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Wenn's einfach wär, würd's jeder machen

Petra Hülsmann
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Lübbe Audio, 25.05.2018
ISBN B07CTVNNDV
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt:

Annika arbeitet als Lehrerin an einer renommierten Schule in einem Hamburger Elbvorort. Als sie eines Tages zu einer Besprechung gerufen wird, ahnt sie nichts Böses. Doch dann muss sie sich unvermittelt mit einer Hiobsbotschaft arrangieren: Einer der Lehrer soll kurzfristig an die Astrid-Lindgren-Schule versetzt werden. Diese liegt in einem der Problembezirke der Stadt Hamburg namens Ellerbrock. Der Direktor hatte sich bereits für die denkbar einfachste Auflösung des Problems entschieden und will Annika versetzen lassen. Diese ist der jüngster Zugang im Kollegium und betreut zudem keine Arbeitsgemeinschaften.

Wenige Tage später steht Annika ihren neuen Schülern gegenüber. Sie bittet diese, ein Selbstporträt zu formulieren. Sie bekommt einen ersten Einblick in die Welt der zunächst verschlossenen, sich aber cool gebenden Jugendlichen. Sie erkennt das Dilemma, in dem sich diese Schüler befinden: Abseits des pulsierenden Hamburger Lebens führen die jungen Bewohner des Problembezirks ein relativ perspektivloses Dasein. Des "Hochdeutschen“ nur leidlich mächtig, bedienen sie sich einer Umgangssprache, die es ihnen nicht ermöglicht, ihre Hoffnungen, die sie hegen, respektive die Sorgen, die sie plagen, adäquat zu artikulieren.
Ihre Abstammung aus sogenannten bildungsfernen Schichten und die nicht selten zerrütteten und aufgelösten familiären Bindungen, erschweren zudem ein reibungsloses Weiterkommen in der Schule.

Annika wünscht sich nichts mehr, als schleunigst die Schule wieder verlassen zu dürfen. Ein Plan hierfür ist bald gefasst. Annika muss sich an der ALS beweisen. Der frisch ausgeschriebene Hamburger Theaterwettbewerb kommt ihr da gerade recht. Es winkt ein Preis von 5.000 Euro. Aber was noch viel besser ist: Die Medien werden darüber berichten. Der Direktor der alten Schule wird, so ihr Plan, von ihren Leistungen hören und sie zurückhaben wollen. Jetzt muss sie nur noch mit den Kindern ein Musical entwickeln, inszenieren und aufführen. Eine Herkules - Arbeit wie sie schon bald erkennen muss.



Im Detail:

Als Annika ihren ersten Arbeitstag auf der Astrid-Lindgren-Schule antritt, trifft sie auf Schüler wie Heaven Tanita, die von den anderen Schülern aufgrund ihres Namens aber auch aufgrund ihrer Ambitionen, einmal bei The Voice Kids den totalen Durchbruch zu landen, gehänselt wird. Doch Tanita ist davon überzeugt, dass sie ein natürliches Talent dafür besitzt, Leute zu unterhalten und sie  genießt es im Rampenlicht zu stehen. Kritik perlt daher an ihr ab.
Anders ergeht es da zum Beispiel Meikel, einem Schüler, der stets mit dreckigen, zerschlissenen Klamotten und fettigem Haar auf der Schule erscheint. Er wird von den Mitschülern aufs übelste gemobbt. Tapfer steckt er die Kommentare ein und beteuert Aufsichtspersonen gegenüber, dass alles in Ordnung sei.

Der Plan eine Musical-AG ins Leben zu rufen und mit dieser den Hamburger-Theaterwettbewerb zu gewinnen, steht also schon zu Beginn vor einigen Schwierigkeiten. Ersteinmal muss Annika Ordnung in die Klasse bringen und die Motivation der Schüler ankurbeln. Jeder einzelne von ihnen hat mit Problemen zu kämpfen. Jeder einzelne ist es gewohnt, dass man seine Wünsche und Sorgen konsequent ignoriert.

Um das Projekt voranzutreiben, braucht Annika Hilfe. Dass ihre große Jugendliebe und der Mann, den sie bis heute noch nicht vergessen kann, mittlerweile als Regisseur Karriere gemacht hat und zufällig gerade in der Stadt unterwegs ist, kommt ihr da gerade recht. Tristan soll ihr helfen und wer weiß, vielleicht kommen sich die beiden durch dieses Projekt ja auch ein wenig näher?

Mittlerweile habe ich drei Bücher aus der Hamburg-Reihe von Petra Hülsmann gelesen. Alle Bände kann man unabhängig voneinander lesen. Sie haben jedoch eines gemein: Die Protagonistinnen zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Moment leben und es ihnen schwer fällt, eventuelle Konsequenzen im Vorfeld abzuwägen. Auch Annika bildet hier keine Ausnahme. Auch sie hat einen großen Freundeskreis, geht gerne auf Parties und lebt blauäugig in den Tag hinein. Dieses Verhalten macht sie aber nicht unsympathisch. Ganz im Gegenteil. Sie kann und will nämlich Verantwortung übernehmen , wenn es die Situation verlangt.

In „Wenn's einfach wär, würd's jeder machen“ wird die Handlung auch wieder von einer schönen Liebesgeschichte begleitet. Diese wirkt wie aus dem Leben gegriffen. Auch hier läuft nicht immer alles nach Plan und auch hier sind die männlichen Charaktere, genauso wie die Protagonistin selbst, nicht ohne Fehl und Tadel.



Zum Sprecher:

Das Hörbuch, „Wenn's einfach wär, würd's jeder machen“, wird von Nana Spier excellent vertont. Der Sprecherin gelingt es allen Charakteren allein mit ihrer stimmlichen Varianz eine individuelle Persönlichkeit einzuhauchen. Es gelingt ihr die provozierende Lebendigkeit und subversive Wirksamkeit der Figuren herauszuarbeiten.



Fazit:

In „Wenn's einfach wär, würd's jeder machen“ führt uns Petra Hülsmann wieder nach Hamburg. Diesmal werden wir Zeuge einer Expedition in die Schattenzonen der beliebten Großstadt.
Die Handlung und deren Protagonisten erwachsen aus den Verhältnissen, wie sie gegenwärtig nicht nur an den Hamburger Vorstadtschulen vorherrschen.
Humorvoll gelingt es ihr, die starren Verhältnisse, die eingefahrenen Denk- und Verhaltensmuster, sowie die Vorurteile, auf Lehrer- und Schülerseite, aufzubrechen.

Mit Nana Spier hat der Verlag eine Sprecherin gewählt, die voll zu überzeugen weiß. Der Vortrag erscheint einem bereits bei den ersten Sätzen stimmig und authentisch. Heute wird in Hamburg fast ausschließlich Hochdeutsch gesprochen. Das typische „Hamburger Deutsch“ weist aber regionale Besonderheiten in Wortschatz, Grammatik und Aussprache auf, die der Leserin geläufig sind.
Es gelingt ihr, den Vortrag des Textes zu einem Hörgenuss werden zu lassen. Eine passendere Sprecherin hätte man für dieses Hörbuch nicht finden können.

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ENDGAME Buch 3: Der Turm (Skye Warrens ENDGAME)

Skye Warren
E-Buch Text: 181 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 09.10.2018
ISBN 9783865526861
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt:

Nach den schrecklichen Vorfällen der letzten Tage fühlt sich Avery nicht mehr sicher. Sie hört von den jüngsten Schandtaten des Jonathan Skott. Ihr Gegenspieler, der vor drastischen Methoden außerhalb des Gesetzes nicht zurückschreckt. Sie sucht Schutz bei Gabriel.
Dessen Haus wird zu Averys goldenem Käfig. Hier weiß sie sich in Sicherheit. Doch fühlt sie sich auch zu einer Art „ Kaspar Hauser “-Dasein verurteilt und so in die totale soziale und kommunikative Isolation gezwungen. Sie will daher unbedingt aus der selbst gewählten Einsamkeit auszubrechen.



Im Detail:

Nach dem spannenden Ende des Vorgängers war ich sehr froh, dass ich zeitnah mit dem finalen Band würde starten können.

Es ist wohl der Beschützerinstinkt , den Avery bei Gabriel weckt. Dieser beschließt jedenfalls, sich auf die Jagd nach ihrem Widersacher zu machen.

Tagsüber ist Gabriel auf der Suche, dann kehrt er für wenige Stunden heim und sucht Averys Nähe.
Doch allmählich fällt Avery die Decke auf dem Kopf. In der Isolation , von jeglichen sozialen Kontakten abgeschieden, beginnt sie Stimmen zu hören.
Da helfen die Telefonate mit ihrer besten Freundin nur bedingt. Die Stimmen, die sie des Nachts im Bett hört, erinnern sie sehr an die Erlebnisse ihrer Mutter. Die Worte, die sie hört, machen ihr Angst. Kein anderer scheint zu hören, was Avery hört. Alles spricht dafür, dass sie langsam verrückt wird. Avery muss raus aus diesem Haus - unter Menschen. U ngeachtet der Lebensgefahr, in die sie sich bringt.

Allein dieser Ansatz sorgt schon für genügend Spannung zwischen den Buchseiten, doch die Entwicklung dieser Geschichte hält so viel mehr bereit.
Gabriel ist nicht als Gutmensch zu bezeichnen, noch entspricht der Charakter dem klassischen Verständnis eines Superhelden. Der Band bietet aber Essenzielles für das Verständnis der Figur. Immer mehr wird auch klar, wie sehr auch Gabriel Avery braucht.
Über die Bücher hinweg wurde Avery auf eine atemlose Tour de Force durchs eigene, verpfuschte Leben geschickt. Doch sie nimmt den Kampf gegen die Unterwelt auf und stellt sich ihren Feinden, darunter üble Gangster. Der Mensch wächst aber bekanntlich mit seinen Aufgaben und lernt aus Erfahrung.
Es gelingt der Autorin eindrucksvoll , Schlüsselphasen in Averys Entwicklung einzufangen.

Avery musste sich aber noch nie härter durchs Leben kämpfen und mehr Stärke zeigen als in Band drei. Ob sie dieses Mal brechen wird, das werde ich euch an dieser Stelle nicht verraten.

Fest steht, dass dieser dritte Band mit den Vorgängern locker mithalten kann. Es bleibt eine wendungsreiche und doppelbödige Fahrt, die mit viel Spannung daherkommt, und über drei Bände ohne Längen ist.



Fazit:

Endgame von Skye Warren ist eine Dark Romance-Reihe, die mich vollkommen von sich überzeugen konnte. Die Reihe besteht aus drei Bänden. Auch im letzten Band haben sich keine Längen eingeschlichen, insbesondere, weil der Roman auf den letzten Seiten viel an Tempo gewinnt. Die Themen Liebe und Erotik sind selbstredend auch im letzten Band nicht unterbeleuchtet geblieben. Mit Gabriel bietet Skye Warren einen unwiderstehlich abgründigen Charakter.

Besonders das raffinierte und durchdachte Ende sticht heraus, da es alles andere als vorhersehbar ist und auch den abschließenden Roman zu einem Lesehighlight macht.
Eine Geschichte, die durchaus noch nicht hätte zu Ende sein müssen.



Buchzitate:

Immer mal wieder kriecht ein Mann wie er aus seinem Loch, um sich jemand Reiches, jemand Reines zu schnappen. Nur um zu beweisen, dass er es kann.

Ist es Schutz, wenn man eine Blume in der Dunkelheit aufbewahr ohne Wasser und Licht? Ihr zuzusehen, wie sie verwelkt? Damit niemand anderes sie sieht?

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ENDGAME Buch 2: Der Springer (Sky Warrens ENDGAME)

Skye Warren
E-Buch Text: 187 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 10.09.2018
ISBN 9783865526847
Genre: Liebesromane

Rezension:



Inhalt:

Avery besitzt nur noch wenige Habseligkeiten und einige Münzen. Ihr Vater befindet sich in einem komatösen Zustand und weiß noch nicht, dass seine Tochter ihren Körper verkauft oder genauer gesagt vermietet hat.
In einem billigen, heruntergekommenem Motelzimmer schöpft sie neuen Mut und macht sich auf, Gabriel erneut aufzusuchen. Der Monat ist noch nicht abgelaufen, der mögliche Erlös aus der Auktion befindet sich noch auf einem Treuhandkonto. Wird Avery das Geld auftreiben können, um ihr Elternhaus auszulösen?



Im Detail:

Avery weiß, wie es ist, alles zu verlieren. Nichts ist ihr geblieben. Das elterliche Haus steht kurz vor der Versteigerung, ein fremder Mann hat ihr ihre Unschuld geraubt, ihr Vater befindet sich in einem komatösen Zustand. Nachdem Gabriel Avery von einer Minute auf die andere vor die Tür gesetzt hat, kommt sie erst einmal in einem heruntergekommenen Motel unter. Hier sammelt sie Kraft und fasst neue Pläne. Sie muss das elterliche Haus vor der Versteigerung retten, komme was wolle.

Doch als Avery Gabriel erneut um Hilfe bittet, zeigt dieser nur wenig Verständnis. Stattdessen wünscht er weitere sexuelle Gefälligkeiten. Schließlich hat er Avery für einen Monat gekauft und dieser ist noch längst nicht vorbei.

In Band 2 erhebt Gabriel keineswegs den Anspruch, Sympathiepunkte zu sammeln. Seine Bedürfnisse scheinen stets an erster Stelle zu stehen. Doch dann gab es wieder diese Momente, in denen er Avery warme Buttermilchwaffeln zum Frühstück serviert. Das Raubtier überwindet sich in diesen Momenten selbst.

Avery hingegen beweist erneut, dass sie eine Kämpferin ist. Sie mietet sich in einem Motelzimmer ein, wo sie jede Nacht die Lustschreie einer Prostituierten durch die Wand hört. Entspannter Schlaf ist hier nahezu unmöglich. Aber auch außerhalb ihres Zimmers findet Avery keine Ruhe. Die Gegend scheint gefährlich, die Menschen, die sich hier herumtreiben, sind von zweifelhaftem Charakter.

Nach und nach erfährt Avery immer mehr über die Geheimnisse ihrer Eltern. Sie findet das Tagebuch ihrer Mutter. Das wirft alles über den Haufen, was sie bisher über ihre Eltern zu wissen geglaubt hatte. Mit dem Buch hat sie die Leichen im Keller der gemeinsamen Vergangenheit gefunden.



Fazit:

Kein Geld, kein Zuhause, keine Familie, aber Freunde. “ Endgame – Band 2: Der Springer“ überzeugt mit schwarzem Humor , traurige Wahrheiten und eine Prise Krimi.

Gabriel und Avery sind die Protagonisten einer Geschichte von lebensfroher Obszönität und Erotik, aber auch von Gewalt und Fremdbestimmung.

Diese Kombination ist perfekt für düstere und gefährliche Dark-Romance-Lesestunden der Extraklasse.



Buchzitate:

Gabriel legt die Wange an mein Knie, seine Miene ist schonungslos. Er sieht müde aus, als wäre ihm alles zu viel, als wäre ich das Einzige, was ihn stützt. Das ist der intimste Augenblick, den wir je zusammen hatten, der ehrlichste.

„Abgesehen davon bringt meine Anwesenheit gewisse Vorteile mit sich.“ - „Meine ganz eigene Versorgung mit Feuer und Schwefel?“ - „In meiner Gegenwart neigen Leute eher dazu, die Wahrheit zu sagen.“

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Weihnachten wird wunderbar

Lucie Castel , Vera Blum
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Thiele & Brandstätter Verlag, 02.10.2018
ISBN 9783851794083
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt:

Pünktlich, einen Tag vor Heiligabend, soll der Flieger Scarlett und Mélie aus dem verschneiten Heathrow zurück ins geliebte Frankreich bringen. Dort wollen die beiden Schwestern die Feiertage mit ihrer Mutter verbringen. Der Vater ist erst vor kurzem gestorben, was dazu führt, dass die anhängliche Mutter fast stündlich die Kinder anruft und nach deren Wohlbefinden fragt.

Doch das Schneetreiben in Heathrow macht den beiden Schwestern und ihren Plänen schon bald einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Die Anzeigetafel am Flughafen verkündet, dass der Heimflug bis auf weiteres gestrichen wurde. Scarlett ist außer sich und kann die ruhige Art ihrer Schwester kaum nachvollziehen.

Die Situation erfordert Krisenmanagement. Jetzt heißt es die Mutter zu vertrösten und nebenbei eine Lösung finden. In Gedanken verirrt sich Scarlett auf die Herrentoilette. Dort trifft sie auf einen waschechten Engländer. William verzeiht den Fauxpas der aufgebrachten Französin. In ihrem Zustand höchster Erregtheit gewinnt sein k nochentrockener britischer Humor beruhigenden Charakter.

Kurze Zeit später schließt sich William den beiden Schwestern an. Im Gespräch kommen Scarlett und er sich näher. Sie schmieden Pläne, wie die Heimreise vielleicht auf anderem Wege doch noch klappen könnte, scheitern aber. Sie müssen feststellen, dass ihr Flug gecancelt wurde.

William reagiert entschlossen: Die beiden Mädchen sollen gerne bei ihm zu Hause unterkommen. Als Mélie und Scarlett einwilligen, wissen sie noch nicht, was sie bei William daheim erwartet.
Dessen verrückte Familie, die den Osbournes auf MTV das Wasser hätte abgraben können.



Im Detail:

Die Geschichte Weihnachten wird wunderbar besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil beschäftigt sich mit dem Aufenthalt der beiden sehr unterschiedlichen Schwestern Mélie und Scarlett auf dem Flughafen in Heathrow. Im weiteren Verlauf der Geschichte stößt der Engländer William zu der kleinen Gruppe. Gemeinsam verbringen die drei sehr unterschiedlichen Charaktere ihre Zeit in den Hallen und hoffen auf eine Änderung auf der Anzeigetafel der abgehenden Flüge.

Schon schnell wird klar, dass Scarlett ihre liebenswürdige Schwester Mélie oft missversteht. Mélie ist im Gegensatz zu ihrer Schwester eher ruhig und gefasst, wenn es zu Stresssituationen kommt. Vielleicht ist es auch ihr Job als Sexualtherapeutin, der es Mélie ermöglicht, ihren Gegenüber schneller zu durchschauen, als es der eigenen Schwester gelingt. Diese hingegen verurteilt Mélie gerne. Die Schwester sei in jungen Jahren vom Baum gefallen. Das erkläre, warum sie so wirr rede und so anders denke als ihr Umfeld und warum sie Zugang zu Menschen finde, die eben nicht „normal“ reagieren.

Als William zu den Schwestern stößt, bringt er die Geschichte in Schwung . Seine distinguierte „ Britishness “ wird jedoch schon bald auf die Probe gestellt. Scarlett ist kein einfacher Mensch.
Als William den Schwestern vorschlägt, den Heiligabend bei ihm zu Hause zu verbringen, nimmt das Desaster dann seinen Lauf. Für reichlich Chaos ist angesichts der familiären Verhältnisse ihres Gastgebers auf jeden Fall gesorgt.

William hat einen homosexuellen Bruder, der sich gegenüber der eigenen Familie noch nicht geoutet hat. Hinzu kommt seine Tante, die sich nach der Trennung von ihrem Mann, der es mit der Sekretärin getrieben hat, in einer düsteren Verfassung befindet. Der Vater hingegen verhält sich auffallend distanziert und ruhig, kontrastiert von der Mutter, die eine wahre Furie zu sein scheint. Einzig die Großmutter Lizzie befindet sich in Feierlaune und ist bereits auf der Suche nach dem Alkoholvorrat des Enkelsohns. Mitten in dieses Chaos geraten nun also Mélie und Scarlett.

Und nun kommt das Weihnachtsfest . So ein Moment, in dem alles immer wie am Schnürchen laufen soll ...



Fazit:

Wenn Lucie Castel Humor und Ernsthaftigkeit mischt, bleibt bei ihren Fans kein Auge trocken.
„ Weihnachten ist wunderbar“ ist eine Familiengeschichte, in der genügend Platz für grotesken Humor und raffinierte Bezüge ist. Das alles hat extrem viel Schwung.

Mit der Protagonistin wird man als Leser nicht recht warm. Über weite Strecken wirkt sie beinahe unsympathisch . Wer darüber hinwegsehen kann, wird mit „Weihnachten wird wunderbar“ schöne Lesestunden haben.



Buchzitate:

„Sie sind also eher der Typ Mimose.“ „Ich bin Engländer. Nicht durchdachte und riskante Manöver überlassen wir gerne den Deutschen und Franzosen.“ Volltreffer. Ich sehe so unbeteiligt wie möglich in seine Richtung.

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One More Chance

Vi Keeland , Penelope Ward , Antje Görnig
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei LYX, 30.11.2018
ISBN 9783736309142
Genre: Erotische Literatur

Rezension:


Inhalt:

Auf dem Weg nach Temecula macht Aubrey Halt an einem Andenkenladen. Ein neuer Job , eine neue Stadt, Aubrey gibt sich i hren eigenen Gedanken hin, während sie auf ihr bestelltes Essen wartet. Gedankenverloren nimmt sie eine Barack-Obama-Wackelkopf-Figur in die Hand. Plötzlich ertönt eine unerwartete Stimme. Der folgende anzügliche Kommentar erschreckt Aubrey so massiv, dass ihr die Figur aus der Hand fällt. Sie reagiert zickig. Die Flirtversuche des Fremden überschreiten die Grenze des guten Geschmacks.

Verärgert nimmt sich Aubrey vor, den Fremden ab sofort zu verachten, was sein gutes Aussehen , sein Charme und Witz nicht gerade vereinfachen. Beide werden in der Folge Opfer einer technischen Panne. D er Fremde, der sich kurze Zeit später als Chance vorstellt, bietet Aubrey einen Deal an. Er wechselt ihr den Reifen, während sein Motorrad sich in der Reparatur befindet. Dafür soll Aubrey ihn allerdings mit nach Kalifornien nehmen.

Es dauert einen Moment, bis Aubrey begreift, dass ihr wohl kaum eine andere Wahl bleibt. Außerdem ist Chance ja nicht nur lustig, sondern auch verdammt süß. War sie nicht auf der Suche nach einer neuen Liebe? Und was soll's: Das Leben ist ein Risiko . Aubrey lässt sich auf den Deal ein. Der Beginn eines unmöglich schönen Roadtrips.



Im Detail:

Als Chance in Aubreys Auto steigt, liefern sie sich von Beginn an ein witziges Wortgefecht , das den einen oder anderen Leser sofort zum Schmunzeln bringen dürfte. Denn Chance ist niemand, der ein Blatt vor den Mund nimmt. Er spricht aus, was er denkt und das ist voller Anzüglichkeiten und sexueller Metaphorik.
Chance Meinung nach, ist seine Mitfahrerin prüde und verklemmt. Sie müsste mal so richtig flachgelegt werden und vor allem sollte sie sich trauen, über ihre Gefühle zu sprechen. Als das Telefon klingelt und einen fremden Männernamen anzeigt, geht Chance ohne lange zu zögern an den Apparat. Aubrey ist erstmal geschockt von dieser Aktion. Aber so ist dieser Mann, der stets unüberlegte und spontane Entscheidungen trifft und schamlos jede Grenzziehung des guten Geschmacks verachtet. Das muss auch der Anrufer erfahren, als Chance am Telefon sexuelle Andeutungen fallen lässt. Aubrey sei beschäftigt und zwar für längere Zeit, das ist die Quintessenz, die der Mann am anderen Ende des Telefons ziehen darf und die Aubrey erstmal verarbeiten muss. Chance ist frech, er ist dreist und auch sehr arrogant. Aber irgendwie ist es das, was Aubrey nicht nur die Sprache verschlägt sondern auch ganz schön verführt.

Es folgt ein spaßiger, manchmal bizarrer Roadtrip. Das hat unter anderem mit Chance zu tun, der mit immer neuen Sprüchen und Ideen aufwartet. Aber auch die Erlebnisse der Reisenden sorgen für allerhand Kurzweil und Abwechslung. Die Fahrt kann man schon als eine Reise der besonderen Art bezeichnen. So beschert ein Beinaheunfall mit einem LKW Aubrey und Chance einen neuen Mitfahrer. Bei dem tierischen Begleiter handelt es sich um einen blinden Ziegenbock, der in Stresssituationen in Ohnmacht fällt. Zu dritt machen die drei Reisegefährten einen Umweg über Las Vegas und entscheiden sich für eine Fake Hochzeit. Aubrey und Chance sammeln wundervolle Momente, haben eine Menge Spaß und nutzen die Zeit für sehr heiße Flirts. Doch umso näher das Ziel rückt, desto unvermeintlicher wird der Gedanke der Endlichkeit dieser Reise . Immer mehr Andeutungen machen klar, dass Chance gehen wird. Warum spricht Chance so wenig über seine Vergangenheit und warum kann er nicht einfach bleiben und seine Zukunftspläne an die von Aubrey anpassen?



Fazit:

One more Chance ist die Geschichte von Aubrey und Chance, die sich in einem Andenkenladen irgendwo in Nebraska auf dem Weg nach Kalifornien begegnen. An super witzigen Dialogen und Wortgefechten mangelt es dem Buch zu keiner Zeit. Die Erlebnisse der beiden lassen einen mitunter sprachlos zurück. Die Geschichte nimmt im weiteren Verlauf eine unvorhersehbare, ernste Wendung . Das Ernste und das Komische sind hier sehr nahe beieinander.
Viele Verwicklungen, hohes Tempo und eine heitere, erotisch aufgeladene Atmosphäre, das sind die Zutaten, die diesen Roman zu einem Lesehighlight machen.

Einziger Kritikpunkt: Das Leseerlebnis ist einfach viel zu schnell vorbei.



Buchzitate:

Chance schälte mit einem Taschenmesser die Borke von einem Stock, steckte einen Marshmellow darauf und gab ihn mir. Er war wirklich gut in solchen Sachen.
„Ich teile mir also heute Nacht das Zelt mit dir, wir haben uns gemeinsam ein Haustier zugelegt und ich weiß nicht mal, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst“, sagte ich.

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Catwoman - Diebin von Gotham City

Sarah J. Maas , Michaela Link
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 30.11.2018
ISBN 9783423762274
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:

Selina verdient sich ihr Geld mit illegalen Straßenkämpfen. Immer dann, wenn Falcone, der Boss des verbrecherischen Falcone -Clans, sie ruft, ist sie da, um gegen dessen Schuldner zu kämpfen. Wenn Selina dann mit Wunden und Schwellungen heimkehrt, erwartet sie eine heruntergekommene Wohnung und eine kranke Schwester.

Selina würde alles für ihre Schwester Maggie tun, die an Mukoviszidose leidet, was ihre Lebenserwartung beschränkt. Das Geld, das sie verdient, wendet sie für den Lebensunterhalt und die lebenserhaltende medizinische Versorgung ihrer Schwester auf.

Doch eines Tages wird ihr Leben auf den Kopf gestellt . Unerwarteter Besuch steht vor der Tür. Zwei korrupte Polizisten und eine Sozialarbeiterin erleichtern die Schwestern um ihre Geldreserven und verraten, dass die Mutter der Kinder in einem sehr schlechten Zustand aufgefunden wurde. Maggie soll - zu ihrem eigenen Schutz - in einer Wohngruppe untergebracht werden. Selina weiß nur zu gut, was das bedeutet: Die Wohngruppen sind meist so schmuddelig, dass ein krankes Mädchen wie Maggie dort nicht lange überleben kann.

Weil Selina sich wütend gegen die Polizisten auflehnt, soll sie angesichts ihres langen Vorstrafenregisters ins Gefängnis einfahren. Doch im letzten Moment bekommt sie ein Angebot, eine Art kriminelle Carte Blanche. Eine fremde Frau bietet ihr einen Deal an: Selina soll eine besondere Schule besuchen, dafür erhält sie nicht nur ihre Freiheit, sondern Maggie soll auch in einer Adoptivfamilie untergebracht werden und erhält Schutz vor der eigenen Mutter.

Wenige Jahre später kehrt Selina in die Stadt zurück. Sie ist ein völlig anderer Mensch geworden, ist auf dem Kriegspfad und s ucht nach Rache .



Im Detail:

Catwoman – Die Diebin von Gotham City ist der zweite Band der Superheldenreihe, an der diverse Autor/innen mitgearbeitet haben. Ich habe den Vorgänger Wonder Woman nicht gelesen, hatte aber nicht das Gefühl, dass mir Informationen zum Verständnis des Folgebandes fehlen würden.

Sarah J. Maas beginnt ihre Geschichte, in der sie von Catwoman, einer der Schurkinnen der Batman-Saga berichtet, ganz am Anfang. Sie erzählt, wie Selina, ein Mädchen, das aus der Unterschicht stammt, alles tut, um sich und ihre Schwester zu ernähren. Leider reichen die Kämpfe im Untergrund nicht aus. Selina ist bereits in jungen Jahren Mitglied einer Mädchengang namens die Leopardinnen. Sie befindet sich in der Hierarchie eher im Mittelfeld. Dennoch scheinen die Anführerinnen ein Auge auf sie geworfen zu haben. Selina soll sich in einzelnen, gefährlichen Prüfungen bewähren .

Als die Polizei eines Tages an Selinas Tür klopft und ihr Leben durcheinander bringt, ist der Wendepunkt erreicht. Selina muss eine Entscheidung treffen. Sie soll ihr bisheriges Leben hinter sich lassen und von der Elite der Assassinnen ausgebildet werden. Jahre später kehrt sie mit einer neuen Identität in die alte Heimat Gotham City zurück, um für ihre eigene Version vom Gerechtigkeit zu sorgen.

Fans der Batman-Saga können sich freuen. Schon frühzeitig fallen Namen, wie Poison Ivy, der Riddler und Harley Quinn. Das Buch bietet somit die Möglichkeit, sich weiter in das komplex gewachsene Batman-Universum einzulesen.

Neben Catwoman führt die Autorin in diesem Band noch eine weitere Hauptfigur in die Geschichte ein. So werden einige Kapitel aus der Sicht von Luke Fox erzählt. Einem Ex - Soldaten, der nach drei Jahren im Marinecorps traumatisiert nach Hause zurückkehrt. Das Schicksal wollte es, dass er auf Bruce Wayne trifft. Mittlerweile stellt Luke nicht nur Rüstungsteile für Batman her, sondern ist auch selbst als Ordnungshüter mit Maske und Fledermausrüstung unterwegs.

Als das Batsignal zerschossen und eine wertvolle Katzenfigur gestohlen wurde, muss Luke einschreiten, denn Bruce/Batman ist auf einer geheimen Mission unterwegs und irgendjemand muss ihn ja vertreten. Bald stellt sich heraus, dass der Schurke sehr planvoll seine Ziele verfolgt. Er hat sogar einen offensichtlichen Hinweis hinterlassen. Eine Patrone, die handgefertigt und einzigartig ist und dennoch stellt dieser Hinweis die Polizei und Luke, der nunmehr unter dem Namen Batwing unterwegs ist, vor Rätsel. Und dann gibt es da noch die neue Mitbewohnerin, die die Wohnung direkt neben seiner angemietet hat. Eine verwöhnte Reiche, die offensichtlich mit ihm zu flirten scheint und all das verkörpert, das Luke eigentlich so gar nicht leiden kann.



Fazit:

Sarah J. Maas liefert mit Catwoman – Die Diebin von Gotham City ihren Beitrag zum Batman - Universum ab . Das Buch wartet mit vielem auf, was Fans der Autorin lieben. Charaktere bleiben nie oberflächlich oder stilisiert. Viele verschiedene Handlungsstränge und Personen werden in den Roman eingeflochten, fügen sich jedoch zu einem gefälligen Ganzen. Und natürlich gibt es von der ersten Seite an eine Spannung , die nicht brechen wird. Buchreihen wie „Throne of Glass“ und „Das Reich der sieben Höfe“ legen Zeugnis von Sarah J. Maas Talent ab.
Bekannte Helden wie Catwoman, Poison Ivy und Harley Quinn erhalten Kontur, werden lebendig und erzählen ihre eigene Version ihrer Geschichte.

Dieses Buch ist nicht nur eine Empfehlung für Fans von Batman und Co., sondern für alle Liebhaber von Spannungsliteratur. Maas wird dafür sorgen, dass es bald noch weitere Fans des Batmanuniversums geben wird. Soviel ist sicher.



Buchzitate:

Gotham City hatte sich für eine lange, lange Zeit zu weit in Richtung der Reichen und Korrupten gelehnt. Sie war nach Hause gekommen, um das wieder auszugleichen.

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ENDGAME Buch 1: Der Bauer (Sky Warrens ENDGAME)

Skye Warren
E-Buch Text: 185 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 19.08.2018
ISBN 9783865526823
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt:

Avery sieht ihren Vater nur selten. Er ist ein alleinerziehender Vater und hart arbeitender Geschäftsmann, der kaum Zeit für seine Tochter hat. Trotzdem führen sie ein glückliches Leben. Das Schicksal hält jedoch für die beiden eine grausame Überraschung bereit. Eines Nachts wird Averys Vater von maskierten Männern unbarmherzig zusammengeschlagen. Fortan ist er bettlägerig und pflegebedürftig. Avery tut alles, um ihm zu helfen. Die Firma erweist sich jedoch als überschuldet. Auf ihrer Suche nach Geld wird sie schnell in die Händel der Unterwelt verstrickt. Sie trifft einen folgenschweren Entschluss und wendet sich gegen den Rat ihres Vaters an den König der Unterwelt. Damon Scott ist bereit der Tochter seines alten Widersachers auszuhelfen. Der Preis, den er für diese Hilfe verlangt, ist jedoch hoch. Avery soll ihren Körper und ihre Jungfräulichkeit auf einer Auktion zu Markte tragen, bei der Frauen von reichen Männer für einen Monat ersteigert werden können. Einige dieser Männer kennt Avery von Parties und von Geschäften ihres Vaters. Nicht alle waren ihm gut gestellt.



Im Detail:

Avery, die stets behütet unter der Obhut ihres Vaters aufgewachsen ist, hat in ihrem Leben noch nicht viele Erfahrungen gesammelt. Sie hatte zwar schon einen Freund, doch mehr als einen gelegentlichen Kuss, hat sie nie zugelassen. Das Leben im Luxus hat es ihr ermöglicht, ein elitäres College zu besuchen und sich spontane Wünsche zu erfüllen. Doch eines hatte sie nie: Viel Zeit mit ihrem Vater. Lediglich das gemeinsame Schachspiel durfte, so die Regel, nie vernachlässigt werden.

Einige Jahre später ändert sich Averys Leben jedoch von einem Tag auf den anderen. Kein anderer, als Damon Scotts rechte Hand, Gabriel Miller, war es, der dafür gesorgt hat, dass Averys Vater wegen Betruges angeklagt wurde. Vermutlich waren es auch seine Männer, die ihn in einer Nacht aufs Schlimmste zusammengeschlagen haben. Genau dieser Mann ist es, der Avery nun hilft, sich für die Versteigerung vorzubereiten, der ihr im Gespräch Geheimnisse entlockt, die sie eigentlich für sich behalten wollte und dessen Charme sie für eine Weile vergessen lässt, dass er eigentlich doch einer ihrer größten Feinde ist.

Gabriel Miller erscheint dominant , beinahe sogar bedrohlich. Er ist ein Mann, den man nicht ungestraft belügen oder betrügen wird. Die Anziehung, die Gabriel auf Avery ausübt, sind beim Lesen der ersten Seiten sofort spürbar. Sein Charme, sein Talent, Menschen um den kleinen Finger zu wickeln, funktionieren.

Als Avery sich entscheidet, Damon Scotts Angebot anzunehmen, markiert dies eine tiefe Zäsur in ihrem Leben. Die Angst, die das Mädchen, das bislang noch keinerlei sexuelle Erfahrungen gemacht hat, spürt, ist greifbar. Viele der Bieter wollen sich an ihrem Vater rächen und kennen dabei keine Gnade.

Avery weiß, dass ihr Leben nach dem Abschluss der Auktion ein anderes sein wird. Sie wird in das Haus desjenigen einziehen, der das höchste Gebot abgegeben hat. Sie wird ein Stück von sich aufgeben müssen. Als sie in der Auktionshalle ihren eigenen Onkel erblickt, wird klar, dass ihr Schicksal wahrscheinlich von einem Schleier der Gewalt und des Missbrauchs verdunkelt werden wird .

Besonders gefallen hat mir in diesem Buch die Entwicklung von Avery, die sich glaubhaft und gemächlich vollzieht. Sie beginnt ihre Reise als unerfahrenes und schüchternes Mädchen. Nach und nach muss sie Opfer bringen. Unter der Obhut ihres Ersteigerers muss sie einen Teil von sich aufgeben. Doch sie verkörpert das psychologische Konzept der Resilienz. Die negativen Ereignisse, prallen von ihrer Seelen ab wie Gummibälle. Sie ist ein Mensch mit hoher Selbstwirksamkeitserwartung und wird sich schnell klar, dass sie ihre Umwelt weiterhin aktiv beeinflussen kann.



Fazit:

Endgame – Buch 1: Der Bauer ist der Auftakt einer Reihe. Präsentiert wird die Geschichte von Avery, dem Opfer einer Frauenversteigerung. Der Erotik kommt in Skye Warrens Buch eine zentrale Bedeutung zu. Zwischenzeitlich entwickelt sich zwischen den Protagonisten eine Art Stockholm - Syndrom , was in der Frage kulminiert, ob Avery sich in ihren Käufer verlieben kann.

Skye Warrens Schreibstil ist lesenswert. D üster , sexy und kantig. Sie macht dabei nicht Halt vor den Tiefen der menschlichen Abgründe, vor Elend und Leid.

Ich empfehle Endgame – Buch 1: Der Bauer an Leser/innen, die ein Dark-Romance-Buch zu schätzen wissen. Das Buch ist nicht nur für Liebhaber der expliziten erotischen Darstellung geeignet. Vielmehr prägen Selbstgebrannter, impulsive Liebe , geschliffene Dialoge und ein subtiler Humor den Roman; was so nicht unbedingt zu erwarten war und umso mehr zu gefallen weiß.



Buchzitate:

„Wie soll ich dich dann nennen? Prinzessin? Liebling?“ - „Wie wäre es mit meinem Namen?“ Er senkt den Kopf, seine Lippen berühren mein Ohr, als er wieder spricht, seine Stimme kaum mehr als ein Atemzug. „Ich habe nur einen Namen für dich. Meins.“

Er ist extravagant, aber auch methodisch, intelligent. Strategisch. Alles, was er tut, verfolgt ein Ziel.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

Hey Siri, willst du mich heiraten?

Judith Newman , Andrea Kunstmann
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 28.11.2018
ISBN 9783596036493
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt:

In „Hey Siri, willst du mich heiraten“, erzählt die Autorin Judith Newman von ihrem Leben mit ihren zwei Zwillingssöhnen, Henry und Gus. Es ist eine Geschichte rund um eine Familie , deren Sohn Gus mit Autismus diagnostiziert wurde. Die Autorin liefert nicht nur eine autobiografische Reportage über die Entwicklung eines autistischen Kindes, sondern beleuchtet alle relevanten Aspekte zum Thema.
Das Leben mit einem autistischen Jungen ist anders. Es stellt einen einerseits vor Probleme, dann aber gibt es wieder diese besonderen Momente, die andere Mütter wohl nie erfahren werden.



Im Detail:

Judith Newmann ist fast 40, ihr Mann 69 Jahre alt, als es nach sieben Jahren und 70.000 Dollar Investitionen endlich mit einer Schwangerschaft klappt. Die kleine Familie wird nach dieser langen Zeit mit Zwillingen belohnt. Henry und Gus. Bald schon stellt sich heraus, dass die Kinder sich mit ihren Eigenarten sehr voneinander unterscheiden. Gus wirkt als Baby sehr pflegeleicht. Er fordert nichts, er ist ruhig und zufrieden. Henry hingegen ist wesentlich lebhafter.
Es wird bald klar, dass Gus Verhalten sich auch von dem anderer Kinder stark unterscheidet. Er benötigt bei Tests eine deutlich längere Reaktionszeit. Er entwickelt absolut keinen Entdeckungsdrang, hat noch keinerlei Dinge in den Mund gesteckt, auch kann er immer nur ein Nahrungsmittel auf einmal zu sich nehmen. Er duldet keine zwei verschiedenen Speisen auf seinem Teller. Mit achtzehn Monaten spricht Gus immer noch kein einziges Wort. Stattdessen ist er in der Lage, Geräusche täuschend echt zu immitieren. Gus erster Satz, der wie aus dem Nichts herausgeschossen kam, lautete: „Die Sendung Bill Nye the Science Guy wurde zu großen Teilen von der National Science Foundation, der Corporation for Public Broadcasting und Zuschauern wie ihnen finanziert.“

Nachts sorgt Gus für schlaflose Nächte. Er steigt in das elterliche Bett und knetet sämtliche Körperteile der Mutter durch. Diese Angewohnheit ist ihm, bei aller Mühe nicht abzugewöhnen. Selbst abgeschlossene Türen umgeht er mit gewissen Tricks.

Gus denkt und handelt anders als die Menschen in seinem Umfeld. Er widerholt Sätze oder Geräusche gerne immer und immer wieder, er liebt Musik und kann es gar nicht leiden, wenn jemand falsch singt. Räumliches Denken fällt ihm schwer, was dafür sorgt, dass er manchmal nur wenige Zentimeter vor seinem Gegenüber steht und ihm lautstark etwas erzählt. Auch die Aktionen in der Nacht, bei denen er den Körper der Mutter durchknetet, haben mit dem Verlust des räumlichen Denkvermögens zu tun. Er versucht mit diesem Verhalten herauszubekommen, wo sein Körper endet und der nächste beginnt.

Judith Newman stellt sich in diesem Buch, die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass eines ihrer Kinder mit Autismus geboren wurden. Dazu gibt es allerhand Thesen. Jede einzelne trifft in einem bestimmten Maße auf sie zu. Babys, die kurz nach der Geburt keine körperliche Nähe erfahren, so ist bewiesen, gehen zu Grunde. Babys hingegen, die lediglich emotional vernachlässigt werden, entwickeln oft autistische Züge. Auch das Alter, in dem Judith und John ihr Kind geboren haben, war vielleicht nicht ganz optimal. Ebenso können Körpergewicht und Ernährung der Mutter ein Grund für die autistische Entwicklung des Sohnes gewesen sein.

Neben einigen Lebensausschnitten, misslungenen Versuchen in den Urlaub zu fahren, Erlebnissen bei Ausflügen und ähnlichem, stellt die Autorin in ihrem Buch auch andere namhafte Autisten vor. Sie erklärt, warum autistische Menschen eine Vorliebe für Filmbösewichte haben und warum sie in der Musik Ruhe und Entspannung finden können.

Der Titel des Buches „Hey Siri, willst du mich heiraten“, ist ein wenig irreführend. In diesem Werk geht es, wie man vielleicht annehmen möchte, nicht in erster Linie um die Beziehung zwischen Gus und seinem Handy. Es gibt aber zwei kurze Abschnitte, in denen die Autorin erläutert, warum die virtuelle Freundin so wichtig für ihren Sohn ist.



Fazit:

„ Hey Siri, willst du mich heiraten?“ ist e ine autobiografische Reportage über die Entwicklung eines autistischen Kindes. In dem Buch berichtet Judith Newmann vom Leben mit ihren Zwillingskindern und ihrem älteren Mann, einem Opernsänger, dessen Interessen sich stark von ihren eigenen unterscheiden.
Sie zeigt an konkreten Beispielen wie schwer es ist, als Mittlerin zwischen autistischer und nicht- autistischer Welt zu leben. Prägnant und für Laien gut verständlich wird Autismus vielgestaltig erklärt. Man erkennt schnell, dass man von Autismus - trotz zunehmender medialer Popularität – jenseits von vielen Klischees wenig weiß.
Dieses Buch ist äüßerst lehrreich, dabei sehr lebhaft und alles andere als trocken . Eine wichtige und hilfreiche Lektüre für diejenigen, die Autismus besser verstehen wollen.



Buchzitate:

Es dreht sich darum, dass Säuglinge, die vom Menschen total im Stich gelassen werden, bevor sie sich aus eigener Kraft entwickelt können, den Tod finden. Wird jedoch körperlich in einer Weise für sie gesorgt, die ihr Überleben ermöglicht, während sie in emotionaler Hinsicht im Stich gelassen oder überfordert werden, so werden sie autistisch.

Das Geräusch der Toilettenspülung war für ihn ein Elefant, der in der Schüssel saß, nach ihm griff und ihn hinunterzuziehen versuchte.

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38 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Ich und der Weihnachtsmann

Matt Haig , Sophie Zeitz , Chris Mould
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.09.2018
ISBN 9783423289658
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt:

Amelia, das Kaminkehrermädchen, das Weihnachten gerettet hat, wohnt seit geraumer Zeit in Wichtelgrund. Doch leider fällt es ihr sehr schwer, hier Fuß zu fassen. Die Unterrichtsfächer in der Schule sind so anders als bei den Menschen. In Mathe geht es beispielsweise nicht darum, eine richtige Lösung zu finden. Stattdessen bekommt derjenige eine gute Note, dessen Ergebnis am interessantesten klingt. Amelias Hoffnung zielt auf den Wunsch im Fach Schlittenfliegen punkten zu können. Darin ist sie nämlich richtig gut. Doch dann ereignet sich ein Unfall und Amelias Leben wird noch komplizierter, als es eh schon war.

Neben Amelia hat auch die neue Redakteurin vom Tagesschnee, Nusch, Probleme. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger, Wodol, schreibt sie keine plakativen Lügengeschichten sondern hält sich an die Wahrheit. Wir brauchen uns hier nicht lang und länger über die so gut wie unmögliche Definition des Begriffs „ Qualität “ zu streiten. Fake News und Lügen verkaufen sich besser.

Wodol hingegen spinnt im Hintergrund seine Intrigen. Auch droht er der bereits problembeladenen Amelia damit, die Wichtel gegen sie aufzubringen. Ein Menschenkind, das noch nicht einmal zaubern kann, hat in seiner Welt nichts zu suchen, so seine Meinung.

Die aus alledem resultierenden Konflikte eskalieren zu einem Chaos. Bald sind nicht nur Amelias Ruf, die Auflage des Tagesschnees, sondern auch das ganze Weihnachtsfest in Gefahr.



Im Detail:

"Ich und der Weihnachtsmann" ist der dritte Band der Weihnachtsmannreihe von Matt Haig. Die Geschichte wird dieses Mal aus der Sicht von Amelia, dem Kaminkehrermädchen erzählt, die Leser dieser Reihe bereits aus dem zweiten Teil kennen.

Amelia wohnt mittlerweile mit ihrem Kater Käpt'n Ruß bei dem Weihnachtsmann und seiner Frau Marie Ethel Winters. Leider hat sie sich in Wichtelgrund noch nicht so eingelebt, wie sie es sich erhofft hat. Als Menschenkind fällt sie natürlich durch ihr Aussehen, aber auch durch ihre Andersartigkeit auf. Ihre Talente sind nicht die eines gewöhnlichen Wichtels. Sie scheitert an den sehr speziellen Schulfächern wie auch an alltäglichen Aufgaben. Auch beäugen sie die Einwohner von Wichtelgrund kritisch. Es bedarf nur irgendeines nichtigen Grundes , eines Streichholzes am Pulverfass, um die Konflike um Amelia eskalieren zu lassen. Doch Amelia ist nicht umsonst das Mädchen, das Weihnachten gerettet hat. Ihr Mut und ihr Kampfeswille helfen ihr dabei durchzuhalten. Gemeinsam mit der Wahrheitselfe Pixie begibt sich Amelia auf eine gefährliche Mission, während derer sie einem großen Komplott auf die Schlichte kommt. Das Weihnachtsfest droht erneut auszufallen. Wird es Amelia und Pixie gelingen, eine Lösung zu finden?

Auch in diesem dritten Teil der Weihnachtsmannsaga gelingt es Matt Haig ein hohes Spannungsniveau aufrechtzuerhalten. Erneut verleiht der Autor seiner Geschichte mit fantastischen Elementen seinen eigenen Zauber. So stößt man als Leser z.B. auf Zauberwürmer, die in gelb, grün und indigo leuchten. Man kostet mit den Charakteren Hoffnungskaramelllutscher, deren Geschmack sich nach dem aktuellen Wunsch seines Besitzers richtet und man schaut den Wichteln dabei zu, wie sie den Spickeltanz tanzen.

Matt Haig witmet sich in diesem dritten Band augenzwinkernd der Frage, wie Ostern entstanden ist und wer der Osterhase in Wahrheit ist. Aber auch wichtige Themen werden hier angesprochen, wie beispielsweise Ausgrenzung und Abschottung gegenüber dem Anderen. Es ist wichtig, nie die Hoffnung zu verlieren. Denn wenn man die Hoffnung verliert, dann existiert plötzlich auch das Wort unmöglich wieder. Aber auch die Frage, ob es besser ist zu lügen oder man doch eher die, vielleicht manchmal unbequeme Wahrheit vorziehen sollte, wird in dieser Geschichte zum Thema.

Wie bereits in den vorherigen Bänden, finden sich auch im dritten Teil detailreiche, schwarz-weiß Zeichnungen des Illustrators Chris Mould, die die Geschichte rund um Amelia und den Weihnachtsmann illustrieren.

Zwar ist es möglich, dieses Buch auch unabhängig von den Vorgängern zu lesen, um aber in den vollen Genuss der Geschichte zu kommen und auch kleine Details besser verstehen zu können, empfehle ich auch die Vorbände zu lesen.



Fazit:

Der dritte Band der Weihnachtsmannsaga von Matt Haig wird aus der Sicht des ehemaligen Kaminkehrermädchens Amelia erzählt. Erneut gelingt es dem Autor durch das Zusammenspiel von Rätsel, Neugier, Spannung und Fantasie Kopfkino par excellence beim Leser zu erzeugen.
Chris Mould hat das Buch liebevoll und äußerst detailreich illustriert . Auch einen pädagogischen Nutzen kann man der Erzählung nicht absprechen. 
 
Für mich ist die Weihnachtsmannreihe von Matt Haig eine absolute Leseempfehlung für die Weihnachtstage. Sie überzeugt durch Spannung und Witz.



Buchzitate:

Aber wir Wichtel wachsen nur so lange, bis wir unser perfektes Alter erreicht haben. Das Alter, in dem wir uns selbst kennen und für immer glücklich sind.

Jedenfalls hatten Fliegende Flunker-Elfen einen unbändigen Appetit auf Wörter, so wie Bären Appetit auf Honig haben, und sie waren ständig auf der Suche nach neuen, aufregenden Ausdrücken, mit denen sie ihre Geschichten spicken konnten.

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

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Das letzte Schaf

Ulrich Hub , Ulrich Hub , Jörg Mühle
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.09.2018
ISBN 9783551553843
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt:

A m Tage laufen die Schafe wild hin und her und gerne durcheinander . Sie schubsen und drängeln. Erst recht wenn es ums Essen geht, gönnt keines dem anderen etwas. In der Nacht hingegen, da kuscheln sich alle Tiere dicht aneinander. Kein Schaf würde zugeben, dass es Angst vorm Dunkeln hat. Ihre Tage gleichen sich wie ein Ei dem andern. Und es geht ihnen nicht schlecht dabei. Nur an diesem einen trüben Wintertag im Jahre eins oder vier, da ist alles plötzlich ganz anders.
Als die Schafe in dieser Nacht in den Himmel schauen, entdecken sie einen hellen Stern. Kurz darauf erscheint eine riesige leuchtende Erscheinung, die singend verkündet: „Fürchtet euch nicht. Ich bringe euch eine frohe Botschaft!“ Verdattert blicken die Schafe auf die Stelle, wo das Wesen zuvor noch gestanden hat. Ganz klar! Das muss ein UFO gewesen sein.
Doch dann bricht das Chaos aus. Die Hirten, die stets auf die Schafe aufgepasst haben, sind plötzlich verschwunden und ein Schaf in der Herde fehlt!
Erst als das vermisste Schaf zurückkehrt, kann über die nahe Zukunft beraten werden . Denn andere Tiere munkeln, dass ein Kind geboren wurde. Der Herde ist klar, dass die Regeln des Althergebrachten gebrochen werden müssen. Denn sie wollen unbedingt auch das Baby sehen. Zudem müssen schließlich die Hirten gefunden werden!



Im Detail:

Wiederholung sorgt für Struktur und Sicherheit in der kleinen Schafherde. An Weihnachten wird aber alles völlig durcheinander geworfen. Die Hirten, die sich ihren Schafen stets liebevoll und ebenso kenntnisreich widmen, sind verschwunden und dann gibt es da noch dieses Gerücht von einem neugeborenen, hübschen Mädchen, das einfach jeder in der Nähe sehen möchte.
Die Schafe entscheiden sich spontan, eine Reise zu der mysteriösen Krippe zu machen, in der die fremden Besucher ihr Neugeborenes gebettet haben.
Es beginnt ein Abenteuer der besonderen Art. Eine Reihe an chaotischen Ereignissen. Immer wieder kommt ein Schaf abhanden, immer wieder erfahren die Schafe von einem neuen Gerücht. Mal geraten sie auf Abwege, oft scheinen sie auch vermeintlich ihrem Ziel näher zu kommen. Sie ahnen, dass das große Event schlecht organisiert ist, erfahren, dass das Catering mieserabel sein soll und müssen sich schon bald Gedanken über ein passendes Geschenk machen.

Die Geschichte ist eine Abfolge von Konflikten und Problemen. Das Schaf wächst aber mit seinen Aufgaben und lernt aus Erfahrung. Ängste lassen sich, so die Erfahrung der Herde, am ehesten mit einer konkreten Aufgabenstellung gemeinsam überwinden , sonst wird man von ihnen unterjocht.
So hatten die Schafe bislang immer Angst vor der Dunkelheit, doch wenn es dunkel ist, wird es doch eigentlich noch viel aufregender. Aktivitäten wie Nachtwanderungen sind für die meisten Herdenmitglieder eine Premiere.

Durch diese Geschichte erfahren die Tiere, aber auch der Leser, viel über die Entstehung der Weihnachtsgeschichte. Wer hat eigentlich das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ erfunden? Was ist in dieser Nacht im Jahre eins (oder vier) wirklich passiert und wessen Futterkrippe war es eigentlich, in dem das Baby in dieser einen Nacht gebettet wurde? Natürlich sollten die Antworten auf diese Fragen, genau wie die Geschichte selbst, mit einem Augenzwinkern verstanden werden.

Erwähnenswert sind auch die vielen wundervollen, mit Liebe zum Detail, gezeichneten Illustrationen von Jörg Mühle, die diese spannende, humorvolle und abenteuerliche Geschichte von Ulrich Hub unterstützen.



Fazit:

Die Geschichte von Maria und Joseph und die Geburt Christi ist in vielen Varianten überliefert. Aber wohl selten so originell wie amüsant. 
Ulrich Hubs kleine Schafherde, bestehend aus einem Haufen eigenwilliger und chaotisch veranlagter Tiere, begibt sich in der ersten Weihnachtsnacht auf eine große Reise. Die Herde bricht an diesem Abend alle Regeln und Konventionen und begibt sich auf die Suche nach ihren verschwundenen Hirten und dem Standort der Krippe, in dem die frisch eingetroffenen Fremden ihr neugeborenes Baby gebettet haben sollen.

Ulrich Hubs beschwört eine Herden-/ Gruppendynamik , wie sie sich die Macher von Coachingseminaren kaum ausgedacht haben werden. Und das wiederum bedeutet nicht selten Chaos und spannende Abenteuer . Der Autor nimmt uns Leser an die Hand, um zu zeigen, wie Ängste gemeinsam überwunden werden können.

Der humorvolle und zugleich spannende Schreibstil des Autors und die detailreichen Illustrationen des Zeichners machen dieses kleine Büchlein zu einem wahren Schatz im Bücherregal. Zu einem wundervollen Geschenk für Groß und Klein. Eine Buch mit einer wunderschönen Geschichte, die ich von ganzem Herzen weiterempfehlen möchte.



Buchzitate:

„Auf Besucher wie uns wird das neugeborene Kind gerade gewartet haben“, murmelt es. „Auf die Kranken, die Lahmen und die total Durchgeknallten. Solche Blindgänger wird es mit Kusshand begrüßen.“

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320 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 95 Rezensionen

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Still Broken

April Dawson
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2018
ISBN 9783736309111
Genre: Liebesromane

Rezension:


Inhalt:

Norah hat sich an ihrem neuen College für die ersten Kurse eingeschrieben, für ihre neue Wohnung sucht sie eine geeignete Mitbewohnerin. Die Bewerbung für die Schülerzeitung ist abgeschickt. Alles geht seinen Gang. Gemeinsam mit ihren zwei besten Freundinnen besucht sie wenige Tage später eine Wohnheimparty. Die Party ist bereits in vollem Gange, Norah ist leicht angetrunken , als einer der Partygäste sie plötzlich von hinten anschubst. Fast hätte sie das Gleichgewicht verloren, wenn sie nicht jemand am Arm gepackt und wieder auf die Beine gestellt hätte. Kurze Zeit später blickt Norah in die Augen ihres Retters. Dumm nur, dass auch ein anderes Mädchen um dessen Aufmerksamkeit buhlt und hierbei sehr erfolgreich scheint.

Noch lange Zeit später geht Norah der Typ mit der Lederjacke, dem harten und intensivem Blick und dem wuscheligen Out-of-Bed-Look nicht aus dem Sinn. Der Studentenalltag hilft ihr jedoch Abstand zu gewinnen. Als die Zusage für den Job bei der Schülerzeitung bei Norah eintrifft, ist sie vor Freude ganz aus dem Häuschen. Ein großer Wunsch wird wahr. Doch die Freude wird schnell getrübt, als sie erfährt, wer ihr als Mentor an die Seite gestellt werden soll. Es handelt sich um ihren Retter auf der Wohnheimparty, Max.

Bei diesem handelt es sich um den „ klassischen Bad - Boy -Typen“. Kurze Zeit später sprechen Norah auch schon die ersten Freunde und Kommilitoninnen an. Ihr Interesse an dem gutaussehendem Jungen ist Norah im Gesicht abzulesen. Die Warnungen vor dem Jungen, bei dem es sich wahlweise um einen Dandy, einen Schürzenjäger oder einen Schwerenöter handeln soll, sind jedoch Legion.



Im Detail:

Es ist absehbar, dass Norah auch nach den Warnungen ihrer Mitschülerinnen nicht in der Lage ist, Max aus dem Weg zu gehen. Alleine der Job bei der Schülerzeitung sorgt dafür, dass sie dem attraktivem Jungen immer wieder über den Weg läuft. Max lässt sich, so sehr es Norah versucht, nicht aus ihrem Leben kürzen. Immer wieder taucht er unvermittelt auf und sucht ihre Nähe.

Sie sieht in Max das, was ihre Freunde und Mitschülerinnen nicht sehen wollen. So schimmert oft ein weiches, mitfühlendes Herz durch die raue Schale .

Die Geschichte von Still Broken erscheint auf den ersten Seiten vorhersehbar. Eine klassische Bad-Boy-Geschichte mit einer Protagonistin, die sich im Kontrast zu ihrem gesamten Umfeld durch ihre erfrischende Andersartigkeit abhebt.

Die Figuren bleiben jedoch nicht im Klischee stecken. Nach und nach werden ganz dezent kleine Hinweise in die Geschichte eingewoben. Max hat ein Geheimnis. Das merkt man, wenn er plötzlich schweigt, wenn das Thema auf seine Eltern fällt oder wenn er Norah im Schulflur mit einem anderen Mädchen zu verwechseln scheint. Als es dann darum geht, einen Artikel für eine Schülerzeitung zu schreiben, macht er dicht.

Über die Seiten hinweg holt Max seine Vergangenheit immer mehr ein. Zwar freut man sich, dass Norah allmählich Zugang zu dem Jungen findet, der gegenüber seinem Umfeld eine mentale Mauer errichtet hat. Alles wird aber unterspült von unserer Ahnung dessen, was da noch eskalieren wird.

Diese Vermutung wird im zweiten Teil des Buches auch bestätigt. Das sorgt einerseits für eine rasante und spannende Handlung, in der aber stellenweise Übertreibung und Überdramatisierung angelegt sind.

Sehr schön beschrieben wurden, gerade in der ersten Hälfte des Buches, die Dates, die Max und Norah in diesem Roman nutzen, um einander näher zu kommen. Max lässt sich einiges einfallen. Er entführt die Protagonistin an ungewöhnliche Orte und verschafft ihr somit Erlebnisse, von denen sie noch lange zehren kann. Auch die Entwicklung der Liebesgeschichte gefiel mir sehr. Als Leser spürt man, wie die Funken zwischen Max und Norah sprühen. Man merkt die Leidenschaft, die beide für einander empfinden.



Fazit:

Mit Max erwartet uns der klassische Bad Boy, mit einem selbstgefälligen Lächeln und gewollt unperfekt sitzenden Haaren. Er strotzt vor Selbstbewusstsein und Charisma. Ständig hat er wechselnde Frauenbekanntschaften.
Norah, die neu am College ist, gelingt es, einen Blick hinter Maxs Fassade zu werfen. Sie lässt sich von den warnenden Worten ihrer Kommilitoninnen nicht abschrecken. Nach und nach kommen sich beide näher. Im weiteren Verlauf des Buches erhält der Leser mit Norah Einblick hinter die Fassade der Figur.
Als dunkle Geheimnisse publik werden, müssen sich die Beiden mit Maxs Vergangenheit auseinandersetzen.

Gerade im ersten Teil gefiel mir die Entwicklung der Geschichte sehr. Im weiteren Verlauf des Buches kommt es aber stellenweise auch zu einer seifenoperhaften Überdramatisierung.

April Dawson erzählt ihre Geschichte atemlos. Das Tempo wird Seite um Seite weiter erhöht.
Leser/innen, die das zu schätzen wissen, werden mit Still Broken voll auf ihre Kosten kommen.
Darüber hinaus gibt es e ine Liebesgeschichte , bei der man mitfiebert und an der man sieht, wie sie ihre Figuren verändert und beeinflusst.

Für mich eine Leseempfehlung für Leser/innen, die auf der Suche nach einer Geschichte fürs Herz sind.



Buchzitate:

Dieser Mann ist gefährlich. Er ist wie eine Droge, von der du nicht mehr wegkommst. Glaub mir, ich war ihm verfallen. Max ist gut in dem, was er tut, und das ist Herzen brechen.

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114 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

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Pure Desire - Nur du

Mia Williams
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.10.2018
ISBN 9783596702916
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Inhalt:

Nach dem Tod ihrer Eltern hat Liz gemeinsam mit ihren Schwestern das große Familiengrundstück am Lake Tahoe übernommen. Es ist der Ort ihrer Kindheit, der Ort , der ihre Erinnerungen konserviert. Aber auch die idyllische Gegend, die naheliegende Bucht und die Ruhe, die man hier genießen kann, sind den Geschwistern wichtig. Liz ist die älteste der Schwestern. Sie hält die Familie zusammen und ist sozusagen der Fels in der Brandung. Ganz besonders kümmert sie sch um das Nesthäkchen Amber, die immer wieder rebelliert. Lizs größte Sorge sind jedoch die Schreiben einer Immobilienfirma, die ihr Interesse an dem Anwesen schon mehrfach bekundet hat. Sie wollen das Haus abreißen und ein großes Hotel aufziehen.
Liz weiß, dass das Einkommen, das sie im familieneigenen, leicht kränkelndem Restaurant bezieht niemals reichen wird, um die Hypotheken, die noch auf dem Grundstück liegen, abzubezahlen.

Die alltäglichen Sorgen versucht Liz zu verdrängen, die anstehenden Probleme so gut es geht zu lösen. Als eines Tages in dem Diner ein gutaussehender Mann erscheint, fasst sie sich ein Herz. Der Neuling sitzt genau unter „Ben“, dem ausgestopften Hirsch. Ein Zeichen, dass es zu nutzen gilt. Denn Ben dient dem Diner nicht nur als Maskottchen. Wer darunter sitzt, der fängt sich darüber hinaus einen Kuss der Bedienung ein. Kurzerhand entscheidet sich Liz, dem Fremdem die Tradition des Hauses nahezubringen.

Der Kuss ist der Beginn einer leidenschaftlichen Affaire. Doch Liz weiß, dass Cole, der Mann, an den sie ihr Herz verschenkt, nicht für immer in der Gegend bleiben kann. Und dann gibt es da noch Amber, Lizs kleine Schwester, die bislang immer alles daran gesetzt hat, potentielle Freunde ihrer Schwester mit ihren fiesen Streichen und Hassattacken zu vertreiben.



Im Detail:

Mia Williams beginnt ihren Reihenauftakt von Pure Desire mit der Geschichte der ältesten von fünf Schwestern. Liz trägt eine Menge Verantwortung auf ihren Schultern. In ihrem Alltag beschäftigen sie Sorgen um den Erhalt des familieneigenen Anwesens und um das Wohlergehen der Geschwister. Ganz besonders die Zukunft der kleinen Schwester macht ihr zu schaffen. Diese rebelliert auf ihre Weise gegen das bürgerlich brave Leben und sabotiert die Beziehungen ihrer Schwester systematisch.

Gleich zu Beginn des Buches trifft Liz auf den gutaussehenden Cole, der eigentlich nur einen kleinen Snack in dem Diner genießen wollte, in dem Liz arbeitet. Doch dieser erste Kuss ist es, der bei beiden den Wunsch nach einem weiteren Treffen weckt.

Schon schnell ensteht also eine Beziehung der besonderen Art. Gleich beim nächsten Treffen kommen Cole und Liz voll zur Sache. Es wird nicht groß geredet, es wird geküsst. Beim dritten Date geht es dann schon einen Schritt weiter. Dadurch, dass der Leser auf den ersten Seiten noch nicht viel über die Protagonistin, über ihre Geschwister, ja über die Handlung der Geschichte selbst erfahren hat und dadurch, dass die Beziehung zwischen Cole und Liz so einen rasanten Start hinlegt, fällt es leider sehr schwer, eine Bindung zu den Charakteren und zu der Geschichte als solcher aufzubauen.

Oft habe ich mich beim Lesen gefragt, wo die Spannung bleibt oder ob die Handlung noch ein wenig in die Tiefe gehen wird. Leser, denen es ähnlich geht, sollten sich in Geduld üben. Gegen Mitte des Romans nimmt das Tempo zu. Es erscheint ein fremder Mann am gegenüberliegenden Ufer der Bucht, der Liz zu beobachten scheint. Die Frage, wer der Fremde ist, drängt sich in den Vordergrund. Auch merkt man durch kleine Andeutungen im Roman schon früh, dass Cole vielleicht noch ein Geheimnis haben könnte. Auffällig ist, dass Lizs angehende große Liebe immer wieder abprupt von einem Date verschwindet. Dass seine Gedanken gelegentlich abzuscheifen drohen. In diesen Momenten wirkt Cole angespannt. Wenn Liz ihn das nächste Mal wiedersieht, ist er gelöst und tut, als wäre nichts gewesen. Die Frage, was Cole beschäftigt, welches Geheimnis er mit sich trägt, wird zum Thema.

Genauso, wie der Handlungsstrang seine Zeit braucht, um sich zu entfalten, so benötigen auch die Charaktere viele Seiten, um dem Leser ans Herz zu wachsen. Für mich blieben Fiona und Hazel sowie Grace auch über die Seiten hinweg eher blass. Amber jedoch gewinnt immer mehr an Tiefe. Auf den ersten Blick wirkt das Mädchen mit ihrer herrischen Art vielleicht unsympathisch. Aber gerade diese Ecken sind es, die sie auch so interessant machen. Auch bei Cole wird erst im Laufe der Geschichte Gewicht auf Charakterentwicklung gelegt. Anfangs bekommt Liz einfach einen neuen Love Interest an die Seite gestellt. Doch seine Art, sich nicht abwimmeln zu lassen und die Dinge, die er für Liz und ihre Schwestern tut, geben ihm nach und nach immer mehr Kontur.



Fazit:

„ Pure Desire – Nur du“ ist der Auftakt einer Buchreihe um die älteste der am Lake Tahoe ansässigen fünf Schwestern, Liz. Diese versucht, sich und ihre jüngeren Geschwister auf dem rechten Weg und finanziell über Wasser zu halten.
Eine willkommene Abwechslung bietet der plötzlich im Diner auftauchende gut aussehende Cole. Es entsteht eine Liason zwischen den beiden. Anfangs bewegen wir uns noch ein wenig sprunghaft von Figur zu Figur, da etliche Charaktere eingeführt werden müssen. Es geht darum körperliche Intimität zu zelebrieren. Charakterentwicklung und Handlungsführung müssen sich auf die Prämisse ausrichten. Erst ab der zweiten Hälfte nimmt die Geschichte an Fahrt auf.

Pure Desire – Nur du ist in sich abgeschlossen. Leser, die sich in Geduld üben, werden mit einer schönen Lovestory, einer überraschenden Wendung und Spannung im zweiten Teil des Buches belohnt.



Buchzitate:

Ich bin große Schwester, Managerin eines Diners, jemand, der damit kämpft, die laufenden Rechnungen zu bezahlen und der den Lake Tahoe über alles liebt. Ich habe noch nie ein Geheimnis gehabt und erst recht kein solches, aber es reizt mich, für Cole eine Ausnahme zu machen.

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273 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 86 Rezensionen

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Das Mädchen aus Feuer und Sturm

Renée Ahdieh , Martina M. Oepping
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ONE, 28.09.2018
ISBN 9783846600696
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Mariko befindet sich auf dem Weg zum Palast, um dort ihren zukünftigen Gemahl, den zweiten Sohn des Kaisers, Prinz Raiden, kennenzulernen. Schon von Anfang an, stand diese Reise unter einem schlechten Stern. Die Gruppe war zu spät aufgebrochen und hatte zu oft angehalten. Erst bei Anbruch der Nacht erreicht der Geleitzug den Jukaiwald, in dem angeblich Dämonen hausen. Die Gruppe ist besorgt. Dennoch entscheidet sich Mariko für die Weiterreise. Eine schlechte Idee, wie sich herausstellt. Zuerst merkt Mariko nur, wie ihre Sänfte abrupt zum Stillstand kommt. Sie hört, wie die Pferde nervös schnauben. Plötzlich und unvermittelt schlägt ihr Kopf gegen das Holz der Trage, worauf sie die Besinnung verliert.

Kurze Zeit später begreift Mariko was geschehen ist. Es war ein Überfall von Wegelagerern. Mariko meint, dass es sich um die Mitglieder des Schwarzen Clans handeln muss, die hier ihr Unwesen treiben. Überraschend und mit ein wenig Glück gelingt ihr die Flucht. Doch Mariko ist sich sicher, dass die Männer kein Diebesgut wollten, sondern ihr nach dem Leben trachten .
Sie fasst den Entschluss herauszufinden, wer hinter dem brutalen Mordanschlag steckt und heuert schließlich, als Mann verkleidet beim Schwarzen Clan an.



Im Detail:

Mit ihrem neuen Roman „Das Mädchen aus Feuer & Sturm“ begibt sich die Autorin Renée Ahdieh nach Japan. Das Land der Ninjas, der Samurais und Geishas. Ein alphabetisches Glossar zu Moden und Traditionen sowie Figuren führt durch das Dickicht der fremden Kultur und erklärt Begriffe wie Umeshu, Kosode, Hakama oder Tabi.

Gleich zu Beginn ereignet sich mit dem Überfall des Schwarzen Clans auf den Geleitzug der zukünftigen Kaiserlichen Braut in eine sehr spannende Szene. Auch im weiteren Verlauf der Geschichte lässt diese Spannung nicht nach.

Der weitere Verlauf des Buches führt an den Kaiserhof. Dort wird der Leser in die höfischen Intrigen und Machtspiele hineingezogen. Themen dort sind die Tragödien der Macht, die Selbstinszenierungen des Hofes und die Phänomenologie des Bösen.

Erwartet habe ich, bei einer Geschichte aus der Feder der Autorin auch eine kleine Liebesgeschichte. Diese bleibt jedoch lange Zeit verborgen. Es geht eine ständige Gefahr von dem Anführer der Gruppe, Ranmaru und seinem besten Freund, dem auf den ersten Blick sehr träge wirkenden, Õ kami aus. Mariko ist, das musste sie bald feststellen, nicht nur ein Rekrut, sondern zugleich auch eine Gefangene. Eine Flucht, ein falscher Schritt und jedes Mitglied des Clans würde sie sofort töten wollen. Und dennoch können diejenigen von euch, die eine kleine Liebesgeschichte in einem Fantasyroman zu schätzen wissen, aufatmen. Es wird sie geben. Doch wer mit wem und wohin das alles führen wird, das verrate ich an dieser Stelle nicht.

Neben dem Gesichtskreis von Mariko, aus deren Sicht man den Erlebnissen innerhalb der Gemeinschaft des Schwarzen Clans folgt, gibt es auch eine zweite Perspektive, auf der jedoch eher selten der Fokus liegt. Kenshin, der Bruder von Mariko, der auch der Drache von Kai genannt wird, ist auf der Suche nach seiner Schwester. Es ist bald ersichtlich, dass der Krieger alles tun würde, um seine Schwester zu finden und um sich sodann für den Überfall zu rächen. Einerseits hofft man als Leser, dass Kenshin dieses Vorhaben gelingen wird. Ohne Zweifel wird seine Rache blutig sein. Doch andererseits würde Mariko damit der einzige Weg verwehrt bleiben, als Heldin aus der Geschichte hervorzugehen und damit ihre Ehre gegenüber dem Kaiser und der Familie wieder herzustellen. Der latente Zielkonflikt der Geschwister sorgt für weitere Verwicklungen.



Fazit:

Der Auftakt der neuen Fantasyreihe von Renée Ahdieh, „Das Mädchen aus Feuer & Sturm“, überzeugt mit einem Ausflung in die japanische Kultur, die sich von jener des Abendlandes deutlich unterscheidet, starken Charakteren und einem spannenden Plot.
Positiv sind auch die sehr authentischen historischen Details , die Renée Ahdieh in die Geschichte einbaut, hervorzuheben. In diesen verliert sich die Geschichte allerdings auch stellenweise.
Vielleicht ein Nachteil, wenn man eine rasante Erzählung schätzt.

Mit Mariko begegnet der Leser einer mutigen Protagonistin, die ein Schicksal als Opfer nicht akzeptieren will. Dadurch, dass sie auf Charaktere wie den Clananführer Ranmaru, der keine Sekunde zögern würde, einen Verräter umzubringen und seinen zwar auf den ersten Blick träge wirkenden, aber sehr klugen Freund Õ kami trifft, gerät sie jedoch oft auch an ihre Grenzen.

Die Figuren werden ausagiert, die Handlung darüber hinaus durch einen Nebenplot unterstützt .
Dieser wird aus der Sicht des gefährlichen Bruders von Mariko erzählt. Besonders anschaulich schildert Renée Ahdieh die Intrigen am Kaiserh of . In einer sorgfältig gemischten Melange aus Dichtung und historischer Wahrheit.

Eine Geschichte von schicksalhaften Lebenswegen mit einer starken Frauenfigur und einer gehörigen Portion Exotik.



Buchzitate:

Eine Wolke gelber Schmetterilnge waberte über den weißen Kies vor ihm. Sie flogen in einem Luftwirbel, rollten sich zusammen und dehnten sich wieder aus wie ein schlagendes Herz.

  (10)
Tags: 2018   (1)
 

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292 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

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Spiel der Macht

Marie Rutkoski , Barbara Imgrund
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.09.2018
ISBN 9783551583888
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:

Als Tochter des Generals ziemt es sich für Kestrell nicht, Ausflüge ohne Begleitung zu machen. Doch Kestrell ist kein Mädchen, dass den Wünschen und Erwartungen aller entspricht. So ist sie an einem Tag gemeinsam mit ihrer Freundin Kess auf dem örtlichen Markt unterwegs. Ein Zufall will es, dass die Beiden beim Schlendern an einen Platz gelangen, auf dem Sklaven versteigert werden.
Gerade wird ein muskulöser Junge angepriesen. Sein Körper ist übersät von blauen Flecken und dennoch scheint sein Blick nicht gebrochen. Ganz im Gegenteil. Man sieht dem Sklaven an, dass er Ärger bedeuten und nur schwer zu bändigen sein wird. Der Auktionator ist Schauspieler, Marktschreier und Scharlatan zugleich. Dennoch werden nur zögerlich erste Gebote abgegeben.
Vielleicht ist es Mitleid, vielleicht ist es aber auch der Zorn darüber, wie ein Menschenleben hier verramscht wird, s obald jedenfalls der Auktionator dem Sklaven befiehlt, dem Publikum seine schöne Singstimme zu präsentieren, beginnt Kestrell mitzubieten.

Wenig später kehrt Kestrell mit dem Neuerwerb namens Arin heim. Dieser, ungebeugt, ungezähmt und u ngebrochen, erscheint jetzt wie ein unheilsschwangerer Spontankauf.

Neben ihren täglichen Sorgen, den ungeliebten Rollenerwartungen der Familie und der Gesellschaft, hat Kestrell nun also noch ein anderes Problem am Hals: Arin muss im Haushalt integriert werden, vor allem aber übt er aber eine beinahe magische Anziehung auf sie aus.


Im Detail:

Schon gleich nach der Ankunft auf dem Anwesen des Generals von Valoria checkt Arin die örtlichen Gegebenheiten seiner neuen Heimats- und Arbeitsstätte mit fachkundigem Blick ab. Sehr schnell wird man als Leser misstrauisch. Was führt der Sklave im Schilde?

Kestrell, die eigentlich eine sehr gute Menschenkenntnis besitzt, sieht die Gefahr zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Kestrell und Arin geraten manchmal aneinander, denn beide scheuen nicht davor einander die Wahrheit ins Gesicht zu sagen. Dies schätzt Kestrell. Auch was ihr Lieblingsspiel betrifft, hat sie nunmehr einen würdigen Gegner gefunden.
Vermutlich sind es diese kleinen Dinge und auch ein wenig Kestrells Hang dazu, impulsive Entscheidungen zu treffen, die sie dazu treiben, den Sklaven immer öfter für Begleitdienste auszuwählen.

Durch die Zeit, die Kestrell und Arin miteinander verbringen, entstehen zwangsläufig Gefühle füreinander. Vertrauen entwickelt sich nur gemächlich. Anfängliche Ablehnung weicht aber bereits sehr schnell Neugier.
Die Beziehung ist schlüssig und glaubwürdig in Worte gefasst. Nicht selten spürte ich als Leser die Freude darüber, wenn beide einen Schritt aufeinander zugemacht haben. Natürlich war jedes geteilte Geheimnis ein Zugeständnis und zugleich auch ein Risiko.

Das Buch ist auch die Geschichte einer durch Verfehlungen und Missverständnisse gekennzeichneten Vater - Tochter - Beziehung. Kestrells taktisches und strategisches Talent sind es, die eine wertvolle Ergänzung für die eigenen Truppen wären. Kestrells mangelndes Talent im Umgang mit Waffen sowie die Liebe zur Musik stehen diesen Plänen ebenso entgegen, wie die Tatsache, dass sie einfach keine Lust hat, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Diese gegensätzlichen Hoffnungen und Wünsche sorgen jedoch nicht für einen Zwist zwischen Vater und Tochter. Ganz im Gegenteil. Kestrell weiß, was von jedem Valorianer verlangt wird. Die Alternative ist eine frühe Ehe. Die Deadline für ihre Entscheidung ist bald abgelaufen.

Die Frage, wofür sich Kestrell entscheiden wird, für eine Laufbahn beim Militär oder eine Ehe und Kinder, sorgt für zusätzliche Spannung im Roman. Aber auch die jüngsten Ereignisse wie der Selbstmord des Hauptmanns der Garde, bereiten dem General und somit auch seiner Tochter bald schon ernste Sorgen.


Fazit:

Marie Rutkoski „Spiel der Macht“ ist schon wieder so ein Buch, dass die Nachttischlampe bis in die Morgenstunden brennen lies, weil man es einfach nicht beiseite legen konnte.
Die Geschichte ist spannend, glaubwürdig und so vollkommen frei von reißerischen Übertreibungen.
Für mich ein grandioser Reihenauftakt mit einer scharfsinnigen und starken Protagonistin.
Anhand der verbotenen Beziehung des Paares wird das beidseitige Dilemma, werden Generationenunterschiede, Klassenunterschiede und Gegensätze offenbart.
Man kann nur hoffen, dass die weiteren Bände bald auf dem deutschen Buchmarkt verfügbar sein werden.


Buchzitate:

Ihr Ton war höflich, aber das „bitte“ knirschte. Es war eine Lüge, es sollte vortäuschen, das ihre Worte kein Befehl waren. Es war eine glänzende Schicht auf Farbe auf einem Gefängnis.

„Nun ja.“ Sein Lächeln war schwach, aber es war da. „Ich nehme an, keiner von uns beiden ist so geworden, wie man es von uns erwartet hat.“

  (7)
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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

"2018":w=1

Handlettering – Dein Einstieg in die Kunst des kreativen Schreibens

Chalkfulloflove
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Edition Michael Fischer / EMF Verlag, 04.09.2018
ISBN 9783960931102
Genre: Sachbücher

Rezension:



Inhalt:

Das Buch beginnt mit einem kurzen Abschnitt über die Schriftgrundlagen. Hier werden Fragen wie „Was ist eine Serife, was bedeutet Sans Serif und was ist ein Haarstrich“ geklärt. Auch die Basics werden aufgegriffen. Was ist Faux Calligraphy und wie bekomme ich den „verstärkten Abstrich“ am besten hin? Zwei Seiten stellen Materialien wie Stift und Papier vor. Du brauchst wirklich nicht viel, wenn du das erste Mal mit dem Handlettering beginnen möchtest.

Es folgen einige Seiten, auf denen das kleine Alphabet geübt werden kann. Großzügige Übungsfreiflächen laden zum direkten Lettering im Buch ein. Im Anschluss an die sich wiederholenden Übungen erhältst du dann zusätzlich eine kurze Übersicht des Alphabetes.

Auf den weiteren Seiten erklärt die Autorin, wie man Buchstaben am besten verbindet. Wann kannst du den Stift absetzen, welche Buchstaben solltest du am besten in einem Zug lettern? Das Lettern von mehreren Buchstaben im Verbund ist, gerade am Anfang, nicht einfach. Mit Hilfe von einigen Übungsaufgaben, die du ebenfalls direkt im Buch ausführen kannst, wirst du dieses neuerworbene Wissen ausführlich vertiefen können.

Bounce Lettering bzw. das Tanzen der Buchstaben sieht oft richtig schön aus. Wer sich schon mal daran versucht hat, wird feststellen, dass es gar nicht so einfach ist. Wie bei vielem im Leben gilt auch hier: Übung macht den Meister . An Beispielwörtern kannst du deine Fähigkeiten auch auf diesem Gebiet schulen.

Ein optisch ansprechendes Lettering wird oft durch die Kombination verschiedener Schriftarten geschaffen. Die Autorin stellt in ihrem Buch vier Alphabete vor und zeigt dir, wie du sie mit einem kleinen Trick optisch noch ein wenig aufhübschen kannst.

Weiterhin findest du neun Schmuckelemente zum Verzieren von Letterings und ein paar Anregungen für schlichte Schnörkel, die deinem Lettering das gewisse Etwas verleihen werden.

Wie gelingt dir ein schlichtes, aber wirkungsvolles Lettering? Kombiniere die Worte optisch ansprechend, verwende verschiedene Schriftarten und setze vielleicht noch ein kleines Schmuckelement als Eyecatcher in die Ecke. Schon hast du ein perfektes Lettering erschaffen. Das ist manchmal einfacher gesagt als getan. Beispiele und Schritt-für-Schritt-Erklärungen der Autorin werden dir helfen von einer Skizze zum Bild zu gelangen.

Großzügige Übungsseiten am Ende des Buches helfen dir ein paar kurze Sätze nachzulettern und damit den Stil der Autorin noch einmal zu vertiefen.


Aufmachung:

Handlettering – Dein Einstieg in die Kunst des kreativen Schreibens kommt in einer sehr edelen und zugleich stabilen Aufmachung daher. Mit einem Format von 24,5 x 24,5 cm ist das Buch relativ groß, aber zugleich auch nicht unhandlich. Eine hochwertige goldene Spiralbindung nebst goldener Schmuckkanten machen dieses Buch zum optischen Highlight im Buchregal und zum perfekten Geschenk.


Eigene Meinung:

Als ich das Buch ausgepackt habe, war ich begeistert von der schönen Aufmachung des Buches. Auch der Letteringstil der Autorin, die unter dem Pseudonym Chalkfulloflove zeichnet, gefiel mir auf den ersten Blick sehr.

Ein flüchtiger Blick ins Buch offenbart bereits, dass es hier sehr viele Übungsseiten/Leerseiten gibt, auf denen der Leser direkt mit dem Lettering beginnen kann.

Kniffe und theoretische Grundlagen findet man in diesem Buch leidlich vor. Vielmehr setzt die Autorin auf Best practice -Beispiele, denn Übung macht ja bekanntlich den Meister.

In Handlettering – Dein Einstieg in die Kunst des kreativen Schreibens werden, wie der Name schon verrät, erste Grundlagen vermittelt. Das Buch eignet sich für Anfänger. Fortgeschrittene Letterer werden hier nur wenig Neues erfahren.

Einige Autoren von Handletteringbüchern raten, nach jedem Buchstaben den Stift abzusetzen und eine Pause einzulegen. Chalkfulloflove zeigt hier eine neue Variante: Das Schreiben der Buchstaben in einem Zug und das Absetzen an Stellen, an denen die Buchstaben mit einem linksgeformten Abstrich beginnen. Dieses Vorgehen ist nicht einfach. Doch die Autorin lässt einen nicht im Stich. Einige Beispiele laden auch hier wieder zum Üben ein.


Fazit:

Handlettering – Dein Einstieg in die Kunst des kreativen Schreibens sieht super aus und wirkt aufgrund seiner Aufmachung edel und hochwertig. Ein i deales Buch- Geschenk, eine Sehenswürdigkeit im heimischen Bücherregal.
Nach dem Üben in diesem Buch wird der Letterer den schlichten, aber optisch sehr ansprechenden und wirkungsvollen Stil der Autorin beherrschen. Viele Leerseiten laden zum direkten Lettering im Buch ein.

Dieses Buch eignet sich für Anfänger. Die optisch ansprechende Aufmachung und der eingedampfte Inhalt verstehen es, die Schwellenangst zu nehmen. Fortgeschrittene Letterer werden hier aber nicht viel Neues erfahren.

  (7)
Tags: 2018   (1)
 

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Meine beste Bitch

Nataly Elisabeth Savina , Tilman Spreckelsen
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 26.09.2018
ISBN 9783737341394
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Seitdem ihre Mutter, eine Psychiaterin, von einem Patienten mit einer Schere angegriffen wurde, plagen Faina immer wieder gelegentliche Unruhezustände. Ob dieser Vorfall der Grund oder lediglich der Auslöser war, das weiß man nicht. Jedoch ist eins sicher, mit dem Kennenlernen von Nike, einem Mädchen, das genau weiß, was sie will, das immer nur voranstrebt und nie zurückblickt und irgendwie durch das Leben zu fliegen scheint, geht es Faina plötzlich besser. Die juckenden Achseln, das Zittern und die nervöse Niedergeschlagenheit lassen plötzlich nach. Doch als Nike ein Medizinstudium in Hamburg beginnt, verschlechtert sich ihr Zustand täglich. Zwar versprechen sich die Freundinnen fortwährende Treue, doch Faina ist zunächst erneut alleine.

Ein Eichhörnchenunfall wird sie jedoch schon bald aus ihrer inneren Einsamkeit erlösen . Auf dem Nachhauseweg begegnet Faina einem halb toten Tier. Sofort ist klar, dass sie es zum Tierarzt bringen wird. Die Ärztin blieb Faina in Erinnerung, da sie einst die mittlerweile tote Katze, der zwischenzeitlich verstorbenen Großmutter von ihren Zysten befreite und diese Zysten mit Stolz Oma und Enkelin präsentierte. Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass ein Junge vorbeikommt, dessen äußere Erscheinung an einen Nerd erinnert: Hornbrille, abgetragenes Jacket.
Julian weiß zwar, dass er nicht der Held in der strahlenden Rüstung ist, doch ist er es, der Eichhörnchen und Retterin zur Tierärztin fährt.
Dies ist der Beginn einer ganz eigenartigen Freundschaft .

Studium und Zukunftspläne, all das scheint nicht mehr so wichtig, wenn Faina nur in der Nähe von Julian sein kann. So packt sie kurzerhand ihre Sachen und reist Julian hinterher. Nach Berlin, einer Stadt, in der Julian sich als Künstler versucht. Doch niemand hat gesagt, dass eine Liebe zu einem Künstler, der stets den Zwang zur Selbstverwirklichung spürt, einfach sein wird.



Wichtigste Charaktere:

Das Meine beste Bitch-Universum setzt sich aus den skurrilen Nahaufnahmen eigenartiger Charaktere zusammen. Ihre Entscheidungen und Erlebnisse machen diesen Roman zu etwas ganz besonderem. Daher möchte ich an dieser Stelle einige von ihnen kurz vorstellen:

Fainas Mutter hat einst Philosophie studiert und arbeitet nun als Psychiaterin in einer geschlossenen Abteilung. Sie ist der festen Überzeugung, dass es auf jedes Problem auch eine Lösung gibt. Ob man sie nun in Form von Vitaminspritzen oder mit einem Gang über den Friedhof erreicht. Irgendetwas davon wird schon zum seelischen und damit auch oft körperlichen Heil führen. Trotz ihrer weltoffenen Liberalität und Zivilität findet sie für ihre Tochter oft nur harte Worte.

Achim hat ein tieferes Verständnis der inneren Spannungen und Herausforderungen, denen Faina sich stellt. Er weiß, was sie braucht, um glücklich zu sein. Doch seine ruhige und liebevolle Art scheinen Faina nicht immer zu genügen. Sie scheint das Chaos zu suchen.

Und findet es unter anderem in dem rastlosen Julian, der ihr in einigen Punkten sehr ähnlich zu sein scheint. Denn Julian ist, genau wie Faina, auf der Suche. Eine Suche nach Echtheit und Freiheit, dem Lebenssinn, der irgendwo zwischen Selbstverwirklichung , Selbsterkenntnis und Selbstdarstellung zu finden sein soll.
Er ist Künstler - durch und durch. Mit einer Schwester, die nicht selten „durchgeknallt“ wirkt, wenn sie z.B. Faina in der Wohnung einsperrt und mit einer Scherbe bedroht, hat auch er es nicht immer einfach.

Letztlich gibt es da noch Nike . Das Mädchen, das gerne Demonstrationen veranstaltet, das immer nur in die Zukunft blickt und nie zurück. Voller Lebensfreude und voller Ideen sprintet sie voran und scheint Faina dabei schon ganz zum Anfang abzuhängen. Und dennoch ist es die Beziehung zwischen Nike und Faina, eine Freundschaft, die keinen Scham kennt und die so unzerbrechlich erscheint wie ein dicker Fels, die Faina ein Stück weit Heilung schenkt.



Im Detail:

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass weder das Cover, noch der Titel dieses Buches mich auf den ersten Blick angesprochen hätten. Auch den Klappentext sollte man aufgrund Spoilergefahr vielleicht besser nicht lesen. Doch hätte ich dieses Buch nicht empfohlen bekommen und hätte ich es somit nicht gelesen, ich hätte wirklich etwas verpasst.

Meine beste Bitch ist eine ganz besondere Geschichte. Voller skurriler Momente, voller Erlebnisse und voll von schrulligen Charakteren. Nicht selten musste ich schmunzeln, den Kopf schütteln und wollte unbedingt wissen, welche verrückte Situation sich auf den nächsten Seiten wohl ergeben würde.
Ich könnte tausende davon aufzählen, doch ich möchte mich an dieser Stelle einfach mal auf zwei kleine Beispiele beschränken und danach von Herzen den Rat geben, dieses Buch unbedingt zu lesen, um all die kleinen Details selbst zu entdecken und auf sich wirken zu lassen.

Ich habe mich entschieden, euch an dieser Stelle das Cover anhand der entsprechenden Szene im Buch zu erklären. An einer Stelle im Buch treffen sich Nike und Faina. Die alte Badewanne muss noch mit selbst erwärmten Wasser befüllt werden. Nike, die stets für neue Ideen zu haben ist, entschließt sich, frische Erdbeeren hinzuzugeben. Mit einer Melone als Snack begeben sich die Freundinnen ins Wasser. Sie schießen Fotos, die später in einer Kunstausstellung Anklang finden werden.

An einer anderen Stelle, weit vorne im Buch, wird von einem Hilfsprojekt gesprochen, an dem Nike an ihrer alten Schule teilnehmen musste. Da in Peru Meerschweinchen auf dem Speiseplan stehen, sollten die Kinder entsprechende Käfige bauen. Nike, eine bekennende Vegetariern mit Meerschweinchen als Haustieren, ist empört. Kurzerhand ruft sie eine ihrer legendären Demonstrationen auf den Plan. Wie diese aussieht und ob sie letztlich fruchtet, dass möchte ich an dieser Stelle einfach mal offen lassen. Lest selbst.



Fazit:

Meine beste Bitch ist ein Buch von Kunst, Liebe und Irrsinn, das man gelesen haben sollte.
Es lassen sich diverse skurrile Charaktere finden, welche allesamt dem Geiste eines Kunstfilms entsprungen sein könnten. Wer sich auf die vielen schrägen Momente einlässt, für den ist das Buch ein grandioses Leseerlebnis .



Buchzitate:

Es sind immer die winzigen Details, die unverzichtbar werden, nie das große Ganze. Die Kleinigkeiten haften uns oft wie unsichtbare Kaktusfeigenstacheln an. Gründlich, schmerzhaft und unwiderruflich.

Nike hätte auch Geheimagentin werden können. Eine, die nur aus versiegelten Mineralwasserflaschen trinkt und Angreifer mit Handkantenschlägen vertreibt. Was strategische Pläne zur Zielfokussierung anging, war Nike unschlagbar.

  (8)
Tags: 2018   (1)
 

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Gemina

Amie Kaufman , Jay Kristoff , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Fester Einband: 672 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.09.2018
ISBN 9783423762328
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Nach dem Überfall von BeiTech Industries auf die Bergbaubetriebe und dem anschließenden Gefecht im All sind nur noch wenige Bewohner des Kerenza-Sektors am Leben. Die Überlebenden befinden sich mit dem Forschungsschiff Hypatia auf dem Weg Richtung Zwischenstation Heimdall. Dort erhoffen sie sich ein wenig Frieden und ein Wiedersehen mit dort stationierten Verwandten.

Auf Heimdall verbringen Hanna, die verwöhnte Tochter des Kommandanten und Nik, aus einer Mafia -verstrickten Familie, ihren Alltag damit, sich zu langweilen oder - im Falle Niks - Drogen anzubauen. Gelegentlich ist auch ein unverbindlicher Flirt anregend. Hanna freut sich auf die nächste Party mit ihrem Freund Jackson. Ihre Liebe zu dem Jungen vertraut sie regelmäßig ihrem Tagebuch an. Doch neues Unheil ist bereits im Anmarsch : BeiTech ist weiterhin daran interessiert, die Wahrheit skrupellos zu vertuschen.



Im Detail:

Bereits das Durchblättern der Seiten von Gemina, dem zweiten Band der Illuminae-Reihe,
macht sichtbar, dass viel Aufwand , Liebe und Know-how in dieses Buch eingegangen sind.
Gerichtsprotokolle, Auszüge aus E-Mails, Chatverläufe, Funksprüche, Skizzen, Bilder und Tagebucheinträge erzählen die Geschichte zweier Jugendlicher, die von einem Tag auf den anderen in einen Kampf hineingezogen werden, bei dem es um das Leben all derer geht, mit denen sie zuvor noch ihren eintönigen Alltag geteilt haben.

Bei den beiden Jugendlichen handelt es sich zum einen um die Tochter des Kommandanten der Sprungstation Heimdall, Hanna Donnelly. In ihrer Freizeit übt sie Kampfsportarten oder spielt Schach mit ihrem Vater. Für eine anstehende Versammlung nebst folgender Party hat sie sich einen hübschen Overall zugelegt und benötigt nun nur noch Partydrogen , die ihr Kontakt Nik Malikow, ein Mitglied des Hauses der Messer, gewiss besorgen kann.

Nik ist in die Familie eines Mafia-Clans hineingeboren. Im Reaktorsektor züchtet die Familie eine Droge heran. Jedes der Tattoos an seinem Körper zeugt von einer Straftat oder einem Widerstand gegen die Staatsgewalt und erzählt eine eigene Geschichte. Die hübsche Tochter des Kommandanten hat schon seit längerem sein Interesse geweckt. Seinen unvergleichlichen Charme lässt er im Chat mit Hanna freien Lauf.

Diese Gespräche zwischen Hanna und Nik sind es, die bereits auf den ersten Seiten für eine gute Prise Humor und Esprit sorgen. Die ganze Geschichte ist h umorvoll akzentuiert, mit einem leichten Augenzwinkern erzählt und zum Teil herrlich ironisch unterlegt.

Doch nicht nur die atemberaubende Aufmachung, die Dialoge zwischen Nik und Hanna und der feine und kernige Humor der Autoren sind es, die den Leser an die Seiten fesseln. Auch die Handlung wartet mit einer so fesselnden Spannung auf, dass es unmöglich erscheint, das Buch auch nur eine Sekunde aus der Hand zu legen. Überraschende Wendungen gibt es auch in diesem zweiten Band wieder zu Hauf. Die Autoren zeigen auch in diesem Band, dass der Kampf ums Überleben lediglich ein Glücksspiel ist. Wahre Meisterschaft erringt das Autorenduo in der Darstellung ihrer Charaktere, mit denen man einfach mitfühlen muss.



Fazit:

Überraschungen sind nicht immer erwünscht, und ein Buch in die Hand zu nehmen, dessen Vorgänger so wundervoll war, ist schon heikel.
Jay Kristoff und Amie Kaufmann erschaffen mit Gemina aber einen Roman, der es mit dem Vorgänger absolut aufnehmen kann. Erzählerisch und visuell wird das Buch höchsten Standards gerecht. Durch ein hohes Maß an Spannung, durch psychologische Kniffe und Humor ist der Roman so mitreißend und vergnüglich wie sein Vorgänger.
 
Also mal wieder ein Pageturner aus der Illuminae-Reihe, ein Highlight. Könnte ich mehr als fünf Sterne geben, ich würde es tun!



Buchzitate:

Sie sah in die Sterne. Er sah nur sie.

Es gibt nur dich und diesen Moment. Und alles, was du gleich auslöscht.

  (9)
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336 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 71 Rezensionen

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The Brightest Stars - attracted

Anna Todd , Nicole Hölsken
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.09.2018
ISBN 9783453580664
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt:

Karina hat sich einen kleinen Traum erfüllt. Sie nennt ein kleines renovierungsbedürftiges Häuschen ihr Eigen. Hier lebt sie gemeinsam mit ihrer schwangeren Freundin Elodie. Um sich diesen Traum zu erhalten und um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, arbeitet sie in einem Massagestudio. Elodie, gute Freundin, Mitbewohnerin und Arbeitskollegin ist oft unpünktlich . An einem der Arbeitstage verspätet sie sich mal wieder. Karina springt für die Freundin ein und übernimmt den Kunden. Es handelt sich um den schweigsamen Soldaten Kael.

Umso überraschter wirkt Karina, als ihre Freundin kurz darauf auftaucht und den Fremden so herzlich begrüßt. Aber das ist noch längst nicht alles. Nach Feierabend steht Kael plötzlich mitten in Karinas Wohnung. Die Geschichte beginnt , wie fast alle großen Geschichten, mit einem Zufall.
Elodie bittet darum, dem besten Freund ihres Mannes für eine Nacht die Couch anzubieten. Ein weiterer Zufall will es, dass er sie zu einem Familienessen begleitet und plötzlich an ihrer Seite zu einer Party geht. Immer wieder taucht er im Massagestudio auf. Dabei weiß Karina doch gar nichts über den Fremden, während sie ihm nach und nach immer mehr von sich erzählt.



Im Detail:

Vom ersten Treffen an übt Kael eine starke Anziehungskraft auf Karina aus. Er ist ein Charismatiker , bei ihm fasst Karina häufig den Mut, sich zu öffnen. Immer mehr erzählt die junge Frau von ihrem Leben. Trotz Erfolgen bleibt ihr Leben ein Ringen um Anerkennung . Der übermächtige Vater zeigt fehlendes Verständnis, mangelnde Anerkennung und viel zu wenig Liebe. Ihr Bruder demgegenüber gerät zunehmend außer Kontrolle. Diese Sorgen sind es, die sie bald mit Kael teilt. Kael schweigt und hört ihr zu. Er wertet nicht, er mischt sich nicht ein.

Karina ist ein Charakter, der sich unglaublich viele Gedanken macht. Sie grübelt darüber nach, warum Kael nicht viel spricht. Sie ahnt, dass diese Schweigsamkeit mit seinen Erlebnissen in Afghanistan zusammenhängen könnten. Doch nach diesen Erlebnissen zu fragen, das traut sie sich nicht. Aber auch andere Situationen und alltägliche Erlebnisse bereiten Karina oft Sorgen. Oft durchdenkt sie mehrere mögliche Situationen, bevor sie handelt. Nicht immer wirken ihre Entscheidungen und gedanklichen Ergebnisse schlüssig bzw. rational. So zieht Karina an einem Abend auf einer Party über die angehende Freundin ihres Bruders Austin her. Sie nennt diese aufgrund ihres scheinbar perfekten Aussehens „Barbie“ und überlegt laut, dass die sich anbahnende Beziehung schon jetzt zum Scheitern verurteilt ist. Dumm nur, dass die potentielle Freundin von Austin alles mit anhören konnte. Der folgende emotionale Ausbruch des Mädchens war vorhersehbar. Austin beruhigt seine Partybegleitung mit dem Hinweis, dass Karina oftmals „angepisst“ reagieren würde. Ein kurzer Satz, der einerseits für Frieden sorgen soll und andererseits auch gar nicht so fehlgesprochen war. Karina jedoch ist zutiefst gekränkt. 
Bisweilen ist sie in ihrer Wahrnehmung übersensibel und tritt in Fettnäpfchen.

Karina kompensiert ihre innere Leere und Unsicherheit , indem sie sich exzessiv mit ihrer Umwelt befaßt. Im ersten Teil des Buches erschien Karina noch bodenständig, ruhig und normal. Im weiteren Verlauf jedoch musste ich mich oft über sie aufregen. Das obige Beispiel steht für nur eine von mehreren Situationen, in denen die Protagonistin unreflektiert und nachtragend erscheint. Zwar macht sich Karina gerne Gedanken, diese teilweise redundanten, oft quälenden Gedankengänge kreisen aber oft nur um sie selbst .

Kael hingegen wirkt mit seiner ruhigen Art wie ein willkommener Gegenpol. Karinas emotionalen Ausbrüchen, begegnet er mit Schweigen und Gleichmütigkeit. Dieses Verhalten ist auch genau das, was Karina benötigt.

Zum Aufbau der Geschichte: Über die Seiten hinweg lernt der Leser Karina und ihren Alltag kennen. Er besucht mit ihr eine Party und das elterliche Haus. Es folgen Gespräche mit Kael über Karinas Sorgen und ihre Vergangenheit. Ein normaler Alltag eines Mädchens, dass die Scheidung ihrer Eltern miterleben musste. Viel interessanter hingegen wären vermutlich die Erlebnisse des Soldaten Kael gewesen. Es fällt eine Andeutung über eine Beinverletzung, über einen Freund, der das Kriegstrauma nicht bewältigen kann. Doch dabei bleibt es leider zunächst auch. Erst zum Ende hin bekommt der Leser eine Ahnung davon, was Kael in seiner Vergangenheit erlebt haben könnte, was ihn beschäftigt und dass er vielleicht doch nicht der sein könnte, der er zu sein vorgegeben hat.
Band eins dieser Reihe endet spannend und mit einem Cliffhanger der die Vorfreude auf eine Fortsetzung schürt.



Fazit:

Der Auftakt der „The brighest Stars-Reihe“ beginnt eher ruhig. Mit Karina führt die Autorin eine sehr grüblerische, von Selbstzweifeln geplagte Protagonistin ein. Einen schönen Kontrast bietet da der ruhige und schweigsame Soldat Kael, der an einem normalen Tag in Karinas Leben tritt .

Die körperliche Anziehungskraft, der Funke, der zwischen den beiden hin- und herspringt, ist sprachlich gekonnt umgesetzt. Kael ist schweigsam und wird niemals ungeduldig. Für Karina ist er ein guter Zuhörer , wenn sie sich mal wieder über ihre privaten Probleme sprechen möchte.

Der Handlungsstrang konzentriert sich im Wesentlichen auf das Zusammenkommen der beiden Charaktere. Auf die Frage, ob es eine gemeinsame Zukunft zwischen zwei so unterschiedlichen Personen überhaupt geben kann. Spannung zieht der Roman aus dem Verhalten der Protagonistin, die mit ihrem sprunghaften und stellenweise auch oft irrationalen emotionalen Ausbrüchen für kleine Schockmomente sorgt und aus der überraschenden Wendung zum Ende des Buches.

Bedauerlicherweise wird in diesem ersten Band nicht viel über den männlichen und mir anfangs durchaus sympathischeren Part Kael und dessen Erlebnisse im Afghanistaneinsatz erzählt.
Man fragt sich, welche Bedeutung die Kriegserlebnisse, die nur kurz angesprochen werden, für die Beziehung zu Karina und die Geschichte haben. Das Rätsel löst sich nicht auf, hier mögen die geplanten Folgebände Aufklärung leisten.

Das tolle Ende entschädigt mit seiner überraschenden Wendung für einige überflüssige Seiten zuvor. Von der ersten bis zur letzten Seite ein dem Leben abgelauschter und handwerklich sehr gut gemachter Roman.



Buchzitat:

Warum ist Glück immer so kurzlebig, und warum bleibt Verzweiflung wie ein unerwünschter Gast haften?

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Tags: 2018   (1)
 

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107 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 36 Rezensionen

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Wicker King

Kayla Ancrum , Uwe-Michael Gutzschhahn
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.09.2018
ISBN 9783423762335
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Inhalt:

August und Jack sind beste Freunde. In jeder noch so schlimmen Situation sind sie füreinander da. Als sich Jack immer mehr zu verändern scheint und langsam aus dem Realistischen ins Übernatürliche abgleitet, ist es August, der seinem Freund Gehör schenkt, der ihm verspricht, dass er ihm helfen wird, die ominösen Aufgaben zu lösen, von denen er jetzt ständig spricht.
Was anfangs wie ein Spiel erscheint, wird nach und nach zu einem gefährlichen Unterfangen.
August, dem Erfahrungen wie Ohnmacht und Hilflosigkeit fremd sind, merkt dass er langsam die Kontrolle verliert. Doch für ihn steht fest, dass er Jack niemals im Stich lassen wird, egal, welches Opfer er letztlich dafür erbringen muss.



Im Detail:

Sowohl Jack, als auch August wachsen in einem Umfeld auf, in dem die Erziehungsberechtigten ihre Vorbildfunktion stark vernachlässigen. August Mutter leidet unter einer schweren Depression. August ist daher schon früh daran gewöhnt, Verantwortung zu übernehmen.
Jacks Eltern wiederum sind nur selten zu Hause. Nicht mal an Weihnachten oder zum Geburtstag melden sie sich bei ihm.

Kein Wunder also, dass Jack eine Form von Eskapismus sucht. In ihm wächst der Wunsch, dem eigenen Alltag zu entfliehen. August hingegen, der es bereits gewohnt ist sich allen Aufgaben gewachsen zu zeigen, nimmt sich seinem besten Freund an. Er kümmert und sorgt sich um ihn.

Bald schon sind es die Freunde, die August raten, sich Hilfe von dritter Seite zu suchen. Doch Jack möchte nicht, dass jemand anderes von seinen Gedanken/von seiner Parallelwelt erfährt. Da August seinen Freund über alles liebt und alles für ihn tun würde, spielt er mit und begibt sich dabei auf einen sehr schmalen Grad. Am Ende ist es kein Spiel mehr, das beide spielen, sondern bitterer Ernst.

Kayla Ancrum hat mit Wicker King ein Buch geschrieben, das allein schon von der Aufmachung her ins Auge fällt. Der Leser findet im Innenteil Bilder, Fotos, Playlisten, Protokolle, Notizzettel und vieles mehr.

Dennoch fiel mir der Start in die Geschichte schwer. Das lag vermutlich einerseits an den kurzen Kapiteln, die im Durchschnitt eine Seite lang waren, andererseits aber auch an dem Schreibstil der Autorin. Lange Zeit war ich mir nicht sicher, wohin die Geschichte eigentlich gehen soll. Durch die schnellen Szenenwechsel hatte ich das Gefühl, immer wieder aus der Situation herausgerissen zu werden. Auch hatte ich das Gefühl, dass Kayla Ancrum mit einigen künstlerischen Kniffen einen besonderen Flair in die Geschichte einbauen wollte.

Hier lohnt es sich jedoch Geduld zu zeigen. Nach und nach entwickelt die Autorin eine Geschichte, der es gelingt, auf sanfte Weise eine tiefere Botschaft zu vermitteln. Auch empfand ich die Freundschaft zwischen Jack und August als etwas ganz besonderes. Ihre intensive Bindung zueinander, die Bereitschaft bedingungsloser Ehrlichkeit und Treue, gefiel mir sehr.



Fazit:

Wicker King ist schon ein Eyecatcher, wenn man im Buchladen darin herumblättert. Aber auch die Geschichte selbst braucht sich nicht zu verstecken. Der Leser wird in diesem Buch mit zwei Jungen vertraut gemacht, die sehr früh in ihrem Leben Verantwortung übernehmen mussten.
Die gegenseitige Wertschätzung, das gegenseitige Vertrauen, das Gewissen und die Redlichkeit von August und Jack gefielen mir hier sehr.

Als gewöhnungsbedürftig empfand ich die sehr kurzen Kapitelabschnitte und eine anfangs schwer durchschaubare Storyline. Der Roman ist äußerst kunstvoll konstruiert, wirkt manchmal aber artifiziell.

Kann man darüber hinwegsehen, wird man Wicker King so viel Persönliches, Amüsantes und Lehrreiches entnehmen.



Buchzitate:

„Aber das Beste zu geben, reicht manchmal nicht“, sagte sie dann ein bisschen weniger heftig. „Manchmal muss man einfach aufhören und andere ihr Bestes geben lassen. Um selbst zu überleben.“

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73 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

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Throne of Truth

Pepper Winters , Ralf Schmitz
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei LYX, 31.08.2018
ISBN 9783736306998
Genre: Liebesromane

Rezension:

Achtung! Diese Rezension enthält Spoiler zu Band 1


Inhalt:

Elle wird aus einem Albtraum gerissen, nur um in einem anderen Alptraum zu landen. Als sie, da alles was sie über Penn zu wissen glaubte, auf den Kopf gestellt wurde, versucht von diesem Distanz zu gewinnen, trifft sie auf Greg und landet mitten in dem nächsten Desaster. Greg hat seine ganz eigenen Pläne mit Elle. Eine Enführung soll helfen diese Wünsche umzusetzen.



Im Detail:

Nachdem der erste Teil dieser Reihe mit einem Cliffhanger endete, wolle ich unbedingt wissen, wie es in Band zwei weitergeht bzw. wie die Geschichte rund um Penn und Elle ausgehen wird.

Schon im ersten Teil lernten wir mit Elle eine sehr selbstbewusste junge Frau kennen. Auch hier gelingt es Pepper Winters schnell den Charakter wiedererkennbar herauszuarbeiten.
Greg möchte nicht länger als Verlierer gelten. Er hat ein sehr klares Bild von seiner Zukunft vor sich: Ein sexuell erfülltes Leben an Elles Seite und zugleich eine finanziell abgesicherte Zukunft als Miteigentümer von „Belle Elle“. Für seinen Aufstieg ist ihm dabei jedes Mittel recht . Greg wird konstant belächelt . Allerdings ist er durch seinen labilen Geist eine Gefahr , die nicht unterschätzt werden sollte. 
 
Band zwei wird dieses Mal nicht nur aus der Sicht von Elle erzählt. Eine weitere Perspektive, nämlich die von Penn, kommt hinzu. In Throne of Truth erfährt der Leser mehr von Penns Vergangenheit. Die Fragen, warum er Elle oft von obenherab behandelt hat, warum er stellenweise von Wut zerfressen ist, aber auch, was ihm vor und vor allem nach dem Treffen mit Elle widerfahren ist, werden hier geklärt. 

Wiedereinmal holt Penn in Band zwei die Vergangenheit ein. Ob es ihm auch dieses Mal gelingen wird, sich aus der Schlinge, die ihm seine Widersacher geknüpft haben, zu ziehen, das möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Wenn man das Buch genießen will, sollte man vielleicht auch nicht ganz so streng nach Logiklücken (Stichwort: Negligee und Schweigen des Chauffeurs) suchen. Nicht immer erschien mir das Verhalten der Charaktere nachvollziehbar. Auch das Ende wird im Epilog durch eine Nacherzählung Penns übereilt herbeigeführt.



Fazit:

Dieser Abschlussband unterscheidet sich in der Erzählperspektive vom Vorgänger. Die Autorin beherrscht das Spiel mit verschiedenen P erspektiven routiniert. Der Roman handelt hauptsächlich von Elle und Penn, zwischen denen die Erzählperspektive wechselt.

Offene Fragen rund um Penns Vergangenheit, die den Leser in Band eins noch beschäftigt haben, werden hier geklärt. In diesem zweiten Teil schlägt das Schicksal erneut erbarmungslos zu.

Der Leser kann sich an originellen Formulierungen und spannenden Wendungen erfreuen, die schon angesprochenen Logiklücken versetzen dem Urteil allerdings einen Dämpfer.

Am Ende sind eigentlich alle Fragen geklärt. Der Fortgang des Geschehens wirkt jedoch - spätestens im Epilog - überstürzt.

Die Reihe nutzt das Potenzial, das man noch im Vorband entdeckt hatte, nicht durchgehend.

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225 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 102 Rezensionen

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Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht

Jessica Fellowes , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 04.09.2018
ISBN 9783866124523
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Inhalt:

Louisas Mutter ist krank und bettlägerig. Der Onkel hat sich nach dem Tod des Vaters bei der Familie eingenistet. Er verprasst sein Geld und trägt nichts zum Haushalt bei. Seine Lösung für seine Geldprobleme ist recht simpel. Er plant seine Nichte, Louisa, zu prostituieren .
Louisa möchte nichts mehr, als diesem Albtraum entkommen. Als sie davon erfährt, dass die Familie Mitford ein neues Kindermädchen für deren Haushalt sucht, zögert sie nicht lange und schreibt eine Bewerbung. Gerade noch rechtzeitig erhält sie eine Antwort, denn ihr Onkel ist just im Begriff sie zu seinem pekuniären Nutzen zu verkuppeln.
Zeitgleich mit Louisas Flucht ereignet sich in einem Zug auf der gleichen Strecke, die auch Louisa befährt, ein Mord. Später im Hause Mitford erfährt Louisa, dass es sich bei dem Opfer um eine Verwandte einer der Angestellten handelt. Bald schon befindet sich Louisa nicht nur auf der Flucht vor ihrem Onkel, sondern ist auch als freiberufliche Mordermittlerin unterwegs .



Im Detail:

Jessica Fellowes führt mit ihrem Reihenauftakt „Die Schwestern von Mitford Manor“ den Leser durch das England der zwanziger Jahre.

Bei ihrer Protagonistin handelt es sich um die neunzehnjährige Louisa, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt. Der Onkel, der sich nach der Beerdigung des Vaters in dem kleinen Häuschen der Familie eingerichtet hat, macht ihr das Leben zur Hölle. Jeden Tag fürchtet sich Louisa davor, was er ihr antun könnte, nur um seine Schulden zu begleichen. Als sich für das junge Mädchen neue Zukunftschancen eröffnen, ist sie voller Hoffnung. Im Hause der Mitfords lernt sie zunächst die Angestellten, aber auch die Kinder der Familie kennen. Den Hausherren, Mr. und Mrs. Redesdale gilt es Respekt zu zeigen. Von ihrem Urteil und ihrer Stimmung hängt schließlich Louisas Zukunft ab.

Im ersten Teil der Mitford Manor-Reihe bleiben die Kinder der Familie eher im Hintergrund. Man lernt sie namentlich kennen, begreift, dass es sich bei Tom um einen gut erzogenen Internatsschüler handelt und Pamela eher zurückhaltend wirkt. Der Fokus liegt hier aber im Wesentlichen auf der siebzehnjährigen Tochter der Familie. Nancy ist intelligent, neugierig, zielorientiert und weiß ihren Willen nur zu gut durchzusetzen. Bald schon entwickelt sich zwischen Louisa und Nancy eine Art Freundschaft. Wobei sich Louisa jederzeit bewusst ist, dass ihre Position stets die einer Angestellten bleiben wird. Als sich Nancys Neugierde auf den jüngsten Mordfall richtet, ist für das Mädchen klar, dass hier eigene Ermittlungen in Gang gesetzt werden müssen.

Aus einer weiteren Perspektive, nämlich aus der Sicht des jungen Bahnpolizisten Guy, verfolgt der Leser, die Ermittlungen der Polizei. Diese scheint jedoch auf der Stelle zu treten. Der Fall wird bald ad acta gelegt. Guy, der sich in seiner Position nicht recht wohlfühlt und viel lieber für New Scotland Yard ermitteln würde, nimmt sich der Sache an.
Mit Guy lernt der Leser einen typischen Bahnpolizisten kennen, der aufgrund seiner kleinen Börse noch bei seinen Eltern wohnt und von seinen Brüdern eher belächelt wird, als dass sie zu ihm aufblicken. Diese häusliche Situation, aber auch der Wunsch nach einer höheren Position, sind es, die Guy antreiben.

Noch in den Anfängen der Geschichte treffen sich Guy und Louisa am Bahnhof. Guy möchte der jungen Frau, die in Schwierigkeiten steckt, unbedingt helfen. Er kauft ihr ein Ticket, damit sie noch rechtzeitig zu ihrem Termin gelangt, der ihr scheinbar so sehr am Herzen liegt. Und natürlich kommt es zu mehreren Annäherungen zwischen Guy und Louisa, eine zarte Liebesgeschichte entspinnt sich, die jedoch eher am Rande des Geschehens verläuft.

Aber auch die Ermittlungen an dem Mordfall, schweißen sowohl Guy als auch Louisa zusammen. Diese Ermittlungen sind es, in die man als Leser während der Seiten immer mehr hineingezogen wird. Irgendwann beginnt man selbst die Details, die bereits gesammelt wurden, im Kopf zu verknüpfen, um eine Ahnung davon zu bekommen, wer vielleicht der Täter dieses schrecklichen Zugmordes gewesen sein könnte.



Fazit:

Jessica Fellowes schreibt mit ihrem ersten Band der Mitford Manor-Reihe eine Geschichte, die britisches Kulturerbe mit seinen Bällen und Empfängen, dem aristokratischen Leben und der traditionelle Etikette, aber auch das britische Arbeitermilieu, in den Mittelpunkt rückt.
Mit Louisa lernt der Leser eine sehr sympathische, außerordentlich tatkräftige und durchsetzungsfähige Persönlichkeit kennen.
Schrullige Charaktere, wie der dörfliche Polizist Guy, der mit allen Mitteln versucht, den Täter dingfest zu machen, aber auch die selbstbewusste, neugierige und manchmal auch ein wenig störrische Nancy Mitford, verleihen der Geschichte einen besonderen Flair.
Das Buch ist nach dem traditionellen Konstruktionsprinzip eines Kriminalromans gebaut. Diese klassische Form des Kriminalromans erzeugt Leserbindung durch die bis zum Schluss offen gehaltene Suche nach dem Täter.

Die Schwestern von Mittwoch Manor – Unter Verdacht ist ein spannender und fesselnder Auftakt, der sich auch – aber nicht nur - für Fans erfolgreicher Kostümdramaproduktion à la Downton Abbey sicherlich lohnt.

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1.058 Bibliotheken, 62 Leser, 0 Gruppen, 175 Rezensionen

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Save Us

Mona Kasten
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei LYX, 31.08.2018
ISBN 9783736306714
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt:

Nicht nur, dass Ruby von der Schule suspendiert wurde, auch zu Hause muss sie sich mit Vorwürfen auseinandersetzen. Ihre Mutter denkt, sie hätte eine Affaire mit dem Geschichtslehrer. Die Beweisbilder, auf denen es ganz deutlich so aussieht, als würde Ruby mit Mr. Sutton einen Kuss austauschen, liegen ihr vor. Viel schlimmer ist es für Ruby jedoch, dass kein anderer als James dafür verantwortlich sein soll, dass diese Fotos überhaupt existieren.

Während Ruby also einfach nicht vergessen kann, was der Junge, dem sie ihr Herz und somit auch ihr Vertrauen geschenkt hat, getan hat, fällt es Lydia schwer, das Geheimnis ihrer Schwangerschaft zu wahren. Doch das muss sie wohl, will sie den prestigeträchtigen Namen „Beaufort“ schützen und dem Ruf ihrer Familie gerecht werden. Für Lydias Vater ist dies nicht verhandelbar.



Im Detail:

Mit der Veröffentlichung der Fotos, auf denen eindeutig zu erkennen ist, dass Ruby eine Affaire mit ihrem Geschichtslehrer hat, verändert sich einiges. Ruby wird von der Schule suspendiert. Ihr großer Traum von einem Studium in Oxfort zerplatzt wie eine Seifenblase. Hinzu kommt, dass die eigenen Eltern ihr nicht den Rücken stärken . Eine der wenigen Bezugspersonen in ihrem Leben, Rubys Schwester Ember, hat seit neuestem ein Geheimnis. Ruby fühlt sich alleine. Alle Menschen, denen sie vertraut, distanzieren sich von ihr oder haben sie – im Falle von James – zutiefst enttäuscht.

James Freunde Cyril, Alistair, Kesh sowie Wren haben bislang alles miteinander geteilt.
Derweil hat jedoch jeder seine eigenen Probleme , was zu einer gewissen Entfremdung geführt hat.

Auch Lydia, James Schwester, hat es nicht einfach. Die Schwangerschaft darf auf keinen Fall bekannt werden, damit der Ruf des Familienunternehmens unangetastet bleibt. Aber auch der neuerliche Skandal rund um Graham und Ruby zehrt an ihren Nerven.

Im dritten Teil ihrer Maxton-Hall-Reihe erzeugt Mona Kasten durch rasche Szenen- und Perspektivwechsel eine dichte Atmosphäre. So werden die Geschehnisse dieses Mal aus der Perspektive von Graham, Ruby, Lydia, Alistair, James und Ember erzählt.

James Freunde gewinnen in diesem Licht an Konturen.

Neben zwischenmenschlichen Konflikten gibt es auch in Band drei weiterhin schöne Liebesgeschichten, die noch entwickelt bzw. vertieft werden. Während es in manchen Büchern so ist, dass man sich fragt, warum die Autorin/der Autor wirklich jeden mit irgendwem verkuppeln muss, wirkt die Maxton-Hall-Reihe stets authentisch. Leserinnen und Leser können sich auf einige romantische und schöne Stellen im Buch einstellen.

Auch was die Spannung angeht, legt der dritte Teil im Vergleich zu den Vorgängern noch zu. Die bereits aufgeworfenen Konflikte müssen geklärt werden. Selbstverständlich wird es jedoch auch wieder diese schönen Szenen der Freundschaft und Zusammengehörigkeit geben, für die die Autorin bekannt ist.
Mit dem Schließen des Buchdeckels hat man das Gefühl eine schöne Zeit mit lieben Menschen verbracht zu haben. Abschiednehmen von den liebgewonnen Charakteren fiel mir auch nach der Maxton-Hall-Reihe wieder unglaublich schwer.



Fazit:

Der finale Band der Maxton-Hall-Reihe hat mir unglaublich gut gefallen. Save Us knüpft nicht nur nahtlos an seinen Vorgänger an. Die Spannung seiner Vorgänger -Romane wird sogar übertroffen.
Sämtlichen Figuren können wir in diesem Abschlussband bei der Bewältigung von allerhand Problemen und Herausforderungen zuschauen. Die jüngsten Ereignisse haben das Leben einiger Charaktere durcheinander gewirbelt.

Mona Kasten gelingt es virtuos James, Alistair, Kesh, Cyril und Wren Leben einzuhauchen , die Atmosphäre ist dicht und genau, die Sprache ist flott und schlank.
Gemeinsam mit den Helden der Geschichte darf der Leser wieder schöne kleine Momente zwischen Gefühls-Chaos und Alltag genießen.

Es fällt schwer den Buchdeckel des letzten Bandes der Maxton-Hall-Reihe zu schließen und von Ruby und ihren Freunden Abschied nehmen zu müssen.

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10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Blinde Leidenschaft: liebesroman (Reckless Beat 1)

Eden Summers
E-Buch Text: 285 Seiten
Erschienen bei Eden Summers, 20.08.2018
ISBN B07GPB27DP
Genre: Liebesromane

Rezension:


Inhalt:

Alana freut sich schon sehr auf ihren Urlaub in Richmond. Gleich nach ihrer Ankunft wird sie auch schon von ihrer besten Freundin Kate mit einer kleinen Überraschung empfangen. Zwei Tickets für ein Konzert der beliebten Gruppe Reckless Beat. Während Kate gar nicht mehr aus dem Schwärmen herauskommt, bleibt Alana skeptisch. Ihre Mutter, die in einem Frauenhaus lebt und schlechte Erfahrungen mit Männern gesammelt hat, hat sie gewarnt. Das andere Geschlecht sei mit Vorsicht zu genießen. Mit diesem Theorem im Hinterkopf zieht sie mit ihrer Freundin los. Doch die Jungs von Reckless Beat sehen wirklich ziemlich heiß aus und Mitchell, der Hauptgitarrist der Gruppe, scheint tatsächlich auch noch Blickkontakt mit ihr zu suchen.

Als während der Pause sogar eine Einladung in den Backstagebereich ausgesprochen wird, ist Kate ganz aus dem Häuschen. Alana bleibt skeptisch. Doch Mitchell sah wirklich sehr nett aus und irgendwann sollte es doch auch Zeit sein, sich von der bisher ihr Leben bestimmenden Mutter zu emanzipieren .

Gleich nach dem Auftritt begeben sich die Mädchen auf die Suche nach den Mitgliedern der Band. Doch noch bevor es zu einem Zusammentreffen kommen kann, überschlagen sich die Ereignisse. Ein Mitglied der Crew, welches kurz zuvor seine Kündigung ausgesprochen bekommen hat, sieht rot. Er wirft eine Vase nach Mitchell. Doch Alana wird von dem Geschoss getroffen und erleidet eine schwere Verletzung.

Mitchell fühlt sich für den Vorfall verantwortlich. Da Kate durch diverse T ermine gebunden ist, bietet er an, sich um das Mädchen zu kümmern.



Im Detail:

Nachdem es Mitchell gelungen ist Alana vor noch schlimmeren Verletzungen zu schützen, bricht erst einmal Chaos aus. Die Leibwächter kümmern sich um den Mann, der kurz zuvor noch die Vase geworfen hat, während Mitchell noch versucht, sich einen Überblick zu verschaffen. Alana klagt über Probleme an den Augen und hat einige Schürfwunden davongetragen. Auf den ersten Blick klingt diese Szene rührend. Ich empfand Mitchells Drang das fremde Mädchen zu beschützen als sympathisch. Doch kurz darauf bekundeten beide schon ihr starkes Interesse füreinander. Mitchell, der zuvor eigentlich eher auf einen weiteren One - Night - Stand mit einem Fan aus war, zeigt plötzlich ein tiefergehendes Interesse. Dieses Mädchen ist anders. Das wird ihm schon sehr schnell klar. Sicherlich mag es Liebe auf den ersten Blick geben. Doch das ist zu rasant arrangiert und scheint auf den ersten Blick etwas wirr strukturiert
Noch während sich Mitchell über Alana beugt, um ihren Körper mit seinem zu schützen, erkundigt er sich besorgt nach ihrem Wohlbefinden: (Buchzitat:) „Schatz, sag mir, was los ist.“ Ich empfand diesen Kosenamen hier mehr als übereilt gewählt. Doch diese Aussage bleibt kein Einzelfall. Auch in folgenden Gesprächen spricht Mitchell Alana immer wieder mit „Schatz“ an.

Schnell stellt sich bei Alana, aber vor allem auch bei Mitchell der Wunsch nach einer gemeinsamen Nacht im Hotelzimmer ein.

Oft stellt sich beim Leser ein unbestimmtes und nicht weiter zu verifizierendes Gefühl von Übersexualisierung ein. Sätze wie „Schatz, ich glaube nicht, dass Blake was dagegen hatte, dass du seinen Johannes angefasst hast“ oder „während sie ihn ritt, wie ein preisgekröntes Pony“, bleiben keine Seltenheit.

Nachdem Alana und Mitch sich kennengelernt haben, legt die Geschichte den Fokus auf Alanas Vergangenheitsbewältigung. Ein ungewolltes Zusammentreffen in einem Hotelcafé sorgt für einen kleinen Twist. Neben diesem neuen Handlungsstrang bleibt aber auch im weiteren Verlauf die Frage zu klären, ob eine Beziehung zwischen einem Rockstar und einem „ganz normalen Mädchen“ funktionieren kann und wird.

Im Verlauf der Geschichte lernt der Leser ebenfalls die verschiedenen Mitglieder der Band kennen. Die meisten von ihnen blieben für mich jedoch eher blass. Ich denke allerdings, dass die Charaktere in den Folgebänden von der Autorin weiter ausgearbeitet werden. Sehr gefallen hat mir in diesem ersten Teil jedoch Blake, der mit seinen coolen Sprüchen für einige humorvolle Szenen gesorgt hat.



Fazit:

Der erste Teil der Reckless Beat Reihe – Blinde Leidenschaft kann mich nicht vollends überzeugen . Die Beziehungsentwicklung der beiden Hauptfiguren Alana und Mitchell ist rasant. Charakterentwicklung und Handlungsführung müssen sich auf die Prämisse ausrichten.
Die Sexszenen voyeuristischer Art sind nicht jedermanns Sache, denn die "Berührung" fehlt.

Besonders gefallen hat mir in diesem Buch einer der Randcharaktere, der mit seiner ehrlichen und humorvollen Art für schöne Lesemomente gesorgt hat.

Bei diesem Reihenauftakt reicht es für mich leider erstmal nur für eine mittelmäßige Bewertung.

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354 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 130 Rezensionen

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Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern

Vic James , Franca Fritz , Heinrich Koop
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 22.08.2018
ISBN 9783841440105
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:

Eigentlich war es in all seiner Banalität ein ganz normaler Tag in Lukes Leben, der aber eine tiefe Zäsur in seinem Leben markieren sollte . Denn als der Junge die Küche betritt und dort seine große Schwester Abigail zusammen mit ihren Eltern am Küchentisch sitzend vorfindet, weiß er, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Diese Vermutung wird auch augenblicklich bestätigt. Denn die Eltern eröffnen ihren Kindern, dass sie sich entschlossen haben, die Sklavenzeit, die jeder Bürger Großbritanniens, der nicht „ebenbürtig“ ist, der also kein Aristokrat mit einem besonderen Geschick ist, ableisten muss, nun beginnen möchten. Für die Kinder sei dieser Zeitpunkt der beste, denn wenn sie jetzt ein Jahrzehnt ihrer Freiheit opfern, dann stehen ihnen in der Zukunft noch genügend Möglichkeiten offen.

Lukes Schwester Abigail hat alles genau geplant. Sie hat einen Antrag an die Familie Jardien gesandt, die auf einem großen Anwesen namens Kyneston leben. Dieser Antrag wurde bestätigt. Der Familie mit ihren drei Kindern steht eine Zeit als Haussklaven bevor. Alles ist besser, als in die Sklavenstadt Millmoor gesandt zu werden. Dorthin, wohin alle kommen, die keinen Platz bei einer Aristokratenfamilie ergattern.

Doch als das Auto in die Auffahrt fährt, das Luke, seine Eltern und seine beiden Schwestern aus dem vertrauten Leben reißen wird, das zehn Jahre ankündigt, in denen jeder von ihnen seine Bürgerrechte verlieren wird, nimmt das Unglück seinen Lauf. Denn der Fahrer verkündet, dass nur vier Personen auf seiner Liste stehen. Lukes Name fehlt. Doch Luke wurde nicht, wie kurzzeitig vermutet, vergessen. Nein, die Familie Jardien hatte keine Verwendung für ihn. Er wird nach Millmoor geschickt. Die Stadt, die ein Jahrzehnt schwerer körperlicher Arbeit, schlechtes Essen und willkürliche, körperzerstörende Formen der Straf e bei Vergehen verspricht.



Wichtigste Charaktere:

Silyen ist der jüngste der drei Jardine-Geschwistern. Er besitzt eine sehr mächtige magische Fähigkeit. Seine Erscheinung ist auf den ersten Blick düster. Er scheint es zu lieben, die Sklaven zu verängstigen.

Jenner ist der mittlere der Brüder Jardine. Er ist die gute Seele. Sein Mitleid für die Untergebenen wird ihm oft vorgehalten. Er besitzt keinerlei Geschick.

Gavar ist der älteste der Gebrüder Jardine. Er besitzt eine kleine Tochter namens Libby, die ihm sehr am Herzen liegt. Er ist bekannt für seine unkontrollierten Wutanfälle.

Luke ist das zweitgeborene Kind der Familie Hadley. Er hat Träume von einer Zukunft nach der Schule. Doch die unbeschwerte Zeit nimmt schnell ein Ende, als er erfährt, dass er in die Sklavenstadt Millmoor geschickt und von seiner Familie getrennt werden soll.

Daisy ist die jüngste Tochter der Familie Hadley. Als sie auf dem Anwesen der Jardines ankommt, bekommt sie die Aufgabe, sich um Gavars Kind zu kümmern. Eine schwere Aufgabe, wenn man bedenkt, dass der Vater ein Hitzkopf ist , der nicht lange fackelt auch handgreiflich zu werden.

Abigail ist die älteste unter den Hadleygeschwistern. Sie darf die Stellung einer Sekretärin im Hause Jardine ausfüllen. Ihr liegt viel daran, ihren Bruder Luke aus der Stadt Millmoor zu holen, damit auch er seine Zeit in Kyneston ableisten darf.



Schreibstil:

Nachdem die Familie Hadley auf Kyneston eingetroffen ist, erfahren sie eine recht unliebsame Begrüßung durch den jüngsten der Jardinebrüder. Etwas Magisches scheint in ihren Geist einzudringen und hinterlässt ein sehr unangenehmes Gefühl. Als Silyen ohne große Worte zu verlieren die Angekommenen wieder verlässt, ist es an Jenner, dem zweitältesten Sohn der Familie, etwas zu sagen. Er versucht die Familie zu beruhigen, verrät aber auch, dass eine Flucht vom Anwesen sinnlos wäre. Denn das magische Tor ist nur für die sichtbar, die die magische Fähigkeit des Geschicks besitzen. Durchschritten werden kann es nur von denen, die ihre Pflichtzeit von zehn Jahren abgeleistet haben.

Währenddessen erreicht Luke die Sklavenstadt Millmoor. Er wird nicht herzlich empfangen und ahnt bereits, dass die folgenden zehn Jahre die schlimmsten seines Lebens sein werden. Seine große Hoffnung besteht darin, dass es der großen Schwester gelingen wird, ein gutes Wort für ihn einzulegen, damit ihn die Familie Jardine ebenfalls nach Kyneston holt. Doch bis dahin wird er sich hier einleben müssen. Schon am ersten Tag trifft Luke auf ein kleines Mädchen namens Renie, die ganz offensichtlich mit Drogen zu handeln scheint. Etwas, was natürlich strafbewehrt ist. Nichts möchte Luke weniger, als in die düsteren Verließe gesperrt zu werden und zu lebenslänglicher Sklavenarbeit verurteilt zu werden. Doch Renie verraten möchte er natürlich auch nicht. Doch anstatt ihn in Ruhe zu lassen, kreuzt das Mädchen fortan immer wieder seinen Weg.

Vic James schafft mit Dark Palace einen sehr spannenden und gut durchdachten Reihenanfang.
Die englische Klassengesellschaft – ins Extreme getrieben - gibt hier ein Negativbeispiel par excellence ab. Sie präsentiert eine heutige totalitäre Gesellschaft. Einen außer Rand und Band geratene Kapitalismus, der eine radikale Klassentrennung verursacht.
Nach und nach werden Verstrickungen eingesponnen. Der Wunsch nach Freiheit, aber auch der tiefergehende Gedanke, die Sklavenzeit abzuschaffen bilden den Rahmen der Geschichte.



Fazit:

Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern überzeugt mit einer interessanten Idee: Einer modernen, feudalen Gesellschaft, die von der Sklaverei lebt. Jeder Bewohner Großbritanniens ist dazu verpflichtet, ein Jahrzehnt seiner Lebenszeit zu opfern. In dieser Zeit verliert er all seine Bürgerrechte und muss seine Fähigkeiten in den Dienst der „Geselllschaft“ stellen, indem er in Millmoor unter den härtesten Bedingungen Fabrikarbeit verrichten muss. Alternativ darf der Bürger seinen Dienst am Hofe eine Aristokratenfamilie als Haussklave ableisten. Im Mittelpunkt dieses Romans steht die Familie Jardine, eine Aristokratenfamilie, bei der lediglich zwei Söhne „Geschick“ geerbt haben. Eine Fähigkeit Magie zu wirken und zugleich die Eintrittskarte in die gesellschaftliche Elite . Parallel verfolgt der Leser die Geschichte aus der Sicht der Familie Hadley, die sich entschlossen hat, ihre Sklavenzeit anzutreten. Jedoch werden die Mitglieder schon vor dem Antritt ihrer Sklavenzeit voneinander getrennt.

Vic James zeigt in ihren Roman wie die von Menschen geschaffene ökonomische und gesellschaftliche Ordnung zu Verstrickungen in Schuld und Verbrechen führen kann.
Es gelingt ihr mit großer Kunstfertigkeit eine Vielfalt an Perspektiven und Handlungssträngen
zu einem stimmigen Gesamtbild einer Sklavenhaltergesellschaft zusammenzuführen
 
Dark Palace kann ich an Leser empfehlen, die einen gut durchdachten Roman mit interessanten Wendungen im Genre Fantasy zu schätzen wissen. Für mich war „Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern“ ein grandioser Reihenauftakt, der Vorfreude auf die Fortsetzung weckt.

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Liebe ist so scheißkompliziert

Sabine Schoder
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 22.08.2018
ISBN 9783733504069
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Nele und ihre jüngere Schwester Lea verbindet nicht viel. Morgens streiten sie sich darum, wer als erstes das Bad aufsuchen darf. Sie leben nebeneinander her, mögen sich kaum und machen sich durch kleine Gemeinheiten das Leben schwer . Während Lea bei ihrer Mädchenclique beliebt ist, hat Nele einen besten Freund namens Tom, der gerne Zigaretten und auch mal einen Joint raucht. Überhaupt gibt es ständig Differenzen. Dann verlieben sich Nele und Lea auch noch in den gleichen Jungen. Jerome ist ein Basketballspieler. Er ist einer der wenigen Jungen, der größer ist als Nele mit ihren ein Meter neunzig und der sie nicht so ansieht, als wäre sie ein Freak. Blut ist aber dicker als Wasser und daher möchte die große Schwester die kleine nicht verletzen. Doch kann Nele sich ihrer Gefühle und körperlichen Begehren kaum erwehren.

Wäre das alles nicht schon schlimm genug, so passieren auch noch merkwürdige Dinge in der Schule und Blogger-Babs lässt keinen Moment aus, um die Privatsphäre ihrer Mitschüler unter die Lupe zu nehmen und somit jeden Skandal auf ihrem Blog breitzutreten.



Schreibstil:

Von Sabine Schoder habe ich bislang erst „Liebe ist nur was für Idioten wie mich“ gelesen. Sehr schnell habe ich bemerkt, dass auch in ihrem neuen Buch, „Liebe ist so scheißkompliziert“, wieder eine Protagonistin mit ausgeprägtem zynischen Humor auftritt, die ein Händchen dafür hat, in Fettnäpfchen zu treten. Nele hat es mit ihrer Körpergröße von 1,90 m nicht gerade leicht. Immer wieder wird sie von Mitschülern merkwürdig angesehen oder fängt sich gar einen dummen Spruch ein. In der Schule wird sie von Lehrern gerne dran genommen. Immer fällt sie auf. Insbesondere dann, wenn sie eigentlich lieber in der Masse verschwinden würde.

Überhaupt fällt auf, dass die Autorin ein Händchen für Charaktere mit Ecken und Kanten hat, die einem schnell ans Herz wachsen. Neles bester Freund Tom trägt Rastalocken und nutzt jede freie Minute dazu, eine Zigarette oder aber - in Konfliktsituationen - einen Joint, zu rauchen. Zwar spricht er seine „große Freundin“ gerne mit Nachnamen an und versucht sie auch auf seine Art von Parties (Alkohol und Kiffen) mitzuschleppen. Auch zieht er sie gerne mit Sprüchen auf, wie sie vielleicht in Männ erfreundschaften üblich sind. Doch er ist immer für Nele da, wenn sie jemanden zum Sprechen oder eine Schulter zum Anlehnen benötigt.

Sabine Schoders Geschichte beginnt mit einem Vorfall an der Schule, die Nele, Lea und auch Tom besuchen. Ein Selbstmörder befindet sich auf dem Dach der zur Schule gehörigen Sporthalle. Die Mitschüler sind verwirrt und schockiert, aber zugleich ein wenig sensationslustig. Vorneweg befindet sich Blogger-Babs mit ihrer Handykamera, die jeden vermeintlichen Skandal genauestens unter die Lupe nimmt, um ihn auf ihrem Blog breitzutreten. Die Vertraulichkeit des Wortes gilt für sie auch nicht im privaten Bereich. So werden private Gespräche schnell öffentlich. Dieser Vorfall kommt ihr wie gerufen. Bald schon stellt sich heraus, dass dieses Ereignis auf dem Dach der Sporthalle der Anfang von etwas Größerem ist. Irgendwer möchte den Schülern eine Botschaft zukommen lassen.

Im weiteren Verlauf des Buches bildet sich zudem eine schöne Liebesgeschichte heraus. Nele und ihre Schwester Lea haben nicht viel gemeinsam. Doch bald schon verlieben sich beide in den gleichen Jungen. Es beginnt eine interessante Ménage a trois.

Diese beiden Handlungsstränge, die merkwürdigen Geschehnisse an der Schule und die etwas komplizierte Dreiecksliebesgeschichte sorgen für eine Menge Spannung, die sich durch die Seiten des Romans zieht.



Fazit:

Das Buch, „Liebe ist so scheißkompliziert“, versteht es herrlich zu unterhalten. Hinter einer komplizierter werdenden Geschwisterbeziehung steckt vor allem eine interessante Liebesgeschichte – auch eine mit Krimi-Elementen.
Wer eine unterhaltsame und zugleich auch berührende Lektüre sucht, der ist hier bestens aufgehoben. Für mich ist klar, dass ich sehr bald noch weitere Bücher der Autorin werde lesen müssen.



Buchzitate:

Dein Französisch macht mich übrigens echt an. Erinnert an das Röcheln eines russischen Bauarbeiters in einem sibirischen Eissturm.

Seine Rastas drücken in mein Gesicht, und ich komme nicht umhin zu bemerken, dass sie sehr wohl nach Limettenshampoo riechen. Und Zigaretten. Eine abgebrannte Zitronenplantage direkt vor meiner Nase.

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Tags: 2018   (1)
 
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