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320 Bibliotheken, 25 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

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Thalamus

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.08.2018
ISBN 9783785586143
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ursula Poznanski schreibt tolle Bücher für Jugendliche und Erwachsene. Als großer Fan ihrer dystopischen Eleria-Trilogie - meiner Meinung nach eine der besten deutschsprachigen Dystopien -, haben es mir aber auch ihre oftmals futuristischen Jugendthriller angetan. Die Themen sind gut ausgewählt, bestens recherchiert und in Szene gesetzt. So auch bei "Thalamus", dem neuen Roman, dessen Klappentext alleine schon Gänsehautpotenzial hat. Um welches, gar nicht so abwegige, Sci-Fi-Element es dieses Mal geht, das verrate ich nicht. Mir gefiel das Buch, aber Begeisterung verspürte ich beim Lesen nicht. Leser von jugendlich-realistischen Thrillern könnten durchaus Spaß mit dem Buch haben.

Im Mittelpunkt von "Thalamus" steht Timo, der auf dem Weg zu seiner Freundin ist, um ihr ein besonderes Geschenk zu geben. Das Schicksal macht ihm aber einen Strich durch die Rechnung, er hat einen schlimmen Unfall. Weil Timos Gehirn betroffen ist, und er nicht mehr sprechen kann, kommt er in eine spezielle Reha-Klinik. Dort sollen er und weitere Hirntraumapatienten lernen, wieder alleine zurecht zu kommen. Das alles habe ich gespannt verfolgt, vor allem dann, als Timo herausfindet, dass an dieser Reha-Klinik irgendwas ganz und gar nicht normal ist.

Mir ging es mit der Geschichte so, dass ich sie gelesen habe ... und okay fand. Mehr aber nicht. Einen besonderen Zugang bekam ich nicht, und es ist kein Buch, das bei mir lange nachhallen wird. Der Stil und die Charaktere sind einfach, ohne bemerkenswerte Atmosphäre oder Gänsehautmomente, als wäre die Geschichte für sehr junge Leser geschrieben. Einem Vergleich zu anderen Werken der Autorin hält beides nicht stand.

Insgesamt liest sich das Buch gut und interessant. Für mich hätte die Geschichte, gerade auch als Jugendbuch, noch viel spannender sein dürfen. Vor allem im Mittelteil plätschert die Handlung vor sich hin und wiederholt sich oft. Die Sache mit Timo und dem Nicht-sprechen-können ist natürlich ein gewolltes Spannungselement, weil er bald brisante Dinge herausfindet und sich - angeblich - nicht mitteilen kann. Logisch ist das bei Timos Krankheitsverlauf allerdings nicht. Er kann schnell wieder lesen, essen und deuten, und gerade für solche Patienten haben diese Art von Rehaeinrichtungen definitiv Möglichkeiten und Wege zu kommunizieren. Bei Timo wird das völlig außer Acht gelassen. Das war schon auffällig konstruiert.
Die Sache, um die es im Buch geht, hat etwas futuristisch-vereinnahmendes, inkl. Sci-Fi-Elemente, und wurde deutlich erklärt. Nach einem brenzligen Showdown geht alles recht schnell, danach ist die Handlung so abgeschlossen, dass man das Buch zufrieden zuklappt.

Fazit
"Thalamus" hat ein Thema, das uns Lesern in dieser Form sicherlich noch nicht (oft) über den Weg gelaufen ist. Als großer Fan von Ursula Poznanskis besonderen Jugendbüchern, ihren Wendung und Konflikten, empfinde ich "Thalamus" jedoch leider als das schwächste Werk der Autorin. Das Buch ist sicherlich gut und thematisch mitreißend, jedoch habe ich hier einiges vermisst - an Stil, Charakteren und plausibler Spannung -, auf das ich sonst großen Wert lege. Das Buch ist okay, auch wenn es irgendwie gewollt wirkt, aber für mich sicherlich kein Highlight. 3 von 5 Sternen vergebe ich dafür.

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(59)

334 Bibliotheken, 28 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

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Das Gold der Krähen

Leigh Bardugo , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.09.2018
ISBN 9783426654491
Genre: Fantasy

Rezension:

Wenn man eine Buch in den Händen hält, auch noch einen zweiten Band, und bereits in ungelesenem Zustand liebevoll, mit leicht entrücktem Gesichtsausdruck über den Einband streicht, dann hat eine Autorin wohl alles richtig gemacht. Und ein optischer Schatz ist es noch dazu. Aber mal ernsthaft. Undenkbar, dass ich nach diesem gigantischen Reihenstart den Folgeband hätte nicht lesen wollen. Und zwar sofort! Bücher, für die man alles stehen und liegen lässt, haben ab Beginn einen Bonus. Hier zurecht. "Das Lied der Krähen" war fantastisch! "Das Gold der Krähen" setzt dem Ganzen die Lieblingsbuchkrone auf.

Die Geschichte hält sich nicht mit langen Erklärungen oder Rückblenden auf. Das Krähen-Team ist zurück, und das mit voller Wucht. Die Handlung geht fast nahtlos weiter, und wenn man etwas nicht mehr ganz genau weiß, bekommt man immer wieder kleine Gedankenstützen, die die Erinnerung auffrischen. Nach dem Tiefschlag am Ende ihrer abenteuerlichen und gefährlichen Reise zum Eistribunal, gibt es für die Krähen nur den Gedanken an Rache und Vergeltung. Doch zu allererst geht es darum, Inej zu befreien und sie zum Team zurückzuholen. Vor allem Kaz' Wut ist so groß, dass er ein deutliches Zeichen setzen will. Und das ist vor allem eines, mitreißend-spannend! Es gibt so viele Zwischenhöhepunkte, dass man danach jeweils ein eigenes Ende erwarten könnte. Ich fragte mich mehrmals, was denn jetzt noch kommen wird und wie die Lösung wohl aussehen würde.

Bis auf das erste und das letzte Kapitel wird das Buch wieder aus der Perspektive von allen sechs Teammitgliedern geschildert. Was mir bei anderen Geschichten schnell zu viel oder unübersichtlich wird, ist hier perfekt umgesetzt. Keine Sicht der Dinge ist langweilig oder wurde von mir bevorzugt. Auch die Charaktertiefe wieder einzigartig, wird mit dem Wissen aus Band 1 sogar noch ausgebaut und vertieft. Kaz, Inej, Nina, Matthias, Jasper und Wylan sind eine Einheit. Auch wenn jeder von ihnen eigene Hintergründe, Gedanken und Ziele hat, gibt es daran nichts zu rütteln. Das ist ein Punkt, der den Roman so großartig macht.

Der andere ist die enorm hohe Spannung, verbunden mit den genial-sarkastischen Humor und einer Handlung, die nur bedingt vorhersehbar ist. Immer, wenn man meint, man hätte den Plan durchschaut, wird man eines Besseren belehrt. Das ist so fesselnd, dass ich alles um mich herum vergaß. Große Gefühle wechseln sich ab; ich habe fast in jedem Kapitel gelacht, hatte nicht selten Gänsehaut, bzw. Bauchkribbeln, und konnte gegen Ende die Tränen nicht mehr zurückhalten - nicht, dass ich das gewollt hätte. Nach einem überaus intelligenten Showdown ist man zufrieden und irgendwie glücklich. Und trotzdem ist es schade, dass die Geschichte (für jetzt) vorbei ist.

Fazit
"Das Gold der Krähen" - was für ein Buch! Hach, wie schreibt man einen Lobgesang, ohne dass es kitschig klingt? Wahrscheinlich geht das nicht, ist aber auch egal. Ich erwartete viel und musste meine Meinung ändern. Das Buch ist nämlich besser! Ich habe gezittert und gejubelt, gelacht und geweint. Die Geschichte ist enorm gut geschrieben und mit viel Spannung und einzigartigen Charakteren noch großartiger umgesetzt. Hier stimmt einfach alles. So muss sich das Lesen anfühlen! 5 von 5 Sterne vergebe ich für mein Lieblingsbuch-Highlight 2018.

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109 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Die Beschwörung des Lichts

Victoria Schwab , Petra Huber
Flexibler Einband: 720 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 25.04.2018
ISBN 9783596296347
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Weltenwanderer-Reihe von V. E. Schwab ist mir mit jedem Band mehr ans Herz gewachsen. Hatte ich zu Beginn noch ein paar Kleinigkeiten, die ich kritisierte - nichts Existenzielles zwar, aber doch vorhanden -, wurde die Reihe immer besser, übte eine immer stärkere Faszination auf mich aus. Folglich war der Abschlussband "Die Beschwörung des Lichts" auch ein Lesemuss. Es ist generell ratsam, den Reihenabschluss parat zu haben, denn der Vorgänger endet so spannend, dass ein Weiterlesen sofort gewünscht wird. Band 3 schließt die Trilogie würdig ab. Das Buch ist sehr starke und meisterhafte Fantasy.

Das Böse, das im vergessenen und totgeschwiegenen Schwarzen Londons schlief, ist erwacht und bedroht nun Kells Heimat, das Rote London. Seine Machtgier ist grenzenlos. Das prächtige Königreich ist schon stark angeschlagen und wird sich nicht mehr lange halten können. Doch die Dominanz der dämonischen Schattengestalt ist so groß, dass eine Lösung schwierig bis aussichtslos erscheint. Kell klammert sich gemeinsam mit Lila an einen Hoffnungsschimmer, den Versuch einer Rettung. Dafür müssen sie die Begleitung von Holland in Kauf nehmen, denn nur mit allen drei Antari (Weltenwanderern) gibt es eine Chance auf Erfolg.

Hinter dem Kernpunkt der Geschichte, einer Reise/Rettungsmission, steckt noch viel mehr. Abwechselnd, aus der Sicht mehrerer Charaktere, schildert die Autorin was im Grauen, Roten und Weißen London geschieht. Handlung und Charaktere gewinnen so nochmals an Tiefe.
Ich erinnere mich, dass ich die Charaktere schon immer gerne mochte, sie mir im ersten Band jedoch noch etwas fern blieben. In etwa wie Schauspielern, denen man zuschaut. Das wurde in Band 2 besser und ist in "Die Beschwörung des Lichts" perfekt. Ob das mit einer Gewöhnung zusammenhängt, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls fühlte ich mich nicht nur Kell und Lila besonders verbunden, auch die meisten (Neben)-Charaktere haben mich sehr fasziniert. Sei es Prinz Rhy, der Freibeuter Alucard oder der "böse" Antari Holland. Am Ende fiel es mir fast schon schwer alle loszulassen.
Den einzigen Punkt, den ich bemängeln könnte, wie auch schon im Vorgängerband, ist, dass die Idee der vier Welten, der unterschiedlichen London, in den Hintergrund gerät. Die Handlung konzentriert sich auch hier zu 90% auf eine Welt, das Rote London. Eine Reise zu einem der anderen London findet nur zwei bis drei Mal statt.

Die Geschichte ist sehr umfangreich, keine, die schnell und schlicht abgehandelt wird. Natürlich gibt es immer einen roten Faden, ein Ziel. Jedoch dauert es wirklich lange, bis sich alles fügt und schließlich zu einem Ende gebracht wird, das sehr zufrieden macht. Mir gefiel das, denn die Spannung bleibt jederzeit hoch. Und genau so mag ich Fantasy - zum Eintauchen.

Fazit
"Die Beschwörung des Lichts" schließt die Weltenwanderer-Trilogie erwartet gut, für mich wunderbar, ab. Damit bekommt die Reihe im Gesamtbild etwas Meisterhaftes, wirkt wie ein kleines Epos. Markante Charaktere und eine vereinnahmende Welt, die in Erinnerungen bleiben, machen die Handlung spannend und erlebnisreich, fast schon filmreif. Wer gut erzählte, umfangreiche Fantasy zum Eintauchen mag, der wird Band 3 lieben. 4,5 von 5 Sterne gibt es für den Reihenabschluss.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Sommerdunkle Tage

Alice Kuipers , Angelika Eisold Viebig
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 22.08.2018
ISBN 9783737341295
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wer kennt es nicht, das Gefühl der Bewunderung für eine andere Person? Vielleicht sogar den Wunsch, so sein zu wollen wie der beste Freund oder die beste Freundin? So geht es zumindest Callie in "Sommerdunkle Tage", deren seit drei Jahren weggezogene Freundin Ivy plötzlich wieder zurück ist. Ivy, die früher schon hübsch war und die jetzt umwerfend aussieht. Die bei jedem sofort gut ankommt, umschwärmt wird und überall im Mittelpunkt steht. Ivy, mit der Callie schon als 13-Jährige mehr verband als nur gute Freundschaft.

Die Geschichte wird von Kurt, Callie und Ivy erzählt. Callies Sichtweisen mochte ich am liebsten, weil sie am häufigsten vorkommen und darum sehr deutlich sind. Im Grunde ist "Sommerdunkle Tage" die Geschichte von ihr. Die Situation in der Familie ist gerade nicht einfach. Callies Beziehung zu ihrer Mum, die sie sehr einschränkt (aus Gründen), ist eher problematisch. Und dann ist da auch noch ihr Babybruder, der die Eltern in Beschlag nimmt. Als dann plötzlich Ivy wieder auftaucht, ist das für Callies Mum ein rotes Tuch (aus Gründen). Das bringt viele Konfliktsituationen mit sich.

Es ist nicht so dass Ivy hinterhältig oder manipulativ ist. So ist es gar nicht. Sie ist eher sehr vereinnahmend und hat etwas Gewinnendes. Ivy hatte, und hat jetzt, kein stabiles und sicheres Leben. Vielleicht treiben sie Verlustängste um, woraus Besitzansprüche an andere Menschen resultieren. Bei Ivy brodelt etwas unter der Oberfläche, das ich lange nicht greifen konnte, obwohl ich mir natürlich Gedanken machte. Irgendetwas scheint in Ivy kaputtgegangen.

Das Buch liest sich ruhig und fesselnd. Immer ist da dieses Gefühl, dass noch etwas passiert, etwas Schlimmes oder Fatales. Außerdem gilt es herauszufinden, was in Callies und Ivys Vergangenheit passiert ist. Daraus ergibt sich ein Lesesog, wegen dem ich das Buch fast am Stück gelesen habe.
Der Klappentext verspricht einen völlig unvorhersehbaren Twist, der die Leser atemlos zurücklässt. Und ja, das stimmt schon. Allerdings muss ich auch anmerken, dass ich gerade diese Form des tragisches Twists jetzt schon öfter gelesen habe. Für mich war die Wendung also nicht neu. Trotzdem haute sie mich wieder aus den Socken, ich fühlte mich hier sogar überrascht, mit einem deutlichen Klos im Hals. Am Ende möchte man einfach nur zurückblättern oder das Buch gleich nochmals lesen.

Zusammengefasst:
"Sommerdunkle Tage" ist einer der Romane, bei dem man mit dem Wissen am Ende nochmals hektisch zurückblättert, vielleicht sogar den Wunsch hat, die Geschichte nochmals zu lesen. Es ist ein gefühlvoller und soghafter, aber auch ein tragischer und schmerzvoller Roman. Ich denke jetzt noch darüber nach. Wer noch kein Buch von Alice Kuipers gelesen hat, der sollte mit diesem anfangen. 

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde

Sylvia Bishop , Sigrid Ruschmeier , Mila Marquis
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 22.08.2018
ISBN 9783737341318
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ein Mädchen, das in einem Buchladen gefunden wurde? Das klingt für mein Leserherz ja fast zu schön, um wahr zu sein. Außerdem ist die Buchgestaltung so schön, innen wie außen, dass das Buch schon deswegen mitten ins Herz trifft. Folglich wurde "Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde" zu einem Lesemuss und wurde von mir, und auch meiner 9-jährige Tochter, regelrecht inhaliert. Die Geschichte von Property, Michael und Netty ist eine warmherzige und phantastische Familiengeschichte, die mitten in einer zauberhaften Welt der Bücher spielt.

Ihre neue Mutter und ihr neuer Bruder hätten ihr gern einen neuen Namen gegeben, aber keiner schien zu passen. Letztlich blieben sie bei "Property", denn Lost Poperty heißt Fundsache auf Englisch, und unsere Geschichte spielt in England.
Die drei wohnten in dem Buchladen, was komisch ist, doch sie hatten nichts anderes. Außerdem gefiel es ihnen dort. - S. 9


Mit fünf Jahren wurde das Mädchen Property von ihren damaligen Eltern in einem Buchladen zurückgelassen. Warum, das ist nicht wichtig. Wichtig und schön ist, dass Property nun eine neue Familie hat; ihre Mum Netty und ihren Bruder Michael. Ihnen gehört der Bücherladen, und sie kommen damit mehr schlecht als recht über die Runden. Das macht aber nichts, denn sie lieben es dort. Als die Familie bei einer Verlosung mitmacht, bei der man den schönsten Buchladen von England, das große Bücherparadies gewinnen kann, ändert sich ihr Leben komplett. Und vor allem wird es ganz schön spannend und turbulent.

Sofort fällt einem die hochwertige Wortwahl der Geschichte auf. Damit ist "Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde" nicht nur schön zu lesen, mit einigen stilistischen Eigenheiten, das Buch liest sich auch ein bisschen wie ein ganz zauberhaftes und feinfühliges Märchen.
Die Familie rund um Property ist sehr liebenswert und steht füreinander ein, alle anderen Charaktere stechen druch besondere Merkmale hervor. Sie sind entweder sehr lustig oder recht finstere Gesellen (die aber natürlich mit ihren Gaunereien nicht durchkommen). Ein eindrückliches Lesen für Kinder.
Propertys Buch-Abenteuer ist für diesen Band abgeschlossen. Wir würden uns jedoch sehr über eine Rückkehr der kleinen Buchheldin freuen.

Fazit ...
Das perfekte Buch für kleine (und große) Buchliebhaber ist "Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde". Es erzählt die niedlich-humorvolle Geschichte der kleinen Property, die mit ihrer Familie in einem Buchladen lebt, dem schönsten von ganz England! Statt ihre Nase aber nur in Bücher zu stecken, gilt es ein waschechtes Abenteuer zu erleben. Das ist sehr liebevoll, aber auch spannend. Diese Kindergeschichte ist ein kleiner Schatz ... selbst das Auge liest hier mit. Wunderschön!

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307 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 107 Rezensionen

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Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern

Vic James , Franca Fritz , Heinrich Koop
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 22.08.2018
ISBN 9783841440105
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wer viele (Jugend)-Dystopien liest, hat wahrscheinlich schon fast alles gesehen, bzw. gelesen. Natürlich nicht im Detail, aber viele Geschichten gleichen sich in Struktur und Nuancen. Es ist für Autoren schwierig, noch etwas auf den Markt zu bringen, das vielen Lesern gefällt und vielleicht auch noch neu ist. Neu muss es für mich persönlich nicht sein. Aber das Buch muss etwas haben, das mit fesselt, die Atmosphäre muss stimmen und eventuell sollte mich die Geschichte sogar schockieren oder aufrütteln.
Von "Dark Palace: Zehn Jahre musst du opfern" habe ich mir das versprochen. Denn das Thema klingt superspannend. Hier muss jeder Bürger Englands, der nicht zur magisch begabten Oberschicht gehört, zehn Jahre seines Lebens als Sklave arbeiten. Den Zeitpunkt und Ort können die Menschen meist selbst bestimmen, aber während dieser zehn Jahre haben sie keinerlei Rechte oder Vergünstigungen. Klingt interessant! Und hat mir auch recht gut gefallen. Trotzdem hätte ich vom Buch mehr Substanz erwartet.

Die Handlung könnte heute spielen, sie kam mir nicht sehr futuristisch und auch nicht historisch vor. England ist gespalten in Gewöhnliche und Ebenbürtige, das sind Menschen einer höheren Klasse, die zudem noch Geschick besitzen, eine magische Begabung. Die Familie von Abi und Luke hat sich dafür entschieden, die Sklavenzeit gemeinsam abzuleisten. Dafür hat sich die ganze Familie, Eltern und Kinder, auf dem Anwesen der angesehensten und mächtigsten Ebenbürtigen-Elite des Landes beworben. Das scheint auch zu klappen, doch dann gibt es dort keine Verwendung für Luke und er wird nach Millmoor gebracht, eine Sklavenstadt, in der es besonders hart und grausam zugeht.

Zuerst dachte ich, die Geschichte wird einzig aus der Sicht von Abi, die bei ihrer Familie ist, und ihrem Bruder Luke, aus der Sklavenstadt, erzählt. Denn diese beiden Sichtweisen fand ich interessant und gut umgesetzt. Mal abgesehen davon, dass Abi sich sofort in einen Ebenbürtigen "verknallt". Unnötig, nervig und kaum relevant. Viele Personen sind schlecht einzuschätzen und verfolgen eigene Interessen, was viel Spannung erzeugt. Mit der Zeit kommen aber immer mehr Kapitel hinzu, die von Nebencharakteren erzählt werden, denen man zwar gut folgen kann, die die Handlung aber auch ausschweifen lassen. Das ist voll von Intrigen und Machtspielen, aber auch so trocken und verwinkelt politisch, dass das Buch für mich Längen hatte, wo eigentlich keine sein sollten.

Insgesamt hat das Buch aber auch eine fesselnde, etwas geheimnisvolle Seite, die Spaß macht, mit Dingen die wirklich abgefahren und strange für ein Jugendbuch sind. Mir gefiel's! Als Startband einer Trilogie endet "Dark Palace: Zehn Jahre musst du opfern" leider mitten in der Handlung, sodass am Ende die Neugierde bleibt, wohin das alles hinführen wird.

Fazit
"Dark Palace: Zehn Jahre musst du opfern" hat ein krasses und gleichzeitig anziehendes Thema mit Elementen, die für Gänsehaut sorgen und die in eine Richtung gehen, die sehr neugierig macht. Zuweilen war mir die Handlung zu ausschweifend politisch, die Sichtweisen zu zahlreich. Die (leichte) Lovestory empfand ich mal wieder als unnötig, die Idee gibt auch ohne genug her. Für mich ein Buch, dass sich gut lesen lässt, von dem ich insgesamt aber mehr erwartet hätte. Trotzdem wird man am Ende gar nicht drum herum kommen, weiterzulesen. Es bleibt spannend. 3,5 von 4 Sterne gibt es von mir.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ein Stinktier macht Theater (Bat und Thor 2)

Elana K. Arnold , Sylke Hachmeister , Maja Bohn
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.07.2018
ISBN 9783551553812
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Wir haben das gar nicht erwartet, weil das erste Buch als abgeschlossener Band gelesen werden konnte, aber die Geschichte von Bat und seinem Stinktierbaby geht weiter. "Ein Stinktier" macht Theater, heißt das neue Abenteuer des ungleichen Gespanns. Und für uns war klar, dass wir deren Werdegang weiter verfolgen wollen. War dieser doch bisher sehr unerwartet und etwas ganz Besonderes.

Die Geschichte geht im Grunde dort weiter, wo der erste Band aufhörte. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob man auch dieses Buch als Einzelband lesen könnte. Wohl eher nicht. Es wird zwar manches aus dem Leben der Familie wiederholt, mehr Freude an der Geschichte hat man aber, wenn man das Vorgängerbuch bereits kennt.
Thor, das Stinktierbaby ist immer noch klein. Nur hat Bat inzwischen die offizielle Erlaubnis, sich um Thor zu kümmern, ihn großzuziehen. Das macht er auch mit voller Hingabe, weswegen es in seinen Gedanken oft zu Konfliktsituationen kommt. Bat würde seine Zeit am liebsten ständig mit Thor verbringen, statt in die Schule zu gehen, Freunde zu besuchen oder sonstigen Verpflichtungen nachzukommen. Denn so ein Stinktierbaby erfordert auch Absprachen innerhalb der Familie und manche sind für Bat nicht so schön. Besonders turbulent wird es, als Bats Schwester Janie einen Theaterauftritt hat. Denn Bat will Thor unbedingt mit ins Schultheater nehmen.

Bat ist ein bisschen anders, als die meisten Kinder. Er ist oft sehr direkt und zappelig, und immer soll alles ganz genau nach seinen Vorstellungen gemacht werden. Mit unbekannten Situationen oder Planänderungen kommt Bat nicht sehr gut zurecht. Das Stinktierbaby Thor gibt Bat einen Halt und eine Konstante, vor allem aber eine Aufgabe, die er mit großer Begeisterung wahrnimmt. Kinder merken beim Vorlesen schnell, das Bat etwas Besonderes ist und das er, und nicht wie angenommen das Stinktier Thor, die Hauptrolle im Buch hat. Obwohl es innerhalb der Familie oft aufgeregt und turbulent zugeht, ist der liebevolle und verständnisvolle Umgang aller Familienmitglieder mit Bat nur zu bewundern. Das macht die Geschichte sehr eindrucksvoll, nicht nur für Kinder.

Fazit ...
Das Abenteuer von Bat und seinem Stinktier Thor geht weiter, und das genauso eindrücklich und wertschätzend, wie wir es schon einmal erlebt haben. "Ein Stinktier macht Theater" erzählt die Geschichte und Alltagserlebnisse eines kleinen Jungen, der manchmal nicht so richtig aus seiner Haut kann, der sich aber liebevoll und aufmerksam der Pflege seines Stinktierbabys widmet. Ein sehr natürliches und achtsames (Vor)-Leseerlebnis, das durch Humor und Eigensinn viel Freude macht.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Als Larson das Glück wiederfand

Martin Widmark , Ole Könnecke , Emilia Dziubak
Fester Einband: 40 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 16.08.2018
ISBN 9783845825991
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Bilderbücher mit den Texten von Martin Widmark und den Illustrationen von Emilia Dziubak vereinen spannende und gefühlvolle Geschichten mit einer Atmosphäre, die für Gänsehaut sorgt. Mit "Linas Reise ins Land Glück" haben wir immer noch allerbeste Vorlesestunden. Das neue Bilderbuch "Als Larson das Glück wiederfand" besitzt sie ebenfalls, diese zauber- und märchenhafte Atmosphäre. Dazu thematisiert das Buch aber auch, wie es ist, im Alter alleine zu sein. Damit hat es erneut unser Herz berührt.

Larson ist alt. Er wohnt alleine in seinem große Haus, weil seine Kinder schon lange ausgezogen sind und seine Frau gestorben ist. Und jetzt, so scheint es, hat Larson alle Lebensfreude verloren. Er kümmert sich um nichts mehr; die Blumen sind vertrocknet und gelüftet wurde schon lange nicht mehr. Nicht mal der Kater hielt es bei Larson aus und verschwand einfach. Stattdessen wandet Larson durchs Haus und verliert sich in Erinnerungen an die Zeit, als seine Frau und Kinder noch bei ihm waren. Nicht nur im Haus, auch in ihm sieht es sehr grau und düster aus.
Als ein Nachbarjunge Larson bittet, sich während der Ferien um den Samen seiner Blume zu kümmern, ist das dem alten Mann überhaupt nicht recht. Doch die Blume wächst, und mit ihr kehrt auch Larsons Lebensfreude zurück ... und Familienanschluss bekommt er auch.

Und wieder ist es die Atmosphäre im Buch, die ab der ersten Seite verzaubert. Ich habe mit großen Augen gestaunt und die Kinder fast schon andächtig der Geschichte gelauscht. Genau wie Larsons Gemüt, wandeln sich auch die Bilder. Von sehr düster (auch gruselig) und traurig zu hell und freundlich. Es gibt im Buch einige Traumszenen und phantastische Elemente, die Kinder vielleicht nicht auf Anhieb verstehen. Was Larson bedrückt, wie sehr er in seiner Trauer und Einsamkeit gefangen ist, das verstehen sie aber sehr wohl. Wir haben mitgefühlt und waren froh über den kleinen Nachbarjungen, der ganz vertrauensvoll den Kontakt gesucht hat und damit Freude in Larsons Leben gebracht hat.

Fazit ...
Dieses Bilderbuch ist wahrlich ein Glücksgriff! "Als Larson das Glück wiederfand" ist mit viel Gefühl und durch herausragende Bilder enorm atmosphärisch. Die vereinnahmend-gefühlvolle Geschichte thematisiert Einsamkeit im Alter, bewirkt Empathie und Verständnis und zeigt auf, was eine generationsübergreifende Freundschaft, ein Miteinander, bewirken kann. Ein Buch für Groß und Klein, für Alt und Jung, als Geschenk oder zum Behalten. Und damit ganz sicher für immer in unserem Regal.

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60 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

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Die Hochhausspringerin

Julia von Lucadou
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 23.07.2018
ISBN 9783446260399
Genre: Romane

Rezension:

"Die Hochhausspringerin" kann man nicht einfach in eine Genreschublade packen. Im Grunde ist es eine Dystopie, aber ohne die Fokussierung auf den Schauplatz eines unterdrückenden Systems. Vielleicht ist der Roman auch eine futuristische (hoffentlich utopische) Zukunftsvision. Oder doch eher eine Gesellschaftskritik? Es ist ersichtlich, eine Beurteilung ist hier nicht leicht. Für mich hat das Buch ein bisschen was von allem, und wichtig ist nur, dass es mich packen konnte. Das hat sich bis zum Schluss dann so stark gesteigert, dass ich sehr lange über die Geschichte nachgedacht habe, und noch immer daran denke.

Hochhausspringerinnen sind in dieser Geschichte Menschen mit einem extrem hohen Status. Von der Gesellschaft abgöttisch geliebt und ständig beurteilt haben sie Millionen von Fans, sind mit heutigen Superstars, eventuell sogar auf einem noch höheren Level, zu vergleichen. Der Star unter den Hochhausspringerinnen ist Riva, die auf der Höhe ihrer Karriere aber plötzlich "die Lust verliert". Sie möchte aufhören, weigert sich von heute auf morgen weiterzumachen, zu trainieren und ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen. Die Angestellte einer Überwachungsfirma, Hitomi, observiert Riva zu jedes Tages- und Nachtzeit, ohne deren Wissen. Hitomi soll eine Lösung finden, Riva zur Wiederaufnahme ihres Trainings motivieren, damit sie ein Vorzeige- und Statusobjekt der Sponsoren bleibt.

Überrascht war ich, dass die eigentliche Hauptperson in "Die Hochhausspringerin" nicht Riva, sondern Hitomi ist. Zwar beobachtet sie Riva, um eine Lösung für deren Verweigerung zu finden, gleichzeitig ist es aber Hitomis eigenes Leben, dass gänzlich mit diesem Auftrag verknüpft ist. Gelingt es ihr nicht, Riva zurückzuholen, droht Hitomi der gesellschaftliche Abstieg, bis hin zur Ausweisung von der Stadt in die Peripherien. Alle Privilegien, ihr Status und ihre Chancen, die sie in der Stadt hat, wären dann vertan. Diesen Prozess zu verfolgen empfand ich als Leserin extrem schmerzhaft.

Insgesamt hätte dem Buch etwas mehr Tempo gut getan. Das ändert aber nichts daran, dass das Szenario, sobald man sich darin zurechtgefunden hat, ungemein fesselt und erschreckt. Die Autorin beschreibt die sehr beklemmende Vision einer Gesellschaft, die perfekt funktionieren soll, in der Überwaschung und die totale Transparenz notwendig, die Anpassung der Menschen gefordert ist. Sie sollen funktionieren. Das gelingt ohne große Erklärungen, und ich benötigte diese auch nicht. Man erlebt die Geschichte, macht sich eigene Gedanken und wird in eine Utopie gezogen, die hoffentlich in dieser Form niemals eintritt.
Die Krönung des Buches ist dann wohl das Ende. Es ist hart und endgültig, denn danach rückt der Prolog des Anfangs in ein neues, grauenerregendes Licht. Ich hatte daran ganz schön lange zu knabbern.

azit
"Die Hochhausspringerin" ist die düster-intelligente Vision einer Gesellschaft, wie man sie niemals erleben mag, deren Tendenzen für das Heute aber gar nicht mal so abwegig erscheinen. Es ist ein sprachlich brillanter, zuweilen etwas schleichender Roman, der den Leser herausfordert, der die Begabung hat, auf erschreckende Art und Weise zu faszinieren und lange darüber nachzudenken. Am Ende bleibt man fast schon fassungslos und durchgeschüttelt zurück. 4 von 5 Sterne bekommt die Geschichte von mir.

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(129)

194 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 119 Rezensionen

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Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren

Ali Benjamin , Petra Koob-Pawis , Violeta Topalova
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 23.07.2018
ISBN 9783446260498
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bei manchen Büchern ist man sich, sobald man sie entdeckt, sofort sicher, dass man sie lesen möchte. So ging mir das bei Ali Benjamins Debüt "Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren". Es sprach mich thematisch sofort an, weil ich Geschichten über besondere junge Protagonisten mag, die sich die Welt oder das Leben erklären wollen oder es zumindest versuchen. Es ist kaum zu glauben, dass dies das Debüt der Autorin sein soll. Es ist ein fantastisch-guter, sehr feiner Roman über Freundschaft, Trauer und Schuld. Und über die Erkenntnis, dass manchmal Dinge einfach passieren ... und man nichts daran ändern kann.

Suzy ist nicht nur ein 12-jähriges Mädchen, das sich über viele Dinge Gedanken macht, an die andere Menschen keinen zweiten verschwenden, Suzy hat sich außerdem entschieden, nicht mehr zu sprechen. Zumindest nicht, wenn es nicht absolut notwendig ist. Sie möchte entweder nur etwas Sinnvolles sagen oder gar nichts mehr. Viel wichtiger ist es ihr zu beweisen, dass ihre beste Freundin Franny nicht einfach nur ertrunken ist, sondern dass es einen Grund dafür gab. Eine gefährliche Quallenart soll dafür verantwortlich sein, und auf diese Theorie stürzt sich Suzy mit all ihrer Energie. Dabei gewinnt sie neue Erkenntnisse über sich selbst und die Freundschaft zu Franny.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. "Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren" ist eines der Bücher, die man unbedingt gelesen haben muss. Suzys Sicht und ihre Einstellung hat mir sehr imponiert und wird mit einer Feinfühligkeit interpretiert, die man aus jeder Buchzeile herauslesen kann. Zuerst dachte ich, dass Suzy den Tod ihrer Freundin nicht auf herkömmliche Weise betrauert, sondern dass ihr Nichtsprechen und ihre Forschungen über Quallen, die das Ertrinken von Franny beweisen sollen, ihre eigene Trauer hinten anstellt. Aber das täuscht, denn Suzy trauert sehr wohl und intensiv. Sie hat starke Gewissensbisse und empfindet Schuld, weil sich die Freundschaft in den letzten Monaten sehr veränderte. Und weil Suzy darauf auf eine Art reagierte, die sie jetzt sehr belastet.

Wie alles zusammenhängt erfährt man Stück für Stück. Die Geschichte ist wunderschön und einfühlsam geschrieben und hat mich schon während des Lesens sehr berührt. Obwohl sich das Buch sehr ruhig liest, hat es eine Ausdruckskraft, der man sich nicht entziehen kann. Vor allem gegen Ende war ich sehr angespannt, weil Suzy sich scheinbar völlig in ihre Sache verrennt. Die Lösung resultiert dann im Grunde aus einem Misserfolg, mit einem hoffnungsvoll-schönen Ende, nicht nur für Suzy. Zum Schluss klingt das Buch noch einmal ganz besonders nach.

Fazit
"Dei Wahrheit über Dinge, die einfach passieren" ist ein einfühlsam-bewegendes Buch, ein besonders schöner Buchschatz, den man am Ende gleich nochmals lesen möchte, über den man auf jeden Fall noch lange nachdenkt. Die feinfühlige Geschichte fasziniert und unterhält gleichermaßen und hat in ihrer Gesamtheit dann doch etwas Ergreifendes. Es ist beeindruckend, was die Gedanken und Gefühle eines 12-jährigen Mädchens in einem auslösen. Am Ende ist die Wahrheit ganz einfach: Lies dieses Buch, du wirst es lieben!

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222 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

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Beautiful Liars - Gefährliche Sehnsucht

Katharine McGee , Franziska Jaekel
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 20.06.2018
ISBN 9783473401642
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es ist gefühlt noch gar nicht so lange her, dass ich den ersten Band der Beautiful Liars-Reihe beendet habe, und "Verbotene Gefühle" war so eindrücklich zu lesen, dass ich mich noch fast perfekt an alle Vorgänge darin erinnere. "Gefährliche Sehnsucht", der zweite Band, war darum ein Muss, und ich habe mir total darauf gefreut. Cover und Titel dieser Reihe finde ich immer noch kitschig, in mir schürt beides die völlig falschen Erwartungen. Aber wow, was hatte ich doch für ein tolles Lesen mit diesen ersten beiden Titeln! Ich kann also schon vorwegnehmen, dass mir auch der Folgeband sehr gut gefiel. Das Buch ist erneut fesselnd und auf seine Art beeindruckend.

Es ist gar nicht schwer, sofort wieder in das Geschehen rund um Avery, Leda, Rylin und Watt einzutauchen. Denn diese vier erzählen die Geschichte. Ergänzt wird das Ganze noch um die Sichtweise von Calliope, einem Mädchen, das in diesem Buch neu hinzukommt. Calliope stellt sich so dar, als hätte sie im Hintergrund gelauert, um hier ihren großen Auftritt zu feiern. Denn es ist so, dass auch dieser Teil von Intrigen und Geheimnissen nur so wimmelt. Davon lebt die Geschichte, und es ist enorm spannend mitzuverfolgen, wie sich alles verknüpft, nur selten auflöst, sogar eher verschlimmert. Und sollte man tatsächlich nicht mehr ganz genau wissen, was zuvor geschehen ist, dann hilft einem die Autorin während des ganzen Buches mit dezenten Rückblicken oder Erwähnungen auf die Sprünge. Das ist wirklich angenehm integriert, nie zu lang oder überflüssig.

Auch wenn das Buchsetting - inmitten eines gigantischen Towers in New York - schon bekannt ist, ist es wieder spektakulär und beachtlich. Es unterscheidet sich von allem, was ich bisher gelesen habe und macht diese Welt so deutlich, dass man das Gefühl hat, live dabei zu sein.
Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber ich hatte gar nicht den Eindruck, dass hier allzu viel "passiert". Vielleicht ist die Geschichte mit dem Feeling einer TV-Serie zu vergleichen, bei der man nicht wegschauen kann. Ich konnte jedenfalls kaum aufhören zu lesen, fand die Handlung süffig und brisant. Zwar steuert auch hier alles auf ein dramatisches Finale hin, das war aber weniger ausgeprägt, als noch im ersten Band. Trotzdem gelang es der Autorin auch hier, mich ein stückweit an der Nase herumzuführen. Ich habe am Ende etwas anderes erwartet und war ... überrascht. Der Schluss ist schon sehr krass und es wird bewusst verschwiegen, wer der/die Verantwortlich(en) sind. Der Abschlussband ist damit eines meiner meist ersehnten Bücher im Frühjahr 2019.

Fazit
"Beautiful Liars: Gefährliche Sehnsucht" setzt die futuristische Geschichte im höchsten Wolkenkratzer der Welt gekonnt fort. Es ist eine Geschichte voller Intrigen, düsterer Geheimnisse und Machtspiele der Reichen und Schönen, solcher, die dazugehören möchten und denjenigen, die unwillkürlich in dieses Leben hineingezogen werden. Hier scheint alles, bis ins kleinste Detail kalkuliert zu sein. Das ist sehr spannend und auch ein bisschen voyeuristisch zu lesen. Ja, das macht Spaß. Ja, das ist nicht selten dunkel und überraschend. Wer die Bücher noch nicht kennt, sollte spätestens jetzt mal reinschauen. 4,5 von 5 Sterne gibt es von mir für Band 2.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

Hier sind wir

Oliver Jeffers , Anna Schaub , Oliver Jeffers
Fester Einband
Erschienen bei NordSüd Verlag, 20.07.2018
ISBN 9783314104534
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Oliver Jeffers kennen wir bereits vom tollen Bilderbuch "Der Streik der Farben", bei dem er als Illustrator tätig war. Sein neuestes Buch "Hier sind wir: Anleitung zum Leben auf der Erde" entsprang komplett seiner Feder. Er hat es für seinen Sohn geschrieben und gezeichnet, als dieser noch ein kleines Baby war. Der Autor erzählt das in einem Vorwort und hat mich damit sehr berührt. Besonders als mir bewusst wurde, welch einen Bilderbuchschatz, voller Freundlichkeit, Humor und liebevoller Weitsicht, er damit geschaffen hat.

Das Bilderbuch startet mit einen Sternenkarte und dem Hinweis, dass der Polarstern nach Norden zeigt (nützlich, wenn man sich verirrt hat und den Weg zurück finden muss) und wie er zu finden ist. Eine ebensolche Anleitung gibt es am Ende, dann mit der Himmelsrichtung Süden. Ob man das wirklich fürs Leben braucht, ist natürlich nicht sicher. Aber der Anfang und das Ende des Buches vermitteln so den Eindruck einer warmherzigen Umarmung.

Danach zeigt das Buch unser Sonnensystem und die Position unseres Planeten - der Erde -, bevor es sich dieser im Detail zuwendet. Kleine Betrachter lernen auf ganz einfache Art und Weise unseren Erdball kennen: Land und Meer, Landschaftsformen, Tag und Nacht, Zeit, Tiere und den Menschen. Das Buch ruft zur Achtsamkeit und Freundlichkeit auf und zeigt, dass das Leben voller Diversität oder Vielfalt ist.

Wir sehen zwar alle unterschiedlich aus, verhalten uns anders und klingen verschieden ...
... aber lass dich nicht täuschen: Wir alle sind Menschen. - S. 21

Auch Tiere leben auf der Erde. Es gibt sie sogar in noch mehr Formen, Größen und Farben.
Tiere können nicht sprechen. Aber das ist kein Grund, nicht nett zu ihnen zu sein. - S. 22/23


"Hier sind wir" ist ein ungewöhnliches und beeindruckendes Sachbuch. Es verbindet Wissen mit Humor und steckt voll herzlicher Persönlichkeit. Gleichzeitig faszinieren die Einfachheit und klaren Worte, mit denen der Autor seine Geschichte und Ansichten vermittelt. Ich hatte beim Anschauen und Vorlesen immer vor Augen, wie er diese Worte an seinen Sohn, an ein Kind, richtet. Genau das macht dieses Buch besonders wertvoll und geht zu Herzen. So deutlich und gut verständlich gesagt zu bekommen, wo wir sind und was das bedeutet, lässt niemanden kalt.

Fazit ...
Gibt es tatsächlich eine Anleitung zum Leben auf der Erde? OIiver Jeffers definiert sie in seinem Bildersachbuch "Hier sind wir" ganz einfach. Sie besteht aus Achtsamkeit sich selbst und der Umwelt gegenüber, aus Respekt für Mensch und Tier und einen grundsätzlich freundlichen Haltung. Und dem schließe ich mich gerne an. "Hier sind wir: Anleitung zum Leben auf der Erde" ist ein Buchschatz, jetzt schon ein Klassiker, der in keinem Kinderregal fehlen sollte.

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Collins geheimer Channel - Wie ich endlich cool wurde

Sabine Zett , Falk Holzapfel
Fester Einband
Erschienen bei Loewe, 24.07.2018
ISBN 9783785588499
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Comicromane erfreuen sich großer Beliebtheit. Auch unsere großen Kinder (9 und 11) habe sie für sich entdeckt. Das ist aber auch kein Wunder, denn diese Art Bücher sprechen mit den vielen comicartigen Illustrationen und dem besonders gestalteten (wenigen) Text fast jede Lesevorliebe an. Kinder, die gerne lesen, genießen Comicomane für zwischendurch. Und kleine Lesemuffel werden dadurch eventuell motiviert. Sie sind also vorteilhaft in jeder Hinsicht. "Collins geheimer Channel: Wie ich endlich cool wurde" ist der erste Band der neuen Kinderbuchreihe ... und spricht genau die Themen an, die junge Leser, die Zielgruppe sind hier eindeutig Jungs, interessieren.

Collin und sein bester Freund Jo-Jo sind nicht unbeliebt und gewiss nicht uncool. Sie kommen klar, wie Jo-Jo so schön bemerkt. Aber das ist Collin zu wenig. Als er erfährt wie einflussreich die YouTuberin Miss Cherry Sunglasses ist, und wie gut sie bei seinen Klassenkameradinnen ankommt, möchte er ebenfalls zum YouTube-Star werden. Nicht ohne Hintergedanken natürlich. Und so startet Collin seinen eigenen CMC, den Chill-Mal-Channel. Doch zuerst läuft es gar nicht nach Plan. Zum Glück hat Collin seinen Freund Jo-Jo an seiner Seite.

"Wie ich endlich cool wurde" hatt mir mein Sohn (fast 11) buchstäblich aus der Hand gerissen und erst danach konnte ich das Buch selbst lesen. Wir hatten beide großen Spaß. Anfangs werden mit einem Steckbrief die agierenden Personen vorgestellt, allen voran Collin Duhm - nein, nicht Dumm! Diese Art des Kennenlernens finden wir sehr gut. Allerdings geht es dann auch im ersten Kapitel steckbriefähnlich weiter, bevor die Geschichte "richtig" beginnt, und das fand mein Sohn sehr verwirrend für einen Start.
Kurze Zeit später hatte er sich eingelesen und die Seiten flogen dahin. Die Geschichte ist sehr pfiffig und kurzweilig, vor allem aber humorvoll. Dass mein Sohn einige der Dinge im Buch noch nicht besitzt (z.B. ein Handy) oder sie noch nicht ganz aktuell sind (das Thema Mädchen) macht gar nichts. Die Altersempfehlung ab 10 Jahren ist genau richtig, alles andere währe zu früh. Mein Sohn konnte sich gut einfühlen. Fasziniert war er natürlich davon, einen eigenen YouTube-Channel zu besitzen. YouTuber sind nämlich definitiv die heutigen Stars der Kinder. Außerdem ist das Buch spannend und hält bis zum Schluss einige Überraschungen bereit. So darf es gerne weitergehen.

Fazit ...
Comicromane treffen bei den meisten Kindern voll ins Schwarze. Egal ob sie ein Buch nach dem anderen verschlingen oder kleine Lesemuffel sind. "Collins geheimer Channel: Wie ich endlich cool wurde" greift zudem das für Kinder äußerst attraktive Thema YouTube auf und setzt es mit viel Witz und auch etwas Ironie (und einigen Überraschungen!) um. Die Bilder sind klasse und machen das Buch so kurzweilig, dass es ruckzuck ausgelesen ist. Man möchte sofort einen weiteren Band ...

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138 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 92 Rezensionen

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Spinster Girls – Was ist schon normal?

Holly Bourne , Nina Frey
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.07.2018
ISBN 9783423717977
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Drei Mädchen gründen den Spinster Club, um Themen des Feminismus zu diskutieren. Das klingt doch nach einer tolle Idee! Genau das war mein erster Gedanke, als ich das Buch in der Hand hielt. Denn ich bin der Meinung, dass wir starke Mädchen brauchen, dass Mädchen unabhängig und eigenständig denken sollten, um laut ihre Meinung zu sagen. Und dass Mädchen davon profitieren, füreinander einzustehen und sich zu unterstützen.

Das Buch ist der Anfang einer Trilogie, in der jedes Mädchen des Spinster Clubs (Evie, Lotti und Amber) seine eigene Geschichte bekommt. In "Was ist schon normal?" geht es um Evie, die an einer psychischen Krankheit leidet und darüber auf keinen Fall mit ihren neuen Freundinnen sprechen möchte. Es geht um Freundschaft, aber auch Ängste, um Meinungsbildung, Akzeptanz und Vertrauen.
Die Geschichte liest sich super! Spritzig und humorvoll, soweit ich das beurteilen kann, auch authentisch. Evie möchte zwar ihren Freundinnen nichts über ihre Krankheit erzählen, gibt dem Leser aber einen sehr detaillierten Einblick. Das ist oft direkt und schonungslos und ergreifend. Nichts dieser psychischen Erkrankung ist die Schuld des Betroffenen. Neben diesem Hauptthema - und dem Thema Jungs (und da kommen wirklich viele vor, was verständlich ist, die Mädchen sind sechzehn), - geht der Spinster Club manchmal ein bisschen unter. Trotzdem wird über Themen diskutiert, die Mädchen und Frauen betreffen. Es lohnt sich, sich darüber Gedanken zu machen.

Kritisch im Buch muss ich den Alkoholkonsum der Mädchen sehen, denn diesen empfand ich als eindeutig zu hoch. Und um die Frage des Buchtitels aufzugreifen, das ist nicht normal und sollte es bei Jugendlichen auch nicht sein. Es geht nicht darum, dass Alkohol getrunken wird, sondern dass die Autorin keine Konsequenz aufzeigt oder dem Leser deutlich macht, dass es eben nicht okay ist, so viel zu trinken.

Im Verlauf der Geschichte merkt man, wie Evie sich verändert, in alte Denkmuster und Zwänge zurückfällt. Alles steuert auf einen großen Zusammenbruch zu. Hier habe ich das Buch mit einer gewissen Anspannung gelesen, weil es mich sehr durchgerüttelt hat. Das Ende, rund um Evie, ihre Familie und auch ihre Freundinnen fand ich sehr gut gelungen. Denn, was kaum möglich schien, Evie ist am Schluss auf einem guten Weg der Akzeptanz ihrer selbst, inklusive dem Willen, die psychische Erkrankung als einen Lebensbestandteil anzusehen und Maßnahmen zu ergreifen, damit bestmöglich umzugehen. Denn was ist heute schon normal?

Zusammengefasst:
"Spinster Girls: Was ist schon normal?" gelingt ein großartiger Spagat zwischen spaßiger Unterhaltung, Girl Power, und dem Thema psychische Erkrankungen (hier Zwang- und Angststörungen). Es ist eine ehrliche Geschichte, bei der man viel lacht, die ganz schön durchschüttelt und am Ende Mut macht, sich mit dem Leben und sich selbst auseinanderzusetzen. Ich empfehle dieses Buch ganz stark und würde es jederzeit nochmals lesen ... und alle weiteren Bände dazu.

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82 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

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Hyde

Antje Wagner
Fester Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 10.07.2018
ISBN 9783407754356
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Hyde" gehört zu den Büchern, bei denen ich nach einem ersten Blick weiß, dass ich sie lesen muss. Ich kann nicht mal genau festmachen woran das hier lag. Am düster-versteckten Cover? Am mysteriösen Klappentext? Ganz sicher aber an Autorin Antje Wagner, deren Art zu Schreiben und Themen aufzugreifen mich bereits in einem anderen Roman in den Bann zog. Jedenfalls hatte ich nur eine vage Vorstellung, was mich in "Hyde" erwarten würde. Die Geschichte empfand ich dann tatsächlich als mysteriös, auch gruselig, manchmal sogar etwas losgelöst vom Erklärbaren und kalt, eisig kalt.

Schon der Anfang ist ungewöhnlich. Katrina hat ihre Lehre als Tischlerin abgeschlossen und befindet sich auf der Walz. Das ist eine Art traditionelle Wanderschaft von Handwerksgesellen, bevor sie eine Anstellung bekommen. Sie wandern "durchs Land" und verdienen sich Kost und Logis durch Arbeit. Mit ihrem Charlottenburger, ein Tuch, in dem sie all ihren Besitz hat, läuft Katrina an der Straße entlang. Es ist so kalt, dass sie ihren Körper nicht mehr spürt, aber auf der Walz darf sie kein Geld ausgeben, zum Beispiel für ein Taxi. Es fallen Wörter wie Kriegskasse und Gefangennahme ... viel weiß man als Leser da noch nicht. Und ich war völlig gebannt, noch planlos, was mich erwarten würde, und mir war beim Lesen auch seltsam unheimlich zumute. Endlich hält ein Wagen, Katrina steigt ein und erhält ein willkommenes Jobangebot. Schließlich muss sie auf der Walz für ihren Unterhalt arbeiten. Und dann beginnt die Geschichte so richtig ...

Der Roman ist fragmentiert in Szenen im Hier und Jetzt und Ausschnitte aus Katrinas Vergangenheit. Es geht darum zu erfahren, was passiert ist, warum Katrina von Gefangennahme spricht und einen Racheplan verfolgt. Warum sie undeutlich spricht und immer ein Tuch vor dem Gesicht hat. Und warum sie so spröde, so sensibel und gleichzeitig unglaublich taff ist. Schnell war mir klar, dass alles mit einem versteckten Ort namens Hyde zusammenhängt (kommt nicht von verstecken, engl. to hide, sondern von Dr. Jekyll und Mr. Hyde - gruselig, oder?), Katrinas ehemaliges Zuhause, mitten im Wald.

Antje Wagner schreibt genial und hochwertig, sodass ich an den Seiten klebte und mir im Hochsommer frostige Schauer über den Körper liefen. Das Lesegefühl lässt sich als herb, frostig und oft erschreckend beschreiben. Ich war so fasziniert davon, wie sich mit der Zeit alles zusammenfügt, dass es für mich eine Geschichte mit Sogwirkung war. Am Ende gibt es eine Auflösung, die aber eventuell eine andere Gewichtung hat, als viele Leser erwarten. Es wird sogar phantastisch (oder eher metaphorisch?), einfach unvorhergesehen. Ich fand's großartig!

Fazit
Ihr ehemaliges Zuhause Hyde verkörpert für Katrina das Gute und das Böse gleichzeitig. Ganz in Dr-Jekyll-und-Mr-Hyde-Manier. Warum das so ist, das gilt es in "Hyde" herauszufinden. Ich hatte ein überwältigendes Leseerlebnis mit dem Buch, das mich buchstäblich aus meinem Versteck holte, nicht immer angenehm, sehr polarisierend, aber rundum vereinnahmend war. Leser von atmosphärischer und düsterer (sogar etwas phantastischer) Spannung kommen hier voll auf ihre Kosten und bekommen zudem ein perfekt geschriebenes Buch. 5 von 5 Sterne vergebe ich.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

Ida und der fliegende Wal

Rebecca Gugger , Simon Röthlisberger
Fester Einband
Erschienen bei NordSüd Verlag, 20.07.2018
ISBN 9783314104466
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Alleine das Cover ist beeindruckend schön und macht Lust auf die Geschichte. Ida, ein kleines Mädchen, lernt einen fliegenden Wal kennen, dem sie sofort vertraut und der ihr Freund wird. Ein ungleiches Gespann und doch so faszinierend. Und so genügte ein Blick von uns auf "Ida und der fliegende Wal", und wir waren Feuer und Flamme für dieses Bilderbuch. Oder besser, wir wollten mit Ida und ihrem fürsorglichen Freund, dem Wal, auf eine eindrückliche Flugreise gehen.

Ida wohnt in ihrem Baumhaus, mitten in einem kleinen Birkenwäldchen. Ihr gefällt es dort, und trotzdem sitzt sie oft vor ihrer Haustüre, baumelt mit ihren Füßen, und fragt sich, was wohl hinter der Sonne, dem Mond und den Sternen sein wird. Eines Nachts fällt Ida sprichwörtlich aus dem Bett, als ein fliegender Wal draußen auftaucht und Ida einlädt, ihn auf eine Reise hinter die Sterne zu begleiten.

Ida und der Wal machen eine Traumreise, indem sie irgendwo ins Nirgendwo fliegen und doch an vielen wunderlichen und erstaunlichen Orten vorbeikommen. Und sie erzählen einander von Normalem und Besonderem, von Bekanntem und Fremden. Der Wal beschütz Ida, und die ist froh, dass sie zusammen sind. Die Geschichte ist voller Philosophie und Surrealismus, ob junge Kinder einen Sinn darin erkennen, ist nebensächlich. Es geht hier ums Gefühl und die Fantasie eines jeden Betrachters. Meine jüngste Tochter (3), die noch nicht ganz die Altersempfehlung erreicht hat, war völlig vereinnahmt davon, fast schon andächtig ruhig beim Vorlesen. Dazu tragen sicherlich auch die wunderschönen Aquarellbilder bei, die zu den eindrücklichsten und für mich schönsten im Bereich Bilderbuch gehören. Man ist beim Betrachten immer wieder überrascht und hingerissen. Wirklich top!

Fazit ...
In "Ida und der fliegende Wal" begleitet man Ida und ihren neuen Freund, den Wal, der nicht schwimmt, sondern mit ihr auf dem Rücken fliegt, auf eine Traumreise der besonderen Art. Dazu widmet sich das Buch den großen (Kinder)-Fragen des Lebens, steckt voller Philosophie und vereinnahmender Faszination. Vielleicht ist es einfach das Beste, zusammen zu sein. Die Gestaltung ist so perfekt und schön, dass man vor Freude in die Hände klatschen möchte. Ein fantastisches Bilderbuch!

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27 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Der nächstferne Ort

Hayley Long , Josefine Haubold
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.03.2018
ISBN 9783551560407
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es sind oft die leisen Bücher, die unauffälligen oder, besser gesagt, unaufdringlichen Bücher, die bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen. Leider fallen aber gerade diese oft hinter den Spitzentiteln zurück, müssen es erst mal bemerkt werden, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Selbst als Vielleserin kann man sich nicht jedes Buch ganz genau anschauen. "Der nächstferne Ort" war eine Leseempfehlung, eine, für die ich sehr dankbar bin. Denn hätte ich das Buch nicht gelesen, hätte ich einen Buchschatz verpasst, ein Buch, das mich nachhaltig berührt und ergriffen hat.

Die Familie des 13-jährigen Griff und seines älteren Bruders Dylan führt ein eher unkonventionelles, aber sehr inniges Leben. Alle paar Jahre zieht es sie an einen anderen Ort und so haben die Jungen mit ihren Eltern schon auf mehreren Kontinenten gewohnt, sind nirgends fest verwurzelt. Aktuell wohnen sie in New York. Auf dem Rückweg von einer Ferienreise passiert ein großes Unglück, Griff und Dylan verlieren ihre Eltern.
So kurz umrissen klingt das nach einem echten Drama. Und das ist es auch. Die Geschichte ist eine Tragödie, die zu Herzen geht, die den Leser an die Hand nimmt und ihn miterleben lässt, wie Griff und Dylan nun ohne ihre Eltern zurechtkommen müssen. Während Dylan, der die ganze Geschichte erzählt, ruhig leidet, und lieber dafür sorgt, dass es seinem jüngeren Bruder gut geht, ist Griff oft etwas giftig und unnahbar. Aber wer soll es ihm verdenken? Die Situation der Jungen ist einfach unvorstellbar traurig.

Sehr gut gefallen hat mir, dass die Geschichte nichts Reißerisches an sich hat, und nicht auf Sensationslust ausgelegt ist. Statt die Jungen mit noch mehr Drama zu überfordern, stellt die Autorin ihnen freundliche Mitmenschen an die Seite, die sich um sie kümmern und ihnen helfen. Der Verlust der Eltern ist auch wirklich schlimm genug. Dafür ist die Handlung sehr gefühlvoll, ja liebevoll, und berührt stark. Mehrfach hatte ich während des Lesens einen dicken Klos im Hals.

Eine große Besonderheit ist das Druckbild des Buches. Zuerst glaubte ich sogar an einen Fehler, denn einige Worte/Sätze sind kleiner oder größer abgedruckt als der Rest. Je nach dem momentanen Empfinden oder der Lautstärke der agierenden Person. Dadurch ergibt sich ein ganz eigenes Lesegefühl, eine Dynamik, die eine einzigartigen Lesesog zur Folge hat.
Lange Zeit dachte ich, das Buch kommt ohne weiteren (tragischen) Höhepunkt aus. Aber es gibt gegen Ende eine Wendung, die mich kalt erwischte und eifrig im Buch zurückblättern ließ, obwohl mir ein solcher Wechsel in der Handlung nicht unbekannt ist. Das Ende ist wunderschön und vereinnahmt gleichzeitig so stark, dass man sich nicht wehren sollte, gegen das Schluchzen und die Tränen, die dann ganz sicher fließen werden.

Fazit
Mir fällt kein Fazit ein, das dem Buch "Der nächstferne Ort" annähernd gerecht wird. Dieses Buch sollte gelesen werden. Es ist ein gefühlvolles Drama (mit Überraschungseffekt!) und das beste Beispiel für Verständnis und Freundlichkeit in Zeiten von Trauer und Verlust. Die Geschichte ging mir sehr zu Herzen und hat mich gleichzeitig beeindruckt und bewegt. Den Klos im Hals, der sich beim Lesen bildet, wird niemand ewig herunterschlucken können. Am Ende wird man das Buch schluchzend, aber mit einem Lächeln schließen ... und das ist gut so! 5 von 5 Sterne gibt es von mir.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

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Kalle und Elsa

Jenny Westin Verona , Karl-Axel Daude , Jesús Verona
Fester Einband
Erschienen bei Bohem Press, 12.06.2018
ISBN 9783959390668
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Erinnerung an die Sommer unserer Kindheit gehen Hand in Hand mit den heutigen Erlebnissen unserer Kinder. Wie war das, als wir den ganzen Tag am Strand verbrachten, uns niemals langweilig wurde, weil es so viel zu bestaunen, zu erleben und auszuprobieren gab? Wie ist das heute für unsere Kinder? Ich denke, das Wort Abenteuer trifft es ganz gut. Und ein Abenteuer erleben auch Kalle und Elsa bei einem Tag am Strand - ihr ganz eigenes und fantasievolles Sommerabenteuer.

Elsa möchte Kalle ihren Strand zeigen. Und endlich ist der große Tag gekommen. Mit den Rädern und einem Wagen voller Ding, die man am Strand unbedingt braucht - der Schwimmdelfin ist sehr wichtig! -, geht es durch den Wald in Richtung Meer. Als sich der Wald zum Strand öffnet (das ist übrigens wunderschön dargestellt), sind sie endlich da. Sofort kann das Abenteuer beginnen. Während Elsas Papa den Schwimmdelfin aufbläst, beginnen die Kinder damit, ein Loch zu graben. Sie stellen sich vor, was sie darin alles fangen können und schon wird der Strandtag zu einem Erlebnis voller Fantasie und Freundschaft.

Die Geschichte startet auf der ersten Doppelseite ohne Text. Diesen benötigt es auch nicht, denn alleine beim Anschauen ist alles gesagt. Ich war überwältigt von der Aussagekraft der Bilder, ihrer Atmosphäre und Detailverliebtheit. Das zieht sich durch das ganze Buch, auch meine Kinder waren total fasziniert. Kalle und Elsas Stranderlebnisse sind einfach und klar erzählt, entspringen ihrer eigenen Fantasie. Das bedeutet für sie meist spielerisches Abenteuer und Action, ebenso geht es aber auch um Streit und Kummer. Das wird sehr gefühlvoll und kindgerecht vermittelt. Das Bilderbuch endet wie es begann - mit einem schönen und einfallsreichen Tag am Strand.

Fazit ...
"Kalle und Elsa: Ein Sommerabenteuer" ist ein Bilderbuch zum Staunen und Träumen, ein Buch der Erlebnisse und Erinnerungen. Die wunderschöne Illustrationen sorgen für Begeisterung und der Text ist so gut verständlich, dass Kinder das Geschehen, und sei es noch so fantasievoll, gut nachvollziehen können. Einfach toll! Dieses vielfältige Vorleseerlebnis ist ein Herzensbuchtipp ... nicht nur im Sommer.

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427 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

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Vertrauen und Verrat

Erin Beaty , Birgit Schmitz
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.03.2018
ISBN 9783551583833
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bei "Vertrauen und Verrat" war es so, dass ich mich vor dem Lesen sehr kritisch fragte, warum ich mir dieses Buch ausgesucht hatte, warum ich es so dringend lesen wollte. Das Thema der Heiratsvermittlung, bzw. -verkupplung erschien mir plötzlich nicht mehr so reizvoll. Trotzdem war ich noch guter Dinge, als ich begann. Die Karte, vorne im Buch, ist großartig und erinnerte mich etwas an die aus "Herr der Ringe". Dann jagte eine Seite die nächste ... und ich war völlig gebannt. Wow, was für eine Geschichte! Erwartungslos ein Buch beginnen und dann komplett POSITIV überrascht werden; das sind doch wirklich die allerbesten Leseerlebnisse. Schon jetzt kann ich sagen: Ich will mehr!

Die Geschichte spielt in einer High-Fantasy-Welt. Dabei beschränkt sich die Fantasy-Komponente auf das erfundene Königreich Demora und dessen altertümliche Auslegung. Magie, besondere Kräfte oder Zauberei spielen im Buch keine Rolle. Die sehr coole und schlagfertige Hauptprotagonistin Sage hat früh ihre Eltern verloren, ist danach bei ihrem Onkel aufgewachsen und soll nun von der Hohen Kupplerin des Landes verheiratet werden. In Demora ist es Tradition, dass adelige Mädchen ihrem zukünftigen Mann durch eine Art Heiratsvermittlung "zugeteilt" werden. Natürlich dürfen die Mädchen auch ablehnen, aber Hochzeiten aus politischen Kalkül, ohne Liebe, sind in Demora in Adelskreisen üblich. Sage wehrt sich dagegen und geht stattdessen bei der Kupplerin in die Lehre. Während der Reise zum großen Verkupplungsball soll Sage die zukünftigen Bräute ausspionieren, um ihre Empfehlungen auszusprechen. Begleitet wird die Reisegesellschaft von einer Division der Armee, die extra zum Schutz der Bräute abgestellt wurde. Denn im Hintergrund braut sich ein Krieg zusammen.

So viel zur Grundstory. Ich war so vertieft in die Geschichte, dass ich schon nach kurzer Zeit einfach nur noch lesen wollte. Es ist eine langsame, aber spannende Geschichte, ein politisches Machtgefüge aus Intrigen und Verrat, mit vielen Überraschungen und einer großen Portion an romantischem Bauchkribbeln. Auch nach über 200 Seiten ist nicht genau zu erfassen, wo das Ganze hinführen soll, wer mit wem und warum. Das ist super. Das Beste daran ist ein geniales Verwirrspiel! Im Buch gibt es eine Wendung, nach der man den Roman am liebsten nochmals von vorne beginnen, oder eifrig zurückblättern möchte, um auch ja nichts zu verpassen. Wer ganz genau liest, oder sich dummerweise schon vorher spoilert, so wie ich, könnte eventuell auf die Lösung kommen. Alle anderen werden vor Überraschung aus allen Wolken fallen.

Von mir hätte das Buch die Höchstwertung bekommen, wenn mir der Schluss, gemessen an der sonstigen, teilweise sehr harten Handlung, nicht etwas zu happy und kuschelig gewesen wäre. Warum nur hat die Autorin hier nicht mehr ihres süßen Herzschmerzes beibehalten? Ein Leseerlebnis der Extraklasse ist das Buch auf jeden Fall trotzdem. Zwar ist "Vertrauen und Verrat" der Starttitel einer Trilogie, kann aber auch als abgeschlossener Einzelband gelesen werden. Aber ich sagte ja schon: Ich will mehr!

Fazit
"Vertrauen und Verrat" habe ich mit wenig Enthusiasmus begonnen, bis es mich nach wenigen Seiten aus den Socken haute. Diese Bucherlebnisse sind die besten! Hier bekommt man wirklich alles: Eine sehr gute und spannende Geschichte, inmitten eines Landes aus Kalkül, Intrigen und Machtspielen, eine taffe Hauptprotagonistin und ein mega (Liebes)-Verwirrspiel. Wirklich, das ist absolut toll gemacht! Ein Ende mit mehr Herzschmerz, dafür weniger Weichspüler- und Kuschelmodus hätte mir zwar besser gefallen, aber sei's drum. Das Buch ist genial! 4,5 von 5 Sterne vergeben ich dafür.

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

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Die Ziege auf dem Mond

Stefan Beuse , Sophie Greve
Fester Einband: 72 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 23.07.2018
ISBN 9783446260504
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Das Leben im Augenblick" ist der Untertitel von des Buches. Und genau das ist es, was die Ziege macht; sie lebt im Augenblick ... alleine ... auf dem Mond. Wie sie auf den Mond kam? Wie lange sie schon dort lebt? Warum auf dem Mond Rucola wächst und warum die Uhr dort immer auf viertel nach neun steht? Das sind alles berechtige Fragen. Wichtig sind sie aber nicht wirklich und werden im Übrigen meist von erwachsenen Lesern gestellt. Hier können Kinder viel besser akzeptieren, dass manche Dinge einfach nur sind. Und das es gut ist, dass sie sind.

Jeder Stern steht für einen Wunsch, das wusste die Ziege aus der platten Welt, und damals hatte sie sich so viel gewünscht, dass der ganze Himmel hätte leer sein müssen. Aber von dem ganzen Wünschen wurde man bloß traurig, und da hatte die Ziege gemerkt, dass es nicht gut war, zu viel zum Wünschen zu haben. - S. 11

Die Ziege erlebt ein Abenteuer voller Wunder, Erkenntnisse und Philosophie. Langweilig ist es ihr nämlich nicht, so ganz alleine auf dem Mond. Die Ziege schläft viel, sie träumt, sie findet, dass Spiegelei (und Rucola!) das beste Frühstück der Welt ist, und dass es einfach nur schön ist, den halben Tag im Mondstaub zu liegen und dem Flüstern der Sterne zuzuhören. Doch dann landet ein riesiges unbekanntes Ding auf dem Mond. Ausgerechnet in der Nähe des tiefsten Kraters, in den die Ziege alles verbannt hat, was ihr gefährlich werden könnte. Trotzdem ist der Ziege leicht ums Herz, als sie sich auf den Weg zu dem riesigen unbekannten Ding macht, denn die Ziege findet, dass sie das beste Leben auf der Welt führt. Dennoch, eine Portion Mut kann niemals schaden.

Liest man Kindern "Die Ziege auf dem Mond" vor, sind sie einfach nur fasziniert. Das liegt daran, dass sie Dinge nicht so stark hinterfragen wie Erwachsene und auch nicht zu jedem Detail einen Hintergrund oder eine Erklärung verlangen. Die Kombination aus Geschichte und wunderschönen (Aquarell)-Illustrationen trifft sofort ins Herz. Es ist aber schon so, dass man sich auf dieses Buch einlassen muss, bereit sein muss, Dinge als gegeben hinzunehmen. Man kann das Leseerlebnis tatsächlich ein bisschen mit "Der kleine Prinz" vergleichen, vor allem in Hinblick auf Lyrik, Tiefsinn und Lebensweisheiten. Ich empfand "Die Ziege auf dem Mond" jedoch zeitgemäßer und lustiger. Die Geschichte ist klug und liebenswert gleichermaßen.

Wenn man vor etwas Angst hat, ist das Allerschlimmste die Angst. Angst verschwindet, wenn man einfach mal macht. Also gibt es Angst nicht wirklich. Sie ist nur das, was man denkt oder sich vorstellt, und hat nichts mit dem zu tun, was wirklich ist. - S. 68

Fazit ...
Ich wollte nur mal kurz reinlesen ... kam nicht mehr davon los, bis ich das Buch zu Ende gelesen hatte. Mir persönlich hat die Geschichte imponiert, meine Kinder hat sie fasziniert und erstaunt. "Die Ziege auf dem Mond oder Das Leben im Augenblick" hat etwas Märchenhaftes und etwas Losgelöstes, ist aber auch ebenso fantasievoll, ein bisschen verrückt und bereichernd. Es kann ganz sicher nicht schaden, sich das Buch einfach mal anzuschauen. Im Gegenteil, es ist ein wunderbares (Vor)Leseerlebnis.

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78 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

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Sprichst du Schokolade?

Cas Lester , Christine Spindler , Kate Forrester
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei arsEdition, 18.06.2018
ISBN 9783845827353
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Josie ist recht selbstbewusst und schlagfertig. Das muss sie auch sein, bei drei älteren Brüdern. Die Geschwister harmonieren gut, auch wenn Josies Vater die Familie schon früh verlassen hat. Einzig Josies Legasthenie bringt sie manchmal in blöde Situationen. Entweder weiß sie nicht richtig, wie sie sich ausdrücken oder etwas schreiben soll (ein Hoch auf die Autokorrektur ihres Handys!), und dann tritt sie wegen dieser Fehler in so manches Fettnäpfchen und ist oft dem Spott bestimmter Mitschüler und sogar Lehrer ausgesetzt. Als Nadima als neue Klassenkameradin hinzukommt, fühlt sich Josie dem Mädchen sofort verbunden. Beide verstehen nicht viel von dem, was der andere sagt. Doch sie finden einen Weg, sich auch ohne viele Worte zu verständigen.

Da standen wir und futterten die Süßigkeiten, die wir uns gegenseitig geschenkt hatten, und in diesem Moment wusste ich, dass wir Freundinnen werden würden, auch wenn keine von uns ein Wort von dem verstand, was die andere sagte.
Keine Ahnung, woher ich das wusste. Ich kann es nicht erklären. Aber ich wusste es einfach. - S. 25


"Sprichst du Schokolade" ist ein (Kinder)-Buch, bei dem man sofort merkt, dass man es gerne lesen wird ... und zwar auch außerhalb der eigentlichen Zielgruppen-, bzw. Altersempfehlung. Denn das Buch macht, bei einem wichtigen Thema als Mittelpunkt, einfach Spaß. Ich konnte kaum mit dem Lesen aufhören.
Josie ist ein Mädchen, mit dem sich viele Kinder identifizieren können. Sie ist ein Sonnenschein, meist fröhlich und ideenreich, hat aber gleichzeitig auch so einige Dinge, die ihr Sorgen oder ein komisches Gefühl machen. Die sich verändernde Freundschaft zu ihrer besten Freundin Lily zum Beispiel. Oder wiederkehrender Ärger mit Lehrern. Dann wäre da noch Josies Legasthenie und ihre recht große Klappe. Das Alltagsgeschehen ist jederzeit gut nachvollziehbar.

Insgesamt konnte ich Josie aber nur bewundern. Als sie Nadima kennenlernt, ist sie völlig vorurteilsfrei und ist sehr freundlich zu dem neuen Mädchen. Die beiden haben trotz der Sprachschwierigkeiten eine gute Zeit zusammen. Dann ist Josie manchmal aber auch sehr übereifrig, stößt Nadima ganz schön vor den Kopf. So stark, dass es zum großen Streit kommt. Hier ist mehr Sensibilität und Verständnis gefragt. Am Ende profitieren beide Mädchen davon. Sie finden auch über ihre unterschiedlichen Kulturen zueinander.
Als schöne Besonderheit befinden sich hinter im Buch ein paar Rezepte, die während der Handlung ein Thema sind. Wir haben Josephines leckeren Tunfisch-Nudelauflauf sofort ausprobiert.

Fazit ...
Schon nach den ersten Seiten war mir klar, dass "Sprichst du Schokolade" ein humorvolles Wohlfühlbuch mit einem wichtigen und aktuellen Thema sein würde. Es ist ganz natürlich, scheut sich nicht vor Konflikten, vermittelt aber auch ein gutes Maß an Sensibilität und Wertschätzung für Menschen, egal ob aus dem eigenen Land oder aus anderen Kulturkreisen. Mich hat die Mischung aus freudiger Toleranz, Humor und Nachdenklichkeit beeindruckt.

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Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

Tomi Adeyemi , Andrea Fischer
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.06.2018
ISBN 9783841440297
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Autorin Tomi Adeyemi hat sich von ihrer nigerianischen Herkunft zu ihrem Debüt "Children of Blood and Bone: Goldener Zorn" inspirieren lassen. Gleichzeitig sollte ihr Buch ein Beitrag zur Lösung des Problems sein, dass auch heute noch viele schwarze Männer, Frauen und Kinder grundlos angegriffen und unterdrückt werden. Ob ihr das mit einem Fantasyroman gelingt, ist natürlich nicht sicher. Aber das Buch wird gelesen und es ist ein Hit. Ich selbst wollte mir ebenfalls ein Bild von der hochgelobten Geschichte machen ... und sie gefiel mir ab Beginn. "Goldener Zorn" ist ein atmosphärisches Abenteuer und konnte mich, trotz stellenweiser Kritik, für sich einnehmen.

Die von der Autorin erschaffene Welt Orïsha orientiert sich an Afrika. Das ist schon aufgrund der wunderbaren Karte im Buch ersichtlich. Alle Charaktere sind schwarz, das wird dem Leser durch wiederkehrende Beschreibungen immer wieder neu ins Gedächtnis gerufen. Noch nie habe ich das in einem Roman so intensiv erlebt. Und das Land ist grausam. Einst lebten die Maji in Orïsha, Menschen mit magischen Kräften. Bis der herrschende König alle hinrichten und nur deren Nachkommen am Leben ließ. Dieses Kinder sind im Land geächtet und werden unterdrückt, oft willkürlich getötet. Eine dieser Maji-Nachkommen ist Zélie, die plötzlich die Chance erhält, die Magie nach Orïsha zurückzubringen. Eine Reise mit einer fast unlösbaren Aufgabe beginnt.

Ich empfand die Geschichte als sehr atmosphärisch und anders. Und dass, obwohl die eigentliche Handlung nicht neu ist. Eine Weltrettungsmission (hier Magie-Rettung) mit einer Wanderschaft quer durchs Land. Das scheint fast unmöglich, und die Reise ist mit allerhand Gefahren und Hindernissen verbunden. Klingst das bekannt? Ist es auch. Trotzdem wurde ich von der Handlung mitgerissen. Das lag zum einen an der großen Spannung und Action in der Geschichte, sicherlich aber auch an Zélie und Amari, ihrer Begleiterin, zwei (Haupt)-Protagonistinnen, die Ungerechtigkeit nicht länger hinnehmen wollen, sich auflehnen und dagegen kämpfen. Mit von der Partie sind außerdem noch Zélies Bruder Tzain, und später Amaris Bruder Inan. Diese Gruppe gefiel mir, denn deren Werdegang von Streit, Spannungen zu sich entwickelnden Freundschaften und Verbündeten ist sehr gut. Dafür war mancher Twist für mich nicht sehr überraschend.

Kleine Logiklöcher, ja, die gab es ab und an, lasse ich zugunsten der packenden Story gerne außen vor. Ein großer Kritikpunkt, und für mich der Grund, warum ich dem Buch keine Höchstwertung geben kann, ist/sind aber die Lovestory(s). Diese waren sowas von unnötig, dass sie mich wirklich störten. Zwei Mädchen und zwei Jungen im Roman? Da muss nicht unbedingt eine Liebesgeschichte draus werden! Das hätte bei der tollen Geschichte wunderbar als Gemeinschaft oder Freundschaft funktioniert. Ich weiß nicht, ob die Idee von der Autorin kam oder ob ihr gesagt wurde, hey, das Buch ist für Jugendliche, also muss eine Lovestory drin sein. Genau so wirkt es nämlich. Glücklicherweise fast kitschfrei, aber einfach unnötig.

Die Spannung im Buch ist konstant hoch, aber richtig, richtig spannend und aufwühlend wird es zum Schluss. Hier führt eine Aktion zur nächsten, und das ist so vorwärtstreibend, dass man hochkonzentriert liest, um auch ja nichts zu verpassen. Das Ende lädt dann zum Spekulieren ein. Ich bin sicher nicht die einzige Leserin, die den Folgeband gerne sofort greifbar hätte.

Fazit
"Children of Blood and Bone: Goldener Zorn" ist trotz bekannter Storyline mitreißend-anders. Das Buch liest sich atmosphärisch und actiongeladen, so hart, dass es den Leser nicht selten ganz schön durchschüttelt. Zélie und Amari sind großartig, zwei authentische Heldinnen, von denen man noch viel mehr lesen mag. Schade, dass die Geschichte mit einer völlig unnötigen Lovestory bedacht wurde. Ziemlich unverständlich, denn sie wäre ohne noch viel eindrücklicher gewesen. Nach den sich überschlagenden Ereignissen am Ende, ist das nächste Buch der Reihe ein Muss. 4 von 5 Sterne vergebe ich dafür.

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

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Feuerwerk mit Todesfolge

Robin Stevens , Nadine Mannchen
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 15.03.2018
ISBN 9783957280541
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich erwarte jedes Buch der Serie Ein Fall für Wells & Wong mit großer Spannung. Im Bereich Jugendbuch sind die Bücher einzigartig. Mit dem englischen Charme der 30er-Jahre und dem Flair eines Agatha-Christie-Krimis ermitteln die Schülerinnen Daisy Wells und Hazel Wong nun bereits in ihrem vierten Mordfall. Ihre selbst gegründete Detektei Wells & Wong feiert einen "Erfolg" nach dem anderen. Sehr zu Leidwesen der Eltern, Lehrer und natürlich dem der Mörder. Doch die zwei Mädchen ermitteln so geschickt, dass sie inzwischen auch bei der Polizei nicht mehr auf taube Ohren stoßen. Auf geht's, in ein neues Abenteuer.

Für ihren vierten Mordfall kehren die Mädchen wieder an den Ort zurück, an dem alles begann, an die Deepdean Mädchenschule in England. Doch dort ist nichts mehr so wie es früher war. Die neue Schulsprecherin genießt gemeinsam mit ihren fünf Aufsichtsschülerinnen zwar hohes Ansehen bei der Schulleitung, sie schikanieren aber die jüngeren Mädchen. Auch zwischen diesen sechs Mädchen scheinen Dinge nicht zu stimmen. Die Deepdean ist kein Ort mehr, an dem man gerne ist, Streit und Missgunst bestimmen den Alltag. Und dann hat Elizabeth, die Schulsprecherin, einen tödlichen Unfall. Daisy und Hazel sind sich sicher; das war Mord!

Im Grunde kann man diese Aussage auf alle Wells & Wong-Bände anwenden: Autorin Robin Stevens weiß einfach, wie man eine perfekt durchdachte Handlung zu Papier bringt. "Feuerwerk mit Todesfolge" ist spannend und logisch aufgebaut, dazu wirklich wunderbar geschrieben. Besonders gut gefielen mir auch einige zeitgeschichtliche Themen der 30er-Jahre, die mit der Geschichte verknüpft wurden. Hier kommt sogar etwas Tiefsinn ins Buch. Auch Daisy und Hazel haben sich weiterentwickelt. Trotz Missverständnissen und Zänkereien empfinde beide als reifer, nicht mehr ganz so kindlich. Gut gemacht!

Der Handlungsort der Mädchenschule ist für die Reihe natürlich nicht neu, den kennt man schon aus Band 1. So brauchte ich die tolle Karte am Buchanfang auch nicht unbedingt. Allerdings waren mir diesmal fast zu viele Personen im Spiel, und bei der Rekonstruktion des Mordes muss man sich schon sehr stark konzentrieren, um folgen zu können. Das sind aber Kleinigkeiten, denn das Leseerlebnis ist wieder klasse. Auch dieser Fall wird bestens abgeschlossen, das Ende macht dann definitiv Lust auf den nächsten Teil der Reihe.

Fazit
"Feuerwerk mit Todesfolge: Der vierte Fall für Wells & Wong" setzt das charmant-hochwertige Lesegefühl für diese Buchreihe fort. Sehr unterhaltsam, oftmals humorvoll und galant-spannend wurde ich erneut eingeladen mit Daisy, Hazel und ihren Freundinnen einen Mordfall an der Mädchenschule zu lösen. Das erfordert Mitdenken und Kombinationsgeschick - ein großer Spaß. Nun freue ich mich schon auf einen neuen Ermittlungsfall, diesmal dann wieder an einem unbekannten Schauplatz. 4 von 5 Sterne gibt es von mir.

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Kleiner weiser Wolf

Gijs van der Hammen , Julia Rothenburg , Hanneke Siemensma
Fester Einband
Erschienen bei Bohem Press, 11.05.2018
ISBN 9783959390613
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Mama, bei dem Buchtitel wurde ein 's' vergessen, das muss doch Kleiner weisser Wolf heißen". Das war das erste, was meinem 9-jährigen Sohn auffiel, als er das Bilderbuch "Kleiner weiser Wolf" in die Hand nahm (auch in diesem Alter schaut er zwischendurch gerne Bilderbücher an, bzw. liest sie selbst). Aber der kleine Wolf ist hier keineswegs weiss, er ist weise. Synonyme wäre hier auch gebildet, klug, studiert oder wissend. Und ja, das alles trifft auf den Kleinen weisen Wolf zu. Im Buch wird das sehr anschaulich erklärt. Dass aber manchmal Freundschaft wichtiger ist, und man dadurch nichts verpasst, sondern dass Freundschaft das Leben bereichert, das lernt der kleine Wolf in der Geschichte. Freundschaft und Weisheit ergänzen sich nämlich sehr gut.

Der Kleine weise Wolf, der ganz weit weg hinter den Bergen wohnt, ist am liebsten bei sich zu Hause. Dort liest er dicke Bücher, kennt alle Kräuter der Welt oder entdeckt neue Sterne. Er scheint einfach alles zu wissen. Darum stellen ihm die Tiere aus der Nachbarschaft auch viele Fragen, doch der Kleine weise Wolf will lieber alleine sein, um noch viele, viele dicke Bücher zu lesen. Als der König seine Hilfe benötigt, macht sich der Kleine weise Wolf nur widerwillig auf den Weg. Denn eigentlich hat er ja überhaupt keine Zeit. Und obwohl er den anderen Tieren gegenüber wenig hilfsbereit war, sie sogar abgewiesen hat, erfährt er auf seiner langen Reise, was deren echte Freundschaft bedeutet.

Neben der ansprechenden Geschichte, mit der Verbindung der Themen Weisheit und Freundschaft, lebt das Buch von seinen schönen und beeindruckenden Illustrationen. Die Bilder sind etwas ganz Besonderes und heben das Bilderbuch auf eine eigene Ebene von Atmosphäre. Zumeist etwas düster, in gedeckten erdigen Farben gehalten, ist jedes Bild ein Kunstwerk für sich und bringt die unaufgeregte Stimmung in der Geschichte gut zur Geltung. Alleine die Betrachtung hat fast schon etwas Meditatives und lädt dazu ein, jedes Bild ganz genau zu erforschen. Der Text ist literarisch, aber einfach und gut verständlich. Davon profitieren Vorleser und Zuhörer.

Fazit ...
Der kleine Wolf ist hier nicht weiss sondern weise, und der Unterschied wird Kindern schon auf den ersten Seiten klar. Weisheit ist gut und in Verbindung mit echter Freundschaft sogar noch besser. Wir sind so begeistert von "Kleiner weiser Wolf", dass wir von der Geschichte nicht genug bekommen, uns an den atmosphärischen Bildern kaum sattsehen können. Dieses unglaublich schöne Bilderbuch bekommt schon als Neuerscheinung den Status eines Klassikers.

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bilderbuch, fantasie, freundschaftsgeschichte, kinderbuch, kindergeschichte, mut, riese, toleranz

Der gute Riese

Sandra Margineanu , David Litchfield
Fester Einband
Erschienen bei Loewe, 11.06.2018
ISBN 9783785589632
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der Titel des Bilderbuches "Der gute Riese" klingt wie im Märchen der Brüder Grimm. Genau das war es auch, was das Buch für uns so anziehend machte. Das, und die beeindruckenden Zeichnungen, die auf den ersten Blick für eine ganz besondere Stimmung bei Vorlesern und Betrachtern sorgen. Denn wir lieben Märchen!

Ein Riese ist alleine durch seine Größe beeindruckend. Das kann in vielen Situationen zwar hilfreich sein, führt aber auch dazu, dass sich viele Menschen oder Kinder vor einem Riesen fürchten - weil er anders ist. Genau das erzählt Opa seinem Enkel Billy. Im Städtchen der beiden wird die Stadtmauer angemalt, aber keiner kommt bis oben hin. Doch Opa kennt jemanden, der helfen könnte. Ganz nebenbei erzählt er von den guten Taten, die der Riese bereits vollbracht hat. Billy ist zwar interessiert und kann sich an vieles erinnern, aber so ganz glaubt er die Geschichten seines Opas nicht. Bis er eines Tages vor dem Riesen steht. Er ist gigantisch groß und er ist anders. Billy läuft davon. Wird es ihm gelingen, dem Riesen zu zeigen, dass er ihn mag und ihm für seine Hilfe dankbar ist, obwohl er nicht der Norm entspricht?

Das Bilderbuch hat eine schöne Grundaussage, die allerbestens veranschaulicht wird. Jeder redet heutzutage von Toleranz und Akzeptanz. Doch in der Praxis sieht es oft anders aus. Wie gerne nehmen wir die normalen Dinge und angenehme Situationen des Lebens als gegeben hin, doch sobald jemand anders ist, fällt es uns schwer tatsächlich tolerant zu sein und Akzeptanz zu leben. Billy zeigt, dass es auch anders geht.
Dazu sind die Illustrationen so bewundernswert, dass man sich lange damit beschäftigen kann. Manchmal wirken sie wie ein seitenfüllendes Suchbild, dann zeigen wieder einzelne Szenen und sind dabei sehr niedlich und humorvoll, aber auch einfühlsam. Die phantastische Wirkung passt sehr gut zur Geschichte.

Fazit ...
"Der gute Riese" ist ein Bilderbuch, das Wertschätzung vermittelt und zeigt, was gelebte Freundschaft bedeutet - auch, oder gerade, wenn jemand anders ist als man selbst. Die Geschichte wurde mit eindrücklichen Bildern unterlegt, mit denen die Stimmung phantastische Stimmung im Bilderbuch ganz zauberhaft eingefangen wird. Ein schönes (Vor)-Leseerlebnis für Groß und Klein.

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