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hesse

Sommer

Hermann Hesse , Ulrike Anders
Flexibler Einband: 117 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 20.05.2012
ISBN 9783458358381
Genre: Romane

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portugal, diktatur, autorität, antónio lobo antunes, roman

Das Handbuch der Inquisitoren

António Lobo Antunes , Maralde Meyer-Minnemann
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.09.1999
ISBN 9783596141913
Genre: Romane

Rezension:

"Herr Doktor", rechte Hand des einstigen portugiesischen Diktators Salazar, residierte auf einem großen Landgut. Nach dem Ende des Regimes verfällt der Besitz, wurde geplündert und beschädigt. Der alte Besitzer, seiner Privilegien und Macht beraubt, sitzt in einem Gewächshaus mit einer Flinte und sieht sogar in den Raben Kommunisten, die er einfach erschießen will. Doch nun kommen die von ihm unterdrückten und belogenen Menschen zu Wort, die hier auf diesem Landgut eine gequälte Existenz führten.
Wie auf einer Theaterbühne lässt Antunes seine Protagonisten agieren. In Form von Berichten und Kommentaren wird mit der Zeit zwischen der Diktatur und dem Sozialismus abgerechnet und natürlich ganz besonders mit den Hauptverantwortlichen.
Antunes Still ist wohl einmalig in der Literaturwelt. Niemand schreibt so eindringlich und mit Wiederholungen, die eigentlich durch bloßes Austauschen manchmal nur eines Wortes eine neue Bedeutung bekommen, seine reiche Sprache verblüfft den Leser immer wieder aufs Neue und gerade dieser Stil ist es, der seine Werke so intensiv machen. Antunes ist ein begnadeter Erzähler, jemand der weit ausholen kann, aber trotzdem immer nur das Wichtigste schreibt. Natürlich ist diese Art zu Schreiben erst einmal gewöhnungsbedürftig, Antunes ist nichts für zwischendurch, aber hat man Zugang zu seinem Stil gefunden, dann kommt man nicht mehr los davon.
Ganz große Bestandsaufnahme der portugiesischen Geschichte nach der Diktatur. Reich-Ranicki sprach von einem Roman von weltliterarischem Atem. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Der Bruder

Joakim Zander , Ursel Allenstein , Nina Hoyer
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783499268908
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Never change a winning team", heißt es so schön, hier könnte man es abwandeln und sagen "Never change a successful concept". Zweiter Roman des Schweden Zander, der sich in den Fußstapfen von Stig Larsson bewegt.
Yasmin, Flüchtling aus Syrien, hat sich aus der Stockholmer Vorstadt gelöst und ihren Bruder Fadi zurückgelassen. Der wird radikalisiert und als die Botschaft seines Todes bei Yasmin ankommt, kehrt sie zurück und sieht sich dem Chaos randalierender Banden gegenüberstehen. Dennoch glaubt sie, dass ihr Bruder lebt, weil es ein Foto gibt, das ihn im Zusammenhang mit einem rätselhaften Enblem zeigt, das überall in Stockholm gesprayt wird. Sie macht sich auf die Suche und trifft dabei auf Klara Walldéen, die für eine Londoner Menschenrechtsorganisation einen Bericht über die Privatisierung einiger Teile der Polizei co-verfassen. Eine seltsame Organisation namens Stirling Security spielt plötzlich eine große Rolle und als ein Kollege ermordet und ihre Chefin korrumpiert wird, rutscht Klara immer tiefer in die Machenschaften von Lobbyisten, Staat und Polizei. Yasmin und Klara verknüpfen ihre Informationen und langsam ergibt sich ein Bild.
Zander arbeitet wie in seinem ersten Roman "Der Schwimmer". Abgesehen davon dass seine Klara schon aus dem ersten Roman bekannt ist, lässt er wieder von drei verschiedenen Seiten die Stränge zusammenlaufen und ins Grand Finale münden. Er arbeitet auch wieder bewusst mit Cliffhangern und das Ergebnis gibt ihm recht, denn man kann den Roman kaum aus der Hand legen.
Das Hauptthema, die Radikalisierung Jugendlicher zum IS ist natürlich ein schmaler Grat, Zander hat sich abgesichert und verwendet für seinen Plot nur die Zutaten, die relevant sind. Allzu tief dringt er in die Materie nicht ein, beschränkt sich auf die emotionalen Momente des Bruders Fadi, der zum IS überläuft und überschreitet dadurch keine Grenzen. Natürlich ist das Thema vielschichtiger, aber ganz sicher nicht geeignet, aus Spekulationen (die es zum größten Teil bleiben müssen) einen Thriller zu "basteln". Auf diesem Level aber ist es gut, die Figuren können ihre Transparenz behalten, auch wenn das ganze Gerüst (die russiche Unterwanderung und die Reaktion des Geheimdienstes) so manches Mal auf wackeligen Füßen steht. Doch das zu hinterfragen ist müßig, hier handelt es sich um Fiktion und Zander hat sich nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt, als das man ihm gravierende inhaltliche Schnitzer vorwerfen kann.
So ist auch dieser Roman wieder gelungen und die Spannung hält an bis zum Schluss. Thrillerherz, was willst Du mehr? Der dritte Band ist angekündigt und es bleibt abzuwarten, ob der Autor bei seinem stilistischen Schema bleibt. Das könnte dann irgendwann abgenutzt sein. Bis dahin ist Zander der neue Stern am skandinavischen Thrillerhimmel.

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satire, fleisch, gesellschaft, vegetarier, hein

Wurst und Wahn

Jakob Hein
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch, 18.08.2011
ISBN 9783869710471
Genre: Romane

Rezension:

Was heutzutage in der Trendküche und auch sonst so alles auf den Tisch kommt, lässt dem Esser schon mal den Gaumen etwas tiefer legen. Makrobiotische, vegane, aus aller Herren Länder zusammengestellte Gerichte, die zu horrenden Preisen in neonbeleuchteten Wartesälen serviert werden, haben ihre Anhänger, die nicht selten genug religiöse Züge vorweisen. Auch die Vegetarier, die mit ihrem Essverhalten auch eine philosophische Lebenseinstellung verbinden, können in ihrer militanten Erscheinungsform ganz schön anstrengend sein.
Und darum geht es in Heins Buch. In einem fiktiven Geständnis beschreibt er einem Richter seinen Werdegang vom Fleischesser zum Vegetarier und vor allem den zurück. Das geht nicht ohne Schäden ab und der Autor stemmt manches Mal den Spagat nicht, dass der Leser unterscheideen kann, ob das vorliegende Material nun Satire oder doch etwa Realität ist. Das mag einerseits für die Fähigkeit von Hein sprechen, seine Satire (denn das ist es) geschickt zu verstecken. Dabei verhebt er sich aber auf der anderen Seite, sodass sich nicht nur Vegetarier so manches Mal fragen: "Hat er hier nicht ein wenig überzogen?".
Natürlich gibt es ein berechenbares Ende, das aber leider ein wenig platt daherkommt, obwohl es eine nette Überrasching bereithält. Doch das hat Hein einfach nicht passgenau hinbekommen.
Man kann viel lächeln, zugegeben, aber ob das Ganze nun wirkliich gut gelungen ist, sei dahingestellt. Man hat den Eindruck, als hätte dem Text eine Bearbeitung und Feinjustierung noch ganz gut getan.

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Bilder aus der Toskana

Hermann Hesse , Volker Michels
Flexibler Einband: 148 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 22.02.2010
ISBN 9783458351825
Genre: Sonstiges

Rezension:

Hesse hat ja im Laufe seines Lebens die Wohnsitze nur in Richtung Süden gewechselt. Italien war schon immer ein Sehnsuchtsort und in der Zeit von 1901 bis 1914 hat er das Land immer wieder schwerpunktmäßig besucht. Dabei war er mitnichten Tourist, er hat sich an Land und Leute orientiert und so den Lebensrhythmus und die Atmophäre Italiens aus der Nähe erlebt. Was ihn wiederum zu einer Menge Texten, Fragmenten, Beobachtungen und Gedichten inspiriert hat, die in diesem Band über die Toskana zum Teil wiedergegeben wurden. Der unermüdliche Hesse-Editor Volker Michels hat dieses wunderbare, kleine Lesebuch zusammengestellt und ist dabei nicht chronologisch vorgegangen, sondern einer Reiseroute von Nord nach Süd gefolgt. Die Notizen zu den Kunstwerken, die Hesse besichtigte, die Beobachtungen der Leute und der Landschaften und die ausgesuchten Gedichte zeichnen ein schönes Bild dieses zauberhaften Landstrichs. Vieles von dem, was der Autor vor hundert Jahren gesehen und empfunden hat, lässt sich mühelos in die heutige Zeit übertragen. So wird das Lesebuch zum willkommenen Begleiter für eine Reise durch die Toskana, wenn man bereit ist, sich abseits der Touristenströme zu bewegen. Wer hier allerdings einen Reiseführer erwartet, der wird enttäuscht, denn um die Toskana so zu erleben wie Hesse, muss man schon ein genauso offenes Herz haben.
Das Nachwort von Volker Michels sei noch erwähnt, das einige interessante Aspekte über Hesses Reisetätigkeit in italien enthält.

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Sgt. Pepper. 100 Seiten

Peter Kemper
Flexibler Einband
Erschienen bei Reclam, Philipp, 17.03.2017
ISBN 9783150204320
Genre: Sachbücher

Rezension:

Man könnte dieser Tage meinen, dass sich die Beatles wiedervereint haben. Von jeder namhaften Gazette blickt der Vierer aus Liverpool dem Leser entgegen. Grund ist aber der 50. Geburtstag der Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band, das Album, das als wegweisendes Stück Musik in die Geschichte der Popmusik einging. Ein halbes Jahrhundert also, in dem sich so mancher Musikant an dieser LP orientiert hat und über das schon Millionen von Zeilen geschrieben wurde. Noch ein Buch also? Ja, Kempers kleines Buch macht Sinn, es ist vielleicht der ultimative Sgt. Pepper-Almanach. Auf diesen 100 Seiten fängt er nicht nur die Atmosphäre von 1967 ein, sondern weiß einiges über die Entstehung des Albums zu berichten, was bisher noch keiner in dieser Klarheit zu berichten wusste. Es sind Randnotizen, die sich als Gerüchte hielten und nun etwas deutlicher ans Licht kamen. Doch in erster Linie beschäftigt sich Kemper mit dem Album selbst. Eine Beschreibung des Aufnahmeprozesses, Song für Song mit einigen interessanten Daten. Außerdem wird hier auch die wichtige und tragende Rolle des Produzenten George Martin anhand der Aufzählung seiner Arbeiten für das Beatles-Gefüge richtig gewürdigt. Die Hintergründe zur Entstehung des großartigen Covers sind genauso enthalten wie einige kleine Episoden, die in dieser Zeit in die Arbeit an der LP einflossen.
Das alles auf 100 Seiten, fast journalistisch aufbereitet, aber nie langweilig, weil Kemper auch ein wenig Fan zu sein scheint und deshalb auf einen allzu trockenen Stil verzichten kann.
Ja, das kleine Buch kann man gerne lesen, es unterscheidet sich wohltuend vom Großteil der übrigen Lektüre, die sich in erster Linie den Gerüchten und Vermutungen hingibt. Wenn man sich also bei diesem ganzen Hype um den 50jährigen mal wieder in den Lehnstuhl setzt, um das Album in voller Länge zu genießen und in Erinnerungen zu schwelgen, dann kann man Kempers Jubiläumsschrift zur Hand nehmen und wird dann vielleicht den Tonarm (natürlich Vinyl hören!) nochmal auf die eine oder andere Stelle zurücksetzen.
Eine schöne Idee und eine großartige Umsetzung. Empfehlenswert, nicht nur für Hardcorefans.

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Rock Springs

Richard Ford , Harald Goland
Flexibler Einband: 312 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423145367
Genre: Romane

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thriller, politthriller, brüssel, schwimmer, schweden

Der Schwimmer

Joakim Zander , Ursel Allenstein , Nina Hoyer , Hauptmann & Kompanie, Werbeagentur
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.06.2016
ISBN 9783499268885
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ausgehend von einem Attentat in Damaskus 1980, bei dem die Freundin des amerikanischen Agenten von einer Bombe getötet wird, die für ihn bestimmt war und wo er sein Baby zurücklassen muss, bis zu einer unfassbaren Vertuschungsaktion, an der mehrere Politiker und Lobbyisten verwickelt sind und die 2013 in den schwedischen Schären ihr Ende hat, erzählt Joakim Zander seine Geschichte in drei Hauptsträngen, die immer enger zusammenlaufen und dann am Ende den amerikanischen Agenten und seine Tochter im Kampf um ihr Leben zusammenführen. Das Ganze ist dramaturgisch gut aufbereitet und man muss am Anfang aufpassen, dass man nicht den Faden verliert, doch dann nimmt die Geschichte (und die Spannung) ihren Lauf. Zander schreibt in einem flüssigen und routinierten Stil mit wohltemperierten Dialogen und macht von Anfang an keinen Hehl daraus, dass er intensiv mit Cliffhangern arbeitet. Aber das kann man ihm nachsehen, die Geschichte mit diesem Aufbau bietet sich geradezu an. Der Inhalt könnte, was das Sachliche angeht, noch genauer und etwas mehr mit Hintergrundinformationen angereichert werden, denn das Thema an sich (u.a. Folter in Kriegsgebieten) ist brisant und könnte eine intensivere Bearbeitung erfahren. Dafür sind die Personen und deren psychische Prozesse, die sie zum Handeln zwingen, sehr gut und intensiv dargestellt.
Der Stil erinnert natürlich ein wenig an Larsson, hat aber doch ein eigenes Profil, was man nicht von jedem Debutanten sagen kann. Deshalb gibt es 4 Sternchen, obwohl es eine 3 - 4 ist, aber das kann sich ja bei der Fortsetzung "Der Bruder", die bereits erschienen ist, noch manifestieren. In jedem Fall spannende Unterhaltung und ein gut geschriebener Thriller.

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Ein Tag zu lang

Marie NDiaye
Flexibler Einband: 158 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 20.01.2014
ISBN 9783518464939
Genre: Romane

Rezension:


Herman bleibt mit seiner Familie immer in seinem Ferienhaus in der Provinz. Bis zum 31. August. Doch dieses Mal beschließt man, einen Tag länger zu bleiben. Mit fatalen Folgen, denn mit dem Sommer verschwinden auch schlagartig Frau und Kind. Auf der Suche nach den beiden begibt sich Herman ins nahegelegene Dorf, um die Vermissten zu melden. Doch niemand nimmt Notiz davon. Dafür ist der Ferienort an diesem einen Tag das genaue Gegenteil von dem geworden, was er im Sommer war: kalt und grau, mit scheinbar immerwährendem Regen. Die Fassade des Ferienortes fließt buchstäblich dahin und zeigt ihren wahren Charakter.
NDiaye ist eine gewandte und sehr gute Erzählerin. Auch als Beschreiberin kann sie überzeugen, kurz und auf das Wesentliche konzentriert transportiert sie eindrucksvolle Bilder. Der Stil erinnert ganz entfernt an Hartmut Lange, analytisch bisweilen, etwas penibel, aber immer hilfreich. Zudem schafft sie es, die Spannung in ihrem psychologisch eingefärbten Roman immer wieder ein wenig anzuheben. Umso enttäuschender der Schluss, der natürlich als "Open-end" immer vertretbar, aber hier total fehl am Platze ist. Die Forderung an den Leser nach Phantasie greift nicht in einem Buch, das so angelegt ist, dass ein Schluss unbedingt notwendig wäre, wie immer der auch aussehen würde. Hier ist die Autorin weit über das Ziel, Eigeninitiative beim Finden einer Schlusssequenz zu entwickeln, hinausgeschossen. Das ist nicht nur enttäuschend, sondern auch schade, denn so bringt sich NDiaye um die Früchte ihrer Arbeit, die bis dahin wirklich sehr gut ist.

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Im Kaff der guten Hoffnung - Eine Liebeserklärung an die Provinz

Norbert Molitor
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2016
ISBN 9783492307925
Genre: Sachbücher

Rezension:


Jedes Klischee, dass es über das Leben in einem Kaff gibt, wird hier bedient. Entweder, weil es so ist, oder weil man es gerne so haben will, oder weil es einfach ein Naturgesetz ist. Molitor zählt aber nicht nur die typischen Kaffmerkmale auf, sondern versieht sie mit ihrem ganz eigenen Charme, den man ja auch erst mal finden muss. Neviges, das Kaff, aus dem der Autor seine Kenntnis zieht, ist dann doch eher speziell, denn hier leben außergewöhnlich verschiedene Charaktere zusammen. Und im Großen und Ganzen scheint es auch zu funktionieren, immerhin kommt die Gemeinschaft zu bestimmten Anlässen noch zusammen (auch das ist längst nicht mehr überall so). Molitor hat einen offenen Blick und ein offenes Herz. Sehr empfindsam beschreibt er einzelne Kaffbewohner, nicht jedes optimal laufende Schicksal endet in der absoluten Tristesse, vielmehr gebärt es so manches Mal eine liebenswerte Macke, die allseits akzeptiert wird.
Dieses Buch ist liebens/lesesnwert, gerade weil der Autor so nah an allem dran ist. Man taucht ein in die Atmosphäre des Kaffs, würde sich aber einen Zuzug dreimal überlegen, denn Kaffleben ist nichts für Feiglinge und Menschen ohne Geduld. Mancher Großstädter, der sich für eine dörfliche Idylle entscheidet, kommt nie dort an. Das Buch erklärt, warum.
Schön, herzerwärmend, positiv und wenn negativ, dann immer ein wenig distanziert. Den wahren Kaffbewohner bringt so schnell nichts aus der Ruhe und das erfährt man auch beim Lesen dieses Buches. Gelassenheit statt Hektik. Ein Pluspunkt für das Kaff. Und Norbert Molitor.

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164 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

krimi, bayern, eberhofer, humor, mord

Zwetschgendatschikomplott

Rita Falk
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.04.2016
ISBN 9783423216357
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Irgendwann, so denkt man sich, ist ja mal Schluss mit dem Eberhofer, die Masche abgedackelt, der Schwamm ausgepresst, das ist ja schließlich nicht Poirot oder Brunetti. Aber weit gefehlt, der Polizist aus dem bayererischen Niederkaltenkirchen erfreut sich großer Beliebtheit. Dafür gibt es eine Menge Gründe. Der Eberhofer verkörpert mehr den Typ Polt oder Studer und ist der beste Beweis, dass die Szene der Ermittler eben nicht nur den knallharten und koksschniefenden Designerbullen braucht, sondern auch diesen Typ: den Menschen. Außerdem mag der Leser auch nicht immer diese hochtrabenden Thriller, in denen die ganze Welt vor dem Abgrund steht. Kurz: Der Leser mag es auch beschaulich, menschelnd, grantelig und vor allem herzlich. Und genau das hat Rita Falk ihrem literarischen Baby mitgegeben und dazu noch ein Dorf, ein paar so treffende Charaktere wie die Oma, den jointrauchenden Papa, den Metzger und den Klempner. Auch die Büroatmosphäre stimmt, Ludwig, der Hund ist immer da, wenn Herrchen beim Spaziergang die Zeit nimmt und wenn es ein Problem gibt, dass das Dorf bedroht, wie zum Beispiel der Neubau eines Riesenhotels, dann wird mal eben in die Trickkiste gegriffen, um das abzuwenden. Heile Welt also? Mitnichten, auch hier gibt es das Böse, wenn drei asiatische Mädchenleichen gefunden werden und der Eberhofer kriminalistisch gefordert wird. Doch die Methoden sind dann wieder vollkommen unspektakulär und auch keine so große Überraschung. Keine Irrwege, keine fünfhundert Erzählstränge, fast nebenbei wird der Fall gelöst, denn es gibt noch einiges, was auch wichtig ist, die Susi zum Beispiel, Eberhofers große Liebe, die ihm durchgebrannt ist, weil er die Hochzeit verschlafen hat. Und wenn man sich nun fragt, warum die Serie immer noch so erfolgreich ist, dann hat man schon die Antwort: Weil es der Autorin gelungen ist, alles stimmig ineinanderzufügen, weil sie nicht nur Personen erschaffen hat, die einem sofort ans Herz wachsen, sondern auch das ganze Dorf irgendwie lieb hat. Wenn der Wolfi mal einen Tag geschlossen hat, dann fragt man sich: Warum, um Gottes Willen, hat der Wolfi geschlossen?
Das können nicht viele Autoren, da muss man schon Herzblut haben, man muss seine Szenerie genauso mögen, wie man es sich vom Leser wünscht. Und weil die Rita Falk so schön mit Herz schreibt (schon wieder Herz) und man ihr das auch abnimmt, wird man nicht müde, sich auf eine Fortsetzung zu freuen. Wie auf den frischen Leberkäs vom Simmerl.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

familie, strand, sommer, frankreich

Direkter Zugang zum Strand

Jean-Philippe Blondel , Monika Buchgeister
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2016
ISBN 9783492309080
Genre: Romane

Rezension:

Jean-Philippe Blondel, in Deutschland bekannt geworden durch seinen Roman "6 Uhr 41" , hat in diesem Buch eine interessante Erzählperspektive angewendet. Über einen Zeitraum von 40 Jahren erzählt er die Geschichten von verschiedenen Protagonisten, die an verschiedenen Urlaubsorten Strandurlaub machen. Dabei lässt er seine Figuren ihre Geschichte selbst erzählen. Das sind Geschichten von Gewinn und Verlust, von Liebe, von Kindheit und von Rückblenden, kurz, wichtige Punkte in den Lebensläufen der Erzähler spielen die Hauptrolle. Da sich die Personen dann irgendwie ineinander verweben und gemeinsame Geschichten aus unterschieldichen Perspektiven haben, entsteht so eine Zusammenghörigkeit, die allerdings nicht auf Anhieb auffällt. Und das ist viellicht der größte Schwachpunkt dieses stilistischen Experiments: Der Leser steht einer Vielzahl von Handelnden und Erzählenden gegenüber, die er im Laufe der Zeit nicht mehr zuordnen kann, zumal Blondel auch mit Klarnamen arbeitet. So entsteht zwar ein durchaus unterhaltsames und teilweise sensibles Episodengerüst, doch durch eben diese Menge an Namen und Personen nötigt der Autor dem Leser nicht nur allerhöchste Konzentration ab, sondern verwischt auch manchmal Spuren, die er selbst gelegt und nicht weiterverfolgt hat. So kann der Leser immer nur auf einen "Aha"-Effekt zählen, wenn ihm die eine oder andere Begebenheit bekannt vorkommt. Ein wenig viel des Guten, obwohl die Geschichten der Mitwirkenden alle gelungen sind und auch gut erzählt, ist es doch anstrengend, das Buch als Ganzes zu goutieren. Interessant ist die Stilidee und schlecht ist es auch nicht, aber es lässt im Leser eine gewisse Ratlosigkeit abseits der Geschichten zurück.

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Brant: Ken Bruen

Ken Bruen
E-Buch Text: 300 Seiten
Erschienen bei Polar Verlag, 25.04.2017
ISBN 9783945133460
Genre: Sonstiges

Rezension:

Es ist schon erwähnenswert, dass Ken Bruen in Deutschland noch kein geläufiger Name ist, zählen doch seine Romane zu dem Besten, was dieses Polizisten-Genre zu bieten hat. Dass zumindest via TV seine Hauptfigur jack Taylor bekannt geworden ist, bringt den Autor allerdings nicht mehr ins Gerede, als er es leider erst in den Noir-Kreisen schon ist.
Der dritte Roman seiner Brant-Reihe liegt nun endlich auf Deutsch vor und dieser Ermittler hat nichts mehr mit dem zeitweise sensiblen Taylor zu tun. Er ist jemand, der sich über alle Regeln hinwegsetzt, selbst schon kriminell zu nennen ist und ein ausgeprägtes Gespür dafür hat, sich bei allen unbeliebt zu machen. Doch das stört ihn nicht, auf seine Weise gibt ihm der Erfolg recht.
Die Londoner Polizei ist verunsichert, denn ein Serienmörder, der Polizisten mit dem Hammer erschlägt, treibt in der Stadt sein Unwesen. Die Verfolgung dieses Monsters ist aber nur ein Strang des Romans. Denn die Einzelschicksale der Cops zwischen menschlichen Tragödien, Kokainsucht und Diskriminierung decken gleichberechtigt die andere Hälfte des Buches ab. Dabei verknüpft Bruen geschickt die Einezlgänger in ungewollte Teams und erzeugt dadurch fast schon mehr Spannung als bei der Jagd nach dem Mörder.
Bruen spricht die knappe und kurz angebundene Sprache der Straße. Für lange Beschreibungen und ausschmückendes Beiwerk ist kein Platz, hier geht es auf 300 Seiten eigentlich nur zur Sache. Ohne Ruhepause verfolgt der Autor die verschiedenen Perspektiven, so dass dem Leser keine Zeit bleibt, das Buch aus der Hand zu legen.
Wie bei allen Romanen Bruens und denen, die er mit dem Amerikaner Jason Starr zusammen geschrieben hat, kommt man vom Stoff nicht los. Manch' einer hat schon auf seinen wohlverdienten Schlaf verzichtet. Gut so und man kann nur hoffen, dass sich die Verlage, die bisher Bruens Werk veröffentlichten, um Vollständigkeit bemühen.

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124 Bibliotheken, 11 Leser, 2 Gruppen, 11 Rezensionen

mexiko, schriftsteller, tod, philippinen, träumen

Straße der Wunder

John Irving , Hans M. Herzog
Fester Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.03.2016
ISBN 9783257069662
Genre: Romane

Rezension:

Zuerst einmal: Wenn man ein Buch nicht zuende liest, verbieten sich eigetentlich die Bewertungen. Doch ohne Sternchen geht ja hier nichts und so werden die drei Sterne im Widerspruch zum Abbruch der Lektüre nach der Hälfte des Buches doch vergeben. Doch die sind nur für Irvings handwerkliche Leistung, die unbestreitbar die eines Spitzenerzählers ist. Was man von Aufbau und Inhalt diesmal nicht sagen sagen kann, denn die Geschichte der beiden Müllkippenkinder aus Mexiko, die sich schon über die erste Hälfte des Buches mühsam und zäh dahinzieht, nimmt den Leser nicht, wie sonst bei Irvings Büchern gefangen, sondern läuft träge und mit wenigen Höhepunkten dahin. Die in den Rezensionen kolportierten "Schläge gegen den Katholizismus" sind dann doch nur kleine Seitenhiebe und auch sonst passiert nichts weltbewegendes. Das Spannungslevel ist gleichbleibend niedrig und es will sich nicht der Effekt einstellen, das Buch nicht aus der Hand legen zu können. Das ist für einen Fan von Irving, wie der Rezensent sich bezeichnen würde, fast nicht zu akzeptieren, immer wieder versucht er daran zu glauben, dass die Geschichte Fahrt aufnimmt und der übliche Springbrunnen Irvingscher Fantasie zu sprudeln beginnt. Aber nach 330 Seiten, also fast der Hälfte, gibt der wohlgesonnene Rezensent auf und hat nicht das Gefühl, er hätte etwas versäumt, wenn er sich nicht durch die zweite Hälfte quält. Das ist einerseits natürlich sehr schade, auf der anderen ist Irving kein Übermensch, der mit jedem seiner umfangreichen Bücher eine neue qualitative Bestmarke setzt. Er muss niemandem mehr etwas beweisen und so darf man sich auf das nächste Werk freuen. Dieses hier schwächelt erheblich, aber niemand hat während einer so langen Karriere nicht schon mal einen "Hänger" gehabt. Das diese Meinung eben subjektiv ist, braucht nicht erwähnt zu werden, die einen werden dieses Buch goutieren und seinen Reiz in Themen sehen, die andere eben nicht so erleben. So ist das mit der Kunst.

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

berlin, kurzgeschichten, heiter, leopoldplatz, schimmel

Wedding

Horst Evers , Michael Lösel
Flexibler Einband: 108 Seiten
Erschienen bei Fahner, Hans, 01.07.2001
ISBN 9783924158330
Genre: Humor

Rezension:

In seiner Frühzeit wohnte ja Evers noch in einer Parterrewohnung in Berlin-Wedding (das wird ja dann bald der nächste Hotspot, weil die anderen schon abgedaddelt wurden). Da trieb er sich noch auf den kleinen Lesebühnen herum, die damals noch Kleinkunst plakatierten. Aus dieser Zeit stammen diese Texte, etwa Mitte der Neunziger, die der Fahner-Verlag hier zusammengetragen hat.
Das ist ganz interessant für die Evers-Freunde, doch mehr auch nicht. Die Texte, aus dem Alltagsleben gehobelte Szenen, teilweise noch nicht mal beendet, also nur fragmentarisch, zeigen natürlich schon den Evers, den wir heute so gerne hören, sehen und lesen. Doch es ist noch alles sehr beliebig, sehr zusammengeschrummelt und noch nicht so schön ausgefeilt. Dennoch war er schon damals komischer als vieles, was sich das Etikett Humorist um den Hals hing. Aber ob man diese Beiträge nun noch mal im Buch lesen muss, scheint nicht unbedingt nötig. Diese Texte gehören auf die Bühne und da hatte Evers, wenn sich der Rezensent richtig erinnert, schon damals seine ganz eigene Art des Vortrag. Der schmale Band ist verzichtbar, doch er tut auch nicht weh.

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Wenn ich nur noch eine Stunde zu leben hätte

Roger-Pol Droit , Hainer Kober ,
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 19.12.2014
ISBN 9783499629105
Genre: Sachbücher

Rezension:

Droit ist Philosoph aus Paris. Nun mag man über die Philosphie denken wie man will, neueste Erhebungen klassifizieren sie sogar als unnötig ab, aber eines muss man ihr lassen: Sie ist der Antrieb, sich mit dem Denken zu beschäftigen, das über den nächsten Tablet-Scroll hinausgeht. Allerdings haben philosophische Bücher auch nicht den besten Ruf, denn oft liest man viel Unverständliches, Kompliziertes und vor allem Unnötiges.
Droit hat den Versuch gemacht, sich dem menschlichen Leben und vor allem den Tod so einfach wie möglich zu nähern und das ist ihm gelungen. Ohne großes und kauderwelschiges Geschwurbel fasst er seine Gedanken zusammen und selbst wenn man nicht immer mit ihm einer Meinung ist, die Kernpunkte seiner Aussagen sind eigentlich kaum zu widerlegen. Nun müsste man hier natürlich auch inhaltlich noch einiges niederschreiben, doch das würde den Rahmen einer Rezension in dieser Form sprengen.
Nur so viel: Jeder wird das Buch so lesen, wie man Bücher liest: von einer subjektiven Warte und bei keiner Art von Büchern ist das so wichtig wie bei denen, die sich mit diesen Themen hier beschäftigen. Deshalb kann man gerne das Angebot von Droit annehmen und seine Auffassungen einer ganz individuellen Prüfung unterziehen. Der Gewinn daraus sind Gedanken, die für jeden einzelnen vielleicht wichtig sein können. Droits Schreibstil ist so angelegt, dass jeder das Geschriebene verstehen und nachvollziehen kann und mit einer Länge von 110 Seiten ist es nicht nur quantitativ griffig, sondern auch die Qualität steht dem in Nichts nach. Lasst Euch überraschen, Futter für das Hirn gibt es zur Genüge und auch einige "Aha"-Momente werden sicher dabei sein.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Frank

Richard Ford , Frank Heibert
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 05.05.2017
ISBN 9783423145664
Genre: Romane

Rezension:

Der mittlerweile vierte Band mit dem Frank, den seine Leser schon längst in ihr Herz geschlossen und adoptiert haben, vielleicht als den genauen Chronisten seiner Zeit, als jungen Mann, als Vater und Midlife-Durchquerer, als scheinbar geläuteten Mann, obwohl es wohl es wohl selten einen so gradlinigen Charakter wie eben diesen Frank Bascombe gegeben hat. Nun also mit 68 jahren findet sich Frank als Pensionär und Entdecker des letzten Lebensviertels, und er hat sie noch, seine Stärken, nämlich sich mit dem Leben auseinanderzusetzen, eine politische Meinung zu haben, in einigen Beziehungen quer zu denken, aber immer bestrebt, nicht bewusst zu verletzen, keinen Mitmenschen in Verlegenheit zu bringen und abzuwägen, welche Dinge er tun kann, damit er sich und seine Auffassungen nicht aufgeben muss. Ob das nun seiner ersten Frau gegenüber oder einem alten Freund aus Jugendtagen so ist, oder ob er in seinem gegenwärtigen Leben einfach versucht, sich die Fragen zu stellen, die er sich auch ehrlich beantworten kann. Frank ist ein Mann der klaren Gedanken, nur das macht es ihm möglich, geradeaus zu leben, ohne Opportunist zu sein. Das Alter ist für ihn keine Belastung, er empfindet es als erleichternd, das alles weniger wird und schließt dabei nichts aus, was ihm als überflüssig erscheint. Auch unter Freunden beginnt er mit deren "Abschaffung", soweit sie ihm einfach nicht mehr nah genug sind.
Richard Ford hat sich mit seiner Figur des Frank unsterblich gemacht. In diesem vierten Band zentriert er das Geschehen direkt nach dem Wirbelsturm Sandy und nimmt das zum Anlass, sich über Existenzielles und Substanzielles zu äußern. Das Gute an Frank ist seine Zufriedenheit. Er wird von einem Frieden beherrscht, der vielen von uns in diesen Zeiten abhanden gekommen ist. Aus dieser Zufriedenheit speist sich so etwas, das man gemeinhin Glück zu nennen pflegt. Wahrscheinlich ist Frank deshalb so beliebt, weil er die einfachsten und trotzdem so schwer umzusetzenden Wünsche der Leser wiederspiegelt.
MIt seiner Figur altert  auch der Schriftseller und man bemerkt den milden (nein, keinen altersweisen) Schreibstil des Autors, der auch beim Schreiben dieser vier Episoden einen Ton anschlägt, der weich und versöhnlich anmutet. Dass Ford sein Hauptaugenmerk nicht auf den handwerklichen Aspekt legt (der ohnehin nur meisterlich zu nennen ist), sondern scheinbar mit Leichtigkeit eine Wärme und unaufdringliche Emotionalität erzeugen kann, zeigt einmal mehr, dass dieser Mann ein Schriftsteller von allerhöchster Güte ist.
Vielleicht denkt man nun doch noch einmal über den Nobelpreis nach, denn wenn ihn dieser Autor noch zu Lebzeiten erhalten würde, dann wäre es auch ein Gewinn für das Image dieser ziemlich beliebig gewordenen Auszeichnung.
Aber auch ohne diese Plakette am Revers hat sich Ford mit dem Gesamtwerk von Frank schon ein Denkmal gesetzt. Als Leser kann man nur hoffen, dass uns Frank noch etwas erhalten bleibt. Bücher wie diese helfen, das Leben, so verrückt es auch in diesen Zeiten sein mag, besser zu verstehen. Und auszuhalten.

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102 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

sizilien, krimi, tante poldi, mafia, mord

Tante Poldi und die Früchte des Herrn

Mario Giordano
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 13.05.2016
ISBN 9783431039481
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Tante Poldi, das bayerische Urgestein, die sich in Sizilien gepflegt dem Trinken und Lebensabschluss unter Zuhilfenahme von ein paar ausgesuchten Depressionen hingeben wollte, hat wieder der Jagdinstinkt gepackt. Zwei Morde sind aufzuklären, die natürlich zusammengehören, aber das erkennt natürlich als Erste nur die Poldi. Als Erzähler fungiert wieder der Neffe, der auf die Tante aufpassen soll und vergeblich versucht, als Schriftsteller endlich seine Familiensaga zu Papier zu bringen. Die Poldi hat natürlich ihre eigenen Methoden, recht unkonventionell und sehr zum Leidwesen des Commissario Montana, der nicht nur aufpassen muss, dass die Poldi sich nicht immer in gefährliche Situationen begibt, sondern außerdem auch noch ihren Liebhaber geben muss, was er mit zunehmender Begeisterung und ständig wachsenden Emotionen gerne macht. Zum Schluss des zweiten Bandes über Poldis Seniorenleben auf Sizilien gibt es auch noch eine handfeste Überraschung.
Der Erfolg eines ersten Buches Poldi schreit natürlich nach einer Fortsetzung und Giordano schafft es, dieses zweite Buch Poldi nicht als einen billigen und angestrengten Abklatsch von Nr.1 daherkommen zu lassen, sondern läuft zu Hochform auf. Das ist unter den Unterhaltungskrimis, die ja die Bücherlisten überschwemmen, sicher eine der gelungensten Figuren und die Souveränität und leichte Art des Schreibens macht Giordano zum absoluten Shooting-Star dieses Genres. Dauerlächeln und so mancher richtige Lacher begleitet den Leser durch das ganze Buch, das nie an Witz oder Spannung nachlässt. Giordano schreibt 350 Seiten auf einem gleichbleibenden Niveau, sodass man immer gerne wieder in die Story zurückkommt. Tolle Unterhaltung, tolle Schreibe und schöne Story. Gelungen von Seite 1 bis zum Schluss.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

krisis, hermann hesse, aphorismen, literaturnobelpreisträger/in, depression

Das Leben bestehen

Hermann Hesse , Volker Michels
Flexibler Einband: 196 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 12.03.2002
ISBN 9783458345589
Genre: Romane

Rezension:

In den schön aufgemachten und von Volker Michels hervorragend editierten Lesebüchern des Insel-Verlages von Hermann Hesse ist dieses das, was am umfassendsten Auskunft über die rückblickende Erkenntnisgewinnung des Schriftstellers gibt. Mit der Fähigkeit zur Selbstkritik und der Erfahrung seiner Gefühle und Erlebnisse kann Hesse einen umfassenden Eindruck seiner Erkenntnisgewinnung im Laufe seines Lebens Auskunft geben. Das mag für manchen jüngeren Leser noch ziemlich abstrakt sein, die Älteren aber können bei so mancher Gedankenreise mithalten und sich auf den eigenen Lebensweg besinnen. Dass sich Hesse so gewählt aber trotzdem allgemein verständlich ausdrücken konnte, macht auch dieses Buch zu einem Gewinn. Wie weit und global der Mann denken konnte, kann man am besten auf der Seite 184 lesen. Dort hat er das Kunststück geschafft, den Zustand des Planeten und seiner Bewohner auf einer Seite zu beschreiben. Was daran so bemerkenswert ist: Jedes Wort lässt sich auf die Gegenwart, Stand 2017, anwenden.
Man kann von Hesse lernen, wenn man will. Oder man kann einfach nur genießen, was man vielleicht selber nicht in Worte fassen kann. In jedem Fall lässt sich auch dieses Themenbuch ganz wunderbar in den Alltag integrieren. Als Denkanstoß oder einfach nur als kleine, erkenntnisreiche Pause in der Hektik des Alltags.

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Toscana mia

Robert Gernhardt , Kristina Maidt-Zinke
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 12.05.2011
ISBN 9783100255129
Genre: Romane

Rezension:

Robert Gernhardt hat die Toscana schon in den 70er Jahren für sich entdeckt und so wurde dieser Landstrich nicht nur zu einem Fundus für Themen, die in seine Werke einflossen, sondern auch zu einem Stück Heimat. Seine genaue Beobachtung der Region beinhaltet auch die Wandlungen und Veränderungen, die er teilweise als schmerzhaft empfunden hat. Seine Begegnungen mit den Einheimischen sind eine genaue Beschreibung der Mentalität, die diesem Landstrich eine Attraktivität verleiht, die neben der großartigen Landschaft viele Deutsche dorthin gezogen hat. Ob sie jemals das Wesen der Toscana verstehen oder verstanden haben, sei dahingestellt, Gernhardt hat ihr den Respekt und die Bewunderung entgegengebracht, die sie verdient. Das hier zusammengestellte Buch besteht aus Beiträgen aus seinen "Brunnenheften". Notizen, Skizzen, Begegbenheiten, Beschreibungen und Gedichten. Es ist für den Gernhardt-Fan natürlich ein Muss, für den Novizen eine interessante Lektüre, um festzustellen, wie Gernhardt tickte und für den Toscana-Reisenden ein Anhaltspunkt, wie sich dieses Land verändert hat. Ein intimer Gernhardt, der uns mitnimmt in eine Gefühlswelt, die von einer Landschaft bestimmt wird.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Abgrund des Endlichen

Hartmut Lange
Fester Einband: 125 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.09.2009
ISBN 9783257067156
Genre: Romane

Rezension:

Hartmut Lange bleibt sich treu. Seine Novellen haben nur selten etwas Revolutionäres oder Experimentelles und das ist durchaus positiv gemeint, denn auf diesem Gebiet ist der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller wohl eine Ausnahmeerscheinung. In immer gleich guter Qualität schreibt er über die Suche der Menschen nach ihrer Bestimmung oder ihrem Standort. Vielleicht auch nach dem Glück in ihrem kleinen privaten Kosmos. Manchmal wirkt das ein wenig mystisch, doch immer klar und nachvollziehbar. Das liegt auch an dem Stilisten  Lange, der es schafft, den Eindruck zu erwecken, gerade in Einzelheiten ausufernd zu schreiben, wo man dann aber am Ende der Geschichte feststellen muss, dass es kein Wort zu viel gab. Lange ist der Meister des verbalen Gleichgewichts, seine Faszination erreicht er durch die Inhalte und deren Verarbeitung.

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hermann hesse, literaturnobelpreisträger/in, themenband

Mit der Reife wird man immer jünger

Hermann Hesse , Volker Michels , Volker Michels , Volker Michels
Flexibler Einband: 148 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 12.03.2002
ISBN 9783458345572
Genre: Romane

Rezension:


In der schön aufgemachten Reihe der Insel-Taschenbücher mit Hesse-Texten zu Schwerpunktthemen, sticht dieser Band heraus. Denn das Publikum wird zweigeteilt sein. Zum einen die Jüngeren, die sich für den Komplex des Älterwerdens interessieren und ihn, und das liegt in der Natur der Sache, nicht nachvollziehen können, zum anderen werden sich die älteren Semester an der Literatur erfreuen können, denn kein anderer wie Hesse verstand es, dem Prozess des Älterwerdens nicht nur die Würde zu verschaffen, der ihm innewohnt, er spricht auch in klaren Worten das aus, was viele Ältere empfinden oder auch gerne in dieser Form wahrnehmen möchten. Dass das Alter kein Feind ist, genauso wenig wie der Tod und dass die Gelassenheit, sich aus der immer schneller werdenden Lebensmühle langsam herauszuwinden, nicht nur die letzte Lebenszeit als gleichwertige Etappe erleben lässt, sondern auch mithilfe der Erinnerungen ein großes Reservoir von Gefühlen bereithält. Hesses Anmerkungen, Texte und vor allem die Gedichte zeigen ihn als Angekommenen, als jemanden, der Erfahrungen zulässt, um sich nicht in die große Leere der letzten Tage zu begeben. Deshalb sind seine Texte auch für die jüngeren Leser ein Gewinn. Es geht nicht um die Weisheit, die man im Alter erlangt, es geht um den Weg und die Entscheidungen, die man im Laufe des Lebens treffen muss.
Der gebundenen Ausgabe dieses Buches liegt eine CD bei, von Hesse selbst gesprochen. Wer das Glück hat, Buch und CD noch zusammenzusehen, der sollte unbedingt zugreifen.

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Der gute Ton

Loriot ,
Fester Einband: 89 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.02.2005
ISBN 9783257510096
Genre: Humor

Rezension:

Dass Loriot unvergessen bleibt, ist ein guter Fakt. Was hat uns dieser Mann nicht alles geschenkt. Und was konnten und können wir nicht alles von ihm lernen. Gutes Benehmen zum Beispiel. Die wichtigsten Regeln hier zusammengefasst in einem kleinen Büchlein, dass in jede Westentasche passt (nein, meine Herren, nicht in den Ausschnitt Ihrer Tischdame) und bei Bedarf benutzt werden kann und sollte. Denn, die Regeln sind allgemeingültig und zeitlos. Das werden Sie feststellen, wenn Sie mal auf das Datum des Erscheinens schauen: 1957. Wenn Sie die Lektüre nachschlagen, dann wird Ihnen auffallen, dass die Beispiele, die mit "falsch", also schlechtem Benehmen, ausgezeichnet sind, auch heute noch in einer fast penetranten Weise auftreten. Es hat sich also nichts geändert, im Gegenteil, man wird sehen, dass schlechtes Benehmen in diesen Tagen sogar schon der kulturelle Normalfall geworden ist. also lesen Sie aufmerksam und versuchen Sie das zu retten, was noch übrig ist, von einem guten und angemessenen Benehmen in der Gesellschaft. Sie können aber auch gerne ein paar Trockenübungen zu Hause vor dem Spiegel machen. Loriot hat mit seinen ausgezeichneten visuellen Darstellungen dafür gesorgt, dass die Phrase "Ich hab' das nicht verstanden" keine Ausrede mehr sein kann.

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Das Lavendelzimmer

Nina George
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur, 01.02.2017
ISBN 9783426654224
Genre: Romane

Rezension:


Der Buchhändler Jean Perdu, der auf seinem Bücherschiff eine "Literaturapotheke" betreibt, ist nur in seinen Büchern verhaftet. Vor 21 Jahren verließ ihn seine große Liebe Manon. Alles was blieb, war ein verschlossenes Zimmer in seiner Wohnung. Dort drin ein Brief, den er nie zu lesen wagte. Bis zu diesem Sommer, in dem er Hals über Kopf die Leinen seines Schiffes losmachte, um eine Reise in die Vergangenheit zu machen.
"Das Lavendelzimmer" ist ein riesiger Publikumserfolg geworden und wenn man es gelesen hat, dann weiß man warum, denn George hat genau die Zutaten angerührt, die der Leser haben will. Liebe, Gefühl, Natur, blühendes Land und türkisfarbenes Meer, Freundschaft und wenn möglich noch das Happy-End. Damit könnte man es hier bewenden lassen, doch man muss erwähnen, dass George schreiben kann und genau aus diesen Zutaten genau so ein Stück macht, dass den Leser fesselt, ihn hält und zu Gefühlsregungen verführt. Sei es die Tränen der Rührung, die Spannung der wieder jung Gewordenen oder einfach nur die Neugier des Weisheiten Suchenden. Um diese Komposition hinzubekommen, muss man Talent haben und Georges Erfolg mit weiteren Werken bestätigen dies.
Selbst wenn sie manchmal dann doch ganz massiv in die Kitschkiste greift, sei ihr das vergeben, denn was kann Literatur schöneres bewirken als aktive Teilnahme? Und - Hand aufs Herz - inmitten der vielen Betroffenheitsliteratur und Bergen von komplizierten Romanen, wollen wir nicht ab und zu mal genau so etwas lesen? Wenn dann ein Geschichtenerzähler mit genauso einer Geschichte kommt, dann sind wir doch auch mal so richtig froh.

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krimi, franz eberhofer, bayern, rita falk, mord

Dampfnudelblues

Rita Falk
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.10.2014
ISBN 9783423219112
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Sogenannte "Regionalkrimis" oder wie hier "Provinzkrimi", erfreuen sich, warum auch immer, einer stetigen Beliebtheit. Der Markt wurde damit überschwemmt, kein Kaff, das nicht einen eigenen Ermittler hätte. So existiert auch viel Treibgut dabei, so richtige Gewinner gab es nur am Anfang, als die Idee, zumindest hier in Deutschland, neu war. Die Engländer hatten natürlich die Nase vorn, auch die Italiener konnten punkten.
Rita Falk hat schon reichlich Erfahrung und ihr Ermittler Eberhofer ist der Prototyp des Dorfermittlers (Niederkaltenkirchen mit Mittelstadtanschluss), der seine Schäfchen alle kennt, auch schon mal eine Kleinigkeit durchgehen lässt und die Oma im Stau zum Lidl fährt und dabei die Schusswaffe sehen lässt. Eine kleine Romanze hat der gelegentliche Knurrer auch am Laufen, die sich dann wegen seines eigenbrödlerischen Charakters von selbst erledigt. Ein bisschen ist die Figur Komareks Polt angelehnt, ohne allerdings dessen Menschlichkeit, Wärme und Weisheit zu vermitteln. Eberhofer isst auch gern, vorzugsweise Leberkäs, aber auch alles andere, Hauptsache von Oma.
Die Ermittlungen, die er anlässlich des Todes eines ungeliebten Schuldirektors führt, geraten so manches Mal in den Hintergrund, wenn der kiffende Papa oder der cholerische Bruder samt neuer Thai-Frau und Baby auftauchen, auch ansonsten ist das alles nicht so wichtig, natürlich wird der Mord fast nebenbei aufgeklärt und alles ist so, wie erwartet.
Georges Stil ist gewollt kurz, knackig, provinziell eben, alle sind kurz angebunden, alle so dörflich, alles eigentlich so friedlich, man fühlt sich an die Zeiten des Königlich-Bayerischen Amtsgerichts erinnert.
Das ich mich nun "vor Lachen nicht mehr ruhig halten konnte", kann ich nicht behaupten. Das alles ist routiniert geschrieben mit einer humoresken Grundstimmung, die allerdings nicht zum herzlichen Lachen führt, sondern dazu, immer schneller zu lesen.
Federleichte Kost, nicht schlecht (in diesem Genre gibt es sehr viel böseres), aber vollkommen harmlos und nach dem Zuklappen des Buches schon vergessen. Eine Fortsetzung kann man sich sparen. Aber der Erfolg gibt der Autorin recht und das sei ihr gegönnt. Zur rechten Zeit mit dem rechten Buch anzukommen, das muss man auch erst mal schaffen.

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