Leserpreis 2018

ElisabethBulittas Bibliothek

187 Bücher, 74 Rezensionen

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39 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Der dunkle Garten

Tana French , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 28.12.2018
ISBN 9783651025622
Genre: Krimi und Thriller

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Sein Gelübde

Sabine Giesen
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 11.10.2018
ISBN 9783958131804
Genre: Krimi und Thriller

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16 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Der Hunger der Lebenden

Beate Sauer
Flexibler Einband: 385 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 25.01.2019
ISBN 9783548291215
Genre: Krimi und Thriller

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Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags

Karen Kingston , Sabine Schilasky
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.10.2014
ISBN 9783499628771
Genre: Sachbücher

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Murder Park

Jonas Winner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2017
ISBN 9783453421769
Genre: Krimi und Thriller

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Das Extrawurscht-Manöver

Franz Hafermeyer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.10.2018
ISBN 9783404177899
Genre: Krimi und Thriller

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Schwarzwaldstrand

Alexander Rieckhoff , Stefan Ummenhofer
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 15.10.2013
ISBN 9783492304191
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Auf dem Campingplatz ist die Realität so voller Klischees, dass du denken wirst, du seist in einer Fernsehserie gelandet.“ (Riesle zu Hummel)

Schon zum zehnten Mal ermittelt das skurrile Duo Hubertus Hummel und Klaus Riesle in „Schwarzwaldstrand“ von Alexander Rieckhoff und Stefan Ummenhofer. Dieser Schwarzwaldkrimi ist in vierter Auflage im Dezember 2015 bei Piper erschienen und umfasst 288 Seiten.

Hubertus Hummel wurde von seiner Frau gedungen, Campingurlaub in der Nähe von Venedig zu machen. Dort trifft er nicht nur halb Deutschland, sondern auch viele Schwarzwälder/innen, unter ihnen auch den Villinger Hauptkommissar Winterhalter. Als Hummel dann noch eine Frauenleiche am Strand entdeckt, geht es los mit den Ermittlungen: Der Villinger Lehrer ermittelt gemeinsam mit dem Kommissar in Italien, Riesle recherchiert währenddessen in Villingen. Schließlich macht sich auch Riesle auf den Weg gen Italien, wo die Untersuchungen zusammenlaufen.

Der Krimi beginnt gekonnt humorvoll, indem auf der einen Seite deutsche Urlauber in Italien karikiert werden, auf der anderen Seite aber auch die Italiener. Mit dem Auffinden der Leiche kommt so etwas wie Spannung in den Roman, doch leider schaffen es die beiden Autoren nicht, den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten. Den gesamten Roman hindurch dominiert einfach der Humor, sodass Krimifans weniger auf ihre Kosten kommen werden; zumindest ging es mir beim Lesen zu. Der Humor ist zum Teil wirklich köstlich, besonders wenn Schwarzwald auf Ruhrpott trifft oder liebestolle Italiener verhohnepiepelt werden, doch driftet er gegen Ende einfach in eine Slapstickkomödie ab, wenn Riesle die Ermittlungen in Italien aufmischt. Für mich war es an dieser Stelle einfach des Guten zu viel. Auch zahlreiche Nebenschauplätz, z.B. die Liebesspielchen von Hummels Tochter, mögen zwar lustig sein, nehmen aber die Spannung.

Der Mordfall wird am Ende durchaus logisch aufgeklärt, doch geht es, nachdem die Ermittlungen während des Mittelteils eher stagnieren, einfach zu abrupt, was der Spannung ebenfalls abträglich ist.

In diesem Roman begegnet man wieder vielen bekannten Gesichtern, die jedoch so vorgestellt werden, dass auch Neueinsteiger/innen in die Reihe gut zurechtkommen sollten. Alle Charaktere haben ihre Marotten, gut gelungen ist den Autoren die Darstellung von regionalen Besonderheiten.

Der Roman ist schnell und einfach zu lesen, auch der Dialekt kommt selbstverständlich nicht zu kurz; dennoch ist alles gut verständlich. Wie es sich für einen Regionalkrimi gehört, erhalten die Lesenden immer wieder Einblicke in Schwarzwälder Traditionen, wenngleich die Handlung zum größten Teil in Italien verortet ist: Denn auch dort werden Heimatabende veranstaltet.

Rieckhoff und Ummenhofer präsentieren mit „Schwarzwaldstrand“ einen Roman, der über weite Strecken sehr lustig ist, zum Teil auch tiefgründigen Humor beinhaltet, dem es aber meiner Meinung nach einfach an Spannung fehlt. In Verbindung mit den teils doch derbkomischen Einlagen ist es ein Buch, das mir selbst ganz und gar nicht zusagt. Steht man auf diese Art Humor, mag das Buch gut sein, als Krimi kann ich es aber nicht empfehlen.

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Tags: ermittlung, humor, italien, krimi, kriminalroman, krimireihe, mord, regionalkrimi, schwarzwald, spannung   (10)
 

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23 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Blinde Rache

Leo Born
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2018
ISBN 9783404178711
Genre: Krimi und Thriller

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85 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

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Rachgier

Val McDermid , Doris Styron
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.09.2018
ISBN 9783426521816
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum zehnten Mal ermitteln Carol Jordan und Tony Hill in einem neuen Team gemeinsam mit vielen altbekannten Gesichtern in „Rachgier“ von Val McDermid. Der Thriller kam im September 2018 bei Knaur heraus und umfasst 480 Seiten.

Der Wedding Killer ist unterwegs. Er sucht sich seine Opfer unter einsamen Frauen auf Hochzeiten und verbrennt sie, nachdem er ihr Vertrauen erschlichen hat, samt Auto bis zu Unkenntlichkeit. Dieser komplizierte Fall wird natürlich Carol Jordan, Tony Hill und ihrem Team übertragen, das allerdings an mehreren Fronten zu kämpfen hat, denn nicht alle gönnen dem neu gegründeten ReMIT einen Erfolg.

Um es vorweg zu sagen: Der Thriller gleicht eher einem Krimi, stehen doch die Mordermittlungen im Mittelpunkt. Dieses tut der Spannung jedoch keinen Abbruch, und die Grenzen zwischen diesen beiden Genres sind bekanntermaßen fließend.

Das Buch ist von der ersten Seite an spannend geschrieben, und der Spannungsbogen steigt bis zum Ende stetig an. Auch wenn mich gegen Ende Carols Gedankengänge sehr irritierten und sie fast von mangelnder Professionalität seitens der Ermittlerin zeugen, fand ich den Schluss an sich überraschend und sowohl brillant als auch tragisch. Hier hat McDermid erneut bewiesen, dass sie ihr Handwerk wirklich versteht und die Lesenden überraschen kann.

Der Roman selbst umfasst mehrere Erzählstränge. Neben dem eigentlichen Mordfall haben Carol und Tony sowohl auf beruflicher als auch auf privater Ebene ihre Kämpfe auszutragen, und auch unter ihren Teammitgliedern gibt es einige, die nebenbei mit der Lösung eigener Probleme beschäftigt sind. Dieses hat zur Folge, dass die Erzählung immer wieder vom eigentlichen Kriminalfall abweicht, was aber dem Spannungsaufbau nicht schadet. Genau im Gegenteil: Dadurch bekommt der eigentlich der Unterhaltung dienende Roman neue thematische Impulse, hier z.B. die Kritik am Umgang mit dem Internet, insbes. den Social Media, die Denkanreize bieten. Auch das mehrmalige Rückgreifen auf ältere Fälle behindert das Verstehen nicht.

Die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen der Thriller erzählt wird, sind ebenfalls sehr reizvoll. Neben den einzelnen Ermittlungsbeschreibungen erfolgt immer wieder ein Wechsel zur Perspektive des Mörders. Hier erfährt man nach und nach, welche Motive der Täter hat, sodass man sich beim Lesen in dessen Psyche hineinversetzen kann und dem Ermittlungsteam in weiten Phasen an Wissen voraus ist. Sehr interessant und überzeugend fand ich die immer wieder eingeblendeten Gedanken von Tony Hill, es also nachzuvollziehen, wie er an den Fall herangeht.   

Die Charaktere sind detailliert und realitätsnah beschrieben, weshalb es leichtfällt, sich mit ihnen zu identifizieren. Selbstzweifel, von denen einige Ermittler/innen immer wieder heimgesucht werden, lassen die fiktiven Figuren menschlich erscheinen. Lediglich die Intrigantin Penny Burgess war mir von Anfang an unsympathisch, was mir die Identifikation erschwerte.

McDermids Sprache ist schnörkellos und flott zu lesen, es fehlt auch nicht an humoristischen Elementen. Dass die Autorin gewandt mit Sprache umgehen kann und gut recherchiert hat, kann man Begriffen wie „kathartische Tat“ und ähnlichem entnehmen.

Insgesamt handelt es sich bei „Rachgier“ um einen spannend und hervorragend geschriebenen Roman, der Leserinnen und Leser von der ersten bis zu letzten Seite in seinen Bann zieht, durch gut Recherche und sprachliches Knowhow glänzt. Ein Buch, das ich allen Thriller- und Krimileser/innen einfach nur ans Herz legen kann.

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Tags: ermittlungen, krimi, kriminalroman, krimi-reihe, mord, profiler, serienkiller, spannung, thriller   (9)
 

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149 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 58 Rezensionen

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AMNESIA - Ich muss mich erinnern

Jutta Maria Herrmann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.06.2017
ISBN 9783426519974
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jutta Maria Herrmanns 304-seitiger Thriller „Amnesia. Ich muss mich erinnern“ ist im Juni 2017 bei Knaur erschienen

Die Berlinerin Helen ist unheilbar an Lungenkrebs erkrankt. Als sich zu allem Überfluss auch noch ihr Lebensgefährte, Sven, von ihr trennt, macht sie sich auf den Weg in ihre Heimat, um sich mit ihrer restlichen Familie, Mutter und Schwester, auszusöhnen. Dort muss sie feststellen, dass ihre schwangere Schwester, Kristin, von ihrem Mann misshandelt wird. Als sie noch überlegt, wie sie der jungen Frau helfen kann, wird der zukünftige Familienvater ermordet aufgefunden. Und das Unheimliche: Vieles weist auf Helen als Täterin hin, doch diese kann sich an nichts erinnern.

Geschildert werden in diesem Roman sechs Tage im Leben der Protagonistin, eingerahmt von einem Prolog und einem Epilog. Sehr eindrücklich werden Helens psychische Verfassung und ihre Medikamentenabhängigkeit geschildert, doch dauert es bis zur zweiten Hälfte des Romans, bis die Spannung zunimmt – dann allerdings rasant. Dabei gibt es immer wieder Rückblenden in ihre Kindheit und Jugend, die die Identifikation erleichtern. Allerdings hat das offene Ende mich dann doch nicht völlig überzeugen können, was aus einer sich mir nicht vollends erschließenden Logik resultiert. Ich nehme Helens Mutter am Ende den Wandel einfach nicht ab, auch wenn es heißt, sie sei wie eine „verschlossene Auster“, die man nur „zu öffnen“ bräuchte.

Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive erzählt, was einen guten Einblick in die Psyche eines Menschen gibt, der dem Tod geweiht ist. Hier hat Jutta Maria Herrmann wirklich sehr gute Recherchearbeit geleistet. Kurze Sätze an den passenden Stellen lassen Helens Verzweiflung überzeugend zur Geltung kommen und verleihen dem Lesen Tempo. Dass die Autorin sprachliches Knowhow besitzt, zeigen die wirklich detailreichen Beschreibungen, eine dichte, atmosphärische Sprache und eindringliche, pointierte Formulierungen wie „ein Korsett aus Panik“.

Neben dem Einblick in die Psyche einer Sterbenden und der Medikamentenabhängigkeit sind zerrüttete Familienverhältnisse und häusliche Gewalt weitere Themen des Romans. All diese sind ebenfalls realistisch und nachvollziehbar dargestellt.

Der Roman kommt mit einer überschaubaren Zahl an Charakteren aus. Alle sind detailliert, lebensnah und – vor allem – wandlungsfähig dargestellt. Insbesondere Helens Schwester präsentiert sich während des Geschehens sehr vielschichtig und ließ mich nach dem Lesen mit einem Gefühl des Zweifels zurück. Ähnliches gilt für ihre Mutter.

Das Cover ist dunkel gehalten, mit einem zerkratzten Hintergrund versehen, und vor allem das in Großbuchstaben geschriebene Wort „Amnesia“ sticht ins Auge. Gemeinsam mit seiner „rauen“ Struktur passt es sehr gut zum beklemmenden Inhalt des Romans.

 Ich muss gestehen, der Thriller lässt mich doch etwas zwiegespalten zurück, denn im Grunde hat er alles, was ein guter, ja sogar brillanter Thriller braucht: einen spannenden Plot, ausgefeilte Charaktere, tiefgründige Psychologie und eine überzeugende Sprache. Dennoch konnte mich das Buch nicht restlos überzeugen, was vor allem auf den stellenweise fehlenden Nervenkitzel zurückzuführen ist. Doch kann ich das Buch nichtsdestotrotz als lesenswert einstufen.

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Tags: krimi, kriminalroman, mord, psychothriller, spannung, thriller, verbechen   (7)
 

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Blutwette

Andreas Franz , Daniel Holbe
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 20.08.2018
ISBN 9783426520840
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit Julia Durant schuf Andreas Franz eine starke Kommissarin. Nach seinem Tod trat Daniel Holbe dessen Erbe an und führt die Reihe nun mehr fort, sodass die Frankfurter Polizistin hier schon in ihrem 18. Fall ermittelt. Mit dabei wie immer: ihre bewährtes Team.

Unter dem Titel „Blutwette. Julia Durants neuer Fall“ erschien dieser Kriminalroman im August 2018 bei Knaur Taschenbuch und umfasst 416 Seiten.

Da ich Franz‘ Krimis sehr gern gelesen habe, freue ich mich immer wieder auf einen neuen Fall der Durant. Doch muss ich auch feststellen, dass Holbes Romane nicht an das Original heranreichen.

Worum geht’s in diesem neuen Fall? Der ehemalige Box-Profi Siggi Maurer wird eines Tages erhängt in seiner Wohnung aufgefunden; alles deutet auf Selbstmord hin. Doch da Julia Durant nicht 100%ig überzeugt ist und sich nach und nach Zweifel an einem Suizid auftun, nimmt das Frankfurter Team die Ermittlungen auf. Allmählich zeigt sich, dass Maurer nicht der Saubermann war, für den ihn alle hielten. Als dann auch noch Bezüge zu einem zwei Jahre zurückliegenden Mord an einer Frau aus dem Balkan zu Tage treten, laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Doch scheint es Menschen zu geben, die an der Aufklärung dieses Verbrechens wenig Interesse haben.

Im Gegensatz zu den vorherigen Roman brauchte es dieses Mal einige Zeit, bis ich mich in den Fall hineingefunden hatte: Er beginnt zwar, wie gewohnt, mit einem Todesfall, dann werden aber erst einmal verschiedene Szenen und Vorkommnisse geschildert, die im Laufe des Romans nicht unbedingt eine tragende Rolle spielen. Die vielen losen Fäden verwirren beim Lesen eher, als dass sie Spannung erzeugen, und werden am Ende nicht alle befriedigend miteinander verknüpft.  Erst ab etwa der Hälfte des Romans steigt der Spannungsbogen allmählich an, jedoch kam ich trotz allem beim Lesen nicht so richtig in den Flow. Einige Ungereimtheiten während der Ermittlungen, warum z.B. Kullmer so vehement auf seinen Undercover-Einsatz beharrt, oder was das Steine in den Weg-Legen von oberster Stelle jetzt wirklich zu bedeuten hat, blieben mir bis zuletzt unklar. Gerade bei Letzterem habe ich den Eindruck, als wollte Holbe einfach noch etwas Skandalträchtiges und Publikumswirksames in die Handlung einbauen. Verschwörungstheoretiker gibt es allerdings, meiner Meinung nach, schon genügend in diesem Land.

Wenn es um Julia Durants privates Schicksal geht, das sich durch alle Bände hindurchzieht, kommt es beim Lesen immer wieder zu Doppelungen, auch werden Details aus ihrem Umfeld geschildert, die für die Handlung an sich keine Rolle spielen, sodass das Lesen zwischendurch recht langatmig erscheint. Natürlich müssen Hintergründe offengelegt werden, damit auch Neueinsteiger/innen in eine Reihe befriedigt werden, doch ist es hier einfach des Guten zu viel. Da hilft es auch nicht, dass sich den Leser/innen immer wieder neue Spuren auftun, in Sackgassen enden und überraschende Wendungen angebracht werden.

Sprachlich lässt sich der Krimi, wie gewohnt, locker und leicht lesen.

Die Charaktere werden detailliert dargestellt und erweisen sich als wandlungs- sowie lernfähig.  Besonders Dina hat mich am Ende doch überrascht und hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck.

Der Grundtenor des Buches ist derselbe wie immer: Die Welt ist voller Grausamkeiten, doch gibt es Menschen, die diesen nach bestem Wissen und Gewissen entgegentreten und nicht aufgeben, auch wenn der Kampf endlos erscheint: Grund zur Hoffnung gibt es also allemal, ohne dass die Welt rosarot gemalt wird. Dieses ist eine Botschaft, die mir an diesen Büchern sehr gut gefällt.

Alles in allem handelt es sich auch bei diesem 18. Durant-Band wieder um einen zwar guten und durchaus auch lesenswerten Krimi, wenn man die Durant und ihr Team aber wirklich auskosten und liebgewinnen möchte, sollte man eher zu den älteren Bänden greifen. Von mir gibt es dennoch eine Leseempfehlung, doch sollte man die Erwartungen nicht zu hoch schrauben.

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Tags: ermittlungen, frankfurt/main, krimi, kriminalroman, krimireihe, mord, spannung   (7)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Zarah & Zottel – Und das zerbrechliche Herz

Jan Birck , Jan Birck
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 26.09.2018
ISBN 9783737355735
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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91 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

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Der Verrat

Ellen Sandberg
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Penguin, 27.12.2018
ISBN 9783328100904
Genre: Romane

Rezension:

Mit „Der Verrat“ präsentiert Ellen Sandberg ihren zweiten großen Familien- und Spannungsroman. Er ist im Dezember 2018 bei Penguin erschienen und umfasst 480 Seiten.

Nach zwanzigjähriger Haft wegen Mordes am Stiefsohn ihrer Schwester, Pia, wird Nane im Sommer 2018 aus dem Gefängnis entlassen. Da noch immer eine große Schuld auf ihr lastet, sucht sie Versöhnung mit ihrer Schwester und deren Mann, Thomas. Doch als Thomas einen Herzinfarkt erleidet und infolgedessen im Koma liegt, verwandelt sich die Suche nach Vergebung in eine Suche nach der Wahrheit. Was geschah wirklich im Sommer 1998 in den Weinbergen hoch oben über der Saar?

Ich lese eher selten Familienromane, doch hat mich der Umstand, dass sich hinter dem Pseudonym Ellen Sandberg die Münchener Kriminalschriftstellerin Inge Löhnig verbirgt, zum Griff nach diesem Werk veranlasst. Und ich wurde in keinerlei Hinsicht enttäuscht: Der Roman liest sie spannend wie ein Psychothriller.

Der Spannungsbogen ist von Anfang an gegeben, gegen Ende steigt er sogar bis ins Unermessliche. Immer wieder wird man beim Lesen auf falsche Fährten gelockt und durch unvorhergesehene Wendungen überrascht. Am Ende wird das Familiengeheimnis lückenlos aufgeklärt und hinterlässt einen tragischen Eindruck – so jedenfalls ging es mir.

Auch dem Schreibstil der Autorin ist die durchgehende Spannung zu verdanken: Sprachlich nicht ohne Anspruch, aber dennoch gut verständlich, vermag es Sandberg, die Dramatik auch über den Satzbau zu transportieren. Kurze, fast fragmentarische Sätze wechseln sich mit eher beschreibenden Elementen ab und verleihen dem Lesen Tempo. Hatte ich einmal mit dem Lesen begonnen, gab es kein Halten mehr.

Das Geschehen wird auf zwei Zeitebenen geschildert, die einander abwechseln: den aktuellen Ereignissen aus dem Sommer 2018 und denjenigen aus den Jahren 1997/98. Beide Zeitebenen verwebt die Autorin gekonnt miteinander, sodass man beim Lesen nach und nach die Tragik und  die Umstände des zurückliegenden Mordfalls erfasst.

Die Zahl der Charaktere ist übersichtlich, sie entstammen vor allem zwei Familien. Über weite Strecken des Romans bestimmen Frauen das Geschehen: die drei Schwestern Pia, Birgit und Nane. So unterschiedlich sie auf den ersten Blick auch sein mögen, eines haben sie alle drei gemeinsam: In ihnen schlummern dunkle Geheimnisse. Doch ebenfalls die übrigen Handelnden sind wandelbar sowie detailliert und lebensnah gezeichnet. Am Ende bleibt man mit der Frage zurück, wem man eigentlich noch trauen kann.

Im Ganzen genommen, vereint „Der Verrat“ alles, was einen guten Roman ausmacht: Spannung, Dramatik und meisterliche Erzählweise. Ich jedenfalls kann dieses Buch allen nur wärmstens empfehlen.

Sehr herzlich bedanke ich mich beim Penguin Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

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Tags: deutschland, familiendrama, familienroman, rache, schuld, spannung, spannungsroman, verbrechen   (8)
 

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28 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Dunkle Begegnungen

Jana Oltersdorff , Jacqueline Spieweg
Flexibler Einband: 231 Seiten
Erschienen bei Independently published, 20.02.2018
ISBN 9781980338277
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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(6)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Flanders Fluch

Alexandra Schmidt
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 19.11.2018
ISBN 9783748185529
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Alexandra Schmidts Roman „Flanders Fluch“ ist im November 2018 bei Books on Demand erschienen und umfasst 288 Seiten.

Der junge Architekt Matthias Veigerl sucht, verwaist und mittellos nach dem Suizid seines Vaters, seinen Großvater, Heinrich, gen. Hinnerk, Veigerl, im Dorf Flander auf. Doch dort begegnet er nur einem totkranken, verbitterten alten Mann, der ihn des Hauses verweist. Als er dann Unterschlupf bei der alten Witwe Regina Gold findet, erfährt er zutiefst Tragisches über seine Familiengeschichte – und warum das Schicksal der Veigels und Golds so eng miteinander verbunden ist.

Es fällt mir schwer, den Roman einem bestimmten Genre zuzuordnen, enthält er doch sowohl Kriminal- als auch Spannungs- und Familiengeschichtsaspekte. Nichtsdestotrotz lässt sich das Buch von Anfang bis Ende spannend lesen.

Dieses ist zum einen dem Handlungsverlauf zu danken: Scheibchenweise erfährt man das Ungeheuerliche aus der Gold’schen und Veigerl’schen Familiengeschichte, wobei sie von der Vorkriegszeit bis hinein in die Gegenwart reicht. Dabei sind die einzelnen Elemente logisch miteinander verknüpft und führen zu einem in sich geschlossenen, zwar tragischen, aber dennoch zuversichtlichen Ende.

Zum anderen fasziniert Schmidts Sprache von Beginn an. Der Roman ist flüssig und, bis auf einige wenige Ausnahmen, stilsicher geschrieben, sodass es der Autorin gelingt, die bedrückende Stimmung des Geschehens plastisch darzustellen und Leserinnen und Leser in ihren Bann zu ziehen. Besonders gelungen sind der jungen Autorin erneut beschreibende Passagen, wenn sie z.B. eingangs das kleine Dörfchen vorstellt.

Erzählt wird die Geschichte aus drei Perspektiven: derjenigen des gleichsam objektiven Beobachters, der alternden Witwe Regina und schließlich aus Sicht des alten Hinnerk. Ab und an kommt es bei diesen drei Erzählebenen zu Doppelungen, die dem Lesefluss und –vergnügen an sich aber keinen Abbruch tun.

Der Roman kommt mit einer übersichtlichen Zahl an Charakteren aus; dem Buch ist zudem eine Übersicht über die „Helden und Schurken der Geschichte“ vorangestellt. Die einzelnen Figuren sind detailliert und facettenreich beschrieben, es fällt leicht, sich in dieselben hineinzuversetzen und mit ihnen mitzufühlen. Insbesondere der alte Hinnerk hat mich während des Lesens immer wieder in seinen Bann gezogen, scheint er doch schwer an der Last, die er auf sich geladen hat, zu tragen.

Das Buchcover rundet den guten Eindruck dieses Werkes ab: Auch auf ihm spiegelt sich die düstere Stimmung des Romans wider.

Alles in allem ist Alexandra Schmidt mit „Flanders Fluch“ ein wirklich lesenswerter Roman gelungen, der alles enthält, was ein fesselndes Buch ausmacht: Tragik, Dramatik und Spannung – eingebettet in einen passenden Schreibstil, der die Beklemmung des Geschehens treffend zum Ausdruck bringt.

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Tags: deutschland, familiengeschichte, geschichte, krimi, kriminalroman, mord, spannung, thriller, tragödie   (9)
 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

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Zarah & Zottel - Die Sache mit der gestohlenen Zeit

Jan Birck
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 23.11.2017
ISBN 9783737353502
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das 64-seitige Bilderbuch „Zarah & Zottel. Die Sache mit der gestohlenen Zeit“ von Jan Birck ist 2017 bei FISCHER Sauerländer erschienen. Es handelt sich hierbei um den zweiten Band der Zarah & Zottel-Reihe.

Hausmeister Holzköppel wirft Zarah, Zottel und ihren Freunden vor, ihm mit ihren Spielen auf dem Hof die Zeit gestohlen zu haben. Doch das wollen die Kinder nicht auf sich sitzen lassen. Und so machen sie sich auf die Suche nach der gestohlenen Zeit … und entdecken dabei Verblüffendes …

„Wir haben einfach zu wenig Zeit.“ Wer kennt das Problem nicht? Auch Kinder leiden schon unter diesem Zuwenig. In seinem Buch regt Jan Birck auf kindgerechte und einfallsreiche Weise dazu an, dem Mangel an Zeit auf die Spur zu kommen, und zeigt, dass ein Mehr an Zeit auch ein Mehr an Miteinander zur Folge hat.

Weitere Themen, die Kinder betreffen und in diesem Buch angesprochen werden, sind das Aufwachsen mit nur einem Elternteil sowie der Traum vom Indianerleben.

Blättert man das Buch durch, stechen einem zuerst die großflächigen, künstlerisch wertvollen und dennoch Kindern angemessenen Bilder ins Auge. Sie sind achtsam, mit Liebe zum Detail gezeichnet und geben Anlass zum Innehalten, Betrachten und Entdecken. Außerdem bergen sie eine gewisse Dynamik in sich, was bei Kindern des medialen Zeitalters gut ankommen dürfte.

Der Text ist in kleinen Portionen auf den Seiten verteilt, sodass sich das Buch auch als erste Lektüre für Erst- und Zweitklässler/innen eignen sollte. Sehr gefallen hat mir, dass man das Buch auch ab und an drehen und wenden muss, um das Geschriebene richtig lesen zu können. Die Sprache ist einfach gehalten, die Sätze und Satzkonstruktionen sind nicht zu kompliziert, entsprechen also den Verstehenskompetenzen von Kindergarten- und Grundschulkindern, ohne jedoch zu anspruchslos zu sein. Auch in diesem Buch fehlt es wieder nicht an Wortwitz und –spielerei.

Alles in allem präsentiert Jan Birck auch mit diesem zweiten Band wiederum ein Bilderbuch, das sowohl Kindern als auch Vorleser/innen Freude bereitet, Grund zum Nachdenken gibt und Leseanfänger/innen dazu animiert, sich mit der geschriebenen Sprache zu beschäftigen.

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Tags: bilderbuch, kinderbuch, kinderbuchreihe, leseanfänger   (4)
 

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66 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

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Die Plotter

Un-Su Kim , Rainer Schmidt
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag, 23.11.2018
ISBN 9783958902329
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei „Die Plotter“ handelt es sich um den ersten Thriller des südkoreanischen Schriftstellers Un-Su Kim. Er ist im November 2018 im Europaverlag erschienen und umfasst 360 Seiten.

Raeseng ist Anfang 30. Als Kind aus einer Mülltonne gefischt, wurde er vom Plotter Old Raccoon erzogen und zum Killer ausgebildet. Als sich die politischen Verhältnisse in Südkorea ändern, schwindet auch die Macht der Plotter. Eine neue Generation von Profikillern bildet sich heraus -  skrupelloser denn je. Als Raeseng bei einem Mordauftrag von den ihm vorgegebenen Instruktionen abweicht, gerät er selbst auf die Todesliste.

Dieses ist das erste Buch eines (süd-)koreanischen Autors, das ich gelesen habe. Auch wenn das Werk aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt wurde, war ich von Anfang an von Stil und Sprache begeistert. Kims Sprache ist teilweise sehr poetisch, aber dennoch flüssig und flott zu lesen. Beschreibungen sind zumeist sehr detailliert und plastisch, sodass man beim Lesen das Gefühl hat, sich mitten in der fremden Welt zu befinden. Wie es nicht anders zu erwarten ist bei einem Thriller, der im Berufskillermilieu spielt, sind einige Szenen, vor allem gegen Ende, recht brutal zu lesen.

Das Werk beginnt spannend, indem die Leser/innen Raeseng bei einem Auftragsmord begleiten. Danach plätschert die Handlung allerdings erst einmal so vor sich hin, Spannung kommt beim Lesen eher wenig auf. Dafür aber glänzt der Mittelteil des Thrillers durch eine sehr ansprechend zu lesende Reise durch Raesengs Geschichte und Welt. Erst im letzten Drittel des Thrillers kehren die Leser/innen wieder in die brutale Welt der Plotter und Killer zurück, was für reichlich Nervenkitzel und Höhepunkte sorgt und den Eindruck des eher langatmigen Mittelteils abschwächt. Das Ende ist dramatisch und überzeugend und ergibt sich folgerichtig aus dem zuvor Gelesenen.

Die Charaktere sind vielschichtig gezeichnet. Insbesondere empfindet man beim Lesen trotz seines grauenvollen Berufes für den Protagonisten Sympathie, was vor allem daraus resultiert, dass er sich und seine Lage immer wieder reflektiert sowie über die Richtigkeit seines Handelns nachdenkt, ja sogar Versuche unternimmt, diesem zu entkommen. Beeindruckend insgesamt ist die Darstellung des Killermilieus, in dem es einfach darum geht, für Geld zu töten. Argumente oder Überzeugungen haben hier keinen Platz. Diese Milieustudie verleiht dem Roman eine Tiefgründigkeit, die ihresgleichen sucht.

Das Cover kommt unspektakulär daher; es ist übersät mit Blutstropfen. Eine Augenweide indes ist der Buchschnitt, über den sich das Blut ebenfalls ergießt – und somit die Brutalität des Inhalts verdeutlicht.

Insgesamt liegt hier ein sehr lesenswerter Thriller vor, der weniger durch seine durchgehende Spannung, als vielmehr durch seine Sprache, Poesie und das ungewöhnliche Ambiente überzeugt. Für diejenigen, die einmal über den Horizont herkömmlicher Spannungsliteratur hinausschauen wollen, auf jeden Fall eine beeindruckende, lesenswerte Lektüre, die überzeugt.

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Tags: profikiller, spannung, südkorea, thriller   (4)
 

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10 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

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Wunderwaffe Wertschätzung

Tim Niedernolte
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei adeo Verlag, 26.02.2018
ISBN 9783863341817
Genre: Biografien

Rezension:

Tim Niedernoltes Sachbuch „Wunderwaffe Wertschätzung. Vom großen Glück einer einfachen Lebenshaltung“ ist 2018 bei adeo erschienen und umfasst 192 Seiten.

In unserer Gesellschaft weht ein rauer Wind. Ob auf der Straße, im Internet oder Beruf: Jede/r schaut zuerst auf sich selbst, sieht die Mitmenschen kaum noch oder macht sie gar nieder, die Natur wird ausgebeutet. Diesem Trend will Tim Niedernolte die Wertschätzung entgegensetzen. Dabei lässt er eine Menge anderer mehr oder weniger Prominenter zu Wort kommen und berichtet aus seinem eigenen Leben.

Das Buch kommt fröhlich und positiv daher: Auf dem Cover ein lachender Tim Niedernolte, im Inneren fallen den Leser/innen sofort die großen, bunten Fotos ins Auge. Das Glück scheint also wirklich greifbar nahe. Auf den zweiten Blick erscheinen mir die Bilder jedoch eher oberflächlich mit wenig Bezug zum Alltag. Die einzelnen Kapitel sind durch klare, harmonische Farbgebung voneinander abgetrennt, wichtige Aussagen sind farblich abgehoben und zusammengefasst.

Anhand von Gesprächen mit prominenten Zeitgenossen, z.B. Dunja Hayali, Christian Rach oder Marcell Jansen, die ich vorher nicht kannte, geht der Autor auf die Fragen ein, warum Wertschätzung so wichtig ist, wo sie uns begegnet und schließlich welche positiven Folgen eine Kultur der Wertschätzung haben kann. Hier bieten sich durchaus einige Denkanregungen, wenn z.B. erwähnt wird, dass Wertschätzung auch die Achtung vor mir selbst beinhaltet, Mühe bereitet und welche kleinen Gesten im Alltag Wertschätzung zeigen; bei den Ausführungen geht er allerdings zu sehr auf biographische Ereignisse seiner selbst und seiner Gesprächspartner/innen ein. Es fehlten mir beim Lesen einfach der Blick und der Transfer auf den Alltag und die Gesellschaft, die nur am Rande gestreift werden. Auch der Aspekt der Wertschätzung der Natur wird nur im Nebenbei erwähnt. Zwar kommt auch Niedernolte nicht drum rum, den Einfluss der Social Media zu erwähnen, doch ebenfalls hier bleibt er nur an der Oberfläche. Was wir konkret dieser Entwicklung entgegenzusetzen haben und welche Folgen diese negativen Entwicklungen auf Gesellschaft und Umwelt haben, wird mit kaum einem Wort erwähnt.

Niedernoltes Sprache und Stil sind locker flockig. Je weiter ich gelesen habe, desto mehr allerdings stieß mir der teils sehr flapsige Stil auf, wenn z.B. immer wieder von „genervt“ oder „auf die Nüsse gehen“ die Rede ist. An einigen Stellen werden die Leser/innen direkt angesprochen und somit zu Nach- und Mitdenken animiert – eine Form, die mir an sich gefällt, die aber wegen des eher oberflächlichen Inhalts leider nicht sehr zum Tragen kommt.

Ich bin mit großem Enthusiasmus an das Buch herangegangen, war von den ersten Seiten auch recht  angetan, aber insgesamt hat mich das Buch doch sehr enttäuscht: Es bleibt zu sehr an der Oberfläche, die „Alltagstauglichkeit“ bleibt auf der Strecke und der Stil wird dem ernsten Thema nicht gerecht. Für jemanden, der sich ernsthaft mit der Wertschätzungskultur auseinandersetzen möchte und einen Blick auf unsere Gesellschaft(sentwicklung) werfen möchte, kann ich dieses Buch leider nicht empfehlen.

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Tags: biografie, gesellschaft, sachbuch   (3)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Voll Weihnachten

Arno Backhaus
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Brendow, J, 19.09.2018
ISBN 9783961400737
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Leselöwen 1. Klasse - Das geheimnisvolle Drachenei

Stütze & Vorbach , Leonie Daub
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Loewe, 11.06.2018
ISBN 9783743201781
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das 45-seitige Leselernbuch „Das geheimnisvolle Drachenei“ von Annett Stütze und Britta Vorbach ist 2018 in der Reihe „Leselöwen“ bei Loewe erschienen. Die Illustrationen stammen von Leonie Daub.

Linus ist der letzte Drache. Eines Tages erfahren er und sein Freund Max vom Fund eines Dracheneis. Natürlich machen sie sich gleich auf den Weg, denn: „Nur ein Drache kann ein Drachenei ausbrüten.“ Als die beiden losziehen, müssen sie feststellen, dass sie nicht die Einzigen sind, die hinter diesem Fund her sind. Ob sie es schaffen, das Ei auszubrüten?

Schlägt man das Buch auf, fallen einem als Erstes die großflächigen, bunten Bilder ins Auge. Sie illustrieren den Text und laden ein, ausgiebig betrachtet zu werden.

Mit Text wird in diesem Buch sparsam umgegangen: Er ist in kleinen Portionen auf den Seiten verteilt, als Schriftart wurde eine leicht lesbare Fibelschrift gewählt und in Leseanfänger/innen angemessener Größe gedruckt. Auch der Wortschatz und die Satzkonstruktionen sind kindgemäß, sodass das Lesen Erstklässler/innen ohne Überforderung möglich ist.

Im Anschluss an die Geschichte gibt es zwei Seiten mit Fragen zum Text, die Kinder können also überprüfen, ob sie das Gelesene wirklich verstanden haben. Daran schließen sich zwei Seiten mit dem Titel „Schon gewusst?“ an, auf denen Wissenswertes aus dem Buch erklärt wird. Außerdem ist das Buch bei Antolin gelistet.

Das Thema entspricht voll und ganz der Erfahrungswelt der Kinder: Drachen faszinieren Kind seit jeher, doch behandelt das Buch darüber hinaus das für Kinder immer wichtige Thema „Freundschaft“.

Insgesamt präsentieren der Loewe-Verlag und die Autorinnen hier wieder einmal ein Buch, das meines Erachtens für Leseanfänger/innen sehr geeignet ist und sich aufgrund der Thematik sowohl an Mädchen als auch an Jungen wendet. Die Zeichnungen machen das Buch auch fürs Vorlesen interessant.

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Tags: antolin, bilderbuch, erstklässler, kinderbuch, leseanfänger, lesen lernen, vorlesen   (7)
 

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79 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

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Ich weiß, wo sie ist

S B Caves , Anne Tente
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.12.2018
ISBN 9783959672344
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Thrillerdebüt „Ich weiß, wo sie ist“ von S.B. Caves erschien im Dezember 2018 bei HarperCollins und umfasst 303 Seiten.

Vor zehn Jahren wurde Francines Tochter Autumn entführt, bis heute fehlt jede Spur von ihr. Doch trotz der langen Zeit hat die Mutter die Hoffnung, ihre Tochter eines Tages wieder in ihre Arme schließen zu können, nie aufgegeben. Eines Tages erhält sie einen anonymen Brief mit den Worten „Ich weiß, wo sie ist“. Als sie kurz darauf auch noch Lena begegnet und Informationen über das verschwundene Mädchen erhält, macht sich die Frau allein auf den Weg, ihre Tochter zu suchen – und stößt dabei auf Ungeheuerliches …

Ohne Umschweife kommt der junge Autor S.B. Caves gleich zu Beginn zur Sache und zieht Leserinnen und Leser unmittelbar ins Geschehen hinein.  Nach und nach offenbaren sich grauenhafte Details eines schrecklichen Verbrechens und der Spannungsbogen steigt stetig, sodass man beim Lesen das Buch kaum aus der Hand legen mag. Obwohl ziemlich schnell klar ist, wer an der Sache beteiligt ist, gelingt es dem Autor, die Lesenden in seinen Bann zu ziehen und gemeinsam mit der Mutter Jagd auf die Täter zu machen. Insbesondere gegen Ende des Romans nimmt die Handlung an Rasanz zu, um in einem fulminanten Showdown zu enden. Das Ende des Romans schließlich ist zwar schlüssig, jedoch etwas unbefriedigend, da nicht alle Punkte aufgeklärt bzw. bis zu ihrem Schluss geführt werden.

Einige Szenen in diesem Thriller sind ziemlich schockierend und bedrückend zu lesen, gehen aber nie ins Voyeuristische und weiden sich gar am Leid der anderen.

Der Thriller kommt mit einer überschaubaren Zahl an Charakteren aus. Diese werden genau beschrieben und sind durchaus mehrschichtig, ihr Denken und Handeln erscheinen jedoch, was vor allem die Protagonistin betrifft, von Zeit zu Zeit nicht sehr glaubwürdig. Dieses gilt z.B. für den Umstand, dass eine alkoholabhängige, vom Leben gebeutelte Mutter es ganz allein mit einem großen Verbrecherkartell aufnimmt. Ein weiteres Manko an diesem Thriller ist meiner Meinung nach die nicht zuletzt auf diesen Punkt zurückzuführende doch recht große Realitätsferne.

Caves Sprache ist flott und flüssig zu lesen; an einigen Stellen schafft es der Verfasser sehr eindrücklich, trotz der Einfachheit der Sprache die bedrückende Stimmung pointiert darzustellen. Insgesamt fliegen beim Lesen die Seiten einfach so dahin.

Das schwarz-weiß gehaltene Cover mit dem herausstechenden Titel in Pink passt sehr gut zum Inhalt des Thrillers und spiegelt dessen düsteren Grundtenor wider.

Trotz der oben erwähnten Kritikpunkte legt S.B. Caves mit „Ich weiß, wo sie ist“ ein sehr lesenswertes Debüt vor, bei dessen Lektüre man die Zeit vergisst und auf schauerliche Art unterhalten wird. Meiner Meinung nach ein echter Pageturner von einem jungen Autoren, der wirklich Potenzial hat.

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Tags: debüt, entführung, krimi, kriminalroman, mädchenhandel, spannung, thriller   (7)
 

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(18)

26 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 18 Rezensionen

Paule und Sneakers

Frauke Scheunemann , Antje Szillat , Nikolai Renger
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Edel:Kids Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH, 05.10.2018
ISBN 9783961290734
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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74 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 57 Rezensionen

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Kälter als die Angst

Christine Drews
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2018
ISBN 9783404177882
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit „Kälter als die Angst“ präsentiert Christine Drews ihren mittlerweile fünften Band rund um das Ermittlerduo Charlotte Schneidmann und Peter Käfer. Der Münster-Krimi ist im Dezember 2018 bei Bastei Lübbe erschienen und umfasst 304 Seiten.

Nach ihrer Scheidung versucht sich Katrin Ortrup gemeinsam mit ihren beiden Söhnen ein neues Leben aufzubauen. Doch das Glück währt nicht lange: Bald erhält sie mysteriöse Drohbriefe. Werden diese anfangs nur bedingt ernst genommen, ändert sich dieses, als Carla Delbrück erschlagen wird. Sie nämlich wohnte jahrelang in Katrins neuer Wohnung. Als sich dann auch noch herausstellt, dass vor Jahren im Nachbarhaus ein ähnlicher Mord wie der an Carla geschah, spitzt sich die Lage zu.

Mit einem Prolog, in dem ein Verbrechen geschildert wird und der unter die Haut geht, schafft es die Autorin gleich zu Beginn, einen Spannungsbogen aufzubauen, der sich nach und nach steigert und bis zum Ende anhält. Gemeinsam mit dem Ermittlerteam wird man auf falsche Fährten und in Sackgassen geführt, sodass man permanent grübelt, was wohl hinter dem Mord und den Drohbriefen stecken mag. Das Ende ist sehr überraschend, aber dennoch logisch und nachvollziehbar. Die eine oder andere kleine Frage bleibt am Ende zwar offen, dieses tut dem Lesegenuss jedoch keinen Abbruch.

Drews erzählt ihren Roman aus drei Perspektiven: aus der Sicht des Täters, der eines ehemaligen, geläuterten Gefängnisinsassen und der des dominierenden Er-Erzählers, welcher die Ermittlungsarbeiten nachzeichnet. Besonders gefallen hat mir beim Lesen, dass die Gedanken des Ex-Häftlings „ein Buch im Buch“ darstellen.

Die Charaktere sind detailliert, lebensnah und durchaus vielschichtig gezeichnet. Viele scheinen nicht diejenigen zu sein, die zu sein sie vorgeben. Gerade Letzteres leitet die Lesenden immer wieder in die Irre, führt zu Nervenkitzel und Überraschungsmomenten.

Katrin Ortrup ist einigen sicher schon bekannt aus Drews Roman „Schattenfreundin“. Auch im weiteren Verlauf des Romans gibt es immer wieder Anspielungen auf Schneidmanns und Käfers ältere Fälle, doch dürfte dieses auch für Neueinsteiger/innen in die Reihe kein Problem darstellen, da diese für den aktuellen Fall von wenig Relevanz sind. Zusätzlich machen sie Lust, auch zu den älteren Bänden zu greifen.

Drews Sprache ist eingängig und flott zu lesen, was gemeinsam mit dem durchgehenden Spannungsbogen für ein flüssiges und aufregendes Leseerlebnis sorgt. Ich jedenfalls mochte während des Lesens den Roman kaum aus der Hand legen.

Wie es sich für einen Regionalkrimi gehört, ist auch das vorliegende Werk gespickt mit Lokalkolorit. Dieses wird gekonnt in die Handlung eingeflochten und zeugt davon, dass die Autorin mit dieser westfälischen Stadt vertraut ist.

Mit „Kälter als die Angst“ konnte Christine Drews mich wieder einmal überzeugen, und ich warte schon gespannt auf weitere Münster-Krimis mit diesem sympathischen Ermittlerduo. Ein Buch, das ich allen Liebhabern deutscher Kriminalliteratur einfach nur ans Herz legen kann.

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Tags: ermittlungen, krimi, kriminalroan, krimireihe, mord, münster, regionalkrimi, spannung   (8)
 

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Gula

Alexandra Schmidt
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 29.10.2018
ISBN 9783748165347
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei „Gula. Gierige Flammen“ von Alexandra Schmidt handelt es sich um den zweiten Band der auf sieben Bände ausgelegten Krimireihe rund um Edda Bretony. Er ist im Oktober 2018 bei Books on Demand erschienen und umfasst 260 Seiten.

„Das künstliche Herstellen von Taaffeiten mag ein wissenschaftlicher Durchbruch sein; für Edda ist es nur die Fütterung der Gierigen, die den Rachen nicht vollkriegen.“

Durch Zufall entdeckt Edda den Teil einer Formel zur Herstellung dieses Edelsteins, die ihr Vater vor vielen Jahren entwickelt hat. Dieses ruft erneut den ehemaligen Geldgeber ihres Vaters, Leonard Audorn, auf den Plan, der sich hintergangen fühlt und versucht, Profit aus dieser Entdeckung zu schlagen. Die Ereignisse spitzen sich zu, als Eddas Onkel Carl sowie seine kleine Enkelin Orla entführt werden und ein altes Herrenhaus in Flammen aufgeht. Schafft es Edda, den grausigen Ereignissen Einhalt zu gebieten?

Gekonnt eröffnet Alexandra Schmidt ihr Werk mit einem Prolog aus dem Jahre 1987, in dem sich den Leser/innen schon eine Menge Fragen eröffnen: Wer sind die Handelnden in diesem Vorspiel? Was wird hier versteckt? Kenner/innen des ersten Bandes werden schon eine Ahnung haben, Neulinge werden vor ein Rätsel gestellt. Auf jeden Fall aber baut sich hier schon ein Spannungsbogen auf, der alle Leserinnen und Leser bis zum Ende in seinen Bann zieht.

Die darauf folgende Handlung ist logisch und gut nachvollziehbar aufgebaut. Die Geschichte spielt sich vor allem im Umfeld dreier Familien ab: der Bretonys, der Hederichs und der Audorns. Geschickt ist dabei ihre Vorgeschichte in diesen Roman eingeflochten: für Neulinge ausreichend, für Kenner/innen des ersten Bandes nicht zu ausufernd, sodass alle über genügend Wissen verfügen dürften, um dem Geschehen zu folgen. Das Ende wartet mit einigen Überraschungen auf, ist aber nichtsdestotrotz schlüssig und stimmig.

Gekonnt verwebt die Autorin verschiedene Zeitebenen miteinander. Während der eigentlichen Handlung, die sich in der Gegenwart abspielt und im Präsens geschildert wird, gibt es immer wieder Rückblenden in die Zeit von „vor einigen Minuten“ bis hin zu „vor einigen Wochen“, die das Geschehen detaillierter beschreiben. Diese Rückblenden sind durch Zwischenüberschriften und Tempuswechsel klar voneinander abgehoben, sodass sie beim Lesen keinerlei Schwierigkeiten bereiten, dasselbe aber spannend machen und das Geschehen kommentieren.

Die Zahl der Charaktere ist überschaubar, ihre Darstellung so bunt wie das Leben selbst: Sie reichen vom scheinbar unbelehrbaren Sturkopf bis hin zum einsichtigen, klugen Strategen. Besonders über Carl konnte ich mich beim Lesen einige Mal so richtig aufregen. Sehr gefreut hat mich, dass sich die Figuren, im Gegensatz zum ersten Band, als entwicklungsfähig präsentieren.

Schmidts Sprache ist eingängig, abwechslungsreich und flott zu lesen. Sie wirkt nun „glatter“ und gleichmäßiger, nur noch selten gibt es Formulierungen, die den Lesefluss stocken lassen. Insbesondere an beschreibenden Stellen zeigt sich auch hier wieder, wie gekonnt und nuanciert die Verfasserin mit Sprache umzugehen vermag.

Auch wenn das Werk insgesamt ein in sich geschlossenes Ganzes ergibt, eröffnet sich mit dem Epilog den Leser/innen eine neue Frage, die dazu animiert, sich auf den Nachfolgeband zu freuen. Mir jedenfalls ging es am Ende so, und ich bin schon gespannt darauf, wie es mit Edda, ihrer Familie und der Taaffeit-Formel weitergeht.

Mit diesem Kriminalroman legt Alexandra Schmidt eine gut durchdachte, spannende Geschichte vor, die Leserinnen und Leser mitfiebern lässt und Lust auf mehr macht. Von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung.

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Tags: entführung, familiengeheimnis, krimi, kriminalroman, krimireihe, spannung   (6)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Holder Engel

Stefan Roduner , Verlag Vicon
Flexibler Einband: 201 Seiten
Erschienen bei ViCON-Verlag, 04.11.2018
ISBN 9783952476147
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit „Holder Engel“ präsentiert Stefan Roduner den ersten Band rund um den schweizerischen Privatermittler Leon Bevilacqua. Der 201-seitige Kriminalroman ist im November 2018 in der Schweiz im ViCON-Verlag erschienen.

„Guten Morgen Herr Winter. Haben Sie gut geschlafen? Sie hat es nicht überlebt. Ein Kind wächst jetzt ohne Mutter auf.“ Diesen anonymen Anruf erhält Finn Winter, nachdem er in der Nacht zuvor Vivienne Kamber überfahren und Fahrerflucht begangen hat. Während Finn versucht, dem Horror dieser Nacht zu entfliehen, beauftragt der Witwer den Privatdetektiv Leon Bevilacqua mit den Ermittlungen in diesem Fall. Als Leon seine Freundin, Nicole, in die Untersuchungen einspannt, wird diese entführt. Und Leon kommt durch Zufall einem ganz anderen Verbrechen auf die Spur.

Der Roman beginnt interessant mit der Rekonstruktion des Falles durch einen anonymen Anrufer. Den ganzen Roman hindurch ist man dadurch den Ermittlungsergebnissen des jungen Detektivs in vielen Dingen voraus, was beim Lesen seinen ganz eigenen Reiz ausmacht. Wer hinter diesen anonymen Anrufen steckt, wird am Ende des Romans aufgeklärt, jedoch ohne dass der Ermittler selbst diese Zusammenhänge durchschaut. Wie Finn selbst am Ende mit seiner Schuld umgeht, bleibt offen.

Den Roman durchziehen zwei Erzählstränge: Zum einen wird Finns Leben nach dem Umfall beschrieben, seine Sorgen und Nöte, zum anderen verfolgen die Leser/innen Leons Recherchearbeiten, die ihn auf eine völlig andere Spur locken. Dabei ist man während des Lesens vor Überraschungen nicht gefeit.

Viele Begebenheiten in diesem Roman lassen es an Logik missen, wenn z.B. Entführungsopfer sich doch sehr rasch von den Strapazen erholen, doch werden diese Ungereimtheiten durch eine ordentliche Portion Humor wieder wettgemacht. Manchmal mag man sich die Haare raufen, wenn man Leons Arbeit verfolgt. Auch spitze Bemerkungen wie „Hirn und Schönheit zusammen geht halt nicht.“ oder Feststellungen wie „Gegen den Redeschwall von Shalyn war der Rheinfall ein kleiner Rinnsal.“ sorgen für den einen oder anderen Lacher.

Dank den kurzen Kapiteln und der eingängigen, flüssigen Sprache kommt man beim Lesen schnell voran. Für Hochdeutschsprechende dürfte der schweizerische Einschlag mit seinen typischen Begriffen und Wendungen einen besonderen Reiz darstellen – mir jedenfalls ging es beim Lesen so. „Parkieren“, „pedalen“ … Begriffe, die ich immer wieder köstlich finde. Dem Verstehen tun diese Begriffe allerdings keinen Abbruch.

Die Charaktere sind durchweg liebevoll gezeichnet, selbst die „Bösewichte“ wachsen einem beim Lesen ans Herz. Lediglich aus Finn wurde ich selbst nicht so wirklich schlau: Bereut er seine Tat oder nicht?

Das Cover zeigt ein Auto, dessen Frontscheinwerfer ihr Licht gleich Engelsflügeln versprühen. Es passt somit gut zum Inhalt des Buches.

Insgesamt legt Stefan Roduner mit „Holder Engel“ einen interessanten Krimi vor, bei dem man nicht allzu sehr auf Logik und Spannung im herkömmlichen Sinne setzen sollte, der aber durch seine wirklich interessante Geschichte und Andersartigkeit besticht. Mir hat das Buch jedenfalls einige kurzweilige Lesestunden bereitet.

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Tags: ermittlungen, fahrerflucht, humor, krimi, kriminalroman, privatdetektiv, schweiz, spannung, unfall   (9)
 
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