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144 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

roman, ahern, zwangspause, cecilia ahern, liebe

Das Jahr, in dem ich dich traf

Cecelia Ahern
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.08.2016
ISBN 9783596521166
Genre: Liebesromane

Rezension:

Jasmine wird für ein ganzes Jahr von der Arbeit freigestellt und hat bereits nach wenigen Wochen das Gefühl, die Decke würde ihr auf den Kopf fallen. Ihre Freunde haben alle bereits eine eigene Familie, während sie bisher hauptsächlich für ihren Job lebte. Sie beginnt ihren Nachbarn Matt zu beobachten, den sie absolut nicht ausstehen kann und der jeden Abend betrunken nach Hause kommt. Dennoch denkt sie viel über ihn nach und beginnt in Gedanken zu ihm zu sprechen. Gleichzeitig versucht sie ihrem Garten neues Leben einzuhauchen, was ihr anfangs sehr schwer fällt, doch dann fängt sie an, die Wechsel der Jahreszeiten mit völlig neuen Augen zu sehen und erfreut sich an den ständigen Veränderungen. Es folgen viele Gespräche mit ihren Nachbarn, insbesondere mit Matt, sowie jede Menge Chaos, Probleme und Streitigkeiten.

"Das Jahr, in dem ich dich traf" hat mich wahnsinnig positiv überrascht, da ich eigentlich immer der Meinung war, die Autorin schreibt hauptsächlich seichte Liebesgeschichten und auch die vielen Cover, die sich so stark ähnelten, schreckten mich mich bisher eher ab. Hinzu kamen die eher durchwachsenen Rezensionen bisher zum Buch, sodass ich mir gar nicht allzu viel erhoffte davon. Tja, was soll ich sagen: Da lag ich komplett verkehrt und diese Geschichte, die eher von Freundschaft und Familie handelte, übertraf meine Erwartungen bei weitem!

Jasmina war bisher ein regelrechter Workaholic und schenkte ihren Nachbarn überhaupt keine Beachtung. Sie war ja ohnehin die meiste Zeit auf Arbeit und falls nicht, dann traf sie Freunde, kümmerte sich um ihre ältere Schwester, die mit dem Down-Syndrom geboren wurde, oder besuchte ihren Vater, der erneut geheiratet hatte und inzwischen eine weitere kleine Tochter hat. Ich habe Jasmina bereits nach den ersten Seiten, auf denen sie von ihrer Kindheit im großelterlichen Garten schwärmt sowie ihrem wundervollen Großvater, direkt ins Herz geschlossen. Außerdem fand ich sie so herrlich chaotisch und mit einer gehörigen Portion Selbstironie ausgestattet, dass es Spaß machte sie durch dieses Garten-Jahr zu begleiten.

Ihr Nachbar Matt ist seit vielen Jahren Moderator beim Rundfunk und nachdem er sich Jahre zuvor über Menschen wie ihre Schwester lustig machte, verabscheute Jasmina diesen regelrecht. Nach und nach stellt sie jedoch fest, dass sie beide eigentlich viel mehr verbindet. Während sie immer wieder versucht Matt den Abschiedsbrief seiner Ehefrau zu übergeben, dieser sich jedoch weigert ihn selber zu lesen, und daraufhin urkomische Streitgespräche entstehen, entwickelt sich zwischen ihnen eine innige Freundschaft und sie beginnt ihre Nachbarschaft mit anderen Augen zu sehen.

Während des Lesens konnte ich mir Jasminas Garten sowie die Straße, in der sie wohnt, Dank der bildhaften Beschreibungen nur allzu gut vorstellen. Zudem strotzt dieses Buch vor Sarkasmus, Humor und wundervollen Momenten und Beschreibungen, sodass mich diese Geschichte komplett fesselte. Ich habe mich jeden Tag darauf gefreut, es endlich weiterzulesen und würde nun am liebsten direkt zum nächsten Ahern-Buch greifen.

Die innige Beziehung zwischen Jasmina und ihrer Schwester beeindruckten mich sehr und ich konnte viel erfahren über das Down-Syndrom, sodass ich diesen Gen-Deffekt jetzt mit völlig anderen Augen sehe. Ich fand das beeindruckend, wie selbständig die Schwester ist und wie sie ihren Alltag meistert. Auch die auftretenden Probleme dabei konnte man prima nachvollziehen.

Mein Fazit:

"Das Jahr, in dem ich dich traf" hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen und die Autorin Cecelia Ahern konnte mit mir nun einen neuen begeisterten Leser begrüßen. Eine wundervolle Geschichte über Freundschaft und Familie, die gespickt ist mit jeder Menge Sarkasmus, Tiefgründigkeit und Liebe zur Natur. Ich kann es euch nur empfehlen!

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431 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

schweden, hypnose, joona linna, krimi, hypnotiseur

Der Hypnotiseur

Lars Kepler , Paul Berf
Flexibler Einband: 604 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 17.08.2012
ISBN 9783404163434
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Bisher scheute ich mich immer etwas vor der hohen Seitenanzahl und habe mich nicht so recht ran getraut an diese Reihe, doch während einer Lesewoche, bei der es darum ging, ein Buch mit mehr als 500 Seiten zu lesen, fiel die Wahl schließlich auf dieses Buch.

Die Geschichte wird abwechselnd erzählt aus der Sicht des Ermittlers Joona Linna und des Hypnotiseurs Erik Maria Bark, aber auch einige Nebencharaktere schildern ab und an wichtige Momente aus ihrer Sicht, was ich anfangs etwas verwirrend fand, aber nachdem ich mich richtig eingelesen hatte, fand ich gerade diese Perspektiven sehr hilfreich. Dennoch ließ mich die Handlung an sich mit gemischten Gefühlen zurück, da ich teilweise viel zu schockiert war, über das was da geschehen war und auch über die Brutalität. Gleichzeitig mochte ich die Hauptcharaktere von Seite zu Seite mehr und fand gerade die privaten Schwierigkeiten, in denen diese sich befanden, wahnsinnig spannend.

Es beginnt alles mit einem grausamen Mord an einer Familie, bei der lediglich der Sohn schwer verletzt überlebt. Erik Maria Bark, der eigentlich nie wieder Menschen hypnotisieren wollte, lässt sich von Joona Linna überreden, den Jungen unter Hypnose zu befragen, da es noch eine weitere Schwester geben soll, welche eventuell in großer Gefahr ist. Gleichzeitig löst er damit eine riesige Lawine aus, denn wenig später wird der Sohn von Erik Maria Bark entführt. Dieser ist auf Medikamente angewiesen und schwebt in größter Gefahr.

Ich brauchte lange, bis ich mich richtig reingefunden hatte in diese Geschichte, denn der Klappentext ließ absolut nicht vermuten, dass es sich bei diesem Buch eigentlich um zweierlei verschiedene Fälle handelt und da auch einige falsche Hinweise gestreut wurden, blieb zwischendurch immer wieder viel Raum für Spekulationen. Dennoch fand ich die Handlung an sich wahnsinnig spannend, da ich die Charaktere interessant fand, und wollte natürlich stets wissen, wie das Ganze enden würde.

Die Geschichte ließ sich relativ flüssig lesen, doch die vielen Zeitsprünge störten mich am Anfang doch sehr und auch den plötzlichen Schwenker auf die Charaktere, viele Jahre zuvor, fand ich eher störend. Plötzlich ging es viele Seiten lang hauptsächlich um die Hypnose-Gruppe und mir erschien das alles viel zu langwierig und kompliziert. Allerdings konnte man so auch viel eher Spekulationen über die Entführung anstellen und die Geschichte an sich erhielt zusätzliche Spannung.

Mein Fazit:

Hätte es nicht zufällig diese Lesewoche gegeben, würde das Buch wahrscheinlich noch lange Zeit hier ungelesen schlummern, aber nun bin ich doch sehr froh, dass ich es gelesen habe. Mir hat es gut gefallen, doch die Spannung wollte gerade am Anfang kaum aufkommen. Dennoch konnte mich die Geschichte, insbesondere durch die interessanten Charaktere zum Ende hin fesseln, sodass ich nun gerne weitere Bücher dieser Reihe lesen möchte.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

traumurlaub, roman, jungfrau, callboy to go, ina linger

Callboy to Go

Ina Linger , Cina Bard
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei epubli, 12.11.2016
ISBN 9783741866067
Genre: Romane

Rezension:

Mia steht kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag und hat kurzerhand eine Reise nach Teneriffa gebucht um endlich ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. Bis ins kleinste Detail hat sie alles geplant und durchgespielt, um diese endlich loszuwerden, denn ständig hat sie das Gefühl sich erklären zu müssen deswegen. Der Callboy einer seriösen Begleit-Agentur soll es richten, doch der Mann, den sie gebucht hat verhält sich so ganz anders, als sie sich das vorgestellt hat. Chris ist eigentlich ein Juwelendieb und wollte sich lediglich kurz in Mias Zimmer verstecken, doch dann spielt er das Spiel mit und lässt Mia in dem Glauben, dass er der gebuchte Callboy ist. Eine spannende Verfolgungsjagd beginnt ...

"Callboy to Go" ist ein humorvoller Liebesroman, den ich irgendwie genau zum richtigen Zeitpunkt begonnen hatte. Ich steckte in einer Leseflaute fest und sehnte mich nach einer spannenden Liebesgeschichte mit viel Humor, jedoch ohne große Erotik-Szenen. Obwohl ich die Grundidee dieser Geschichte anfangs mehr als fragwürdig fand, konnten mich die Handlung sowie die Charaktere dann doch positiv überraschen.

Mia ist intelligent und sieht gut aus, aber der Richtige ist ihr bisher nie über den Weg gelaufen und als Softwareentwicklerin ist sie größtenteils nur von Nerds umgeben, mit denen sie wenig anfangen kann. Während Gauner Chris Mia ein romantisches Rundum-Date verspricht, versucht er eigentlich lediglich so schnell wie möglich die gestohlenen Diamanten aus seinem Versteck zu holen, um dann Mia so schnell wie möglich loszuwerden. Doch diese ist von Anfang an sehr misstrauisch und macht es Chris nicht ganz so leicht wie erhofft.

Die Geschichte lässt sich dank der leichten sowie humorvollen Schreibweise sehr gut lesen und es macht einfach Spaß die Beiden während ihres Katz- und Mausspiels quer über die Insel zu begleiten. Man ahnt zwar von vorneherein, wie das Ganze enden wird, aber das tut der Spannung keinen Abbruch und da sich die Sichtweisen immer wieder abwechseln, kann man die Beweggründe der beiden Hauptcharaktere gut nachvollziehen.

Beide Protagonisten waren mir auf Anhieb sympathisch und machten nach und nach eine tolle Entwicklung durch. Während ihnen die Verfolger ständig dicht auf den Fersen sind, führen sie erfrischende Dialoge und auch ernsthafte Gespräche, dabei schafft es Chris immer mehr Mias Vertrauen zu erlangen, sodass sie schließlich wesentlich lockerer wird und beginnt diesen Ausflug zu genießen. Lediglich die Action-Szenen fand ich teilweise etwas zu übertrieben, aber darüber kann man ganz gut hinwegsehen.

Mein Fazit:

Mit "Callboy to Go" ist den Autorinnen eine erfrischende Liebesgeschichte gelungen, bei der man die Zeit, aufgrund der steten Spannung, vergessen kann. Die Handlung erscheint zwar erst oberflächlich und zu klischeehaft aber im Laufe des Buches wird man so gefesselt, dass diese Empfindungen schnell verschwinden.

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

lovestory, geheimnisse, freundschaft, stottern, pakt

Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen

Angela Mohr
Flexibler Einband: 312 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.07.2016
ISBN 9783401601229
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nik und Aino lernen sich unter merkwürdigen Bedingungen, während einer Zugfahrt, kennen. Nik ist auf der Flucht und hat weder Geld dabei, noch eine Fahrkarte. Als Aino ihm kurzerhand aus der Patsche hilft, während der Fahrkartenkontrolle, ist Nik unheimlich erleichtert und dankbar. Wenig später stoppt der Zug und die beiden landen auf einem verlassenen Bahnsteig, wo sie notgedrungen erst mal ausharren müssen. Nach und nach fassen sie Vertrauen zueinander und als Nik schließlich erfährt, dass Aino auf dem Weg in ein Kloster ist, versucht er sie umzustimmen ... innerhalb von 48 Stunden.

Auf dieses Buch, welches ich im Rahmen einer Blogtour lesen durfte, war ich unheimlich neugierig, da die Autorin viele eigene Erfahrungen hat einfließen lassen und zugleich waren die ersten Rezensionen, die ich las, eher niederschmetternd. Teilweise konnte ich auf den ersten Seiten die Lesermeinungen auch noch nachvollziehen, da die Geschichte eher ruhig und unspektakulär startete, aber dann wiederum fand dich die vorsichtige Annäherung der Protagonisten so wundervoll und authentisch, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen mochte.

Nik war mir anfangs gar nicht mal sympathisch, da er sich unhöflich und frech gegenüber Aino benahm und sie wenig später auch noch bestahl, dennoch fand ich es dann jedoch später niedlich, wie er versuchte Aino von ihrem Vorhaben abzubringen und sich so bemühte um ihre Zuneigung. Dabei hat er eigentlich genügend eigene Probleme, da sein Bruder ihm auf den Fersen ist und er nicht wieder zurück in die Trostlosigkeit zu Hause möchte.

Aus Aino wurde ich nicht so recht schlau, da sie eben während dieser Geschichte so wenig redet und ihre ganze Vergangenheit ein einziges Geheimnis zu sein schien. Ich hätte gerne mehr über sie erfahren und konnte mit den Szenen der Altaikriegerin kaum etwas anfangen. Am Ende ergab das alles zwar einen Sinn, aber gerade in den ersten Kapiteln empfand ich diese eher störend.

Die Erzählperspektive wechselt sich zwischen den beiden Hauptprotagonisten immer wieder ab, sodass man beide Seiten sehr gut nachvollziehen kann und auch erfährt, was sie so beschäftigt. Während dieser 48 Stunden geschehen soviele außergewöhnliche Dinge, dass das Buch niemals langweilig wird und zugleich lernen sie so bewundernswerte Menschen kennen, dass man darüber nachdenkt, wie sehr der erste Eindruck doch täuschen kann.

Mein Fazit:

Mich hat diese Geschichte unheimlich beschäftigt und zum Nachdenken gebracht. Manchmal ist es wirklich sinnvoller, einen Menschen genauer kennenzulernen bevor man sich ein Urteil bildet. Wie sehr der erste Eindruck trügen kann, kann man anhand dieser Geschichte sehr gut nachempfinden und die Eindrücke dieser kurzen Roadstory hallten noch lange nach bei mir. Gleichzeitig fand ich die Vergangenheit der beiden Hauptprotagonisten megaspannend und hätte gerne noch viel viel mehr darüber erfahren.

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79 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

assistentinnen, new york, spesenabrechnung, assistentin, frauen

Die Assistentinnen

Camille Perri , Stefanie Zeller
Flexibler Einband
Erschienen bei INK, 11.11.2016
ISBN 9783863960957
Genre: Romane

Rezension:  
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41 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

paris, liebe, erotik, sex, abstand

Merci Paris: Liebe auf den ersten Klick

Rose Bloom
E-Buch Text: 164 Seiten
Erschienen bei null, 01.09.2016
ISBN B01LFKQV88
Genre: Liebesromane

Rezension:


Nachdem Paula ihren Freund in flagranti mit einer Anderen überraschte und auch immer weniger Freude an ihrem eintönigen Job bei einem kleinen Fotostudio hat, fackelt sie nicht lange und nimmt spontan ein Jobangebot in ihrer Traumstadt Paris an. Sie findet schnell ein Zimmer in einer WG, fühlt sich sofort wohl, doch wie sie damit umgehen soll, dass sie ausgerechnet ihrem One-Night-Stand Nic ständig über den Weg läuft, ist ihr schleierhaft.

"Merci Paris: Liebe auf den ersten Klick" durfte ich im Rahmen einer Blogtour lesen und war anfangs schnell vollauf begeistert von der Story sowie den Protagonisten. Ich fand den Einstieg und die Grundidee unheimlich spannend, aber leider flachte die Geschichte dann auf einen Schlag derartig ab, dass ich ein bisschen das Gefühl hatte, das Buch musste schnell beendet werden und die eigentliche Handlung geriet dabei zur Nebensache.

Paula ist unzufrieden mit ihrem Job, und da ihre langjährige Beziehung ohnehin in die Brüche ging, muss sie nicht lange überlegen, als ihr der smarte Nic ein umwerfendes Jobangebot in Paris macht. Sie fühlt sich ohnehin unterfordert als Fotografin eines kleines Studios und auch mit ihrem Chef eckt sie ständig aneinander. Ich mochte es sehr, wie Paula endlich ihren Alltagstrott zurücklässt und einen Neuanfang in Paris wagte, fand ihre freundliche sowie zurückhaltende Art toll, aber leider blieb all das auch nach wenigen Tagen im neuen Job etwas auf der Strecke und Paula erschien mir mehr und mehr, wie eine von vielen. Ihr fehlten die Besonderheiten und das, was sie ausmacht, was ich wirklich sehr schade fand nach den spannenden ersten Seiten.

Ähnlich verhielt es sich leider auch mit der Handlung. Was grandios und vielversprechend begann, nahm dann so schlagartig eine Wendung, nachdem Paula Nic im neuen Job gegenüberstand, dass ich das Gefühl hatte, mittendrin fehlten einige Seiten. Mir ging die Konsequenz des Ganzen dann viel zu schnell und ich hatte das Gefühl, es geht hauptsächlich nur noch um das Thema Erotik und die eigentliche Grundidee wurde komplett fallengelassen. Nun ja, es gibt sicherlich Leser, die vorallem Bücher mit vielen Erotikszenen bevorzugen, doch mir war das leider zu wenig und ich hätte diese ganze Beziehung lieber etwas hinausgezögert.

Der Schreibstil lässt sich leicht und flott lesen, sodass man zügig voran kommt. Was mir sehr gut gefiel, waren die Eindrücke von Paris, die Paula nach ihrer Ankunft einholten. Ich hatte sofort das Gefühl, die kleine Wohnung sowie die Stadt vor mir zu sehen und hätte gerne mehr davon gehabt.

Mein Fazit:
Eine vielversprechende Grundidee, die leider nur vage umgesetzt wurde. Mir ging das Einlassen auf diese Beziehung insgesamt zu schnell und danach rückten die Erotikszenen zu sehr in den Vordergrund. Ich hätte mir einfach etwas mehr Handlung gewünscht sowie Protagonisten, die auch einen gewissen Wiedererkennungswert haben.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

türkei, urlaub, sommer, liebe, lieb

Seksi Ürlaub

Jana Leonis
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Montlake Romance, 05.04.2016
ISBN 9781503933170
Genre: Liebesromane

Rezension:

Maike freut sich wahnsinnig auf den gemeinsamen Urlaub mit ihrer besten Freundin Fulya in der Türkei. Fulya möchte ihr dabei viele Dinge ihres Heimatlandes zeigen und gleichzeitig sind sie auch eingeladen zu einer türkischen Hochzeit. Die beiden Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Während die selbstbewusste Fulya in Gedanken ständig bei ihrem Freund ist, sehnt sich die unsichere Maike nach einem Urlaubsflirt. Umso mehr freut es sie, dass Fulyas Kindheitsfreund Kemal sofort mit ihr zu flirten beginnt und sie mit Komplimenten überhäuft. Maike fühlt sich begehrter denn je, aber da ist ja auch noch der sympathische Mert, der sich Maike gegenüber immer abweisender verhält.

Mit "Seksi Ürlaub" fühlte ich mich bereits nach wenigen Seiten direkt in Urlaubsstimmung versetzt. Man spürte auf jeder Seite die vorherrschende Wärme, aber auch die entspannte Atmosphäre, die einige bei einem aufregenden Cluburlaub, andere eher bei einer erholsamen Zeit im türkischen Hinterland finden. Das Buch ist eine gelungene Mischung aus diesen beiden gegensätzlichen Urlaubszielen und man spürt zugleich, dass die Autorin hier viel eigenes Wissen teilt.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Maike, mit der ich mich zeitweise unheimlich schwer tat, da sie so schrecklich naiv daherkam. Obwohl Fulya sie immer wieder warnt vor ihrem Kindheitsfreund Kemal, stürzt diese sich direkt in einen Urlaubsflirt mit ihm, während ich als Leserin das Gefühl nicht loswurde, dass dieser eine regelrechte Schleimspur hinter sich herzog. Maike möchte diesen Urlaub in vollen Zügen genießen und ihr "Graue-Maus-Kostüm" endlich ablegen, aber dass ihre Lobhudelei auf Kemal nur in einem Reinfall enden konnte, das war leicht vorhersehbar.

Obwohl ich mit der Hauptprotagonistin durchweg meine Schwierigkeiten hatte, mochte ich die Handlung insgesamt sehr, weil Fulya mit ihrer selbstbewussten sowie frechen Art vieles wieder wett machte. Ich mochte sie wirklich sehr, da sie einerseits vollkommen in familiären Traditionen festhängt, andererseits jedoch fest in Deutschland angekommen ist und selbstbestimmt lebt. Immer wieder erklärt sie Maike türkische Gepflogenheiten und Traditionen, sodass ich sie am Ende wirklich um diesen großen Familienzusammenhalt beneidet habe.

Während der erste Teil des Buches von einem Cluburlaub in einer Touristen-Hochburg handelt, beschließen die beiden Frauen später in Fulyas Heimatdorf zu reisen. Man hatte ein bisschen das Gefühl, dazwischen liegen Welten. Der zweite Teil der Geschichte gefiel mir dahingehend auch wesentlich besser, da ich es genossen habe, auch einmal etwas über diesen Teil der Türkei zu erfahren und wie die Menschen dort leben.

Das Ende der Geschichte lässt sich anhand des Klappentextes leicht erahnen, dennoch mochte ich die Leichtigkeit dieses Buches und habe mich gut unterhalten gefühlt. Es lässt sich flott und einfach lesen, ohne dass dabei Langeweile aufkommt. Zum Ende hin lässt sich zwar bei Maike auch eine leichte Weiterentwicklung erkennen, aber ich hatte dennoch das Gefühl, dass Fulya ihr da um Längen voraus ist. Trotzallem mochte ich die Charaktere und würde gerne noch sehr viel mehr über sie erfahren.

Mein Fazit:

Mich konnte diese Geschichte vorallem durch den lockeren Schreibstil und den Handlungs-Umschwung im zweiten Teil überzeugen. Die perfekte Lektüre für zwischendurch oder auch für den Urlaubskoffer.

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1.070 Bibliotheken, 32 Leser, 1 Gruppe, 206 Rezensionen

mona kasten, liebe, begin again, vergangenheit, new adult

Begin Again

Mona Kasten
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.10.2016
ISBN 9783736302471
Genre: Liebesromane

Rezension:

Für Allie Harper beginnt mit dem Start ihres Studiums, fernab des Elternhauses, ein neuer Lebensabschnitt. Sie hat das Gefühl endlich selber über ihr Leben bestimmen zu können und fühlt sich zum ersten Mal frei. Dass sich die Wohnungssuche jedoch so schwierig gestalten würde, hatte sie nicht geahnt. Notgedrungen zieht sie beim unfreundlichen Bad Boy Kaden ein, der zugleich auf drei grundlegende Regeln beharrt. Die wichtigste: Wir fangen niemals etwas miteinander an! Was anfangs für Allie überhaupt kein Problem darstellt, da Kaden sie scheinbar regelrecht meidet, fällt ihr auf Dauer zunehmend schwerer, da Kaden es immer wieder schafft sie sprachlos zu machen. Als die Vergangenheit die Beiden schlagartig einholt, droht alles zu zerbrechen.

Selten schaffen es Bücher, mich von der ersten Seite an so wahnsinnig zu fesseln, dass ich dabei Zeit und Raum vergesse und am liebsten pausenlos weiterlesen würde. Genau das ist Mona Kasten mit dieser zauberhaften Geschichte gelungen. Ich konnte bereits nach wenigen Seiten eintauchen in Allies Gefühlschaos und wurde im Laufe dieses Buches von so vielen verschiedenen Emotionen begleitet sowie einer Spannung, die mich teilweise wirklich wahnsinnig machte, dass ich immer noch etwas sprachlos bin.

Allie ist absolut liebenswürdig, da sie einerseits etwas unsicher wirkt und sich selbst immer wieder in Frage stellt, andererseits aber auch verdammt schlagfertig und gelassen daherkommt. Man kann schnell erahnen, dass etwas schlimmes in der Vergangenheit vorgefallen sein muss, die Auflösung des Ganzen kommt jedoch erst recht spät. Ihren Namen hat sie geändert, da sie mit alldem was war abschließen möchte und auch den Kontakt zur Mutter vermeiden will, doch ganz so einfach gestaltet es sich dann doch nicht.

Auch Kaden macht ein riesengroßes Geheimnis aus seinen Erlebnissen, lediglich seine besten Freunde scheinen mehr zu wissen und versuchen immer wieder das, was Kaden verzapft auszubügeln. Immer wieder hat er mich mit seiner Art wütend gemacht, da er Allie so unmöglich behandelte, aber im nächsten Moment war er dann der zuvorkommenste und humorvollste Kerl, sodass man ihn einfach lieben musste. Ich konnte Allies Gefühle nur allzu gut nachempfinden und habe regelrecht mit ihr gelitten.

Der Schreibstil ist ebenfalls mehr als authentisch, leicht und frisch, teilweise aber auch voller Ernst und Tiefgründigkeit. Alles wird aus Allies Ich-Perspektive erzählt, was Kaden umso geheimnisvoller erscheinen ließ. Was ich sehr positiv empfand, war die Tatsache, dass es nur wenige erotische Momente gab, und diese dann auch sehr gefühlvoll und schön beschrieben wurden. Sowas hat mittlerweile fast schon Seltenheitswert in Büchern dieses Genres und man hat stattdessen oftmals das Gefühl, es wird immer mehr.

Auch die zahlreichen Nebencharaktere wurden mit viel Liebe zum Detail dargestellt. Allesamt wiesen sie ihre kleinen Eigenheiten und Besonderheiten auf, weshalb man sie dann auch schnell zuordnen konnte. Auf ein Wiedersehen in den Folgebänden bin ich aufgrunddessen jetzt schon ziemlich gespannt.

Mein Fazit:

Eine Geschichte, die ich euch wärmstens empfehlen kann! Ich habe diese Achterbahn der Gefühle mehr als genossen, habe mit Allie gelacht, geweint, gehofft sowie gebangt und bin jetzt schon gespannt auf die Fortsetzung. Definitiv ein Must-Read!!!

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

juniorchef, norddeuschland;, ostsee

Cocktails & allerlei prickelnde Momente

Emily Frederiksson
E-Buch Text: 319 Seiten
Erschienen bei null, 18.03.2016
ISBN B01CO9IFCO
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als Hannah und Matti sich kennenlernen, steht für beide fest, dass sie keine feste Beziehung miteinander eingehen wollen, doch wenig später treffen sie sich unter völlig anderen Umständen wieder. Beide können ihre Gefühle füreinander nicht einfach abstellen und genießen die gemeinsame Zeit, doch kämpfen beide auch mit ihren persönlichen Problemen. Hannah möchte auf keinen Fall, dass Matti ihre Familie kennenlernt und Matti leidet unter Bindungsängsten. Nicht gerade die besten Vorraussetzungen ...

Da mich der erste Band dieser Reihe so sehr begeisterte, hatte ich große Erwartungen an die Fortsetzung und war gespannt, wie es bei der Familie Hansen weitergeht. Anfangs gelang es diesem Buch auch sehr gut meine Erwartungen zu erfüllen, doch dann nahm die Geschichte einen ziemlich merkwürdigen Verlauf, den ich einerseits persönlich nicht so ganz nachvollziehen konnte und andererseits tat ich mich auch sehr schwer mit den Charakteren.

Hannah wirkt teilweise sehr selbstbewusst, da sie hofft durch ihren Job endlich unabhängiger von ihrer Familie zu werden. Zu ihren Eltern hat sie eine gute Beziehung, doch immer wieder macht ihr Bruder ihr das Leben schwer und sie hofft durch die räumliche Trennung Abstand zu den Erlebnissen der Vergangenheit zu finden. Dies will jedoch nicht so ganz gelingen.

Matti kannte ich bereits etwas aus dem ersten Band der Reihe und mochte ihn auf Anhieb. In vielen Dingen ähnelte er Jonas, um den es damals ging, und er erinnerte mich in seinem ganzen Verhalten sowie seiner Art auch sehr an ihn. Dennoch ist er natürlich eine eigenständige Persönlichkeit und er leidet unter Bindungsängsten. Eine feste Beziehung kommt für ihn keinesfalls in Frage.

Die Geschichte hatte für mich besonders am Anfang sehr viel Charme, ich fand die Idee dahinter interessant und war natürlich neugierig, warum die Hauptprotagonisten sich so gegen eine feste Beziehung sträubten. So gesehen konnten insbesondere die ersten Kapitel mich auch ungemein fesseln, doch als dann wenig später die teilweise Auflösung des Ganzen erfolgte, hatte ich dann doch Probleme mit Hannahs persönlicher Art, mit diesen Schwierigkeiten umzugehen. Ich konnte ihre Handlungen nicht mehr nachvollziehen und es nervte mich mit der Zeit auch sehr, dass sie sich selber immer wieder so klein machte. Während Matti ihr immer wieder beteuerte, dass er sie sehr mag, konnte oder wollte sie dies nicht so recht glauben und stellte alles in Frage.

Auf Hannahs familiären Probleme möchte ich gar nicht zu sehr eingehen, aber ich denke ein ehrliches Gespräch hätte hier Wunder vollbracht und hätte einige schlimme Erfahrungen verhindert. Ein weiterer Punkt, der mich störte waren die vielen Erotikszenen in der Handlung. Ich stehe mit solchen Dingen in Büchern ja generell etwas auf Kriegsfuß, kann das jedoch im Normalfall ganz gut tolerieren. Hier war es mir jedoch schnell zu viel und zu vordergründig, es störte die Handlung an sich und zog sich teilweise auch zu sehr in die Länge.

Jedenfalls war die Story über die ersten Kapitel wirklich schön und unterhaltsam zu lesen - aber dann nahm die Geschichte unrealistische und unnötige Wendungen ein und ich fand die Lösungsansätze völlig verkehrt.

Mein Fazit:

Ein akzeptables, über viele Seiten auch äußerst charmantes, gut zu lesendes Buch, mit dem ich mich jedoch aufgrund der seltsamen Entwicklung und einem zuviel an "prickelnden Momenten" eher schwer tat. Kann man lesen, muss man aber nicht!

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100 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

freundschaft, blog, kino, film, jess

Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen

Cornelia Franke
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei cbt, 11.07.2016
ISBN 9783570310144
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jess liebt die gemeinsamen Kinoabende mit ihren besten Freunden Lisa, Tom und Marvin über alles. Sie besitzt eine Jahreskarte und das allwöchentliche Filme schauen ist mittlerweile zum Pflichtprogramm geworden. Das Interesse für Filme teilt sie mit ihren Freunden, sodass es kaum ein anderes Thema für die Vier zu geben scheint. Ihr Vater reagiert darauf jedoch mehr und mehr gereizt und möchte ihr andere Hobbys ans Herz legen. Als Jess gemeinsam mit Lisa für ein Schulprojekt einen Blog über ihr Lieblingsthema führen soll, kommt es infolgedessen immer öfter zum Streit mit ihrem Vater. Und ihr bester Freund Marvin verhält sich ihr gegenüber immer merkwürdiger, da er mehr in ihr sieht als eine gute Freundin.

Bevor ich mit dem Lesen dieses Romanes begann, befand ich mich mehrere Wochen in einer Leseflaute, die ich selbst nicht so richtig wahrhaben wollte. Nach mehreren mittelmäßigen Büchern, hatte ich wirklich etwas die Lust am Lesen verloren und befand mich diesbezüglich in einer Zwickmühle. Dieses Buch holte mich jedoch bereits nach wenigen Seiten da raus und half mir die Flaute zu überwinden, da ich die Story überaus spannend und interessant fand.

Jess fühlt sich oftmals einsam, denn ihr Vater hat wenig Zeit für sie und verbringt oftmals den ganzen Tag im Büro. An ihre Mutter kann sie sich kaum erinnern, da sie frühzeitig verstarb und sämtliche Erinnerungsstücke an sie wurden vom Vater verbannt. Als er dann auch noch versucht, ihr die Leidenschaft für Filme madig zu machen, fühlt sich Jess immer unverstandener und verliert sich immer mehr in Tagträume. Von ihren Mitschülern wird sie ohnehin gemieden und als "Nerd" abgestempelt, was sie jedoch relativ gelassen sieht, denn sie hat ja ihre besten Freunde, die immer ein offenes Ohr für sie haben und ebenfalls begeisterte Filmseher sind.

Ich mochte die Charaktere auf Anhieb und vor allem Lisa fand ich absolut herrlich mit ihrem trockenen Humor. Während Jess fast schon ein bisschen naiv rüberkam, war Lisa ihr da stets ein Stückchen voraus. Naja, und Marvin war so der typische Freund zum Pferde stehlen. Er besaß die Fähigkeit Jess jeden Kummer von den Augen abzulesen und half den Mädchen sehr bei der Erstellung des Blogs.

Ursprünglich dachte ich ja, es ist so die typische Story über die ersten Erfahrungen in Sachen Verliebtsein, aber dieses Buch war soviel mehr, denn im Vordergrund stand stets die schwierige Beziehung zwischen Jess und ihrem Vater. Während Jess endlich ein bisschen mehr über ihre verstorbene Mutter wissen möchte, weicht dieser ihr immer wieder aus und kann ihre Leidenschaft fürs Kino absolut nicht nachvollziehen. Ich konnte Jessicas Verzweiflung sehr gut nachvollziehen und die Reaktionen ihres Vaters machten mich teilweise wirklich rasend.

Da ich selber viel viel lieber Filme im Kino als im Fernsehen schaue, fand ich es bemerkenswert, wie die Autorin hier das Gefühl vermittelte, bevor der Film losgeht oder wie es sich anfühlt, wenn man nervige Personen unter den übrigen Zuschauern hat. Ich finde es fast schon ein bisschen schade, dass all dies in Zeiten, in denen Leute vermehrt Filme übers Internet schauen, verloren geht.

So bedrückend die Geschichte oftmals auf mich wirkte, so bezaubernder fand ich hingegen den leichten und oftmals sehr humorvollen Schreibstil. Es ist leicht verständlich und ich bin förmlich durch die Seiten geflogen, da ich ja auch unbedingt wissen wollte, warum der Vater sich so seltsam und distanziert verhielt. Die Auflösung kam am Ende und letztenendes konnte ich auch ihn ein Stück weit verstehen.

Mein Fazit:

Mich konnte die Autorin mit diesem Roman vollkommen bezaubern und schaffte es damit schnell, mich aus meiner Leseflaute zu holen. Ein tiefgründiger Roman, den ich euch wirklich nur ans Herz legen kann.

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

barcelona, humor, skandal, hotelgäste, beziehungsprobleme

Zitronen klonen in Barcelona.

Dany R. Wood
Flexibler Einband: 376 Seiten
Erschienen bei Arturo Verlag, 25.07.2016
ISBN 9783981701630
Genre: Humor

Rezension:

Tina braucht dringend eine Auszeit und freut sich auf etwas Entspannung im bald eröffnenden Hotel ihres Freundes Stefan. Dieser ist schwul und führt heimlich eine Beziehung mit dem Enkelsohn der Seniorchefin Maria Garcia, welche Tina sofort in die noch anstehenden Arbeiten miteinbeziehen will. Dabei hat sie doch schon genug um die Ohren, denn in ihrer Beziehung kriselt es und eine Reporterin ist ihr ständig auf den Fersen. Da sie immer noch hofft, dass sie das fehlende Geld für den Flug ihres in Australien gebliebenen Freundes zusammenbekommt, lässt sie sich auf ein Date mit dem Multimillionär Antonio Lopez ein, um ihn auszuhorchen. Es kommt jedoch alles ganz anders als geplant.

Da ich bereits den Vorgänger dieser Reihe "Trauben rauben in Kapstadt" gelesen hatte, wollte ich unbedingt wissen, wie es mit den Protagonisten nach der Südafrika-Reise weiterging. Da dies jedoch schon etwas länger zurück lag, brauchte ich ein Weilchen bis ich mich an diese wieder richtig erinnern konnte und was eigentlich damals so passierte. Man kann die Bücher dieser Reihe allerdings auch problemlos ohne Vorkenntnisse lesen, da diese ineinander abgeschlossen sind und alle notwendigen Details noch mal kurz angeschnitten werden.

Tina kam mir wesentlich vernünftiger vor als in der vorherigen Geschichte und ich hatte den Eindruck, dass sie sich während ihrer Zeit in Australien positiv verändert hat. Wirkte sie damals noch sehr kindisch und naiv, kommt sie jetzt dagegen vernünftiger und erwachsener rüber. Das Chaos scheint sie dennoch nach wie vor magisch anzuziehen und so verwundert es nicht, dass sie auch in Barcelona mit ihrem losen Mundwerk für einige humorvolle Szenen sorgt. Zusätzlich tauchen noch einige weitere Protagonisten im Buch auf, die bereits in den Vorgänger-Bänden dabei waren, sodass am Ende wieder eine lustige herrlich schräge Truppe zusammentrifft.

Der lockere Schreibstil lässt sich zügig sowie angenehm lesen, allerdings waren mir die humorvollen Einlagen oftmals etwas zu platt, und ich konnte die Pointen, auf die es schlussendlich hinauslief, bereits erahnen. Aus der Handlung hätte man meiner Meinung nach wesentlich mehr herausholen können, da so ein unfertiges Hotel kurz vor der Eröffnung, in Kombination mit einer strengen und zudem sehr konservativen Seniorchefin, das reinste Pulverfass darstellen kann. Das habe ich bei diesem Roman leider etwas vermisst und oftmals zogen sich stattdessen die Gespräche über Beziehungsprobleme sowie Depressionen einer frischgebackenen Mutter viel zu sehr in die Länge. Besonders gut gefielen mir die Beschreibungen Barcelonas, sodass ich mich beim derzeit eher trostlosen Wetter geradezu ans warme Mittelmeer träumen konnte. Bisher hat mich Spanien als Urlaubsland nie gereizt, aber anhand der schönen Stadtführung im Buch, kann ich eine Reise dorthin nun nicht mehr ausschließen.

Mein Fazit:

Es hat Spaß gemacht erneut auf altbekannte Charaktere zu treffen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt, aber meiner Meinung nach hätte man aus der Grundidee deutlich mehr herausholen können. Wer jedoch auf der Suche nach kurzweiliger Lektüre für zwischendurch oder fürs Urlaubsgepäck ist, kann bei diesem Roman bedenkenlos zugreifen.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

tod, m.c.steinweg, sterblich, liebe, leben

sterblich

M.C. Steinweg
Flexibler Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 04.12.2015
ISBN 9783739216669
Genre: Biografien

Rezension:

Als Annika Benders die Diagnose "Bauchspeicheldrüsenkrebs" von ihrem Arzt erhält, bricht eine Welt für sie zusammen. Sie hatte noch so viel vor im Leben, träumte von Kindern und fühlt sich definitiv auch noch zu jung zu sterben. Da die Ärzte ihr jedoch unmisserverständlich klar machen, dass sie ihr nicht mehr helfen können, beschließt sie ihre letzten Monate zu genießen. Sie reist mit ihrem Mann durch Europa - bis es ihr nach und nach immer schlechter geht. Ihr Tod kommt für alle schneller als erwartet, doch für Annika ist nach deren Tod nicht alles vorbei. Sie beobachtet ihre eigene Beerdigung und lernt kurz darauf Süleyman Cemsi kennen. Es entsteht eine tiefe Freundschaft und die beiden helfen sich gegenseitig loszulassen. Vom Leben, von ihren Lieben sowie den irdischen Sorgen.


Auf dieses Buch wurde ich zufällig durch mehrere positive Rezensionen aufmerksam, sodass ich beschloss es zu lesen. Alleine aufgrund des Covers hätte ich dies wohl ansonsten eher nicht getan. Leider lässt mich diese Geschichte jedoch sehr zwiegespalten zurück, da ich einerseits die Grundidee interessant finde, andererseits das Ganze für mich jedoch eine Spur zu heiter und beschwingt daherkommt.


Ich habe Annika sofort ins Herz geschlossen und konnte gut nachvollziehen, wie es ihr nach dieser schrecklichen Diagnose wohl gehen muss. Ihre ganze Trauer, ihr Schmerz sowie ihre Fürsorge gegenüber dem Ehemann berührten mich sehr und ich fragte mich immer wieder, wie ich wohl mit so einem Urteil umgehen würde. Die Zeit bis zu ihrem Tod hat sie weitestgehend positiv ausgefüllt, ist mit ihrem Mann per Wohnmobil quer durch Europa gereist und hat sie sinnvoll genutzt. Gerne hätte ich über diese Wochen noch viel mehr erfahren, da mir das im Buch alles viel zu schnell ging und ich auch gerne mehr darüber gewusst hätte, welche Probleme aufgrund der Krankheit während der Reise auftauchten. Einiges wurde zwar kurz angesprochen, aber mir ging all dies etwas zu schnell und es war nur schwer nachvollziehbar für mich. Wie ging es dem Mann damit? Worüber haben sie während dieser Zeit geredet? Wie kann man so einer Reise positives abgewinnen? Nur mal einige wenige Fragen, die mir leider unbeantwortet blieben.


Der Schreibstil lässt sich wunderbar leicht und flüssig lesen und mir gefiel sehr, wie feinfühlig die Autorin das Thema Krebs anfangs umgesetzt hat. Allerdings veränderte sich die gesamte Grundstimmung dann im zweiten Teil, also nach Annikas Tod, doch sehr und ich tat mich richtig schwer mit den humorvollen Anspielungen sowie der Heiterkeit insgesamt. Klar, die Vorstellung, dass nach dem Tod nicht alles schlagartig vorbei ist und dass wir die Möglichkeit haben unsere Lieben noch eine zeitlang zu begleiten ist wundervoll, aber es war irgendwie überhaupt nicht mein Humor und wirkte zu verkrampft auf mich. Was vielleicht auch daran liegt, dass in meinem Umfeld in letzter Zeit zu viele Menschen an Krebserkrankungen verstorben sind. Dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen, fällt da schwer.


Die Grundidee der Geschichte fand ich interessant, aber als tiefgründig würde ich es wohl nicht bezeichnen. Dazu fehlten mir auch beispielsweise zu viele Informationen, wie ihr Mann sowie ihre Freunde und Eltern mit dieser Diagnose umgehen, wie die letzten Wochen verliefen und auch wie Annikas Körper nach und nach seinen Dienst quittierte.


Mein Fazit:


Insgesamt lässt mich "sterb(l)ich" leider mit zweigeteilter Meinung zurück. Während ich den ersten Teil sehr interessant und berührend fand, konnte ich mit dem zweiten Teil der Geschichte leider nur wenig anfangen. Ich empfand den Humor sowie die Nichtigkeiten, mit denen sich Annika und ihr neuer Freund Süleyman nach dem Tod so herumplagten schlichtweg zu belanglos und hätte mir stattdessen lieber mehr über den Krankeitsverlauf von Annika gewünscht.

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

miranda dickinson, freundschaft, reisebüro, liebe, fast-verlobter

Der Tag, als ich die Welt umarmte

Miranda Dickinson , Anita Sprungk
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 18.07.2016
ISBN 9783956495816
Genre: Liebesromane

Rezension:

Harriet liebt es sich in Gedanken an ferne Orte, entlegene Strände, große Metropolen oder auch Sehenswürdigkeiten anderer Städte zu träumen. Allerdings kam es in ihrem bisherigen Leben nie zu einer Reise außerhalb der Landesgrenzen Englands, da ihr Lebensgefährte einerseits Flugangst hat und andererseits ohnehin Campingurlaube bevorzugt. Stattdessen begnügt sie sich mit Reisedokumentationen und -führern oder hört anderen Menschen zu, wenn sie ihre Erlebnisse schildern. Vielleicht versteht sie sich deshalb auf Anhieb so gut mit Alex, dem Sohn einer alten Freundin, denn dieser zog jahrelang nur mit einem Rucksack um die Welt und ließ sich treiben. Sie schließen schnell Freundschaft, helfen sich gegenseitig und Alex erzählt Harri von seinen zurückliegenden Reisen. Als Alex Mutter sie jedoch beauftragt, über eine Zeitschrift eine Partnerin für ihren Sohn zu suchen, weiß Harriet nicht wie sie damit umgehen soll.

Als ich diesen Roman eher zufällig entdeckte, hatte ich aufgrund des Klappentextes etwas völlig anderes erwartet und dachte eher, dass es davon handelt, wie Harriet endlich all ihre Träume vom Reisen verwirklicht und was sie dabei erlebt. Es handelt zwar vom Reisen, aber bis es soweit ist, dass Harri die Koffer packt, dauert es sehr sehr lange und es passiert bis dahin so wahnsinnig viel in ihrem Leben, dass dies eigentlich eher uninteressant und nebensächlich erscheint letztenendes.

Harriet ist schon viele Jahre in einer festen Partnerschaft, lebt aber dennoch alleine in einem kleinen Cottage und fühlt sich oftmals einsam. Ihre Eltern verstarben bereits früh und außer einigen Freunden hat kaum jemand ein offenes Ohr für sie. Festgefahren in ihrem Alltagstrott, der daraus besteht in einem kleinen Provinz-Reisebüro zu arbeiten, schuftet sie tagein, tagaus und hat sich damit abgefunden, dass sie von weiten Reisen weiterhin nur träumen kann. Bis der smarte Alex in ihr Leben tritt und ein Café in der englischen Kleinstadt eröffnet. Alex hat all das verwirklicht, von dem Harri bisher nur träumen konnte und lässt sie mit seinen Erzählungen teilhaben an seinen Erlebnissen.

Obwohl ich Harriet sofort in mein Herz geschlossen hatte, brauchte ich lange bis ich mich in dieses Buch hereingefunden hatte. Was vielleicht daran lag, dass die einzelnen Kapitel immer mit einer kurzen Einleitung beginnen, in der sich eine junge Frau auf einer öffentlichen Toilette verschanzt hat und todunglücklich zu sein scheint. Irgendwann später erkannte ich das System dahinter, aber bei den ersten Kapiteln fand ich diese stetig wiederkehrenden Zeitsprünge schlichtweg verwirrend und störend. Nach und nach erfuhr man jedoch immer mehr über die Gründe und konnte dann auch Rückschlüsse daraus ziehen.

Die beiden Hauptcharaktere fand ich herzallerliebst und schnell war für mich auch klar, wie dieses Buch enden MUSS, weil's einfach nicht anders sein kann. Doch dann entwickelte sich die Handlung immer mehr in eine vollkommen andere Richtung, dass ich immer wieder dachte, das geht doch nicht. Zugleich machte das die ganze Geschichte natürlich auch wahnsinnig spannend und interessant.

Was mir immer wieder positiv auffiel, waren die liebevoll ausgearbeiteten Nebencharaktere. Stellenweise hatte ich wirklich das Gefühl, schon viele Jahre in dieser englischen Kleinstadt zu wohnen und all ihre Bewohner zu kennen. Angefangen bei Harriet's urkomischen Boss bis hin zur Reinigungskraft konnte ich mir jeden bildhaft vorstellen und hatte auch keinerlei Probleme die Namen zuzuordnen.

Dennoch habe ich auch einen kleinen Kritikpunkt, was jedoch auch rückblickend das Einzige ist, was mir nicht geffiel: Harriets Naivität! Sie fühlte sich oftmals schrecklich einsam und tat mir damit leid, erkennt jedoch nicht, was verkehrt läuft. Dabei war es für mich als Leserin mehr als offensichtlich. Sie hat ein riesengroßes Herz und verzeiht ihrem Partner sowie ihren Freunden alles, wird dabei jedoch immer wieder schwer enttäuscht.

Die Handlung beginnt eher gemächlich. Nach und nach lernt man die Haupt- und Nebencharaktere kennen und dann steigert sich das Ganze immens. Ab der zweiten Hälfte konnte ich das Buch wirklich nicht mehr weglegen, habe mich gemeinsam mit Harri im gemütlichen Cottage versteckt und versucht nachzuvollziehen, warum Harri sich mit so wenig zufrieden gibt.

Die in der Vergangenheit handelnden Textpassagen verbinden sich immer mehr mit der Gegenwart, bis es am Ende zum großen Showdown kommt. Plötzlich ergibt all das einen Sinn und alles ist stimmig.

Mein Fazit:

Eine erfrischende Geschichte, die mich nach anfänglichen Schwierigkeiten doch noch mitreißen und begeistern konnte. Perfekt ausgearbeitete Haupt- und Nebencharaktere machten dieses Buch wirklich zu einem Erlebnis für mich. Trotz des humorvollen Schreibstils, kam auch die Tiefgründigkeit bei diesem Roman nicht zu kurz und regte zum Nachdenken an.

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

liebe, familie, konflikt, fremdgehen, vertrauensbruch

Als wir uns sahen

Gloria Träger
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Juneberry, 15.06.2016
ISBN 9783898419017
Genre: Liebesromane

Rezension:

Carly und Gerrit sind bereits seit vielen Jahren ein Paar und führen in den Augen aller eine Bilderbuch-Beziehung. Sie heiraten, ziehen in eine gemeinsame Wohnung und meistern beide ihr Studium. Doch während Gerrit wenig später eine große Karriere als Anwalt für Umweltrecht macht, wird Carly mit ihrem Job an der Uni immer unzufriedener. Eigentlich träumte sie immer davon, in einem Orchester zu spielen und vom Geigespielen zu leben, doch nirgends bekommt sie eine Stelle. Als sie einen Fehler begeht, wird ihre Beziehung zu Gerrit auf eine harte Probe gestellt und droht daran zu zerbrechen.


"Als wir uns sahen" durfte ich im Rahmen einer Blogtour lesen, und obwohl ich anfangs sehr skeptisch war, da ich definitiv kein Fan von Kurzromanen bin, konnte mich dieses Buch richtig positiv überraschen.

Der Anfang des Buches nimmt eigentlich das Ende schon ein wenig vorweg, denn es beginnt mit einem regelrechten Paukenschlag, und das Thema Trennung steht plötzlich im Raum. Man brauchte kein Hellseher zu sein um zu erahnen, was der Auslöser des Beziehungsstreits war. Meine Sympathien für die Protagonistin Carly waren aufgrund dessen auch nicht sonderlich groß auf den ersten Seiten, doch nachdem man diese im Laufe der Geschichte besser kennenlernte, war sie mir unheimlich ans Herz gewachsen und auch ihr Verhalten konnte ich absolut nachvollziehen.

Carly träumt seit ihrer Kindheit von einer Karriere als Geigerin und übt dafür fleißig bei einem Musiklehrer. Als sie Gerrit kennenlernt, stehen sie beide kurz vorm Abitur und es ist die sprichwörtliche "Liebe auf den ersten Blick". Beide sind absolute Familienmenschen und werden sofort herzlich aufgenommen von der Familie des anderen. Nach und nach begleitet man als Leser das Paar schließlich durch die Zeit des Studiums sowie durch die ersten Jahre im Berufsleben und nähert sich langsam dem großen Streit, mit dem das Buch anfängt. Da das Ganze aus der Sicht von Carly geschildert wird, kann man sie auch sehr gut verstehen und begreifen, warum sie so handelte. Am Ende tat sie mir mit ihren Problemen so leid, dass ich mit ihr geweint und gebangt habe. Dabei war mir Gerrit gar nicht mal so wichtig, da er mir viel zu steif und geradlinig war. Mir fehlten da etwas die Ecken und Kanten bei ihm. Trotzdem wollte ich, dass Carly wieder glücklich wird und die beiden ihre Krise bewältigen.

Was die Handlung insgesamt betrifft, passiert während der ersten beiden Drittel eigentlich wenig, da es mehr darum geht, das Paar kennenzulernen. Dennoch kam beim Lesen keine Langeweile auf, denn man wollte ja wissen, wie es nach dem Streit weitergeht und wie es so weit kommen konnte. Mich konnte dieses Buch fesseln, von der ersten bis zur letzten Seite, und es hat wahrscheinlich auch meine Sichtweise ein klein wenig verändert. Zugleich ist die Geschichte als solches einfach schlüssig und wird schön erzählt. Der Sprachstil ist angenehm und die Kapitel perfekt gesetzt.

Mein Fazit: 

Eine Liebesgeschichte voller Tiefgründigkeit, Emotionen und Dramatik. Mich konnte dieses Buch mitreißen, unterhalten und zum Nachdenken bringen. Absolute Leseempfehlung!

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

finnland, humor, sex, elche, sex und junge männer

Die Kunst, Elch-Urin frisch zu halten

Rochus Hahn
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.08.2016
ISBN 9783442484492
Genre: Humor

Rezension:

Tim und Bullwinkel haben sich mehrere Jahre nicht gesehen, als sie sich zufällig in einem Kino über den Weg laufen. Bullwinkel, der dort beinahe eine Schlägerei anzettelt, wird daraufhin gemeinsam mit Tim zu einer Szeneparty eingeladen, wo sie die beiden Stewardessen Lisa und Adele kennenlernen. Da beide immer noch auf ihr ersehntes erstes Mal hoffen, laden sie die Frauen kurzerhand ein und versprechen ihnen eine Wunderdroge. Auf der Suche nach dem passenden Stoff, erfährt Bullwinkel, dass der Urin eines Elches, der kurz zuvor psychogene Pilze gefressen hat, eine besondere Wirkung haben soll. Sie packen die Koffer und fliegen nach Finnland, um dort ihre Wunderdroge zu finden, müssen aber schnell feststellen, dass so eine Elchjagd alles andere als einfach ist. Dabei lassen sie kein Fettnäpfchen aus und müssen immer wieder neue Hürden meistern.

Als ich mit dem Lesen dieses Romans begann, fragte ich mich immer wieder, ob dieses Buch wirklich das Richtige für mich ist, da das vordergründige Thema stets "Das erste Mal" ist. Mir wurde das schnell zu viel, ich war entsetzt über die Denkweise der Jungs, insbesondere von Bullwinkel, und war drauf und dran, das Buch abzubrechen. Allerdings entwickelte ich dann doch etwas Sympathie für Tim, der das Ganze etwas weniger verbissen sah, und war natürlich gespannt, wie die Reise der beiden verlaufen würde. Naja, und nach dem ersten (schwierigen) Drittel konnte mich das Buch dann doch noch auf ganzer Linie überzeugen.

Tim ist fünfundzwanzig und studiert Germanistik sowie Religion, dies jedoch nur seiner Großmutter zuliebe. Er war bisher immer etwas zu schüchtern um Frauen aufzureißen und eine Reise nach Finnland würde auch sein Budget sprengen, aber Bullwinkel hat glücklicherweise einige Ersparnisse, die er gerne für diesen Zweck ausgibt. Bereits auf der Reise stellt sich heraus, wie perfekt Bullwinkel diese verrückte Idee durchgeplant hat, denn sein Organisationstalent hilft ihnen später bei der Umsetzung oftmals sehr. Mir kam er am Anfang ja beinahe etwas dümmlich vor, da er den lieben langen Tag wirklich nichts anderes im Kopf zu haben schien, als das Thema "S...x". Dadurch bringt er auch Tim mehrere Male in die unmöglichsten Situationen, und zieht das Chaos magisch an. Allerdings machte er dann später. während dieser Reise, eine gewisse Wandlung durch und erweist sich als wahrer Freund für Tim.

Man sollte an dieses Buch vielleicht nicht mit zu anspruchsvollen Erwartungen herangehen und ein Freund des speziellen Humors sein, um Gefallen an dieser Geschichte zu finden. Ich tat mich anfangs wirklich schwer damit, da ich mich doch sehr an Filme wie "American Pie" sowie "Dumm und dümmer" erinnert fühlte, bei denen ich frühzeitig weiterschaltete. Allerdings war ich gespannt, wie die beiden einem ausgewachsenen Elch Urin abzapfen wollten, und mochte auch den bildhaften Schreibstil. Was mir auch sehr gefiel, waren die vielen Pointen und witzigen Vergleiche, die an den richtigen Stellen fielen. Obwohl das Buch größtenteils aus Gesprächen zwischen den beiden Hauptcharakteren besteht, passiert während dieses Roadtrips dann doch soviel, dass keine Langeweile aufkommt während des Lesens. Auch gewisse Spitzen anlässlich einiger Promis werden dabei nicht ausgelassen und machten dann für mich den Charme dieser Geschichte mit aus.

Schön fand ich den Zusammenhalt der beiden Protagonisten, der diese dann wirklich zusammenschweißte. Gegenseitig halfen sie sich oftmals aus der Patsche und ergänzten sich perfekt, brachten aber gleichzeitig den Anderen auch mehrere Male in peinliche Situationen. Die Geschichte nahm schnell Fahrt auf und das vordergründige Thema wurde dabei schnell nebensächlich, sodass ich dann auch meine anfängliche Meinung schnell änderte.

Mein Fazit:

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten fühlte ich mich gut unterhalten und mochte den schwarzen Humor der Beiden. Es gab einige Stellen, die mir dann doch ein wenig zu abgefahren waren, und die ich mir beim besten Willen lieber nicht bildlich vorstellen wollte, aber insgesamt fand ich es herrlich schräg und urkomisch.

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25 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

bodensee, konstanz, krimi, fabrik, hund

Schreie im Nebel

Tina Schlegel
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 24.06.2016
ISBN 9783954517237
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Sito macht schwere Zeiten durch. Zuerst hat er vor einigen Monaten seine Frau verloren und nun verstarb auch noch sein Hund. Kurz nachdem er ihn begraben hat, wird er zu einem Mordfall gerufen, der bereits auf den ersten Blick die Grausamkeit des Täters erahnen lässt. Zudem hat er auch noch einen neuen Kollegen an die Seite bekommen, der ihm seltsam erscheint. Dieser erstellt Täterprofile und kommt damit genau richtig zu diesem schwierigen Fall, denn es wird lange dauern, bis das Opfer identifiziert werden kann und schnell wird klar, dass sie es mit einem Serienkiller zu tun haben.

An diesen Roman hatte ich ursprünglich gar nicht so hohe Erwartungen gestellt, da ich ihn eher zufällig entdeckte und das Cover einen eher ruhigen, nicht allzu aufregenden Regionalkrimi vermuten ließ. Doch weit gefehlt, denn das ist diese Geschichte beim besten Willen nicht. Mich hat das Buch mit einer solchen Wucht gepackt, dass ich mich dem gar nicht mehr entziehen konnte und da gleichzeitig jede Menge Fragen im Raum standen, habe ich auch immer wieder gegrübelt über die Hintergründe.

Kommissar Sito mochte ich mit seiner stillen, in sich gekehrten und teilweise schroffen Art auf Anhieb. Er wirkte angeschlagen und einsam, da er gerade erst seinen Hund begraben musste und auch der Tod seiner Frau liegt noch nicht lange zurück. Lediglich mit dem Gerichtsmediziner Parson, der ihm ein guter Freund wurde, trifft er sich ab und zu, aber ansonsten vertraut er kaum jemandem. Viele Geschehnisse aus der Vergangenheit scheinen ihn zu beschäftigen, was sich alles erst beinahe am Ende des Buches etwas aufklärt, und auch sein neuer Partner Enzig wirft viele weitere Fragen auf. Dieser erhielt den Posten bei der Kriminalpolizei mit der Auflage, Kommissar Sito im Auge zu behalten und Fakten über ihn abzuliefern. Ihn konnte ich am Anfang nur schwer einschätzen, da ich davon ausging, dass er tatsächlich so einige negative Dinge über Sito berichten würde, aber er machte stattdessen eine tolle Entwicklung durch und wirkte am Ende wesentlich selbstbewusster auf mich.

Es gibt zahlreiche interessante Nebencharaktere, die sich jedoch allesamt gut auseinanderhalten lassen und scheinbar alle ihr eigenes Päckchen zu schultern haben. Vielleicht machte gerade das die Bestimmung des Täters so schwer, denn es gibt immer wieder interessante Wendungen und neue Entwicklungen, sodass wirklich jeder verdächtig zu sein scheint.

Die Geschichte ist unterteilt in zwei Teile und als ich am Ende des ersten Teils ankam, gab es eine so schockierende Veränderung, dass ich erstmal gar nicht weiterlesen mochte und dachte, das kann doch jetzt gar nicht sein. Die Neugier siegte allerdings und ich wollte ja schließlich wissen, wer denn nun Schuld an dem ganzen Chaos hatte.

Ich fand dieses Buch wahnsinnig spannend, bin jedoch im Nachhinein auch froh, dass der Klappentext etwas harmloser formuliert wurde, denn hätte ich gewusst, worum es genau geht, hätte ich es sicherlich nicht lesen wollen. Es geht teilweise schon sehr in Richtung Thriller, da es um menschliche Abgründe geht und ich oftmals schwer schlucken musste. Die bildhaften Beschreibungen taten ihr Übriges. Dennoch bin ich froh, dass ich weitergelesen habe, denn dieses Buch wird mich wohl so schnell nicht loslassen.

Mein Fazit:

Ein wirklich spannender Krimi oder eher Thriller, der definitiv nichts für Zartbesaitete ist. Mich wird diese Geschichte noch sehr lange beschäftigen und ich würde mich freuen über eine Fortsetzung. Ganz klare Leseempfehlung dafür!

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

alex christofi, brösels bücherregal, mr glas, roman, einzelband

Mr. Glas

Alex Christofi , Henriette Zeltner
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.04.2015
ISBN 9783426304532
Genre: Romane

Rezension:

Lange Zeit war Günter Glas zufrieden mit seinem Job als Milchmann, doch nachdem er von einem Tag auf den anderen gekündigt wurde, da die Menschen kaum noch frische Milch wollten, fällt er in ein tiefes Loch. Auch sein Vater lässt sich nach dem Tod der Mutter mehr und mehr gehen, trinkt zu viel Alkohol und hat schließlich noch ein Schuldenproblem, sodass Günter endlich etwas unternehmen muss, um wenigstens sein Zuhause zu retten. Seine Faszination für Glas kommt ihm wieder in den Sinn und so beschließt er, der beste Fensterputzer der Welt zu werden und erlebt dabei die abenteuerlichsten Sachen, verliebt sich und lernt merkwürdige Menschen kennen.

Neugierig geworden durch den amüsanten Klappentext sowie das interessante Cover, wollte ich dieses Buch nur allzu gerne lesen. In einer Kurzmeinung zum Buch wurde der Protagonist ein bisschen mit "Forrest Gump" verglichen, was mich natürlich sehr neugierig machte auf diese Geschichte.

Nun habe ich "Mr. Glas" gelesen und bin jedoch etwas ratlos. Einerseits fand ich die komplette Familie Glas unheimlich interessant und habe beim Lesen auch viel gelacht, aber dann wiederum tat ich mich stellenweise eher schwer mit Günter, da er einerseits recht schwerfällig und naiv daherkommt und im nächsten Moment reagierte er dann vollkommen anders als erwartet, wusste mehr als alle anderen und ich konnte mich einfach nur schwer in ihn hineinversetzen beziehungsweise seine Handlungen nachvollziehen.

Günter war schon seit seiner Kindheit fasziniert von Glas und erinnert sich immer wieder gerne an seinen kurzen Aufenthalt im Glasmuseum, während sein Vater einen Geschäftstermin hatte. Dank moderner Medien hat er sich jede Menge unnützes Wissen angeeignet, aber im wahren Leben nützt ihm das alles herzlich wenig. Er wuchs in liebevoller Umgebung auf, aber der Fokus der Eltern lag meistens beim taubstummen Bruder, zu dem Günter ohnehin ein schwieriges Verhältnis hatte. Nach dem Tod der Mutter, versucht er krampfhaft das Elternhaus zu retten und beginnt als Fensterputzer in der Nachbarschaft, bis er schließlich einen Anruf von einem der bekanntesten Arbeitgeber der Branche bekommt.

Besonders der Anfang der Geschichte gefiel mir richtig gut und ich mochte Günter auch irgendwie, aber die zahlreichen Fußnoten einer gewissen Dekanin Winterbottom begannen mich mehr und mehr zu stören, auch wenn sie teilweise recht aufschlussreich waren. Es lenkte einfach zu sehr ab von der eigentlichen Handlung und vieles hätte man meiner Meinung nach auch einfach in die Geschichte einbauen können oder auch weglassen können, da es schlichtweg uninteressant war.

Günter macht nach und nach eine erstaunliche Entwicklung durch, lernt auf eigenen Beinen zu stehen und beißt sich irgendwie durch, was ich faszinierend fand, aber mir fiel es bis zum Ende hin schwer, mir ein richtiges Bild von ihm zu machen. Mal kommt er dümmlich und naiv rüber, aber im nächsten Moment durchschaut er einige Situationen sofort und punktet mit enormem Wissen. Gerade zum Ende hin empfand ich das Ganze doch recht chaotisch sowie verrückt und fragte mich immer wieder, was nun der Sinn der Geschichte sein sollte.

Mein Fazit:

Ein Buch das man lesen kann, aber man muss es nicht! Ich mochte den Protagonisten und fand es witzig, was er stellenweise erlebte, aber die Handlung insgesamt war mir dann doch etwas zu wenig. Da hätte man einfach mehr draus machen können.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

animatorin, urlaubslektüre, mallorca

Zum Glück animiert

Kirsten Wendt , Marcus Hünnebeck
E-Buch Text: 282 Seiten
Erschienen bei null, 24.04.2016
ISBN B01ER4FCCU
Genre: Sonstiges

Rezension:

In Daniels Leben läuft gerade so einiges schief, denn erst hat ihn seine Freundin kurzerhand vor die Tür gesetzt, dann wird er beruflich auch noch wegen eines kleinen Fehlers in den Zwangsurlaub geschickt. Da er jedoch ohnehin auf der Suche nach einer neuen Freundin ist, die unbedingt Spanierin sein sollte, kommt ihm dies sogar ganz gelegen. Auf Mallorca möchte er einen Neuanfang wagen und Ausschau nach einer neuen Partnerin halten. Schade, dass die freundliche Animateurin Paulina so gar nicht in sein Beuteschema passt, denn mit ihr schließt er schnell Freundschaft. Als schließlich noch die rassige Carmen auftaucht, ist das Chaos perfekt.

Da ich bereits sehr viel Gutes über die Romane des Autorenduos Wendt & Hünnebeck gehört hatte, war ich bei diesem Buch sofort Feuer und Flamme. Naja, und bei dem ansprechenden Cover brauchte ich auch nicht lange überlegen und hatte den Klappentext mehr oder weniger nur kurz überflogen. Um es gleich vorweg zu nehmen: Mir gefiel das Buch gut, aber man sollte sich vielleicht von vornherein darüber im klaren sein, dass man es hier eher mit lockerer und unterhaltsamer Lektüre zu tun hat.

Daniel, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, kommt stellenweise etwas tollpatschig sowie chaotisch daher und lässt auch kein Fettnäpfchen aus, was allerdings immer wieder zu den urkomischsten Situationen führt. Stellenweise habe ich mich mit seiner Naivität jedoch auch ziemlich schwer getan und dachte, so dumm kann man doch gar nicht sein. Nach und nach bessert er sich aber und so war ich später dann doch immer öfter positiv überrascht über seine Reaktionen.

Was mir sehr gefiel, waren die Beschreibungen Mallorcas bzw. Spaniens, bei denen man wirklich große Lust verspürt, die Koffer zu packen. Doch auch die Probleme des Landes sowie seiner Einwohner wurden dabei nicht ausgespart, was man selber aufgrund der dominierenden Meldungen der letzten Jahre oftmals gar nicht so richtig mitbekommen hat.

Wie bereits erwähnt, sollte man hier nichts Tiefgründiges und sonderlich Berührendes erwarten, da es eher in die Kategorie "amüsante Unterhaltung" fällt. Es liest sich flüssig und man kann sich damit prima eine Auszeit zwischendurch genehmigen, dabei etwas Urlaubsfeeling inhalieren und braucht auch nicht großartig nachdenken über das Gelesene. Was mich jedoch etwas störte, war die Vorhersehbarkeit der Handlung. Dank jeder Menge erfüllter Klischees brauchte es hier wirklich nicht viel, um die Pläne der Protagonistinnen zu durchschauen und den weiteren Verlauf vorherzusehen. Trotzallem habe ich gerne darin geschmökert und konnte einige entspannende Lesestunden damit verbringen.

Mein Fazit:

Nette Unterhaltung für zwischendurch. Lustig. Nur etwas zu vorhersehbar und klischeebehaftet.

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

liebe, spannung, blindheit, romatik, verlust

Blind Date mit der Liebe

Kari Lessír
E-Buch Text: 270 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 04.08.2016
ISBN 9783741265150
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als Nina beim Joggen mit Jan sowie seinen Hund zusammenprallt, kommt es zu einer Auseinandersetzung, da beide sich im Recht sehen. Wenig später sieht sie ihn erneut und muss feststellen, dass dieser blind ist. Nina ist ihr Verhalten schrecklich peinlich und sie entschuldigt sich sofort, doch Jan reagiert vollkommen anders als erwartet, denn er sieht das alles erstaunlich humorvoll und lädt sie sogar unverbindlich ein. Die Beiden verbringen einen schönen Abend miteinander in der Bar der Philharmonie und verstehen sich auf Anhieb, sodass daraus schließlich nach und nach eine Beziehung entsteht. Allerdings ist Nina unsicher, ob Jan der Richtige für sie ist und sie weiß nicht, wie sie mit seiner Blindheit umgehen soll. Jan hat ebenfalls große Bedenken, da seine letzte Beziehung aufgrund des Handicaps in die Brüche ging und auch sein Bruder hält nicht viel von Nina.

Schon lange hatte ich mir vorgenommen ein Buch von Kari Lessír zu lesen, bin dann jedoch immer etwas zurückgeschreckt vor den esoterischen Anteilen in ihren Romanen. Als mir nun "Blind Date mit der Liebe" als Rezensionsexemplar angeboten wurde, machte mich der Klappentext sofort neugierig, da ich wissen wollte, wie hier das schwierige Thema Handicap umgesetzt wurde.

Nina arbeitet als Anzeigenverkäuferin für eine Zeitschrift, was ihr viel abverlangt und wenig Freude bereitet aufgrund ihrer mürrischen Chefin. In ihrer Freizeit versucht sie sich von all dem abzulenken durch viel Sport und so trifft sie sich auch regelmäßig mit Freunden zu einer Montainbike-Tour. Wenige Tage nachdem sie Jan im Park über den Haufen rannte, lädt sie ihn zu ihrer Geburtstagsparty ein, zu der auch jene Freunde eingeladen sind, doch die Feier verläuft ganz anders als erwartet, denn einige halten Jan für absolut inakzeptabel und zeigen sofort offen ihre Ablehnung.

Auch Jans Bruder lehnt Nina ab, da er sehr besorgt um Jan ist und eine enge Beziehung zu ihm hat. Nach seinem Unfall war er es, der ihn immer wieder auffing und ihm half mit dem Handicap umzugehen. Jan hat sich in einer eigenen Wohnung eingelebt, fand einen neuen Job und kommt dank seines Blindenhundes gut zurecht im Alltag, ist jedoch auch sehr einsam.

Die Geschichte lässt sich dank des leichten Schreibstils flott lesen und besticht durch viel Spannung, da sie aus mehreren verschiedenen Sichtweisen geschrieben ist. Sowohl aus der Sicht der beiden Hauptcharaktere, die anfangs Bedenken haben sich auf diese Beziehung einzulassen, als auch aus der Sicht von Jans Bruder sowie Ninas Freunden werden die Geschehnisse erläutert, sodass man von Beginn an die Ablehnung spürt, mit der sie auf die enge Freundschaft der Beiden reagieren. Jans Probleme im Alltag, die den meisten Sehenden überhaupt nicht bewusst sind, werden genauso einfühlsam beschrieben wie auch die Veränderungen seiner übrigen Sinne, sodass er sich diese immer wieder zu Nutze machen kann.

Die Charaktere wirkten allesamt sehr authentisch, allerdings blieben mir die beiden Hauptprotagonisten leider bis zum Ende etwas fremd. Oftmals konnte ich ihre Beherrschtheit nicht so ganz nachvollziehen und empfand sie viel zu reserviert und vorsichtig in der ein oder anderen Situation. Die Nebencharaktere wurden wiederum meiner Meinung nach etwas zu überspitzt dargestellt und waren zu leicht durchschaubar.

Mein Fazit:

„Blind Date mit der Liebe“ ist ein einfühlsames Buch über eine zarte Liebe, die sich unter schwierigen Umständen entwickelt. Der Autorin ist es gelungen ein schwieriges Thema authentisch aufzuarbeiten und mir damit ein paar fesselnde Lesestunden zu bescheren. Leider konnte es mich dann jedoch emotional am Ende nicht so mitreißen, wie ich mir das erhofft hatte.

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32 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

sizilien, krimi, archäologie, mozia, luca santangelo ermittelt

Sizilianische Rache

Ann Baiano
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.08.2016
ISBN 9783442205134
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Diego, der Sohn des Journalisten Luca Santangelo, steckt in großen Schwierigkeiten. Während einer nächtlichen Bootsfahrt zu einer kleinen Insel werden er sowie seine Freundin Zeuge eines Raubzugs. Von den Dieben fehlt jedoch jede Spur und stattdessen findet Diego die Leiche eines jungen Mannes, den er vom Studium her kennt. Als er wenig später zum Hauptverdächtigen erklärt wird, versuchen sein Vater Luca und dessen Freundin den wahren Täter zu finden sowie die alte Frau, die seinen Sohn eventuell entlasten könnte. Als dann auch noch Lucas Freund Silvio bei einem Autounfall ums Leben kommt, wird schnell klar, dass jemand mit allen Mitteln versucht etwas zu vertuschen.

"Sizilianische Rache" ist bereits der zweite Band der Reihe um den Ermittler Luca Santangelo, und obwohl ich den ersten Teil nicht kannte, konnte ich mir erstaunlich schnell ein Bild von Luca sowie dessen Familie machen und war sofort mittendrin in der Handlung. Lediglich die verschiedenen Erzählstränge verwirrten mich am Anfang etwas, da die Geschichte zusätzlich von zwei weiteren Familien handelt und der Erzähler dabei auf das Jahr 1914 zurückblickt. Es geht dabei um eine alleinerziehende Mutter, die von ihrer Familie verstoßen wurde, und nunmehr versucht sich mit ihren drei Kindern alleine durchzuschlagen sowie um eine alte Adelsfamilie.

Luca Santangelo ist ein super sympathischer Ermittler, da er lässig und bodenständig ist, aber auch schon mal ordentlich auf den Tisch hauen kann, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt. Das private Umfeld, bestehend aus dem Sohn, seiner Ex-Frau sowie seiner neuen Lebensgefährtin lassen viel Spielraum für weitere Fortsetzungen und machen diese Geschichte sehr lebendig. Immer wieder kommt es zum Streit mit seiner Ex-Frau, die meint den gemeinsamen Sohn am besten zu kennen und genau zu wissen, was gut für ihn ist.

Der Roman beherbergt außerdem noch die Geschichte der englisch-sizilianischen Familie Philipson, die einst sehr wohlhabend war und vom Thunfischfang lebte. Der Glaube an einen alten Fluch ist immer noch stark verwurzelt und so erfährt man rückblickend den Zusammenhang, der mir besonders zum Ende hin doch recht verwirrend erschien, da diese Familie so vielschichtig war und ständig andere Namen fielen. Gleichzeitig ist da noch die alte Frau, die ebenfalls am Tatort war, und deren Leben ebenfalls im Zusammenhang mit der Familie Philipson steht. Als Leser kann man diese beiden Familien durch verschiedene Zeitepochen begleiten, was ich sehr interessant fand und da diese Abschnitte jeweils mit dem Datum gekennzeichnet sind, erfährt man nebenbei auch viel über die Geschichte Siziliens.

Ann Baiano schreibt sehr angenehm und entspannend, ohne dass dabei Langeweile aufkommt. Die zauberhaften Landschaften Siziliens sowie die Großstadt Palermo konnte ich mir wunderbar vorstellen und sie wirkten sehr authentisch auf mich.

Mein Fazit:

Ein vielschichtiger und interessanter Kriminalroman, der sich super lesen lässt. Mit den vielen Charakteren kam ich teilweise etwas durcheinander und hätte mir nochmal eine Übersicht am Ende gewünscht, zumindest was die Familie Philipson betrifft, aber spannend und unterhaltsam war es dennoch von Anfang bis Ende.

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10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

liebesroman, verlieben, liebe

Schicksalhafte Begegnungen: Fateful encounter (Schicksalsreihe)

Mareile Raphael
Flexibler Einband: 530 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 27.07.2016
ISBN 9781535451741
Genre: Liebesromane

Rezension:

Natessa Morgan freut sich auf den Catering-Auftrag ihrer Mutter, denn er soll ausgerechnet bei der wohlhabenden Familie Harper stattfinden. Schon lange träumt sie davon deren Sohn Vincent, der sämtliche Boulevard-Blätter füllt, kennenzulernen. Dieser hat jedoch ganz andere Sorgen, da er nach einem Fehler in der Klinik seines Vaters zur Wiedergutmachung die Ärztin Lisa Braden anwerben soll. Er findet sie langweilig und begeht einen folgenschweren Fehler, da er nach dem katastrophalen Abend unbedingt auf andere Gedanken kommen will. Er flirtet kurzerhand mit einem Mädchen, obwohl er eigentlich in einer festen Beziehung ist, und setzt diese dadurch auf's Spiel. Nachdem sich Natessas und Vincents Wege mehrmals kreuzen, knistert es zwar zwischen den Beiden, aber immer wieder werden ihnen Steine in den Weg gelegt und es kommt zu Missverständnissen.

Wahrscheinlich hätte ich dem Buch gar keine größere Beachtung geschenkt, aber die erfrischenden Farben am unteren Bildrand faszinierten mich dann doch irgendwie und der Klappentext machte mich schließlich richtig neugierig.

Zu beschreiben, worum es in diesem Roman genau geht, ist schwer. Es ist nicht nur einfach eine Liebesgeschichte über ein Mädchen, aus einfachen Verhältnissen, und einen wohlhabenden sowie gutaussehenden Frauenheld, sondern beinhaltet nebenher auch immer wieder zahlreiche Nebenhandlungen und erzählt das Ganze aus so vielen verschiedenen Sichtweisen, dass auf den insgesamt 530 Seiten einfach wahnsinnig viel passiert. Die Charaktere sind allesamt miteinander verstrickt am Ende und man hat das Gefühl, jahrelang eine Daily Soap im Fernsehen geschaut zu haben, was eigentlich so gar nicht mein Fall ist, aber hier klebte ich wirklich nach anfänglichen leichten Schwierigkeiten an den Seiten und war gespannt, wie sich das zum Ende hin entwickeln würde.

Natessa mochte ich auf Anhieb, denn sie ist umgeben von einer warmherzigen großen Familie und man ahnt sofort, dass sie riesiges Potenzial besitzt, da sie klug, bescheiden, ehrlich und zurückhaltend ist. Sie hilft oftmals ihrer Mutter bei den Cateringaufträgen aus und so kommt es dann auch, dass sie dabei Vincent näher kennenlernt. Dieser lebt in einer vollkommen anderen Welt, arbeitet als Arzt in der Klinik seines Vaters und ist absolut beziehungsunfähig. Mit ihm habe ich mich wirklich lange Zeit schwer getan, da ich ihm die Wandlung nicht so ganz abkaufen wollte und seine Familie, insbesondere seine Mutter mich richtiggehend zur Weißglut trieb.

An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen, da er sich zwar leicht lesen ließ, aber die ständigen Sichtwechsel störten mich am Anfang etwas und auch die Erzählweise in der Gegenwart kannte ich so noch nicht. Allerdings konnte ich mir dadurch auch die zahlreichen Nebencharaktere schnell bildlich vorstellen und war sofort mittendrin in der Handlung. Auch die vielen Missverständnisse, Intrigen sowie Gefühle waren besser nachvollziehbar und so kam es spätestens nach dem ersten Drittel dann dazu, dass ich am liebsten immer weiter gelesen hätte. Das Ende war definitiv nicht so, wie ich es erwartet hatte und nun hoffe ich wirklich, dass sich die Autorin mit der Fortsetzung nicht allzu viel Zeit lässt.

Ich will nicht zuviel über die Handlung rausposaunen, aber es geht um mehrere romantische Verbindungen, auch wenn die Liebesgeschichte zwischen Natessa und Vincent immer vordergründig bleibt, und man lernt die zahlreichen Nebencharaktere sehr gut kennen, erfährt wer mit falschen Karten spielt und fiebert regelrecht mit. Mir hat das Buch ein paar wundervolle Lesestunden beschert und abgesehen von ein paar kleineren Kritikpunkten fand ich es stimmig.

Mein Fazit:

Ein vielversprechender Reihenauftakt, der mich positiv überraschte, nach dem doch sehr gewöhnungsbedürftigen Einstieg. Macht auf jeden Fall Lust auf mehr und ich hoffe, es wird bald eine Fortsetzung davon geben!

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97 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

sizilien, krimi, mafia, tante poldi, mord

Tante Poldi und die Früchte des Herrn

Mario Giordano
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 13.05.2016
ISBN 9783431039481
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bereits nach dem ersten Band dieser Reihe hat sich Tante Poldi für mich zu einer regelrechten Kultfigur entwickelt und so habe ich mich natürlich wahnsinnig gefreut als der zweite Band als Rezensionsexemplar überraschend bei mir eintrudelte. Da ich zu der Zeit jedoch jede Menge Stress hatte, musste ich das Lesen immer wieder aufschieben und bis nach dem Urlaub letztenendes liegen lassen. Nun ja, vielleicht muss ich dadurch nun nicht mehr ganz so lange auf einen dritten Band warten.

Anfangs hatte ich große Schwierigkeiten mit dem Schreibstil, den ich zwar bereits von "Tante Poldi und die sizilianischen Löwen" kannte, aber durch die ersten Kapitel musste ich mich wirklich durchkämpfen und vieles mehrfach lesen, da der Mix aus italienisch, bayerisch und hochdeutsch teilweise doch recht anstrengend war. Einerseits versuchte ich mich auf das Gelesene zu konzentrieren, es für mich zu übersetzen und vergaß dabei den eigentlichen Inhalt der Sätze. Das ging fast bis zur Hälfte des Buches so, bis es mich dann doch wieder packte. Dennoch konnte mich die Geschichte wiederum begeistern und Tante Poldi ist mir noch ein Stück weit mehr ans Herz gewachsen.

Während mir bei Band 1 am Ende einige Fragezeichen unbeantwortet blieben, so wurden diese nun im 2. Band ganz gut wieder aufgegriffen. So erfuhr ich beispielsweise endlich, wie es mit dem Commissario Montana weiterging, was es mit der Perücke auf sich hat sowie dem Buch, das der Neffe schreibt und aus dessen Sicht uns auch Tante Poldis Erlebnisse erzählt werden. Und gleichzeitig endet die Geschichte auch hier wieder mit einer weiteren Frage, die mich auf einen dritten Band hoffen lässt.

Ich kann nicht genau sagen, was mich an "Tante Poldi und die Früchte des Herrn" nun besonders beeindruckte oder was mir missfiel, denn es ist einfach das Gesamtpaket, was mir hier so gut gefällt. Einerseits Poldis gelassene sowie schräge Art, dann wiederum der humorvolle Unterton, der auf jeder Seite mitschwingt und andererseits natürlich die Beschreibungen Siziliens. Der Kriminalfall an sich wird dabei schon fast zur Nebensache.

Mein Fazit:

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit dem Sprachmix sowie dem Dialekt, konnte mir auch die Fortsetzung wieder viele schöne Lesestunden bescheren. Man muss Tante Poldi einfach lieben und sich einlassen auf diese urkomischen Charaktere. Die sizilianische Gelassenheit steckt am Ende sowieso jeden an und tut ihr Übriges.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

mia hansen, die dinge deiner liste

Die Dinge deiner Liste

Mia Hansen
E-Buch Text: 286 Seiten
Erschienen bei Montlake Romance, 14.06.2016
ISBN 9781503992771
Genre: Sonstiges

Rezension:

Vicky und Finn kennen sich von Kindheit an, haben sich aber seit drei Jahren nicht mehr gesehen und auch keinen Kontakt mehr zueinander. Während Vicky sich mit Nebenjobs über Wasser hielt, machte Finn eine steile Karriere in Frankfurt bei einer Versicherung. Als Vicky nun von Finns Krebserkrankung erfährt ist sie schockiert, denn er möchte sich auch nicht weiter behandeln lassen und hat sich längst aufgegeben. Sie erinnert ihn an die Liste, die er als Kind schrieb und deren Punkte längst nicht abgehakt sind, und verspricht ihm, all das nachzuholen, wenn er anschließend seine Therapie weiter macht. Gemeinsam holen sie die Wünsche Punkt für Punkt nach, lernen neue Freunde und Familienmitglieder kennen und kommen sich dabei näher.


Obwohl es mittlerweile viele Bücher gibt, in denen es um das Abarbeiten einer bestimmten Liste geht, war ich doch sehr gespannt auf diese Geschichte und wie die Autorin die Grundidee umgesetzt hat. Klar, auch Bücher in denen eine Krebserkrankung thematisiert wird, sind nicht neu, aber ich lese sie immer wieder gerne, da man generell etwas Positives für sich selber daraus entnehmen kann. Das ist Mia Hansen auch bei "Die Dinge meiner Liste" sehr gut gelungen.

Vicky, aus deren Sicht die Geschichte geschrieben ist, lebt in einer Kleinstadt und hat bisher kaum was aus ihrem Leben gemacht. Sie wohnt immer noch gemeinsam mit ihren Eltern unter einem Dach und da sie an der Kinokasse wenig verdient und tagsüber für ein Fernstudium lernt, bleibt wenig Zeit und Geld um das Leben ausgiebig auszukosten. 

Ganz anders hat da ihr Jugendfreund Finn bisher sein Leben genossen. Er hat bei der Finanzabteilung einer Frankfurter Versicherung Karriere gemacht, lebt in einem Penthouse und hat durch Geschäftsreisen bereits jede Menge von der Welt gesehen. Als er von seiner schweren Erkrankung erfährt, beschließt er die wenige Zeit die ihm noch bleibt, zu genießen und möchte nicht im Krankenhaus dahin vegetieren wie sein Onkel damals. 

Mia Hansen hat diese Geschichte aus der Perspektive von Vicky geschrieben, sodass man ihre Sorgen um Finn sehr gut nachvollziehen kann. Mir war sie durch ihre chaotische und unkomplizierte Art sofort sympathisch. Auch Finn gefiel mir ganz gut, da er gewisse Ecken und Kanten hat, aber auch sehr liebenswürdig ist. Dennoch störte mich stellenweise seine Art, wie er mit Vicky umging etwas. Ein bisschen so, als ob sie noch ein kleines Kind ist und er ständig ein Auge auf sie haben muss und sie nicht selbst in der Lage ist, auf sich aufzupassen. Mir fiel das besonders auf, wenn es um das Thema Alkohol ging oder wenn er stets vorschlug, sich frischzumachen oder doch erst mal zu duschen nach der Anreise. 

Der Schreibstil lässt sich angenehm locker und teilweise recht humorvoll lesen, sodass die Geschichte absolut nicht langweilig wird. Allerdings konnte man schnell erahnen, wie das Ganze enden wird und in welche Richtung es geht. Mich störte das jedoch nicht weiter, da ich natürlich wissen wollte, wie die Charaktere damit umgehen und wie deren Reaktion sein wird. Was mir besonders gut gefiel, waren die Nebencharaktere. Insbesondere Serpil und ihre Familie habe ich richtig in mein Herz geschlossen mit ihrer Gastfreundlichkeit und der Art und Weise, wie sie Vicky immer wieder half. Was die Punkte der Liste betrifft, so ließen sich die meisten Sachen relativ schnell und problemlos umsetzen, was mir das ein oder andere Mal dann doch zu schnell ging. Gerade die Reisen erschienen mir immer viel zu kurz und hektisch, sodass ich mir darüber durchaus mehr gewünscht hätte. 

Mein Fazit:

Das Ganze hört sich jetzt negativer an als es ist, weil es mir manchmal einfach leichter fällt, an einem Buch rumzumeckern, aber letztendlich ist es so, dass ich das Buch wirklich gerne gelesen habe und meine Kritikpunkte nicht besonders schwerwiegend sind. Ein Roman, der die wichtigen Dinge im Leben wieder etwas mehr ins Bewusstsein rückt.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

isabella muhr, liebesroma, autor: isabella muhr, schneeglöckchenzauber

Schneeglöckchenzauber

Isabella Muhr
Flexibler Einband: 236 Seiten
Erschienen bei Muhr, Isabella, 30.11.2015
ISBN 9783000515316
Genre: Romane

Rezension:

Nadine hatte eine schwierige Kindheit, über die sie auch selbst ungern redet. Bei ihrem Sohn Fynn möchte sie alles besser machen, ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen und immer für ihn da sein. Die Beziehung zu ihrem Freund Torsten leidet zunehmend darunter, da sie für ihn kaum noch Gefühle zu haben scheint. Dabei möchte Torsten lediglich, dass wieder alles wie früher ist. Als Nadine eines Abends auf den attraktiven Rafael trifft, ist sie völlig verwirrt, denn sie bekommt ihn nicht mehr aus dem Kopf.

Hm, ich weiß nicht so recht, wie ich diese Rezension beginnen soll und überlege nun schon mächtig lange, wie ich dieses Buch beurteilen soll. Vielleicht hätte ich einfach auf meinen ersten Eindruck vom Cover achten sollen, denn ich fand es ansprechend, aber leider auch irgendwie kühl, distanziert und wenig aussagend. Sowohl das Cover als auch die Geschichte selber konnten mich nicht richtig packen.

Nadine ist sehr verschlossen und glaubt nicht an die große Liebe. Dennoch liebt sie ihren Sohn Fynn abgöttisch und lässt ihn kaum aus den Augen. All das, was sie in ihrer eigenen Kindheit vermisste, möchte sie ihm geben und hat dabei ständig sämtliche Gefahren im Hinterkopf. Dabei achtet sie jedoch kaum noch auf ihre eigenen Bedürfnisse und auch die Beziehung zu ihrem Freund Torsten zerbröckelt mehr und mehr. Als sie dann auch noch Rafael begegnet, gerät ihre Gefühlswelt komplett in Schieflage, denn sie beginnt sich selber wieder wahr zu nehmen.

"Schneeglöckchenzauber" lässt sich leicht und flüssig lesen. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und bestehen größtenteils aus dem Gedanken-Wirrwarr der Protagonisten. Da ich mich jedoch mit den beiden Hauptcharakteren wahnsinnig schwer tat und teilweise Nadines vollkommen übertriebene Sorge um Sohnemann Fynn stellenweise schon anstrengend fand, konnte mich diese Geschichte bis zum Ende hin nicht so recht mitreißen. Mir war da zu vieles unverständlich und auch ihr Freund Torsten tat mir mehr und mehr leid, da sie ihn schlichtweg ignorierte. Ich fand ihn sympathisch und hätte mir gewünscht, dass er das ein oder andere Mal anders reagiert hätte.

Die Story an sich fand ich sehr interessant und auch das Thema der Vernachlässigung durch die Mutter damals wurde gut umgesetzt hierbei, aber trotzallem kam keine richtige Spannung auf. Torsten kam nicht so recht aus sich raus und nahm Nadines Verhalten einfach so hin, was mich teilweise rasend machte und vieles konnte ich absolut nicht nachvollziehen. So reagierte sie oftmals nur ausweichend oder ergriff die Flucht, wenn dieser mit ihr reden wollte, zog sich zurück oder ging ihm aus dem Weg. Warum sie überhaupt noch mit ihm zusammenlebte fragte ich mich immer wieder.

Mein Fazit:

Von "Schneeglöckchenzauber" hatte ich mir aufgrund des Klappentextes etwas mehr versprochen. Da ich jedoch mit der Hauptprotagonistin bis zum Schluss große Schwierigkeiten hatte, konnte mich die Geschichte nicht gänzlich überzeugen. War ganz nett, aber es wird mir nicht lange im Kopf bleiben.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

lucie marshall, familie, mama, roman, england

Mama, I need to kotz!

Lucie Marshall
Flexibler Einband: 270 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.06.2016
ISBN 9783442175482
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Berliner Bloggerin Lucie Marshall beschließt gemeinsam mit ihrem Mann sowie Sohn Sam für einige Monate nach London zu ziehen. Voller Begeisterung begeben sie sich auf Wohnungs- sowie Kindergartensuche und müssen schnell feststellen, dass trotz der relativ kurzen Entfernung so gut wie alles anders ist als in ihrer Heimat Berlin. Auf humorvolle Art und Weise gewährt die Autorin einen Einblick ins Schul- und Bildungssystem sowie den überteuerten Wohnungsmarkt, lässt uns aber auch teilhaben daran, was diese Stadt so besonders macht.

Da ich bereits seit längerer Zeit aufmerksam die Beiträge der Autorin Lucie Marshall auf Facebook beziehungsweise auf ihrem Blog verfolge, wollte ich diesen Roman sehr gerne lesen. Ich mag ihren Humor und ihre Sichtweise auf das alltägliche Chaos sowie die Sorgen als Mutter und all dies kommt auch hier definitiv nicht zu kurz.

Ursprünglich hatte die Familie sich durch den Umzug nach London mehr Zeit füreinander erhofft, da Ehemann Marc bereits seit fast einem Jahr zwischen den Städten hin und her pendelt und die ungemütlichen Hotelbetten satt hat. Wie es jedoch meistens der Fall ist, sieht die Realität letzten Endes ganz anders aus. Die Mieten sind kaum bezahlbar, die Zustände der Wohnungen teilweise unterirdisch und auch die Suche nach der richtigen Kindertagesstätte gestaltet sich schwierig.

Bereits nach wenigen Seiten war ich mittendrin in der Handlung, da ich auch wahnsinnig neugierig war, auf das was da wohl auf die junge Familie zukommt. Die Neugier, Abenteuerlust sowie die gelassene Art der Autorin finde ich schlichtweg beneidenswert, da ich glaube, mir wäre aufgrund der anfänglichen Probleme bei der Eingewöhnung in der Kindertagesstätte schnell die Lust vergangen. Wahrscheinlich hätte ich mir da schnell viel zu viele Gedanken gemacht und die Segel gestrichen. Insofern ist es wirklich bemerkenswert, wie sich Lucie mit der Situation arrangiert und all dem noch so viel Positives abgewinnen kann. Mit einem Augenzwinkern und jeder Menge Selbstironie meistert sie ihren chaotischen Alltag in London und sogar dem schlechten Wetter kann sie am Ende etwas abgewinnen. Und auch ihre wachsende Liebe für diese außergewöhnliche Stadt und ihre Menschen kann man absolut nachvollziehen.

Die Kapitel sind kurz gehalten und auch die Schrift ist relativ groß, sodass man leider viel zu schnell am Ende angelangt. Die eingearbeiteten englischen Redewendungen und Ausdrücke werden oftmals im nächsten Satz aufgegriffen, sodass alles gut verständlich ist.

Mein Fazit:

Ein Erfahrungsbericht, der mit sehr viel Humor und Selbstironie bei mir punkten konnte und eine Gelassenheit, die regelrecht ansteckend wirkt. Am Ende sieht man das deutsche Bildungssystem, das ja auch immer wieder viel Kritik einstecken muss, auf jeden Fall mit anderen Augen.

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