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61 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

daniel kehlmann, thriller, spannend, leben mit kind, vierte dimension

Du hättest gehen sollen

Daniel Kehlmann
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 21.10.2016
ISBN 9783498035730
Genre: Romane

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 3 Rezensionen

kurzgeschichten, humor, textsammlung

Alles außer irdisch

Horst Evers ,
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Berlin, 22.01.2016
ISBN 9783871348150
Genre: Humor

Rezension:


Die Idee hat der Science-Fiction Fan Evers schon seit 25 Jahren in der Schublade, sagt er und was lange währt, sollte ja endlich gut werden. Doch während er das Krimigenre sehr erfolgreich für sich entdeckt hat, hakt es hier doch an vielen Stellen. Die Idee, ein Raumschiff auf den endlich fertiggestellten BER zur Eröffnung stürzen zu lassen, ist originell und die danach entwickelte Story zur Errettung der Menschheit entbehrt nicht einer gewissen Abenteuerlust, doch das Ganze hat Längen, die man schon mal geneigt ist zu überlesen, wenn man Evers' fiktionalen Wissenschaftsansätzen nicht seitenlang folgen will.
Natürlich ist sein Humor derselbe wie immer, einige Passagen reizen den Lachmuskel ausgiebig, seine Figuren sind Evers-komisch und viele Dialoge mit Augenzwinkern versehen. Auch die Schlüsse auf die Dummheit der Menschen, ihr Talent auf die Selbstzerstörung zu konzentrieren, bleibt eine "Kernbotschaft" des Romans.
Trotzdem kommt der Roman nicht richtig in Fluss, manchmal etwas abgehoben, zu lange Passagen, die unter dem Strich der Handlung nichts bringen. Es ist kein Pageturner und der ungeduldige Leser könnte in die Versuchung kommen, einfach aufzuhören.
Es ist nicht schlecht, was sich Evers hat einfallen lassen. Es ist aber ein Gebiet, das schon so abgegrast ist, dass selbst unter humoristischen Gesichtspunkten mehr aufs Tablett kommen muss, als hier geliefert wird.
Sagen wir mal so: Evers hat sich einen Wunsch erfüllt. Eine Idee, die seit 25 Jahren in keimt, zum Blühen gebracht. Sein Verlag wird kein Risiko eingehen, denn der Mann ist ein Selbstläufer geworden, die Bestsellerliste dürfte auch dieses Buch schon erreicht haben. Lassen wir es dabei und wünschen uns mal wieder ein Buch mit seinen großartigen Kurzepisoden.

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

essays, wien, bohème, humor

Sex

Thomas Glavinic
E-Buch Text: 56 Seiten
Erschienen bei Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 01.10.2014
ISBN 9783446248069
Genre: Sonstiges

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(28)

39 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

serienmörder, thriller, profiler, mord, eindeutige beweise

Verräterisches Profil

Marcus Hünnebeck
E-Buch Text: 248 Seiten
Erschienen bei null, 23.11.2013
ISBN B00GPD9AIO
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zweimal schlägt der Täter zu und ermordet dreiköpfige Familien, wobei er bei der Tötung der Frauen besondere Brutalität an den Tag legt. Dabei hinterlässt er, wie gewollt, eindeutige DNA-Spuren. Der Profiler Gruber und die Kommissarin Bauer machen sich an die Arbeit und fangen an, mit analytischer Schärfe den Täter zu suchen.
Hünnebeck legt Wert auf Klarheit und so steht hier die ermittlungstechnische Arbeit im Vordergrund. Das Ganze ist gut durchdacht, wirkt aber unter dem Strich zu durchstrukturiert und konstruiert, dass es ein wenig langatmig wird. Durch die genauen Ermittlungsschritte bleiben nicht mehr viel Möglichkeiten, den Täter zu entlarven und nur die Art und Weise, wie er dann gefasst wird, bringt noch nicht die Spannung, die man eigentlich erwartet. Lediglich am Ende, dem sogenannten "Showdown", gibt es eine Überraschung und die Spannung steigt doch noch mal an.
Für den Leser, der sich mit "Die Rache des Stalkers" bei Hünnebeck eingelesen hat, ist dieses Buch, wenn nicht eine Enttäuschung, aber doch ein Unterschied im Gesamten. Leider nicht so zwingend wie sein Vorgänger.

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212 Bibliotheken, 14 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

donna tartt, der distelfink, roman, gemälde, new york

Der Distelfink

Donna Tartt , ,
Flexibler Einband: 1.024 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.10.2015
ISBN 9783442473601
Genre: Romane

Rezension:


Wenn man einen Bestseller erst dann liest, wenn er aus den dazu gehörigen Listen verschwunden ist, geht man sicher etwas unvoreingenommener ans Werk. So ging es dem Rezensenten mit diesem Buch.
Das ist die Geschichte des Theo Decker, der bei einem Anschlag auf ein Museum seine Mutter verlor und dessen Leben fortan von diesem Verlust und von einem wertvollen Gemälde, das er aus dem zerstörten Museum mitgenommen und das ihn verzaubert hat, bestimmt wird.
Donna Tartt versteht es meisterhaft, das Leben des 13jährigen ab diesem Punkt zu schildern. Es mangelt nicht an dramatischen und teils sehr sensiblen Wendepunkten. Sie packt alles zusammen: Kunst, Drogen, Kriminalität, Freundschaft, Liebe und schnürt es zu einem monströsen 1000 Seiten-Paket. Natürlich ist bei diesem Umfang die Gefahr sehr groß, dass es zu viel des Guten ist. Auch bei der Autorin ist es die Wanderung auf einem schmalen Grat, den sie aber mit ihrer außergewöhnlich eindrücklichen Erzählkunst meistert.
Schon in ihrem Debut war diese reiche und bildhafte Sprache und der leichte, aber dennoch anspruchsvolle Stil angenehm aufgefallen. Damit umschifft sie gefährliche Klippen der Länge und verwendet viel Raum auf die Transparenz ihrer Figuren und Spielorte.
Dass es dann doch ab und zu ein wenig zu viel wird, sollte ihr nicht angelastet werden. Dann schon eher das Ende, das in einem fast philosophischen Exkurs dem Leser einige seiner eigenen Interpretationsmöglichkeiten nimmt. Aber auch hier lässt sie ihre Hauptfigur so manches erstaunliche Fazit ziehen, sodass man auch das nicht negativ hervorheben möchte.
Dieses Buch ist auf eine Weise großartig und unbedingt empfehlenswert. Man versteht, dass die Autorin sechs, sieben Jahre braucht, um neues Material vorzulegen. Für den ganz großen Wurf (nicht kommerziell gesehen) fehlt etwas. Was, das muss der Leser für sich herausfinden. Man darf auf Weiteres gespannt sei, das nächste Buch könnte dann vielleicht wirklich ein Meisterwerk werden.

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Hart auf Hart

T. C. Boyle , Dirk van Gunsteren
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 26.08.2016
ISBN 9783423145152
Genre: Romane

Rezension:


Sten Stensen, ein pensionierter Schuldirektor, wird auf einer Kreuzfahrt während eines Landgangs in Costa Rica von drei Jugendlichen überfallen, von denen er einen in einer Art von Notwehrsituation tötet. Die Polizei drückt alle Augen zu und Stensen wird zuhause als eine Art Held gefeiert.
Sein Sohn Adam, immer schon mit gesellschaftlichen Regeln auf dem Kriegsfuß, kämpft einen anderen Kampf, nämlich den seines Idols Colter, einem Waldläufer aus dem damals wilden Westen. Er sieht in allen staatlichen Organen Feinde, Aliens oder Chinesen, versucht in den Wäldern Marihuana zu züchten und ist auf seine Weise eine tickende Zeitbombe. Er trifft auf Sarah, eine Hufschmiedin, die ihrerseits gegen ein "unrechtmäßiges" System ankämpft, indem sie sich auf einen fast unbekannten Verfassungsartikel beruft, um sich jeder Kontrolle durch den Staat zu entziehen.
Sarah und Adam werden so etwas wie ein Paar. Eine stille Akzeptanz ihrer individuellen Leben lässt eine richtige Beziehung nicht zu, aber eine starke Emotionalität verknüpft das Schicksal der beiden, auch nachdem Adam in seinen letzten Kampf geht, bei dem auch der Vater das Ende seiner Vater-Sohn-Beziehung fast widerstandslos hinnehmen muss.
Boyle hat einen beklemmendes Bild seines Landes gezeichnet, das einmal Inbegriff des Freiheitsgedankens war und heute das kontrollsüchtigste und mit am meisten regulierte Land der Erde ist, in dem die Freiheit mit ihren absurdesten Deutungen mit der Waffe verteidigt werden darf. Die hier drastisch geschilderten Gegensätze des ursprünglichen Freiheitsgedankens und der staatlichen Durchsetzung der Kontrollmechanismen machen deutlich, dass Amerika längst nicht mehr das Land ist, in dem die Realisierung der einfachsten Bedürfnisse und Träume möglich ist. Ein erschütterndes Fazit, gerade wenn man die aktuelle Lage betrachtet, von der Boyle bei Abfassung dieses Romans noch keine Ahnung haben konnte.
Dass Boyle als Autor immer besser zu werden scheint (wenn das überhaupt noch möglich ist), ist natürlich auch noch eine Erwähnung wert, doch bei einem Autoren seines Formats scheint ein schlechtes Buch fast undenkbar zu sein.
Es ist einer der tiefgehenden und nachhaltigsten Bücher Boyles, eines, das betroffen macht und machen soll. Es wäre wichtig, dass sich jeder auf seine Weise mit dem Stoff auseinandersetzt. Bücher sollten manchmal auch mehr als Unterhaltung sein. Dann könnte einem als Fazit vielleicht der lapidare Spruch "Die Hoffnung stirbt zuletzt" einfallen. Ein guter Effekt und sicher nötig in diesen Zeiten.

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347 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 29 Rezensionen

thriller, ethan cross, entführung, serienkiller, ich bin der schmerz

Ich bin der Schmerz

Ethan Cross ,
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 12.11.2015
ISBN 9783404172580
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Sie kennen das: Ein Büchertisch im Kaufhaus. Ab und zu liegen unter den Remittenden ein paar aktuelle Bücher und haben ein ansprechendes Cover, also flugs 2 Euro gesucht und schon ist die Verführung vollzogen. In diesem Fall war es das weiße Cover und die Spurschrift über den Seiten. Das fand man schon in Rot und Schwarz ganz schick, doch dafür der volle Preis? Aber jetzt - Mängelexemplar und Urlaub vor der Tür. Pflicht für mindestens zwei Thriller.
Doch was muss man hier lesen? Blut, Schmerz, Psycho, wie bei Hannibal, nur nicht so gut geschrieben. Ethian Cross, ein Pseudonym, ist sicher ein guter Groschenromanschreiber, sein Stil ist entweder so platt oder er erstickt schon in Routine. Alles schon dagewesen, alles nicht interessant zu lesen. Zugegeben, es ist ein Pageturner, aber nicht aus sich selbst heraus entwickelt, sondern stilistisch zusammengeklaubt, ohne Sorgfalt und spürbarem Engagement, teilweise komplett unglaubwürdig und ach, das schöne, weiße Cover wird wohl recht schnell dunkler werden, wenn das Buch in der Resteverwertung eines Hotelgrabbeltischs enden wird. Der Rezensent war froh, nur 2 Euro bezahlt zu haben.
"Ich bin der Schmerz" war wohl ein dritter Teil, die zwei davor kann man sich recht gut vorstellen und Teil 4 könnte sein: "Ich bin die Langeweile".

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Villa Metaphora

Andrea De Carlo , Maja Pflug
Flexibler Einband: 1.088 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.09.2016
ISBN 9783257243710
Genre: Romane

Rezension:


Der Architekt Gianluca Perusato hat sich seinen Traum erfüllt und mit hohem finanziellen Risiko auf einer kleinen, süditalienischen Mittelmeerinsel ein Luxusressort errichtet, das einem ausgewählten Klientel der Spitzenklasse einen eigenen kleinen Mikrokosmos aus Natur, Zivilisation und absoluter Diskretion bieten soll. Doch nicht nur die Schwierigkeiten vor der Eröffnung werfen ihre Schatten. Als die erste Gruppe der Gäste eintrifft, stellt sich heraus, dass die buntgemischte Truppe zwar alle Eigenschaften der Elite, die der Architekt sich gewünscht hat, spielend vereint, ihre Interessen jedoch total unterschiedlich sind. Die Villa Metaphora muss ihren ersten Test bestehen, der umso komplizierter verläuft, da auch die Natur ihre eigenwillige und nicht kalkulierbare Seite zeigt. Dies alles lässt die Villa zum Ort von Wahrheiten werden.
Wenn ein Autor einen Roman von fast 1100 Seiten vorlegt, ist Skepsis angebracht. Von de Carlo weiß man, dass er ein geschmeidiger Schreiber und aufmerksamer Erzähler ist. So nimmt er den Leser gleich mit auf die kleine Vulkaninsel, baut ihm eine Landschaft, die ihn konstant durch das Buch begleitet. Doch das Aufsehenerregende sind die Protagonisten, die beim Lesen nicht nur visuell eindrücklich Gestalt annehmen, sondern auch noch ihre Persönlichkeit bis auf wenige Punkte brutal entblößen. Davon leben nicht nur die zwischenmenschlichen Konflikte, sondern auch die Verhaltens- und Vorgehensweisen der Einzelnen.
Die Spannung wird durch die unberechenbare Natur in dieser explosiven Lage verstärkt. Letztendlich ihren Launen und Bestimmungen ausgeliefert, heben sich alle Standesunterschiede auf. Doch bis es soweit ist, passieren unheimlich viele Dinge. De Carlo geht jeder Länge aus dem Weg, indem er einen stilistischen Kunstgriff verwendet und kapitelweise die agierende Hauptperson in ihrer eigenen Umgangssprache erzählen lässt.
Auf den letzten 80 Seiten, in denen die Aktionen nochmals zunehmen, lässt de Carlo viel Platz für grundlegende Betrachtungen über das Leben. Das alles lässt er ebenfalls durch verschiedene Protagonisten beschreiben und in der Summe finden wir eine Menge der Fragen, die uns alle in diesen Zeiten beschäftigen. Es gibt weder Antworten noch Rezepte, es gibt aber jede Menge sinnvoller Gegenfragen und Gedanken, die unser Leben auf das Wesentliche reduzieren. Für alle Machtinhaber und Wachstumsbesessene wäre dieses Buch eigentlich eine Pflichtlektüre.
De Carlo hat uns einen Berg von Buch geschenkt, das nicht nur alle Ansprüche an guter Unterhaltung erfüllt, stilistisch großartig geschrieben ist, sondern auch ganz tief ins Herz geht, wenn man es zulassen will. Kategorie: Meisterwerk

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Flann O’Brien für Boshafte

Flann O’Brien , Harry Rowohlt , Anna Mikula , Harry Rowohlt
Flexibler Einband: 91 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 23.02.2009
ISBN 9783458351054
Genre: Romane

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drogen, alkohol, nüchtern, rauchen, benjamin von stuckrad-barre

Nüchtern am Weltnichtrauchertag

Benjamin von Stuckrad-Barre
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 13.10.2016
ISBN 9783462049602
Genre: Biografien

Rezension:

Endlich mal ein Buch über die legalen Suchtmittel Alkohol und Nikotin, das die Probleme wirklich beim Namen nennt. Nicht die weinerlichen und soziopsychologischen Horrorbetrachtungen mit dem Verständnis der großen Therapeuten, sondern der Kern der Sache, um damit fertig zu werden. Das Problem beginnt nämlich nicht mit der Sucht, die ist eben einfach mal da, der Knackpunkt ist der Moment, wenn man mit dem Saufen aufhört. Das muss durchgehalten werden. Und das in einer Gesellschaft, die eben das Saufen zum gesellschaftlichen Ritual erhoben hat. Da sind die Probleme mit der Versuchung, mithalten zu wollen und zu können. Ohne Alkohol. Der Autor hat aus eigener Erfahrung daraus einen längeren Essay und Erfahrungsbericht gemacht, der genau diesen Ansatz verfolgt und daher auch denen helfen kann, die sich ihrer Sucht auch nach der Abstinenzentscheidung dauerhaft entledigen wollen. Dau gehören die hier geschilderten Erfahrungen und Erkenntnisse, die man daraus ziehen kann, die dann wiederum in eine ganz automatische Willensbildung zum Durchhalten ermöglichen. Diejenigen, die Barres Weg ebenfalls beschritten haben, jubeln während der Lektüre jedenfalls laut auf, weil hier endlich mal jemand die entscheidenden Gedanken auf den verbalen Punkt gebracht hat. Und diejenigen, die die Wassertrinker belächeln, sollte man das Buch um die Ohren hauen, solange, bis sie begriffen haben, wie armselig doch z.B. ein "schöner" Abend ist, wenn er vom Konsum alkoholischer Getränke abhängig wird.
Die Zugabe, Barres Protokoll seines Rauchverhaltens, ist von ähnlichem Kaliber. Durchtränkt mit Wahrheiten und amüsanter Betrachtensweise, die die einzige ist, die uns Rauchern in der Welt militanter Nichtraucherlegionen noch bleibt.
Ein Hoch auf dieses kleine Buch, mein Herz flattert immer noch voll Freude und ich werde sicher sehr bald einige Passagen daraus auswendig zitieren können. Und immer auch den Autor nennen. Sowas von Pflichtlektüre!

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Die sizilianische Oper: Roman

Andrea Camilleri
E-Buch Text: 272 Seiten
Erschienen bei Fischer E-Books, 29.01.2014
ISBN 9783104002361
Genre: Romane

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thriller, sean king, secret service, usa, anschlag

Im Bruchteil der Sekunde

David Baldacci
Fester Einband: 508 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.09.2004
ISBN 9783785721513
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

David Baldacci ist wohl so etwas wie ein erfolgreicher Thrillerautor. Seine Bibliographie ist zumindest quantitativ beeindruckend und der Rezensent muss zugeben, dass der Name ihm bisher nicht geläufig war. So erging es ihm wohl nicht alleine, denn auch der deutsche Verlag wollte wohl ein wenig die Werbetrommel rühren und brachte dieses Buch zu einem Kennenlern-Sonderpreis heraus.
Die Hauptpersonen sind das Ermittlerduo Sean King und Michelle Maxwell, beides Secret-Service Leute, King ein ehemaliger und Maxwell noch dabei. Beide sind oder waren Top-Leute, beide hatten einen Präsidentschaftskandidaten zu bewachen und beide haben einen großen Fehler gemacht. Acht Jahre vor Maxwell kostete King das Karriere und nun treffen beide aufeinander und irgendwie gehören die beiden Fälle zusammen. Also beginnt eine Ermittlerkooperation und über 500 Seiten zieht sich die Aufklärung der Geschichte.
Baldacci hat mit seiner große Routine einen Roman geschrieben, der in sich schlüssig und gut zu lesen ist. Allerdings geht es ihm so wie vielen Vielschreibern: Die Routine dominiert. Seine Spannungsbögen sind unaufgeregt, das Niveau stagniert, die vielen Ermittlungsansätze werden durchgekaut und verworfen, modifiziert und wieder dargestellt, diese ganzen Spekulationen und Lösungsmöglichkeiten in ewigen Dialogen machen das Buch zäh, stellenweise langweilig und so manches Mal ist man geneigt, einfach aufzuhören.
Das ist das Problem mit den Fließbandarbeitern, irgendwann einmal verstricken sie sich in ihren eigenen Netzen, es fehlt ihnen die Spontanität und die Kraft, sich aus den Fluß zu nehmen und das Kalkulierbare durch das Überraschendende zu ersetzen. Daher sind Leute wie Lehane noch erfolgreicher, weil sie sich auf ihrer Erfolgswelle noch die Mühe machen, aus der Routine auszubrechen.
Das Buch hätte richtig gut werden können, wenn es zweihundert Seiten weniger gehabt und sich auf die guten Passagen konzentriert hätte.

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Mein Vater aus Paris (Hardback)(German) - Common

Translated by Stefanie Gerhold By (author) Antonio Skarmeta
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Graf Verlag, 01.01.2011
ISBN 0884281370393
Genre: Sonstiges

Rezension:

Jacques, ein 21jähriger Lehrer, lebt mit seiner Mutter in einem Dorf "am Ende der Welt" in Chile. Sein französischer Vater hat die Familie verlassen und ist nach Paris gegangen. Jacques hat ein Auge auf Teresa geworfen und deren Bruder, ein Schüler von ihm, nutzt das aus und überredet ihn, ihm einen ersten Bordellbesuch in der nächsten großen Stadt zu ermöglichen. Dort jedoch trifft Jacques überraschend seinen Vater, dessen Gründe für seine dortige Existenz eine einzige Opfergabe an die Liebe zu sein scheint. Jacques nimmt alle Fäden in die Hand, um gleich mehrere Beteiligte glücklicher zu machen.
Ein bezaubernder Roman des chilenischen Autors. Mit einer knappen und klaren Sprache schafft er ein sinnliches Gebilde, in dem kein Wort zu viel ist. Deswegen kommt der Roman auch mit nur 90 Seiten aus und jede Seite ist prallvoll mit Gefühl. Bis zum Ende malt Skármenta sein Bild von Liebe, Erwartungen und Sehnsucht. Das ist großartig und in dieser Form sicher nicht allzu häufig zu finden, denn viele Schriftsteller würden sich bis zu diesem Ende eher über Hunderte von Seiten quälen. Dann wäre es immer noch fraglich, ob dieses Finale dabei herauskommen würde. So ist das Buch vom ersten bis zum letzten Wort ein Hochgenuss.

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humor, genial, ruhrgebiet, buecherseele, geschichten

Als ich in meinem Alter war

Torsten Sträter
Fester Einband: 228 Seiten
Erschienen bei Lappan, 12.01.2016
ISBN 9783830334064
Genre: Humor

Rezension:

Sträter mag lustig. Sagt er selber. Also macht er auch in seinem dritten Buch das, was er am besten kann: Er ist er selbst und das ist überwiegend ganz schön lustig. Manchmal aber auch bissig. Aber immer direkt. Muss nicht unbedingt mit der Ruhrgebietsschnauze zu tun haben, kann aber. Ist auch egal. Der Mann mit der Mütze ist ja paradoxerweise nicht als Schriftsteller bekannt geworden, sondern als Vorleser. Allerdings seiner eigenen Sachen. Damit ist er ein vorlesender Autor. Ist auch egal, solange man mit ihm Spaß haben kann und das geht hervorragend, denn seine direkte und schnodderige Art kommt an. Zudem ist er ein großer Pointenschreiber. Kleine Pointen, manchmal nur zwei, drei Worte und der Gag sitzt. Außerdem ist Sträter symphatisch. Gut, das kann man im Buch nicht sehen. Aber wenn man liest, hört man seine Stimme und sieht seine Mimik. Sträter passt zu sich, er hat alles richtig gemacht, war auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ist auch nicht zu jung. Gut abgehangen kriegt er gleich mehrere Generationen am Schlafittchen. Weitermachen, Sträter, aber aufpassen, dass Du nicht überpräsent wirst. Wäre schade. Ach ja, wenn ich gerne mal zusammen jemand mit Dir auf einer Bühne sehen würde, wäre das Wischmeyer. Das wäre dann "unendlich viel Spaß". Aber so geht ja auch. Bis die Tage.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

warnemünde, ddr-geschichte, satirische utopie, harald martenstein, dd

Schwarzes Gold aus Warnemünde

Harald Martenstein , Tom Peuckert
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.11.2016
ISBN 9783746632827
Genre: Romane

Rezension:

Statt des "unverzüglichen Inkrafttretens der Reisefreiheit" verkündet Schabowski stattdessen Erdölvorkommen an der Ostseeküste. Öl für alle. Unverzüglich. Aus dieser Grundidee zimmern die Autoren Martenstein und Peuckert die jüngste Geschichte. Die DDR als reichstes Land der Erde. Als Undercoverreporter gehen sie den reichen Sozialismus an und schildern, was durchaus hätte sein können, wenn nicht der Besserwessi, sondern die Bossis das Sagen gehabt hätten. Dabei bleiben sie trotz aller Absurdität immer irgendwie hart an einer Realität, die uns nicht unbekannt erscheint, wenn man ehrlich ist. Entscheidend ist dabei nicht so sehr das System, das in dieser und in jeder anderen Form wahrscheinlich nicht besser gearbeitet hätte als in der Realität, entscheidend ist der Deutsche an sich, eingebettet in welches System auch immer, trägt er typische Merkmale an sich, die auch systemimmanent nicht verändert werden können.
Ein tolles Experiment. Dass sich die Autoren dem Stoff in satirischer Form angenähert haben, ist naheliegend. Doch sogar hier blickt man ab und an von der Lektüre auf und der Lacher will im Halse stecken  bleiben. Nie  ist man weit von der möglichen Realität entfernt. Auch heute noch.

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für zwischendurch, sekundengeschichten, bekannte namen

Überraschung!

Clara Paul
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 09.05.2015
ISBN 9783458360643
Genre: Romane

Rezension:

Die Idee ist ja nicht neu und es gibt auch schon einige Anthologien, doch diese kleinsten Kurzgeschichten sind ja nur in den wenigsten Fällen richtige Meisterwerke. Meistens ist es die Konzentration auf einen Gedanken, eine Szene, so viel wie eben in dieser Form geht. Das ist nicht immer so spannend zu lesen und so ist auch in dieser Insel-Zusammenstellung etwa die Hälfte des Materials ganz schnell abzuhaken, obwohl es ja nicht an illustren Namen fehlt. Aber es gibt nur ganz wenige, die diese Literaturabteilung ernsthaft betreiben und insofern überhaupt einen Anspruch erfüllen wollen. Viele liefern einfach nur ein paar Stilübungen ab und einige sind Totalausfälle.
Aber für den kleinen Lesehappen zwischendurch darf man das durchaus empfehlen.

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thriller, elvis cole, waffenhändler, kriminell, l. a

Gesetz des Todes

Robert Crais , Jürgen Bürger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.07.2014
ISBN 9783453437685
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Robert Crais ist ein etablierter Thrillerautor, hat zahlreiche erfolgreiche Romane geschrieben und ist eigentlich mit seinen Bücher immer auf der Erfolgsspur. Auch die Geschichte, in der eine ganze Familie ausgelöscht wird und die Mörder von Joe Pike, einem Ermittler mit persönlichem Interesse gejagt werden, lebt von den üblichen Ingredienzen des klassischen Thrillers. Serbische Mafia, Waffen, Ehrenkodex, das ganze Programm, angereichert mit verwinkelten Schachzügen der Jäger, viel Blut, viele Erschossene, alles, was man auch in den durchschnittlichen Krimiserien sieht. Und das ist das große Manko bei Crais, er ist schon zu routiniert, das Ganze schreibt er in 400 Seiten durchaus spannend herunter, verzichtet auf störende Rückblicke und verwirrende Handlungsstränge. Doch der Verlauf wird absehbar, die Überraschungen im Showdown halten sich in Grenzen. Man kann dem Autoren nicht vorwerfen, dass er sich selbst treu bleibt, doch atemlos macht diese Lektüre nicht.

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kurzgeschichten, erzählung, klassiker

Das Weihnachtsgeschenk

Ray Bradbury , Otto Bayer , Peter Naujack , Christa Schuenke
Flexibler Einband: 69 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 21.10.2016
ISBN 9783257236880
Genre: Romane

Rezension:

Wer Bradbury nur mit den "Mars-Chroniken" oder "Fahrenheit 451" in Verbindung bringt, weiß nicht, welches Potential als Geschichtenerzähler noch in ihm steckt. Dieser kleine Band mit vier Weihnachtsgeschichten, die der Verlag zu Recht als Geschenk für die Leser bezeichnet, zeigen den Autoren von einer fast schon poetischen Seite. Das trifft besonders auf die längste Geschichte vom Bettler auf der O'Connell-Brücke zu. Aber auch Weihnacht auf dem Mars, im Beichstuhl und auf dem Friedhof sind großartige Geschichten, deren stilistische Meisterschaft Bradbury in die Nähe der ganz großen Klassiker rückt. Kann man auch zu Ostern lesen.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

comedy

So funktioniert Deutschland

Hans Zippert , Brigitta Garcia-López
Flexibler Einband: 138 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.07.2006
ISBN 9783423209076
Genre: Comics

Rezension:

Gleich vorneweg: Nicht den Fehler machen (wie der Rezensent) und das Buch in einem Zug (z.B. auf einer Zugfahrt) lesen. Denn dann beginnen die Ermüdungserscheinungen nach etwa der Hälfte und es wird langweilig. Lieber kapitelweise, denn dann kann man Zipperts eigentlich gut geschriebene und mit kleinen Highlights gespickte Deutschland-Satire auch mit einem Dauergrinsen und kleinen Auflachern genießen. Im Ganzen beschränkt es sich aber auf eine ziemlich gleichförmige Art von Gags über die bekannten und oft kolportierten deutschen Eigenschaften, Landschaften und Macken. Das ist nun hier gesammelt, ist gut für Leute, die sich nicht so anstrengen wollen beim Lesen, aber harmlos. Den einen oder anderen Gag hat man schon gelesen/gehört und Nachhaltigkeit dürfte auch nicht zum Konzept des Autors gehören. So hatten alle ihren kleinen Spaß, der Autor beim Schreiben, der Verlag beim Verdienen und der Leser beim Grinsen. Nicht mehr und nicht weniger.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

Der Taxitänzer

Fanny Morweiser
Flexibler Einband: 157 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.11.2001
ISBN 9783257232974
Genre: Romane

Rezension:

Zehn Kurzgeschichten, alle nach dem Schema des launigen Schlagertextes der Gebrüder Blattschuss: "Erst fang' se janz langsam an, aber dann, aber dann ..."
Fanny Moorweiser hat für sich einen eigenen Short-Story-Stil gefunden. Meist in einer idyllischen Vorortatmophäre oder in ganz alltäglichen Situationen entwickelt sie ihre kleinen Episoden mit kurzen und treffenden, of sehr bildhaften Sätzen. Um dann kurz und ebenfalls in nur ein paar Sätzen die Geschichte makaber und eben "noir light" abzuschließen. Das hat nur ganz entfernt etwas mit Poe zu tun, wie uns das Deckblatt verkündet.
So gut ihr Schema auch letztendlich funktioniert, desto größer ist die Gefahr, in die sie sich begibt, wenn die Vorgeschichte sehr viel länger ist als das Finale. Denn so schön sie auch beschreiben und eine Situation transparent gestalten kann, kommt bei der einen oder anderen Geschichte in diesem "langen" ersten Teil Langeweile auf. Manchmal so massiv, dass man nur noch deswegen weiterliest, weil man weiß, wie viele Seiten man noch vor sich hat.
Insgesamt gesehen bleibt dies die einzige Schwäche, wenn auch eine gravierende. Stil und Inhalt sind nicht zu bemängeln, aber der Pep fehlt für die Kurzgeschichte, den Dialogen täte ab und an ein wenig mehr Schärfe auch gut. Aber - dieses Büchlein kann man lesen, wenn man nicht so viel Zeit hat.

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(173)

276 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

humor, tommy jaud, köln, simon, millionär

Millionär

Tommy Jaud
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 15.05.2012
ISBN 9783596512393
Genre: Romane

Rezension:

Es ist relativ einfach, Tommy Jauds Erfolg zu erklären. Seine Bücher sind einfach unkompliziert, frisch und gut geschrieben, beinhalten ein paar echte Brüller, überhaupt, man kommt aus dem Schmunzeln nicht heraus, man hat das alles schon mal irgendwie gelesen, aber hier kommt es punktgenau und passt immer. Auch in diesem Buch ist die Handlung wieder ziemlich abstrus und wird zur Nebensache, denn für den Protagonisten Simon, den wir ja schon kennen, ist der Weg das Ziel. Und der ist bis zur ersten Million gepflastert mit den üblichen Schwierigkeiten, die aber nach Jauds Maxime "Immer feste druff" nicht die sind, die ein üblicher Sterblicher zu umschiffen hat. Aber natürlich wird alles gut und der Leser hat sich blendend amüsiert (der Rezensent natürlich auch).
Jaud merkt man seine Erfahrung beim Fernsehen an, kompromisslos schafft er seine Pointen, hat ein brilliantes Timing für die Gags und wird - das ist selten - eigentlich nie langweilig, weil er es schafft, so wenig wie möglich vorhersehbar zu sein, was in diesem Genre recht schwer ist.
Warum dann doch nur drei Sterne? Weil es Einwegliteratur ist. Ex und hopp, zwar wohlschmeckend, aber kein Sattmacher. Das ist nichts Schlechtes, überhaupt nicht, aber es ist eben der schnelle Griff zur Flasche, ohne Reue, aber auch ohne Suchtfaktor.
Jaud weiß das und er wird darüber nicht unglücklich sein, hat es ihn doch zu einem wohlhabenden Mann gemacht, oder zumindest zu einem Autoren, der voller Genugtuung mit Blick auf die Verkaufszahlen sagen kann: "Who cares?". Genau, und das sei ihm von ganzem Herzen gegönnt, denn in diesem Fach ist er ein Meister und so werden sicher auch die nächsten Werke Erfolge. Und auf die Kritiken kann man dann ganz gut verzichten.

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dokumente, fernando pessoa, briefe

Dokumente zur Person und ausgewählte Briefe

Fernando Pessoa
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Fischer (TB.), Frankfurt
ISBN 9783596111473
Genre: Sachbücher

Rezension:

Sekundärliteratur nennt man alles, was begleitend zu einem Autorenwerk erscheint. Dazu gehören nicht nur die Biografien, Querverweise, Zeitzeugen, sondern auch z.B. Briefe. Bei Pessoa verhält es sich ein wenig anders, denn seine Briefe gehören zu seinem Werk, sind für sich stehende Konstrukte.
Das vorliegende Buch enthält 60 Briefe des Literaten an ausgewählte Adressaten, weiterhin Selbstaussagen des Autoren und Zeugnisse von Angehörigen und Zeitgenossen. Diese Sammlung ist umso interessanter, als dass der Autor Pessoa mit seinen Heteronymen in seinem Werk nur wenig von sich als Mensch preisgegeben hat, sondern mit dem Leser immer nur auf der Ebene der Literatur korrespondierte. Der "ganz normale" Tagesmensch Pessoa blieb immer irgendwie geheimnisvoll, sein Lebensstil war keineswegs öffentlich, sein Privatleben unspektakulär, bzw. überhaupt nicht existent.
So gewährt uns Pessoa selbst ein paar Einblicke in sein Leben, die Briefe erklären einige Dinge, die sein Werk betreffen und die Aussagen der Zeitzeugen geben die Zerrissenheit, aber auch die eigentlich heitere Grundhaltung des Autoren wieder. Das kann natürlich nur auf subjektiven Beobachtungen beruhen, aber interessant ist es für den Pessoa-Freund allemal.
Und genau für den ist dieses Buch in erster Linie. Man muss das Werk dieses Dichters schon für sich entdeckt haben, um einen Nutzen aus dieser Kollektion ziehen zu können. Dann aber ist es eine interessante Ergänzung und hilft, das eine oder andere Kapitel im Leben dieses außergewöhnlichen Autoren besser zu verstehen.

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bitterböse und saumäßig amüsant, sammelwerk, unterhaltung, satire

Kafkas Affe stampft den Blues

Wiglaf Droste
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Reclam, Philipp, 01.09.2007
ISBN 9783150201398
Genre: Comics

Rezension:

Es ist egal, wie alt die Texte von Droste sind, sie sind immer aktuell, weil sich sein liebstes Thema - der Deutsche - nicht ändert. Auch in dieser Sammlung, die schon zehn Jahre alt ist, finden wir wieder die typischen Wesenszüge dieses mittleeuropäischen Volkes, die Droste knüppelhart und mit brillianter Schärfe und der gewohnten Wortakrobatik auseinandernimmt. Dabei geht er hart an die Grenze, aber diese Grenze ist ja auch nur "Allgemeingut", also für einen wie Droste nicht existent. Dass das Ganze dann vielleicht anmaßend und unverschämt wirkt, liegt in der Betrachtungsweise des Lesers, der ja konditioniert ist, dass man bestimmte Grenzen nicht zu überschreiten hat.
Deshalb gibt es wohl keinen besseren Chronisten als Droste, denn er zeigt die Oberflächlichkeit, die dem Betrachten und Erkennen von Charakteristika seiner Objekte in der hiesigen Berichterstattung zugrunde liegt. Und nicht nur das. Durch schonungsloses Behandeln von Tabuthemen (Ratzingers Pamphlete) zeigt er auf, dass die Schlachtung goldener Kälber auch deren Innereien zutage fördert. Und die sind dann alles andere als Gold.
Droste ist immer schon gut für dieses Land gewesen. Zudem weiß er auch noch, wie man unterhält, auch wenn einem das Lachen so manches Mal im Hals stecken bleiben will. Jedes Buch von ihm ist ein Gewinn.

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usa

Am Ende einer Welt

Dennis Lehane ,
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.09.2015
ISBN 9783257069440
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Joe Coughlin hat sich vom aktiven Mafiageschäft verabschiedet und ist nun ein etablierter Bürger und so etwas wie ein Berater und Vermittler zwischen den Clans und Syndikaten, ein Mann also, der von allen geachtet wird und durch dessen geschicktes Lavieren auch alle eine Menge Geld verdienen. Unumstritten. Doch dann soll er aus dem Weg geräumt werden. Plötzlich tauchen alte Rivalitäten auf, die unterschiedlichsten Clans und ihre Interessen treffen aufeinander. Für Joe steht aber noch mehr auf dem Spiel: Es geht um den Schutz seines einzigen Sohnes, den er mehr liebt, als alles andere. Die Sache spitzt sich zu.
Lehane hat sein Buch in die Kriegszeit der frühen 40er Jahre verlegt und die "Krisenzeit" auch für das organisierte Verbrechen beschrieben. Diese Zeit ermöglicht es ihm auch, die einfache Brutatlität der damaligen Mafia-Kämpfe einfließen zu lassen. So geht es in dem Buch heftig zur Sache, manche Sequenzen sind brutal und vom Blut durchtränkt. Unter dem Strich die gewohnte Lehane-Qualtität mit dem notwendigen Maß an Psychologie und natürlich der unvergleichlichen Spannung, die der Mann in seinen Büchern aufbauen kann. Nichts für allzu schwache Nerven, man sollte schon ein paar Gehirnspritzer an der Wand aushalten können.

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Absurdes Glück

Stefan Slupetzky , any.way , Barbara Hanke , Cordula Schmidt
Flexibler Einband: 112 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.03.2012
ISBN 9783499258084
Genre: Romane

Rezension:

"Wer hat's erfunden?", könnte man nach Slupetzkys kleinem Band "bittersüßen" Geschichten fragen und die Antwort kriegen: "Nicht die Schweizer, aber auch nicht die Engländer", denn der schwarze Humor der Österreicher hat noch eine weitere Zutat, nämlich einen märchenhaften Charme , der die Effizienz des Bitteren noch stärker hervorhebt. In 14 kleinen Geschichten reiht sich Slupetzky in die Reihe unzähliger "galliger", aber auch immer schöngeistiger Autoren ein, die aus der Alpenrepublik ihr humoristisches Gift in die Welt spritzen. Slupetzkys Phantasie ist überbordend, denn schon die Wahl seiner Protagonisten und Orte ist manchmal so überraschend, dass es die anderen Inhaltsstoffe wie Humor oder sogar Fabelanleihen gar nicht bräuchte, um interessant zu sein. Glück, Pech, Verirrungen, Traurigkeit und einfach nur schönes Erzählambiente wird immer begleitet von kleinen Knuffen und verbalen Hieben, hinterrücks oder auch offen unerwartet, so schön und absurd, dass keine dieser Geschichten vorhersehbar ist.
Slupetzky, eigentlich aus dem Kinder- und Jugendbuchbereich kommend, hat sich mit seiner "Lemming"-Reihe auch einen guten Ruf als Krimiautor erworben und ist auch ein Meister der kleinen Form. Unverkennbar seine Handschrift, lustvoll und mit einem Dauerlächeln zu lesen, ohne dass es einem im Halse stecken bleibt.
Das ist große literarische Kunst, das ist Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau und man könnte auf die Idee kommen, die Frage: "Wer hat's erfunden?" mit "Slupetzky!" zu beantworten.

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