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13 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

gefühle, historischer lliebesroman, krieg, liebe, nachkriegszeit

Winterrosenzeit

Ricarda Martin
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2017
ISBN 9783426519790
Genre: Liebesromane

Rezension:  
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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

alleinerziehende frauen, historischer roman, köln, linke, nachkriegszeit

Weiberwirtschaft

Maria Linke
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.01.2018
ISBN 9783548288024
Genre: Romane

Rezension:

An dem Buch haben mich vor allen Dingen zwei Sachen interessiert, zum einen die Zeit, 50er Jahre und zum anderen die Stadt, Köln. In den Fünfzigern sind meine Eltern, Tanten und Onkels aufgewachsen, Köln, die Stadt in der ich studiert habe, so war meine Neugier geweckt. Das Cover ist meiner Meinung nach gut gewählt, da es die Zeit sehr gut einfängt, der Klappentext ist in der Rückschau eher irreführend. So suggeriert er doch, dass beide Zeitebenen ungefähr gleich viel Raum im Roman einnehmen, doch dies ist leider nicht so und dies ist auch mein großer Kritikpunkt. Mir kamen die 50er einfach zu kurz, die Geschichte der Gegenwart hat für meinen Geschmack einfach zu viel Raum eingenommen. Sicherlich ist es so, dass wir schon einiges erfahren, über die Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Aber dieser Erzählstrang ist längst nicht gleichwertig zu setzen mit dem der Gegenwart. Somit ist dieser Roman eher ein netter Frauenroman, in dem die Protagonistin Tagebucheinträge ihrer Mutter liest, aber sicherlich kein historischer Roman, wo wir Leser in eine vergangene Zeit eintauchen, wirklich sehr schade, da hatte ich mir mehr versprochen.

Als Frauenroman lässt sich die Story wirklich sehr gut lesen, innerhalb von zwei Tagen, absolut kein Problem eine nette Geschichte über Vergangenheit, Familienprobleme, Pubertät und Patchwork-Familien. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen, die Dialoge überwiegen und tragen somit zu einem sehr flotten Lesetempo bei.

Mit der Hauptfigur Hanna konnte ich mich leider nicht so richtig identifizieren, Grete und auch Lotte waren mir da mit ihrer resoluteren Art doch etwas näher. Die Männer bleiben in dem Roman relativ blass, einzig Erwin, der jetzige Wirt des Pfaus, bekommt von der Autorin mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Der Teil der Gegenwart wird stringent chronologisch erzählt, der der Vergangenheit leider nicht, hier sind immer wieder Sprünge und man muss im Kopf die Reihenfolge sortieren, was sehr schade ist. Auch die Verzahnung der beiden Ebenen hätte besser sein können, die Tagebucheinträge sind das eine, zum Ende der Geschichte tritt noch ein Zeitzeuge auf, der Hannah die Geschichte ihrer Mutter aus seiner Perspektive erzählt.

Die Zielgruppe dieses Romans sind definitiv Frauen, aber sicherlich nicht Männer oder geschichtsinteressierte Leser, denn diese würden so wie ich enttäuscht werden. Ich habe den Roman als Frauenroman eingestuft und bewertet, hätte ich ihn als historischen Roman oder Zeitzeugnis bewertet, wäre die Bewertung leider noch schlechter ausgefallen. So kann ich aber für einen unterhaltsamen Frauenroman, eine Leseempfehlung aussprechen. Leichte Urlaubs- bzw. Freizeitlektüre, mehr aber auch nicht.

Ich bedanke mich beim Ullstein Verlag und NetGalley Deutschland für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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31 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

historischer roman, daniel wolf, 14. jahrhundert, die gabe des himmels, pest

Die Gabe des Himmels

Daniel Wolf
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.03.2018
ISBN 9783442483198
Genre: Historische Romane

Rezension:

Daniel Wolf alias Christoph Lode hat wieder mal einen historischen Roman geschrieben, der mich für ein paar Stunden in eine mittelalterliche Stadt entführt und wo man das hier und jetzt komplett vergisst.

Das Cover passt sehr gut zu den vorherigen drei Büchern und macht somit auch optisch etwas her. Sehr schön gestaltet ist der Klappumschlag, vorne findet sich die Karte der Stadt Varennes, hinten ist Europa zur damaligen Zeit mit seinen wichtigen Städten abgebildet. Zu Beginn bekommen wir Leser durch ein Personenverzeichnis einen guten Überblick über die handelnden Personen. Insgesamt gliedert sich der Roman in drei Bücher, wobei man ganz klar sagen muss, dass das dritte Buch das Kürzeste ist.

Sehr gut gefallen hat mir, dass wir wieder die Familie Fleury begleiten dürfen und mit ihr einen Einblick in das Leben der Kaufleute, Handwerker und Bürger in einer mittelalterlichen Stadt bekommen. Es sind nicht so sehr die Mächtigen und Reichen, die im Mittelpunkt stehen, sondern die einfachen Menschen. Es geht somit weniger um historische Persönlichkeiten, sondern mehr um den einfachen Mann und die einfache Frau.

Herausragend finde ich in diesem Buch die Zeichnung der Figuren und ihre Entwicklung. Gerade Adrianus und Cesar Fleury, die ungleichen Brüder, sind für mich absolute Protagonisten, die ich ins Herz geschlossen habe. Besonders herausheben möchte ich Cesar, der in diesem Roman eine sehr glaubwürdige Wandlung durchlebt und damit zu einem ungemeinen Sympathieträger des Romans wird.

Ein großes Thema des Romans sind die Arbeiten des Medicus, des Wundarztes und der Kräuterkundigen. Der Leser erfährt sehr viel Informatives und Interessantes, auch was die Rangordnung in der Gesellschaft, die Ausbildung, das Herstellen von Arzneien angeht. Die Behandlung der Pest stellt allerdings alle Berufsgruppen vor ein Problem und bringt selbst den besten Arzt an seine Grenzen.

Ein weiteres Thema des Romans sind die fanatischen Glaubensbruderschaften, in diesem Roman die Flagellanten. Die Gruppen verschafften sich aufgrund von Missständen Gehör und gewannen so immer mehr an Einfluss. Ein Thema welches sich leider öfters durch die Geschichte und damit auch durch Romane zieht ist der Hass auf die Juden. Sie wurden nicht nur wie allgemein bekannt für die Pest verantwortlich gemacht, sondern auch für Armut, Misswirtschaft und viele andere Dinge. Ein Volk was wahrlich genug Hass, Angst und Zorn ertragen muss. Tragen wir heute Verantwortung dafür, dass dies nie mehr geschieht!

Der Schreibstil des Autors ist wie immer sehr angenehm und gut zu lesen. Die knapp 1000 Seiten vergehen wie im Fluge und sind ruck-zuck gelesen. Erstaunlich ist auch, dass der Autor es zum Ende seines Romans schafft, alle losen Fäden zusammen zu führen, ohne dass es zu sehr konstruiert wirkt. Der Leser hat zu keiner Zeit das Gefühl dem Autor nicht folgen zu können oder zu sehr im Unklaren gelassen zu werden. Ein durch und durch spannender Roman, der vor allen Dingen von der Empathie des Lesers mit den Protagonisten lebt und der herausragenden Zeichnung der Figuren.

Ein wirklich sehr, sehr guter historischer Roman der mich wieder restlos begeistert hat. Ich kann diesen Roman nur empfehlen und wünsche mir, dass die Fleurys noch viele, viele Fans bekommen. Mein Dank geht auch an meine Mitleserinnen der Leserunde bei Büchereule.de und Daniel Wolf, der bereitwillig sich unseren Fragen gestellt hat.

Auch bedanke ich mich herzlich bei der Verlagsgruppe Random House, dem Goldmann Verlag und dem Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 

 

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

absender, anonyme post, schmuckstück, suche, vosseler

Die Farben der Erinnerung

Nicole C. Vosseler
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.12.2017
ISBN 9783442483945
Genre: Romane

Rezension:

Der neue Roman von Nicole C. Vosseler hat mich überrascht und dies im äußerst positiven Sinne. Denn er hat nicht viel gemeinsam mehr mit ihren Romanen, die sie noch bei Bastei-Lübbe geschrieben hat. Dieser Roman nimmt einen gefangen und entführt in eine ganz eigene Welt. Das Cover ist sehr stimmungsvoll, die Farben sind gut gewählt, insgesamt kommt das Cover eher schlicht daher.

Der Klappentext macht neugierig und verspricht schon Spannung pur auf der Reise in die Vergangenheit. In diesem Roman geht es nicht nur um die Vergangenheit im Allgemeinen, sondern vor allen Dingen um ihre Bewältigung und das Annehmen des eigenen Schicksals.

Gemma und Sisley sind zwei Figuren, die ich direkt ins Herz geschlossen hatte, sie sind so wunderbar authentisch, in dem wie sie sich verhalten, mit ihren Ticks und Zwängen. Zwei Menschen denen man glaubt wirklich zu begegnen. Ich denke jeder Mensch hat irgendeinen Tick und wird sich genau deshalb mit Gemma oder Sisley identifizieren können. Einfach wunderbar zwei Menschen begleiten zu können, die so überzeugend dargestellt werden.

Das Geheimnis der Vergangenheit lastet schwer auf Gemma, sie will endlich wissen, was damals bei dem Hausbrand wirklich passiert ist. Denn dieses Ereignis hat sie schwer geprägt, da sie das Ganze als Kleinkind miterleben musste und ihre Eltern bei dem Feuer ums Leben kamen.

Der Roman wir insgesamt auf drei Zeitebenen erzählt, dies verlangt vom Leser schon eine gewisse Aufmerksamkeit, doch genau dies macht meiner Meinung nach den Reiz des Romans aus. Ich möchte nicht erzählen warum und weshalb drei Zeitebenen, denn dies würde viel Spannung nehmen, nur so viel sei verraten, es wir literarisch.  ;-)

Die Autorin schafft es sehr gut ihre Leser mit auf diese Reise zu nehmen, ohne sie durch Zeit und Raum zu verlieren. Denn wir bereisen sowohl den amerikanischen Kontinent, als auch Europa zu unterschiedlichen Zeiten. Von mir gibt es für diesen kunstvoll gewebten, literarisch und künstlerischen Roman, ja auch die Malerei spielt eine Rolle, eine ganz klare Lese- und Kaufempfehlung.

Ich bedanke mich sehr bei der Verlagsgruppe Random House und dem Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 

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13 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

langatmig, mühsam

Marco Polo: Bis ans Ende der Welt

Oliver Plaschka
Flexibler Einband: 864 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 02.10.2017
ISBN 9783426304952
Genre: Historische Romane

Rezension:

Oliver Plaschka hat einen richtig dicken Schmöker geschrieben, wie er im Buche steht und wie ich ihn mag. Eine wundervolle Reise mit beeindruckenden Persönlichkeiten und fernen Ländern.

Das Cover ist meiner Meinung nach sehr stilvoll und schön. Die stilisierte Weltkugel im Hintergrund, das Fernglas und die venezianische Maske passen wunderbar zum Roman. Auch die Aufmachung des Buches ist mehr als gelungen, Karten, Stammbäume sowie ein ausführlicher Anhang mit Figurenverzeichnis, Ortsverzeichnis, historischen Ereignissen und einem Nachwort runden den ersten positiven Eindruck des Romans ab. Der Klappentext macht einfach Lust das Buch sofort zu beginnen und Marco Polo auf seiner Reise zu begleiten. Die Geschichte ist eine Lebensgeschichte die fasziniert, fesselt und atemlos macht zu gleich. Ein Rom über Vergangenheit und Zukunft, über Schicksal und Bestimmung, über Bewältigung und über Tatenlosigkeit.

Marco ist die zentrale Figur des Romans, rückblickend erzählt er im Gefängnis seine Lebensgeschichte, um sich und seinem Zellennachbarn die Zeit zu vertreiben. Doch seine Geschichten lösen viel mehr aus, sie treten eine Lawine los, die ihr Leben noch einmal verändern wird.

Marco Polo erzählt von seiner Reise, die er gemeinsam mit seinem Vater und seinem Onkel zum Kahn aller Mongolen unternimmt, er erzählt von fremden Ländern, Bräuchen, Sitten, Speisen und Landschaften. Und doch sind irgendwo alle Menschen gleich, haben sieselben Sorgen, Nöte, Sehnsüchte und Wünsche. Die Spannung in dem Roman kommt von ganz alleine, denn das Leben des Marco Polo gleicht einem einzigen Abenteuer, dazu die Intrigen am Hof des Kahns und man mag das Buch kaum noch aus der Hand legen. Zwischendrin gibt es immer wieder Sprünge in die Gegenwart, in die Gefängniszelle, aber durch Zeit und Ortsangaben vor den Kapiteln ist man als Leser stets gut informiert. Zu keiner Zeit hat man das Gefühl vom Autor gelangweilt zu werden oder ihm in seiner Geschichte nicht folgen können. Zudem sind die historischen Fakten mit der fiktiven Geschichte wunderverwoben, sodass man sagen kann: „Ja, so könnte es gewesen sein.“

Der Schreibstil des Autors ist sehr gut und angenehm zu lesen. Dialoge und erzählende Passagen wechseln sich ab, sodass ein guter Lesefluss gegeben ist. Das Vokabular ist ebenfalls so gewählt, dass man dem Autor folgen kann.

Zielgruppe dieses Romans sind ganz klar Leserinnen und Leser von historischen Romanen oder Leser, die gerne Reiseberichte lesen. Denn wie bereits gesagt, lernt man auch eine ganz Menge über die Menschen und die bereisten Länder Marco Polos.

Ein wunderbarer biografischer Roman, der es verdient hat viele, viele Leserinnen und Leser zu bekommen und so möglichst vielen Menschen die Schönheiten und Abenteuer dieser Welt nahe zu bringen. Von mir gibt es für diesen Roman eine ganz klare Lese- und Kaufempfehlung.

Ich bedanke mich sehr bei Patricia Kessler und der Verlagsgruppe Droemer-Knaur für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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111 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

kuba, juden, judenverfolgung, flucht, zweiter weltkrieg

Das Erbe der Rosenthals

Armando Lucas Correa , Ute Leibmann
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2017
ISBN 9783785726020
Genre: Romane

Rezension:

Armado Luca Correa hat einen Roman geschrieben, der wenn man ihn beendet hat, einen immer noch nicht loslässt. Ein beeindruckendes Zeugnis gegen das Vergessen, mit einer Geschichte die zutiefst berührt.

Das Cover ist für mein Empfinden sehr stimmungsvoll und beschreibt wundervoll zwei Dinge: Die Ungewissheit des kleinen Mädchens, welches auf dem Schiff mit ihrem Koffer steht und in die Ferne schaut und nicht weiß, was auf es zukommt. Zweitens die Einsamkeit bzw. die Verlassenheit des Kindes, welches in seinem Alter nicht alleine auf Reisen gehen sollte. Zwar ist Hanna, eine der Protagonistinnen in dem Roman, nicht wirklich alleine auf diese Reise gegangen, innerlich war sie aber schon alleine, weil ihre Eltern sich mehr mit ihrem eigenem Schicksal beschäftigt haben, als für ihr Kind da zu sein.

Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt (1939 und 2014), die beiden Hauptfiguren Hannah (1939) und Anna (2014) sind sich sehr ähnlich. Sie beide haben ein schweres Schicksal zu tragen.

Hannah wächst in Berlin zur Zeit des Nationalsozialismus als jüdisches Kind auf. Ihre Eltern haben eine gute Stellung in der Gesellschaft.  Ihr Vater ist Professor und ihre Mutter die Tochter eines vermögenden Juden.  Die sich zu Beginn des Jahrhunderts noch in den gehoben Kreisen bewegen.

 Anna die in New York aufwächst, lernt ihren Vater nie kennen, da er bei dem Anschlag am 11. September auf die Zwillingstürme, ums Leben gekommen ist. Hannah zog Annas Vater auf. Als sie von Anna erfährt, ist die Tochter ihres Zöglings für sie der Hoffnungsschimmer der Familie. Für Hannah wiederum ist Anna das Tor mehr über ihren unbekannten Vater zu erfahren. So verweben sich diese beiden Geschichten immer mehr, bis sie zu einer werden, die tief bewegt.

Es geht um Familienschicksale, um Verlust, um Trauer und um Freundschaft. Ein besonders Portrait zweier beeindruckender Frauen, die ihr Schicksal annehmen. Der Roman wird in der Ich-Erzähler-Form erzählt, wir schlüpfen als Leser in die Rolle der Hannah und der Anna und erleben die Welt mit ihren Augen. Ein großartiges Geschenk, welches uns der Autor macht. Mit den Augen eines Kindes erleben wir das Schicksal dieser Welt. Ein umfangreiches Nachwort, Bibliographie, ein Personenverzeichnis, Bilder/ Fotos und ihre Beschreibung runden den Roman ab und heben noch einmal die historischen Fakten hervor.

Der Roman ist für Männer und Frauen lesbar, wobei natürlich die Damen mit den beiden Protagonistinnen nähere Identifikationsfiguren haben. Ich kann diesen Roman uneingeschränkt empfehlen, da er ein eindrucksvolles Zeugnis seiner Zeit ist mit einem teils unbekannten Schicksal.

Ich bedanke mich bei der Verlagsgruppe Lübbe und NetGalley Deutschland für die Bereitstellung des Lese- und Rezensionsexemplars und wünsche diesem Buch noch viele, viele Leser. Denn das Schicksal von Hannah und Anna darf nicht in Vergessenheit geraten.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Schatzmeister des Königs

Jean-Christophe Rufin , Nathalie Lemmens
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 02.10.2017
ISBN 9783570103159
Genre: Historische Romane

Rezension:

Leider war dieser Roman eine Enttäuschung für mich. Ich begann diesen Roman bereits im Januar diesen Jahres, doch der Funke wollte einfach nicht überspringen. Als ich ihn nun während meines Urlaubs erneut zu Hand nahm, dachte ich mit ein wenig mehr Ruhe und Geduld würde er mich doch überzeugen. Doch leider war dem nicht so, auch nach über 100 Seiten bleibt der Roman mir nicht in guter Erinnerung, sodass ich ihn nun endgültig zur Seite gelegt habe.

Das Cover ist gut, besonders der Kupferstich gefällt mir gut und das Thema der Romans, welches auch laut Klappentext bekannt ist, wird gut hervorgehoben. Für meinen Geschmack verrät der Klappentext ein klein wenig zu viel, was aber meiner Meinung nach nicht das Hauptproblem des Romans ist. Zum einen konnte mich die Hauptfigur des Jacques Coeur nicht überzeugen. Obwohl der Roman aus seiner Perspektive in der Ich-Erzähler-Form erzählt wird, konnte ich zu dieser Figur keine Verbindung aufbauen. Die Nebenfiguren geben ein sehr subtiles Bild ab, welches durch die Brille Coeur gefärbt ist, sie bleiben blass und man fragt sich, welche Beziehung dieser Mann zu seiner Frau und seinen Kinder gehabt haben mochte, wenn er sich so wenig mit Ihnen als Personen beschäftigt. Zum anderen haben mich die vielen Andeutungen gestört, da der Roman rückblickend erzählt wird, macht der Ich-Erzähler Coeur immer wieder Andeutungen, die wir als Leser nicht verstehen. Hier klafft ganz klar eine Lücke zwischen dem Stand des Erzählers und dem des Lesers.

Der Roman mag atmosphärisch sehr dicht sein, denn Rufin beschreibt mit einer ungeheuren Sprachgewalt. Leider konnte mich aber auch dieser Sprachstil nicht überzeugen, da mir hier komplett die Spannung fehlt. Jacques Coeur mag eine sehr beeindruckende Persönlichkeit sein, aber meiner Meinung nach hätte Spannung diesem Roman sicherlich gut getan. Es ist immer ein Wagnis einen historischen Roman aus der Ich-Erzähler-Perspektive zu schreiben, wie viel davon der Übersetzung aus dem Französischen geschuldet ist, mag ich nicht zu benennen. Für mich war dieser Roman leider eine Enttäuschung.

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106 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

familiengeschichte, liebe, adel, das,gutshaus,familiensag, band 1

Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten

Anne Jacobs
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 13.11.2017
ISBN 9783734103278
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mit ihrer Saga um „Die Tuchvilla“ konnte Anne Jacobs mich begeistern, ich war zunächst skeptisch, ob ihr dies mit einer ähnlichen Saga ebenfalls gelingen könnte. Doch sie hat mich eines besseren belehrt, „Das Gutshaus“ ist kein billiger „Abklatsch“ der Tuchvilla, auch wenn das Cover dies zunächst vermuten lässt. Gerade bei der Gestaltung des Buches hätte ich mir vom Verlag mehr Mut erwartet, leider hat man diese Chance vertan.

Der Klappentext kratzt nur an der Oberfläche, denn in diesem Roman geht es um viel mehr, er stellt die eigentliche Problematik des Romans nicht dar. Auch dies muss man ganz klar dem Verlag ankreiden. Denn die Autoren haben bekanntlich wenig Einfluss auf die Gestaltung des Buches und den Klappentext.

Die Autorin hingegen hat einen ganz anderen Roman geschrieben als bei ihrer ersten Saga. Nicht das nur das Setting ein anderes ist, nein sie wählt auch einen anderen Erzählstil und einen komplett anderen Aufbau ihres Romans. Dieser Mut wird belohnt und so schaffte sie es mich mit diesem Roman zu fesseln und zu überzeugen.

Bisher habe ich wenige Romane über die DDR gelesen, auch über die Zwangsenteignungen im Osten wusste ich nicht viel. Viele Träume und Hoffnungen sind in dieser Zeit wohl zerplatzt. Der Roman wird nicht stringent erzählt. Er besteht aus vielen Puzzleteilen, die sich erst zum Ende hin zusammensetzen. Die Autorin erzählt die Geschichte nicht nur aus drei verschiedenen Perspektiven, sondern auch auf verschiedenen Zeitebenen, hinzukommen Tagebucheinträge einer vierten Person. Wer glaubt, dass dies im Chaos endet, der irrt, durch verschiedene Schrifttypen und vorangestellte Jahreszahlen hat man als Leser sehr schnell eine Orientierung.

Eine Vielzahl von Personen agieren in diesem Roman, was natürlich auch den zwei Zeitebenen geschuldet ist. Aber auch hier schafft die Autorin es, den einen oder anderen Knoten im Gehirn ihrer Leser schnell zu entwirren, sodass der Lese-Spaß definitiv im Vordergrund steht. Zu einigen Figuren baut man sehr schnell eine Beziehung auf, bei anderen dauert es leider etwas länger, aber ich denke dies ist auch so gewollt, denn sonst wäre dieser Roman zu überfrachtet gewesen. Meine Lieblingsfigur war Mine, es war toll diese Geschichte aus ihrer Sicht erleben zu dürfen.

Anne Jacobs hat einen klassischen Frauenroman geschrieben, Männer werden eher weniger Freude daran haben, was zum einen daran liegen mag, dass die Geschichte nur aus Frauensicht erzählt wird, zum anderen das die Frauen zweifelsfrei die Protagonistinnen dieses Romans sind. Eine Familiensaga mit Tragweite wie man sie sich sie als Leser wünscht, von mir gibt es dafür eine klare Lese- und Kaufempfehlung.

Ich bedanke mich beim Bloggerportal und der Verlagsgruppe Random House für die Bereitstellung des Lese- und Rezensionsexemplars und natürlich bei Anne Jacobs für die wunderbaren und spannenden Lesestunden.

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53 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

mittelalter, venedig, glasbläser, historischer roman, glas

Das Geheimnis des Glasbläsers

Ralf H. Dorweiler
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.01.2018
ISBN 9783404176274
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Cover gefällt mir gut, es ist zwar recht klassisch für einen historischen Roman, dennoch passt es ausgezeichnet zu der Geschichte. Der Klappentext gibt eine gute Zusammenfassung, auch wenn er nur an der Oberfläche dieses Romans kratzt, so verrät er aber nicht zu viel und nimmt dem Leser somit nicht die Spannung. Vor Simon und seinen Begleitern liegt eine spannende, um nicht zu sagen abenteuerlicheund gefährliche Reise. Wir lernen wunderbare Schauplätze kennen, die uns als Leser in den Bann ziehen und uns gefangen nehmen.

Sehr gut an diesem Roman hat mir die Zeichnung der Figuren gefallen, nicht nur die Protagonisten sind nahezu perfekt ausgearbeitet, sondern auch sämtliche Nebenfiguren. Ein großes Kompliment an den Autor, so etwas hat man selten. Egal ob die Menschen uns bei der Alpenüberquerung begegnen, oder in Venedig oder Konstantinopel, sie sind so beschrieben, dass wir als Leser das Gefühl haben ihnen gegenüber zu stehen. Neben Ulf (Tumber) war Serena meine Lieblingsfigur. Sie zeichnet sich vor allen Dingen durch ihre Selbstständigkeit, aber auch durch ihre Menschlichkeit und Herzlichkeit aus. In diesem Roman geht es um das Geheimnis der Glasherstellung, aber auch um Liebe und Freundschaft, um Intrigen und Macht und nicht zuletzt um die Eroberung Konstantinopels. Der Roman wird chronologisch erzählt, Orts- und Zeitangaben erleichtern die Einordnung des Geschehens. Der Roman war für mich zu jeder Zeit logisch nachvollziehbar und verständlich, seine tiefere Botschaft ist bei mir angekommen und das Ende hat mich ein paar Tränen gekostet.

Der Schreibstil des Autors ist recht ungewöhnlich. Schnelle kurze und intensive Szenenwechsel haben mir ein intensives Erzählerlebnis garantiert. Ich weiß aber, dass einige mit diesem Stil innerhalb der Leserunde bei den Büchereulen nicht so gut klargekommen sind, deshalb kann ich nur empfehlen einen Blick in die Leseprobe oder in das Buch vor Ort zu werfen.

Ein Personenverzeichnis rundet den positiven Eindruck des Romans für mich ab. Eine Karte, wo man Simons und Ulfs Reise nachvollziehen kann, findet sich zumindest nicht im eBook, sie wäre das Sahnehäubchen gewesen. Ich kann diesen Roman nur allen Lesern und Leserinnen von historischen Romanen empfehlen, hier findet jeder etwas was ihn begeistert. Eine klare Leseempfehlung. Ob jung oder alt, an dieser spannenden Geschichte hat jeder Spaß. Ich bedanke mich bei NetGalley Deutschland für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, bei Ralf H. Dorweiler und allen Büchereulen, die diese Leserunde wieder einmal bereichert haben.

Ein meiner Meinung nach wunderbar spannender historischer Roman, mein Lesehighlight im Monat Februar.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

abenteuer, afrika, cramer, liebe, marokko

Die Wolkenfrauen

Doris Cramer
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 11.12.2017
ISBN 9783764506209
Genre: Romane

Rezension:

Die Bücher von Doris Cramer entführen in eine andere, in eine unbekannte Welt. Eine Reise voller Abenteuer, Sehnsüchte, Gefahren und Glück. Mit „Die Wolkenfrauen“ legt die Autorin ein beeindruckendes Zeugnis einer vergessenen Kultur und eines vergessenen Volkes vor.

Das Cover ist wunderschön, stilvoll und elegant, das arabische Setting wird gut vermittelt. Besonders hervorheben möchte ich die Farbgestaltung, die sehr treffend ist, sowie die gesamte Gestaltung des Schutzumschlags.

Der Klappentext fasst den Roman gut zusammen und lässt die Spannung, die uns in diesem Roman begleiten wird, bereits erahnen. Doch geht es in diesem Roman um viel mehr, es wird spannend und spannender, das letzte Drittel des Romans kann es mit jedem Kriminalroman aufnehmen. Es geht um Ehre, um Familie, um Traditionen, um Freiheit und um den Westsahara-Konflikt. Somit ist dieser Roman viel mehr als ein Liebes- oder Frauenroman (sicherlich die weiblichen Protagonistinnen stehen im Mittelpunkt). Mit Doro konnte ich mich leider innerhalb dieses Romans nicht anfreunden, sie war mir zu naiv, zu gutgläubig, zu sehr von ihren Gefühlen geleitet. Ingrid sagte mir da schon eher zu, oder auch Betty, die im Laufe des Romans eine immer wichtigere und zentralere Rolle spielt. Wirklich beeindruckt hat mich die Person des „Amir“ ein Mann mit Charisma, mit Geheimnissen, mit Verantwortung und Sinn für das Wichtige im Leben. Wir bekommen durch die  bildhaften Beschreibungen der Autorin einen guten Einblick in die Landschaft und Lebensweise der Menschen in dieser Region, wir sitzen mit Ihnen am Tisch, lernen ihren Alltag kennen und bekommen ein Gespür für diese Kultur. Der Aufbau ist größtenteils chronologisch, es gibt aber auch Rückblenden z.B. durch die Erinnerungen bestimmter Personen. Der Roman ist in vier Teile gegliedert, wir nehmen unterschiedliche Perspektiven ein und können uns so besser in die jeweils handelnde Person hineinversetzen. Ein Glossar, eine Kate, ein historischer Abriss, sowie Quellen und Links runden das gute Gesamtpaket des Romans ab. Einziger Kritikpunkt von meiner Seite aus die die Darstellung des politischen Hintergrundes, hier konnte ich der Autorin nicht immer folgen und war mir zu Beginn des Romans auch nicht im Klaren darüber, wer auf welcher Seite steht.

Man muss Doris Cramer und dem Verlag ein Kompliment machen, dass sie sich an dieses Thema gewagt haben, denn hier findet man keine seichte Familiensaga, sondern ein Roman der unter die Haut geht, der nachdenklich macht und der von seinen Lesern verlangt, über die eine oder andere Passage nachzudenken. Unbedingt lesen!

Ich bedanke mich sehr bei Doris Cramer für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und freue mich schon auf das nächste Buch!

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

shanghai, flucht, flüchtlinge, judenverfolgung, andrea maria schenkel

Als die Liebe endlich war

Andrea Maria Schenkel
Flexibler Einband
Erschienen bei Diana, 13.06.2017
ISBN 9783453359536
Genre: Romane

Rezension:

„Die Literatur und die Musik sind es, die uns tragen und uns helfen in dunklen Tagen.“ Ein wunderschönes Zitat mit dem Andrea Maria Schenkel vielen Lesern und Musikfans wohl aus dem Herzen spricht.

Mich hat die Autorin mit diesem Roman überzeugt und gleichzeitig beeindruckt, bisher kannte ich sie nur von ihren Krimis, aber sie kann definitiv auch Romane. Sie hat einen Roman geschrieben über Liebe und große Gefühle, aber auch über Verfolgung und Vergangenheit. Das Cover finde ich nicht sonderlich gut vom Verlag gewählt, es mutet meiner Meinung nach etwas kitschig an, dabei ist dieser Roman alles andere als kitschig. Es geht zwar um große Gefühle und eine dramatische Liebe, aber die Autorin schafft es mit ihrer Sprache, dass man zwar gefangen ist von der Geschichte zwischen Carl und seiner Frau, aber kitschig ist sie nur wirklich nicht.

Beeindruckt bei diesem Roman haben mich zum einen die Figuren, Carl und Emmi, aber vor allen Dingen und an erster Stelle die Konstruktion der Geschichte. Die Figuren sind ausgereift, besonders Carl hat mir als Protagonist sehr gefallen. Er durchlebt eine erstaunliche Entwicklung die beeindruckend ist, er sagt sich letztlich sogar von seiner Familie los, indem er nicht nach Deutschland zurück kehrt. Emmi ist es mit der ich nicht direkt etwas anfangen konnte, sie geht oft den Weg des geringsten Widerstandes und trifft so die falschen Entscheidungen, vor allen Dingen ist sie nicht in der Lage ihren Kopf zum Denken zu benutzen, sondern tut lediglich das was man ihr sagt.

Erzählt wird der Roman in drei großen Teilen. Wir begleiten Carl von Regenburg nach Shanghai und erleben wie Emmi nach München zu ihrer Tante geschickt wird. Am Ende eines jeden Teils springt der Roman in die Gegenwart und wir Leser können bereits erste Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart herstellen, bevor dann im letzten Drittel alles auf das große Finale hinaus läuft. 

Dem geneigten Leser wird bereits bei der Hälfte des Buches klar, wie tief die Verstrickungen sind, dies tut aber der Spannung keinen Abbruch, denn man möchte zu gerne wissen, wie Carl reagiert, wenn er die Wahrheit über seine Frau erfährt.

Sehr angenehm fand ich auch die Erzählweise von Andrea Maria Schenkel, sie vermag sehr gut Atmosphäre zu schaffen und ihre Figuren lebendig wirken zu lassen. Auch die Dialoge und die Beschreibungen sind für diesen Roman in einer guten Mischung gestaltet.

Ich kann nicht sagen, warum dieses Buch so lange bei mir auf dem Stapel der ungelesenen Bücher gelegen hat, dort war es definitiv zu Unrecht. Ein Buch welches mehr Beachtung verdient hat. Ich hoffe sehr, dass Frau Schenkel uns noch einmal mit einem solch rührenden Buch beeindrucken mag.

Ich bedanke mich bei dem Bloggerportal und der Verlagsgruppe Random House für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 

 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

rückblick, waffensystem, serie, familienfrühstück, agenten

Man trifft sich stets zweimal (Teil 1) (Spionin wider Willen 11)

Mila Roth , Petra Schier
E-Buch Text: 150 Seiten
Erschienen bei null, 21.12.2017
ISBN B078KL4RQT
Genre: Sonstiges

Rezension:

Okay, ich gebe es zu. Ich habe diesen Roman an nur einem Abend ausgelesen, gut er hat nur knapp 200 Seiten, dennoch konnte ich diesen Fall von Janna und Markus nicht aus der Hand legen.

Das Cover reiht sich nahtlos in die Reihe ein, die Grafikerin hat mal wieder ganze Arbeit geleistet, Wiedererkennungswert und neue Elemente zu vereinen.

Zum Inhalt dieses Romans möchte ich gar nichts sagen, denn ich möchte nicht spoilern. Nur so viel sei gesagt, ich hatte immer Petras Worte auf der Buchmesse im Ohr „Ihr werdet mich hassen….“ Nein, dass hast Du nicht geschafft (dafür lieben wir dich und deine Bücher einfach viel zu sehr). Du hast uns Leser überrascht, uns in eine neue Ebene der Geheimdienstaktivitäten eingeführt und uns mit einem Ende zurückgelassen, dass mehr als gemein ist. Dennoch will ich es noch nicht so recht glauben, andere sind auch schon von den Toten auferstanden ;-) und außerdem wollten wir doch alle ein Happy End, oder?

Die Spannung in diesem Kurzkrimi ist eigentlich nicht zu überbieten, alles steuert auf den Höhepunkt zu, der alles ändern wird. Ganz großes Kino, eine absolut filmreife Szene. Ich kann übrigens auch nicht glauben, dass Janna sich so von Walter Bernstein abspeisen läßt. Sie ist einfach sehr mutig und neugierig, alles andere würde auch nicht zu ihr passen. Vielen Dank, dass meine Heimatstadt (Düren) Schauplatz einer kleinen Episode sein durfte.

Dieser Roman ist natürlich absolutes Pflichtprogramm für alle Fans der Serie. Allen anderen kann ich nur raten, fangt bitte bei Teil 1 an, gerade dieser Band nimmt oft Bezug auf vorhergehende Fälle von Janna und Markus. Okay, jetzt müssen wir nur noch der Dinge harren und bis März warten, bis der zweite Teil von Fall 11 erscheint, ganz schön gemein, aber Vorfreude ist je bekanntlich die schönste Freude.

Ich bedanke mich sehr für diese wundervoll spannenden Lesestunde und die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Also liebe Petra schreibe bitte etwas schneller und denk an das Happy End ;-)

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68 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

alkohol, große liebe, erste liebe, einsamkeit, linda winterberg

Unsere Tage am Ende des Sees

Linda Winterberg
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 06.11.2017
ISBN 9783746633541
Genre: Liebesromane

Rezension:

Diesmal hat Linda Winterberg keinen historischen, sondern vielmehr einen zeitgeschichtlichen Roman geschrieben, der mich tief bewegt hat, sodass ich in der Bahn, das eine oder andere Mal mit den Tränen kämpfen musste und das Buch zur Seite legte, weil ich nicht in aller Öffentlichkeit in Tränen ausbrechen wollte. Ein Roman, der unter die Haut geht und einen bestimmt nicht unberührt lässt.

Das Cover passt sehr gut zu den anderen Büchern von Linda Winterberg, der Wiedererkennungseffekt ist hier besonders hoch. Der Verlag sollte diese Gestaltung unbedingt beibehalten. Der Klappentext ist gutgeschrieben, er geht nicht auf die Gründe ein, die Hanna dazu veranlasste, die Heimat zu verlassen. Hannas Geschichte ist eine ganz besondere Geschichte, die Geschichte einer jungen Frau, die bereits als Teenager mehr als schwere Zeiten hinter sich hat, und beinahe alles verliert und neu anfangen muss. Doch es kommt der Tag, da holt sie die Vergangenheit ein und sie muss sich ihr stellen, um den Weg in die Zukunft beschreiten zu können.

Es geht um die Familie und ihre Probleme, um Vergebung und die Verarbeitung des Geschehenen, um einen Neuanfang zu wagen. Die Autorin erzählt diese Geschichte abwechselnd auf zwei Zeitebenen. Einmal die 90er Jahre, dort wo Hanna und Alex sich kennen lernten und das Schicksal zum ersten Mal schmerzhaft zuschlug. Die zweite Erzählebene (2016) erzählt von Hannas Heimkehr in die Nähe von München und der Konfrontation mit ihrer Vergangenheit und die Wiederbegegnung mit ihrer Mutter.

Hanna hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen, ich konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren. Ihre Gedankenwelt war für mich stets nachvollziehbar und ich habe sie bewundert und konnte mich das eine oder andere Mal in ihr wiederfinden. Ihre Mutter, Gabi, hingegen war mir leider immer etwas fremd und ich konnte keinen direkten Bezug zu ihr aufbauen. Ab der Mitte des Buches hatte ich nur noch Mitleid mit ihr und konnte ihr handeln und vor allen Dingen ihre leeren Versprechungen überhaupt nicht mehr nachvollziehen.

Gut gefallen hat mir auch die Geschichte mit Alex, seine Briefe waren wunderbar. Was für ein Gefühl muss es sein, einen solchen Stapel Briefe zu finden. Gerade in unserer schnelllebigen digitalen Zeit, sind solche Liebesbriefe Schätze, die zutiefst bewegen. Ich denke nach diesem Roman, werden sich viele Frauen wünschen, dass ihr Mann ihnen auch mal so einen Brief schreibt, wie Alex ihn an Hanna geschrieben hat.

Ein klein wenig habe ich leider auch etwas zu kritisieren. In diesem Roman ist mir sehr aufgefallen, dass die Autorin und die Lektorin bei der Überarbeitung leider nicht so genau aufgepasst haben und die Autorin immer wieder dieselbe Wortwahl bei der Beschreibung wiederholender Handlungen verwendet.

Ich kann diesen traurigen und sehr bewegenden, aber gleichzeitig auch absolut romantischen Roman nur jedem empfehlen, der gerne Bücher liest und sich von einer Geschichte gefangen nehmen möchte.

Ein Buch sicherlich in erster Linie für Frauen geschrieben, dennoch ein Buch das auch Männer lesen sollten, um ganz beeindruckende Persönlichkeiten kennen zu lernen.

Botschaft dieses Romans ist zweifelslos das Motto: „Die Liebe überwindet alles!“.

Ich bedanke mich bei Linda Winterberg für diese absolut bewegende Geschichte und NetGalley Deutschland für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 

 

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168 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

england, thomas cromwell, historisch, cromwell, hilary mantel

Wölfe

Hilary Mantel , Christiane Trabant
Flexibler Einband: 768 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 09.08.2016
ISBN 9783832161934
Genre: Historische Romane

Rezension:  
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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

tempel

Über dem Meer die Freiheit

Katrin Tempel
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2017
ISBN 9783492060882
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Cover kommt relativ schlicht daher und ist farblich gut gestaltet, auf der einen Seite ist es ein Hingucker, auf der anderen Seite trotzdem zurückhaltend und nicht aufdringlich. Der Klappentext verrät auf der einen Seite schon relativ viel, aber Gott sei Dank nicht zu viel. Der Leser weiß somit was ihn grob erwartet, dennoch hält der Roman noch viele Überraschungen bereit, sodass es nicht langweilig wird.

Ein paar Bedenken bei diesem Roman hatte ich, ich wollte keine kitschige Auswandersaga lesen, sondern einen spannenden und realistischen Roman über den Weg nach Amerika. Zum Teil ist dies eingetreten, teilweise aber auch nicht. Weniger gut gefallen hat mir die Zeichnung der Protagonistin, Charlotte war und ist mir zu heldenhaft, sicherlich mag sie eine Powerfrau sein, dennoch glaube ich nicht, dass der Weg von der Pfalz bis nach Bremerhaven und dann nach Hamburg so verläuft, wie er in dem Roman geschildert wird. Hier wurden meiner Meinung nach einfach zu viele Klischees bedient. Gut gefallen hingegen hat mir, dass die Autorin weitestgehend auf Kitsch und übermäßigem Herz-Schmerz verzichtet hat. Sicherlich verdrücken wir auch bei diesem Roman ein paar Tränen, aber kein Roman der die Tränendrüse in einem fort strapaziert. Die Person, die mir am besten gefallen hat und meiner Meinung nach am überzeugendsten war, ist Louise. Louise wird zu einer guten Freundin für Charlotte, sie ist diejenige, die sich nicht blenden lässt und die eine fantastische Auffassungsgabe und Menschenkenntnis hat.

Der Roman zieht seine Spannung aus dem Vorhaben in Amerika ein neues Leben zu beginnen. Chronologisch, mit einigen Zeitsprüngen, erzählt die Autorin von einer langen und strapaziösen Reise. Man muss sich beim Lesen die Daten der einzelnen Kapitel schon gut einprägen, damit man abschätzen kann, wieviel Zeit in der Zwischenzeit vergangen ist. Vieles in diesem Roman, vor allem die Begebenheiten in Amerika, werden logisch erzählt und vermitteln dem Leser viel Wissenswertes über die Auswanderer, weniger logisch ist leider Charlottes Verhalten bis sie in Amerika eintrifft. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, um nicht zu viel Spannung zu nehmen.

Der Schreibstil der Autorin ist gut und flüssig zu lesen, besonders die vielen guten Dialoge bereichern den Roman, hier sind vor allen Dingen die Dialoge zwischen Louise und Charlotte zu nennen. Ein weiteres wichtiges Thema des Romans ist der aufkommende Druck von Zeitungen (Charlottes Vater ist Drucker), hier schafft es die Autorin Sachverhalte verständlich zu erklären, ohne zu viel Fachvokabular zu verwenden.

Ich habe das eBook gelesen, hier gab es leider keine Karte, die den Weg der Auswanderer darstellt. Diese wäre an einigen Punkten sehr nützlich gewesen, da ich nicht weiß, ob dies bei der Print-Ausgabe auch der Fall ist, möchte ich dies nur anmerken, aber dieser Punkt fliest nicht in die Bewertung des gesamten Romans mit ein. Dieser Roman richtet sich in erster Linie ganz klar an die weibliche Leserschaft, die Männer in diesem Roman bekommen zum einen keine große Rolle, sodass Figuren zur Identifikation fehlen, zum anderen kommen einige Herren in diesem Roman nicht sonderlich gut weg.

Wir begleiten Charlotte und Louise auf einer beeindruckenden Reise nach Amerika, die viel Wissenswertes vermittelt und vor allen Dingen bei Louise mit Sympathie punktet. Ein mehr als solider Roman für den ich gerne eine Kauf- und Leseempfehlung ausspreche, allerdings führen die Kritikpunkt zum Punkt- bzw. Sterneabzug.

Ich bedanke mich bei NetGalley Deutschland #NetGalleyDE für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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154 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 79 Rezensionen

hamburg, liebe, kaffee, 2. weltkrieg, familiengeheimnis

Die Oleanderfrauen

Teresa Simon
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2018
ISBN 9783453421158
Genre: Romane

Rezension:

Über das Buch:

Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an Freund und Vertrauter. Irgendwann verändern sich ihre Gefühle füreinander, und plötzlich wird ihnen klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, und ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern, von dem sie bisher nichts wussten, scheint ihre Liebe unmöglich zu machen. (Quelle: www.randomhouse.de)

 

Über die Autorin:

Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, und lässt sich immer wieder von stimmungsvollen historischen Schauplätzen inspirieren. (Quelle: www.randomhouse.de)

 

Meine Meinung:

„Die Oleanderfrauen“ waren für mich mal wieder ein Buch zur rechten Zeit, ein Buch das mich bereits nach wenigen Sätzen gefangen nahm und es schaffte, den Alltag aus meinen Gedanken zu verbannen.

Teresa Simon hat wieder ein Buch geschrieben, welches man nicht aus der Hand legen möchte, zum einem ist das Cover wieder wunderschön gestaltet, zum anderen ist auch die Story mitreißend und romantisch.

Das Cover passt sich wunderbar seinen Vorgängern an, ebenso der Titel. Bereits der Klappentext verspricht viel Spannung und ein großes Familiengeheimnis. Die Autorin erzählt uns eine Geschichte die auf zwei Zeitebenen spielt und die wunderbar ineinander verwoben sind. Sicherlich mag bereits nach wenigen Kapiteln klar sein, welche Personen am Ende des Romans ein Paar werden, dennoch merkt man beim Lesen, dass dieses Buch ein Herzensbuch ist. Es ist nicht nur von der Autorin mit ganzem Herzen geschrieben worden, sondern es geht auch den Menschen, die es lesen, zu herzen. Man fühlt, liebt und hasst mit den Protagonisten. Man taucht als Leser ein in die Welt von Sophie und Hannes, aber auch in die Gegenwart mit Jule, Nils und Johanna. Es gibt Personen, die man sofort ins Herz schließt und es gibt solche, die man vom ersten Augenblick an nicht mag. Die Autorin schafft es leider nicht auf eine Schwarz-Weiß – Färbung zu verzichten. Keine Figur überrascht uns als Leser wirklich, nachdem wir einmal ein Bild von ihr im Kopf haben. Aber die Figuren entwickeln sich weiter, vor allen Dingen Sophie muss einen Weg gehen, den nicht viele Menschen bereit wären zu gehen ohne sich selbst aufzugeben.

Historisch gesehen ist der Roman in der Zeit des Nationalsozialismus angesiedelt. Es geht aber auch um Kaffee, Torten (im Anhang des Romans befinden sich viele gute Rezepte) und die großen Themen des Lebens: Liebe, Hass, Familie, Vertrauen, Intrigen und Freundschaft.

Durch Briefe, Tagebucheinträge und viele Perspektivwechsel schafft es die Autorin einen ungeheuren Erzählsog zu erzeugen, dem man sich als Leser nicht entziehen kann. Zwar mag der eine oder andere Leser bemängeln, dass der Roman etwas zu konstruiert sei, dies mag sein, wenn man es sehr kritisch betrachtet, da dies aber dem Erzählfluss und der Spannung keinen Abbruch tut, kann ich dies der Autorin verzeihen.

Sehr gut ist es Teresa Simon gelungen das Familiengeheimnis zu wahren und am Ende gut aufzulösen, beim Leser bleiben keine Fragen zurück. Ein historisches Nachwort erklärt noch einmal elementare Dinge und Ereignisse des Romans auf anschauliche Weise.

Ein Roman der für die Fans des Genres „Familiensaga“ definitiv Pflichtprogramm ist, sicherlich sind hier die weiblichen Leser in der großen Überzahl, was aber nicht heißt, dass nicht auch Männer in Hannes, Malte oder Nils eine Identifikationsfigur finden können.

Ein wunderbarer Roman der mir sehr viel Freude und Spaß bereitet hat, sodass ich ihn sehr gerne weiter empfehle. Ich danke Terese Simon für die emotionalen Lesestunden und Corinna Schindler vom Freelance Team für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

diskriminierung, historischer roman, zigeuner, nicole steyer, sinti

Der Gaukler und die Tänzerin

Nicole Steyer
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.06.2017
ISBN 9783426520000
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nicole Steyer hat mich bisher als Linda Winterberg (die Autorin schreibt unter diesem Pseudonym Familiensagas) begeistert, sodass ich nun unbedingt einen historischen Roman von ihr lesen wollte. Das Cover ist leider überhaupt nicht mein Geschmack, aber davon habe ich mich nicht abschrecken lassen, da mich der Klappentext sehr neugierig machte.

Der Roman spielt im 18. Jhd. in Hessen, im Fokus stehen die Tänzerin Suni und der Gaukler Mathis. Beide haben eine bewegte Vergangenheit, Suni ist eigentlich Magdalene, die Tochter des Landgrafen Ernst-Ludwig von Hessen-Darmstadt (1667-1739) und seiner Mätresse Charlotte von Forstner (gestorben 1727). Somit sind Magdalenes Eltern historische Persönlichkeiten, sie selbst aber eine erfundene Figur, belegt ist ein Sohn. Durch Magdalene schafft sich die Autorin somit die schriftstellerische Freiheit einen Roman um diese Personen zu spinnen. Auch weitere Personen, die im Roman auftauchen sind historisch verbürgt, so z.B. die Antoniter Chorherren, dies alles erklärt die Autorin ausführlich in einem Nachwort. Mathis ist auch eine erfundene Figur, dennoch war es üblich sich „Schokoladen-Jungen“ zu halten, die in Diensten von wohlhabenden Familien standen.

Der Roman wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wobei hauptsächlich Magdalene/Suni bzw. Mathis erzählen. Wenige Passagen werden von Lorenz (Chef der Gauklertruppe) oder Luise von Spiegel (Ehefrau des Landgrafen) erzählt. Die Autorin besticht in ihrem Roman mit sehr bildhaften Beschreibungen. Wer eher ein Fan von guten und vielen Dialogen ist, wird sich mit diesem Roman eher schwer tun.

Schwer getan habe ich mir aber vor allen Dingen mit der Odyssee, die Magdalene und Mathis zurücklegen müssen. Sie war mir schlichtweg zu lang und zu dramatisch. Jedes Mal wenn man meinte, jetzt ist es aber gut, schlug das Schicksal wieder zu, sodass ich diesen Vorfällen nur schwer Glauben schenken kann. Sicherlich waren die Straßen zur damaligen Zeit nicht so sicher wie heute und Räuberbanden haben ihr Unwesen getrieben, dennoch war es mir eine zu dichte Verkettung von unglücklichen Umständen.

Sehr gut herausgearbeitet ist hingegen die Botschaft des Romans: die Toleranz von Randgruppen in unserer Gesellschaft. Nur weil Menschen sich dazu entscheiden anders zu leben, als der Großteil unserer Gesellschaft, muss diese Lebensform nicht per se schlecht sein. Dieser Apell gelingt der Autorin eindrucksvoll. Ein Roman der leisen Töne, für eingefleischte Histo-Fans sicherlich gutes Futter, dennoch der große Wurf ist dieser Roman leider nicht. Der Spannungsbogen hat bei mir einfach nicht gezündet und ich wurde zum Schluss recht ungedulig. Ein trauriger Roman der zum Nachdenken anregt und sicherlich nicht einfach zu verarbeiten ist.

Einsteiger in Genre des historischen Romans empfehle ich diesen Roman weniger, da er schon eine gewisse Kenntnis der Sachverhalte  / Thematik voraussetzt.

Vielen Dank an Nicole Steyer für diese Botschaft, gerade auch in unseren Zeiten und an die Verlagsgruppe Droemer – Knaur für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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28 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

drqachenfels, historischer roman, jonas

Das Erbe der Hohensteins

Anna Jonas
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2017
ISBN 9783492309561
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Cover finde ich sehr schön, zum einen ist die Lokalität klar, zum anderen finde ich aber auch die Farbgebung sehr gelungen, da alles sehr natürlich wirkt. Zudem wird die Sehnsucht der jungen Frau regelrecht spürbar.

Der Klappentext fasst nur einen Teil des Geschehens zusammen, was dem Buch gut tut und  beim Leser im Laufe des Lesens immer mehr Spannung aufbaut. Denn dieser Roman erzählt zwar eine große Geschichte, dennoch besteht diese auch aus mehreren Kleinen. Es geht um das Grand Hotel, aber auch um die Liebe, um Intrigen, um Freundschaft und Familienbande.

Die Familie Hohenstein und das Hotel sind ein Spiegel der Gesellschaft in all ihren Facetten. Es wird von den großen Schicksalen erzählt, aber auch von den Tragödien der kleinen Leute. Im Laufe des Romans nimmt man immer mehr Anteil an den Begebenheiten rund um die einzelnen Protagonisten und Nebenfiguren. Durch eine Vielzahl von agierenden Figuren, schafft die Autorin es sehr gut die Sympathien zu verteilen. Der erste Teil der Trilogie hilft ungemein, um sich möglichst schnell innerhalb der Familie Hohenstein zurecht zu finden, grundsätzlich ist das Buch aber auch alleine lesbar. Dennoch sollte man wissen, dass die Familienkonstellation nicht ganz einfach ist und vielleicht ein kleiner Stammbaum mit Angaben von Geburtsjahren hilfreich wäre.

Was mir in diesem Roman sehr gut gefallen hat, ist die Entwicklung der Figuren, hier möchte ich besonders Ludwig und Emma erwähnen, die mir sehr gut in ihrem Handeln und in ihrer persönlichen Entwicklung gefallen haben. Aber auch andere Figuren zeigen, dass die Jahre sie verändert haben und dies sicherlich nicht nur zum Nachteil. Zudem verzichtet die Autorin auf eine reine Schwarz-Weiß-Zeichnung der Charaktere, sondern schafft es sehr gut Nuancen in den Persönlichkeiten (z.B. bei Hans) herauszuarbeiten.

Der Roman wird chronologisch in drei Teilen erzählt, abwechselnd nimmt der Leser verschiedene Perspektiven ein, um immer ganz nah am Geschehen dran zu sein. Ob im Gesellschaftsraum der Küche, im privaten Salon der Familie oder im Restaurant, wir bekommen in alle Bereiche des Hauses einen guten Einblick.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut zu lesen, er zeichnet sich durch besonders viele Dialoge und wenige Beschreibungen aus, was zu einem meiner Meinung nach hohen Lesetempo beiträgt. Hier und da hätte ich mir allerdings gerne ausführlichere Beschreibungen gewünscht z.B. wie Emmas neu gestalteter Raum im Detail aussieht.

Eine Karte und ein Personenverzeichnis runden den Roman ab, ein Nachwort wäre eventuell sehr schön gewesen um zu wissen, ob dem Hotel vielleicht ein historisches Vorbild dient.

Ein sehr schöner Familienroman mit kleinen Schwächen, den ich sehr gerne weiterempfehle. Der dritte Teil der Trilogie erscheint im September 2018 („Wiedersehen am Drachenfels“) und ist bei mir schon vorgemerkt. Für die Fans von Familiensagas definitiv eine Empfehlung, wenn nicht sogar ein Muss bei geneigten Viellesern. Sicherlich sind auch bei diesem Roman die weiblichen Leser die klare Zielgruppe, aber vielleicht gibt es ja auch den einen oder anderen Herrn, der gerne einen Blick hinter die Kulissen eines Grand Hotels werfen möchte.

Ich bedanke mich bei Anna Jonas für die schönen und unterhaltsamen Lesestunden und dem Piper Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Ich hoffe sehr, dass diese Autorin uns weiterhin Freude bereitet und wir noch sehr viel von ihr Lesen dürfen.

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27 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Mission Mistelzweig

Kathryn Taylor
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783404175994
Genre: Romane

Rezension:

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber das Cover ist irgendwie nicht meins. Ich bin einfach nicht der Fan von Glitzer und Glänzend, zumindest nicht bei Buchcovern, obwohl es in diesem Fall zum Thema schon passt. Der Klappentext ist kurz und knapp gehalten und verrät zum Glück nicht zu viel, sodass trotz des geringen Umfangs des Buches (204 Seiten) es im Laufe des Romans nicht langweilig wird.

Ein deutscher Weihnachtsmarkt in England ist sicherlich ein ungewöhnliches Thema, auf das man erst einmal kommen muss und dann noch die Aktion, den sexiest Weihnachtsmann zu versteigern, ist schon so skurril, dass es einem gefallen muss.

Der Roman zieht seine Spannung aus der Liebesgeschichte, die sich zwischen Lilly und Tom anbahnt, aber auch aus dem Geheimnis welches Tom um seine Person und Herkunft macht.

Der Roman wird chronologisch erzählt, wobei die Blickwinkel der Personen wechseln, Hauptfigur ist aber unbestritten Lilly und sie ist es auch, die wir als Leser die meiste Zeit begleiten.

Eine wundervolle romantische Weihnachtsgeschichte. Ein modernes Märchen, für alles Fans von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ oder „Sissi“, denn hier schlagen die Herzen höher und eine Happy-Ende-Garantie haben wir Leserinnen bei Kathryn Taylor ja eigentlich immer, so auch in diesem Fall.

Der Schreibstil ist wie immer wunderbar leicht und eingehend, witzige Dialoge sind das Salz in der Suppe dieses Romans. Teilweise hätte ich mir noch ein paar mehr Ausführungen und Beschreibungen gewünscht, um mir das Eine oder Andere auf dem Weihnachtsmarkt noch vorstellen zu können. Auch sind die Personen meiner Meinung nach etwas sehr stereotypisch gezeichnet, was ich aber im Fall des modernen Märchens verzeihe, da wir auch in den klassischen Märchens die Schwarz-Weiß-Zeichnung haben.

Ein wunderbares modernes Weihnachtsmärchen was ich allen Leserinnen ans Herz legen kann. Perfekt für einen gemütlichen Tag auf der Couch, mit einer guten Tasse Tee oder Kakao, sowie einer Kuscheldecke, um den ganzen Weihnachtsstress hinter sich zu lassen und der Realität wenigstens für ein paar Stunden zu entfliehen.

Ich bedanke mich bei Kathryn Taylor, die dieses Buch verlost hat und der Glücksfee, die mir hold war! Die nächste Story aus der Feder der Autorin hüpft ganz gewiss auch wieder auf meinen Wunschzettel.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Jasmin - Zeit der Träume

Annette Hennig
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 07.11.2017
ISBN 9781503946811
Genre: Romane

Rezension:

Natürlich war auch Teil 3 der Blütenträume-Saga Pflichtprogramm für mich. Die Frauen mit den Blumennamen beschäftigen mich schon eine ganze Weile und ich wollte nun wissen, wie Annette Hennig diese Saga zu Ende bringt.

Die Cover haben sich meiner Meinung nach sehr gebessert, seitdem die Autorin sich dazu entschlossen hat ihre Bücher nicht mehr in Eigenregie zu verlegen, sondern sie im Verlag „Tinte & Feder“ zu veröffentlichen. Das Cover dieses dritten Bandes ist farblich sehr gut gestaltet, vielleicht ein wenig kitschig, doch die Farbgebung gefällt mir sehr, es lädt zum Träumen ein, was sehr gut zum Titel passt. Auch der Klappentext ist gut gewählt, bezieht er sich doch nur auf den gegenwärtigen Strang und lässt die Ereignisse in der Vergangenheit weitestgehend unkommentiert.

Zur Story möchte ich nicht all zu viel sagen, denn zum einen braucht man in gewisser Weise das Vorwissen der ersten beiden Bände, um sich in den Dritten so richtig vertiefen zu können, zum anderen würde es auch sehr viel Spannung vorwegnehmen. Jasmins Geschichte ist zudem geprägt von der Geschichte ihrer Ahninnen, denn sie tritt in gewisser Weise ein Erbe an und spürt, zumindest unterschwellig, die Verfehlungen der Vergangenheit, auch wenn sie sie nicht genau benennen kann.

Die Personenkonstellation ist nicht ganz einfach, denn insgesamt betrachten wir vier, wenn man so will auch fünf Generationen, die jede ihre eigene Geschichte haben und Jasmin als Jüngste ist es nun, die das Knäuel aus Liebe, Leidenschaft, Intrigen, Verfehlungen, Unterlassungen, Hoffnungen und Sehnsüchten entwirren will und muss, um ihren Roman zu schreiben. Wir treffen auf Persönlichkeiten, die es uns in den ersten Bänden schon nicht einfach gemacht haben und es uns auch diesmal wieder eher schwermachen wie z.B. Flora. Als Leser treffen wir aber auch auf Protagonisten wie Jasmin oder Melanie, die wir sofort ins Herz schließen. In diesem Band treten die Männer etwas stärker in den Vordergrund, was mir gut gefallen hat, Clemens ist eine sehr interessante Figur, gerne hätte ich noch mehr über ihn erfahren (z.B. eine kurze Episode in seinem Büro oder wie er mit seinem Vater über das Verlegen von Jasmins Roman spricht), aber auch Oliver hat mir in seiner kurzen Episode sehr gut gefallen.

Für diejenigen, die die ersten beiden Bände nicht kennen, wird die Familienkonstellation recht schwer auf Anhieb nachvollziehbar sein, hier wäre ein Stammbaum hilfreich gewesen (zumindest gibt es ihn nicht in der eBook-Version). Die Spannung des Romans zieht die Autorin aus den Ereignissen in der Geschichte der Familie, mit ihren Ereignissen, Intrigen und Heimlichkeiten. Wie heißt es so schön sinngemäß im Roman, auch ein Verschweigen ist eine Art Lüge…

Annette Hennig schafft es sehr gut das Knäuel der Familie zu entwirren, ohne all zu große Fragezeichen bei ihren Lesern zu hinterlassen. Auch wenn am Ende nicht zu 100% alles geklärt wird, so schlägt man doch recht befriedigt das Buch zu.

Zielgruppe dieses Romans sind auch diesmal definitiv Frauen, die gerne Familiensagas über mehrere Generationen lesen und sich tief in die Empfindungen und Verstrickungen von Familie, Freud und Leid hineindenken wollen und können.

Von mir gibt es auch für den dritten Teil der Blütenträume-Saga eine klare Kauf- und Leseempfehlung! Ich freue mich schon auf das nächste Projekt von Annette Henning und bin gespannt mit was sie uns diesmal verzaubern wird.

Ich danke Annette Hennig für die wunderbaren Lesestunden und NetGalley Deutschland für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

krimi, weihnachten, weihnachtskrimi, emons verlag, makrönche

Makrönchen, Mord & Mandelduft

Elke Pistor
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 12.10.2017
ISBN 9783740802035
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Abschluss des Jahres müssen es wenigstens ein paar Weihnachtsromane sein. Dieses Jahr habe ich mich zum ersten Mal für einen Weihnachtskrimi entschieden. Meine Wahl fiel auf das Buch von Elke Pistor, deren Kriminalromane im Netz immer positiv besprochen werden, zudem fand ich den Titel sowohl lustig, als auch war ich gespannt was mich hier erwarten würde.

Das Cover finde ich für einen Weihnachtskrimi sehr passend. Die Farben des Romans lassen klar den Zusammenhang zwischen Weihnachten und diesem Buch erkennen, die Motive tun dann noch ihr Übriges.

Der Klappentext fasst den Inhalt des Romans sehr gut zusammen, ohne zu viel zu verraten und somit uns Lesern die Spannung zu nehmen. Annemie Engel ist so zusagen, die Miss Marpel in diesem Roman, denn sie ist ein absolutes Unikat mit ihren Küchenkitteln, ihren Bademänteln, ihren Schlagern, ihrem Kater Belmondo und ihrer sehr eigensinnigen Art.

Für mich waren die beiden Nebenfiguren Said Farin und Maike Assenmacher eine ganz wunderbare Bereicherung für diesen Roman. Sie stehen für die offenen und zupackenden Menschen in unserer Gesellschaft, die sich nicht von Herkunft, Religion oder Standesunterschieden einschüchtern lassen, sondern immer den Menschen sehen. Wer nach dem Kennenlernen von Annemie Engel Lust auf weitere einigermaßen skurrile Figuren hat, für den hat Elke Pistor noch Gerburg Manderscheidt-Ziesemanns im Gepäck, sie wird später zur besten Freundin von Annemie. Die beiden bei einem Kaffeekränzchen belauschen, das wäre bestimmt herrlich erheiternd.

Die Spannung dieses Roman wird nicht nur aus dem Kriminalfall gespeist, sondern vor allen Dingen durch die Person der Annemie und der Frage, ob sie es schafft nach Jahren der Einsamkeit und Abschottung sich wieder Menschen zu öffnen und zu vertrauen.

Der Kriminalfall wird logisch und konsequent weitergesponnen und auch aufgelöst, obwohl ich den Täter bereits früh in Verdacht hatte, mir das Motiv aber nicht erklären konnte.

Der Schreibstil der Autorin in diesem Roman ist herrlich, immer wieder entlockte die Autorin mir ein Lächeln oder Schmunzeln, sodass die Seiten ganz schnell gelesen waren. Am Ende des Romans findet sich eine wahre Rezept-Flut für alle, die Annemies verschiedene Plätzchen-Kreationen nachbacken wollen. Für mich ist dieses Buch ein absoluter Geheimtipp für alle Backfreunde!

Ein Kriminalroman der herrlich in diese Zeit passt und für den ich  gerne eine Kauf- und Leseempfehlung ausspreche, denn hier kommt garantiert Advents- bzw. Weihnachtsstimmung auf.

Ich bedanke mich beim Emons Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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112 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

jeffrey archer, historischer roman, familiensaga, nobelpreis, politik

Möge die Stunde kommen

Jeffrey Archer , Martin Ruf
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.09.2017
ISBN 9783453421677
Genre: Historische Romane

Rezension:

Natürlich war auch der nunmehr sechste Band der Clifton-Saga Pflichtlektüre für mich. Auch diesmal schafft es Jeffrey Archer wieder seine Leser zu fesseln, meiner Meinung nach war dieser Band wieder spannender als einige seiner Vorgänger. Was mir besonders gut gefallen hat, war der Fokus der diesmal wieder deutlich besser auf den Familien Clifton und Barrington gelegen hat.

Das Cover passt perfekt in die Reihe und macht durch die Abbildung des Brandenburger Tors deutlich, in welcher Zeit wir uns befinden. Die Hauptstadt ist geteilt und genau dort spielt eine der entscheidenden Szenen des Romans. Der Klappentext ist relativ nichtssagend gehalten, was in diesem Fall gut ist, um nicht zu viel Spannung vorweg zu nehmen. Die Handlung dieses sechsten Bands ist nur für Fans der Serie in vollem Umfang nachvollziehbar. Ohne ein gewisses Vorwissen ist es sehr wahrscheinlich nicht leicht dem Autor zu folgen.

Die Figuren haben sich weiterentwickelt, dies ist vor allen an Giles, Sebastian, Emma und Jessica auszumachen. Wobei Jessica definitiv meine Lieblingsfigur in diesem Band ist (warum wird natürlich nicht verraten). Aber auch Giles und Sebastian machen eine Entwicklung durch, die ihr Leben bestimmen wird, beide müssen mich Schicksalsschlägen klar kommen.

Genau aus diesen Schicksalsschlägen und aus dem Fokus auf die Familien speist der Roman meiner Meinung nach seine gute Spannung. Sicherlich ist es kein Krimi, dennoch lässt sich der Roman mit einem ungeheuren Sog lesen, man möchte das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen. Ich bin sehr gespannt wie Jeffrey Archer die Geschichte der Cliftons und Barringtons im siebten und letzten Band zu Ende bringt. Denn dort kann er sich wieder kaum einen Cliffhanger leisten ;-)

Der Schreibstil des Autors ist wie eh und je gut zu lesen. Besonders die Dialoge zwischen Sebastian und Jessica mochte ich sehr. Aber auch Harrys Redegewandtheit habe ich das eine oder andere Mal bewundert, auch wenn er diesmal nicht so sehr im Fokus des Geschehens steht.

Für mich vermittelt diese Serie ein gutes Gefühl, es ist nach nun fünf Bänden wirklich so, als würde man als Leser nach Hause kommen, so sehr sind einem die Figuren ans Herz gewachsen. Man fiebert mit ihnen und leidet mit ihnen, man nimmt einfach Anteil an ihrem Schicksal.

Eine klare Leseempfehlung für alle Fans der Serie. Wem vielleicht der Fokus bei den letzten Bände zu sehr auf dem geschäftlichen und kriminellen Teil der Familiengeschichte gelegt hat, punktet dieser Teil definitiv wieder dadurch, dass es in erster Linie wirklich um Familienangelegenheiten geht und nicht so sehr um die Firmen bzw. Unternehmen.

Ich freue mich schon auf das große Finale und kann es gar nicht erwarten, wie nun das Ende der Familien Clifton und Barrington aussehen wird.

 

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64 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

wien, theater, prag, ufa, berlin

Die Frau im hellblauen Kleid

Beate Maxian
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.11.2017
ISBN 9783453422124
Genre: Romane

Rezension:

Das Cover des Buches passt meiner Meinung nach sehr gut. Ein wenig sieht es nach einem Filmplakat der 50er Jahre aus, was das Setting sehr gut einfängt. Auch am Klappentext habe ich diesmal wenig zu mäkeln, er kratzt nur an der Oberfläche, was dem Buch nicht unnötig die Spannung nimmt und  für den Leser somit noch die eine oder andere Überraschung bereit hält.

Beate Maxian stellt uns eine ganze Reihe beeindruckende Frauen vor: die Altmann-Frauen. Käthe, Marianne, Vera und auch Sophie sind Frauen, die jede auf ihre eigene Art, einen ganz besonderen Typus Frau verkörpern. Besonders Käthes Geschichte hat mich gefangen genommen, sie ist für mich die beeindruckendste und stärkste der Altmann-Frauen, ihre Geschichte hat Tiefgang und berührt den Leser am Stärksten.

Besonders Vera und auch Sophie im gegenwärtigen Erzählstrang haben es mir das eine oder andere Mal etwas schwerer gemacht, ihr Handeln war für mich nicht immer nachvollziehbar und teilweise haben die beiden ziemlich „genervt“, weil sie meiner Meinung nach sehr unvernünftig und realitätsfern gehandelt haben. Die Männer in diesem Roman spielen eine eher untergeordnete Rolle. Zwar gab und gibt es im Leben jeder Altmann-Frau zumindest einen Mann, dennoch sind die Frauen es, die die Geschicke der Familie leiten. Es gibt zwei große Themen des Romans: zum einen in der Vergangenheit die Geschichte von Käthe in der Zeit des Nationalsozialismus mit allen Konsequenzen: Judenverfolgung, Antisemitismus, Verfolgung von Aufständischen etc. In der Vergangenheit ist das Thema eher die Schauspieldynastie und das Leben beim Film, am Theater, eine ganz eigene Welt, die so ganz anders ist als das Leben der „normalen“ Bürger.

Beide Erzählstränge werden durch Rückblenden bzw. Erzählungen miteinander verwoben, wobei die Autorin hier nicht in den Zeiten springt, sondern beide Storys chronologisch erzählt. So garantiert sie, dass die verworrene Familiengeschichte für den Leser nachvollziehbar und logisch bleibt. Auch das Geheimnis in der Familie wird zum Schluss gut aufgelöst und man hat keine Lücken zu beanstanden.

Insgesamt ist der gesamte Roman sehr gut zu lesen, der Schreibstil ist flüssig trotz der vielen österreichischen Begriffe, die die Autorin verwendet. In ihrem Zusammenhang sind diese aber klar und bereiten keine Schwierigkeiten, sondern verleihen dem Roman ein authentisches Flair.

Dieser Roman ist definitiv für die Zielgruppe der weiblichen Leser geschrieben worden, nicht nur weil die Altmann-Frauen im Mittelpunkt stehen, sondern vor allen Dingen, weil wir hauptsächlich ihre Perspektive einnehmen. Fans von Familiensagas kommen hier auf ihre Kosten.

Ich durfte den neuen Roman von Beate Maxian im Rahmen einer Leserunde bei Büchereule lesen und bedanke mich an dieser Stelle noch einmal bei Bücheruele.de und der Verlagsgruppe Random House, dass ihr so etwas immer wieder möglich macht ist großartig.

Eine klare Lese- und Kaufempfehlung.                                      

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Der Teufel von Straßburg

Heidrun Hurst
Fester Einband
Erschienen bei Weltbild, 01.01.2017
ISBN 9783959735513
Genre: Historische Romane

Rezension:

Meine Meinung:

Heidrun Hurst hat einen historischen Roman geschrieben, der mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselte und mir auch noch thematisch zusagte.

Das Cover ist recht klischeehaft und trifft leider überhaupt nicht meinen Geschmack. Einzig die Farbgebung durch die warmen Töne würden mich als Käufer zum Zugreifen im Buchladen verleiten. Der Klappentext stellt die Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten in den Mittelpunkt, tatsächlich hat aber der Kriminalfall, meiner Meinung nach, einen größeren Anteil an der Geschichte. Für mich ist dieser Roman in erster Linie ein historischer Kriminalroman und erst dann ein historischer Liebesroman. Der dritte Pfeiler der Geschichte ist die Stadt Straßburg selber, die Autorin erweckt die Stadt zum Leben und lässt uns Leser eintauchen in ein Gewirr aus Gassen, Gerüchen und Tönen.

Die beiden Protagonisten Martin und Adelheid sind wahre Sympathieträger, Adelheid ist ein klein wenig naiv und kennt das Leben außerhalb der Klostermauern kaum, der Sohn der Henkers hingegen ist seit frühester Kindheit mit dem wahren Leben konfrontiert und kennt die Gesellschaft nur zu gut. Leider muss ich genau hier meinen einzigen Kritikpunkt ansetzen, aus diesen beiden Figuren hätte man meiner Meinung nach mehr machen können. Ihre eigenen Geschichten sind für mein Empfinden nicht gut miteinander verzahnt. Ich hätte mir hier eine prallere Erzählweise gewünscht und wäre gerne noch tiefer in die Lebensumstände von Martin und Adelheid abgetaucht.

Die Spannung in dem Roman ist sehr gut, ich habe bis ganz zum Schluss nur geahnt wer der Mörder sein könnte, einen wirklichen Hinweis habe ich lange nicht gefunden. Die Fährten, die die Autorin legt, sind gut und tragen zu einem konstanten Spannungsaufbau bei.

Der Schreibstil von Heidrun Hurst ist gut und flüssig zu lesen, man ist immer wieder sehr schnell in der Geschichte drin und vor allen Dingen die Dialoge machen Freude.

Der Roman gliedert sich in drei Teile und einen Prolog, einen Epilog hätte ich gut gefunden, doch dieser fehlt leider, sodass der Roman etwas abrupt endet. Ein Nachwort der Autorin erklärt noch einige historische Fakten.

Ein guter solider historischer Roman, der mir viel Freude bereitet hat und den ich gerne weiterempfehle. Ein Roman der sowohl von Männern, als auch von Frauen gelesen werden kann, da er kein Geschlecht in den Vordergrund stellt und so für jeden eine Identifikationsfigur gegeben ist.

Ich bedanke mich herzlich bei Heidrun Hurst für die Bereitstellung ihres Romans und wünsche diesem Roman noch viel Erfolg und vielleicht lesen wir noch einmal eine Geschichte von Martin und Adelheid, mich würde eine Wiedersehen auf jeden Fall freuen.

Eine klare Lese- und Kaufempfehlung!

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ostpreußen, familiensaga, venedig, landgut, wölfe

Die Jahre der Schwalben

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 09.10.2017
ISBN 9783746633510
Genre: Historische Romane

Rezension:

Seit ich die Australien-Saga von Ulrike Renk verschlungen habe, sind ihre Bücher absolutes Pflichtprogramm für mich und was soll ich sagen, auch ihr neustes Buch hat mich nicht enttäuscht. Aber der Reihe nach: Das Cover ist gut gestaltet und drückt sehr gut eine gewisse Sehnsucht aus, verweist aber auch gleichzeitig auf den Haupthandlungsort der Geschichte: ein Gut mit Landwirtschaft. Leider verrät der Klappentext wieder viel zu viel ich weiß wirklich nicht was die Verlage sich dabei denken, ich kann über solch ein Vorgehen nur den Kopf schütteln. Nimmt uns so ein Text, der schon vieles bis weit in die Hälfte des Buches verrät, viel Spannung und Spaß am Lesen.

In diesem Roman steht Freddy, die wir ja bereits in Band 1 der Ostpreußen-Saga haben kennen und lieben gelernt, im Mittelpunkt. Es geht um die Führung es großen Gutes und wir bekommen als Leser einen hervorragenden Einblick, wie der Alltag einer Gutsherrin aussieht. Zweites großes Thema ist die politische Entwicklung in Deutschland, das Ende der Weimarer Republik, die Machtergreifung Hitlers, das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg.

Freddy ist eine wunderbare, mutige und auch starke Frau, ohne solche Frauen wäre diese Zeit mit Sicherheit noch schwieriger geworden. Sie ist eine Sympathieträgerin, die man als Leserin sofort ins Herz schließt. Sie denkt eigenständig und bildet sich ihre eigene Meinung, das mag ich so an ihr, sie hat keine Vorurteile, sondern geht offen auf die Menschen zu, hört hin und versetzt sich in ihre Lage.

Besonders bewegt hat mich das Schicksal der Familie von Aaken. Ob wir von Ihnen noch einmal etwas Hören? Mich würde ein Wiedersehen, wenn es auch noch so ein kleines ist, freuen. Negativ war für mich die Entwicklung von Thea, Freddy’s beste Freundin und anschließender Schwägerin. Sicherlich steht sie für einen ganz bestimmten Typus Frau in dieser Zeit, am Anfang noch das Leben in vollen Zügen genießend, sich aber nicht wirklich abfindend mit dem Leben auf einem Gut, wird sie zu einer Person, die sich blenden lässt und die sehr egoistisch ist.

Der Roman wird chronologisch erzählt, allerdings erleben wir als Leser einige Zeitsprünge und Zeitraffungen; dies auch nicht immer zu Beginn eines neuen Kapitels, sondern auch manchmal mehrmals innerhalb eines Kapitels. Die Zeitangaben vor den Kapiteln helfen aber sehr bei der Orientierung.

Der Roman ist logisch aufgebaut und stellt Freddy‘s Denken und Handeln in den Vordergrund, es ist ihr Buch. Dabei bleibt diese Figur für den Leser nicht ein Buch mit sieben Siegeln, sondern man lernt im Laufe des Lesens eine gute Freundin kennen, deren Handeln nachvollziehbar ist.

Der Schreibstil von Ulrike Renk ist wie immer gut und flüssig zu lesen. Es macht einfach Spaß ihre Bücher zu lesen, man vergisst darüber so schnell die Zeit. Besonders mag ich auch den feinen Humor, den sie immer wieder in ihre Dialoge einfließen lässt. Für mich sind diese Dialoge das Salz in der Suppe dieses Romans.

In erster Linie ist dieser Roman ein Frauenroman, nichts Destotdestotrotz finden mit Sicherheit auch Leser eine Identifikationsfigur, es mag nicht unbedingt der egoistisch Ax sein, sondern vielleicht Gebhard oder einer seiner Brüder. Wer also gerne Familienromane zu Beginn des 20. Jahrhunderts liest ist auch diesmal bei Ulrike Renk wieder vollkommen richtig.

Von mir gibt es für diesen sehr gelungenen zweiten Teil der Ostpreußensaga eine vollumfängliche Kauf- und Leseempfehlung!

Ich bedanke mich bei Ulrike Renk für die wunderbaren Stunden, bei NetGalley und dem Aufbau Taschenbuch Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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