Leserpreis 2018

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Die Schwestern vom Ku'damm

Brigitte Riebe
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 23.10.2018
ISBN 9783805203371
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im Prolog wird gerade die Eröffnung des eleganten Kaufhauses Thalheim gefeiert, im nächsten Kapitel hat die Familie den Krieg schon hinter sich und fast alles wurde zerstört.
Die Mutter tot, Friedrich Thalheim noch nicht aus dem Krieg zurück, der Bruder vermisst und die schöne Villa von den Besatzern beschlagnahmt.

Rike, die älteste der drei Schwestern, muss schon früh erwachsen werden und bemüht sich, zu retten, was zu retten ist. Ihr Traum ist es, das Kaufhaus Thalheim wieder aufzubauen und sie ist überzeugt, das auch zu schaffen. Auf einem Handkarren schleppt sie die, in Sicherheit gebrachte, schwere Nähmaschine quer durch Berlin mit zu der kleinen Wohnung, in der sie nun alle zusammen wohnen werden. Trotz der schweren Schufterei als Trümmerfrau arbeitet sie abends mit Freundin Miriam an ihrer Idee. Miriam, wegen eines Rückenleidens vom Steine schleppen befreit, schafft es, dank der geretteten Nähmaschine, aus Lumpen und allem, was an Stoff zu bekommen ist, eine kleine Kollektion zu schneidern.

Die Jahre des Aufbaus verlangen Rike eine Menge ab, vor allem, weil die Schwestern auseinanderdriften und ihre eigenen Vorstellungen von der Zukunft haben. Und der Vater, nachdem er zurückkehrt, Rike, ihre Pläne und ihre ersten Erfolge auch nicht für voll nimmt. Auf die Idee, zu fragen, woher überhaupt das Geld kommt, das Rike nach und nach ins Geschäft steckt, kommt er gar nicht erst. Dieses Geheimnis muss Rike jahrelang für sich behalten.


Brigitte Riebe hat den Auftakt zur Trilogie um die Thalheim Schwestern mit Rikes Leben begonnen. Viele historische Themen, z.B. Währungsreform, die Besatzung, die Luftbrücke wurden nur flüchtig angerissen, manches hätte ich mir ausführlicher gewünscht. Die Autorin legt teilweise ein rasantes Tempo vor, dadurch sind mir die Charaktere ein wenig oberflächlich geblieben und ich konnte auch zu Rike keine richtige Bindung aufbauen.

Trotzdem ist `Die Schwestern vom Ku`damm` eine schöne Geschichte, die sich sehr gut lesen lässt. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Teile, die in 2019 und 2020 erscheinen werden.

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Die Suche

Charlotte Link
Fester Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 01.10.2018
ISBN 9783764504427
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In den Hochmooren Nordenglands wird eine Mädchenleiche gefunden, es handelt sich um die schon länger vermisste Saskia Morris.

Detective Sergeant Kate Linville befindet sich gerade in Scarborough, um ihr Elternhaus zu verkaufen. Während der Umbauphase wohnt sie in einer kleinen Frühstückspension. Als die 14 jährige Tochter des Hauses plötzlich verschwindet, denkt natürlich jeder sofort an das tote Mädchen Saskia.

Die Presse hat dem Täter schon einen Namen gegeben- Der Hochmoor- Killer!

Detektive Chief Inspector Caleb Hale, den Kate schon aus einem anderen Fall kennt, ist hier der leitende Ermittler.

Es fällt Kate schwer sich nicht einzumischen, vor allem, weil die Eltern des Mädchens sie um Hilfe bitten.

Also ermittelt sie ein bisschen auf eigene Faust. Und dann wird ein weiteres Mädchen vermisst...

Das letzte Buch von Charlotte Link `Die Entscheidung` hatte mir gar nicht gefallen, aber `Die Suche` ist wieder im alten Link- Stil, den man kennt und liebt.

Über sechshundert Seiten, in denen keine Sekunde Langeweile aufkam, sondern ich der Story gebannt gefolgt bin. Sicher hätte man sich auch kürzer fassen können, doch für mich war es völlig okay, neben der Krimihandlung auch ein bisschen von Kates Privatleben mitzubekommen.

In verschiedenen Handlungssträngen lernen wir die drei vermissten Mädchen und auch den Täter kennen, dazu gibt es immer wieder Wendungen, die es mir sehr schwer machten, den Täter zu erahnen, sodass der Spannungsbogen die ganze Zeit oben blieb.

Das Ende war vielleicht etwas konstruiert, aber in welchen Krimis geht es immer total realistisch zu? `Die Suche` hat mich von Anfang bis Ende gefesselt, das war mal wieder ein reines Lesevergnügen.

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Die Elemente des Todes

Axel Petermann , Claus Cornelius Fischer
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2018
ISBN 9783426523131
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dies war mein erster Krimi von Axel Petermann und Claus Cornelius Fischer, wobei mir Axel Petermann schon durch zahlreiche TV Sendungen bekannt ist. Das Buch beginnt mit dem Tod eines Zeugen, für den Hauptkommissar Kiefer Larsen sich verantwortlich fühlt. Er hat den Mann nicht genug geschützt, obwohl er ahnte, dass dieser sich in großer Gefahr befand.

Den Anfang fand ich ziemlich verwirrend, denn die Autoren springen mit den verschiedenen Zeiten extrem hin und her. Doch nach einigen Kapiteln hatte ich mich daran gewöhnt und konnte der Handlung auch gut folgen.

In vielen Abschnitten wird aus der Sichtweise des Täters erzählt, sodass der Leser den Ermittlern immer einen Schritt voraus ist.
Daniel Becker, nach außen hin Familienvater und Geschäftsmann, auf der anderen Seite ein Sadist mit den grauenvollsten Fantasien. Und er schart eine Menge Leute um sich, die ihm absolut hörig zu sein scheinen.

Hauptkommissar Kiefer hat Daniel und seinen Kumpel Moritz Vogel schon länger im Visier, doch ihm fehlen die Beweise, denn nach außen gibt sich Daniel aalglatt und lässt geschickt die Drecksarbeit durch seine Untertanen erledigen. Nur eine seiner ekelhaften Fantasien will er selbst auskosten....

Da es sich um einen True Crime handelt, kann ich noch nicht mal behaupten, mit den Autoren sei die Fantasie durchgegangen, denn die Dinge, die Daniel tut oder sich erträumt, sind unfassbar grausam. Trotz der schweren Kost hatte ich das Buch schnell gelesen, weil es mich absolut gefesselt hat.
Das Ganze ist spannend und authentisch geschriebenen, der Leser blickt tief in menschliche Abgründe. `Die Elemente des Todes` ist nichts für zartbesaitete Leser.

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123 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 74 Rezensionen

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Deutsches Haus

Annette Hess
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 21.09.2018
ISBN 9783550050244
Genre: Romane

Rezension:

Die Frankfurter Wirtstochter Eva arbeitet als Dolmetscherin in einer Agentur. Als sie gefragt wird, ob sie aushilfsweise bei einem Prozess gegen Kriegsverbrecher übersetzen kann, sagt sie zu. Ihre Aufgabe wird sein, Zeugenaussagen ehemaliger polnischer KZ- Häftlinge aus Auschwitz ins Deutsche zu übersetzen.

Evas Eltern und ihr Verlobter Jürgen sind strikt dagegen, doch Eva setzt sich durch und nimmt den Job an.

Dort muss sie allerdings zuhören, wenn die schrecklichsten Gräueltaten geschildert werden. Zuerst will sie das Gehörte nicht glauben, doch es bringt sie täglich mehr durcheinander und plötzlich kommen Erinnerungen in ihr hoch, die sie nicht einordnen kann. War sie als Kind selbst in Auschwitz?

Annette Hess hat es geschafft, den Prozess und die Aussagen so lebendig rüberzubringen und obwohl ich schon sehr viel über die Zeit und die NS- Prozesse gelesen habe, konnte mich der etwas andere, besondere Schreibstil sofort fesseln.

Die Lebensweise von Eva und ihrer Familie, die in den 60er Jahren in Frankfurt wohnen, wird sehr detailgetreu erzählt. An vieles erinnere ich mich selbst aus meiner Kindheit. Da die Autorin nicht in dieser Zeit aufgewachsen ist, gehört eine sehr intensive Recherche dazu, um alles so genau wiederzugeben. Eva gerät in einen inneren Konflikt, weil sie vermutet, dass ihre Eltern viel mehr über den Prozess wissen, als sie zugeben. Trotzdem traut sie sich nicht zu fragen, weil sie Angst vor den Antworten hat.

Eva macht eine Entwicklung durch, von der wohlbehüteten, braven Tochter und folgsamen Verlobten zur erwachsenen jungen Frau, die eine eigene Meinung hat und diese auch durchsetzt.

Ein lesenswertes Buch, das einem wieder das schreckliche Grauen und Unrecht in Erinnerung ruft. Auf der einen Seite die Opfer, die ihr Leben lang an den Folgen leiden, auf der anderen die Angeklagten, die sich auch Jahre später keiner Schuld bewusst sind und keinerlei Mitleid, geschweige denn Reue zeigen.
Eine Geschichte, die den Leser von Anfang bis Ende packen kann.

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58 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

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Grenzgänger

Mechtild Borrmann
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Droemer, 01.10.2018
ISBN 9783426281796
Genre: Historische Romane

Rezension:

Henni verliert früh ihre Mutter und muss fortan für die drei Geschwister sorgen, denn der Vater ist meist mit sich selbst beschäftigt. Seit Kriegsende kann er seinen Beruf nicht mehr ausüben und es gibt für ihn nur noch die Kirche. Doch davon kann keine Familie leben und so entscheidet sich Henni, mit Kaffeeschmuggel das nötige Geld zu verdienen. Doch sie wird dabei erwischt und gleichzeitig trifft ein schwerer Schicksalsschlag die Familie, an dem sich Henni schuldig fühlt.

Mechtild Borrmann schreibt in zwei Zeitebenen und aus Perspektiven unterschiedlicher Personen, ich hatte jedoch keine Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Im Gegenteil, sie hat mich direkt in ihren Bann gezogen, wie ich es von den Büchern der Autorin gewohnt bin.

Nachdem Henni erwischt wird, sorgt der Vater dafür, dass sie in eine Besserungsanstalt kommt. Ihre Brüder sind nach Anraten des Pfarrers besser in einem Kinderheim aufgehoben, geführt von Ordensschwestern. Dort herrschen grauenvolle Zustände. Sollte es jemand wagen, sich den strengen Regeln des Heimes zu widersetzen, hat das schlimme Konsequenzen. Die `Erziehungsmethoden` der Schwestern grenzen schon an Folter, allein wenn ich gelesen habe, dass Bettnässen als eine Art Protest angesehen wurde, der ordentlich bestraft werden muss. Heutzutage weiß man, dass Bettnässen andere Ursachen hat, aber damals galt es wieder mal als ungezogen. Die Kinder wurden schlimm misshandelt und wenn schon mal ein Arzt aufmerksam wurde, wechselten sie ihn kurzerhand aus. Mir sind wirklich teilweise die Tränen gekommen, weil mir die Kinder so leid taten.

Zu der Zeit war es für die Eltern nicht üblich, eine Aussage in Frage zu stellen. Man hat damals so schnell alles geglaubt, wenn es vom Pfarrer oder Lehrer kam. Dann hörten sie dem Kind nicht zu, geschweige denn, glaubten sie ihm. Für die meisten Menschen war es unvorstellbar, dass Respektspersonen wie Lehrer oder Menschen, die im Dienste Gottes unterwegs sind, lügen könnten.

Und genau das ist hier der Fall, doch niemand hilft den Kindern.

Henni fühlt sich ihr Leben lang verantwortlich für ihre Geschwister, das geht sogar so weit, dass sie Jahre später ihre eigenen Bedürfnisse komplett ausschaltet.

Mechtild Borrmann erzählt ein bewegendes und ergreifendes Stück Zeitgeschichte, das einem wirklich unter die Haut geht. Eine ganz klare Leseempfehlung !!

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Eine neue Zeit

Ellin Carsta
Flexibler Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 02.10.2018
ISBN 9782919801541
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im zweiten Teil der Hansen- Saga ist Luise erwachsen geworden und ihr Denken und Handeln dreht sich nur ums Kontor. Jeden Tag arbeitet sie Seite an Seite mit ihrem Vater und hofft, eines Tages die Leitung übernehmen zu können.

Noch immer träumt sie von einem Leben in Kamerun, doch nachdem Hamza, ihre große Liebe, sie so schwer enttäuscht hat, sieht sie ihr weiteres Leben nur in Hamburg.

Der Vater drängt sie zu einer Heirat mit einem Handelspartner, was sich sehr positiv auf das Geschäft auswirken würde.

Ein zweiter Handlungsstrang führt uns wieder nach Wien, zu Therese und Karl, die glücklich mit zwei Kindern leben. Wenn da nicht Karls Zerrissenheit wäre. Sehr eindrucksvoll schildert die Autorin die quälenden inneren Konflikte, die Karl mit sich selbst ausmacht. Sein ganzes Leben ist auf einer Lüge aufgebaut und er kann nichts dagegen tun. Als Luises Cousine Friederike nach Wien zieht, ist alles perfekt, das Mädchen ist glücklich und Karl und Therese haben Hilfe mit den Kindern. Doch dann hat Friederike eine Begegnung, die sie tief erschüttert und die sie Wien Hals über Kopf verlassen wird.

Es passiert aber auch in Hamburg eine Menge. Betrug, Intrigen und kriminelle Machenschaften machen Luise und ihrer Familie das Leben schwer. Diesmal ging es nicht ganz so viel um den Kaffee- und Kakaohandel, sondern mehr um die Familien Hansen und ihre Probleme.

Die liebevoll gezeichneten Charaktere sind sehr unterschiedlich, besonders hat mir diesmal Robert gefallen, der als Familienoberhaupt sehr souverän versucht, die Familie zusammenzuhalten.

Auch Karl mit seinen Problemen ist mir ans Herz gewachsen, genauso wie Friederike, die meint, sie müsse ein Leben lang auf Liebe verzichten, weil ihr Vater die Familie ruiniert hat. Und natürlich Luise, die sich immer noch nach Hamza verzehrt.

Ellin Carsta hat wieder einen wunderschönen Familienroman geschrieben, bei dem es mir an nichts gefehlt hat. Es gibt ja diese Romane, die am liebsten ewig weitergehen könnten, weil man gerade mitten in die Geschichte abgetaucht ist. Deswegen kann ich es kaum erwarten, den nächsten Band in den Händen zu halten.

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129 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 77 Rezensionen

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Bluthaus

Romy Fölck
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 28.09.2018
ISBN 9783431041118
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Polizistin Frida Paulsen braucht nach ihrem letzten Fall, der sie in Lebensgefahr brachte, erstmal eine Pause vom Dienst und erholt sich nun bei ihren Eltern in der Elbmarsch.

Zu der Zeit findet ihre Freundin Jo eine sterbende Frau in einem einsamen Gehöft, kann sie aber nicht mehr retten. Die Frau starb keines natürlichen Todes, sondern wurde ermordet und kurz darauf gerät Jo selbst ins Visier der Ermittler, da einige ihrer Aussagen nicht zusammenpassen. Kriminalhauptkommissar Haverkorn, den die Leser von `Totenweg` schon kennen, ist mit dem Fall betraut und von ihm erhält Frida Informationen. Sie scheint als Einzige von Jos Unschuld überzeugt. Als Jo plötzlich spurlos verschwindet, ergreift sie selbst die Initiative und ermittelt ein bisschen auf eigene Faust, wobei die Suche sie auf die Insel Holnis führt. Wieso wusste sie als Jos beste Freundin nichts von dem Ort und was hatte Jo mit dem `Bluthaus` zu tun, in dem vor vielen Jahren eine ganze Familie hingerichtet wurde?

Romy Fölck hat nach `Totenweg` wieder einen genialen Krimi geschrieben, in dem die durchweg etwas düstere Atmosphäre perfekt zur spannenden Handlung passt.
Der Schreibstil ist mitreißend und fesselnd und gekonnt gesetzte Cliffhanger am Kapitelende lassen den Leser nicht zur Ruhe kommen.
Manche Geschehnisse erfährt man aus Rückblenden und ist zuerst unsicher, wie die verschiedenen Handlungsstränge und Zeitebenen zueinander finden sollen, doch zum Schluss wartet eine fulminante Auflösung auf den Leser.
`Bluthaus` ist ein tolles Buch, ereignisreich, spannend mit viel Lokalkolorit und ein Leseerlebnis für jeden Krimi-Fan.

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116 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

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Liebe und Verderben

Kristin Hannah , Gabriele Weber-Jarić
Fester Einband: 591 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 14.09.2018
ISBN 9783352009136
Genre: Romane

Rezension:

Leni musste schon als Kind mehrfach umziehen. Der Vater ist nach seinem Einsatz in Vietnam nicht mehr derselbe, leidet unter Alpträumen und unkontrollierten Wutausbrüchen, die sich meist gegen seine Frau richten. Dauernd hat er neue Ideen, wo und wie er leben möchte. Der neueste Plan ist ein Umzug nach Alaska, wo er ein Grundstück von seinem Kriegskameraden geerbt hat.

Schweren Herzens ziehen Leni und ihre Mutter mit, denn nichts ist so wichtig wie das Seelenheil des Vaters.

Wider Erwarten fühlt Leni sich in Alaska sehr wohl, zumal sie in dem kleinen Ort einen Jungen in ihrem Alter findet, mit dem sie sich anfreunden kann.

Der kalte lange und entbehrungsreiche Winter in Alaska trägt nicht dazu bei, dass sich der Vater besser fühlt. Es wird eher noch schlimmer mit den Angriffen auf seine Frau und Leni muss dabei tatenlos zusehen.

Ich fand es sehr interessant zu lesen, wie das Leben in Alaska abgelaufen ist. Viele Stunden am Tag ist es dunkel und der Sommer dauert auch nur kurz, um dann einem langen kalten und eisigen Winter zu weichen. Wer bis dahin nicht vorgesorgt hat, wird nicht überleben. Das Leben der Bewohner dort ist einfach, besteht aus viel harter Arbeit und nur wenig Abwechslung, doch der Zusammenhalt in der Nachbarschaft ist phänomenal. Jeder hilft jedem, nur Lenis Vater tanzt aus der Reihe, fühlt sich nicht genügend respektiert in der Gesellschaft, und obwohl er der letzte ist, der zugezogen ist, möchte er gerne den Ton angeben. Es macht ihn reizbar, wenn sich ihm jemand in den Weg stellt und unter seinen Missstimmungen müssen hauptsächlich Leni und ihre Mutter leiden. Richtig schlimm wird es, als Leni älter wird und sie und ihr bester Freund mehr füreinander empfinden....

Ich mag den Schreibstil von Kristin Hannah und bin auch dieses Mal nicht enttäuscht worden. Von mir aus hätte es noch ein paar Hundert Seiten weitergehen können, so gebannt war ich von Alaska und der Geschichte um Leni. Die Autorin schildert die Atmosphäre so dicht und authentisch. Ich konnte die eisige Kälte spüren, hatte den Geruch der Wälder in der Nase und auch der Ort und die Menschen standen klar vor meinen Augen.

`Liebe und Verderben` ist ein außergewöhnlicher Roman, wunderbar einfühlsam erzählt und gehört definitiv zu meinen Lesehighlights des Jahres!!

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

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Helle und der Tote im Tivoli

Judith Arendt
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 15.09.2018
ISBN 9783455002713
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Helle Jespers ist im beschaulichen dänischen Skagen mit Leib und Seele Polizistin, umso mehr, als endlich mal etwas Spannendes passiert, denn normalerweise geht es um kleinere Delikte, wie Ladendiebstahl oder Einbrüche.

Der bekannte Gymnasialdirektor Gunnar Larsen wird ermordet im Kopenhagener Tivoli gefunden, aber er wohnte in Skagen.

Somit ist Helle in die Ermittlungen involviert, jedoch nur halb so viel, wie sie sich wünscht.

Es bleibt nicht bei diesem einen Mord und Helle will unbedingt mitmischen.

Ich kannte von Judith Arendt die Krimis um die Schöffin Ruth, die ich verschlungen habe. `Helle und der Tote im Tivoli` ist etwas anders vom Stil her, lässt sich aber auch gut lesen.

In verschiedenen Handlungssträngen kommen mehrere Personen zu Wort, aber es ist nicht klar, was die Toten verbindet. Denn dass sie etwas verbindet, davon ist zumindest Helle überzeugt. Dinge, die vor langer Zeit geschehen sind, spielen ebenfalls eine große Rolle, doch manchmal etwas zu übereifrig, bringt Helle sich in große Gefahr.

Judith Arendt hat interessante Charaktere mit Ecken und Kanten geschaffen und eine gelungene Mischung aus Privatleben der Ermittler und der Suche nach dem Täter gefunden.

Mir gefiel Helle mit ihrer heilen Familie, endlich mal kein verkorkster Ermittler mit Problemen, sondern eine taffe Polizistin mit einem Ehemann, der ihr den Rücken freihält.

An manchen Stellen plätschert die Handlung ein wenig vor sich hin, doch zum Ende hin nimmt sie nochmal richtig Fahrt auf. Wer nicht ununterbrochene Action braucht, für den ist `Helle und der Tote im Tivoli` ein lesenswerter Krimi.

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109 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

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Er will dein Herz

Tania Carver , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.09.2018
ISBN 9783548290454
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich kenne bisher alle Bücher aus der Brennan/Esposito Reihe und wurde auch diesmal nicht enttäuscht.

In `Er will Dein Herz` geht es um die Ermordung mehrerer Frauen, die Fälle werden Detective Phil Brennan zugewiesen. Phil ist in außerordentlich schlechter Verfassung, denn seine Frau Marina hat sich von ihm getrennt.

Den Grund, warum Marina nicht mehr mit Phil zusammenleben will, finde ich allerdings etwas sehr unglaubwürdig. Sie traut ihm nicht zu, sie und ihre Tochter vor einer irren Verfolgerin zu schützen, aber bringt Johanna dann ewig zu Freunden.

Phil lässt sich gehen, ertrinkt in Selbstmitleid, trotzdem versucht er, seine Arbeit anständig zu machen, was ihm nur teilweise gelingt.

Insgesamt war es mir diesmal etwas zu viel Privatkram, das nervte schon ein bisschen.

Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, wo ist die Gemeinsamkeit, was verbindet die toten Frauen? Es kommt heraus, dass sie von ihren Ehemännern misshandelt wurden und eine wichtige Rolle spielt dabei `Safe Haven`, das Frauenhaus.

Als die Polizei gar nicht mehr weiterkommt, wird Marina als Psychologin zu Rate gezogen.

Tania Carver lässt den Täter und dazu auch verschiedene Verdächtige in der Ich- Form zu Wort kommen. Ich hatte sehr früh eine Idee, wer der Mörder sein könnte, aber immer, wenn ich glaubte, es zu wissen, kam wieder ein neuer Verdächtiger dazu und ließ mich zweifeln.

Durch diese unerwarteten Wendungen und Irreführungen, den flüssigen Schreibstil und die spannende Handlung konnte mich das Buch bis zum Schluss fesseln.

Eine ganz klare Leseempfehlung für Thriller-Fans !!

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(229)

328 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 150 Rezensionen

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Blutrausch - Er muss töten

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 24.08.2018
ISBN 9783548289533
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Sonderermittler Hunter und Garcia haben es mit einem merkwürdigen Mordfall zu tun und werden kurz danach vom FBI gebeten, bei deren Ermittlungen zu helfen. Denn es scheint sich um den gleichen Täter zu handeln, den das FBI schon länger sucht. Ein Serienmörder, der von den Ermittlern `Der Chirurg` genannt wird. Der Name bezieht sich auf die Weise, wie die Opfer zu Tode gekommen sind. Zusätzlich gibt er den Ermittlern Rätsel auf, indem er die Morde quasi als Kunstwerk darstellt.

In verschiedenen Städten und Bundesstaaten ist der Täter der Polizei anscheinend immer einen Schritt voraus. Doch Hunter kommt, wie man es schon von ihm kennt, ganz plötzlich ein Gedanke und als er diesen weiter verfolgt, ist ihm auf einmal alles klar. Er weiß, nach welchen Kriterien die Opfer ausgesucht werden und bald hat er auch einen Namen und eine Adresse. Doch dann kommt alles ganz anders....

Ich habe mich sehr gefreut auf den neuen `Chris Carter` und bin nicht enttäuschst worden. Wieder mal ist ihm ein brillanter und gleichzeitig verstörender Thriller gelungen. Man fragt sich des Öfteren, wie der Autor wohl auf diese Ideen kommt. Raffiniert gesetzte Cliffhanger, die immer erst mehrere Kapitel später aufgelöst werden, machen das Ganze extrem spannend. Ein nervenzerreißender Thriller, den ich unbedingt empfehlen kann!

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(43)

95 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

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Die Frauen vom Löwenhof - Mathildas Geheimnis

Corina Bomann
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 24.08.2018
ISBN 9783548289984
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im ersten Band um die Frauen vom Löwenhof erfuhren wir die Geschichte von Agneta Lejongård, die nach dem Tode ihres Vaters und ihres Bruders den Gutshof weiterführen musste.

Nun ist ihre Nichte Mathilda plötzlich Waise geworden und Agneta wird zu ihrem Vormund bestimmt. Mathilda ahnt aber nicht, dass Agneta ihre Tante ist, sondern wundert sich, warum ihre Mutter sie vor ihrem Tod als Vormund gewählt hat.

Sie verlässt Stockholm und geht mit auf Gut Löwenhof. Wider Erwarten gefällt es ihr dort, sie lernt gut und schon bald macht sie sich unentbehrlich auf dem Hof.

Doch dann erfährt sie etwas, das ihr ganzes Leben durcheinander bringt und sie verlässt den Löwenhof und die Familie Lejongård überstürzt.

Auch der zweite Teil der Löwenhof Trilogie hat mich gefesselt. Mathilda lebt in den 30er Jahren und bekommt auch den zweiten Weltkrieg mit. Genau wie Agneta ist sie eine starke Frau, allerdings hat sie es etwas leichter als Agneta in jungen Jahren, die Emanzipation der Frau ist schon ein kleines bisschen fortgeschritten.

In Stockholm entwickelt sie sich weiter, schlägt beruflich einen neuen Weg und verfolgt ihre Ziele. Nur der Grund, aus dem sie Löwenhof verlassen hat, nagt jahrelang an ihr.

Corina Bomanns Stil lässt sich leicht lesen, das Buch ist aber nicht etwa flach oder einfach geschrieben.

Hier bietet sie uns alles in einem Buch: Intrigen, Erbstreitigkeiten, Missgunst, Bösartigkeit, Liebe, Freundschaft, Schuld und Sühne. Eine liebenswerte Protagonistin, viele facettenreiche Charaktere und eine ereignisreiche Story trugen dazu bei, dass ich die über 700 Seiten in kürzester Zeit verschlungen habe. Der zweite Teil steht dem ersten in nichts nach! Nun erwarte ich gespannt den dritten Band, der im Dezember 2018 erscheinen wird.

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75 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

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Sie finden dich nie

Cara Hunter , Teja Schwaner , Iris Hansen
Flexibler Einband: 362 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.08.2018
ISBN 9783746633589
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die kleine Daisy verschwindet auf einer Party spurlos, niemand will etwas mitbekommen haben und auch die Eltern können sich nicht genau erinnern, wann sie ihr Kind zuletzt gesehen haben.

Die Polizei geht von einem Verbrechen aus und beginnt mit ihren Ermittlungen, wobei gerade dieser Fall besonders Detective Inspektor Adam Fawley schwer belastet, denn sein eigenes Kind ist vor kurzem gestorben.

Das Buch ist etwas außergewöhnlich aufgebaut, in Rückblenden erfahren wir aus verschiedenen Blickwinkeln, was an bestimmten Tagen oder auch Wochen vor dem Verschwinden passiert ist.

Zusätzlich wird auf Twitter einen Gruppe mit dem Hashtag #FindetDaisy gegründet, wo eifrig diskutiert wird. Jeder gibt, genau wie im echten Leben, seinen Senf dazu und die meisten haben bereits eine vorgefasste Meinung. Es scheint für alle klar zu sein, dass die Eltern schuldig sind und die kleine Daisy tot ist.

Von dem Mädchen fehlt weiterhin jede Spur und immer neue Erkenntnisse erschweren es der Polizei, zu rekonstruieren, was passiert ist. Ist der Vater schuldig, die Mutter, der Bruder oder doch jemand ganz anderes? Die Ermittler decken nach und nach ein wahres Lügengebilde auf, weil in der Familie so gar nichts zu stimmen scheint.

Die meisten Kapitel enden mit einem Cliffhanger, der es mir jedesmal unmöglich machte, mit dem Lesen aufzuhören.

Was mich bei diesem Buch gefesselt hat, ist, dass nichts vorhersehbar war. In jedem Kapitel gibt es immer neue Entwicklungen, bis es zu einem phänomenalen Ende kommt. Wenn ich mit allem gerechnet hätte, aber nicht damit !!

Einfach genial!

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57 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

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Das Verschwinden des Josef Mengele

Olivier Guez , Nicola Denis
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 10.08.2018
ISBN 9783351037284
Genre: Romane

Rezension:

Josef Mengele, der berüchtigte Lagerarzt von Auschwitz, flieht 1949 nach Argentinien, weil es in Deutschland doch etwas zu brenzlig für ihn wird. Immer noch ohne jegliches Schuldbewusstsein baut er sich in der Ferne eine neue Existenz auf.

Olivier Guez hat Mengeles Leben nach dem Krieg in eine Art Romanform gebracht, die sich sehr gut lesen lässt. Eigentlich mag ich keine Bücher ohne gänzliche wörtliche Rede, doch bei seinem tollen Schreibstil ist mir das gar nicht so aufgefallen.

In Argentinien trifft Mengele auf viele Altnazis, die dort ebenfalls leben und sich oft treffen und zusammen in Erinnerungen an die schöne Zeit vom Dritten Reich schwelgen. Immer und immer wieder lassen sie die Geschehnisse Revue passieren und niemand ist sich einer Schuld bewusst.

Präsident Peron hat keinerlei Skrupel, den Mördern und Verbrechern Asyl zu gewähren, sodass sie mit seiner Hilfe wie Gott in Frankreich leben können.

Sie gehen in die Oper, haben Essen und Trinken im Überfluss und lassen es sich richtig gut gehen.

Wenn sie Nachrichten aus Deutschland lesen, wird darüber diskutiert, Adenauer nennen sie verächtlich nur Rabbi Adenauer, weil er judenfreundlich gesinnt ist und die Schuld der Deutschen anerkennt, was für die Altnazis ein Unding ist. Die BRD wird verpflichtet, mehrere Milliarden Dollar Reputationszahlungen an Israel zu leisten und Entschädigungen für die Juden, das ist natürlich für die alten Kameraden nicht tolerierbar. Sie planen das Deutsche Reich so wiederherzustellen, wie es damals war. Gott sei dank gelingt ihnen das aber nicht.

Mengele wird im Buch als ein Jammerlappen dargestellt, der mit nichts zufrieden ist, von seiner Familie in Deutschland ununterbrochene Unterstützung verlangt und sehr anspruchsvoll und unverschämt ist.

Mengele möchte für seine Taten in Auschwitz bewundert werden, für die schrecklichen Quälereien, die er den Häftlingen zugefügt hat, indem er sie für seine Versuche missbraucht hat. Die unvorstellbarsten Versuche hat er vor allem mit Kindern, Zwillingen, aber auch Erwachsenen angestellt. Unfassbar, wozu Menschen, dazu noch ein Arzt fähig sind.

Wahrhaftig findet er auch in Argentinien Bewunderer, die ihn verehren wie einen Helden, ihm weiterhelfen und ihn unterstützen.

Ich habe schon einiges aus der Zeit und auch über Mengele gelesen, aber dieses Buch hat mich erneut erschüttert.

Der Leser erfährt zusätzlich viel über die Geschichte Argentiniens und die Herrschaft Perons, unter der Mengele unbehelligt jahrelang unter seinem echten Namen leben konnte. Erst Ende der 50er Jahre wurde er wirklich als NS- Kriegsverbrecher gesucht und flüchtete später nach Brasilien.

Nun lebte er in ständiger Angst, sie könnten ihn schnappen, doch leider wurde er nie gefasst.

Ein gut recherchierter, bedrückender Tatsachenroman, der mich von Anfang bis Ende gefesselt und mich noch eine ganze Weile beschäftigt hat.

Eine ganz klare Leseempfehlung !!!!!

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290 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 144 Rezensionen

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Der Schatten

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 23.07.2018
ISBN 9783442757527
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die Journalistin Norah zieht nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten von Berlin nach Wien, um neu anzufangen.

Kurz nach ihrem Umzug trifft sie in der Stadt auf eine Frau, die ihr prophezeit, dass sie am 11.Februar einen Mord begehen wird und der Name des Opfers sei Arthur Grimm.

Norah tut es als Faselei ab und hat den Vorfall auch fast schon vergessen, wenn nicht plötzlich der Name Arthur Grimm öfters auftauchen würde. Nun wird sie neugierig und versucht mehr über den unbekannten Mann herauszufinden.

Die ersten beiden Thriller von Melanie Raabe haben mir sehr gut gefallen und ich freute mich auf `Der Schatten`, doch ich musste mich wirklich durch das Buch quälen. Die Story empfand ich als hanebüchen und das Verhalten Norahs genauso. Eine unbekannte Person schreibt ihr sms, worauf sie jedesmal eingeht und antwortet. Der geheimnisvolle Schreiber gibt ihr Anweisungen, denen sie folgt, was ich total unrealistisch fand. Zusätzlich verschafft sich irgendjemand Zutritt zu Norahs Wohnung, sie wird bedroht, die Polizei glaubt ihr nicht, Freunde meinen, sie hätte wieder zu Drogen gegriffen.

Es liest sich nicht schlecht, aber mir fehlte jegliche Spannung und ich fand es extrem langatmig. Die Story plätschert so vor sich hin, zog sich teilweise wie Kaugummi, doch von einem Thriller erwarte ich einfach mehr, vor allem etwas Nervenkitzel.

Es kommt eigentlich fast nie vor, dass ich ein Buch nicht zu Ende lese, aber hier habe ich nur bis S.280 durchgehalten, danach habe es zur Seite gelegt.

Die Geschmäcker sind ja unterschiedlich, aber ich kann `Der Schatten` nicht empfehlen!!

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

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Kalter Sand

Anja Behn
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 15.03.2018
ISBN 9783740802813
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Der Kunsthistoriker Richard besucht seinen alten Studienkollegen Philip an der Ostsee. Der Freund hat sich verändert, trinkt zu viel, wird schnell aggressiv und die alte Vertrautheit will sich nicht so recht wieder einstellen. Dazu kommt, dass Richard von einem Mord erfährt, der vor sechs Jahren hier passiert ist und Philip als Verdächtiger kurz im Gefängnis saß. Das alles hat Philip ihm verschwiegen.
In anderen Handlungssträngen lernen wir Isa, Philips Verlegerin und Jette Harsberg kennen. Jette ist auf jeden Fall nicht die, für die sie sich ausgibt und scheint sehr an Philip interessiert.

`Kalter Sand` ist ein spannender Krimi, der ohne viel Action auskommt. Es geht mehr um die Personen und ihre einzelnen Geschichten. Richard ermittelt ein bisschen auf eigene Faust, denn er kann sich nicht vorstellen, dass Philip eine Frau ermordet haben soll.  Im Ganzen geht es aber eher ruhig zu, die Autorin überrascht mit  vielen  raffinierten Wendungen und Verwicklungen.  Es gibt einen Einbruch, einen weiteren Mord und  die düstere Novemberstimmung kommt gut rüber und tut ihr übriges..

Ein wirklich gut zu lesender und recht unblutiger Krimi, der mir sehr gut gefallen hat.

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187 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 86 Rezensionen

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Wo mein Herz dich findet

Kathryn Taylor
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.06.2018
ISBN 9783404176694
Genre: Liebesromane

Rezension:


Die Studentin Cara trifft wegen einer Autopanne auf den eigenbrötlerischen Liam, der allein in einer Hütte lebt. Er gefällt ihr und trotz seiner widerspenstigen Art versucht sie, mehr über ihn herauszufinden. Gegen seinen Willen besucht sie ihn öfters überraschend und irgendwann taut er etwas auf. Der Leser erfährt aber auch aus seiner Sicht, warum er dort allein und zurückgezogen lebt.
Als Cara den wahren Grund dafür herausbekommt, gerät sie in einen Zwiespalt, denn Liam wird einer schrecklichen Tat beschuldigt.

In einem anderen Handlungsstrang geht es um Caras Bruder Patrick, der kurz vor seiner Hochzeit steht.
Doch dann kehrt seine alte Liebe Amy zurück und bringt alles durcheinander....

Kathryn Taylor schreibt in flüssigem, einfachen Stil und man kann gut in die Geschichte abtauchen. Leider ist schon nach wenigen Seiten klar, wo das Ganze hinführt, da gibt es kaum überraschende Wendungen.


Die `Daringham Hall` Reihe der Autorin fand ich um einiges besser und auch nicht so schlicht geschrieben.
`Wo mein Herz dich findet` ist eine leichte, anspruchslose Lektüre, die sich aber trotzdem gut und flüssig lesen lässt. Das ideale Buch für den Urlaub, wenn man sich einfach nur berieseln lassen möchte.

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119 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Ewige Schuld

Linda Castillo , Helga Augustin
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.06.2018
ISBN 9783596298020
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wieder einmal präsentiert uns Linda Castillo einen überaus spannenden Thriller, der in der amischen Gemeinde spielt.

Kate Burkholder bekommt die Nachricht, dass ihr Jugendfreund Joe King aus dem Gefängnis ausgebrochen ist und man vermutet, dass er versucht, zu seinen Kindern zu gelangen.
Joe lebte früher in der amischen Gemeinde, der auch Kate angehörte, wurde jedoch vor einigen Jahren verurteilt, weil er seine Frau und Mutter seiner fünf Kinder ermordet haben sollte.
Als Kate etwas unvorsichtig ist, kann Joe sie überwältigen und nimmt sie und seine Kinder als Geiseln. Er beteuert weiter seine Unschuld und Kate beschließt halbherzig, ihm zu helfen und sich den Fall noch einmal anzusehen. Doch dann passiert ein schreckliches Unglück und nun klemmt sich Kate dahinter und versucht, alles über den Mord herauszufinden. Könnte es wirklich sein, dass Joe unschuldig ist?


Diesmal hat mir gefallen, dass nicht soviel Privatkram von Kate und Tomasetti erzählt wurde, sondern die Autorin sich mehr auf den Fall konzentriert hat.
Über das Leben der Amischen erfahre ich dagegen immer gerne etwas, das wird mir nie zu viel.
Kate sticht bei ihren Ermittlungen geradewegs in ein Nest aus Korruption, Vertuschung und Skrupellosigkeit, was allerdings nicht ungefährlich für sie ist. Ziemlich rasant jagt Kate von einer Gefahr zur nächsten, sodass der Leser öfters mal zittern muss, ob alles gut ausgeht. Bei `Ewige Schuld` ist wirklich keine Minute Langeweile aufgekommen.
Freut euch auf einen weiteren packenden Thriller um Kate Burkholder und die Amischen !!

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Die Zeit der Kraniche

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 515 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 13.07.2018
ISBN 9783746633565
Genre: Historische Romane

Rezension:


Sehnsüchtig habe ich den dritten und letzten Teil der Ostpreußen- Saga erwartet. Von den ersten beiden Bänden war ich total begeistert. Nun gibt es ein Wiederlesen mit Frederike und ihrer Familie und wir befinden uns mitten im zweiten Weltkrieg in Ostpreußen.
Die Russen kommen immer näher, viele Gutsbesitzer flüchten in den Westen, denn es scheint immer noch besser, Engländern oder Franzosen in die Hände zu fallen, als dem `Iwan.` Da Gebhard verhaftet wurde und sein Schicksal ungewiss ist, weigert sich Frederike, ohne ihn zu fliehen.

`Die Zeit der Kraniche` hat mich nicht so mitgerissen wie die ersten beiden Teile. Ich fand vieles sehr langatmig beschrieben, dutzende Male wurde über das Essen berichtet. Kessel aufsetzen, Wasser kochen, Rüben putzen. Rüben verarbeiten, Rüben essen usw. Sicher war es zu der Zeit ein großes Thema, wo man etwas zu essen herbekommt, doch auf Dauer fand ich das too much.
Andererseits erfährt der Leser viel über Ostpreußen, die größeren Häuser mussten ganze Flüchtlingsfamilien aufnehmen und sich sehr einschränken. Trotzdem ging es den Menschen auf dem Land noch lange gut, im Gegensatz zu den Städten wie Berlin u.v.a. Die Gutsherren verloren jedoch alles, was seit ewigen Zeiten im Familienbesitz war, denn den russischen Kommunisten waren gerade die besser gestellten Menschen ein Dorn im Auge. Manche Familien mussten von jetzt auf gleich fliehen und hatten nichts als einen Koffer dabei.

Frederike ist eine sympathische, taffe Frau, die es nicht immer leicht gehabt hat im Leben und auch jetzt muss sie wieder alles allein durchstehen, denn Gebhard bleibt erstmal in Haft.
Die Unterstützung durch die Familie hilft ihr, woanders Fuß zu fassen, doch die Sorge um Gebhards Schicksal bleibt, weil sie keinerlei Kontakt zu ihm hat.

Ulrike Renk schafft es, den Leser in die Zeit des zweiten Weltkrieges hineinzuversetzen, ich habe vieles bildhaft vor mir gesehen. Deutschland wurde geteilt, aber niemand konnte sich vorstellen, dass das die nächsten Jahrzehnte so bleiben wird. Gefallen hat mir Gebhards Bruder, überzeugter Kommunist, der auch irgendwann merken muss, dass der Grundgedanke gut ist, aber die russischen Besatzer bei weitem nicht jeden gleich behandeln.
Die Leiden und Mühen der Kriegszeit konnte die Autorin gut vermitteln, trotzdem musste ich mich streckenweise wirklich durch das Buch quälen, da hätten 100 Seiten weniger auf jeden Fall gereicht.

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Gleis der Vergeltung

Astrid Korten
Flexibler Einband: 309 Seiten
Erschienen bei Independently published, 20.05.2018
ISBN 9781982949457
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lynn von Raaben ist das Schlimmste passiert, das man sich so vorstellen kann. Auf den Weg zur Trauung verunglückt ihr Bräutigam tödlich. Lange Zeit kommt sie nicht über seinen Tod hinweg, bis eines Tages eine Frau vor ihrer Tür steht und ihr etwas über den Unfall erzählt, das Lynn endlich wieder einen Lebensinhalt gibt- Rache!

In verschiedenen Handlungssträngen wird aus der Sicht mehrerer Personen berichtet. Da gibt es die Clique von früher, zwei Männer, eine Frau, die sich schuldig am Tod ihres Freundes fühlen, der tödlich verunglückt ist.

Und Lynn, die Protagonistin, die in der Ich- Form erzählt.

In Lynns Kindheit ist auch so einiges schiefgelaufen, darüber erfährt der Leser nach und nach erschütternde Details, die einen sehr betroffen machen.

Die Story soll tlw. auf wahren Begebenheiten beruhen, das macht das Ganze noch schrecklicher.

Astrid Korten hat sich hier selbst übertroffen, eine sehr verzwickte Geschichte mit vielen Verwicklungen, absolut spannend umgesetzt. Für mich war das Nervenkitzel pur.

Bis zum Schluss sind einem die Zusammenhänge nicht klar und vielleicht ist ja auch alles ganz anders gewesen, als man vermutet.

Ein aufwühlender, bewegender, spannender und mitreißender Thriller, den man schlecht aus der Hand legen kann.

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70 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

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Wähle den Tod

Jutta Maria Herrmann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.07.2018
ISBN 9783426519981
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jana führt mit ihrem Mann und den beiden Kindern ein recht idyllisches Familienleben. Es gibt jedoch Geheimnisse in ihrer Vergangenheit, von denen weder ihr Mann noch sonst jemand etwas weiß. Deswegen ist sie zu Tode erschrocken, als es einen Angriff auf ein Familienmitglied gibt und sie schnell ahnt, dass es einen Mitwisser gibt.
Obwohl ziemlich bald klar ist, dass derjenige nicht spaßt und auch zu allem fähig ist, zieht sie ihren Mann immer noch nicht ins Vertrauen, sondern versucht auf eigene Faust etwas herauszufinden.
Als plötzlich ihre Kinder verschwinden, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit...


Jutta Maria Herrmann hat sich wieder eine fesselnde Story ausgedacht und so verpackt, dass ich das Buch regelrecht verschlungen habe.
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, nur bei einer Person wechselte meine Sympathie sich mit Antipathie ab, bis ich die Person für ihr Verhalten gehasst habe.

Man kann die ganze Zeit mitfiebern, ob Jana es rechtzeitig schafft, die Kinder zu befreien. In kurzen Rückblenden erfährt man etwas über ihre Vergangenheit, doch für den Leser scheint es erstmal gar nicht so schwer zu wiegen.
Ziemlich zum Schluss wird der Leser aufgeklärt, u.a. über Janas Beweggründe, womit ich nicht gerechnet hatte und was der Geschichte eine unvorhersehbare Wendung gibt.
Der Spannungsbogen hält sich, durch falsche Fährten und unerwartete Geschehnisse permanent oben. Im letzten Viertel  überschlagen sich die Ereignisse etwas und manches empfand ich ein wenig unglaubwürdig.
Trotzdem ist `Wähle den Tod` ein lesenswerter, packender Psychothriller, den ich gerne weiterempfehle!

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77 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 34 Rezensionen

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So dunkel der Wald

Michaela Kastel
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 15.03.2018
ISBN 9783740802936
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jannik und Ronja leben weit entfernt von einer Stadt mitten im Wald, zusammen mit `Paps` und den jüngeren Geschwistern.

Ronja erzählt in der Ich- Form: Dass sie keine richtige Familie sind, hat sie schon fast vergessen,  auch dass weder Jannik ihr Bruder, noch Paps ihr Vater ist.

Es ist erschreckend, dass beide fast erwachsen sind, aber es doch nicht schaffen, sich gegen Paps zur Wehr zu setzen und ihn noch bei seinem grausamen Tun unterstützen. `Wie bringt man einem Kind blinden Gehorsam bei? Indem man es bricht!`  Das hat Paps geschafft, alle Kinder gehorchen aufs Wort und erledigen blind, was er verlangt.

Der Thriller von Michaela Kastel hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Manche Dinge blieben erstmal im Dunkeln und erst nach und nach versteht der Leser, was hier vor sich geht.

Atmosphärisch düster  und unheimlich beschreibt die Autorin die Geschehnisse im tiefen Wald. Ich hatte die Menschen, das alte Haus und `das Loch` bildlich vor Augen.

Als plötzlich die Freiheit zum Greifen nah ist, ändert sich alles, doch nicht zum Guten, denn Jannik und Ronja sind überhaupt nicht gewohnt, eine einzige Entscheidung allein zu fällen.

 Jahrelange Gefangenschaft, Folter und Unterdrückung lassen einen Menschen anscheinend völlig anders handeln, als man es als normal denkender Mensch vermuten würde.

Ich habe lange kein Buch mehr gelesen, das mich so gepackt hat. Eine ganz klare Kaufempfehlung für Leser, die nicht ganz so zartbesaitet sind.

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311 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 171 Rezensionen

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Die Frauen vom Löwenhof - Agnetas Erbe

Corina Bomann
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.05.2018
ISBN 9783548289960
Genre: Historische Romane

Rezension:

Agneta ist die Rebellin der Familie, denn anstatt den Eltern zu gehorchen, sich früh zu vermählen und ihr Leben als gute Ehefrau zu verbringen, geht sie alleine nach Stockholm und studiert Kunst. Das war natürlich 1913 etwas Besonderes, zumal sie noch mit einem jungen Mann in wilder Ehe zusammenlebt.

Der Unfall ihres Vaters und Bruders bringt alles durcheinander und Agneta muss nach Hause zurückkehren und das elterliche Gut verwalten.

Sie durchlebt schwere Zeiten, Ihr Freund verlässt sie, es gibt ewig Spannungen zwischen ihr und ihrer Mutter, dazu muss sie um die Anerkennung in der Gesellschaft kämpfen. Eine Frau als Gutsherrin wird nicht leicht akzeptiert, aber Agneta bekommt unerwartet Hilfe durch Max, ihren neuen Verwalter. Nach und nach kommen sie sich auch privat etwas näher, doch auch diese Liebe scheint unter keinem guten Stern zu stehen.

Eine spannende Handlung, sehr facettenreiche Charaktere und ein wunderbarer Schreibstil machen die über 700 Seiten zu einem wahren Lesevergnügen.

Kennt Ihr das?? Ein Buch, in dem man ewig weiterlesen möchte? So eins ist `Die Frauen vom Löwenhof.`
Gott sei Dank erscheint schon im September der nächste Teil, auf den ich mich tierisch freue.
Eine ganz klare Kaufempfehlung für diesen hervorragend geschriebenen Schmöker!!

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Verhängnisvoll

Markus Kleinknecht
Flexibler Einband: 520 Seiten
Erschienen bei TWENTYSIX, 13.03.2018
ISBN 9783740744922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Reporter Jan Fischer will eigentlich nicht für das Online- Magazin `Lauffeuer` arbeiten, doch den Auftrag, eine verschwundene Familie zu suchen, kann er nicht ablehnen. Dazu liebt er seine Arbeit, vor allem, wenn es um Recherche geht, doch zu sehr.

Oleg Kamarow wird tot aus der Elbe gefischt, aber von seiner Frau und den beiden Kindern fehlt jede Spur. Hat er sie, bevor er sich selbst tötete, umgebracht oder sind sie untergetaucht?

Jan soll darüber etwas herausfinden, was natürlich gar nicht so einfach ist.

Doch dann stößt er auf einen groß angelegten Ring von Kinderschändern, Menschenhandel und Korruption.

Die Handlung wird von mehreren Personen aus verschiedenen Perspektiven erzählt, jede für sich spannend geschrieben.

Die Charaktere sind bunt gemischt, von sehr sympathisch bis abstoßend ekelhaft ist alles dabei.

Trotz Trennung hängt Jan noch an der Fotografin Charlotte Sander, doch da auch Charlotte in die Recherche involviert wird, finden wir eine gute Mischung aus Arbeit und Privatem.

Die Idee zur Story kam dem Autor, als über das Verschwinden der Familie Schulze aus Drage vor ein paar Jahren berichtet wurde. Aber natürlich hat Markus Kleinknecht es zu seiner eigenen Story gemacht!

`Verhängnisvoll` ist ein richtig spannender Roman, den ich geradezu verschlungen habe.

Ich freue mich schon auf den nächsten Band, in dem es mit Jan Fischer und Charlotte Sander und dem Team von `Lauffeuer` weitergeht.

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Träume aus Silber

Mina Baites
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 24.04.2018
ISBN 9782919800544
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Geschichte der jüdischen Familie Blumenthal habe ich schon in `Die silberne Spieldose` verschlungen, doch manche Fragen blieben am Ende offen.

Umso begeisterter war ich, als ich nun die Fortsetzung in den Händen hielt.

Lilian, aufgewachsen bei Adoptiveltern, hat erst vor kurzem ihren leiblichen Vater wiedergefunden. Und sie möchte unbedingt herausfinden, wie ihre Schwester Emma gelebt hat, die bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen sein soll.

Außerdem gibt es noch Großmutter Lotte, die sich in Kapstadt während der Apartheidpolitik sehr engagiert für Schwarze einsetzt. In den 60er Jahren wurde das von der weißen Bevölkerung aber nicht toleriert, was Lotte schon bald schmerzhaft zu spüren bekommt.

In einem anderen Handlungsstrang lernen wir Ceara kennen, die auch adoptiert wurde und es wird schnell klar, um wen es sich handelt.

`Träume aus Silber` hat mir nicht ganz so gut gefallen wie der erste Teil. Den Schreibstil empfand ich viel einfacher und es ging mir auch alles zu glatt. Nach so vielen Jahren und mehreren Namensänderungen werden alle Hindernis mühelos überwunden und alles fügt sich plötzlich wie ein Puzzlespiel zusammen und passt genau.

Der erste Teil `Die silberne Spieldose` war sehr spannend und voller Dramatik, wobei ich in `Träume aus Silber` alles etwas zu vorhersehbar fand.

Trotzdem ließ sich das Buch gut lesen und hat auf jeden Fall vier Sterne verdient!

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