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Die Worte, die das Leben schreibt

Adelia Saunders , Jörn Ingwersen
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Wunderraum, 16.04.2018
ISBN 9783336547937
Genre: Romane

Rezension:

Sowohl das wunderschöne, blaue Cover als auch der Klappentext machten mich sofort neugierig, als mir „Die Worte, die das Leben schreibt“ zum ersten Mal ins Auge fiel. Eine Geschichte über eine junge Frau, die eine besondere Gabe hat und die Geschichten fremder Menschen auf deren Haut liest? Wow, das klingt doch magisch und vielversprechend, oder?

Auf den ersten Seiten begegnen wir Richard, einem Mann, der seine bereits verstorbene Mutter nie kennenlernte und auf der Suche nach Spuren aus der Vergangenheit durch Paris reist. Ihn beschäftigt der Gedanke, ob seine Mutter ihn wirklich nie wollte und wieso sie ihn als Baby fort gab. Anschließend lernen wir den Studenten Neil kennen, der sich für Geschichte interessiert und kein sonderlich inniges Verhältnis zu seinem Vater pflegt. Und dann ist da noch Magdalena, die junge Frau aus Litauen, die von der Haut fremder Menschen lesen kann. Alle drei Figuren erzählen abwechselnd ihre Geschichte, wobei Richard aus der Ich-Perspektive erzählt, während Adelia Saunders bei Neil und Magdalena in die dritte Person wechselt. Alle drei Figuren berichten aus ihrem Leben, was sie bewegt und welche Last sie auf ihren Schultern tragen. Dabei wechseln wir nicht nur die Erzähl-Perspektive, sondern auch Ort und Zeit.

„Die Worte, die das Leben schreibt“ ist ein Buch der ruhigen Töne und mutet stellenweise poetisch an. Es versucht nicht durch Spannung und Action zu fesseln, sondern durch die Charaktere und wie diese zu sich selbst finden. Durch die wechselnden Perspektiven, die Sprünge in Zeit, Erzähler und Ort, verlor ich jedoch häufig den Überblick. Wo bin ich nun? In welcher Zeit? Wie passt das zum Rest? Ich hatte dabei das Gefühl als würden sich die verschiedenen Erzählstränge sicherlich bald auf eine besondere Art zusammenfügen, wie ein Puzzle und alles eine runde Sachen werden. Stattdessen stellte sich mit fortschreitender Seitenzahl Enttäuschung ein.

Magdalenas Gabe, die so magisch klingt ist nur ein kleiner Bestandteil dieses Buchs und bewegt sich im Hintergrund. Neils Liebe zu historischen Fakten, bringt diese sowieso schon sehr langsam voranschreitende Geschichte weiter vom Kurs ab und dann entwickeln sich Gefühle und Verhaltensweisen, die für mich nicht nachvollziehbar sind. Im Grund war ich plötzlich noch verwirrter als zuvor und Verlor langsam die Lust an diesem Buch.

Ich hätte so gerne mehr über Magdalena und ihre Gabe erfahren. Richard ist zwar eine authentische Figur, der die Zurückweisung seiner Mutter nicht verkraftet, doch sympathisch war er mir nicht. Auch Neil schaffte es nicht, dass ich mich für ihn, sein Schicksal und seine Sorgen interessierte. Dass Adelia Saunders die offenen Fragen schlussendlich nicht alle beantwortet, macht den Gesamteindruck dann leider nicht mehr besser.

Fazit:
Zum Ende hin bleibt nur festzuhalten, dass die großen Erwartungen nicht erfüllt wurden und der Klappentext irreführend ist. Mir fehlte die Magie, die spannende Handlung und ich wollte so gerne mehr über diese besondere Gabe von Magdalena erfahren. Das ist insgesamt sehr schade, aber dieses Buch war einfach nichts für mich.

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Magnus Chase 1: Das Schwert des Sommers

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.05.2018
ISBN 9783551317025
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mit Schwierigkeiten kennt sich Magnus, unser 16-jähriger Protagonist, aus. Nach dem Tod seiner Mutter schlägt sich der Jugendliche als Obdachloser auf den Straßen Bostons durch, schläft im Freien und ernährt sich aus Mülltonnen oder von Falafel vom Vortag. Seine Begleiter Blitz und Hearth, die er auf der Straße kennengelernt hat, sind stets bei ihm und stehen loyal an seiner Seite.

Schon auf den ersten Zeilen konfrontiert uns Magnus in seiner Erzählung mit dem letzten „Unglück“, das ihm passiert ist: Durch eine Verkettung unvorhersehbarer Umstände findet er seinen frühen Tod. Magnus ist gestorben. Auf einer Brücke in Boston, mehr oder weniger heldenhaft. An seinem Geburtstag. Doch so ganz vorbei ist es mit ihm danach nicht, denn er wird wiedergeboren und findet sich anschließend in noch größeren Schwierigkeiten wieder. All das hat mit seinem Vater (den er nicht kennt), dessen Schwert (das plötzlich auftaucht und dann wieder verschwindet) und der drohenden Götterdämmerung (der absolute Weltuntergang) zu tun.

Rick Riordan beweist auch mit dieser Reihe seinen Sinn für sympathische, starke Charaktere und seinen unverwechselbaren, humorvollen Schreibstil. Aus der Ich-Perspektive begleiten wir Magnus auf seinem Abenteuer, wie er seine Abstammung erkennt, Schlachten schlägt und besondere Fähigkeiten an sich erkennt. Dass Rick Riordan hier eine super Vorarbeit geleistet hat, bemerkte ich als Leserin daran, dass ich so ganz nebenbei auch noch allerlei über die verschiedenen Welten, den Weltenbaum, Ragnarök (Götterdämmerung), Walhalla, Walküren und die nordischen Götter – alles wichtige Bestandteile der nordischen Mythologie – erfuhr. Da mich das sowieso sehr interessiert, bin ich hier voll auf meine Kosten gekommen.

Magnus erinnert mich manchmal von seinem Wesen her an Percy Jackson, doch legt er in Sachen freches und vorlautes Mundwerk nochmal eine Schippe oben drauf. Auch andere Parallelen zu den Percy Jackson-Büchern fallen immer wieder auf. Daran darf man sich aber nicht stören. Die Handlung an sich ist voller Action, Feuer und Gefahren. Ich hätte mir allerdings etwas mehr Tiefgang gewünscht, denn oftmals erinnert der Ablauf dieser Geschichte an eine Folge von Herausforderungen. Sobald die eine gemeistert ist, stellt sich die nächste Herausforderung, die es zu bestehen gilt.  Der rote Faden, der uns durch die über 500 Seiten starke Geschichte führt, war für mich daher nicht immer erkennbar. Daraus entsteht dann auch die ein oder andere Länge, die nicht hätte sein müssen. Im Mittelpunkt steht jedoch immer die Freundschaft zwischen Magnus und seinen Weggefährten, was mir sehr gut gefiel.

Fazit
Nordische Mythologie, viel Spannung und unverwechselbarer Humor – so lässt sich der Reihenauftakt „Magnus Chase. Das Schwert des Sommers“ von Rick Riordan beschreiben. Dieser Mann schafft es einfach immer wieder mich mit seinen Büchern zu begeistern. Sowohl Fans des Autors sowie Neueinsteiger werden ihren Spaß mit diesem gelungenen Jugendbuch haben! Ich freue mich auf die Fortsetzung!

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121 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

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Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

Genki Kawamura , Ursula Gräfe
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 23.04.2018
ISBN 9783570103357
Genre: Romane

Rezension:

Ein 30 Jahre alter Postbote geht jeden Tag zur Arbeit, obwohl ihn kürzlich eine hartnäckige Erkältung plagt. Fieber, Kopfschmerzen – wirklich unangenehm. Dann entschließt er sich doch (trotz seiner Abneigung gegenüber Ärzten) eine Untersuchung durchführen zu lassen. Was dabei herauskommt? Er ist gar nicht erkältet, sondern hat einen Gehirntumor im Endstadium. Völlig neben sich kommt er daheim in seiner Wohnung an und es wird noch schockierender, denn es erscheint ihm eine Person, die genauso aussieht wie er selbst. Dieser Doppelgänger entpuppt sich als der Teufel höchstpersönlich und bietet ihm einen Pakt an. All dies beginnt an einem Montag…

Über die 192 Seiten begleiten wir den jungen Postboten eine Woche lang durch sein Leben. Es geht dabei um verpasste Gelegenheiten und Erlebnisse sowie verlorene Zeit, aber vor allem darum was wichtig im Leben ist. Der Teufel schenkt unserem Protagonisten nämlich jeweils einen weiteren Tag, den er länger lebt, im Tausch gegen materielle Dinge dieser Welt. Für den ersten geschenkten Tag, tilgt der Teufel plötzlich alle Telefone aus unserer Welt. Automatisch stellte ich mir als Leser natürlich die Frage: Worauf würde ich verzichten können? Was wäre mir ein solcher Tag wert? Und dann kommt es im Buch knüppelhart, als der Teufel alle Katze verschwinden lassen möchte. Einschließlich dem geliebten Kater unseres Postboten.

Die Ich-Perspektive ist hier clever gewählt, denn so konnte ich trotz der kurzen Geschichte und des namenlosen Protagonisten, sehr schnell in die Erzählung eintauchen. Ich fühlte mich dem jungen Mann verbunden, konnte mich in ihn hinein versetzen und das obwohl ich nicht mal seinen Namen kenne. Unser todgeweihter Protagonist lässt in der Kürze der Zeit sein Leben Revue passieren, wobei seine deprimierte Grundstimmung durchaus deutlich wird. Es entsteht eine ganz besondere, leicht poetische Atmosphäre, die nur manchmal getrübt wird, wenn sich unser Postbote zu oft wiederholt.

Trotz der sehr ernsten Thematik schreibt Genki Kawamura fließend, unterhaltsam und vergisst dabei auch die Prise Humor nicht. So lässt sich das schmale Buch auch innerhalb von wenigen Stunden lesen. Mit etwas mehr Tiefe hätte es mir allerdings besser gefallen, denn dieses Buch bringt mit seiner frischen, genialen Idee so viel Potential mit, um ganz unterschwellig noch philosophischer zu werden. Insgesamt ist es jedoch ein schönes, hochwertiges Buch, das ich bestimmt irgendwann noch einmal lesen werde!

Fazit
„Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden“ ist ein schmales, schön gestaltetes Buch mit einer genialen Idee, die zum nachdenken anregt. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage was uns im Leben glücklich macht, was wichtig erscheint und was wir bereit sind für unser Leben zu opfern.
Blog: Tintentick

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Wahrscheinlich ist es Liebe

Paul Reizin , Sibylle Schmidt
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Wunderraum, 23.04.2018
ISBN 9783336547869
Genre: Liebesromane

Rezension:

DIE OPTIK:
Wunderschöne Gestaltung, ein hochwertiger Buchdeckel mit einem in Leinen eingefassten Buchrücken, eine liebevolle Seitengestaltung - ja, Wunderraum Verlag. Diese Bücher fallen einfach ins Auge. Da kommt sicherlich kaum jemand in der Buchhandlung drum herum und muss sie einfach in die Hand nehmen. Ich bin ja ein bisschen verliebt in diese gebundenen Titel...

AIDEN, JEN UND DER EX: 
In „Wahrscheinlich ist es Liebe“ lernen wir Aiden kennen – das „AI“ in seinem Namen steht für artificial intelligence – denn Aiden ist eine Maschine mit künstlicher Intelligenz. Aiden greift unter anderem auf Handy-Kameras, Tablets und das Internet zu und wurde programmiert, um in der Arbeitswelt den Mensch unterstützen (ersetzen?) zu können. So könnte Aiden zukünftig in einem Callcenter arbeiten, mit Menschen interagieren und ihnen Tipps geben. Um all das zu Erproben und Weiterzuentwickeln, lebt Aiden bei Jen. Jen wurde dafür ausgewählt „ihn“ im Umgang mit Menschen zu schulen und dabei zu testen. Die beiden sprechen über Bücher, schauen zusammen Filme, unterhalten sich über Privates. Doch währenddessen erkennt Aiden auch Jens Einsamkeit und so beschließt er, dass es Zeit für einen neuen Mann in ihrem Leben wird. Daher macht er sich entschlossen auf die Suche… und so kommt Tom ins Spiel.

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ:
Die Thematik der künstlichen Intelligenz ist brandaktuell und schon zu Beginn fallen die Parallelen zu Systemen wie Amazons Alexa, Google und Co auf. Aiden hört mit, sieht mit, greift auf private Korrespondenz zu und hat zu allem Zugang, das irgendwie im World Wide Web auffindbar ist. Digitale Vernetzung definiert die Privatsphäre neu. Dazu wird die Frage aufgeworfen, inwieweit Menschen durch Maschinen ersetzt werden und wie viel Macht sie tatsächlich über uns ausüben können. In einer Zeit, in der bspw. Industrie 4.0 als Schlagwort omnipräsent ist, ein heißes Thema. Diese Problemstellungen drängen sich aber nicht auf, sondern sind einfach als Beiwerk zu betrachten, das mit einer solchen künstlichen Intelligenz verknüpft ist. Diesen Hintergrund für eine romantische Komödie zu wählen, empfand ich als total faszinierend und definitiv als Stoff zum darüber nachdenken.

BESONDERES LESEGEFÜHL:
Paul Reizin schafft in „Wahrscheinlich ist es Liebe“ mit Aiden eine interessante Figur (Maschine?), die nicht nur technologisch begeistert, sondern auch eine angenehme, humorvolle, zahlenliebende Erzählstimme erhält. Seine Sicht der Dinge las ich am liebsten. Neben Aiden erleben wir die Geschichte auch aus der Ich-Perspektive von Jen, die unter der Trennung von ihrem Ex-Freund leidet und sich in ihrer Trauer zu verlieren droht. Ich mochte die sympathische, 34 Jahre junge Frau und konnte nachvollziehen, wieso Aiden Handlungsbedarf erkennt. Mit fortschreitender Seitenzahl lernen wir dann noch Aisling und Sinai kennen, ebenfalls beide künstliche Intelligenz mit ganz eigener Persönlichkeit, und den geschiedenen, einsamen Tom.

Die Kapitel hält Paul Reizin kurz (teilweise sehr kurz) und beleuchtet Vorkommnisse aus unterschiedlichen Perspektiven, was für mich anfangs gewöhnungsbedürftig war. Dran bleiben lohnt sich aber! Die Stärke des Buchs liegt neben den großartigen Dialogen in der Kombination von Witz und Romantik. Paul Reizin brachte mich mehr als einmal zum Grinsen und hält mit Aiden, meinem persönlichen Star dieser Geschichte, sowie einem Gegenspieler die Spannung stets aufrecht. Die Liebesgeschichte liest sich ebenfalls schön, auch wenn Jen und Tom manchmal weniger real wirken als Aiden. Dennoch entwickelt dieses ungewöhnliche Werk eine regelrechte Sogwirkung. Ich konnte es nur mit Überwindung zur Seite legen und hoffte mit den Figuren, dass alle ihr Glück finden würden. Mit einem Epilog, der mich dann glücklich lächeln ließ, findet dieser Titel ein rundes Ende. „Wahrscheinlich ist es Liebe“ ist eine außergewöhnliche romantische Komödie, die einfach wunderbar unterhält.

Fazit:
In diesem aufwändig gestalteten Buch finden zwei einsame Personen durch die Hilfe künstlicher Intelligenz zueinander. Paul Reizin verbindet in „Wahrscheinlich ist es Liebe“ die drei Zutaten Witz, Romantik sowie künstliche Intelligenz und schafft damit ein ganz besonderes Buch. Dieses Buch wird jeden begeistern, der eine spannende Unterhaltung sucht, die ins Herz geht, aber auch zum Nachdenken anregt.
Blog: Tintentick

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Liebe mich, wer kann!

Julia Bähr
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.12.2016
ISBN 9783734104015
Genre: Liebesromane

Rezension:

Auf der Suche nach einer lustig-leichten Lektüre, die mir ein Happy End garantiert, bin ich direkt bei diesem pinken Cover mit den Pinguinen gelandet. Irgendwie schreit die ganze Optik schon nach Wohlfühlbuch für einen sonnigen Nachmittag in meiner Hängematte. Julia Bähr kenne ich nämlich bereits von „Wer ins kalte Wasser springt, muss sich warm anziehen“, das mir als gute Sommerlektüre in Erinnerung geblieben ist.

In „Liebe mich, wer kann“ lernen wir Greta kennen, die gerade so gar kein Glück im Leben hat. Nur anderthalb Jahren nach ihrer Hochzeit ist sie wieder Single, ihr Ex-Mann Erik ist ein Idiot und sonst läuft auch wirklich gar nichts nach Plan. Greta trauert Erik nach, aber eigentlich möchte sie sich nicht unterkriegen lassen. Wo ist nur ihr Traummann?

Greta, 33 Jahre, ist eine sympathische, realitätsnahe Person, in die ich mich gut hinein versetzen konnte. Manchmal hatte ich allerdings den Eindruck, dass ein bisschen weniger Naivität und weniger Übertreibung ihr gut getan hätte. Sie versucht sich selbst zu helfen, indem sie zu einem Psychologen geht (der natürlich auch reichlich schräg ist). Und sie versucht es mit Lachtraining. Durch ihren Psychologen schafft das Buch dann auch die Verbindung zu den Pinguinen, denn jeder Patient in dieser Praxis darf sich zu erst ein "Powertier" aussuchen. Faultiere gab es leider nicht. Also wählt Greta den Pinguin. Sie hofft, dass es ihr durch all diese Maßnahmen bald besser geht, sie nicht mehr so viel trinkt (Filmrisse sind doof) und sie dann aufhört diese Emails mitten in der Nacht an ihren Ex zu senden. Bei all dem hat sie ihre beste Freundin seit Schulzeiten Katka an ihrer Seite. Katka ist ein richtiger Sonnenschein, der die Welt nicht so bitterernst nimmt und eine herzensgute Person ist.

Die Geschichte glänzt natürlich nicht durch Originalität und vieles ist auch vorhersehbar, doch wenn ich zu solch einem pinken Exemplar greife, dann erwarte ich einfach kurzweiligen Spaß. Leider ist das Buch nicht ganz so kurzweilig wie erwartet, denn stellenweise wirkt „Liebe mich, wer kann“ eher langatmig und unausgereift. Mir dauerte es schon allein zu lange bis sich der Traummann endlich blicken ließ - und ganz ehrlich, darauf wartet man och bei einem solchen Buch, oder? Der humorvolle Erzählton mit Schmuzelgarantie in der Ich-Perspektive kann die fehlende Spannung leider auch nicht mehr ausbügeln. Insgesamt ist es so ein „Okayyy“-Buch für Zwischendurch, das man lesen kann, aber definitiv nicht muss. Vielleicht klappt es das nächste Mal wieder besser mit uns, Frau Bähr?

Fazit
„Liebe mich, wer kann“ bringt uns einen humorvollen Schreibstil und sympathische Figuren mit authentischen Problemen. Leider fehlt es dem Buch an Spannung und so bleibt der erwartete kurzweilige Lesespaß eher auf der Strecke. Schade!
- Blog: Tintentick

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126 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

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Die Dunkelmagierin

Arthur Philipp
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.02.2017
ISBN 9783734160790
Genre: Fantasy

Rezension:

Arthur Philipp ist das Pseudonym eines deutschen Fantasyautors. Der Verlag gibt allerdings zwei wichtige Hinweise (Jahrgang 1965, aus Mainz), die den neugierigen Leser vor kein großes Geheimnis stellen. „Die Dunkelmagierin“ ist ein High Fantasy-Werk, das ich mehrmals angefangen habe zu lesen und nach einigen Seiten wieder zur Seite gelegt habe. Nun habe ich es allerdings doch geschafft das Buch fertig zu lesen und fühle mich in meinem ersten Eindruck bestätigt. Wie der ist? Und warum? Ich versuche es zu erklären…

„Die Dunkelmagierin“ spielt in einer mittelalterlichen Welt, die neugierig macht und eine interessante Vergangenheit mitbringt. Auch Magie sowie eine Zauberschule gibt es dort. Unsere Protagonistin Feja stammt aus eher ärmlichen Verhältnissen, spürt die Magie in sich, doch weiß sie nicht um deren Anwendung und die Existenz der magischen Welt. Entsprechender Unterricht soll dem Abhilfe schaffen, denn ein Graumagier möchte sie auf einer Zauberschule aufnehmen und ihr großes magisches Potential fördern. Hier fühlte ich mich an Harry Potter erinnert, nur dass wir uns nicht im London der heutigen Zeit befinden, sondern in einer High Fantasy Welt samt Intrigen und politischen Machtspielen. Vom Grundgedanken her, gefällt mir das Buch absolut.

Aufgrund der Komplexität dieser Welt voller Aufstände, Krieg und Armut werden in kurzer Zeit jedoch entsprechend viele unterschiedliche Personen, Ortschaften und Begriffe eingeführt, sodass sich bei mir zwangsläufig Verwirrung einstellte. Da insbesondere Personen oft nur oberflächlich charakterisiert werden, fällt eine Zuordnung schwer. Vieles wirkte zudem wirr und für die eigentliche Handlung nicht relevant, sodass ich zunehmend einen roten Faden vermisste. Die junge Feja selbst tat ihr übriges: Sie ist naiv, handelt zunehmend nicht nachvollziehbar und wird insgesamt zum Instrument der Graumagier. Wir beide sind einfach nicht warm miteinander geworden.

All diese Schwachstellen wären zu verschmerzen gewesen, wenn mich irgendwann mit fortschreitender Seitenzahl die Handlung überzeugt hätte. Doch ich hatte den Eindruck als wolle der Autor möglichst viel Inhalt auf die 576 Seiten verteilen, schaffte es dabei aber nicht sich für eine klare Richtung zu entscheiden und den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Der durchaus interessante Weltenentwurf kann leider die unsympathische Protagonistin und die Verwirrung nicht aufwiegen. Auch der Schreibstil, der oft langatmig und abschweifend war, konnte das Buch nicht retten. Schade, Arthur Philipp, aber die Fortsetzung werde ich wohl nicht lesen.

Fazit
„Die Dunkelmagierin“ fällt durch das tolle blau gestaltete Cover auf und spielt in einer mittelalterlichen High Fantasy-Welt. Leider fehlen dem Buch hauptsächlich der rote Faden sowie ein gut ausgearbeiteter Spannungsbogen. Für mich besitzt dieses Werk zu viele Schwachstellen und gefiel mir daher leider nicht.

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95 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

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Summ, wenn du das Lied nicht kennst

Bianca Marais , Heike Reissig , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Wunderraum, 12.03.2018
ISBN 9783336547944
Genre: Romane

Rezension:

„Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ spielt im Jahr 1976 in Südafrika, als das Land noch von der gesetzlich festgelegten Apartheid geprägt war und die nicht-weißen Menschen in Südafrika unterdrückt wurden. Der Soweto Aufstand, eine Demonstration schwarzer Schüler, verstärkt den Konflikt zwischen schwarzen und weißen Menschen und führt durch tragische Umstände die 9-jährige Robin und die verwitwete, alleinerziehende Xhosa-Frau Beauty zueinander. Während Robins Eltern ums Leben kommen, verschwindet Beautys 17-jährige Tochter spurlos. Beauty kümmert sich fortan um Robin, die bei ihrer berufstätigen Tante unterkommt, und sucht weiterhin nach ihrer vermissten Tochter. Die beiden verbindet ein enges Band, doch was passiert, wenn Beauty ihre Tochter wiederfindet?

„Summ, wenn du das Lied nicht kennst” ist eine Geschichte über Liebe, Verlust, Rassismus und die Bedeutung von Freundschaft und Familie. Bianca Marais schafft mit ihrem Debüt eine bildhafte, ausdrucksstarke und poetisch geschriebene Geschichte, die sofort fesselt und berührt. Die Beschreibung von Landschaft, Rassentrennungspolitik, multikultureller Bevölkerung und historischen Begebenheiten machen dieses Buch authentisch und lassen uns Teil einer vergangenen Zeit sein.

Aus wechselnden Ich-Perspektiven verleiht sie jeweils Robin und Beauty einen ganz eigenen Ton und brilliert dabei durch die Charakterisierung ihrer Figuren. Während Beauty eine starke, intelligente Person ist, die aus Überzeugung handelt, erscheint Robin oft naiv und flüchtet sich bedingt durch ihre Einsamkeit oft in eine Scheinrealität. Zu Beginn mochte ich die Perspektive von Robin sehr gerne, da sie mich mit ihrem kindlichen Verständnis auch in ernsten Situationen zum Schmunzeln brachte. Robin ist geprägt durch ihre bisherige Erziehung und erst durch Beauty hinterfragt sie ihre rassistischen Wertevorstellungen. In der zweiten Buchhälfte präsentiert sich das Mädchen aber zunehmend unglaubwürdig und das überraschte mich negativ.

Leider nimmt Bianca Marais mit den Ereignissen in den letzten Kapiteln dem Buch seine Authentizität, die für mich diesen Titel zu einem Highlight hätte werden lassen können. Geschehnisse, die konstruiert wirken und Action, die nicht zum Stil passt, schwächten mein Leseerlebnis ab. Bianca Marais verschenkt mit dem Buchende einiges an Potential, das „Summ, wenn du das Lied nicht kennst“ zu einer absolut runden Sache gemacht hätte.

Zum Schluss meiner Rezension muss ich unbedingt noch auf die Gestaltung des gebundenen Buchs eingehen: Der hellgründe Buchrücken aus Leinen, das Lesebändchen, die farbliche Gestaltung und Haptik sind umwerfend! Ich bin wirklich begeistert von diesem Schmuckstück und werde mir auf jeden Fall auch die anderen Bücher aus diesem Verlag ansehen…

Fazit
"Summ, wenn du das Lied nicht kennst" ist ein bitter-schönes Buch, das während der Apartheid-Ära in Südafrika spielt und zwei besondere Schicksale in den Mittelpunkt stellt. Mit dieser ausdrucksstarken, emotionalen Geschichte beschreibt Bianca Marais die Verbindung zweier Menschen, die sich durch tragische Umstände gefunden haben. Optisch ist das Buch ein wahres Schmuckstück, doch büßt es durch die Geschehnisse zum Ende hin einiges an Lesebegeisterung ein. All jenen, die gerne berührende Bücher über vergangene Zeiten lesen, kann ich dieses Debüt empfehlen!    

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Jinx - Bigtime 3

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.04.2018
ISBN 9783492281553
Genre: Fantasy

Rezension:

Nach Carmen Cole (Karma Girl, Bigtime 1) und Fiona Fine (Hot Mama, Bigtime 2) steht nun Bella Bullucci im Mittelpunkt von Teil 3 der Bigtime-Reihe. Bella kennen wir schon aus den vorhergehenden Teilen als Schwester von Johnny, doch viel wissen wir bisher nicht über sie. Hat sie womöglich auch eine geheime Superheldenidentität? Welche Rolle spielt sie in Bigtime? In dieser Rezension erzähle ich euch davon und gebe euch einen kleinen Einblick in "Jinx".

WORUM GEHT’S? SUPERHELDEN!
Schwebende Gläser, das Essen mit den Fingern toasten – gar nichts ungewöhnliches bei einem Abendessen mit Superhelden. Doch Bella versucht all das lieber zu ignorieren. Am liebsten ignoriert sie gleich alles was mit Superhelden und Erzschurken zu tun hat. Das ist bloß gar nicht leicht für Bella, denn in Bigtime leben sehr viele davon. Die kunstliebende Bella arbeitet lieber als Modedesignerin im Familienunternehmen. Und ihre eigene Kraft - Glück und Unglück - bezeichnet sie als Jinx. Sie hat nämlich keine Kontrolle darüber, Glück und Unglück ziehen sie einfach an. Dadurch passieren immer wieder diverse Desaster, die sie so gar nicht vorhergesehen hat.
Bellas Superkraft empfand ich als originell und anders als Feuerblitze abzufeuern oder Dinge schweben zu lassen. Ihre Superhelden-Abneigung und die leichte Dickköpfigkeit sind authentisch und nachvollziehbar, obwohl mir Bellas weinerliches Verhalten und ihre Wankelmütigkeit manchmal doch ein genervtes Augenrollen abverlangte.

SCHLIMM, SCHLIMMER, AM SCHLIMMSTEN!
Als Bella auf den attraktiven Debonair trifft, stellt er ihre Welt auf den Kopf. Debonair kann sich teleportieren und nutzt diese Fähigkeit, um Kunst zu stehlen. Obwohl sie eigentlich mit all dem nichts zu tun haben will, findet sie ihn anziehend. Und nun? Die Sache wird noch komplizierter als sie plötzlich einen auf einer Veranstaltung ausgestellten Saphir in der Hand hält und vor dem Schurken Hangman fliehen muss.

SCHMUNZEL-GARANTIE
Bigtime ist keine Reihe, die den Leser tiefschürfend unterhalten möchte und sich selbst nicht sonderlich ernst nimmt. Bigtime ist ein leichter Lesespaß, der durch den überspitzten Ton seinen ganz eigenen Charme mitbringt. Obwohl sich Jennifer Estep kaum Mühe gibt, die Vorhersehbarkeit auf ein Minimum zu begrenzen, machen ihre Superhelden-Bücher einfach Spaß. Sie schreibt flüssig, actionreich und spannend und lässt uns aus der Sicht ihrer Protagonisten in eine urkomische Welt eintauchen. Die Gradwanderung zwischen alberner, überdramatisierter Geschichte und großartiger Unterhaltung schafft sie spielend. Karma Girl begeisterte mich, Hot Mama empfand ich als etwas schwächer, doch mit Jinx gelingt Jennifer Estep wieder eine super Geschichte. Mir hats gefallen, Teil 4 kann kommen!

Fazit
Mit Jinx legt uns Jennifer Estep den 3. Teil der Bigtime-Reihe vor, der gewohnt locker-komisch in die Welt der Superhelden entführt. Bellas außergewöhnliche Superkraft und ihre Abneigung gegenüber Superhelden und Erzschurken, machen sie zu einer authentischen Protagonistin. Die gewohnte Portion Action, die Spannung und das Wiedersehen vieler lieb gewonnener Figuren, machen diese Geschichte perfekt für einen sommerlichen Tag in der Hängematte oder um einfach der Ernsthaftigkeit des Alltags zu entfliehen. 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Salat satt

Amanda Hesser , Merrill Stubbs , Food52 Inc. , trans texas publishing services GmbH
Fester Einband
Erschienen bei Südwest, 16.04.2018
ISBN 9783517096902
Genre: Sachbücher

Rezension:

„Salat satt“ ist ein gebundenes Buch, das hochwertig in der Hand liegt und durch die satten Farben auf dem Buchdeckel direkt „vielfältig“ und „lecker“ ruft. Der Eindruck täuscht nicht, denn im Inneren steckt eine wirklich abwechslungsreiche, durchdachte Rezeptevielfalt mit schönen Fotos. Bei manchen Kombinationen diverser Lebensmittel dachte ich mir „Huch, das ist mal was Anderes“, denn gewöhnlich sind die Salatideen nicht. Die Autorinnen denken originell, kreativ und versuchen Neues. In „Salat satt“ wird geröstet, gedünstet, frittiert, marniert und mehr. Die 60 Rezepte für Hauptgerichte werden dabei unterteilt in Blattsalate, Salate mit allerlei Gemüse, Salate mit Getreide und Hülsenfrüchte, Salate mit Pasta und Brot, Salate mit Fisch und Meeresfrüchten sowie Salate mit Fleisch. Da mich Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch weniger ansprechen, stürzte ich mich zuerst auf die anderen Kapitel!

Mein erster Versuch war ein Grünkohlsalat Caesar-Style mit gebratenen Zwiebeln. Die Vorgehensweise war leicht verständlich erklärt, die Zutaten nicht allzu ausgefallen und das wichtigste: Geschmeckt hat es super! Die Bewährungsprobe hat „Salat satt“ direkt bestanden. Am Wochenende danach war ein Krautsalat mit Hähnchen, geröstetem Sesam und Mandelblättchen auf dem Speiseplan! Und meine Güte, das war so lecker! Ich habe das Rezept kurz darauf noch mit Chinakohl statt Kraut versucht… mein neuer Lieblingssalat! Aber auch der Mais-Graupen-Salat, Fattusch mit Curry-Blumenkohl oder der Brokkoli-Linsen-Salat wird bei mir nun öfter gegessen.

Mit „Salat satt“ habe ich auch neue Zutaten kennengelernt. Gelbe Beete kannte ich bisher noch nicht, auch Okra war mir bisher unbekannt. Die meisten der Zutaten in den vorgestellten Rezepten lassen sich einfach beschaffen, bei wenigen wird aber direkt auf den Internethandel verwiesen. Gerade letzteres begeisterte mich nicht sonderlich, aber Ausnahmen dürfen schon sein. Insgesamt freue ich mich sehr über dieses hochwertige, außergewöhnliche Buch und kann es den experimentierfreudigen Salat-Freunden unter euch nur empfehlen!

Fazit
Hochwertig gestaltet, tolle Fotos, vielfältige und leckere Rezepte – „Salat satt“ macht bereits beim Schmökern Hunger! Für jeden, der gerne seinen Speiseplan um leckere, kreative Salatrezepte erweitern möchte, ein absoluter Buchtipp!

- Blog: Tintentick

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452 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 140 Rezensionen

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Cold Princess

Vanessa Sangue
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei LYX, 29.03.2018
ISBN 9783736304369
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als Jugendliche verlor Saphira de Angelis bei einem Autounfall ihre Familie. Jetzt ist sie 26 Jahre alt und „Capo“ von einer der beiden einflussreichen Mafiafamilien in Palermo. Die beiden verfeindeten Mafiafamilien verloren jeweils wichtige Menschen und schwören seither auf Rache. Saphira will keine Schwäche zeigen und ihre Familie stark führen, doch in der Gegenwart ihres Leibwächters Madox kann sie an ihren Grundsätzen nur schwer festhalten. Zwischen Saphira und Madox besteht eine starke Anziehung, die beide nicht ignorieren können.

„Cold Princess“ ist nicht mein erster Roman im Dark-Romance-Gerne und die durch den Klappentext geschürte Vorfreude war enorm. Ich erwartete eine spannungsgeladene, düstere Geschichte mit viel südländischer Atmosphäre und mitreißende Emotionen. Die gleich zu Beginn des Buchs aufgeführte Warnung, die darauf hinweist, dass die Geschichte nichts für sanfte Gemüter ist, trug ihr übriges zu meiner Neugierde bei. Gleich darauf lernen wir auch schon Saphira und Madox kennen und tauchen in die Welt der Cosa Nostra, ihrer Familien und den Machtspielen ein.

Erzählt wird „Cold Princess“ im Stil des personalen Erzählers, wobei Vanessa Sangue uns hauptsächlich die Geschichte aus der Perspektive von Saphira und Madox erleben lässt. Aber auch der Boss der gegnerischen Mafiafamilie kommt zu Wort. Genau in diesem Stil liegt die erste große Schwachstelle des Buchs, die schon nach wenigen Kapitel auffällt. Die Figuren verschweigen uns nichts, sodass sie mit uns Leser bereitwillig alle Geheimnisse, Motivationen und geplanten Vorgehensweisen und weiteren Pläne teilen. Schon innerhalb der ersten Kapitel wird nahezu alles aufgedeckt, was uns hätte rätseln lassen können und wir müssen uns gar keine Gedanken mehr machen. Über diesen Stil war ich wirklich überrascht, denn ich fragte mich was da nun noch kommen soll, um mich bei der Stange zu halten. Leider machte mir die folgende Vorhersehbarkeit die ganze Lesefreude und Spannung dann zu Nichte.

Neben diesem unglücklich gewählten Erzählstil fallen auch die Wiederholungen von Charakterbeschreibungen auf. Madox definiert sich als Killer. Mehrfach. Und das war es dann auch schon. Ähnlich ging es mir mit Saphira, die ebenso eindimensional erscheint. Ich bekam so überhaupt keinen Zugang zu den beiden Figuren, denn die Oberflächlichkeit zieht sich durch das ganze Buch. Daneben leidet die Glaubwürdigkeit durch die teilweise sehr plumpe und eintönige Wortwahl und zieht irgendwie alles ins Komische. Plötzlich wirkt auch die Warnung am Buchbeginn irgendwie stark überzogen und lächerlich. Die Sexszenen, die einen großen Teil des Buchs einnehmen, brachten mich eher zum Kopf schütteln, als dass Emotionen aufgekommen wären. Diese Szenen laufen in ihren Grundzügen auch alle gleich hab, weshalb ich sie aus mangelndem Interesse schlussendlich überflogen habe. Insbesondere durch den hohen Sexanteil in der ersten Buchhälfte, erfährt die Handlung obendrein noch eine Durststrecke. Auch wenn sich alles schnell und flüssig lesen lässt, so habe ich mir dieses Buch ganz anders vorgestellt.

Leider bin ich in meinen Erwartungen sehr enttäuscht worden, denn „Cold Princess“ fehlt es nicht nur an Spannung, Emotionen und tollen Charakteren, sondern lässt auch das südländische Flair vermissen. Palermo hätte daher auch gut in New York, London oder woanders sein können. Wir bekommen von der Außenwelt nichts mit, eine italienische Mafia-Atmosphäre ist nicht vorhanden. Den Folgeband „Fire Queen“ werde ich daher nicht lesen, auch wenn Band 1 mit einem Cliffhanger endet. Und was bleibt nun? Ein wirklich tolles blaues Buchcover, das im Regal fantastisch aussieht. Immerhin etwas. Dabei wollte ich dieses Buch so gern mögen, jedoch war es für mich einfach nichts.

Fazit
Meine großen Erwartungen konnte Vanuessa Sangue leider nicht erfüllen. „Cold Princess“ ist geprägt von Vorhersehbarkeit, oberflächlichen Charakteren und vieles verliert aufgrund des Erzählstils und dem Verhalten der Figuren an Glaubwürdigkeit. Außer dem wunderschönen Cover, kann ich diesem Dark Romance-Buch nichts abgewinnen. Schade! 1,5 Sterne.

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Die Blutkönigin

Sarah Beth Durst , Michaela Link
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 30.10.2017
ISBN 9783764531881
Genre: Fantasy

Rezension:

Stellt euch ein Königreich vor, das in einen Urwald hinein gebaut wurde, sodass Menschen in Häusern auf großen Bäumen leben und Brücken sowie Pfade durch die Baumkronen führen. In „Die Blutkönigin“ spielt ein solches Königreich eine maßgebliche Rolle. Denn in Aratay leben nicht nur Menschen, sondern auch tödliche Elementargeiser, die ihre Kraft aus Luft, Wasser, Erde, Holz und Eis ziehen. Diese Geister sind den Menschen gegenüber feindlich gesinnt und doch kann die Natur ohne diese Wesen nicht existieren. Den Menschen bleibt nichts Anderes übrig als auf ihre Königin und die Thronanwärterinnen zu vertrauen, da sie die einzigen mit der Macht sind, Kontrolle auszuüben und so das Gleichgewicht zwischen Natur und Elementargeistern zu bewahren.

In dieser besonderen Welt lebt die junge Daleina mit ihrer Familie. Für das 10-jährige Mädchen ändert sich vieles, als sie in einer sehr gefährlichen Lage erkennt, dass sie über die Fähigkeit verfügt, den Geistern gegenüber Befehle äußern zu können. Nur so kann sie ihre Familie retten, während das restliche Dorf von den Geistern ermordet wird. Getrieben von der Motivation solche Tragödien verhindern zu können, entschließt sie sich für die Ausbildung ihrer Kräfte und eine der Thronanwärterinnen zu werden.

Daleina ist noch sehr jung und in „Die Blutkönigin“ begleiten wir sie durch ihre Ausbildung und beobachten wie sie reift, sich entwickelt und sich Ziele setzt. Für mich absolut positiv ist, dass Daleina nicht wie die Protagonistinnen in anderen Büchern, über eine besonders starke Macht verfügt und somit aus der Masse heraus sticht – nein, Daleinas Kräfte sind gering ausgeprägt und alles was sie erreicht, ist hart erarbeitet. Sie ist ein starker Charakter, denn sie ist clever, authentisch, erkennt die Wichtigkeit vieler Themen und versucht nicht aus Machthunger die neue Königin zu werden, sondern um die Menschen schützen zu können.

Und was macht dieses Buch wirklich besonders? Der Weltenaufbau und die Art der Magie sind spannend gestaltet und halten das Interesse stetig aufrecht. Die Idee, dass nur die Königin das Gleichgewicht zwischen Natur und Elementargeistern wahren kann, faszinierte mich. Manchmal fühlte ich mich vom Lesegefühl her etwas an „Das dunkle Herz des Waldes“ von Naomi Novik erinnert, das eines meiner Highlights im Jahr 2016 war. An anderen Stellen, gerade wenn es um ihre Ausbildung ging, kamen Erinnerungen an Harry Potter von J. K. Rowling und Sonea („Die Gilde der schwarzen Magier“) von Trudi Canaven auf.

Sarah Beth Durst erzählt ihre Geschichte aus der Sicht des personalen Erzählers. Sie lässt uns dadurch an Daleinas Leben teilhaben und uns durch Perspektivenwechsel noch tiefer in die Geschehnisse eintauchen. „Die Blutkönigin“ bringt dadurch eine gute Mischung aus unerwarteten Wendungen und ruhiger Spannung mit, wobei oft eine leicht düstere Grundstimmung mitschwingt und der Romanceanteil verschwindend gering ausfällt. Insgesamt stehen Daleinas Entwicklung, die Ausbildung der Thronanwärterinnen und Freundschaften im Mittelpunkt. Diese Geschichte lebt nicht von einer actionreichen Handlung, sondern schreitet langsam voran (in der ersten Buchhälfte manchmal etwas zu langsam) und entfaltet sich stetig. Zum Ende hin erwartet uns Leser dann zwar kein fieser Cliffhanger, aber es schürt definitiv die Neugierde auf eine Fortsetzung!

Fazit
„Die Blutkönigin“ lässt sich leicht beschrieben: Eine faszinierende Welt, eine authentische Protagonistin und viele Brotkrummen, die uns Sarah Beth Durst auf dem Weg durch diese Geschichte hinwirft und die definitiv das Potential für die Folgebände aufzeigen! Wer Fantasybücher mit einer vielschichtigen, magischen Welt schätzt, der sollte sich dieses Werk nicht entgehen lassen. 4,5 Sterne.

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1949, 2. weltkrieg, berlin, claire winter, diana-verlag, familiendrama, gegenwart und zweiter weltkrieg, journalismus, kriegsverbrechen, krimi, nachkriegsdeutschland, nachkriegszeit, nazizeit, vertuschung, zweiter weltkrieg

Die geliehene Schuld

Claire Winter
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Diana, 05.03.2018
ISBN 9783453291942
Genre: Romane

Rezension:

Aus mehreren Perspektiven (Vera, Jonathan, Lina, Marie) und mit personaler Erzählerstimme schrieb Claire Winter eine Geschichte, die in ein Nachkriegsdeutschland eingebettet ist während unter Adenauer ein neues Deutschland entstehen soll. Mit ihrem Schreibstil erzeugt sie ein detailreiches, lebendiges Kopfkino und erweckt ihre Charaktere zum Leben. Ich mag normalerweise am liebsten Bücher, die aus der Ich-Sicht geschrieben sind, da ich mich hier am besten in die Figuren hineinversetzen kann. „Die geliehene Schuld“ entfaltet aber schon nach wenigen Seiten eine derartige Sogwirkung, dass der Erzählstil gar nicht mehr auffällt, sondern man richtig in den Ereignissen gefangen ist. Zudem ist die Geschichte, die hier erzählt wird, grandios recherchiert. Im Mittelpunkt stehen neben den geschichtlichen Ereignissen zu dieser Zeit, vor allem Geheimnisse, Politik und Liebe. 

Das historische Setting, die Verbindung von Kriegsverbrechern, Geheimdienst und Juden bringen zum Staunen, erschüttern und vor allem berühren sie emotional. „Die geliehene Schuld“ überzeugt auf ganzer Linie, fesselt, informiert und füllt auch noch Tage nach dem Lesen die Gedanken. Diesen Pageturner kann ich jedem mit Nachdruck empfehlen, der gerne historische Romane liest!

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easton royal, erin watt;, erotik, familie, freundschaft, geheimnisse, hartley, high school, liebe, paper passion, piper verlag, royal, royals, schule, verlangen

Paper Passion

Erin Watt , Franzi Berg
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.11.2017
ISBN 9783492061162
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

„Paper Passion“ stellt den vierten Band der Reihe von Erin Watt da, in dem nun Easton Royal im Mittelpunkt steht und alles aus seiner Perspektive erzählt. In das Royal-Universum lässt sich dieses Buch somit nach den Ereignissen von Reed und Ella einordnen. Reed hat die High School mittlerweile abgeschlossen, sodass Ella und Easton sich nun an der Spitze der Schul-Hierarchie befinden.

Schon seit dem ersten Band war ich gespannt darauf, wie Easton wohl denkt und was ihn motiviert. Zu Beginn von „Paper Passion“ hatte ich jedoch meine Schwierigkeiten mit ihm, die sich aber mit fortschreitender Seitenzahl etwas legten. Eigentlich ist Easton ein lieber Kerl, der sich wahnsinnig schnell langweilt und von der Vergangenheit gezeichnet ist. All das prägt ihn und irgendwie taumelt er zwischen viel zu viel Alkohol, Schlägereien und schnellem Sex durch sein Leben auf der Suche nach sich selbst. Für ihn ändert sich jedoch vieles, als er auf die neue Schülerin Hartley trifft. Durch Hartley lernt er, was Freundschaft bedeutet, denn das selbstbewusste Mädchen bringt nicht nur eine starke Persönlichkeit mit, sondern entwickelt sich zu seinem Felsen in der Brandung. Die ruhige Hartley und ihre Schlagfertigkeit mochte ich sofort. Sie gibt Easton einen Korb, was der Frauenschwarm gar nicht kennt. Es war spannend zu beobachten, welche Wirkung sie auf Easton ausübte, wie er sich veränderte. Und vor allem wie sich die beiden dann doch näher kamen.

Im Vordergrund des Buchs stehen die Verletzlichkeit der Charaktere, die Päckchen, die sie zu tragen haben und wie sie gemeinsam stärker werden. Ja, Geschichten über kaputte Charaktere und Geschichten in denen das Mädchen den Bad Boy zähmt, kennen wir zu Hauf und originell ist es auch nicht, aber Erin Watt unterhält uns damit gut. Das ist die besondere Eigenschaft der Paper-Reihe, denn obwohl vieles so überzogen, realitätsfern, sexistisch und total daneben ist, stellt sich einfach diese Sogwirkung ein und schon eine kurze Lesepause fällt schwer. In diesem Teil fällt die übliche Dramatik jedoch geringer aus als in den vorhergehenden Bänden. Das Autoren-Duo hinter dem Pseudonym „Erin Watt“ liefert jedoch gekonnt ab und schmeißt uns einen Cliffhanger am Ende hin, der auf die Fortsetzung nicht neugieriger machen könnte. Hier holt uns dann mit einem Schlag die bisher geringe Dramatik ein. Am besten ihr bestellt euch gleich Band 5 vor, denn ihr werdet unbedingt wissen wollen wie es weitergeht.

Fazit
„Paper Passion“ lässt uns in die Gedankenwelt von Easton Royal eintauchen. Der vierte Band der Reihe ist emotional, fesselnd geschrieben und wirft uns direkt wieder in das gewohnte Royal-Leben hinein. Erin Watt zeigt uns zwei Protagonisten, die es im Leben nicht einfach haben und lässt uns durch die Ereignisse zum Buchende mit vielen offenen Fragen zurück. Fans der Paper-Reihe kann ich „Paper Passion“ empfehlen, wer die Vorgänger aber nicht mochte, der wird an Teil 4 auch keinen Gefallen finden.
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Die Abenteuer des Apollo - Das verborgene Orakel

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.08.2017
ISBN 9783551556882
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Percy Jackson gehört zu meinen literarischen Lieblingshelden und damit war Rick Riordans neue Reihe natürlich an entsprechende Erwartungen geknüpft. In „Die Abenteuer des Apollo. Das verborgene Orakel“ steht aber nicht mehr Percy im Mittelpunkt, auch wenn er seine Auftritte erhält, sondern der Gott Apollo. Mit dem ansprechenden Cover in dunkler Farbgestaltung ist der erste Eindruck schon sehr positiv. Doch was passiert zwischen den hübschen Buchdeckeln?

Mit einem unverwechselbaren Schreibstil und der Prise Rick-Riordan-Humor starten wir mit Apollo in ein neues Abenteuer. Und das beginnt mit einem unschönen Schock, denn Apollo stürzt vom Himmel und landet in einem Müllcontainer. Nach anfänglicher Verwirrung realisiert der Gott, dass Zeus ihn zur Bestrafung zur Menschlichkeit gezwungen hat. Als wäre das nicht schlimm genug, gerät Apollo auch noch an die 12-jährige Meg, muss sich von ihr helfen lassen und dann gemeinsam mit ihr in das Camp Halfblood flüchten. Das Drama wird komplett, als Apollo nicht nur mit dem Verlust seiner göttlichen Kräfte konfrontiert wird, sondern zusätzlich auch noch mit Akne, zu viel Fülle in der Körpermitte und anderen menschlichen Eigenschaften. Wie schafft er es wieder ein Gott zu werden und wieso funktioniert das Orakel von Delphi nicht mehr?

Apollo erzählt seine Geschichte in seiner sehr selbstverliebten, ironisch, sarkastischen Stimme und verleiht allem eine Note von übersteigertem Ego. Gerade dieser total überspitzte Ton, der sich durch das ganze Buch zieht, brachte mich oft zum Schmunzeln und sorgte stellenweise für einen durch heftiges Grinsen verursachten Kieferkrampf. Herrlich! Aber nicht nur das macht ihn zu einem ungewöhnlichen Charakter, denn er entwickelt sich im Lauf der Geschichte weiter und bleibt nicht dauerhaft diese Figur voller Egoismus.

Leider ist die schleppende Handlung mit vielen Längen nicht so originell wie unser Protagonist. Ich hatte stellenweise das Gefühl eine bunte Mischung aus allen bisher da gewesenen Percy Jackson-Büchern zu lesen - nur in langsameren Erzähltempo. Wir treffen viele altbekannte Charaktere wieder und erfahren einiges aus der griechischen Mythologie, aber leider sind das Setting und der Handlungsstrang ohne frischen Wind. Trotzdem ist es ein Buch mit Action und Humor, das hauptsächlich an Kenner und Fans gerichtet ist. Viele Anspielungen und Verweise auf vergangene Abenteuer entgehen dem bisher unwissenden Leser, sodass sich gelegentlich Verwirrung einstellen kann.

Fazit
In „Die Abenteuer des Apollo. Das verborgene Orakel“ tauchen wir wieder in die spannende Götterwelt von Rick Riordan ein. Der neue Reihenauftakt bringt ein Wiedersehen vieler altbekannter Charaktere und Handlungsorte mit, lässt aber ein wenig an Spannung vermissen. Vieles wird durch den speziellen Erzählton aber wett gemacht, denn diesmal steht nicht ein normaler Junge im Mittelpunkt, sondern der seiner Göttlichkeit beraubte, von Arroganz, Ironie und Sarkasmus erfüllte Apollo. Jedem Kenner von Rick Riordans Percy-Jackson-Bücher kann ich dieses neue, humorvolle Werk empfehlen!

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Save Me

Mona Kasten
Flexibler Einband: 446 Seiten
Erschienen bei LYX, 23.02.2018
ISBN 9783736305564
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nach der Begin-Reihe präsentiert uns Mona Kasten mit „Save Me“ ihren neuen Young/New Adult-Reihen-Auftakt im LYX Verlag, der optisch einfach der Knaller ist. Das Buchcover schimmert golden und wirkt edel. Ganz mein Geschmack - das hätte man nicht besser machen können. Das Setting führt uns nach Großbritannien an die Maxton-Hall-Privatschule und mitten hinein in das Leben von Ruby und James. Die beiden lernen sich ganz unverhofft kennen, als Ruby Zeuge von etwas wird, das nicht für ihre Augen bestimmt ist.

Wir erleben Ruby als eine sehr engagierte, strebsame 17-Jährige, die sich klare Ziele gesetzt hat. Mit ihrem Stipendium für eine angesehene Privatschule und den Aufgaben im Veranstaltungskomitee, kommt sie so ihrem Traum von einem Studium in Oxford schon sehr nah. Für ihr Alter erscheint die sympathische Ruby schon erwachsen und der Zugang zu ihr fiel mir besonders leicht, nicht zu letzt auch wegen ihrem Hang zu To-do-Listen und dem regen Einsatz von bunten Stiften in ihrem Terminplaner (Willkommen im Club, Ruby!). Rubys große Schwäche ist allerdings, dass sie zu schnell über Dinge hinweg sieht, die für manch anderen ein absolutes No-Go gewesen wären. Sie ist sich selbst nicht loyal, gibt anderen zu viel Macht über ihre eigene Person und das widerspricht sich mit dem Bild der starken Frau. Mal ganz davon abgesehen, dass ich sie manchmal hätte schütteln wollen… Ich habe Ruby ins Herz geschlossen, aber einfach war es mit ihr nicht.

James ist 18 Jahre jung, ein erfolgreicher Sportler an seiner Schule und kommt aus einer reichen Familie. Während ich mit Ruby gleich warm wurde, glich die Annäherung mit James eher einer Berg-und-Tal-Fahrt. Ich mochte sofort, dass er für seine Zwillingsschwester die Welt nach einem Desaster wieder gerade rücken will (wenn auch auf seine eigene Art). Im Laufe der Geschichte erlaubt er sich aber Fehltritt für Fehltritt und kommt dabei an eine Grenze, an der Versöhnung mit mir als Leser wirklich schwierig wird. Während Ruby strebsam und motiviert ist, scheint James ohne Rücksicht auf Verluste und ohne festes Ziel vor Augen durch sein Leben zu taumeln.

Neben Ruby und James werden hier noch viele andere Nebencharaktere eingeführt, die alle ihre eigene Persönlichkeit mitbringen. Als Leserin habe ich gemerkt, dass Mona Kasten versuchte all den Personen in Rubys und James‘ Umfeld Authentizität zu verleihen. Bei manchen gelang das sehr gut (Rubys Freundin Lin) und bei anderen lag der Fokus zu sehr auf einer einzigen Charaktereigenschaft (Ember).

In einem Interview mit Mona Kasten habe ich erfahren, dass Mona mit diesem Reihenauftakt strukturierter in ihrer Planung und der Umsetzung vorgehen sowie Neues ausprobieren wollte. Im Vergleich zu ihrer Begin-Again-Reihe schreibt sie nun aus wechselnden Perspektiven (James und Ruby), was ich sehr mochte. Sie erzählt locker, jugendlich und flüssig, sodass sie den Einstieg in „Save Me“ leicht macht. Die Handlung selbst bringt allerdings ihre Längen mit, speziell das Hin-und-Her zwischen den Protagonisten hätte etwas weniger Raum gut vertragen. Außerdem hätten diesem Buch auch mehr Orginalität, mehr Ideenreichtum und weniger Klischees sehr gut getan. Ich lese viel im New Adult-Bereich, sodass mir „Save Me“ wie eine Mischung aus Tillie Cole (Sweet Home-Reihe), Kristen Callihan (Game On-Reihe), Elle Kennedy (Off Campus-Reihe), Erin Watt (Paper-Reihe) vorgekommen ist. Damit reicht bei mir „Save Me“ leider nicht an die Begin-Reihe heran und ich hoffe, dass Mona Kasten ihren eigenen Weg wieder finden wird.

Fazit
„Save Me“ bringt gut ausgearbeitete, lebendige Charaktere mit, sodass sogar jede Nebenfigur eine eigene Persönlichkeit und jeweilige Geschichte erhält. Auch wenn die Handlung nicht neu ist und vieles an andere New Adult-Bücher erinnert, drückt Mona Kasten der Geschichte durch ihren lockeren, jugendlichen Schreibstil ihre eigene Note auf. Ich hoffe, dass sie an den Schwachstellen von „Save Me“ arbeitet und bin gespannt auf die Fortsetzung.
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The Goal – Jetzt oder nie

Elle Kennedy , Christina Kagerer
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.12.2017
ISBN 9783492312004
Genre: Liebesromane

Rezension:

Mit „The Goal“ präsentiert uns Elle Kennedy Band 4 ihrer erfolgreichen Off-Campus-Reihe, die schon seit „The Deal“ ihre Leser stetig aufs Neue begeistert. In ihrem neuen New-Adult-Buch treffen wir zwei Charaktere wieder, die wir bereits in den anderen Büchern kennengelernt haben: Sabrina James und John Tucker.

Sabrina erleben wir als verschlossene, zielstrebige Person, die mit harter Arbeit versucht ihrem bisherigen Leben eine neue Wendung zu geben. Ihre Abstammung und ihre finanziell nicht so gut situierte Familie, geben ihr oft das Gefühl selbst nicht so viel wert zu sein. Das Ziel ist daher: Ein Studienplatz in Harvard und dann einen Job in einer guten Anwaltskanzlei ergattern. Kurzum: Für ein Liebesleben, und schon gar nicht für einem Eishockeyspieler, existiert kein Platz in ihrem Leben. Doch dann lernt sie zufällig in einer Bar den gut aussehenden John Tucker kennen und eine verhängnisvolle Nacht später, verändert sich so einiges in deren beider Leben. Tucker ist einfühlsam, bodenständig und aufmerksam – doch zu Sabrina durchzudringen, scheint ein Kraftakt.

Sabrina ist eine Person, die aneckt und vermutlich von vielen Lesern nicht sofort ins Herz geschlossen wird. Sie ist kein einfacher Mensch und wird auch hinter ihrem Rücken als „Zicke“ oder „Schlampe“ bezeichnet. Aufgrund ihrer familiären Verhältnisse konnte ich sie verstehen bzw. ihre Motivation und ihre Gedanken nachvollziehen. Manchmal wollte ich ihr aber wirklich in ihren Sturkopf hinein reden und sie schütteln. Tucker hingegen ist ein Traum und sammelte von Seite zu Seite mehr Punkte auf meiner Sympathieskala!

Wie aus den anderen Büchern von Elle Kennedy bekannt, schreibt die Autorin aus wechselnden Ich-Perspektiven. Gekonnt flüssig führt sie uns durch die Geschichte, auch wenn das Erzähltempo manchmal etwas schneller hätte sein können und ich manche Seite eher überflogen habe. Denn bei „The Goal“ war mir der Sex zu stark im Mittelpunkt und ich konnte die Worte „Schwanz“ und „scharf sein“ zum Schluss nicht mehr sehen. Ich weiß, dass es sich hier um ein New Adult-Buch handelt und da darf der Sex nicht fehlen… Aber die prickelnden Funken, diese unterhaltsame Anbahnung und die Flirts bewegen sich zu sehr im Hintergrund. Genauso kam mir auch das Thema Freundschaft in diesem Werk zu kurz und das Wiedersehen mit alten Bekannten fiel ebenfalls spärlich aus. Schade, da ist Luft nach oben!

Fazit
Innerhalb der Off-Campus-Reihe unterhält Teil 4 mit einer ernsteren, weniger locker-leichten Leseatmosphäre und bringt Spannung durch zwei ungleiche Charaktere. Sabrina und Tucker sind ein ungewöhnliches Duo, das so manche Hürde nehmen muss. Insgesamt ist „The Goal“ jedoch nicht ganz so rund und stimmig, wie ich es von Elle Kennedy kenne – da sie den Maßstab aber selbst enorm hoch angelegt hat, kann ich dieses Buch trotzdem allen New-Adult-Lesern empfehlen!
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12 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der schönste Ort der Welt

Martha Schoknecht , diverse Übersetzer
Flexibler Einband
Erschienen bei Diogenes, 15.12.2017
ISBN 9783257244267
Genre: Romane

Rezension:

Martha Schokneckt präsentiert uns mit diesem Buch eine von ihr zusammen gestellte Sammlung 20 unterschiedlicher Beiträge zum „Tatort Buchhandlung“. Diese Auswahl erschien bereits im Jahr 2015, wurde nun aber vom Diogenes Verlag neu aufgelegt.

In den Erzählungen der Autoren geht es um allerlei: Otto Jägersberg wirft die Frage auf, warum es eigentlich keine speziellen Einschlafbücher gibt – solche, die nicht aufwühlen, nicht beschäftigen und bei denen man aufgrund sich schnell entwickelnder Müdigkeit nicht über die Seite 5 hinauskommt. Aber auch Mark Twain steuert drei amüsante Gedanken über Bücher bei. Ingrid Noll erzählt über das Publikum bei Lesungen und wie ihr das lesebegeisterte Volk begegnet. Bei Tom Krohn geht es um den Geruch von Büchern und George Orwell erzählt von seiner Arbeitszeit im Antiquariat samt Literaturabteilung sowie den Besuchern eben dieses Geschäfts.

Keine dieser Geschichten ähnelt einer anderen. Während der eine Autor gerade eine halbe Seite füllt, so erhalten wir von einem anderen eine zwanzig-seitige Kurzgeschichte. Von manchen der vertretenen Autoren, wie zum Beispiel Martin Suter oder Ingrid Noll, habe ich schon Bücher gelesen, manche Autorennamen habe ich aber bisher noch nie gehört und freue mich Neues kennenlernen zu können.

Dem Titel „Der schönste Ort der Welt. Von Menschen in Buchhandlungen“ nach, spielt der Buchhändler bzw. die Buchhandlung in jeder Geschichte eine Rolle, teilweise auch bloß untergeordnet. Primär stehen Bücher, der Leser, die Autoren und die Literatur im Allgemeinen im Vordergrund. Diese Themenbreite wird durch den Buchinhalt gut umgesetzt, aber wie das oft ist, gefällt nicht alles. Ich habe mir mehrere Abende für die einzelnen Geschichten Zeit genommen - dass muss man auch, um sie genießen zu können. Bei diesem Büchlein darf man dann natürlich keine Action, großartige Spannung oder ein abendfüllendes Unterhaltungsprogramm erwarten, denn es geht um Eindrücke, Erlebnisse und Gedanken, die wortgewandt, anspruchsvoll und stimmig verpackt sind.

Fazit
„Der schönste Ort der Welt. Von Menschen in Buchhandlungen“ ist eine Sammlung von Erzählungen unterschiedlicher Autoren, in denen das Thema „Buch“ und „Literatur“ ganz im Mittelpunkt steht. Wer eine „buchige Erzählung“ für Zwischendurch oder eine kleine Aufmerksamkeit für bücherliebende Menschen sucht, kann bei diesem besonderen Stück getrost zugreifen. 
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Die Stadt der Träumenden Bücher - Buchhaim

Walter Moers , Florian Biege
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Knaus, 06.11.2017
ISBN 9783813505016
Genre: Comics

Rezension:

Walter Moers! Viele Leser und Leserinnen von fantastischen Geschichten haben seinen Namen bestimmt schon gehört oder seine zamonischen Abenteuer bereits lieben gelernt. „Die Stadt der Träumenden Bücher“ ist neben Käptn Blaubär eines von Walter Moers bekanntesten Büchern. Über die letzten Jahre hinweg, übertrug Walter Moers nun gemeinsam mit dem Illustrator Florian Biege die Geschichte um den jungen Dichter Hildegunst von Mythenmetz in ein buntes, zamonisches Kopfkino.

Die Graphic Novel entführt uns mit dem ersten von insgesamt zwei Teilen in eine dunkel-farbintensive Welt, in der Bücherfreunde auf Ihre Kosten kommen. Die Geschichte spielt in einer fantasiereichen, eigenwilligen Welt, in der Hildegunst von Mythenmetz ein Manuskript erbt, dessen Geheimnis er auf den Grund gehen möchte. Seine Reise führt ihn nach Buchhaim, einen Ort, an dem Bücher im Mittelpunkt stehen. Er begegnet vielen seltsamen Wesen, wird mit Gefahren konfrontiert und erlebt Abenteuer.

„Die Stadt der Träumenden Bücher“ ist spannend, unterhaltsam und führt nicht zuletzt wegen der hochwertigen, detailverliebten Aufbereitung und Optik dazu, dass ein suchtartiger Zustand beim Lesen eintritt. Ich klebte mit der Nase an den Seiten, habe die wahnsinnig schönen Bilder bewundert und darüber hinaus glatt die Zeit vergessen. Grandiose Illustrationen, wunderbarer Stil - selten habe ich so eine wundervoll aufbereitete Ode an die Literatur in den Händen gehalten. Ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus…

Wer den Bestseller aus dem Jahr 2004 bereits kennt, der weiß natürlich um die Geschichte und wird vieles wiedererkennen. Die Figuren und Plätze der Handlung werden in dieser Graphic Novel auf ihren wesentlichen Inhalt beschränkt, aber ohne, dass ein unvollständiger Eindruck entsteht. Dabei haben sich Walter Moers und Florian Biege die größte Mühe gegeben und das fällt auf. Auch für Kenner der Vorlage ist diese Graphic Novel eine wunderbare Ergänzung, um noch einmal in diese zamonische Welt abzutauchen!

Fazit
Die Graphic Novel „Die Stadt der Träumenden Bücher“ verfügt über eine wunderschöne Optik, eine hochwertige Aufmachung und ist erzählerisch ohne Makel. Ich kann jedem Moers-Fan und jedem, der in ein buntes, fantasiereiches Abenteuer abtauchen möchte, diese Graphic Novel nur empfehlen. Absolut gelungen!

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anthony mccarten, comic, england, familie, jugend, krankheit, krebs, leben, leukämie, liebe, psychologe, roman, sex, sterben, tod

Superhero

Anthony McCarten , Manfred Allié , Gabriele Kempf-Allié
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.04.2008
ISBN 9783257237337
Genre: Romane

Rezension:

Donald, 14 Jahre jung, hat keine Zeit mehr. Er liebt Comics wie andere Jungs in seinem Alter, aber eines unterscheidet ihn doch von vielen: Er hat Leukämie und hat keine Hoffnung mehr. Donald wollte noch so viel erleben, unter anderem wie das so mit den Mädchen und dem Sex ist. Wie soll das klappen, wenn er schwerkrank ist?

Um mit seiner Wut über das Leben umzugehen, zeichnet er MiracleMan, einen Comichelden und seinen AlterEgo. MiracleMan kämpft gegen den Krebs, etwas das Donald nicht mehr kann. Doch Hilfe im richtigen Leben findet sich für Donald in dem sympathischen Psychologen Dr. Adrian King, der nicht nur das Vertrauen des Jugendlichen gewinnt, sondern auch den verlorenen Mut und Lebenswillen zu wecken versucht.

Anthony McCarten entwickelt in „Superhero“ ein ungewöhnliches Setting, das facettenreicher nicht sein könnte. Wir werden mit Verzweiflung, Hilflosigkeit, zerplatzten Träumen und der Vergänglichkeit des Lebens konfrontiert. Doch neben dem schweren, betrüben Ton, bringt dieses Buch noch eine andere Grundstimmung mit - Eile, Stress und Nase-voll. Das liegt daran, dass Donald genervt ist. Von allem. Und das stellt der Autor sehr gut dar, verdeutlicht wie Donald fühlt und wie ihm die Zeit davon zu laufen scheint.

Daneben ist aber auch der Stil des Buchs ungewöhnlich. McCarten schreibt im Drehbuch-Stil mit Comicelementen. Manchmal sind wir Leser in Donalds Comictraum mit MiracleMan unterwegs und dann wieder in der Realität - das ist erfrischend neu, aber erfordert doch etwas Gewöhnung. Ich habe mich mit zunehemender Seitenzahl allerdings gefragt, ob ich einen Roman über einen krebskranken Jungen oder ein Hollywood-Kinofilmskript in der Hand halte. Vom Lesegefühl her tendierte ich eher zu Letzterem.

Dieses Lesegefühl ist auch der Grund, weshalb ich trotz der berührenden Thematik die Figuren bis zum Schluss nicht gänzlich ins Herz schließen konnte und mir der Zugang zu ihnen nicht immer gelungen ist. In der Konsequenz verzeihe ich dann auch die Schwachpunkte in der Handlung nicht: Manchmal war mir die ein oder andere Situation zu konstruiert und mit zu viel überzogenem Drama gewürzt. Genauso empfand ich auch bei Donalds pubertären Sexgedanken, die ich nach kurzer Zeit als übertrieben und störend empfunden habe.

Fazit
„Superhero“ ist ungewöhnlich, intensiv und bringt uns Leser trotz der Tragik zum Grinsen. Das ist eine gelungene Mischung, die sich jedoch manchmal mehr nach Hollywood-Kinofilm anfühlt, denn als realistische, authentische Geschichte über einen krebskranken Jungen, der einfach nur sein Leben leben will. Trotzdem kann ich dieses Buch allen empfehlen, die gerne ein Drama mit einer Prise Humor lesen und dem Drehbuch-Stil nicht abgeneigt sind.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Der Trick

Emanuel Bergmann
Flexibler Einband
Erschienen bei Diogenes, 25.10.2017
ISBN 9783257244007
Genre: Romane

Rezension:

„Der Trick“ war so ganz anders als ich das erwartet habe. Zwischen den Buchdeckeln warten zwei Handlungsstränge mit zwei besonderen Protagonisten auf uns Leser, die in unterschiedlichen Zeit- und Raumebenen leben. Mosche (Moses) Goldenhirsch lebt in den 1930er Jahren in Europa und Max Cohn im Jahr 2007 in den USA. Wir erleben zu Beginn in welch einfachen Verhältnissen Mosche aufwächst, wie er früh seine Mutter verliert und wie schwierig das Verhältnis zu seinem Vater, einem Rabbiner und Kriegsversehrten, ist. Max hingegen geht in die 4. Klasse einer amerikanischen Schule und erfährt bei einem Restaurantbesuch von der Scheidung seiner Eltern. Kurz danach zieht sein Vater aus dem Familienzuhause aus und Max gibt sich die Schuld an der Scheidung seiner Eltern. Beide, Mosche und Max, laufen jeweils von Zuhause davon.

Es ist bewegend zu beobachten wie Mosche sich einem Zirkus anschließt, welch harte Zeiten er während der damals angespannten politischen Situation durchleben muss und wie sich Max auf die Suche nach dem Zauberer Zabbatini macht, der die Ehe seiner Eltern retten soll. Mosches Geschichte nahm mich sofort gefangen, während die Erlebnisse von Max zwar interessant, aber weniger fesselnd waren. Leider zieht es sich gerade in der Buchmitte etwas, worunter die Spannung vorübergehend leidet. Doch dann treffen die beiden Protagonisten in der Zeit von Max aufeinander: Es begegnen sich Alt und Jung - wobei einer an nichts mehr glaubt und der andere immer noch voller Hoffnung ist - und für mich als Leser ergibt sich plötzlich dieses gedanklich runde, stimmige Bild. Genau so muss sich ein gutes Buch anfühlen.

Emanuel Bergmann schreibt „Der Trick“ dabei mitreißend, wortgewandt und regt zum Nachdenken an. An manchen Stellen wird der Ton ironisch-schräg, so mancher Witz bewegt sich in grenzwertigen Gefilden. Dabei sind Politik und Glauben, die Entwicklung von Nazi Deutschland, der zweite Weltkrieg sowie die Judenverfolgung feste Handlungsbestandteile. Neben bedrückenden und traurigen Lesemomenten, finden wir aber auch schöne und freudige Augenblicke im Leben der Protagonisten. Mit einer Prise Humor und den wechselnden Perspektiven bzw. Handlungssträngen, nimmt Emanuel Bergmann dem Buch zusätzlich an Ernsthaftigkeit und Schwermut.

Fazit
In „Der Trick“ führt Emanuel Bergmann zwei anfänglich getrennte Handlungsstränge zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Es geht um Familie, Liebe, Freundschaft aber auch um die Verfolgung der Juden und die Grausamkeiten des Hitlerregimes. „Der Trick“ ist traurig, bewegend und doch lebensbejahend und voller Hoffnung. Wer sich auf diese Geschichte einlässt, erhält ein stimmungsvolles Erstlingswerk. Klare Buchempfehlung!
- Blog: Tintentick

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Der Schwarze Thron - Die Königin

Kendare Blake , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 25.09.2017
ISBN 9783764531478
Genre: Fantasy

Rezension:

Mit „Die Königin“ liegt uns der zweite Teil von Kendare Blakes „Der schwarze Thron“ vor. Leider hat Teil 1 die Erwartungen an eine düstere Version von „The Hunger Games“ nicht ganz erfüllt und nach den überraschenden Wendungen zum Ende hin, habe ich den Auftakt „Die Schwestern“ als Fundament für diesen Folgeband betrachtet. Und wie geht es nun weiter mit der Geschichte?

„Eine junge Königin steht barfuß auf einem Holzblock, ihre Arme sind weit ausgestreckt.“
(S. 1, "Der schwarze Thron 2. Die Königin")

Das zweite Buch schließt nahtlos an die Ereignisse seines Vorgängers an. Wie gewohnt schreibt Kendare Blake ihre Kapitel aus mehreren Perspektiven, wobei die drei Schwestern im Fokus stehen und wir so einen guten Einblick in deren Gefühlsleben erhalten. Neben den Gefühlen handelt dieses Buch auch von IIntrigen, magische Gaben und bringt uns wieder Unerwartetes.

Im Vergleich zum ersten Teil lässt sich dieses Buch leichter lesen, doch der Krieg zwischen den Geschwistern nimmt mir immer noch zu wenig Raum innerhalb der Geschichte ein. Statt Action, Kampf und Blut bekommen wir eine sehr abgespeckte Version davon, dafür nimmt sich die Autorin wieder Zeit für Romance und konstruiertes Drama. Dadurch rückt die interessante Grundidee von „Der schwarze Thron“ in den Hintergrund. Es reifen viele Ideen im Kampf um den Thron und manche Actionszene beginnt vielversprechend, aber in Sekundenschnelle ist alles schon wieder vorbei und hinterlässt ein unzufriedenes Lesegefühl mit dem Drang nach mehr.

Was in diesem zweiten Teil weiter auffällt, das sind die Logikfehler. Viele Reaktionen waren für mich nicht nachvollziehbar und mancher Handlungsstrang endet irgendwo im Nirvana. Vielleicht liegt letzteres daran, dass Kendare Blake selbst nicht mehr genau wusste was sie im ersten Teil geschrieben hatte und sich deshalb Unschlüssigkeiten einschlichen. Mir als Leserin ist es jedenfalls aufgefallen und ich fand dies höchst irritierend. Wer allerdings nach „die Schwestern“ etwas Zeit verstreichen lässt und nicht sofort weiterliest, den wird dies auch nicht sonderlich stören. Denn wer das Fantasy-Romance-Genre mag und nicht allzu viel Action erwartet, der wird sich trotzdem ganz gut unterhalten fühlen.

Fazit
Auch der zweite Teil kann nicht halten was das Buch verspricht und Kendare Blake lässt viel Potential unausgeschöpft. So hat sich mancher Logikfehler in die Geschichte geschlichen und auch die erwartete düstere Atmosphäre und die Action finden wir eher niedrig dosiert vor. Wem aber Teil 1 gefallen hat, der wird auch mit dem Folgeband viel Lesefreude haben, denn insgesamt lässt sich dieser Teil leichter lesen als der Vorgänger.

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Hot Mama

Jennifer Estep , Michaela Link
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2017
ISBN 9783492280389
Genre: Fantasy

Rezension:

„Hot Mama“ beginnt mit einem Wiedersehen unserer bekannten Helden. Aus der Sicht von Fiona Fine, die wir in „Karma Girl“ auch als Fiera kennen gelernt haben, starten wir in ein neues Superhelden-Abenteuer. Und obwohl mein letzter Besuch in Bigtime schon einige Monate zurückliegt, habe ich mich in dieser Welt von Superhelden und Superschurken sofort wieder wohl gefühlt. Das mag auch daran liegen, dass wir direkt zu Beginn Carmen wieder begegnen, die ihren Sam heiraten wird. Natürlich in einem von Fiona entworfenen Hochzeitskleid. Unsere Superhelden-Designerin, die um ihren Verlobten trauert, erkennt an diesem Tag, dass es Zeit wird loszulassen und nach vorne zu sehen. Und dann bedrohen plötzlich auch noch Schurken die Stadt!

Fiona, die in diesem Buch den Verlust ihrer großen Liebe verarbeitet, ist mehr als eine Designerin und Fashion-Diva. Fiona polarisiert zwar mit ihrer zickigen Art, doch verfügt sie auch über eine sensible Seite. Obwohl ich anfangs etwas Zweifel hatte, ob sie als sympathische Heldin funktioniert, wurde ich schnell eines besseres belehrt. In Johnny, einem Playboy und Herzensbrecher, findet Fiona dann sogar eine neue Chance auf ihr persönliches Liebesglück. Als Leserin habe ich mich hier wirklich für Fiona gefreut, denn einen Johnny hat sie verdient. Die beiden passen gut zusammen!


Leider ist auch dieses Buch vorhersehbar und überzeugt nicht durch viele überraschende Wendungen und Enthüllungen. Ebenso wie in Teil 1 sind die Figuren recht „betriebsblind“ (oder auch wahnsinnig begriffsstutzig) und benötigen für das Verständnis von Zusammenhängen und Entdeckungen länger als wir Leser. Das kann durchaus sehr anstrengend sein, manchmal hätte ich Fiona daher am liebsten geschüttelt. Der lockere, verspielte und amüsante Erzählstil wiegt jedoch vieles auf. Jennifer Estep unterhält all jene gut, die vieles nicht zu ernst nehmen, sich für diesen Comicstil begeistern können und Humor mitbringen.


Fazit
Wie das Cover und der Klappentext schon vermuten lassen, führt Jennifer Estep mit „Hot Mama“ ihre Bigtime-Reihe fort und stellt dabei Fiona Fine alias Fiera in den Mittelpunkt. Fiona kann zwar durchaus anstrengend sein und wie in Teil 1 sind die Figuren keine Blitzmerker, doch Bigtime 2 unterhält durch seinen locker-humoristischen Erzählstil und das Comicfeeling. Ich habe dieses Buch innerhalb von zwei Abenden gelesen – die meiste Zeit mit einem Schmunzeln im Gesicht. 
3,5 Sterne.

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Handlettering. Die 33 schönsten Alphabete mit Rahmen, Ornamenten und Bordüren

Norbert Pautner
Flexibler Einband
Erschienen bei Bassermann, 02.10.2017
ISBN 9783809438038
Genre: Sachbücher

Rezension:

Mit Handlettering lassen sich Bilder gestalten, Postkarten verzieren, Geschenkanhänger basteln, Einladungskarten schreiben, das Bullet Journal verschönern und-und-und. Mit etwas Übung werden aus Buchstaben, Zitaten und Sprüchen tolle Kunstwerke.

In diesem Handlettering-Buch werden 33 verschiedene Schriftarten vorgestellt. Jede Schriftart wird dabei Buchstabe für Buchstabe abgebildet, erklärt und mit einigen Wortbeispielen vorgestellt. Jedes Alphabet sieht anders als der Vorgänger aus, sodass eine wirklich große Bandbreite vorgestellt wird und für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Federschriften, Pinselschriften, elegante und grobe Schriften, Block- bzw. Druckbuchstaben, viktorianisch angehauchte Schriften - alles mögliche ist hier dabei. Im hinteren Teil des Buchs lassen sich auch noch einige Schmuckelemente (z. B. Schwünge, Etiketten, Rahmen, Bordüren, Tiere, Früchte, Pflanzen etc.) finden, die sich wunderbar als Ergänzung zu den geletterten Wörtern eignen.

Mir persönlich gefallen verspielte und vor allem "tanzende Schriftarten" - also ohne gerade, akkurate Linien - am besten, da ich auch sehr gerne Brush Pens benutze. Hier hätte die Auswahl noch etwas größer sein können. Dennoch sind die Tipps für die Umsetzung und das Nachschreiben der Buchstaben sehr gut, insbesondere da oft mit Karo- oder Punktevorlage gearbeitet wird. Zumindest kariertes Papier hat bestimmt jeder daheim und kann sich so ganz einfach daran orientieren. Und wer dann noch einen Blick auf die Webseite des Verlags wirft, dem wird dort sogar ein Vorlagenbogen zum herunterladen angeboten. Zum Üben ist das wirklich gut!

Insgesamt konzentriert sich dieses Buch auf die Umsetzung und das praktische Handlettering. Große Einführungen und ausführliche Erklärungen zum Material gibt es hier nicht. Wer sich Informationen zu Stiften und Papier erhofft, der wird enttäuscht sein. Aber für diesen günstigen Preis von 7,99 Euro ermöglicht dieses Buch jedem Anfänger eine sehr gute Quelle der Inspiration, um sich mit verschiedenen Alphabeten vertraut zu machen und direkt drauf los zu lettern.

Fazit
Dieses Handlettering-Buch aus dem Bassermann Verlag ist für jeden geeignet, der neue Schriftarten ausprobieren möchte und neue Schriftideen sucht. Informationen über nötige Materialien gibt es allerdings keine. Für den günstigen Preis kann ich das Buch aber wirklich empfehlen!

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Die Gabe der Könige

Robin Hobb , Eva Bauche-Eppers
Flexibler Einband
Erschienen bei Penhaligon, 28.08.2017
ISBN 9783764531836
Genre: Fantasy

Rezension:

Voller Erwartungen begann ich mit dem Lesen von Teil 1 der Chronik der Weitseher, die zuerst im Jahr 1996 unter dem Titel „Der Adept des Assassinen“ erschienen ist. Seither wechselte das Buch den Verlag, das Cover und die Titel. Davon sollte man sich nicht verwirren lassen, wenn die Suchmaschine unter der Autorin Robin Hobb unterschiedliche Suchergebnisse liefert.

In „Die Gabe der Könige“ erschafft Robin Hobb eine völlig eigene mittelalterliche Fantasywelt und kommt dabei so ganz ohne Elfen, Zwerge und Drachen aus. In dieser monarchisch regierten Welt voller Intrigen und Machtspielen wird Fitz als Bastard des Thronfolgers geboren. Als Fitz 6 Jahre alt ist, wird er von seiner Mutter getrennt und am Königshof abgegeben. Nun folgen wir aus der Perspektive von Fitz wie er sein Heranwachsen von einem kleinen Jungen zum Jugendlichen schildert. Er leidet unter Einsamkeit, Ablehnung und findet sich nur schwer am Königshof zurecht. Wir beobachten wie er sein magisches Talent entdeckt, lernt zu einem Assassinen zu werden und sich dabei selbst findet. Ich entwickelte dabei für den kleinen Fitz eine starke Sympathie, die einfach verdeutlicht, wie authentisch Robin Hobb ihren Protagonisten bzw. ihre Charaktere beschreibt.

Der Fokus dieses Buchs liegt ganz klar darin, die Charaktere, deren Beziehungen und die Welt einzuführen. Robin Hobb schreibt ruhig und bildgewaltig und geht dabei detailreich vor, sodass die Geschichte sehr langsam startet. Die Handlung kommt über zwei Buchdrittel sogar so langsam ins Rollen, dass ich mich manchmal gefragt habe, wohin die Autorin mit all diesen Beschreibungen möchte und weshalb sie uns Lesern diese Geduld abringt. Aber ich bekam auch gleichzeitig mit fortschreitender Seitenzahl das Gefühl, dass sie hier etwas Großes versucht aufzubauen und blieb am Ball. Und so zäh wie manches Kapitel war, kam dann endlich die Wendung, die Dramatik und die Spannung. Schade, dass es nicht vorher schon so kurzweilig und unterhaltend zu lesen war. Doch jetzt bin ich auf die Fortsetzung gespannt und möchte dringend wissen, wie es mit Fitz weitergeht.

Fazit
Robin Hobb präsentiert uns einen besonderen Reihenauftakt mit einem jungen Helden. Leider fokussiert sie sich zu sehr auf den Weltenaufbau und die Figuren statt auf die Handlung. Wer aber mittelalterliche Fantasywelten sowie Königreiche samt Politik und Intrigen mag, der ist mit „Die Gabe der Könige“ gut beraten. Wer nun sogar noch Geduld mitbringt, der wird damit große Freude haben. 

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55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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The Contract - Sie dürfen den Chef jetzt küssen

Melanie Moreland
E-Buch Text: 327 Seiten
Erschienen bei LYX.digital, 03.08.2017
ISBN 9783736305069
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Die Idee hinter diesem Buch ist gleichermaßen einfach wie unterhaltend. In „The Contract“ lernen wir zu Beginn Richard (alias „Dick, die Arschgeige“) kennen. Er ist ein arroganter Playboy und beruflich sehr erfolgreich. Zumindest bis sein Kollege die Position bekommt für die er so geschuftet hatte. Wütend kontaktiert er seinen Headhunter, der ihm ein Vorstellungsgespräch in einem Unternehmen organisiert, das ihm nicht nur eine super Position bieten kann, sondern auch noch die ungeliebte Konkurrenz seines jetzigen Chefs darstellt. Das Problem dabei ist nur, dass die neue Position einen gewissen familiären Hintergrund verlangt. Es wird dort Wert gelegt auf Familienleben, bodenständiges und freundliches Auftreten… also alles, was Richard nicht vorweisen kann. Aber dafür hat er einen Plan und eine persönliche Assistentin, die sich mit der richtigen Menge Geld auch noch als Schauspielerin versucht und in der Öffentlichkeit seine bessere Hälfte spielt. Und dann kommt doch alles ganz anders.

Ja, diese Handlung haben wir schon häufiger gelesen und ja, das ist alles nicht originell. Was dieses Buch aber mitbringt, sind unterhaltende Charaktere. Richard lernen wir gleich von seiner tyrannischen Seite kennen und trotzdem erscheint er so nahbar, dass ich direkt mehr über ihn erfahren wollte und sich da auch ein weicher Kern vermuten ließ. Die Charakterentwicklung, die er durchläuft, kommt zwar sehr schnell, aber ich kann sein Verhalten nachvollziehen. Katy, die persönliche Assistentin wirkt zu Beginn noch sehr blass, was aber auch daran liegt, dass Richard in ihr nur die graue Maus sieht. Das sie aber keineswegs so schüchtern und zurückhaltend ist, sondern Rückgrat beweisen kann, merken wir Leser sehr bald. Einzig ihr Märtyrer-Gen ist doch etwas überzogen, andererseits passt es auch gut zu dieser Art von Geschichte und der Person, die sie hier darstellt.

Richard und Katy haben eine Dynamik, die einfach Spaß macht. Da „The Contract“ auf der Interaktion zwischen den beiden basiert, kann natürlich auch viel Gefühl erwartet werden. Manchmal trägt die Autorin wirklich dick auf, sodass ich mir unsicher war, ob nicht gleich rosa Herzchen aus dem ebook Reader purzeln. Dennoch bin ich regelrecht durch die Seiten geflogen. Eigentlich wollte ich das Buch nur mal kurz anlesen, spät abends, wie das eben immer läuft. Und dann war ich plötzlich schon auf Seite 100. Schuld daran ist der lockere Schreibstil mit einer entsprechenden Menge Humor und die wechselnden Ich-Perspektiven von Richard und Katy. Dieses Buch ist süß, lustig und emotional. Wirklich gut gemacht, Frau Moreland!

Fazit
Melanie Moreland präsentiert uns mit „The Contract“ ein Buch, das einen von der ersten Seite nicht mehr los lässt und zwei ungleiche Charaktere zusammen bringt. Gegensätze ziehen sich eben doch an. Wer ein bisschen überzogene Sentimentalität gut verträgt, der bekommt hier die geeignete Strand- und Sommerlektüre.

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