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45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

scheitern, dbp 2014, stolz, pornostar, roman

3000 Euro

Thomas Melle ,
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Berlin, 29.08.2014
ISBN 9783871347771
Genre: Romane

Rezension:

3000 Euro von Thomas Melle lässt mich berührt zurück, etwas ratlos auch. Die letzte Szene, die letzten Seiten sind einfach nur noch großartig. Aber ist das jetzt insgesamt gut oder verdammt gut, oder doch etwas zu lang, zu dokumentarisch, zu deskriptiv? Sind das jetzt zwei unabhängig voneinander verzahnte Erzählungen oder doch ein echter Roman? Ich kann das nicht beantworten. Stattdessen bewundere ich Melle für seinen Mut, er bleibt tatsächlich ganz nah dran an seinem Projekt, seiner Programatik, seiner Sicht auf diese Gesellschaft und wie sie zu Literatur werden muss. Auch für mich schält sich da etwas weiter heraus, wird klarer, schärfer, tiefer. Connected! Wenn er so weitermacht, wird er der TM Quijote der deutschen Generation X. Denn seine lakonische Beobachtungsgabe ist in ihrer schrägen Schärfe nicht von dieser Welt und schnitzt uns gerade deswegen auch sehr feine, kleine Gucklöcher aus der Realität. Und da ist auch endlich wieder diese wunderbare Mellowness, der Melle-Sound, den ich bei Sickster so vermisst habe: tolle Sprache, sanft und resigniert wie ein viel zu selten getragener Niki-Hoodie von American Apparel. Mein Lieber. Dankeschön. Sehr freundlich. Fühl dich gedrückt. Und beklaut, gesamplet, aber stets bedacht. Dein Eiseis.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

authentisch, escortservice, frech, jung, familie

Love Me Later

Jamuna Devi
E-Buch Text: 167 Seiten
Erschienen bei if eBooks - P. Möller, 14.02.2014
ISBN 9783945093146
Genre: Sonstiges

Rezension:

Love me later ist prall und sexy, krank und wild und schmeckt nach Zahnspange meets Migrationshintergrund meets real Kreuzkölln. Wer Prinzessinnenbad mochte und wissen will, wie sich das Leben einer 16jährigen Lolita aus 1000undeiner Berlinerstrassenecke anfühlt und ausdenkt kann hier unbesorgt zugreifen. Ich habe es in einem Rutsch gelesen und war begeistert. Load it Down! And besides: toller Titel, schönes Cover!

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Helmut Schmidt erklärt die Welt

Volker Zastrow , Friederike Haupt , ,
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.10.2013
ISBN 9783499616327
Genre: Sachbücher

Rezension:

Lieber kluger Kaufinteressent. Vergessen Sie bitte (fast) alle anderen (Amazon) Rezensionen zu diesem Buch, denn leider wurden sie mit großer Wahrscheinlichkeit von ziemlich humorlosen, Klorollenhauben und Wackeldackel im Kopf habenden Politikgroupis um die 70 verfasst, die dieses Kleinod von Politiksatire überhaupt gar nicht verstehen konnten. Es ist mit das Witzigste und Amüsanteste, was ich in den letzten Jahren gelesen habe und es ist eine Schande, wenn sie es nicht sofort, hier & jetzt erwerben. Und nein, dieses Buch ist KEIN WEITERER INTERVIEWBAND mit unserem dauerquarzenden allesimmerirgendwieschongewussthabenden Altkanzler Helmut Schmidt. Dieses Buch ist KUNST! META META META ALARM. Und wer diese Rezension jetzt gar nicht versteht und irgendwie blöd findet, sollte besser die Finger von lassen. Ehrlich. Haha.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

liebe, sehnsucht, emanzipation, episoden-roman, frau in der gesellschaft

Die letzte Amerikanerin

Elizabeth Ellen
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf, 01.02.2014
ISBN 9783862653393
Genre: Romane

Rezension:

Elizabeth Ellen hat das Talent, Geschichten so einfach und intensiv zu erzählen, dass man von ihrer Sprache und ihren Beobachtungen geradezu getroffen wird. Wuchtig, leise, sanft. Es sind harte, narrative Schläge, die einen innerlich ins Wanken bringen, so stark, dass man sie noch Wochen danach sauber auspendeln muss, oder besser: auspendeln darf. Ich habe lange auf diese Geschichten gewartet. Ich habe sie vermisst und herbeigesehnt, ohne mit ihnen zu rechnen. Denn die Stories in "Die letzte Amerikanerin" sind rough, authentisch, wahr, (durch-)lässig. Gleichzeitig perfekt ausbalanciert und gegenwärtig verortet zwischen junger Coolness und alter Melacholie. Bigger than life - kleine, atmosphärische Preziosen in einer immer schmuddeliger werdenden Welt. Und sehr gut übersetzt. Bitte unbedingt lesen, spüren, weitersagen!

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9 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Untitled

Joachim Bessing
Fester Einband
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 09.03.2013
ISBN 9783462045178
Genre: Romane

Rezension:

Joachim Bessings untitled ist ein radikales Buch. Ein verzweifelter, ein lebensmüder Versuch über die große Liebe. So ehrlich, lächerlich und konsequent subjektiv, dass ihn wohl nur ganz Wenige (Davongekommene) in seiner ganzen nervösen, flimmernden Pracht deuten, entschlüsseln und ertragen können. Für meinen Geschmack war Bessing eigentlich immer eine Spur zu manieriert: zu geckenhaft, zu wohlriechend, zu gut angezogen, zu verbildet, zu verschnupft. Mit untitled hat er sich jedoch in mein ausgeschnitztes Herz geschrieben. Denn ein Mann , der so mutig, schonungslos und immer sauber am Rande des Wahnsinns entlang über die mächtigste Droge der Welt und ihre vielleicht tödlichen Nebenwirkungen schreiben (und dabei auch noch so fresh und mittig klingen) kann, hat großen Respekt und viel Mitgefühl verdient. Biutiful.

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frankreich, liebe, sex, trieb, psyche

Armor

Marcus Braun
Fester Einband: 187 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 04.07.2007
ISBN 9783518419151
Genre: Romane

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

Blitzeis

Peter Stamm
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 07.10.2011
ISBN 9783596192557
Genre: Romane

Rezension:

BLITZEIS ist das erste Buch, das ich von Peter Stamm gelesen habe. Es wird garantiert nicht das Letzte sein.

Eigentlich bin ich kein großer Freund von Erzählbänden, ich lese normalerweise lieber Romane. Aber weil der Titel für mich unheimlich stark klang und es ja auch Spaß machen kann, ein paar kurze Geschichten zwischen zwei Büchern einzuschieben, griff ich zu. Stamms Prosa hat mich sehr berührt und mitgenommen. Die melancholischen Beobachtungen sind in einer schlichten, präzisen Sprache verfasst. Wie kaum ein anderer beherrscht der Autor die Kunst des Weglassens, ohne einfältig oder abgemagert rüberzukommen. Die Bescheidenheit des Ich-Erzählers geschieht nicht aus Koketterie. Sie schafft Raum für Identifikation. Selten war ich beim Lesen auf eine derart angenehme Weise so nah an einer Stimme dran, fast schien es mir, als hätte Stamm sie mir wie ein leichtes, viel zu dünnes Regencape über die Schultern gelegt, um mich hinauszuführen, auf einsame Strände, in regnerische Straßen oder über einen sonnigen Fluss und in die schattigen Wälder. Egal ob New York, Schweden, Deutschland: es gelingt ein sehr naher, unverstellter Blick auf die Protagonisten, die mit großer Natürlichkeit die großen Themen im Kleinen verhandeln: Nähe, Distanz, Liebe, Hass, Freundschaft, Verrat unter Bekannten, Freunden, Paaren und Fremden. Peter Stamm beobachtet mitfühlend und klug und zum Glück nie belehrend oder allwissend. Man tastet sich mit ihm gemeinsam durch alltägliche Schicksale. Es ist eine leise, enttäuschende Sinnsuche, die mich nachdenklich und ruhig zurückgelassen hat. Am Ende bleibt einem in all dem Suchen, Versuchen und Scheitern vielleicht nur das Wissen um eine mysteriöse, unveränderbare Ordnung.   

Ein System der Dinge und Wörter, das plötzlich, schleichend, schnell und eiskalt über uns hereinbrechen kann und uns ratlos zurücklässt. Blitzeis eben. Traurig, wahrhaftig, schön.            

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Dekonspiratione

Rainald Goetz
Flexibler Einband: 206 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 29.04.2002
ISBN 9783518398777
Genre: Romane

Rezension:

Wort für Wort. Ist ja toll und überhaupt: KRITIK und GRÖßENWAHN. Habe mich also nun endlich mal getraut. Was? Was vom großen, vom einmaligen RAINALD GOETZ zu lesen. Vom STIRNSCHLITZER GOETZ, vom KRANK GOETZ, vom RAVE GOETZ. So richtig von VORNE nach HINTEN und nicht nur einfach nur so peinlich hin- und hergeblättert wie ein MITTLERER DEPP. Der Stefan Mesch hat mir (also nicht mir persönlich, aber mir als Leser seines wirklich furchteinflößenden Besserwisser-Habich auch schongelesen-Blogs) DEKONSPIRATIONE empfohlen und weil der Mesch Stefan wohl auch echt was drauf hat (ja, hat er, leider). Also so literaturmäßig. Hab ich mir das geschossen und dann: VOLLE KONZENTRATION. Die brauche ich bei Goetz auch dringend, denn schon nach wenigen Seiten spüre ich auch schon gleich wieder dieses irre Goetz Ding. Ich fühle mich nämlich richtig DUMM, denn der Goetz haut mir die eigene Begrenztheit, das eigene Wurmdasein ja auch gleich auf den ersten Seiten an den Kopf. Schopenhauer, Sarah Kane, Banana Yoshimoto, WALLPAPER, Wittgenstein, Diskretion als Form, Bret Easton Ellis im Original, Luther, Aschenbach und Julien Green. SCHEISSE. Bin ich DUMM, denke ich. Müsste ich jetzt alles googeln und die Zusammenhänge hinbekommen, damit ich wenigsten mit der Hand an seine Gedankengänge dran komme. Doch zum Glück ist der große GOETZ eben auch noch richtig cool, der schreibt das einfach auch noch so richtig lässig, also wenn er es will. Und das klingt dann total gegenwärtig und das, obwohl das kleine rote Büchlein von 1999 ist. Eine kleine Liebesgeschichte, schicke neue Medienwelt. INSIGHT. Und ab geht die ganze Diskurspost, von der der MITTLERE DEPP einfach nur Kopfschmerzen bekommt. Handke, Peymann, Thomas Kapielski, Udo Röbel, STASI, MAX-PLANK-INSTITUT. Ich habe Stimmen im Kopf. BANANE. Ja, total BANANE. Ganz ohne Ketamin. Zum Glück fällt zwischendrin immer wieder dieses bescheuerte kleine Wörtchen MEGA und MEGARAVE. Selbstdistanznahme, SOCIAL DISEASE, Econy, Rosalinde Trebinger, kaltes Wasser über den Puls. Weiter, weiter, Konzentration, Konzentration und dann immer wieder kleine Glücksmomente. Muss ich mir merken. Unbedingt. Unbedingt. Unbedingt. Wow. Und dann, wenn man so denkt: was soll das denn alles überhaupt? WAS BRINGT MIR DAS ALLES? Dann breakt der GROßE GOETZ. Einfach so. Neues Blatt. Neues Kapitel. Und sagt: ja, Leser du. Du da. Mittlerer Depp Leser. Ich bin ja eigentlich auch nur ein Depp. Das da vorne (also die ersten, genialischen Kapitel) haben JA MAL GAR NICHT FUNKTIONIERT. Und dann erklärt er das wieso undsoweiter, aber in einer EINFACHEN, wunderbar lesbaren Sprache. Der große Goetz ist eben nicht nur cool und blitzgescheit. Nein, er ist scheißeverdammt nochmal auch noch wahnsinnig sympathisch, menschlich. NORMAL. Okay. Und dann nimmt er die Fäden wieder auf, lässig, klar, knüpft sie zusammen. GOETZ, der lässige Chronist. Ganz lässig aus dem Auge des Diskurs-Orkans herauserzählt das alles. Klar. Alles scheissegut, scheisselässig das. Dekonstruiert. Gestrippt. Getriggert und geknallt. FUN is over. Stattdessen einfach mal HASS. Aus Prinzip und dann einfach mal draufhalten, auf den ganzen Betrieb, sich selber hochnehmen und die anderen sowieso und gleichzeitig sagen was man macht und was daran funktioniert und was eben nicht. Und klar, das sieht der MITTLERE DEPP nicht gleich. Aber vielleicht ahnt er es, wenigstens. Vielleicht strengt er sich doch noch einmal an. Bekommt den Arsch hoch und KONZENTRIERT sich. Das ist Arbeit. Fun ist Arbeit. Der Fun will allerdings hart erarbeitet sein. Mann. GROßER GOETZ. GUT. SEHR GUT. MEGAMETA. Ich werde mich bessern. Der Arschtritt sitzt. Ich habe verstanden. Ja. Absolut. Kürzer. Zerfetzter. Kaputter. KRNK. READ! MY. ASS.

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china, smartphone, zukunft, new york, usa

Super Sad True Love Story

Gary Shteyngart , Ingo Herzke , ,
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.02.2013
ISBN 9783499255007
Genre: Romane

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deutsche literatur, dirac, dietmar dath

Dirac

Dietmar Dath , Dietmar Dath
Flexibler Einband: 494 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 25.01.2009
ISBN 9783518460481
Genre: Romane

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49 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

zukunftsvision, stadt, spass, gegenwartsroman, ökodiktatur

Schimmernder Dunst über CobyCounty

Leif Randt
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 06.08.2011
ISBN 9783827010278
Genre: Romane

Rezension:

So. Da ist es also, das Buch auf das ich sehr, sehr lange gewartet habe. DAS BUCH in der jungen Gegenwartsliteratur, das mir sehr GROßE Hoffnung und richtig gute Laune macht. Dabei habe ich mich lange gar nicht getraut SCHIMMERNDER DUNST ÜBER COBYCOUNTY von Leif Randt zu lesen. Das liegt absurderweise daran, dass ich bereits ein großer Fan von seinem Erstling (LEUCHTSPIELHAUS) war und ihm deswegen eine (wie sein Held Wim Endersson wohl sagen würde) irgendwie doch unangemessene und relativ peinliche Jubelrezension auf Amazon verpasst habe. Ist mir aber Wurst. Denn ich komme nicht aus CobyCounty und würde mich dort auf einer der alljährlich stattfindenden Untergrundpartys mit scharfen Mixgetränken eh so derbe abschießen, dass ich am nächsten Morgen nicht mal mehr als Vorlage für die perfekte Sandfigur taugen würde: zu alt, zu zerzaust und unter Umständen genauso schrecklich jovial und dynamisch wie Tom O’Brian oder Wims (per Skype immer wieder verzweifelt nach vorne schauender) Vater. Ich zitiere mich also lieber einfach mal selbst: „In jeder Szene, in jedem Satz spürt man den unbedingten Willen zu Form und Haltung. Das setzt Anstrengung voraus, Disziplin und den Glauben an die Existenz einer Ästhetik des Gegenwärtigen. Im Leben wie in der Literatur“. Daran hat sich NICHTS, aber auch GAR NICHTS geändert. Im Gegenteil: Leif Randts Prosa hat sich zum BESTEN weiterentwickelt. Seine Sprache ist noch einfacher und klarer geworden. Seine Klugheit noch leiser und differenzierter.  SDÜCC steht für mich absolut auf Augenhöhe mit 1979 von KRACHT oder Die Schönen und die Verdammten von FITZGERALD. Dieses Buch ist eine handwarm eingelassene, genau ausbalancierte Utopie, mit Tendenz zur ofenfrisch gebackenen Dystopie. Wären die Eagles eine Berlin-Mitte-Hipster-Elektroband – sie hätten schon längst den passenden Soundtrack zum Buch eingespielt: Mirrors on the ceiling/The pink champagne on ice/And she said We are all just prisoners here, of our own device/And in the master's chamber/They gathered for the feast/They stab it with their steely knives/But they just can't kill the beast. Bitte, bitte, CobyCounty Air: Ein Ticket ohne Rückflug. Frühjahr 2014.UNBEDINGT.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

provinz, reporter, arbeitslos, ostdeutschland

Deutschboden

Moritz Uslar
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 05.04.2012
ISBN 9783596191390
Genre: Romane

Rezension:

Letztes Jahr fuhr ich mit einem guten Freund seit Urzeiten mal wieder raus, aufs platte Land vor Berlin. Wir wollten uns ein ehemaliges Kasernengelände der Sowjetarmee anschauen, verirrten uns zwischen Ameisenhügeln, aßen unsere mitgebrachte Stullen zwischen bröckelndem Mauerwerk und verwilderter Natur und hatten am Nachmittag vor lauter großartiger Herummarschiererei in der riesigen, öden, von rostigen Baggern, Fäulnis und Termiten bedrohten Vergangenheit trotzdem so viel Hunger, dass wir beschlossen, ein echtes Abenteuer zu wagen: nämlich irgendwo da, im Brandenburgischen einzukehren, ohne Plan, mit der Naivität typischer Westjungs. Wir folgten spontan einem Straßenschild mit der Aufschrift „Landgasthof“, das uns irgendwie immer weiter in den Wald führte. Die Straßen waren bald so schlecht, dass wir nur noch Tempo 10 fahren konnten. Eine halbe Stunde lang Tempo 10.  Mit knurrenden Mägen und der (wie sich später herausstellte) vollkommen unberechtigten Hoffnung auf ein deftiges Ostgericht. Dort, auf dieser wüsten Kopfsteinpflasterstraße stand auf einmal ein Schild mit der Aufschrift „Deutschboden 1KM“.  Mein Kumpel freute sich wie Bolle über dieses Schild, denn er war immer der Meinung gewesen, das dieser Ort eine geile Erfindung von Moritz von Uslar sei. Toll, sagt er zu mir immer wieder: dieses Deutschboden gibt es wirklich, Wahnsinn. Wir bogen aber nicht dorthin ab. Wir fanden auch keinen Landgasthof. Wir verschlangen stattdessen eine Rostbratwurst mit Bier im ElDorado, einer Westernstadt mit angeschlossener Mini-Quad-Bahn und einem angeblich echten Plattfuß Indianer, der uns ein paar Worte in seiner Muttersprache beibrachte. Zurück, vollkommen erschöpft und verwirrt, beschloss ich dieses Buch von Uslar zu lesen, auch wenn ich seine Art Interviews mit Prominenten zu führen und immer irgendwie SAUCOOL  drauf sein zu müssen vollkommen UEBER hatte. Nun, über ein Jahr danach, habe ich es endlich getan. Was soll ich sagen. Es ist eine der besten Entscheidungen gewesen, die ich seit langem getroffen habe. Dieses Buch, das Moritz kluger Weise im Beisatz eine „teilnehmende Beobachtung“ nennt, ist eine so gut gemachte, lustige, traurige, verdammt schöne und vielleicht auch irgendwie manchmal erfundene Reportage, ein geniales Stück OST-GONZO. Es sollte Pflichtlektüre an allen Schulen Deutschlands werden, soviel Lehrreiches (aber nicht Lehrhaftes) und so viel Wahrhaftiges und Zartheit ist darin, dass man von Uslar am Ende drücken und ihm den Hut geraderücken und mit nach Schröders rübergehen möchte. Ein Molle trinken. Mit Blocki, Raoul, Rampa und den anderen, die Deutschboden so lieben, ohne es jemals besucht zu haben. Scheinwerferaus. Faustballen. LESEN.                 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Zombifiziert, Band 1: Tag Null

Fabian Lutz
E-Buch Text: 94 Seiten
Erschienen bei Instant Books, 08.08.2013
ISBN 9783646800012
Genre: Sonstiges

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

italien, musik, korrespondenz, familie, eifersucht

Die kleinen Gärten des Maestro Puccini

Helmut Krausser
Flexibler Einband: 382 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (TB), 04.01.2010
ISBN 9783442739042
Genre: Romane

Rezension:

Mit diesem Roman hat Helmut Krausser aufs Neue bewiesen, dass er einer unserer Besten ist. Die kleinen Gärten des Maestro Puccini ist Literatur in seiner reinsten und gelungensten Form: Der Schreibstil ist leicht und präzise, kraftvoll und sicher. Krausser muss sich und der Welt nichts mehr beweisen - angenehm zurückhaltend stellt er seine erwiesene Sprachgewalt und Phantasie in den Dienst der Geschichten, der Tatsachen, der Leidenschaften und Lieben des auto- und frauenvernarrten Musik-Genies. Herausgekommen ist ein Dokumentar-Roman, der den Titel "Roman" auch wirklich verdient hat: die Figuren sind fein und kreativ gezeichnet, der Spannungsbogen stimmt aufs i-Tüpfelchen genau. Und vielleicht das Schönste dabei: dieses Buch ist zum Glück kein weiteres Machwerk für bildungsbürgerlich beflissene Geister geworden - nein: es macht Lust beim Lesen und Lust aufs Hören. Kleinen Gärten ganz groß.
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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

beziehung, berlin, familie, psychotisch, geburt

Die Anstalt der besseren Mädchen

Julia Zange
Flexibler Einband: 157 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 20.01.2010
ISBN 9783518461464
Genre: Romane

Rezension:

sind drei Gefühlszustände die nur eine gute Autorin im Leser wecken kann. Julia Zange hat eine böse, raffinierte und verstörende Heldin geschaffen, die einen nicht in Ruhe lässt, die man manchmal schütteln und schlagen möchte und deren Stimme sich wie eine Machete ins Unterbewusstsein schlägt. Ein starkes Debut.

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

roadtrip, deutschland, sex, drogen, lügen

Paradiso

Thomas Klupp
Flexibler Einband: 199 Seiten
Erschienen bei bloomsbury taschenbuch, 02.09.2009
ISBN 9783833306563
Genre: Romane

Rezension:

Paradiso ist in erster Linie ein Heimatroman, ein schnelles, wütendes und sehr unterhaltsames Buch. Im Stil und Aufbau erinnert es unweigerlich an Christian Krachts Faserland. Ein junger, unentschlossener Typ auf Crashkurs - nicht durch die ganze Republik sondern nur durch die Oberpfalz, von jeher eine der wildesten und interessantesten Regionen Bayerns. Das ist manchmal abgründig, meistens aber saukomisch und erfrischend ehrlich. Keinesfalls aber so tabubrechend wie Thomas Brussig auf dem Rückendeckel behauptet. Leider bleiben die Frauenfiguren trotz unbedingtem Sex- und Liebeswillen des spätpubertierenden Protagonisten etwas blass, zu einer wirklich interessanten Weiterentwicklung hätte es eine echte Gegenspielerin nicht nur aus Fleisch sondern auch aus Blut bedurft. Trotzdem ein gelungenes Debut, für alle Oberpfälzer da draußen sowieso Pflicht!

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

roman, london, deutscher buchpreis, 9/11, gegenwart

Die Habenichtse

Katharina Hacker
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 09.09.2011
ISBN 9783596189717
Genre: Romane

Rezension:

das sind die Adjektive mit denen ich die Habenichtse in meinem Kopf markiert habe. Jetzt, fast schon ein Jahrzehnt nach dem 11.9. stört die historische Folie unter den faszinierenden und berührenden Paarstrukturen auch nicht mehr so sehr, wahrscheinlich wird sich die wahre Relevanz dieses Buches erst in 5-10 Jahren ganz dem Leser offenbaren. Wie bei allen großen Würfen ist der Einstieg aufgrund der Vielzahl eingeführter Personen und Handlungsstränge nicht leicht. Spätestens aber ab Seite 80 packt dieses Buch einen im Unterbewusstsein und lässt einen auch während den notwendigen Lesepausen nicht los. Ein Buch, das den Blick aufs eigene Leben verschiebt und im besten Sinne zeitgeistig ist. Was kann man mehr von Literatur erwarten? Leider verpufft zum Schluss die ganze große angestaute Unruhe und Anspannung für meinen Geschmack etwas zu profan. Vielleicht ist das aber auch nur wie im richtigen Leben?

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Bestattung eines Hundes

Thomas Pletzinger
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 12.07.2010
ISBN 9783442739462
Genre: Romane

Rezension:

Bestattung eines Hundes ist definitiv eines der besten Bücher der jüngeren Gegenwartsliteratur. Nicht weil es international, spannend, schnell und brilliant geschrieben ist, sondern weil es in jedem Satz, in jedem Zitat, in jeder Konstruktion die Intelligenz und Akribie des Autors offenbart und dennoch keinem Leser den Zugang versperrt. Da stört es auch nicht, dass die Figuren manchmal einen Tick zu cool und artifiziell aufschlagen und man hintenraus etwas kürzen hätte können. Im Zweifel ist das von Thomas Pletzinger genau so gewollt. Also: Kaufen und Bücherschrank aufwerten, sofort.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

drehbuch, london, friseursalon, haare schneiden, kunst

Leuchtspielhaus

Leif Randt
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag Taschenbuch, 31.10.2009
ISBN 9783833306471
Genre: Romane

Rezension:

[START PLAYING SOCIAL] Leif "Flyboy" Randts Debüt ist Pop in seiner kristallinen Form. So hart und so zerbrechlich wie ein Herz aus Glas. In jeder Szene, in jedem Satz spürt man den unbedingten Willen zu Form und Haltung. Das setzt Anstrengung voraus, Disziplin und den Glauben an die Existenz einer Ästhetik des Gegenwärtigen. Im Leben wie in der Literatur. Das macht "Leuchtspielhaus" so schön wie eine zitternde, mintgrüne Neonröhre (natürlich ohne Ton, wird im Bonusmaterial der BluRay als Film-Fehler Nr. 2010 vermerkt).
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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

amanda

Ein dunkler Moment

Rabea Edel
Fester Einband: 189 Seiten
Erschienen bei Luchterhand Literaturverlag, 08.03.2011
ISBN 9783630873381
Genre: Romane

Rezension:

Rabea Edels dunkler Moment ist in Wirklichkeit ein strahlender Lichtblick für die deutsche Literaturlandschaft. Atmosphärisch dicht und sprachlich präzise - wie feinste Pressluft aus Bella Italia und den USA. Sehr genau wird hier seziert, klar und fast schon etwas zu überlegen gleitet die Autorin wie ein eiskalter Engel im düster-mysteriösen Klartraum über die Tat- und Unorte, die Alb- und Wunschträume der Protagonisten. Amanda, Landolfi, Billy, Claudia: alle sind sie getrieben, und auf ihre ganz persönliche Art und Weise seltsam entrückt und neben der Spur. Dabei aber hocheffizient, die Gefühle stets hinter hochgehaltener Deckung.
Man müsste das Buch sofort allen deutschen Tatort- und Filmautoren in die Hand drücken: Da ist alles, was man auch für raffinierte, visuelle Suspense braucht: Bezug zu einer wahren Geschichte, erfahrene Kameraführung mit überraschenden Wendungen, gutes Licht und ganz, ganz viel Dunkelheit.

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26 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

schizophrenie, marketing, umweltzerstörung, ölindustrie, mineralöl

Sickster

Thomas Melle , ,
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.03.2013
ISBN 9783499256950
Genre: Romane

Rezension:

Ich muss ehrlich sagen, das meine Erwartungen SICKSTER betreffend wahrscheinlich von Anfang an viel zu hoch waren. Als zum Beispiel vor ein paar Jahren Axolotl Roadkill erschien und die Bestsellerlisten stürmte, dachte ich mir: lieber Thomas Melle, dieses Buch hättest du schreiben sollen. Natürlich wusste ich, dass er gerade an Sickster arbeitete und weil mich seine abgründigen und irgendwie immer infektiösen Texte (man lese nur mal seinen Bachmannwettwerbsbeitrag) schon immer so schön schauern lassen und irrational ängstigen, war ich der festen Überzeugung, dass dieses Buch, sein Erstling noch dazu, die deutsche Literaturlandschaft wenn schon nicht erschüttern, ihr so doch kleine Risse zufügen würde. Um es kurz zu machen (das hier ist nicht die Literaturausgabe der ZEIT und ich bin auch nicht Ijoma Mangold): DEM IST NICHT SO. Für mich persönlich handelt es sich um ein ziemlich disparates und sperriges Werk, das sich mir nie wirklich eröffnet hat, von der brillianten Eröffnungsszene und einigen späteren Textpassagen mal abgesehen. Ohne auf die Handlung weiter eingehen zu wollen (wir haben ja alle Internet), finde ich, dass die dem Buch zugrunde liegende Männerfreundschaft einfach handwerklich nicht funktioniert und sich deswegen auch nicht schlüssig weiterentwickelt. Das liegt nicht an der Figur des Magnus, die mir durchaus gelungen erscheint, sondern an seinem alten Schulfreund Thorsten dem „Manager und Macho“ (einem überzeichneten Kotzbrocken vor dem Herrn). Vielleicht auch aus diesem Grund stellt sich kein wirklicher Rhythmus im Kopf ein, der Text kippt und kappt, er bricht ab und fährt wieder hoch, er jazzt und summt und streckt sich, doch nicht im dreckigen Crossover-Pulsschlag unserer Hauptstadt, sondern wie ich mir einen Herzkranken auf Red Bull vorstelle. Berlin und seine gegenwärtigen Bewohner klingen für mich ganz anders. Was aber überhaupt nichts heißen muss. Denn vielleicht klingen sie für Thomas Melle eben so und nicht so, wie ich mir vorgestellt habe, wie sie für ihn klingen müssten. Trotz allem ein solides Debut mit vielen tollen und nageltauglichen Sätzen. Ein Debut das kein Fenster schließt, aber auch keines öffnet. Nicht das Schlechteste für den Anfang. Da geht noch was!

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