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8 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

Stein

Reinhard Kleindl
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.09.2018
ISBN 9783442487981
Genre: Krimi und Thriller

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Rotkehlchen – Todkehlchen

Ursula Meyer
Flexibler Einband: 286 Seiten
Erschienen bei Waxmann, 16.08.2018
ISBN 9783830938880
Genre: Krimi und Thriller

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10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Falkenberg

Regine Seemann
Flexibler Einband: 283 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 11.04.2018
ISBN 9783839222096
Genre: Krimi und Thriller

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5 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Ira

Alexandra Schmidt
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 13.09.2018
ISBN 9783752828207
Genre: Krimi und Thriller

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208 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 100 Rezensionen

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Totenweg

Romy Fölck
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 23.02.2018
ISBN 9783785726228
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei „Totenweg“ von Romy Fölck handelt es sich um den ersten Band der Kriminalromanreihe um das Ermittlerduo Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Er ist 2018 bei Bastei Lübbe erschienen und umfasst 380 Seiten.

1998: In einem kleinen Dorf in der Elbmarsch wird die 14-jährige Marit ermordet aufgefunden. Der Mord konnte nie aufgeklärt werden und beeinflusst fortan das Leben ihrer gleichaltrigen Freundin, Frida Paulsen, und des damaligen leitenden Ermittlers, Bjarne Haverkorn.

Etwa zwanzig Jahre später: Im Dorf ereignet sich erneut ein Verbrechen, Fridas Vater wird niedergeschlagen. Frida, die inzwischen bei der Polizei arbeitet, kehrt in ihr Heimatdorf zurück. Dort trifft sie erneut auf Haverkorn, dessen Ermittlungen sie unterstützen möchte. Dabei werden die beiden von ihrer Vergangenheit eingeholt  und machen sich nicht nur an die Lösung des neuen, sondern auch an die des alten Falles. Bald stellt sich heraus, dass die junge Polizistin in ihrer Jugend einiges verschwiegen hat, was der Klärung des Falles dienlich hätte sein können.

Romy Fölck präsentiert mit ihrem Krimi eine in sich geschlossene, logisch aufgebaute Geschichte, die vor allem auf zwei Zeitebenen spielt: Neben der eigentlichen Handlung in der Gegenwart kommt es immer wieder zu Rückblenden in die Vergangenheit, wie es bei der Aufklärung eines Cold Case auch sein sollte. Die beiden Ebenen sind gut voneinander zu unterscheiden und durchziehen den gesamten Roman. Immer wieder erhält der Leser dabei auch Einblicke in Romys Jugendzeit, die allerdings für den Verlauf der Handlung nur bedingt vonnöten sind.

Die Erzählung beginnt recht unspektakulär, es werden vor allem die Charaktere und der Handlungsort beschrieben. Über weite Strecken werden die Probleme dargestellt, mit denen Frida nun, da sie den Apfelhof ihres Vaters leiten muss, zu kämpfen hat. An Spannung lässt es hier sehr missen. Erst allmählich wird der Leser zur eigentlichen Handlung geführt. Überraschungen und Wendungen gibt es kaum, stattdessen wird einigen Nebenschauplätzen großer Raum zugemessen. Erst im letzten Drittel des Romans entwickelt sich ein Spannungsbogen. Das Ende des Krimis ist wenig überraschend.

Die Zahl der Charaktere ist übersichtlich, ihre Beschreibung ansprechend. Allerdings fehlte es mir an ihrer inneren Entwicklung und Tiefe. Frida handelt, obgleich sie Polizistin ist, recht naiv, Bjarne hat sehr mit privaten Problemen zu kämpfen, die zu lösen er allerdings nicht fähig ist. Auch die Zusammenarbeit der Beiden erscheint mir wenig realistisch.

Gut gelingt es Fölck, die Atmosphäre des kleinen Dorfes in der Elbmarsch sowie ihrer Bewohner widerzuspiegeln, was den Roman für Liebhaber von Regionalkrimis gefallen dürfte und durchaus seinen Reiz hat.

Fölcks Sprache und Stil sind eingängig und leicht zu lesen, allerdings gelang es der Autorin nicht, mich in ihren Bann zu ziehen, sodass es mir beim Lesen des Romans einfach am „Flow“ fehlte.

Insgesamt handelt es sich bei diesem Roman um einen zwar solide konstruierten Krimi, der auch viele regionale Aspekte beherzigt und ansprechend darstellt, mir allerdings erschien er doch sehr langatmig, was meine Leselust hemmte. Die Story ist gut, aber bei der Umsetzung fehlte es mir einfach an Spannungselementen und Überraschungen, weshalb mich dieses Werk nur bedingt überzeugen konnte.

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Tags: cold case, elbmarsch, hamburg, krimi, kriminalroman, krimi-reihe, mord, regionalkrimi, spannung   (9)
 

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46 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

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Queen Victoria

Julia Baird , Hans Freundl , Maria Zettner
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), 01.09.2018
ISBN 9783806237849
Genre: Biografien

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34 Bibliotheken, 14 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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Eine Familie in Deutschland

Peter Prange
Fester Einband: 672 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 24.10.2018
ISBN 9783651025561
Genre: Historische Romane

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31 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

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Katharina von Bora & Martin Luther

Maria Regina Kaiser
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 13.09.2016
ISBN 9783451068836
Genre: Biografien

Rezension:

Die von Maria Regina Kaiser verfasste Romanbiografie „Katharina von Bora & Martin Luther. Vom Mädchen aus dem Kloster zur Frau des Reformators“ ist 2017 in zweiter Auflage im Herder Verlag erschienen und umfasst 251 Seiten.

Die Autorin greift in ihrem Werk prägnante fiktive und, vor allem, reale Szenen aus Katharinas Leben aus den Jahren 1513 bis 1540 auf, kombiniert sie zu einem einheitlichen Ganzen und formt so ein Bild der Lutherin, das diese als eigenständige und starke Frau des ausgehenden Mittelalters/der beginnenden Neuzeit erscheinen lässt.

Das einleitende Vorspiel, das Katharina im Todeskampf zeigt und auch gute Einblicke in Luthers Denken gibt, wird am Ende der biografischen Erzählung wieder aufgegriffen, wodurch dieses  Ereignis gleichsam den Rahmen des oben genannten Lebensabschnitts in chronologischer Reihenfolge bildet. Ergänzt wird das Werk durch ein Inhaltsverzeichnis, ein Nachwort, das zu lesen sich auch vor der eigentlichen Lektüre lohnt, und einen umfangreichen Anhang mit Zeittafel, Personenregister, Glossar und einer Auswahl an weiterer Literatur.

Der Titel des Buches, „Katharina von Bora & Martin Luther“, wird dem Buch nicht ganz gerecht, Untertitel und Cover, das ein großes Porträt der ehemaligen Nonne und ein kleineres des Reformators zeigt, treffen es eher, denn der „Star“ dieser biografischen Abhandlung ist eindeutig Katharina, liebevoll „Herr Käthe“ genannt: Sehr eindrücklich wird hier geschildert, wie und warum das Mädchen, das seine Kindheit im Kloster verbrachte, anfing, am Klosterleben zu zweifeln und sich der Reformation anschloss, was schließlich zum Ausbruch aus den Klostermauern führte. Dass sie eine praktisch denkende Frau war, die ihr eigenes Schicksal und das ihres Mannes in die Hand zu nehmen wusste und somit den Gegenpol zum eher „vergeistigten“ Luther bildete, tritt hier ebenso zu Tage wie ihr Selbstbewusstsein, indem sie doch auch „Althergebrachtes“, wie z.B. ihren Rosenkranz, in ihr neues Leben rettete und trotz Kritik für sich zu bewahren verstand.

Eingebettet in den Roman sind wiederholt historische Hintergründe, z.B. Informationen über mittelalterliches Klosterleben, mittelalterliche Medizin, die Pest, die Bauernkriege usw. Dies alles lässt die Leser/innen tief in das Leben jener Epoche eintauchen und das Buch (fast) so spannend wie einen Krimi werden. Kaiser versäumt es auch nicht, mit geschichtlichen Mythen „aufzuräumen“, wenn sie Luther z.B. aus der Rückschau den Thesenanschlag schildern lässt.

Sprache und Stil der Autorin werden der damaligen Zeit gerecht und sind der Epoche angemessen, sind aber dennoch auch für heutige Leser/innen leicht verständlich, was ein flüssiges und lehrreiches Leseerlebnis ermöglicht.

Insgesamt handelt es sich bei Maria Reginas Romanbiografie um eine Darstellung, in der gekonnt Fiktion und historische Tatsachen miteinander verwebt werden und die so das Leben einer starken und selbstbewussten Frau präsentiert, welche allzu oft nur als „die Frau an seiner Seite“ betrachtet wird. Mir selbst hat dieses Buch ein völlig neues Bild der Käthe Luther vermittelt. Der wirklich eingängige und dennoch nicht anspruchslose Schreibstil in Verbindung mit historischem Wissen und guter Recherche bewirkten, dass ich das Buch während des Lesens kaum aus der Hand legen konnte und am Ende ein wenig traurig war, dass das Lesevergnügen so rasch vorüber war. Allen, die sich für die Zeit der Reformation oder starke Frauen allgemein interessieren, kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

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Tags: beginnende neuzeit, evangelische kirche, glaube, gott, kirche, kloster, luther, mittelalter, nonne, reformation, spiritualität   (11)
 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Bis bald im Wald!

Gundi Herget , Kai Schüttler
Fester Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Magellan, 17.07.2018
ISBN 9783734820465
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Gundi Hergets und Kai Schüttlers Bilderbuch „Bis bald im Wald!“ ist 2018 im Magellanverlag erschienen und umfasst 32 großformatige Seiten.

Mama Susa zeigt ihren Ferkelchen die Welt. Nur vor einer Sache warnt sie sie: „Haltet euch fern vom Wald!“ Alle sind beeindruckt, nur ein Ferkel nicht. Eines Tages macht sich der kleine Kerl auf den Weg ins große Abenteuer Wald und muss feststellen, dass es dort nur halb so schlimm ist, wie Mama gesagt hat …

Schon das Cover des Buches ist farbenfroh gestaltet, und auf ihm gibt es  Einiges zu entdecken, sodass es zum ruhigen Betrachten einlädt und Lust macht, das Buch gemeinsam anzuschauen.

Die Bilder sind farbenfroh und nicht überladen, sodass sie sich für kleinere Kinder gut eigenen. Außerdem ist es dem Illustrator gelungen, die Botschaft des Textes in den Bildern einzufangen. Lobend sei hinzugefügt, dass die Zeichnungen trotz der Kindlichkeit keinesfalls kitschig sind.

Schön finde ich, dass es neben der eigentlichen Angstgeschichte auch Waldtiere zu entdecken gibt und das Thema "Miteinander" angerissen wird, indem das Ferkelchen am Ende auch anderen etwas schenkt und sich nicht hochmütig von den anderen abgrenzt, die weniger mutig sind/waren.

Ein wenig problematisch erscheint mir, dass zu Beginn des Buches eine erwachsene Gestalt in dem Buch unrealistische Ängste in ihren Kindern schürt. Hier wären meiner Meinung Gleichaltrige besser geeignet gewesen.

Positiv sei noch erwähnt, dass der Magellanverlag, wie auch auf dem Cover kommuniziert, Wert auf Nachhaltigkeit legt.

Insgesamt verbreitet dieses Buch auf kindgerechte Weise die Botschaft: Überwinde deine unnötigen Ängste und du kannst stolz auf dich sein. Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Es ist auf jeden Fall eine vergnügliche und lehrreiche Beschäftigung, dieses Buch gemeinsam mit Kindern im Kindergartenalter zu betrachten und es vorzulesen.

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Tags: angst, bauernhof, bilderbuch, kinderbuch, mut, tiere, vorlesen, wald   (8)
 

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16 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Der Totenversteher

Sue Schwerin von Krosigk , Wilfried Schwerin von Krosigk
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei bebra verlag, 13.09.2018
ISBN 9783898095501
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sue und Wilfried Schwerin von Krosigks Berlinkrimi „Der Totenversteher“ ist 2018 im be.bra Verlag erschienen und umfasst 269 Seiten.

Hartung Siegward Graf von Quermaten zu Oytinghausen, von allen nur Hasi genannt, könnte so glücklich sein, hat er doch ein Vermögen geerbt, das ihm ein sorgenloses Leben ermöglicht. Doch Pustekuchen: Statt das Geld sicher zu investieren, fällt er einem Betrüger zum Opfer. Aber es soll noch dicker kommen: Bald darauf gerät er unverschuldet in das Visier eines Auftragsmörders.

Mit Hilfe seiner verstorbenen Tante, die ihm aus dem Jenseits zur Hilfe eilt, und seiner illustren Freundesschar versucht er, aus dem Schlamassel wieder hinauszukommen und tritt dabei von einem Fettnäpfchen in das nächste …

Die Geschichte ist solide und in sich stimmig konstruiert. Anfangs werden zwei an sich getrennte Handlungsebenen erzählt, die im Laufe des Geschehens zusammenlaufen und am Ende als Einheit aufgelöst werden.

Die Zahl der Charaktere ist überschaubar, alle Personen werden detailliert charakterisiert und gewinnen ihren Liebreiz aus ihren je persönlichen Marotten. Wie es sich für „komische“ Literatur gehört, sind sie teils überzeichnet, sodass man beim Lesen immer wieder mit dem Kopf schütteln muss und sich fragt, ob das Gelesene wirklich wahr sein kann, ob es so viel Naivität gibt. Kriminalhauptkommissar Torsten Nagel präsentiert sich dabei am tiefgründigsten, da er sich am besten reflektieren kann und sich im Laufe der Geschichte weiterentwickelt.

Das Buch enthält sehr viele gesellschaftskritische Aspekte, so zum Beispiel illegale und unsoziale Investmentpraktiken, Alt-68-er und Mitglieder der Hausbesetzerszene, die ihre Ideale verraten haben, das elitäre Gehabe der Kunstszene und die fast schon religiös anmutenden Riten der Esoterik- und Bio-Anhänger. Auf humorige Weise werden diese Gesellschaftsschichten aufs Korn genommen und teils ad absurdum geführt. Geschickt greifen die Autoren dabei auch auf schwarzen und britischen Humor zurück und sorgen damit beim Leser für sehr viele Lacher.

Dass das Autorenduo seine Wahlheimat Berlin gut kennt und liebt, kann man den zahlreichen Wegbeschreibungen durch die bundesdeutsche Hauptstadt entnehmen. Dass der Handlungsort möglichst naturgetreu dargestellt wird, macht den Reiz von Regionalkrimis aus und sollte so sein.

Die Sprache der Verfasser ist flüssig, schnörkellos und leicht zu lesen. Wie es sich für einen Regionalkrimi gehört, hat sich auch der ein oder andere Berlinerische Ausdruck eingeschlichen.

Einziger Wermutstropfen beim Lesen war, dass es mir persönlich doch sehr an Spannung fehlte. Zwar gibt es einen Spannungsbogen, der allerdings durch den Humor überlagert wird, weshalb mir dieses Moment des nicht mehr Aufhörenkönnens oder Nägelkauens vor Spannung fehlte.

Insgesamt handelt es sich bei diesem Regionalkrimi um ein wirklich intelligent und hintergründig verfasstes Buch, das der Gesellschaft und somit auch dem Leser auf teils groteske Weise den Spiegel vorhält und kriminalistische Elemente enthält. Für Anhänger des schwarzen Humors eine wahre Freude, diejenigen, die mehr Wert auf Spannung legen, werden möglicherweise enttäuscht sein. Mir hat das Buch letztendlich einige lustige, unterhaltsame und nachdenkliche Lesestunden beschert.

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Tags: berlin, gesellschaftskritik, humor, krimi, kriminalroman, krimi-reihe, mord, regionalkrimi, schwarzer humor, spannung   (10)
 

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233 Bibliotheken, 23 Leser, 0 Gruppen, 96 Rezensionen

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Die Party

Jonas Winner
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.09.2018
ISBN 9783453439184
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Heyne-Verlag veröffentlichte Jonas Winners 366-seitigen Thriller „Die Party. Wer Glück hat, stirbt als Erster“ im Jahre 2018.

Brandon lädt zehn alte High School-Freunde zu einer Halloweenparty in seinen abgelegenen Bungalow ein. Schon in den Achtziger hatte man dort zusammen gefeiert, und die Party soll dieses Jahrzehnt wieder aufleben lassen. Doch wie die Party zuvor, so steht auch die diesjährige unter keinem guten Stern. Gleich zu Beginn eröffnet Brandon das Event, an einem Kronleuchter über den Raum schwebend und als Tod kostümiert, mit einem spektakulären Akt, wobei er tödlich verunglückt. Als er kurz darauf auch noch in einem Video verkündet, dass nur einer der Gäste die Party lebend verlassen wird, macht sich Panik breit. Und die Gäste haben noch, abgeschnitten von der Umwelt, die ganze Nacht vor sich …

Schon zu Beginn gelingt es Jonas Winner einen Spannungsbogen aufzubauen, indem Andeutungen gemacht werden, dass sich während der Party im Jahre 1986 etwas Verstörendes ereignet hat. Bis zum Schluss wird er Leser darüber im Unklaren gelassen, was es gewesen sein könnte. Ein zweiter Spannungsbogen wird mit Brandons Tod geschaffen, interessiert es doch, wer hierfür verantwortlich ist. Als nach und nach immer mehr Protagonisten auf bizarre Weise den Tod finden und sich die Überlebenden gegenseitig verdächtigen, steigt der Nervenkitzel rasant. Einen neuen Aufschwung erhält er, als während des zweiten Romanteils Rückblenden in die Vergangenheit hinzukommen. Trotz zahlreicher überraschender Wendungen gelingt es dem Autor am Ende, die Spannungsbögen und Erzählebenen miteinander in Einklang zu bringen und so zu einem überraschenden, nachvollziehbaren Finale zu führen.

Die Zahl der Charaktere ist mit 14 sehr übersichtlich. Die Mitglieder der Partygesellschaft, alle um die 50, sind am Ende des Buches aufgelistet, was die Orientierung erleichtert. Zu Beginn der Handlung werden alle charakterisiert, jedoch erfährt der Leser auch während des Lesens immer wieder Neues sowohl aus der Vergangenheit als auch aus der Gegenwart. Leider machen sie während der Ereignisse keine wirkliche Entwicklung durch und dafür, dass sie allesamt mitten im Leben stehen, hinterlassen sie einen sehr naiven und in der Vergangenheit verharrenden Eindruck. Lediglich Henry erscheint von Zeit zu Zeit so etwas wie „erwachsen“. Dadurch hat der Roman meiner Meinung nach ein wenig an Spannung und Realismus eingebüßt.

Die Erzählperspektive verändert sich im Roman immer wieder, was einen guten Einblick in die Psyche der Charaktere gibt. Winners Sprache ist flüssig und schnörkellos zu lesen, kurze, „abgehackte“ Sätze wirken gekonnt und forcieren die Spannung.

Besonders reizvoll für Leser/innen im Alter der Protagonisten dürften die zahlreichen Zeitreisen in die Achtziger sein, die so etwas wie Nostalgie aufkommen lassen.

Das dunkel gehaltene Cover mit weißer Partyeinladung und Blut passt sehr gut zum Roman, zu Halloween und entspricht voll und ganz meinem persönlichen Geschmack.

Insgesamt präsentiert Jonas Winner hier einen sehr spannenden Thriller, den ich trotz der oben genannten Abstriche, die vor allem auf der Naivität der Partygäste basieren, absolut gerne gelesen habe und am Ende kaum noch aus der Hand legen konnte. Für „Kinder der Achtziger“, die Thriller und Nervenkitzel mögen, unbedingt zu empfehlen.

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Tags: 80-er jahre, halloween, mord, party, sprannung, thrill, thriller   (7)
 

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Themis

Lou Corbie
E-Buch Text: 193 Seiten
Erschienen bei Selfpublisher, 30.08.2018
ISBN B07G629RN9
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Lou Corbies Thriller „Themis“ ist 2018 im Self-Publishing erschienen, kann über Amazon bezogen werden und umfasst 239 Seiten.

Offiziell arbeitet Valentina Falkenherz als Kommissarin beim Kriminaldauerdienst im Osten Berlins, in ihrer Freizeit rückt sie Verbrechern auf ihre eigene Art und Weise zu Leibe: Sie besucht inkognito Selbsthilfegruppen, um sich anschließend für die Opfer an den Tätern zu rächen.

Bei einer Sitzung trifft sie dabei auf eine Frau, die von demselben Mann vergewaltigt worden zu sein schein, der auch Valentinas Bruder auf dem Gewissen hat. Bei dieser Rachefeldzug bringt die Kommissarin jedoch nicht nur sich selbst, sondern auch ihr nahestehende Personen in Gefahr.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen: Neben der aktuellen Handlung gibt es immer wieder Rückblenden in Valentinas Jugendzeit, die nach und nach ein komplettes Bild von dem ergeben, was ihr und ihrer Familie widerfahren ist. Auch erklären wie, warum der Täter zu demjenigen geworden ist, den er in der Gegenwart darstellt. Die Zeitebenen sind gut voneinander abgetrennt, sodass sie beim Lesen keinerlei Schwierigkeiten bereiten. Am Ende des Werkes steht noch einmal ein dramatisches Finale, in dem noch einmal alle Fäden miteinander verwoben werden.

Von Anfang an verfügt die Geschichte über einen durchgehenden Spannungsbogen, der den Leser in seinen Bann zieht.  Die Handlung ist logisch aufgebaut, die Zahl der Protagonisten übersichtlich. Die teils skurrilen und pfiffigen Methoden, mit denen die Kommissarin für Gerechtigkeit sorgt, entsprechen bestimmt auch den Phantasien vieler Leser, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.

Corbies Sprache ist einfach und flüssig zu lesen, was dem Lesefluss ebenfalls entgegenkommt.

Auch wenn die Autorin sich einiger Klischees bedient, ergibt der Thriller insgesamt ein rundes Gesamtbild und lässt sich spannend lesen. Mir jedenfalls hat er einige kurzweilige Lesestunden bereitet, sodass ich ihn allen Lesern spannungsgeladener Literatur empfehlen kann.

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Tags: berlin, krimi, kriminalroman, kripo, lka, missbrauch, polizei, rache, spannung, thriller   (10)
 

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

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Zarah und Zottel - Ein Pony auf vier Pfoten

Jan Birck
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 16.03.2017
ISBN 9783737353496
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das 64-seitige Kinderbuch „Zarah & Zottel. Ein Pony auf vier Pfoten“ ist der erste Band aus der Kinderbuchreihe „Zarah & Zottel“ von Illustrator und Autor Jan Birck. Erschienen ist es 2017 bei FISCHER Sauerländer.

Zarah und ihre Mutter sind neu in der Stadt. Doch während Mama mit Umzug und Arbeit vollauf beschäftigt ist, sucht Zarah vergeblich einen Freund: Niemand möchte sie dabeihaben. So beschließt sie, sich ein Pony als Freund zu suchen. Die Voraussetzung: Es muss in den Aufzug passen. Doch das ist gar nicht so einfach …

Das schwierige Thema Freundschaft – welches Kind fühlt sich nicht immer wieder mal einsam oder ausgestoßen? In seinem Buch transportiert Birck auf lustige, kindgerechte und pfiffige Weise zwei Botschaften: Ja, es ist möglich, Freund/innen zu finden, doch manchmal muss man dazu auch Eigeninitiative ergreifen. Und: Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Bircks Sprache ist einfach, die Sätze sind kurz und auf den einzelnen Seiten dominieren die Bilder, sodass sich das Buch nicht nur zum Vorlesen, sondern vor allem auch zum ersten Selberlesen eignet. Empfohlen ist das Buch für Kinder ab fünf Jahren, was sprachlich auch zutreffend sein dürfte. Doch da das Thema eigentlich alle Altersstufen betrifft und die Textgestaltung einfach ist, eignet es sich auch für Kinder der ersten Klasse als erste Lektüre oder für Zweitklässler/innen, um ihnen das Lesen schmackhaft zu machen, ohne sie zu überfordern. Gut ankommen und durchaus für Kinder verständlich sein dürften die Wortspielereien, die der Autor immer wieder einstreut, wenn er z.B. Zarah den Weg zum „Bäcker Ganz (…) nicht ganz, sondern nur fast ganz“ gehen lässt.

Die Bilder sind durchweg kindgemäß, aber dennoch künstlerisch mit symbolischen Anteilen, mischt der Illustrator doch farbenfrohe, blasse und Schwarzweiß-Anteile miteinander, um das Augenmerk auf Wichtiges zu lenken. Außerdem enthalten sie zahlreiche Details, was zum Innehalten, Betrachten und Entdecken einlädt. Kombinationen von Text und Bild bieten auch bei der Bildbetrachtung einen Leseanreiz und erinnern an Comics.

Insgesamt handelt es sich hier um ein Buch, das Ernsthaftigkeit und Humor gekonnt miteinander kombiniert sowie Kindern Kraft und Freude an Büchern schenken kann. Ich habe es sehr gern gelesen und angeschaut und werde es auch einmal bei passender Gelegenheit im Unterricht einsetzen. Für Leseanfänger ist es optimal geeignet – deshalb wird es einen Platz in unserer Schulbücherei erhalten und hoffentlich reichlich gelesen werden.

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Tags: bilderbuch, freundschaft, kinder, kinderbuch, leseanfänger   (5)
 

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9 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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In besserer Gesellschaft: Der selbstgerechte Blick auf die Anderen

Laura Wiesböck
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Kremayr & Scheriau, 01.09.2018
ISBN 9783218011334
Genre: Sonstiges

Rezension:

Laura Wiesböcks 207-seitiges Sachbuch „In besserer Gesellschaft. Der selbstgerechte Blick auf die anderen“ ist 2018 im Wiener Verlag Kremayr & Scheriau erschienen.

„Wir sind doch alle gleich!“ – ein Satz, der in unserer Gesellschaft oft zu hören ist, der herangezogen, um Ungerechtigkeiten anzuprangern und  auszumerzen. Aber was bedeutet „Gleichheit“ eigentlich? Und vor allem: Sind wir wirklich alle gleich? Dass dem einerseits nicht so ist, dass wir alle andererseits auch täglich vieles tun, um uns selbst aus dieser Gleichheit hervorzuheben, stellt Laura Wiesböck in ihrem Buch anhand der Bereiche Arbeit, Geschlecht, Einwanderung, Armut und Vermögen, Kriminalität, Konsum, Aufmerksamkeit sowie Politik dar.

Gerahmt werden ihre Ausführungen durch ein Vorwort, in dem sie die These aufstellt, dass wir alle ein Bedürfnis nach „Abgrenzung, Zugehörigkeitsgefühl und Anerkennung“ haben, welches sich in unserer Gesellschaft widerspiegelt, und durch ein Nachwort, in dem sie eine Möglichkeit vorstellt, dieser Diskrepanz zu begegnen, sowie einem obligatorischen Quellenverzeichnis.

In allen oben genannten Gesellschaftsbereichen trifft man dasselbe Phänomen an:  Distinguiert schauen die einen auf „die da unten“ herab, versuchen sich in Szene zu setzen und meinen, die Weisheit allein für sich gepachtet zu haben.  Was wir an den einen kritisieren, praktizieren wir selber ebenso, oft ohne uns dessen bewusst zu sein – und, noch schlimmer, ohne die anderen wirklich zu kennen. Denn wieso sollten wir sie kennenlernen (wollen)? Wir haben uns unser Urteil doch schon längst gebildet. Da sind die Arbeitnehmer/innen, die sich dem Zwang der Arbeitswelt entziehen wollen, sich selbstständig machen und sich in andere Zwänge begeben. Bringen sie es dann tatsächlich „zu etwas“, treten sie in die Fußstapfen ihrer vormaligen Vorgesetzten und üben ihrerseits Zwänge auf andere aus, oder kreieren ihrerseits eine eigene Klasse der neuen „Selfmades“ – und der Klassenkampf geht weiter. Da konsumieren wir, um unseren Status nach außen zu tragen, und wenn der Konsum nicht mehr ausreicht, geht es „back to the roots“ – Öko heißt die neue Klasse, die uns wieder nur dazu nutzt, auf andere hinabzuschauen. Wir wollen modern sein und weltoffen – aber wehe, die Welt kommt zu uns. Wenn dieses geschieht, schreien alle laut auf. Und wieder ist es da – das Herabschauen und Disqualifizieren des Andersartigen.

Mal ehrlich gefragt: Wer von uns kennt dieses Phänomen nicht? Wir alle praktizieren es wenigstens hin und wieder, meist jedoch öfter, als wir es wahrhaben wollen – dieses liest Leser/in schnell aus Wiesböcks Darstellungen heraus. Ich selber habe mich jedenfalls doch das ein oder andere Mal ertappt gefühlt – gerade da, wo ich es am wenigsten für möglich gehalten hätte.

Die Autorin schreibt locker flockig, trotz des ernsten Themas fehlt es nicht an Humor. Auch Menschen, die sich mit diesem Thema ansonsten weniger beschäftigen, sollten den Ausführungen leicht folgen können. Zahlreiche Beispiele untermauern das Geschriebene, zweiseitige Schwarzweißzeichnungen mit passendem Zitat, z.B. „Was Orwell nicht vorausgesagt hatte, ist, dass wir die Kameras selbst kaufen, und dass unsere größte Angst wäre, das (sic!) uns niemand zusieht.“ (K.L. Jensen), führen in die jeweiligen Kapitel ein, worauf eine kurze Erörterung, welche Themen im jeweiligen Kapitel behandelt werden, folgt.

Die Themen, die Frau Wiesböck in ihrem Buch behandelt, entsprechen nicht immer meinem persönlichen Geschmack, so finde ich z.B., dass man die Frage danach, ob ich jetzt wirklich in jedem Satz, den ich von mir gebe, beiderlei (oder besser: mehrere) Geschlechter ansprechen muss, auch übertreiben kann. Andererseits hat mir an dem Buch sehr gefallen, dass mir die Augen oft geöffnet wurden: Dass ich arrogant und selbstgerecht bin, wusste ich schon vorher.  Allerdings hat mir das Buch auch die Augen auch für Bereiche geöffnet, die ich selber vorher nicht unbedingt im Fokus hatte. Dass diese Selbstgerechtigkeit zum Menschen dazu gehört, dass niemand vor ihr gefeit ist, hat mich beruhigt. Weshalb ich aber allen das Buch empfehlen kann, ist, dass es dazu animiert, sich selbst einfach besser und mehr zu reflektieren. Und dass es Mut gibt, vielleicht einmal über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.

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24 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

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Zerrissene Leben

Konrad Jarausch , Thomas Bertram
Fester Einband: 456 Seiten
Erschienen bei wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), 01.09.2018
ISBN 9783806237870
Genre: Sachbücher

Rezension:

Konrad H. Jarauschs kollektive Biographie „Zerrissene Leben. Das Jahrhundert unserer Mütter und Väter“ ist im September 2018 bei wbg Theiss erschienen und umfasst 455 Seiten.

In seinem Sachbuch beschreibt Konrad Jarausch die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts anhand von 80 Biographien von Männern und Frauen, die in der Weimarer Republik geboren wurden, Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg und den Wiederaufbau in Ost und West miterlebt haben, um dann ihren Ruhestand in einem wiedervereinigten Deutschland zu verbringen. Dabei stehen weniger die großen geschichtlichen Ereignisse im Mittelpunkt, sondern viel mehr individuelle Erlebnisse, die allerdings einander bedingen. So vereinigt er die Einzelschicksale zu einer großen kollektiven Biographie, die ein vielfältiges, aber dennoch in vielen Bereichen einheitliches Bild  dieser Zeit ergeben.

Gerahmt werden die Biographien von einer Einführung, in der der Autor seine Arbeitsweise und Intention darstellt, und einem umfassenden Anhang mit Kurzbiographien der Protagonisten, Fußnoten, Quellenangaben und einem Register.

Bei der Darstellung der der Biographien geht der Verfasser chronologisch vor: Vom Kaiserreich über die Weimarer Republik schlägt er einen Bogen zu Kriegs- und Nachkriegszeit über die Entwicklung im getrennten Deutschland bis hin zur wiedervereinigten Bundesrepublik, wobei er in der Nachkriegszeit Ost und West getrennt betrachtet. Die einzelnen Biographien werden so nicht zusammenhängend dargestellt, sondern im jeweiligen geschichtlichen Kontext.

Zwar kommen in diesem Werk auch bekannte Persönlichkeiten wie Joachim Fest, Dorothee Sölle, Fritz Stern oder Carola Stern oder Opfer der beiden großen deutschen Diktaturen zu Wort, größtenteils handelt es sich jedoch um ganz normale deutsche Durchschnittsbürger. Wie sie mit und in der Geschichte gelebt haben, wie sie ihre Mitschuld an der großen Katastrophe erlebt und reflektiert haben, steht im Zentrum dieses Buches. Dabei stößt der Leser auf alle möglichen Facetten des Lebens und Wege, sich seiner Vergangenheit zu stellen. Somit präsentiert sich dem Leser ein eindrückliches Bild der deutschen Geschichte anhand von Individuen. Lobend sei erwähnt, dass auch die Frage nach Schuld und Wiedergutmachung (soweit sie denn möglich ist) nicht zu kurz kommt. Am Ende ergibt sich das Bild eines Deutschlands, das durchaus fähig war und ist, Konsequenzen aus seiner Geschichte zu ziehen.

Die Sprache ist eingängig, sachlich und gut zu lesen. Selbst bei Darstellungen wie den nationalsozialistischen KZs verzichtet der Herausgeber auf reißerische oder grausame Formulierungen. Bilddokumente illustrieren und verdeutlichen das Geschriebene.

Insgesamt präsentiert sich hier ein sehr lesenswerten Buch: Die letzten der in der Weimarer Republik Geborenen, die unser Land so sehr geprägt haben,  sterben nach und nach. Mündliche Berichte und Erzählungen werden seltener. Erinnerungen gehen verloren, lediglich nackte geschichtliche Daten überdauern. Daher bedarf es eines solchen Buches, Erinnerungen präsent zu halten – erstrecht vor dem Hintergrund deutscher Geschichte, von der sich immer mehr Menschen zu distanzieren versuchen. Mich selber hat das Buch sehr zum Nachdenken angeregt, obwohl ich selber noch viele Zeitzeugen kennenlernen durfte und vieles von dem, was ich von ihnen gehört habe, wiedererkannte. Allen, denen dieses nicht widerfahren ist, kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

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Tags: 20. jahrhundert, biografie, brd, ddr, deutsche geschichte, deutschland, geschichte, individuelle erlebnisse, kaiserreich, kindheit und jugend, nachkriegszeit, nationalsozialismus, weimarer republik, wiedervereinigung   (14)
 

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Snuffi Hartenstein und sein ziemlich dicker Freund

Paul Maar , Sabine Büchner
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 24.09.2018
ISBN 9783789108174
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der Oetinger Verlag präsentiert mit Paul Maars 75-seitigem „Snuffi Hartenstein und sein ziemlich dicker Freund“ im Jahr 2018 ein weiteres nettes, kindgerechtes Vorlese- und erstes Selberlesebuch.

Der unsichtbare Hund Snuffi ist traurig. Warum? Weil Niko, sein einstmals bester Freund, ihn einfach im Stich gelassen und weggeschickt hat. Ein realer Freund war dem kleinen Jungen dann doch lieber. Aber glücklicherweise trifft das Hündchen Mops Mucki, und gemeinsam machen die beiden sich auf die Suche nach einem neuen Freund.

Freundschaft – ein für Kinder oftmals schwieriges Thema. Paul Maar behandelt dieses in seinem neusten Werk auf kindgerechte und positive Art und Weise, womit er mit diesem Buch Optimismus versprüht.

Liebenswerte, niedliche und detailreiche Zeichnungen von SaBine Büchner machen dieses Buch zu einem wirklichen Schatz und laden dazu ein, es immer wieder in die Hand zu nehmen und zu betrachten.

Der Inhalt, unsichtbare Freunde, richtet sich wohl eher an Kindergartenkinder, die Botschaft, Eigeninitiative zu übernehmen, hingegen ist durchaus auch für Kinder der ersten und zweiten Klasse geeignet.

Maars Sprache ist wie immer kindgemäß, die Sätze sind kurz. Auf den einzelnen Seiten dominieren Bilder, Textanteile sind sparsam verteilt und der Schriftsatz entspricht dem von Fibeln bzw. Erstlesebüchern. Dieses ermöglicht es Kindern, die gerade das Lesen lernen, das Buch auch selber zu lesen, ohne überfordert zu sein.

Besonders gefallen hat mir, dass man sowohl den Bildern als auch teilweise den Sprechblasen entnehmen kann, welche Elemente „sichtbar“ und welche „unsichtbar“ sind, d.h. der Phantasie entspringen.

Leider wurden die Seiten 58 und 59 in der falschen Reihenfolge eingebunden und eine Sprechblase wurde „abgeschnitten“, was mir ein bisschen den Lesespaß genommen hat. Dieses kann allerdings bei weitern Auflagen behoben werden.

Insgesamt handelt es sich bei diesem neuen Werk von Paul Maar um ein Kinderbuch, das sich sowohl zum Vor- als auch Selberlesen eignet und Kindern die Freude am Lesen sowie Optimismus vermitteln kann.

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Tags: bilder, bilderbuch, fantasie, freunde, freundschaft, gefühle, hund, kinderbuch, leseanfänger, paul maar, vorlesen   (11)
 

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Der letzte Sterz

Günther Pfeifer
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 20.09.2018
ISBN 9783740804282
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Günther Pfeifers Österreichkrimi „Der letzte Sterz“ ist 2018 bei emons: erschienen und umfasst 287 Seiten.

Ein Ritualmord im steirischen Stainz: Statt der Erzherzog-Johann-Skulptur befindet sich ein in Beton gegossener Toter auf dem Sockel nahe der Stadt. Dieses ruft die Wiener Kommissare Hawelka und Schierhuber auf den Plan. Doch statt sie zu unterstützen, legen ihnen die Einheimischen lauter Steine in den Weg, was zu turbulenten Ermittlungen führt.

Gleich zu Beginn wird ein Spannungsbogen aufgebaut und bis zum Ende auch latent aufrechterhalten, der allein aus der Beschreibung des Deliktes resultiert: Ausgerechnet in der beschaulichen Steiermark ereignet sich ein solch grausames Verbrechen.

Dass niemand der Wiener Mordkommission wirklich Lust verspürt, sich diesem Fall zu widmen, wird gleich auf lustige Art und Weise durch Hawelkas Gedanken deutlich. Überhaupt sind dessen Gedanken ein Element, das den Leser den ganzen Roman hindurch immer wieder laut auflachen lässt. Doch sind sie nicht nur von Humor geprägt, sondern sie zeugen darüber hinaus von großartiger Beobachtungsgabe, die die großen und kleinen Marotten der Mitmenschen und insbesondere der steirischen Urgesteine ans Licht befördern.

Als die beiden Wiener dann schließlich am Ort ihrer Recherche ankommen, gelingt es dem Autor ebenso witzig, die Widerstände, auf die sie dort stoßen, darzustellen. Dabei bleibt der Witz keinesfalls an der Oberfläche, trifft er doch auch die Gesellschaft an sich, wenn z.B. zum ersten Mal die Familie Belosek wegen des Falls befragt wird oder „der Kommunist“ seinen Senf dazugeben muss.

Immer wieder stoßen die Ermittler auf neue Spuren, die dann aber in Sackgassen führen. Doch dank dem „Auskunftsbüro“, das als einzige Instanz stets hilfreich zur Seite steht, gelingt es nach und nach, Licht in die Sache zu bringen. Das eigentliche Verbrechen rückt im Laufe all der skurrilen Ereignisse einige Male in den Hintergrund, doch schafft es der Autor gegen Ende des Romans durch eine actiongeladene und chaotische Szene den Leser wieder in den Bann zu ziehen.

Die durchweg komisch gestalteten Dialoge beinhalten zum großen Teil Dialekt, was dem nicht österreichischen Leser schon Einiges an Konzentration abverlangt. Dennoch ist es auch dem hochdeutschen Leser ohne größere Probleme möglich, diese und den Witz dahinter zu verstehen. Vor allem aus dem Dialekt entspringt oft Kuriosität, und er charakterisiert und überzeichnet die den Österreichern zugeordneten Attribute. Ergänzend erwähnt seien hier auch die recht zahlreichen Fußnoten, in denen Pfeifer auf humorige Weise Eigenarten dieses Alpenstaates erklärt.

Insgesamt ist „Der letzte Sterz“ ein Kriminalroman, der meiner Meinung nach seine Faszination weniger aus der Spannung, die dennoch stets unterschwellig vorhanden ist, als vielmehr aus seiner Skurrilität und seinem Exzentrik heraus schöpft. Ein Buch, dass ich jedem, der neben Spannung auch tiefgründigen Humor mag, einfach nur zu lesen empfehlen kann.

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Tags: action, erzherzog, humor, komik, krimi, kriminalroman, österreich, österreichischer kriminalroman, riutalmord, spannung, steiermark, weihnachten, winter   (13)
 

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22 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Alte Feinde

Petra Ivanov
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Unionsverlag, 27.08.2018
ISBN 9783293005372
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei Petra Ivanovs Kriminalroman „Alte Feinde“ handelt es sich um den achten Band ihrer Flint und Cavalli-Reihe. Er ist im August 2018 im Züricher Unionsverlag erschienen und umfasst 384 Seiten.

Albert Gradwohl wird in seiner Wohnung erschossen aufgefunden – nein, nicht einfach erschossen, regelrecht hingerichtet wurde er. Und das Verblüffendste: Bei der Mordwaffe handelt es sich um einen Revolver aus der Zeit des Sezessionskrieg. Als sich dann auch noch herausstellt, dass schon vor nicht allzu langer Zeit in den USA ein Mord mit dieser Waffe begangen wurde, macht sich Staatsanwältin Regina Flint auf den Weg in die Vereinigten Staaten.

Dort sucht derweil Bruno Cavalli nach dem ominösen Indian Killer. Als sich die Wege der beiden Ermittler kreuzen, setzen ihre Suche nach dem Mörder gemeinsam fort und tauchen dabei in die amerikanische Geschichte ein.

Mit „Alte Feinde“ präsentiert Ivanov einen sehr komplexen Krimi. Die Handlung spielt auf drei Handlungs- bzw. Zeitebenen, deren verbindendes Element der Army-Revolver aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg ist. Gleichsam parallel zur eigentlichen Kriminalgeschichte kann der Leser in einer Ebene den Weg dieser Waffe vom 19. bis ins 21. Jahrhundert mitverfolgen. Als zweite Handlungsebene seien die Morde im nordamerikanischen Cherokee-Reservat genannt, wegen der Cavalli vor einigen Monaten nach North Carolina gereist ist. Die dritte Ebene nimmt ihren Beginn im schweizerischen Zürich. Als Regina Flint schließlich in die USA reist, werden diese drei Ebenen allmählich zusammengeführt, wobei Leser und Ermittler lange Zeit im Dunklen tappen, welchen Zusammenhang es zwischen diesen Ereignissen geben könnte. Die eine oder andere überraschende Wendung tut ihr Übriges, aus diesen drei scheinbar voneinander unabhängigen Geschichten ein spannendes, in sich logisches und abgeschlossenes Leseereignis zu machen. Durch Kapitelüberschriften, Orts- und Zeitangaben fällt es dem Leser recht leicht, sich in der Vielschichtigkeit zurechtzufinden.

Verwirren mag den Leser zu Beginn die doch recht große Zahl an Charakteren. Dieses mag zum Teil daran liegen, dass es sich hierbei um einen Teil einer Reihe handelt, d.h. dass zumindest ein Teil der Protagonisten dem Leser eventuell schon bekannt ist. Wie bei vielen Reihen stellt sich hier der Autorin die Frage, wie viel Wissen sie voraussetzen kann, und wie viel sie wiederholen muss, um sowohl „Insidern“ als auch Neulingen interessanten Lesestoff zu bieten. Mir persönlich fiel die Orientierung nach einigen Kapiteln recht leicht, sodass ich sagen kann: Die Mischung stimmt.

Ivanovs Sprache ist flüssig zu lesen, jedoch nicht ohne Ansprüche an den Leser. Besonderen Wert legt die Autorin auf die Beschreibung von Details, wobei sie auf brutale, blutige Darstellungen verzichtet. Die Szenen aus dem Bürgerkrieg oder der Besuch im Indianerreservat zeugen von einer sehr gründlichen Recherche. Ein besonderes Highlight stellt die Führung durch das Medical Forensic Center in Baltimore dar.

Das Cover zeigt den Schatten eines einsamen Mannes vor glühendem Hintergrund und erinnert somit an alte Western. Wenngleich das Buch mit dem Wilden Westen nichts zu tun hat, macht dieses Bild Lust, das Buch zu lesen, assoziiert der Betrachter damit doch Abenteuer.

„Alte Feinde“ ist ein Krimi, den man nicht einfach mal so nebenbei lesen kann, verlangt er vom Leser doch einiges an Konzentration. Hat man sich jedoch einmal in die Handlung eingefunden, kann man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen – mir jedenfalls ging es so. Ganz nebenbei habe ich auch noch Wissenswertes über den Amerikanischen Bürgerkrieg sowie das heutige Leben in Indianerreservaten erfahren. Vor allem mit Ersterem werde ich mich bestimmt noch weiter beschäftigen – dank dieses Buches. Zudem war dieser achte Band bestimmt nicht der erste und letzte, den ich aus dieser Reihe gelesen habe. Allen, die an komplexen Romanen und Spannung gleichermaßen Gefallen finden, kann ich die Lektüre dieses Buch bedenkenlos empfehlen.

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Tags: amerikanischer bürgerkrieg, cherokee, fbi, indianer, krimi, kriminalroman, krimi-reihe, mafia, schweiz, spannung, usa, zürich   (12)
 

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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Nie zu alt für Casablanca

Elisabeth Frank , Christian Homma
Flexibler Einband: 347 Seiten
Erschienen bei GRAFIT, 16.07.2018
ISBN 9783894255831
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Kriminalroman „Nie zu alt für Casablanca. V.I.E.R. auf Kreuzfahrt“ ist der erste Teil einer Romanreihe des Autorenduos Elisabeth Frank und Christian Homma, umfasst 345 Seiten und ist 2018 im Grafit-Verlag erschienen.

Gero Valerius, Ina-Marie, Eleonora und Rüdiger – das sind die V.I.E.R. Als Kinder schon als Vierergespann Verbrechern auf der Spur, haben sich nach dem Abitur aus den Augen verloren. Als Rüdigers Frau stirbt, beschließt Ina, die V.I.E.R. wieder zu reaktivieren, um den Trauernden aufzumuntern. Alle beißen an, und da kommt ihnen der Tod des Immobilienmaklers Schlüter gerade recht. Kurz vor seinem Tod hat der eine Kreuzfahrt unternommen, seit der sich eine Elfenbeinstatuette in seinem Besitz befindet. Unverzüglich machen sie sich auf den Weg, dem illegalen Elfenbeinhandel Einhalt zu gebieten. Der Fall führt die V.I.E.R. auf eine turbulente Kreuzfahrt durch den Mittelmeerraum.

Gerahmt wird die eigentliche Romanhandlung von Prolog und Epilog.

Ziehen die V.I.E.R. am Anfang los, um ein Delikt, nämlich den illegalen Elfenbeinhandel, zu untersuchen, nimmt der Fall bald größere Dimensionen an und unverhofft kommen sie einem Pharmaskandal auf die Spur. Obwohl die beiden Fälle an sich nicht miteinander zusammenhängen, gelingt es Frank und Homma sehr gut, die Fäden so miteinander zu verweben, sodass die Handlung am Ende ein Großes, Ganzes ergibt.

Von Anfang an baut sich ein Spannungsbogen auf, den die Autoren durch Verfolgungsjagden aufheizen und nicht selten durch Pannen, die den Amateurdetektiven immer wieder unterlaufen, unterbrechen, um anschließend erneut Fahrt aufzunehmen. Auch an falsch gelegte Spuren, die immer wieder in die Irre führen, fehlt es nicht. Was so als Spaß beginnt, endet schließlich in einem lebensbedrohlichen, fulminanten Showdown, das dem Leser den Atem raubt.

Gleich zu Beginn werden die Protagonisten recht detailliert beschrieben, sodass der Leser sie sich bildlich vorstellen kann. Dabei zeigen sie sehr menschliche Züge, sind auch mit Schrullen, Ecken und Kanten versehen, was sie zu sympathischen Zeitgenossen macht, in denen sich der Leser wiederfinden kann. Doch auch einen dramaturgischen Effekt haben die unterschiedlichen Charakterisierungen, sorgen sie doch immer wieder für humoristische Elemente im Geschehen, wenn z.B. Rüdiger und Gero aufeinander lossticheln und Elli trotz aller Wirren sich dem Sightseeing und Shopping widmet. Dabei sind die Figuren jedoch keineswegs auf bestimmte Charakterzüge festgelegt, was sich bspw. zeigt, wenn ein ansonsten ruppiger Gero Mitleid an den Tag legt. Umso erfreulicher ist es, dass die V.I.E.R. sich am Ende zu einem eingeschworenen Team mausern, in dem jeder für jeden einsteht, jeder seine ihm eigenen Wesensmerkmale für das gemeinsame Ziel einsetzt, und so selbst die brisantesten Situationen meistert.

Wie es bei einem Kreuzfahrtkrimi nicht anders sein sollte, erhält der Leser fast kostenlose Führungen durch Städte des Mittelmeerraums und erfährt viel Wissenswertes über den Alltag auf einem Kreuzfahrtschiff. Beides spricht für eine gewissenhafte Recherche der Autoren. Teilweise erschienen mir die Beschreibungen beim Lesen ein wenig langatmig, doch haben sie stets ihren Sinn und Zweck im Handlungsverlauf.

Franks und Hommas Sprache ist locker, leicht und flüssig zu lesen, was es dem Leser ermöglicht, sich voll und ganz dem Geschehen zu widmen und ihn vor keinerlei Verständnisprobleme stellt.

Der Epilog am Ende sowie der immer wieder geäußerte Wunsch der Detektive nach weiteren Fällen lassen auf eine Fortsetzung dieser Romanreihe hoffen. Potenzial dazu gibt es jedenfalls.

Insgesamt handelt es sich bei diesem Werk um einen witzigen Krimi, der mir so manche vergnügliche Lesestunde bereitet hat, ohne dass es an Spannung fehlte. Gerade am Ende konnte ich den Krimi gar nicht mehr aus der Hand legen. Allen, die neben Spannung auch Humor von einem Krimi erwarten, kann ich dieses Buch ohne zu zögern empfehlen. Die Lektüre lohnt sich auf jeden Fall.

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Tags: elfenbeinhandel, humor, kreuzfahrt, krimi, kriminalroman, medikamentenhandel, mittelmeer, schmuggel, spannung   (9)
 

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16 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Die Stille des Bösen

Rosa M. Lindt
Flexibler Einband: 326 Seiten
Erschienen bei Spica Verlag GmbH, 25.07.2018
ISBN 9783946732426
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Regionalkrimi „Die Stille des Bösen“ von Rosa M. Lindt ist 2018 bei Spica erschienen und umfasst 323 Seiten.

Die junge Lisa Liebich lebt in Graal-Müritz und arbeitet seit einigen Jahren bei der Polizei. Beruflich will sie sich verändern und ein Jurastudium aufnehmen. Doch da wird ihre alte Schulfreundin Sarah tot aufgebahrt in der Rostocker Heide gefunden. Kurz entschlossen bewirbt sich Lisa um einen Praktikumsplatz bei der Rostocker Kripo, um sich an den Ermittlungen zu beteiligen. Noch weiß sie nicht, dass sie sich schon längst im Visier des Verbrechers befindet. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.

 Es war sehr einfach, sich in die Geschichte hineinzufinden. Mit einem Prolog und Bemerkungen wie „Vor etwa zehn Jahren fing alles an.“ oder „Gab es einen Ausweg aus diesem Martyrium?" wird gleich zu Beginn ein Spannungsbogen aufgebaut, der den Leser zum Weiterlesen animiert. Auch die immer wiederkehrenden Tagebucheinträge eines vom Leben gepeinigten jungen Mannes seien hier als Spannungselement zu nennen.

Die Beschreibung der Stadt Graal-Müritz, ihrer Atmosphäre während eines Jahrhundertsommers und ihrer Bewohner werden dem Genre „Regionalkrimi“ durchaus gerecht.

Doch leider gelingt es der Autorin nicht, diese positiven Ansätze im Roman umzusetzen. Viele Erzählansätze bzw. Handlungsfäden, die während des Romans angerissen werden, werden am Ende nicht in die Lösung des Falls einbezogen oder fallen einfach unter den Tisch (z.B. die Bedeutung der Tattoos und Sarahs enorme Veränderung).

Der Schreibstil erinnert eher an Schüleraufsätze als an die Ausführungen einer geübten Autorin. Sätze stehen oft zusammenhangslos nebeneinander oder sind ungewollt fragmentarisch, Versuche einer abwechslungsreichen Erzählweise wirken eher verkrampft denn gekonnt. Dieses hemmt den Lesefluss doch ungemein. Hinzu kommt ein Widerspruch zwischen dem, was ausgesagt werden soll, und dem, wie es gesagt wird: Da fällt zum Beispiel das Ehepaar beim Auffinden der Leiche angeblich aus allen Wolken, beginnt aber gleichzeitig, sich scharfsinnig Gedanken zum Tathergang zu machen.

Die Zahl der Charaktere ist übersichtlich, jedoch sind durchweg alle Beteiligten sehr naiv. Der gewollte Wandel am Ende der Story ist eher unglaubwürdig.

Selbst die Zusage der Autorin, dass das Buch grammatikalisch und orthographisch überarbeitet werden wird, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Krimi nicht das hält, was die Story an sich verspricht. Mir hat das Lesen jedenfalls nicht das erhoffte Vergnügen bereitet.

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Tags: krimi, kriminalroman, ostsee, regionalkrimi, spannung   (5)
 

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15 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Mit einem Mann möcht ich nicht tauschen

Rainer Noltenius
Fester Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Mann, Gebr., 10.09.2018
ISBN 9783786127994
Genre: Biografien

Rezension:

Das biographische Werk „Mit einem Mann möcht ich nicht tauschen. Ein Zeitgemälde in Tagebüchern und Briefen der Marie Bruns-Bode (1885 – 1952)“, herausgegeben von Rainer Noltenius, erschien im September 2018 im Gebr. Mann-Verlag und umfasst 328 Seiten.

Der Name Bode dürfte kulturell Interessierten vor allem durch das Bode-Museum in Berlin bekannt sein. In diesem Buch wird das Leben des Bildungsbürgertums vom Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts anhand einer Auswahl von Tagebuchaufzeichnungen und Briefen von Wilhelm Bodes Tochter Marie aufgezeichnet. Der Herausgeber selbst entstammt ebenfalls dieser Familie und ist ein Enkel Marie Bruns-Bodes.

Im Zentrum dieses Buches stehen, wie schon erwähnt, Tagebücher und Briefe, die einen Einblick in den Alltag dieser Familie geben. Gerahmt werden diese von einer „Bilderreise durch Marie Bruns-Bodes Leben“ und einem umfangreichen Nachwort mit Erläuterungen, biografischen Angaben der gesamten Familie, Quellenangaben sowie einem Personen- und Institutionenregister.

Im Nachwort erfährt der interessierte Leser Wissenswertes über die Bedeutung von Tagbüchern und Briefen in vergangenen Zeiten sowie das Leben in der Kaiserzeit, der Weimarer Republik und dem Dritten Reich, sodass man über das Leben und die Familie dieser Frau hinaus noch interessante Fakten über das Bürgertum dieser Epoche erfährt.

Neben der oben erwähnten Familie tauchen auch andere bekannte Namen auf, so z.B. die Familie von Weizsäcker, zu der verwandtschaftliche Beziehungen bestanden, die Kaiserfamilie, deren jüngste Tochter von Marie Bode unterrichtet wurde, oder Sauerbruch – ein Zeichen, wie eng doch die Beziehungen in der damaligen Zeit innerhalb des Bildungsbürgertums waren. Auch kann man anhand dieses Buches nachvollziehen, wie sich die Rolle der Frau in diesen Jahren verändert hat: Am Ende des 19. Jahrhunderts war es selbst – oder gerade – in gebildeten Schichten noch unüblich, den Mädchen eine höhere Bildung zwecks Broterwerb angedeihen zu lassen. Dieses bedeutete allerdings nicht, dass diese Frauen dumm oder ungebildet waren und sich nicht zu beschäftigen wussten, wie das Beispiel Marie Bruns-Bode eindrücklich zeigt. Die Eltern Bruns-Bode machten sich bei der Erziehung ihrer Töchter schon völlig andere Gedanken.

Obwohl die Aufzeichnungen teils schon über 100 Jahre alt sind, waren sie sehr flüssig zu lesen und boten nicht zuletzt auch einen guten Einblick in die Schriftkultur jener Jahre.

Zahlreiche Zeichnungen und Bilddokumente illustrieren das Gelesene, führen es dem Betrachter vor Augen und machen Lust, das Buch immer wieder in die Hand zu nehmen.

Insgesamt handelt es sich bei diesem Buch sicher um kein Werk, das eine breite Leserschaft erreichen wird – dieses ist gewiss auch nicht intendiert. Denjenigen aber, die sich für Zeitgeschichte, Kultur und nicht zuletzt auch das Frauenleben dieser Epoche interessieren, wird es einige interessante Lesestunden bereiten. Mir jedenfalls ging es so, weshalb ich dieses Buch allen Interessierten empfehlen möchte.

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Tags: berlin, biografie, bode-museum, briefe, drittes reich, ende des kaiserreiches, erster weltkrieg, frauenbewegung, justizgeschichte, kaiserreich, kunst, kunstgeschichte, leben in der weimarer republik, tagebücher, zweiter weltkrieg   (15)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Glaube ganz einfach

Yvonne Willicks
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei adeo Verlag, 27.08.2018
ISBN 9783863342128
Genre: Sachbücher

Rezension:

Yvonne Willicks‘ Sachbuch „Glaube ganz einfach. Eine persönliche Spurensuche. Wie Gott uns überall begegnet“ ist 2018 bei adeo erschienen und umfasst 191 Seiten.

In ihrem Buch berichtet Frau Willicks sehr persönlich von ihrem eigenen Leben mit Gott und Kirche, zeigt auf, wie und wo das Christentum auch heute noch in unserem Alltag präsent ist, und übermittelt dem Leser zahlreiche Informationen über christliche Grundbegriffe. Ergänzt wird dieses Buch durch das Vorwort von Pfarrer Josef Holtkotte, dem Präses des Kolpingwerks, und Quellenangaben am Ende.

„Glaube ganz einfach“ – schon der Titel ist Programm. Das Buch ermutigt, es mit dem Glauben ganz „einfach“ mal auszuprobieren. Und es erklärt wichtige Glaubensinhalte ganz „einfach“. Doch auch, dass Glaube nicht immer „einfach“ ist, dass er das Leben nicht zu einem „Friede, Freude, Eierkuchen“ machen kann und will, verschweigt die Autorin nicht. Aber was er kann: Das Leben einfacher machen, indem er ihm Sinn gibt und den Menschen das Gefühl, getragen zu sein.

Wie und wo das Christentum unser Leben in einer oft mehr als weniger säkularisierten Welt noch prägt, ohne dass viele es wahrnehmen, erläutert die Verfasserin und zeigt damit auf, wie christlich sich unser Alltag doch gestaltet.

Am Ende gibt sie Tipps und ermutigt, einfach mal wieder in die Kirche zu gehen, sich auf das Geschehen dort einzulassen und in der Bibel zu lesen.

Das Buch ist übersichtlich aufgebaut: Die einzelnen Kapitel sind gut voneinander abgetrennt, werden durch eine Doppelseite mit Titel und Bild eingeleitet, gefolgt von eigenen Gedanken der Autorin. Stimmungsvolle Bilder und harmonische Farbgebung vermitteln eine positive Grundstimmung und machen Lust, das Buch immer wieder in die Hand zu nehmen.

Willicks verwendet eine einfache, leicht verständliche Sprache. Theologische Inhalte werden auf ein für alle begreifbares Maß reduziert und durch persönliche Erlebnisse bereichert, was das Buch glaubwürdig macht. Immer wieder wird der Leser direkt angesprochen und so motiviert, mitzudenken und auszuprobieren. Zahlreiche Linktipps werden hier als Hilfe angeboten.

Sich als Person des öffentlichen Lebens heute zu seinem christlichen Glauben zu bekennen, ist bestimmt nicht immer leicht. Umso beachtenswerter ist es, dass Yvonne Willicks es mit diesem Buch wagt und auf unkomplizierte, leichte Art andere dazu animiert, es ihr gleichzutun.

Insgesamt betrachtet hat dieses Buch zweifelslos das Potenzial, Suchenden Mut zu geben, sich mit dem Glauben aktiv zu beschäftigen und sich einfach mal wieder auf Christentum, Kirche und Gott einzulassen. Aber auch praktizierende Christen erhalten in diesem Buch wertvolle Impulse, auf ihrem Weg voranzuschreiten, sich zu ihrem Glauben zu bekennen und werden sich und ihre Gedanken wiederfinden. Mir hat die Lektüre sehr gut gefallen, ich bin förmlich „hindurchgeflogen“ und hatte ein Aha-Erlebnis nach dem anderen. Ein sehr lesenswertes Buch.

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Tags: bibel, christentum, evangelisch, feste, gott, gottesdienst, katholisch, kirche, religion, religiöser glauben, spiritualität   (11)
 

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Das Ludwig Thoma Komplott

Sabine Vöhringer
Flexibler Einband: 342 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 05.09.2018
ISBN 9783839222942
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei Sabine Vöhringers Münchenkrimi „Das Ludwig Thoma Komplott“ handelt es sich um den zweiten Band aus der Tom Perlinger-Reihe. Das Buch ist im September 2018 beim Gmeiner-Verlag erschienen und umfasst 342 Seiten.

Um ihren Verlag aus den roten Zahlen zu führen, spielt Julia Frey mit dem Gedanken, ein aus dem Nachlass ihres Vaters stammendes, bisher unveröffentlichtes Ludwig Thoma-Manuskript herauszugeben. Darin stößt sie auf Hinweise auf eine nie geklärte Serie an Prostituiertenmorden aus den 60ern. In ihrer Not bittet sie ihren Freund Tom Perlinger, Beamter bei der Kripo, um Hilfe. Doch bevor es zu einem Treffen kommt, wird Julia auf offener Straße niedergeschossen. Perlinger und sein Team nehmen die Ermittlungen auf, die sie weit in die Münchener Vergangenheit zurückführen.

In dem einleitenden Prolog schildert die Autorin, wie Claas, Perlingers ehemaliger Kollege, einen Anschlag auf diesen zu verüben versucht. Nach einem Zeitsprung in die Gegenwart treten weitere Sachverhalte zu Tage. Anschlag, Ludwig Thoma, lange zurückliegende Prostituiertenmorde, Immobiliengeschäfte, Russenmafia – wie passt das alles zusammen? Das fragen sich Leser und Ermittler über lange Strecken dieses Romans. Und je weiter der Leser im Lesen voranschreitet, desto verwirrender scheinen die einzelnen Handlungsstränge zu werden, was einerseits für einen sich stetig aufbauenden Spannungsbogen sorgt, andererseits zum immerwährenden Miträtseln veranlasst und von Zeit zu Zeit in die Irre führt. Während man noch daran zweifelt, dass die einzelnen Fäden am Ende zusammengeführt werden können, gelingt es Sabine Vöhringer mit einem fulminanten Ende, diese miteinander zu verweben, sodass der Roman schließlich ein Rundes, Ganzes ergibt. Der Epilog am Ende lässt auf eine Fortsetzung der Perlinger-Reihe hoffen.

Die doch recht große Zahl an Protagonisten erscheint zu Beginn recht unübersichtlich und es dauert eine Zeitlang, bis sich der Leser hier zurechtfindet. Deshalb wäre es gut gewesen, dem Krimi eine Liste mit den wichtigsten Charakteren voranzustellen, um die Orientierung zu erleichtern. Positiv sei hervorgehoben, dass die Handelnden sehr detailliert beschrieben werden, weshalb man sie förmlich vor Augen hat.

Wie es sich für einen Lokalkrimi gehört, erhält der Leser eine quasi kostenlose Stadtführung durch die bayerische Landeshauptstadt, werden doch alle für diesen Krimi wichtigen Orte plastisch geschildert. Ferner erfährt man viel Wissenswertes über die Münchener Geschichte sowie, vor allem, über den Schriftsteller Ludwig Thoma. Insbesondere zur Auseinandersetzung mit seiner Satire „Ein Münchener im Himmel“, die in diesem Krimi eine wichtige Rolle spielt, motiviert diese Lektüre.

Vöhringer Sprache ist flüssig zu lesen, aber auch auf ein gewisses Maß an sprachlichem Lokalkolorit verzichtet die Verfasserin nicht, wenn ein Protagonist sich doch einmal im Münchener Dialekt äußert. Perspektivwechsel werden sinnvoll eingesetzt, um die Spannung aufrechtzuerhalten, und vor allem der Kripobeamte Mayrhofer sorgt zudem das ein oder andere Mal für ein Auflachen in diesem Roman.

Das Cover zeigt ein herrschaftliches Gebäude aus der Münchener Altstadt im Abendlicht und fügt sich somit stilvoll in das Gesamtkonzept dieses Romans ein.

Insgesamt liefert Sabine Vöhringer mit dem Ludwig Thoma-Komplott einen spannenden und unterhaltsamen Kriminalroman, mit Hilfe dessen der Leser im Nebenbei zahlreiche Einsichten in die Münchener Geschichte(n) und ein paar kurzweilige Lesestunden erhält. Dieses war der erste ihrer Romane, den ich gelesen habe, aber bestimmt nicht der letzte. Von mir gibt es für dieses Buch eine klare Leseempfehlung.

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Tags: bayern, komplott, krimi, kriminalroman, kripo, ludwig thoma, mord, münchen, regionalkrimi, spannung, tom perlinger   (11)
 

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Elisabeth

Brigitte Hamann
Flexibler Einband: 639 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2011
ISBN 9783492229906
Genre: Biografien

Rezension:  
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Beweg dich! Und dein Gehirn sagt Danke

Manuela Macedonia
Fester Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Brandstätter Verlag, 03.09.2018
ISBN 9783710602603
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das 181-seitige Sachbuch „Beweg dich! Und dein Gehirn sagt danke. Wie wir schlauer werden, besser denken und uns vor Demenz schützen“ der Neurowissenschaftlerin Manuela Macedonia ist 2018 bei Brandstätter erschienen.

Nach einer knappen Einleitung, in der Macedonia von ihre eigenen Erfahrungen mit Gedächtnis- sowie Konzentrationsproblemen berichtet und knapp auf deren Ursachen eingeht, widmet sie sich der Arbeits- und Funktionsweise des Gehirns. Ist dieser Teil eher theoretisch gehalten, erläutert sie im Anschluss daran, was wir praktisch tun können, um unser eigenes Gehirn bei seiner Arbeit zu unterschützen, zu aktivieren und funktionstüchtig zu halten. Am Ende des Buches gibt es ein Quellenverzeichnis, das das Geschriebene belegt.

Wie der Titel schon erahnen lässt, geht es hier natürlich in erster Linie um das große Thema der (aeroben) Bewegung. Doch auch Schlafmangel, Stress, Ernährung und Alter beeinflussen unser Gehirn und seine Arbeit. Wie diese sich auf unterschiedlichen Altersstufen auswirken und sich mit Hilfe der Bewegung regulieren lassen, bildet das Herzstück dieses Werkes.

Insbesondere die theoretischen Abhandlungen dieses Buches werden durch zahlreiche Abbildungen illustriert, was auch Laien und denjenigen, die sie das erste Mal mit diesem Thema beschäftigen, das Begreifen ermöglicht. Außerdem führt die Autorin zahlreiche Versuche ins Feld, die das Geschriebene untermauern; der Leser erhält so Einblick in die praktische Arbeit der Hirnforschung. Eigene, teils sehr persönliche Erfahrungsberichte geben darüber hinaus das Gefühl des sich Wiederfindens und -erkennens.

Der Leser wird in diesem Buch immer wieder direkt angesprochen und dadurch zum Nach- und Mitdenken sowie zum Heranziehen eigener Erfahrungen animiert, sodass dieses Buch zugleich zu einem „persönlichen“ werden kann. Die Sprache ist gut verständlich, Fachbegriffe werden erklärt und etymologisch hergeleitet, was wiederum das Verstehen unterstützt.

Die Ausstattung des Buches ist qualitativ und ästhetisch hochwertig. Die durchgehend harmonische Farbgestaltung mit Gelbtönen versprüht eine positive Grundstimmung, die einzelnen Kapitel sind klar voneinander abgegrenzt und wichtige Begriffe hervorgehoben. Dieses vereinfacht das Lesen und anschließende Nachschlagen, man wird das Buch entsprechend immer wieder gern in die Hand nehmen wollen.

Auch wenn ich vieles, was ich in diesem Buch gelesen habe, schon vorher wusste und kannte, hat es mir doch neue Einsichten in die Notwendigkeit von Bewegung und Ernährung – gerade auch in Hinsicht auf die „Gehirnpflege“ - geboten. Menschen, die im pädagogischen Bereich arbeiten und ihren Eleven beim Lernen helfen möchten, bietet dieses Werk gute Argumentationsgrundlagen; Selbiges gilt für Eltern. Menschen, die sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzen, kann dieses Buch ebenso eine große Hilfe sein. Ich habe es jedenfalls mit großem Interesse gelesen, werde meinen Nutzen daraus ziehen und kann die Lektüre allen nur wärmstens empfehlen.  

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Tags: aerobe bewegung, alter, bewegung, ernährung, gehirn, hirnforschung, lernen, neuronen, schlafmangel, stress, synapsen   (11)
 
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