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fantasy, mission herodes, real-fantasy, geschichte;, buecherseele

Mission Herodes - Die vier Reiche

Patrick R. Ullrich
Flexibler Einband: 286 Seiten
Erschienen bei Verlag 3.0 Zsolt Majsai, 10.08.2013
ISBN 9783000415609
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich lese, seitdem Ich Bücher halten kann. Zu Hause fühle Ich mich in erster Linie im Bereich Phantastik, sprich "Fantasy" und "Sci-Fi"-Literatur, haben es mir angetan.
Auch vor Groschenromanen, oder fürchterlich schlechtem Geschreibe machte Ich nicht halt, konnte man solche Kleinigkeiten doch schön nebenher lesen, wenn zum Beispiel Tolkiens "Herr der Ringe" anstand, oder der "Flusswelt"- Zyklus von Farmer. Ich habe zig Fantasy-Reihen gelesen, stellvertretend nenne Ich hier den Shannara-Zyklus von Brooks, der mir in guter Erinnerung geblieben ist. Auch den Wüstenplaneten habe Ich gelesen, einzelne Sci-Fi-Autoren zu nennen, würde hier den Rahmen sprengen, Ich glaube Ich habe alle grossen Autoren gelesen, Asimov, Lem, Heinlein und wie sie alle heissen. Irgendwann kennt man jede Geschichte, hat sie in irgendeiner Form schon einmal gelesen, und man neigt als geübter Leser zur Langeweile, man ist der x-ten Rettung der Prinzessin nach Schema F überdrüssig.

Wenn man sich dann doch einer Geschichte widmet, die sich an Altbekanntem orientiert, und man bleibt nach den ersten paar Kapiteln am Ball, so spricht das schonmal für den Autor, denn die Geschichte muss neben einem vernünftigen, dem Genre angemessenem handwerklichen Hintergrund etwas haben, das auch den abgeklärten "Szene-Leser" noch fesselt.

Für mich persönlich war das zuerst die Sprache. Anklänge von Werken, die Ich während der Schulzeit lesen musste, vermischen sich hier mit der Sprache meiner Lieblingsautoren wie Tolkien oder Hans Bemmann (Stein und Flöte), die Ich ohne Zwang immer und immer wieder las.
P. Ullrich schafft Anklänge an die grossen Autoren der phantastischen Literatur, gleichzeitig erinnere Ich mich beim Lesen unwillkürlich an die kleinen gelben Reclam-Heftchen, die mich während meiner Schulzeit begleiteten, bzw "verfolgten", muss Ich wohl eher zugeben.
Trotzdem, oder vielleicht grade deswegen, kann man den Ullrich so flüssig "runterlesen"; die Mischung ist einfach gut abgestimmt.

Für mich steht ausser Frage das P. Ullrich auch ausserhalb des Genres "Phantastik" schreiben könnte. Eine "heimelige" Sprache trifft hier auf eine flüssige und klare Ausdrucksweise, die ohne überflüssiges Schmuckwerk grade daher kommt. Da erfreut es natürlich umso mehr, das Herr Ullrich seine Geschichte der Vier Reiche genre-übergreifend gestaltet hat. Ich erinnere mich nur an einige wenige Bücher, die einen Bezug zur realen Ebene haben, und dabei nicht das eine zu Lasten des anderen vernachlässigen.

In dem Moment, wo mir als Leser klar wurde, das Dietrich von Bochuum aus unserer Realität stammt, und sich im weiteren Verlauf der Twist ereignet, der auf die Ereignisse des zweiten Weltkrieges zusteuert, wurde mir das Buch zum zweiten Male zum geliebten Taschenwärmer. Wenn Herr Ullrich diese Melange aus handwerklichem Verständnis, einer tollen Sprache und den Verquickungen mit unserer Realitätsebene aufrecht erhält, werde Ich in den Pausen zwischen den nächsten Teilen der Vier Reiche unter starken Entzugserscheinungen leiden.

So, das war der offizielle Teil.

Nu ma Butter bei die Fische:

Ein hessischer Tanzlehrer(!) soll sowas geschrieben haben?
So einer kann vielleicht n Purzelbaum von nem dreifachen Rittberger unterscheiden, aber niemals hätte er ein solch tiefes Verständnis der Magie erreichen können, als das er in der Lage wäre, Wenduuls Magie so detailreich zu beschreiben. Auch war die Situation in Thule damals so verworren, das selbst die Elfen zum damaligen Zeitpunkt nicht in der Lage waren, die Ereignisse um den eugenischen Ritter wirklich abschätzen zu können. Der Erzmagier selbst zog völlig ungewiss über den Ausgang der Unternehmung, ins Feld.
Und sowas will sich einer ausgedacht haben? Einer, der nicht einmal in seinem Leben ein Schwert getragen hat, geschweige denn, der Magie mächtig ist?

Guter Herr Patrick Rolf Ullrich, Ihr seid ein wahrlich begabter Possenreisser, das will Ich zugeben, habt Ihr es doch geschafft, dem Publikum die thulische Realität als eure eigene Erfindung zu verkaufen.

Trotzdem müsst Ihr unter vier Augen gestehen, das Ihr nur die Tagebücher des Geistgreifers und der Lichtwirkerin gefunden habt, und nun wahre Ereignisse als Eure eigene Erfindung ausgebt. Der Rest ist ja Geschichte. Nach ein paar Humpen Fenndaaler Totentraube würdet Ihr das doch zugeben, oder?



Der thulische Stadtchronist, Meister Bodiin 01/2014



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