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Hänsel und Gretel

Bernadette , Brüder Grimm , Bernadette
Fester Einband
Erschienen bei NordSüd Verlag, 15.04.2016
ISBN 9783314103803
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald.
Es war so finster und auch so bitter kalt.
Sie kamen an an Häuschen von Pfefferkuchen fein.
Wer mag der Herr wohl von diesem Häuschen sein?
Es ist ziemlich kurios, denn obwohl dieses Märchenlied jeder kennt, ist der Verfasser bis heute unbekannt. Sehr bekannt sind dagegen die Brüder Grimm, denen wir das Märchen "Hänsel und Gretel", aus ihrer berühmten Sammlung Kinder- und Hausmärchen, zu verdanken haben. Es ist eines der bekanntesten und der am meist erzählten überhaupt.
Obwohl Märchen, unter heutigen Gesichtspunkten und mit modernem Gedankengut, wohl nicht mehr zeitgemäß wären, haben sie nach wie vor einen hohen Stellenwert bei vielen Lesern und Familien, da sie ihren Charme niemals verlieren. Auch, wenn sie teilweise sehr hart und drastisch erzählt sind, sollten die Originalmärchen Kindern nicht vorenthalten werden. Bei uns sind sie ein Bestandteil der Kinderliteratur.

Die Geschwister Hänsel und Gretel stammen aus einfachen Verhältnissen. Die Familie ist so arm, dass die Eltern nicht mehr wissen, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. Da hat die (böse) Stiefmutter - übrigens ein sehr häufiges Stilmittel im Märchen - die Idee, die Kinder im Wald auszusetzen. Der Vater hadert damit, stimmt aber schlussendlich zu. Schon alleine diese Tatsache ist äußerst herzlos und berührt stark. Was dann passiert, und dass Hänsel und Gretel im Wald auf eine Hexe samt Knusperhäuschen treffen, ist hinreichend bekannt. Oft wird das Märchen gekürzt, das hier vorliegende Original ist lang und ausführlich. Meine Tochter (8) hat sich mitreißen lassen, fand die Erlebnisse der beiden Kinder äußerst spannend und auch sehr gruselig. Denn nicht nur die Aktionen von Vater und Mutter, auch die der Hexe, lassen Vorleser und Zuhörer schaudern. Zum Glück gewinnt hier das Gute, wie in allen Märchen der Brüder Grimm. Hänsel und Gretel gelangen sicher wieder nach Hause.

"Hänsel und Gretel" wurde von Bernadette eindrucksvoll illustriert. Die Bilder erinnern an eine Inszenierung oder ein Theaterstück. Sie sind auffallend detailliert und habe einen Stil, der einzigartig ist und sich bei Schlüsselszenen als sehr herzergreifend herausstellt. Weil der Text hier umfangreich ist, eignet sich das Märchen für Kinder, die gerne zuhören und ist damit ein Garant für eine ausgiebige und gemütliche Vorlesezeit. Die Bilder passen dazu perfekt.

Fazit ...
Wer kennt es nicht, das Märchen von "Hänsel und Gretel". Schließlich ist es eines der bekanntesten Märchen der Brüder Grimm. Die Bilderbuchausgabe enthält das Märchen in der originalen Fassung, und die detaillierten Illustrationen erinnern an ein Theaterstück. Sie sind wirklich wunderschön und veranschaulichen "Hänsel und Gretel" perfekt. Für Kinder bedeutet das spannende Lesestunden und eine gemütliche Vorlesezeit. Diese Ausgabe gehört meiner Meinung nach in jede Bilderbuchsammlung.

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Aschenputtel

Brüder Grimm , Laura Francesca Filippucci
Fester Einband
Erschienen bei NordSüd Verlag, 01.09.2017
ISBN 9783314103926
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das Märchen "Aschenputtel" kennt wohl jeder. Es ist eines der Märchen, die uns am häufigsten begegnen. Vom Bilderbuch für die Kleinsten bis hin zum Malbuch. Nicht zuletzt ist "Aschenputtel" auch als Film bekannt. Die Zeichentrickverfilmung von Disney "Cinderella" gehört zu den bekanntesten. Und der Märchenfilm "Drei Hasennüsse für Aschenbrödel" begeistert Jahr für Jahr viele Zuschauer zur Weihnachts- und Winterzeit.
Aber eines haben diese Umsetzungen alle gemeinsam. Sie orientieren sich meist nur am Original, wurden stark verändert oder auf die Zielgruppe zugeschnitten. Das empfinde ich nicht als schlimm, es sorgt aber doch dafür, dass das originale Märchen immer mehr in Vergessenheit gerät, sollte es nicht konsequent, auch in neueren Büchern beibehalten werden. "Aschenputtel" ist eine Bilderbuch-Neuauflage des Verlags und wurde von Laura Francesca Filippuccini illustriert. Bis auf wenige Worte, die für Kinder zum besseren Verständnis geändert wurden, ist es das vollständige Originalmärchen der Brüder Grimm.

Meine Mutter hat mir als Kind sehr oft Märchen vorgelesen, auch "Aschenputtel". Ich kenne es natürlich, jedoch habe ich es schon lange nicht mehr selbst gelesen und bisher auch noch nicht den Kindern vorgelesen. Zum Glück hat sich das mit diesem Bilderbuch jetzt geändert. Dabei hat es mich zuerst überrascht, wie lang und ausführlich das Märchen ist. Auch das Ende wird oft abgewandelt oder beschönigt. Wir haben uns über den originalen, umfangreichen Text sehr gefreut. "Aschenputtel" ist eine richtige Vorlesegeschichte mit vielen Szenen. Meine beiden Vorlesekinder war völlig versunken in die Geschichte, haben hochkonzentriert gelauscht und manchmal eine kleine Zwischenfrage gestellt.
Märchen, auch "Aschenputtel", haben eine sehr konsequente Schwarz-Weiß Darstellung und sind in der Ausführung nicht zimperlich. Die Guten werden am Ende immer belohnt, die Schlechten (oft sehr dramatisch) bestraft. Die meisten Autoren würden diese Art von Geschichten für Kinder heute nicht mehr schreiben. Kinder differenzieren jedoch anders und nehmen Märchen nicht in der Härte war, wie sie uns Erwachsenen erscheinen.

Enthält eine Geschichte viel Text, sind großflächige Bilder zur Veranschaulichung ideal. Laura Francesca Filippuccis Bilder in "Aschenputtel" sind ein Erlebnis. Sie bedecken oft eine Doppelseite und wirken wie ein Gemälde. Damit ist dieses Märchen eine schöne Vorlesezeit garantiert, es kann aber genauso gut einfach nur angeschaut werden. Für jüngere Kinder, die gerne und gut zuhören, bis weit ins Grundschulalter ein echte Empfehlung.

Fazit ...
"Aschenputtel" ist ein ein Märchenbilderbuch, in dem das originale Märchen der Brüder Grimm beibehalten wurde, ungekürzt und mit diesem ganz speziellen Flair. Es nimmt Kinder mit eine Welt, die ihnen nicht vorenthalten werden sollte und garantiert eine ausgiebige und schöne Vorlesezeit. Die großflächigen und fein gezeichneten Bilder sind gefühlvoll und schön anzusehen, auch ganz ohne den Text. Sie heben das Märchen besonders hervor.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

kinderbuch, kuscheltiere

Die Abenteuer des Ollie Glockenherz

William Joyce , Sibylle Schmidt
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 21.09.2017
ISBN 9783737354998
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Die Abenteuer des Ollie Glockenherz" sieht schon auf den ersten Blick so niedlich aus und klingt nach einer so schönen Geschichte, dass sich mir nicht die Frage stellte, ob ich das Buch (vor)lese, sondern wann wir die Zeit finden, es uns mit den knapp 300 Seiten gemütlich zu machen. Für ein Vorlesebuch ist es ja doch recht umfangreich. Das Buch ist außen und innen ein Blickfang, wurde sehr hochwertig und liebevoll gestaltet. Nach den ersten Seiten, schien es fast, als sei dieses Buch für mich geschrieben worden. Ganz wunderbar! Warum ich mich dann doch dazu entschieden haben, es alleine, nicht mit meinen Kindern zu lesen, erkläre ich noch genauer ...

Eine Mutter macht sich nach der Geburt ihres Sohnes Billy so große Sorgen, dass sie ihm ein Kuscheltier näht. Mit seiner Mischung aus Bär und Hase, und einem Glöckchen als Herz, ist Hasenbär Ollie ein ganz besonderes Geschenk an ihr Kind und wird zu Billys Lieblingskuscheltier. Bis Billy sechs Jahre alt ist, sind er und Ollie unzertrennlich. Doch dann verschwindet Ollie plötzlich und gerät in große Gefahr. Billy wächst über sich hinaus, um sein Lieblingskuscheltier zurückzubekommen.
Obwohl die Geschichte in der heutigen Zeit spielt, ist sie phantastisch umgesetzt - Kuscheltiere und Spielsachen können nämlich sprechen. Sie liest sie sich mit einem nostalgischen Lesegefühl und hat somit die Anmutung eines modernen Klassikers. Es geht um Heldenmut und Tapferkeit und vor allem die bedingungslose Freundschaft zwischen einem kleinen Jungen und seinem Kuscheltier. Das ist sehr niedlich und freundlich. Dennoch enthält die Geschichte ebenfalls eine düstere Atmosphäre, die einen großen Teil des Buches einnimmt. Dadurch wird das Buch für Kinder sehr spannend.

Autor und Illustrator William Joyce ist gleichzeitig Filmemacher. In "Die Abenteuer des Ollie Glockenherz" hat er sein ganzen Können gelegt, die Geschichte wirkt definitiv wie ein Film, man hat sie tatsächlich vor Augen. Das Buch ist voller ausdrucksstarker Bilder, wodurch Billys und Ollies Abenteuer nochmals verdeutlicht wird. Und genau hier, beim ersten Durchblättern, habe ich mich entschieden, die Geschichte für mich zu lesen und sie nicht meinen Kindern vorzulesen. Die Illustrationen sind überwiegend düster und gruselig. Sie zeigen auch kaputte Kuscheltiere, Gruselwesen aus Müllteilen und einen schauerlichen Clown. Das alles im Dunkeln, vor der Kulisse eines alten verfallenen Jahrmarktes. Einige Bild- und Storyszenen erinnerten mich ans Steampunk- oder Horrorgenre. Eltern müssen vor dem Vorlesen entscheiden, ob ihre Kinder so etwas aushalten oder vielleicht noch zu jung für diese Art von Spannung sind.

Nach einem nervenaufreibenden Showdown wird die Geschichte positiv beendet. Sie hält etwas Gutes für jeden Charakter bereit, auch, wenn er zuvor ein Gegner oder Bösewicht war. Für Kinder (und natürlich Erwachsene) die viel gruselige Spannung ertragen, ist "Die Abenteuer des Ollie Glockenherz" eine Bereicherung.

Fazit ...
"Die Abenteuer des Ollie Glockenherz" ist eine niedliche und wertschätzende Freundschaftsgeschichte über Mut, Tapferkeit und Hilfsbereitschaft. Sie hat das nostalgische Lesegefühl eines modernen Klassikers und ist durch eine hochwertige Gestaltung und viele ausdrucksstarke Bilder perfekt in Szene gesetzt. Billys und Ollies Abenteuer wird zu einem positiven Ende gebracht, ist aber davor überaus spannend und düster-gruselig. Eventuell hält das nicht jedes Kind der unteren Altersempfehlung aus. Eltern sollten daher vorher einen Blick ins Buch werfen. Abgesehen davon ist die Geschichte sehr empfehlenswert.

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

deutschland, freunde, flüchtlingsunterkunft, ideologie, flüchtlinge

Endland

Martin Schäuble
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.07.2017
ISBN 9783446257023
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auf den ersten Blick könnte man bei "Endland" von einer Dystopie ausgehen. Es ist aber eher ein politischer Thriller. Das Buch thematisiert ein fiktives (aber sehr realistisches) Deutschland der jetzigen Zeit, in dem eine rechtsnationale Partei an der Macht ist. Diese Partei hat nahezu alle Wahlziele und -versprechen umgesetzt, den Euro gibt es nicht mehr, Deutschland ist aus der EU ausgetreten, das Land schottet sich ab. Das ist die Ausgangssituation, der Ist-Zustand, von dem man aber erst nach und nach ein komplettes Bild bekommt.

Drei Hauptcharaktere hat die Geschichte. Fana, ein junge Frau aus Äthiopien, die dort so gut wie keine Perspektive hat und ausgerechnet von einer Deutschen Ärztin überredet wird, nach Deutschland zu fliehen, bevor dort die Grenzen komplett dicht gemacht werden. Und Anton und Noah, zwei Freunde. Als deutsche Soldaten bewachen sie die Grenzmauer. Während Anton die Ansichten der nationalen Partei teilt und unterstützen will, ist Noah kritischer und hinterfragt, bzw. verachtet diese Regierungsform.
Fana, Anton und Noah erzählen die Geschichte in der Ich-Form. Dabei kommen Fana und Anton etwas mehr zu Wort als Noah. Ihr Beweggründe und Meinungsbildung ist sehr gut nachvollziehbar. Vor allem Fanas Situation in Äthiopien war für mich regelrecht fühlbar. Im Laufe der Handlung macht die Geschichte dann mehrere Sprünge. So wird zum Beispiel Fanas Fluchtvorbereitung, ihre Ängste und die Umstände, genauer beschrieben, während die gefährliche Flucht nahezu komplett übersprungen wird. Manche Situation hätte noch vertieft werden können. Natürlich ist das dem Buchumfang geschuldet, aber auch Antons Richtungswechsel ging mir zu schnell.

Martin Schäuble will mit seinem politischen Was-wäre-wenn-Thriller informieren, vielleicht aufklären und einen Blick hinter die Kulissen geben. Dafür hat er die Umstände, die in der Geschichte beschrieben werden, glänzend recherchiert. Ich habe ihm jedes Wort abgenommen. Das Buch liest sich sehr gut als Unterhaltungsroman, ist aber der Thematik wegen auch als Schullektüre interessant.

Es gibt Situationen im Buch, die mir sehr stark zu Herzen gingen, weil sich sich an tatsächlichen Ereignissen orientierten. Situationen, die mich schockierten, weil sie sehr realistisch beschrieben waren. Ich bin froh, dass der Autor sich in einem konkreten Fall für einen besseren Ausgang entschieden hat. Die Realität sah tragischerweise ganz anders aus.

Zusammengefasst:
"Endland" ist ein sehr aktueller politischer Was-wäre-wenn-Thriller, der die Realität mit einem möglichen (und hoffentlich nie eintretenden) Zukunftsszenario mischt und dazu aufs Beste recherchiert ist. Das Buch kann als Unterhaltungsroman oder für eine Meinungsbildung- und Diskussionsgrundlage gelesen werden. Im Detail hätte der Geschichte vielleicht noch ein größerer Umfang gut getan. Sie ist sehr gut geschrieben und leider auch viel zu schnell vorbei.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Frau Holle

Brüder Grimm , Bernadette
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei NordSüd Verlag, 22.08.2016
ISBN 9783314103568
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das Märchen der "Frau Holle" gehört zu den bekanntesten. Gleichzeitig ist es für mich eines der Märchen, die ich persönlich am liebsten mag und Kindern gerne vorlese. Denn es bringt eine ganz besondere Stimmung mit sich, ist winterlich und noch so viel mehr. "Frau Holle" ist eines der Märchen, die nicht mehr loslassen. So ging es auch Künstlerin Bernadette, die das Märchenbilderbuch neu illustrierte, mit einem Ergebnis, das schöner nicht sein könnte.

Im Grunde geht es um die Geschichte zweier Mädchen, Stiefschwestern, die sehr unterschiedlich sind. Märchen der Brüder Grimm werden immer in Extremen erzählt: gut oder böse, schön oder hässlich, fleißig oder faul. Und so verhält es sich auch bei den beiden Schwestern. Diese differenzierte Darstellung ist für Kinder in jungen Jahren wichtig für eine Meinungsbildung und muss auch nicht allzu ernst genommen werden. In Abstufungen denken sie erst später. Jedes Märchen hat eine sehr deutliche Moral, doch muss diese nicht bewertet werden und kann unkommentiert bleiben.
Die fleißige, von ihrer Mutter und Stiefschwester verachtete Schwester kommt durch einen Unfall in die Welt der Frau Holle. Sie tritt in deren Dienste und schüttelt täglich die Betten aus, damit es auf der Erde schneit. Als das Mädchen Heimweh hat, darf sie wieder nach Hause, wird zuvor aber noch goldglänzend belohnt. Die faule Schwester möchte gerne dasselbe Glück erfahren, verrichtet ihren Dienst bei Frau Holle jedoch so schlecht, dass sie nach ihrer Heimkehr vom sprichwörtlichen Pech verfolgt wird.

Die alte Geschichte der Brüder Grimm lehnt sich an den originalen Text an, ist aber für Kinder leicht vereinfacht, das heißt, mit einfacheren Wörtern, umgesetzt. Nicht, um die Erzählung zu verändern, sondern um sie besser verständlich zu machen. Das Flair des Märchens bleibt vollständig erhalten. Eine richtige Augenweide sind die Illustrationen von Künstlerin Bernadette. Sie sind so detailliert, so zauberhaft und wunderhübsch anzusehen, dass das Märchen nicht besser hätte hervorgehoben werden können. Es ist perfekt gestaltet.

Fazit ...
Das Märchen der "Frau Holle" ist nicht nur prädestiniert für die Winterzeit, diese Bilderbuchausgabe hat alles, was man sich von einer gemütlichen Märchenstunde wünscht. "Frau Holle" hat den Zauber des Originalmärchens der Brüder Grimm, ist für Kinder gut verständlich umgesetzt, und wurde so wunderschön illustriert, dass es meiner Meinung nach nicht besser möglich ist. Ein ganz zauberhaftes Märchenbilderbuch. Unbedingt anschauen!

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241 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

krankheit, epidemie, tod, infiziert, schottland

Infiziert

Teri Terry , Petra Knese
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 04.07.2017
ISBN 9783649625995
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Teri Terry gehört für mich zu den Autorinnen, deren Geschichten mich auf eine Art fesseln, die ich schlecht beschreiben kann, aber immer sehr genieße. Sie sind hart, aber auch gefühlvoll, und es gelingt ihnen, mich völlig mitzureißen. So stand "Infiziert", der erste Band einer Trilogie, auch sofort auf meine Muss-ich-lesen-Liste. Zum Glück! Denn ich kann es nicht anderes sagen; ich habe das Buch verschlungen und wollte es, vor allem in der ersten Hälfte, kaum zur Seite legen.

Wenn ich jetzt auf das Buch zurückschaue, dann erinnert mich die Geschichte ein bisschen an die Videospiele von "Resident Evil". Dort gibt es auch eine geheime Organisation, Labore, medizinische Versuche ... und mit einem Virus infizierte Zombies. So ähnlich ist das auch bei "Infiziert", mit dem Unterschied, dass infizierte Menschen nicht zu hirnlosen Zombies werden, sondern todkrank werden und innerhalb weniger Stunden sterben. Diesen Umstand, und wie das Ganze beschrieben wird, empfand ich als brutal und oft auch verstörend. Doch starten wir am Anfang.
Mit einem jungen Mädchen, der 11-jährigen Callie, werden Versuche gemacht. Man weiß nicht, welcher Art diese Versuche sind, nur, dass sie äußerst grausam und kaum zu verkraften sind. Nicht für Callie und auch nicht für den Leser. Welchem Zweck die Versuche dienen, ist noch unklar, darum dreht sich die gesamte Story. Die geheimen Aktivitäten bleiben nicht folgenlos, und so nimmt die Katastrophe ihren Lauf.
Eines führt zum anderen, als Shay ein vermisstes Mädchen auf einem Plakat entdeckt. Dieses Mädchen ist Callie. Sie wird seit einem Jahr vermisst und Shay hat sie kurz vorher noch gesehen, erinnert sich sogar an genaue Details. Gemeinsam mit Callies Bruder Kai geht sie daraufhin den Spuren nach.

Die Geschichte ist komplett eindringlich und durchrüttelnd geschrieben. Die ersten 200 Seiten habe ich folglich wie in Trance inhaliert. Es kann sogar sein, dass die Menschen um mich herum ein mehrfaches "Lass mich! Ich muss lesen!" zu hören bekamen. Das lag von allem daran, dass Teri Terry ihre Geschichte oft knallhart und grausam, aber genau dadurch auch sehr vereinnahmend erzählt. Ich fühlte mich wie in einem Film, bei dem ich vor Entsetzten mit dem Kopf schüttele, aber doch nicht wegsehen will.

"Infiziert" ist wieder so ein Buch, bei dem für mich nicht alles perfekt ist, ich sogar ein paar Kritikpunkte nennen kann, sie mich aufgrund meiner Lesebegeisterung aber kaum gestört haben. Unvorhersehbar war die Geschichte nicht. Ich hatte sofort einige Theorien, die sich dann auch bewahrheiteten. Nicht so schlimm, denn wichtiger war für mich WIE und OB Shay und Kai auf die Lösung kommen. Die Namenskombination Shay/Kai finde ich persönlich weniger gelungen, weil die Namen zu ähnlich klingen. Mir war schon klar, wer wer ist. Aufgrund des hohen Erzähltempos mussten sich meine Gedanken jedoch mehrfach sortieren.
Nach der ersten Buchhälfte verliert die Geschichte an Fahrt und Brisanz, bleibt aber nach wie vor spannend. Komischerweise waren die Charaktere, auch die Lovestory um Shay und Kai, für mich anfangs besser und plausibler. Im Laufe der Handlung verblasst beides ein wenig. Weil noch eine Fortsetzung wartet, kann ich damit aber gut leben.
Ganz am Ende weiß der Leser mehr als Shay, die die Situation falsch interpretiert. Das verlangt so sehr nach Aufklärung, dass man den Folgeband kaum erwarten kann.

Fazit
"Infiziert" kommt mit einer so hohen Dosis an Action und Spannung daher, dass ich zwar nicht krank wurde, jedoch suchtgetrieben jede einzelne Seite der Geschichte inhalieren musste. Ich wurde tatsächlich infiziert. Das klingt jetzt stark übertrieben und überrascht mich selbst wahrscheinlich am meisten, anders lässt sich mein Leseerlebnis aber nicht beschreiben. Zwar verliert die Handlung mit der Zeit etwas von ihrem Sog, sogar die Charaktere werden schwächer, sie bleibt aber immer ungeheuerlich und knallhart. "Infiziert" hat mich so stark durchgerüttelt, dass selbst Kritik in den Hintergrund gerät und der Folgeband zu einem Lesemuss wird. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sterne.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Hoch hinaus

Tom Schamp
Fester Einband
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.09.2017
ISBN 9783446254909
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ein Hochhaus-Bilderbuch, das man aufklappen kann? Wie cool ist das denn?! Hier ist der Buchtitel Programm und es geht nicht nur sprichwörtlich "Hoch hinaus". Illustrator und Künstler Tom Schamp hatte die einfache und gleichzeitige geniale Idee, zwei Kinder durch ein Hochhaus zu schicken, Stockwerk für Stockwerk. Diese Idee hätte mit dem Buch gar nicht besser umgesetzt werden können. Es ist wunderschön, recht speziell und voller künstlerischer Freiheit.

Ganz sicher hat der Illustrator ein Faible für Fantasiewelten. Das beginnt schon mit den zwei Kindern, die als Rotkäppchen und Leopard verkleidet die Stockwerke des Hochhauses erklimmen. In jedem Stockwerk des Hauses erwartet die Kinder eine neue Überraschung, soll heißen, bestimmte Wohnungs- oder Zimmerszenen. Diese entspringen zwar dem Alltag, aber man würde sie oft nicht in einer Wohnung erwarten. Die Bilder sind voller Fantasie, herrlich anzusehen und manchmal auch etwas skurril oder wunderlich. Es gibt viel zu bestaunen, und man mag kann sich gar nicht sattsehen. Ganz oben, im letzten Zimmer, wartet auf die Kinder eine schöne Schlussüberraschung. Alle Hausbewohner essen und feiern gemeinsam.

Das Bilderbuch kann auf verschiedene Arten angeschaut werden. Entweder blättert man Seite für Seite um (hält das Buch dabei aber quer) und gelangt so immer ein Stockwerk höher, bzw. hat immer zwei Wohnungen im Blick. Oder man klappt das Buch komplett auf, es ist dann über zwei Meter hoch, legt es vor sich auf den Boden und betrachtet es als großes Hochhaus-Kunstwerk. Das aufgeklappte Bilderbuch kann auch an der Zimmerwand befestigt werden, eine Loch zum Aufhängen ist vorhanden. Dann dient eine seitliche Messleiste als Größenvergleich für die Kinder. Ein Eyecatcher im Kinderzimmer ist "Hoch hinaus" auf jeden Fall.

Fazit ...
Bei "Hoch hinaus" ist der Name Programm. Denn für zwei Kinder geht es wirklich hoch hinaus. Sie steigen in einem Hochhaus von Stockwerk zu Stockwerk, erleben dabei Fantasievolles, Wunderliches und Überraschendes. Das aufklappbare Bilderbuch, bei dem sich das Hochhaus komplett entfaltet, fasziniert alleine durch die Idee. Die künstlerisch eigenwillige, aber großartig anzusehende Gestaltung, lässt viel Interpretationsspielraum und ist eine Klasse für sich. Super!

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

liebe, kinderbuch, bilderbuch, hummel, ich hab dich lieb

Die kleine Hummel Bommel und die Liebe

Britta Sabbag , Maite Kelly , Joëlle Tourlonias
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 18.09.2017
ISBN 9783845813233
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Geschichten der kleinen Hummel Bommel sind ein Hit! "Die kleine Hummel Bommel und die Liebe" ist (neben einigen Sonderbänden) nun schon das dritte Bilderbuch über das liebenswerte Hummelkind. Doch was macht die Bücher aus? Warum sind sie so besonders anziehend für Kinder? Hier haben sich zwei Autorinnen gefunden (Britta Sabbag und Maite Kelly), die mit der Illustratorin (Joëlle Tourlonias) bestens harmonieren. Die Geschichten erreichen Kinder sehr liebevoll und direkt, weil sie zeitlos sind. Die Bilder bringen ihren ganz eigenen Stil mit und bleiben im Gedächtnis. Genau darum gehört die Hummel Bommel in jedes Kinderzimmer.

In dieser Geschichte geht es, der Titel verrät es bereits, um die Liebe. Was ist Liebe? Kann man sie sehen oder eher spüren? Ich dachte kurz daran, dass die Autorinnen hier vielleicht die verschiedenen Formen der Liebe oder Familie thematisieren, also z.B. Hetero- oder Homosexualität. Dem ist aber nicht so. Es geht vielmehr um das Gefühl der Liebe. Was Liebe gibt und was sie fordert. Das ist für Kinder sehr anschaulich erklärt. Man kann zum Beispiel seine Eltern lieb haben und seine Freunde. Aber ebenso Dinge. Liebe bedeutet auch, aufeinander aufzupassen oder mit anderen Menschen geduldig zu sein. Am Ende ist Liebe einfach Liebe. Das weiß zum Schluss auch die kleine Hummel Bommel und mit ihr die zuhörenden Kinder.

Im Buch befindet sich ein neues Kinderlied von Maite Kelly, das extra für die Geschichte geschrieben wurde. Es ist auf allen Download-Portalen erhältlich. Kennt man es noch nicht, kann man den Text auch einfach während der Geschichte vorlesen (für jüngere Kinder evtl. gekürzt). Er ist sehr gut zu verstehen.
Die Hummel Bommel trifft in der Geschichte zwar auf viele alte Bekannte und Freunde, das Bilderbuch kann aber völlig unabhängig von den anderen Hummel-Bommel-Abenteuern gelesen und angeschaut werden.

Fazit ...
Die Hummel Bommel ist so niedlich und hat einen so großen Wiedererkennungswert, dass sogar unsere jüngste Tochter gerne ins Buch schaut, ohne die Geschichte zu kennen. "Die kleine Hummel Bommel und die Liebe" veranschaulicht Kindern, das Liebe einfach Liebe ist - und trotzdem unterschiedlich und vielseitig ist. Dabei ist das Buch eher ruhig und unaufgeregt und eines der freundlichsten Bilderbücher, die ich kenne.

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88 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

fantasy, verbündete, historischer fantasy, heyne, highfantasy

Die Königin der Schatten - Verbannt

Erika Johansen , Sabine Thiele
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Heyne, 26.06.2017
ISBN 9783453315884
Genre: Fantasy

Rezension:

Es fing alles damit an, dass ein junges Mädchen, Kelsea Glynn, von der Garde der Königin aus dem Haus ihrer Pflegeeltern geholt wurde. Ab jetzt sollte Kelsea das Königreich Tearling regieren. Das versprach Spannung und Machtspielchen, auch etwas Magie, und präsentierte sich anfangs als ganz klassische High Fantasy. Doch es kam anders. "Die Königin der Schatten" wurde zu einer komplexen und anziehenden Geschichte, in der die altertümliche Gegenwart auf eine (bzw. unsere) futuristische Welt aufbaut. Sie spielt also in der Zukunft. Eine Art dystopische Monarchie, die sich wie High Fantasy liest? Sehr, sehr großartig! Jetzt, mit dem Abschlussband "Verbannt", schließt sich der Kreis aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und ist wirklich ein Leseerlebnis der Extraklasse.

Wie schon gewohnt wird die Geschichte von der Autorin aus der Perspektive von mehreren Personen erzählt. Da wäre natürlich vordergründig Kelsea selbst, die Königin von Tearling. Aber auch ihre Gegenspielerin, die Rote Königin aus Mortmesne oder der Hauptmann der Königinnengarde, Mace, kommen zu Wort. Dazu noch viele mehr. Das erscheint willkürlich, ist es aber nicht. Obwohl einige Personen nur ein Mal zu Wort kommen, fühlte ich mich als Leser jedem Einzelnen verbunden oder abgestoßen, je nach Charakter und Eigenart. Alleine von einer Person hätte ich gerne mehr erfahren. Die verschiedenen Perspektiven, egal ob in der Vergangenheit oder Gegenwert, ergänzen sich, überlappen einander oder gehen ineinander über. Das ergibt ein immer deutliches Bild der Welt und der Geschehnisse. "Verbannt", bzw. die komplette Reihe, ist eine Geschichte, bei der man sich als Leser Antworten auf Fragen erarbeiten und verdienen muss, bevor man den kompletten Durchblick bekommt. Die Autorin schreibt selbst, dass sie ihre Neue Welt so lebensecht wir möglich gestalten wollte. Charaktere und Leser wachsen an den Erfahrungen. Das ist ihr vorzüglich gelungen.

Ich finde es sehr klasse, wenn mich ein Buch in Staunen versetzen kann. Am Ende war ich einfach nur erstaunt, wie sich alles zusammengefügt hat und vor allem, wie die Autorin ihre Geschichte beendet hat. Ich war überrascht, welche Freundschaften (oder besser Zweckgemeinschaften) geschlossen werden. Ich war begeistert, welchen Mut und Durchsetzungsvermögen Kelsea entwickelt, um ihre Ziele zu erreichen, dabei meist keine Rücksicht auf Verluste nimmt, offensichtliche und persönliche, und damit so gar keine Königin ist, die nur schwarz-weiß gezeichnet ist. Das trifft übrigens auf die meisten Charaktere im Buch zu. Wunderbar!
Und auch, wenn ich mit dem Ende persönlich nicht ganz so glücklich bin, es mir für die betroffenen Personen zu sehr leid tat, gibt es kein Zweifel daran, dass es großartig gemacht ist. Die Sicht auf das Buch ist danach eine komplett andere. Alle meine Fragen wurden beantwortet und ich werden noch lange in Erinnerungen an die Geschichte schwelgen. So soll es auch sein.

Fazit
"Die Königin der Schatten: Verbannt" ist ein Trilogieabschluss, der mich nicht nur komplett für sich eingenommen hat, sondern mich dazu auch noch überraschen und begeistern konnte. Keiner ist hier offensichtlich gut oder böse, alles scheint möglich und doch vorherbestimmt. Ein eindrucksvolles Leseerlebnis! Da spielt es keine Rolle, dass ich persönlich (am wirklich sehr guten) Ende lange zu knabbern hatte. Denn wenn man als Leser so voller Liebe für eine Geschichte und deren Charaktere ist, dann muss man hier einfach mitfühlen. 4,5 von 5 Sterne vergeben ich für den Reihenabschluss.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

bilderbuch, kinderbuch, miteinander, zufluchtsort, toleranz

Alle sind willkommen!

Patricia Hegarty , Maria Höck , Greg Abbott
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 18.09.2017
ISBN 9783845823720
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Im Wald, auf einer Lichtung,
steht eine kleine Maus.
Sie träumt von ihrer Zukunft
in einem glücklichen Zuhaus. (S. 5)


... so beginnt dieses reizende Bilderbuch und hatte damit sofort alle unsere Sympathien. Die kleine Maus möchte ein Haus bauen. Zuerst ist das Haus natürlich nur für sie selbst gedacht. Doch dann begegnen ihr viele weitere Tiere, die in Not geraten sind oder Hilfe brauchen oder nicht wissen, wo sie hin sollen. Und weil die kleine Maus ein großes Herz hat, ihr Freundschaft und Hilfsbereitschaft wichtig ist, beschließt sie kurzerhand: "Alle sind willkommen!"

Die Geschichte ist in Reimen erzählt, bzw. wurden diese aus dem Englischen übersetzt. Das ist so allerliebst und warmherzig gelungen, dass man die Gefühle der tierischen Charaktere sofort nachvollziehen kann. Außerdem ist das Bilderbuch wie ein Collage gestaltet, inklusive kürzerer Buchseiten und Guckloch, was die Betrachtung zu etwas Besonderem macht. Für mich sind die Illustrationen, die genau wie die Botschaft des Buches äußerst freundlich und dazu noch sehr entzückend sind, so schön anzuschauen, dass ich mich daran gar nicht sattsehen kann.

Die kleine Maus macht übrigens keine Unterschiede, wer in ihrem Haus willkommen ist. Sie hat für den Frosch, dessen Teich ausgetrocknet ist, ein ebenso großes Ohr wie für die komplette Hasenfamilie, die aus ihrem Bau verjagt wurde. Selbst den großen Bären, vor dem eigentlich alle Tiere Angst haben, nimmt sie bereitwillig auf. Erwachsene Betrachter könnten hier natürlich einen Bezug zur weltpolitischen Lage herauslesen, oder dass damit an die eigene Wert- und Moralvorstellungen appelliert wird. Vielleicht ist das von der Autorin auch so gewollt. Kinder verstehen vor allem die Botschaft von Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, die keine Unterschiede macht. Neben der herzlichen Ausage kommt auch der Humor nicht zur kurz. Und so ist auch für die Schnecke, die bei den Bauarbeiten überhaupt nicht Schritt halten konnte, am Ende ein Plätzchen in Haus reserviert.

Fazit ...
Ein Bilderbuch, das nicht nur wunderschön und gleichzeitig besonders anzusehen ist, sondern dazu die Botschaft eines freundlichen und hilfsbereiten Miteinanders vermittelt, ist "Alle sind willkommen!" Zusammen mit den einfühlsamen Reimen, die die Geschichte sehr charmant präsentieren, hatte es sofort das Herz unserer kleinen (und großen!) Betrachter. Anschauen und lieb haben!

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loewe verlag, vorlesebuch, kinderbuch, vorlesen, illustrationen

Villa Wunderbar - Ein Waschbär zieht ein

Linnea Svensson , Nikolai Renger
Fester Einband
Erschienen bei Loewe, 18.09.2017
ISBN 9783785585146
Genre: Kinderbuch

Rezension:

In der Villa Wunderbar ist immer etwas los. Denn dort leben zwei Kinder mit ihren Familien. Und im Waschsalon der Oma hat sich ein kleiner Waschbär einquartiert, der auch noch sprechen kann! Das sorgt natürlich für jede Menge Wirbel. Wenn das kein Thema ist, das Kinderherzen im Sturm erobert. Und so kommt es auch. "Villa Wunderbar: Ein Waschbär zieht ein" ist ein turbulenter und lustiger (Vor)lesespaß, an dem Kinder große Freude haben werden.

Matilda und Joschi, die beiden Kinder, die in der Villa Wunderbar wohnen, sind Cousine und Cousin. Sie gehen auch noch in dieselbe Klasse und machen darum fast alles zusammen, egal ob es sich um Hausaufgaben oder das gemeinsame Spielen handelt. Ihre Oma hat im Erdgeschoss der Familienvilla einen Waschsalon. In diesem, in der Trommel einer alten Waschmaschine, hat sich eines Tages ein sprechender Waschbär eingenistet. Die Kinder wollten Henri natürlich behalten. Seitdem bringt der Waschbär jede Mensch Spaß, aber auch Turbulenzen in die Familie.
Ja, man merkt sofort, die Bewohner der Villa Wunderbar sind etwas Besonderes. Die Geschichten rund um Matilda, Joschi und Henri beinhalten nicht nur viel Humor, sondern auch eine liebevolle Warmherzigkeit innerhalb der Familie. Sie sind interessant, oft abenteuerlich-spannend und auch mal ganz kuschelig. Unsere Kinder fühlen sich damit wohl.

Das Buch enthält 20 Familiengeschichten, rund um die Erlebnisse in und um die Villa Wunderbar. Beim Vorlesen fiel mir gleich auf, dass alle Geschichten mit demselben Satz eingeleitet werden: In der Villa Wunderbar ist überhaupt kein Tag wie der andere ... Danach wird ganz kurz, in einem Satz, zusammengefasst, um was es in der aktuellen Geschichte geht. Das hat einen tollen Wiedererkennungswert für Kinder und macht das Buch schnell zu einem vertrauten Lesen oder sogar zu einer Art Ritual. Die Vorleselänge der Geschichten ist ideal, und sie eigenen sich auch zum Selberlesen für geübte Grundschulkinder. Das Buch kann, ganz klassisch, von vorne bis hinten gelesen werden. Es ist aber auch möglich, sich einzelnen Geschichte herauszupicken. Die Familienmitglieder sind schnell bekannt und jede Geschichte ist für sich abgeschlossen.
Nahezu jede Doppelseite enthält farbige Illustrationen, die Kindern die Erlebnisse in der Villa Wunderbar noch näher bringen. Wir hatten schöne Vorlesestunden mit dem Buch. Jetzt liest es unsere mittlere Tochter ganz für sich alleine.

Fazit ...
"Villa Wunderbar: Ein Waschbär zieht ein" bringt alles mit, was Kinder am Selberlesen und Vorlesen gerne mögen. Die Familie, die die Villa Wunderbar bewohnt, ist warmherzig und individuell, und dann wird sie auch noch durch einen sprechenden Waschbären ergänzt. Da ist ein spaßiges und turbulentes Leseerlebnis garantiert. Die einzelnen Geschichten im Buch, bei denen der Anfang immer gleich ist, können fortlaufend, aber auch jede für sich gelesen werden. Ganz nach Lust und Laune. Ein tolles Kinderbuch!

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tagebuch, mörder, mord, memory game, felicia yap

Memory Game - Erinnern ist tödlich

Felicia Yap , Bettina Spangler
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 25.09.2017
ISBN 9783764531829
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Memory Game: Erinnern ist tödlich" ist ein futuristischer Thriller. Zwar spielt die Handlung im Jetzt, es gibt aber einen großen Unterschied. In dieser Welt gibt es nur Monos und Duos, Menschen, die ab dem 18. oder 23. Lebensjahr ihre alten Erinnerungen vergessen und sich fortan nur noch an die Ereignissen des vorangegangenen Tages, oder zwei Tage zurück, erinnern können. Diesen Umstand empfand ich als so spannend und vielversprechend, dass das Buch sofort mein Interesse hatte.

Das Gesetz dieser Welt sieht vor, dass Monos und Duos gleichgestellt sind. In der Realität ist es aber so, dass die "schwächeren" Monos von den Duos verachten werden. So stehen auch Mono Claire und ihr Ehemann, Duo Mark, ein erfolgreicher Autor, ständig im Fokus. Ihre Mischehe sorgt für viele Spekulationen und viel Aufmerksamkeit. Ein Mord an der Geliebten von Mark lässt den Leser nun spekulieren, wem man diesen eher zutraut. Claire, die sich nur an den letzten Tag erinnern kann? Oder Mark, dessen Erinnerungen zwei Tage zurückreichen?
Der Thriller ist eher psychologischer Natur. Die Menschen im Buch kämpfen gegen das Vergessen an, indem tägliches Tagebuchschreiben obligatorisch ist und die Fakten daraus auswendig gelernt werden. Die Definition zwischen Erinnerung und Fakten war mir zu vage, bzw. weit hergeholt. Das Buch stellt Lebens- und Moralfragen und lässt ins Innerste der Protagonisten blicken. Das, zusammen mit dem Setting und den Mord-Spekulationen, hätte viel mehr Potenzial gehabt als schlussendlich ausgeschöpft wurde. Da die gesamte Handlung an nur einem einzigen Tag spielt, ging für mich die Brisanz und der Handlungsspielraum der Geschichte etwas verloren.

Von Beginn hatte der Roman eine unterschwellig Spannung. Diese Grundspannung geht aber weniger von der Handlung, als vielmehr von den Personen aus. Mark und Claire stehen im Hauptinteresse der Mordermittlungen, aber auch der Polizeiermittler scheint eigene Interessen zu verfolgen. Selbst das Leben des Mordopfers, Sophia, spielt eine tragende Rolle in der Geschichte. Einige Szenen erschienen mir sehr ausgedehnt und entwickelten dadurch Leselängen, über die ich aber hinwegsehen konnte.
Viele Leser waren von der Thrillerhandlung, bzw. der Auflösung, richtiggehend baff und überrascht. Ich empfand diese als durchschnittlich, sogar eher etwas mau. Das mag daran liegen, dass es in diesem Genre fast alles schon mal gab oder ich einen größeren Knall erwartet hätte. Mir fehlte das gewisse Etwas eines spannenden Thrillers. Auch hier hätte es dem Buch gut getan, wenn die Handlung sich über mehrere Tage erstreckt hätte. Der Epilog schafft ein rundes Ende, das für die Beteiligten weitaus glücklicher ist als ich das erwartet hätte.

Zusammengefasst ...
"Memory Game: Erinnern ist tödlich" ist ein Thriller, der unter interessanten Umständen in einer Gesellschaft spielt, die polarisiert und von dem man sich darum viel verspricht: Menschen können sich nur ein oder zwei Tage an Erlebnisse erinnern. Wie soll da ein Mord aufgeklärt werden? Die Definition von Erinnerungen und Fakten hätte für mich deutlicher sein können, und mir fehlte ein kreativer Überraschungsmoment. Trotzdem liest sich die Geschichte anziehend und setzt sich mit tiefgehenden Fragen und Entscheidungen auseinander. Für mich blieb sie aber durchschnittlich.

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49 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

jugendbuch, hochgradig unlogisches verhalten, damaris liest, john corey whaley, panikattacken

Hochgradig unlogisches Verhalten

John Corey Whaley , Andreas Jandl
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.07.2017
ISBN 9783446257054
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bücher, die zeigen, dass es Menschen gibt, die anders leben als man selbst, die andere Prioritäten haben oder die mit einer Krankheit zurechtkommen müssen, kann es gar nicht genug geben. Für mich öffnen sie den Blick für das Wesentliche, schüren Empathie oder einfach nur Dankbarkeit. Wenn diese Bücher dann auch noch so humorvoll, klug und gefühlvoll umgesetzt sind wie "Hochgradig unlogisches Verhalten", dann kann ich mir kein besseres Leseerlebnis vorstellten. Die Geschichte hatte mich sofort und bis ganz zum Schluss.

Da ist also der 16-jährige Solomon, der seit drei Jahren das Haus nicht mehr verlassen hat. Gar nicht mehr. Nicht mal für den Garten oder um vor die Haustüre zu gehen. Im Prinzip macht Solomon das auch nichts aus. Ihm geht es gut zu Hause, zusammen mit seinen Eltern. Hier fühlt er sich sicher. Denn Solomon leidet seit seinem elften Lebensjahr an Panikattacken, die für ihn so schlimme Ausmaße annahmen, dass er sich entschieden hat, im Haus zu bleiben.
John Corey Whaley erzählt Solomons Geschichte als eine Art Bericht, sehr offen und deutlich, aber mit viel Witz und auch Charme. Die Dialoge sind köstlich! Ich habe die Entscheidung des Hauptprotagonisten sofort verstanden, mochte ihn auf Anhieb, auch wenn seine Situation sehr außergewöhnlich ist und für die Familie natürlich nicht problemfrei abläuft.

Dann tritt eines Tages Lisa in Solomons Leben. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, seine beste Freundin zu werden ... und das ist für Außenstehende jetzt sehr hart, aus komplettem Eigennutz. Lisa möchte Psychologie studieren. Für ihre Bewerbung muss sie einen Aufsatz über einen "besonderen Fall mit einem psychisch kranken Menschen" schreiben. Da ist Solomon, der wegen Panikattacken aus der Schule verschwand, ihr perfektes Studienobjekt. Und, ach ja, helfen will sie ihm natürlich auch. Ab und zu meldet sich zwar ihr schlechtes Gewissen, doch Lisa verliert ihr Ziel nie aus den Augen, redet sich selbst gut zu, dass sie beide von diesem "Freundschaftsprojekt" profitieren.
Für mich war Lisa zwar nicht direkt unsympathisch, ich fand sie raffiniert, ihre Art, bzw. ihre Absichten sind mir aber sehr sauer aufgestoßen.

Die ganze Geschichte läuft natürlich nicht, wie (von Lisa) geplant, und auch Solomon findet sich plötzlich in einem für ihn ganz neuen, und erstaunlich positiven Lebensabschnitt wieder. Denn die beiden, und Lisas Freund Clark, werden unerwartet dicke Freunde. Dass das nicht ohne Komplikationen verläuft, kann sich jeder schon vor dem Lesen ausmalen. Es geht für alle drei darum, das Richtige zu tun und aus der eigenen Komfortzone zu treten oder Fehler einzusehen. Eine Geschichte, die mit einem solch realistischen, persönlichen Thema so gut unterhält, empfinde ich als große Kunst. Für mich war das Buch ein Lesefest!

Fazit ...
"Hochgradig unlogisches Verhalten" ist ein Buch über authentische Freundschaft und Selbsterkenntnis, die aus einer anfangs unaufrichtigen Beziehung entstehen. Autor John Corey Whaley hat eine inbrünstige und warmherzige Geschichte geschrieben, die mich komplett für sich vereinnahmt hat und mit einem pfiffig-klugen und wortgewandten Humor begeisterte. Ich würde es ewig bedauern, wenn ich das Buch nicht gelesen hätte. Ganz große Klasse und eine echte Herzensgeschichte!

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Otto war nicht begeistert

Jutta Richter , Jacky Gleich
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.09.2017
ISBN 9783446256996
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das Bilderbuch "Otto war nicht begeistert" fiel mir zuerst durch den ungewöhnlichen Illustrationsstil auf. Die spröde Natürlichkeit sprach mich sofort an. Inklusive des Jungen, der augenscheinlich nicht so recht weiß, was er von der Situation halten soll, vielleicht etwas "unbegeistert" dreinschaut. Außerdem scheint das Thema geradezu prädestiniert für Kinder zu sein. Denn es ist doch eine Tatsache, dass die meisten Kinder mehrmals am Tag von bestimmten Dingen nicht gerade begeistert sind - genau wie Otto eben.

Otto ist wohl schon immer leicht kränklich und hält sich abseits von anderen Kindern auf. Darum wird er von seinen Eltern, als er schon etwas älter ist, in ein Sommerferienlager geschickt. Otto soll gesund werden, seinen Schnupfen verlieren, und ganz bestimmt auch endlich mal Freunde finden. Doch Otto ist von der Situation so wenig begeistert, wie von den ganzen tollen Aktivitäten, die im Ferienlager veranstaltet werden. Er spielt lieber alleine mit seinem roten Ball, der eine wunderbare Metapher und visuelle Begleitung durch das ganze Buch ist.
Doch als Otto von einem Mädchen getröstet wird, als er sich wehgetan hat, findet er das plötzlich gar nicht schlecht. Und er ist ganz begeistert, als er Torschützenkönig wird. Vielleicht ist es doch nicht so schlecht, Freunde zu haben.

Ich bin mir sicher, dass der kleine Otto weniger unfreundlich als einfach nur unsicher ist. Zwar schaut er manchmal recht missmutig aus der Wäsche, wirkt aber doch eher überfordert vom Ferienlager, und den ganzen Möglichkeiten und Aktivitäten, die sich ihm hier eröffnen. Und er hat jeden Tag Heimweh. Eine Situation, die Kinder sehr gut nachvollziehen können. Dazu benötigt es auch gar nicht viel Text. Umso schöner, als Otto am Ende entdeckt, dass Freundschaften auch wirklich Spaß machen können und vieles gemeinsam besser und lustiger ist.
Verdeutlicht wird das Ganze durch herrlich spröde, irgendwie schrullige Illustrationen. Sie sehen aus wie mit Wasserfarben gemalt und mit Tusche akzentuiert. Diese Art der Darstellung hat etwas Eigenes und Besonderes. Die Bilder harmonieren ausdrucksstark mit der Geschichte und Ottos Gefühlswelt. Sehr schön!

Fazit ...
"Otto war nicht begeistert" ist ein originelles Bilderbuch über einen Jungen, der sich in vielen Situationen überhaupt nicht zurecht findet. Bis er erfährt, wie viel Spaß es machen kann, wenn man über seinen Schatten springt. Die Geschichte ist sehr ausdrucksstark umgesetzt, wirkt auf den ersten Blick sogar etwas kurios. Dabei ist das Thema so natürlich, dass sich Kinder gut damit identifizieren können. Und wenn das Bilderbuch dann noch mit einem Augenzwinkern beendet wird, umso besser. Reinschauen lohnt sich!

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209 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

fantasy, paris, kathrin lange, schreiben, arena verlag

Die Fabelmacht-Chroniken - Flammende Zeichen

Kathrin Lange
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Arena, 19.06.2017
ISBN 9783401603391
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich mag Kathrin Langes Geschichten unheimlich gerne, weil ich immer das Gefühl habe, besonders hochwertige Geschichten zu lesen. Die Atmosphäre darin sorgt für Gänsehaut, die Charaktere gehören zu den besten. Darum waren "Die Fabelmacht-Chroniken: Flammende Zeichen" auch ein Lesemuss. Ja, dieser Trilogiestart macht Spaß! Und obwohl das Buch für mich nicht komplett an andere Bücher der Autorin heranreicht, liegt ihm eine tolle Idee zugrunde, die mir einprägsame Lesestunden - mitten in Paris - bescherte.

Hauptprotagonistin Mila hat mit ihrer Mutter gestritten und sich daraufhin in einen Zug nach Paris gesetzt. Sie will dort bei einer Freundin wohnen, bis sich die Wogen wieder geglättet haben. Gleich zu Anfang hat sie ein etwas unheimliches Gespräch mit einem alten Mann, woraufhin Mila beschließt, eine Geschichte in ihrem Notizbuch weiterzuschreiben. Und genau hier hatte ich den ersten Aha-Effekt, einen Gänsehautmoment gleich zu Beginn der Geschichte. Das ist toll gemacht. Ich wollte wissen, was los ist, was das Geheimnis in Milas Leben ist. Die Sache, von deren Existenz sie bisher noch nichts weiß.
Ganz allgemein gesagt, und wie der Reihentitel schon verrät, geht es um Fabelmacht, die Fähigkeit Geschichten zu schreiben und diese Wirklichkeit werden zu lassen. Natürlich ist diese Tatsache weitaus komplexer als vermutet und wird für Mila zur größten Herausforderung ihres bisherigen Lebens. Was sie in Paris erlebt, ist spannend und abwechslungsreich. Dennoch kamen mir einige Szenen auch ein bisschen konstruiert vor. Manchmal, als würde die Handlung zu starr einem festgelegten Plan folgen, der die vorgegebene Elemente unbedingt enthalten muss.

Unabhängig davon, dass sich die Gestaltung des Buches wirklich sehen lassen kann, ist die Atmosphäre mit Händen zu greifen. Mila erlebt ihr Abenteuer in einem Paris, das dieses ganz besondere Flair vermittelt. Egal ob Milas Blick von einem Dach auf den nächtlichen Eifelturm fällt, ob sie auf einem Friedhof nach Spuren sucht oder ihr Weg durch unterirdische Geheimgänge und Katakomben führt, ich hatte immer das Gefühl, als würde ich sie begleiten. Allerdings waren die Charaktere für mich diesmal um einiges schwächer als ich das von der Autorin gewohnt bin. Das lag an Milas Verhalten, einem männlichen Hauptcharakter, der mir zu wenig herausstach, aber auch an einer Konstellation (Mila und zwei Jungs), die mir eher weniger zusagte, dann zum Glück nicht so klischeebehaftet ausfiel wie erwartet.
Nach einem spannenden Showdown, konnte mich das Ende überraschen. Wäre man bereit, einiges auszuhalten, und wäre das letzte Wort nicht, dann könnte die Geschichte (fast) abgeschlossen sein. Doch damit ist wieder alles offen.

Fazit
"Die Fabelmacht-Chroniken: Flammende Zeichen" ist ein spannender Reihenstart, dessen geniale Idee die beste Voraussetzung für eine fesselnde Geschichte mitbringt. Dazu kommt eine herrliche Paris-Atmosphäre, und eine vielschichtige, leicht düstere Handlung, die den Leser kaum zur Ruhe kommen lässt. Zwar hätte sie etwas weniger konstruiert, und die Charaktere noch nachhaltiger sein dürfen, ein Erlebnis ist das Buch trotzdem ... inklusive eines nervenaufreibenden Schlussakts, der die Karten neu mischt. 4 von 5 Sterne erhält das Buch von mir.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ich bin ein Wolf, sagt Hase

Jadwiga Kowalska
Buch
Erschienen bei Atlantis Verlag , 08.09.2017
ISBN 9783715207360
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Bilderbücher mit dem Thema Mut lese ich den Kindern immer wieder vor. Sie haben meist eine einfache Grundaussage, sind oft lustig und ermutigen im Alltag. Die Idee zu "Ich bin ein Wolf, sagt Hase" ist so einfach wie nachvollziehbar: Ein Häschen möchte mutiger sein, indem es sich als Wolf verkleidet. Die Umsetzung hat uns so gut gefallen, dass das Bilderbuch bei uns zu einem Dauerbrenner werden könnte.

Kinder können sich total gut in den kleinen Hasen hineinversetzen. Das mulmige Gefühl, wenn man nach dem Spielen nach Hause laufen muss und es draußen schon dunkel wird. Genau so geht es dem Hasen, der dazu noch im Wald lebt, und der für den Heimweg bei Dunkelheit immer seinen ganzen Mut aufbringen muss. Doch er hat eine geniale Ideel! Als Wolf muss man sich vor nichts fürchten. Darum näht sich Hase ein Wolfskostüm. Und richtig, am nächsten Tag ist Hase schon viel mutiger. Das Problem ist nur, dass jetzt seine Freunde - Maulwurf, Igel und Eule - vor ihm Reißaus genommen haben. Sie haben Angst vor dem Wolf. Ob es dafür eine Lösung gibt?

Die Gestaltung des Bilderbuchs ist sehr niedlich, jedoch manchmal auch düster und etwas unheimlich. Das passt zum Thema, es geht schließlich um Mut. Auf jedem Bild gibt es viel zu entdecken und zu suchen. Die Bilder zeigen das Geschehen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven, entweder großformatig oder als entfernte (Wald)-Szenen. Die Illustrationen sind oft in herbstlichen Farben gehalten, wirken wie einen Mischung aus Zeichnung und Druck. Sie faszinierend die Kinder und mich völlig. Die Handlung ist sehr gut nachvollziehbar und spannende Ausschnitte werden mit einem guten Ausgang und freundschaftlich-humorvoll gelöst. Sehr schön!

Fazit ...
"Ich bin ein Wolf, sagt Hase" ist ein großartiges Bilderbuch über einen Hasen, der durch ein Wolfskostüm mutig sein möchte. Die Geschichte wird durch die faszinierenden Bilder eindrucksvoll umgesetzt, ist dabei niedlich und freundlich gehalten. Sie stellt die Themen Mut und Freundschaft in den Mittelpunkt. Jedes Vorlesen ist spannend, aber auch sehr herzlich und bringt ein schönes Miteinander mit sich. Eine große Empfehlung!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

10 kleine Burggespenster - Kein Schatz für Zipfel

Britta Nonnast , Susanne Göhlich
Buch
Erschienen bei Orell Füssli Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783280035474
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das Kinderbuch "Kein Schatz für Zipfel" gehört zur Reihe 10 kleine Burggespenster. Da jede Geschichte thematisch aber für sich selbst spricht und in sich abgeschlossen ist, haben wir als allererstes zum Abenteuer des kleinsten Gespenstes Zipfel gegriffen. Zipfel möchte nämlich unbedingt reich werden, sehr reich. Doch wie soll er das anstellen? Und ist es wirklich so einfach, wie Zipfel sich das vorstellt? Erwachsene Vorleser könnten anhand des farblich abgesetzten Titels vielleicht eine Vorahnung haben. Kinder werden voller Spannung mitfiebern, ob Zipfel (k)einen Schatz bekommt oder ob er noch ganz andere Erkenntnisse aus seinem Abenteuer gewinnt.

Zipfel, ein kleines, noch sehr junges Gespenst, lebt mit 9 befreundeten Burggespenstern in der Scheune auf dem Burggelände. Das war auch immer okay, doch heute macht Zipfel einen Ausflug und schwebt durch die Stadt. Als er dort die Menschen beobachtet, und was sie sich alles kaufen können, geht er davon aus, dass sie alle sehr reich sind. Das will er auch sein! Zipfel möchte viel Geld haben, unbedingt einen eigenen Schatz. Die Ratschläge und Fürsorge der anderen Gespenster schlägt Zipfel wütend in den Wind. Er möchte auf eigene Faust losziehen, um sich seinen Schatz zu verdienen - um glücklich zu sein. Das macht er dann auch und muss erkennen, dass Geld verdienen harte Arbeit bedeutet und dass es gar nicht so einfach ist, die eigenen Träume zu verwirklichen. Manchmal liegt das persönliche Glück viel näher als gedacht.

Obwohl das Buch insgesamt sehr unterhaltsam und humorvoll ist, muss ich zugeben, so richtig sympathisch war mir Zipfel anfangs nicht. Mit viel Geschrei und Egoismus setzt er seinen Willen durch und pfeift auf die Bemühungen seiner Gespensterfreunde und -familie. Andererseits, wer will das einem kleinen (Gespenster)-Kind verdenken, das noch keine existenzielle Erfahrung mit dem Leben gemacht hat? Die Altersempfehlung würde ich etwas höher als 4 Jahre ansetzen. Meine eigenen Kinder, sie gehen in die Grundschule, waren jedenfalls sehr gebannt von der Geschichte, empfanden Zipfels Verhalten wahrscheinlich als plausibel und haben sich nie über ihn "beschwert". Dafür haben sie viel geschmunzelt und mitgefiebert. Zipfels Wandel bleibt natürlich nicht aus, als er erkennt, dass die meisten Menschen für Geld hart arbeiten müssen, dass es viel Ungerechtigkeit im Leben gibt, und dass das persönlich Glück auch bei Familie und Freunden zu finden ist. Diese Botschaft verstehen schon junge Zuhörer oder Selberleser. Die Geschichte wird mit einem Augenzwinkern abgeschlossen und ließ uns mit einem guten Gefühl zurück.

Fazit ...
"10 kleine Burggespenster: Kein Schatz für Zipfel" ist ein schönes Vorlesebuch für Kinder, das trotz Gespensterdarstellern seine Botschaft sehr natürlich vermittelt: Man braucht keinen Schatz oder großen Reichtum, um glücklich zu sein. Denn das Glück ist manchmal näher als man denkt.
Mit viel Humor und Spannung, aber auch einigen deutlichen Erfahrungen, wird dem kleinen Gespenst Zipfel bewusst, was im Leben wichtig ist. Und am Ende hat er sich dann auch ins Herz von Vorleser und Zuhörern gegeistert.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

Pip Bartlett und die magischen Tiere 2

Maggie Stiefvater , Jackson Pearce , Stefanie Frida Lemke
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Heyne, 18.09.2017
ISBN 9783453270541
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Pip Bartlett ist zurück. Die junge Heldin, vom Autorinnen-Duo Maggie Stiefvater und Jackson Pearce, die magische Tiere nicht nur über alles liebt, sondern mit ihnen reden kann und darum die unglaublichsten Dinge erlebt. Erneut ist das Buch wunderschön anzusehen, außen und innen in Rosatönen gestaltet, perfekt passend zum Thema. Denn Pip und ihr Freund Thomas widmen sich in diesem Abenteuer den Einhörnern, vielmehr einem ganz bestimmten, empfindlichen Exemplar. Doch Pip wäre nicht Pip, wenn sie diese Herausforderung ausschlagen würde. Es wird sehr lustig, spannend und manchmal sogar richtig rührend.

Pip verbringt den Sommer bei ihrer Tante, die eine Klinik für magische Tiere hat. Das findet Pip supertoll, denn nur sie kann magische Tiere verstehen und sogar mit ihnen reden. Nicht so gut klappt das allerdings mit Eltern und Lehrern, weswegen sich Pip nichts Schönes vorstellen kann, als ihrer Tante während der Sommerferien in der Tierklinik zu helfen. Außerdem freuen sich Pip und ihr Freund Thomas auf den "Dreifachen Dreizack" ein Turnier, bei dem es viele magische Tiere zu sehen gibt, hauptsächlich aber Einhörner, die es Pip ganz besonders angetan haben. Das Turnier ist dann aber nicht nur spannend, es gibt auch jede Menge Probleme. So schafft es Regent Maximus, ein ängstliches und sensibles Einhorn, vor Furcht fast nicht aus seiner Box. Wie soll er da erst beim Turnier bestehen? Pip greift ein und beginnt, das nervöse Einhorn zu trainieren. Und dann treibt auch noch ein Dieb auf dem Turnier sein Unwesen. Er hat es auf die Schweife der wunderschönen Einhörner abgesehen.

Obwohl die Abenteuer von Pip, ihren Freunden und den magischen Tieren jeweils abgeschlossen sind, empfiehlt es sich, zuerst den Vorgängerband "Die brandgefährlichen Fussels" zu lesen. Dann ist man mit Pip und ihrem Umfeld bestens vertraut. Hier schließt Pip dann auch neue Freundschaften, auch solche, die man nicht unbedingt erwartete, und hat wieder einen ganz besonderen Draht zu den magischen Tieren. Ich empfand die Geschichte als sehr liebenswert, immer humorvoll und interessant - gegen Ende dann auch richtig spannend. Pip wird für junge Leser zu einer kleinen Heldin, weil sie sehr realistisch dargestellt ist. Die magischen Tiere, die im Buch vorkommen, werden durch Zeichnungen von Maggie Stiefvater wieder perfekt in Szene gesetzt. Außerdem ist das Buch, inklusive rosafarbenen Seiten, sehr aufwändig gestaltet. Die charmant-besonderen Geschichte und die auffällige Gestaltung des Buches, machen es zu einem tollen Erlebnis.

Fazit ...
"Pip Bartlett und die magischen Tiere: Einhornzähmen leicht gemacht" gefiel mir sogar noch etwas besser als Pips erstes Abenteuer - und das war schon klasse! Diesmal spielen Einhörner die Hauptrolle, werden aber immer begleitet von allerhand kreativen und kuriosen Tiergestalten. Nur Pip kann mit magischen Tieren reden, das macht die Handlung besonders reizvoll und stellenweise richtig lustig. Außerdem hat die Geschichte bei allen Kuriositäten eine natürliche Herzlichkeit, mit der man sich als Leser sehr wohl fühlt. Ein großer Lesespaß, nicht nur für Einhornfans!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

theaterstück, kinderoper, fedriger freund, freundschaft, kinderbuch

Fell und Feder

Lorenz Pauli , Kathrin Schärer
Buch
Erschienen bei Atlantis Verlag , 08.09.2017
ISBN 9783715207377
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Fell und Feder" ist wohl eines der ausgesuchtesten und auch originellsten Bilderbücher, die ich in letzter Zeit in den Händen hielt. Erzählt wird die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem Huhn und einem Hund. Sehr außergewöhnlich klingt das nicht, jedoch ist die Umsetzung eine Klasse für sich ... und ganz und gar nicht anspruchslos, sondern literarisch. Darum wird das Bilderbuch auch ab einem Alter von etwa 5 Jahren empfohlen. Huhn und Hund spielen ihr eigenes Theaterstück - ihre Freundschaftsgeschichte. Das ist so bewegend, dass "Fell und Feder" im Frühjahr 2018 als Kinderoper uraufgeführt wird.

Beim Aufschlagen des Bilderbuches habe ich kurz gestutzt. Die Geschichte geht nämlich direkt los, mit einem Blick hinter den Theatervorhang. Huhn und Hund freuen sich auf die Vorstellung, sind aber auch immens aufgeregt. Denn wer weiß, ob die Zuschauer, bzw. die kleinen Leser ihre Geschichte mögen? Dann geht auch schon der Vorhang auf, und die eigentliche Geschichte startet mit dem Buchtitel "Fell und Feder". Die Geschichte handelt von zwei Einzelgängern; dem Huhn, das von Freiheit, Abenteuer und einem Piratenschatz träumt, und dem Hund, den anscheinend niemand vermisst, der sich nichts sehnlicher wünscht, als einen starken Freund, der ihm Geschichten erzählt. Huhn und Hund beschließen sich zu helfen, um die Wünsche des anderen zu erfüllen. Doch dann ... Sie verbringen Zeit miteinander. Sie erleben Lustiges und Kurioses. Sie erzählen sich Geschichten. Sie beginnen zu realisieren, was sie aneinander haben, dass sie beide gute Freunde sein könnten.

Ich war während des Lesens nicht nur ein Mal gerührt und von der (zuerst versteckten, später offensichtlichen) Warmherzigkeit angetan. Vielleicht muss man die Geschichte Kindern mehrmals vorlesen, bis sie ihre Wirkung entfaltet, dann aber mit voller Wucht. Sie hat einen ganz feinen Humor und etwas sehr Liebevolles. Hervorgehoben wird die kreative Geschichte durch wunderschön authentische Bilder, die begeistern und faszinieren, sowie ein realistisches Bühnenbild innerhalb der Geschichte. Jede Theaterszene geht jeweils über eine Doppelseite und hat eine entsprechende Wirkung auf Leser und Betrachter. Ganz große Klasse!

Fazit ...
"Fell und Feder" ist ein buchisches Theaterstück, aufgeführt von Huhn und Hund - zwei Freunden, die sich nicht gesucht, aber dennoch gefunden haben. Die Umsetzung ist herrlich kreativ, und die Geschichte wird mit einem feinen Humor und großer Warmherzigkeit erzählt. Dabei hat sie einen gewissen Anspruch, ist sehr literarisch für ein Kinderbuch, und verlangt nach mehrmaligem (Vor)Lesen. Wenn sich am Ende der Vorhang schließt, meint man tatsächlich, man könnte den Applaus noch lange Zeit hören. Unbedingt einen Blick auf die Bühne werfen!

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536 Bibliotheken, 36 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

fantasy, das lied der krähen, leigh bardugo, gefängnis, nina

Das Lied der Krähen

Leigh Bardugo , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.10.2017
ISBN 9783426654439
Genre: Fantasy

Rezension:

Es ist schon ein tolles Gefühl "Das Lied der Krähen" in den Händen zu halten. Endlich ist es in deutscher Sprache erhältlich, das Buch, von dem gefühlt jeder Englischleser schwärmt. Und ja, schon vor dem Lesen konnte ich es nachvollziehen, denn Autorin Leigh Bardugo hatte mir bereits mit der Grischa-Trilogie die allerbesten Fantasylesestunden beschert. Kann man ein so stark umschwärmtes Buch eigentlich noch vorurteilsfrei lesen? Ja, das geht. Für "Das Lied der Krähen" benötigt man keine Grischa-Vorkenntnisse, die Handlung steht völlig für sich selbst, auch wenn die Geschichte in derselben Welt spielt. Die Protagonisten sind noch sehr jung, was man ihnen nicht anmerkt, trotzdem ist "Das Lied der Krähen" kein Jugendbuch, sondern ein bedeutsamer All-Age-Titel mit einer unglaublich guten Fantasygeschichte.

"Das Lied der Krähen" ist ein Buch, in dem ich mir als Leser zuerst einen umfassenden Überblick verschaffen muss. Der Umfang, inklusive zweier Karten und diversen Erläuterungen, ist ansehnlich. Hier gebe ich zu, dass vielleicht wirklich ein Grischa-Bonus zum Tragen kommt, doch auch Leser ohne diese Kenntnisse finden sich nach den ersten Kapiteln in der Geschichte zurecht.
Alleine vom Klappentext ausgehend, könnte man meinen, dass der undurchsichtige Dieb und Verbrecher Kaz Brekker die Hauptperson ist. Das stimmt auch, doch er schart er eine Gruppe aus "Freunden" um sich, eine Zweckgemeinschaft, die die Quintessenz der Handlung darstellen. Ohne den Prolog und den Epilog mitzuzählen, wird die Geschichte aus der Perspektive von fünf dieser Hauptpersonen erzählt. Das ist klasse gemacht, keine Sichtweise ist langweilig, alle ergänzen sich, gehen teilweise sogar ineinander über. Außerdem lernt man jede Person durch packende Rückblicke gut kennen und hegt für alle, trotz ihres Schurkendaseins, Sympathien. Die Charaktertiefe ist gewaltig, und ich hatte nie das Gefühl, aus der Handlung gerissen zu werden.
Neben den famos-eigenwilligen Charakteren trumpft das Buch mit einer exzellenten Sprache (und Übersetzung natürlich!) und einem sarkastischen Humor auf, der Spaß macht.

Konkret ist der Roman ein phantastisches Abenteuer. Es gibt ein klar definiertes Ziel, das die sechsköpfige Außenseitermannschaft erreichen will, eine Aufgabe, die es zu erfüllen gilt: Eine Zielperson soll aus einem Hochsicherheitstrakt, dem Eistribunal, befreit werden, um die Verbreitung einer Droge zu verhindern. Das Eistribunal liegt ein einem entfernten, gefährlichen Land und gilt als absolut einbruchsicher. Nicht nur die Gefahr, in die sich die Charaktere begeben, sorgt für ein hohes Spannungslevel. Es gibt auch untereinander reichlich Konfliktpotenzial und Überraschungsmomente, die immer wieder von Neuem mitreißen. Die knapp 600 Seiten vergehen so wie im Flug.
Der Schluss ist irre gut gemacht, auch ohne Cliffhanger, denn die Situation stellt sich völlig neu und anders dar als noch zu Beginn. So etwas mag ich sehr. Ich habe Kaz, Inej, Nina, Matthias, Jesper und Wylan so stark ins Herz geschlossen, dass es mir schwer fällt zu akzeptieren, dass das Buch für jetzt zu Ende ist. Zum Glück steht Band 2 noch aus. Ich kann es kaum erwarten!

Das Fazit
"Das Lied der Krähen" ist ein faszinierend-mitreißender Fantasyroman, ein echtes Abenteuer, und spielt in einer Welt, die ihresgleichen sucht. Leigh Bardugo gehört auf jede Leseliste! Die Protagonisten bestechen durch enorme Charaktertiefe und Vielfalt, so stark, dass man sie am Ende gar nicht loslassen möchte. Dazu kommt noch die vorzügliche Sprache und ein zuweilen bissiger Humor, der sich durch das ganze Buch zieht. Die Summe dieser Eigenschaften macht die Geschichte zu einem großen Lesespaß (besser, zu einem Lesemuss). Nicht verpassen! Der Dilogiestart erhält von mir 5 von 5 Sterne.

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156 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

liebe, abschied, trauer, traurig, nachrichten

Deine letzte Nachricht. Für immer.

Emily Trunko , Nadine Mannchen , Zoë Ingram , typealive
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Loewe, 18.09.2017
ISBN 9783785586075
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Ich wollte nur, dass du noch weißt ..." eine Sammlung nie verschickter Briefe, die aus Emily Trunkos Blog Dear My Blank resultierte, hatte mich noch vor Kurzem stark berührt. Was ich nicht wusste, Emily hat noch einen zweiten Tumblr-Blog. Auf The Last Message Received können Menschen letzte Nachrichten veröffentlichen, die sie erhalten haben. Die Nachrichten haben viele Gründe. Sie handeln von Abschied, Trennung oder Tod. Manche sind gewollt oder ungewollt. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Es ist jeweils die allerletzte Nachricht, die eine Person von einer anderen erhalten hat. "Deine letzte Nachricht. Für immer." enthält eine Sammlung der emotionalsten Nachrichten des Blogs, abermals wunderschöne in Szene gesetzt.

Alleine das Thema bewegt mich tief. Allerletzte Nachrichten - wie emotional ist das denn bitte?! Und so kam es auch, dass ich mich beim Lesen fühlte, als hätte ich einen Blick durch fremde Schlüssellöcher geworfen, fast ein bisschen voyeuristisch. Es sind keine bedeutungslosen Texte, die hier gesammelt vorliegen. Es handelt sich um Lebensabschnitte und Intimitäten, die andere Menschen stark geprägt, aufgewühlt oder gezeichnet haben. "Deine letzte Nachricht ..." hat nicht die Fröhlichkeit oder den Humor, der oftmals neben der Tragik bei "Ich wollte nur, dass du noch weißt ..." mitschwingt. Viele der letzten Nachrichten sind bedrückend oder traurig und auch mal sehr hart. Das spiegelt sich auch im Lesegefühl wieder, weswegen ich das Buch erst für ältere Jugendliche empfehlen würde.

Man liest die Texte, die letzten Nachrichten, verharrt, liest oft nochmals oder muss Dinge sacken lassen. Nicht nur ein Mal hatte ich während des Lesens einen dicken Klos im Hals, war voller Mitgefühl oder auch sehr geschockt. Einige der Nachrichten sind nicht einfach auszulegen und zu verstehen, weil man als Leser die Situation des Verfassers nicht kennt. Sie können schwer für sich alleine stehen und gegebenenfalls falsch interpretiert werden. In diesem Fall steht eine Erklärung bei der Nachricht. Das hat sie mir verdeutlicht und näher gebracht. Mich persönlich haben Nachrichten, die vor Unfällen oder Tod verschickt wurden, mehr bewegt als solche, die ihre Empfänger vor Trennungen oder gescheiterten Liebesbeziehungen erreicht haben. Das lag daran, dass einige für mich klangen wie eine Ausrede oder eine Lüge. In diesen Fällen fiel es mir dann schwer mitzufühlen. Aber es steht mir ganz sicher nicht zu, so etwas beurteilen zu können. Mein Eindruck muss nicht den Tatsachen entsprechen. Hinter jeder Nachricht steht ein Empfänger, für den damit eine Welt zusammenbrach, ein neuer Lebensabschnitt begann oder der deswegen viel zu verarbeiten hat.

Von der Aufmachung des Buches muss ich niemanden überzeugen, die ist eine Augenweide! "Deine letzte Nachricht ..." ist perfekt gestaltet, wirkt sehr individuell und bewundernswert einzigartig. Außerdem sind die Texte so gut übersetzt, dass sie sich sehr realistisch und gefühlvoll lesen lassen und nicht so, als wäre bei der Übertragung vom Original etwas verlorengegangen. Wie man das Buch liest, ist ganz egal. Von vorne bis hinter oder einzelne Nachrichten beim Blättern. Seine Wirkung wird es nicht verfehlen.

Das Fazit
"Deine letzte Nachricht. Für immer." gehört zu den Büchern, die im Regal verbleiben werden. Sei es der exzellenten Gestaltung wegen (Es ist so wundervoll schön!) oder um mit Texten zu Verweilen, die bewegen (Taschentücher bereithalten!). Hier werden viele Leser differenzieren, denn es ist immer eine Gratwanderung zwischen dem persönlichem Empfinden - salopp gesagt, dem Geschmack - und der Auswirkung, die eine letzte Nachricht auf den Empfänger hat. Manche sind unbegreiflich, viele wühlen auf. Andere Nachrichten lassen einen mit dem Kopf schütteln und dann gibt es solche, die mit Dankbarkeit erfüllen. Ich vergebe 4 von 5 Sterne.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Leben

Cynthia Rylant , Thomas Bodmer , Brendan Wenzel
Fester Einband
Erschienen bei NordSüd Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783314104176
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Frage, warum mich ein Bilderbuch konkret angesprochen hat, stelle ich mir selbst immer wieder gerne. Bei Cynthia Rylants neuem Bilderbuch war es eine Kombination aus dem atmosphärischen, ruhig wirkenden Cover und dem einfachen Titel "Leben". Es gibt nichts Schöneres als mutmachende Bücher über das Leben, das von Menschen, aber auch von Tieren oder der Natur. Dass das Leben nicht immer schön und einfach ist, wissen schon Kinder sehr gut. Hier nimmt das Buch an die Hand und zeigt mit verständlichen Worten und wunderschönen Bildern, dass das Leben wunderschön ist - in guten und in schlechten Zeiten.
Übrigens wirkt das Cover des Bilderbuchs nur auf den ersten Blick wie eine stille nächtliche Naturszene. Wenn man ganz genau hinsieht, fällt auf, dass es voller Leben ist.

Cynthia Hand erzählt in ihrem Bilderbuch keine konkrete Geschichte. Die Bildseiten sind mit einfachen, aussagekräftigen Sätzen untermalt. Der Text ist eine Metapher für das Leben selbst: Das Leben fängt immer klein an, wächst und verändert sich. Jeder mag etwas anderes und legt die eigene Priorität auf unterschiedliche Dinge. Es gibt schöne Zeiten, aber auch nicht so schöne, stürmische oder wüste Wegstrecken. Doch es gibt immer etwas, das das Leben lebenswert und lohnenswert macht.
Das ist die Grundaussage von "Leben". Ich empfinde sie als mutmachend, manchmal poetisch und sehr hoffnungsvoll. Zuerst dachte ich, dass Kinder damit vielleicht Verständisprobleme hätten, dass es ihnen zu abstrakt wäre. Doch weit gefehlt. Die Sätze sind einfach und klar, damit Kinder - große und kleine - sofort wissen, was gemeint ist. Außerdem hat der Text etwas sehr Freundliches, manchmal sogar Humorvolles. Die Bilder unterstützen dabei auf ihre ganz eigene Art.

Brendan Wenzel, der Illustrator von "Leben" hat eine große Vorliebe für die Darstellung von Tieren. Das merkt man sofort. Durch das Bilderbuch begleiten Tiere, immer andere und immer passend zur jeweiligen Situation. Die Tiere sind realistisch illustriert und verleihen den ruhigen Naturszenen Lebendigkeit, aber mit einer gewissen Zurückhaltung. Die Wirkung ist enorm. Ganz allgemein gesagt, sind die Bilder eine Augenweide. Viele vermitteln Ruhe und Schönheit. Einige laden zum Staunen ein. Das soll jetzt nicht kitschig klingen, aber wir waren nach dem Lesen und Betrachten sehr glücklich, irgendwie erfüllt.

Fazit ...
"Leben" ist inhaltlich und visuell ein Schatz! Das Bilderbuch zeigt eindringlich, aber ruhig, manchmal fast schon meditativ, dass das Leben wunderschön ist - egal, ob in guten oder schlechten Zeiten. Autorin und Illustrator haben mit einem einfachen und deutlichen Text, sowie einmaligen Bildern eine Botschaft geschaffen, die bei Kindern ankommt und auch erwachsenen Betrachtern Mut machen kann. Unbedingt anschauen und wirken lassen!

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105 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

tod, trauer, die seele meiner schwester, zwillinge, rezension

Die Seele meiner Schwester

Trisha Leaver , Stefanie Frida Lemke
Fester Einband
Erschienen bei Kosmos, 08.06.2017
ISBN 9783440149133
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bücher über Schwestern lese ich besonders gerne. Wahrscheinlich, weil ich diese außerordentlich innige Beziehung zu einer Schwester selbst erlebe. Dass das bei Zwillingen oftmals noch verstärkt ist, ist bekannt. Dabei ist es mir bei einer Geschichte egal, ob die Schwesternbeziehung problematisch dargestellt wird, oder ob die Geschwister ein sehr vertrautes Miteinander haben. Die Darstellung muss stimmen. In "Die Seele meiner Schwester" sind Ella und Maddy Zwillinge, die sich äußerlich komplett gleichen, charakterlich aber völlig unterschiedlich sind. Was passiert nun, wenn eine Schwester das Leben der anderen übernimmt? Ist das überhaupt möglich, ohne dass es auffliegt?

Das Buch beginnt dramatisch. Und ja, ich war sofort fasziniert davon, wie sehr es mich berührte und wie deutlich mir die Autorin die Zwillinge vor Augen führte. Die introvertierte Ella wird von ihrer selbstbewussten Zwillingsschwester Maddy angerufen. Sie will von der Party ihres Freundes abgeholt werden. Ella spürt, dass etwas nicht stimmt, auch als sie Maddy dann auf der Party aufgabelt. Auf dem Nachhauseweg kommt es zum Streit zwischen den beiden ... und zu einem folgenschweren Unfall, bei dem Maddy stirbt. Weil sie von niemandem erkannt wird, entscheidet sich die stille Ella dafür, die Identität ihrer Schwester anzunehmen und deren Leben weiterzuführen.
Ob das ganze Szenario realistisch ist oder nicht, war mir zu diesem Zeitpunkt komplett egal. Denn es fühlte sich für mich realistisch an. Die ganze Situation war so eindringlich beschrieben, und ich konnte Ellas Beweggründe so gut nachvollziehen, dass ich ihr jeden Gedankengang abnahm. Zudem war es unglaublich spannend, wie Ella nun Maddys Alltag meistern wird.

Im Folgenden geht es darum, wie Ella als Maddy klarkommt. Meistens spielt sich das in der Schule ab. Hier lauert natürlich viel Konfliktpotenzial, vor allem seitens Maddys Freunden und einfach darum, weil die Schwestern so unterschiedlich waren. Ella spielt nun eine Rolle, die nicht ihrem Charakter entspricht. Außerdem hat sie starke Schuldgefühle, weil sie sich für den Tod ihrer Schwester verantwortlich fühlt.

Mit der Zeit entdeckt Ella, dass Maddys Leben nicht das war, was es vorgab zu sein. Maddy hatte Geheimnisse. Die möchte Ella nun aufdecken. Zu diesem Zeitpunkt ist die Geschichte aber schon bis ins letzte Buchdrittel vorangeschritten. Das Rätsel um Maddys Leben geht neben Ellas Bemühungen, ihre Schwester zu spielen, fast ein wenig unter. Für beides ist die Geschichte einfach zu kurz geraten und hätte nochmals um gut fünfzig Seiten erweitert werden können.
Das Ende gefiel mir darum so gut, weil es natürlich und sehr menschlich ist, und weil ich das bei der vorangegangenen Dramatik nicht so erwartet hätte. Alles andere wäre auch sehr illusorisch gewesen. Ich habe das Buch zufrieden zugeklappt.

Das Fazit
"Die Seele meiner Schwester" hat mich eingesaugt und so stark gefesselt, dass die Seiten dahinflogen. Die Thematik berührt und ist von der Autorin so gefühlvoll dargestellt, dass man ständig schwankt zwischen Betroffenheit und Faszination. Da macht es gar nichts, dass die Geschichte für die beiden Konflikte, die das Buch thematisiert, eigentlich zu kurz geraten ist. Auch die Frage, ob es realistisch, bzw. möglich wäre, das Leben einer Schwester auf diese Weise weiterzuführen, stellt sich nicht. Denn während des Lesens fühlt es sich realistisch an. Das macht das Buch zu einem lohnenden Leseerlebnis. 4 von 5 Sterne vergebe ich dafür.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Das Mäuseschloss

Michael Bond , Emily Sutton
Buch: 32 Seiten
Erschienen bei Orell Füssli Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783280035443
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Es war einmal eine Mäusefamilie, die in einem Puppenhaus lebte. Ist das nicht ganz reizend? So beginnt das Bilderbuch "Das Mäuseschloss" und hatte mich damit, und alle kleinen Zuhörer ebenfalls, schon komplett auf seiner Seite. Abgesehen davon ist das Buch wunderschön anzusehen. Man möchte vor Freude seufzen, fühlt sich ein bisschen nostalgisch und an Bilderbuchklassiker der eigenen Kindheit erinnert, und will darum nach dem Lesen direkt nochmals von vorne beginnen. Ich kann vorwegnehmen, dass "Das Mäuseschloss" ein Bilderbuch ist, wie wir es uns wünschen.

Herr und Frau Maus haben dreizehn Kinder. Sie leben alle zusammen in einem Puppenhaus. Ja, in einem echten Puppenhaus mit vielen Zimmern und allen Annehmlichkeiten, die sich eine Mäusefamilie nur wünschen kann. Das Puppenhaus gehört einem Grafen und steht in einem Schloss. Begeistert wird täglich von den vielen Besuchern fotografiert. Bis das Schloss eines Tages renoviert wird und das Puppenhaus plötzlich ziemlich schäbig wirkt. Aus Angst, dass ihr Zuhause weggeräumt wird, möchten die Mäusekinder das Puppenhaus ebenfalls renovieren, doch das geht gründlich schief. Die Mäusefamilie muss sich ein neues Heim suchen ... und erlebt am Ende eine Überraschung.

"Das Mäuseschloss" ist ein großformatiges Bilderbuch dessen fürsorgliche und entzückende Geschichte von wunderschön gezeichneten Bildern begleitet wird. Diese haben einen nostalgischen Charme und wirken wie mit Buntstiften- und Wasserfarben gemalt. Sie enthalten enorm viele Details, sodass Kinder (und Erwachsene!) sich gar nicht sattsehen können. Besonders das Puppenhaus lädt zum Staunen ein. Es ist so aufwändig gestaltet, dass es darin bei jedem Betrachten etwas Neues zu entdecken gibt. Sogar meine 8-jährige Tochter hat während des Vorlesens oftmals erstaunt und überrascht aufgeseufzt. Kinder, ab etwa 4 Jahren, werden die Geschichte gut verstehen und immer wieder viel Freunde mit Familie Maus haben.

Fazit ...
"Das Mäuseschloss" ist eines der Bilderbücher, bei denen man schon auf den ersten Seiten wohlig seufzt und freudig überrascht wird. Sofort ist es da, das nostalgische Gefühl alter Kinderbuchklassiker. Zeichnungen und Geschichte sind zauberhaft, die Botschaft im Buch warmherzig und liebenswürdig. Familie Maus und ihr Puppenhaus, definitiv ein Mäuseschloss, sollten in keinem Kinderbuchregal fehlen.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

haitianer, totenkult, puerto ricanisc, heidnische religionen, urbane magie

Stadt der tanzenden Schatten

Daniel José Older , Sophie Zeitz
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 26.05.2017
ISBN 9783551583604
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wandbilder, die mithilfe von Geistern zum Leben erwachen? Ein absolut cooles Thema und für mich in dieser Ausführung völlig neu. Damit war klar, dass ich "Stadt der tanzenden Schatten" lesen möchte. Und ja, der erste Eindruck war super, denn das Buch liest sich mit New-York-Brooklyn-Flair, dem natürlichem Charme von Charakteren, die Spanisch sprechen und zudem noch unheimlich und mysteriös. Mir persönlich gefiel der spätere Verlauf, vor allem der Fantasy-Part, dann immer weniger. Es ist ein Buch, das man ausprobieren muss. Es könnte sein, dass es überrascht.

Sierra hat sich ein aufwändiges Sommerprojekt vorgenommen. Auf einen Turm malt sie ein riesiges Wandbild, einen Drachen. Plötzlich fällt ihr auf, dass das danebenliegende Wandbild anders aussieht als noch die Tage davor. Die Farben verblassen, der Gesichtsausdruck des Mannes ist nicht mehr derselbe, und in seinem Augenwinkel glitzert eine Träne, die vorher ganz sicher noch nicht da war. Was geht hier vor? Als ihr Großvater dann noch völlig unverständliche Dinge von sich gibt und Sierra auf einer Party von einer Art Zombie verfolgt wird, braucht sie dringend Hilfe. Sie möchte die Sache aufklären.
Mit diesen Ereignissen startet das Buch atmosphärisch, irgendwie kultig und so mysteriös, dass ich an den Seiten klebte. Eine Ungereimtheit jagte die nächste, und ich wollte wissen, was da los ist. In der Geschichte fallen ständig spanische Sätze und Ausdrücke. Ich fand das toll! Das bringt ein besonderes Lesegefühl mich sich, das die Charaktere, ihren Lebensraum und ihre Denkweise hervorheben soll. Leser, die überhaupt kein Spanisch sprechen/verstehen kommen ebenfalls zurecht, viele Wörter werden aber nicht erklärt oder stehen für sich. Vielleicht wäre ein kleines Spanisch-Glossar im Buch sinnvoll gewesen. Mehr Spaß macht es sicherlich, wenn man die Sprache in Ansätzen versteht.

Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte ein bisschen auf der Stelle tritt, obwohl allerhand passiert. Sierras Partner und Mentor, der Junge Robbie, bleibt blass und wirkte auf mich austauschbar. Dass sich zwischen den beiden Gefühle entwickeln, hätte auch nicht unbedingt sein müssen. Außerdem hat sich gerade der phantastische Part, die Magie im Buch, in eine Richtung entwickelt, die nicht meinen Lesegeschmack traf. Ich merkte, dass die Geschichte bei mir an Bedeutung und Attraktivität verlor. Zwar war ich nicht richtig enttäuscht, aber ernüchtert. Für die konstruierte Handlung, den Sinn und eine abgeschlossene Geschichte ist das Buch fast zu kurz. Die eigentliche Idee - Wandbilder, die sich bewegen und verändern - gerät mit der Zeit ins Hintertreffen. Schlussendlich dann auch die Auflösung, die in einer großen Endschlacht fast untergeht.
Damit war die Story für mich eine Geister-Monster-und-Rätsel-Mischung, die sich spannend und innovativ anfühlte, mich aber nicht komplett erreicht hat. Die Geschichte ist, obwohl im englischen Original eine Trilogie, abgeschlossen.

Das Fazit
"Stadt der tanzenden Schatten" hat eine Thema, das mich sofort abholte, das ich als reizvoll und originell empfand. Denn von einer Gruppe Schattenbildner, die Graffitis zum Leben erwecken können, liest man nicht alle Tage. Die Atmosphäre ist anfangs charmant und unheimlich zugleich, die Story mysteriös, richtig kultig. Leider traf die magische Fantasykomponente meinen Geschmack nur bedingt, und die Handlung wirkte wie in einen Rahmen gepresst, fast etwas überzogen. Sie verlor immer mehr an Attraktivität und wurde in der zweiten Buchhälfte, trotz Actionfeuerwerk, recht blass. Muss man probieren. Wer leicht abgefahrene Geschichte mag, dem könnte "Stadt der tanzenden Schatten" gefallen.

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