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129 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

liebe, debbie macomber, winterglück, verlust, trauer

Winterglück

Debbie Macomber ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.10.2015
ISBN 9783734102493
Genre: Romane

Rezension:

Nach dem Tod ihres Mannes beschließt Jo Marie noch einmal völlig von vorne zu beginnen. Er starb kurz nach der Hochzeit, während eines Einsatzes in Afghanistan, und in der gemeinsamen Wohnung erinnert einfach alles an ihn. Da er ihr auch etwas Geld vererbte beschließt sie, sich endlich einen Traum zu erfüllen und eine kleine Bed and Breakfast-Unterkunft zu eröffnen. Sie wird schnell fündig und spürt sofort, dass das Rose Harbor Inn, wie sie es später nennt, genau das Richtige für sie ist. Die ersten Gäste lassen nicht lange auf sich warten, da sie bereits bei den alten Eigentümern gebucht hatten, und Jo Marie ahnt sofort, dass Abby Kincaid und Joshua Weaver nur ungern zurückkehren in ihre Heimatstadt.


Die Rose Harbor-Reihe war mir bereits durch einige schöne Rezensionen ein Begriff, aber da der Titel des 1. Bandes "Winterglück" lautete und auch das Cover wunderbar in diese Jahreszeit passte, habe ich lange Zeit auf den richtigen Lese-Moment gewartet und das Ganze dann immer wieder aufgeschoben.


Jo Marie mochte ich mit ihrer ruhigen sowie zurückhaltenden Art auf Anhieb und man spürte auch bereits nach wenigen Seiten, wieviel Herzblut sie in diese kleine Pension steckt. Sie verfügt über keinerlei Erfahrungen diesbezüglich, aber bei ihren ersten Gästen gibt Jo sich große Mühe, sodass sich Abby Kincaid und Joshua Weaver sofort gut aufgehoben fühlen.


Abby Kincaid ist angereist zur Hochzeit ihres Bruders und es fällt ihr sehr schwer zurückzukehren an den Ort ihrer Vergangenheit. Sie verlor ihre beste Freundin bei einem Autounfall, bei dem sie am Steuer saß, und die Schuld lastet auch viele Jahre später noch sehr schwer auf ihr.


Joshuas Stiefvater liegt im Sterben und nachdem die Nachbarin ihn bat schnell zu kommen, machte er sich schweren Herzens auf den Weg. Dass sein Stiefvater wenig erfreut sein würde über seine Ankunft, wusste er von vornherein, aber seiner verstorbenen Mutter zuliebe versucht er seinen Groll gegenüber dem Stiefvater zu vergessen und hofft außerdem noch ein Paar Erinnerungsstücke zu finden.


Obwohl die gesamte Handlung nur über die Dauer eines verlängerten Wochenendes stattfindet, passiert in diesen wenigen Tagen so unglaublich viel, dass wahrhaftig keine Langeweile aufkommt. Während die Autorin Jo Maries Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, werden Abbys sowie Joshuas Handlungen aus der Sicht eines Erzählers geschildert, was ich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig fand, aber relativ schnell verinnerlichte. Dennoch störten mich die häufigen Wechsel, welche seltsamerweise immer an den spannendsten Stellen stattfanden, doch des Öfteren. Ich benötigte dann immer erstmal eine kurze Lesepause und musste das Ganze etwas sacken lassen.


Die Hauptprotagonistin Jo Marie versucht langsam und mit viel Einfühlungsvermögen mehr über ihre Gäste zu erfahren, was ihr nach und nach auch sehr gut gelingt. Gleichzeitig spürt man allerdings auch ihre Unsicherheit, da sie noch über wenig Berufserfahrung verfügt, was das Bed and Breakfast betrifft. Es gibt soviel zu beachten und die Nachbarn geben ihr zahlreiche Tipps, aber letztenendes muss sie alleine klarkommen.


Da dieser Roman bereits mit einer Ankündigung der nächsten Gäste endet, musste ich mir die Fortsetzung "Frühlingsnächte" sofort kaufen und freue mich nun sehr auf das Lesen, da ich wissen will, wie es weitergeht mit der kleinen Unterkunft, in Jo Maries Leben sowie mit den weiteren Gästen. Das Bed and Breakfast habe ich auch jetzt noch sehr realistisch vor Augen und ich denke einfach, es ist so ein Wohlfühlort, an dem man sich bereits nach wenigen Minuten zurücklehnen und entspannt durchatmen möchte.


Was mich etwas störte, waren die paranormalen Szenen, die zwar wenig vorhanden waren, aber doch unterschwellig immer mitschwangen. Man mag dazu stehen, wie man will, aber ich konnte damit einfach zu wenig anfangen.


Mein Fazit:


Mit "Winterglück" ist der Autorin Debbie Macomber ein wundervoller Serienauftakt gelungen und ich hoffe wirklich, dass diesem noch viele Fortsetzungen folgen werden. Bis dahin lese ich die bereits veröffentlichten Bände und bin gespannt, was Jo Marie mit ihren zukünftigen Gästen noch widerfahren wird.


Info: "Winterglück" ist eine Neuveröffentlichung des Romans "Rose Harbor und der Traum vom Glück", welcher bereits 2014 beim Blanvalet Verlag erschien.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

foreverullstein, liebesroman, lisa jasmin, rezension, belletristik

Running to you - Bis zum Horizont und zurück

Lisa Jasmina
E-Buch Text: 345 Seiten
Erschienen bei Forever, 14.10.2016
ISBN 9783958181335
Genre: Liebesromane

Rezension:

Stella hat gerade mehr als genug eigene Probleme, da sie sich um ihre kranke Schwester sorgt und nicht weiß, wie es nach dem Abi beruflich weitergehen soll. Ausgerechnet da tritt Valentin in ihr Leben, den sie anfangs ziemlich unsympathisch findet, der es aber dennoch schafft, sie abzulenken von ihren eigenen Sorgen. Mit ihm verbringt sie unvergessliche Momente und kann auch wieder die schönen Seiten des Lebens fühlen, doch schnell wird klar, dass Valentin auch zusätzliche Probleme mitbringt, denn er entspricht überhaupt nicht den Vorstellungen ihrer konservativen italienischen Familie und wird von falschen Freunden beeinflusst.


Zuallererst sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich beim ersten Anblick des Covers sowie des Titels an einen Roman dachte, in dem es um eine Sportart geht. Als ich jedoch den Klappentext las, ahnte ich schnell, dass es sich um eine berührende Liebesgeschichte mit ernstem Hintergrund handeln würde. Was sich dann auch genau so bewahrheitete.


Stellas Leben befindet sich quasi in der Warteschleife, seitdem die Familie von der schweren Krebserkrankung ihrer kleinen Schwester erfuhr, und sämtliche Pläne, die sie für die Zeit nach dem Abi hatte, hat sie erst mal auf Eis gelegt. Eigentlich wollte sie mit ihrer besten Freundin längere Zeit reisen und das Leben genießen, doch daran ist vorerst nicht zu denken, denn die Sorge um ihre kranke Schwester steht stets im Vordergrund.


Valentin kommt aus schwierigen Verhältnissen und hat außer dem Großvater niemanden mehr. Man spürt bereits nach wenigen Seiten, dass er nur schwer klarkommt mit dem Leben, aber die Gründe dafür, erfährt man erst nach und nach. Anfangs hatte ich mit seiner groben Art einige Schwierigkeiten, doch er schaffte es dann auch immer wieder mich positiv zu überraschen, sodass ich Stella auch irgendwo verstehen konnte.


Die Autorin Lisa Jasmina hat es bereits beim Prolog geschafft, eine unglaubliche Spannung aufzubauen, da man sich natürlich ständig fragt, wie es der kleinen Schwester mit ihrer Erkrankung ergehen wird. Mich hat das sofort ins Mark getroffen, da man das, was diese Familie in etwa durchmacht förmlich greifen konnte. Mich hat das zutiefst berührt, weil sie es trotzdem schaffen, halbwegs zu funktionieren im Alltag und warmherzig miteinander umgehen können. So kam es dann auch, dass ich sofort gefesselt war von der Handlung, und das Buch überhaupt nicht mehr weglegen wollte.


Die Handlung an sich wirkt einerseits bedrückend, schaffte es dann jedoch auch immer wieder ein Fünkchen Hoffnung zu verbreiten. Zudem stehen genügend weitere Themen im Raum, sodass wirklich keine Langeweile beim Lesen aufkommen kann.


Mein Fazit:


Ein dramatischer Liebesroman, der mich vollkommen überzeugen konnte und der mich noch lange beschäftigen wird. Ich bin froh, dass die Geschichte in "Running away" fortgesetzt wird und freue mich auf ein Wiedersehen mit der sympathischen italienischen Familie.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

paris, krimi, bordell, hure, regionalkrimi

41 Rue Loubert

Mara Ferr
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 16.07.2015
ISBN 9783954516520
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Louise lebt seit vielen Jahren in Paris, zählt jede Menge angesehene Einwohner der Stadt zu ihrem kleinen Kundenkreis und hat sich gemeinsam mit zwei weiteren Frauen gut eingerichtet in ihrem Bordell. Dennoch hat sie ein weiteres großes Ziel vor Augen und träumt davon, ihren Lebensabend unter einer anderen Existenz anzutreten. Doch der Inspecteur Marcel hat sie längst im Visier und verdächtigt sie des Mordes an achtzehn Männern, kann ihr jedoch nichts nachweisen. Der Fall lässt ihm keine Ruhe, sodass er beginnt in der Vergangenheit von Louise zu stochern.


"41 Rue Loubert" ist ein in Paris handelnder Krimi, auf den ich sehr gespannt war. Da er nicht mal 200 Seiten umfasst, war ich der Meinung, diese Geschichte innerhalb weniger Tage lesen zu können, doch ich musste schnell feststellen, dass dies kein Kriminalroman im klassischen Stil war. Vielmehr ging es darum, Beweise für den Fall zu finden und dadurch das Motiv zu erkennen.


Louise möchte endlich einen Schlussstrich unter ihr bisheriges Leben ziehen und hat ihren Ausstieg bereits perfekt geplant. Nur noch wenige Tage trennen sie von ihrem großen Ziel, die sie versucht so unauffällig wie möglich zu überstehen. Obwohl ich die Hauptprotagonistin anfangs schlichtweg unsympathisch fand, konnte ich ihre Beweggründe im Laufe der Geschichte doch irgendwie nachvollziehen. Gestaunt habe ich über ihre perfekt durchdachte Organisation und wie gelassen sie all den Ermittlungen Marcs gegenübertrat.


Der Schreibstil irritierte mich am Anfang sehr, da von vorneherein klar zu sein schien, wer der Täter ist und es dauerte auch nicht lange, bis klar war, wie die Männer starben. Mir gefiel die Geschichte insgesamt zwar sehr, aber dadurch dass sie so vorhersehbar war, fehlte mir persönlich etwas die Spannung eines typischen Krimis. Die Handlung besteht mehr oder weniger nur daraus, Beweise sowie Tatmotive zu finden, sowie die Vergangenheit zu durchleuchten.


Über den Ermittler Marcel hätte ich gerne auch einiges aus dem privaten Umfeld erfahren, da er mir schlichtweg zu blass und verbissen erschien. Was ich absolut nicht nachvollziehen konnte, war sein Verhalten gegenüber Louise, denn einerseits ermittelt er gegen sie und andererseits fühlt er sich zu ihr hingezogen und möchte zu ihrem Kundenstamm gehören.


Das Ende konnte mich ebenfalls nicht mehr überraschen, da vieles bereits während der Geschichte angedeutet wurde, sodass es letztenendes schlichtweg zu offensichtlich war.


Mein Fazit:


Kein wirklicher Krimi, da die Handlung insgesamt zu vorhersehbar war. Dennoch habe ich mich gut unterhalten gefühlt und würde jederzeit wieder zu einem Buch der Autorin greifen.

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sarina bowen, erotik, liebesroman, starke charaktere, winterromanze

Kalte Nächte Warme Herzen

Sarina Bowen
E-Buch Text
Erschienen bei Rennie Road Books, 31.01.2017
ISBN 9781942444329
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dane lässt sich aufgrund einer Erbkrankheit, an der seine Mutter frühzeitig verstarb und an der sein Bruder seit einigen Jahren leidet, nie auf feste Beziehungen ein, denn er fürchtet, dass auch bei ihm die Krankheit früher oder später ausbrechen wird. Sollte die Presse davon Wind bekommen, droht ihm zudem das Karriereaus als Ski Champion und so versucht er die ihm verbleibende Zeit zu nutzen und Spaß zu haben.


Als er jedoch Willow während eines Schneesturms kennen lernt und die Beiden eine gemeinsame Nacht im Pick-up verbringen müssen, kommen sie sich schnell näher. Sie überbrücken die Zeit mit Gesprächen über ihre Vergangenheit und ahnen nicht, welch schwerwiegende Folgen diese geimeinsame Nacht haben wird.


Alleine vom Cover her, hätte ich wahrscheinlich erstmal einen großen Bogen um diese Geschichte gemacht, aber ich erhielt das Buch vorab und entschied mich aufgrund des interessanten Klappentextes dafür, diesen Roman zu lesen.


Willow versucht das Beste aus ihrer festgefahrenen Situation zu machen und hält sich mit einigen Gelegenheitsjobs über Wasser, denn ihr Ex-Freund ließ sie auf einem Schuldenberg in der Einöde sitzen und sie versucht nun lediglich den Schaden so gering wie möglich zu halten.


Dane glaubt, dass auch ihn die Erbkrankheit, die bereits das Leben seiner Mutter einforderte und seinen Bruder schwer gezeichnet hat, in absehbarer Zeit einholen wird. Gleichzeitig versucht er, das Ganze geheim zu halten, denn falls die Presse davon Wind bekäme, wäre seine Karriere beendet. Einerseits konnte ich Danes Schwermütigkeit gut nachvollziehen, aber andererseits störte es mich dann doch sehr, dass er Willow so unmöglich behandelte. Im nächsten Moment war er dann wieder einfühlsam und freundlich, aber mich regte das Launische an ihm stellenweise richtig auf.


Der Schreibstil ist fließend und einfach zu lesen, sodass man wirklich schnell durch die Seiten fliegt und auch die Erotik-Szenen halten sich in einem gewissen Rahmen. Dass ich mich generell schwer tue mit solchen Sachen, ist ja bekannt und so wurde mir das auch bei dieser Geschichte schnell zu viel und zu ausführlich. Allerdings reizte mich die Story an sich ungemein und ich wollte wissen, an was für einer Krankheit Dane nun eventuell leidet und was all das für Willow bedeuten würde.


Einige Handlungen der Protagonisten konnte ich nur schwer nachvollziehen und besonders zum Ende hin, wirkten die Szenen schlichtweg etwas zu seicht auf mich, aber ansonsten konnte mich die Geschichte fesseln und wirkte auch gut durchdacht. Insbesondere die Erkrankung, von der ich zwar bereits gehört hatte, mit der ich mich jedoch noch nie beschäftigte, konnte mein Interesse wecken und man konnte hier einiges über diese Erbkrankheit erfahren.


Mein Fazit:


Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen, da sie sich angenehm lesen ließ und auch spannend war. Umhauen konnte sie mich jedoch leider nicht, weil mich insbesondere an Danes Verhalten zu viele Dinge störten und auch die Erotikszenen hätte es meiner Meinung nach gar nicht gebraucht. Wer jedoch auf Bücher mit einer Prise Leidenschaft steht, der ist mit dieser Geschichte gut beraten.

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Törtchen zum Verlieben

Silvia Konnerth
E-Buch Text: 293 Seiten
Erschienen bei null, 09.01.2017
ISBN B01N5O57OW
Genre: Liebesromane

Rezension:


Die Journalistin Victoria träumt schon lange von einer Beförderung, doch dazu wird es wohl nur kommen, wenn sie ein Interview mit Leonore von Himmelsthal, welche die Witwe eines bekannten Schriftstellers ist, abliefert. Nachdem ihr Chef ihr schließlich eine Frist setzt, versucht Victoria mit allen Mitteln, das wohlgehütete Geheimnis dieser Witwe aufzudecken und lässt sich kurzerhand als Köchin in deren Villa einschleusen. Dabei kann sie absolut nicht kochen und es dauert auch nicht lange, da wird der Sohn der Witwe auf sie aufmerksam. Als er dann auch noch merkt, dass Victoria überhaupt keine Ahnung vom Kochen hat, wird er misstrauisch und möchte sie so schnell wie möglich loswerden. Seltsamerweise scheint sich seine Mutter prächtig mit ihr zu verstehen.


Als ich das Cover dieses Romans zum ersten Mal sah, wusste ich sofort, dass ich ihn unbedingt lesen möchte. Keine Ahnung warum, aber vielleicht war es einfach Intuition, denn diese Geschichte passte einfach von Anfang bis Ende in mein Beuteschema und ich habe lange Zeit nicht mehr soviel gelacht bei einem Buch.


Victoria ist nach einer heftigen Enttäuschung schon lange Zeit Single und sucht auch gar keine Beziehung. Ihr Fokus liegt auf ihrer Journalismuskarriere und da sie unbedingt das Geheimnis der Schriftstellerwitwe ausfindig machen möchte, kommt sie auf die Schnapsidee, sich übergangsweise als Köchin anstellen zu lassen. Dies kann jedoch nur schief gehen, bei Victorias nichtvorhandenen Kochkünsten, und so kommt man ihr schnell auf die Schliche. Da Leonore jedoch unbedingt die Verlobte ihres Sohnes loswerden möchte, schlägt sie ihr einen Deal vor und plötzlich findet sich Victoria gemeinsam mit Leonore, Sohn Alexander, der Haushälterin Agnes sowie dem Gärtner Miguel in Spanien wieder und sie fragt sich, worauf sie sich da bloß eingelassen hat.


Die Geschichte ist abwechselnd aus der Sicht von Victoria sowie von Alexander geschrieben, und während ich Alexander anfangs eher als arrogant, karrieregeil sowie oberflächlich hielt, war mir Victoria auf Anhieb sympathisch. Doch dann beginnt Alexander sich unter der spanischen Sonne zu öffnen und ich fing an, auch ihn interessant zu finden. Alleine die schlagfertigen Gespräche zwischen den Beiden machten diese Geschichte zu einem Erlebnis. Ich hatte mehrmals Tränen in den Augen, so amüsant fand ich die Unterhaltungen und da die Geschichte durchweg flüssig sowie temporeich geschrieben ist, lässt sie sich locker innerhalb von zwei Tagen lesen. Gleichzeitig steht natürlich ständig die Frage im Raum, warum die Witwe so ein riesiges Geheimnis aus dem Tod ihres Mannes macht und vor lauter Neugier und Freude an den bissigen Gesprächen zwischen Victoria und Alexander, fiel es mir wirklich schwer, das Buch zur Seite zu legen.


Die Beschreibungen Spaniens sowie die vielschichtigen Nebencharaktere rundeten das Ganze perfekt ab und obwohl das Buch eher locker leicht daherkommt, hat es dennoch auch eine gewisse Tiefgründigkeit und man stellt fest, dass Reichtum mehr ist, als ein bestimmter Firmenposten oder finanzieller Reichtum. Sehr passend dazu fand ich auch die Zitate am Anfang jeden Kapitels.


Mein Fazit:


Ich hätte Victoria sehr gerne noch länger begleitet, da sie einfach ein absolutes Unikat ist. Sie hat es geschafft mich zum Lachen, zum Weinen sowie zum Nachdenken zu bringen und alleine dafür hat sich das Lesen dieser urkomischen Liebesgeschichte gelohnt. Das perfekte Buch für ein verregnetes Wochenende!

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

liebe, rom, ewige stadt, dolce vita, ungeplante schwangerschaft

Mein Ex, die Ewige Stadt & Ich

Miriam Covi
E-Buch Text: 345 Seiten
Erschienen bei Feelings, 24.08.2016
ISBN 9783426438114
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als Mika feststellt, dass sie schwanger ist, verläuft ihr Leben gerade nicht unbedingt in geordneten Bahnen. Ihren Ex-Freund erwischte sie kurz vor der Hochzeit mit einer anderen, ihren Job verlor sie nachdem der Arbeitgeber Insolvenz anmelden musste und der Vater des Kindes, Sebastian, lebt momentan in Italien. Sebastian kennt sie zwar schon sehr lange, denn er war ihre erste große Liebe, aber er ist der Sohn einer Diplomatin und wuchs in einer völlig anderen Welt auf als Landei Mika, die ihr kleines Dorf nie verlassen hat. Sie packt kurzerhand die Koffer, reist nach Rom um ihm von der Schwangerschaft zu erzählen und stellt schließlich fest, dass es in einer italienischen Großstadt auch sehr lebenswert sein kann.


Obwohl mir bereits beim Lesen des Klappentextes in etwa klar war, wie diese Geschichte enden würde, wollte ich sie nur allzu gerne lesen, alleine schon wegen dem Handlungsort Italien. Gerade in den tristen Monaten ist das immer eine sehr willkommene Abwechslung. Bereits nach wenigen Seiten hat es diese Geschichte dann geschafft, mich zu begeistern und in seinen Bann zu ziehen.

Mika ist eine wundervolle Protagonistin, da mit ihr definitiv keine Langeweile aufkommt. Stellenweise wirkten ihre Handlungen zwar etwas unüberlegt oder voreilig, aber sie ist so jemand, der generell zuerst auf sein Herz hört und den Verstand dann ganz gerne mal kurzzeitig ausschaltet. Dennoch ist sie intelligent und hatte sich bisher einfach wenige Gedanken über ihr Leben gemacht. Ihren Eltern gehört eine Gärtnerei, weshalb sie nie großartig verreisen konnten und da ihre Freundinnen allesamt in der näheren Umgebung leben, fühlt sich Mika immer pudelwohl in ihrem beschaulichen Dorf.

Sebastian wirkte mir dagegen beinahe schon etwas zu perfekt. Er ist der Traum aller Schwiegermütter, erfolgreich und bei allen beliebt. Ich mochte ihn zwar ganz gerne, aber ab und zu hätte ich ihn mir einfach etwas frecher oder schlagfertiger gewünscht. Es fehlte so ein bisschen das i-Tüpfelchen oder ein kleiner Makel, aber das ist sicherlich subjektiv.

Ich habe das Lesen dieser Geschichte, trotz der vorhandenen Vorhersehbarkeit, unheimlich genossen. Man fliegt regelrecht durch die Seiten und hat das Gefühl, Mika sowie ihre Familie bereits seit vielen Jahren zu kennen. Insbesondere über ihre Mama, die mit der Worterkennung am Handy absolut nicht klarkommt, habe ich stellenweise Tränen gelacht. Sebastians Persönlichkeit wäre noch etwas ausbaufähig, aber alle anderen Charaktere fand ich sehr authentisch und passend.

Was mir besonders gut gefiel, waren die Beschreibungen Roms. In der dunklen Jahreszeit kam solch eine Geschichte, bei der man ständig das Gefühl hat vor Ort zu sein, genau richtig. Man kann schon sehr gut nachvollziehen, was Mika so fasziniert an dieser Stadt und merkt auch, dass sie nach und nach viel aufgeschlossener wird, was das Thema Reisen sowie Umzüge angeht.

Mein Fazit:

Ein humorvoller Beziehungsroman, der mich trotz seiner Vorhersehbarkeit bis zum Ende fesseln konnte. Perfekt zum Abtauchen, Wegträumen und ab und an auch zum Schmunzeln. Lediglich beim werdenden Vater hätte ich mir ein paar mehr Ecken und Kanten gewünscht, aber darüber kann man durchaus hinwegsehen und die wundervolle Kulisse macht das auch wieder wett.

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157 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

roman, irland, ahern, zwangspause, das jahr in dem ich dich traf

Das Jahr, in dem ich dich traf

Cecelia Ahern
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.08.2016
ISBN 9783596521166
Genre: Liebesromane

Rezension:

Jasmine wird für ein ganzes Jahr von der Arbeit freigestellt und hat bereits nach wenigen Wochen das Gefühl, die Decke würde ihr auf den Kopf fallen. Ihre Freunde haben alle bereits eine eigene Familie, während sie bisher hauptsächlich für ihren Job lebte. Sie beginnt ihren Nachbarn Matt zu beobachten, den sie absolut nicht ausstehen kann und der jeden Abend betrunken nach Hause kommt. Dennoch denkt sie viel über ihn nach und beginnt in Gedanken zu ihm zu sprechen. Gleichzeitig versucht sie ihrem Garten neues Leben einzuhauchen, was ihr anfangs sehr schwer fällt, doch dann fängt sie an, die Wechsel der Jahreszeiten mit völlig neuen Augen zu sehen und erfreut sich an den ständigen Veränderungen. Es folgen viele Gespräche mit ihren Nachbarn, insbesondere mit Matt, sowie jede Menge Chaos, Probleme und Streitigkeiten.

"Das Jahr, in dem ich dich traf" hat mich wahnsinnig positiv überrascht, da ich eigentlich immer der Meinung war, die Autorin schreibt hauptsächlich seichte Liebesgeschichten und auch die vielen Cover, die sich so stark ähnelten, schreckten mich mich bisher eher ab. Hinzu kamen die eher durchwachsenen Rezensionen bisher zum Buch, sodass ich mir gar nicht allzu viel erhoffte davon. Tja, was soll ich sagen: Da lag ich komplett verkehrt und diese Geschichte, die eher von Freundschaft und Familie handelte, übertraf meine Erwartungen bei weitem!

Jasmina war bisher ein regelrechter Workaholic und schenkte ihren Nachbarn überhaupt keine Beachtung. Sie war ja ohnehin die meiste Zeit auf Arbeit und falls nicht, dann traf sie Freunde, kümmerte sich um ihre ältere Schwester, die mit dem Down-Syndrom geboren wurde, oder besuchte ihren Vater, der erneut geheiratet hatte und inzwischen eine weitere kleine Tochter hat. Ich habe Jasmina bereits nach den ersten Seiten, auf denen sie von ihrer Kindheit im großelterlichen Garten schwärmt sowie ihrem wundervollen Großvater, direkt ins Herz geschlossen. Außerdem fand ich sie so herrlich chaotisch und mit einer gehörigen Portion Selbstironie ausgestattet, dass es Spaß machte sie durch dieses Garten-Jahr zu begleiten.

Ihr Nachbar Matt ist seit vielen Jahren Moderator beim Rundfunk und nachdem er sich Jahre zuvor über Menschen wie ihre Schwester lustig machte, verabscheute Jasmina diesen regelrecht. Nach und nach stellt sie jedoch fest, dass sie beide eigentlich viel mehr verbindet. Während sie immer wieder versucht Matt den Abschiedsbrief seiner Ehefrau zu übergeben, dieser sich jedoch weigert ihn selber zu lesen, und daraufhin urkomische Streitgespräche entstehen, entwickelt sich zwischen ihnen eine innige Freundschaft und sie beginnt ihre Nachbarschaft mit anderen Augen zu sehen.

Während des Lesens konnte ich mir Jasminas Garten sowie die Straße, in der sie wohnt, Dank der bildhaften Beschreibungen nur allzu gut vorstellen. Zudem strotzt dieses Buch vor Sarkasmus, Humor und wundervollen Momenten und Beschreibungen, sodass mich diese Geschichte komplett fesselte. Ich habe mich jeden Tag darauf gefreut, es endlich weiterzulesen und würde nun am liebsten direkt zum nächsten Ahern-Buch greifen.

Die innige Beziehung zwischen Jasmina und ihrer Schwester beeindruckten mich sehr und ich konnte viel erfahren über das Down-Syndrom, sodass ich diesen Gen-Deffekt jetzt mit völlig anderen Augen sehe. Ich fand das beeindruckend, wie selbständig die Schwester ist und wie sie ihren Alltag meistert. Auch die auftretenden Probleme dabei konnte man prima nachvollziehen.

Mein Fazit:

"Das Jahr, in dem ich dich traf" hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen und die Autorin Cecelia Ahern konnte mit mir nun einen neuen begeisterten Leser begrüßen. Eine wundervolle Geschichte über Freundschaft und Familie, die gespickt ist mit jeder Menge Sarkasmus, Tiefgründigkeit und Liebe zur Natur. Ich kann es euch nur empfehlen!

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435 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

hypnose, schweden, joona linna, krimi, mord

Der Hypnotiseur

Lars Kepler , Paul Berf
Flexibler Einband: 604 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 17.08.2012
ISBN 9783404163434
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Bisher scheute ich mich immer etwas vor der hohen Seitenanzahl und habe mich nicht so recht ran getraut an diese Reihe, doch während einer Lesewoche, bei der es darum ging, ein Buch mit mehr als 500 Seiten zu lesen, fiel die Wahl schließlich auf dieses Buch.

Die Geschichte wird abwechselnd erzählt aus der Sicht des Ermittlers Joona Linna und des Hypnotiseurs Erik Maria Bark, aber auch einige Nebencharaktere schildern ab und an wichtige Momente aus ihrer Sicht, was ich anfangs etwas verwirrend fand, aber nachdem ich mich richtig eingelesen hatte, fand ich gerade diese Perspektiven sehr hilfreich. Dennoch ließ mich die Handlung an sich mit gemischten Gefühlen zurück, da ich teilweise viel zu schockiert war, über das was da geschehen war und auch über die Brutalität. Gleichzeitig mochte ich die Hauptcharaktere von Seite zu Seite mehr und fand gerade die privaten Schwierigkeiten, in denen diese sich befanden, wahnsinnig spannend.

Es beginnt alles mit einem grausamen Mord an einer Familie, bei der lediglich der Sohn schwer verletzt überlebt. Erik Maria Bark, der eigentlich nie wieder Menschen hypnotisieren wollte, lässt sich von Joona Linna überreden, den Jungen unter Hypnose zu befragen, da es noch eine weitere Schwester geben soll, welche eventuell in großer Gefahr ist. Gleichzeitig löst er damit eine riesige Lawine aus, denn wenig später wird der Sohn von Erik Maria Bark entführt. Dieser ist auf Medikamente angewiesen und schwebt in größter Gefahr.

Ich brauchte lange, bis ich mich richtig reingefunden hatte in diese Geschichte, denn der Klappentext ließ absolut nicht vermuten, dass es sich bei diesem Buch eigentlich um zweierlei verschiedene Fälle handelt und da auch einige falsche Hinweise gestreut wurden, blieb zwischendurch immer wieder viel Raum für Spekulationen. Dennoch fand ich die Handlung an sich wahnsinnig spannend, da ich die Charaktere interessant fand, und wollte natürlich stets wissen, wie das Ganze enden würde.

Die Geschichte ließ sich relativ flüssig lesen, doch die vielen Zeitsprünge störten mich am Anfang doch sehr und auch den plötzlichen Schwenker auf die Charaktere, viele Jahre zuvor, fand ich eher störend. Plötzlich ging es viele Seiten lang hauptsächlich um die Hypnose-Gruppe und mir erschien das alles viel zu langwierig und kompliziert. Allerdings konnte man so auch viel eher Spekulationen über die Entführung anstellen und die Geschichte an sich erhielt zusätzliche Spannung.

Mein Fazit:

Hätte es nicht zufällig diese Lesewoche gegeben, würde das Buch wahrscheinlich noch lange Zeit hier ungelesen schlummern, aber nun bin ich doch sehr froh, dass ich es gelesen habe. Mir hat es gut gefallen, doch die Spannung wollte gerade am Anfang kaum aufkommen. Dennoch konnte mich die Geschichte, insbesondere durch die interessanten Charaktere zum Ende hin fesseln, sodass ich nun gerne weitere Bücher dieser Reihe lesen möchte.

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

traumurlaub, roman, jungfrau, callboy to go, ina linger

Callboy to Go

Ina Linger , Cina Bard
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei epubli, 12.11.2016
ISBN 9783741866067
Genre: Romane

Rezension:

Mia steht kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag und hat kurzerhand eine Reise nach Teneriffa gebucht um endlich ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. Bis ins kleinste Detail hat sie alles geplant und durchgespielt, um diese endlich loszuwerden, denn ständig hat sie das Gefühl sich erklären zu müssen deswegen. Der Callboy einer seriösen Begleit-Agentur soll es richten, doch der Mann, den sie gebucht hat verhält sich so ganz anders, als sie sich das vorgestellt hat. Chris ist eigentlich ein Juwelendieb und wollte sich lediglich kurz in Mias Zimmer verstecken, doch dann spielt er das Spiel mit und lässt Mia in dem Glauben, dass er der gebuchte Callboy ist. Eine spannende Verfolgungsjagd beginnt ...

"Callboy to Go" ist ein humorvoller Liebesroman, den ich irgendwie genau zum richtigen Zeitpunkt begonnen hatte. Ich steckte in einer Leseflaute fest und sehnte mich nach einer spannenden Liebesgeschichte mit viel Humor, jedoch ohne große Erotik-Szenen. Obwohl ich die Grundidee dieser Geschichte anfangs mehr als fragwürdig fand, konnten mich die Handlung sowie die Charaktere dann doch positiv überraschen.

Mia ist intelligent und sieht gut aus, aber der Richtige ist ihr bisher nie über den Weg gelaufen und als Softwareentwicklerin ist sie größtenteils nur von Nerds umgeben, mit denen sie wenig anfangen kann. Während Gauner Chris Mia ein romantisches Rundum-Date verspricht, versucht er eigentlich lediglich so schnell wie möglich die gestohlenen Diamanten aus seinem Versteck zu holen, um dann Mia so schnell wie möglich loszuwerden. Doch diese ist von Anfang an sehr misstrauisch und macht es Chris nicht ganz so leicht wie erhofft.

Die Geschichte lässt sich dank der leichten sowie humorvollen Schreibweise sehr gut lesen und es macht einfach Spaß die Beiden während ihres Katz- und Mausspiels quer über die Insel zu begleiten. Man ahnt zwar von vorneherein, wie das Ganze enden wird, aber das tut der Spannung keinen Abbruch und da sich die Sichtweisen immer wieder abwechseln, kann man die Beweggründe der beiden Hauptcharaktere gut nachvollziehen.

Beide Protagonisten waren mir auf Anhieb sympathisch und machten nach und nach eine tolle Entwicklung durch. Während ihnen die Verfolger ständig dicht auf den Fersen sind, führen sie erfrischende Dialoge und auch ernsthafte Gespräche, dabei schafft es Chris immer mehr Mias Vertrauen zu erlangen, sodass sie schließlich wesentlich lockerer wird und beginnt diesen Ausflug zu genießen. Lediglich die Action-Szenen fand ich teilweise etwas zu übertrieben, aber darüber kann man ganz gut hinwegsehen.

Mein Fazit:

Mit "Callboy to Go" ist den Autorinnen eine erfrischende Liebesgeschichte gelungen, bei der man die Zeit, aufgrund der steten Spannung, vergessen kann. Die Handlung erscheint zwar erst oberflächlich und zu klischeehaft aber im Laufe des Buches wird man so gefesselt, dass diese Empfindungen schnell verschwinden.

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

lovestory, geheimnisse, freundschaft, stottern, pakt

Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen

Angela Mohr
Flexibler Einband: 312 Seiten
Erschienen bei Arena, 15.07.2016
ISBN 9783401601229
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nik und Aino lernen sich unter merkwürdigen Bedingungen, während einer Zugfahrt, kennen. Nik ist auf der Flucht und hat weder Geld dabei, noch eine Fahrkarte. Als Aino ihm kurzerhand aus der Patsche hilft, während der Fahrkartenkontrolle, ist Nik unheimlich erleichtert und dankbar. Wenig später stoppt der Zug und die beiden landen auf einem verlassenen Bahnsteig, wo sie notgedrungen erst mal ausharren müssen. Nach und nach fassen sie Vertrauen zueinander und als Nik schließlich erfährt, dass Aino auf dem Weg in ein Kloster ist, versucht er sie umzustimmen ... innerhalb von 48 Stunden.

Auf dieses Buch, welches ich im Rahmen einer Blogtour lesen durfte, war ich unheimlich neugierig, da die Autorin viele eigene Erfahrungen hat einfließen lassen und zugleich waren die ersten Rezensionen, die ich las, eher niederschmetternd. Teilweise konnte ich auf den ersten Seiten die Lesermeinungen auch noch nachvollziehen, da die Geschichte eher ruhig und unspektakulär startete, aber dann wiederum fand dich die vorsichtige Annäherung der Protagonisten so wundervoll und authentisch, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen mochte.

Nik war mir anfangs gar nicht mal sympathisch, da er sich unhöflich und frech gegenüber Aino benahm und sie wenig später auch noch bestahl, dennoch fand ich es dann jedoch später niedlich, wie er versuchte Aino von ihrem Vorhaben abzubringen und sich so bemühte um ihre Zuneigung. Dabei hat er eigentlich genügend eigene Probleme, da sein Bruder ihm auf den Fersen ist und er nicht wieder zurück in die Trostlosigkeit zu Hause möchte.

Aus Aino wurde ich nicht so recht schlau, da sie eben während dieser Geschichte so wenig redet und ihre ganze Vergangenheit ein einziges Geheimnis zu sein schien. Ich hätte gerne mehr über sie erfahren und konnte mit den Szenen der Altaikriegerin kaum etwas anfangen. Am Ende ergab das alles zwar einen Sinn, aber gerade in den ersten Kapiteln empfand ich diese eher störend.

Die Erzählperspektive wechselt sich zwischen den beiden Hauptprotagonisten immer wieder ab, sodass man beide Seiten sehr gut nachvollziehen kann und auch erfährt, was sie so beschäftigt. Während dieser 48 Stunden geschehen soviele außergewöhnliche Dinge, dass das Buch niemals langweilig wird und zugleich lernen sie so bewundernswerte Menschen kennen, dass man darüber nachdenkt, wie sehr der erste Eindruck doch täuschen kann.

Mein Fazit:

Mich hat diese Geschichte unheimlich beschäftigt und zum Nachdenken gebracht. Manchmal ist es wirklich sinnvoller, einen Menschen genauer kennenzulernen bevor man sich ein Urteil bildet. Wie sehr der erste Eindruck trügen kann, kann man anhand dieser Geschichte sehr gut nachempfinden und die Eindrücke dieser kurzen Roadstory hallten noch lange nach bei mir. Gleichzeitig fand ich die Vergangenheit der beiden Hauptprotagonisten megaspannend und hätte gerne noch viel viel mehr darüber erfahren.

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84 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

assistentinnen, new york, spesenabrechnung, assistentin, frauen

Die Assistentinnen

Camille Perri , Stefanie Zeller
Flexibler Einband
Erschienen bei INK ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 11.11.2016
ISBN 9783863960957
Genre: Romane

Rezension:

Tina Fontana arbeitet seit vielen Jahren als Assistentin eines Medienmoguls und wünscht sich eigentlich nichts sehnlicher, als endlich ihren Studienkredit abbezahlt zu haben, damit sie am Ende des Monats wieder etwas mehr übrig hat und nicht ständig nur auf's Geld schauen muss. Durch einen merkwürdigen Fehler bei der Spesenabrechnung, erhält sie die Chance all ihre Schulden auf einen Schlag zu tilgen und setzt damit gleichzeitig eine Kettenreaktion in Gang, die so überhaupt nicht geplant war.

Mit dem Cover tue ich mich auch nach dem Lesen noch richtig schwer, da es dieser humorvollen Geschichte so gar nicht gerecht wird. Es wirkt einfach so schlicht und monoton, und das ist dieses Buch absolut nicht. Im Gegenteil, ich empfand es witzig, mit viel Selbstironie, und konnte mich auch in einigen Stellen der Geschichte selber wiedererkennen.

Vielleicht muss man auch selber eine kleine Büro-Macke besitzen, um diese Geschichte zu verstehen, aber mir kam davon vieles bekannt vor und so verrückt das Ganze stellenweise klang, so realistisch war es letztenendes vielleicht auch.

Tina hat bisher höchstes Ansehen von ihrem Chef genossen und mag ihren Job, allerdings macht sie sich immer wieder Sorgen um ihr Studien-Darlehen, und möchte damit endlich abschließen. Als sie durch einen Buchungsfehler nun genau diese Möglichkeit erhält, hadert sie einerseits mit ihrem schlechten Gewissen und andererseits sieht sie ein, dass genau dies ihre große Chance ist.

Ich fand diese Geschichte amüsant und natürlich auch spannend, da ich ja wissen wolllte, ob Tina mit diesem "Buchungs-Fehler" durchkommen würde. Das kommt sie nicht so ganz, denn natürlich fällt das Ganze jemandem auf und eine Kettenreaktion setzt sich in Gang. Mir war klar, dass es früher oder später irgendwem auffallen würde, aber ich war natürlich gespannt, welche Konsequenzen daraus entstehen würden und wie es mit Tina, die am Anfang der Geschichte sehr zurückhaltend ist, weitergehen würde. Ich fand sie sympathisch und nachdem sie sich regelmäßig mit einem Kollegen zum Mittagessen verabredet, wollte ich auch wissen, was aus den Beiden werden würde.

Dennoch hatte ich beim Lesen durchweg das Gefühl, dass etwas Entscheidendes fehlte. Ich kann nicht genau sagen was, aber mir war es oftmals zu langatmig und auch das Ende fand ich merkwürdig.

Mein Fazit:

Ein schön locker geschriebener Roman, der durch Witz und Charme überzeugen kann und mich gut unterhalten konnte. Ich glaube jedoch, dass dieses Buch nur Leute wirklich witzig finden, die den Büroalltag bereits selber durchlebt haben. Für Andere wird es eine fremde Welt bleiben.

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

paris, liebe, erotik, sex, abstand

Merci Paris: Liebe auf den ersten Klick

Rose Bloom
E-Buch Text: 164 Seiten
Erschienen bei null, 01.09.2016
ISBN B01LFKQV88
Genre: Liebesromane

Rezension:


Nachdem Paula ihren Freund in flagranti mit einer Anderen überraschte und auch immer weniger Freude an ihrem eintönigen Job bei einem kleinen Fotostudio hat, fackelt sie nicht lange und nimmt spontan ein Jobangebot in ihrer Traumstadt Paris an. Sie findet schnell ein Zimmer in einer WG, fühlt sich sofort wohl, doch wie sie damit umgehen soll, dass sie ausgerechnet ihrem One-Night-Stand Nic ständig über den Weg läuft, ist ihr schleierhaft.

"Merci Paris: Liebe auf den ersten Klick" durfte ich im Rahmen einer Blogtour lesen und war anfangs schnell vollauf begeistert von der Story sowie den Protagonisten. Ich fand den Einstieg und die Grundidee unheimlich spannend, aber leider flachte die Geschichte dann auf einen Schlag derartig ab, dass ich ein bisschen das Gefühl hatte, das Buch musste schnell beendet werden und die eigentliche Handlung geriet dabei zur Nebensache.

Paula ist unzufrieden mit ihrem Job, und da ihre langjährige Beziehung ohnehin in die Brüche ging, muss sie nicht lange überlegen, als ihr der smarte Nic ein umwerfendes Jobangebot in Paris macht. Sie fühlt sich ohnehin unterfordert als Fotografin eines kleines Studios und auch mit ihrem Chef eckt sie ständig aneinander. Ich mochte es sehr, wie Paula endlich ihren Alltagstrott zurücklässt und einen Neuanfang in Paris wagte, fand ihre freundliche sowie zurückhaltende Art toll, aber leider blieb all das auch nach wenigen Tagen im neuen Job etwas auf der Strecke und Paula erschien mir mehr und mehr, wie eine von vielen. Ihr fehlten die Besonderheiten und das, was sie ausmacht, was ich wirklich sehr schade fand nach den spannenden ersten Seiten.

Ähnlich verhielt es sich leider auch mit der Handlung. Was grandios und vielversprechend begann, nahm dann so schlagartig eine Wendung, nachdem Paula Nic im neuen Job gegenüberstand, dass ich das Gefühl hatte, mittendrin fehlten einige Seiten. Mir ging die Konsequenz des Ganzen dann viel zu schnell und ich hatte das Gefühl, es geht hauptsächlich nur noch um das Thema Erotik und die eigentliche Grundidee wurde komplett fallengelassen. Nun ja, es gibt sicherlich Leser, die vorallem Bücher mit vielen Erotikszenen bevorzugen, doch mir war das leider zu wenig und ich hätte diese ganze Beziehung lieber etwas hinausgezögert.

Der Schreibstil lässt sich leicht und flott lesen, sodass man zügig voran kommt. Was mir sehr gut gefiel, waren die Eindrücke von Paris, die Paula nach ihrer Ankunft einholten. Ich hatte sofort das Gefühl, die kleine Wohnung sowie die Stadt vor mir zu sehen und hätte gerne mehr davon gehabt.

Mein Fazit:
Eine vielversprechende Grundidee, die leider nur vage umgesetzt wurde. Mir ging das Einlassen auf diese Beziehung insgesamt zu schnell und danach rückten die Erotikszenen zu sehr in den Vordergrund. Ich hätte mir einfach etwas mehr Handlung gewünscht sowie Protagonisten, die auch einen gewissen Wiedererkennungswert haben.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

türkei, urlaub, sommer, liebe, lieb

Seksi Ürlaub

Jana Leonis
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Montlake Romance, 05.04.2016
ISBN 9781503933170
Genre: Liebesromane

Rezension:

Maike freut sich wahnsinnig auf den gemeinsamen Urlaub mit ihrer besten Freundin Fulya in der Türkei. Fulya möchte ihr dabei viele Dinge ihres Heimatlandes zeigen und gleichzeitig sind sie auch eingeladen zu einer türkischen Hochzeit. Die beiden Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Während die selbstbewusste Fulya in Gedanken ständig bei ihrem Freund ist, sehnt sich die unsichere Maike nach einem Urlaubsflirt. Umso mehr freut es sie, dass Fulyas Kindheitsfreund Kemal sofort mit ihr zu flirten beginnt und sie mit Komplimenten überhäuft. Maike fühlt sich begehrter denn je, aber da ist ja auch noch der sympathische Mert, der sich Maike gegenüber immer abweisender verhält.

Mit "Seksi Ürlaub" fühlte ich mich bereits nach wenigen Seiten direkt in Urlaubsstimmung versetzt. Man spürte auf jeder Seite die vorherrschende Wärme, aber auch die entspannte Atmosphäre, die einige bei einem aufregenden Cluburlaub, andere eher bei einer erholsamen Zeit im türkischen Hinterland finden. Das Buch ist eine gelungene Mischung aus diesen beiden gegensätzlichen Urlaubszielen und man spürt zugleich, dass die Autorin hier viel eigenes Wissen teilt.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Maike, mit der ich mich zeitweise unheimlich schwer tat, da sie so schrecklich naiv daherkam. Obwohl Fulya sie immer wieder warnt vor ihrem Kindheitsfreund Kemal, stürzt diese sich direkt in einen Urlaubsflirt mit ihm, während ich als Leserin das Gefühl nicht loswurde, dass dieser eine regelrechte Schleimspur hinter sich herzog. Maike möchte diesen Urlaub in vollen Zügen genießen und ihr "Graue-Maus-Kostüm" endlich ablegen, aber dass ihre Lobhudelei auf Kemal nur in einem Reinfall enden konnte, das war leicht vorhersehbar.

Obwohl ich mit der Hauptprotagonistin durchweg meine Schwierigkeiten hatte, mochte ich die Handlung insgesamt sehr, weil Fulya mit ihrer selbstbewussten sowie frechen Art vieles wieder wett machte. Ich mochte sie wirklich sehr, da sie einerseits vollkommen in familiären Traditionen festhängt, andererseits jedoch fest in Deutschland angekommen ist und selbstbestimmt lebt. Immer wieder erklärt sie Maike türkische Gepflogenheiten und Traditionen, sodass ich sie am Ende wirklich um diesen großen Familienzusammenhalt beneidet habe.

Während der erste Teil des Buches von einem Cluburlaub in einer Touristen-Hochburg handelt, beschließen die beiden Frauen später in Fulyas Heimatdorf zu reisen. Man hatte ein bisschen das Gefühl, dazwischen liegen Welten. Der zweite Teil der Geschichte gefiel mir dahingehend auch wesentlich besser, da ich es genossen habe, auch einmal etwas über diesen Teil der Türkei zu erfahren und wie die Menschen dort leben.

Das Ende der Geschichte lässt sich anhand des Klappentextes leicht erahnen, dennoch mochte ich die Leichtigkeit dieses Buches und habe mich gut unterhalten gefühlt. Es lässt sich flott und einfach lesen, ohne dass dabei Langeweile aufkommt. Zum Ende hin lässt sich zwar bei Maike auch eine leichte Weiterentwicklung erkennen, aber ich hatte dennoch das Gefühl, dass Fulya ihr da um Längen voraus ist. Trotzallem mochte ich die Charaktere und würde gerne noch sehr viel mehr über sie erfahren.

Mein Fazit:

Mich konnte diese Geschichte vorallem durch den lockeren Schreibstil und den Handlungs-Umschwung im zweiten Teil überzeugen. Die perfekte Lektüre für zwischendurch oder auch für den Urlaubskoffer.

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1.273 Bibliotheken, 40 Leser, 1 Gruppe, 249 Rezensionen

liebe, mona kasten, begin again, vergangenheit, new adult

Begin Again

Mona Kasten
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.10.2016
ISBN 9783736302471
Genre: Liebesromane

Rezension:

Für Allie Harper beginnt mit dem Start ihres Studiums, fernab des Elternhauses, ein neuer Lebensabschnitt. Sie hat das Gefühl endlich selber über ihr Leben bestimmen zu können und fühlt sich zum ersten Mal frei. Dass sich die Wohnungssuche jedoch so schwierig gestalten würde, hatte sie nicht geahnt. Notgedrungen zieht sie beim unfreundlichen Bad Boy Kaden ein, der zugleich auf drei grundlegende Regeln beharrt. Die wichtigste: Wir fangen niemals etwas miteinander an! Was anfangs für Allie überhaupt kein Problem darstellt, da Kaden sie scheinbar regelrecht meidet, fällt ihr auf Dauer zunehmend schwerer, da Kaden es immer wieder schafft sie sprachlos zu machen. Als die Vergangenheit die Beiden schlagartig einholt, droht alles zu zerbrechen.

Selten schaffen es Bücher, mich von der ersten Seite an so wahnsinnig zu fesseln, dass ich dabei Zeit und Raum vergesse und am liebsten pausenlos weiterlesen würde. Genau das ist Mona Kasten mit dieser zauberhaften Geschichte gelungen. Ich konnte bereits nach wenigen Seiten eintauchen in Allies Gefühlschaos und wurde im Laufe dieses Buches von so vielen verschiedenen Emotionen begleitet sowie einer Spannung, die mich teilweise wirklich wahnsinnig machte, dass ich immer noch etwas sprachlos bin.

Allie ist absolut liebenswürdig, da sie einerseits etwas unsicher wirkt und sich selbst immer wieder in Frage stellt, andererseits aber auch verdammt schlagfertig und gelassen daherkommt. Man kann schnell erahnen, dass etwas schlimmes in der Vergangenheit vorgefallen sein muss, die Auflösung des Ganzen kommt jedoch erst recht spät. Ihren Namen hat sie geändert, da sie mit alldem was war abschließen möchte und auch den Kontakt zur Mutter vermeiden will, doch ganz so einfach gestaltet es sich dann doch nicht.

Auch Kaden macht ein riesengroßes Geheimnis aus seinen Erlebnissen, lediglich seine besten Freunde scheinen mehr zu wissen und versuchen immer wieder das, was Kaden verzapft auszubügeln. Immer wieder hat er mich mit seiner Art wütend gemacht, da er Allie so unmöglich behandelte, aber im nächsten Moment war er dann der zuvorkommenste und humorvollste Kerl, sodass man ihn einfach lieben musste. Ich konnte Allies Gefühle nur allzu gut nachempfinden und habe regelrecht mit ihr gelitten.

Der Schreibstil ist ebenfalls mehr als authentisch, leicht und frisch, teilweise aber auch voller Ernst und Tiefgründigkeit. Alles wird aus Allies Ich-Perspektive erzählt, was Kaden umso geheimnisvoller erscheinen ließ. Was ich sehr positiv empfand, war die Tatsache, dass es nur wenige erotische Momente gab, und diese dann auch sehr gefühlvoll und schön beschrieben wurden. Sowas hat mittlerweile fast schon Seltenheitswert in Büchern dieses Genres und man hat stattdessen oftmals das Gefühl, es wird immer mehr.

Auch die zahlreichen Nebencharaktere wurden mit viel Liebe zum Detail dargestellt. Allesamt wiesen sie ihre kleinen Eigenheiten und Besonderheiten auf, weshalb man sie dann auch schnell zuordnen konnte. Auf ein Wiedersehen in den Folgebänden bin ich aufgrunddessen jetzt schon ziemlich gespannt.

Mein Fazit:

Eine Geschichte, die ich euch wärmstens empfehlen kann! Ich habe diese Achterbahn der Gefühle mehr als genossen, habe mit Allie gelacht, geweint, gehofft sowie gebangt und bin jetzt schon gespannt auf die Fortsetzung. Definitiv ein Must-Read!!!

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

juniorchef, norddeuschland;, ostsee

Cocktails & allerlei prickelnde Momente

Emily Frederiksson
E-Buch Text: 319 Seiten
Erschienen bei null, 18.03.2016
ISBN B01CO9IFCO
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als Hannah und Matti sich kennenlernen, steht für beide fest, dass sie keine feste Beziehung miteinander eingehen wollen, doch wenig später treffen sie sich unter völlig anderen Umständen wieder. Beide können ihre Gefühle füreinander nicht einfach abstellen und genießen die gemeinsame Zeit, doch kämpfen beide auch mit ihren persönlichen Problemen. Hannah möchte auf keinen Fall, dass Matti ihre Familie kennenlernt und Matti leidet unter Bindungsängsten. Nicht gerade die besten Vorraussetzungen ...

Da mich der erste Band dieser Reihe so sehr begeisterte, hatte ich große Erwartungen an die Fortsetzung und war gespannt, wie es bei der Familie Hansen weitergeht. Anfangs gelang es diesem Buch auch sehr gut meine Erwartungen zu erfüllen, doch dann nahm die Geschichte einen ziemlich merkwürdigen Verlauf, den ich einerseits persönlich nicht so ganz nachvollziehen konnte und andererseits tat ich mich auch sehr schwer mit den Charakteren.

Hannah wirkt teilweise sehr selbstbewusst, da sie hofft durch ihren Job endlich unabhängiger von ihrer Familie zu werden. Zu ihren Eltern hat sie eine gute Beziehung, doch immer wieder macht ihr Bruder ihr das Leben schwer und sie hofft durch die räumliche Trennung Abstand zu den Erlebnissen der Vergangenheit zu finden. Dies will jedoch nicht so ganz gelingen.

Matti kannte ich bereits etwas aus dem ersten Band der Reihe und mochte ihn auf Anhieb. In vielen Dingen ähnelte er Jonas, um den es damals ging, und er erinnerte mich in seinem ganzen Verhalten sowie seiner Art auch sehr an ihn. Dennoch ist er natürlich eine eigenständige Persönlichkeit und er leidet unter Bindungsängsten. Eine feste Beziehung kommt für ihn keinesfalls in Frage.

Die Geschichte hatte für mich besonders am Anfang sehr viel Charme, ich fand die Idee dahinter interessant und war natürlich neugierig, warum die Hauptprotagonisten sich so gegen eine feste Beziehung sträubten. So gesehen konnten insbesondere die ersten Kapitel mich auch ungemein fesseln, doch als dann wenig später die teilweise Auflösung des Ganzen erfolgte, hatte ich dann doch Probleme mit Hannahs persönlicher Art, mit diesen Schwierigkeiten umzugehen. Ich konnte ihre Handlungen nicht mehr nachvollziehen und es nervte mich mit der Zeit auch sehr, dass sie sich selber immer wieder so klein machte. Während Matti ihr immer wieder beteuerte, dass er sie sehr mag, konnte oder wollte sie dies nicht so recht glauben und stellte alles in Frage.

Auf Hannahs familiären Probleme möchte ich gar nicht zu sehr eingehen, aber ich denke ein ehrliches Gespräch hätte hier Wunder vollbracht und hätte einige schlimme Erfahrungen verhindert. Ein weiterer Punkt, der mich störte waren die vielen Erotikszenen in der Handlung. Ich stehe mit solchen Dingen in Büchern ja generell etwas auf Kriegsfuß, kann das jedoch im Normalfall ganz gut tolerieren. Hier war es mir jedoch schnell zu viel und zu vordergründig, es störte die Handlung an sich und zog sich teilweise auch zu sehr in die Länge.

Jedenfalls war die Story über die ersten Kapitel wirklich schön und unterhaltsam zu lesen - aber dann nahm die Geschichte unrealistische und unnötige Wendungen ein und ich fand die Lösungsansätze völlig verkehrt.

Mein Fazit:

Ein akzeptables, über viele Seiten auch äußerst charmantes, gut zu lesendes Buch, mit dem ich mich jedoch aufgrund der seltsamen Entwicklung und einem zuviel an "prickelnden Momenten" eher schwer tat. Kann man lesen, muss man aber nicht!

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102 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

freundschaft, blog, kino, film, jess

Wär mein Leben ein Film, würd ich eine andere Rolle verlangen

Cornelia Franke
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei cbt, 11.07.2016
ISBN 9783570310144
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jess liebt die gemeinsamen Kinoabende mit ihren besten Freunden Lisa, Tom und Marvin über alles. Sie besitzt eine Jahreskarte und das allwöchentliche Filme schauen ist mittlerweile zum Pflichtprogramm geworden. Das Interesse für Filme teilt sie mit ihren Freunden, sodass es kaum ein anderes Thema für die Vier zu geben scheint. Ihr Vater reagiert darauf jedoch mehr und mehr gereizt und möchte ihr andere Hobbys ans Herz legen. Als Jess gemeinsam mit Lisa für ein Schulprojekt einen Blog über ihr Lieblingsthema führen soll, kommt es infolgedessen immer öfter zum Streit mit ihrem Vater. Und ihr bester Freund Marvin verhält sich ihr gegenüber immer merkwürdiger, da er mehr in ihr sieht als eine gute Freundin.

Bevor ich mit dem Lesen dieses Romanes begann, befand ich mich mehrere Wochen in einer Leseflaute, die ich selbst nicht so richtig wahrhaben wollte. Nach mehreren mittelmäßigen Büchern, hatte ich wirklich etwas die Lust am Lesen verloren und befand mich diesbezüglich in einer Zwickmühle. Dieses Buch holte mich jedoch bereits nach wenigen Seiten da raus und half mir die Flaute zu überwinden, da ich die Story überaus spannend und interessant fand.

Jess fühlt sich oftmals einsam, denn ihr Vater hat wenig Zeit für sie und verbringt oftmals den ganzen Tag im Büro. An ihre Mutter kann sie sich kaum erinnern, da sie frühzeitig verstarb und sämtliche Erinnerungsstücke an sie wurden vom Vater verbannt. Als er dann auch noch versucht, ihr die Leidenschaft für Filme madig zu machen, fühlt sich Jess immer unverstandener und verliert sich immer mehr in Tagträume. Von ihren Mitschülern wird sie ohnehin gemieden und als "Nerd" abgestempelt, was sie jedoch relativ gelassen sieht, denn sie hat ja ihre besten Freunde, die immer ein offenes Ohr für sie haben und ebenfalls begeisterte Filmseher sind.

Ich mochte die Charaktere auf Anhieb und vor allem Lisa fand ich absolut herrlich mit ihrem trockenen Humor. Während Jess fast schon ein bisschen naiv rüberkam, war Lisa ihr da stets ein Stückchen voraus. Naja, und Marvin war so der typische Freund zum Pferde stehlen. Er besaß die Fähigkeit Jess jeden Kummer von den Augen abzulesen und half den Mädchen sehr bei der Erstellung des Blogs.

Ursprünglich dachte ich ja, es ist so die typische Story über die ersten Erfahrungen in Sachen Verliebtsein, aber dieses Buch war soviel mehr, denn im Vordergrund stand stets die schwierige Beziehung zwischen Jess und ihrem Vater. Während Jess endlich ein bisschen mehr über ihre verstorbene Mutter wissen möchte, weicht dieser ihr immer wieder aus und kann ihre Leidenschaft fürs Kino absolut nicht nachvollziehen. Ich konnte Jessicas Verzweiflung sehr gut nachvollziehen und die Reaktionen ihres Vaters machten mich teilweise wirklich rasend.

Da ich selber viel viel lieber Filme im Kino als im Fernsehen schaue, fand ich es bemerkenswert, wie die Autorin hier das Gefühl vermittelte, bevor der Film losgeht oder wie es sich anfühlt, wenn man nervige Personen unter den übrigen Zuschauern hat. Ich finde es fast schon ein bisschen schade, dass all dies in Zeiten, in denen Leute vermehrt Filme übers Internet schauen, verloren geht.

So bedrückend die Geschichte oftmals auf mich wirkte, so bezaubernder fand ich hingegen den leichten und oftmals sehr humorvollen Schreibstil. Es ist leicht verständlich und ich bin förmlich durch die Seiten geflogen, da ich ja auch unbedingt wissen wollte, warum der Vater sich so seltsam und distanziert verhielt. Die Auflösung kam am Ende und letztenendes konnte ich auch ihn ein Stück weit verstehen.

Mein Fazit:

Mich konnte die Autorin mit diesem Roman vollkommen bezaubern und schaffte es damit schnell, mich aus meiner Leseflaute zu holen. Ein tiefgründiger Roman, den ich euch wirklich nur ans Herz legen kann.

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

humor, barcelona, skandal, hotelgäste, beziehungsprobleme

Zitronen klonen in Barcelona.

Dany R. Wood
Flexibler Einband: 376 Seiten
Erschienen bei Arturo Verlag, 25.07.2016
ISBN 9783981701630
Genre: Humor

Rezension:

Tina braucht dringend eine Auszeit und freut sich auf etwas Entspannung im bald eröffnenden Hotel ihres Freundes Stefan. Dieser ist schwul und führt heimlich eine Beziehung mit dem Enkelsohn der Seniorchefin Maria Garcia, welche Tina sofort in die noch anstehenden Arbeiten miteinbeziehen will. Dabei hat sie doch schon genug um die Ohren, denn in ihrer Beziehung kriselt es und eine Reporterin ist ihr ständig auf den Fersen. Da sie immer noch hofft, dass sie das fehlende Geld für den Flug ihres in Australien gebliebenen Freundes zusammenbekommt, lässt sie sich auf ein Date mit dem Multimillionär Antonio Lopez ein, um ihn auszuhorchen. Es kommt jedoch alles ganz anders als geplant.

Da ich bereits den Vorgänger dieser Reihe "Trauben rauben in Kapstadt" gelesen hatte, wollte ich unbedingt wissen, wie es mit den Protagonisten nach der Südafrika-Reise weiterging. Da dies jedoch schon etwas länger zurück lag, brauchte ich ein Weilchen bis ich mich an diese wieder richtig erinnern konnte und was eigentlich damals so passierte. Man kann die Bücher dieser Reihe allerdings auch problemlos ohne Vorkenntnisse lesen, da diese ineinander abgeschlossen sind und alle notwendigen Details noch mal kurz angeschnitten werden.

Tina kam mir wesentlich vernünftiger vor als in der vorherigen Geschichte und ich hatte den Eindruck, dass sie sich während ihrer Zeit in Australien positiv verändert hat. Wirkte sie damals noch sehr kindisch und naiv, kommt sie jetzt dagegen vernünftiger und erwachsener rüber. Das Chaos scheint sie dennoch nach wie vor magisch anzuziehen und so verwundert es nicht, dass sie auch in Barcelona mit ihrem losen Mundwerk für einige humorvolle Szenen sorgt. Zusätzlich tauchen noch einige weitere Protagonisten im Buch auf, die bereits in den Vorgänger-Bänden dabei waren, sodass am Ende wieder eine lustige herrlich schräge Truppe zusammentrifft.

Der lockere Schreibstil lässt sich zügig sowie angenehm lesen, allerdings waren mir die humorvollen Einlagen oftmals etwas zu platt, und ich konnte die Pointen, auf die es schlussendlich hinauslief, bereits erahnen. Aus der Handlung hätte man meiner Meinung nach wesentlich mehr herausholen können, da so ein unfertiges Hotel kurz vor der Eröffnung, in Kombination mit einer strengen und zudem sehr konservativen Seniorchefin, das reinste Pulverfass darstellen kann. Das habe ich bei diesem Roman leider etwas vermisst und oftmals zogen sich stattdessen die Gespräche über Beziehungsprobleme sowie Depressionen einer frischgebackenen Mutter viel zu sehr in die Länge. Besonders gut gefielen mir die Beschreibungen Barcelonas, sodass ich mich beim derzeit eher trostlosen Wetter geradezu ans warme Mittelmeer träumen konnte. Bisher hat mich Spanien als Urlaubsland nie gereizt, aber anhand der schönen Stadtführung im Buch, kann ich eine Reise dorthin nun nicht mehr ausschließen.

Mein Fazit:

Es hat Spaß gemacht erneut auf altbekannte Charaktere zu treffen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt, aber meiner Meinung nach hätte man aus der Grundidee deutlich mehr herausholen können. Wer jedoch auf der Suche nach kurzweiliger Lektüre für zwischendurch oder fürs Urlaubsgepäck ist, kann bei diesem Roman bedenkenlos zugreifen.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

tod, m.c.steinweg, sterblich, liebe, leben

sterblich

M.C. Steinweg
Flexibler Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 04.12.2015
ISBN 9783739216669
Genre: Biografien

Rezension:

Als Annika Benders die Diagnose "Bauchspeicheldrüsenkrebs" von ihrem Arzt erhält, bricht eine Welt für sie zusammen. Sie hatte noch so viel vor im Leben, träumte von Kindern und fühlt sich definitiv auch noch zu jung zu sterben. Da die Ärzte ihr jedoch unmisserverständlich klar machen, dass sie ihr nicht mehr helfen können, beschließt sie ihre letzten Monate zu genießen. Sie reist mit ihrem Mann durch Europa - bis es ihr nach und nach immer schlechter geht. Ihr Tod kommt für alle schneller als erwartet, doch für Annika ist nach deren Tod nicht alles vorbei. Sie beobachtet ihre eigene Beerdigung und lernt kurz darauf Süleyman Cemsi kennen. Es entsteht eine tiefe Freundschaft und die beiden helfen sich gegenseitig loszulassen. Vom Leben, von ihren Lieben sowie den irdischen Sorgen.


Auf dieses Buch wurde ich zufällig durch mehrere positive Rezensionen aufmerksam, sodass ich beschloss es zu lesen. Alleine aufgrund des Covers hätte ich dies wohl ansonsten eher nicht getan. Leider lässt mich diese Geschichte jedoch sehr zwiegespalten zurück, da ich einerseits die Grundidee interessant finde, andererseits das Ganze für mich jedoch eine Spur zu heiter und beschwingt daherkommt.


Ich habe Annika sofort ins Herz geschlossen und konnte gut nachvollziehen, wie es ihr nach dieser schrecklichen Diagnose wohl gehen muss. Ihre ganze Trauer, ihr Schmerz sowie ihre Fürsorge gegenüber dem Ehemann berührten mich sehr und ich fragte mich immer wieder, wie ich wohl mit so einem Urteil umgehen würde. Die Zeit bis zu ihrem Tod hat sie weitestgehend positiv ausgefüllt, ist mit ihrem Mann per Wohnmobil quer durch Europa gereist und hat sie sinnvoll genutzt. Gerne hätte ich über diese Wochen noch viel mehr erfahren, da mir das im Buch alles viel zu schnell ging und ich auch gerne mehr darüber gewusst hätte, welche Probleme aufgrund der Krankheit während der Reise auftauchten. Einiges wurde zwar kurz angesprochen, aber mir ging all dies etwas zu schnell und es war nur schwer nachvollziehbar für mich. Wie ging es dem Mann damit? Worüber haben sie während dieser Zeit geredet? Wie kann man so einer Reise positives abgewinnen? Nur mal einige wenige Fragen, die mir leider unbeantwortet blieben.


Der Schreibstil lässt sich wunderbar leicht und flüssig lesen und mir gefiel sehr, wie feinfühlig die Autorin das Thema Krebs anfangs umgesetzt hat. Allerdings veränderte sich die gesamte Grundstimmung dann im zweiten Teil, also nach Annikas Tod, doch sehr und ich tat mich richtig schwer mit den humorvollen Anspielungen sowie der Heiterkeit insgesamt. Klar, die Vorstellung, dass nach dem Tod nicht alles schlagartig vorbei ist und dass wir die Möglichkeit haben unsere Lieben noch eine zeitlang zu begleiten ist wundervoll, aber es war irgendwie überhaupt nicht mein Humor und wirkte zu verkrampft auf mich. Was vielleicht auch daran liegt, dass in meinem Umfeld in letzter Zeit zu viele Menschen an Krebserkrankungen verstorben sind. Dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen, fällt da schwer.


Die Grundidee der Geschichte fand ich interessant, aber als tiefgründig würde ich es wohl nicht bezeichnen. Dazu fehlten mir auch beispielsweise zu viele Informationen, wie ihr Mann sowie ihre Freunde und Eltern mit dieser Diagnose umgehen, wie die letzten Wochen verliefen und auch wie Annikas Körper nach und nach seinen Dienst quittierte.


Mein Fazit:


Insgesamt lässt mich "sterb(l)ich" leider mit zweigeteilter Meinung zurück. Während ich den ersten Teil sehr interessant und berührend fand, konnte ich mit dem zweiten Teil der Geschichte leider nur wenig anfangen. Ich empfand den Humor sowie die Nichtigkeiten, mit denen sich Annika und ihr neuer Freund Süleyman nach dem Tod so herumplagten schlichtweg zu belanglos und hätte mir stattdessen lieber mehr über den Krankeitsverlauf von Annika gewünscht.

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

miranda dickinson, freundschaft, reisebüro, liebe, fast-verlobter

Der Tag, als ich die Welt umarmte

Miranda Dickinson , Anita Sprungk
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 18.07.2016
ISBN 9783956495816
Genre: Liebesromane

Rezension:

Harriet liebt es sich in Gedanken an ferne Orte, entlegene Strände, große Metropolen oder auch Sehenswürdigkeiten anderer Städte zu träumen. Allerdings kam es in ihrem bisherigen Leben nie zu einer Reise außerhalb der Landesgrenzen Englands, da ihr Lebensgefährte einerseits Flugangst hat und andererseits ohnehin Campingurlaube bevorzugt. Stattdessen begnügt sie sich mit Reisedokumentationen und -führern oder hört anderen Menschen zu, wenn sie ihre Erlebnisse schildern. Vielleicht versteht sie sich deshalb auf Anhieb so gut mit Alex, dem Sohn einer alten Freundin, denn dieser zog jahrelang nur mit einem Rucksack um die Welt und ließ sich treiben. Sie schließen schnell Freundschaft, helfen sich gegenseitig und Alex erzählt Harri von seinen zurückliegenden Reisen. Als Alex Mutter sie jedoch beauftragt, über eine Zeitschrift eine Partnerin für ihren Sohn zu suchen, weiß Harriet nicht wie sie damit umgehen soll.

Als ich diesen Roman eher zufällig entdeckte, hatte ich aufgrund des Klappentextes etwas völlig anderes erwartet und dachte eher, dass es davon handelt, wie Harriet endlich all ihre Träume vom Reisen verwirklicht und was sie dabei erlebt. Es handelt zwar vom Reisen, aber bis es soweit ist, dass Harri die Koffer packt, dauert es sehr sehr lange und es passiert bis dahin so wahnsinnig viel in ihrem Leben, dass dies eigentlich eher uninteressant und nebensächlich erscheint letztenendes.

Harriet ist schon viele Jahre in einer festen Partnerschaft, lebt aber dennoch alleine in einem kleinen Cottage und fühlt sich oftmals einsam. Ihre Eltern verstarben bereits früh und außer einigen Freunden hat kaum jemand ein offenes Ohr für sie. Festgefahren in ihrem Alltagstrott, der daraus besteht in einem kleinen Provinz-Reisebüro zu arbeiten, schuftet sie tagein, tagaus und hat sich damit abgefunden, dass sie von weiten Reisen weiterhin nur träumen kann. Bis der smarte Alex in ihr Leben tritt und ein Café in der englischen Kleinstadt eröffnet. Alex hat all das verwirklicht, von dem Harri bisher nur träumen konnte und lässt sie mit seinen Erzählungen teilhaben an seinen Erlebnissen.

Obwohl ich Harriet sofort in mein Herz geschlossen hatte, brauchte ich lange bis ich mich in dieses Buch hereingefunden hatte. Was vielleicht daran lag, dass die einzelnen Kapitel immer mit einer kurzen Einleitung beginnen, in der sich eine junge Frau auf einer öffentlichen Toilette verschanzt hat und todunglücklich zu sein scheint. Irgendwann später erkannte ich das System dahinter, aber bei den ersten Kapiteln fand ich diese stetig wiederkehrenden Zeitsprünge schlichtweg verwirrend und störend. Nach und nach erfuhr man jedoch immer mehr über die Gründe und konnte dann auch Rückschlüsse daraus ziehen.

Die beiden Hauptcharaktere fand ich herzallerliebst und schnell war für mich auch klar, wie dieses Buch enden MUSS, weil's einfach nicht anders sein kann. Doch dann entwickelte sich die Handlung immer mehr in eine vollkommen andere Richtung, dass ich immer wieder dachte, das geht doch nicht. Zugleich machte das die ganze Geschichte natürlich auch wahnsinnig spannend und interessant.

Was mir immer wieder positiv auffiel, waren die liebevoll ausgearbeiteten Nebencharaktere. Stellenweise hatte ich wirklich das Gefühl, schon viele Jahre in dieser englischen Kleinstadt zu wohnen und all ihre Bewohner zu kennen. Angefangen bei Harriet's urkomischen Boss bis hin zur Reinigungskraft konnte ich mir jeden bildhaft vorstellen und hatte auch keinerlei Probleme die Namen zuzuordnen.

Dennoch habe ich auch einen kleinen Kritikpunkt, was jedoch auch rückblickend das Einzige ist, was mir nicht geffiel: Harriets Naivität! Sie fühlte sich oftmals schrecklich einsam und tat mir damit leid, erkennt jedoch nicht, was verkehrt läuft. Dabei war es für mich als Leserin mehr als offensichtlich. Sie hat ein riesengroßes Herz und verzeiht ihrem Partner sowie ihren Freunden alles, wird dabei jedoch immer wieder schwer enttäuscht.

Die Handlung beginnt eher gemächlich. Nach und nach lernt man die Haupt- und Nebencharaktere kennen und dann steigert sich das Ganze immens. Ab der zweiten Hälfte konnte ich das Buch wirklich nicht mehr weglegen, habe mich gemeinsam mit Harri im gemütlichen Cottage versteckt und versucht nachzuvollziehen, warum Harri sich mit so wenig zufrieden gibt.

Die in der Vergangenheit handelnden Textpassagen verbinden sich immer mehr mit der Gegenwart, bis es am Ende zum großen Showdown kommt. Plötzlich ergibt all das einen Sinn und alles ist stimmig.

Mein Fazit:

Eine erfrischende Geschichte, die mich nach anfänglichen Schwierigkeiten doch noch mitreißen und begeistern konnte. Perfekt ausgearbeitete Haupt- und Nebencharaktere machten dieses Buch wirklich zu einem Erlebnis für mich. Trotz des humorvollen Schreibstils, kam auch die Tiefgründigkeit bei diesem Roman nicht zu kurz und regte zum Nachdenken an.

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

liebe, familie, konflikt, fremdgehen, vertrauensbruch

Als wir uns sahen

Gloria Träger
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Juneberry, 15.06.2016
ISBN 9783898419017
Genre: Liebesromane

Rezension:

Carly und Gerrit sind bereits seit vielen Jahren ein Paar und führen in den Augen aller eine Bilderbuch-Beziehung. Sie heiraten, ziehen in eine gemeinsame Wohnung und meistern beide ihr Studium. Doch während Gerrit wenig später eine große Karriere als Anwalt für Umweltrecht macht, wird Carly mit ihrem Job an der Uni immer unzufriedener. Eigentlich träumte sie immer davon, in einem Orchester zu spielen und vom Geigespielen zu leben, doch nirgends bekommt sie eine Stelle. Als sie einen Fehler begeht, wird ihre Beziehung zu Gerrit auf eine harte Probe gestellt und droht daran zu zerbrechen.


"Als wir uns sahen" durfte ich im Rahmen einer Blogtour lesen, und obwohl ich anfangs sehr skeptisch war, da ich definitiv kein Fan von Kurzromanen bin, konnte mich dieses Buch richtig positiv überraschen.

Der Anfang des Buches nimmt eigentlich das Ende schon ein wenig vorweg, denn es beginnt mit einem regelrechten Paukenschlag, und das Thema Trennung steht plötzlich im Raum. Man brauchte kein Hellseher zu sein um zu erahnen, was der Auslöser des Beziehungsstreits war. Meine Sympathien für die Protagonistin Carly waren aufgrund dessen auch nicht sonderlich groß auf den ersten Seiten, doch nachdem man diese im Laufe der Geschichte besser kennenlernte, war sie mir unheimlich ans Herz gewachsen und auch ihr Verhalten konnte ich absolut nachvollziehen.

Carly träumt seit ihrer Kindheit von einer Karriere als Geigerin und übt dafür fleißig bei einem Musiklehrer. Als sie Gerrit kennenlernt, stehen sie beide kurz vorm Abitur und es ist die sprichwörtliche "Liebe auf den ersten Blick". Beide sind absolute Familienmenschen und werden sofort herzlich aufgenommen von der Familie des anderen. Nach und nach begleitet man als Leser das Paar schließlich durch die Zeit des Studiums sowie durch die ersten Jahre im Berufsleben und nähert sich langsam dem großen Streit, mit dem das Buch anfängt. Da das Ganze aus der Sicht von Carly geschildert wird, kann man sie auch sehr gut verstehen und begreifen, warum sie so handelte. Am Ende tat sie mir mit ihren Problemen so leid, dass ich mit ihr geweint und gebangt habe. Dabei war mir Gerrit gar nicht mal so wichtig, da er mir viel zu steif und geradlinig war. Mir fehlten da etwas die Ecken und Kanten bei ihm. Trotzdem wollte ich, dass Carly wieder glücklich wird und die beiden ihre Krise bewältigen.

Was die Handlung insgesamt betrifft, passiert während der ersten beiden Drittel eigentlich wenig, da es mehr darum geht, das Paar kennenzulernen. Dennoch kam beim Lesen keine Langeweile auf, denn man wollte ja wissen, wie es nach dem Streit weitergeht und wie es so weit kommen konnte. Mich konnte dieses Buch fesseln, von der ersten bis zur letzten Seite, und es hat wahrscheinlich auch meine Sichtweise ein klein wenig verändert. Zugleich ist die Geschichte als solches einfach schlüssig und wird schön erzählt. Der Sprachstil ist angenehm und die Kapitel perfekt gesetzt.

Mein Fazit: 

Eine Liebesgeschichte voller Tiefgründigkeit, Emotionen und Dramatik. Mich konnte dieses Buch mitreißen, unterhalten und zum Nachdenken bringen. Absolute Leseempfehlung!

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

finnland, humor, sex, elche, sex und junge männer

Die Kunst, Elch-Urin frisch zu halten

Rochus Hahn
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.08.2016
ISBN 9783442484492
Genre: Humor

Rezension:

Tim und Bullwinkel haben sich mehrere Jahre nicht gesehen, als sie sich zufällig in einem Kino über den Weg laufen. Bullwinkel, der dort beinahe eine Schlägerei anzettelt, wird daraufhin gemeinsam mit Tim zu einer Szeneparty eingeladen, wo sie die beiden Stewardessen Lisa und Adele kennenlernen. Da beide immer noch auf ihr ersehntes erstes Mal hoffen, laden sie die Frauen kurzerhand ein und versprechen ihnen eine Wunderdroge. Auf der Suche nach dem passenden Stoff, erfährt Bullwinkel, dass der Urin eines Elches, der kurz zuvor psychogene Pilze gefressen hat, eine besondere Wirkung haben soll. Sie packen die Koffer und fliegen nach Finnland, um dort ihre Wunderdroge zu finden, müssen aber schnell feststellen, dass so eine Elchjagd alles andere als einfach ist. Dabei lassen sie kein Fettnäpfchen aus und müssen immer wieder neue Hürden meistern.

Als ich mit dem Lesen dieses Romans begann, fragte ich mich immer wieder, ob dieses Buch wirklich das Richtige für mich ist, da das vordergründige Thema stets "Das erste Mal" ist. Mir wurde das schnell zu viel, ich war entsetzt über die Denkweise der Jungs, insbesondere von Bullwinkel, und war drauf und dran, das Buch abzubrechen. Allerdings entwickelte ich dann doch etwas Sympathie für Tim, der das Ganze etwas weniger verbissen sah, und war natürlich gespannt, wie die Reise der beiden verlaufen würde. Naja, und nach dem ersten (schwierigen) Drittel konnte mich das Buch dann doch noch auf ganzer Linie überzeugen.

Tim ist fünfundzwanzig und studiert Germanistik sowie Religion, dies jedoch nur seiner Großmutter zuliebe. Er war bisher immer etwas zu schüchtern um Frauen aufzureißen und eine Reise nach Finnland würde auch sein Budget sprengen, aber Bullwinkel hat glücklicherweise einige Ersparnisse, die er gerne für diesen Zweck ausgibt. Bereits auf der Reise stellt sich heraus, wie perfekt Bullwinkel diese verrückte Idee durchgeplant hat, denn sein Organisationstalent hilft ihnen später bei der Umsetzung oftmals sehr. Mir kam er am Anfang ja beinahe etwas dümmlich vor, da er den lieben langen Tag wirklich nichts anderes im Kopf zu haben schien, als das Thema "S...x". Dadurch bringt er auch Tim mehrere Male in die unmöglichsten Situationen, und zieht das Chaos magisch an. Allerdings machte er dann später. während dieser Reise, eine gewisse Wandlung durch und erweist sich als wahrer Freund für Tim.

Man sollte an dieses Buch vielleicht nicht mit zu anspruchsvollen Erwartungen herangehen und ein Freund des speziellen Humors sein, um Gefallen an dieser Geschichte zu finden. Ich tat mich anfangs wirklich schwer damit, da ich mich doch sehr an Filme wie "American Pie" sowie "Dumm und dümmer" erinnert fühlte, bei denen ich frühzeitig weiterschaltete. Allerdings war ich gespannt, wie die beiden einem ausgewachsenen Elch Urin abzapfen wollten, und mochte auch den bildhaften Schreibstil. Was mir auch sehr gefiel, waren die vielen Pointen und witzigen Vergleiche, die an den richtigen Stellen fielen. Obwohl das Buch größtenteils aus Gesprächen zwischen den beiden Hauptcharakteren besteht, passiert während dieses Roadtrips dann doch soviel, dass keine Langeweile aufkommt während des Lesens. Auch gewisse Spitzen anlässlich einiger Promis werden dabei nicht ausgelassen und machten dann für mich den Charme dieser Geschichte mit aus.

Schön fand ich den Zusammenhalt der beiden Protagonisten, der diese dann wirklich zusammenschweißte. Gegenseitig halfen sie sich oftmals aus der Patsche und ergänzten sich perfekt, brachten aber gleichzeitig den Anderen auch mehrere Male in peinliche Situationen. Die Geschichte nahm schnell Fahrt auf und das vordergründige Thema wurde dabei schnell nebensächlich, sodass ich dann auch meine anfängliche Meinung schnell änderte.

Mein Fazit:

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten fühlte ich mich gut unterhalten und mochte den schwarzen Humor der Beiden. Es gab einige Stellen, die mir dann doch ein wenig zu abgefahren waren, und die ich mir beim besten Willen lieber nicht bildlich vorstellen wollte, aber insgesamt fand ich es herrlich schräg und urkomisch.

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25 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

bodensee, konstanz, krimi, fabrik, hund

Schreie im Nebel

Tina Schlegel
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 24.06.2016
ISBN 9783954517237
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Sito macht schwere Zeiten durch. Zuerst hat er vor einigen Monaten seine Frau verloren und nun verstarb auch noch sein Hund. Kurz nachdem er ihn begraben hat, wird er zu einem Mordfall gerufen, der bereits auf den ersten Blick die Grausamkeit des Täters erahnen lässt. Zudem hat er auch noch einen neuen Kollegen an die Seite bekommen, der ihm seltsam erscheint. Dieser erstellt Täterprofile und kommt damit genau richtig zu diesem schwierigen Fall, denn es wird lange dauern, bis das Opfer identifiziert werden kann und schnell wird klar, dass sie es mit einem Serienkiller zu tun haben.

An diesen Roman hatte ich ursprünglich gar nicht so hohe Erwartungen gestellt, da ich ihn eher zufällig entdeckte und das Cover einen eher ruhigen, nicht allzu aufregenden Regionalkrimi vermuten ließ. Doch weit gefehlt, denn das ist diese Geschichte beim besten Willen nicht. Mich hat das Buch mit einer solchen Wucht gepackt, dass ich mich dem gar nicht mehr entziehen konnte und da gleichzeitig jede Menge Fragen im Raum standen, habe ich auch immer wieder gegrübelt über die Hintergründe.

Kommissar Sito mochte ich mit seiner stillen, in sich gekehrten und teilweise schroffen Art auf Anhieb. Er wirkte angeschlagen und einsam, da er gerade erst seinen Hund begraben musste und auch der Tod seiner Frau liegt noch nicht lange zurück. Lediglich mit dem Gerichtsmediziner Parson, der ihm ein guter Freund wurde, trifft er sich ab und zu, aber ansonsten vertraut er kaum jemandem. Viele Geschehnisse aus der Vergangenheit scheinen ihn zu beschäftigen, was sich alles erst beinahe am Ende des Buches etwas aufklärt, und auch sein neuer Partner Enzig wirft viele weitere Fragen auf. Dieser erhielt den Posten bei der Kriminalpolizei mit der Auflage, Kommissar Sito im Auge zu behalten und Fakten über ihn abzuliefern. Ihn konnte ich am Anfang nur schwer einschätzen, da ich davon ausging, dass er tatsächlich so einige negative Dinge über Sito berichten würde, aber er machte stattdessen eine tolle Entwicklung durch und wirkte am Ende wesentlich selbstbewusster auf mich.

Es gibt zahlreiche interessante Nebencharaktere, die sich jedoch allesamt gut auseinanderhalten lassen und scheinbar alle ihr eigenes Päckchen zu schultern haben. Vielleicht machte gerade das die Bestimmung des Täters so schwer, denn es gibt immer wieder interessante Wendungen und neue Entwicklungen, sodass wirklich jeder verdächtig zu sein scheint.

Die Geschichte ist unterteilt in zwei Teile und als ich am Ende des ersten Teils ankam, gab es eine so schockierende Veränderung, dass ich erstmal gar nicht weiterlesen mochte und dachte, das kann doch jetzt gar nicht sein. Die Neugier siegte allerdings und ich wollte ja schließlich wissen, wer denn nun Schuld an dem ganzen Chaos hatte.

Ich fand dieses Buch wahnsinnig spannend, bin jedoch im Nachhinein auch froh, dass der Klappentext etwas harmloser formuliert wurde, denn hätte ich gewusst, worum es genau geht, hätte ich es sicherlich nicht lesen wollen. Es geht teilweise schon sehr in Richtung Thriller, da es um menschliche Abgründe geht und ich oftmals schwer schlucken musste. Die bildhaften Beschreibungen taten ihr Übriges. Dennoch bin ich froh, dass ich weitergelesen habe, denn dieses Buch wird mich wohl so schnell nicht loslassen.

Mein Fazit:

Ein wirklich spannender Krimi oder eher Thriller, der definitiv nichts für Zartbesaitete ist. Mich wird diese Geschichte noch sehr lange beschäftigen und ich würde mich freuen über eine Fortsetzung. Ganz klare Leseempfehlung dafür!

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

alex christofi, brösels bücherregal, mr glas, roman, einzelband

Mr. Glas

Alex Christofi , Henriette Zeltner
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.04.2015
ISBN 9783426304532
Genre: Romane

Rezension:

Lange Zeit war Günter Glas zufrieden mit seinem Job als Milchmann, doch nachdem er von einem Tag auf den anderen gekündigt wurde, da die Menschen kaum noch frische Milch wollten, fällt er in ein tiefes Loch. Auch sein Vater lässt sich nach dem Tod der Mutter mehr und mehr gehen, trinkt zu viel Alkohol und hat schließlich noch ein Schuldenproblem, sodass Günter endlich etwas unternehmen muss, um wenigstens sein Zuhause zu retten. Seine Faszination für Glas kommt ihm wieder in den Sinn und so beschließt er, der beste Fensterputzer der Welt zu werden und erlebt dabei die abenteuerlichsten Sachen, verliebt sich und lernt merkwürdige Menschen kennen.

Neugierig geworden durch den amüsanten Klappentext sowie das interessante Cover, wollte ich dieses Buch nur allzu gerne lesen. In einer Kurzmeinung zum Buch wurde der Protagonist ein bisschen mit "Forrest Gump" verglichen, was mich natürlich sehr neugierig machte auf diese Geschichte.

Nun habe ich "Mr. Glas" gelesen und bin jedoch etwas ratlos. Einerseits fand ich die komplette Familie Glas unheimlich interessant und habe beim Lesen auch viel gelacht, aber dann wiederum tat ich mich stellenweise eher schwer mit Günter, da er einerseits recht schwerfällig und naiv daherkommt und im nächsten Moment reagierte er dann vollkommen anders als erwartet, wusste mehr als alle anderen und ich konnte mich einfach nur schwer in ihn hineinversetzen beziehungsweise seine Handlungen nachvollziehen.

Günter war schon seit seiner Kindheit fasziniert von Glas und erinnert sich immer wieder gerne an seinen kurzen Aufenthalt im Glasmuseum, während sein Vater einen Geschäftstermin hatte. Dank moderner Medien hat er sich jede Menge unnützes Wissen angeeignet, aber im wahren Leben nützt ihm das alles herzlich wenig. Er wuchs in liebevoller Umgebung auf, aber der Fokus der Eltern lag meistens beim taubstummen Bruder, zu dem Günter ohnehin ein schwieriges Verhältnis hatte. Nach dem Tod der Mutter, versucht er krampfhaft das Elternhaus zu retten und beginnt als Fensterputzer in der Nachbarschaft, bis er schließlich einen Anruf von einem der bekanntesten Arbeitgeber der Branche bekommt.

Besonders der Anfang der Geschichte gefiel mir richtig gut und ich mochte Günter auch irgendwie, aber die zahlreichen Fußnoten einer gewissen Dekanin Winterbottom begannen mich mehr und mehr zu stören, auch wenn sie teilweise recht aufschlussreich waren. Es lenkte einfach zu sehr ab von der eigentlichen Handlung und vieles hätte man meiner Meinung nach auch einfach in die Geschichte einbauen können oder auch weglassen können, da es schlichtweg uninteressant war.

Günter macht nach und nach eine erstaunliche Entwicklung durch, lernt auf eigenen Beinen zu stehen und beißt sich irgendwie durch, was ich faszinierend fand, aber mir fiel es bis zum Ende hin schwer, mir ein richtiges Bild von ihm zu machen. Mal kommt er dümmlich und naiv rüber, aber im nächsten Moment durchschaut er einige Situationen sofort und punktet mit enormem Wissen. Gerade zum Ende hin empfand ich das Ganze doch recht chaotisch sowie verrückt und fragte mich immer wieder, was nun der Sinn der Geschichte sein sollte.

Mein Fazit:

Ein Buch das man lesen kann, aber man muss es nicht! Ich mochte den Protagonisten und fand es witzig, was er stellenweise erlebte, aber die Handlung insgesamt war mir dann doch etwas zu wenig. Da hätte man einfach mehr draus machen können.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

animatorin, urlaubslektüre, mallorca

Zum Glück animiert

Kirsten Wendt , Marcus Hünnebeck
E-Buch Text: 282 Seiten
Erschienen bei null, 24.04.2016
ISBN B01ER4FCCU
Genre: Sonstiges

Rezension:

In Daniels Leben läuft gerade so einiges schief, denn erst hat ihn seine Freundin kurzerhand vor die Tür gesetzt, dann wird er beruflich auch noch wegen eines kleinen Fehlers in den Zwangsurlaub geschickt. Da er jedoch ohnehin auf der Suche nach einer neuen Freundin ist, die unbedingt Spanierin sein sollte, kommt ihm dies sogar ganz gelegen. Auf Mallorca möchte er einen Neuanfang wagen und Ausschau nach einer neuen Partnerin halten. Schade, dass die freundliche Animateurin Paulina so gar nicht in sein Beuteschema passt, denn mit ihr schließt er schnell Freundschaft. Als schließlich noch die rassige Carmen auftaucht, ist das Chaos perfekt.

Da ich bereits sehr viel Gutes über die Romane des Autorenduos Wendt & Hünnebeck gehört hatte, war ich bei diesem Buch sofort Feuer und Flamme. Naja, und bei dem ansprechenden Cover brauchte ich auch nicht lange überlegen und hatte den Klappentext mehr oder weniger nur kurz überflogen. Um es gleich vorweg zu nehmen: Mir gefiel das Buch gut, aber man sollte sich vielleicht von vornherein darüber im klaren sein, dass man es hier eher mit lockerer und unterhaltsamer Lektüre zu tun hat.

Daniel, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, kommt stellenweise etwas tollpatschig sowie chaotisch daher und lässt auch kein Fettnäpfchen aus, was allerdings immer wieder zu den urkomischsten Situationen führt. Stellenweise habe ich mich mit seiner Naivität jedoch auch ziemlich schwer getan und dachte, so dumm kann man doch gar nicht sein. Nach und nach bessert er sich aber und so war ich später dann doch immer öfter positiv überrascht über seine Reaktionen.

Was mir sehr gefiel, waren die Beschreibungen Mallorcas bzw. Spaniens, bei denen man wirklich große Lust verspürt, die Koffer zu packen. Doch auch die Probleme des Landes sowie seiner Einwohner wurden dabei nicht ausgespart, was man selber aufgrund der dominierenden Meldungen der letzten Jahre oftmals gar nicht so richtig mitbekommen hat.

Wie bereits erwähnt, sollte man hier nichts Tiefgründiges und sonderlich Berührendes erwarten, da es eher in die Kategorie "amüsante Unterhaltung" fällt. Es liest sich flüssig und man kann sich damit prima eine Auszeit zwischendurch genehmigen, dabei etwas Urlaubsfeeling inhalieren und braucht auch nicht großartig nachdenken über das Gelesene. Was mich jedoch etwas störte, war die Vorhersehbarkeit der Handlung. Dank jeder Menge erfüllter Klischees brauchte es hier wirklich nicht viel, um die Pläne der Protagonistinnen zu durchschauen und den weiteren Verlauf vorherzusehen. Trotzallem habe ich gerne darin geschmökert und konnte einige entspannende Lesestunden damit verbringen.

Mein Fazit:

Nette Unterhaltung für zwischendurch. Lustig. Nur etwas zu vorhersehbar und klischeebehaftet.

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

liebe, spannung, blindheit, romatik, verlust

Blind Date mit der Liebe

Kari Lessír
E-Buch Text: 270 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 04.08.2016
ISBN 9783741265150
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als Nina beim Joggen mit Jan sowie seinen Hund zusammenprallt, kommt es zu einer Auseinandersetzung, da beide sich im Recht sehen. Wenig später sieht sie ihn erneut und muss feststellen, dass dieser blind ist. Nina ist ihr Verhalten schrecklich peinlich und sie entschuldigt sich sofort, doch Jan reagiert vollkommen anders als erwartet, denn er sieht das alles erstaunlich humorvoll und lädt sie sogar unverbindlich ein. Die Beiden verbringen einen schönen Abend miteinander in der Bar der Philharmonie und verstehen sich auf Anhieb, sodass daraus schließlich nach und nach eine Beziehung entsteht. Allerdings ist Nina unsicher, ob Jan der Richtige für sie ist und sie weiß nicht, wie sie mit seiner Blindheit umgehen soll. Jan hat ebenfalls große Bedenken, da seine letzte Beziehung aufgrund des Handicaps in die Brüche ging und auch sein Bruder hält nicht viel von Nina.

Schon lange hatte ich mir vorgenommen ein Buch von Kari Lessír zu lesen, bin dann jedoch immer etwas zurückgeschreckt vor den esoterischen Anteilen in ihren Romanen. Als mir nun "Blind Date mit der Liebe" als Rezensionsexemplar angeboten wurde, machte mich der Klappentext sofort neugierig, da ich wissen wollte, wie hier das schwierige Thema Handicap umgesetzt wurde.

Nina arbeitet als Anzeigenverkäuferin für eine Zeitschrift, was ihr viel abverlangt und wenig Freude bereitet aufgrund ihrer mürrischen Chefin. In ihrer Freizeit versucht sie sich von all dem abzulenken durch viel Sport und so trifft sie sich auch regelmäßig mit Freunden zu einer Montainbike-Tour. Wenige Tage nachdem sie Jan im Park über den Haufen rannte, lädt sie ihn zu ihrer Geburtstagsparty ein, zu der auch jene Freunde eingeladen sind, doch die Feier verläuft ganz anders als erwartet, denn einige halten Jan für absolut inakzeptabel und zeigen sofort offen ihre Ablehnung.

Auch Jans Bruder lehnt Nina ab, da er sehr besorgt um Jan ist und eine enge Beziehung zu ihm hat. Nach seinem Unfall war er es, der ihn immer wieder auffing und ihm half mit dem Handicap umzugehen. Jan hat sich in einer eigenen Wohnung eingelebt, fand einen neuen Job und kommt dank seines Blindenhundes gut zurecht im Alltag, ist jedoch auch sehr einsam.

Die Geschichte lässt sich dank des leichten Schreibstils flott lesen und besticht durch viel Spannung, da sie aus mehreren verschiedenen Sichtweisen geschrieben ist. Sowohl aus der Sicht der beiden Hauptcharaktere, die anfangs Bedenken haben sich auf diese Beziehung einzulassen, als auch aus der Sicht von Jans Bruder sowie Ninas Freunden werden die Geschehnisse erläutert, sodass man von Beginn an die Ablehnung spürt, mit der sie auf die enge Freundschaft der Beiden reagieren. Jans Probleme im Alltag, die den meisten Sehenden überhaupt nicht bewusst sind, werden genauso einfühlsam beschrieben wie auch die Veränderungen seiner übrigen Sinne, sodass er sich diese immer wieder zu Nutze machen kann.

Die Charaktere wirkten allesamt sehr authentisch, allerdings blieben mir die beiden Hauptprotagonisten leider bis zum Ende etwas fremd. Oftmals konnte ich ihre Beherrschtheit nicht so ganz nachvollziehen und empfand sie viel zu reserviert und vorsichtig in der ein oder anderen Situation. Die Nebencharaktere wurden wiederum meiner Meinung nach etwas zu überspitzt dargestellt und waren zu leicht durchschaubar.

Mein Fazit:

„Blind Date mit der Liebe“ ist ein einfühlsames Buch über eine zarte Liebe, die sich unter schwierigen Umständen entwickelt. Der Autorin ist es gelungen ein schwieriges Thema authentisch aufzuarbeiten und mir damit ein paar fesselnde Lesestunden zu bescheren. Leider konnte es mich dann jedoch emotional am Ende nicht so mitreißen, wie ich mir das erhofft hatte.

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