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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Tapsi will kuscheln

Sean Julian , Anna Schaub , Sean Julian , Sean Julian
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei NordSüd Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783314103636
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Tapsi will kuscheln" ist ein Bilderbuch zum Mitfiebern. Und das, obwohl es ums Kuscheln geht, gewürzt mit einer großen Portion Humor und Emotionen. Am Ende muss man herzlich lachen, ganz besonders die kleinen Zuhörer, die mit ihrem feinen Gespür für Gefühle die Pointe sofort verstehen.

Tapsi ist ein Walddrache und ein richtiger Kuscheldrache noch dazu. Darum fragt er auch die Elfe Pünktchen, ob sie mit ihm kuscheln mag. "Nie im Leben!", kommt es von Pünktchen zurück. Denn sie hat keine Lust mehr auf das Erlebnis vom letzten Mal. Was das war, weiß man als Leser und Betrachter des Bilderbuchs nicht. Einzig, dass es der kleinen Elfe nicht gefiel ist deutlich zu spüren. Denn soviel sich Tapsi nun auch bemüht, mit (lustigen) Geschenken oder mit (gespielten) Tränen, Pünktchen kuschelt mit allen Tieren des Waldes, mit Tapsi aber nicht. Bis dieser etwas leistet, was die kleine Elfe ihre Entscheidung nochmals überdenken lässt.

Obwohl Tapsi ein Walddrache und Pünktchen eine Elfe ist, haben Kinder nicht das Gefühl, eine Geschichte über Fantasywesen zu hören und zu betrachten. Beeindruckend sind die natürlichen Emotionen, die Autor und Illustrator Sean Julian seinen kleinen Helden ins Gesicht gezeichnet hat. Ob Ärger, Ratlosigkeit, Traurigkeit oder Freude, alles kommt direkt beim Betrachter an. Nebenbei sind die Bilder sehr niedlich und herzlich gezeichnet, und das Bilderbuch ist sehr wunderschön gestaltet.
Kinder müssen nicht kuscheln, wenn sie das nicht wollen! Egal, was ihnen versprochen wird, egal, wie sehr man sie zu überreden versucht. Das ist die schöne und wichtige Nebenbotschaft, die man aus der Geschichte heraushören kann. Dass die Geschichte vom kuschelnden Walddrachen Tapsi mit viel Humor und einer witzigen Pointe zu Ende gebracht wird, ist nochmals ein ganz besonderer Bonus.

Fazit ...
"Tapsi will kuscheln" ist ein total niedliches und ansprechendes Bilderbuch. Besonders schön sind die Emotionen von Walddrache Tapsi und Elfe Pünktchen, die den beiden sehr deutlich ins Gesicht geschrieben, bzw. gezeichnet sind, darum auch unverstellt bei den kleinen Bilderbuchbetrachtern ankommen. Die Nebenbotschaft Grenzen zu akzeptieren, und diese nochmals durch eine lustige Pointe aufzuwerten, ist ganz hervorragend gelungen. Sehr klasse!

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

kinderbuch, krähe, freiheit, bär, freundschaft

Krähe und Bär. Die Sonne scheint für uns alle.

Martin Baltscheit , Wiebke Rauers
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Dressler, 23.01.2017
ISBN 9783791500256
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Zwei unzufriedene Tiere und eine ungewöhnliche Freundschaft - so könnte man das Thema von "Krähe und Bär" in aller Kürze zusammenfassen. Dass das Buch als tiefgründig, überraschend und urkomisch beschrieben wird, war mir vor dem Vorlesen nicht deutlich bewusst. Aber umso besser. Meine zwei Kinder sind mit 7 und 9 Jahren im perfekten Vorlesealter für das Buch. Doch nach den ersten Seiten war ich irritiert und die Kinder ebenso. In mir kam die leise Frage auf, ob das Buch vielleicht nicht ZU tiefgründig oder ZU abgedreht ist? Jetzt sage ich nein, es ist genau richtig! Aber anspruchsvoll ist es schon. Mehr, als man bei der herrlich fröhlich-zufriedenen Illustration auf dem Einband erwarten würde.

Der Bär ist unzufrieden mit seinem Leben im Zoo. Zwar hat er täglich drei sichere Mahlzeiten, aber er ist in einem kleinen Gehege gefangen. Außer schlafen, essen und andauerndes Im-Kreis-Laufen passiert hier nicht viel. Er möchte frei sein. Der Autor bringt die Frustration des Bären so deutlich zum Ausdruck, dass sie einem förmlich aus dem Text entgegenschreit. Lustig und komisch ist das nicht, eher sehr ehrlich und ernüchternd - und auch etwas traurig.
Die Krähe ist frei und kann fliegen wohin sie will, dafür plagt sie andauernder Hunger. Aus anfänglicher Abneigung, seitens des Bären, entwickelt sich eine zaghafte Freundschaft, die beiden ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Am Ende werden aus Feinden echte Freunde, die dankbar für ihr Leben sind und sich die Annehmlichkeiten teilen.

Ich bin der Meinung, dass man der Geschichte etwas Zeit geben sollte. "Krähe und Bär" ist ein Kinderbuch, an das man sich gewöhnen, in das man sich einlesen muss. So schlug die anfängliche Skepsis bei mir und den Kinder in plötzlichen Enthusiasmus um. Die Handlung wurde spannend und tatsächlich überraschend. Die Illustrationen sind perfekt! Besonders mein Sohn war von der Geschichte fasziniert. Einen Anteil daran hatte sicherlich auch die spröde Erzählweise mit ihren Kraftausdrücken, die nicht jedem Vorleser gefallen werden. Der Text gleicht manchmal vom Ausdruck her einem Drehbuch, kann aber mit Bären- und Krähenstimme (farblich hervorgehoben) perfekt vorgelesen werden. Die Wirkung auf die jungen Zuhörern ist klasse. Einige Dinge wird man Kindern eventuell erklären müssen, bzw. könnte sich während des Vorlesens ein Gesprächsbedarf entwickeln.
Am Ende hat die Geschichte sogar noch liebevolle Nuancen und wird zu einem positiven Schluss geführt.

Fazit ...
"Krähe und Bär oder die Sonne scheint für uns alle" ist kein gewöhnliches Kinderbuch. Es ist sogar in jeder Hinsicht ungewöhnlich. Lässt man sich aber auf Erzählstil und Geschichte ein, entwickelt sie sich zu einem spannenden Abenteuer, mit ganz eigenem Humor und mancher Überraschung. Die Geschichte verfehlt ihre Wirkung nicht. Die positive Aussage und der gelungene Schluss haben uns überzeugt. Mutig sein und ausprobieren!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Der geheimnisvolle Koffer von Herrn Benjamin

Pei-Yu Chang
Fester Einband: 48 Seiten
Erschienen bei NordSüd Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783314103827
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Der geheimnisvolle Koffer von Herrn Benjamin" basiert auf der wahren Geschichte des jüdischen Schriftstellers und Philosophen Walter Benjamin (1892 - 1940). Er floh vor den Nazis die so genannte F-Route über die Pyrenäen zur spanischen Grenze. Die Fluchtabsicht in die USA führte er nicht zu Ende. Den Inhalt seines Koffers kennt bis heute niemand.
Als ich das Bilderbuch durchlas, ging es mir sehr zu Herzen. Es hat eine enorme Ausdruckskraft und vermittelt geschichtliches Wissen und Werte. Aber nicht frontal, sondern subjektiv, auf eine kindgerechte Art. Ich befürchtete allerdings, dass Kinder mit der Geschichte etwas überfordert sein könnten. Das hat sich nicht bestätigt. Meine Tochter liebt dieses Buch. Sie ist völlig fasziniert von der Geschichte, den Bildern und diesem Mann mit Koffer. Die Geschichte wirft Fragen auf. So viele, dass wir das Thema noch über das Buch hinaus vertieft haben. So wünscht man sich das bei einem Bilderbuch!

Dass Herr Benjamin Jude war, wird im Buch nicht benannt. Auch nicht vor wem oder was er floh. Das soll auch nicht der Ansatz für junge Kinder sein. Es geht darum, dass es Menschen gibt, die ihre Ansichten, ihr Wissen und ihre Ideen unbedingt bewahren wollen, auch wenn sie damit bei anderen auf Ablehnung und Gegenwehr stoßen. Wie Herr Benjamin etwas in seinem Koffer verwahrt, das ihm das Allerwichtigste ist. Was es ist, ist im Grunde egal.
Neben der eigentlichen Geschichte gibt es am Ende noch sehr interessante Tatsachen-Infos zu Walter Benjamin, Fluchthelferin Lisa Fittko und der Autorin Pei-Yu Chang, die dieses Kinderbuch veröffentlichte, weil sie so sehr fasziniert vor der Geschichte des Herrn Benjamin und seinem Koffer war.

Die Gestaltung des Buches hat etwas Einzigartiges und ist sehr großformatig. Die Autorin kombiniert diverse Materialien, Schriftarten und Farbutensilien und schafft damit einen ganz besonderen Kunststil. Manche Szenen sind düster, andere wirken wie eine Kombination aus Kinderzeichnung und Scherenschnitt. Alle Illustrationen ergeben, zusammen mit der Geschichte, ein faszinierendes Gesamtbild. Meine Tochter klebt an den Seiten, egal ob sie das Buch alleine anschaut oder ob ich es vorlese. Das zu sehen ist großartig.

Fazit ...
Bilderbücher wie "Der geheimnisvolle Koffer von Herrn Benjamin" sind wichtig und notwendig. Nicht so sehr, wegen des geschichtlichen Hintergrundes, denn eine konkrete Benennung findet man hier nicht. Viel sinnvoller ist die Aussage Ideen und Wissen zu bewahren und zu schützen. Das Buch beschäftigt lange durch eine indirekte Aufklärung und die eindrucksvolle Gestaltung. Es wirft viele Fragen auf, bietet damit eine tolle Möglichkeit zum Gespräch. Sehr empfehlenswert!

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5 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

Kasimir Karton - Mein Leben als unsichtbarer Freund

Michelle Cuevas ,
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.02.2017
ISBN 9783737340465
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Hatten wir nicht alle schon einmal einen unsichtbaren Freund? Während manche Kinder sich nur zeitweilig vorstellen, einen imaginären Freund oder Freundin zu haben, begleitet dieser Wunschfreund andere durch die phantasievolle Zeit des Kindseins. Ob als Mensch oder Tier, als Märchengestalt oder der reinen Vorstellungskraft entsprungen, ein unsichtbarer Freund bereichert die Kindheit. Ich persönlich kann mich an so manches Zwiegespräch mit einer Wunschfreundin erinnern. Und manchmal höre ich meine eigenen Kinder vor sich hinflüstern, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Wer weiß, vielleicht reden auch sie mit ihrem imaginären Freund? Michelle Cuevas hat diesem Thema in "Kasimir Karton: Mein Leben als unsichtbarer Freund" eine ganz besondere Stimme gegeben.

"Die Wahrheit ist", antwortete sie, "du bist so unsichtbar, wie du dich fühlst, egal ob dich jemand erfunden hat oder nicht."
"Hm", sagte ich, und meine Stimme klang jetzt ganz dünn. "Ich fühle mich wie Luft. Ich fühle mich wie ein Windhauch. Ich fühle mich wie aus Sand gebaut, und die Flut kommt." - S. 51


Kasimir Karton ist der Zwillingsbruder von Fleur, schon immer, bzw. seit 8 Jahren, solange er sich eben erinnern kann. Manchmal wundert sich Kasimir schon etwas, denn niemand scheint ihn zu mögen, sogar richtiggehend zu ignorieren. Ganz deutlich wird das bei den Klassenkameraden, die ihn im Sportunterricht noch nie ins Team gewählt haben. Auch der Familienhund verhält sich komisch. Er liebt Fleur, bellt Kasimir aber nur an. Und wenn Kasimir ganz ehrlich zu sich ist, verhalten sich auch seine Eltern nicht normal. Sie übergehen ihn einfach, wie immer. Kurz, Kasimir findet heraus, dass er kein echter Junge, sondern ein unsichtbarer Freund, eine Einbildung von Fleur ist. Das wirft ihn völlig aus der Bahn ... und dann nimmt die turbulente Geschichte ihren Lauf.

Im ersten Moment tat mir Kasimir furchtbar leid. Seine Gefühle, als er entdeckt, dass er kein normaler Junge ist, sind so deutlich, dass man sich direkt betroffen fühlt. Die Geschichte besitzt eine große Sensibilität und eine ausdrucksstarke Poesie, die zwischen die Zeilen geschrieben ist. Für manchen 8-jährigen Leser könnte das Buch darum etwas anspruchsvoll sein. Doch Kasimir findet seinen Weg, auf eine total humorvolle und witzige Art und Weise. Die Zeichnungen der Autorin in Buch sind herrlich passend! Obwohl die Geschichte sehr echt wirkt, hat sie eine große, phantasievolle Komponente, die Kinder begeistern wird. Sehr schöpferisch-klug ist auch das Ende. Es gleicht einem Kreislauf, bei dem sich alles zum Richtigen und Guten fügt. Sehr anrührend.

Fazit ...
Ich habe in diesem Buch die Phantasie wiedergefunden, die Kinder besitzen und die Erwachsenen (leider!) mit der Zeit abhanden kommt. "Kasimir Karton: Mein Leben als unsichtbarer Freund" ist die pfiffige und poetische Selbstfindung eines kleine Jungen, der anders ist und trotzdem seinen Weg findet. Der originelle Humor ist das Sahnehäubchen. Und es stimmt: "Man ist nur so unsichtbar, wie man sich fühlt." Eine sehr besondere Geschichte!

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65 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 17 Rezensionen

historisches, 2. weltkrieg, preußen, katastrophe, ostpreuße

Salz für die See

Ruta Sepetys , Henning Ahrens
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551560230
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich mache keinen Bogen um Bücher über den Zweiten Weltkrieg. Sie sind für mich ein Stück Geschichte und Erinnerung, aber und auch Mitgefühl und Entsetzen. Ich finde diese Romane wichtig, denn erinnern heißt wachsam bleiben.
Im Fall von "Salz für die See" fällt es mir zunehmend schwer, meine Gefühle in Worte zu fassen. Sie lassen mich nicht mehr los. Ich weiß nicht recht, was ich sagen soll, außer: Lies dieses Buch!

Der Geschichte liegt eine Episode des Zweiten Weltkriegs zugrunde, über die nie vordergründig gesprochen wird. Nach dem Lesen fragt man sich alleine aufgrund der Brisanz, warum der Allgemeinheit darüber so wenig bekannt ist. Es geht um die letzten Tage des Krieges, die Evakuierung von Soldaten und Zivilisten über die Ostsee, um sie vor den anrückenden russischen Truppen in Sicherheit zu bringen. Dafür wurden Schiffe bereitgestellt, die Menschen mit deutscher Abstammung nach Hause holen sollten. Es waren jedoch viel zu wenige, um alle zu retten. Daraus resultierte die größte Katastrophe in der Geschichte der Seefahrt.
"Salz für die See" ist also ein fiktiver (Unterhaltungs-)Roman, der auf historische Tatsachen aufgebaut ist. Das Buch verlangt vom Leser eine große Portion Mut, gehört aber zu den allerbesten Geschichten - das behaupte ich jetzt einfach mal ganz frei heraus.

Drei Menschen treffen mehr oder weniger zufällig aufeinander und bilden einen kleinen Flüchtlingstreck, der es bis zur Küste und auf ein Schiff schaffen will. Der Deutsche Florian ist ein Deserteur und verfolgt private Rachepläne. Emilia, ein junges polnisches Mädchen, muss wegen ihrer Abstammung verdeckt flüchten. Und Joana, eine deutschstämmige Krankenschwester aus Litauen wird von tiefen Schuldgefühlen gegenüber ihrer Familie geplagt. Die Geschichte wird in einzelnen, kurzen Kapiteln aus der Sicht dieser drei Hauptcharaktere erzählt. Sie offenbaren nach und nach die Hintergründe, Geheimnisse und Beweggründe ihrer Flucht. Ein vierter Charakter ist der Matrose Alfred, der der Wilhelm Gustloff, eines der Rettungsschiffe, zugeteilt wurde. Seine Sicht der Dinge ließ mich sofort die Stirn runzeln, manchmal sogar laut lachen (vor Irritation?), und wurden zu einer solchen Wut, dass ich kaum wusste wohin damit.

Das Buch entwickelt ab den ersten Seiten einen Lesesog der Extraklasse. Es ist schriftstellerisch perfekt! Vor der Jahre andauernden Recherchearbeit der Autorin kann man nur den Hut ziehen. Der Ausdruck ist so punktgenau, dass die Gefühle beim Lesen schnell aus der Bahn geraten können. Krieg ist schrecklich! Die Umstände, mit denen man im Buch konfrontiert wird, sind schwerwiegend, einzelne Szenen kaum auszuhalten. Sie gehen sehr zu Herzen. Die Frage, wie so etwas jemals mit der Menschheit passieren konnte - verschuldet von wenigen, befolgt von vielen - nagte während der ganzen Geschichte an mir und ließ mich auch danach nicht los. Die Handlung lässt Schlimmes vermuten, man setzt es sogar voraus. Trotzdem konnte ich mich nicht stoppen zu lesen, war gebannt, berührt, beeindruckt und erschüttert. Das Ende ist wunderschön, auch wenn dieser Ausdruck bei aller Dramatik nicht angebracht scheint. Danach muss man sich sammeln, vielleicht beruhigen ... und wird "Salz für die See" als einen Schatz ins Regal stellen.

Das Fazit
Viel mehr bleibt nicht zu sagen. "Salz für die See" ist ein Herzensbuch und damit Pflichtlektüre für alle, die perfekt geschriebene Geschichten lesen möchten, die zutiefst bewegen und für immer nachklingen werden. Für alle, die sich beim Lesen gerne herausfordern lassen, mit einem Thema, aktueller denn je, vielleicht sogar über den persönlichen Komfortbereich hinaus. Es ist ein beeindruckendes Buch, das rundum begeistert und das Herz berührt. Lesen! Niemals weniger als 5 von 5 Sterne.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Mia voll verdoodelt - Krokodile lieben Fischstäbchen

Jem Packer , Anne Braun , Duncan McCoshan
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 16.01.2017
ISBN 9783845815626
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Als ich selbst noch ein Kind war (lange ist es her!) gab es entweder Kinderromane oder Comics. An Comicromane kann ich mich nicht erinnern. Dabei sind sie eine perfekte Ergänzung zum klassischen Kinderbuch, denn sie schließen die Lücke zwischen Comics und Büchern mit umfangreichem Text.

"Mia voll verdoodelt" ist eine neue Comicroman-Reihe. Die Hauptzielgruppe sind Mädchen, ab etwa 9 Jahren, die bei dieser Art von Büchern bisher immer ein wenig das Nachsehen hatten. Jetzt ist es aber so, dass mein 9-jähriger Sohn zwar gerne liest, sich dabei aber nicht besonders anstrengen möchte. Er bevorzugt tatsächlich die klassischen Comics, oder aber Kinderbücher mit wenig Text und vielen Bilder. Ich drückte ihm Mias erstes Abenteuer "Krokodile lieben Fischstäbchen" in die Hand, tatsächlich mit der Hoffnung, seine Leseinteressen zu vergrößern. Das Resultat: Ich sah ihn fast nur noch mit dem Buch in der Hand. Zielgruppe hin oder her, er hat es innerhalb kurzer Zeit verschlungen.

Kinder sind so begeistert von Mia, weil sie Geschichten und Situationen aus dem Alltag erzählt. Da geht es um Familie, die beste Freundin, die Angst vor dem ersten Schultag oder der strengen Lehrerin, einen Besuch im Kino und noch viel mehr. Zwar ist die Handlung sehr überspitzt und extrem dramatisiert, aber gerade das gefällt den jungen Lesern. Sie können sich in Situationen einfühlen, sich vielleicht sogar damit identifizieren - und natürlich macht es großen Spaß Mias Schlamassel zu erleben. Das Buch so humorvoll wie witzig. Man muss beim Lesen die ganze Zeit kichern oder schmunzeln.
Es gibt keine einzelnen Kapitel, die Handlung ist fortlaufend. Der Text ist unterlegt mit vielen, vielen Zeichnungen, Listen oder hervorgehobenen Wörtern. Dadurch bleibt der Umfang jeder Seite überschaubar und ist sehr motivierend für den Lesefortschritt. Die Seiten fliegen dahin. Am Ende gibt es einen Hinweis auf den Folgeband, bzw. ein neues Mia-Abenteuer. Mein Sohn hat mich schon mehrfach daran erinnert, das Buch auf jeden Fall lesen zu wollen.

Fazit ...
Wir können "Mia voll verdoodelt: Krokodile lieben Fischstäben" allen Kindern empfehlen, die gerne lustige und turbulente Geschichten lesen, die mit vielen Bildern unterlegt sind. Viel zu schnell ist man am Ende des Comicromans, hat dabei viel erlebt und gelacht und kann weitere Mia-Abenteuer garantiert nicht abwarten. Die Hauptzielgruppe sind zwar Mädchen, meinem Sohn war das aber herzlich egal. Er hatte mindestens genauso viel Spaß!

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Auch Prinzessinnen müssen mal pupsen

Ilan Brenman , Susan Niessen , Magali Le Huche
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 16.01.2017
ISBN 9783845816395
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Kinder lieben spannende Geschichten, aber genauso sehr lieben sie Geschichten mir Humor, die sich selbst nicht allzu ernst nehmen und gerne auch mal ein Reizthema enthalten dürfen. Diese verbreiten beim Vorlesen nämlich einen lockere, heitere Stimmung voller Kicheranfälle und erstaunten Ausrufen. Eines dieser Bücher ist "Auch Prinzessinnen müssen mal pupsen". Meine Tochter hat schon losgekichert, als ich ihr nur den Titel vorgelesen habe. Denn das Pupsen, das ist gerade ein Thema, das sie tatsächlich viel beschäftigt.

Die Frage der kleinen Laura kommt nicht von ungefähr. Denn schnell lernen Kinder, dass Pupse in der Öffentlichkeit unerwünscht sind. Alleine das Geräusch ist peinlich, vom Gestank müssen wir gar nicht reden. Manchmal lässt sich so ein Pups aber nicht verhindern. Aber wie ist das eigentlich bei Prinzessinnen? Was machen die, wenn sie mal pupsen müssen. Lauras Papa erzählt seine Tochter daraufhin von den berühmtesten aller Prinzessinnen: Cinderella, Schneewittchen und auch der kleinen Meerjungfrau - die alle unterschiedliche Erlebnisse mit dem Pupsen hatten. Laura ist erstaunt, überrascht und kichert viel. Die ganze Geschichte ist so niedlich und humorvoll, dabei auch sehr liebevoll, dass einem beim Vorlesen das Herz aufgeht. Die Reaktionen der zuhörenden Kinder sind unbezahlbar!

Die Bilder von Magali Le Huche haben eine ganz besondere Farbgebung. Mal sind sie sehr bunt, dann wirken sie wieder fast schon monochrom. Der Stil ist zauberhaft und sehr ausdrucksstark. Außerdem muss ich anmerken, dass ich als Erwachsene vom Einrichtungsstil der Familie begeistert bin. Eine tolle und einzigartige Kombination aus modern und retro.
Eine sehr süße Kleinigkeit ist der pupsende Zwerg, der sich auf jeder Bilderbuchseite versteckt und von den zuhörenden oder lesenden Kindern gefunden werden will. Meine Tochter ist begeistert!

Fazit ...
Ich erkläre "Auch Prinzessinnen müssen mal pupsen" zu einem persönlichen Highlight, ganz unabhängig von der heiteren und begeisterten Reaktion der Kinder auf das Bilderbuch. Diese Geschichte ist mit ihrem Reizthema kreativ-humorvoll, und hat gleichzeitig eine so liebevolle Art, dass es eine wahre Freude ist. Die Bilder sind einzigartig und mit ihrer Kombination aus Moderne und Retro genau mein Ding. Unbedingt anschauen!

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408 Bibliotheken, 39 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

rat der neun, jugendbuch, galaxie, fantasy, science fiction

Rat der Neun - Gezeichnet

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis , Michaela Link
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei cbt, 17.01.2017
ISBN 9783570164983
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Autorin Veronica Roth hatte mit der Trilogie Die Bestimmung einen Weltbestseller. Auch mich konnte sie mit jedem der Bücher begeistern, da sie einen Mut und eine Konsequenz an den Tag legen, wie man sie nur ganz selten liest. Folglich war ich umso gespannter auf ihren neuen Roman, "Rat der Neun: Gezeichnet", der den Auftakt einer zweiteiligen Reihe bildet. Das Abenteuer von Akos und Cyra spielt in einer eigenen Galaxie. Jetzt, nach dem Lesen, kann ich sagen, dass die Autorin etwas ganz eigenes geschrieben hat, das zwar speziell, aber doch ganz typisch für sie ist.
Ein Tipp zu Beginn: Schaut man sich die einfache Übersichtskarte hinten im Buch vor dem Lesen an, hat man sofort einen guten Überblick. Man benötigt sie danach für die Geschichte nicht mehr unbedingt.

"Gezeichnet" ist aufgrund der Umgebung zwar der Science Fiction zuzuordnen, liest sich aber mehr wie Fantasy. Die Menschen in Buch besitzen Lebensgaben, die ab einem bestimmten Alter erwachen. Damit sind besondere Eigenschaften verknüpft. Diese Lebensgaben aller und die speziellen Schicksalsbestimmungen einzelner Personen zu trennen, ist anfangs nicht ganz einfach, bis man sich ins Buch eingelesen hat. Denn ja, die Geschichte ist komplex. Ich würde aber nicht sagen, dass sie schwierig ist. Die Autorin gibt dem Leser anfangs ausreichend Gelegenheit, die Hauptpersonen und ihre Hintergründe kennenzulernen. "Gezeichnet" somit kein Instant- oder Nebenbei-Lesen, denn die Geschichte setzt sich differenziert mit den einzelnen Charakteren auseinander, enthält fremdklingende Namen und ein großes Machtgefüge. Das ist herausfordernd, belohnt aber mit einer einzigartigen Geschichte und starken Protagonisten.

Cyras Lebensgabe ist ein unvorstellbarer Schmerz. Sie muss mit ihm leben, spürt ihn die ganze Zeit am eigenen Körper, kann ihn aber auch auf andere übertragen. Darum wird sie von ihrem tyrannischen Bruder und Herrscher als Folterwerkzeug und Druckmittel eingesetzt. Akos Lebensgabe schwächt die Gaben anderer Personen oder lässt sie komplett verschwinden. Und genau hier ist auch der Anknüpfungspunkt zwischen den beiden. Akos kann Cyras körperlichen Schmerz lindern. Das schafft eine Verbindung, obwohl die beiden Feinde sind. Konflikte bleiben da natürlich nicht aus.

Dieses Konstrukt macht "Gezeichnet" zu einem spannenden und nervenaufreibenden Leseerlebnis. Das Buch ist offensiv und psychologisch gewalttätig, manche Szenen sind nichts für schwache Nerven. Man spürt eine unterschwellig Bedrohung, einen Sog, der für unerwartete Überraschungen sorgen wird. Obwohl es im Buch einen richtig bösen und brutalen Schurken gibt, ist die Gegenseite nicht komplett als gut dargestellt. Hier geht die Geschichte tiefer als bei oberflächlichem Schwarz-Weiß-Denken. Der Schluss ist aufregend und sehr mitreißend. Am Ende wird die Geschichte für einen neuen Abschnitt im Folgeband vorbeireitet. Er ist danach ein Lesemuss!

Das Fazit
"Rat der Neun: Gezeichnet" vermittelt gleich zu Anfang den Eindruck von etwas Großem. Wer bereit ist, eine neue, komplexe und gut gezeichnete Welt kennenzulernen, wird mit einer großartigen Geschichte belohnt, die einen mit jedem Kapitel mehr ihn ihren Bann zieht. Die Charaktere sind sehr stark und ohne eine Schwarz-Weiß-Darstellung überaus interessant. Dazu sorgt eine vollkommen unvorhersehbare, düstere Handlung für viel Spannung und nicht wenig Gänsehaut. Mich hat das Buch voll und ganz für sich eingenommen. Einzig den Reihentitel konnte ich (noch) nicht entschlüsseln. 4,5 von 5 galaktischen Sternen.

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131 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 85 Rezensionen

drogen, baby, schnee, winter, flucht

Sweetgirl

Travis Mulhauser , Sophie Zeitz-Ventura
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.01.2017
ISBN 9783423261265
Genre: Romane

Rezension:

Meist schaffe ich es nicht, Bücher thematisch nach Jahreszeit zu lesen. Bei "Sweetgirl", dem Debütroman von Travis Mulhauser, war das aber fast schon ein Muss. Die Geschichte spielt im Winter, in der Kälte und den verschneiten Bergen von Michigan. Das passte so gut, dass jetzt einfach genau die richtige Zeit für das Buch war. Die Thematik mit dem Babyfund, einer Flucht und dem schwarzen Humor (?) versprachen ein berührendes und etwas anderes Leseerlebnis.

Das Aushängethema von "Sweetgirl" ist wohl, dass Percy ein halb erfrorenes Baby findet. Die Umstände sind schlimm und schwer zu verkraften. Genau dieser Punkt war es auch, der mich sehr berührte und während des Lesens an mir nagte. Percy selbst ist erst sechzehn und kommt aus schwierigen Verhältnissen, vom Rand der Gesellschaft. Es mit der erst 6-monatigen, verwahrlosten Jenna durch einen Schneesturm zu wagen, ist ein mutiges Unterfangen. Percy wird mit ihrer Hartnäckigkeit und ihrem Mut zur Sympathieträgerin der Geschichte. Sie ist das beste Beispiel dafür, dass man einen Menschen nicht nach seiner Herkunft beurteilen sollte. Das Buch ist nicht sehr umfangreich, die Charaktere aber allesamt, ob sympathisch oder nicht, sehr stark beschrieben und vor allem plausibel.

Die Geschichte in ein Genre zu drängen ist schwierig. Sie ist sowohl Drama, als auch Krimi und Unterhaltungsroman mit einem Hauch von Wahnwitz. In puncto Drogen, geht es hart und anschaulich zur Sache, die Auswirkungen liegen auf der Hand. Die Psyche der Konsumenten, vor allem die von Dealer Shelton, ist so gut dargestellt, dass ich darin lesen konnte wie in einem Buch, manchmal jedoch fast schon zu ausschweifend. Zurechnungsfähigkeit geht anders, und genau davon ging auch die größte Gefahr in der Geschichte aus.
Den propagierten Witz und Humor konnte ich im Buch weniger finden. Vielmehr war es stellenweise fast etwas irre und sehr echt - bis zum Schluss. Das sorgt für ein sehr individuelles Leseerlebnis, bei dem die toughe Percy und ihr Einsatz für Sweetgirl Baby-Jenna außergewöhnlich gut gefällt.

Das Fazit
"Sweetgirl" war für mich eine winterliche Leseüberraschung. Die Geschichte hatte mit ihrem Kernthema sofort mein Interesse und berührte mich während des Lesens immer wieder. Witzig fand ich es nicht, vielleicht ist wahnwitzig der bessere Ausdruck, eher etwas irre und skurril. Dafür ist das Buch anrührend und echt, mit Charakteren, die im Gedächtnis bleiben. Damit fliegen die Seiten nur so dahin, man kommt nur schwer davon los. 4 von 5 Sterne vergebe ich.

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178 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

briefe, liebe, tumblr, familie, gefühle

Ich wollte nur, dass du noch weißt ...

Emily Trunko , Nadine Mannchen , Lisa Congdon , typealive
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.02.2017
ISBN 9783785586082
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In meinen Jugendjahren war ich eine große Briefeschreiberin. So richtig schön altmodisch, ohne E-Mail oder Computer, mit viel Mühe (und Liebe!), per Hand, im Umschlag. Allerdings wäre es mir nicht in den Sinn gekommen, die Briefe nicht abzuschicken und für mich zu behalten. Dafür hatte ich ein Tagebuch. Viele Menschen haben aber gerade dieses Bedürfnis; anderen auf dem Papier etwas mitzuteilen, ohne dass die Worte jemals abgeschickt werden. Vielleicht, um etwas abzuschließen, sich zu entschuldigen oder Dinge auszusprechen, die man sich sonst nicht trauen würde. Emily Trunko hat das gemacht, ihre nie verschickten Briefe jedoch später in einem Blog veröffentlicht. Damit traf sie einen Nerv, erhält seitdem tausende Nachrichten, die anonym veröffentlicht werden sollen. "Ich wollte nur, dass du noch weißt ..." ist eine Sammlung bisher unveröffentlichter Briefe. Sehr besonders, sehr einzigartig und sehr bewegend.

Ohne mich allzu sehr mit Äußerlichkeiten aufhalten zu wollen, bei diesem Buch ist das ein Muss! Es ist ein Eyecatcher, dessen buntes Sammelsurium an Briefen und Gedanken sich schon auf dem Cover zeigt. Ich hatte das Buch in der Hand und war hin und weg von der schönen Gestaltung. Bunt, mit glänzenden Details auf dem Einband, auffällig ansprechend im Inneren. Dort sind die meisten Texte als Handlettering verfasst. Es dominieren die Farben Türkis und Orange. Jede, wirklich jede Seite ist bewundernswert hervorgehoben.

Alle Briefe, Texte und Nachrichten wurden von Personen eingesandt, denen etwas auf dem Herzen liegt, das sie jemandem anonym mitteilen wollen. Das kann Dank sein oder eine Liebeserklärung, aber auch Wut-, Abschieds- und Verlustgedanken. So ist "Ich wollte nur, dass du noch weißt ..." in diverse Rubriken unterteilt, die eine jeweilige Sammlung an Briefen zu diesem Thema enthalten.
Gerade weil die Texte so persönlich sind, wirkt das Buch sehr intim. Es lässt in die Gedankenwelt fremder Menschen blicken, lässt an ihren Gefühlen, ihrer Freude und auch an ihrem Leid teilhaben. Manchem konnten ich sofort zustimmen, mich damit identifizieren, manchem auch nicht. Einige Texte ließen mich schmunzeln, bei anderen flossen Tränen. Sie berührten mein Herz, sind richtig ergreifend. Im Allgemeinen empfinde ich das Buch als eher melancholisch-gefühlvoll statt sensationslüstern oder lustig. Man wird so gefangen von der Atmosphäre, dass man "Ich wollte nur, dass du noch weißt ..." in einem Stück durchlesen kann. Oder man genießt die nie verschickten Briefe häppchenweise, durcheinander oder wiederholt. Das Wie ist hier ganz egal. Hauptsache man liest darin.

Das Fazit
"Ich wollte nur, das du noch weißt ...: Nie verschickte Briefe" wird als Buchschatz in meinem Regal verbleiben, und ich bin mir sicher, dass ich regelmäßig darin blättern und lesen werde. Aus nie verschickten Briefen und anonymen Texten wird eine Poesie, eine sehr intime Besonderheit, der man sich nicht entziehen kann - und es auch gar nicht will. Ob traurig oder verzweifelt, frech oder schüchtern, dankbar oder verabschiedend, jeder einzelner Brief trifft ins Herz. Für einen selbst oder als außergewöhnliches persönliches Geschenk. So oder so wird man von diesem Buch profitieren. 5 von 5 Sterne vergebe ich.

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435 Bibliotheken, 27 Leser, 1 Gruppe, 88 Rezensionen

fantasy, der kuss der lüge, liebe, prinz, attentäter

Die Chroniken der Verbliebenen / Der Kuss der Lüge

Mary E. Pearson ,
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783846600368
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich muss gestehen, der Hype, der von englischsprachigen Bloggern und Medien um "Der Kuss der Lüge" gemacht wurde, ging an mir vorbei. Richtig neugierig wurde ich erst, als ich das Buch (und die Folgebände) in den Verlagsvorschauen entdeckte. "Die Chroniken der Verbliebenen" umfasst vier Bände, die im Halbjahresabstand erscheinen. Die Reihe ist also perfekt für Leser, die gerne lange in einer Geschichte verweilen und deren Fortsetzungen nicht allzu lang auf sich warten lassen. Jetzt, nach dem Lesen des ersten Bandes, sage ich ganz klar: Es lohnt sich dranzubleiben!

Die Geschichte spielt in einem reizvollen Genre, bzw. einer Art Genremischung. Das Buch liest sich wie historische Fantasy oder High Fantasy. Dementsprechend ist auch das Setting altertümlich, in einer eigenen Welt, der Stil jugendlich und gut verständlich, dazu sehr hochwertig. Während der Geschichte erfährt man jedoch, dass das Königreich Morrighan, bzw. auch die Nachbarländer, aus einer vorherigen Welt entstanden sind, die zerstört wurde. Darum auch der Reihentitel "Die Chroniken der Verbliebenen". Theoretisch könnte die Geschichte also auch in der Zukunft spielen. Für mich war das Lesegefühl aber ganz klar eines der historischen Fantasy, mit einem angenehmen Hauch von Magie.

Erfahrungsgemäß sind diese Art von Romanwelten sehr komplex und besonders thematisiert. Darum begeisterte mich die simple Idee sofort: Eine Prinzessin flieht vor der Hochzeit mit einem unbekannten Prinzen, doch der Prinz und ein Attentäter machen sich auf die Suche nach ihr.
Aus dieser einfachen Thematik entsteht eine umfangreiche Geschichte, ein richtig toller Schmöker, vor einem plausiblen und spannenden Hintergrund. Außerdem hat die Autorin die Personen Prinz und Attentäter ein fesselndes Verwirrspiel eingeflochten, das mich überraschen konnte.

Die Charaktere, allen voran die Hauptprotagonistin, Prinzessin Lia, haben ein sehr gewinnendes Wesen und sind detailliert ausgearbeitet. Die vom Verlag propagierte Dreiecksliebesgeschichte, die viele Leser abschrecken könnte, kann ich nicht vollständig bestätigen. Im Grunde ist die Sache schnell klar und Kitsch findet man keinen. Zum Glück!
Weil die Geschichte umfangreich ist, man immer sehr ausführlich an den Erlebnissen von Ich-Erzählerin Lia teilnimmt, kam sie mir machmal zu lang vor. Nicht langweilig, denn die verschiedenen Perspektiven, gerade die des Prinzen und des Attentäters, die man lange nicht zuordnen kann, halten das Interesse hoch. Jedoch hätte zum Beispiel eine ausgiebige und sehr umfassende Reise gekürzt werden können, ohne die Geschichte zu beeinträchtigen. Zweifelsohne ist das Buch wunderbar zu lesen. Nach einem aufregenden Ende, nach dem ein neuer Abschnitt beginnen wird, freue ich mich sehr, sehr auf Band 2.

Das Fazit
"Der Kuss der Lüge: Die Chroniken der Verbliebenen" eilt der Ruf eines epischen Buches voraus. Das unterschreibe ich gerne. Denn um eine recht simple Idee entsteht eine großartige Geschichte, die umfangreich und ausführlich ist, durch ein spannendes Ratespiel jedoch nochmals aufgewertet wird. Die Charaktere nehmen sofort für sich ein, und die Konstellation aus der geflüchteten Prinzessin Lia, dem verschmähten Prinzen und dem geheimnisvollen Attentäter entpuppt sich nicht als typisches Liebesdreieck. Die Folgebände sind heiß ersehnt! Für "Der Kuss der Lüge" gibt es von mir 4 von 5 Sternen.

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ab 5 jahre, vorlesebuch

Robby aus der Räuberhöhle

Barbara Landbeck ,
Fester Einband: 104 Seiten
Erschienen bei Jumbo, 13.01.2017
ISBN 9783833736117
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Robby aus der Räuberhöhle: Wer rettet das Paradies?" ist schon das zweite Abenteuer des Räuberjungen Robby und seiner besten Freundin Thea. Wir fanden den ersten Band so wunderbar, dass die Kinder Luftsprünge machten, als ich das neue Buch für unserer Vorleserunde vorschlug. Sie sind wieder völlig in die Geschichte eingetaucht. Dabei ist es interessant, dass "Wer rettet das Paradies?" auch ohne Kenntnisse des Vorgängers gelesen werden kann. Autorin Barbara Landbeck hat die Geschichte so strukturiert, und relevante Dinge wiederholt, dass sich auch Kinder, die Robby noch nicht kennen, gut zurechtfinden. Mehr Spaß macht es allerdings, wenn man die Reihe in der richtigen Reihenfolge liest.

Es sind Robbys Lebensumstände, die Kinder vollkommen für die Geschichte einnehmen. Robby lebt nämlich auf einem versteckten Grundstück, mitten in der Stadt. Dort steht seine Hütte, die Räuberhöhle. Es gibt einen Bach, ein Baumhaus, seine Tiere und viele Verstecke - ein echtes Paradies. Und damit die Wunschvorstellung vieler Kinder (und Erwachsener). Robby lebt dort ganz alleine, weil seine Räuber-Oma für eine Weile verschwinden musste. Jedoch hat er Freunde, die für ihn da sind. Darum ist er auch nicht wirklich allein.
Genau auf diesem Paradies-Grundstück soll nun ein Bürogebäude gebaut werden. Das ist der spannende Hauptkonflikt, um den sich die Geschichte dreht. Zum Glück haben Robby und Thea einen guten Plan. Aber wird er auch gelingen?

Die Länge der Kapitel eignet sich nicht nur wunderbar zu Vorlesen, sondern auch bestens zum Selberlesen für Grundschulkinder. Und weil die Geschichte so spannend und vereinnahmend ist, bleibt es auch nie bei nur einem Kapitel. Auf die Bitten der Kinder nach einem weiteren muss sich der Vorlesende einstellen. Robby und Thea stehen hier zwar vor einem ernsthaften Problem, das ist ihnen auch sehr bewusst, die Autorin erzählt jedoch mit viel Humor. So bleibt die Geschichte immer spannend, ist aber auch sehr lustig - wir haben viel gelacht.
Als Robby und Thea eine Nacht im Baumhaus verbringen, ist das so schön dargestellt, dass die Kinder beim dazugehörigen Bild vor Begeisterung kollektiv aufgeseufzt haben. Wunderschön anzusehen sind die besonderen Bilder. Sie haben eine ganz eigenen Atmosphäre und etwas, das Kinder sehr stark anzieht. "Wer rettet das Paradies?" ist ein großartiges Kinderbuch!

Fazit ...
Schon als ich den Kindern Robbys erstes Abenteuer vorlas, war klar, dass wir dieses Reihe weiterverfolgen. "Robby aus der Räuberhöhle: Wer rettet das Paradies?" hat unseren Vorstellung allerbestens entsprochen. Die Geschichte ist spannend und humorvoll, die Bilder herrlich passend und atmosphärisch. Wer eine perfekte Vorlesereihe für Kinder sucht, wird hier fündig. Das hat sich durch den zweiten Band nochmals bestätigt. Eine ganz große Empfehlung!

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139 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

kunst, zwillinge, jugendbuch, familie, liebe

Ich gebe dir die Sonne

Jandy Nelson , Catrin Frischer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei cbt, 21.11.2016
ISBN 9783570164594
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mit ihrem Debütroman "Über mir der Himmel" hat mich Jandy Nelson bereits begeistert. Ein echter Buchschatz! Da war die Neugierde auf "Ich gebe dir die Sonne" nur folgerichtig. Im Moment fehlen mir ein bisschen die Worte, denn es ist schwer, die Gefühle zu ordnen, die sich rund um das Buch in meinem Kopf angesammelt haben. Ganz einfach ausgedrückt; ich lese wirklich viele gute Bücher, die mich begeistern. Und ich lese manchmal ein gutes Buch, bei dem ich nach den ersten Seiten denke: Wow! Einfach nur wow! So ein Buch ist "Ich gebe dir die Sonne".

Die Zwillinge Jude und Noah haben eine ganz besondere Verbindung - NoahundJude. Das spürt man sofort. Und doch ist da etwas, das wie ein schleichendes Gift in beiden wirkt. Eifersucht. Etwas davon in Noah, sehr viel davon in Jude. Noah, der viele Gedanken in Porträt-Kunst ausdrückt, beschreibt es so: Wenn ich Jude und mich mit durchsichtiger Haut male, dann sind immer Klapperschlangen in unseren Bäuchen. Ich habe nur ein paar. Jude hatte siebzehn bei der letzten Zählung. (S. 35/36). Beide eifern um die Gunst der Eltern und des jeweils anderen. Damit vergiften sie die Beziehung Stück für Stück.

Die Geschichte wird sehr speziell erzählt. Aus der Sicht des 13-jährigen Noah in der Vergangenheit, und im Jetzt, also ein paar Jahre später, aus der Sicht der 16-jährigen June. Es ist nicht schwer, der Handlung zu folgen, denn es gibt immer wieder Überschneidungen oder gemeinsame Erinnerungen.
Was mich sofort ansprang, und nicht wieder losgelassen hat, war der Sprachstil. Dieser ist einzigartig und nicht zu toppen! Er gibt einen so deutlichen Einblick in die Gefühlswelt der Zwillinge, dass ich oft komplett überwältigt war. Sehr prägnant wird der besondere Ausdruck bei den Kapiteln von Noah. Seine Art in Bildern oder sehr speziellen Vergleichen zu denken und Metaphern zu gebrauchen ist so gut, dass ich manche Passagen mehrmals gelesen habe.

Was dann schlussendlich dazu führte, dass Noah und Jude sich gänzlich voneinander entfernten, erfährt man erst, wen alle Fäden der Geschichte zueinander laufen. Das ist phänomenal gemacht und fesselt ungemein, obwohl die Dramatik im Buch von ruhiger Art ist und, bis auf wenig aktive Spannung, eine unterschwellige Wirkung entfaltet. Es stimmt alles bei dieser Geschichte: Die Darstellung der Geschwisterbeziehung, ihre individuellen Geschichten und Gefühle für andere Personen und die Lösung des Ganzen. Diese ist brillant, hoffnungsvoll und einfach richtig.

Das Fazit
"Ich gebe dir die Sonne" ist ein waschechtes Drama zum Wohlfühlen (geht das überhaupt?). Es ist ein Roman, der berührt, der fesselt und nicht wieder loslässt - und das mit einem Ausdruck und einer Hingabe, wie ich es selten erlebe. Die Geschichte ist so gut, der Erzählstil so eindrucksvoll und wortgewaltig, dass ich schon während des Lesens völlig hingerissen war. Und am Ende erst recht. NoahundJude haben sich in mein Herz geschrieben, und da bleiben sie auch. Ein Lieblingsbuch!

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freundschaft, band 2

Onno & Ontje (Bd. 2)

Thomas Springer , Matthias Derenbach
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 12.01.2017
ISBN 9783649671541
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die (unfreiwilligen) Freunde, der Fischer Onno und der drollige Otter Ontje, sind mit einer neuen Geschichte zurück. Schon das erste Bilderbuch der beiden gefiel uns unglaublich gut. Das jeweilige Abenteuer ist immer abgeschlossen, so dass man die Bücher auch unabhängig voneinander lesen und betrachten kann. In "Ein Freund hilft dem anderen. Immer!" geht es um Hilfe und Empathie bei Krankheit oder Traurigkeit, auch wenn man vielleicht lieber etwas anderes machen würde. Bevor ich das neue Bilderbuch meinen Kindern vorlesen konnte, hatte es sich schon der Grosse (9) geschnappt, um es seiner Schwester vorzulesen.

"Onno & Ontje: ein Freund hilft dem anderen. Immer!" hat, wie auch der Vorgänger, recht viel Text. Das Bilderbuch wird ab etwa 3 Jahren empfohlen. Der Text ist aber so umfangreich, dass auch ältere Kinder noch viel Freude daran haben. Dabei ist die Geschichte einfach und gut verständlich erzählt. Kindern gelingt es sogar, zwischen den Zeilen zu lesen. So fragte sich meine Tochter zum Beispiel, ob Ontje nur "krank spielt", damit er von Onno umsorgt wird und nicht bei der Reparatur helfen muss. Auch eine Möglichkeit ...

Neben der freundlichen Geschichte sind eindeutig die wundervollen Bilder das Herzstück der Geschichte. Sie sind sehr detailreich und haben oft eine ganz besondere Perspektive. Beide Charaktere, Onno und auch Ontje, sind echte Originale - Kinder schließen sie sofort ins Herz. Dass die Bilder sich oft selbst nicht ganz so ernst nehmen und neben viel Realismus auch eine große Portion Phantastisches enthalten, gefällt uns besonders gut. Die Wolken in Herzform oder der Apfelbaum, der wie ein Fisch aussieht, das Ei mit Beinen oder die strickenden Krebse ...

Fazit ...
Ich halte die Bilderbücher über Onno & Ontje für sehr charmant und einzigartig. Fischer Onno und sein Freund, der Otter Ontje, bringen mit ihrem gewinnenden Wesen Kinderaugen zum Strahlen und kleine Ohren zum aufmerksamen Zuhören. "Onno & Ontje: Ein Freund hilft dem anderen. Immer!" ist lustig und steckt voller Details, appelliert gleichzeitig an Hilfsbereitschaft und Fürsorge. Wir hoffen auf viele weitere Bände.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Paulinchen Mutkaninchen

Daniel Kratzke
Fester Einband: 16 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2017
ISBN 9783734815294
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Kuscheltiere haben auch mal Angst. Genau das ist das Thema bei "Paulinchen Mutkaninchen" und trifft damit bei kleinen Kindern einen Nerv. Denn während ein Mädchen selig schlummert, hat das Kuscheltierkaninchen Paulinchen Angst vor der Nacht und den großen Augen, die da zum Fenster hereinschauen. Dass es okay ist, sich zu fürchten, dass man sich gemeinsam Mut machen kann, und dass manches gar nicht nicht so schlimm ist wie gedacht, das erfahren Kinder in diesem Bilderbuch.

Gerade mal 14 Wörter umfasst der Text im Buch. Selbst für ein Pappbilderbuch für etwa 2-Jährige ist das wenig. Aber mehr braucht es auch gar nicht. "Paulinchen Mutkaninchen" lebt nämlich von den ausdrucksstarken, sehr niedlichen Bildern. Da ist es völlig legitim, einige Seiten auch ohne Text "sprechen" zu lassen.
Die Kinder steigen mit einer bekannten Szene in die Geschichte ein - ein Kinderzimmer bei Nacht. Während Paulinchens Besitzerin schläft, liegt das Stoffkaninchen wach im Bett und fürchtet sich. Selbst ermutigende Worte des Mädchens helfen nicht. Erst als beide aufstehen und nachschauen, was da vor dem Fenster sitzt, können sie beruhigt und aneinandergekuschelt einschlafen.

Wenn zwei große Augen ("HU-HU!") eine komplette Buchseite bedecken, dem Vorlesekind direkt ins Gesicht schauen, ist die Furcht des kleinen Kaninchens sofort nachvollziehbar. Trotzdem finde ich das Buch sehr liebevoll gestaltet. Schnell wird nämlich klar, dass ein sehr freundliches Tier zum Fenster hereinschaut, vor dem man keine Angst haben muss ("Huhu, Uhu!"). Damit endet die Geschichte positiv und beruhigend.

Fazit ...
Ich habe mich sofort über die niedlichen und ausdrucksstarken Bilder in "Paulinchen Mutkaninchen" gefreut. Und auch unsere Jüngste (2) sieht gebannt auf die Seiten und zeigt auf alles, was sie sieht. Angst hat sie keine, auch nicht vor dem faszinierenden Tier, das dem kleinen Paulinchen einen großen Schrecken einjagt. Der extrem kurz gehaltene Text hat eine sehr schöne Wirkung, die Geschichte einen beruhigenden Ausgang. Sehr süß!

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fantasy, charlie human, apocalypse now now - schatten über cape town, apocalypse now now, südafrika

Apocalypse Now Now - Schatten über Cape Town

Charlie Human , Clara Drechsler , Harald Hellmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 24.11.2016
ISBN 9783596034987
Genre: Fantasy

Rezension:

FISCHER Tor ist ein junges Verlagslabel, das sich auf Fantasy und Science Fiction spezialisiert hat. Sehr interessant finde ich, dass dort Bücher erscheinen, die zwar eher für erwachsene Leser gedacht sind, aber auch gut von älteren Jugendlichen gelesen werden können. Die Themen sind oft speziell oder einzigartig. Besonders sprach mich "Apocalypse Now Now: Schatten über Cape Town" an, vor allem wegen dem zu erwartenden Setting Kapstadt (mit Monstern!) und der Beschreibung Neil Gaiman meets Tarantino. Super!

Hauptprotagonist Baxter ist mit seinen 16 Jahren ein sehr individueller Jugendcharakter ... und trotz seiner schurkischen Eigenheiten und perfiden Geschäftsideen recht sympathisch. Er hat einen weichen, gefühlvollen Kern, dessen Grund Esmé, seine quirlige Freundin, ist. Diese hätte ich gerne noch besser kennengelernt, sie tritt nicht oft in Erscheinung. Nach außen hin versucht Baxter seine harte Fassade aufrechtzuerhalten, das muss er auch, denn sein Umfeld ist gewalttätig und aggressiv. Das konnte ich sehr gut nachvollziehen, denn der Autor beschreibt sehr ausführlich, welche Zustände in Kapstadt und Baxters Highschool herrschen. Das ist grausig und hart, so richtig crazy wird die Geschichte allerdings, als Esmé entführt wird und Baxter sich auf die Suche nach ihr macht.

Ab hier liest sich die Geschichte abgedreht, tatsächlich wie ein Tarantino-Film, voller Gewalt, mit viel Blut und einer verrückt-brutalen Szene nach der anderen. Sie wird zu einem Mischung aus düsterer Urban Fantasy und Sci-Fi, wirkt manchmal sogar wie ein Videospiel. Zartbesaitet darf man hier nicht sein. Vielleicht ist das makaber, aber es bringt enorm viel Lesespaß, sofern man sich in diesem Genre wohl fühlt. Unterlegt ist die ganze Handlung mit viel Sarkasmus und schwarzem Humor und hat am Ende einen genialen, überraschenden Twist. Sehr klasse! Baxters Abenteuer wird in diesem Buch abgeschlossen. Die Geschichte kann eigenständig gelesen werden. Im Mai 2017 folgt ein zweiter Teil.

Die Gewichtung in "Apocalypse Now Now: Schatten über Cape Town" bereitete mir allerdings auch ein paar Probleme. Denn Baxters Situation an der Highschool wird ausführlich beschrieben, spielt, bis auf eine Szene am Ende, jedoch keine Rolle mehr, als die Suche nach Esmé beginnt. Außerdem lässt der Autor viel afrikanische Mythologie in die Geschichte fließen, die fast gänzlich unerklärt bleibt. Vor allem diese Mantis-Oktopus-Sache hätte in einem größeren Konsens stehen müssen. Dadurch ist die Handlung oft wirr, und ich fühlte mich mit meinen Gedanken allein gelassen.
Nicht relevant für die Geschichte, aber unangenehm für den Lesefluss, sind die vielen Rechtschreibfehler, die das komplette Buch durchziehen und den qualitativen Eindruck mindern. Das ist schade und unnötig.

Das Fazit
"Apocalypse Now Now: Schatten über Cape Town" ist ein herrlich verrückt-abgedrehtes und spezielles Buch. Die Assoziationen mit Tarantino-Filmen ist vollkommen gerechtfertigt. Ein sarkastischer Humor passt hier perfekt und nimmt die blutige Gewalt und derbe Sprache in der Geschichte fast schon ein wenig auf die Schippe. Auch wenn die Handlung, bzw. die mythologischen Hintergründe, zuweilen etwas wirr geraten sind, bleibt der Roman spannend und vereinnahmend, wirkt aber recht voll. Mehr Hintergrundwissen wäre hier von Vorteil gewesen. Wer sich in diesem Genre wohl fühlt, sollte das Buch unbedingt ausprobieren. 3,5 von 5 Sterne.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

„Spieglein, Spieglein“, piepst der Spatz

Lisa Golze
Pappbuch: 14 Seiten
Erschienen bei Habermaaß, 01.09.2016
ISBN 9783869141664
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Pappbilderbücher stehen bei unserer Kleinsten gerade hoch im Kurs. Als 2-Jährige blättert sie begeistert durch die Seiten und tut dies auch lautstark kund. Wenn es einem Buch gelingt, ihre Aufmerksamkeit besonders zu fesseln, wird es zu einem Dauerbrenner und liegt immer griffbereit. Gerade in diesem Moment sitzt die Püppi mit "Spieglein, Spieglein, piepst der Spatz" auf dem Boden und "redet" mit den Tieren.

Dabei habe ich mich etwas gewundert, als ich das Buch das erste mal in den Händen hielt. Denn ich hatte erwartet, dass gleich vorne ein Spiegel auf dem Cover ist. Keine Hologramm-Folie, die zwar in allen Regenbogenfarben funkelt und glitzert (in echt viel schöner, als auf dem abgebildeten Cover), in der man sich aber nicht spiegelt. Falsch gedacht, der Clou kommt hinten im Buch - was auch viel sinnvoller ist.

Die Handlung besteht aus einzelnen Szenen, in denen sich Tiere in diversen Dingen spiegeln. Etwa in Pfützen, Schaufenstern und einem zugefrorenen See. Begleitet werden die doppelseitigen Szenen durch kurze, zweizeilige "Spieglein, Spieglein"-Reime, die in einer Frage enden. Diese sind sehr lustig und pfiffig. Liest man das Buch vor, muss das keinesfalls von vorne bis hinten geschehen, da jede Seite für sich spricht. Das ist vor allem für Kinder von Vorteil, die noch keine lange Aufmerksamkeitsspanne haben.
Am Ende, ganz hinten im Buch, kann das Kind den "allerliebsten Schatz" entdecken - nämlich sich selbst, in einem echten Spiegel.

Fazit ...
Ich mag die Idee hinter "Spieglein, Spieglein, piepst der Spatz". Die Reime sind kurz und lustig, die Bildszenen einfach und sehr niedlich. Genau richtig für kleine Kinder, die viel lachen, und das Buch auch ohne den Text gerne betrachten werden. Nachdem alle Tiere entdeckt haben, in welchen Flächen sie sich spiegeln, können Kinder dies mit einem echten Spiegel auf der letzten Buchseite selbst erleben.

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345 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 49 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, liebe, magie, hexenjäger

Witch Hunter - Herz aus Dunkelheit

Virginia Boecker , Alexandra Ernst
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423761512
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Witch Hunter" hatte den Charme eines großen historischen Romans mit einer tollen Fantasykomponente. Ich habe die spannende, beständig zu lesende Geschichte sehr genossen. Da war es ganz logisch, dass ich den Abschlussband der Dilogie, "Witch Hunter: Herz aus Dunkelheit", stark herbeisehnte. Er gefiel mir noch etwas besser als der Vorgänger.
Die Geschichte startet an einem Punkt, an dem man gut in die Handlung zurückfindet. Existenzielle Punkte werden so wiederholt, dass man sich schnell erinnert. Eine gute Erinnerung an die Charaktere ist von Vorteil, da hier manches ausgebaut wird.

Elizabeth ist eine starke Protagonistin, mit der ich mich gerne durch die Seiten schmökerte. Sie ist freundlich und lustig, kann aber auch sehr stur und direkt sein. Das macht sie zu einem kantigen Charakter, der symbolisch für diese Geschichte ist. Elisabeth lebt in einer Art Gewissenskonflikt. Einerseits ist sie ist froh, dass sie mit ihrem Stigma John helfen konnte. Aber nun hat er den Schutzzauber, der immer für ihre Stärke und Unverwundbarkeit verantwortlich war. Sie hätte das Stigma gerne zurück, aus Eigennutz, und auch, weil sie sieht, wie es Johns Charakter verändert. Aus dem ruhigen und mitfühlenden Heiler wird ein kalter und unbarmherziger Kämpfer, der Elizabeth weit überlegen ist. Ich mochte den Konflikt, der sich zwischen den beiden anbahnt. Das geht am Anfang des Buches zügig vonstatten, hält die ganze Handlung über an und wird am Ende etwas schnell gelöst. Ein paar Aneckungspunkte hätte es ruhig noch geben dürfen. Trotzdem gefiel mir gerade dieser Part außerordentlich gut.
Der düster-gefährliche Widergänger Skyler bekommt hier eine weitaus größere Rolle, als noch im ersten Band. Er ist zwar nicht mehr ganz so bedrohlich (obwohl, wenn ich's mir recht überlege, er ist schon zum Fürchten!) wie zuvor und wirkt fast schon sympathisch mit seinen flotten Sprüchen. Skyler steht mit seinem Bösewicht-Charme auf der richtigen Seite. Von mir aus hätte er eine eigene Geschichte verdient.

Während des Lesens ertappte ich mich öfter bei dem Gedanken: Mensch, ist das gut! Die Geschichte ist sehr spannend und reißt mit - die Schurken sind schön böse -, hat aber immer noch diesen unaufgeregten Touch. Eine hochwertige Sprache passt zur Zeitepoche des 16. Jahrhunderts in England, ist aber gleichzeitig modern ausgelegt. Das Thema der Magie und Zauberei harmoniert wirklich wunderbar mit dem historischen Lesegefühl. "Witch Hunter: Herz aus Dunkelheit" ist ein Buch, in das man völlig eintauchen kann und das sehr zufriedenstellend abgeschlossen ist. Schade, dass die Reihe schon zu Ende ist!

Das Fazit
"Witch Hunter: Herz aus Dunkelheit" ist ein großartiges Buch! Es übertrifft den sehr guten Vorgänger nochmals um ein Stück und macht die Dilogie zu einer unbedingten Leseempfehlung für alle Leser historischer Fantasy. Es geht (fast) nicht besser. Tolle Charaktere, ernsthafte Bösewichte, Spannung, Magie, Kampf und Liebe - das alles verbindet sich mit einem äußerst angenehmen Lesegefühl von gleichbleibender Intensität. Ich bin beeindruckt! Das Buch erjagt 4,5 von 5 Sterne.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Wazn Teez?

Carson Ellis , Carson Ellis , Jess Jochimsen , Anja Schöne
Fester Einband: 48 Seiten
Erschienen bei NordSüd Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783314103865
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Im Vorfeld hatte ich mich anhand der Buchbeschreibung ein bisschen über "Wazn Teez?" informiert, konnte jedoch nicht richtig ermessen, was da auf mich zukommen würde. Der Titel könnte durchaus auch eine Fremdsprache sein, Niederländisch vielleicht, was nicht zutrifft - soviel wusste ich schon. Als ich das Bilderbuch dann erstmalig in den Händen hielt, durch die Seiten blätterte und den Text laß, musst ich stark schmunzeln und war sehr entzückt. Denn die Illustrationen sind untermalt mit einer eigens für die Geschichte erdachten Fantasiesprache ... und das ist so unglaublich süß!

Autorin und Illustratorin Carson Ellis hat in "Wazn Tees" eine wunderbare, fantasievolle Welt geschaffen, die für sich selbst spricht. Das Grundthema ist der Lebenszyklus einer Pflanze (und auch der einiger Tiere/Insekten um sie herum). Die neugierigen Tiere sprechen in einer kurzen, ausdrucksvollen Kunstsprache miteinander. Sie wollen die wachsende Pflanze für einen Baumhausbau nützen. Dafür holen sie sich Hilfe von befreundeten Insekten, müssen Rückschläge - z.B. durch einen Spinnenüberfall - verkraften und erfreuen sich an der überraschend schönen Pflanze, bis ihre Blütezeit vorbei ist.
Die Bilder vermittelt den Eindruck von wunderschöner Kunst. Umso mehr, weil das Bilderbuch großformatig gestaltet wurde. Die komplette Geschichte geht vom Boden, also der Unterkante des Buches aus, denn hieraus wächst auch die Pflanze. Dadurch wirken die Illustrationen luftig, nicht so überfüllt, sind aber überaus detailreich dargestellt. Man kann sie lange betrachten und studieren, unabhängig der Geschichte, die alleine durch die Bilder erzählt wird.

Und meine eigenen Kinder? Da wechselte der Ausdruck beim ersten Vorlesen von verwirrt (Häh? Wazn teez?) zu kichernd und schlussendlich zu strahlend. Ist die Fantasiesprache anfangs noch manchmal unverständlich, begeistern die Bilder umso mehr. Man muss wirklich nicht jedes "Wort" verstehen, um der Geschichte folgen zu können. Das Kuriose daran; sobald man das Bilderbuch mehrmals angeschaut, bzw. vorgelesen hat, erschließen sich selbst die sonderbarsten Wörter von alleine. Ganz große Klasse!

Fazit ...
"Wazn Teez?" ist großartig! Die fantasievolle Insektenwelt, rund um den Lebenszyklus einer Pflanze, ist große Kunst und wirklich einzigartig illustriert. Ein weiteres Highlight ist die verwendete Fantasiesprache, die Zuhörer und Vorleser zum Schmunzeln und Strahlen bringt. Dieses Bilderbuch gehört zu den ganz besonderen. Ich bin entzückt. Also los, miwi bam buudi an Forzung? Jip!

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ins Bett gesteckt und zugedeckt! - Aufgewacht, die Sonne lacht!

Imke Storch
Pappbuch: 12 Seiten
Erschienen bei Habermaaß, 01.09.2016
ISBN 9783869141657
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Unser kleines Mädchen ist gerade 2 Jahre alt geworden. Sie hat einen großen Beschäftigungsdrang, ist sehr wissbegierig und saugt jede Info auf wie ein Schwamm. Beschäftigungsbücher für die Kleinsten haben meist den Effekt, dass sie Kindern auf besonders liebevolle Weise Abläufe unseres Alltags vermitteln. Das Wendebuch "Ins Bett gesteckt und zugedeckt! - Aufgewacht, die Sonne lacht!" trifft hier genau ins Schwarze und gefällt durch ein besonderes Konzept sehr gut.

Genau genommen hat das Pappbilderbuch gleich zwei Besonderheiten: Es ist ein Wendebuch, und die Darsteller, also die Tierkinder, können in und aus dem Buch gepuzzelt werden.
Fünf Tierkinder hatten einen langen und schönen Tag. Nun ist es Zeit ins Bett zu gehen. Am Text orientiert, können die Tierkinder, ähnlich einem Puzzelteil, aus dem illustrierten Bettchen geholt, bzw. hineingelegt, und mit einem Stoffdeckchen zugedeckt werden. Das Deckchen ist fest mit dem Buch verbunden (und stabil verankert, wir haben das ausgiebig getestet), das jeweilige Tierkind aus fester Pappe mit Vorder- und Rückenansicht. Durch eine Aussparung kann es einfach entnommen werden und lässt sich wieder sicher verankert ins Buch zurücksetzen. Haben sich alle Tierkinder schlafen gelegt, kann ein neuer Tag beginnen. Das Buch wird umgedreht, die kleinen Zuhörer erleben die Tierkinder nun beim Aufstehen und Spielen.

"Ins Bett gesteckt und zugedeckt! - Aufgewacht, die Sonne lacht!" kann in beliebiger Reihenfolge verwendet werden. Das heißt, es ist egal, ob das Kind und der Vorleser mit der Tag- oder der Nachtseite beginnen. Die kurzen Geschichten ergänzen einander. Die Illustrationen sind so gestaltet, dass kleine Betrachter das Zimmer der Tierkinder von oben sehen. Das ist perfekt für eine beidseitige Betrachtung. Der Text ist in vierzeiligen Reimen wiedergegeben, was die liebevolle Geste dahinter nochmals unterstützt.

Fazit ...
Ich bin vom Konzept und der herzlichen Gestaltung von "Ins Bett gesteckt und zugedeckt! - Aufgewacht, die Sonne lacht!" überzeugt. Das Wendebilderbuch zeigt kleinen Kindern sehr liebevoll ein schönes Zubettgeh- und Aufwachritual. Dass die kleinen Zuhörer die Tierkinder selbst ins Bett puzzeln können, bzw. sie aktiv wieder aufwecken, ist wirklich allerliebst. Sie können sich lange damit beschäftigen. Sehr schön auch als Geschenk oder Mitbringsel.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Bienen

Maria Höck , Britta Teckentrup
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 16.01.2017
ISBN 9783845817767
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Unsere jüngste Tochter, gerade mal 2 Jahre alt, hat noch nicht die Altersempfehlung für "Bienen: Kleine Wunder der Natur" erreicht. Trotzdem stürzte sie sich regelrecht auf das Buch. Lag es an den herrlich bunten Illustrationen? Oder daran, dass es auf jeder Seite so viel zu entdecken gibt? Wahrscheinlich an beidem. Jedenfalls hat sich das kleine Mädchen regelrecht in die Seiten gegraben ... und tauchte erste nach geraumer Zeit wieder auf.

"Bienen" ist ein Naturbilderbuch. Es handelt vom Lebenskreislauf der Blumen und Pflanzen, und dem wichtigen Anteil, den Bienen daran haben. Die Handlung findet komplett in der Natur statt; auf üppigen Blumenwiesen, unter blühenden Bäumen, im Wald und am Bach. Die Bilder werden von einer Geschichte begleitet, die die Handlung der Bienen und ihre Arbeit ganz einfach erzählt - und das in einer sehr herzlichen Reimform. Trotz der Kürze des Textes ist die Genauigkeit verblüffend. Das ist für Kinder sehr ansprechend. Die zweizeiligen Reime sind ganz allerliebst und machen Spaß.

Wirklich einmalig sind aber die Illustrationen von Britta Teckentrup. Für mich haben sie etwas von 70er Jahre Retro-Klasse, kombiniert mit Moderne. Ihr Stil hat einen hohen Wiedererkennungswert und ist einfach komplett schön anzusehen. In "Bienen" sind die Bilder üppig gestaltet, sehr bunt und mit feinen, gut zu erkennenden Details, wie z.B. einem kleinen Marienkäferchen, das auf jeder Seite zu finden ist. Eine nette Besonderheit sind die Gucklöcher im Buch, die die Biene(n) von einer Szene in die andere transportieren. Unsere Kinder nehmen das Buch mehrmals am Tag zur Hand - nicht ausschließlich zum Vorlesen, viel mehr zum Anschauen.

Fazit ...
"Bienen: Kleine Wunder der Natur" ist wirklich ein kleines Wunderwerk. Herausstechend sind die großzügig und deutlich gestalteten Bilder, in die man völlig ein- und nur schwer wieder auftauchen kann. Herzliche, kurz gehaltene Reime geben das Leben und die Arbeit der Bienen sehr liebevoll wieder. Das Bilderbuch hat etwas von einem Klassiker, der in keinem Kinderzimmer fehlen sollte.

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558 Bibliotheken, 27 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

dystopie, cecelia ahern, liebe, perfect, jugendbuch

Perfect – Willst du die perfekte Welt?

Cecelia Ahern , Christine Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 17.11.2016
ISBN 9783841422361
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Perfect" war ein Buch, dem ich mit ganz kribbeliger Lesevorfreude entgegensah. Umso mehr, weil der Vorgänger "Flawed" ein absoluter Power-Einstieg war, für mich überraschend mitreißend, spannend und vereinnahmend. Beste Voraussetzungen also für den Abschlussband, der meine Erwartungen dementsprechend schürte. Unmöglich, dass "Perfect" mir nicht gefallen könnte. Doch leider kam es anders ...

Um mit dem Positiven zu beginnen, "Perfect" liest sich gut, richtig gut. Sprachlich gibt es nichts zu mäkeln, die Geschichte ist vorwärtstreibend und spannend. So kommt es auch, dass man die knapp 500 Seiten innerhalb kurzer Zeit verschlingt, ungeachtet des persönlichen Storyempfindens. Zudem gelingt der Wiedereinstieg problemlos, da die Autorin markante und wichtige Details aus "Flawed" in die Geschichte webt. Das häuft sich mit der Zeit so sehr, dass ich einige Wiederholungen zu umfangreich und unnötig empfand.

Celestine ist eine sehr starke Identifikationsfigur. Sie hat sich wortwörtlich in mein Herz geschrieben, durch ihre Erlebnisse, ihre Gedanken und Erkenntnisse. Dieses Gefühl für die Protagonistin blieb anfangs auch bestehen, ging dann aber immer mehr in Unverständnis über. Celestine hinterfragt alles und möchte niemandem leichtfertig vertrauen - das ist auch angebracht, sie ist schließlich auf der Flucht. Dann zieht sich aber doch jeden, der ihr über den Weg läuft, ins Vertrauen und erzählt (fast) alles sehr freimütig. So richtig schlau wurde ich aus ihr nicht. Es gab zudem zwei entscheidende Punkte, an denen ich Celestines Verhalten überhaupt nicht nachvollziehen konnte, mich sogar richtig über sie geärgert habe.

Die Handlung wirkt schnelllebig und gehetzt, hinterlässt dabei aber keinen bleibenden Eindruck, weil Biss und Brisanz fehlen. Wahrscheinlich sollen die vielen Szenen- und Ortswechsel Spannung erzeugen, dafür gelingt das Meiste jedoch zu mühelos. Es treten viel zu viele Personen in Erscheinung, die Statisten bleiben oder nur noch erwähnt werden, statt richtig mitzuspielen. Die überladenen Story lässt fast keiner Person ausreichend Zeit sich zu entwickeln. Da wird sogar die Lovestory zum unnötigen Beiprodukt, denn selbst Carrick bleibt blass. Wie Celestine und er zueinander stehen wird durch Klischee-Phrasen verdeutlicht. Das ist hölzern und nicht attraktiv.

Gegen Ende geht es dann nochmals richtig zur Sache. Die Szenen erinnerten mich an Nazi-Deutschland und die Judenverfolgung. Dieser Thematik stelle ich mich gerne, sofern sie authentisch dargestellt und literarisch aufgearbeitet wird. Hier wirkt es überzogen und "komisch", wie um die fehlende Brisanz zu schüren und nochmals etwas Schockierendes zu zeigen, ähnlich der ausführlichen Brandmarkung im Vorgängerband. Am Schluss sind, so scheint es, alle glücklich. Ich leider nicht.

Das Fazit
"Perfect: Willst du die perfekte Welt?" war für mich weit entfernt von perfekt (ja, ich weiß, Zeit für ein Wortspiel). Ein gut zu lesender Stil und eine vorwärtstreibende Geschichte kann eben nicht über eine maue Handlung, ohne die Brisanz und die Klasse des ersten Teils, hinwegtrösten. Zu viel gehetzte Story, zu viel unnötige Personenkontakte, zu viel Lovestoryklischee, zu viel des Guten. Das reicht für mich nur für unteres Mittelfeld und 2,5 von 5 Sterne. Sehr schade!

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(42)

100 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

liebe, borderline, kunst, dealer, gefahr

Wir beide in Schwarz-Weiß

Kira Gembri
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Arena, 29.09.2016
ISBN 9783401602196
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich liebe die Bücher von Kira Gembri! Jedes gelesene - und es sind fast alle -, hat mich überzeugt. Das mit der Begeisterung ist zwar schön und gut, bringt aber auch sehr hohe Erwartungen mit sich. Bei jedem aktuellen Buch bin ich mir sicher, dass es wieder ein Hit für mich wird. Und wenn nicht? Kaum vorstellbar, denn "Wir beide in Schwarz-Weiß" war wieder wahnsinnig gut. Spontan dazu gegriffen, waren ebenso spontan die ersten 100 Seiten inhaliert, inklusive lautem Lachen und zufriedenem Seufzen.

Die Geschichte spielt im gleichen Umfeld wie auch schon "Wenn du dich traust". Alex wohnt mit Jay und Flocke in einer WG. Bis er Kris kennenlernt, die sein schwieriges Leben noch eine Stufe chaotischer macht. Ich möchte vorausschicken, dass man das Buch völlig eigenständig lesen kann. Es sind keinerlei Vorkenntnisse nötig.
Sprachlich ist "Wir beide in Schwarz-Weiß" eher offensiv, zumindest Alex' Part, manchmal provokant-umgangssprachlich. Das erinnert an amerikanische New Adult-Romane, deren deutsche Übertragung nicht immer eins zu eins gelingt, ohne dass es es lächerlich wirkt. Die Autorin hat hier einen guten Weg gefunden, ihre Geschichte jugendlich-frech und flott zu schreiben, ohne dass sie an Ausdruck verliert. Das Lesen macht so richtig viel Spaß!

Mit Alex und Kris hat man es mit zwei außergewöhnlichen Charakteren zu tun, die herausstechen. Sie erzählen die Geschichte abwechselnd, mit äußerst kreativen Erkennungsmerkmalen. Kris ist lustig und schlagfertig, voller verrückter Ideen. Ihr Familienhintergrund ist liebevoll-antiautoritär aber problematisch. Das bietet Alex eine große Angriffsfläche. Er ist so ein toller Junge ... und wirkt gleichzeitig wie eine tickende Zeitbombe. Ein "falsches" Wort von Kris und er rastet aus. Auf ihm liegt auch der Hauptfokus, das Grundthema des Buches. Alex ist ein schwieriger und gleichzeitig sehr reizvoller Charakter. Er polarisiert stark, schürt aber ein ebenso großes Verständnis.

So hat das Buch eine dramatische Komponente, ist aber auch herrlich prickelnd und humorvoll. Meiner Meinung nach ist die Kombination von einem (nicht alltäglichem) Problemthema, gefühlvoller, niemals kitschiger Romantik und Humor ein Markenzeichen der Autorin. Ebenso ihre "Schwäche" für originelle und treffsichere Happy Ends.
Gegen Ende wurde mir die Handlung etwas zu aufgeregt und forciert spannend, jedoch noch im Rahmen dessen, was möglich wäre. Die Lesefreude trübt das nicht, das Buch ist ein erstaunliches Erlebnis.

Das Fazit
"Wir beide in Schwarz-Weiß" hat eine äußerst farbige Geschichte, die ich immer wieder lesen könnte und die mich jedes Mal erneut begeistern würde. Das Thema ist außergewöhnlich gut, die offensiv-akzentuierte Sprache macht Spaß und die Charaktere sind erstklassig. Dazu gehören die Bücher der Autorin zu den unterhaltsamsten überhaupt. Auch dieses! Das ergibt 5 von 5 großartigen Sternen.

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40 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

familienhit, magie

Die Schule der magischen Tiere

Margit Auer , Nina Dulleck
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.07.2015
ISBN 9783551314000
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Die Schule der magischen Tiere" ist das erste von vielen Abenteuern dieser Reihe. Aufgrund einer persönlichen Empfehlung habe ich das Buch meinen beiden ältesten Kindern, 9 und 7 Jahre alt, vorgelesen. Meine Tochter ist ein Jahr unter dem empfohlenen Lesealter. Ein kleines bisschen Skepsis konnte ich mir nicht verkneifen, denn die Geschichte ist mit verschiedenen Sichtweisen und teilweisen Ortswechseln erzählt. Meine Skepsis war unbegründet. Beide Kinder waren sofort Feuer und Flamme. Das hielt sich bis zum Schluss.

Wahrscheinlich können sich Kinder einfach gut mit dem Abenteuer von Ida und Benni identifizieren. Es spielt an einer scheinbar normalen Schule. Bis eines Tages der Besitzer einer magischen Zoohandlung in die Klasse kommt und den Kindern etwas über magische Tiere erzählt. Jedes Kind soll das Tier bekommen, das zu ihm passt und damit einen Freund fürs Leben finden. Denn das magische Tier bleibt für immer bei seinem Kind. Alleine das ist eine wunderschöne Vorstellung für die jungen Leser oder Zuhörer - ein sprechendes Tier als Freund und Begleiter.

Die Geschichte wirkt sehr realistisch, denn das einzig phantastische Element, ist, dass die Tiere sprechen können. Es wird nicht gezaubert, verwandelt oder gehext. Jedes Kind der Klasse hat die Chance auf ein magisches Tier, in diesem ersten Band sind jedoch Benni und Ida an der Reihe. Beide sind sich anfangs nicht ganz grün, müssen während der Handlung über ihren Schatten springen, Vorurteile abbauen, gewinnen an Sicherheit und lernen, was Freundschaft bedeutet. Nebenbei gilt es ein Rätsel zu lösen. Das sorgt für eine extra Portion Spannung, zusätzlich zur Faszination der magischen Tiere, und schließt die Geschichte positiv ab. Einfach toll!

Fazit ...
Mir hat das Vorlesen von "Die Schule der magischen Tiere" den allergrößten Spaß gemacht. Die Geschichte ist wunderbar und wirkt, trotz sprechenden Tieren, so echt, als wäre sie mitten aus dem Leben gegriffen. Das spiegelte sich auch im Zuhörverhalten der Kinder. Und wer hätte nicht gerne ein magisches Tier? Der Wunsch nach den Folgebänden wurde von ihnen schon geäußert. Unbedingt empfehlenswert!

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

10 gelbe Entchen

Sandra Grimm , Christine Georg
Fester Einband: 20 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 09.12.2016
ISBN 9783845815909
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"10 gelbe Entchen" ist ein Zählspaßbuch im Miniformat. Auf der Titelseite sind alle Entchen beisammen, bevor sie sich auf die Reise machen. Sie sind mit Glitzerdruck hervorgehoben und wirken so ganz besonders ansprechend fürs Auge. Kleine Kinder werden dadurch auch zum Fühlen animiert. Unsere jüngste Tochter ist 2 Jahre alt und verweilt lange auf der Titelseite und befühlt jedes einzelne Entlein.

Das Büchlein wird ab 24 Monaten empfohlen. Etwas jüngere Kinder werden sich an den Bildern erfreuen, ohne dass der Text eine große Rolle spielt. Der ist nämlich für ein Zahlenbuch recht umfangreich, aber sehr einfach und herzlich wiedergegeben. Obwohl das Buch weit außerhalb seines Alters liegt, habe ich meinen 9-jährigen Sohn gebeten, es uns vorzulesen. Für ihn eine gute Leseübung, für seine jüngeren Schwestern ein Vorlese-, Anschau- und Zählspaß.

Die Verarbeitung sehr stabil und hochwertig. Die Kombination aus dickem Einband und stabilen Pappseiten hat sich für kleine Kinderhände bewährt. Ich bin positiv überrascht wie detailliert die einzelnen Szenen gestaltet sind. Es gibt so viel zu entdecken und zu beobachten! Dabei verlässt immer ein Entchen die Gruppe und findet ein (vorübergehendes) neues Zuhause. Durch einige phantastische Elemente, wie Wichtel, Nixen, Wassermann oder Zwerge, hat die Geschichte etwas Niedliches und Märchenhaftes. Auf der Buchrückseite haben sich alle Entchen wieder im Heimatnest zusammengefunden. Ein schöner Abschluss!

Fazit ...
"10 gelbe Entchen" ist ein sehr süßes Büchlein für kleine Kinder. Es eignet sich zum Vorlesen oder zum Betrachten ohne Text. Erste Zahlenerfahrungen werden vertieft, und die Bilder sind äußerst detailliert und farbenfroh anzuschauen. Kinder lieben das kleine Buchformat! Es ist perfekt für zu Hause oder als Mitbringsel geeignet.

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