ist bei "Flawed" ganz ähnlich. Und doch hat das Buch etwas, das einen während des Lesens nicht mehr loslässt. Celestine gerät als vorbildliche Bürgerin ins Visier der Gilde, einer ehemals temporären Regierungsinstitution, die Menschen der Gesellschaft verhört und brandmarkt, die sich moralisch oder ethisch falsch verhalten haben. Das ist genauso grausig wie es sich anhört. Die Geschichte besticht weniger durch Aktion, vielmehr durch Szenen, die eine Gänsehaut verursachen oder für Entsetzten sorgen. Das erzeugt oftmals eine Spannung, die kaum auszuhalten ist.

Mir ist klar, dass Dad mir helfen will, aber ich kann nicht umhin, mich zu fragen, was er von mir will. Bisher bestand der Plan darin, zu lügen.
Wenn ich nicht für fehlerhaft gehalten werden will, muss ich den alten Mann im Bus verraten.
Wenn ich mir selbst treu bleiben will, werde ich als fehlerhaft verurteilt. - S. 144

Die Geschichte ist sehr linear aufgebaut. Als Leser begleitet man Ich-Erzählerin Celestine, nahezu ohne Sprünge oder Rückblicke. Teilweise wirken Celestines Ausführungen durch wenige Dialoge wie ein Bericht. Man ist durchweg gut informiert. Viele Kapitel enden mit einem Zwischencliffhanger, der im nächsten Kapitel aber unmittelbar aufgelöst wird. Das hält die Spannung hoch und nötigt regelrecht zum Weiterlesen.
"Flawed" ist gut durchdacht, kleine Unstimmigkeiten findet man aber auch hier. So gehen die überzogenen Gesetze und Strafen im Buch manchmal nicht komplett Hand in Hand mit der eigenen Auslegung, bzw. hätten noch etwas genauer definiert sein können. Aktionen und Gespräche verlaufen am Ende schneller und unrealistischer als zu Beginn. Wenn eine Geschichte jedoch so sehr fesselt wie hier, sind diese gesuchten Differenzen für das Leseerlebnis nicht relevant.
Das Buch endet an einem entscheidenen Wendepunkt. Zum Glück ist der Folgeband "Perfect: Willst du die perfekte Welt?" bereits erschienen.

Das persönliche Fazit
"Flawed: Wie perfekt willst du sein" ist sicherlich nicht perfekt. Oder vielleicht doch - denn es liest sich perfekt! Es ist eines der Bücher, die mich komplett und völlig vereinnahmt und gefesselt haben. Obwohl hier die Grundmuster so mancher Dystopie verarbeitet werden, wurde ich von der Geschichte mitgerissen und emotional sehr aufgewühlt, war fassungslos und extrem empathisch. Kleine Schwächen werden nicht als solche wahrgenommen. Genau so sollte sich das Lesen anfühlen. 5 Sterne!

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

weihnachten, hummel, kinderbuch, familie, geschenke

Die kleine Hummel Bommel feiert Weihnachten

Britta Sabbag , Maite Kelly , Joëlle Tourlonias
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 18.10.2016
ISBN 9783845816456
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Die kleine Hummel Bommel" hat sich ins Herz vieler Kinder und erwachsener Vorleser geschlichen. Ihre Geschichte ist sehr liebenswert und vermittelt eine wertvolle Grundaussage. Ab dem ersten Bilderbuch begann - zurecht - die Erfolgsgeschichte der freundlichen Hummel. Mit "Die kleine Hummel Bommel feiert Weihnachten" erscheint nun eine besonders schöne Weihnachtsgeschichte. Kinder erleben eine völlig neue Geschichte, treffen aber natürlich auch auf alte Bekannte. Das Weihnachtsbilderbuch kann aber vollkommen eigenständig, ohne Vorkenntnisse, gelesen werden.

Nachdem der Tag so verheißungsvoll startete, schließlich steht das große Weihnachtsfest vor der Tür, ist die kleine Hummel Bommel nun sehr verunsichert. Bei jedem der Freunde, die sie besucht hat, ist etwas schief gegangen. Krankheit, verbrannte Plätzchen, keine Ideen für eine Weihnachtsrede und ein mickriger, schiefer Weihnachtsbaum trüben die Vorfreude. Ob das Fest so überhaupt stattfinden kann? Am Ende erkennen alle jedoch, dass es an Weihnachten auf etwas ganz anderes ankommt. Am wichtigsten ist der Zusammenhalt untereinander und die Freude aneinander.

Mit einer fröhlichen und mutmachenden Aussage setzt "Die kleine Hummel Bommel feiert Weihnachten" ein Zeichen für ein hochwertiges Weihnachtsbilderbuch. Die Zeichnungen von Joëlle Tourlonias sind wunderbar. Sie sind äußerst niedlich und spiegeln die Stimmung im Buch perfekt wider. Kinder fiebern auf jeder Seite mit oder erkennen sich in Alltagssituationen wieder. Vorfreude und Aufregung, aber auch Sorge und Erleichterung sind deutlich spürbar.
Am Ende findet man sogar das Rezept für Marie Marienkäfers Honigkekse, eine schöne Ergänzung für die Weihnachtszeit. Da kann ich mich dem Bilderbuch nur anschließen: Hummelige Weihnachten allerseits!

Fazit ...
Ich mag den besonders niedlichen Charme, den alle Bilderbücher der kleinen Hummel Bommel gemeinsam haben. "Die kleine Hummel Bommel feiert Weihnachten" ist ein Weihnachtsbilderbuch mit einer lebensnahen Geschichte, die Zusammenhalt verdeutlicht und den Blick auf das Wichtigste des Weihnachtsfestes lenkt: Gemeinschaft und geteilte Freude. Alleine darum ist es ein sehr empfehlenswertes Weihnachtsbilderbuch!

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Fröhliche Weihnachten

Ruth Rahlff , Miriam Cordes , Jörg Hilbert , Dorothea Tust
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551183699
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Hausbücher mit Geschichtensammlungen mögen wir zur Weihnachtszeit besonders gerne. Denn damit lässt sich viel und gemütlich Zeit verbringen. "Fröhliche Weihnachten" ist ein Kinderbuchschatz mit über 40 Leckereien fürs Auge. Zum Genießen, Suchen, Lachen und Fröhlich sein.

"Fröhliche Weihnachten" ist zuallererst einmal sehr bunt. Die Geschichten hat Ruth Rahlff zum Buch beigesteuert, diverse Illustratoren (u.a. Miriam Cordes, Dorothea Tust, Katja Mensing, Outi Kaden und Jörg Hilbert) die passenden Bilder dazu kreiert. So kam eine bunte Mischung zusammen, die Kindern großen Spaß macht. Die Geschichten sind im Durchschnitt etwa zwei bis vier Doppelseiten lang, können auch mal gut zwischendurch oder als Gutenachtgeschichte gelesen werden. Am besten macht man es sich aber mit dem Buch auf den Sofa bequem und verbringt gemeinsam fröhliche Lesestunden. Im Buch findet man etwas für jeden Geschmack. Viele Geschichten sind lustig, andere besinnlich oder ausgefallen.

Neben den Geschichten enthält "Fröhliche Weihnachten" alles, was die Adventszeit noch schöner macht. Das ist zum Beispiel ein kurzer Comic oder ein witziges Gedicht. Sehr gut gefallen den Kindern die Wimmel- bzw. Suchbilder. Und eine echte Besonderheit sind die Tagebucheinträge des Weihnachtsmanns, die durch das ganze Buch begleiten.
Damit kann das Buch ein ständiger Begleiter in der Weihnachtszeit werden. Es enthält eine tolle Mischung und gefällt Mädchen und Jungen gleichermaßen.

Fazit ...
Bei "Fröhliche Weihnachten" ist der Name Programm, denn es ist vor allem eines - fröhlich! Das Buch besteht aus einer ansprechenden Mischung bunter und thematischer Vorlesegeschichten, die mit vielen freundlichen Bildern geschmückt sind. Dazu kommen Besonderheiten wie Suchbilder und Rätsel, Briefe ans Christkind und Tagebucheinträge des Weihnachtsmannes. Mit diesem Hausbuch haben Kinder die ganze Weihnachtszeit über viel Spaß!

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Der Nussknacker

E.T.A. Hoffmann , Lisbeth Zwerger , Koppe Susanne
Fester Einband: 40 Seiten
Erschienen bei NordSüd Verlag, 26.09.2016
ISBN 9783314103544
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Der Nussknacker" (oder auch "Nussknacker und Mausekönig") ist wohl eine der bekanntesten Erzählungen von E.T.A. Hoffmann. Berühmt wurde das Weihnachtsmärchen durch Tschaikowskis Ballett und ist schon lange ein Klassiker. Sprachlich ist die originale Geschichte durchaus anspruchsvoll. Darum wurde sie in dieser Ausgabe von Susanne Koppe kindgerecht nacherzählt. So kommen auch schon jüngere Kinder in den Genuss dieses Weihnachtsklassikers.

Die Geschichte ist in einzelne Kapitel unterteilt. Diese sind zwar nicht lang, aber der Text ist viel umfangreicher als bei einem gängigen Bilderbuch. Dadurch ist "Der Nussknacker" eine Mischung aus Bilderbuch und Vorlesegeschichte. Sie eignet sich wunderbar zum täglichen Vorlesen in der Adventszeit. Da können es dann ruhig auch mal zwei Kapitel hintereinander sein. Die Altersempfehlung ab 4 Jahren erscheint mir persönlich etwas zu jung. Ich würde das Buch ab dem letzten Kindergartenjahr empfehlen.

Die Bilder in "Der Nussknacker" sind von Lisbeth Zwerger. Sie wirken minimalistisch reduziert, sind aber in ihrer Ausführung bei genauer Betrachtung sehr detailliert. Sie haben etwas von großer Kunst und faszinieren sehr. Kinder können sie immer wieder betrachten. Während dem Vorlesen der Geschichte entfaltet sich ihre Wirkung komplett. Zusammen mit dem wunderbar nacherzählten Märchen, machen sie "Der Nussknacker" zu einem Weihnachtsbuchtipp für Kinder.

Fazit ...
Ich habe schon mehrere Ausführungen von E.T.A Hoffmanns bekanntem Klassiker in den Händen gehabt. "Der Nussknacker" ist eine Ausgabe gemacht für Kinder, aber originalgetreu nacherzählt. Das Bilderbuch hat wundervoll kunstvolle Bilder, die das Weihnachtsmärchen gekonnt in Szene setzen. Durch den umfangreicheren Text eignet sich die Geschichte bestens als fantasievolle Vorlesegeschichte in der Weihnachtszeit. Ein Klassiker-Tipp!

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

weihnachten, skandinavien, wunschzettel, weihnachtsmann, weihnachtsgeschichte

Ein wunderbarer Weihnachtswunsch

Lori Evert , Per Breiehagen , Tanya Stewner
Fester Einband: 48 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.09.2016
ISBN 9783737354004
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Von Autorin Lori Evert und Fotograf Per Breiehagen, den Eltern der Anja im Buch, erschien 2014 das Bilderbuch "Die wunderbare Weihnachtsreise". Schon als Kind hatte ich eine große Vorliebe für Bilderbuchgeschichten mit echten Fotografien, darum musste es auch sofort in unsere kleine Familienbibliothek einziehen. Pünktlich zur Vorweihnachtszeit erschien nun ein zweiter Band der sympathischen Familie. "Ein wunderbarer Weihnachtswunsch" erzählt eine eigenständige Geschichte und ist wieder einmal wunderschön anzuschauen und für Kinder höchst faszinierend.

Die Geschichte wird mit echten Fotos erzählt. Da das Bilderbuch recht großformatig ist, haben die Bilder eine beeindruckende Wirkung auf Vorleser und Zuhörer. Alle Fotografien wurden von Per Breiehagen gemacht und, ich nehme an, auch bearbeitet und in Szene gesetzt. Es ist unvergleichlich wirkungsvoll, was hier geschaffen wurde. Die Bilder haben eine nordische Natürlichkeit, aber auch etwas Magisches, sehr reizend Anziehendes. Der Text ist auf einigen Seiten für ein Bilderbuch etwas umfangreicher, aber sehr einfach und klar erzählt. So verstehen schon jüngere Kinder die Geschichte. Sie spricht aber meiner Meinung nach Kinder (und Erwachsene!) aller Altersklassen an.

Und wieder einmal waren meine eigenen Kinder völlig versunken in ein Bilderbuch und von der Geschichte fasziniert. Sie haben die Geschichte miterlebt, mit vielen freudigen Seufzern, überraschenden Ausrufen und Gekicher begleitet. Und genau so soll es sein! Die natürliche Ursprünglichkeit in Kombination mit einer magischen Weihnachtsgeschichte ist wunderbar. Das sollte kein Kind verpassen.

Fazit ...
"Ein wunderbarer Weihnachtswunsch" gehört zu den schönsten Weihnachtsbilderbüchern überhaupt. Die mit echten Fotos erzählte Geschichte ist allerliebst und sehr faszinierend. Sie hat eine große Natürlichkeit und liebevolle Einfachheit, aber auch etwas Magisches oder Märchenhaftes. Das muss man unbedingt erleben. "Ein wunderbarer Weihnachtswunsch" wird bei uns zu den jährlichen Weihnachtsschätzen des Bilderbuchs gehören.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(144)

298 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

weihnachten, jay asher, dein leuchten, liebe, jugendbuch

Dein Leuchten

Jay Asher , Karen Gerwig
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 31.10.2016
ISBN 9783570164792
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Autor Jay Asher hatte mit "Tote Mädchen lügen nicht" einen Millionenbestseller. Nach einem Gemeinschaftsprojekt mit einer Kollegin erscheint nun der romantische Weihnachtsroman "Dein Leuchten". Kaum zu glauben, dass dies erst Jay Ashers dritter Jugendroman ist. Interessierte Leser dürfen sich auf eine schöne und stimmungsvoll zu lesende Weihnachtsgeschichte freuen. Ja, im übertragenen Sinn leuchtet das Buch wirklich.

Das Thema erscheint ganz alltäglich und ist darum wunderbar für einen Jugendroman geeignet. Außerdem könnte es für die Vorweihnachtszeit nicht besser passen - ich habe noch nichts Ähnliches gelesen. Sierras Familie hat eine Weihnachtsbaum-Farm, eine Plantage in Oregon. Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit werden die Bäume nach Kalifornien transportiert und dort auf einem Platz verkauft. Die ganze Familie hilft mit. Sierra kennt es seit ihrer Kindheit nicht anders, freut sich jedes Jahr ganz besonders auf diese Zeit. Leider läuft der Weihnachtsbaumverkauf in den letzten Jahren immer schlechter, sodass dieses Jahr vielleicht der letzte Verkauf in Kalifornien stattfinden könnte.

Während der laufenden Weihnachtsbaum-Saison trifft Sierra auf Caleb, der immer wieder auf den Platz kommt, um Bäume zu kaufen. Caleb eilt ein schlechter Ruf voraus. Er soll seiner Familie etwas Schlimmes angetan haben. Die Gerüchteküche brodelt. Doch Sierra lernt auch einen sehr hilfsbereiten, freundlichen Jungen kennen, der sein erspartes Geld für Weihnachtsbäume ausgibt, um sie an Familien zu verschenken, die sich keinen Baum leisten können. Caleb und Sierra sind beide interessante Charaktere, nicht besonders außergewöhnlich, jedoch durchaus fesselnd. Einige Aussagen der Geschichte - Vertrauen und Vergebung, sich ein eigenes Bild machen, ehrlich sein - gefielen mir gut und sind für eine Weihnachtsgeschichte natürlich prädestiniert.

Gegen Ende, am Weihnachtsabend, trägt der Autor dann etwas sehr dick auf. Hier fährt er den kompletten Kitsch auf, der in mancher weihnachtlich romantisierten Vorstellung wohl vorkommen muss. Dabei hat die Geschichte so viele schöne und stimmungsvolle Elemente, dass das gar nicht nötig gewesen wäre. Ansonsten kommt sie nämlich komplett ohne forcierte Dramatik aus.
Der Roman ist für alle, die gerne jugendlich romantische Weihnachtsgeschichten mit einer guten Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit lesen (oder verschenken). "Dein Leuchten" liest sich super und hat das Zeug zu einem Klassiker, den man jedes Jahr gerne wieder hervorholt.

Zusammengefasst:
"Dein Leuchten" liest sich sehr beschwingt und alltäglich, verbreitet dabei tatsächlich eine glitzernd leuchtende Weihnachtsstimmung. Das Thema ist perfekt gewählt, und sehr lebensnah erzählt, die Aussagen ermutigend und optimistisch. Darum lässt sich der Weihnachtskitsch gegen Ende gut verkraften. Kurzweil und schöne Schmökerstunden sind hier gesichert.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(68)

164 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

dänemark, schloss, hypnose, geheimnis, glimmer

Glimmernächte

Beatrix Gurian
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.07.2016
ISBN 9783401602165
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wie im Märchen klingt die Geschichte von "Glimmernächte". Eine Berliner Familie heiratet in ein altes Adelsgeschlecht ein und lebt fortan auf einem wunderschönen Schloss in Dänemark. Pippa hat dieses Glück, denn ihre Mutter heiratet einen Grafen. Die Aussicht auf ein Luxusleben in Dänemark reizt Pippa aber nicht, am liebsten wäre sie einfach in Berlin geblieben. Hier, nämlich gleich am Anfang des Buches, konnte ich schon erahnen, dass mich Buchtitel und Erwartung etwas in die Irre führen. Um ein glitzernd luxuriöses Leben geht es im nur ganz am Rande. Vielmehr erwartet den Leser eine mysteriöse Geschichte zwischen Realität und Wirklichkeit, bei der viele Fragen aufkommen, und eine vergleichsweise kitschige Lovestory.

Irgendetwas stimmt nicht mit der Familie um Graf Ravensholm. Denn schon vor der Ankunft, auf dem Schloss, und direkt danach, gibt es Vorfälle, die mir ein großes Fragezeichen ins Gesicht schrieben. Was geht denn hier ab? dachte ich nicht nur ein Mal. Das ist irre gut gemacht, weil man selbst als Leser nicht einschätzen kann, ob es sich um Traum oder Wirklichkeit handelt. Pippa macht sonderbare Entdeckungen und geht Hinweisen nach, das zieht sich dann auch schon mal etwas in die Länge. Leider bleibt der Sinn von einigen Szenen oder Gegenständen vage. Entweder muss sich der Leser viel zusammenreimen oder einige Punkte waren für die Auflösung einfach überflüssig. Nach viel Drama und einem spannenden letzten Buchdrittel, wird die geheimnisvolle Geschichte plausibel gelöst. Fragen hätte ich aber dennoch gehabt.

Pippa war sprachlos. Verliebt? Ihr Herz hämmerte. Verliebt! Was redete er denn da? Kein Typ bei Verstand würde einem Mädchen beim zweiten Treffen sagen, dass er verliebt in sie wäre. Nie! Never! Ever! - S. 173

"Glimmernächte" erhält eine Lovestory mit viel Potenzial. Niels Charakter ist düster, durch viele Andeutungen seiner Familie und eigene Äußerungen ist er nicht recht zuzuordnen. Er wirkt undurchsichtig und interessant. Das ändert sich schnell, als er Pippa beim zweiten Treffen sagt, dass er sich in sie verliebt hat. Ernsthaft? Davor haben sie sich wirklich kaum und nur kurz gesehen. Aber laut Niels "ist es eben, wie es ist". Unglaubwürdig bleibt es trotzdem. Und Pippas Part, sich ihm, nach kurzem gedanklichen Lamentieren, in die Arme zu werfen, wird nur sehr junge Leser verzücken. Für die Geschichte wird die jugendlich kitschige Lovestory aber benötigt. Sie endet, man kann es dem Prolog entnehmen, in einem dramatisch spannenden Finale.

Fazit
"Glimmernächte" ist weniger glamourös, dafür viel mehr mysteriös und rätselhaft. Anfangs etwas zäh, aber sehr geheimnisvoll, steigert sich die Geschichte zu einer spannenden Verschwörung, die verständlich aufgelöst wird. Dennoch gibt es Punkte, die mich als Leserin mit Fragen oder unpräzisen Antworten zurückließen. Hier wäre weniger mehr gewesen. Das gilt auch für die Lovestory, die sich viel zu schnell und kitschig entwickelt, um bedeutungsvoll zu bleiben. Ich empfand das Buch, trotz großem Mysterium, als verhältnismäßig herkömmlich. 3 von 5 Punkte gibt es dafür von mir.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der kleine Bär und das Mondscheinwunder

Gillian Lobel , Annette Schatz , Tim Warnes
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Loewe, 19.09.2016
ISBN 9783785584552
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Der kleine Bär und das Mondscheinwunder" hatte mich schon beim ersten Blick auf die niedlichen Tierfreunde und das schneeglitzernde Titelbild (ja, wenn es passt, finde ich so etwas ganz fein). Die Geschichte spielt in einem verschneiten Wald bei Nacht, ist damit ein echtes Winterbilderbuch und kommt ganz ohne die Assoziation zu Weihnachten aus. Gleichzeitig ist es aber auch eine schöne Gutenachtgeschichte, die sich das ganze Jahr über zum Vorlesen eignet.

Viele Kinder können selbst nicht gut einschlafen. Manchmal werden sogar Ausreden gesucht, um nicht ins Bett zu müssen. Den kleinen Bären hindert der Mond am Schlaf, der da so hell und freundlich in das Zimmer scheint. Das bringt den kleinen Bär auf die Idee eines Nachtspaziergangs, der, zusammen mit zwei weiteren Freunden, zu einem großen Abenteuer wird. Zwar sind die Freunde auch bei aufkommenden Ängsten füreinander da, für echte Geborgenheit kann aber nur die Bärenmama sorgen, die die Tierkinder auf ihrer Wanderung einsammelt.

Die Zeichnungen von Tim Warnes sorgen für eine authentische Winterstimmung in einer niedlichen Umgebung. Es ist kalt und dunkel, jedoch nicht gruselig. Kleine Kinder können sich gut in die Situation der drei Tierkinder hineinversetzen. Zwischendurch wird es recht spannend, aber die Geschichte ist so liebevoll erzählt, dass keine Ängste aufkommen. In der heimischen Wärme, und mit der Sicherheit, dass alles gut ist, wir die Geschichte beendet.

Fazit ...
Wir haben uns mit der Geschichte des kleinen Bären, der mit seinen Freunden den Mond besuchen möchte, sofort wohl gefühlt. Die Tierkinder sind niedlich, die Stimmung des Buches winterlich freundlich. "Der kleine Bär und das Mondscheinwunder" ist die abenteuerliche Nachtwanderung dreier Tierkinder, die sich aufeinander verlassen können und zum Schluss echte Geborgenheit erleben.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Andersens Märchen: Andersens Wintermärchen

Hans Christian Andersen , Anastassija Archipowa , Arnica Esterl
Fester Einband: 88 Seiten
Erschienen bei Esslinger ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 19.08.2016
ISBN 9783480232918
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Hans Christian Andersen gehört zu den bekanntesten Märchenerzählern. Er hat eine Art zu erzählen, die sehr anrührt. Und ja, ich persönlich gebe gerne zu, dass sich ein dicker Klos in meinem Hals bildet, und es in meinen Augen verdächtig glitzert, sobald ich "Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen" vorlese. Weil Märchen und die Winter- und Weihnachtszeit einfach zusammengehören, enthält "Andersens Wintermärchen" die schönsten von ihnen.

Das Buch besteht aus einer Sammlung von vier bekannten Märchen: Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen, Der Tannenbaum, Der Engel und Die Schneekönigin. Folgerichtig haben alle Geschichten etwas mit Weihnachten oder Winter zu tun. Sprachlich sind die Märchen sehr ursprünglich, wurden aber von Arnica Esterl bearbeitet, sodass Kinder ab etwas 5 Jahren sie problemlos verstehen und der Geschichte folgen können. Die Länge ist genau richtig. Keine zu kurzen Geschichten, gerade so, dass Kinder gerne zuhören und die Vorlesezeit zu einem schönen Miteinander wird.
Weil Andersens Märchen so realistisch gehalten sind, treffen sie mitten ins Herz. Sie sind emotional und haben ein Ende, das zur Geschichte passt, das verblüfft, aber auch traurig stimmen kann. Bei jedem Märchen wir eine große Gefühlspalette angesprochen. Die fantastische Komponente ist sehr fesselnd, und nicht übertrieben wahrnehmbar, weil sich diese Elemente wunderbar in die Geschichten einfügen.

Jedes der Märchen wurde mit vielen farbigen Illustrationen von Anastassija Archipowa gestaltet. Die Bilder sind in zarten Farben gehalten, sehr kunstvoll, und unterstützen die jeweilige Stimmung perfekt. Sie sind sehr aussagekräftig, verfehlen ihre Wirkung auf keinen Fall. Am Ende finden Leser eine kurze Vorstellung der Autoren und der Illustratorin.

Fazit ...
Ich habe in "Andersens Wintermärchen" eines meiner Lieblingsmärchen gefunden, bei dem ich jedes Mal aufs Neue gerührt bin und emotional mitgerissen werde. Kinder lauschen Andersens Märchen gebannt, weil sie keiner Norm folgen und trotz Phantastik sehr realistisch wirken. Das Buch enthält vier der bekanntesten Winter- und Weihnachtsmärchen und ist als fester Bestandteil beim Vorlesen in der Weihnachtszeit sehr zu empfehlen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Nussknacker und Mausekönig

E. T. A. Hoffman , Robert Ingpen
Fester Einband
Erschienen bei Knesebeck, 12.10.2016
ISBN 9783868739213
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Vom Knesebeck Verlag gibt es eine wunderschöne Serie der bekanntesten Kinderbuchklassiker. Alle sind originalgetreu wiedergegeben und bemerkenswert illustriert von Robert Ingpen, der für seine Verdienste um das Kinderbuch die Hans-Christian-Andersen-Medaille gewann. Diese Bücher sind wahre Schätze, hochwertig in Szene gesetzt, und bereichern damit jedes Kinderbuchregal. "Nussknacker und Mausekönig" ist das neueste Buch und gehört zu den beliebtesten Klassikern für Kinder. E.T.A Hoffmanns Weihnachtserzählung wurde vor allem durch Tschaikowskis Ballet in aller Welt bekannt.

Die Geschichte von "Nussknacker und Mausekönig" umgibt eine ganz besondere Aura. Es ist eine Weihnachtsgeschichte, wie man sie früher erzählte, gilt aber gleichzeitig als Wegbereiter für fantastische Literatur für Kinder. Sie beginnt sehr weihnachtlich und heimelig, als nämlich die Kinder Fritz und Marie am Weihnachtstag nicht in das große Prunkzimmer dürfen, in dem am Abend die Bescherung stattfindet. Endlich ist es soweit und die Kinder erhalten ihre Geschenke - Marie einen Nussknacker. Was sich dahinter verbirgt ist sonder- und wunderbar. Die Geschichte entwickelt sich zu einem fantastischen Kinderabenteuer.

Die vorliegende Ausgabe ist die ungekürzte Originalfassung, in der es auch eine detaillierte Vorstellung des Autors gibt. Damit ist das Buch nicht nur ein echtes Liebhaberstück, es ist sehr umfangreich, sprachlich ausgefeilt und anspruchsvoll erzählt. Die Altersempfehlung ab etwa 7-8 Jahren hat durchaus ihren Sinn. Manchmal spricht der Autor die zuhörenden Kinder während der Geschichte direkt an. Ein gutes Vorstellungsvermögen und Verständnis sind unbedingt nötig.
Die Konzentration der Kinder wird durch die imposanten Bilder aufrecht erhalten. Robert Ingpen zeichnet sehr authentisch, oft etwas düster und geheimnisvoll - passend zur Geschichte. Seine Bilder machen das Buch zu einem Kunstwerk und zu einem wertvollen Leseerlebnis für Kinder (und Erwachsene!).

Fazit ...
Die Gestaltung von "Mausekönig und Nussknacker" beeindruckt. Das Buch wirkt auf den ersten Blick sehr hochwertig und setzt E.T.A. Hoffmanns Weihnachtsklassiker gekonnt in Szene. Zum Kunstwerk wird es durch die einzigartigen Illustrationen, die begeistern und sehr imponieren, aber auch aufwühlen können. Die ungekürzte Originalfassung der Geschichte fasziniert damals wie heute. "Mausekönig und Nussknacker" ist ein auserlesener Schatz zum Verschenken oder fürs eigene Regal.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Ein heimlicher Weihnachtsgast

Annette Amrhein , Sabine Straub
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Magellan, 26.09.2016
ISBN 9783734820267
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Weihnachtszeit bedeutet bei uns Vorlesezeit. Weihnachtliche Bilderbücher, gerne mit allem, was dieses Fest so besonders macht, sind dafür ideal. Sie unterstützen die anheimelnde Stimmung mit Bild und Text und tragen zum gemütlichen Beisammensein bei. "Ein heimlicher Weihnachtsgast" ist ein wunderschönes Bilderbuch mit charakteristischer Weihnachtsstimmung und Themen wie Vertrauen und Freundschaft.

Schon am Anfang des Buches gibt es einige Missverständnisse. Die Waldtiere interpretieren den Eifer des Bären, seine Höhle winterfertig zu machen, nämlich falsch. Daraufhin haben sie Angst vor ihm. Der Bär ist aber sehr freundlich und gibt sich große Mühe, es den eingeladenen Weihnachtsgästen so schön und gemütlich wie möglich zu machen. Er schnitzt, er schmückt und kocht. Die Ernüchterung kommt, als er dann am Weihnachtsabend alleine dasitzt. Zum Glück gibt es für ihn dann noch eine freudige Überraschung.

"Ein heimlicher Weihnachtsgast" gehört zu den emotionalen Bilderbüchern. Kinder spüren das anfängliche Missverständnis sehr genau, und die Enttäuschung des Bären ist so greifbar, dass es sehr zu Herzen geht. Am Ende können sie sich jedoch auch uneingeschränkt mit ihm freuen.
Die Illustrationen sind sehr plastisch und herrlich detailverliebt anzusehen. Sie gehen jeweils über eine Doppelseite und vermitteln ein freundliches und behagliches Gefühl. Der Text ist bereits für jüngere Kinder gut verständlich, ältere Kinder genießen die Geschichte ebenso. Man möchte es immer wieder anschauen und vorlesen.

Fazit ...
"Ein heimlicher Weihnachtsgast" ist ein großartiges Weihnachtsbilderbuch. Die Geschichte ist sehr herzlich und emotional, die Bilder so hochwertig und so ins Detail gehend, wie man sich das für ein Bilderbuch wünscht. Ganz nebenbei vermittelt das Buch eine schöne Grundaussage und hat eine heimelige Weihnachtsstimmung. Perfekt für die Vorweihnachtszeit!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(20)

40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

wien, zweiter weltkrieg, juden, schuld, hanika

Das Marillenmädchen

Beate Teresa Hanika
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei btb, 12.09.2016
ISBN 9783442757053
Genre: Romane

Rezension:

Beate Teresa Hanika schreibt sehr erfolgreich Jugendbücher. Diesen ist ein ganz besonderer Stil zueigen, und sie berühren mit aktuellen Themen, viel Schmerz und einem Feingefühl, dass man aus jeder Zeile herauslesen kann. "Das Marillenmädchen" ist der erste Erwachsenenroman der Autorin. Die Geschichte handelt von quälenden Erinnerungen, besonderen Freundschaften und der Fähigkeit zu verzeihen, aber niemals zu vergessen.

Eine alte Frau erinnert sich an ihre Kindheit und ihr Leben als Jüdin im Wien des Zweiten Weltkriegs, und hat heute noch mit den Folgen des Schmerzes zu kämpfen - so könnte man die Geschichte in einem Satz zusammenfassen. Diese Art von Geschichten sind wichtig, hinterlassen bei vielen Lesern jedoch ein Bedürfnis des Wegsehens oder der Übersättigung. "Das Marillenmädchen" positioniert sich anders. Das Buch hat einen großen Mittelpunkt, nämlich einen alten Marillenbaum, bzw. die Marmelade, die von seinen Früchten gemacht wird. Das sich jährlich wiederholende Marmeladekochen gibt einer traumatisierten Frau den benötigten Halt, ist Erinnerung und Trost gleichermaßen.
Die Geschichte thematisiert nicht nur das Schicksal zweier Frauen und ihre Verbindung zueinander, sie ist auch eine Familiengeschichte, die im Zweiten Weltkrieg beginnt und deren Ausläufer sich bis ins Heute erstrecken. Abwechselnd geht es um Elisabetta, ihre Erfahrungen, aber auch ihr jetziges Leben, und um Pola, die bei Elisabetta zur Untermiete wohnt und selbst einer Erinnerung hinterher jagt, bzw. ihre jüngste Vergangenheit verarbeiten muss. Dass die Schicksale beider Frauen miteinander verbunden sind, realisiert man als Leser recht schnell. Das Wie ist anfangs noch sehr vage und erst nach einiger Zeit komplett zu erfassen.

Kann man sich später erinnern an das, was man gedacht hat, als man jung war? Pola nahm sich vor, sich zu erinnern. Keinen einzigen Gedanken zu vergessen, kein Bild zu verscheuchen, vor allem die glücklichen Bilder nicht, und dies war fast ein glückliches Bild. - S. 22/23

Die Geschichte ist hervorragend zusammengesetzt und recherchiert, sehr poetisch interpretiert. Sie serviert dem Leser nicht alles auf dem Silbertablett, ist manchmal sogar subjektiv. Mit ruhiger Eindringlichkeit und unterschwelliger Dramatik erlebt man den Roman bis zum Ende, und kann dann alle Fäden miteinander verknüpfen. Dadurch nimmt man die Geschichte sehr intensiv war, wird sich vielleicht erst im Nachhinein bewusst, wie tiefgründig man diese erlebt hat.
Am Ende steht nicht nur die Frage im Raum, wie viel Schmerz ein Mensch ertragen kann, man hat sogar das dringende Bedürfnis, sich vor den Protagonisten der Geschichte zu verneigen. Sie bleiben im Gedächtnis und wirken noch lange nach.

Das persönliche Fazit
"Das Marillenmädchen" ist für mich ein Roman auf höchstem Niveau. Das Buch setzt ein bekanntes, historisches Thema in einen metaphorischen Kontext, der nicht nur sehr tief geht, sondern sich bis in die Gegenwart fortsetzt. Ich bin immer noch überrascht, wie stark mir die Geschichte nachhängt, und mich beim Verfassen dieser Worte rührt. Die Protagonisten sind unglaublich authentisch, leben mit schmerzvollen Erinnerungen in einem herausfordernden Jetzt. Die Autorin schreibt perfekt, mit poetischer Intensität und überaus literarisch. 5 Sterne!

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

pferde, liebe, einsamkeit

Das Zauberpferd

Magdalen Nabb , Sybil Schönfeldt , Ute Simon
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 26.10.2016
ISBN 9783649623434
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Das Zauberpferd" ist eine Neuauflage des Klassikers von Magdalen Nabb. Das Buch ist ein echter Schatz, mit einer wunderschönen Gestaltung, einer ausdrucksstarken Sprache und liebevoll passenden Illustrationen. Für alle Pferdefans und für alle große und kleinen Leser, die an den Zauber der Weihnacht und der Freundschaft glauben.

Im Buch geht es um das Mädchen Irina, die mit ihren Eltern die letzten Einkäufe vor Weihnachten erledigt. Die Erwartungen der Eltern an das Mädchen sind hoch, ich empfand sie als sehr streng und oft auch unfreundlich. Irina ist sehr vernünftig, gut in der Schule und hilfsbereit zu Hause. Jetzt soll sie sich auch etwas Vernünftiges zu Weihnachten wünschen. Ihre Eltern fallen aus allen Wolken, als Irina ein altes, verschmutztes Spielzeugpferd aus einem Trödelladen mit nach Hause nehmen will. Die Geschichte des Pferdchens Bella ist sehr traurig, weshalb Irina sich besonders liebevoll um das Tier kümmert. Was sich daraus entwickelt, kann zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen.

"Das Zauberpferd" ist nicht nur eine zauberhafte und spannende Pferdegeschichte (im wahrsten Sinne des Wortes), es ist auch ein Buch mit einem ganz besonderen Lesegefühl. Die Sprache ist gehoben, stimmungsvoll und ausdrucksstark. Die Geschichte könnte sowohl vor einiger Zeit als auch im Jetzt spielen. Der Bauernhof und das Städtchen muten etwas altertümlich an. Von Anfang an vermittelt das Buch eine schöne Weihnachts- und Winterstimmung. Es wird von einem ganz eigenen Zauber umgeben und wirkt geheimnisvoll.
Aufgrund der großen Schrift eignet sich das Buch gut für Leseanfänger (ab etwa der 2. Klasse), und ist mit den passenden Illustrationen sehr motivierend für diese. Gleichzeitig ist "Das Zauberpferd" aber auch ein perfektes Vorlesebuch, dass die gemeinsame Zeit mit den Kindern bereichert.

Fazit ...
Wir haben jede einzelne Minute des Vorlesens genossen. "Das Zauberpferd" hat die Kinder begeistert und fasziniert. Sie waren voller Empathie für Irina und Bella. Die Geschichte ist nicht nur herrlich weihnachtlich und fantasievoll, sie glaubt an das Gute im Menschen und stellt Dinge wie Freundschaft, Gefühle und Hilfsbereitschaft in den Mittelpunkt. Ein wunderbares Pferdebuch für die Weihnachtszeit!

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Plötzlich It-Girl - Wie ich beinah die Promi-Hochzeit des Jahres ruiniert hätte

Katy Birchall , Verena Kilchling
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Egmont Schneiderbuch, 01.09.2016
ISBN 9783505137037
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Und wieder ist Anna Huntley zurück. Gerade mal süße 15 Jahre alt, Tollpatsch hoch drei (aber so liebenswert!) und unfreiwilliges It-Girl, nur weil ihr Vater die berühmteste Schauspielerin der Welt heiratet. Die Vorgeschichte dürfte jedem, der die Bücher kennt, ausreichend bekannt sein. Allen Interessieren kann ich nur sagen, mit Band 3 (dem letzten?) ist es an der Zeit, dass ihr Anna kennenlernt. Die Cover sind sehr jugendlich, die Buchschnitte knallbunt, diesmal leuchtend gelb. Und die Geschichte? Die macht bei jedem Buch aufs Neue riesigen Spaß.

In "Plötzlich It-Girl: Wie ich beinah die Promi-Hochzeit des Jahres ruiniert hätte" scheint alles auf das große Finale hinzusteuern. Endlich heiratet Annas Dad die weltberühmte Schauspielerin Helena Montaine. Anna soll, gemeinsam mit Stiefschwester Marianne, die Brautjungfer sein. Das (mega ... gewöhnungsbedürftige) Kleid dafür ist schon gewählt, und Anna will diesmal alles richtig machen. Zuvor steht aber noch eine Klassenfahrt nach Italien an, bei der Anna sich etwas verloren fühlt, weil ihr Freund Connor lieber zu Hause bleiben wollte. Und warum verhält sich nach Annas Rückkehr plötzlich ihr Dad so komisch? Fällt die Promi-Hochzeit etwa ins Wasser?

Schon mit dem ersten Band hatte Anna mein Herz gewonnen. In dem lustig liebenswürdigen Tollpatsch steckt nämlich ein wunderbares Mädchen, das durchaus fähig zur Selbsterkenntnis ist und gute Entscheidungen treffen kann. Das hat sich in keinem der Bücher geändert. Klar, nach wie vor ist die Handlung bewusst witzig gehalten, neigt dazu überzogen dargestellt zu sein. Doch es macht einfach Spaß Annas Geschichte, ihre Katastrophen-Listen und ihre Mails zu lesen. Denn hinter all dem Glamour geht es um eine normale Familie, die eine sehr herzliche Beziehung zueinander hat und deren (zugegeben ungewöhnliche) Familienmitglieder sich gegenseitig wertschätzen. Auch wenn Humor hier ganz groß geschrieben wird, gibt es doch auch feinfühlige oder ernsthafte Momente.
Beim Lesen vergeht die Zeit wie im Flug. Und obwohl ich am Ende immer sehr glücklich bin, mag ich mich nicht so recht von Anna verabschieden. Und so soll es ja auch sein.

Fazit
"Plötzlich It-Girl: Wie ich beinah die Promi-Hochzeit des Jahres ruiniert hätte" trägt die Reihe nach dem altgewohnten Prinzip, ohne den Charme der Geschichte und der Charaktere zu verlieren. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite spritzig humorvoll, Protagonistin Anna eine liebenswerte Klasse für sich. Umso besser, wenn dann noch, wie hier, das Feingefühl nicht fehlt. Ich kann jedem, der zum Buch greift, ein kurzweiliges und vergnügliches Lesen garantieren. 4 von 5 Punkte vergeben ich dafür.

  (0)
Tags:  
 
471 Ergebnisse