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zauberer, magie, fantasy, rainbow rowell, simon snow

Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423640329
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ist Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow (folgend nur noch 'Simon' genannt) die Fanfiction die Cather in Fangirl schreibt?

Nein. Nachdem Rainbow Rowell sich in Fangirl so lange mit der Fanfiction zu Simon beschäftigt hatte, hatte sie zwar zum Ende das Gefühl Fangirl abgeschlossen zu haben, aber sie hat die Figuren aus Simons Welt einfach nicht aus ihrem Kopf bekommen. 'Simon' ist also viel mehr Rowells eigene Version der Fanfiction. Die Geschichte, die sie selbst - nicht Cather - erzählen wollte.

Die STORY

Simon ist der Auserwählte. So sagt es die Prophezeiung. Allerdings ist er ein ziemlich unbrauchbarer Auserwählter - weder kann er seine Magie kontrollieren, noch die explosionsartigen Aussetzer, wenn sie letztlich aus ihm heraus bricht. Seine Freundin hat sich von ihm getrennt und sein Erzfeind und schulischer Mitbewohner Baz - der wahrscheinlich, ganz sicher, auf jeden Fall - ein Vampir ist, lässt sich trotz fester Überzeugung, dass er etwas im Schilde führt, nicht blicken. Dazu kommt, dass ein geheimnisvolles Wesen mit Simons Gesicht versucht die Welt der Magier zu zerstören. Es gilt Geheimnisse zu lüften, Feindschaften zu überwinden und magische Wesen zu finden.

Das COVER / Die AUSGABE

Wieder einmal kann die deutsche Ausgabe - in meinen Augen - der englischen nicht das Wasser reichen. Ich finde die Idee mit den Covern noch ganz süß (Das Cover von 'Simon' befindet sich beim Buch 'Fangil' als Poster ebenfalls auf dem Cover). Doch spätestens seit der englischen Neuauflage vom Mai 2017, gibt es ein Cover, gegen das das deutsche einfach nicht bestechen kann. Schade eigentlich. Dazu kommt eine Besonderheit, die ich jetzt schon häufiger in deutschen Büchern gesehen habe: Es fehlt etwas. Die englischen Ausgaben haben eine Karte im Buch zum Schulgelände der Magierschule 'Watford'. Schade, dass an dieser Stelle wieder einmal gespart wurde.

Was ist eigentlich FANGIRL?

Wie bereits erwähnt handelt es sich bei 'Simon' um ein Buch, das bereits in einem anderen eingeführt wurde. Im Buch 'Fangirl' - ebenfalls von Rainbow Rowell erschienen - schreibt die Protagonistin Cath eine Fanfiction zu einer Buchreihe die an die Harry Potter Bücher angelehnt ist. Man findet in Fangirl Passagen aus den 'Originalbüchern' wie auch aus Caths Fanfiction, weswegen manchen Lesern die Charaktere schon bekannt sein dürften. Ich denke, es ist gut möglich, das Buch ohne das Vorwissen zu lesen, einfacher ist es aber sicher, 'Simon' als Spin-Off zu sehen und als Folgeband zu lesen. (Ich habe aber auch schon gegenteilige Meinungen gehört, nachdem sich das Buch ohne Fangirl noch mehr genießen lässt, weil die Erwartungshaltung nicht so übertrieben hoch ist.)

Die HANDLUNG

Ich habe Simon und Baz in Fangirl so sehr geliebt und jede kleine Passage sehr genossen.
Rainbow Rowell macht kein Geheimnis daraus, dass sie in 'Simon' mit den Stereotypen von Fantasyromanen spielt und sich dabei vor allem an Harry Potter anlehnt. Das ist also durchaus beabsichtigt. Sie wollte selbst einmal eine Geschichte schreiben über Auserwählte, magische Wesen, unbesiegbare Nemesis, alte, weise Magier, treue Freunde. Somit präsentiert sich 'Simon' zwar trotzdem mit einer individuellen Geschichte, erinnert aber zeitgleich immer wieder an Harry Potter und seine Freunde. Das hat mich persönlich wenig gestört.

'Simon' setzt mitten in der Geschichte, aber immerhin zu Beginn eines Schuljahres ein. Die Charaktere kennen sich, Simon und Baz sind schon seit Jahren Rivalen und Feinde. Simons beste Freundin Penelope glänzt in all ihrem nerdigen Charme. Agatha hat sich gerade von Simon getrennt. Dennoch kommt man gut und einfach in die Geschichte. Ich hab jedes kleine Detail aufgesogen und mich sehr von der locker leicht geschriebenen Geschichte mitreißen lassen. Der Schreibstil wirkt aber auf jeden Fall anders als in Fangirl, die Geschichte selbst mehr wie eine ausführliche, gute Fanfiction, als ein eigenständiger Roman. Letztlich hätte ich einfach etwas ... mehr erwartet.

Die CHARAKTERE

Simon mochte ich dennoch wieder sehr. Aber auch wenn er sicher auf der naiven Seite der Auserwählten gelandet ist, finde ich seine Rolle ziemlich gut ausgearbeitet und einfach ... sympathisch. Dazu bin und bleibe ich ein Riesenfan von Baz und auch Penelope ist mir immer mehr ans Herz gewachsen. Dazu kommen noch einige Charaktere, die wir bislang nicht kannten wie Ebb die Ziegenhüterin in Watford, der Schule für Magier die Simon besucht, und die mich gleich für sich begeistert hat.

Fazit

'Simon' ist nicht Caths sondern Rainbow Rowells Geschichte, die mit Humor und Rowells Charme eine fantastische Geschichte voller Magie, Familie, Freundschaft und Liebe erzählt. Trotzdem hat mich die Geschichte nicht vollkommen mitgerissen - sowohl was den Schreibstil angeht, als auch die Geschichte an sich, hat mir einfach etwas gefehlt.
Dennoch ist 'Simon' für jeden Fan ein Muss und für jeden Simon und Baz Fan ein großartiges Geschenk.

Gute Nachrichten für alle die nicht genug bekommen können: Rowell hat bereits angedeutet, dass es eine Fortsetzung geben könnte.

_

Die deutsche Ausgabe verdient für mich zwar eigentlich einen Punkt Abzug, da ich aber nicht die Wertung der Geschichte an sich vermiesen möchte, bleibe ich bei 4 Sternen.

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Tags: fanfiction, fangirl, rainbow rowel, snowbaz   (4)
 

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briefe, liebe, tumblr, nie verschickte briefe, verlust

Ich wollte nur, dass du noch weißt ...

Emily Trunko , Nadine Mannchen , Lisa Congdon , typealive
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.02.2017
ISBN 9783785586082
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bevor ich auf dieses Buch aufmerksam wurde, hatte ich noch nie von dem Blog gehört. Es war in mehr als einer Hinsicht Liebe auf den ersten Blick. Die Idee hat mich verzaubert, der Erfolg der Autorin und der Seite begeistert und die Briefe tief bewegt und nicht mehr losgelassen.

DAS BUCH

Mich hatte schon das Cover angesprochen, die vielen bunten Tropfen, die bunten Farben. Es hatte etwas Lebensbejahendes, Kreatives, Beschwingtes. Als ich dann auf den Inhalt geschaut habe, wusste ich, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Manche der Tropfen glänzen metallisch, was sehr hübsch ist, das Cover ist fest und die Prägung gibt einem das Gefühl, als hätte man Stoff in der Hand. Die Ecken sind abgerundet, es gibt ein Lesebändchen - schon allein der Einband ist mit viel Liebe gestaltet.
Aber das ist noch kein Vergleich zum Inneren des Buches. Alle Seiten sind bunt, thematisch mit dem passenden Design hinterlegt, die Texte kreativ und farbig ausgearbeitet und aus festem, stabilem Papier - einfach wunderschön. Das ganze Buch wirkt mit so viel Liebe gefüllt, mit so viel Gefühl, dass schon das durchblättern Spaß macht und einen mit großer Vorfreude erfüllt. Das Buch ist ein Schatz für all diejenigen, die es zu schätzen wissen. Lisa Congdon - die Illustratorin des Buches - hat hier eindeutig viel Herz bewiesen.

DER INHALT

Neben einem Vorwort von Emily Trunko finden wir zahlreiche Briefe der verschiedensten Art. Es gibt keine Seitenzahlen, dafür aber immerhin Kapitel, nach denen die Briefe unterteilt sind (und das Lesebändchen!). So finden wir uns in Themen wie Familie, Freunde, unerwiderte Liebe, Herzschmerz und Verlust wieder. Und anderen Themen, die die meisten von uns kennen und auf die ein oder andere Art bereits erlebt haben. Auch hier sind die Titelblätter natürlich wunderschön bunt und passend gestaltet. Die Briefe sind alle sehr unterschiedlich, und sich in ihrer Unterschiedlichkeit aber auch oft sehr ähnlich. Manchmal hat man mehrere Briefe hintereinander, die im Grunde das gleiche sagen, aber andere Worte dafür wählen. Manche sind unglaublich kurz, manche gehen über zwei Seiten - das waren mir die Liebsten.

Ich habe ein schlechtes Gewissen es gedacht zu haben und jetzt auch hier zu schreiben, aber manche Briefe wirken sogar etwas 'banal', etwas zu einfach, ohne eine große Aussagekraft. Unpersönlich. Aber so ist das Buch und der Blog nun einmal. Es geht nicht wirklich um die Leser, es geht um diejenigen, die schreiben, sich öffnen, ungeschickte Briefe und unausgesprochene Worte endlich in die Welt entlassen. Manch ein Brief mag vielleicht banal wirken, aber für die Person war es das sicher nicht - für manche haben diese kurzen Eingeständnisse schon viel Kraft und Mut gekostet. Dass ist nun einmal das Leben. Demnach unterscheidet sich auch der Schreibstil, je nach Briefschreiber und das ist auch gut und richtig so. Es gibt einen Brief der die Reaktion auf einen anderen, in dem Buch abgedruckten, Brief ist - das mochte ich sehr. Manche Briefe habe ich eher überblättert, manche haben mich zum Innehalten gezwungen und mir Tränen in die Augen getrieben. Das Kapitel 'Verlust' habe ich komplett durchgeweint.

Zu Beginn - beim Durchblättern - habe ich mich sehr darüber gefreut, dass das Buch mit dem Kapitel 'Danke' endet, schließlich waren ihm einige manchmal recht schmerzvolle Kapitel vorangegangen. Aber dass das Kapitel ausgerechnet nach 'Verlust' kommt, hat mich doch stark aus dem Konzept gebracht - hier bedarf es auf jeden Fall ein paar Stunden Pause zwischendurch. Allgemein ist das Buch mit Sicherheit nichts, dass man einfach in einem Zug durchlesen sollte, sondern Stück für Stück, Brief für Brief manchmal mit einer kleinen und manchmal mit einer größeren Pause genießen sollte. Das Buch erzählt nicht eine große Geschichte, sondern hunderte. Auch wenn sie letztlich alle vom Leben erzählen.

EMILY TRUNKO UND DER BLOG

Emily Tusko ist zum jetzigen Zeitpunkt 16 Jahre, sie hat den Blog 'Dear my Blank' vor fast zwei Jahren gegründet - damals bestand er aus unzähligen Briefen, die sie selbst geschrieben und niemals abgeschickt hat. Heute folgen tausende Menschen ihrem Beispiel. Aber auch wenn die Briefe anonym sind, ist es die Seite in vielerlei Hinsicht nicht, es ist eine Cummunity entstanden, eine Familie. Die Leser unterstützen die Schreibenden, Leser fühlen sich verstanden, versuchen zu helfen, teilen ihre Gefühle, ihre Gedanken und Geheimnisse. Es ist nicht das erste wundervolle Projekt, das Emily Trunko ins Leben gerufen hat - aber auch dazu findet ihr mehr, wenn ihr das Buch selbst lest. Das Buch ist ein Schatz und ein Juwel - aber der Blog ist ein Geschenk und ein Zufluchtsort für so viele Menschen geworden.

FAZIT & MINIMALE KRITIK

Es ist unmöglich, dieses Buch nicht zu lieben. Nicht mitzufühlen und über das Leben und seine eigenen Erfahrungen nachzudenken. Zumindest war es das für mich. Es ist ebenfalls fast unmöglich eine normale Rezension über dieses Buch zu verfassen, weil es so anders ist, so besonders - aber ich wollte es zumindest versuchen. Das Buch hat mich motiviert, selbst einmal ein paar Dinge nieder zuschreiben, die längst einmal hätten gesagt werden müssen, zu deren Aussprechen mir aber der Mut fehlt. Das Buch hat mich sehr bewegt, mich manchmal zum Lachen und oft zum Weinen gebracht. Oft waren es vor allem die langen Briefe, die mich bewegt haben - was denke ich, natürlich ist, weil man sich leichter in die Situation einfühlen kann, als wenn es nur zwei Sätze sind, zu denen uns der Hintergrund fehlt. Aber auch insbesondere ein kurzer Brief - wenn nicht gar einer der kürzesten - hat mich nach Luft schnappen lassen und direkt ins Herz getroffen. Von manchen Briefen habe ich mich verstanden gefühlt, anderen hätte ich entgegen brüllen wollen. Mit manchen habe ich mitgefiebert und wünsche den Verfassern von Herzen alles Glück dieser Welt.

Der einzige Kritikpunkt - und auch hier habe ich geradezu ein schlechtes Gewissen, bei diesem wundervollen Buch einen Kritikpunkt anzubringen - ist die Auswahl der Briefe. Tausende erreichen Emily Trunko immer und immer wieder und ich weigere mich zu glauben, dass es nicht manchmal mehr Themen gegeben hätte, als die der abgedruckten. So drehen sich im Kapitel 'Danke' viele um ehemalige Beziehungen - was natürlich ein guter Aspekt ist, aber es gibt so viele Dinge für die man dankbar sein kann, dass ich bei diesem Kapitel und manchmal auch bei einem der anderen, etwas vermisst habe.
Zum Schluss fand ich es manchmal sogar etwas traurig, dass die Illustration so schlicht und jugendlich ausgefallen ist. Für dieses wundervolle Buch hätte man die größten Künstler begeistern können - aber eigentlich stimmt das nicht. Lisa Congdon IST eine Künstlerin voller Herz und hat dieses Buch zu dem gemacht, was es jetzt ist. Die Illustration passt perfekt zu dem Buch, es passt zur Autorin und es passt zum Leben. Manche Briefe sind traurig, andere wütend, andere voller Liebe und Dankbarkeit - aber die bunten Seiten, die verschiedenen Schriften, das feste Papier in den Händen und die passenden Bilder feiern das Leben mit jedem Mal, das wir umblättern.

Für mich ist das die Aussage dieses Buches. Wir haben alle viel erlebt, wir leiden und lachen und lieben. Wie erleben. Manchmal mit unseren Freunden und Familien, manchmal allein. Aber wir alle haben diese Gefühle, wir alle spüren das Leben. Manchmal fühlt es sich nur nicht so an.

'Ich wollte nur, dass du noch weißt' zeigt uns auf jeder Seite was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Danke.

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Tags: briefe, gefühle, hoffnung, leben   (4)
 
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