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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

krankenhaus, phantasie, schnee, eis, laura

Laura und der Silberwolf

Antonia Michaelis
Fester Einband: 206 Seiten
Erschienen bei KeRLE, 01.01.2007
ISBN 9783451707797
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Antonia Michaelis habe ich über ihre wirklich grandios gestaltete Internetpräsenz kennengelernt; bis vor Kurzem hatte ich noch nie von ihr gehört. Als ich dann aber ihren "Pamphlet zum Sourealismus" gelesen habe, habe ich mir postwendend 6 ihrer Bücher bestellt. Zwei habe ich nun durch: "Laura und der Silberwolf" und "Wenn der Windmann kommt". Und beide sind wirklich phantastisch. "Laura und der Silberwolf" liegt jetzt auf dem Schreibtisch einer befreundeten Grundschullehrerin, die überdenkt, ob sie es als Schullektüre verwenden will, und "Wenn der Windmann kommt" ist von meiner kleinen Schwester im selben Zeitraum gelesen worden, in dem auch ich das Buch verschlungen habe: Ein Sonntag. Und sie war genau so begeistert wie ich.

Zwei Dinge machen meiner Meinung nach besonders den Reiz dieses Buches aus (Drei Dinge, wenn man den vorzüglichen Stil Michaelis´ mitrechnet; aber das scheint Rezensionen zufolge die Regel für ihre Bücher zu sein): Zum einen hat ja die Idee der Verknüpfung von Rahmen- und Binnenhandlung, wie sie hier umgesetzt ist, schon einen gewaltigen "Eigen-Reiz", aber das ist ja eigentlich nichts "Neues" - Ähnliches kennt man ja z.B. aus Ralf Isaus "Neschan-Trilogie" (übrigens auch eine wunderschöne Serie). Zum Anderen aber besticht "Laura und der Silberwolf" durch den unglaublichen Einfallsreichtum und die tiefe Liebe, mit der Michaelis die Winterwelt geschaffen hat, und die wirklich eine "Winterwelt" im eigentlichsten Sinne des Wortes ist: Man stößt hier auf Wesen wie die "Renfriere", auf die Licht stehlenden "Lichthamster", auf die statt Milch Wolle gebenden "Wollschlafe" (oder Wollschläfer? Ich weiß gerade gar nicht), auf in Tiefkühfächern lebende Tiefkühe, man kann den Eiskunst-säufer bei der Arbeit beobachten und gerät rasch auch mal in ein gefährliches "Gewinter".
Die beiden Protagonisten Laura und Linusch wachsen einem rasch ans Herz (wobei Linusch, gleichwohl v.a. durch Leitmotiv-technik charakterisiert, dennoch äußerst schnell zu einer wirklichen Person wird - ein Spagat, den viele Autoren nicht so gut meistern wie Michaelis hier), und auch die Sprache ist gleichzeitig (wie gesagt) durchweg stilsicher und auch kindgerecht.
Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich neben "Momo" wenig Kinderbücher kenne, die mit ebenso viel Vergnügen sowohl von Kindern als auch Erwachsenen gelesen werden können; und fast ebenso wenig Bücher gibt es, bei denen ich so absolut sicher weiß, dass ich sie mindestens noch einmal lesen werde.
Wunderschönes Buch. Lesen!

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Tags: fantasy, kinderbuch, krankenhaus, quest   (4)
 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 1 Rezension

antonia michaelis, herder verlag, wenn der windmann kommt

Wenn der Windmann kommt

Antonia Michaelis
Fester Einband: 319 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 22.01.2009
ISBN 9783451709166
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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12 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 1 Rezension

hardboiled crime fiction, krimi, dystopie, science fiction

Knarre mit Begleitmusik

Jonathan Lethem
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne
ISBN 9783453133204
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Das Buch ist - man kann es gar nicht anders sagen - "cool".
"Knarre mit Begleitmusik" ist ein Mashup aus einem hardboiled detective novel und einer science fiction-mäßigen Dystopie.
Die Handlung spielt in einer Welt, die gar sehr der unseren gleicht; nur wenige Aspekte haben sich gewandelt: (1) sind nahezu sämtliche Bürger der präsentierten Welt abhängig von diversen Drogen, die allesamt direkt das Wahrnehmungsvermögen des Konsumenten beeinflussen: Akzeptol, das dir hilft, deine Welt zu akzeptieren, Believol, dass deine skeptische Veranlagung unterdrückt, Avoidol, dass dich alle Widrigkeiten des Lebens umgehen lässt und weitere mehr. Diese Drogen sind vor allem Symptom; allgemein ist nämlich dies der Fall: Die Menschen sind dekadent geworden und nicht mehr willens, sich ernsthaft mit ihrem Leben auseinanderzusetzen. (2) Die "Evolutionstherapie" ist erfunden worden: Tiere werden mit ihr fähig zum menschen-ähnlichen Denken, zum aufrechten Gang und zum Sprechen; und wird sie auf Menschen-babys angewandt, entwickeln sich diese zu sog. "Baby-köpfen": annähernd erwachsene Rowdies in Baby-Körpern. Das waren eigentlich schon die Hauptsachen; in viel mehr unterscheiden sich diese und unsere Welt nicht.
In dieser Welt lebt auch Privatdetektiv Metcalf. Als eines Tages ein mutmaßlich fälschlicherweise eines Mordes beschuldigter junger Mann in sein Sprechzimmer kommt, beschließt Metcalf, sich dieses eigentlich aussichtslosen Falls anzunehmen - und gerät im weiteren Verlaufe immer tiefer in die Unterwelt Oaklands und in immer tieferen Konflikt mit Oaklands Polizei.

Was mich besonders an diesem Buch anzog, war Lethems Fähigkeit, auch die größte Absonderlichkeit natürlich wirken zu lassen - das Universum des Buches ist völlig schlüssig und in sich stimmig. Wie auch - und besonders - der Charakter Metcalfs. Stilistische Eigenart des hard-boiled detective-novels ist es ja, dass der Protagonist für gewöhnlich "hard-boilder" ist, als dass es eigentlich noch realistisch wirken könnte. Aber, wie gesagt, es ist nun mal eine stilistische Eigenart, und im Rahmen des Genres wird es ebenso akzeptabel wie etwa Zauberei in Fantasy-Romanen; umso mehr, wenn der Autor den Ton des Buches richtig trifft - und dies gelingt Lethem hier wirklich vorzüglich.

Ich könnte für dieses Buch jetzt werben, indem ich etwas in die Richtung schreiben würde wie "Eindrucksvoll macht das Buch eine verderbliche Tendenz unserer Gesellschaft sichtbar, indem es die letzten Konsequenzen dieser gesellschaftlichen Geisteshaltung aufzeigt" oder Ähnliches - und ohne Zweifel würde das auch stimmen. Aber "Knarre mit Begleitmusik" ist eigentlich kein Buch, über das man noch groß nachgrübeln würde, wenn die letzte Seite beendet ist; zu sehr überwiegen hier einfach die Merkmale der bloßen genre fiction. Also ist mein Fazit: Ein äußerst gut und unterhaltsam geschriebener pageturner, aber dennoch bei weitem nicht so groß wie "Festung der Einsamkeit" oder "chronic city". Trotzdem: Lesen!

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Tags: dystopie, hardboiled crime fiction, krimi, science fiction   (4)
 

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china, da chen, fantasy, kung fu

Meister Atami und der kleine Mönch

Da Chen , Susanne Hornfeck
Flexibler Einband: 327 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.06.2005
ISBN 9783492265836
Genre: Fantasy

Rezension:

Wieder mal ein Beispiel dafür, wie leicht ein um prinzipiell schöne Ideen herumgebautes Buch im Schreiben komplett verhunzt werden kann.
Das beginnt schon mit dem völlig kruden Plot:
Das Buch "Meister Atami und der kleine Mönch" besteht eigentlich aus drei Erzählfäden, bei dem zwei unvollständige einfach in den ersten hineingeflochten wurden. Es gelingt dem Autor aber nicht, hier alles zu einem organischen Ganzen zu fügen, stattdessen zerfasert ihm die Geschichte ständig unter der Feder.
Faden 1: Der junge Luka wird vom Mönch Atami aufgezogen. Laut einer Prophezeiung ist er dazu bestimmt, der nächste Kaiser von China zu werden und die Macht der Ursupatoren Chinas zu brechen.
Bei einer ersten "Final Fight" zwischen Atami und dem Anführer der Ursupatoren Ghengi wird Ghengi verletzt und Atami vergiftet und entführt. Das ist auf Seite 50. 70 Seiten vor Schluss wird dieser Erzählfaden wieder aufgegriffen: Luka bricht auf, um Atami zu befreien und seine Vergiftung zu heilen. Das Gegengift aber ist das Blut des "Klobs", eines gigantischen Meereswesens, das von Ghengi auf die "dunkle Seite" gezogen wurde. Es gelingt Luka nicht, den Klob zu besiegen, aber glücklicherweise zieht er ihn während ihrem Kampf auf irgendeine geheimnisvolle Art und Weise wieder auf die gute Seite und der Klob frisst Ghengi. Damit ist dann auch schon die Macht der Usupatoren gebrochen, Atami ist geheilt und alles löst sich auf in Friede, Freude und Eierkuchen.
Faden 2: Nach der Seite 50 wird auch Luka entführt und in ein Gefangenenlager verschleppt. Dort trifft er auf Atamis Lehrmeister Gulan, der ihn erstens die vollkommene Kampfkunst des yin-gong vermittelt (indem er laut aus einem Buch voller Beschwörungsformeln vorliest) und zweitens zur Flucht verhilft. Direkt nach dem Glücken der Flucht folgt die einzige Stelle, in der diese vollkommene Kampfkunst zum Einsatz kommt, ansonsten ist diese Vermittlung gänzlich irrelevant für das Buch. Gulan und Luka machen sich auf den Weg zur Hochburg des Mönchordens, zu dem Gulan und Atami gehören.
Faden 3: Dieser spielt in dieser Hochburg; es ist eine "Schulgeschichte". Mit von der Partie: die chinesischen Varianten von Ron Weasley und Hermione Granger, bei denen partout nicht einzusehen ist, wann, warum und auf welche Weise sie sich mit Luka anfreunden, die bornierteste Severus-Snape-Variante, die nur denkbar ist und die dämlichste Draco-Malfoy-Figur, auf die ich jemals gestoßen bin (Yi-shen. Weil dieser nämlich eifersüchtig auf Luka ist, versucht er immer und immer wieder, ihn umzubringen). Dieser 3. Erzählfaden hat recht eigentlich keinen Plot, der für den Gesamtentwurf des Buches irgendwie entscheidend wäre; dennoch nimmt er rund ein Drittel des Buches ein.
Kritikpunkt 1: Dieser völlig krude, zusammenhangslose Plot.
Kritikpunkt 2: Die völlig überzogenen und alles andere als glaubhafte Figuren
Kritikpunkt 3: Das Empfinden der Figuren steht nicht im geringsten im Zusammenhang mit den geschilderten Geschehnissen, die die Empfindungen der Figuren veranlassen; ihre Beweggründe sind völlig uneinsichtig etc.
Kritikpunkt 4: Der Stil. Als hätte ein 15-jähriger einfach geschrieben, was ihm in den Sinn kommt. Es gibt eigentlich keinen Stil; wie das Buch wirkt, hängt allein am Geschilderten und nicht im geringsten an der Weise, wie geschildert wird.
Das einzig Positive sind einige schöne Einfälle, auf die man hin und wieder stößt; aber diese reichen alles andere als aus, um über all diese handwerklichen Schwächen von Da Chen hinwegzutrösten.
Nicht lesen!

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

fantasy, parabel, märchenroman

Das Wunschtal

Ursula K. Le Guin ,
Flexibler Einband: 205 Seiten
Erschienen bei Heyne
ISBN 9783453213852
Genre: Fantasy

Rezension:

Rallus´ Rezension kann ich mich überhaupt nicht anschließen. In der Tat so wenig, dass ich mich fragen muss, ob er es überhaupt gelesen hat - die Qualitäten von "Das Wunschtal" liegen ja auf einer komplett anderen Ebene als auf der des "Phantastischen" / "Fantasievollen". "Das Wunschland" ist mehr märchenhafte Parabel als action- und spannungsgeladener Fantasyroman, und entsprechen blass ist dementsprechend etwa auch die fantastische Welt gezeichnet. Was kein Mangel ist, sondern sich fast automatisch aus der Konzeption des Buches ergibt.

Btw: Wem diese Rezension zu lang ist: Als ziemlich treffend empfand ich die auf epilog.de:
http://www.epilog.de/buch/LeGuinUrsula_K_1929/Wunschtal.htm

Ursula K. Le Guin schreibt Fantasy und Science Fiction. Und bisher habe ich Aussagen wie etwa Jane Yolen´s "Ursula K. Le Guin ist eine wahre Poetin - ihre Bücher regen Leser zum Denken an und Denker zum Lesen." für eine hoffnungslose Übertreibung gehalten - eben, weil sie in den Genres schreibt, in denen sie schreibt. Nach "Das Wunschtal" muss ich diese meine Überzeugung revidieren.
Zum Inhalt: Der junge Hugh steckt fest in einem tristen, trostlosen Leben; sein Horizont reicht nicht weiter als zur Strecke zwischen seinem unglückseligen Job in einem Supermarkt und seinem Zuhause mit seiner psychotischen Mutter. Als er in seiner Verzweiflung einmal ausbricht, gelangt er - man weiß nicht wie - ins Reich der ewigen Dämmerung: Das Ain-land, eine Welt neben der unseren. Dort trifft er auf Irene, die schon seit langer Zeit um jenes Land weiß und sich hier ein zweites Zuhause geschaffen hat. Doch ein Verhängnis hängt über dem stillen, heilig-reinem Ain-land: Seine Bewohner sind verdammt zur ewigen Sesshaftigkeit; aus einem nicht verständlichen Grund ist niemand mehr in der Lage, die Grenzen seiner Stadt zu übertreten. In diesem Verhängnis wird etwas gespiegelt, das sich leitmotiv-artig durch das ganze Buch zieht: Das Festhängen, das Nicht-weiter-können, dies Nicht-aus-noch-ein erscheint hier als eine Art allgemein-menschliches Leiden - wie z.B. einmal Hugh über seine Mutter sagt:
"Die Menschen waren äußerst seltsam. Alle. Man konnte nicht behaupten, daß jemand krank war, weil er sich merkwürdig benahm, denn dann waren alle krank. [...] Der Ort, von dem seine Mutter nicht loskam, war das Zuhause, je öfter sie es wechselte, desto mehr saß sie fest [...]."
Auch Hugh und Irene hängen fest - aber auf eine andere Weise. Denn sie sind Wanderer zwischen den Welten, und der Ort, von dem sie nicht loskommen, ist die Einsamkeit, zu der sie verdammt sind. Aber gleichzeitig befähigt dieses Grenzgängertum Hugh und Irene zu etwas, dass niemand sonst vermag: Sie können die Grenzen der Stadt überschreiten, und nur sie sind in der Lage, das Übel aufzuheben. Und so machen sie sich auf den Weg und an die Aufgabe, gegen die Isolation der Stadt vorzugehen; und - wer weiß? - vielleicht auch gegen weitere.
All diese Zusammenhänge werden aber im Buch gar nicht wirklich expliziert, es ist eine verschwiegene Bedeutung, die unter der Oberfläche am Wirken ist. Und nicht nur auf dieser Ebene schweigt das Buch sich aus:
Die meisten Bücher betreiben unter der Hand eine Art Psychoanalyse: Was dem Leser und den Protagonisten im Buch begegnet, ist an sich alles einfach und leicht verständlich, und auch das Erleben der Figuren, ihre Beweggründe und Empfindungen werden in kleine, leicht verständliche und leicht verdauliche Häppchen heruntergebrochen.Und im Nachvollzug dieser einfachen, leicht verständlichen Welt erfährt der Leser: "Ja. So kenne ich die Welt; so ist das Leben." Was ja klar ist; nichts begegnet ihm schließlich, das er nicht verstünde.
Es gibt aber auch eine Reihe etwas anspruchsvollerer Bücher, die nicht willens sind, diese Vereinfachung mitzuvollziehen: Die Tatsachen des Lebens und Erlebens werden dem Leser einfachhin und ohne Erklärung in ihrer bloßen Faktizität präsentiert - Golding schreibt zum Beispiel so und auch bisweilen Hemingway, und eben auch (in diesem Buch) Le Guin -, und auch hier erfährt der Leser dieses "Ja". Auch so ist das Leben.
Es ist zugegebenermaßen ein etwas größerer Aufwand und Einsatz, den der Leser in das Lesen solcher Bücher stecken muss - aber im Gegenzug bekommt er auch etwas dafür: Figuren und Welt treten nämlich so etwas weiter aus dem Horizont des Lesers heraus und gewinnen eine größere Eigenständigkeit, erlangen mehr und mehr an Realität. "Märchenroman" ist eigentlich eine völlig falsche Kategorisierung für dieses Buch, obwohl seine Strukturen durchaus die eines Märchenromans sind. "Das Wunschtal" ist in der Tat nicht einfach Fantasy, sondern fantastische Höhenkamm-literatur.
Wer sich einmal einem solchen Leseeindruck aussetzen will, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt - ich fand es fantastisch und bin noch immer völlig von ihm erfüllt.
Lesen!

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Tags: fantasy, märchenroman, parabel   (3)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

liebesgeschichte, nebenwelt, liebe, trennung, tod

Licht

Christoph Meckel
Fester Einband: 157 Seiten
Erschienen bei Nymphenburger, 01.01.1993
ISBN 9783485003353
Genre: Romane

Rezension:  
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78 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

japan, liebe, seide, frankreich, seidenraupen

Seide

Alessandro Baricco
Fester Einband: 131 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.01.2000
ISBN 9783492042604
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: italienische literatur, liebesgeschichte, lyrische prosa, zeitgenössische literatur   (4)
 

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286 Bibliotheken, 10 Leser, 6 Gruppen, 33 Rezensionen

rumänien, arbeitslager, russland, hunger, deportation

Atemschaukel

Herta Müller
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 17.08.2009
ISBN 9783446233911
Genre: Romane

Rezension:

Eigentlich schmeiße ich keine Bücher weg. Ich bewahre sogar noch die hinduistischen spirituellen Ratgeber auf, die kostenlos an Straßenecken verteilt werden. Aber dieses Buch hat mich dennoch stark in Versuchung geführt.
Das grauenvollste Buch meines vorletzten Lesejahres; und da ich es im Rahmen eines Literatur-Oberseminars las, war ich gezwungen, mich auch noch intensiver damit auseinanderzusetzen.
"Atemschaukel" geht bekanntlich zurück auf die Erfahrungen des mit Herta Müller befreundeten Schriftstellers Oskar Pastior. Die Vorbereitung für den Roman verlief zweigleisig: Einesteils fragte Müller Pastior aus über das Lagerleben, andernteils trug sie ihm auf, ihr Wörterlisten anzufertigen. Warum Wörterlisten? Deswegen: Die Pointe des Buches ist nicht eigentlich die Schilderung des Lagerlebens (dass man hiervon einen recht ordentlichen Eindruck bekommt, ist das einzig Positive, das ich zu diesem Buch sagen kann, und der einzige Grund, aus dem ich ihm überhaupt einen Stern gegeben habe), sondern die Schöpfung eines Charakters, der ein eigenartiges Verhältnis zu den Wörtern hat, mit denen er umgeht. Und dies Verhältnis führt sich nicht zurück auf Erfahrungen Pastiors, sondern auf Erfahrungen von Herta Müller höchstselbst, wie sie das auch in ihrer Nobelpreisrede noch einmal bestärkt. Es ist nämlich so, dass Wörter und Sätze hier nicht primär Kommunikationsfunktion haben, sondern urplötzlich eine Eigendynamik entwickeln und Macht über Leben und Erleben des Protagonisten erlangen können. Ein (noch gemäßigtes) Beispiel:

"Auf dem Holzgang, genau dort, wo die Gasuhr ist, sagte die Großmutter: ICH WEISS DU KOMMST WIEDER.
Ich habe mir diesen Satz nicht absichtlich gemerkt. Ich habe ihn unachtsam mit ins Lager genommen. Ich hatte keine Ahnung, dass er mich begleitet. Aber so ein Satz ist selbstständig. Er hat in mir gearbeitet, mehr als alle mitgenommenen Bücher. ICH WEISS DU KOMMST WIEDER wurde zum Komplizen der Herzschaufel und zum Kontrahenten des Hungerengels. Weil ich wiedergekommen bin, darf ich das sagen: So ein Satz hält einen am Leben." (S. 14).

Es wäre noch relativ einsichtig bei einem solchen Satz, und es wäre verständlich, wenn eine solche Erfahrung zu etwas Peripherem des Inhalts würde. Aber tatsächlich dreht sich hierum das Buch, und es wird übersteigert in groteskst-möglicher Weise - auf einmal sind es die banalsten Wörter, die dem Erzähler-protagonisten entgleisen, was weiter und weitergeführt wird zu Nonsens-Wortspielen, die sich ebenfalls als roter Faden durch das Buch ziehen. Z.B. hier, ganz am Anfang:

"Meine Mutter sagte bei Tisch: Stich die Kartoffel nicht mit der Gabel an, sie fällt auseinander, nimm den Löffel, die Gabel nimmt man fürs Fleisch. Mir pochten die Schläfen. Wieso redet sie vom Fleisch, wenn es um Kartoffel und Gabel geht. Von welchem Fleisch spricht sie. Mir hatten die Rendezvous das Fleisch umgedreht. Ich war mein eigener Dieb, die Wörter fielen unverhofft und erwischten mich." (S. 10)

Selbst mein Professor kapitulierte irgendwann und versuchte, das Buch zu retten, indem er jenes Streben nach Sinn, das des Germanisten Arbeit am Text beherrscht, in Diskredit brachte: "Vielleicht gehört dies zu jenen Büchern, die zeigen, dass es vielleicht gar nicht unser höchstes Ziel sein sollte, Bücher zu verstehen. Vielleicht sollten wir manchmal einfach schweigend verharren vor dem Unverständlichen." Genau... Deswegen ist nämlich Germanistik auch eine Wissenschaft.

Wie auch immer: Diese Erfahrung der Eigenmächtigkeit der Sprache, die in Worten wie "Fleisch" oder ICH WEISS DU KOMMST WIEDER auf einmal Eigenmächtigkeit gewinnen kann, macht das Empfinden des Protagonisten gänzlich un-nachvollziehbar für den Leser; das Buch wird leer, sinnlos; ein Eindruck, der noch verstärkt wird durch die allüberall willentlich angebrachten sinnlosen Wortspiele. Als Leser bemühst du dich, dich einzulesen in die Geschichte - und plötzlich entgleist das Buch in Richtung Sinnlosigkeit. Und genau das Gegenteil des Geschilderten geschieht: Anstatt das die Worte Macht erhalten, verlieren sie mit ihrem Sinn auch ihre Macht, und als Leser hast du vor dir keine sinnvolle Geschichte mehr, sondern nur noch bloße, rohe Text-masse.

Wenn ihr meinen Rat hören wollt: Erspart euch das.

  (9)
Tags: deutsche literatur, nobelpreis, zeitgenössische literatur   (3)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

ww2, würzburg, expressionismus, jugendbande, neue sachlichkeit

Die Jünger Jesu

Leonhard Frank
Flexibler Einband: 243 Seiten
Erschienen bei Königshausen & Neumann, 01.02.1999
ISBN 9783826010590
Genre: Romane

Rezension:

Die Rezension meines Vorgängers ist komplett richtig - nur hat sich bei mir beim Durchlesen die Befürchtung eingestellt, er könnte mit dieser Bewertung nicht ganz so viele Menschen dazu animieren, das Buch zu lesen, wie es ihm eigentlich zustehen würde. Deswegen eine kleine Erweiterung.
Prinzipiell kann ich Nachkriegsliteratur nicht ausstehen. Dennoch: Würde man mich fragen, welche 10 Bücher ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde - dieses Buch wäre mit Sicherheit darunter.
Weil eine Inhaltsangabe ja bereits unten steht und ihr jetzt wisst, DASS Mr. Frank mich begeistert hat, beschränke ich mich einfach darauf, WOMIT er mich begeistert hat:
1) Der Stil: Leonhard Frank wird für gewöhnlich der neuen Sachlichkeit zurechnet. Wo andere, ähnlich schreibende Autoren aber durch diesen typischen Stil fade wirken können, wirkte "Die Jünger Jesu" auf mich derart, dass man es nur mit Hemingways Eisberg-Theorie beschreiben kann: Müsste ich den Stil mit einem Wort beschreiben, wäre das: Lakonik. Mit äußerst wenigen, gezielten Pinselstrichen zeichnet Frank lebendigst-mögliche Charaktere, jede Situation umreißt er knapp und treffsicher, ohne dabei wirklich auf die den Situationen inhärente Dramatik einzugehen (und es ist ein tiefdramatisches Werk). Aber gerade durch dieses lakonische Übergehen wird das Buch wirkmächtig: Nicht der Erzähler ist betroffen und nicht die Figuren: Der Leser ist es, der erst die Situation in ihrer vollen Bedeutung, in ihrem tiefen Ernst erfassen muss und auch erfasst.
Und 2) Der Reichtum des Buches. Damit meine ich mehrere Dinge. Zunächst: Wie mein Vor-Rezensent bereits bemerkte, die Geschichte spielt in der Nachkriegszeit, die Protagonisten sind eine Art Nachkriegs-Robin Hoods. Diese Nachkriegs-Robin Hoods werden aber erst deswegen "notwendig", weil tatsächlich allüberall die Armut herrscht; die Menschen haben nichts mehr: Nichts zu Essen, keine Kleidung, keine Hoffnung, nichts. Und recht eigentlich sind nicht die Ereignisse rund um die Jünger Jesu Thema, sondern die Armut; und in der Eindringlichkeit der Schilderung dieses Mangels liegt der Reichtum des Buches: Denn im Lesen wird auf einmal der Leser wieder sehend und es wird ihm offenbar, wie wunderbar und wichtig doch das alles ist, was wir heute für selbstverständlich nehmen.
Und dann: Der Geschichten-Reichtum. Leonhard Frank entfaltet nämlich in diesem vergleichsweise dünnen Buch (ca. 180 Seiten in meiner Einzel-, 200 Seiten in meiner Gesamtausgabe) das Panorama einer ganzen Epoche am Paradigma einiger weniger Figuren um den Zirkel der Jünger Jesu - dieser Frau helfen sie aus mit Kaffee, jener ist der Vater des einen Jungen, der andere dessen Diskussionspartner, dieser hier ist Offizier der amerikanischen Besatzer und jene seine Geliebte - und all diese und viele mehr erstehen im Lesen zum neuen Leben und lassen den Leser teilhaben an ihrer Lebenswirklichkeit.
3) Gerade diese Kombination aus Knappheit und Fülle, aus Kürze und Komplexität machen aus den "Jüngern Jesu" eine unheimlich kurzweilige Lektüre, die man gar nicht aus der Hand legen will. Entweder also wird das Buch dem Leser einen wundervollen Lese-Tag bescheren oder eine ganze Nacht rauben (und deswegen empfehle ich, es des Morgens zu beginnen :-) ).
4) Zuletzt: Ich studiere Deutsch auf Lehramt, und so langsam gewöhne ich mir an, potentielle Schullektüren auch auf ihren pädagogischen Wert hin zu lesen. Mindestens einmal Nachkriegsliteratur steht auf dem Lehrplan (dem bayerischen zu meiner Schulzeit zumindest), und gerade wegen den obigen Eigenschaften kann ich mir beim besten Willen kein besseres Buch für dieses Themengebiet vorstellen.

Lesen!

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Tags: expressionismus, neue sachlichkeit   (2)
 

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

phantastik, abenteuerroman, fantasy, kinder- und jugendbuch, newberry honor

Bevor die Flut kommt

Susan Cooper , Annemarie Böll
Flexibler Einband
Erschienen bei cbj, 01.05.2005
ISBN 9783570301661
Genre: Fantasy

Rezension:

Auf http://www.helloquizzy.com/tests/which-fantasy-writer-are-you kam heraus, ich wäre Susan Cooper am ähnlichsten, deswegen musste ich sie mir natürlich mal zu Gemüte führen :-)
Vorab: Ich werde auf jeden Fall die Reihe weiterlesen, aber ich halte es für kein Meisterwerk.
Ganz grob zusammengefasst handelt das Buch von den drei Geschwistern Simon, Barney und Jane, die während ihres Urlaubs auf ein altes Manuskript stoßen, auf dem eine Schatzkarte verzeichnet zu sein scheint. Der Schatz: Nichts Geringeres als der heilige Gral! Doch auch andere suchen bereits danach, und schon bald sind sie den Kindern auf den Fersen. Diese Kombination aus Schatzsuche und Verfolgungsjagd bildet den größten Teil des Inhalts. Und was sich bei dieser gröbst-möglichen Inhaltsangabe schon andeutet, bewahrheitet sich im Verlauf des Buches: Es wird zwar dem Genre "Fantasy" zugeordnet, aber das ist eigentlich eine Fehlkategorisierung. Eigentlich handelt es sich hier um einen Abenteuer-Roman für Jugendliche, in dem das Phantastische allenfalls gelegentlich unter der Oberfläche am Wirken zu sein scheint - "Phantastik" wäre, zumindest für diesen Band, eigentlich treffender als "Fantasy".
Cooper schreibt sehr gut; ohne irgendwelche Ausfälle und Ausnahmen ist das gesamte Buch in einfacher, kindgerechter Sprache gehalten; auch der Grad an Komplexität von Plot und Figuren ist durchweg angemessen für ältere Kinder oder jüngere Jugendliche (oder junggebliebene Erwachsene), und die Spannung wird über die gesamte "Text-strecke" hinweg aufrecht erhalten.
Einziger Kritikpunkt: Der Zufall spielt eine allzugroße Rolle bei der Entschlüsselung der Hinweise auf der Schatzkarte. [Vorsicht: jetzt kommt ein minimaler Spoiler; ich versuche, ihn so gering zu halten wie möglich. Vorsichtsheitshalber mache ich einen extra Absatz, für die, die ihn überlesen wollen]:

Damit die Schatzkarte einen Sinn ergibt, muss sie an einem bestimmten Ort betrachtet werden. Und, oh Zufall!: Gerade, als sie die Karte näher betrachten, sind sie am richtigen Ort!
Beim zweiten und dritten Hinweis spielt jeweils die Tages- / Nacht-Zeit eine entscheidende Rolle, und, oh Zufall! Just in diesem Augenblick ist die Richtige Zeit! Beim dritten Hinweis kommen die Kinder nicht weiter - aber zufällig haben sie dieses eine Mal - und NUR dieses eine Mal - einen Hund dabei, und, oh Zufall!: Glücklicherweise fühlt er sich gerade von dem Ort merkwürdig angezogen, den die Kinder gerade suchen.

Ich könnte noch ein paar weniger auffällige Beispiele nennen; aber weder diese noch die oben schon genannten fallen allzu schwer ins Gewicht, bedenkt man die Zielgruppe, auf die hin das Buch offensichtlich geschrieben ist. Aber ich bin der Rezensent, und mir hat diese große Rolle des Zufalls ein wenig das Lesevergnügen genommen, deswegen 4 Sterne statt 5. Und, falls das hilft - kompetentere Leute als ich haben das Buch noch höher bewertet: Für die Wintersonnenwende-Reihe bekam Cooper die Newberry Honor Medal und den Wilhelm-Hauff-Preis verliehen; viel größere Anerkennung kann ein phantastisches Kinderbuch fast nicht mehr bekommen.
Noch etwas, bevor ich Schluss mache: Ich habe die Ravensburger Ausgabe gelesen, und auf einer der ersten Seiten ist da eine Fußnote - ich weiß nicht, ob von Cooper selbst oder vom Übersetzer - in der äußerst stark gespoilert wird; dieser Spoiler raubt dem Buch eine seiner allerletzten Pointen. Am Besten zwanghaft wegschauen, wenn ihr auf diese Fußnote stoßt. (Hoffentlich läuft das jetzt nicht nach dem Muster "Denk nicht an einen rosa Elefanten"...)

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Tags: abenteuerroman, fantasy, kinder- und jugendbuch, newberry honor, phantastik, wilhelm-hauff-preis   (6)
 

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massenpsychologie, masse, opportunismus, psychologie, elite

Der Aufstand der Massen

José Ortega y Gasset , Helene Weyl , Michael Stürmer
Fester Einband: 222 Seiten
Erschienen bei DVA, 18.02.2002
ISBN 9783421065032
Genre: Romane

Rezension:  
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Das Feuer der Finsternis

William Golding
Flexibler Einband
Erschienen bei DTV, 01.01.1987
ISBN 9783423101530
Genre: Sonstiges

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

new york, comics, usa, comic, freundschaft

Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay

Michael Chabon , Andrea Fischer
Fester Einband: 811 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.08.2002
ISBN 9783462031362
Genre: Romane

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irland, fantasy

Das verborgene Volk

Charles DeLint
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 01.02.1997
ISBN 9783453079977
Genre: Fantasy

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southern gothic, adventure, verfolgung

Gone South

Robert R. McCammon
Flexibler Einband
Erschienen bei Pocket Books, 01.07.1997
ISBN 0671743074
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wollte man dieses Buch mit einem Wort charakterisieren, wäre das wohl: "strange".
Robert McCammon ist ursprünglich eher ein mainstream-Horror-Autor, der bereits mehrfach den Bram-Stoker-Award gewonnen hat. Einige seiner Bücher fallen jedoch aus diesem Rahmen: "Boy´s Life", "Swan Song" und eben "Gone South", welches wohl eher dem "Southern Gothic" zuzuordnen ist.

Kennt ihr die Theorie der "Master Plots"? Das ist eigentlich nur eine Weiterführung der "Heldenreise": Behauptet wird, dass es eine gewisse Zahl von Geschichten zugrunde liegenden Plot-Strukturen gibt, die im jeweiligen Buch mal in Reinform, mal in leicht veränderter Form umgesetzt werden kann. Zu diesen "Master-Plots" rechnet Tobias z.B. auch den der "Verfolgung", und diese Plotstruktur ist hier tatsächlich ziemlich offensichtlich die zugrunde-liegende. Was nicht heißt, dass das Buch dadurch Mainstream würde, keineswegs: Der Reiz des Buches liegt nämlich gar nicht so sehr in seinem Plot, sondern eher in dessen Zusammenspiel mit den wirklich ungewöhnlichen (/absonderlichen) Figuren:

Protagonist ist der verarmte - weil arbeitslose - und an der Krankheit "Agent Orange" leidende Vietnam-Veteran Dan Lambert, der durch eine unglückliche Verkettung von Umständen zum Mörder wird und deshalb die Flucht ergreifen muss. Auf seiner Flucht trifft er auf ein junges Mädchen, dass äußerst hübsch wäre, wäre nicht ihr Gesicht von einem riesigen Muttermal entstellt. Diese wurde in ihrer Kindheit von einem Angestellten der Familie des Öfteren getröstet mit der Erzählung von einer mythischen Figur, die sie heilen könnte - und so beschließt sie, sich auf die Reise zu machen, um diese aufzufinden. Und da Dan gerade eh nichts vor hat, nimmt er sich ihrer an und begleitet sie.
Unglücklicherweise ist aber auf Dans Kopf ein Kopfgeld ausgesetzt, der verschiedenste Kopfgeldjäger auf den Plan ruft. Zu diesen gehört auch ein Zweiergespann aus dem entstellten Profikiller Flint (entstellt insofern und Profi deswegen, weil er derart mit seinem siamesischen Zwilling verwachsen ist, dass ihm aus der Brust ein zweites Gesicht und ein dritter Arm wächst, der ihm mit einer Ersatzpistole bei seinen Aufträgen zur Verfügung steht) und dem tumben Elvis Presley-Imitator Pelvis. Und so wird Dans Reise zur mystischen Wunderheilerin auf einmal zu einer wilden Verfolgungsjagd.

Das Buch ist wirklich unterhaltsam zu lesen und McCammon kann wirklich schreiben - die Figuren und ihre Lebensumstände sind äußerst lebensecht, äußerst gelungen baut er die Spannung auf... -; allerdings mag es für manche tatsächlich zu merkwürdig geraten sein, und das deus-ex-machina-Ende, dass auf schrecklich moralisierende Weise alles auf einmal zum Guten wendet, ist ein ganz klares Minus, deswegen nur vier Sterne.

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Tags: adventure, southern gothic, verfolgung   (3)
 

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mühle, raben, jugendbuch, krabat, magie

Krabat

Otfried Preußler
Fester Einband: 251 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.1971
ISBN 9783401036106
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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schneekönigin, fantasy, russland, jugendbuch, magie

Frostfeuer

Kai Meyer ,
Buch: 299 Seiten
Erschienen bei Loewe, 01.06.2005
ISBN 9783785554418
Genre: Comics

Rezension:  
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pearl, fantasie, träume, fantasy, zukunft

Cosmos Welt

Helene Guetary , Christiane Landgrebe
Fester Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Lübbe, 06.03.2006
ISBN 9783785715741
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich verstehe nicht, warum diesem Buch überhaupt jemand einen Stern gibt. Nicht nur hier, auch auf amazon... Ich ziehe mal meine amazon-Rezension ab:

Lieber Leser - welches Buch du auch kaufen magst: Bitte, nicht dieses.
Auf der Rückseite ist ein Zitat der Hamburger Morgenpost abgedruckt: "Eine Mischung aus Momo und Alice im Wunderland". Das ist... - nun, sagen wir: Das ist so nicht völlig korrekt :-P

An sich hätte das Buch durchaus das Potential zu einem "good read" gehabt: Die Autorin ist einfallsreich, die Handlung dicht, die Story süß. Aber, Himmel...! - Ich habe selten ein Buch in den Händen gehalten, das so schlecht geschrieben war.
Die Figuren sind wahnsinnig grob gezeichnet - hauptsächlich haben wir da Pearl, die eigensinnige Linguistin, die sich "prinzipiell den Gesetzen des Marktes widersetzt" (ein Charakterzug, dem sie Ausdruck verleiht, indem sie tatsächlich die Frechheit hat, einen anderen Hut zu tragen als die breite Masse), die durch einen unglücklichen Zufall in Cosmos Welt gelangt. Dort trifft sie auf den Gott Apollo, der - gleichwohl krankheitsbedingt unfähig, wach zu bleiben -, dennoch Chef einer Gruppe von Widerstandskämpfern gegen die Alptraum-Königin ist - eine Tätigkeit, die sich bis zu Pearls Eintreffen darin erschöpfte, Parfums zu kreieren; aber selbst dazu ist er nun zu müde (was ihn nicht daran hindert, zwei Seiten später voller Elan im Zimmer umherzuspringen und Pearl auf die Seite des Widerstands zu ziehen). Über Cosmo selbst erfährt man in den ersten 2/3 des Romans nichts, als dass er schöne Augen hat, von Beruf Wissenschaftler und von Charakter furchtbar rechtschaffen ist. Die zahllosen phantastischen Geschöpfe, die sich in dem Buch tummeln, werden kurz genannt und damit hat es sich. Da gibt es eben Kaktusmenschen, Blumenfrauen, Luliberinen... - das wars, keine Beschreibung, nichts - nicht mal dieses Potential wird ausgeschöpft; auf so viel Zauber wird aus purer Unfähigkeit verzichtet...

Das Buch wimmelt von "sachlichen Fehlern": So findet Pearl z.B. heraus, dass sie an einer Gehör-übersensibilität leidet, als sie zu Beginn ihres Studiums Ohrstöpsel kauft. Das ist ihr nämlich vorher nicht aufgefallen, obwohl sie in der Lage war, über die Distanz der gesamten Fläche des Schulgebäudes das Lehrerzimmer auszuhorchen. Oder, meine Lieblingsszene: Der universitäre Vortrag eines Traumforschers, bei dem das Verhalten der Zuhörer völlig dem eines universitären Hörerkreises im "real-life" entspricht - ein Auszug:

[Twain, der Professor, zeigt das Video zweier träumender Menschen]
"Die Augenlieder von Joe und Jack bewegten sich noch immer nicht, und ihre Hirnkurven blieben unverändert.
Einer der Zuhörer zischte, um sein Missfallen auszudrücken.
Twain schlug mit der Faust auf das Pult.
"Wollen sie wissen, was diese Epidemie bedeutet? Der menschliche Geist rennt in sein Verderben!"
Ein Murmeln lief durch den Saal.
"Lüge! Wovon sprechen Sie, um Gottes willen?" [...]
[Twain:]"Wenn Sie meine Grundüberzeugung hören möchten: Diese Epidemie ist vom Menschen selbst verursacht. Sie ist eine Entgleisung der Forschungslaboratorien!"
Ein Grollen durchlief den Saal. Pfiffe wurden laut. [...]
Plötzlich unterbrach eine Explosion in der Halle die Ausführungen des Professors. Eine Druckwelle sprengte die Türen auf, und eine Staubwolke drang in den Hörsaal. Pearl legte sich flach auf den Boden, ihr Nachbar mit dem wässrigen Blick warf sich auf sie, um sie zu schützen.
[..., der Professor ruft:] "Es ist gut, meine Lieben, ihr könnt euch wieder aufrichten. Es war nur falscher Alarm, wie gewöhnlich."

Und so weiter. Hier stimmt einfach GAR nichts; und der Rest des Romans ist nicht sonderlich viel besser. Am störendsten empfand ich aber nicht einmal diese Inkohärenz im Verhalten der ohnehin gänzlich facetten-losen Figuren, nicht die fehlende Motivierung für nahezu jede Handlung im Buch und nicht die den ganzen Roman durchwaltenden Merkwürdigkeiten (im negativen Sinn), sondern: Die Autorin hat nicht den Hauch eines Gefühls für den Aufbau eines Abschnitts oder einer Szene - mal rundet die Szene sich nicht am Ende, mal müsste das Ende des Abschnitts schon zwei Seiten vorher gekommen sein, mal wird ein Handlungszusammenhang einfach von einer Kapitel-überschrift getrennt, usw.
Und zuletzt - aber vielleicht liegt das auch an der Übersetzerin - nicht mal ansatzweise ist etwas wie Sprachmelodie, semantische Satz-Text-Struktur oder Ähnliches vorhanden.

Wirklich, lieber Leser: Kaufe ein anderes Buch.

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japan, liebe, katzen, surreal, bibliothek

Kafka am Strand

Haruki Murakami ,
Fester Einband: 636 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 01.10.2005
ISBN 9783832178666
Genre: Fantasy

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drachen, cornelia funke, suche, kobolde, fabelwesen

Drachenreiter

Cornelia Funke , Rainer Strecker
Audio CD
Erschienen bei Jumbo, 27.09.2006
ISBN 9783833716775
Genre: Fantasy

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märchen, fantasy, hamburg, grimm, mythen

Grimm

Christoph Marzi
Fester Einband: 559 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 15.11.2010
ISBN 9783453266612
Genre: Fantasy

Rezension:

In letzter Zeit erschienen im Fantasy-Genre eine ganze Reihe Bücher, die aus verschiedensten Mythen, Märchen und Sagen Figuren und Tropen direkt übernehmen und en masse zu einem einzigen Roman verschmelzen (Gaimans "American Gods" und "Anansi Boys" sind da wohl die größten Beispiele (weil sie wohl die höchst-dekorierten sind)).
"Grimm" von Christoph Marzi ist das schlechteste, das ich bisher gelesen habe.
Zum Inhalt ist hier wohl schon genug geschrieben worden, deswegen beschränke ich mich hier einfach Mal auf das, was mir bei Lesen übel aufgestoßen ist.

Habt ihr "Little Red Ridinghood" oder "Beastly" gesehen? Das sind zwei frisch verfilmte Märchenadaptionen von "Rotkäppchen" und "Die Schöne und das Biest" für Jugendliche. Und indem hier die Märchen auf zeit- und jugend-gemäße Weise adaptiert werden, kommt den ursprünglichen Märchen der Reiz des Märchenhaften völlig abhanden. Das selbe ist hier der Fall. Die Protagonistin ist ein unsymphatisches, unverschämtes Mädchen ohne Anstand oder Feingefühl, das im Sekretariat der Schule raucht, ihrer Mutter eine eigene Wohnung abzwingt usw; und ihr Erleben ist das Fokalisierungszentrum des Romans. Was die wohl größte Schwäche des Buches ist - denn wo Marzi sie schlagfertig gestalten will, wirkt sie auf den Leser stets entweder lächerlich oder zickig, wo er die Dramatik des Buches steigern will, gerät das Buch stets ins Melodramatische, wo er "the wonder and awe" des Märchenhaften darstellen will, wird dies so übertrieben, dass es nur mehr Unfassbares und Aufwühlendes erlebt wird.
Und überhaupt, Dramatik und Fantastik wird derart inflationär gebraucht, dass es einfach nur ermüdend ist. So etwa das allgegenwärtige Sterben gleich zu Beginn des Buches: Vater tot, Mutter tot, Eltern der zweiten Hauptperson tot, Bruder derselben Hauptperson vermutlich tot, der erste "magische Informant" tot - und all dies geschildert durch die Abschilderung des Gefühlslebens der Protagonistin, was derart amateurhaft stilisiert ist, dass dies dem Buch potentielle wahre Dramatik von vornherein raubt.
Oder: Natürlich muss es unbedingt eine Geheimgesellschaft sein, deren Geheimnisse erst durchforscht werden müssen, um im Plot weiterzukommen, und natürlich müssen deren Gründerväter sämtliche geistige Eliten der deutschen Romantik sein - Grimms, Tieck, E.T.A. Hoffmann, Wilhelm Hauff, Caspar David Friedrich, Goethe, Schiller...
Die ständigen Bezüge auf die zeitgenössische Pop-Kultur sind völlig überflüssig und funktionslos, kommen aber v.a. zu Anfang so häufig, dass sie mir gigantisch auf die Nerven gingen.
Und so weiter.

Ohnehin ist Christoph Marzi ja kein sonderlich guter Autor - dass Dramatik zu Melodramatik wird, ist auch in seinem Lycidas der Fall, die Charaktere sind platt gezeichnet, Komplexität geht seinen Geschichten prinzipiell ab (eine bloße Aneinanderreihung einzelner Stationen), vom Wert der Dichte eines Buches hat er wohl noch nie gehört, und sein Stil steht nicht wesentlich über den Jugendbüchern von Hohlbein und Co.

Insgesamt gesehen war das Buch für mich eine riesige Enttäuschung; das einzig positive, das ich hier noch angeführt habe, wäre, dass es eine Enttäuschung war, durch die ich mich trotzdem bis zum Ende hindurchquälen konnte.

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kindheitsträume, fantasie, erwachsenwerden, fantasy

Die Brücke nach Terabithia

Katherine Paterson , Vanessa Walder
Fester Einband: 185 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.08.2007
ISBN 9783473347162
Genre: Fantasy

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fantasy, krimi, asien

Die Geheimnisse von Meister Li

Barry Hughart
Flexibler Einband
Erschienen bei Fischer (TB.), Frankfurt, 01.11.1996
ISBN 9783596133239
Genre: Sonstiges

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fairytale fantasy, kinderbuch, folklore, märchenroman

Where the Mountain Meets the Moon

Grace Lin
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Little Brown & Co, 12.04.2011
ISBN 9780316038638
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Wenn ein Buch so gut geschrieben ist wie dieses, wird es vom bloßen Buch zum Kunstwerk.
Grace Lin ist eine amerikanische Kinderbuchautorin und -illustratorin mit asiatischen Wurzeln, und all dies lässt sie in dieses Buch einfließen. "Where the mountain meets the moon" basiert lose auf einem asiatischen Märchen, welches sich Grace anverwandelt und anreichert um weitere Elemente aus der asiatischen Märchen- und Mythenwelt. Kein Wort ist hier zu viel, kein Satz unpassend; ihre Illustrationen treffen vollkommen den Geist des Buches - eine Kostbarkeit, die man wieder und wieder lesen will, und die völlig zu recht 2010 die Newberry Honor Medal verliehen bekam.
Lesen!

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Tags: fairytale fantasy, folklore, kinderbuch, märchenroman   (4)
 

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Harun und das Meer der Geschichten

Salman Rushdie
Fester Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Kindler, 01.01.1991
ISBN 9783763239559
Genre: Fantasy

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