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Atomblut

Utz Claassen
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Econ, 15.02.2012
ISBN 9783430201308
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich frage mich: Wollte Utz Claassen mit „Atomblut“ einen realitätsnahen Wirtschaftskrimi schreiben oder einen reißerischen Thriller? Hätte ihm wenigstens eines dieser Vorhaben gelingen können? Wird unser Wirtschaftssystem tatsächlich von Hollywood-Film-Bösewichten beherrscht? Und müssen wir uns das allen Ernstes von einem Wirtschaftsexperten sagen lassen?

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Noch ein Tag und eine Nacht

Fabio Volo , Peter Klöss
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2011
ISBN 9783257240900
Genre: Romane

Rezension:

An diesem Buch stimmt so vieles nicht, dass ich nicht weiß, mit welchen Mängeln ich beginnen soll. Zum einen kümmert sich Fabio Volo kaum um eine Beschreibung der Schauplätze oder des jeweiligen Ambientes, er sorgt weder für atmosphärische Untermalung noch für eine symbolische Kulisse. – Diesem Liebesroman fehlt schon einmal die Atmosphäre.

Zum anderen beschreibt Fabio Volo minutiös, jedoch ungelenk, was seine Figuren alles machen (inklusive aufstehen, anziehen, frühstücken …), ohne dass dies etwas Wesentliches zur Handlung beitragen oder über die Charaktere aussagen würde. – Das ist nicht erst auf Dauer langweilig.

Dann lässt Volo den Ich-Erzähler Giaomo auch seine Gedanken notieren, etwa: „Wenn ich früher eine Frau sah, die mir gefiel, habe ich versucht, sie kennenzulernen – und vor allem, sie ins Bett zu kriegen.“ – So platt und holprig ist auch der Rest geschrieben (– ein weiteres Beispiel siehe unten).

Nur bei Michela hat Giaomo sich – er weiß selbst nicht, warum – damit begnügt, sie auf dem Weg zur Arbeit im Autobus zu beobachten. Das geht eine Weile so dahin – und dann spricht doch tatsächlich sie ihn an. Wie schön: sie verstehen sich auf Anhieb. Wie blöd: sie ist im Begriff, von Italien in die USA zu ziehen.

Was tun? – Nach New York fahren! Unangekündigt!! Volles Risiko!!!

Darauf haben Michela und die LeserInnen nur gewartet, und schon verbringt das Paar eine fantastische Woche mit vielen Gesprächen à la:
„Hast du ein Tattoo?“
„Nein, aber ich will mir eins machen lassen.“
„Wo?“
„Vielleicht am Knöchel.“
„Und welches Motiv?“
„Hm, ich denke schon länger drüber nach, aber ich habe noch nichts gefunden, was mir gefällt. Hast du eins?“
„Nein … aber früher oder später lasse ich mir eines machen.“

Am dritten Abend – nach etlichen solcher Dialoge und natürlich supertollem Sex – macht Michela (endlich!; Anm.) einen Vorschlag … – den ich allerdings nicht verrate, weil er das einzig halbwegs Originelle an diesem Buch ist. Am Buchcover wird er ohnedies angedeutet: „Sehen wir mal, ob wir fähig sind, uns wenigstens für eine bestimmte Zeit aufrichtig zu lieben.“

Mein „Problem“ war: die Charaktere sind dermaßen papieren, dass es mich überhaupt nicht interessiert hat, ob und was für ein Paar sie werden. Volo lässt sie ständig darüber reden, wie ungewöhnlich sie nicht wären, doch sie behaupten dies nur und handeln ansonsten wie alle frisch Verliebten (mal abgesehen von der unangekündigten Reise nach NY).

Die Hauptfiguren werden weder durch ihre Jobs noch durch Nebenfiguren näher definiert. Michela hat außer einem Exmann anscheindend keine Freunde und Bekannten, Giacomo schon (und außerdem eine Klischee-Familie), doch diese haben keine Funktion, außer Dialogpartner zu sein (wenn er nicht mit Michela zusammen ist), und könnten in jeder anderen Geschichte auch vorkommen.

Denn dieses Buch besteht ausschließlich aus miserabel zusammengefügten Versatzstücken aus den guten und schlechten Liebesromanen dieser Welt. Das Finale findet denn auch folgerichtig in Paris statt.

Dass das Paar dort in seinem Anspruch, etwas Besonderes zu sein, Lügen gestraft wird, war mir dann auch schon egal. Und ich frage mich, warum ein Buch veröffentlicht wird, dessen Autor weder eine passable Geschichte noch interessante Charaktere noch mehr als einen Schüleraufsatz-Stil zusammenbringt.

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