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819 Bibliotheken, 29 Leser, 2 Gruppen, 175 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, flawed, fehlerhaft, cecelia ahern

Flawed – Wie perfekt willst du sein?

Cecelia Ahern , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 29.09.2016
ISBN 9783841422354
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Cecelia Ahern gehört zu den bekanntesten Autorinnen der Welt. Ihre (Liebes)-Romane sind voller Gefühl und überall geschätzt. Mit "Flawed" erscheint nun ihr erstes Jugendbuch, oder besser All Age-Roman, dessen dystopische Geschichte in einem weiteren Folgeband zu Ende geführt wird. Das Buch liest sich treibend, fesselnd und einfach großartig. Das realisiert man spätestens, wenn man "Flawed" nach den ersten Kapiteln nicht mehr zur Seiten legen kann.

Leser von Jugend-Dystopien ist deren Schema bekannt. In einer nicht allzu fernen Zukunft stellt sich eine (meist) weibliche Hauptprotagonistin gegen ein unterdrückendes System. Das ist bei "Flawed" ganz ähnlich. Und doch hat das Buch etwas, das einen während des Lesens nicht mehr loslässt. Celestine gerät als vorbildliche Bürgerin ins Visier der Gilde, einer ehemals temporären Regierungsinstitution, die Menschen der Gesellschaft verhört und brandmarkt, die sich moralisch oder ethisch falsch verhalten haben. Das ist genauso grausig wie es sich anhört. Die Geschichte besticht weniger durch Aktion, vielmehr durch Szenen, die eine Gänsehaut verursachen oder für Entsetzten sorgen. Das erzeugt oftmals eine Spannung, die kaum auszuhalten ist.

Mir ist klar, dass Dad mir helfen will, aber ich kann nicht umhin, mich zu fragen, was er von mir will. Bisher bestand der Plan darin, zu lügen.
Wenn ich nicht für fehlerhaft gehalten werden will, muss ich den alten Mann im Bus verraten.
Wenn ich mir selbst treu bleiben will, werde ich als fehlerhaft verurteilt. - S. 144

Die Geschichte ist sehr linear aufgebaut. Als Leser begleitet man Ich-Erzählerin Celestine, nahezu ohne Sprünge oder Rückblicke. Teilweise wirken Celestines Ausführungen durch wenige Dialoge wie ein Bericht. Man ist durchweg gut informiert. Viele Kapitel enden mit einem Zwischencliffhanger, der im nächsten Kapitel aber unmittelbar aufgelöst wird. Das hält die Spannung hoch und nötigt regelrecht zum Weiterlesen.
"Flawed" ist gut durchdacht, kleine Unstimmigkeiten findet man aber auch hier. So gehen die überzogenen Gesetze und Strafen im Buch manchmal nicht komplett Hand in Hand mit der eigenen Auslegung, bzw. hätten noch etwas genauer definiert sein können. Aktionen und Gespräche verlaufen am Ende schneller und unrealistischer als zu Beginn. Wenn eine Geschichte jedoch so sehr fesselt wie hier, sind diese gesuchten Differenzen für das Leseerlebnis nicht relevant.
Das Buch endet an einem entscheidenen Wendepunkt. Zum Glück ist der Folgeband "Perfect: Willst du die perfekte Welt?" bereits erschienen.

Das persönliche Fazit
"Flawed: Wie perfekt willst du sein" ist sicherlich nicht perfekt. Oder vielleicht doch - denn es liest sich perfekt! Es ist eines der Bücher, die mich komplett und völlig vereinnahmt und gefesselt haben. Obwohl hier die Grundmuster so mancher Dystopie verarbeitet werden, wurde ich von der Geschichte mitgerissen und emotional sehr aufgewühlt, war fassungslos und extrem empathisch. Kleine Schwächen werden nicht als solche wahrgenommen. Genau so sollte sich das Lesen anfühlen. 5 Sterne!

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

weihnachten, kinderbuch, familie, freunde, hummel

Die kleine Hummel Bommel feiert Weihnachten

Britta Sabbag , Maite Kelly , Joëlle Tourlonias
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 18.10.2016
ISBN 9783845816456
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Die kleine Hummel Bommel" hat sich ins Herz vieler Kinder und erwachsener Vorleser geschlichen. Ihre Geschichte ist sehr liebenswert und vermittelt eine wertvolle Grundaussage. Ab dem ersten Bilderbuch begann - zurecht - die Erfolgsgeschichte der freundlichen Hummel. Mit "Die kleine Hummel Bommel feiert Weihnachten" erscheint nun eine besonders schöne Weihnachtsgeschichte. Kinder erleben eine völlig neue Geschichte, treffen aber natürlich auch auf alte Bekannte. Das Weihnachtsbilderbuch kann aber vollkommen eigenständig, ohne Vorkenntnisse, gelesen werden.

Nachdem der Tag so verheißungsvoll startete, schließlich steht das große Weihnachtsfest vor der Tür, ist die kleine Hummel Bommel nun sehr verunsichert. Bei jedem der Freunde, die sie besucht hat, ist etwas schief gegangen. Krankheit, verbrannte Plätzchen, keine Ideen für eine Weihnachtsrede und ein mickriger, schiefer Weihnachtsbaum trüben die Vorfreude. Ob das Fest so überhaupt stattfinden kann? Am Ende erkennen alle jedoch, dass es an Weihnachten auf etwas ganz anderes ankommt. Am wichtigsten ist der Zusammenhalt untereinander und die Freude aneinander.

Mit einer fröhlichen und mutmachenden Aussage setzt "Die kleine Hummel Bommel feiert Weihnachten" ein Zeichen für ein hochwertiges Weihnachtsbilderbuch. Die Zeichnungen von Joëlle Tourlonias sind wunderbar. Sie sind äußerst niedlich und spiegeln die Stimmung im Buch perfekt wider. Kinder fiebern auf jeder Seite mit oder erkennen sich in Alltagssituationen wieder. Vorfreude und Aufregung, aber auch Sorge und Erleichterung sind deutlich spürbar.
Am Ende findet man sogar das Rezept für Marie Marienkäfers Honigkekse, eine schöne Ergänzung für die Weihnachtszeit. Da kann ich mich dem Bilderbuch nur anschließen: Hummelige Weihnachten allerseits!

Fazit ...
Ich mag den besonders niedlichen Charme, den alle Bilderbücher der kleinen Hummel Bommel gemeinsam haben. "Die kleine Hummel Bommel feiert Weihnachten" ist ein Weihnachtsbilderbuch mit einer lebensnahen Geschichte, die Zusammenhalt verdeutlicht und den Blick auf das Wichtigste des Weihnachtsfestes lenkt: Gemeinschaft und geteilte Freude. Alleine darum ist es ein sehr empfehlenswertes Weihnachtsbilderbuch!

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Fröhliche Weihnachten

Ruth Rahlff , Miriam Cordes , Jörg Hilbert , Dorothea Tust
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551183699
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Hausbücher mit Geschichtensammlungen mögen wir zur Weihnachtszeit besonders gerne. Denn damit lässt sich viel und gemütlich Zeit verbringen. "Fröhliche Weihnachten" ist ein Kinderbuchschatz mit über 40 Leckereien fürs Auge. Zum Genießen, Suchen, Lachen und Fröhlich sein.

"Fröhliche Weihnachten" ist zuallererst einmal sehr bunt. Die Geschichten hat Ruth Rahlff zum Buch beigesteuert, diverse Illustratoren (u.a. Miriam Cordes, Dorothea Tust, Katja Mensing, Outi Kaden und Jörg Hilbert) die passenden Bilder dazu kreiert. So kam eine bunte Mischung zusammen, die Kindern großen Spaß macht. Die Geschichten sind im Durchschnitt etwa zwei bis vier Doppelseiten lang, können auch mal gut zwischendurch oder als Gutenachtgeschichte gelesen werden. Am besten macht man es sich aber mit dem Buch auf den Sofa bequem und verbringt gemeinsam fröhliche Lesestunden. Im Buch findet man etwas für jeden Geschmack. Viele Geschichten sind lustig, andere besinnlich oder ausgefallen.

Neben den Geschichten enthält "Fröhliche Weihnachten" alles, was die Adventszeit noch schöner macht. Das ist zum Beispiel ein kurzer Comic oder ein witziges Gedicht. Sehr gut gefallen den Kindern die Wimmel- bzw. Suchbilder. Und eine echte Besonderheit sind die Tagebucheinträge des Weihnachtsmanns, die durch das ganze Buch begleiten.
Damit kann das Buch ein ständiger Begleiter in der Weihnachtszeit werden. Es enthält eine tolle Mischung und gefällt Mädchen und Jungen gleichermaßen.

Fazit ...
Bei "Fröhliche Weihnachten" ist der Name Programm, denn es ist vor allem eines - fröhlich! Das Buch besteht aus einer ansprechenden Mischung bunter und thematischer Vorlesegeschichten, die mit vielen freundlichen Bildern geschmückt sind. Dazu kommen Besonderheiten wie Suchbilder und Rätsel, Briefe ans Christkind und Tagebucheinträge des Weihnachtsmannes. Mit diesem Hausbuch haben Kinder die ganze Weihnachtszeit über viel Spaß!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Der Nussknacker

E.T.A. Hoffmann , Lisbeth Zwerger , Koppe Susanne
Fester Einband: 40 Seiten
Erschienen bei NordSüd Verlag, 26.09.2016
ISBN 9783314103544
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Der Nussknacker" (oder auch "Nussknacker und Mausekönig") ist wohl eine der bekanntesten Erzählungen von E.T.A. Hoffmann. Berühmt wurde das Weihnachtsmärchen durch Tschaikowskis Ballett und ist schon lange ein Klassiker. Sprachlich ist die originale Geschichte durchaus anspruchsvoll. Darum wurde sie in dieser Ausgabe von Susanne Koppe kindgerecht nacherzählt. So kommen auch schon jüngere Kinder in den Genuss dieses Weihnachtsklassikers.

Die Geschichte ist in einzelne Kapitel unterteilt. Diese sind zwar nicht lang, aber der Text ist viel umfangreicher als bei einem gängigen Bilderbuch. Dadurch ist "Der Nussknacker" eine Mischung aus Bilderbuch und Vorlesegeschichte. Sie eignet sich wunderbar zum täglichen Vorlesen in der Adventszeit. Da können es dann ruhig auch mal zwei Kapitel hintereinander sein. Die Altersempfehlung ab 4 Jahren erscheint mir persönlich etwas zu jung. Ich würde das Buch ab dem letzten Kindergartenjahr empfehlen.

Die Bilder in "Der Nussknacker" sind von Lisbeth Zwerger. Sie wirken minimalistisch reduziert, sind aber in ihrer Ausführung bei genauer Betrachtung sehr detailliert. Sie haben etwas von großer Kunst und faszinieren sehr. Kinder können sie immer wieder betrachten. Während dem Vorlesen der Geschichte entfaltet sich ihre Wirkung komplett. Zusammen mit dem wunderbar nacherzählten Märchen, machen sie "Der Nussknacker" zu einem Weihnachtsbuchtipp für Kinder.

Fazit ...
Ich habe schon mehrere Ausführungen von E.T.A Hoffmanns bekanntem Klassiker in den Händen gehabt. "Der Nussknacker" ist eine Ausgabe gemacht für Kinder, aber originalgetreu nacherzählt. Das Bilderbuch hat wundervoll kunstvolle Bilder, die das Weihnachtsmärchen gekonnt in Szene setzen. Durch den umfangreicheren Text eignet sich die Geschichte bestens als fantasievolle Vorlesegeschichte in der Weihnachtszeit. Ein Klassiker-Tipp!

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weihnachten, skandinavien, wunschzettel, weihnachtsmann, weihnachtsgeschichte

Ein wunderbarer Weihnachtswunsch

Lori Evert , Per Breiehagen , Tanya Stewner
Fester Einband: 48 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.09.2016
ISBN 9783737354004
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Von Autorin Lori Evert und Fotograf Per Breiehagen, den Eltern der Anja im Buch, erschien 2014 das Bilderbuch "Die wunderbare Weihnachtsreise". Schon als Kind hatte ich eine große Vorliebe für Bilderbuchgeschichten mit echten Fotografien, darum musste es auch sofort in unsere kleine Familienbibliothek einziehen. Pünktlich zur Vorweihnachtszeit erschien nun ein zweiter Band der sympathischen Familie. "Ein wunderbarer Weihnachtswunsch" erzählt eine eigenständige Geschichte und ist wieder einmal wunderschön anzuschauen und für Kinder höchst faszinierend.

Die Geschichte wird mit echten Fotos erzählt. Da das Bilderbuch recht großformatig ist, haben die Bilder eine beeindruckende Wirkung auf Vorleser und Zuhörer. Alle Fotografien wurden von Per Breiehagen gemacht und, ich nehme an, auch bearbeitet und in Szene gesetzt. Es ist unvergleichlich wirkungsvoll, was hier geschaffen wurde. Die Bilder haben eine nordische Natürlichkeit, aber auch etwas Magisches, sehr reizend Anziehendes. Der Text ist auf einigen Seiten für ein Bilderbuch etwas umfangreicher, aber sehr einfach und klar erzählt. So verstehen schon jüngere Kinder die Geschichte. Sie spricht aber meiner Meinung nach Kinder (und Erwachsene!) aller Altersklassen an.

Und wieder einmal waren meine eigenen Kinder völlig versunken in ein Bilderbuch und von der Geschichte fasziniert. Sie haben die Geschichte miterlebt, mit vielen freudigen Seufzern, überraschenden Ausrufen und Gekicher begleitet. Und genau so soll es sein! Die natürliche Ursprünglichkeit in Kombination mit einer magischen Weihnachtsgeschichte ist wunderbar. Das sollte kein Kind verpassen.

Fazit ...
"Ein wunderbarer Weihnachtswunsch" gehört zu den schönsten Weihnachtsbilderbüchern überhaupt. Die mit echten Fotos erzählte Geschichte ist allerliebst und sehr faszinierend. Sie hat eine große Natürlichkeit und liebevolle Einfachheit, aber auch etwas Magisches oder Märchenhaftes. Das muss man unbedingt erleben. "Ein wunderbarer Weihnachtswunsch" wird bei uns zu den jährlichen Weihnachtsschätzen des Bilderbuchs gehören.

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weihnachten, jay asher, liebe, weihnachtsbaum, jugendbuch

Dein Leuchten

Jay Asher , Karen Gerwig
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 31.10.2016
ISBN 9783570164792
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Autor Jay Asher hatte mit "Tote Mädchen lügen nicht" einen Millionenbestseller. Nach einem Gemeinschaftsprojekt mit einer Kollegin erscheint nun der romantische Weihnachtsroman "Dein Leuchten". Kaum zu glauben, dass dies erst Jay Ashers dritter Jugendroman ist. Interessierte Leser dürfen sich auf eine schöne und stimmungsvoll zu lesende Weihnachtsgeschichte freuen. Ja, im übertragenen Sinn leuchtet das Buch wirklich.

Das Thema erscheint ganz alltäglich und ist darum wunderbar für einen Jugendroman geeignet. Außerdem könnte es für die Vorweihnachtszeit nicht besser passen - ich habe noch nichts Ähnliches gelesen. Sierras Familie hat eine Weihnachtsbaum-Farm, eine Plantage in Oregon. Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit werden die Bäume nach Kalifornien transportiert und dort auf einem Platz verkauft. Die ganze Familie hilft mit. Sierra kennt es seit ihrer Kindheit nicht anders, freut sich jedes Jahr ganz besonders auf diese Zeit. Leider läuft der Weihnachtsbaumverkauf in den letzten Jahren immer schlechter, sodass dieses Jahr vielleicht der letzte Verkauf in Kalifornien stattfinden könnte.

Während der laufenden Weihnachtsbaum-Saison trifft Sierra auf Caleb, der immer wieder auf den Platz kommt, um Bäume zu kaufen. Caleb eilt ein schlechter Ruf voraus. Er soll seiner Familie etwas Schlimmes angetan haben. Die Gerüchteküche brodelt. Doch Sierra lernt auch einen sehr hilfsbereiten, freundlichen Jungen kennen, der sein erspartes Geld für Weihnachtsbäume ausgibt, um sie an Familien zu verschenken, die sich keinen Baum leisten können. Caleb und Sierra sind beide interessante Charaktere, nicht besonders außergewöhnlich, jedoch durchaus fesselnd. Einige Aussagen der Geschichte - Vertrauen und Vergebung, sich ein eigenes Bild machen, ehrlich sein - gefielen mir gut und sind für eine Weihnachtsgeschichte natürlich prädestiniert.

Gegen Ende, am Weihnachtsabend, trägt der Autor dann etwas sehr dick auf. Hier fährt er den kompletten Kitsch auf, der in mancher weihnachtlich romantisierten Vorstellung wohl vorkommen muss. Dabei hat die Geschichte so viele schöne und stimmungsvolle Elemente, dass das gar nicht nötig gewesen wäre. Ansonsten kommt sie nämlich komplett ohne forcierte Dramatik aus.
Der Roman ist für alle, die gerne jugendlich romantische Weihnachtsgeschichten mit einer guten Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit lesen (oder verschenken). "Dein Leuchten" liest sich super und hat das Zeug zu einem Klassiker, den man jedes Jahr gerne wieder hervorholt.

Zusammengefasst:
"Dein Leuchten" liest sich sehr beschwingt und alltäglich, verbreitet dabei tatsächlich eine glitzernd leuchtende Weihnachtsstimmung. Das Thema ist perfekt gewählt, und sehr lebensnah erzählt, die Aussagen ermutigend und optimistisch. Darum lässt sich der Weihnachtskitsch gegen Ende gut verkraften. Kurzweil und schöne Schmökerstunden sind hier gesichert.

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dänemark, schloss, hypnose, geheimnis, runen

Glimmernächte

Beatrix Gurian
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.07.2016
ISBN 9783401602165
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wie im Märchen klingt die Geschichte von "Glimmernächte". Eine Berliner Familie heiratet in ein altes Adelsgeschlecht ein und lebt fortan auf einem wunderschönen Schloss in Dänemark. Pippa hat dieses Glück, denn ihre Mutter heiratet einen Grafen. Die Aussicht auf ein Luxusleben in Dänemark reizt Pippa aber nicht, am liebsten wäre sie einfach in Berlin geblieben. Hier, nämlich gleich am Anfang des Buches, konnte ich schon erahnen, dass mich Buchtitel und Erwartung etwas in die Irre führen. Um ein glitzernd luxuriöses Leben geht es im nur ganz am Rande. Vielmehr erwartet den Leser eine mysteriöse Geschichte zwischen Realität und Wirklichkeit, bei der viele Fragen aufkommen, und eine vergleichsweise kitschige Lovestory.

Irgendetwas stimmt nicht mit der Familie um Graf Ravensholm. Denn schon vor der Ankunft, auf dem Schloss, und direkt danach, gibt es Vorfälle, die mir ein großes Fragezeichen ins Gesicht schrieben. Was geht denn hier ab? dachte ich nicht nur ein Mal. Das ist irre gut gemacht, weil man selbst als Leser nicht einschätzen kann, ob es sich um Traum oder Wirklichkeit handelt. Pippa macht sonderbare Entdeckungen und geht Hinweisen nach, das zieht sich dann auch schon mal etwas in die Länge. Leider bleibt der Sinn von einigen Szenen oder Gegenständen vage. Entweder muss sich der Leser viel zusammenreimen oder einige Punkte waren für die Auflösung einfach überflüssig. Nach viel Drama und einem spannenden letzten Buchdrittel, wird die geheimnisvolle Geschichte plausibel gelöst. Fragen hätte ich aber dennoch gehabt.

Pippa war sprachlos. Verliebt? Ihr Herz hämmerte. Verliebt! Was redete er denn da? Kein Typ bei Verstand würde einem Mädchen beim zweiten Treffen sagen, dass er verliebt in sie wäre. Nie! Never! Ever! - S. 173

"Glimmernächte" erhält eine Lovestory mit viel Potenzial. Niels Charakter ist düster, durch viele Andeutungen seiner Familie und eigene Äußerungen ist er nicht recht zuzuordnen. Er wirkt undurchsichtig und interessant. Das ändert sich schnell, als er Pippa beim zweiten Treffen sagt, dass er sich in sie verliebt hat. Ernsthaft? Davor haben sie sich wirklich kaum und nur kurz gesehen. Aber laut Niels "ist es eben, wie es ist". Unglaubwürdig bleibt es trotzdem. Und Pippas Part, sich ihm, nach kurzem gedanklichen Lamentieren, in die Arme zu werfen, wird nur sehr junge Leser verzücken. Für die Geschichte wird die jugendlich kitschige Lovestory aber benötigt. Sie endet, man kann es dem Prolog entnehmen, in einem dramatisch spannenden Finale.

Fazit
"Glimmernächte" ist weniger glamourös, dafür viel mehr mysteriös und rätselhaft. Anfangs etwas zäh, aber sehr geheimnisvoll, steigert sich die Geschichte zu einer spannenden Verschwörung, die verständlich aufgelöst wird. Dennoch gibt es Punkte, die mich als Leserin mit Fragen oder unpräzisen Antworten zurückließen. Hier wäre weniger mehr gewesen. Das gilt auch für die Lovestory, die sich viel zu schnell und kitschig entwickelt, um bedeutungsvoll zu bleiben. Ich empfand das Buch, trotz großem Mysterium, als verhältnismäßig herkömmlich. 3 von 5 Punkte gibt es dafür von mir.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der kleine Bär und das Mondscheinwunder

Gillian Lobel , Annette Schatz , Tim Warnes
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Loewe, 19.09.2016
ISBN 9783785584552
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Der kleine Bär und das Mondscheinwunder" hatte mich schon beim ersten Blick auf die niedlichen Tierfreunde und das schneeglitzernde Titelbild (ja, wenn es passt, finde ich so etwas ganz fein). Die Geschichte spielt in einem verschneiten Wald bei Nacht, ist damit ein echtes Winterbilderbuch und kommt ganz ohne die Assoziation zu Weihnachten aus. Gleichzeitig ist es aber auch eine schöne Gutenachtgeschichte, die sich das ganze Jahr über zum Vorlesen eignet.

Viele Kinder können selbst nicht gut einschlafen. Manchmal werden sogar Ausreden gesucht, um nicht ins Bett zu müssen. Den kleinen Bären hindert der Mond am Schlaf, der da so hell und freundlich in das Zimmer scheint. Das bringt den kleinen Bär auf die Idee eines Nachtspaziergangs, der, zusammen mit zwei weiteren Freunden, zu einem großen Abenteuer wird. Zwar sind die Freunde auch bei aufkommenden Ängsten füreinander da, für echte Geborgenheit kann aber nur die Bärenmama sorgen, die die Tierkinder auf ihrer Wanderung einsammelt.

Die Zeichnungen von Tim Warnes sorgen für eine authentische Winterstimmung in einer niedlichen Umgebung. Es ist kalt und dunkel, jedoch nicht gruselig. Kleine Kinder können sich gut in die Situation der drei Tierkinder hineinversetzen. Zwischendurch wird es recht spannend, aber die Geschichte ist so liebevoll erzählt, dass keine Ängste aufkommen. In der heimischen Wärme, und mit der Sicherheit, dass alles gut ist, wir die Geschichte beendet.

Fazit ...
Wir haben uns mit der Geschichte des kleinen Bären, der mit seinen Freunden den Mond besuchen möchte, sofort wohl gefühlt. Die Tierkinder sind niedlich, die Stimmung des Buches winterlich freundlich. "Der kleine Bär und das Mondscheinwunder" ist die abenteuerliche Nachtwanderung dreier Tierkinder, die sich aufeinander verlassen können und zum Schluss echte Geborgenheit erleben.

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Andersens Wintermärchen

Hans Christian Andersen , Anastassija Archipowa , Arnica Esterl
Fester Einband: 88 Seiten
Erschienen bei Esslinger ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 19.08.2016
ISBN 9783480232918
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Hans Christian Andersen gehört zu den bekanntesten Märchenerzählern. Er hat eine Art zu erzählen, die sehr anrührt. Und ja, ich persönlich gebe gerne zu, dass sich ein dicker Klos in meinem Hals bildet, und es in meinen Augen verdächtig glitzert, sobald ich "Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen" vorlese. Weil Märchen und die Winter- und Weihnachtszeit einfach zusammengehören, enthält "Andersens Wintermärchen" die schönsten von ihnen.

Das Buch besteht aus einer Sammlung von vier bekannten Märchen: Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen, Der Tannenbaum, Der Engel und Die Schneekönigin. Folgerichtig haben alle Geschichten etwas mit Weihnachten oder Winter zu tun. Sprachlich sind die Märchen sehr ursprünglich, wurden aber von Arnica Esterl bearbeitet, sodass Kinder ab etwas 5 Jahren sie problemlos verstehen und der Geschichte folgen können. Die Länge ist genau richtig. Keine zu kurzen Geschichten, gerade so, dass Kinder gerne zuhören und die Vorlesezeit zu einem schönen Miteinander wird.
Weil Andersens Märchen so realistisch gehalten sind, treffen sie mitten ins Herz. Sie sind emotional und haben ein Ende, das zur Geschichte passt, das verblüfft, aber auch traurig stimmen kann. Bei jedem Märchen wir eine große Gefühlspalette angesprochen. Die fantastische Komponente ist sehr fesselnd, und nicht übertrieben wahrnehmbar, weil sich diese Elemente wunderbar in die Geschichten einfügen.

Jedes der Märchen wurde mit vielen farbigen Illustrationen von Anastassija Archipowa gestaltet. Die Bilder sind in zarten Farben gehalten, sehr kunstvoll, und unterstützen die jeweilige Stimmung perfekt. Sie sind sehr aussagekräftig, verfehlen ihre Wirkung auf keinen Fall. Am Ende finden Leser eine kurze Vorstellung der Autoren und der Illustratorin.

Fazit ...
Ich habe in "Andersens Wintermärchen" eines meiner Lieblingsmärchen gefunden, bei dem ich jedes Mal aufs Neue gerührt bin und emotional mitgerissen werde. Kinder lauschen Andersens Märchen gebannt, weil sie keiner Norm folgen und trotz Phantastik sehr realistisch wirken. Das Buch enthält vier der bekanntesten Winter- und Weihnachtsmärchen und ist als fester Bestandteil beim Vorlesen in der Weihnachtszeit sehr zu empfehlen.

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Nussknacker und Mausekönig

E. T. A. Hoffman , Robert Ingpen
Fester Einband
Erschienen bei Knesebeck, 12.10.2016
ISBN 9783868739213
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Vom Knesebeck Verlag gibt es eine wunderschöne Serie der bekanntesten Kinderbuchklassiker. Alle sind originalgetreu wiedergegeben und bemerkenswert illustriert von Robert Ingpen, der für seine Verdienste um das Kinderbuch die Hans-Christian-Andersen-Medaille gewann. Diese Bücher sind wahre Schätze, hochwertig in Szene gesetzt, und bereichern damit jedes Kinderbuchregal. "Nussknacker und Mausekönig" ist das neueste Buch und gehört zu den beliebtesten Klassikern für Kinder. E.T.A Hoffmanns Weihnachtserzählung wurde vor allem durch Tschaikowskis Ballet in aller Welt bekannt.

Die Geschichte von "Nussknacker und Mausekönig" umgibt eine ganz besondere Aura. Es ist eine Weihnachtsgeschichte, wie man sie früher erzählte, gilt aber gleichzeitig als Wegbereiter für fantastische Literatur für Kinder. Sie beginnt sehr weihnachtlich und heimelig, als nämlich die Kinder Fritz und Marie am Weihnachtstag nicht in das große Prunkzimmer dürfen, in dem am Abend die Bescherung stattfindet. Endlich ist es soweit und die Kinder erhalten ihre Geschenke - Marie einen Nussknacker. Was sich dahinter verbirgt ist sonder- und wunderbar. Die Geschichte entwickelt sich zu einem fantastischen Kinderabenteuer.

Die vorliegende Ausgabe ist die ungekürzte Originalfassung, in der es auch eine detaillierte Vorstellung des Autors gibt. Damit ist das Buch nicht nur ein echtes Liebhaberstück, es ist sehr umfangreich, sprachlich ausgefeilt und anspruchsvoll erzählt. Die Altersempfehlung ab etwa 7-8 Jahren hat durchaus ihren Sinn. Manchmal spricht der Autor die zuhörenden Kinder während der Geschichte direkt an. Ein gutes Vorstellungsvermögen und Verständnis sind unbedingt nötig.
Die Konzentration der Kinder wird durch die imposanten Bilder aufrecht erhalten. Robert Ingpen zeichnet sehr authentisch, oft etwas düster und geheimnisvoll - passend zur Geschichte. Seine Bilder machen das Buch zu einem Kunstwerk und zu einem wertvollen Leseerlebnis für Kinder (und Erwachsene!).

Fazit ...
Die Gestaltung von "Mausekönig und Nussknacker" beeindruckt. Das Buch wirkt auf den ersten Blick sehr hochwertig und setzt E.T.A. Hoffmanns Weihnachtsklassiker gekonnt in Szene. Zum Kunstwerk wird es durch die einzigartigen Illustrationen, die begeistern und sehr imponieren, aber auch aufwühlen können. Die ungekürzte Originalfassung der Geschichte fasziniert damals wie heute. "Mausekönig und Nussknacker" ist ein auserlesener Schatz zum Verschenken oder fürs eigene Regal.

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Ein heimlicher Weihnachtsgast

Annette Amrhein , Sabine Straub
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Magellan, 26.09.2016
ISBN 9783734820267
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Weihnachtszeit bedeutet bei uns Vorlesezeit. Weihnachtliche Bilderbücher, gerne mit allem, was dieses Fest so besonders macht, sind dafür ideal. Sie unterstützen die anheimelnde Stimmung mit Bild und Text und tragen zum gemütlichen Beisammensein bei. "Ein heimlicher Weihnachtsgast" ist ein wunderschönes Bilderbuch mit charakteristischer Weihnachtsstimmung und Themen wie Vertrauen und Freundschaft.

Schon am Anfang des Buches gibt es einige Missverständnisse. Die Waldtiere interpretieren den Eifer des Bären, seine Höhle winterfertig zu machen, nämlich falsch. Daraufhin haben sie Angst vor ihm. Der Bär ist aber sehr freundlich und gibt sich große Mühe, es den eingeladenen Weihnachtsgästen so schön und gemütlich wie möglich zu machen. Er schnitzt, er schmückt und kocht. Die Ernüchterung kommt, als er dann am Weihnachtsabend alleine dasitzt. Zum Glück gibt es für ihn dann noch eine freudige Überraschung.

"Ein heimlicher Weihnachtsgast" gehört zu den emotionalen Bilderbüchern. Kinder spüren das anfängliche Missverständnis sehr genau, und die Enttäuschung des Bären ist so greifbar, dass es sehr zu Herzen geht. Am Ende können sie sich jedoch auch uneingeschränkt mit ihm freuen.
Die Illustrationen sind sehr plastisch und herrlich detailverliebt anzusehen. Sie gehen jeweils über eine Doppelseite und vermitteln ein freundliches und behagliches Gefühl. Der Text ist bereits für jüngere Kinder gut verständlich, ältere Kinder genießen die Geschichte ebenso. Man möchte es immer wieder anschauen und vorlesen.

Fazit ...
"Ein heimlicher Weihnachtsgast" ist ein großartiges Weihnachtsbilderbuch. Die Geschichte ist sehr herzlich und emotional, die Bilder so hochwertig und so ins Detail gehend, wie man sich das für ein Bilderbuch wünscht. Ganz nebenbei vermittelt das Buch eine schöne Grundaussage und hat eine heimelige Weihnachtsstimmung. Perfekt für die Vorweihnachtszeit!

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wien, judenverfolgung, hanika, deportation, juden

Das Marillenmädchen

Beate Teresa Hanika
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei btb, 12.09.2016
ISBN 9783442757053
Genre: Romane

Rezension:

Beate Teresa Hanika schreibt sehr erfolgreich Jugendbücher. Diesen ist ein ganz besonderer Stil zueigen, und sie berühren mit aktuellen Themen, viel Schmerz und einem Feingefühl, dass man aus jeder Zeile herauslesen kann. "Das Marillenmädchen" ist der erste Erwachsenenroman der Autorin. Die Geschichte handelt von quälenden Erinnerungen, besonderen Freundschaften und der Fähigkeit zu verzeihen, aber niemals zu vergessen.

Eine alte Frau erinnert sich an ihre Kindheit und ihr Leben als Jüdin im Wien des Zweiten Weltkriegs, und hat heute noch mit den Folgen des Schmerzes zu kämpfen - so könnte man die Geschichte in einem Satz zusammenfassen. Diese Art von Geschichten sind wichtig, hinterlassen bei vielen Lesern jedoch ein Bedürfnis des Wegsehens oder der Übersättigung. "Das Marillenmädchen" positioniert sich anders. Das Buch hat einen großen Mittelpunkt, nämlich einen alten Marillenbaum, bzw. die Marmelade, die von seinen Früchten gemacht wird. Das sich jährlich wiederholende Marmeladekochen gibt einer traumatisierten Frau den benötigten Halt, ist Erinnerung und Trost gleichermaßen.
Die Geschichte thematisiert nicht nur das Schicksal zweier Frauen und ihre Verbindung zueinander, sie ist auch eine Familiengeschichte, die im Zweiten Weltkrieg beginnt und deren Ausläufer sich bis ins Heute erstrecken. Abwechselnd geht es um Elisabetta, ihre Erfahrungen, aber auch ihr jetziges Leben, und um Pola, die bei Elisabetta zur Untermiete wohnt und selbst einer Erinnerung hinterher jagt, bzw. ihre jüngste Vergangenheit verarbeiten muss. Dass die Schicksale beider Frauen miteinander verbunden sind, realisiert man als Leser recht schnell. Das Wie ist anfangs noch sehr vage und erst nach einiger Zeit komplett zu erfassen.

Kann man sich später erinnern an das, was man gedacht hat, als man jung war? Pola nahm sich vor, sich zu erinnern. Keinen einzigen Gedanken zu vergessen, kein Bild zu verscheuchen, vor allem die glücklichen Bilder nicht, und dies war fast ein glückliches Bild. - S. 22/23

Die Geschichte ist hervorragend zusammengesetzt und recherchiert, sehr poetisch interpretiert. Sie serviert dem Leser nicht alles auf dem Silbertablett, ist manchmal sogar subjektiv. Mit ruhiger Eindringlichkeit und unterschwelliger Dramatik erlebt man den Roman bis zum Ende, und kann dann alle Fäden miteinander verknüpfen. Dadurch nimmt man die Geschichte sehr intensiv war, wird sich vielleicht erst im Nachhinein bewusst, wie tiefgründig man diese erlebt hat.
Am Ende steht nicht nur die Frage im Raum, wie viel Schmerz ein Mensch ertragen kann, man hat sogar das dringende Bedürfnis, sich vor den Protagonisten der Geschichte zu verneigen. Sie bleiben im Gedächtnis und wirken noch lange nach.

Das persönliche Fazit
"Das Marillenmädchen" ist für mich ein Roman auf höchstem Niveau. Das Buch setzt ein bekanntes, historisches Thema in einen metaphorischen Kontext, der nicht nur sehr tief geht, sondern sich bis in die Gegenwart fortsetzt. Ich bin immer noch überrascht, wie stark mir die Geschichte nachhängt, und mich beim Verfassen dieser Worte rührt. Die Protagonisten sind unglaublich authentisch, leben mit schmerzvollen Erinnerungen in einem herausfordernden Jetzt. Die Autorin schreibt perfekt, mit poetischer Intensität und überaus literarisch. 5 Sterne!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

pferde, liebe, einsamkeit

Das Zauberpferd

Magdalen Nabb , Sybil Schönfeldt , Ute Simon
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 26.10.2016
ISBN 9783649623434
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Das Zauberpferd" ist eine Neuauflage des Klassikers von Magdalen Nabb. Das Buch ist ein echter Schatz, mit einer wunderschönen Gestaltung, einer ausdrucksstarken Sprache und liebevoll passenden Illustrationen. Für alle Pferdefans und für alle große und kleinen Leser, die an den Zauber der Weihnacht und der Freundschaft glauben.

Im Buch geht es um das Mädchen Irina, die mit ihren Eltern die letzten Einkäufe vor Weihnachten erledigt. Die Erwartungen der Eltern an das Mädchen sind hoch, ich empfand sie als sehr streng und oft auch unfreundlich. Irina ist sehr vernünftig, gut in der Schule und hilfsbereit zu Hause. Jetzt soll sie sich auch etwas Vernünftiges zu Weihnachten wünschen. Ihre Eltern fallen aus allen Wolken, als Irina ein altes, verschmutztes Spielzeugpferd aus einem Trödelladen mit nach Hause nehmen will. Die Geschichte des Pferdchens Bella ist sehr traurig, weshalb Irina sich besonders liebevoll um das Tier kümmert. Was sich daraus entwickelt, kann zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen.

"Das Zauberpferd" ist nicht nur eine zauberhafte und spannende Pferdegeschichte (im wahrsten Sinne des Wortes), es ist auch ein Buch mit einem ganz besonderen Lesegefühl. Die Sprache ist gehoben, stimmungsvoll und ausdrucksstark. Die Geschichte könnte sowohl vor einiger Zeit als auch im Jetzt spielen. Der Bauernhof und das Städtchen muten etwas altertümlich an. Von Anfang an vermittelt das Buch eine schöne Weihnachts- und Winterstimmung. Es wird von einem ganz eigenen Zauber umgeben und wirkt geheimnisvoll.
Aufgrund der großen Schrift eignet sich das Buch gut für Leseanfänger (ab etwa der 2. Klasse), und ist mit den passenden Illustrationen sehr motivierend für diese. Gleichzeitig ist "Das Zauberpferd" aber auch ein perfektes Vorlesebuch, dass die gemeinsame Zeit mit den Kindern bereichert.

Fazit ...
Wir haben jede einzelne Minute des Vorlesens genossen. "Das Zauberpferd" hat die Kinder begeistert und fasziniert. Sie waren voller Empathie für Irina und Bella. Die Geschichte ist nicht nur herrlich weihnachtlich und fantasievoll, sie glaubt an das Gute im Menschen und stellt Dinge wie Freundschaft, Gefühle und Hilfsbereitschaft in den Mittelpunkt. Ein wunderbares Pferdebuch für die Weihnachtszeit!

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Plötzlich It-Girl - Wie ich beinah die Promi-Hochzeit des Jahres ruiniert hätte

Katy Birchall , Verena Kilchling
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Egmont Schneiderbuch, 01.09.2016
ISBN 9783505137037
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Und wieder ist Anna Huntley zurück. Gerade mal süße 15 Jahre alt, Tollpatsch hoch drei (aber so liebenswert!) und unfreiwilliges It-Girl, nur weil ihr Vater die berühmteste Schauspielerin der Welt heiratet. Die Vorgeschichte dürfte jedem, der die Bücher kennt, ausreichend bekannt sein. Allen Interessieren kann ich nur sagen, mit Band 3 (dem letzten?) ist es an der Zeit, dass ihr Anna kennenlernt. Die Cover sind sehr jugendlich, die Buchschnitte knallbunt, diesmal leuchtend gelb. Und die Geschichte? Die macht bei jedem Buch aufs Neue riesigen Spaß.

In "Plötzlich It-Girl: Wie ich beinah die Promi-Hochzeit des Jahres ruiniert hätte" scheint alles auf das große Finale hinzusteuern. Endlich heiratet Annas Dad die weltberühmte Schauspielerin Helena Montaine. Anna soll, gemeinsam mit Stiefschwester Marianne, die Brautjungfer sein. Das (mega ... gewöhnungsbedürftige) Kleid dafür ist schon gewählt, und Anna will diesmal alles richtig machen. Zuvor steht aber noch eine Klassenfahrt nach Italien an, bei der Anna sich etwas verloren fühlt, weil ihr Freund Connor lieber zu Hause bleiben wollte. Und warum verhält sich nach Annas Rückkehr plötzlich ihr Dad so komisch? Fällt die Promi-Hochzeit etwa ins Wasser?

Schon mit dem ersten Band hatte Anna mein Herz gewonnen. In dem lustig liebenswürdigen Tollpatsch steckt nämlich ein wunderbares Mädchen, das durchaus fähig zur Selbsterkenntnis ist und gute Entscheidungen treffen kann. Das hat sich in keinem der Bücher geändert. Klar, nach wie vor ist die Handlung bewusst witzig gehalten, neigt dazu überzogen dargestellt zu sein. Doch es macht einfach Spaß Annas Geschichte, ihre Katastrophen-Listen und ihre Mails zu lesen. Denn hinter all dem Glamour geht es um eine normale Familie, die eine sehr herzliche Beziehung zueinander hat und deren (zugegeben ungewöhnliche) Familienmitglieder sich gegenseitig wertschätzen. Auch wenn Humor hier ganz groß geschrieben wird, gibt es doch auch feinfühlige oder ernsthafte Momente.
Beim Lesen vergeht die Zeit wie im Flug. Und obwohl ich am Ende immer sehr glücklich bin, mag ich mich nicht so recht von Anna verabschieden. Und so soll es ja auch sein.

Fazit
"Plötzlich It-Girl: Wie ich beinah die Promi-Hochzeit des Jahres ruiniert hätte" trägt die Reihe nach dem altgewohnten Prinzip, ohne den Charme der Geschichte und der Charaktere zu verlieren. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite spritzig humorvoll, Protagonistin Anna eine liebenswerte Klasse für sich. Umso besser, wenn dann noch, wie hier, das Feingefühl nicht fehlt. Ich kann jedem, der zum Buch greift, ein kurzweiliges und vergnügliches Lesen garantieren. 4 von 5 Punkte vergeben ich dafür.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Komm, wir machen was mit Weihnachten

Tigapigs , Iloveyoulaugh
Fester Einband
Erschienen bei Loewe, 19.09.2016
ISBN 9783785583562
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Unter dem Label Naturkind veröffentlich der Loewe Verlag Bücher mit Themen für junge Familien. Aber nicht nur. Auch die Vermittlung von Werten, wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz, spielen eine große Rolle. Das spiegelt sich auch in der Verarbeitung der Bücher wieder. Sie sind in Deutschland hergestellt, mit bis zu 100% Recycling-Papier und Farben auf Pflanzenölbasis.

Nach "Komm, wir machen was mit Wald" und "Komm, wir machen was mit Stadt" gibt es nun das erste Weihnachtskreativbuch des Autorenteams Tigapigs und Iloveyoulaugh (früher Herr Pfeffer). "Komm, wir machen was mit Weihnachten" ist ein kreatives Spiel- und Bastelbuch für Kinder und die ganze Familie. Ein Anliegen ist es, der Natur nicht zusätzlichen Müll zuzumuten. Upcycling ist das Stichwort. Darum wird im Buch viel mit Naturmaterialien, aber auch Abfallstoffen gebastelt. Das gibt den Bastelarbeiten einen sehr natürlichen, bunten und allerliebsten Touch. Man kann nur staunen, was man aus den vorgestellten Materialen alles machen kann.

Das Buch ist in verschiedene Rubriken aufgeteilt. Geschenke, Weihnachtsbaumschmuck oder Dinge zum Spielen bilden den Anfang. Selbst Rezepte, von Kinderpunsch bis Bratapfelkuchen, finden sich am Ende. Die kreativen Projekte sind immer nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Kleine tierische Weihnachtsfreunde führen durch die Basteleien, zeigen den Kindern das benötigte Material, Zeitaufwand und Schwierigkeitsgrad oder geben Tipps für eine andere Variante.
Die Bastelarbeiten reichen von einfach bis etwas aufwändiger. Hier wird genäht, geklebt, bemalt und gebacken. Viele, wenn nicht die meisten, der Materialen finden sich zu Hause oder in der Natur. Filz und Papier erhält man in jedem Bastelgeschäft.

Auf Anhieb wird jedes Familienmitglied in "Komm, wir machen was mit Weihachten" etwas finden, das die Weihnachtszeit noch ein kleines bisschen schöner macht - ob zum Behalten oder zum Verschenken.

Fazit ...
Schon zum ungezählten Mal blättere ich durch die Seiten, um ständig etwas Neues und Schönes zu entdecken. "Komm, wir machen was mit Weihnachten" ist ein sehr natürliches Bastel- und Kreativbuch, dessen Projekte durch Einfachheit und Nachhaltigkeit bestechen. Alle Basteleien haben einen einzigartigen Charme, sind farbenfroh, unkompliziert und entzückend. Wie gut, dass wir für den bunten Zapfenwald und die Lamettakette alle Materialen greifbar haben. Wir können sofort loslegen.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Stone Rider

David Hofmeyr , Alexandra Ernst
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 23.09.2016
ISBN 9783423761505
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Viele Dystopien haben eine weibliche Hauptprotagonistin, deren Aufgabe es ist, sich gegen das System zu stellen, jemanden zu retten oder eine Rebellion anzuführen. Nach wie vor erfreuen sich diese Romane einer großen Beliebtheit, auch wenn man vielen von ihnen eine gewisse Ähnlichkeit nicht absprechen kann. David Hofmeyrs "Stone Rider" bildet hier eine willkommene Ausnahme. Das vordergründige Thema Motorradrennen dürfe eine neue Zielgruppe ansprechen, wird alteingesessene Dystopieleser dennoch überraschen. Das Buch ist unglaublich spannend und actionreich.

Die Geschichte spielt in einer zukünftigen Welt, deren Handlungsort man nicht genau bestimmen kann. Vielleicht ist es die USA, denn die Schauplätze erinnern an riesige Canyon-Gebiete oder das Death Valley. Die Erde ist vergiftet und zerstört, aber es gibt Überlebende, die ein sehr hartes, brutales und rückständiges Leben führen. Sie werden ausgebeutet bis zu Tod. Die Erlösung, ein Entkommen, wartet weit oben im All - die Sky-Base. Diese Raumschiffe dienen denen als Belohnung, die sie sich verdienen. Ein Sieg beim härtesten Motorradrennen der Welt gehört dazu, bei dem es niemals fair zugeht und die Teilnehmer mit dem Tod rechnen müssen.
In dieser Welt lebt Adam, der nach und nach alles Lebenswerte verloren hat. Er kämpft sich mehr schlecht als recht durch, und besitzt nur eine bedeutungsvolle Sache, sein Byke, ein Motorrad, dass innerhalb der Familie vererbt wird. Bykes gehen mit ihren Besitzern eine Art Symbiose ein, bilden mit ihren Fahrern eine Einheit. Sie wirken wie eine Mischung aus Hightech, also heutigen Motorrädern, und lebenden Organismen. Neben einigen wenigen futuristischen Andeutungen sind sie die technische Komponente des Buchs und perfekt in die Geschichte integriert.

Adam schaut ihnen nach, bis sie verschwunden sind.
Jetzt hat er nichts mehr. Nichts mehr zu verlieren.
Jetzt ist er der Letze seiner Art. Wie das Schwein des alten Dagg. Der letzte Stone.
Jetzt wird er tun, wozu er geboren wurde.
Rennen fahren. - S. 89


Der Stil des Autors ist unheimlich prägnant und zutreffend, dabei aber sehr eigen. So mancher Leser wird sich damit erst anfreunden müssen oder wird damit sogar dauerhaft Schwierigkeiten haben. Hervorzuheben ist hier eindeutig die Übersetzung. Mit vielen kurzen Sätzen und sich wiederholenden Wörtern passt der besondere Stil zur spannenden und getriebenen Handlung. Diese ist äußerst gefährlich und nervenaufreibend, nicht selten brutal. Langeweile gibt es keine Sekunde lang. Nebenbei erhält man einen guten Überblick über den Zustand der Welt und die vorherrschenden Lebensbedingungen. Mad Max kombiniert mit Wild West trifft es ganz gut. Nach einem packenden Finale ist die Handlung noch für mindestens einen Folgeband offen, der im Original 2017 erwartet wird und voraussichtlich eine andere Hauptperson in den Mittelpunkt stellt. "Stone Rider" selbst kann man aber auch als abgeschlossen lesen.

Das persönliche Fazit
"Stone Rider" hat mich gefesselt und mitgerissen. Das Buch ist toll! Der sehr gute Weltenentwurf, eine Mischung aus staubiger Dystopie und gefährlicher Postapokalypse, wird durch die spezielle Sprache und gute Charaktergestaltung nochmals aufgewertet und einprägsam inszeniert. Das Abenteuer, mit dem ungewöhnlichen technisierten Motorradrennen ist so gut, dass ich tatsächlich keine Kritikpunkte anbringen kann. Das Buch kann als Einzelband gelesen werden, ein Folgeband wäre genial und wünschenswert. 5 Sterne.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

ars edition, ns-zeit, susi die enkelin, birgitta behr

Susi, die Enkelin von Haus Nummer 4

Birgitta Behr
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 19.09.2016
ISBN 9783845815251
Genre: Comics

Rezension:

Der Zweite Weltkrieg und die Verbrechen an Millionen von Juden wird für immer eines der schwärzesten Kapitel der Geschichte sein. Leider gehört dieses Kapitel zu Deutschland. Wir haben eine Verantwortung, uns diesem Teil der Geschichte zu stellen, uns zu erinnern und die Erinnerung unseren Kindern weiterzugeben. Damit setzten wir ein Zeichen für Mitmenschlichkeit und Akzeptanz, sensibilisieren Kinder für ein friedvolles, versöhnliches Miteinander.
Birgitta Behr, eine Grundschullehrerin aus Berlin, hat "Susi, die Enkelin von Haus Nummer 4" konzipiert und sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dieser (wahren) Geschichte von Susi und ihren Eltern beschäftigt. Das Buch eignet sich hervorragend für Schul- und Klassenprojekte. Junge Leser ab 10 Jahren bekommen dadurch ein umfassendes Verständnis für die Geschehnisse und Zusammenhänge in Deutschland von 1933 - 1945.

Manchmal muss man mutig sein,
um das Gute zu beschützen,
und manchmal kostet es das
eigene Leben, aber vielleicht
rettet man damit
eine ganze Welt. - S. 7


Erzählt wird die Geschichte im Buch von einem Geisterhaus, dem Haus Nummer 4, das vor langer Zeit am Nikolsburger Platz in Berlin stand. Susi, ein kleines jüdisches Mädchen, war die Enkelin von Haus Nummer 4. Denn dort lebte einst ihre Oma, die später von den Nazis deportiert und getötet wurde.
Das Haus fungiert hier als Beobachter von außen. Es gibt einen umfassenden Überblick, angefangen bei Hitlers Machtübernahme, die sich kontinuierlich verschlechternde Situation der Juden, bis hin zur Befreiung Deutschlands und dem Ende des Krieges. Susi und ihre Eltern konnten nur überleben, weil sie von einem Netzwerk aus Freunden und Bekannten umgeben waren, die die Familie - oft getrennt voneinander - versteckt hielten. Die Erzählungen im Buch sind sehr klar und anschaulich. Mich persönlich haben sie tief berührt und mir selbst vieles neu in Erinnerung gerufen. Abgeschlossen wird das Buch mit einem Nachwort von Susis Kindern, einer Zeittafel und einigen Begriffserklärungen.

"Susi, die Enkelin von Haus Nummer 4" lässt sich ganz schwer in ein Genre packen. Zum einen ist es natürlich ein biographisches Kinderbuch, auch Sachbuch. Dann hat es die unglaublich beindruckende Aufmachung einer Graphic Novel, in der Text mit historischen Fotos, Zeichnungen und Comicstrecken gemixt wurde. Die Aufmachung ist einfach nur eindrucksvoll und unterstützt das Buch in seinem Wert.

Fazit:
"Susi, die Enkelin von Haus Nummer 4" ist nicht nur wichtig und richtig, das Buch wird bei Kindern und Erwachsenen, die sich damit beschäftigen, einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die wahre Geschichte von Susi ist verpackt eine bemerkenswerte Graphic Novel und ein Sachbuch gleichermaßen. Das beeindruckende Projekt einer Lehrerin zeigt die Geschehnisse und Zusammenhänge des Zweiten Weltkriegs sehr deutlich, hilft beim Erinnern und setzt ein Zeichen für Mitmenschlichkeit und eine friedvolle Toleranz.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Vierzehn

Tamara Bach
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551583598
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses Buch zu besprechen, ja zu beurteilen, ist schwer für mich. Denn ganz ehrlich, wenn man es in der Hand hält, fällt es schwer zu ermessen, um was es genau geht. Gerade mal gute 100 Seiten umfasst die Geschichte. Am Ende ist die Sache klar, und erschließt sich schon aus dem Buchtitel. "Vierzehn" lässt mich mit einem erstaunten, fast euphorischen Gefühl zurück. Ich bin sehr begeistert.

Tamara Bach wählt für ihre Geschichte den Du-Stil. Vielleser sind ihm sicher schon begegnet, aber sich nicht auf diese Weise, wie die Autorin ihn hier anwendet. Sie schreibt knapp, mit kurzen Sätzen, direkt und kompromisslos. Dialoge werden meist erzählt, nur einzelne Sätze mit wörtlicher Reder hervorgehoben. Der Schreibstil wird nicht aufgrund der besseren Lesbarkeit angepasst oder "einfacher" gemacht. Das ist gewöhnungsbedürftig, aber auch sehr deutlich. Der Leser fühlt sich direkt angesprochen und wird mitgerissen. Ich habe selten etwas Vergleichbares gelesen.

Es geht um ein 14-jähriges Mädchen. Den Namen kennt man anfangs nicht, nur eine Abkürzung, die sie kurz nennt. Dieses Mädchen begleitet der Leser einen Tag lang: auf dem Schulweg, in der Schule beim Unterricht, bei Nachmittagsaktiviäten und am Abend. Das scheint simpel, geht aber sehr tief. Man erfährt in der kurzen Geschichte viel über ihre aktuellen Situation, ihre Sorgen und Gefühle. Man lebt förmlich in der Geschichte, war durch den besonderen Stil nochmals verstärkt wird.

Ich ertappe mich während des Lesens bei dem Gedanken, dass ich die Autorin gerne fragen würde, wie sie es schafft, den Leser genau dort zu packen wo er steht, auf eine sehr natürliche aber offensive Art und Weise. Dafür ist das Alter ihrer Protagonistin völlig unerheblich. Man möchte herausschreien, dass das Leben genau so ist, das man die Situation absolut nachvollziehen kann. Das Buch ist verdammt realistisch!

Fazit
"Vierzehn" ist mitten aus dem Leben geschrieben und in der Umsetzung außergewöhnlich gut. Mit dem spröde speziellen Stil, der etwas im Leser anrührt und völlig natürlich wirkt, setzt die Autorin Maßstäbe. Die Geschichte ist gleichzeitig normal und tiefgründig, bekannt und einzigartig. Sie begeistert auf eine Art, die man so noch nicht erlebt hat. Nicht verpassen! 

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100 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

entführung, jugendbuch, familie, spannung, cat clarke

Falsche Schwestern

Cat Clarke , Jenny Merling
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 25.08.2016
ISBN 9783841402257
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Falsche Schwestern" erinnert sofort an den Fall Natascha Kampusch. Es geht um eine Entführung, bei der ein Mädchen nach 13 Jahren zu ihrer Familie zurückkehrt. Was ist mit ihr geschehen? Warum konnte sie entkommen? Autorin Cat Clarke hat um ihre Idee einen packenden Jugendroman geschrieben, bei dem Buchbeschreibung und Titel schon einiges vorwegnehmen, der deshalb aber nicht weniger packend ist.

Erzählt wird die Geschichte von Faith, der jüngeren Schwester der entführten Laurel. Sie hat eine unheimlich packende Art zu berichten, wirkt oft etwas zynisch und ernsthaft, kommt aber in ihrem Leben gut zurecht. Es geht im Roman nicht nur um ihre zurückgekehrte Schwester, sondern vor allem um Faith' Gefühle und ihre Anstrengungen mit der neuen, wieder auf Anfang gestellten Familiensituation klarzukommen.

Seit Lauren entführt wurde, hat sich in der Familie einiges geändert. Faith lebt mit ihrer Mutter zusammen, der Vater hat mit seinem Freund eine gemeinsame Wohnung. Hier verbringt Faith, und später auch Lauren, die Wochenenden. Faith hat einen Freund und ist in der Schule gut integriert, sie hat Pläne für ihre Zukunft und muss jetzt, da ihre Schwester wieder zu Hause ist, vieles neu überdenken. Man kann als Leser absolut nachvollziehen, wie zwiespältig sich Faith fühlt. Auf der einen Seite sollte sie sich freuen, dass Lauren wieder da ist (was sie auch tut), auf der anderen Seite ergeben sich damit für sie Einschränkungen und neue Situationen, die sie bisher nicht hatte - plötzlich geht es innerhalb der Familie, der Presse und Öffentlichkeit nur noch um Lauren.

"Falsche Schwestern" ist ein Buch, das man kaum zur Seite legen kann. Ich fühlte mich immer hautnah dabei, hatte von Anfang an ein sehr neugieriges, aber beklemmendes Gefühl beim Lesen. Irgendwann, für meinen Geschmack etwas spät, kommt es zu kleinen, nebensächlichen Ungereimtheiten, nach denen man das ganze neue Familienbild in Frage stellt. Diese Dinge sind gut in die Geschichte eingeflochten, wirken nicht wie ein Paukenschlag, sondern sehr subjektiv.

Wie die Geschichte zu Ende gebracht wird, ist zwar fast unmittelbar vorhersehbar, darum aber nicht weniger schlimm, nicht weniger beängstigend. Die Lösung, die Faith und Lauren für die ganze Situation haben, ist nachvollziehbar, aber gleichzeitig eher überzogen und unrealistisch. Dennoch endet das Buch mit einem Absatz, der Gänsehaut macht, vieles in ein neues Licht rückt und nachdenklich stimmt.

Zusammengefasst:
Wer Bücher mit Sogwirkung und polarisierenden, bestürzenden Erlebnissen mag, der muss "Falsche Schwestern" lesen. Man kann das Buch nicht zur Seite legen. Trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit will man unbedingt ganz genau wissen, was los ist, wie sich alles entwickelt, und wird am Ende manches neu beurteilen. Die Geschichte ist perfekt erzählt, wirkt auf eine ruhige Weise sehr treibend und aufwühlend. Sie bleibt im Gedächtnis.

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48 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

federherz, federwelt, elisabeth denis, liebe, reihen-bände

Federwelt

Elisabeth Denis
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Oetinger 34 ein Imprint von Verlag Friedrich Oetinger, 26.09.2016
ISBN 9783958820081
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Federherz" hat mit einer mysteriösen, märchenhaften Geschichte überzeugt, bei der man als Leser am Ende wie aus einem Traum erwachte. Mit "Federwelt" schließt Autorin Elisabeth Denis die Dilogie ab. Nach den Erkenntnissen, die man mit dem Vorgängerband erlangte, darf man hier auf ein zauberhaftes und abenteuerliches Finale hoffen. Es ist erstaunlich, wie sehr sich beide Bücher in Handlungsort und Wirkung unterscheiden.

Die Handlung beginnt unmittelbar nach Mischas Erlebnissen und ihrer Entscheidung im ersten Band. Der Übergang ist gut gelungen. Ab und zu gibt es kleine Nebensätze, die dem Leser bestimmte Schlüsselszenen nochmals in Erinnerung rufen. So findet man sich bestens zurecht, auch wenn das Lesen des Vorgängerbandes etwas zurückliegen sollte. Dennoch muss man sich darauf einstellen, dass sich "Federherz" völlig anders liest. Zwar ist der Stil unverändert gut, er ist wie geschaffen für die Geschichte, da aber das große Mysterium, der Sinn des geheimnisvollen Internats Hainpforta, aufgelöst wurde, fehlt hier das Geheimnisvolle, das Rätselhafte, das den Anfang der Geschichte so einmalig machte. Stattdessen macht man hier Bekanntschaft mit einer neuen fremden Welt, eine ebenso gute Grundlage für eine spannende Fortsetzung. Mischa geht davon aus, dass ihr Gastspiel im Land Hain kurz sein wird. Doch da täuscht sie sich gewaltig.

"Du bist freiwillig übergetreten. Wenn man sich einmal entschieden hat, steht es unumstößlich fest." Thekla hat ihr Gesicht zur Wand gedreht. [...]
Mir steigen die Tränen in die Augen. "Ich wusste doch nicht, dass es so schwer ist, zurückzugehen. Bei uns ist das anders. Man kann sich auch wieder umentscheiden. Besonders, wenn man merkt, dass die Entscheidung falsch war. [...] Man ist frei. Verstehen Sie?" - S. 83


Die Welt, die man hier kennenlernt, ist komplex. Sie ist bewohnt von vielen phantastischen Völkern, hat diverse Strukturen und politische Machtverhältnisse. Man bekommt einen Überblick, sehr in die Tiefe geht die Handlung an dieser Stelle jedoch nicht, schneidet manches sogar nur an. Für mehr ist die Geschichte einfach zu kurz. Sehr schade ist, dass Mischas Beziehung zu Basil so gut wie nicht fortgeführt, Basil sogar regelrecht ausgeklammert wird. Er ist, bis auf wenige Seiten oder "Telefongespräche", die meiste Zeit abwesend, anderweitig beschäftigt mit Dingen, die nicht richtig relevant sind. Das wirkt leider so, als hätte er in dieser Geschichte nur eine Nebenrolle, für die eine Notlösung gefunden wurde.
Doch "Federwelt" weiß auch zu überraschen. Einige Beziehungen entwickeln sich anders als gedacht, und das Ende ist offen und abgeschlossen gleichzeitig, dass viel Raum für eigene Ideen bleibt. Theoretisch wäre ein weiteres Buch denkbar.

Das persönliche Fazit
"Federwelt" bringt die Federherz-Dilogie zu einem Ende, das mir persönlich sehr zusagt, weil es Raum für eigenen Spekulationen lässt. Trotzdem liest sich das Buch völlig anders als der Einstieg im ersten Band der Geschichte. Der Schauplatz wechselt, ebenso das Gefühl für die Handlung. So wird das Mysteröse, Rätselhafte durch eine fremde, phantastische Welt ausgetauscht. Diese hat ihren Reiz und ist sehr abenteuerlich. Leider bleiben einige Strukturen an der Oberfläche, viele Charaktere und deren Rollen und Aufgaben wirken blass. Damit schwindet auch der Lesesog, der "Federherz" so besonders machte. Daran reicht "Federwelt" nicht heran, schließt die Reihe dennoch lesenswert ab. 3 Sterne.

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

freundschaft, eifersucht, sara barnard, geheimnis, party

Wunder, die wir teilen

Sara Barnard , Andrea O'Brien
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 25.08.2016
ISBN 9783737340502
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Wunder, die wir teilen" hat mich sofort interessiert, weil es ein Buch über Freundschaft ist. Über die Freundschaft zwischen drei Mädchen. Dieses Thema wird immer präsent bleiben, denn fast jeder hat ganz persönliche Freundschaftsgeschichten erlebt oder steckt mittendrin. Kann das funktionieren, wenn zu einer allerbesten Zweierfreundschaft plötzlich ein drittes Mädchen hinzukommt? Und belastet es eine Freundschaft zwangsläufig, wenn die neue Freundin große persönliche Probleme hat?

Caddy wächst sehr behütet auf. Im Gegensatz zu ihrer besten Freundin Rosie, geht Caddy auf eine Privatschule. Die Mädchen haben aber ein tolle Beziehung, eine echte Freundschaft. Und weil Caddy immer sehr angepasst und unauffällig agiert, hat sie sich für ihr neues Lebensjahr drei elementare Dinge vorgenommen: Einen Freund finden, keine Jungfrau mehr sein, ein einschneidendes Ereignis erleben. Dieses einschneidende Ereignis kommt in Form von Suzanne, einem sehr hübschen Mädchen mit Charme und Charisma. Zuerst hat Caddy Angst, dass Suzanne sich zwischen Rosie und sie drängt. Doch das Gegenteil ist der Fall.

"Das habt ihr euch selbst eingebrockt", bemerkt Rosie. "Ich kann nichts dafür, dass du eine Strafe bekommen hast. Ich bin deine beste Freundin, ich werde dir nicht sagen, dass alles gut ist, wenn es das nicht ist. Ich finde, deine Eltern haben recht. So, jetzt ist's raus. Sie hat definitiv einen schlechten Einfluss auf dich." - S. 293

Die Dynamik der Geschichte entsteht aus einer gewissen Normalität. Alles, was man liest, könnte einem selbst so passieren. Begonnen habe ich das Buch mit einer eindeutigen Sensationslust. Was diese Suzanne wohl so alles anstellen wird? Wird sie die Freundschaft zwischen Caddy und Rosie zerstören? Schnell war ich überrascht, dass die Handlung anfangs relativ unspektakulär daherkommt. Das steigert sich natürlich, aber hier geht es hauptsächlich um zwischenmenschliche Beziehungen zu Freundinnen und Familie, und eine Thematisierung von Problemen wie Misshandlung und den psychischen Störungen, die daraus resultieren.

Während Rosie einen klaren Blick auf die Situation behält, musste ich über Caddy einige Male stark den Kopf schütteln. Sie scheint völlig eingenommen von Suzanne, verändert sich stark, wird bockig und rebellisch, was überhaupt nicht zu ihrer Persönlichkeit passt. Das ändert sich auch mit einem dramatischen Höhepunkt nicht wirklich.
Die Autorin hat das Buch dennoch zu einem guten, den Umständen entsprechend positiven Ende gebracht. Sie hat mich tatsächlich mit Caddy und Suzanne versöhnt. Man entlässt beide (Rosie sowieso) mit einem guten Gefühl.

Fazit
"Wunder, die wir teilen" ist ein Buch über eine echte Freundschaft. Die Geschichte erscheint normal, fast alltäglich, und doch speziell mit ihrem dramatisch-schlimmen Thema. Ich habe gerne beobachtet, habe mitgefühlt, mich geärgert und war am Ende sogar positiv gerührt. Wenn es gelingt, dass der Leser die problematische Freundin zuletzt in einem ganz neuen Licht sieht, wurde vieles richtig gemacht. 4 von 5 Punkte für diese authentische Freundschaftsgeschichte.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Robby aus der Räuberhöhle

Barbara Landbeck
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Jumbo, 19.02.2016
ISBN 9783833735295
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Robby aus der Räuberhöhle" entdeckte ich eher zufällig, beim Stöbern nach einer spannenden Vorlesegeschichte. Die Altersangabe passte zu meinen Kindern und das Thema hat etwas in mir angestoßen, etwas, das mich an meine Kindheit erinnerte - an Abenteuer, Geheimnisse und Verstecke in der Natur. Dass sich das Buch ab dem ersten Kapitel zu einem Lieblingsvorlesebuch der Kinder entwickelte, konnte ich da noch nicht ahnen.

Robby lebt ganz alleine, in seinem Paradies, mitten in einem kleinen Städtchen. Versteckt, hinter einer Mauer und umgeben von einem Wäldchen ist sein Reich. Auf diesem vergessenen und nicht einsehbaren Grundstück steht seine Räuberhöhle, eine Holzhütte. Robby putzt sich die Zähne in der Regentonne und trinkt aus dem Bach. Abends sitzt er mit seinem Freund, dem Briefträger, am Lagerfeuer. Er wartet auf seine Räuber-Oma Hilde, die für einige Zeit verschwinden musste, aber bald wieder nach Hause kommen will.
Dieses Grundgerüst der Geschichte lässt Kinder nicht mehr los. Robby lebt sein kleines Abenteuer, unentdeckt und glücklich, jedoch versorgt und geschützt. Er ist ein ganz lieber Junge, dem in der Geschichte ein großes Missgeschick passiert. Daraus entsteht eine neue Freundschaft und die Geschichte wird zu einem spannenden Abenteuer.

Die einzelnen Kapitel haben eine optimale Vorleselänge. Bei uns blieb es aber nie bei einem Kapitel, die Kinder verlangten immer nach mehr. Barbara Landbeck schreibt altersgerecht, spannend und informativ zugleich, und sehr freundlich. Mit liebevollen Ideen und einem sehr netten Humor hält sie die jungen Zuhörer konstant in der Geschichte. In jedem Kapitel finden sich Bilder, die die Geschichte unterstützen. Sie sind einfach und wunderschön anzusehen. Vor allem die Darstellung des Städtchens und Robbys Versteck begeistern sehr.
Die erste Geschichte von Robby und seiner neuen Freundin Thea ist in diesem Buch abgeschlossen. Ein neues Abenteuer erscheint im Frühjahr 2017.

Fazit ...
"Robby aus der Räuberhöhle" ist ein perfekt gelungenes Vorlesebuch. Die Geschichte macht Kinderträume war, ist aber gleichzeitig sehr realistisch gehalten. Sie ist spannend und freundlich, und die originellen Charaktere gehen hilfsbereit und liebevoll miteinander um. Damit eignet sich das Buch auch sehr gut zum Selberlesen für Grundschulkinder. Die schönen Bilder motivieren zusätzlich. Unbedingt (vor)lesen!

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

faszinierende bilder, lebensecht, tiere, tolle zeichnungen, informativ

Der große Kosmos Tieratlas


Fester Einband
Erschienen bei Kosmos, 14.09.2016
ISBN 9783440151044
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ein Atlas war noch vor einiger Zeit in fast jedem Haushalt zu finden, egal ob Weltatlas, Straßenatlas oder auch Tieratlas. Doch inzwischen, in Zeiten der Digitalisierung, kann man alles online nachschlagen. Jede gewünschte Information ist unmittelbar abrufbar. Dabei liegen die Vorteile dieser Informationen in Buchform auf der Hand. Kinder setzten sich mit den Inhalten differenzierter auseinander, werden nicht von Möglichkeiten erschlagen und verweilen ausgiebiger auf den einzelnen Seiten. Gerade bei einem Tieratlas können die Kinder davon nur profitieren. Ein solcher gehört in jedes Kinderzimmer.

"Der große Kosmos Tieratlas" ist ein echter Hingucker. Das Buch ist großformatig und sehr wertig ausgelegt. Dickes, glänzendes Papier und eine hochwertige Bindung vermitteln Qualität. Der Inhalt kann sich ebenfalls sehen und lesen lassen. Nach einem Inhaltsverzeichnis und kurzen Einleitung ist der Atlas in diverse Tiergruppen eingeteilt (z.B. Säugetiere, Vögel, Reptilien, Insekten, ...) die sich farblich voneinander abgrenzen. So finden kleine und große Leser schnell die gewünschte Information. Innerhalb der Tiergruppen sind alle wichtigen Tierarten dieser Erde enthalten. Neben jedem Tier steht der Name und eine kurze, prägnante Information dazu. Ein Register schließt den Tieratlas ab.

Die einzelnen Tierbilder sind keine Fotografien sondern Zeichnungen. Über 1700 Stück! Dieses sind extrem detailgetreu und teilweise in Originalgröße gehalten - viele davon sind ein echtes Wow-Erlebnis. Kinder, die noch nicht lesen können, werden sich komplett in die Bilder vertiefen, ältere Kinder können stundenlang in den Informationen schmökern, ohne dass es ihnen langweilig wird. So muss ein moderner Tieratlas sein.

Fazit ...
"Der große Kosmos Tieratlas" ist bei uns eine der bedeutendsten Buchzugänge dieses Jahres. Das große Format, die wertige Ausführung und die vielen Informationen sind toll. Der absolute Hingucker sind die seitenfüllenden, extrem detaillierten Tierbilder, die teilweise in Originalgröße gezeichnet wurden. Meiner Meinung nach gehört dieser Tieratlas in jedes Kinderbuchregal. Egal ob für ein Kindergarten- oder Schulkind, ein schönes Geschenk ist der Atlas allemal.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Der wilde Räuber Donnerpups - Die Räuberprüfung

Walko ,
Fester Einband
Erschienen bei Coppenrath, 12.09.2016
ISBN 9783649617440
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Die Räuberprüfung" ist der erste Band einer neuen Bilderbuchreihe über die Bande rund um Räuberhauptmann Donnerpups. Sofort fällt mir auf, dass die Geschichte viele Attribute aufweist, die Kinder faszinieren. Ihr haftet ein Geheimnis an, nämlich das Gerücht, dass im Wald (in den sich keiner reintraut) wilde Räuber leben. Kinder lieben diese Form von gefährlicher Spannung, die dadurch gut erträglich wird, dass sich ein kleiner Junge mitten unter die Räuber mischt. Außerdem hat der Räuberhauptmann ein großes Pups-Problem. Das sorgt für viel Heiterkeit und Gekicher.

Zwar wird Robin schnell von den Räubern entdeckt und gefangen genommen, jedoch fällt ihm schon bald auf, dass sie gar nicht so böse und gefährlich sind wie gedacht. Die Räuber lassen sich nämlich ganz schön schnell überlisten, wirken zum Teil sogar etwas dümmlich und irgendwie freundlicher, als sie selbst sein wollen. Während Robin mit den Räubern einen Wettstreit beginnt, gibt es immer wieder Spannungsspitzen, aber auch viel Humor, Peinlichkeiten und Erfolge für den pfiffigen Jungen. So hält das Bilderbuch sehr gut die Balance zwischen Spannung und Witz.

Das Bilderbuch ist herrlich, und vor allem sehr atmosphärisch, illustriert. Gleich auf der ersten Seite wird die Räuberbande (und Robin) anhand von Steckbriefen vorgestellt - in Reimen und sehr humorvoll. Die einzelnen Szenen der Geschichte werden dann mit ansprechenden, detaillierten Bildern seitenfüllend dargestellt. Der Text ist etwas umfangreicher, sodass auch noch ältere Kinder an der Geschichte Spaß haben. Die Geschichte ist in diesem ersten Band abgeschlossen. Wir hoffen jedoch noch auf viele weitere Abenteuer.

Fazit
Ich finde die finstere Räuberbande eher drollig und unfreiwillig lustig als böse. "Der wilde Räuber Donnerpups: Die Räuberprüfung" packt Kinder direkt beim Anschauen. Das Buch ist durch das humorvolle Tabuthema besonders reizvoll, die Geschichte spannend und aufregend, aber auch total witzig. Wilde und laute Räuber und ein mutiger kleiner Junge machen das Bilderbuch zu einem Hit für Kinder. Ein Pupskissen gibt es noch als lustige Zugabe.

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thriller, entführung, thailand, jugendbuch, spiel

Wonderland

Christina Stein
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 25.08.2016
ISBN 9783733502898
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ein Opfer macht frei. Mit diesem Motto, oder besser Aufforderung, findet sich Liz im Dschungel wieder. Gefangen mit ihren Freunden, nicht wissend, was der Spruch konkret bedeuten soll. Fast unmittelbar müssen sie der Realität ins Auge sehen. Diese ist schlimmer als ihre Vorstellung reicht.
"Wonderland", der neue Jugendthriller von Christina Stein, gehört definitiv zu den härteren Vertretern seines Genres. Darum wird das Buch auch erst ab 16 Jahren empfohlen. Zurecht!

Ich finde es absolut klasse, wenn ich ein Buch beginne und mir sofort eine Besonderheit auffällt. Bei "Wonderland" ist es der Stil. Die Art, mit der Autorin Christina Stein die Geschichte erzählt. Sie schreibt teilweise in langen Sätzen, die auch mal einen ungewöhnlichen Aufbau haben, ganz abseits von allem, was man heute so kennt. Zwar ist das, was man liest, immer gut zu verstehen, einlesen muss man sich aber dennoch. Umso mehr die Handlung voranschreitet, umso eingängiger wird der Stil. Man empfindet ihn nicht mehr als ungewöhnlich, nur noch als sehr gelungen.
Die Charaktere stechen in diesem Buch besonders heraus. Alle haben eine markante Persönlichkeit oder eine auffällige Eigenschaft. Das funktioniert so gut, dass regelmäßig am Kapitelanfang die Perspektive zwischen den Protagonisten Liz und Jacob gewechselt wird, ohne dass dies durch eine Überschrift oder anderweitigen Hinweis angezeigt wird. Ich wusste jedoch immer nach ein paar Zeilen, wer die Geschichte gerade erzählt. So wird die Spannung hochgehalten, man erfährt als Leser Dinge, die andere Gruppenmitglieder (noch) nicht wissen.

Die Geschichte selbst ist eine Mischung aus Big Brother und Dschungelcamp - in böse. Mehr will ich gar nicht verraten, denn diese Assoziationen geben ziemlich genau wieder, was den Leser erwartet. Das Buch ist megaspannend und beängstigend realistisch. Realistisch aber nur bedingt. Man weiß zwar, dass die Situation theoretisch möglich wäre, dass es auf dieser Welt unvorstellbar kranke und grausame Menschen gibt, ist von einigen Szenen aber dann so abgründig überwältigt, dass es fast schon unwirklich wirkt. Die Handlung ist schonungslos und lässt kaum Zeit zum Luftholen. Und gerade wenn man meint, man hat es überstanden, geht es erst richtig los. "Wonderland" endet nicht offen oder mit der eigenen Vorstellungskraft, die Geschichte wird zu Ende erzählt.

Fazit
"Wonderland" ist ein stilistisch auffälliger, schonungsloser und atemlos spannender (Jugend)-Thriller, der die erhöhte Altersempfehlung zu Recht trägt. Ich war mir mehrmals während des Lesens unsicher, ob die Handlung nun echt oder doch nur ein äußerst makaberes Spiel ist. Die Gefühle der Charaktere sind so deutlich, dass alleine die Vorstellung der Situationen extrem beängstigend ist. Wer mal wieder einen besonders einprägsamen Jugendthriller lesen möchte, dem sei das Buch zwingend empfohlen. "Wonderland" lässt bis zum Ende garantiert nicht los. 4 von 5 Punkte von mir.

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