Eselsohren-Werner

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usa, gedenkstätte, 11. september, moslem, 9/11

Der amerikanische Architekt

Amy Waldman , Brigitte Walitzek
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.09.2014
ISBN 9783453417625
Genre: Romane

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Deutschenkind

Herbjørg Wassmo , Gabriele Haefs
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Argument Verlag mit Ariadne, 01.04.2012
ISBN 9783886194902
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:
Nachkriegszeit auf einer kleinen Fischerinsel im Norden Norwegens. Tora wächst mit dem Stigma heran, Kind eines Soldaten der verhassten Besatzungsmacht zu sein. Das macht aus ihr praktisch Freiwild.

Kurzkritik:
„Deutschenkind“ ist ein erschütternder Roman über eine Welt, in die man sonst keinen Einblick bekommen würde. Und über ein Kind, das man liebend gern beschützen würde, das man ohne zu zögern bei sich aufnehmen würde, um ihm zu zeigen: Die Welt ist nicht immer und überall ein gefährlicher Ort.

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Nach dir, Max

Leena Parkkinen , Gabriele Schrey-Vasara
Buch: 416 Seiten
Erschienen bei Osburg Verlag, 27.02.2012
ISBN 9783940731760
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Max und Isaak kommen 1899 in Deutschland als siamesische Zwillinge auf die Welt. Sie sind an der Hüfte miteinander verwachsen. Ihre Familie verkauft sie an einen Zirkus. Ein Glücksfall für die Zwillinge! Denn dort treffen Max und Isaak auf andere Menschen mit Handicaps und fühlen sich als Gleiche unter Gleichen. Darüber hinaus finden sie – später im Cabaret und Varieté – als Artisten Anerkennung und Wertschätzung. Schließlich gelangen die Zwillinge nach Helsinki. Dort begegnen sie Iris, einer Frau, der die Männer nicht nur zu Füßen liegen, sondern die sie auch skrupellos ausnutzt. In sie verliebt sich Isaak Hals über Kopf. Eine Geschichte voller Dramatik und Sinnlichkeit. (Pressetext)

Kurzkritik:

„Nach dir, Max“ ist ein tragikomisches Buch. Man liest es wahrscheinlich mit einem Lächeln auf den Lippen, während man ergriffen ist. Alle Figuren sind ebenso sympathisch wie unsympathisch, sind liebevoll beschrieben und liebenswert. Wir erfahren, was es wirklich heißt, Außenseiter zu sein, und wie es sein muss, auf Gedeih und Verderb mit jemand anderem verbunden zu sein.

Doch der Roman hat keine Moral und keine verbindliche Aussage. Leena Parkkinen erzählt „einfach“ ein ungewöhnliche Geschichte mit ungewöhnlichen Menschen, in denen man sich selbst wiederfindet. Wie man damit umgeht, ist wohl Sache jeder und jedes Einzelnen. Doch ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand von „Nach dir, Max“ nicht fasziniert und angetan ist.

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Die Irritation - 21 Stories

Anke Laufer , Enrico Keydel
Flexibler Einband: 298 Seiten
Erschienen bei worthandel, 12.05.2012
ISBN 9783935259309
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Anke Laufers 21 Stories handeln von Liebe, Tod und dem Einbruch des Unergründlichen und Verstörenden in den Alltag. Die Geschichten entführen den Leser in ein englisches Seebad, in ein süddeutsches Dorf, in die Straßen von Madrid oder in eine fiktive südamerikanische Großstadt, berichten aus der scheinbar wohlvertrauten Gegenwart oder führen uns die gar nicht so weit entfernte, deshalb aber umso unheimlicher erscheinende Zukunft vor Augen. (Pressetext)

Kurzkritik:

„Lesen ist Abenteuer im Kopf“ lautete einmal ein Slogan, der die Lesekultur ankurbeln sollte. Wenn dieser Slogan auf ein Buch zutrifft, dann auf dieses.

Auch wenn diese Erzählungen nicht angenehm zu lesen sind, so ist es doch lohnend. Sei es, um sich mit den eigenen Schattenseiten auseinanderzusetzen, sei es, um sich zu fragen, ob man nicht oft zu vorschnell ist bei der Beurteilung anderer. Denn was hätte geschehen müssen, damit die Vergangenheit jenen Mann in „Die Zuflucht des Vito Laquasto“ nicht einholt, der seine Familie bei einem Hauseinsturz verloren hat? Hätte man von seinem Schicksal gewusst, hätte man ihn vielleicht nicht in den Selbstmord getrieben. Oder sei es, um sich gerne Übersehenes wie Ausbeutung und Gefährdung von Arbeitenden oder den sorglosen Umgang mit der Umwelt wieder einmal zu vergegenwärtigen („Kilphire Hoe“) – ohne mit der Nase drauf gestoßen zu werden.

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adelbert von chamisso

Peter Schlemihls wundersame Geschichte

Adelbert von Chamisso , Franziska Walther
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Kunstanstifter Verlag, 01.03.2011
ISBN 9783942795005
Genre: Romane

Rezension:

Franziska Walther versetzt dieses Märchen mit ihren (auf mich) bedrohlich wirkenden Illustrationen ins Heute. Auf jeden Fall gelingt es diesem Buch, dass man sich mit einer 200 Jahre alten Erzählung beschäftigt, die Märchenmotive (Pakt mit dem Teufel, Glückssäckchen, fehlender Schatten, Siebenmeilenstiefel) zu einer ohnedies schon traurig-tragischen Geschichte verbindet, welche noch dazu kein glückliches Ende aufweist.

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Ein krummer Hund

Martina Schmitt-Jamek
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Frieling & Huffmann, 01.09.2011
ISBN 9783828029699
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit Ach, Krach und Glück

Für einen Erstling ist „Ein krummer Hund“ ein ziemlich guter Krimi. Da ist einmal der gemütliche Chefinspektor i. R. und Witwer Erich Plettner, der gerne ungesund isst und sich mit seinem unfolgsamen Chow-Chow Whiksy plagt. Sein Bruder Markus ist ein Journalist vom alten Schlag, der viel riskiert, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.

Derzeit sucht er nach Beweisen dafür, dass sich ein paar Kriminelle während des Zweiten Weltkriegs durch Mord und Erpressung Grundstücke unter den Nagel gerissen haben. Als er sich mit einem Informanten im slowenischen Kurort Bled trifft, wird dieser ermordet und Markus taucht unter.

Ein (einfluss-)reicher Unternehmer

Erich macht sich auf die Suche nach ihm und gerät selbst in Lebensgefahr. Was muss ihn auch sein Freund, der slowenische Wirt Mirko, zur Jagd eines (einfluss-)reichen Unternehmers mitnehmen!

Bald ist klar, wer der Kriminelle ist, doch können Erich und Markus das auch beweisen?

„Ein krummer Hund“ verströmt viel Lokalkolorit und liefert am Rande auch historische Hintergründe zum problematischen Verhältnis von Kärnten und Slowenien. Die Beschreibungen von Orten und Sehenswürdigkeiten wirken allerdings, als wären sie einem Reiseführer entnommen:

Um zwei Minuten vor halb neun Uhr öffnete Plettner die massive Holztür zum großen Wappensaal, dem Prunkstück des Klagenfurter Landhauses, dessen Bau bereits 1579 begonnen und dessen Fertigstellung drei Jahre benötigt hatte.

Und natürlich die zwei Gebirgsbracken

Mit Dialogen hat Schmitt-Jamek (noch) ihre Probleme: sie sind oft mit zu viel Information überfrachtet und die Figuren sprechen alle gleich (bis auf Mirko mit seinem schlechten Deutsch) und niemand gibt zum Beispiel seinem Chef auf die Frage „Sind die Hunde bereit?“ die Antwort, „Selbstverständlich. Vier deutsche Jagdterrier, drei Deutsch-Drahthaar und natürlich die zwei Gebirgsbracken, die letztes Mal den 120-Kilo-Keiler aufgestöbert und gestellt haben.“

Doch die Handlung ist gut aufgebaut und nicht unspannend, die Personen sind interessant und glaubwürdig – auch die Erzschurken. Und dass die Guten nicht zu Superhelden mutieren, sondern die gefährlichen Situationen mit Ach, Krach und Glück meistern, macht das Buch sehr sympathisch.

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heckenschützen, serben, un-schutzzonen, intervention, ethnien

Die Rosen von Sarajevo

Barbara Demick , Maria Zybak , Gabriele Gockel , John Costello
Fester Einband: 302 Seiten
Erschienen bei Droemer, 01.03.2012
ISBN 9783426275870
Genre: Sachbücher

Rezension:

Sich an den Krieg gewöhnen

Was wissen wir (noch) von den Jugoslawienkriegen? Haben wir je verstanden, worum es dabei ging? Auch Barbara Demick kann die Ursachen nicht vollends erklären, doch darum geht es in ihrem Buch ja auch nicht. Sie schildert vor allem, was (dieser) Krieg für die Zivilbevölkerung bedeutet hat. Genauer gesagt: für die Bevölkerung von Sarajevo. Noch genauer gesagt: für die BewohnerInnen einer Straße, der Logovina.

Anhand dieser Menschen kann sie anschaulich machen, was es bedeutet, unter ständigem Beschuss zu leben, von der Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und Strom abgeschnitten zu sein. Aber kann man sich deswegen tatsächlich vorstellen, wie es sein muss, sich in Lebensgefahr zu begeben, bloß weil man Wasser holen geht? („Die Rosen von Sarajevo“ nennt man übrigens die zahllosen Granateneinschläge, die als Mahnmale für die Opfer des Kriegs mit rotem Kunstharz ausgegossen wurden.)

126.000 Tonnen Lebensmittel waren zu wenig

In der Logovina haben vor dem Krieg weder Arme noch Reiche gewohnt, alle haben geglaubt, dass die Belagerung durch die Serben bald vorbei sein würde. Allmählich verzogen sich die BewohnerInnen immer mehr in ihre Häuser und dort einen in vor Granaten sicheren Raum, in dem man mit improvisierten Öfen kochte und heizte. Obwohl es rings um Sarajevo viel Wald gibt, war man gezwungen, die Wohnungseinrichtungen zu verheizen.

Nahrungsmittel waren knapp, man trank „Kaffee“, der aus Trockenlinsen bestand, aß „Schnitzel“, die aus altbackenem Brot bestanden. Weil auf den Markt zu gehen den Tod bedeuten konnte, baute man an geschützten Orten Gemüse an. Dennoch hungerte man – trotz der internationalen Luftbrücke, mittels derer von Juli 1992 bis Jänner 1995 fast 126.000 Tonnen Lebensmittel und 14.000 Tonnen medizinische Hilfsgüter nach Sarajevo gebracht wurden.

1.601 Kinder

Der Belagerung, die schließlich 1.425 Tage dauern sollte, und den Kämpfen fielen nach Angaben der Regierung Bosnien-Herzegowinas 10.615 Menschen aller Volksgruppen zum Opfer, unter ihnen 1.601 Kinder. Durch Granaten, Minen oder Scharfschützen wurden rund 50.000 Menschen verletzt, teilweise schwer. Auch im Krankenhaus war man vor Granaten nicht sicher.

Demick geht in ihrem Buch auch auf andere Aspekte der Belagerung ein, die man hier nicht alle aufführen kann. Vielleicht noch dieser: Für die Autorin ist es nicht plausibel, den Bosnienkrieg als „ethnischen Krieg“ zu bezeichnen, weil „alle Beteiligten dieselben ethnischen Wurzeln haben. … Man kann vom Aussehen her nicht sagen, wer Serbe, Kroate oder Muslim ist. … Der Unterschied zwischen den Menschen besteht hauptsächlich in der Religion, die sie ausüben“. Allerdings ist sie der Meinung, dass man die Konflikte zum „Religionskrieg“ erklären könnte, „denn die Jugoslawen waren nicht besonders religiös“.

Lauert im Hintergrund

Fazit: „Kein Wunder also, dass der Bosnienkrieg die Amerikaner vor ein Rätsel stellte. Den Bosniern ging es nicht anders.“

Ein Rätsel bleibt wohl auch, wie Menschen nach diesem Krieg weiterhin gemeinsam in derselben Stadt leben können. Sie versuchen es, weil Sarajevo ihre Heimat ist. Doch „die Frage, wer Serbe, wer Kroate und wer Muslim ist, lauert stets im Hintergrund“.

Bosnischer Eintopf

Allerdings fragt sich zum Beispiel Alma, wo in der Gesellschaft Sarajevos ihre Familie eingeordnet würde. „Ihr Vorname ist ein traditionell muslimischer Name, sie hat jedoch durch ihre Mutter einen kroatischen Pass und durch ihren Ehemann einen serbischen Nachnamen. Ihre Töchter sind ein echter bosnischer Eintopf“.

„Die Rosen von Sarajevo“ sind also nicht „nur“ ein schrecklich anschauliches Buch über das Leben im Krieg, sondern auch darüber, dass es nicht allein an den „normalen“ Menschen liegt, ob sie miteinander auskommen.

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NANOBOTS. Gefährliche Teilchen

Veronika A. Grager
Flexibler Einband: 264 Seiten
Erschienen bei p.machinery, 01.11.2011
ISBN 9783942533225
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Nanonbots“ hat alles, was das Thriller-Herz begehrt: solide Spannung, gekonnte Handlungsführung, einen fundierten (in diesem Fall wissenschaftlichen) Hintergrund, glaubwürdige „Böse“, beherzte ErmittlerInnen. Und bei aller Fiktion geht das menschliche Maß nicht verloren.

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willibald adrian metzger, erpressung, österreich, tourismus, krimi

Der Metzger bricht das Eis

Thomas Raab
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Piper, 28.02.2012
ISBN 9783492054737
Genre: Krimi und Thriller

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Pier Paolo Pasolini

Nico Naldini , Maja Pflug
Flexibler Einband: 392 Seiten
Erschienen bei Wagenbach, K, 02.03.2012
ISBN 9783803126795
Genre: Biografien

Rezension:

Die Biografie für Kenner

Wer war Pier Paolo Pasolini? – Ein Lyriker, Romanschriftsteller, Kolumnist, Autorenfilme-Macher (und Maler), der Zeit seines Lebens der kommunistischen Partei nahestand, die ihn jedoch wegen seiner Homosexualität ausgeschlossen hatte. Ein politisch engagierter Publizist, der gegen die Gleichmacherei des Neokapitalismus aufgetreten ist und dessen Werk immer wieder für Skandale gesorgt hat. Ein widersprüchlicher Mensch und Künstler, schwer zu fassen und schwer zu beschreiben.

Nico Naldini behalf sich in seiner neu aufgelegten Biografie damit, dass er sich einer These oder Meinung über Pasolini enthielt. Anscheinend wollte er einen Künstler möglichst objektiv darstellen.

Um den Überblick nicht zu verlieren

Das Buch beginnt ohne einleitende Worte mit Pasolinis Eltern, bevor es mit dessen Kindheit in Bologna und den zahlreichen Umzügen und Schulwechseln fortfährt. Auch in der Folge werden Fakten aufgezählt und viele Briefe und Dokumente von oder über Pasolini zitiert. Damit man dabei den Überblick nicht verliert, empfiehlt es sich, vorab eine Kurzbiografie Pasolinis zu lesen (und es wäre von Vorteil, wenn dem Buch eine solche beigefügt worden wäre).

Und es muss jedenfalls eine Heidenarbeit gewesen sein, aus Pasolinis Korrespondenz, aus den Tagebüchern und Werken jene Passagen herauszusuchen, welche seine Lebenslinie illustrieren oder erhellen sollen.

Objektiv – subjektiv – retrospektiv

Otto Schweitzer ist an seine – nur mehr antiquarisch erhältliche – Rowohlt-Monographie subjektiver herangegangen, und jener Pasolini, der uns dort begegnet, mag dem „echten“ vielleicht nur zum Teil ähnlich sein. Es wäre interessant, dieses Bild anhand von Naldinis zur selben Zeit entstandener Biografie zu überprüfen. Fragt sich nur, ob sich jemand heutzutage noch die Mühe macht, wo Pasolinis Werk eher retrospektiv behandelt wird. Von seinen Büchern ist kaum mehr eines (auf Deutsch) erhältlich und die Filme werden eigentlich nur mehr zu bestimmten Anlässen gezeigt.

Auch bei oberflächlicher Betrachtung lässt sich jedoch feststellen, dass Schweitzer Pasolinis Homosexualität ausführlicher thematisiert hat als Naldini. Schweitzer hat auch Pasolinis Werk durchaus kritisch betrachtet, während Naldini eher dessen Entstehung und Rezeption behandelte.

Ein geborenes Genie?

Bei Naldini hat man den Eindruck, Pasolini wäre ein geborenes Genie gewesen, das sich in verschiedenen Bereichen ausgedrückt hat, während Schweitzer drei Lebensabschnitte deutlich voneinander abtrennt: der Lehrer mit schriftstellerischen Ambitionen in Friaul, der immer berühmter und berüchtigter werdende Schriftsteller in Rom und schließlich der Filmemacher.

Davon, dass sich Pasolini, so Schweitzer, kurz vor seiner Ermordung am Übergang zu einem noch nicht definierten vierten Schaffenszyklus befunden haben soll, findet man bei Naldini nichts, dessen Pasolini bei aller Ausführlichkeit seltsam undefiniert bleibt.

Mehr Lust auf Pasolini

Wenn es noch erhältlich wäre, könnte Schweitzers Buch jedenfalls mehr Lust darauf machen, Pasolini zu lesen oder seine Filme anzusehen, wohingegen sich das von Naldini wohl eher für Pasolini-Kenner eignet, die ihr Wissen vertiefen wollen.

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Die Wildnis von Maine

Henry David Thoreau , Alexander Pechmann , Alexander Pechmann
Buch: 158 Seiten
Erschienen bei Jung u. Jung, 29.04.2015
ISBN 9783902497987
Genre: Klassiker

Rezension:

Mit dem Herausgeber und Übersetzer Alexander Pechmann kann man behaupten, „Die Wildnis von Maine“ sei das „erstaunliche Porträt eines Mannes, der seinen Weg zwischen Wildnis und Zivilisation geradezu instinktiv findet“. Es ist auch die zum teil anmutige Beschreibung einer ziemlich unberührten Natur, in der unsereins nicht überleben könnte.

Es wäre allerdings sinnvoll gewesen, wenn man das Nachwort als Vorwort verwendet hätte. Denn erst darin erfährt man, dass Henry David Thoreau diesen Text so eigentlich nicht herausgeben wollte. Tatsächlich erinnert die Reisebeschreibung, so wiederum Pechmann, eher an „spontan hingeworfene Zeilen als an ein sorgfältig strukturiertes und sprachlich ausgefeiltes Werk“.

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The Hood

Gavin Knight , Jürgen Bürger
Flexibler Einband: 297 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 08.03.2012
ISBN 9783550088988
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das ist kein Film. Das ist kein Roman. Das ist die Realität. – Ich hatte noch nicht davon gehört, wie es in Teilen von Englands Großstädten zugeht, und dachte, solche (Drogen-)Bandenkriege, wie sie Gavin Knight in „The Hood“ beschreibt, gäbe es in Europa nicht.

Jetzt weiß ich: zumindest in Großbritannien gibt es eine unfassbare Form von Gewaltbereitschaft (vor allem) unter Jugendlichen. Diese wachsen auf mit Massenarbeitslosigkeit und in sozialem Elend, gehen in Schulen, in denen Gewalt vorherrscht, und werden als Dealer angeheuert und süchtig gemacht. Von hier ist der Weg nicht weit in die (Beschaffungs-)Kriminalität.

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liebe, hass, großvater, unwägbarkeit, krnakheit

Aufziehendes Gewitter

Stefan Merrill Block , Dirk van Gunsteren
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.03.2012
ISBN 9783492054539
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch ist für mich im positiven Sinn rätselhaft: wie ist es Merrill Block nur gelungen, seine persönliche Familiengeschichte wie einen Roman zu erzählen? Obwohl er immer wieder „ich“, „meine Mutter“ usw. schreibt, hatte ich nie den Eindruck, Erfahrungsliteratur zu lesen. Und Merrill Block müsste im Nachwort nicht eigens darauf hinweisen, dass „Aufziehendes Gewitter“ ein Roman sei, „zu dem mich die Geschichte meiner Großeltern inspiriert hat. Er schildert nicht das tatsächliche Leben meiner Großeltern“ – es ist völlig klar, dass wir es hier mit Erfindungsliteratur zu tun haben.

Mit Literatur, anhand derer wir uns zum Beispiel fragen könnten, wo die Grenze von „normal“ und „verrückt“ verläuft – und was wissen wir von jenen Menschen weiß, die uns nahe sind oder waren.

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

neandertaler, experiment, jo, maria, wissenschaft

Fremdling

Sibylle Knauss
Fester Einband: 383 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 09.03.2012
ISBN 9783455403589
Genre: Romane

Rezension:

Was wäre, wenn man einen Neandertaler in die Gegenwart verfrachten könnte? Wie würde dieser zurechtkommen? Wie würden die Menschen reagieren? Diesen Fragen geht Sibylle Knauss in ihrem Roman nach.

Sie hat keinen Fantasy-Roman geschrieben, sondern ein Gedankenexperiment unternommen, ohne alle Fragen, die dabei auftauchen, beantworten zu können und zu wollen. „Fremdling“ ist ein aufwühlendes Buch, das zum Weiterdenken anregt.

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zeitung, journalismus, rom, medien, die unperfekten

Die Unperfekten

Tom Rachman , Pieke Biermann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2012
ISBN 9783423140973
Genre: Romane

Rezension:

Kaum zu glauben, dass wir es hier mit einem Debüt zu tun haben. Mit sicherer und anscheinend leichter Hand hat Tom Rachman in „Die Unperfekten“ faszinierende Alltags-Charaktere in die stimmige Story einer fiktiven Zeitschrift gebettet – von den Anfängen bis zum Untergang.

Das alles kommt so mühelos rüber, als ob das jede/r könnte: aus einer im Grunde simplen Idee eine unaufdringlich reichhaltige Romanhandlung zu machen, in diesem Fall auch noch mit sicherem Gestaltungswillen und einer spürbaren Lust am Fabulieren und Formulieren.

„Die Unperfekten“ liest man, so glaube ich, auch gerne, selbst wenn einen Zeitungsredaktionen gar nicht interessieren.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Große Ferien

Nina Bußmann
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 12.03.2012
ISBN 9783518422786
Genre: Romane

Rezension:

„Große Ferien“ ist ein faszinierender und ein mehr oder weniger unheimlicher Roman. Faszinierend, weil wir diesen – vage bleibenden – Schramm besser kennenlernen wollen, unheimlich, weil wir zur Not auch etwas in ihn hineininterpretieren, das wahrscheinlich mehr über uns aussagt als über ihn. Es sagt jedenfalls viel über unseren Medienkonsum aus: über die kleinen und großen Verbrechen, mit denen wir tagtäglich aus zweiter Hand konfrontiert sind, im Fernsehen, in Zeitungen, in Büchern und Filmen.

Denn eigentlich wartet man ja auf die Enthüllung eines Verbrechens oder zumindest einer Schandtat, Schramms Garten kann doch nur die Idylle sein, vor der sich das Böse gut abhebt, oder?

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mord, schuld, verrat, landleben, eifersucht

Im Tal von Vajont

Mauro Corona , Helmut Moysich
Fester Einband: 303 Seiten
Erschienen bei Graf Verlag, 08.03.2012
ISBN 9783862200245
Genre: Romane

Rezension:

Wir lernen ein abgelegenes Bergdorf kennen, schon um 1900 von der Zivilisation abgeschnitten, und seine einfachen, an meist negative Magie glaubenden Bewohner, die von Gebirgs-Ackerbau und Viehzucht leben. Handwerklich kann dort jeder alles und auch sein Geld verdient man sich mal als Hirte, mal als Bauer oder auch als Käser.

Obwohl das alles glaubwürdig wirkt, habe ich meine Zweifel am Frauenbild, das Corona vermittelt. – Liefen und laufen (Berg-)Bäuerinnen tatsächlich brünstig durch die Gegend und machen Männer wehrlos und sich untertan?

Zumindest ist Zino einer von diesen „echten Männern“, die ihr „unverdientes“ Unglück auf „böse“ Frauen schieben. Nunja, so etwas wird es auch in abgelegenen Bergdörfern geben.

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kapar hausers blog, berlin, tschernobyl, konzernstrategie, wirtschaftskrimi

Atomblut

Utz Claassen
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Econ, 15.02.2012
ISBN 9783430201308
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich frage mich: Wollte Utz Claassen mit „Atomblut“ einen realitätsnahen Wirtschaftskrimi schreiben oder einen reißerischen Thriller? Hätte ihm wenigstens eines dieser Vorhaben gelingen können? Wird unser Wirtschaftssystem tatsächlich von Hollywood-Film-Bösewichten beherrscht? Und müssen wir uns das allen Ernstes von einem Wirtschaftsexperten sagen lassen?

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Am Rande des Erfolgs

Bernhard Flieher
Fester Einband: 244 Seiten
Erschienen bei Residenz, 06.03.2012
ISBN 9783701732463
Genre: Sonstiges

Rezension:

Scheitern in Hülle und Fülle

Wenn wir schon beim Thema sind: ich scheitere daran, dieses Buch wiederzugeben. Es ist zu reichhaltig.

Der Journalist Bernhard Flieher hat KünstlerInnen, SportlerInnen und Unternehmer zum Thema „Scheitern“ interviewt. Er ist vorbereitet und unvoreingenommen in diese Gespräche gegangen und hat seine Gegenüber reden lassen, ihnen zugehört und zwischendurch relevante und weiterführende Fragen gestellt.

Es sind – für unsere Zeit – untypische Interviews, die nicht auf sog. „Sager“ (also vermarktbare Aussagen) abzielen, sondern eben (geführte) Gespräche, die von Wissbegierde geprägt sind. Es geht darin auch nicht darum, dass Promis eine Plattform geboten wird, ein Image zu transportieren.

Ich habe vielmehr den Eindruck, die GesprächspartnerInnen denken vor laufendem Aufnahmegerät nach: eben über das Scheitern. Die Ergebnisse lassen sich nicht in einem Kernsatz zusammenfassen. Die 18 Interviews sind so unterschiedlich wie die Interviewten, deren Verständnis vom Scheitern auch so eigenartig ist wie ihre Persönlichkeiten.

Flieher schreibt im Vorwort:
„Es kann vom Scheitern keine klare Definition geben, weil Erfolg oder Misserfolg, dort wo sie sich jenseits von außen bestimmter Normen oder so genannter gesellschaftlicher Anforderungen ereignen, höchst individuellen Kriterien unterliegen. Diese Feinheiten in den Schattierungen des Graus untersuchen die Gespräche in diesem Buch.“

Dem ist eigentlich nur hinzuzufügen, dass es wenig bringt, eine/n der Interviewten herauszupicken. Wer am Thema dieses Buches interessiert ist, wird darin eine Fülle an Möglichkeiten vorfinden, was man unter Scheitern verstehen und wie man damit umgehen kann.

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überflüssig, reisen, städte und landschaften

1000 Places to see before you die

Patricia Schultz
Flexibler Einband: 1.216 Seiten
Erschienen bei h.f. ullmann, 01.03.2012
ISBN 9783833163937
Genre: Sonstiges

Rezension:

Obwohl „1000 Places“ sehr übersichtlich ist, können Sie sich darin wunderbar verlieren. Sie werden also irgendwann auf Ihrer Couch „aufwachen“ und Ihre nächsten Urlaube planen. Die Auswahl wird Ihnen schwer fallen.

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Herr Merse bricht auf

Karin Nohr
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knaus, A, 09.04.2012
ISBN 9783813504477
Genre: Romane

Rezension:

Männlich, geschieden, depressiv

Ich sehe sie vor mir, die Männer, die in Kaffeehäusern und Bars an der Theke stehen und so tun, als könnten sie jede Frau kriegen. Vor Sperrstunde machen sie sich noch an die Kellnerinnen ran und wenn es mit denen auch nicht klappt, dann gehen oder wanken sie alleine nach Hause.

Sie unterscheiden sich nur äußerlich von Karin Nohrs Herrn Merse. Der hängt halt nicht in Kaffeehäusern ab. Der hat – wie viele der oben Beschriebenen – eine Trennung nicht verkraftet, aber er tut nicht so, als sei ihm das egal. Er hat es sich in Niedergeschlagenheit und Tablettensucht gerade noch erträglich eingerichtet, geht ansonsten seinem Beruf nach (er ist Hornist) und fährt jedes Jahr in die Ferienwohnung seiner Schwester nach Sylt.

Dort ist er zu Beginn des Romans gelandet und hat beschlossen, seine Antidepressiva abzusetzen. Mitgenommen hat er außer seinem Horn den „Mann ohne Eigenschaften“, den ihm seine Frau bei ihrem Auszug dagelassen hat. Dann lässt er sich auch noch ein Tagebuch seiner Frau nachschicken, das er ihr dereinst gestohlen hat, und entdeckt darin etwas Niederschmetterndes.

Und er begegnet Frau Luner, einer Alleinerzieherin. Er ist ihr sympathisch – auch weil er auf ihre Kinder aufpasst und mit ihren spielt –, und beide erzählen einander aus ihrem Leben. Er verhält sich wie ein romantischer Halbwüchsiger und malt sich schon eine Beziehung aus, während sie nicht einmal in ihn verliebt ist.

Da taucht seine Schwester samt Ehemann auf und vertreibt ihn aus der Wohnung, woraufhin er – Sylt ist ausgebucht – wild am Strand kampiert. Was tut man nicht alles für die Liebe!

Ohne sich über ihn lustig zu machen beschreibt Karin Nohr diesen ein wenig lächerlichen Mann. Manches in diesem Roman wirkt auf mich zu gewollt. Dass Herr Merse mit dem „Mann ohne Eigenschaften“ „Bibelstechen“ spielt und die Stellen, die er zufällig aufschlägt, auf sich bezieht, mag ja noch angehen. Aber dass er mit Johannes Brahms persönlich spricht, war mir denn doch zu viel. (Er hat sich in der Inselbücherei zwei Bände über den Komponisten ausgeborgt, und dieser gibt ihm nun Tipps, unter anderem wie Herr Merse seine Frau Luner am besten von sich überzeugen könne.)

Mit oder ohne Brahms: Kann das gut ausgehen? Oder wird Herr Merse lieb, aber einsam bleiben?

Eines steht fest: Mit großer Klappe nachts im Kaffeehaus wird man ihn wohl nie antreffen.

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Die Versehrten

Gonçalo M. Tavares , Marianne Gareis
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei DVA, 23.04.2012
ISBN 9783421045027
Genre: Romane

Rezension:

Läuft die Geschichte eines Menschen auf ein Gleichgewicht zwischen Leiden und Leidenlassen hinaus? Tavares behauptet dies in seinem meiner Meinung nach abstrusen und verkrampften Roman. Jedenfalls hat sich mir nicht erschlossen, dass „Die Versehrten“ ein „vielschichtiges und bewegendes Drama über die Entfremdung in der heutigen Welt“ sein sollen. Ich halte die Gleichgewichts-These für falsch und die Romanhandlung für unglaubwürdig.

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biografie, heimo schwilk, weisheit, zeitbezüge, biographie

Hermann Hesse

Heimo Schwilk
Fester Einband: 431 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2012
ISBN 9783492053020
Genre: Biografien

Rezension:

Hermann Hesse, das war für mich bis vor Kurzem ein erfolgreicher Schriftsteller mit einem eher beschaulichen Leben. Die Monografie von Bernhard Zeller aus dem Jahre 1963 hat diese Meinung jedenfalls bestätigt. Mag sein, dass Heimo Schwilk für seine fulminante Biografie mehr Quellen zur Verfügung hatte. Der zufolge war der „Glasperlenspieler“ jedenfalls nicht so wohlhabend, wie man annehmen möchte, und vor allem kein Mensch, mit dem man gern zusammengelebt hätte.

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rom, goethe, tagebuch, kunst, biographie

Wohin mit mir

Sigrid Damm
Fester Einband: 286 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 12.03.2012
ISBN 9783458175292
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe diese Aufzeichnungen einer kunstsinnigen Frau gern gelesen, auch wenn darin nichts Außergewöhnliches geschieht. Unprätentiös und herzlich erzählt Damm von ihrem Leben in Rom, ihren Begegnungen mit Kunst und Menschen, von den Erinnerungen, die diese Begegnungen hervorrufen.

Man geht nach der Lektüre aufmerksamer durch die Welt, und wird sich vornehmen, wieder ein Werk von Goethe und auf jeden Fall eines von Sigrid Damm zu lesen.

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italien, erzählungen, kriminalität, neapel, organisierte kriminalität

Zehn

Andrej Longo , Constanze Neumann
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2012
ISBN 9783423141093
Genre: Romane

Rezension:

Zehn wuchtige kurze Erzählungen über seine Heimat Neapel hat Andrej Longo verfasst, die sich inhaltlich an die zehn Gebote anlehnen. Doch die Geschehnisse konterkarieren die Handlungsanweisungen aus dem Alten Testament.

Da ist der Junge, der nichts mit der Mafia zu tun haben will, und sich zwangsläufig in die einreihen muss, als er seine Freundin nicht beschützen kann und ihm vom örtlichen Camorra-Chef geholfen wird. („Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“)

Da ist der talentierte Sänger, der mit Hilfe der Mafia aufsteigt und von dieser fallengelassen wird, als er auch andere Kanäle für seine Karriere nutzen will. („Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht missbrauchen“)

Da ist der Kriminelle, der damit rechnet, erschossen zu werden, und trotzdem mit seinem Sohn auf den Jahrmarkt geht. („Du sollst nicht töten“)

Nicht alle Geschichten haben direkt mit der Mafia zu tun. Longo erzählt auch von einer Fernehe – der Mann arbeitet in Rom und kann nur dienstags nach Hause kommen. („Du sollst den Feiertag heiligen“) Oder von einem Mädchen, das eine Abtreibung vornehmen lässt. – Das Kind ist von ihrem Vater. („Du sollst nicht ehebrechen“)

Niemand in dieser Erzählungen entkommt dem Umfeld, in dem er oder sie lebt. Dennoch wirken sie nicht pessimistisch, sondern wie eindringliche Zustandsbeschreibungen. Wer in der Zukunft einmal wissen möchte, wie es dereinst in Neapel zugegangen ist, wird es in diesem Buch finden.

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