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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

ab 8j., eis, erstleser bis 10 jahre, familie, freunde, freundschaft, heike eva schmidt, hühner, italien, kinderbuch, magie, schule, sommer, süßigkeiten, zauber

Der zauberhafte Eisladen

Heike Eva Schmidt
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Boje, 27.04.2018
ISBN 9783414825025
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Geschichten für Kinder, die scheinbar normal sind, dazu aber noch eine Besonderheit aufweisen, stehen bei meiner Tochter (8) hoch im Kurs. Einen Eisladen - oder eine Eisdiele - kennt wohl jedes Kind. Aber einen, in dem es magisches Eis gibt? Das ist neu und aufregend. Die besten Vorraussetzungen also, dass das Buch genau den Geschmack meiner Tochter treffen würde. So war es auch. Es gefiel ihr so gut, dass sie es für ihre Buchvorstellung in der Schule ausgewählt hat. Und ich musste mich mit dem Lesen erst mal hinten anstellen.

Elli Sonntag ist mit ihrer Familie umgezogen. Zum Glück in die Nähe von Ellis Nonno, ihrem Großvater. Der hat nämlich einen Eisladen und dort hält sich Elli nun am allerliebsten auf. Als eine besondere Eiskreation plötzlich bitter schmeckt und sich Ellis Nonno auch noch merkwürdig verhält, möchte sie diesem Rätsel unbedingt auf die Spur kommen. Ob da etwa Magie im Spiel ist?
Genau diese Geschichten sind es doch, die Kinder sofort begeistern und anziehen. Hier macht es das Gesamtpaket aus einer Familiengeschichte mit einer Prise Magie. Ellis Familie ist herrlich schrullig und liebevoll. Das geht schon mit den drei Familienhühnern los, die bei den Sonntags auf der Dachterrasse leben. Auch die Szenen in der Schule sind schön und lustig zu lesen. Das ganze Grundgerüst ist realistisch, aber leicht verschroben aufgebaut.

Obwohl die Kapitel recht lang sind, hat meine Tochter diese verschlungen. Das liegt an der stets präsenten Spannung und dem Humor, der sich durch die Handlung zieht. Außerdem ist Elli ein wirklich herzlicher Identifikationscharakter für junge Leser; sie ist eigenwillig und pfiffig, lernt in der Geschichte auch einiges dazu. Es macht Spaß, sie zu begleiten. Auch die süßen Illustrationen lockern das Leseerlebnis auf. Bei der magischen Komponente weiß die Autorin dann tatsächlich zu überraschen, hier macht sie es sich nicht so einfach, wie man das bei einem Kinderbuch erwarten könnte. Ich empfand das als unverbraucht frisch. Das Eisrezept am Ende des Buches ist natürlich klasse!
Die Geschichte ist für diese Buch abgeschlossen, der Grundstein für Folgebände aber natürlich vorhanden. Wir würden uns freuen.

Fazit ...
"Der zauberhafte Eisladen: Vanille, Erdbeer und Magie" ist ein Kinderbuch, bei dem man sich nach dem Lesen sofort noch weitere Teile wünscht. Zum Glück sollen diese folgen, denn die Geschichte ist wunderbar frisch und pfiffig-humorvoll, dazu leicht magisch - ganz zauberhaft also. Einmal damit begonnen, fällt es schwer wieder aufzutauchen. Ein tolles Lesevergnügen!

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150 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

antari, fantasy, liebe, lila, london, magie, magisch, piraten, rotes london, schatten und licht, teil 2, trilogie, turnier, v.e. schwab, wettkampf

Weltenwanderer - Die Verzauberung der Schatten

Victoria Schwab
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 23.11.2017
ISBN 9783596296330
Genre: Fantasy

Rezension:

Als bei uns "Vier Farben der Magie" erschien, der erste Band der Weltenwanderer-Trilogie, da war ich sofort von der Idee begeistert. Ein London, das es gleich vier Mal gibt, jeweils mit anderen Bewohnern und Eigenschaften. Großartig! Diese Idee wurde auch grandios umgesetzt, das Buch ist Fantasy par excellence. Einzig die Charaktere blieben mir damals etwas fern. Es war nur folgerichtig, dass ich auch zum zweiten Band "Die Verzauberung der Schatten" griff. Und wieder bekam ich eine spannende und anziehende Fantasygeschichte serviert. Ich kann jetzt schon sagen: Diese Trilogie sollte man gelesen haben! Ob mich etwas daran störte? Ja, ein bis zwei Kleinigkeiten gab es da schon, die ich jedoch gut verschmerzen konnte.

Der Einstieg in "Die Verzauberung der Schatten" fiel mir leicht, und das, obwohl die Ereignisse in Band 1 doch schon etwas zurücklagen. Ab und zu streut die Autorin kleine Rückblicke. Auch wenn man diese nicht unbedingt bräuchte, ist das angenehm für das Lesegefühl.
Erzählt wird die Geschichte zumeist aus der Perspektive der beiden Hauptprotagonisten, dem Antari/Weltenwanderer Kell und der Diebin Delilah. Am Ende jeden Buchteils, es gibt davon zehn, lernt man die Perspektive von etwas Dunklen, Bösen kennen, bzw. das, was in einem verloren geglaubten London erwacht. Das ist sehr aufregend und fesselnd, hätte meiner Meinung nach sogar noch ausgeprägter sein dürfen. Insgesamt erschien mir die böse Seite (noch) etwas zahm. Erst gegen Ende des Buches tritt sie richtig in Erscheinung - dann aber mit einem Knall.

V. E. Schwab bedient sich in diesem Buch am Element eines magischen Turniers. Das ist in der Fantasyliteratur zwar nichts Neues, funktioniert aber immer wieder gut. Insgesamt empfand ich die Charaktere näher am Leser als im Vorgängerband. Oft werden deren Handlungen mit Humor, aber auch viel Ernsthaftigkeit vermischt, was sehr gut gefällt. Darum liest sich das Buch wirklich top und immer interessant. Mir hat teilweise etwas Action gefehlt, um die doch recht umfangreiche Handlung vorwärtszutreiben. Auch hat es mich gewundert, dass in diesem Mittelteil recht wenig zwischen den Welten/London gereist wird. Die Handlung spielt zu 95% im Roten London. Die Aussicht auf den Abschlussband lässt hier aber auf Veränderung hoffen. Am Ende steht dann nämlich ein Cliffhanger, bei dem man froh ist, wenn man Band 3 bereits greifbar hat. Toll!

Fazit
"Die Verzauberung der Schatten" war nicht nur ein solider Mittelband der Weltenwanderer-Trilogie, ich empfinde diese Art Fantasy noch immer als beispielhaft für das Genre. Die Idee ist genial und mit verantwortlich für Gänsehaut und ein tolles Lesegefühl. Die Charaktere haben nun den Status beim Leser, den ich mir für sie wünsche. Sollte die Handlung im Abschlussband noch etwas vorangetrieben und gerne noch düsterer oder "böser" werden, dann habe ich persönlich daran nichts mehr zu kritteln. Empfehlenswert ist die Trilogie im Gesamten jetzt schon. Lesen! 4 von 5 Sterne vergebe ich für Band 2.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Ein Freund wie kein anderer

Oliver Scherz , Barbara Scholz
Fester Einband
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.02.2018
ISBN 9783522184571
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Bücher über ungewöhnliche Freundschaften sind für Kinder immer wieder wichtig und gut. Darum mögen wir diese Art Vorlesebuch auch besonders gerne. Und "Ein Freund wie kein anderer" stach uns sofort ins Auge. Eine Freundschaft zwischen Erdhörnchen und Wolf? Das kann normalerweise nicht gut gehen. Denn der Wolf ist ein Raubtier und würde ein Erdhörnchen sicher liebend gerne verspeisen. Die Umstände, unter denen sich Habbi und Yaruk begegnen sind dafür aber alles andere als normal. Und so freunden sie sich tatsächlich an. Das klingt wirklich schön, aber die Geschichte ist mehr als das. Sie ist spannend und liebevoll gleichzeitig und für Kinder besonders wertvoll.

Das Erdhörnchen Habbi erkundet ganz alleine und verbotenerweise den Wald. Dabei entfernt er sich immer mehr von seinem sicheren Zuhause. Plötzlich stößt Habbi auf einen Wolf, doch anstatt dem kleinen Nagetier nachzujagen, bleibt dieser nur matt liegen. Yaruk ist verletzt und Habbis Gewissen und Fürsorge befielt ihm geradezu, dem Feind aller Erdhörnchen zu helfen. Zwischen den beiden entsteht eine Freundschaft, die nicht ohne Probleme verläuft. Das macht die Geschichte besonders und authentisch gleichermaßen.
Autor Oliver Scherz schreibt so bedeutungsvoll und erstklassig, als würde man einen Roman (vor)lesen. Die Geschichte besitzt viel Herzlichkeit, aber auch Spannung und Aufregung. Es wird nie langweilig. Meine eigenen Kinder verlangten immer noch nach einem (oder zwei) Kapitel mehr, wenn wir es uns mit dem Buch gemütlich gemacht haben.

Durch die Bilder von Barbara Scholz ist "Ein Freund wie kein anderer" wunderschön gestaltet. Das motiviert Vorleser und Zuhörer enorm. Die Illustrationen sind niedlich, aber deutlich dargestellt. Ich empfinde sie als sehr emotional und warmherzig. Hier passt einfach alles zusammen. Ein wirklich schönes und rundum gelungenes Kinderbuch.

Fazit ...
Wir hatten mit "Ein Freund wie kein anderer" so wundervolle Lesestunden, dass wir fast ein bisschen traurig waren, als das Buch zu Ende ging. Die Geschichte steckt voller Freundschaft, Gefühl und Akzeptanz und zeigt, dass es sich lohnt für Dinge, die wichtig und richtig sind, einzutreten. Es wird nicht das einzige Mal bleiben, dass dieses Kinderbuch bei uns gelesen wird. Einfach klasse!

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

bienenarten, bienenhotel, bilderbuch, honigbiene, imker, kinderbuch, kindergeschichte, lebensraum bienen, lebensraum natur, natur, naturschutz, umwelt, umweltbewusstsein, wollbiene

Kleine Biene Hermine, wo bist du zu Haus?

Andrea Reitmeyer , Andrea Reitmeyer
Fester Einband: 36 Seiten
Erschienen bei Jumbo, 31.05.2018
ISBN 9783833738159
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Bienen sind im Kinderbuch gerade ein Trendthema. Und das ist gut so! Denn der Lebensraum der nützlichen Insekten wird nicht nur immer knapper, er ist zunehmend bedroht. Das zeigt auch das Bilderbuch "Kleine Biene Hermine, wo bist du zu Haus?" ganz deutlich und liebevoll. Bevor wir uns ausführlich mit dem Buch beschäftigt haben, gingen die Kinder und ich von einer Vorlesegeschichte aus. Umso überraschter waren wir, als wir feststellten, dass das Buch mehr enthält. Es ist ein durchaus ausführliches Sachbuch über die Welt der Bienen, das gleichzeitig mit einer einfachen Geschichte kombiniert ist. So ist "Kleine Biene Hermine, wo bist du zu Haus?" nicht nur informativ, das Buch ist auch so interessant, dass es eine breite Altersgruppe anspricht.

Vorne im Buch befindet sich ein Einleitung, mit der Biene Hermine vorgestellt, und ihre Merkmale und Eigenschaften erklärt werden. Hermine ist nämlich keine Honigbiene, sondern eine Wollbiene. Damit gehört sie zu den vielen Wildbienenarten unserer Erde und soll darum im Bilderbuch einen besonderen Platz bekommen. Danach beginnt die Geschichte, in der Kinder den Lebensraum von Biene Hermine kennenlernen und auch das, was eine Wollbiene den ganzen Tag so macht. Das wird ganz allerliebst und authentisch wiedergegeben.
Ein großes Thema ist aber auch, dass das Zuhause vieler Bienen bedroht ist. Ihre Wiese wird bei Bauarbeiten zerstört und Hermine muss losfliegen, um sich einen neuen Platz zu suchen, an dem sie sich leben kann. Dabei lernt sie viele weitere Bienenarten kennen, deren Plätze aber alle schon belegt sind. Hier wird es ganz schön spannend für Hermine. Zum Glück bekommt sie Hilfe.

Am Ende des Bilderbuches wird den kleinen Lesern gezeigt, wie sie Bienen bei ihrer Lebensraum- und Nistplatzsuche unterstützen können. Die Anleitung für ein Bienenhotel ist gut erklärt und mit etwas Hilfe auch einfach umzusetzen. Das gibt Kinder das gute Gefühl, den kleinen Insekten helfen zu können. Unsere Kinder wollten sofort loslegen.

Fazit ...
"Kleine Biene Hermine, wo bist du zu Haus?" enthält nicht nur eine Vorlesegeschichte, das Bilderbuch ist zugleich ein Sachbuch, das Kindern die Welt der Bienen näher bringt. Die anschaulichen Illustrationen und die freundlich-informative Darstellung sind perfekt für wissbegierige kleine Leser. Wir waren von der schönen und umfangreichen Ausführung positiv überrascht und empfehlen Hermines Abenteuer gerne weiter.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

1980er, erste liebe, freundschaft, humor

Billy Marvins Wunderjahre

Jason Rekulak , Marcus Ingendaay
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Wunderraum, 12.03.2018
ISBN 9783336547838
Genre: Humor

Rezension:

"Billy Marvins Wunderjahre" wollte ich lesen, weil das Buch alleine durch Cover und Klappentext diesen 80er-Jahre-Retrocharme versprüht. Ich selbst habe in diesem Jahrzehnt einen Großteil meiner Kindheit verbracht und kann mich mit den typischen Eigenheiten dieser Jahre, recht gut identifizieren. Und ja, ich habe mich mit der Geschichte wohl gefühlt, sehr sogar.

Billy, Alf und Clark sind beste Freunde und dabei gar nicht so viel anders als andere Kinder. Jeder von ihnen hat ein paar besondere Erkennungsmerkmale, und gemeinsam hecken sie allerlei Blödsinn aus. Priorität für die 14-jähren Jungen ist es, an eine aktuelle Ausgabe des Playboy zu kommen, in der die Buchstabenfee des Glücksrads, Vanna White aka Stolz der Nation, posiert. Doch mit 14 scheint dieses Erwachsenenmagazin für Billy in weiter Ferne ... wäre da nicht der Plan, der Zelinskys Schreibwarenladen einschließt. Alles scheint so einfach, aber als Billy Mary Zelinsky kennenlernt, ändert sich die Situation.

Die Geschichte liest sich so gut und kurzweilig, dass ich bereits auf den ersten Seiten zurück in die 80er katapultiert wurde. Computerkram, Musik, TV-Serien ... fast alle vorkommenden Dinge kenne ich aus dieser Zeit. Und ich muss auch sagen, dass die Story von genau diesem Charme lebt und besonders viel Spaß macht, wenn man damit etwas anfangen kann. Die Thematik des Computerspiels 'The Impossible Fortress', das Billy und Mary gemeinsam programmieren (auch an den Intros vor jedem Kapitel zu sehen), fand ich sehr originell. Ein Pluspunkt, der besonders viel Spaß macht.
Das Verhalten der Jungs empfand ich als eigen-nerdig, aber auch sehr authentisch. Nicht nur wegen der Dinge, die sie aushecken, sondern auch wegen der Entwicklung, die sie durchlaufen. Hier steht Billy im Mittelpunkt, denn es ist seine Coming-of-Age-Geschichte. Ich habe viel gelacht und wollte mir manchmal auch am liebsten die Hand vor die Stirn klatschen. Die Gefühlspalette, die man beim Lesen durchläuft, ist groß.


An einigen Stellen verläuft der Roman etwas gleichförmig. Nicht eintönig, jedoch doch so, dass ich mir noch etwas mehr Abwechslung gewünscht hätte. Aber auch ohne ständige Anspannung wurde ich von der Geschichte insgesamt sehr positiv überrascht. Das Ende ist klasse, richtig gut.

Zusammengefasst:
"Billy Marvins Wunderjahre" ist ein ausgewählter Coming-of-Age-Roman, der sich wunderbar liest und gekonnt einen retro-genialen 80er-Jahre-Charme spielen lässt. Die Geschichte weiß zu überraschen und auch ohne große Spannungsspitzen in ihrer Gesamtheit zu fesseln. Eine klare Leseempfehlung - nicht nur für Fans der 80er-Jahre, Commodore 64, Atari, Alf, Billy Joel & Co.

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58 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

erste liebe, freundschaft, graffiti, jugendbuch, jugendkultur, jugendroman, kunst, liebe, panikattacken, selbstmordversuch, sprayer, sprayerszene, streetart, unfall, wien

17 Erkenntnisse über Leander Blum

Irmgard Kramer
Fester Einband
Erschienen bei Loewe, 12.02.2018
ISBN 9783785589113
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich konnte nicht genau definieren, was mich bei "17 Erkenntnisse über Leander Blum" erwarten würde. Aber ich mag Romane über Städte und besondere Kunst, hier Graffiti. Außerdem war mir Irmgard Kramer von einem anderen Jugendroman in guter Erinnerung. Sie ist eine Meisterin der Aha-Erlebnisse und schreibt über Themen, die im Gedächtnis bleiben. Trotzdem ist es alleine anhand der Buchbeschreibung schwer zu ermessen, mit was für einem Buch man hier zu rechnen hat. "17 Erkenntnisse über Leander Blum" klingt zuerst mal realistisch, dann aber auch leicht märchenhaft. Die Geschichte ist aber noch viel mehr. Sie ist knallhart, etwas verträumt und sehr vereinnahmend. Schon während des Lesens war mir klar; dieses Buch hat das Zeug zum Highlight.

Es geht um Leander und seinen besten Freund Jonas. Die beiden sind schon immer unzertrennlich, und bilden schon lange die Streetart- oder Graffititruppe BLUX, die illegal mit ihren Kunstwerken das Stadtbild aufwertet. Und dann geht es auch noch um Lila, die nach langer Krankheit in die Schule zurückkommt und ausgerechnet neben Leander sitzen muss. Einem Jungen, den sie nicht kennt, der sehr verschlossen ist und es ihr alles andere als leicht macht. Im Laufe des Buches erlangt Lila, wie im Buchtitel angekündigt, 17 Erkenntnisse über Leander, unter anderem die, dass sie sich in ihn verliebt hat.

Die Geschichte wird mit zwei Zeitebenen erzählt. Sie bestehen aus Leanders und Jonas' Erlebnissen und Lilas Kapiteln mit den Erfahrungen, die sie mit Leander macht. Das ist unter Umständen nicht einfach zu lesen, da man anfangs nicht weiß, ob beide Erzählstränge parallel verlaufen oder zeitlich versetzt sind. Erst mit fortschreitender Lesezeit erschließt sich das Ganze (geniale) Konstrukt. Ich war von beiden Perspektiven völlig gebannt.

Die großen Überthemen der Handlung sind Freundschaft, Schmerz und Liebe. Und das ist hier wirklich nicht abgedroschen behandelt, sondern geht in die Richtung Selbstschutz und -findung. Das wurde sehr deutlich veranschaulicht. Mein Leseerlebnis war intensiv, manchmal auch beklemmend. Im letzten Buchdrittel werden die Handlungsebenen zusammengeführt, erscheineb nun ganz klar und logisch. Auch hier gelingt der Autorin ein klein-großes Aha-Erlebnis, eine mitreißende Überraschung, je nachdem wie stark man das als Leser empfindet. Der Abschluss ist rund und "gut", so offen dargelegt, wie man es im Jugendbuch nicht mehr oft findet. Leser werden mit ihren Gedanken am Ende nicht alleine gelassen.

Fazit
"17 Erkenntnisse über Leander Blum" thematisiert Kunst und Liebe in vielen Formen ... und große Kunst ist auch dieses Buch. Mit ihrer ausdrucksstarken Geschichte hat Autorin Irmgard Kramer innerhalb der Jugendliteratur ein Denkmal gesetzt. Sie ist nicht nur sehr gekonnt umgesetzt und perfekt verwoben, sie ist vor allem tiefgründig und fesselnd-berührend. Es lohnt sich, sich ganz bewusst darauf einzulassen. Für mich ist das Buch preisverdächtiges Highlight! 5 von 5 Sterne gibt es dafür.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Robby aus der Räuberhöhle. Abenteuer am Badesee

Barbara Landbeck , Barbara Landbeck
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Jumbo, 09.02.2018
ISBN 9783833738326
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Oh toll, ein neues Robby-Buch! Ja, so reagieren meine großen Kinder, wenn der Räuberjunge ein neues Abenteuer erlebt. "Robby aus der Räuberhöhle: Abenteuer am Badesee" ist bereits sein drittes. Selbstverständlich haben wir seine kompletten Erlebnisse verfolgt und möchten diese Bücher in unserem Regal nicht mehr missen. Was macht sie jetzt so besonders und beliebt, die Geschichten rund um Thea und Robby, der mit seiner Oma in einem idyllischen Versteck mitten in der Stadt wohnt? Ich glaube hier ist es die Kombination aus einem realistischen Schauplatz und der unkonventionellen Lebensweise der kleinen Räuberfamilie. Dazu kommt noch ganz viel Spannung und ein herzliches Miteinander. Jede Geschichte ist wieder ein Freude!

Es ist definitiv so, dass man "Abenteuer am Badesee" als eigenständiges Buch lesen und vorlesen kann. Robbys Erlebnisse sind jeweils unabhängig voneinander. Das ist bei Kinderbuchreihen auch besonders wichtig, damit die jungen Leser den Überblick behalten und gut in die jeweilige Geschichte finden. Bei "Robby aus der Räuberhöhle" fände ich es allerdings sehr empfehlenswert, mit Band 1 zu beginnen. Denn gerade das erste Buch vermittelt den Charme der Reihe besonders schön.
Dieses Buch passt perfekt zur sommerlichen Jahreszeit. Robbys Freundin Thea, verbringt ihre Sommerferien bei ihm und seiner Oma in Jottwede. Neben der Pflege einer Babyfledermaus verbringen die Kinder viel Zeit am Badesee und machen auch wieder die ein oder andere freudige oder nervenaufreibende Entdeckung. Denn in Jottwede ist Falschgeld im Umlauf, und vielleicht, nur vielleicht, kommen die Kinder ja den Tätern auf die Spur.

Wieder wird die Geschichte durch viele stimmungsvolle Bilder der Autorin unterstützt. So macht jüngeren Kindern das Lesen großen Spaß ... und das Vorlesen erst recht. Neben der spannenden Handlung propagiert das Buch einen freundlichen und vorurteilsfreien Umgang mit Mitmenschen. Es scheut sich aber auch nicht davor, ganz aktuelle Themen aufzugreifen, die Kindern nahestehen. "Abenteuer am Badesee" ist erneut großartig. Wir hoffen auf weitere Robby aus der Räuberhöhle-Bücher.

Fazit ....
Jedes Buch der Reihe "Robby aus der Räuberhöhle" war für uns ein charmanter Hit! Ebenso "Abenteuer am Badesee", die aktuelle Geschichte. Eine liebevoll-freundliche und zugleich spannende Handlung sind genauso erwähnenswert, wie die wertschätzende Botschaft, die das Kinderbuch vermittelt. Am Ende bleibt ein großer Vorlesespaß für jung und alt ... und die Hoffnung auf weitere Titel dieser wunderbaren Reihe.

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333 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 136 Rezensionen

action, amazonen, d.c., dc comics, diana, dtv, dtv-verlag, fantasy, jugendbuch, krieg, kriegerin, leigh bardugo, superhelden, superheldin, wonder woman

Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen

Leigh Bardugo , Anja Galić
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 06.02.2018
ISBN 9783423761970
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich würde einfach mal voraussetzen, dass Superhelden-Comics schon immer eine große Faszination ausübten. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Ist es da nicht eine großartige Idee, einigen dieser Helden in einem Roman eine Stimme zu geben? "Wonder Woman: Kriegerin der Amazonen" von Leigh Bardugo ist der erste Band der vierbändigen DC Icons-Reihe. Dafür wurde die Geschichte des jeweiligen Superhelden von unterschiedlichen Autoren geschrieben und eigen interpretiert. Jedes Buch steht für sich alleine und kann unabhängig von den anderen Geschichten gelesen werden. Dass ich diese Bücher lesen würde, war klar. Und gleich das erste legt auch noch einen starken Auftritt hin.

Direkt mit dem ersten Kapitel hatte ich Assoziationen zum 2017 erschienen Film "Wonder Woman". Die Atmosphäre auf Themyscira, der Insel der Amazonen, erinnerte mich stark an das Filmsetting und ich hatte unmittelbar dessen Bilder vor Augen. Kein schlechter Start, vorausgesetzt, man mag die Verfilmung. Doch dann ändert sich die Handlung komplett, und Autorin Leigh Bardurgo macht ihre eigene Geschichte daraus. Ich bin mir nicht sicher, inwieweit sich diese mit den Wonder Woman-Comics deckt, dazu kenne ich mich zu wenig damit aus. Aber gerade diese eigenen Note machte für mich das Buch authentisch und gefiel mir gut. Außerdem liest sich die Geschichte super.

In "Wonder Woman: Kriegerin der Amazonen" rettet Diana, eine Amazonen-Prinzessin, das sterbliche Mädchen Alia vor dem Ertrinken. Damit bringt Diana nicht nur sich und alle Amazonen auf der Insel Themyscira in Gefahr, auch die Menschheit steht vor einem erbitterten Krieg. Denn Alia ist eine Kriegsbringerin. Sie ist verantwortlich für alle schrecklichen Kriege der Welt, die kurz vor ihrem Ausbruch stehen. Jedoch gibt es eine Chance, dies zu verhindert. Dafür müssen Diana und Alia zusammenarbeiten.

Das Buch ist sehr spannend zu lesen. Die Atmosphäre, mit ihrer Verbindung von Realität und Mythologie, hat Beispielcharakter. Trotz viel Action und immer wiederkehrenden Spannungsspitzen, waren mir die Gedanken der erzählenden Personen (das sind Diana und Alia) manchmal ein wenig zu ausschweifend. Beide Hauptcharaktere sind super gestaltet, auch die Nebenpersonen. Bei Einzelnen hätte ich mir noch mehr Entwicklung gewünscht. Als sehr klasse empfand ich den Humor, den ich in einem solchen Roman nicht unbedingt erwartet hätte. Er hat mich immer wieder zum Lachen gebracht. Herrlich!
Eine Wendung am Ende wird nicht alle Leser überraschen, ich hatte sie so nicht auf dem Schirm und war folglich sehr erstaunt. Nach einem nervenaufreibenden Schluss wird Dianas Geschichte mit einem runden Abschluss beendet. Obwohl jedes Buch der DC Icons-Serie ein eigenständiger Roman ist, würde es mich jetzt schon interessieren, ob es Verbindungen zwischen den Geschichten gibt.

Fazit
"Wonder Woman: Kriegerin der Amazonen" ist ein großer Schmökerspaß und nicht nur für Fans von Superhelden-Comics eine Leseempfehlung. Die Geschichte ist actionreich und spannend, dazu noch sehr unterhaltsam. Da ist es kaum relevant, dass sie manchmal etwas lang erscheint. Besonders viel Spaß macht der tolle Humor und die Verbindung von phantastischer Wirklichkeit und Mythologie. Ein in sich abgeschlossener Roman, innerhalb einer sehr anziehenden Serie, den ich unbedingt weiterempfehlen kann. 4 von 5 Sterne gibt es von mir.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

besondere bildsprache, bilderbuch, elefanten, gemeinsam, kinderbuch, kindergeschichte, mäuse, miteinander füreiander, witzig, witzige bilder

Wir sind elefantenstark!

Anuska Allepuz , Uwe-Michael Gutzschhahn , Anuska Allepuz
Fester Einband
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 05.02.2018
ISBN 9783473446995
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Schaffen wir im Leben die meisten Dinge alleine? Oder geht manches gemeinsam auf jeden Fall leichter von der Hand? Um dieses Thema geht es im neuen Bilderbuch "Wir sind elefantenstark!" von Anuska Allepuz. Auf eine ganz einfache (und sehr humorvolle!) Art können Kinder hier erfahren, dass es manchmal angebracht ist, den eigenen Egoismus hinten anzustellen, weil man gemeinsam besser zum Ziel kommt.

Dafür kommt das Bilderbuch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher, denn es ist vollkommen in Ordnung, auch mal Dinge alleine zu machen. Es wirkt eher unterbewusst, behandelt das Thema wie nebenbei und dazu noch sehr, sehr lustig. Alleine die fünf Elefanten sind schon drollig anzusehen, wie sie da im Herzen des Jungels vor sich hinleben. Jeder von ihnen hat eigene Vorlieben, jeder hat seinen ganz eigenen Geschmack, wenn es um die Lieblingsfrucht geht. Nur wer ganz genau hinschaut, kann neben der fünf Elefanten noch fünf kleine Mäuse erkennen, die ständig gemeinsam zu Werke gehen.
Die beschauliche Ruhe der Elefanten wird gestört, als sie eine besondere, köstlich aussehende Frucht entdecken. Und sie hängt hoch oben am Baum. Jeder Elefant möchte die Frucht für sich haben, doch irgendwie kommt keiner ran an diese Frucht. Die Mäuse hingegen haben einen gemeinsamen Weg gefunden, die köstliche Frucht zu pflücken. Ob dieser auch den Elefanten einleuchtet?

Die Gestaltung von "Wir sind elefantenstark!" erinnert mich bei manchen Elementen an Bilderbücher von Leo Lionni, zum Beispiel "Frederick" oder "Swimmy", ist aber weitaus farbenfroher und heiterer. Man fühlt sich sofort wohl damit. Einen besonderen Charme haben die Elefanten und die Mäuse - lustig und herrlich! Der Text ist für kleine Kinder gut verständlich, nicht zu lang, und mit viel Witz unterlegt. Manche augenzwinkernde Szene wird bei mehrmaligem Lesen von den Kindern immer heiß erwartet. Sehr schön!

Fazit ...
"Wir sind elefantenstark!" ist ein Bilderbuch, das Kinder immer wieder anschauen oder vorgelesen bekommen möchten. Einige Szenen sind so lustig, dass wir während des Lesens schon ganz hibbelig und freudig darauf warten. Die farbenfrohe Geschichte macht großen Spaß. Sie verdeutlicht spielerisch, dass es schön ist, Dinge alleine zu machen, manches gemeinsam aber noch besser gelingt. Ein sehr gewitztes Bilderbuch!

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64 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

etwas besonderes, familie, fantasy, griffiun, insel, internat, jugendbuch, mysteriös, mystery, mysterythriller, ostsee, spannung, vergangenheit

Der Schein

Ella Blix
Fester Einband: 472 Seiten
Erschienen bei Arena, 19.01.2018
ISBN 9783401604138
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ella Blix - cooler Autorenname, dachte ich sofort. Tatsächlich ist es aber das Pseudonym gleich zweier Autorinnen. "Der Schein" ist das erste gemeinsame Buch von Antje Wagner und Tania Witte und hat mich schon alleine wegen des ungewöhnlichen gold-schwarzen Covers neugierig gemacht. (Eine kleine Randbemerkung: Die Kringel hinter dem Mädchen bilden das Wort Schein. Das habe ich erst nach dem Lesen erkannt. Komisch, zuvor waren es für mich einfach nur Verschwurbelungen.) Ich weiß nicht, ob sich die beiden Autorinnen gesucht haben, gefunden haben sie sich mit diesem Buch auf jeden Fall. Es ist nicht nur äußerst mysteriös und "nicht ganz von dieser Welt", sondern so vereinnahmend und mitreißend, dass man es bis zum Schluss kaum zur Seite legen kann.

Dabei hatte ich das Buch zuerst falsch eingeschätzt. Das lag an Hauptprotagonistin Alina, die es mir ab Beginn nicht leicht machte. Ich empfand sie zwar als relativ eigenständig und auch lustig, aber vor allem als kleingeistig/intolerant, schlecht gelaunt und, ganz schlimm, ihr Schubladendenken ging mal gar nicht. Das hatte für mich null Vorbildcharakter, und ich dachte sogar kurz, dass es doch nicht sein kann, dass Autorinnen heute noch solch ein Weltbild vermitteln. Doch es kommt definitiv anders. Es ist ein Hintergrundthema der Geschichte, dass Schubladendenken eben nicht förderlich ist und Vorurteile eher schaden als nützen. Alina lernt aus ihren Fehlern, ändert ihre Sichtweise und ihr Verhalten anderen gegenüber. Damit ist "Der Schein" eines dieser (Jugend)-Bücher, die für Vielfalt stehen und von denen es noch viel mehr geben sollte.

Abgesehen davon, und ganz unabhängig von meiner anfänglichen Skepsis, kam ich ab Beginn kaum von den Seiten los. Die Geschichte ist so spannend und mitreißend! Atmosphäre und Schauplatz sind top. Die Gruppe aus verschiedenen Internatsschülern, die Alina bei ihren mysteriösen Erlebnissen begleitet, das alles wurde wunderbar kombiniert. Außerdem ist die Sprache sehr gut, dicht-verspielt und manchmal sogar etwas poetisch. Mir ist völlig schleierhaft, wie man so etwas als Schreibduo hinbekommen kann. Sehr klasse! Das Buch liest sich wie ein unheimlicher Mysteryroman. Ich war permanent am Rätselraten, was es mit den Ereignissen denn nun auf sich hat.
Einzig Alinas Gedanken sind manchmal leicht ausschweifend, dafür aber sensibel erzählt. Ihr zuhausegebliebener Freund wäre meines Empfindens nicht unbedingt notwendig für die Handlung gewesen. Dafür hat die Geschichte keine gängige Lovestory, die über allem steht. Sehr gut! Der Fokus liegt auf Alinas Familiengeschichte.

Ohne zu viel zu verraten - ich hatte es irgendwann auch vermutet -, geht die zeitgenössische Handlung über ins Genre Science Fiction. Super gemacht, denn eine andere Lösung schien mir, bei all den versteckten Hinweisen und außergewöhnlichen Elementen, unmöglich, wäre mir sogar albern vorgekommen. So passte es perfekt. Der Schluss hielt für mich ein Aha-Erlebnis, bezüglich des Buchtitels breit. Sozusagen als besonderen Bonus. "Der Schein" endet zufriedenstellend, aber fast auch ein bisschen traurig. Ich fand's super!

Fazit
"Der Schein" hat ein glänzend schönes Cover. Damit ist das Buch ein ungewöhnlicher Blickfang, der meine Erwartungen in einen spannenden Mystery-Roman schürte, mich dann anfangs aber fast auf eine falsche Fährte führte. Aber nur fast, denn das Buch ist toll! Es IST spannend, SEHR mysteriös und ziemlich cool-abgefahren. Dazu liest es sich so fesselnd und vielfältig, dass man es ein einem Rutsch verschlingen mag/muss. Eine große Empfehlung! ... Und zwei Autorinnen, die ich unbedingt im Auge behalten muss. 4,5 von 5 Sterne gibt es von mir.

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119 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

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Die Legenden der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Silvia Kinkel , Andrew Davidson
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.04.2018
ISBN 9783426226568
Genre: Fantasy

Rezension:

Ransom Riggs Trilogie über die besonderen Kinder ist in aller Munde. Band 1 "Die Insel der besonderen Kinder" wurde verfilmt. Umso neugieriger war ich auf "Die Legenden der besonderen Kinder", eine Geschichtensammlung aus eben jenem Universum des Autors. Für viele Leser ist dieses Buch eine wünschenswerte Ergänzung zu den Romanen. Für mich war es ein Einstieg, da ich bisher keinen der Hauptromane kenne. Macht aber gar nichts, denn "Die Legenden der besonderen Kinder" kann ganz für sich alleine gelesen werden. Für Leser, die schon in die Welt der besonderen Kinder abgetaucht sind, ist es eine tolle Zugabe. Für solche, die noch keines der Bücher kennen, ein atmosphärischer und legendärer Anfang.

Die Gestaltung des Buches kann hier nicht unerwähnt bleiben, denn diese ist einfach nur wunderschön! Das kleine Hardcover sieht aus wie in Leinen gebunden (was es aber tatsächlich nicht ist) und mit vielen, vielen goldfarbenen Prägungen versehen. Schaut man genau hin, kann man im goldenen Geäst auf dem Cover immer wieder Neues und Kurioses entdecken.
Im Inneren setzt sich die hochwertige Gestaltung fort. Ein Zweifarbdruck hebt die Geschichtsanfänge, Seitenzahlen und Fußnoten hervor. Das Schriftbild wirkt ein bisschen altertümlich, passend zu den einzelnen Geschichte und der optischen Qualität. Jede Geschichte besitzt eine seitenfüllende Illustration von Andrew Davidson. Sehr eindrücklich und adäquat. Die Ausstattung ist so schön, dass hier schon das Herz eines jeden Buchliebhabers aufgeht.

"Die Legenden der besonderen Kinder" umfasst 10 Kurzgeschichten. Zuvor tauchte ich schon mit den bibliographischen Daten, den Hinweisen für den Leser und dem Vorwort in die Welt der besonderen Kinder ein, und das ist zudem noch sehr amüsant. Ich habe die ganze Zeit geschmunzelt. Die einzelnen Geschichten lesen sich wie Sagen oder Märchen, sind sehr hochwertig geschrieben und fesseln sofort. Das mag daran liegen, das sie nicht nur spannend, sondern oft auch sehr kurios, makaber oder gruselig sind. Jede Geschichte steht für sich selbst, kann eigenständig gelesen werden. Liest man sehr genau, kann man jedoch teilweise kleine Verbindungen entdecken. Für mich war jede Geschichte gut. Aber als sehr gut empfand ich die erste Buchhälfte. Diese Geschichten gehören auch zu meinen Favoriten. Am Ende tauchte ich mit dem Gefühl aus dem Buch auf, nun sofort Ransom Riggs Romane der besonderen Kinder lesen zu wollen.

Fazit
"Die Legenden der besonderen Kinder" sind wirklich etwas Besonderes. Alleine die äußere und innere Ausstattung machen das Buch zu einem Regalschatz und einem perfekten Geschenkbuch. Die enthaltenen Kurzgeschichten haben es wirklich in sich. Sie sind sagenhaft, sehr atmosphärisch und meist so kurios, dass man als Leser völlig vereinnahmt wird. Egal ob als Einstieg in die Welt der besonderen Kinder oder als Zusatz, dieses Buch bekommt eine große Empfehlung. 4,5 von 5 Sterne vergebe ich dafür.

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

rezensionsexemplar

Zusammen sind wir Helden

Jeff Zentner , Ingo Herzke
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.12.2017
ISBN 9783551556851
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was soll ich zu diesem Buch nur sagen? Außer, dass es sich sofort tief in mein Herz gegraben hat, wie es schon auf dem Schutzumschlag prophezeit wurde. Ja, da hatte das Zitat von The Globe and Mail vollkommen recht. Denn "Zusammen sind wir Helden" rührte sofort etwas in mir an, das mich während der kompletten Lektüre nicht los ließ, das mich begeisterte, aber auch wütend machte und erschütterte. Es ist eine Freude Dill, Travis und Lydia ein Stückchen auf ihrem Weg zu begleiten, gleichzeitig aber auch eine emotionale, fast etwas hilflos machende Achterbahnfahrt. Dieses Buch muss man lesen!

Es geht um drei Jugendliche, die in der ländlichen Umgebung von Nashville/Tennessee wohnen - in einem sehr nationalistischen Teil der USA. Im Alltag sind sie alle mit Vorurteilen behaftet, kommen täglich in Kontakt mit Rassismus, Mobbing oder Sexismus und (verbaler) Gewalt. Jeff Zentners großes Überthema ist, dass sich jeder dieser drei Jugendlichen einen Ausbruch aus dieser Gesellschaft wünscht. Bei Lydia scheint dieser Ausbruch zum Greifen nah, bei Dill sehr weit entfernt bis unmöglich, und Travis wäre schon glücklich, ein eigenständiges Leben, weg von seinem gewalttätigen Zuhause, zu haben.

Dills Leben ist geprägt von Kontroversen. Sein Elternhaus ist nicht nur sehr religiös, nein, sein Vater leitet eine der christlich-fundametalistischen Kirchen, deren Anhänger Gottes Beistand durch Zeichen herausfordern, indem sie Gift trinken oder mit gefährlichen Schlangen hantieren. Zur Zeit sitzt Dills Vater aber wegen dem Besitz von Kinderpornographie im Gefängnis. Eine Prüfung Gottes, wie er sagt. Schuld bei sich selbst sieht er nicht, Reue schon gar nicht. Dill und seine Mutter kommen mehr schlecht als recht über die Runden. Er möchte eine neues Leben beginnen, kämpft aber mit falschem Verantwortungsbewusstsein und der anerzogenen Lehre.
Travis arbeitet im Holzlager seines Vaters. Dieser versäumt keine Gelegenheit, sich über seinen Sohn lustig zu machen, ihn zu demütigen, zu verachten, zu verprügeln. Darum lebt Travis auch in der Fantasywelt einer Romanreihe, in der er völlig aufgeht, die ihm mehr Zuhause ist als sein Elternhaus.
Lydias Eltern sind recht wohlhabend und achten auf ihre Tochter. Außerdem hat Lydia einen sehr bekannten Mode- und Lifestyleblog. Bei ihren Fans und Followern genießt sich Wohlwollen und ein hohes Ansehen. In ihrer kleinen Heimatstadt, von Mitschülern, wird sie eher kritisch beäugt und ist eine Außenseiterin. Sie möchte unbedingt weg und erfüllt durch ihre Verbindungen zur Mode- und Beautyszene auch alle Voraussetzungen dafür.

Diese drei Jugendlichen sind beste Freunde und hängen sehr aneinander. Sie sind grundverschieden, haben aber auch Gemeinsamkeiten, indem sie mit ihren jeweiligen Lebensumständen zu kämpfen haben. Das schweißt sie zusammen. Und so richtig kann sich keiner von ihnen vorstellen, dass sich ihre Lebenswege bald trennen sollen. Der Autor schildert die Vorfälle um Dill, Travis und Lydia so gefühlvoll und zu Herzen gehend, dass ich mir relativ sicher bin, dass beim Lesen kein Auge trocken bleiben wird. Es gibt Wendungen, die in ein tiefes Loch reißen und die mich schockiert und bestürzt haben. Manchmal fiel es mir fast schwer, aber ich wollte nicht wegsehen. Nach einem einfühlsamen Auf und Ab endet das Buch konsequent realistisch. Aber so, dass man die Geschichte mit einem guten, wenn auch wehmütigen Gefühl zurücklässt.

Fazit
Bis eben grade habe ich mir noch überlegt, ob ich "Zusammen sind wir Helden" den Lieblingsbuchstatus verleihen kann. Ja, ich kann und ich will! Das Buch ist ein wunderbares Herzensbuch. Es ist auf eine gefühlvolle Art mitreißend, steckt so voller Authentizität und dramatischer Brisanz, dass man sich als zuschauender Leser nur schwer lösen kann. Ein Highlight, das mich gleichzeitig schwer begeistert und tief emotional gepackt hat. Das hatte ich schon lange nicht mehr. Es sollte viel mehr davon geben. Lesen! Nicht weniger als 5 von 5 Sterne.

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185 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 43 Rezensionen

agenten, agentur, eisen, england, ermittlungen, fantasy, feinde, flo, flo bones, freundschaft, geister, geisterjäger, jonathan stroud, lockwood & co, london

Lockwood & Co. - Das Grauenvolle Grab

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.11.2017
ISBN 9783570174623
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eine kleine Ära geht zu Ende - so fühlt sich das für mich gerade ein bisschen an. Denn die Lockwood & Co.-Romane begleiteten mich seit 2013. Mit "Das Grauenvolle Grab" hat die Reihe nun ihr Finale erreicht. Schade eigentlich ... und natürlich wunderbar. Jedes der Bücher ist spitzenklasse! Und im Grunde würde es genügen anzufügen, dass auch der Abschlussband sich in die Schlange der besten Reihentitel stellen darf. Ein erneut gruselig-famoses Leseerlebnis mit der kleinen Geisterjägeragentur und ihren einzigartigen Mitarbeitern.

Gleich zu Anfang begleitet man Anthony Lockwood und seine Mitarbeiterkollegen Lucy, George, Holly und Quill Kipps bei der Geisterjagd. Das war in jedem der Vorgängerbände so und ist wie immer nervenaufreibend, gruselig und superspannend. Dieses Mal hat die Agentur aber nicht den Auftrag eines Klienten angenommen, sie sind in eigener Sache unterwegs. Sie wollen dem Ursprung des Geister-Problems auf den Grund gehen. Dazu brechen sie in die Gruft von Marissa Fittes ein, der Gründerin der bekanntesten und größten aller Geisterjägeragenturen. Marissa ist vielleicht der Schlüssel zur Lösung. Doch ist es wirklich sie, die da in dem silbernen Sarg liegt? Der Geist, der sich daraus erhebt, behauptet etwas anderes.
Wie gewohnt ist das "Das Grauenvolle Grab" sehr hochwertig geschrieben, dazu charmant und gleichermaßen schauervoll-spannend zu lesen. Durch den trockenen Humor, mit dem viele Szenen unterlegt sind, wird die Geschichte zu einem großen Lesespaß. Aber ...

... bei aller Spannung und Ermittlung fiel es mir auf, dass der Abschlussband auch eine sehr ernste Seite hat. Sie ist tiefgründig und die Handlung wirkt dadurch ruhiger, vielleicht überlegter und nicht so abwechslungsreich. Das macht gar nichts, aber man sollte sich als Leser darauf einstellen, dass hier Elemente zum Tragen kommen, die man bereits aus dem letzten Abenteuer von Lockwood & Co. kennt. Zwar etwas anders umgesetzt und mit einem anderen Ziel, aber dennoch bekannt. Das hat mich überrascht, weil dies bisher in den Lockwood & Co.-Büchern noch nicht der Fall war. Diese ernste Seite hält sich bis zum Schluss, obwohl die Geschichte vor eigenem Charme wieder mal nur so sprüht. Das Ende empfand ich als sehr eindrucksvoll und ergreifend ... wirklich großartig. Die Geschichte wird zu einem guten (leicht offenen) Abschluss gebracht, der meiner Meinung nach perfekt passt und mit einem guten Gefühl entlässt.

Fazit
Den Maßstab für ein perfektes Leseerlebnis haben alle Lockwood & Co.-Bücher konstant hoch gehalten. Mit "Das Grauenvolle Grab" endet diese Tradition wie gewohnt. Der Abschlussband ist spannend, sehr gruselig und humorvoll-charmant ... aber auch tiefgründiger und ernster. Den eigentlichen Schluss hätte man etwas (ab)geschlossener erwarten können, ich finde ihn aber passend. Und vielleicht, nur vielleicht soll eine kleine Hintertüre offen bleiben. Ein tolles Buch! 4,5 von 5 Sterne vergebe ich für den Reihenschluss.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Die Bratwurstzipfel-Detektive und das Geheimnis des Rollkoffers

Jens Steiner , Maria Karipidou
Fester Einband
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 14.02.2018
ISBN 9783473408177
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Kinder finden Detektivgeschichten toll! Vor allem, wenn sie alles andere als gewöhnlich, gerne besonders und etwas schrullig-eigen sind. Genau diese Attribute treffen auf den ersten Fall der Bratwurstzipfel-Detektive zu. In "Die Bratwurstzipfel-Detektive und das Geheimnis des Rollkoffers" gilt es nicht nur, das Geheimnis des merkwürdigen Nachbarn Herr Radek aufzudecken, es ist zudem eine Geschichte über Familie und Freundschaft, die einen hohen Unterhaltungswert besitzt.

Clemens Lebensumstände sind sehr anschaulich und auch schräg. Er wohnt mit seiner Familie mitten in den Stadt, in einem sehr beengten, aber gemütlichen Haus. Alle fühlen sich hier wohl, auch wenn Clemens Papa, Schreiner von Beruf, oftmals seine Lehrlinge und Gesellen gleich mit einquartiert. Wäre da nicht Haubesitzer und Nachbar Radek, der sich in letzter Zeit komisch benimmt. Clemens und seine Freunde möchten dem Rätsel auf die Spur kommen.

Das Lesen macht sofort Spaß. Denn das Buch ist pfiffig und lustig, was vor allem daran liegt, dass Clemens sich selbst nicht allzu ernst nimmt, gleichzeitig aber sehr gefühlvoll ist. Das ist super! Auch die Familiendarstellung ist etwas Besonderes - alle Charaktere sind herzlich und eigen zugleich. Während die Freunde den Fall um Nachbar Radek lösen möchten, kommt ihnen einiges dazwischen. Viel Verwirrung, aber auch Streit und Uneinigkeit. Nebenbei thematisiert Autor Jens Steiner auch, dass Kinder sich manchmal in ihre eigene Traumwelt flüchten. Ich persönlich fand diese Szenen bei Clemens etwas abstrakt und zu viel und hätte mir die Geschichte auch ohne dieses Element gut vorstellen können.

(Meine) Kinder lesen gerne von Kapitel zu Kapitel, bzw. wollen sie immer wissen, wie viele Kaptitel sie bereits schon gelesen haben, wo sie gerade sind und wie viele Kapitel noch kommen. Das Inhaltsverzeichnis im Buch ist also wie für sie gemacht. Auch die Ich-Erzählung von Clemens sorgt für Identifikation und Verständnis. Am Anfang jedes Kapitels befindet sich eine kleine Illustration, im Text selbst jedoch nicht. Richtig Spannend und auch etwas ungewöhnlich wird es dann gegen Ende. Das Abenteuer der Bratwurstzipfel-Detektive ist für diesen Band abgeschlossen. Wir wünschen uns, dass noch einige folgen.

Fazit ...
"Die Bratwurstzipfel-Detektive und das Geheimnis des Rollkoffers" ist eine gut durchdachte Geschichte, die herzlich-eigen daherkommt und Kindern viel Lesefreude mitbringt. Gleichzeitig greift das Buch Themen auf, die Kinder bewegen, und setzt sie mit viel Humor und Feingefühl um. Und durchweg spannend ist es auch. Ich bin mir sicher, dass Jungen und Mädchen viel Freude mit dem Buch haben und weitere Abenteuer der Bratwurstzipfel-Detektive kaum erwarten können.

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

asian, otor

Die Legende von Shikanoko / Die Legende von Shikanoko - Fürst des schwarzen Waldes

Lian Hearn , Sibylle Schmidt
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.02.2018
ISBN 9783737354684
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der erste Band der Shikanoko-Dilogie hatte es mir nicht einfach gemacht. Er war besonders, aber auch sehr eigenen geschrieben und ausgeführt. Ungewöhnlich für Leser aus unseren Kulturkreisen. Wahrscheinlich war das Buch dann schlussendlich so faszinierend, dass der Abschlussband "Fürst des schwarzen Waldes" ein Lesemuss wurde. Die Handlung knüpft direkt an der vom Vorgängerband an, und es war für mich erstaunlich, wie leicht mir der Einstieg fiel.

Entgegen aller Vermutung und obwohl das Buch seinen Titel trägt, hat Shikanoko eine eher kleine Rolle im Buch. Er ist viel weniger präsent als in der ersten Geschichte. Es ist jedoch so, dass über den Titelhelden alle wichtigen Fäden im Buch zusammenlaufen. Dabei ist Shikanoko aber eine Person, die nicht durchweg sympathisch oder gut ist. Er ist sehr komplex, und das macht ihn so interessant.
Im Grunde geht es in "Fürst des schwarzen Waldes" um das Finden und Ernennen des Wahren Kaisers Yoshimori, der versteckt als Akrobat unter normalen Leuten lebt. Wäre sein Aufenthaltsort bekannt, würde er sofort von seinen viele Feinden umgebracht. Die ganze Handlung ist auf dieses Ziel - Yoshimori zu finden - ausgelegt. Dazu sind viele verschlungene Wege nötig und die Autorin setzt Personen ein, von denen man nicht erwartet, das sie etwas dazu beitragen könnten.

Ich empfand diesen zweiten Band als ein einfacheres und zuträglicheres Lesen als noch Band 1. Es ist nach wie vor kein easy reading, hat viel Handlung, und kann den Leser ganz schön herausfordern. Trotzdem konnte ich hier ununterbrochen am Ball bleiben, empfand keine Längen o. Spannungseinbrüche. Die Handlung kann teilweise ganz schön hart sein. Leser vom ersten Band durften das schon ausführlich erfahren.
Die große Stärke des Romans sind wohl die Charaktere, jeder (ganz unabhängig von Shikanoko selbst) ist sehr vielschichtig und oftmals alles in einem: gut und böse, freundlich und eigennützig. Man kann kaum eine Person nur auf eine Eigenschaft reduzieren. Schon in der Mitte des Buches fragte ich mich, wie es der Autorin wohl gelingen würde, alle Fäden miteinander zu verknüpfen. Da werden sie dann perfekt. "Fürst des schwarzen Waldes" hat ein gutes Ende und lässt den Leser mit dem Gefühl zurück, etwas Großes geschafft zu haben.

Zusammengefasst:
"Die Legende von Shikanoko: Fürst des schwarzen Waldes" schließt die Reihe so gut ab, das wirklich keine Wünsche offen bleiben. Der Roman ist extrem gut durchdacht und hat mich dadurch stark beeindruckt. Es bleibt vielleicht ein spezielles, eigenes Leseerlebnis, dessen Erfahrung sich aber lohnt. Sind es nicht manchmal gerade die ungewöhnlichen Bücher, die am meisten faszinieren? Am Ende war ich rundum zufrieden und hatte das Gefühl, etwas Umfangreiches gemeistert zu haben. Sehr gut!

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abenteuer, fantasy, feinde, freunde, friends, furcht, götter, hass, hate, historisches fantasy, jugendroman, könige, königin, marie lu, young elites

Young Elites - Die Herrschaft der Weißen Wölfin

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband
Erschienen bei Loewe, 15.01.2018
ISBN 9783785584163
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Young Elites-Trilogie war für mich ab dem ersten Band etwas Besonderes. Vor allem lag das wohl an der Hauptprotagonistin Adelina, die sich von einem verängstigten Mädchen, zu einer düsteren und rachsüchtigen jungen Frau entwickelt. Anfangs kann man das noch wie nebenbei miterleben, spätestens im zweiten Band wird jedem Leser klar, was aus Adelina geworden ist - eine böse Schurkin, sozusagen eine Antiheldin. Wie die Autorin die vielen Konflikte im Abschlussband "Die Herrschaft der Weißen Wölfin" lösen würde, das war für mich die spannende Frage. Es war definitiv ein tolles Leseerlebnis, sehr spannend und hitzig. Und am Schluss so mutig und konsequent, dass es mich sehr anrührte, fast ein bisschen überwältigte.

Etwa ein Jahr ist vergangen, seit Adelina den Thron von Kenettra ergaunert, oder besser, an sich gerissen hat. Seitdem herrscht sie als mächtige Begabte mit Härte, oft Grausamkeit und Furcht, erobert ein Nachbarland nach dem anderen. Um sie herum hat sie ihre Freunde und Ratgeber des Bündnisses der Rosen. Doch als ihre alten Feinde, die Gemeinschaft der Dolche, entdecken, dass etwas die Welt verändert und damit das Leben allen Begabten in Gefahr ist, entschließt sich Adelina, mit den Dolchen zusammenzuarbeiten ... natürlich nicht, ohne ihre eigenen Ziele zu verfolgen.

Die Intensität der Geschichte hat mir unglaublich gut gefallen. Sie ist sehr düster, manchmal fast schon erbarmungslos und nicht selten richtig gruselig. Später wählt Marie Lu ein sehr bekanntes Romanelement, nämlich eine Reise, auf der verfeindete Parteien zusammenarbeiten müssen, um eine große Gefahr abzuwenden. Doch so einfach wird es nicht, denn es ist permanent eine Bedrohung zu spüren, ein innerer Konflikt mehrerer Protagonisten, und damit das Risiko, dass die Sache schiefgeht. Leicht wird es für alle Personen zu keiner Zeit und meine Gefühle schwankten zwischen Sorge, Faszination und auch Mitleid. Eine Antipathie gegen die Antiheldin Adelina hatte ich nie, auch nicht unbedingt gegen einen ihrer Mitstreiter oder Feinde. Hinter jeder Person stecken eine ganze Menge plausible Hintergründe. Das hat mich eher für sie eingenommen.

Richtig überrascht war ich dann von der Lösung des Ganzen. Davon, wie es für Adelina, die Rosen und die Dolche ausgeht. Lange habe ich mir überlegt, was sich Marie Lu für ihre Schurkin überlegt hat, und ich wäre nicht darauf gekommen, welchen Weg die Geschichte am Ende einschlägt. Ich fand ihn mutig, wohlüberlegt und irgendwie ergreifend. Und so kam es auch, dass ich gegen Ende so gerührt war, dass mich während der Schlusshandlung ein dicker Klos im Hals begleitete. Ein ausgezeichneter Schluss!

Fazit
"Young Elites: Die Herrschaft der Weißen Wölfin" schließt eine besondere Trilogie allerbestens ab. Ich kann es nicht genau definierten, darum sage ich es mal so: Vielleicht hat mir dieser Band am besten von allen gefallen. Obwohl ein großes Element des Buches sehr bekannt ist, hat mich die Handlung stark vereinnahmt. Am Ende so sehr, dass ich mit den Tränen kämpfen musste. Der Abschlussband ist spannend und nervenaufreibend-düster, gleichzeitig rührt das Buch etwas im Leser an, was er nicht vergessen wird ... weil es einfach besonders ist. Wirklich toll! 4,5 von 5 Sterne gibt es von mir.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

bär, bilderbuch, empathisch, gefühlvoll, gemeinsam für einander, kindergeschichte, miteinander, tiere

Ein Garten für alle

Laura Bednarski
Fester Einband
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 22.01.2018
ISBN 9783473447008
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der Bär möchte im Wald einen Garten anlegen. Schon lange träumt er davon, und jetzt macht er sich ans Werk; er gräbt und steckt Samen in die Erde. Doch oh weh, immer wenn der Bär gerade einen Schritt geschafft hat, kommen die anderen Tiere des Waldes und machen seine ganze Arbeit zunichte. Jedes Tier erfreut sich an den Gartenerträgen. Zuerst versucht der Bär, etwas Gutes darin zu sehen. Irgendwann ist er einfach nun noch traurig und verlässt seinen Garten. Die Tiere erkennen, dass das so nicht weitergeht und möchten helfen, den Garten neu anzulegen. Ob der Bär ihnen verzeihen kann?

"Ein Garten für alle" passt nicht nur hervorragend ins Frühjahr, das Bilderbuch fiel mir auf den ersten Blick durch die entzückenden Illustrationen auf. Sie sind niedlich und spaßig zugleich. Man fühlt sich beim Anschauen sofort wohl und es wird einem ganz warm ums Herz, schon aufgrund des sympathischen Bären. Die Geschichte zeigt die Arbeit, die in einem Garten steckt, dass diese viel mehr Spaß macht, und sich alle darüber freuen können, wenn man zusammenhilft. Dafür ist der Text sehr kurz gehalten und so, dass viel Spielraum für eigene Gedanken bleibt. So ist das Buch auch schon für kleine Kinder gut verständlich. Ein Bilderbuch zum immer wieder Anschauen und Vorlesen.

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Mein kleines Vogelbuch

Katrin Wiehle , Katrin Wiehle
Pappbuch
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 07.02.2018
ISBN 9783407823342
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Bei uns gibt es viele Vögel. Alle zu kennen ist fast unmöglich. Leider kennen viele Kinder nicht mal die bekanntesten Arten wie Amsel, Meise und Spatz. "Mein kleines Vogelbuch" ist ein Vogelbestimmungsbuch und ein Naturführer für die Allerkleinsten. Die stabilen Pappseiten sind wie gemacht für kleine Kinderhände. Wie auch die anderen Bücher der 100% Naturbuch-Reihe ist das Buch aus Recyclingpapier und mit Ökofarben bedruckt. Es ist wunderbar ansprechend.

Mit diesen Vögeln: Amsel - Bachstelze - Blaumeise - Buchfink - Buntspecht - Eichelhäher - Elster - Feldlerche - Goldammer - Hausrotschwanz - Hausspatz - Kuckuck - Mauersegler - Mäusebussard - Nachtigall - Rauchschwalbe - Rotkehlchen - Saatkrähe - Stadttaube - Star - Storch - Uhu - Wanderfalke - Zaunkönig

Der Text beschränkt sich pro Seite auf etwa einen Satz und zeigt, wo unsere heimischen Vögel leben. Im Garten, auf dem Feld und im Wald. Kurze Infos gibt es noch dazu, was Vögel tun und dass manche im Winter in den Süden fliegen, andere zu Hause bleiben. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Vögeln selbst, die einfach und realistisch gezeichnet sind. Und das Beste: Alle Stimmen der Vögel im Buch kann man sich unter beltz.de/vogelbuch naturgetreu anhören. Ich bin sehr begeistert. Lausche 24 Vogelstimmen!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

alter mann, bilderbuch, ernesto, gartengeschichte, gefühlvoll, gemüse, hund, kinderbuch, mensch und tier, orell füssli, teilen, tiere, tiergeschichte

Alle in den Garten!

Emma Lidia Squillari
Buch
Erschienen bei Atlantis Verlag , 09.02.2018
ISBN 9783715207261
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ernesto wohnt zusammen mit Bertram, seinem alten Hund, in einem kleinen Haus am Stadtrand. Das Haus hat einen Garten, der der ganze Stolz von Ernesto ist. Er harkt und sät, jätet und gießt darin. Doch nachts, wenn Ernesto und Bertram schlafen, kommen viele Tiere in den Garten und fressen soviel sie können. Ernesto ist sauer. Gemeinsam mit Bertram jagt er den Tieren einen so großen Schrecken ein, dass sie bestimmt nicht wiederkommen. Nun gedeihen die Planzen im Garten prächtig. Jeden Tag erntet Ernesto mehr als er und Bertram essen können. Was tun, mit dem übrigen Obst und Gemüse?

"Alle in den Garten!" ist ein Bilderbuch wie man es gern hat. Es ist lustig und spannend erzählt, ist dabei eigen und hat einen schönen Ausgang, eine gute "Moral", wenn man das so bezeichnen mag. Es geht ums Zusammenleben, ums Teilen und um eine Gemeinschaft von der jeder profitiert. Der Text ist ganz einfach und deutlich, und die Bilder von Emma Lidia Squillari geben die Geschichte perfekt wieder. Sie sind sehr detailliert und echt, zusätzlich noch mit viel Witz und Charme versehen. Ein Bilderbuch, das man gut im Frühjahr betrachten und Vorlesen kann, das aber das ganze Jahr über begleiten wird. Schön!

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Auf der Hummelwiese – Das große Herbarium

Stefan Casta , Angelika Kutsch , Maj Fagerberg
Fester Einband: 86 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.02.2018
ISBN 9783737355285
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Dieses Buch führt den Leser und Betrachter auf einen Spaziergang durch Wald und Wiesen. Es vermittelt Wissen über heimische Blumen, indem Leser sie erkennen, sammeln, trocknen und aufbewahren können. Für alle Blumenfreunde, die die Natur vor der Haustüre lieben. Und wirklich ein Erinnerungsalbum für das ganze Leben.

Ich wollte immer eines und hatte nie eines - ein Herbarium! Wahrscheinlich hätte ich Luftsprünge gemacht, hätte man mir als Kind (und sogar noch als Jugendliche) "Auf der Hummelwiese: Das große Herbarium" geschenkt. Zum Glück kann ich das Blumensammeln jetzt nachholen. Das Buch beginnt mit einem 'Willkommen in der Welt der Blumen'. Autor und Illustratorin erzählen, dass dieses Buch etwas ganz Besonderes ist und warum. Danach werden Blumen des Frühjahrs und des Sommers genauer betrachtet (Infos, Zeichnungen, Geschichte), ganze achtzehn Stück, vom Schneeglöckchen bis zur Glockenblume. Da das Album chronologisch aufgebaut ist, kann man diese Blumen das ganze Jahr über sammeln, trockenen und im Buch aufbewahren, bzw. hineinkleben. Blumensammler können alle Daten zur gesammelten Pflanze selbst eintragen, durch ein halbdurchsichtiges Pergamentpapier wird die getrocknete Blume vom Infotext abgetrennt. Begleitet wird da Buch von wunderschönen und zarten Aquarellzeichnungen, alle Blumen sind realistisch dargestellt. Hat der kleine oder große Besitzer des Buches keine Lust zum Blumensammeln, was ich mir nur ganz schwer vorstellen kann, so ist "Auf der Hummelwiese" auch ohne eigene Blumen zauberhaft anzusehen. Gefüllt wird es zu einem Erinnerungsalbum für immer. Ein echter Schatz!

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Was wächst denn da?

Gerda Muller , Tatjana Kröll , Gerda Muller , Gerda Muller
Flexibler Einband
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 07.02.2018
ISBN 9783407761996
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ein Jahr in Opas Garten! Sophie wohnt in einer großen Stadt und kennt Obst und Gemüse nur aus dem Supermarkt. Zum Glück hat sie Großeltern, die einen eigenen Garten bewirtschaften, dort auch Obst und Gemüse anbauen. In den Ferien darf Sophie immer mithelfen. Dabei lernt sie das ganze Jahr über alles, was für einen Garten und die Planzen darin wichtig ist - von der Aussaht im Frühjahr bis zum Spätherbst, wenn der Garten winterfest gemacht wird.

Sophies Gartenjahr ist wie ein kleiner Ratgeber, ein Sachbuch für Kinder, gestaltet. Und das wirklich ausführlich und sehr genial. Ich fühlte mich etwas an "Linneas Jahrbuch" erinnert, das ich als Kind immer wieder verschlungen habe. Kinder begleiten Sophie über ein Jahr hinweg. Mit ihren Großeltern, Nachbarn und Spielkameraden erlebt/lernt sie alles, was für einen Obst- und Gemüsegarten relevant ist und noch viel darüber hinaus. Das ist in Form einer Geschichte erzählt, bei der es alle Informationen, auch weiterführende, wie nebenbei gibt. Das ist nicht nur spannend, sondern durch liebevolle Details und Eigenheiten auch sehr warmherzig erzählt. Das Büchlein ist in der Minimax-Reihe erschienen, und ein schönes Mitbringsel für kleine Gärtner und Gärtnerinnen ... und natürlich solche, die es werden wollen. Ganz große Klasse!

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Ein Nest voller Wunder

Dianna Hutts Aston , Sandra Margineanu , Sylvia Long
Fester Einband
Erschienen bei Loewe, 12.03.2018
ISBN 9783785589137
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Im Tierreich beginnt das Leben meist in einem Nest. Ja, viele Tiere bauen Nester, nicht nur die Vögel. "Ein Nest voller Wunder", aus der Naturkind-Reihe, beleuchtet speziell dieses Thema, auf ganz einfache und dennoch vielfältige Art und Weise. Dabei kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Es ist lustig, denn obwohl der Klappentext etwas anderes sagt, ging ich bei diesem Bilderbuch von einem Buch über Vogelnester aus ... und von einer Geschichte. Falsch gedacht, denn in "Ein Nest voller Wunder" steckt viel mehr. Es ist kein Bilderbuch im klassischen Sinn, sondern ein Sachbilderbuch, durch das ein einfacher, gut verständlicher Text führt. Dieser ist so ausführlich, dass Kinder sich gut informiert fühlen, und gleichzeitig so schön erzählt (machmal fast ein bisschen poetisch), dass das Interesse konstant hoch bleibt. Das Buch zeigt die Kinderstube vieler unterschiedlicher Tierarten, vom Vogel über das Schnabeltier, bis hin zur Schildkröte und dem Alligator. Denn alle Tiere im Buch bauen Nester. Es ist erstaunlich zu sehen, wie unterschiedliche sie sind und welchen Zweck sie für den Nachwuchs erfüllen. Die Illustrationen sind künstlerisch und sehr detailliert, dabei aber naturgetreu. Dieses Sachbilderbuch sollte in keinen Kinderregal fehlen.

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alltagssituationen, atlantis, gute-nacht-geschichte, hase, hasen, hasenkind, kinderbuch, max bollinger, ostern, osterhase, stummel

Stummel - Ein Hasenkind wird groß

Max Bolliger , Kathrin Schärer
Buch
Erschienen bei Atlantis Verlag , 09.02.2018
ISBN 9783715207438
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die ersten Stummel-Geschichten von Max Bollinger erschienen bereits in den 80er Jahren. Sie sind heute schon moderne Klassiker. "Stummel - Ein Hasenkind wird groß" ist als eine Art Gesamtausgabe, aus drei Einzelbänden, konzipiert und mit 41 kurzen Geschichten als Vorlese- und Gutenachtgeschichten für Kinder gedacht. Die Geschichten erzählen vom Häschen Stummel, seinem Aufwachsen, seinen Freundschaften, Entdeckungen und Abenteuern. Max Bollinger war es immer wichtig, dass seine Geschichten sensibel und fürsorglich sind und die kindliche Neugier befriedigen.

Ohhh, ist dieses Kinderbuch niedlich! Es geht gar nicht anders, das sind die ersten Gedanken, wenn man es aufschlägt und den kleinen Hasen Stummel erblickt. Das Buch ist hochwertig und allerliebst gestaltet. Illustratorin Kathrin Schärer ist hier ein Meisterwerk gelungen, das im Gedächtnis bleibt.
Die Geschichten sind in drei Rubriken unterteilt und orientieren sich am Jahreslauf. In "Stummel" lernen Kinder das kleine Hasenkind gut kennen, "Stummel im Winter" thematisiert seine Erlebnisse mit einem halben Jahr und in "Stummel unterwegs" ist das Häschen bereits ein Jahr alt. Die einzelnen Geschichten sind sehr liebevoll, oft spannend oder lustig, und nahe am Leben. Sie vermitteln nebenbei viel über das Leben von Hasen (und anderen Tieren). Aufgrund ihrer Kürze können gut und gerne mehrere Geschichten am Stück vorgelesen werden. Ein sehr besonderes und schönes Kinder- und Bilderbuch - ganz allerliebst!

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Opas geheimnisvoller Garten

Luc Foccroulle , Annick Masson
Buch
Erschienen bei Orell Füssli Verlag, 07.04.2017
ISBN 9783280035467
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Lina fährt zu ihrem Opa aufs Land. Eigentlich hat sie dazu gar keine Lust, denn ihre Freundin ist an den Strand gefahren, und bei Opa ist es bestimmt ganz schrecklich langweilig. Opa pflegt seinen Garten voller Hingabe und kümmert sich liebevoll um seine Pflänzchen. Er möchte Lina zeigen, wie man etwas einpflanzt. Nur widerwillig stimmt Lina zu. Erst als ihr ein Missgeschick mit der frisch eingepflanzten Bohne passiert, wird Lina aufmerksam, denn plötzlich scheinen die Pflanzen in Opas Garten mit ihr zu reden.

"Opas geheimnisvoller Garten" ist im Grunde kein reines Frühlingsbuch, denn Lina verbringt die Sommerferien bei ihrem Opa. Macht aber nichts, denn hier geht es um Pflanzen - vom Samen, über das Wachstum, bis hin zum Ertrag, den man dann auch essen kann. Wer mag es Lina verdenken, dass sie zuerst kritisch gegenüber ihren Ferien bei Opa ist, der den ganzen Tag "nur" in seinem Garten verbringt. Umso schöner, als sie dann entdeckt, dass es richtig viel Spaß machen kann, Pflanzen zu versorgen und sich über das Ergebnis zu freuen ... und das kombiniert mit ganz viel Fantasie, einem gut verständlichen Text und herzlichen Bildern. Prima!

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was vom Sommer übrig ist

Tamara Bach
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 22.02.2012
ISBN 9783551582423
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kannst du dich noch an die Sommerferien während der Schulzeit erinnern? An Hitze, Ferienjob, Badesee oder Schwimmbad? Darüber schreibt Tamara Bach in "Was vom Sommer übrig ist". Gleichzeitig schreibt sie von zwei Mädchen für die der diesjährige Sommer anders ist als der der Vorjahre. Sie schreibt von Plänen und Fremdbestimmung, von Trauer und Einsamkeit. Und das so gekonnt, dass ich das Buch als Lesemuss empfinde. Nicht nur im Sommer.

Seit der Sache mit Paul wird Louise von ihren Mitschülern eher kritisch beäugt. Gerade darum freut sie sich auf die Sommerferien. Endlich Abstand, und Pläne hat sie auch schon gemacht. Führerschein, Ferienjob und alles andere, das während der Sommerferien eben so ansteht. Und dann bekommt sie unverhofft auch noch den Hund ihrer Oma aufs Auge gedrückt. In der Theorie ist das Ganze eine Frage der Planung, und auch in der Praxis stellt Louise schnell fest, dass sie alles schaffen kann, mit Mühe, aber dass ihre Sommerferien bald einer Art Routine gleichen werden. Doch was bleibt dann von ihrem Sommer noch übrig? Ist es das, an was man sich später noch erinnern mag?

Für Jana gleichen die Sommerferien ebenfalls einer Routine, aber vor allem der Routine ihrer Eltern. Denn die verbringen Stunden im Krankenhaus, bei Janas Bruder Tom, der verunglückt ist. Von Jana erwarten sie das auch. Ansonsten ist das Mädchen sich selbst überlassen. Voller Sorge und Ungewissheit versucht sie sich zu beschäftigen und Anschluss zu finden ... und läuft irgendwann Louise über den Weg.

Was diese beiden Mädchen verbindet, wie und ob sie einen Draht zueinander finden, das wird im Buch so eindringlich beschrieben, dass ich über die Wirkung immer noch erstaunt bin. Scheinbar wirkt das Thema Sommerferien normal, vielleicht sogar banal, dahinter verbirgt sich aber eine Geschichte voller Gefühl, die mich begeistert hat. Tamara Bachs Stil ist sehr ursprünglich, manchmal spröde und so, dass man sich Sätze auch mal selbst interpretieren darf oder zu Ende denken muss. Gerade diese Art zu schreiben hat sich tief in mein Herz gegraben. Sie ist sehr besonders. Es fühlt sich an, als hätte man die Geschichte selbst erlebt oder als wäre man live dabei. Einlassen muss man sich darauf aber auf jeden Fall.

Fazit
"Was vom Sommer übrig ist" ist fast schon ein dünnes Büchlein, in dem aber so viel steckt, dass die Wirkung erstaunt, vielleicht sogar überwältigt. Es geht um Selbstfindung und Freundschaft, Trauer und Erinnerung ... und die Erkenntnis, dass es sich lohnt weiterzumachen, wenn man im Leben bis hierhin schon gekommen ist. Ein wunderbares Buch voller Tragik und Gefühl. Für mich ein Lesemuss! 5 von 5 Sterne gibt es dafür.

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