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salvatore, dichter, aufgeklärt, masterson, glücklicher mensch

Eine romantische junge Dame und andere Erzählungen

W. Somerset Maugham , , ,
Flexibler Einband: 359 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 25.11.2008
ISBN 9783257237955
Genre: Klassiker

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75 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 9 Rezensionen

krimi, agatha christie, hercule poirot, morphium, kriminalroman

Morphium

Agatha Christie
Flexibler Einband: 205 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 08.04.2008
ISBN 9783596179558
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Katharine Carlisle steht vor Gericht und wird des Mordes an Mary Gerrard angeklagt. Katharine ist die Erbin eines stattlichen Vermögens ihrer Tante und hatte zusammen mit ihrem Verlobten Roddy schon ihre Zukunft in dem Anwesen ihrer Verwandten geplant. Doch der verliebte sich in die junge Mary Gerrard und nach dem Tod der Tante wurde die Verlobung aufgelöst. Für Katherine bricht eine Welt zusammen. Als sie das Anwesen auflöst und ihr bei der Sichtung der Sachen unter anderem auch Mary hilft, scheint sich eine Chance aufzutun, Rache an der jungen Nebenbuhlerin zu nehmen. Sie wird mit Morphium vergiftet aufgefunden. Dr. Lord, nicht nur der behandelnde Arzt der Familie, sondern auch Katherine sehr zugetan, beauftragt Poirot, den fast aussichtlslosen Fall zu überprüfen und Katherine vor dem Galgen zu retten.
Wie immer glänzt Agatha Christie mit einigen Verwicklungen, legt Spuren und konstruiert den Fall so, das alles ganz einfach zu sein scheint. Und tatsächlich scheint diesemal die Beweiskette so engmaschig zu sein, dass sogar ihr Superdetektiv keinen Ausweg finden soll. Doch wie immer gibt es die mikrokleinen Feinheiten, die Poirots Spürnase aktivieren und so kommt auch dieser Fall zu einem regulären Ende und natürlich zur Überraschung, wie es sich denn tatsächlich zugetragen hat. Die gewohnte Christie-Qualität und dazu noch sehr gut zu lesen.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Komplizen

Georges Simenon , Stefanie Weiss
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.10.2012
ISBN 9783257241365
Genre: Romane

Rezension:

Als der Bauunternehmer Lambert mit dem Auto von einer Baustellenbesichtigung auf dem Heimweg ist, ereeignet sich durch sein Versuchulden ein furchtbarer Unfall, bei dem Kinder in einem vollbesetzten Bus verbrennen. Lambert, der durch die Anwesenheit seiner Sekretärin, die ihn begleitete, und mit der er ein eigenartiges erotisches Verhältnis pflegt, abgelenkt wird, begeht Fahrerflucht. In seiner kleinen Heimatstadt, in der er einer der bekanntesten Bürger ist, beginnt die Suche nach dem Täter, denn der Typ des Tatfahrzeugs konnte bestimmt werden. Lambert verbringt die folgende Zeit in einem Strudel sich widersprechender Gefühle.
Simenon hat hier einen Roman über die Zerrissenheit und das Verantwortungsbewussttsein eines Menschen geschrieben. Er verbindet das in der Person mit Lambert mit dessen Identitätssuche, denn schon längst hat er alle Verbindungen in seinem Leben in Frage gestellt. Bis zum Schluss wird der Leser im Unklaren gelassen, ob er die Verantwortung für diesen Fall übernimmt, die ihm nur einen Ausweg zu lassen scheint. Stilistisch einer der besten Romane von  Simenon, da er ein zwar absehbares Ende des Romans schon früh vorstellt, doch die tatsächliche Schlusssequenz dann doch noch ganz anders verläuft, als der Leser vermutet. Brillanter Einblick in die Psyche der Menschen.

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liebe, paris, alter, frankreich, familie

Die letzte Liebe des Monsieur Armand

Françoise Dorner , Christel Gersch
Flexibler Einband: 137 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 25.11.2008
ISBN 9783257239034
Genre: Romane

Rezension:

Monsieur Armand, pensionierter Philosophielehrer und Pauline, eine Verkäuferin, trennen 50 Jahre Lebenszeit. Der Pensionär, allein lebend und mit einer Familie, die verstreut lebt und sich nur noch zu bestimmten Feiertagen sieht, trifft zufällig Pauline, die sich von Beziehung zu Beziehung hangelt, ohne das zu finden, was ihr am wichtigsten erscheint: eine gewisse Grundgeborgenheit. Zusammen erleben sie eine Zeit, in der es weder um Sex, noch Beziehung oder um die Liebe im Grunde geht, sondern erkennen ihre wahren Bedürfnisse, ihre Fehler, die sie bisher im Leben machten und die Gründe ihres Scheiterns. Mit einer scheuen Distanz, aber engen geistigen Nähe finden sie jeder für sich Antworten auf Fragen, die sie sich vorher nicht in angemessener Form gestellt haben.
Francoise Dorner hat ihre Thematik so gut und sensibel angesprochen, wie man es nicht oft findet. Zart und Schritt für Schritt beschreibt sie die Gefühle der Protagonisten, nichts ist unschlüssig, nichts ist überflüssig und der Stil passt ganz hervorragend zu dieser einfühlsamen Geschichte: Zurückhaltend, ohne Lärm, die Zwischentöne ganz leise herausgearbeitet. Das Reslultat ist ein Roman, der direkt ins Herz geht, wenn man das so klischeebefrachtet formulieren darf, aber es trifft den Kern. Traurig nimmt man am Ende des Romans Abschied von Armand und Pauline, glücklich ist man, dass man diese kurze Zeit mit ihnen verbringen durfte.

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buddhismus, schreiben, selber schreiben, kreativität, re-read

Schreiben in Cafes

Natalie Goldberg , Kerstin Winter (Übers.)
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Autorenhaus-Verlag, 13.02.2017
ISBN 9783866710603
Genre: Sachbücher

Rezension:

Schreiben boomt! Kein anderer Freizeitbereich hat so viele "Berufene" wie das Schreiben, denn dank Amazon & Co und den vielen Bod-Anbietern kann heute jeder Talentfreie seine geistigen Höhenflüge veröffentlichen. Dass dabei auch viel Qualität außen vor bleibt, müssen wir nicht vertiefen. Mit den vielen "Schriftstellern" boomt auch der Markt der Ratgeber, der Schreibschulen (wobei diese Schreibschulen ja keine Schulen sind, denn diese setzen ja Kommunikation voraus) und der "Creative writing"- Seminare, Workshops und Schreibgruppen. Angeschlossen sind die "Bibeln" für Selbstverleger und Self-Publisher. Und wer dann noch nicht genug hat, der kann sich von Psychologen erklären lassen, warum er Schreibstörungen hat oder warum ausgerechnet sein Werk so unglaublich Scheiße ankommt. Alles in allem ist das eine Goldgrube für die, die schnell genug waren und sich in dieser Ecke eingerichtet haben.
Was auch dem Rezensenten irgendwann mal den Schwur abrang, keinen Schreibratgeber oder eine "Schule" mehr zu lesen, denn die Standardwerke wurden schon vor dem Digizeitalter geschrieben, Bickham, Stein, Carver, sie haben die ultimativen Werke über das Handwerk des Schreibens verfasst und ansonsten ist man gut beraten, wenn man sich die Einlassungen wirklich guter Autoren zum Thema zu Gemüte führt, Steinbeck, Lange oder Auster sind gute Beispiele, wie die Schreiber selbst über ihr Work in Progress referieren. Der Rest ist bis auf wenige löbliche Ausnahmen voneinander abgeschrieben oder so trocken, dass einem der Spaß an der seriösen Arbeit vergehen kann.
Keine Frage, der Schriftstellerberuf, der ja kein anerkannt zertifizierter ist, hat trotzdem Regeln, an die er sich zu halten hat. Ein ernsthafter Autor sollte schon den Unterschied von Sequenz und Szene kennen und auch die Grammatik muss nicht Glückssache sein. Aber leider hilft der beste theoretische Unterbau nichts, wenn dem Schreiber das Talent zum Geschichtenerzählen und die Begeisterung am Schreiben selbst fehlt. Wer sich nur aus kommerziellen Gründen hinsetzt, um ein Buch zu schreiben, der sollte lieber einen Töpferkurs besuchen. Da helfen auch die vielen Ratgeber nicht, die mantramäßig Aufbau, Struktur und Stringenz predigen. Wenn der Autor nicht um des Schreibens willen schreibt, aus Lustgewinn und Freude, dann hilft auch der schönste und beste Tipp nicht.
Und genau das ist der Ansatz von Goldings Buch, das mit Recht so erfolgreich geworden ist, denn sie klammert praktisch alle theoretischen Regeln erst mal aus und animiert den Leser (und potentiellen Schreiber), sich nur mit dem Schreiben selbst zu beschäftigen, mit dem Gefühl, mit der Freude und mit dem Herzen. Das Schreiben in den Fluss zu bringen, egal was man schreibt, den Gedanken freien Lauf und sich nicht von irgendwelchen Dingen ablenken zu lassen. Schreiben um des Schreibens willen, egal was, wann und wie etwas daraus wird. Das ist das Geheimnis, das ist nicht neu, findet aber in den Krimi-Liebes-Comedy-Kurzgeschichten-Lyrik-Psycho-Ratgebern keinen Platz. Weil es nicht professionell ist. Dabei wird jeder erfolgreiche Schriftsteller betonen, dass das Professionelle erst im Laufe der Entwicklung eines Werkes kommt. am Anfang steht die Idee, der Gedanke oder der Satz, dann kommen die Assoziationen und erst viel später, bei der Überarbeitung vielleicht, sollte das professionelle Lay-out eines Textes im Vordergrund stehen. Bis dahin ist das Schreiben auch sehr körperlich, denn unsere Gefühle und Empfindungen schlagen sich in Körperreaktionen nieder.
All das hat Goldberg in ihrem Buch anhand von kleinen alltäglichen Begebenheiten geschildert. Schreiben als Freude kann überall stattfinden, ist immer auch eine Zeit der Reflektion. Dafür kann man ihr nicht genug danken, so essentiell (und dann auch noch erfolgreich, kaum zu fassen) hat diese Einstellung noch niemand als "Creative writing" behandelt. Und dafür gibt's dann auch die Höchstwertung. Und den Aufruf, obwohl sie das nicht mehr nötig hat, an alle Autoren, die sich immer noch mit den zickigen "Ratgebern" quälen: Unbedingt lesen! Und alle anderen werden bei dieser kurzweiligen Lektüre vielleicht Lust bekommen, mal einfach ein paar Zeilen zu riskieren. Denn - wer schreibt, lebt.

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reportage, kommunismus, journalismus, nordkorea, soziologie

Nordkorea

Rüdiger Frank
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DVA, 22.09.2014
ISBN 9783421046413
Genre: Sachbücher

Rezension:

Was wir von Nordkorea wissen, ist eigentlich nichts weiter als eine Aneinanderreihung von Klischees. Letzte Bastion des Kommunismus, Zustände wie in der Steinzeit, Diktatur, Hunger, "Achse des Bösen" sind die Schlagwörter, die uns einfallen und dann sieht man auch immer die Satellitenbilder, auf denen Nordkorea eine schwarze Fläche ist. Gruselig die Geschichten, die man sich erzählt über Hungersnöte, unterdrückte Menschen, Straflager, abenteuerliche Fluchten und grausames  Dahinsiechen eines ganzen Volkes. In den letzten Jahren gab es zwar Bücher, die etwas weitergingen. Da kamen Zeitzeugen zu Wort oder Menschen, denen die Flucht gelang und die  Insiderwissen verbreiteten. Doch was steckt hinter all dem wirklich? Und wie tickt dieser Staat, der über die Atombombe verfügt und dessen Führung regelmäßig alle Abkommen bricht, bzw. furchtlos der Weltgemenschafft gegenübersteht und immer auch einen Weltkrieg auslösen könnte. Wie funktioniert Nordkorea, dass es immer noch besteht, aller Logik zum Trotz. Wie ist dieser Staat überhaupt auf der Landkarte geblieben, wie hat er sich entwickelt und was passiert wirklich nördlich des 38. Breitengrades? Alles Fragen, die man nicht hundertprozentig beantworten kann, denn Nordkoreas Abschottung funktioniert immer noch, allerdings werden die Löcher im Zaun größer, aber man ist noch weit davon entfernt, Teil dieser Welt zu werden, mit all seinen Bündnissen, Verträgen und Abkommen, die das Zusammenleben halbwegs regeln oder regeln sollten.
Rüdiger Frank ist einer der besten Kenner des Landes, hat selbst an der Uni Pjöngjang Anfang der Neunziger ein Jahr Koreanistik studiert und das Land immer wieder bereist. Seine Expertisen sind international gefragt und er hat in seinem Buch einen umfassenden Überblick über die Geschichte des Landes und der Familie Kim gegeben, hat die Ideologie erklärt, den Fortschritt und kleine Reformen dokumentiert, hat auch Vermutungen angestellt, Theorien entwickelt und Prognosen gewagt. Kurz, er hat das beste und umfassendste Buch über Nordkorea verfasst, das bisher erschienen ist. Dass er dabei nicht alles belegen konnte, liegt in der Natur der Sache, denn vieles, was Nordkorea angeht, kann einfach solange nicht transparent werden, solange das System mit dieser Abschottung nach außen arbeitet. Dennoch, was an Fakten und haltbaren Prognosen zusammenzustellen war, hat Frank hier getan. Das liest sich teilweise wie ein großes Abenteuer, denn Frank verzichtet auf allzu wissenschaftstheoretisches Geschwurbel, sondern reiht Fakten und Erkenntisse mit seinen persönlichen Erfahrungen aneinander.
Man kann guten Gewissens sagen, dass er ein Standardwerk geschaffen hat, das sich so detailiert mit Nordkorea beschäftigt, wie kein anderes Buch davor. Und viele neue Kenntnisse vermittelt, damit dieses Land nicht ein weißer (bzw. schwarzer) Fleck auf der Landkarte bleibt. Die Geschichte und die Entwicklung des Landes ist spannend und interessant. Wenn man genug Geduld mit Nordkorea aufbringt, dann dürften sich dort die Dinge zum Besseren wenden. Das jedoch ist eine politische Frage und vielleicht täten einige der Entscheidungsträger gut daran, die Erkenntnisse des Rüdiger Frank zu verinnerlichen, denn im Umgang mit diesem Land gibt es nur eine Tugend, die den Fortschritt bringt: Fingerspitzengefühl.
Für alle, die sich ernsthaft mit diesem Land beschäftigen wollen und sich von den Slogans, die in den Medien herumgeistern, lösen können, ist Franks Buch die beste Alternative, die man sich wünschen kann.

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Letzter Sommertag

Ian McEwan , Harry Rowohlt , Michael Walter , Bernhard Robben
Flexibler Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.02.2010
ISBN 9783257240139
Genre: Romane

Rezension:


Neun Kurzgeschichten von McEwan, den man nicht mehr vorstellen muss. Diese Stories sind Büchern entnommen, die man zum Frühwerk des mittlerweile hoch dekorierten Autors rechnen muss. In seinen kurzen Texten ist McEwan noch ein Stück entfernt, von dem was er heute ist, nämlich ein glänzender und stilistisch großartiger Erzähler. Bei einigen der Geschichten hat man das Gefühl, als würde er experimentieren oder als ließen ihn die Sätze und die Wörter nicht in Ruhe, bis er sie auch noch aufs Äußerste ausgereizt hat. Eine gewisse Verspieltheit ist zu erkennen, ein wenig Überfluss und struktureller Überschwang, dafür sind allerdings Texte wie "Psychopolis" schon nahe dran an dem Romanschreiber, der uns heute so fesseln kann.
Da wären wir auch schon bei der Essenz dieser kleinen Anmerkung: McEwan ist ein Romanschreiber. Natürlich kann er auch Kurzgeschichte, doch als Romancier hat er seinen festen Platz gefunden. Müsste man zwischen einem Roman und einer Kurzgeschichte von ihm wählen, würde der Rezensent jederzeit zum Roman greifen.

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Die Blusen des Böhmen

Robert Gernhardt
Flexibler Einband
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 01.03.2006
ISBN 9783596132287
Genre: Romane

Rezension:

Was ist nicht alles über Gernhardt schon geschrieben worden, er ist zu einem der wichtigsten, satirischen Autoren dieses Landes aufgestiegen (schon zu Lebezeiten), doch es sind ja nicht nur seine Wortbeiträge, auch seine Zeichnungen und Karikaturen sind weithin bekannt und das ist gut so, denn kaum ein anderer war als Multitalent so umtriebig unterwegs wie er. Lobenswert, dass sein Werk der Öffentlichkeit immer noch zugänglich ist, es gibt zahlreiche Publikationen, die sein Können dokumentieren.
"Die Blusen des Böhmen" ist sogar etwas für Einsteiger, es handelt sich hier um eine Sammlung von Stories, Karikaturen, Fotoromane und die berühmten Bildergeschichten aus den Jahren 1962 bis 1977. Über die gleichbleibende Qualität der Beiträge muss man nicht streiten, auch die Aktualität und seine Treffsicherheit bei der Schilderung deutscher Befindlichkeiten haben die Zeit überdauert. Es ist immer wieder eine Freude, Gernhardt zu lesen und jeder noch so kleine Beitrag hat mehr versteckten Humor als eineinhalb Stunden mit irgendwelchen blubbernden Comedians der Gegenwart. Also, für alle die Gernhardt entdecken wollen (und natürlich süchtig werden), ist das eine geeignete Einstiegsdroge.

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Am Ende die Nacht

Michael Herzig
Fester Einband
Erschienen bei GRAFIT, 15.03.2016
ISBN 9783894256746
Genre: Romane

Rezension:

Zwölf Menschen und jeder kämpft mit den Tücken seiner Existenz. Am Rande der Möglichkeiten zwischen Recht und Unrecht, permanent auf dem Grat der Grauzone angesiedelt, hangeln sie sich manchmal an den letzten Strohhalm, der das Fallen auf die falsche Seite verhindern soll.
Michael Herzig, ein Autor mit einschlägigen beruflichen Erfahrungen im Milieu, über das er schreibt, gelingt es in einer teilweise atemberaubenden Achterbahnfahrt der Emotionen zwölf Schicksale ihren Kampf führen zu lassen und sie dabei so zusammenzuführen, dass sie wie Zahnrädchen ineinandergreifen. Das tut er stilistisch so indivduell und sicher, dass man gar nicht merkt, wie viel Stoff in diesem Buch eigentlich wirklich verarbeitet wird. Es scheint, als würde er bei der Vielzahl der Protagonisten nur Momentaufnahmen und Oberfläche beschreiben können, doch Herzigs Art, Sätze zu bauen, implizieren mehr Informationen, als man vordergründig annehmen kann.
So sind diese 200 Seiten auch genau das richtige Maß für die Stories, die er erzählen will. Kein Wort, keine Szene, kein Dialog ist überflüssig und das gibt dem Ganzen eine plausible Geschlossenheit.
Sehr anspruchsvolle und gut gemachte Thrillerliteratur mit soziostrukturellem Hintergrund. Unbedingt empfehlenswert.

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60 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

uckermark, vor dem fest, dorf, sasa stanisic, dbp 2014

Vor dem Fest

Sasa Stanisic
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 12.10.2015
ISBN 9783442749898
Genre: Romane

Rezension:

Fürstenfelde in der Uckermark. Ein ganz normales Dorf, Landleben pur und Idylle. Idylle? Das kommt auf den Betrachter an. Und Stanisic betrachtet alles ganz genau. Die Dorfbewohner von Fürstenfelde am Tag vor dem traditionellen Annenfest, bzw. in der Nacht davor. er beschreibt die verschiedenen Charaktere, lässt sie agieren, erzählen, fühlen, mal ganz weich, dann etwas bitterer, er erzählt Geschichten vom Dorf, über das Dorf, lässt auch das Dorf erzählen, seine Geschichte, seinen Stellenwert, sein Abstieg vom Stadtstatus in die Beliebigkeit.  Die Historie kommt genauso zu ihrem Recht wie die Entwicklung nach der Wende, der Bevölkerungsschwund, die Struktur. Alle spielen ihre Rolle, die Zugezogenen genauso wie die, die aus der Enge des Dorfes geflüchtet sind, die Daheimgebliebenen genauso wie die Gestorbenen. Zum Schluss haben wir keine Analyse sondern einen Lebensraum, der sich vermenschlicht hat und in dem die Menschen und ihre Schicksale doch tatsächlich ihre Hauptrollen behalten. Wir Leser können mit den Menschen etwas anfangen, sie wachsen uns ans Herz, sie sind uns nicht egal. Das ist der Verdienst des Erzählers, der uns mit knappem und manchmal überraschendem Stil durch das Dorf führt und immer da stehenbleibt, wo es etwas zu sehen oder zu berichten gibt. Oder eben einfach dort, wo die Dorfbewohner zu Worte kommen, denn manchmal schleicht sich der Autor als Erzähler einfach heimlich aus der Szenerie heraus und überlässt uns das Betrachten, das Fühlen und das Entdecken.
Ein großartiges Buch, dem ein wenig Dramatik mehr auch gut getan hätte, aber so, wie es der Autor präsentiert, war es von vorne bis hinten gewollt und das ist sicher auch gut und vor allem richtig.
Eintauchen, sich drin wohlfühlen, sich von der gelassenen Dorfatmosphäre einfangen lassen und doch die kleinen Aufreger bewusst miterleben, so sollte man an dieses Werk herangehen, das seine Auszeichnungen zu Recht erhalten hat. Und keine Angst vor dem augenblicklichen "Brandenburg-Boom", so oder so ähnlich gibt es sicher noch mehr Dörfer in diesem Land.

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64 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

daniel kehlmann, thriller, spannend, leben mit kind, vierte dimension

Du hättest gehen sollen

Daniel Kehlmann
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 21.10.2016
ISBN 9783498035730
Genre: Romane

Rezension:

Ein junges Ehepaar hat sich mit der kleinen Tochter in ein einsames Haus in den Bergen eingemietet. Doch was anfangs eine ruhige und erholungsspendende Oase war, wird zu einem Ort, mit dem scheinbar etwas nicht stimmt. Mehr und mehr fangen die Drei an, sich ihrer eigenen Dynamik hinzugeben. Dabei kommt es zu verwirrenden Verwicklungen.
Kehlmann schafft auf engstem Raum eine Atmosphäre der Düsternis und Beklemmung. Die Einflüsse aus dem Haus lässt er in einen Strudel münden, der das ganze Gefüge auseinanderzureißen scheint. Tatsächlich verschiebt er die Prioritäten und weicht die Fassade der Familie auf.
Mit dem einfachen Mittel der Reduktion gelingt es dem Autor hier meisterhaft, Stimmung zu erzeugen. Die Kürze der Erzählung enthält eine geballte Wucht an Spannung, die Kehlmann großartig zu erzeugen weiß. Dieser Roman dürfte einigen Creative-Writer-Dozenten als Anschauungsmaterial dienen, dass weniger mehr ist.

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 3 Rezensionen

kurzgeschichten, humor, textsammlung

Alles außer irdisch

Horst Evers ,
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Berlin, 22.01.2016
ISBN 9783871348150
Genre: Humor

Rezension:


Die Idee hat der Science-Fiction Fan Evers schon seit 25 Jahren in der Schublade, sagt er und was lange währt, sollte ja endlich gut werden. Doch während er das Krimigenre sehr erfolgreich für sich entdeckt hat, hakt es hier doch an vielen Stellen. Die Idee, ein Raumschiff auf den endlich fertiggestellten BER zur Eröffnung stürzen zu lassen, ist originell und die danach entwickelte Story zur Errettung der Menschheit entbehrt nicht einer gewissen Abenteuerlust, doch das Ganze hat Längen, die man schon mal geneigt ist zu überlesen, wenn man Evers' fiktionalen Wissenschaftsansätzen nicht seitenlang folgen will.
Natürlich ist sein Humor derselbe wie immer, einige Passagen reizen den Lachmuskel ausgiebig, seine Figuren sind Evers-komisch und viele Dialoge mit Augenzwinkern versehen. Auch die Schlüsse auf die Dummheit der Menschen, ihr Talent auf die Selbstzerstörung zu konzentrieren, bleibt eine "Kernbotschaft" des Romans.
Trotzdem kommt der Roman nicht richtig in Fluss, manchmal etwas abgehoben, zu lange Passagen, die unter dem Strich der Handlung nichts bringen. Es ist kein Pageturner und der ungeduldige Leser könnte in die Versuchung kommen, einfach aufzuhören.
Es ist nicht schlecht, was sich Evers hat einfallen lassen. Es ist aber ein Gebiet, das schon so abgegrast ist, dass selbst unter humoristischen Gesichtspunkten mehr aufs Tablett kommen muss, als hier geliefert wird.
Sagen wir mal so: Evers hat sich einen Wunsch erfüllt. Eine Idee, die seit 25 Jahren in keimt, zum Blühen gebracht. Sein Verlag wird kein Risiko eingehen, denn der Mann ist ein Selbstläufer geworden, die Bestsellerliste dürfte auch dieses Buch schon erreicht haben. Lassen wir es dabei und wünschen uns mal wieder ein Buch mit seinen großartigen Kurzepisoden.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

essays, wien, bohème, humor

Sex

Thomas Glavinic
E-Buch Text: 56 Seiten
Erschienen bei Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 01.10.2014
ISBN 9783446248069
Genre: Sonstiges

Rezension:


Glavinic hat ein kleines Sex-Brevier geschrieben, dass sich mit dem Lieblingsthema der Menschen in seiner alltäglichsten Form beschäftigt. Sex im Schatten des Glamourösen, die ganz normalen Formen des menschlichen Körperkontakts in den gewöhnlichsten Situationen. Der Autor hat sich so seine grundlegenden Gedanken gemacht, die erstaunlich einfach und einleuchtend sind. Und das mit einem leicht angeschrägten Humor in kleinen Essays, die man wunderbar z.B. zwischen zwei ....- aber das geht dann vielleicht doch ein wenig zu tief in die Privatsphäre.
Schönes kleines Büchlein mit erhellenden Momenten, kurzweilig und immer zu einem Schmunzeln verleitend. Und wer weiß? Dies als Flugzeuglektüre und schon ergibt sich vielleicht eine Superlandung.

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

serienmörder, thriller, profiler, mord, eindeutige beweise

Verräterisches Profil

Marcus Hünnebeck
E-Buch Text: 248 Seiten
Erschienen bei null, 23.11.2013
ISBN B00GPD9AIO
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zweimal schlägt der Täter zu und ermordet dreiköpfige Familien, wobei er bei der Tötung der Frauen besondere Brutalität an den Tag legt. Dabei hinterlässt er, wie gewollt, eindeutige DNA-Spuren. Der Profiler Gruber und die Kommissarin Bauer machen sich an die Arbeit und fangen an, mit analytischer Schärfe den Täter zu suchen.
Hünnebeck legt Wert auf Klarheit und so steht hier die ermittlungstechnische Arbeit im Vordergrund. Das Ganze ist gut durchdacht, wirkt aber unter dem Strich zu durchstrukturiert und konstruiert, dass es ein wenig langatmig wird. Durch die genauen Ermittlungsschritte bleiben nicht mehr viel Möglichkeiten, den Täter zu entlarven und nur die Art und Weise, wie er dann gefasst wird, bringt noch nicht die Spannung, die man eigentlich erwartet. Lediglich am Ende, dem sogenannten "Showdown", gibt es eine Überraschung und die Spannung steigt doch noch mal an.
Für den Leser, der sich mit "Die Rache des Stalkers" bei Hünnebeck eingelesen hat, ist dieses Buch, wenn nicht eine Enttäuschung, aber doch ein Unterschied im Gesamten. Leider nicht so zwingend wie sein Vorgänger.

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233 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

donna tartt, der distelfink, roman, gemälde, new york

Der Distelfink

Donna Tartt , ,
Flexibler Einband: 1.024 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.10.2015
ISBN 9783442473601
Genre: Romane

Rezension:


Wenn man einen Bestseller erst dann liest, wenn er aus den dazu gehörigen Listen verschwunden ist, geht man sicher etwas unvoreingenommener ans Werk. So ging es dem Rezensenten mit diesem Buch.
Das ist die Geschichte des Theo Decker, der bei einem Anschlag auf ein Museum seine Mutter verlor und dessen Leben fortan von diesem Verlust und von einem wertvollen Gemälde, das er aus dem zerstörten Museum mitgenommen und das ihn verzaubert hat, bestimmt wird.
Donna Tartt versteht es meisterhaft, das Leben des 13jährigen ab diesem Punkt zu schildern. Es mangelt nicht an dramatischen und teils sehr sensiblen Wendepunkten. Sie packt alles zusammen: Kunst, Drogen, Kriminalität, Freundschaft, Liebe und schnürt es zu einem monströsen 1000 Seiten-Paket. Natürlich ist bei diesem Umfang die Gefahr sehr groß, dass es zu viel des Guten ist. Auch bei der Autorin ist es die Wanderung auf einem schmalen Grat, den sie aber mit ihrer außergewöhnlich eindrücklichen Erzählkunst meistert.
Schon in ihrem Debut war diese reiche und bildhafte Sprache und der leichte, aber dennoch anspruchsvolle Stil angenehm aufgefallen. Damit umschifft sie gefährliche Klippen der Länge und verwendet viel Raum auf die Transparenz ihrer Figuren und Spielorte.
Dass es dann doch ab und zu ein wenig zu viel wird, sollte ihr nicht angelastet werden. Dann schon eher das Ende, das in einem fast philosophischen Exkurs dem Leser einige seiner eigenen Interpretationsmöglichkeiten nimmt. Aber auch hier lässt sie ihre Hauptfigur so manches erstaunliche Fazit ziehen, sodass man auch das nicht negativ hervorheben möchte.
Dieses Buch ist auf eine Weise großartig und unbedingt empfehlenswert. Man versteht, dass die Autorin sechs, sieben Jahre braucht, um neues Material vorzulegen. Für den ganz großen Wurf (nicht kommerziell gesehen) fehlt etwas. Was, das muss der Leser für sich herausfinden. Man darf auf Weiteres gespannt sei, das nächste Buch könnte dann vielleicht wirklich ein Meisterwerk werden.

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Hart auf Hart

T. C. Boyle , Dirk van Gunsteren
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 26.08.2016
ISBN 9783423145152
Genre: Romane

Rezension:


Sten Stensen, ein pensionierter Schuldirektor, wird auf einer Kreuzfahrt während eines Landgangs in Costa Rica von drei Jugendlichen überfallen, von denen er einen in einer Art von Notwehrsituation tötet. Die Polizei drückt alle Augen zu und Stensen wird zuhause als eine Art Held gefeiert.
Sein Sohn Adam, immer schon mit gesellschaftlichen Regeln auf dem Kriegsfuß, kämpft einen anderen Kampf, nämlich den seines Idols Colter, einem Waldläufer aus dem damals wilden Westen. Er sieht in allen staatlichen Organen Feinde, Aliens oder Chinesen, versucht in den Wäldern Marihuana zu züchten und ist auf seine Weise eine tickende Zeitbombe. Er trifft auf Sarah, eine Hufschmiedin, die ihrerseits gegen ein "unrechtmäßiges" System ankämpft, indem sie sich auf einen fast unbekannten Verfassungsartikel beruft, um sich jeder Kontrolle durch den Staat zu entziehen.
Sarah und Adam werden so etwas wie ein Paar. Eine stille Akzeptanz ihrer individuellen Leben lässt eine richtige Beziehung nicht zu, aber eine starke Emotionalität verknüpft das Schicksal der beiden, auch nachdem Adam in seinen letzten Kampf geht, bei dem auch der Vater das Ende seiner Vater-Sohn-Beziehung fast widerstandslos hinnehmen muss.
Boyle hat einen beklemmendes Bild seines Landes gezeichnet, das einmal Inbegriff des Freiheitsgedankens war und heute das kontrollsüchtigste und mit am meisten regulierte Land der Erde ist, in dem die Freiheit mit ihren absurdesten Deutungen mit der Waffe verteidigt werden darf. Die hier drastisch geschilderten Gegensätze des ursprünglichen Freiheitsgedankens und der staatlichen Durchsetzung der Kontrollmechanismen machen deutlich, dass Amerika längst nicht mehr das Land ist, in dem die Realisierung der einfachsten Bedürfnisse und Träume möglich ist. Ein erschütterndes Fazit, gerade wenn man die aktuelle Lage betrachtet, von der Boyle bei Abfassung dieses Romans noch keine Ahnung haben konnte.
Dass Boyle als Autor immer besser zu werden scheint (wenn das überhaupt noch möglich ist), ist natürlich auch noch eine Erwähnung wert, doch bei einem Autoren seines Formats scheint ein schlechtes Buch fast undenkbar zu sein.
Es ist einer der tiefgehenden und nachhaltigsten Bücher Boyles, eines, das betroffen macht und machen soll. Es wäre wichtig, dass sich jeder auf seine Weise mit dem Stoff auseinandersetzt. Bücher sollten manchmal auch mehr als Unterhaltung sein. Dann könnte einem als Fazit vielleicht der lapidare Spruch "Die Hoffnung stirbt zuletzt" einfallen. Ein guter Effekt und sicher nötig in diesen Zeiten.

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(153)

358 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 29 Rezensionen

thriller, ethan cross, entführung, serienkiller, ich bin der schmerz

Ich bin der Schmerz

Ethan Cross ,
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 12.11.2015
ISBN 9783404172580
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Sie kennen das: Ein Büchertisch im Kaufhaus. Ab und zu liegen unter den Remittenden ein paar aktuelle Bücher und haben ein ansprechendes Cover, also flugs 2 Euro gesucht und schon ist die Verführung vollzogen. In diesem Fall war es das weiße Cover und die Spurschrift über den Seiten. Das fand man schon in Rot und Schwarz ganz schick, doch dafür der volle Preis? Aber jetzt - Mängelexemplar und Urlaub vor der Tür. Pflicht für mindestens zwei Thriller.
Doch was muss man hier lesen? Blut, Schmerz, Psycho, wie bei Hannibal, nur nicht so gut geschrieben. Ethian Cross, ein Pseudonym, ist sicher ein guter Groschenromanschreiber, sein Stil ist entweder so platt oder er erstickt schon in Routine. Alles schon dagewesen, alles nicht interessant zu lesen. Zugegeben, es ist ein Pageturner, aber nicht aus sich selbst heraus entwickelt, sondern stilistisch zusammengeklaubt, ohne Sorgfalt und spürbarem Engagement, teilweise komplett unglaubwürdig und ach, das schöne, weiße Cover wird wohl recht schnell dunkler werden, wenn das Buch in der Resteverwertung eines Hotelgrabbeltischs enden wird. Der Rezensent war froh, nur 2 Euro bezahlt zu haben.
"Ich bin der Schmerz" war wohl ein dritter Teil, die zwei davor kann man sich recht gut vorstellen und Teil 4 könnte sein: "Ich bin die Langeweile".

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Villa Metaphora

Andrea De Carlo , Maja Pflug
Flexibler Einband: 1.088 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.09.2016
ISBN 9783257243710
Genre: Romane

Rezension:


Der Architekt Gianluca Perusato hat sich seinen Traum erfüllt und mit hohem finanziellen Risiko auf einer kleinen, süditalienischen Mittelmeerinsel ein Luxusressort errichtet, das einem ausgewählten Klientel der Spitzenklasse einen eigenen kleinen Mikrokosmos aus Natur, Zivilisation und absoluter Diskretion bieten soll. Doch nicht nur die Schwierigkeiten vor der Eröffnung werfen ihre Schatten. Als die erste Gruppe der Gäste eintrifft, stellt sich heraus, dass die buntgemischte Truppe zwar alle Eigenschaften der Elite, die der Architekt sich gewünscht hat, spielend vereint, ihre Interessen jedoch total unterschiedlich sind. Die Villa Metaphora muss ihren ersten Test bestehen, der umso komplizierter verläuft, da auch die Natur ihre eigenwillige und nicht kalkulierbare Seite zeigt. Dies alles lässt die Villa zum Ort von Wahrheiten werden.
Wenn ein Autor einen Roman von fast 1100 Seiten vorlegt, ist Skepsis angebracht. Von de Carlo weiß man, dass er ein geschmeidiger Schreiber und aufmerksamer Erzähler ist. So nimmt er den Leser gleich mit auf die kleine Vulkaninsel, baut ihm eine Landschaft, die ihn konstant durch das Buch begleitet. Doch das Aufsehenerregende sind die Protagonisten, die beim Lesen nicht nur visuell eindrücklich Gestalt annehmen, sondern auch noch ihre Persönlichkeit bis auf wenige Punkte brutal entblößen. Davon leben nicht nur die zwischenmenschlichen Konflikte, sondern auch die Verhaltens- und Vorgehensweisen der Einzelnen.
Die Spannung wird durch die unberechenbare Natur in dieser explosiven Lage verstärkt. Letztendlich ihren Launen und Bestimmungen ausgeliefert, heben sich alle Standesunterschiede auf. Doch bis es soweit ist, passieren unheimlich viele Dinge. De Carlo geht jeder Länge aus dem Weg, indem er einen stilistischen Kunstgriff verwendet und kapitelweise die agierende Hauptperson in ihrer eigenen Umgangssprache erzählen lässt.
Auf den letzten 80 Seiten, in denen die Aktionen nochmals zunehmen, lässt de Carlo viel Platz für grundlegende Betrachtungen über das Leben. Das alles lässt er ebenfalls durch verschiedene Protagonisten beschreiben und in der Summe finden wir eine Menge der Fragen, die uns alle in diesen Zeiten beschäftigen. Es gibt weder Antworten noch Rezepte, es gibt aber jede Menge sinnvoller Gegenfragen und Gedanken, die unser Leben auf das Wesentliche reduzieren. Für alle Machtinhaber und Wachstumsbesessene wäre dieses Buch eigentlich eine Pflichtlektüre.
De Carlo hat uns einen Berg von Buch geschenkt, das nicht nur alle Ansprüche an guter Unterhaltung erfüllt, stilistisch großartig geschrieben ist, sondern auch ganz tief ins Herz geht, wenn man es zulassen will. Kategorie: Meisterwerk

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Flann O’Brien für Boshafte

Flann O’Brien , Harry Rowohlt , Anna Mikula , Harry Rowohlt
Flexibler Einband: 91 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 23.02.2009
ISBN 9783458351054
Genre: Romane

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drogen, alkohol, nüchtern, rauchen, benjamin von stuckrad-barre

Nüchtern am Weltnichtrauchertag

Benjamin von Stuckrad-Barre
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 13.10.2016
ISBN 9783462049602
Genre: Biografien

Rezension:

Endlich mal ein Buch über die legalen Suchtmittel Alkohol und Nikotin, das die Probleme wirklich beim Namen nennt. Nicht die weinerlichen und soziopsychologischen Horrorbetrachtungen mit dem Verständnis der großen Therapeuten, sondern der Kern der Sache, um damit fertig zu werden. Das Problem beginnt nämlich nicht mit der Sucht, die ist eben einfach mal da, der Knackpunkt ist der Moment, wenn man mit dem Saufen aufhört. Das muss durchgehalten werden. Und das in einer Gesellschaft, die eben das Saufen zum gesellschaftlichen Ritual erhoben hat. Da sind die Probleme mit der Versuchung, mithalten zu wollen und zu können. Ohne Alkohol. Der Autor hat aus eigener Erfahrung daraus einen längeren Essay und Erfahrungsbericht gemacht, der genau diesen Ansatz verfolgt und daher auch denen helfen kann, die sich ihrer Sucht auch nach der Abstinenzentscheidung dauerhaft entledigen wollen. Dau gehören die hier geschilderten Erfahrungen und Erkenntnisse, die man daraus ziehen kann, die dann wiederum in eine ganz automatische Willensbildung zum Durchhalten ermöglichen. Diejenigen, die Barres Weg ebenfalls beschritten haben, jubeln während der Lektüre jedenfalls laut auf, weil hier endlich mal jemand die entscheidenden Gedanken auf den verbalen Punkt gebracht hat. Und diejenigen, die die Wassertrinker belächeln, sollte man das Buch um die Ohren hauen, solange, bis sie begriffen haben, wie armselig doch z.B. ein "schöner" Abend ist, wenn er vom Konsum alkoholischer Getränke abhängig wird.
Die Zugabe, Barres Protokoll seines Rauchverhaltens, ist von ähnlichem Kaliber. Durchtränkt mit Wahrheiten und amüsanter Betrachtensweise, die die einzige ist, die uns Rauchern in der Welt militanter Nichtraucherlegionen noch bleibt.
Ein Hoch auf dieses kleine Buch, mein Herz flattert immer noch voll Freude und ich werde sicher sehr bald einige Passagen daraus auswendig zitieren können. Und immer auch den Autor nennen. Sowas von Pflichtlektüre!

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Die sizilianische Oper: Roman

Andrea Camilleri
E-Buch Text: 272 Seiten
Erschienen bei Fischer E-Books, 29.01.2014
ISBN 9783104002361
Genre: Romane

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thriller, sean king, secret service, usa, anschlag

Im Bruchteil der Sekunde

David Baldacci
Fester Einband: 508 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.09.2004
ISBN 9783785721513
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

David Baldacci ist wohl so etwas wie ein erfolgreicher Thrillerautor. Seine Bibliographie ist zumindest quantitativ beeindruckend und der Rezensent muss zugeben, dass der Name ihm bisher nicht geläufig war. So erging es ihm wohl nicht alleine, denn auch der deutsche Verlag wollte wohl ein wenig die Werbetrommel rühren und brachte dieses Buch zu einem Kennenlern-Sonderpreis heraus.
Die Hauptpersonen sind das Ermittlerduo Sean King und Michelle Maxwell, beides Secret-Service Leute, King ein ehemaliger und Maxwell noch dabei. Beide sind oder waren Top-Leute, beide hatten einen Präsidentschaftskandidaten zu bewachen und beide haben einen großen Fehler gemacht. Acht Jahre vor Maxwell kostete King das Karriere und nun treffen beide aufeinander und irgendwie gehören die beiden Fälle zusammen. Also beginnt eine Ermittlerkooperation und über 500 Seiten zieht sich die Aufklärung der Geschichte.
Baldacci hat mit seiner große Routine einen Roman geschrieben, der in sich schlüssig und gut zu lesen ist. Allerdings geht es ihm so wie vielen Vielschreibern: Die Routine dominiert. Seine Spannungsbögen sind unaufgeregt, das Niveau stagniert, die vielen Ermittlungsansätze werden durchgekaut und verworfen, modifiziert und wieder dargestellt, diese ganzen Spekulationen und Lösungsmöglichkeiten in ewigen Dialogen machen das Buch zäh, stellenweise langweilig und so manches Mal ist man geneigt, einfach aufzuhören.
Das ist das Problem mit den Fließbandarbeitern, irgendwann einmal verstricken sie sich in ihren eigenen Netzen, es fehlt ihnen die Spontanität und die Kraft, sich aus den Fluß zu nehmen und das Kalkulierbare durch das Überraschendende zu ersetzen. Daher sind Leute wie Lehane noch erfolgreicher, weil sie sich auf ihrer Erfolgswelle noch die Mühe machen, aus der Routine auszubrechen.
Das Buch hätte richtig gut werden können, wenn es zweihundert Seiten weniger gehabt und sich auf die guten Passagen konzentriert hätte.

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Mein Vater aus Paris (Hardback)(German) - Common

Translated by Stefanie Gerhold By (author) Antonio Skarmeta
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Graf Verlag, 01.01.2011
ISBN 0884281370393
Genre: Sonstiges

Rezension:

Jacques, ein 21jähriger Lehrer, lebt mit seiner Mutter in einem Dorf "am Ende der Welt" in Chile. Sein französischer Vater hat die Familie verlassen und ist nach Paris gegangen. Jacques hat ein Auge auf Teresa geworfen und deren Bruder, ein Schüler von ihm, nutzt das aus und überredet ihn, ihm einen ersten Bordellbesuch in der nächsten großen Stadt zu ermöglichen. Dort jedoch trifft Jacques überraschend seinen Vater, dessen Gründe für seine dortige Existenz eine einzige Opfergabe an die Liebe zu sein scheint. Jacques nimmt alle Fäden in die Hand, um gleich mehrere Beteiligte glücklicher zu machen.
Ein bezaubernder Roman des chilenischen Autors. Mit einer knappen und klaren Sprache schafft er ein sinnliches Gebilde, in dem kein Wort zu viel ist. Deswegen kommt der Roman auch mit nur 90 Seiten aus und jede Seite ist prallvoll mit Gefühl. Bis zum Ende malt Skármenta sein Bild von Liebe, Erwartungen und Sehnsucht. Das ist großartig und in dieser Form sicher nicht allzu häufig zu finden, denn viele Schriftsteller würden sich bis zu diesem Ende eher über Hunderte von Seiten quälen. Dann wäre es immer noch fraglich, ob dieses Finale dabei herauskommen würde. So ist das Buch vom ersten bis zum letzten Wort ein Hochgenuss.

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humor, genial, comedy, buecherseele, ruhrgebiet

Als ich in meinem Alter war

Torsten Sträter
Fester Einband: 228 Seiten
Erschienen bei Lappan, 12.01.2016
ISBN 9783830334064
Genre: Humor

Rezension:

Sträter mag lustig. Sagt er selber. Also macht er auch in seinem dritten Buch das, was er am besten kann: Er ist er selbst und das ist überwiegend ganz schön lustig. Manchmal aber auch bissig. Aber immer direkt. Muss nicht unbedingt mit der Ruhrgebietsschnauze zu tun haben, kann aber. Ist auch egal. Der Mann mit der Mütze ist ja paradoxerweise nicht als Schriftsteller bekannt geworden, sondern als Vorleser. Allerdings seiner eigenen Sachen. Damit ist er ein vorlesender Autor. Ist auch egal, solange man mit ihm Spaß haben kann und das geht hervorragend, denn seine direkte und schnodderige Art kommt an. Zudem ist er ein großer Pointenschreiber. Kleine Pointen, manchmal nur zwei, drei Worte und der Gag sitzt. Außerdem ist Sträter symphatisch. Gut, das kann man im Buch nicht sehen. Aber wenn man liest, hört man seine Stimme und sieht seine Mimik. Sträter passt zu sich, er hat alles richtig gemacht, war auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ist auch nicht zu jung. Gut abgehangen kriegt er gleich mehrere Generationen am Schlafittchen. Weitermachen, Sträter, aber aufpassen, dass Du nicht überpräsent wirst. Wäre schade. Ach ja, wenn ich gerne mal zusammen jemand mit Dir auf einer Bühne sehen würde, wäre das Wischmeyer. Das wäre dann "unendlich viel Spaß". Aber so geht ja auch. Bis die Tage.

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warnemünde, ddr-geschichte, satirische utopie, harald martenstein, dd

Schwarzes Gold aus Warnemünde

Harald Martenstein , Tom Peuckert
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.11.2016
ISBN 9783746632827
Genre: Romane

Rezension:

Statt des "unverzüglichen Inkrafttretens der Reisefreiheit" verkündet Schabowski stattdessen Erdölvorkommen an der Ostseeküste. Öl für alle. Unverzüglich. Aus dieser Grundidee zimmern die Autoren Martenstein und Peuckert die jüngste Geschichte. Die DDR als reichstes Land der Erde. Als Undercoverreporter gehen sie den reichen Sozialismus an und schildern, was durchaus hätte sein können, wenn nicht der Besserwessi, sondern die Bossis das Sagen gehabt hätten. Dabei bleiben sie trotz aller Absurdität immer irgendwie hart an einer Realität, die uns nicht unbekannt erscheint, wenn man ehrlich ist. Entscheidend ist dabei nicht so sehr das System, das in dieser und in jeder anderen Form wahrscheinlich nicht besser gearbeitet hätte als in der Realität, entscheidend ist der Deutsche an sich, eingebettet in welches System auch immer, trägt er typische Merkmale an sich, die auch systemimmanent nicht verändert werden können.
Ein tolles Experiment. Dass sich die Autoren dem Stoff in satirischer Form angenähert haben, ist naheliegend. Doch sogar hier blickt man ab und an von der Lektüre auf und der Lacher will im Halse stecken  bleiben. Nie  ist man weit von der möglichen Realität entfernt. Auch heute noch.

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