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46 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 23 Rezensionen

thriller, mexiko, drogen, emma caldridge, lepra

Emmas Angst

Jamie Freveletti , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.01.2012
ISBN 9783548283463
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Wettlauf ohne innere Beteiligung

Emma hat Angst, zumindest dem Buchtitel nach. Sie wird auf einer nächtlichen Tour an der Grenze zu Mexiko von Mitgliedern eines Drogenkartells geschnappt. Emma sammelte seltene Kräuter und suchte gleichzeitig nach Routen von Schlepperbanden. Sie wird zum Kartellboss gebracht, ein Gebiet welches abgeriegelt ist und von Kameras überwacht wird. Ihr Beruf als Chemikerin sichert ihr vorläufiges Überleben. Sie soll der Geliebten des Bosses wegen innert einiger weniger Tagen eine Mittel finden, um eine ominöse Krankheit zu heilen. Ohne Labor und nötiger Gerätschaft. Ansonsten ist ihr Leben verwirkt. Ein Wettlauf gegen die Zeit, ihre Feinde und selbst gegen ihre Freunde beginnt.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Emma erzählt. Nachdem die Geschichte etwas fortgeschritten ist, kommt ein zweiter Handlungsstrang dazu. So erhält der Leser die Gelegenheit, die weitere Entwicklung von aussen auf zwei verschiedene Standpunkte und Sichtweisen zu verfolgen. Emmas Verhalten ist nicht immer nachvollziehbar, ihre Taten erscheinen gegen aussen verzerrt und doch hoffen ihre Freunde und Arbeitskollegen, dass sie ihnen die Treue hält. Die Spannung für mich war hauptsächlich darin zu finden. Wieviel seltsames Verhalten, wieviele Beweise für eine Tat braucht es, um Vertrauen zu zerstören.

Grundsätzlich wird die Geschichte flüssig erzählt. Beim Lesen ist man sofort mitten in der Handlung, diese läuft auch stetig weiter. Die Figuren bleiben überschaulich in der Zahl, die Bösewichte sind klar definiert. Emma als Hauptfigur erschien mir etwas blass. Während ihrer ganzen Marter fand ich keine Gedanken an Freunde und Familie. Ich kenne die anderen Bücher der Reihe nicht, vielleicht wurde darin erzählt, wie einsam und verlassen sie ist und ihr nur der Beruf und der Ultramaraton geblieben ist. Auch ihre Gefühlswelt erschien mir karg. Bis auf wenige Momente, in denen sie etwas gefühlt hat, war nur kühles, überlegtes Handeln da. Es war beinahe wie Fernsehen, die innere Ebene fehlt fast gänzlich.

Emmas Angst ist meines Erachtens ein Buch für zwischendurch ohne Anspruch, für den Moment wenn es nur darum geht, einen Wettlauf zu verfolgen.

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(102)

240 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

fantasy, hydden, england, william horwood, frühling

Hyddenworld - Der Frühling

William Horwood , Reiner Pfleiderer
Fester Einband: 534 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 22.02.2012
ISBN 9783608946383
Genre: Fantasy

Rezension:

Eine fantasievolle Reise

William Horwood erzählt seine märchenhafte Geschichte mit Genuss und ohne sich hetzen zu lassen. In Hyddenworld - der Frühling wird die Geschichte eines Volkes erzählt, das auf die Erfüllung einer Prophezeiung wartet. Erst müssen drei Steine von Imbolcs Anhänger abfallen, damit die Reise der Freidensweberin zu Ende sei. Danach muss ihre legendenumwobene Schwester, die Schildmaid, zusammen mit Sterblichen den ersten verlorenen Stein des Frühlings finden. Um diesen ersten Teil der Prophezeigung geht es. Imbolc weiss, dass sich ihre Zeit dem Ende entgegen neigt, da der letzte Stein, der Winter, aus ihrem Anhänger gefallen ist. Nun muss sie die Schildmaid finden. Sie unterstützt hilfreich die Hauptprotagonisten in diesem ersten Band. Der riesengeborene Jack fühlt sich fremd in der Welt der Menschen und muss erst sich selber finden um seine Bestimmung zu erfüllen. Katherine wird ihrer Welt entrissen und erfährt ihr Schicksal erst am Ende ihrer Odysse. Die Hydden selber fungieren als Bindeglied, helfen Jack wie auch Katherine ihren Weg zu finden. Die Geschichte entwickelt sich immer abenteurlicher ohne das eine Hetze entsteht.

Gerade die Figuren der Hydden sind sehr liebevoll angelegt. Jeder hat einen eigenen Charakter und verschiedene Eigenschaften, die alle für ein gutes Gelingen gebraucht werden. Ihre Welt ist nicht nur lieblich, sondern bietet auch schlechteren Charakterzügen Spielraum, sich zu entfalten und zu wirken. Dadurch kommt noch mehr Farbe in die Geschichte. Horwood erzählt die Geschichte flüssig und malt die einzelnen Szenen aus. Die Spannung baut sich im Feinen auf, reisserische Elemente fehlen gänzlich. Die Szenen entfalten sich sanft vor dem inneren Auge ohne dass die Spannung darunter leidet. Fantasievolle Einfälle wie die Art mit den Zügen zu reisen, lassen die Geschichte lebendig werden. Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten, die geschilderte Szene wird lebhaft und schlüssig erzählt. Man kann dieses Buch auch gut in Etappen lesen.

Die Farbgestaltung des Covers gefällt mir sehr gut. Einziger Dämpfer sind die Häuschen, welche mittig abgebildet sind. Bei mir entstanden anders aussehende Orte der Hyddenwelt, die gezeichte Siedlung finde ich nach dem Lesen nicht mehr als stimmig. Ansonsten ist die Aufmachung sicherlich so, dass ich das Buch in der Buchhandlung genauers beachtet hätte.

Hyddenword - der Frühling ist für mich ein Buch für Leser, die gerne in eine fantasievolle Welt abtauchen und Feinheiten geniessen.

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(303)

645 Bibliotheken, 6 Leser, 7 Gruppen, 27 Rezensionen

vampire, black dagger, erotik, liebe, payne

Black Dagger - Nachtseele

J.R.Ward , Corinna Vierkant-Enßlin
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.02.2012
ISBN 9783453528734
Genre: Fantasy

Rezension:  
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(29)

44 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen

amnesie, politik, kanzlerin, chefin, russland

Die Eisläuferin

Katharina Münk
Flexibler Einband: 251 Seiten
Erschienen bei dtv, 19.10.2011
ISBN 9783423248815
Genre: Romane

Rezension:

Glatteis auf der Politbühne

Resolut setzt die Regierungschefin ihren Willen durch. Erst recht in den Ferien. Anstatt brav im gesicherten Umfeld zu verweilen, macht sie sich auf und davon. Ohne ihren Personenschutz oder Beraterkreis zu informieren, fliegt die Regierungschefin mit ihrem Mann nach Russland, um dort eine Reise mit der transsibirischen Eisenbahn zu machen. Beim Füssevertreten am Bahnhof von Omsk geschieht, was kaum vorstellbar ist. Das Ortsschild fällt von der Decke, direkt auf den Kopf der Regierungschefin. Äusserlich unverletzt verliert sie die Erinnerung an die vergangenen zwanzig Jahre. Doch leider kann sie sich auch die neuen Erinnerungen nicht merken, jeden Morgen erwacht sie von neuem mit dem Wissenstand vom ersten Erwachen nach dem Unfall. Erschwerend kommt noch dazu, dass sie weder Lesen noch Schreiben kann. Diese Fähigkeiten sind ebenfalls abhanden gekommen. Da noch kein Nachfolger genügend aufgebaut worden ist, muss sie ihr Amt weiterführen. Wie ferngesteurt begegnet sie Persönlichkeiten, reagiert unerwartet und spontan. Ihre Therapie muss ebenfalss streng geheim erfolgen, doch es genügt, sie findet einen Weg über die Emotionen, sich Erinnerungen zu schaffen. Um prägende emotionsgeladene Momente für ihre Erinnerung zu kriegen, ist sie zu allem bereit.

Die Geschichte wird mittels verschiedenen Handlungssträngen erzählt. Zum einen erlebt man ihr Beraterteam, die sich einer kaum handelbaren Situation gegenübersieht und eine abgebrühte Büroleiterin, die selten ihre Ruhe verliert. Ihr Mann muss auch Opfer bringen. Seine Arbeit bleibt liegen, er ist erst dafür zuständig, seiner Frau jeden Morgen die nötigen Informationen eingzugeben, die sie braucht, um halbwegs ihrer Arbeit nachgehen zu können.

Die Stellen aus der Sicht der Regierungschefin sind locker und heiter. Mit dezenten Seitenhieben wird dabei auf die Charaktereigenschaften der Politiker aufmerksam gemacht. Die Regierungschefin scheint mit ihren verlorenen Erinnerungen gelöster und lebensfreudiger. Dass dies bei den Wählern als authentischer rüberkommt, ist kaum verwunderlich. Sobald die Geschichte jedoch aus der Sicht anderer erzählt wird, droht sie etwas einzustauben, gleich so, wie die Regierungsgeschäfte dargestellt werden. Diese Passagen waren zwar leicht zu lesen, machten aber keinen sonderlichen Spass.

Das Ende kam meines Erachtens etwas abrupt und leider für mich zu plump daher. Die Länge der Geschichte war gut, ein Überleleiten in den Schluss angezeigt. Doch als Leser bleibt man etwas in der Luft hängen, den die Konsequenzen des Endes werden nicht einmal ansatzweise angedeutet.

Das Buch "Die Eisläuferin" war gut zu lesen und die Seitenhiebe auf die verkrampfte Politik fand ich amüsant. Nicht aufgelöste Motivationen wie die Handlungsgründe von Dimitrij und das plumpe Ende haben mich jedoch gestört. Ein Buch für Zwischendurch ohne besonderen Anspruch.

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217 Bibliotheken, 0 Leser, 8 Gruppen, 28 Rezensionen

feen, unseelie, seelie, fantasy, barrons

Gefangene der Dunkelheit

Karen Marie Moning , Ursula Walther
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.11.2010
ISBN 9783548280844
Genre: Fantasy

Rezension:

Düster mit einem Schuss Hoffnung
4

Nun habe ich das Buch zu Ende gelesen und bin bereit, Bilanz zu ziehen. Ich habe bewusst die Vorgänger nicht gelesen, weil es mich interessierte, wie komplex die Geschichte ist. "Gefangene der Dunkelheit" war für mich auch ohne Vorkenntnisse gut zu verstehen. Als geübte Fantasyleser kristallisierte sich schnell der Kampf von Gut gegen Böse heraus. Die einzelnen Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet und stimmig. Jeder hatte mehrere Facetten und eine eigenen Stimme.

Mac muss ein exsistenzielles Problem überwinden um ihren Kampf weiterführen zu können. Sie ändert sich grundlegend aber schlüssig. Mir gefällt ihre Entwicklung, die sie gestärkt und doch mit einigen Schwächen (kein Mensch oder Wesen sollte perfekt sein) wieder aufsteht. Dani ist eine 13jährige Göre, die sich so benimmt und trotz ihren Veranlagungen als schwächstes Glied in der Kampfkette darstellt. Sie steht Mac treu zur Seite und wartet auf ihren grossen Moment. Dabei steht sie leider hin und wieder am falschen Ort und bringt Mac in Schwierigkeiten. V'lane und Jericho Barrons halten ihre Gesinnung bedeckt. Gehören sie nun zu den Guten oder Bösen? Diese Frage wurde noch nicht aufgelöst. Mac braucht deren Hilfe und muss mit der Ungewissheit umgehen können. Wem kann sie wie weit vertrauen? Beide haben sie gute Gründe, weshalb sie Mac im Stich gelassen haben. Werden sie Mac wieder hängen lassen? Die Menschen und Seherinnen kämpfen darum, die Mauer zwischen den Welten wieder entstehen zu lassen, damit die Welt der Feen - dunkle wie helle- wieder ausgesperrt sind. Schatten saugen die Menschen aus und hinterlassen lediglich die Hüllen. Von daher ist es wichtig, stets im Licht zu stehen. Jeder kämpft für die Vorteile seiner "Rasse" und Dublin versinkt im Chaos.

Die Geschichte wird breit erzählt, viele innere Konflikte haben ihren Platz und Zweifel werden ausgebreitet. Dadurch verliert sie etwas an Tempo im Erzählfluss. Der Schreibstil wird aus Macs Sicht durchgezogen und beim Lesen findet man sich schnell in die Geschichte zurecht. Die Geschichte versinkt nicht in der Dramatik der Situation sondern wird durch pointierte humorvolle Einwürfe aufgelockert. Etwas gestört hat mich das Spielen mit dem Leser. Eine Situation wurde erst die Reaktionen der Protagonisten geschildert und erst spät die Fakten geliefert. Erinnerte mich an meinen Sohn, wenn er etwas besonders spannend erzählen will und ewig nicht zur Sache kommt. So leider auch am Ende des Buches. Wie schockierend die Entdeckung von Mac ist, weiss der Leser am Ende hinlänglich. Was sie aber entdeckt hat, wird er aber erst nach einer Wartezeit bis zum Erscheinen des nächsten Bandes erfahren. Warum sollte ich dieses Buch also jetzt schon lesen?

"Gefangene der Dunkelheit" würde ich all meinen Freunden empfehlen, die sich gerne im Fantasygenre tummeln aber auch den Bezug zur realen Welt mögen. Das Buch unterhält gut, bietet auch ein paar Gedankenanstösse ohne dass es literarisch werden würde.

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(41)

60 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

italien, bergdorf, rätsel, glaube, dorf

XY

Sandro Veronesi , Michael von Killisch-Horn
Fester Einband: 393 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 01.08.2011
ISBN 9783608939606
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Verdrängen und weiterwuseln
2

Ein Dorf im Ausnahmezustand. Nach dem Mord an elf Menschen und dem Verschwinden eines kleinen Mädchens geht das Leben weiter. Doch nichts ist mehr wie zuvor. Alter Zwist bricht wieder auf, überwunden geglaubte Trauer übermannt einzelne und andere wollen nur noch weg. Der Pfarrer versucht verzweifelt, seine Gemeinde wieder in den Griff zu kriegen und holt Hilfe bei Giovanna, einer Psychiaterin. Die Geschichte wird in drei Teilen erzählt. Die beiden Ich-Erzähler funktionieren gut, da jeder Charakter abwechselnd ein Kapitel zur Verfügung hat. Einzig als die beiden Charakter gemeinsam agieren, wirkt die Wahl des Erzählstils etwas holprig, da ein direkter Dialog nicht möglich ist.

Die Leseprobe zu XY baute eine subtile Spannung auf, weckte die Neugierde und versprach meines Erachtens interessante Gedankengänge zu einem unklärbaren Phänomen. Leider hat die ganze Geschichte dieses Versprechen nicht eingelöst. XY ist das Rätsel selbst, steht hinten auf dem Cover. Für mich stellt sich am Ende das Rätsel, warum ich einen solchen Roman lesen sollte. Die beiden Hauptcharakter des Pfarrers und der Psychiaterin bleiben auf Distanz, ihre Gefühlswelt hat mich nicht berührt. Diese beiden denken zwar viel, doch bleiben sie im Verhältnis zu den Geschehnissen passiv. Giovannas Narbe reisst nach 15 Jahren wieder auf. Nach dem ersten Schrecken dient dieses Geschehen dazu, dass Giovannas Glaube an unerklärliche Geschehnisse erweitert wird. Die ganze Geschichte wirkte auf mich stark konstruiert und bemüht, anstatt Recherchen und spannende Lösungsansätze ist meiner Meinung nach Sandro Veronesi den einfacheren Weg gegangen und die wirklich spannenden Verläufe ausgespart. Ich habe keinen Thriller oder Krimi erwartet, nach dem Lesen des Klappentextes auch nicht die Lösung des Rätsels. Was ich mir aber erhofft habe, ist einen grösseren Bezug zu den elf Toten, mehr Mystik, eine unheilverkündende Atmosphäre. Da wurde aber "nur" ein Bergdorf präsentiert, in dem fast jeder mit alten, meist überwundenen Unglücken zu kämpfen hatte.

Den Schreibstil habe ich nicht als schwer zu lesen empfunden, er hat mir die Geschichte einfach nicht Nahe bringen können. Die langen Sätze gegen Ende des Buches, die teilweise einfach eine hilflos wirkende Aufzählung sind, haben mich nicht gestört. Die kargen Telefondialoge haben mir nicht gefallen. Es mag ein Stilmittel sein, doch hat sich mir der Grund für die Wahl eines solchens nicht erschlossen. Genial habe ich die Grundidee in diesem Roman gefunden, dass ich mir eine andere Umsetzung wünsche, ist wohl mein persönliches Problem.

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(42)

83 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

leben, engel, krankheit, rinderwahn, tod

Ohne. Ende. Leben.

Libba Bray , Siggi Seuß
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.05.2011
ISBN 9783423248792
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Keine zufällige Reise
4

Zu Beginn des Buches ist Cameron ein demotivierter Jugendlicher, der nicht so recht weiss, was er vom Leben will. Als er die ersten Symptome der Kreutzfeldt-Jacob-Krankheit erlebt, stösst er erst einmal bei allen an, verliert Nebenjob und das Verständnis der Schule. Erst nachdem die Diagnose gestellt ist, änder sich für Cameron alles. Unheilbar krank liegt er im Krankenhausbett neben Gonzo, einem kleinwüchsigen Mittschüler, der unter einer von Ängsten geplagten Mutter leidet. Dulcie, ein punkiger Engel, erscheint Cameron und überzeugt ihn davon Dr. X zu suchen. Nur er könne ihn jetzt noch retten.

Die Suche beginnt und es ist interessant, die vielen Informationen aus den ersten Kapiteln wiederzutreffen. Ganz unerwartet erhalten Geschehnisse von vor der Diagnose nun eine andere Bedeutung. Die Reise oder Suche gestaltet sich spontan, die beiden Jungs suchen nach nicht zufälligen Hinweisen, die leicht übersehen werden können. Jede ihrer Stationen hat ein anderes philosophisches Grundthema. Die Moral von den einzelnen Geschichten wird dem Lese nicht plump ins Gesicht gedrückt, sondern lebendig, lustig und unterhaltsam vor Augen geführt. Und dennoch bleibt es jedem selber überlassen, wie er eine Situation auslegen möchte, was er hinter den Ereignissen sieht.

Die ganze Geschichte wird flüssig und in einem leicht saloppen Ton erzählt. In der ersten Hälfte kam kurz die Überlegung auf, ob dieser Schreibstil sich wirklich für ein Buch mi 558 Seiten eignet. Doch sobald man hinter die Zeilen sieht, macht es Spass weiterzulesen. Die Charakter überzeugen und bleiben ihren Überzeugungen treu ohne festgefahren zu sein. Manche Szenen gleiten etwas in Wirrnis ab, doch gerade hier entfaltet sich der Interpretationsspielraum. Was ist real, wie ist das mit den Parallelwelten und wer bedroht wen wirklich? Selbst rührende Szenen haben ihren Platz und erweitern den Reichtum des Buches noch mehr. Die Sprache ist zwar jugendlich gehalten, aber sie bleibt immer gut lesbar ohne dass man als nicht-jugendlicher über grobe Entgleisungen stolpern würde.

Ohne.Ende.Leben ist ein etwas anderes Buch. Für mich ist es aufgrund der vielen philosophischen Aspekt nicht unbedingt ein reines Jugendbuch. Es hat Spass gemacht, diese Reise mitzuerleben.

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(24)

42 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 21 Rezensionen

glastonbury, john dee, historischer roman, könig artus, london

Die Gebeine von Avalon

Phil Rickman , Alexandra Hinrichsen
Buch: 655 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Polaris Verlag, 01.10.2011
ISBN 9783862520015
Genre: Historische Romane

Rezension:

Magisch, süffig, einfach spannend aktualisiert
5

Der historische Roman "Die Gebeine von Avalon" beginnt mit einer Kurzeinführung von der Hauptfigur John Dee. In diese wird auch der zeitliche Rahmen, in welchem der Roman angesiedelt ist, eingebettet. Bereits auf dieser ersten Seite wird erkenntlich, dass Ernsthaftes auch mit einem feinen Augenzwinkern erzählt wird.

John Dee reist zusammen mit seinem Freund Rober Dudley nach Glastonbury, um die Gebeine von König Artus zu finden und nach London zu bringen. Dabei geraten sie in eine katholische Intrige und kämpfen gegen vorerst unsichtbare Gegner. Zum einen scheint Glastonbury die esoterischeren Charakter anzuzuziehen und zum anderen sind da noch die ehemaligen katholischen Mönche und somit die Gefahr, als Hexe oder Zauberer beschimpft und abgestraft zu werden.

Die Atmospähre ist im ganzen Roman sehr dicht und zieht den Leser förmlich in seinen Bann. Die elisabethanische Zeit lebt auf und entfaltet sich bunt und lebendig, man wähnt sich auf einer Zeitreise. Die Charakteren sind allesamt stark und überzeugend. Besonders John Dee mit seiner Art mehr in den Büchern als in der Realität zu leben fasziniert. Trotz seiner Art, seiner Mühe mit Mitmenschen umzugehen, treibt er die Entwicklung voran.

Die Handlung bleibt spannend, zu jedem Zeitpunkt. Überraschende Wendungen ziehen die Spannung an, eigene Mutmassungen werden entkräftet und Vorahnungen weiter gefüttert. Besonders gefallen hat mir die Vielschichtigkeit dieses Romanes. Es werden nicht nur Handlungen aneinander gereiht, sondern das Geschehen entwickelt sich auf verschiedenen Ebenen. Während John Dee den Hinweisen nachgeht, wird er auch persönlich involviert. Dies erhöht den Druck wie auch die Spannung. Das politische Kalkül fliesst mit ein und muss bei der Lösungsfindung berücksichtigt werden. Die ganze Geschichte wird wie aus einem Guss erzählt, die Charaktere entwicklen sich, bleiben sich dabei aber auch treu. Der Roman umfasst 654 Seiten und ist perfekt. Jeder Abschnitt hat eine gute Länge, die Spannung baut auf und nie stellte sich eine Langeweile ein oder das Bedürfnis, quer zu lesen.

Die Aufmachung des Buches wiederspiegelt die Handlung sehr gut und hat mir gefallen. Die Gestaltung des Romanes lehnt sich an ein altertümliches Buch an, der verschnörkelte Anfangsbuchstaben in jedem Kapitel und der eingerahmte Titel wirkten liebevoll überlegt. Die Gebeine von Avalon haben mich in eine Zeit entführt und liess mich an Intrigen, aufkeimenden Gefühlen und magischen Momenten teilhaben. Gut zu lesen für alle die gerne Winkelzügen folgen und einer Prise Gefühl nicht abgeneigt gegenüber stehen.

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(80)

150 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 33 Rezensionen

roboter, apokalypse, science fiction, krieg, überleben

Robocalypse

Daniel H. Wilson , Markus Bennemann
Flexibler Einband: 461 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 08.09.2011
ISBN 9783426226001
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Was die Menschlichkeit ausmacht neu
4

Robocalypse beginnt mit einem Prolog, einer Vorbesprechung in der das Ende des Krieges geschieldert wird. Wie es zu diesem Ende gekommen ist, fragt mach sich nach diesem Auftakt. Warum haben die Roboter sich erhoben, wann hat alles begonnen und wie haben die Roboter dies gemacht. Auf den 461 Seiten erhält man teilweise detaillierte Antworten auf viele der Fragen. Mittels Kameraufzeichnungen, Interviews, Verhören und Gesprächen wird die vorangegangene Entwicklung aufgerollt. Die Idee fand ich sehr interessant, doch in der Umsetzung bleibt zuweilen eine spürbare Distandz vom Leser zu den Ereignissen. Dies besonders in der Phase des Vorläuferviruses. Die einsehbaren Protokolle wirken unecht, da für das Verständnis die Gespräche ausführlicher dargestellt werden mussten, um einen Eindruck von der Umgebung zu vermitteln. Einzelne Schriftstücke am Anfang wirken auf mich auch etwas chaotisch. So fühlte sich anfänglich die Geschichte an wie aus vielen spitzen Splittern zusammengerafft. Erst nach dieser Phase hat das Buch mich überzeugt.

Doch der Erzählstil wendete sich danach mehr der Nacherzählung zu und wird dadurch flüssiger im Verlauf. Die einzelnen Fragmente fügen sich zusammen und die Geschichte kriegt Fleisch auf den Knochen. Als die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden sind, hat mich das Buch gefesselt. Dramatische Einzelschicksale reissen beim Lesen an der Gefühlswelt. Eine Mutter kämpft für ihre Kinder, Brüder die zusammenhalten müssen und alte Traditionen bewähren sich. Die einzelnen Szenen werden lebendig erzählt und stets mit einem spannenden Höhepunkt versehen. Trotz der wechselnden Schauplätze und Figuren findet man sich beim Lesen schnell im jeweiligen Szenario zurecht und lebt mit. Die Hauptakteure schälen sich heraus und die Geschichte kehrt im Wechsel zu ihnen zurück. So fügt sich alles zu einer Geschichte, einem Verlauf zusammen. Viele gute Ideen sind in die Geschichte geflossen. Einzelne Entwicklungen der heutigen Zeit werden in ein kritisches Licht gerückt und Wunschdenken lassen die Natur gedeihen. Nicht alles wird lückenlos aufgelöst. Das Buch stellt die Chronik des Krieges dar, die Ereignisse wurden von Cormac Wallace ausgewertet und linear wiedergegeben. So ist die Erzählsicht klar von der menschlichen Warte her und die Sicht des Bösewichtes Archos bleibt oft im Bereich der Spekulation. Gerade der Bezug zur Natur liessen mich manches Mal gar schwanken, ob ein Sieg des Bösen nicht doch besser wäre. Pointierter sarkastischer Humor lockerte einige Szenen auf und spiegelten akutelle Probleme.

Das Cover hat mir gefallen und die abgrundeten Ecken gaben dem Aussehen das gewisse Etwas. Viele aktuelle Gedankengänge werten diesen Roman auf und er bietet eine gelungene Unterhaltung.

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(278)

727 Bibliotheken, 14 Leser, 14 Gruppen, 101 Rezensionen

london, jack the ripper, zeitreise, zeitreisen, liebe

Die Landkarte der Zeit

Félix J. Palma , Willi Zurbrüggen
Fester Einband: 716 Seiten
Erschienen bei Kindler, 17.09.2010
ISBN 9783463405773
Genre: Historische Romane

Rezension:

Viele Gedankengänge vereint

Bereits das Cover hat mir an "die Landkarte der Zeit" sehr gut gefallen und mich begeistert die ersten Seiten aufschlagen lassen. Alleine das Lesen dieses Buches ist wie eine Zeitreise. Bereits nach den ersten Sätzen ist man voll ins London von 1896 eingetaucht. Andrew hat acht Jahre lang versucht, über den Tod seiner Liebe hinwegzukommen. Selbst die Hilfe von seinem Cousin Charles hat ihm nicht helfen können, die Last der Schuldgefühle und dem Sehnen nach seiner Liebsten zu entrinnen und ein neues Leben zu beginnnen. Für ihn ist keine Zukunft mehr in Sicht und so will er sich seinem Ende stellen. Wird eine Zeitreise sein Leiden mindern können?

Claire hält sich für modern, eine Frau, die nicht in der passiven Rolle an der Seite irgendeines Mannes dahinvegetieren möchte. Als ihr ihre Freundin einen Trip in die Zukunft kauft, sieht sie ihre Chance, aus ihrer Zeit zu fliehen. Dabei stolpert sie über ihre Liebe und entschliesst sich, alle gesellschaftlichen Normen in den Wind zu schiessen und zu ihren Überzeugungen zu stehen. Selbst wenn ihr Liebesabenteuer zeitlich sehr begrenzt sein wird, erscheint ihr dies besser als ein trostloses Leben in den Normen. Dabei gibr sie die Hoffnung nie auf, dass die Liebe über die Zeiten hinweg bestehen kann.

Inspektor Garrett ist genial, er löst schwere Fälle problemlos und selbst sein neuester Fall ist bereits bei der Sichtung der Wunden seiner neuesten Leiche gelöst. Solche Wunden können nur mit der Waffe aus der Zukunft entstehen, demanch muss der Täter auch in jener ermittelt werden, um danach in der aktuellen Zeit verhaftet werden zu können. Damit wird das Verbrechen ungeschehen, da der Täter ja vor seiner Geburt bereits der Tat überführt worden ist. Garrett glaubt sich am Anfang einer neuen Art von Krminalität zu befinden und den Schlüssel für die Lösung bereits gefunden zu haben.

Für mich laufen die Fäden nicht wie auf dem Klappentext angekündigt beim Bibliothekar zusammen, da dessen Auftritt recht kurz ausfällt. Alle Geschichten vereinen sich meiner Ansicht nach bei der Nebenfigur Wells. Die Geschichten lesen sich zu Anfang des Buches nett, doch beginnt man sich mit zunehmender Seitenzahl zu fragen, warum man diese Geschichten liest. Erzählt wird "die Landkarte der Zeit" aus der Sicht des allwissenden Erzählers. Dieser schwenkt immer mal wieder auf Nebenschauplätze und erzählt scheinbar wahllos irgendwelche Geschichten von Nebenfiguren. Erst im Verlaufe des Buches verdichtet sich die Hauptgeschichte und all diese scheinbar zufälligen Nebengeschichten bekommen eine Bedeutung. Je mehr solcher Geschichten zusammenkommen, desto dichter wird die Atmosphäre, um so mehr glaubt man als Leser, zu wissen, was nun kommt. Doch Palma gelingt es immer wieder, übrraschende Wendungen einzubauen. Die einzelnen Teile der Geschichte fügen sich immer mehr zusammen und lassen die Geschichte immer straffer werden. Gibt es nun die Möglichkeit, durch die Zeit zu reisen oder eben nicht. Jedesmal, wenn man sich für einen Seite entschieden hat, wird man gleich wieder unsicher. Man ertappt sich beim Lesen sogar, dass man Täuschungen erlegen ist, die man im Nachhinein für durchschaubar hält und spürt den geheimen Wunsch, an mehr zu glauben, als man je zugeben würde.

Die Landkarte der Zeit ist sprachlich sehr schön geschrieben ohne dass der Fluss der Geschichte darunter leiden würde. Die einzelnen Geschichten mögen beim Lesen zu fesseln und sobald sich die grössere Ordnung abzuzeichnen beginnt, packt sie gänzlich. Es ist ein Buch, das ich gerne empfehlen werde. Die Liebe zum Erzählen ist allgegenwärtig. Palma erzählt mit Genuss und lässt sich dabei nicht hetzen. Es ist von daher auch kein Buch, das beim Lesen mitreisst, sondern eines, das auch mit Genuss und Ruhe gelesen werden soll. Dann entfalten sich die Faczetten und die Geschichte überzeugt voll und ganz.

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(394)

629 Bibliotheken, 7 Leser, 8 Gruppen, 128 Rezensionen

thriller, augen, entführung, psychothriller, berlin

Der Augenjäger

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 27.09.2011
ISBN 9783426198810
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ereignisse folgen Schlag auf Schlag

Rache und Belehrung stehen im Zentrum des Buches der Augenjäger. Ich habe den ersten Teil "der Augensammler" nicht gelesen. Für das Verständnis von "der Augenjäger" spielt dies keine Rolle, das Buch ist in sich schlüssig.

Dr. Suker ist einer der besten Augenchirugen der Welt, der nicht nur in der Praxis glänzt sondern sich auch in der Entwicklung neuer Instrumente hervorgetan hat. Nicht nur aus beruflicher Sicht ist er sehr von sich eingenommen, auch aus moralischer glaubt er über alle erhaben zu sein. Er öffnet "Schuldigen" die Augen, sodass sie sie nicht mehr vor den Wahrheiten verschliessen können.

Alexander Zorbach hält nur eines am Leben: Er will seinen Sohn finden. Dafür ist er bereit, sich selber zu opfern. Ein Opfer mit Folgen. Fehlende Verbindungen bleiben bis zum Ende hin spannend. Als Leser leidet man mit und nährt Hoffnungen, die beim Lesen bangen lassen. Gerade dieser Aspekt mach das Buch aus meiner Sicht besonders lesenswert.

Alina Gregoriev lässt sich erneut auf eine Hilfeanfrage der Polizei ein, damit sie an Tonaufnahmen kommt um so Abschied nehmen zu können. Diese eine Handlung reicht aus, um sie mitten in die Verwicklungen zu werfen. Blind aber gewehrig präsentiert sie sich. Nicht immer sind ihre Überlegungen nachvollziehbar, besonders in der eigentlichen Schlussvariante nicht.

Mir hat in der Warnung vor der eigentlichen Geschichte die Leichtigkeit und der Sprachwitz von Fitzek gefallen. Mit diesem Schwung startete ich in die Geschichte und bin danach von Cliffhanger zu Cliffhanger gerissen worden. Die Geschichte an sich war fesselnd, die vielen Wendungen meist überraschend, doch eine gewisse Ahnung baute sich schon früh auf. Da es sich jedoch nur um eine Ahnung handelte, tat dies der Spannung keinen Abbruch. Für mich ging es bei diesem Buch schlussendlich um die Auflösung, ob ich die richtigen verdächtigt habe oder ob ich mich auch in die Irre habe führen lassen. Sprachlich hätte ich mehr erwartet. Nach dieser Warnung mit Augenzwinkern hat mir danach gerade dieser Sprachwitz etwas gefehlt, der bis zum Ende auf sich warten liess. Da kam er dann aber in voller Breite zurück und liess mich ernsthaft darüber nachdenken, ob ich nun ins Kino muss, oder ob ich es doch mit dem nächsten Buch wagen soll. Eine Zwischenlösung wäre für mich wohl das Beste gewesen. Die Geschichte ist leseleicht geschrieben, die Handlung straff, Ereignis folgt auf Ereignis aber eine gewisse Lücke bleibt bestehen. Wer gerne Figuren mag, die auf Ereignisse reagieren und weniger selber aktiv werden, der keine Zwischentöne erwartet dafür auf einen Spannungsbogen auch über den Cliffhängern Wert legt, ist bei "Der Augenjäger" sicher richtig.

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(43)

69 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 18 Rezensionen

historisch, frankfurt, tod, historischer krimi, frankfurt am main

Das Geheimnis der Totenmagd

Ursula Neeb
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.06.2011
ISBN 9783548282817
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im Buch "das Geheimnis der Totenmagd" werden verschiedene Figuren eingeführt und miteinander verzwirnt. Die erste Tote, eine Badefrau, wurde erwürgt und die Totengräberin Katharina meldet dies offiziell. Bei der zweiten Toten, einer Hübscherin, ist sie vorsichtiger und informiert die Hurenkönigin über den Zustand. Näher rückt ihr das Geschehen, als ihr Vater ein unheimliches Ritual beobachtet und am nächsten Tag eine ausgeblutete Frau findet. Schnell gerät er unter Verdacht und wird verhört. Katharina macht sich daran, Fakten zu sammeln, Spuren zu verfolgen und alles gegen die Zeit.

König Tod hat seinen Auftritt und schildert seinen Werdegang. Besonders die Zeit eines Pestausbruches formte die Menschen. Diese Szenen haben mir absolut super gefallen, denn gerade solche Schreckenszeiten habe ich bisher noch nicht oft in Büchern angetroffen. Die Aufzeichnungen eines jungen Mönches führen einen weiteren Protagonisten ein, dessen Schicksal mit dem der anderen sich kreuzen wird.

Mit dem Prolog wird eine Szene, die erst im Verlaufe der Geschichte ihren Platz hat, vorweggenommen. Das fand ich unpassend und reisserisch. Ebenso wirkte die Wahl des Datums wie Allerseelen zu stark konstruiert, hat es doch keinen direkten Zusammenhang mit der Geschichte und dient auch nur dem blendenden Effekt. Ebenfalls effektheischerisch finde ich den Titel, denn die Totenmagd hat vieles, aber ein Geheimnis habe ich keines gefunden. Diese Punkte haben für mich den Lesegenuss leicht geschmälert.

Gefallen haben mir die sprachliche Anlehnung an die damals gesprochene Ausdrucksweise. Ich fand die Menge gut. Wäre die Sprache durchgezogen worden, wäre das Buch für mich nicht lesbar gewesen. So aber haben die Stellen die Atmosphäre angereichert und ein Gespür für diese Zeit gefördert. Auch die ganzen Örtlichkeiten waren durch das Lesen erlebbar, ich konnte richtig in die Gassen dieser Zeit eintauchen. Die Folterszenen waren für meinen Geschmack etwas zu ausführlich.

Der Spannungsbogen war da, hat mich aber nicht immer gleich intensiv packen können. Die Geschichte der Totenmagd wird flüssig erzählt, man kann dem Verlauf der Geschichte gut folgen und wird mit interessanten Details jener Zeit verwöhnt. Toll habe ich die Wahl der Akteure gefunden. Gerade das Leben der einfacheren Leute ist mir nicht so zugänglich und bekannt (Burgen und Schlösser die heute besichtigt werden können erzählen meist die Geschichte ihrer Herrscher), so dass ich mit solchen Bücher eine andere Seite der Geschichte kennenlernen kann. Für mich war das Buch schön zu lesen, es hat mir gefallen, auch wenn eine leichte Distanz zur Handlung zurückbleibt.

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