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Mark Twain unter den Linden

Herbert Beckmann
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 08.02.2010
ISBN 9783839210512
Genre: Historische Romane

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armut, gemeinschaft, gesellschaft, leben, mensch, politik, überpopulation, wirtschaft, zukunft

Der überflüssige Mensch

Ilija Trojanow
Flexibler Einband: 96 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2015
ISBN 9783423348546
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Es geht alles den Bach runter", "Es ist ja doch zu spät", "Daran kann man nichts ändern". Diese und noch einige Slogans mehr dieser Art bestimmen die Kommentare des "gemeinen" Menschen unserer Zeit, der sich von den Medien mit einem bunten Allerlei zurechgeschnippelter Nachrichten, einseitiger Berichterstattung und manipulierter Faktenverwertung füttern lässt. Die von oben subventionierte Ohnmacht, kalkuliert und geschickt eingesetzt in einem Sud aus unterschiedlichen Interessen, bewahrt einen Status quo, der längst nicht mehr vorhanden ist, eine Maske, unter der sich die Zukunft befindet, die alles andere als kontrollierbar ist.
Aufklärer und Fachleute, Gelehrte und Weitsichtige bemühen sich schon seit vielen Jahren auf die Fragilität unserer Welt hinzuweisen, doch das kann nicht im Interesse der Eliten sein, die die Einzigen sind, die vom momentanen Umbruch noch eine Weile profitieren werden. doch auch dieses Modell ist endlich. Die Entwicklung dieser Welt ins Robotronische Zeitalter hat längst begonnen und dadurch verändert sich die Rolle des Menschen ganz wesentlich, denn in der herkömmlichen Form wird jede Ökonomie sterben und mit ihr auch das einzige Kapital, was dem Gros der Menschheit zur Verfügung steht: seine Arbeitskraft. Mit anderen Worten: Der Mensch wird überflüssig.
Darüber wurden von Gelehrten ganze Bücher verfasst, eines ausführlicher als das andere, Horrorvisionen in epischer Länge, immer neue und andere Szenarien, man hat sie da vor sich liegen, diese kleinen Swimmingpools voller Theorie, alle geeignet, in die Abteilung "Erklär' mir nicht die Welt, die versteh' ich sowieso nicht" abgeschoben zu werden.
Ilja Trojanow hat dazu keine Streitschrift verfasst, denn über Fakten kann man nicht streiten. Er nennt diese knapp 100 Seiten starke Veröffentlichung eine "Politische Stellungnahme", man könnte es aber auch "Der Stand der menschlichen Gesellschaft" nennen. Und die hat es in sich. Faktisch kann man ihn nicht belangen, alles ist korrekt und damit vollbringt Trojanow die Großtat, in einer klaren, schnörkellosen und sachlichen Sprache in aller Kürze aber vollkommen ausreichender Gründlchkeit über den Stand der Dinge im Kaptialismus unserer Zeit und der Rolle der Menschen in dieser Lebensform Auskunft zu geben. Auskunft, die alles andere als beruhigend oder sorglos ist, im Gegenteil, wer sich nach dieser Lektüre nicht einige grundlegende Gedanken über die Zeit, in der er lebt macht, den könnte auch der Fall einer Atombombe nicht mehr erschüttern.
Und hier kommen wir zum abschließenden springenden Punkt: Dieses kleine Büchlein ist einfach zu gut und wichtig, um ignoriert zu werden. Es sollte Pflichtlektüre für alle werden. Wenn sich alle diese recht einfach und schnell zu begreifenden Fakten vor Augen halten, dann könnte man vielleicht noch etwas bewegen. Denn wie führt der Autor selbst aus: "Es gibt keine Alternative zu organisiertem, gemeinsamen Handeln".
Ein Buch, das in jedem, in wirklich jedem Haushalt von einem gelesen werden sollte. Was drinsteht, wird derjenige dann schon zu berichten wissen. Unverzichtbar!

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Pater Brown Geschichten

Gilbert Keith Chesterton
Flexibler Einband
Erschienen bei Insel, Frankfurt, 01.10.1995
ISBN 9783458328490
Genre: Sonstiges

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Kritik für Leser

Volker Hage
Flexibler Einband: 335 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 21.09.2009
ISBN 9783518461075
Genre: Sonstiges

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Ochsenblut

Harald Hillebrand
Flexibler Einband: 340 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 21.10.2014
ISBN 9783732233267
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hagen Brandt ist vor sechs Jahren aus dem Polizeidienst ausgeschieden und hat sich nun als Immobilienmakler im brandenburgischen Gransee niedergelassen. Als er in seinem eigenen Domizil den Boden seiner Küche erneuern will, stößt er auf ein menschliches Skelett, das dort schon seit langer Zeit liegt und Brandt zurück in die Zeit des Nationalsozialismus führt. Der Mord an einer Journalistin, die ihm sehr nahe steht, lässt Querverbindungen entstehen und so wird er als Sonderermittler für diesen Fall wieder eingestellt. Die Wellen schlagen hoch bis in die aktuelle Neonaziszene und ganz nebenbei taucht noch der berühmte Schatz vom Stolpsee auf.
Harald Hillebrand war selbst Kriminalist und so fällt dann auch dieser Regionalkrimi sehr strukturiert und methodisch aus. Die Verwicklungen werden systematisch angegangen und sind in sich schlüssig, doch die richtig intensive Spannung will nicht aufkommen, denn das liegt an der Figur des Hagen, ein echter Superermittler, der alles im organisatorischen Griff hat, kaum Fehler macht und von den Kollegen auch schon mal "Chef" genannt wird. Auch das amouröse Umfeld des Ermittlers ist ein wenig zu einfach gestrickt, nicht nur die ermordete Journalistin hatte etwas mit ihm, auch die Spurensicherin ist immer hinter ihm her und schleift ihn ins Bett, was ihm keine Gewissensbisse bereitet, obwohl am nächsten Tag seine Freundin aus dem Urlaub kommt. Man steckt das einfach weg und das hätte sich Hillebrand gerne sparen können.
Es ist der erste Band einer Reihe und man muss wohl die anderen Bände lesen, um festzustellen, ob das perfekte Image des Ermittlers irgendwann mal ein paar Risse bekommt, die ihn als Person interessanter machen. Das Buch ist flüssig geschrieben und liest sich gut, aber unter dem Strich hätte man sich gerade hier im Brandenburgischen einen etwas weniger perfekten Ermittler gewünscht.

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deutschland, gedichte, lyrik

Gespräch unter Bäumen

Hans-Ulrich Treichel , Rainer Weiss , Rainer Weiss
Flexibler Einband: 148 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 26.08.2002
ISBN 9783518399002
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Bevor sich Treichel der Prosa zuwandte, hat er in zwanzig Jahren fünf Gedichtbände veröffentlicht, aus denen hier eine repräsentative Auswahl vorliegt.
Treichel kann man von der Sprache durchaus als einen "sanften" oder "weichen" Poeten bezeichnen, seine Sprache schwebt teilweise leicht durch die Werke. ohne verstörende Brüche oder zerhackte Teile, die Effekte seiner Gedichte kommen aus den Nuancen, aus dem genau durchdachen Umgang mit Worten, er bedient die leeren Zwischenräume, ohne dabei rätselhaft oder unergründbar (eine leidige Krankheit bei vielen deutschsprachigen Dichtern) zu sein. Trotzdem geht er inhaltlich über das bloße Beschreiben hinaus, er hat seine Einstellungen, wird konkret, da wo es angebracht ist und findet Worte, die er in einen leichten Zynismus verkleidet, um ihnen zwar die Schärfe, aber nicht die Bedeutung zu nehmen. Treichel ist natürlich geprägt von seiner individuellen Sozialisation und lässt das in seine Texte genauso einflließen wie Gedanken auf Reisen oder konkreten Lebenssituationen. Das Filigrane ist sein Metier, man stolpert über eine Zeile, über einen Satz, der sich erst nach nochmaligem Lesen und darüber Nachdenken vollständig erschließt und dem Leser ob des Erkennens der Substanz dahinter ein Lächeln entlocken kann.
Treichel ist ein Dichter der ruhigen, aber pointierten Töne und er ist eins, was vielen seiner Kollegen fehlt: Lesbar.

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schlaganfall, schuld, tod, vergebung

Goodbye Lemon

Adam Davies , Hans M. Herzog
Flexibler Einband: 345 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.02.2010
ISBN 9783257240283
Genre: Romane

Rezension:

Als Dexter Tennant als 5jähriger im See ertrinkt, kann man nur von einem tragischen Unfall sprechen. Dennoch geben sich die Familienmitglieder die Schuld. allerdings jeder auf seine Weise, weil nie über den Unglücksfall in der Familie offen und ehrlich geredet wurde. Der zweitjüngste Bruder Jack bricht sogar ganz mit der Familie und erst als seine zukünftige Frau Hahva ihn bedrängt, dem Ruf der Familie zu folgen, weil der verhasste Vater einen Schlaganfall erlitten hat, der ihn total gelähmt und sprachlos gemacht hat, kommt es nach 15 Jahren zu einem Wiedersehen. Die Fronten sind verhärtet, doch es ergeben sich die Möglichkeiten, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Das scheint jedoch einen hohen Preis zu haben.
Davies schrieb einen Roman über Liebe, Trauer und Vergebung, über Konsequenzen, die jahrelanges, tragisches Schweigen über die Wahrheit hat und über vertane Chancen, die durch Missverständnisse entstehen. Das geschieht in einer Sprache, die sich nicht abhebt von den normalen Geschehnissen im Leben, nur weil es hier um den Tod und die Schuld geht. Im Gegenteil, die Schuld als alltäglicher Begleiter bringt sogar komische Momente mit sich, deren Tragik allerdings im Zusammenhang mit dem Schweigen und der Manifestierung lückenhafter Erinnerungen entsteht. Ein sehr sensibler Roman mit einigen Überraschungen und sehr vielen emotionalen Höhepunkten, fein komponiert und sorgfältig strukturiert in kleinere und größere Abschnitte. Ein Buch, das den Leser nachdenklich stimmen sollte.

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alkoholismus, anton tschechow, glück, krankheit, lebenszeit, liebe, natur, schreiben, tod, vergänglickeit

Ein neuer Pfad zum Wasserfall

Raymond Carver , Helmut Frielinghaus , Helmut Frielinghaus
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.04.2013
ISBN 9783596950058
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Nachdem Carver seine Krebsdiagnose bekommen hatte, machte er sich zusammen mit seiner Frau, der Autorin Tess Gallagher, an die Arbeit zu einem letzten Buch mit Gedichten, die hier nun unterteilt in sechs Abschnitte vorliegen. Obwohl Carver für seine Short-Stories berühmt und auch bis heute auf dem Gebiet das Maß aller Dinge ist, hat er seiner Lyrikproduktion große Aufmerksamkeit gewidmet, er war nicht der Schreiber, der "nebenbei" Gedichte verfasst. Das, was von ihm in dieser Form existiert, ist wahrscheinlich noch wirkungsvoller als seine Geschichten, denn in seiner Lyrik hat er die Grenzen von Lyrik und Prosa verschmolzen, er wollte keine Trennung, er hat eine freie Form geschaffen, die es dem Leser ermöglicht, Transparenz von Prosa ins Lyrische mitzunehmen. Dadurch wurde der Unterschied der Formen aufgehoben und eine profitierte von der anderen. Die daraus entstandene Mischform machte es möglich, Inhalte so reich wie möglich zu präsentieren, vom Gedicht her konzipiert und dann eben als "Summe" aller Möglichkeiten zur "erweiterten Lyrik" ausgearbeitet. Zudem hat Carver seine Gedichte in die von anderen Autoren eingebettet, vornehmlich Tschechov, und betonte damit seine lyrische Verwandschaft zu diesen Kollegen.
In ihrem ausführlichen und wunderbaren Nachwort gibt Tess Gallagher, seine Ehefrau und ebenfalls Schriftstellerin, Auskunft über die Arbeit an diesem Buch, Sie lässt uns aber auch an den letzten Monaten des Ausnahmeschriftstellers teilhaben und gibt tiefe emotionale Einblicke in den Menschen Carver.
Ein unverzichtbares Buch für alle Carver-Anhänger, aber auch die Novizen können getrost mit dieser Sammlung anfangen, denn ganz sicher  werden sie den (überschaubaren) Rest von Carvers Werk auch noch lesen wollen.

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design, entwicklungsroman, familie, gesellschaftlicher wandel, typographie

Nichts Weißes

Ulf Erdmann Ziegler
Flexibler Einband: 255 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.12.2013
ISBN 9783518464724
Genre: Romane

Rezension:

Marleen ist die begabte Tochter einer Familie, die in der Werbung arbeitet. So ist es ganz normal, dass sie mit der graphischen Umsetzung von Buchstaben aufwächst. Dass die rheinische Heimat einmal zu eng für ihre Ambition wird, eine neue, perfekte Schrift zu erfinden, scheint absehbar. Während sie zu einer ganz "normalen", jungen Frau heranwächst, verliert sie nie ihren Traum. In Paris arbeitet sie dann für den Giganten der Typologie, Titus Passeraub, der ihr das Rüstzeug für die Verwirklichung ihrer Ambitionen mitgibt. Doch die kollidiert mit der Ende der 80er Jahre rasanten Entwicklung der Technik.
Zieglers Roman beschreibt den Anfang vom Ende. Eine Technlogie, die herkömmliche Arbeitsmethoden revolutioniert und alle kreativen Momente entweder ganz erstickt oder im Sinne ihrer Perfektionierung umleitet. Das macht er spannend, weil er nicht nur diesen Hauptstrang erzählt, sondern mit seiner Hauptperson auch ein lebendiges Beispiel diese Veränderungen miterleben lässt und welchen Einfluss sie auf das Leben eines kreativen Menschen hat. Marleens emotionales Durcheinander, das eigentlich gar keines ist, sondern nur einen Aneinanderreihung von Begebenheiten mit langfristigen Konsequenzen wird einfühlsam und glaubhaft zum zweiten Handlungsstrang, den der Autor geschickt mit dem ersten verknüpft. Ein ruhiger und flüssiger Stil macht das Buch zu einem sehr angenehmen und interessanten Leseerlebnis mit Potential, sich mit der rasanten Entwicklung der letzten Jahrzehnte auseinanderzusetzen.

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Der Fluch des Hauses Dain

Dashiell Hammett , Wulf Teichmann
Flexibler Einband: 273 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 21.12.2010
ISBN 9783257240740
Genre: Krimi und Thriller

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Harmonie Geschichten


Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 01.07.2014
ISBN 9783649618317
Genre: Sonstiges

Rezension:

Man nehme: Ein paar schöne Sprüche der Weisheit, kurze Geschichten namhafter Autoren wie Hesse, Ende, Walser, Coelho und andere und packe das alles schön ein in Hardcover mit einem angenehmen Cover und nenne das dann "Harmoniegeschichten". Genauso so hat es der Coppenrath-Verlag gemacht, das Ergebnis kann sich sehen und lesen lassen, bei den kleinen Geschichten handelt es sich um vollkommen unaufgeregte Kleinode, die nicht besonders tief gehen, aber aufgrund ihrer schriftstellerischen Qualität ein willkommene Abewechslung zu den oft schreienden Anthologien anderer Verlage ist. Keine der Storys regt auf, im Gegenteil, sie beruhigen und das ist auch der Sinn der ganzen Sache.
Dass dieses Bändchen nur knapp 100 Seiten füllt, stellt die Fähigkeiten der Schreiber zwangsläufig ein wenig ins Abseits, gerade bei den Ausschnitten aus größeren Werken, aber hier zählt der Gesamteindruck und der ist positiv, zielgerichtet und erfüllt seinen Zweck, auch wenn natürlich die kleinen "Appetitanreger" manches Mal ein wenig zu knapp bemessen sind. Trotzdem - für die kleine Pause zum Entspannen zwischendurch bestens geeignet.

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bumerang, italien, neapel, traum vom fliegen

Montedidio

Erri De Luca , Annette Kopetzki
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 04.01.2014
ISBN 9783548611877
Genre: Romane

Rezension:

Der 13jährige Erzähler arbeitet schon früh in der Werkstatt von Meister Erricos, zusammen mit dem Schuster Don Rafaniello, der hier eine NIsche gefunden hat, um "die Schuhe Neapels zu reparieren. Der Junge hat einen wertvollen Besitz, einen Bumerang, den er von seinem Vater geschenkt bekommen hat. Er trainiert unablässig auf den Tag zu, an dem dieser Bumerang fliegen wird. Mit den Übungen wird er zum Mann, die Muskeln stählen sich und diese Entwicklung wird von Maria unterstützt, die zwar gleichaltrig, aber dennoch viel erwachsener ist. Der Junge wird ihr Verlobter. Alles arbeitet auf die Neujahrsnacht hin, an dem der Bumerang zum ersten Mal fliegen soll. Fliegen will an diesem Tag auch Don Rafaniello, unter dessen großem Buckel sich Flügel befinden, wie er dem Jungen erklärt.
Eine große Liebesgeschichte aus Neapel in der Nachkriegszeit, erzählt von einem Autor, der seine wunderschönen Sätze wie aus einem Füllhorn über den Leser ausschüttet. Liebe, wahre Gefühle und echte Zuneigung können jederzeit die bösen Mächte besiegen ist sein Credo und das vermittelt er in einer Sprache, die an Musik in ihrer perfektesten Ausführung erinnert. Ein Buch, das keinen Satz zu viel enthält, dessen Zutaten geeignet sind, ein Stück Literatur für die Ewigkeit zu schaffen. Ruhe und Gelassenheit sollte man sich nehmen, wenn man dieses Werk geniessen will.

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

england, familie, familienbruch, gedanke, gefühle, geheimnisse, gemeinsam, internet, liebe, london, online-games, #outing, paperback, trauer, trauerbewältigung

Ganz normale Helden

Anthony McCarten , Gabriele Kempf-Allié , Manfred Allié
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.03.2014
ISBN 9783257242713
Genre: Romane

Rezension:

Nach dem Tod seines Bruders wird für Jeff Delpe das Familienleben zum Alptraum. Als Erstgeborener schon immer in der Rolle des weniger geliebten Sohnes muss er nun mit ansehen, wie die Trauer die Eltern auseinanderbringt. Er sucht seinen Platz in der virtuellen Welt und wird dort ein Star, verdient sogar Geld und weil er mittlerweile auch schon volljährig ist, beschließt er, aus dem Elternhaus auszuziehen. Ohne über seinen Verbleib Auskunft zu geben. Vater Jim will nicht auch seinen zweiten Sohn verlieren und macht sich im Netz auf die Suche nach ihm. Dabei verliert er sich in den fließenden Grenzen zwischen der fiktiven und der realen Welt.
Der Roman ist die Fortsetzung von "Superhero", aber vollkommen unabhängig von der Lektüre des ersten Teils. McCarten, der sich als Erzähler einen Platz in den oberen Rängen erschrieben hat, weiß hier mit einer gut durchdachten und spannenden Geschichte zu überzeugen. Alles, was sich hier zuträgt, gibt es millionenfach auf der Welt in verschiedener Ausprägung. Die undeutliche Trennung von realer und virtueller Welt, die damit verbundenen Identitätsprobleme, die Entfremdung von der Wirklichkeit und das Suchtpotential, das hinter all dem steckt und schon so manches Leben zerstört hat, sind hier in einer großartigen Geschichte miteinander verwoben. Es ist beängstigend, wie weit ein Identitätsverlust stattfinden kann, mit welchen Konsequenzen in der realen Umwelt zu rechnen ist und wie traurig viele Schicksale sein können, in denen die Welt aus dem Netz die Oberhand hat. McCarten hat einen spanndenden und aufrüttelnden Roman darüber geschrieben, der Betroffenheit auslöst und vielleicht den einen oder anderen dazu bringen kann, über sein zügelloses Netzleben nachzudenken. Sehr empfehlenswert mit (hoffentlich) Nachwirkungen.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

amerika, chicago, drogen, dunkle seite amerikas, düster, ehebruch, engel, familie, flucht, flucht tod schicksal, frau, gefängnis, kinder, phoenix, überfall

Engel

Denis Johnson , Bettina Abarbanell , ,
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.04.2003
ISBN 9783499230547
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als Jamie auf der Flucht vor ihrem Mann mit ihren zwei Kindern in den Greyhound-Bus steigt, hat sie zwar eine Richtung gewählt, doch kein Ziel. Sie trifft auf der Reise Bill Houston, einen wankelmütigen und trotzdem anziehenden Ganoven. Die beiden bleiben zusammen und teilen ihre Ziellosigkeit und als das Geld ausgeht, beschließt Bill, sich mir seiner Familie einzulassen. Die Sache gerät außer Kontrolle, als er mit seinen Brüdern eine Bank überfällt.
"Noir" würde man das wohl im gängigen Schubladendenken bezeichnen, doch das trifft es nicht. Eindringlich und atmophärisch dicht beschreibt Johnson die Reise zu den Abgründen, an denen aber immer wieder die Hoffnung aufleuchtet und die Trostlosigkeit von vorsichtiger Zärtlichkeit durchzogen wird. Die emotionalen und deutlichen Beschreibungen von Erlebnissen, die der Asuweglosigkeit einen Rahmen geben, mögen verstören, doch sie sind nur der Kontrast zu einer vielschichtigen und nuancenreichen Abfolge meist logischer Abläufe.
Johnson hat mit diesem Roman seinen Status als wichtiger Autor der amerikanischen Gegenwartsliteratur begründet. Das ist ganz sicher Fakt, denn selten gelingt es einem Autoren, die Realität so intensiv vom Wort direkt ins Emotionale des Lesers zu transportieren. Und ebenso selten gelingt es, in einer scheinbar dunklen Welt die Lichtmomente so klar funkeln zu lassen. Ein sehr intensives Leseerlebnis.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Neue Liebesgedichte

Hans-Ulrich Treichel , Hans-Ulrich Treichel
Flexibler Einband: 121 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 25.02.2008
ISBN 9783458350422
Genre: Gedichte und Drama

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

autoren, bibliophilie, buch, bücher, gedanken, geschenkbuch, kurzgeschichten, lesen, literatur, sachbuch, schriftsteller, verleger, werbebuch, werbemittel, zitate

Weihnachtsgabe 2008 Warum lesen?


Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 01.11.2008
ISBN 9783257797190
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wenn man Fan vom Diogenes-Verlag ist, dann weiß man, dass es Weihnachtsgaben, Messegaben und ab und an weitere Benefits gibt, die nicht zum Verkauf in die Läden kommen. Die gibt es zu Werbezwecken als Dankeschön für gute Kunden einer Buchhandlung. Manchmal hilft der Zufall hilft oder man bekommt eines der begehrten kleinen Büchlein irgendwo zugesteckt oder sie erscheinen plötzlich mitten im Jahr irgendwo hinter einer Kasse, weil sie einfach raus müssen und dann muss man als Entdecker schnell sein und auch schon mal unverschämt anfragen, wenn man sie gesehen hat. So verhält es sich auch mit diesem, es ist die Weihnachtsgabe 2008 und enthält Erstaunliches. alles zum Thema Lesen, Bücher, Literaturbetrieb und Schriftstellerei in ausgewählten Bonmots ausgewählter Schriftsteller. Da geht dem Literaturfreund das Herz auf bei soviel Weisheit über den Komplex Buch, Autor und Leser, nichts wird ausgespart und die hier versammelten Zitate decken alles ab, was man schon immer wissen und sagen wollte und nur nicht formulieren konnte. Für alle Autoren und Möchtegernautoren gibt es das Kapitel "Wie schreiben?", das so ziemlich alle Ratgeber ersetzt, die man heute kaufen kann. Ein nützliches und hochinteressantes Brevier, das bequem unter dem Kopfkissen Platz hat ohne zu drücken. Denn wer es besitzt, wird öfter darin blättern, als er anfangs angenommen hat. Essentiell!

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569 Bibliotheken, 15 Leser, 3 Gruppen, 85 Rezensionen

altes land, dörte hansen, familie, familiengeschichte, flucht, flüchtlinge, hamburg, heimat, landleben, nachkriegszeit, norddeutschland, ostpreußen, plattdeutsch, roman, vertreibung

Altes Land

Dörte Hansen
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knaus, 16.02.2015
ISBN 9783813506471
Genre: Romane

Rezension:

Vera Eckhoff ist Flüchtlingskind aus Ostpreußen. Es verschlägt sie mit ihrer Mutter auf einen Hof im Alten Land. Die lässt ihr Kind zurück und Vera erbt den Hof und das Haus, fürchtet sich vor dem Haus, kann aber nicht gehen und lebt dort nach dem Tod ihres kranken Mannes alleine. Die Beziehung zu dem Haus ist zwanghaft, bis nach sechzig Jahren wieder Flüchtlinge aufgenommen werden müssen. Ihre Nichte Anne mit Leon, ihrem kleinen Sohn, wurden von Annes Mann verlassen und ziehen nun in das alte Haus ein. Die beiden Frauen haben ihre Heimatlosigkeit gemeinsam und beide fanden bis dahin noch keinen Weg, sich mit ihrer Vergangenheit konstruktiv auseinanderzusetzen. Doch dann beginnen sich mit der Renovierung des Hauses die Dinge zu verändern.
Eine anrührende Geschichte schreibt die Autorin über das Leben auf dem Land. Die Vorurteile und die Schönheit kann sie genauso ausführlich beschreiben wie die Wechselwirkungen mit der Natur. Eine ruhige und in sich schlüssige Familiengeschichte mit emotionalen Spannungen und Höhepunkten, die nie übertreibt und immer menschlich ist. Das große Plus ist die Ehrlichkeit, mit denen die Protagonisten agieren und noch ein weiterer Genuß ist der Stil von Dörte Hansen. Sie beherrscht die Form der kurzen Sätze und des Weglassens, knapp und prägnant kommen ihre Beschreibungen, knapp auch die Dialoge. Kein Wort ist zuviel und die hohe Kunst dieser minimalen Form gleich im Debüt zeigen zu können, lässt den Rezensenten froh sein, dass hier endlich mal ein Debüt zu Recht etwas gehypt wurde und es zum Bestseller brachte. Verdient.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

biografien, bücher über bücher, bücher über das lesen, essays, literatur, thomas keul

Unwürdige Lektüren

Thomas Keul , Thomas Glavinic
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Schirmer Graf, 14.03.2008
ISBN 9783865550538
Genre: Sonstiges

Rezension:

Bücher mit Listen, Ratgeber, Vorschlägen, was Sie zu tun, zu sehen, zu bereisen und zu lesen haben, gibt es mittlerweile jede Menge. Anthologien zu allen möglichen Themen mit bekannten und nicht so bekannten Schriftstellern dienen der Vermarktung derselben und bringen den Verlagen nebenbei noch ein kleines Taschengeld. Da ist die hier vorliegende Sammlung von Texten mehr oder weniger bekannter Autoren eine originelle Ausnahme, denn die Herrschaften werden nach ihrer "unwürdigen Lektüre" gefragt und das interessiert doch den Leser mal wirklich, was der seriöse Autor liest und es nie zugeben würde. "Unwürdige Lektüre" eben, im schlimmsten Fall sogar imageschädigend, wenn sich jemand wie Martin Walser als Fix und Foxi-Fan outen würde. Nun ist Walser nicht dabei, aber trotzdem haben sich die gefragten Autoren ehrlich zu ihren Schrullen bekannt, Karl May ist dabei, die Kronenzeitung und noch einiges mehr, was man sonst nicht mit der literarischen Pinzette anfassen würde.
In teilweise sehr launigen Aufsätzen bekennen sie Farbe und geben dabei der Trivialliteratur ihr Alibi. Konsenz kann nur sein, dass es ohne sie nicht geht. Das liest sich alles sehr erfrischend und vor allem, macht es Spaß und der muss bei aller Seriosität in der Literatur unbedingt auch mal sein.
Eine schöne Idee, toll umgesetzt und sehr kurzweilig. Leseempfehlung!

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

2016, abenteuer, außenseiter, behinderung, bescheidenheit, frankreich, freundschaft, lebensplan, november, selbstbestimmung, spontaneität, zusammenhalt

Der Poet der kleinen Dinge

Marie-Sabine Roger ,
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 19.02.2016
ISBN 9783423253697
Genre: Romane

Rezension:

Eine interessante Story, die der Buchrücken verspricht. Weltenbummlerin Alex kümmert sich um "Dödel" Gérard, den die Schwägerin gerne aussetzen will, trist ist es schon am Kanal, wo alle leben und sich begegnen, eine Hühnerfarm ist nicht der attraktivste Job und so geht es dann los, Alex hat sowieso ein irgendwie verkorkstes Leben und die Autorin schreibt gute, kurze Sätze, die manchmal klug sind, doch dann wird's eben nicht nur unübersichtlich mit einem zweiten Erzähler (man muss aufpassen, wann der sich einschleicht), sondern es geht einfach nur ganz schleppend weiter, Roger verliert sich mal in Retrospektiven, dann hängt sie in der tristen Landschaft, wiederholt die Cholerik der Schwägerin und da passiert nicht viel bis nichts, immer glaubt man, es wird schon Fahrt aufnehmen, dann sieht man auf die Seitenzahl und stellt fest, man ist schon durch die erste Hälfte und dann macht es keinen Spaß mehr, es ist eigentlich immer noch der Anfang, das reicht, man klappt das Buch zu, bevor man sich über die Zeitverschwendung aufregen kann.
Das heißt jetzt nicht, dass die Autorin schlecht schreibt, ganz sicher nicht, manches Mal blitzte ein Gedanke oder ein Satz auf, der ein Lächeln ins Herzchen schickte, doch die Dramaturgie und die Bewegung im Roman stehen in keinem Verhältnis zu den Erwartungen, die im Begleittext geweckt werden. Schade.
Wenn man ein Buch nach der Hälfte beiseite legt, dann ist es verloren für den Leser. So ist das wohl hier beim Rezensenten gelaufen.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

alter, amerikanische literatur, familie, historisches, krieg, liebe, maine, roman, stewart o'nan, tod, usa, zweiter weltkrieg

Sommer der Züge

Stewart O'Nan , Thomas Gunkel , Cathrin Günther , Walter Hellmann
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.08.2000
ISBN 9783499227783
Genre: Romane

Rezension:

Anne und James Langer verbringen den Sommer im Haus von Vater Langer in dessen Strandhaus in Monthauk, um ihn zu pflegen und in den unausweichlichen Tod zu begleiten. Dass das aber keine Sommeridylle wird ist von vornherein klar, denn James hat Anne mit einer Studentin betrogen und nun wird er dafür mit der Unsicherheit bestraft, ob die Beziehung zu Anne gerettet werden kann. Rennie, der älteste Sohn, ist in den Krieg gegen die Japaner eingezogen worden und man bangt zuhause jeden Tag um Ihn. Aber auch um Jay, den Jüngsten, muss man sich Sorgen machen, ob er den ganzen Einflüssen in der Familie gewachsen ist.
O'Nan breitet die ganze Palette menschlicher Versagen in der Liebe, Glücksverheißungen und Beziehungsgeflechte von Familienmitgliedern in seinem Buch aus. Er erzählt im Stile der großen Schreiber seines Genres wie Ford und Updike, doch trotzdem stockt der Roman manches Mal mit diesen abrupten Retrosepktiven, denen man ansatzlos im aktuellen Geschehen ausgesetzt ist. Dass sie nicht deutlicher abgesetzt werden, verwirrt so manches Mal und unterbricht den Lesefluß. Der Autor ist ein großartiger Vermittler von Bildern, wie man in seinen Romanen immer wieder feststellen kann, doch hier übertreibt er so manches Mal und verliert sich in Einzelheiten, die ebenfalls das Spannungsniveau senken. Das ist auch das einzige Manko dieses ansonsten sehr sensiblen Romans: Seine Längen. O'Nan hätte gut getan, einfach die Stimmung konstant zu halten und einiges zu streichen. Unter dem Strich wären 100 Seiten weniger und ein bisschen mehr System bei den Blicken in die Vergangenheit für das Buch förderlich gewesen, denn eigentlich ist es sehr ergreifend und schön.

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amerikanische literatur, erste und letzte storys, erzählungen, kurzprosa, raymond carver, short stories

Erste und letzte Storys

Raymond Carver , Helmut Frielinghaus , Tess Gallagher
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Berliner Taschenbuch Verlag BVT, 01.05.2004
ISBN 9783833300981
Genre: Romane

Rezension:

Macht es noch Sinn, Carver zu rezensieren? Wenn sich die Leser und alle Autoren einig sind, dass er der Meister der Kurzgeschichte ist? So will sich auch der Rezensent nicht mit einer "normalen" Rezension beschäftigen, denn auch diese Storys nehmen sich inhaltlich Carvers bekannten Themen an. Es sind die Storys von kleinen Dingen, von gewöhnlichen Menschen, die nur ab und an das Pech haben, auf der falschen Seite des Lebens zu stehen, im Lager der Unglücklichen oder Verlierer.
Carvers kurzes Leben war stark geprägt von Alkohlproblemen und zum Schluss von Krankheit. Das machte seinen Output übersichtlich. Der Berlin-Verlag hat eine wunderschöne dreibändige Ausgabe seiner Werke herausgebracht und zeichnet auch für diesen Band verantwortlich. Bis kurz vor seinem Tod arbeitete Carver noch an einer Zusammenstellung seiner Lieblingsgeschichten. Die legte seine langjährige Lebensparnterin Tess Gallagher diesem Band zugrunde. Er enthält frühe Geschichten, die vor dem Erscheinen seiner drei Hauptwerke geschrieben wurden. Schon hier zeigt sich sein außergwöhnliches Talent in diesem Genre, einige der Storys sind schon besser als das, was sonst als Short-Story herausgebracht wird. Die neues Storys zeigen seinen ausgereiften Sti. den er perfektioniert hat und der das Material unwiderstehlich macht.
Da im Laufe der letzten Jahre auch seine Gedichte ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben, ist Carvers Werk nun vollständig der Öffentlichkeit zugänglich.
Ein großes Lob auch an den Übersetzer Helmut Frielinghaus, der alle Carver-Bücher mit Herzblut und Empathie bearbeitet hat und genau den Ton getroffen hat, der den Originalen zugrunde liegt.
Unverzichtbar und großartig.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

amerika, erzählungen, gedichte, lyrik, short story, stories

Gorki unterm Aschenbecher

Raymond Carver , Uwe Hienz
Flexibler Einband: 151 Seiten
Erschienen bei Maro, 01.01.1992
ISBN 9783875122091
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Dass Carver der Meister der Short-Story ist, scheint unbestritten. Mittlerweile liegt sein Gesamtwerk auch in Deutschland in schönen und vollständigen Editionen vor. Was nicht alle wussten ist, dass er auch Gedichtbände veröffentlicht hat. Über den vorliegenden, ein "Best of" aus fünf Bänden, wird sich jeder selbst ein Urteil bilden, was es mit dem Poeten Carver auf sich hat. Wobei es ja eigentlich keine Gedichte sind, denn der Autor pflegt einen "offenen" Stil ohne den Zwang von Konventionen, da hält er es mit Bukowski, zu dem ihn eine Seelenverwandschaft verbindet. Der Inhalt ist wichtiger, vielleicht wäre es besser, diese Texte Miniaturen zu nennen, denn genau das sind sie, kurze Short-Storys, mit demselben Zungenschlag geschrieben wie seine Storys. Es ist nun mal sein Stil, kurz und prägnant zu sein, kein Wort zu viel zu schreiben. Der Klappentext drückt es sehr moderat aus, wenn von "Verkehrsunfällen" oder "Kleinen Fluchten" die Rede ist. Es ist Carver in der Kurzform und darin ist er nur ein ganz klein wenig anders, als in seinen Storys. Dass es trotzdem besser ist als mancher Schrott, der dem Leser als Gedicht oder Poesie verkauft wird, muss man nicht extra erwähnen.

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denken, glück, handeln, ratgeber, toxische emotionen

Die Kunst des guten Lebens

Rolf Dobelli , El Bocho
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.10.2017
ISBN 9783492058735
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wäre der Autor ein anderer, dann hätte das Buch meine "Literaturhöhle" nicht gefunden, aber Dobelli konnte gerade mit seinem Werk über das klare Denken überzeugen. Grund der Irritation ist der Vermerk "Wege zum Glück", denn an diesem Thema arbeiten sich gefühlte hunderttausend Autoren ab. Glück ist nun mal nicht zu definieren und auch Dobelli macht das nicht, er nutzt Material der Glücksforschung (heißt wirklich so) für seinen psychologischen Background und das ist legitim. Besser wäre es wohl, dem Titel den Zusatz "Wege zum guten/besseren Leben" anzuhängen, aber das ist eine Formalität.
Dobelli bleibt bei Bewährtem, er präsentiert 52 Kapitel/Wege, die zu einem besseren/guten Leben führen können, wenn man sich diese Werkzeuge aneignen will. Verstehen tut man sie in jedem Fall, denn der Autor schreibt bestechend einfach, klar und substantiell, sodass man gleich mit dem Wichtigsten beginnen kann, um Nutzen daraus zu ziehen: der Selbstreflektion und dem angeschlossenen Denken. Es ist erstaunlich, mit was für Fakten hier aufgewartet wird. Erstaunlich deshalb, weil sie einfach sind, nachweisbar und eigentlich nur das formulieren, was wir uns selbst erarbeiten könnten, wenn wir es nur wollten. Doch gerade diese Mechanismen des programmierten und unflexiblen Denkens und der Beschäftigung mit den Ergebnissen ist es, was Dobelli auf frappierend kompakte Weise aus den Tiefen unseres Bewusstseins hervorholt. Ganz stark ist sein Bezug zu Beispielen unseres Alltags, mit denen wir uns sofort identifizieren können. Wer sich dann aus diesen Herleitungen und Schritten das Essentielle herausholt, hat mit diesem Buch einen Freund für das weitere Leben, in dem man immer mal wieder nachschlagen kann, wenn man in die üblichen Fallen unserer einflussnehmenden Umwelt tappt. Doch eines ist sicher: Man muss es wollen und die Kraft aufbringen, Änderungen in seinem Leben vorzunehmen. Unbedingte Leseempfehlung!

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Wunder der Gelassenheit

Nancy O'Hara , Nancy O´Hara , Marion Zerbst
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.02.2011
ISBN 9783453701601
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wer denkt, dass man Gelassenheit genetisch eingepflanzt bekommt oder per Seminar erlernen kann, der irrt. Auch wer sich darauf verlässt, ab einem bestimmten Alter die Gelassenheit zu erlangen, wird enttäuscht werden. Was die Gelassenheit ausmacht, ist ohnehin nicht so einfach zu beantworten. Das aber wieder jede Menge Bücher den Markt nach dieser bestimmten Frage des menschlichen Glücks überschwemmen, ist in diesen Zeiten selbstverständlich, denn wir sehnen uns nach Glück, Frieden, Sicherheit und - nach Gelassenheit.
O'Hara bestimmt Gelassenheit als Zustand des Loslassens konventioneller Denk- und Erwartungsstrukturen. Außerdem durch die Konzentration auf die Gegenwart. Damit liegt sie richtig und sie baut auch mit ganz einfachen Erklärungen und Thesen ein Fundament aus Ideen und Denkanstößen, das gut ist, übersichtlich und schlüssig. Im Prinzip hat sie damit eigentlich alles richtig gemacht, auch der Bezug zur buddhistischen Lehre, der hier keinesfalls dogmatisch, sondern nur unterstützend angewandt wird, ist ein probates Hilfsmittel. Doch natürlich verlangt der Leser nach mehr, nach Umsetzung und nach Anweisungen, wie er sich verhält, wenn er nicht die Möglichkeit der Reflexion hat, die die Autorin voraussetzt.
Das ist auch nicht der Anspruch der Autorin, das kann sie in diesem kleinen Buch auch nicht leisten, doch sie gibt trotzdem Bedienungsanleitungen für wichtige Punkte, die der Leser beachten soll und die fallen natürlich zu mager aus, es sind einfache Anweisungen, die sich im Alltag von den wenigsten erfüllen lassen. Neben diesem gravierenden Manko, die praktische Seite ihres Buches nicht von Anfang an auszuklammern, gibt es eine zweite negative Anmerkung zu machen, denn O'Hara geht davon aus, dass ihr jeder auf dem Weg folgen kann. Das dürfte allerdings vielen, die in ernsthaften existenziellen Krisen stecken, nicht gelingen. Sie hätte von vornherein klarmachen müssen, dass der Leser nicht nur zeitlich in der Lage sein muss, die Gedanken nachzuvollziehen, sondern auch in der seelischen Verfassung, um sich damit auseinanderzusetzen. Jemandem, der unter Depressionen leidet oder nicht weiß, wie er seine Familie ernähren soll, wird man wohl kaum antragen können, sich primär in der Erlangung der Gelassenheit zu üben.
Fazit: Das Buch ist gut, wenn es darum geht, dem spirituellen Grundgerüst des Menschen ein paar schöne und wirklich sinnvolle Imulse zu geben. Wer sich allerdings auf die praktischen Empfehlungen enlässt, wird sicher sehr schnell aufgeben, denn Anweisungen ja, aber nicht in dieser oberflächlichen und unvollständigen Form. Eine gelungene Meditation fordert eine sorgfältige Vorbereitung und langer Übung.
Eine Empfehlung soll aber trotzdem gegeben werden, denn es steht viel Schlaues und Komptentes im Buch und zwar in einer direkten und schnörkellosen Sprache. Jeder kann es als ein Sprungbrett für weitere individuelle Schritte benutzen.

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58 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

affäre, beziehung, bookcrossing, djian, ehe, erotik, erwachsenwerden, erwachsen werden, liebe, roman, trennung, vater sein

Pas de deux

Philippe Djian , Michael Mosblech
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 25.11.2015
ISBN 9783257228694
Genre: Romane

Rezension:

Das Dreigestirn Henri-John, Oli und Edith ist seit frühester Jungend zusammen und verleben ihre Jugend im Sinn-Rein-Ballett. Henri-John und Edith heiraten, doch die Ehe bricht auseinander, weil Henri während Ediths Abwesenheit eine Affäre hat und außerdem ihr neuestes Buch als das Schlechteste bezeichnet, das sie je geschrieben hat. Henri-John muss feststellen, dass er nichts anderes will, als seine Frau zurück. Doch das ist nicht ganz so einfach, wie es sein sollte.
Djian hat mit einer außerordentlich geschickten Dramaturgie Vergangenheit und Gegenwart in zwei Erzählsträngen nebeneinander gestellt. Praktisch Ursache und Wirkung. Daraus entwickelt sich die ganze Story mit ihren Nebenarmen, die alle immer wieder zur Hauptstory zurückfinden. Mit einer sprachlichen Lebendigkeit und stimmungsvollem Situationswitz packt er den Leser über die vollen 440 Seiten und lässt ihn teilhaben am Erwachsenwerden der drei Protagonisten, bis es sich am Ende bündelt und Resultate der Lebensläufe eine vollzogene Entwicklung sind.
Ganz sicher gehört dieser Roman zu Djians besten und es lohnt sich, in die unbekümmerte Sprachästhetik des Autoren einzutauchen , der mit einer jugendlichen Frische die Sprache spricht, die überzeugen kann.

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