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279 Bibliotheken, 46 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

tracy banghart, fantasy, ironflowers, dierebellinnen, dystopie

Iron Flowers

Tracy Banghart , Anna Julia Strüh
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.04.2018
ISBN 9783737355421
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Alle drei Jahre wählt der König aus jeder Provinz seines Landes ein Mädchen aus, welches ihn am königlichen Hof besuchen darf. Aus den potentiellen Anwärterinnen wählt er wiederum drei Bewerberinnen aus, die letztlich als Graces an seinem Hof leben dürfen. Nur eine dieser drei Graces wird letztlich den zukünftigen Thronfolger gebären dürfen. In diesem Jahr jedoch wird der älteste Sohn des Königs erstmals seine Wahl treffen dürfen.
Serinas Eltern haben ihre Tochter für die Ehe erzogen und warten nun ungeduldig auf greifbare Ergebnisse. Gemeinsam mit ihrer Schwester wird sie an den königlichen Hof eingeladen. Nomi soll, soweit die Schwester reüssiert, als Dienerin an ihrer Seite bleiben. Doch es kommt alles anders als erwartet und letztlich stehen beide Schwestern vor Herausforderungen, an denen sie zu zerbrechen drohen.



Wichtigste Charaktere:

Nomi ist rebellisch, kämpferisch veranlagt und stark. Sie verachtet die Graces und das wofür sie stehen.

Serina handelt durchdacht. Sie ist hübsch und denkt, dass man sich dem Willen eines Mannes zu fügen hat. Sie beherrscht all die Fähigkeiten, die man am königlichen Hofe besitzen sollte. Zeit ihres Lebens hat sie schon immer das getan, was man von ihr verlangt hat.

Malachi ist der älteste Sohn des Königs. Er darf in diesem Jahr das erste Mal seine Graces wählen. Malachi wirkt verschlossen, unnahbar und herrisch.

Asa ist der jüngste Sohn des Königs. Seine Haare stehen stets wirr ab, als wäre er sich erst kürzlich mit den Fingern hindurchgefahren. Er wirkt lebensfroher und offener als sein älterer Bruder.

Val ist ein Wärter, der für den königlichen Hof arbeitet. Er versucht den Frauen zu helfen, die unter der Regentschaft leiden.



Schreibstil:

Tracy Banghart siedelt ihre Geschichte in einem Land an, in dem patriarchale Geschlechterverhältnisse bestehen. Frauen werden Rechte verweigert. Wenn ihnen nicht das Glück vergönnt ist, vom Thronfolger als seine Grace auserwählt zu werden, so sind ihnen kaum Karrierechancen eröffnet. Sie lernen, dass man einem Mann nicht widersprechen sollte. Auch ist es ihnen nicht gestattet Lesen zu lernen.

Der Leser verfolgt die Geschichte aus den Perspektiven der Schwestern Nomi und Serina, es treffen sich hier zwei Frauen zwischen den Buchdeckeln, die unterschiedlicher nicht sein könnten . Nomi wurde bereits früh in eine Rolle als Dienerin einer Grace eingeführt. Das Mädchen ist im Gegensatz zu ihrer Schwester rebellisch. Auch hat sie einst mit ihrem Bruder das Lesen gelernt. Sie liebt Bücher und die Geschichte darin.
Serina hingegen hat sich Zeit ihres Lebens auf eine Rolle am königlichen Hof vorbereitet. Sie hat das Sticken und Tanzen gelernt. Sie weiß, dass von ihr verlangt wird, dass sie keine Widerworte hat und dass sie dem König bzw. seinen Thronfolger stets zu Diensten sein muss.

Umso erschreckender gestaltet sich der Tag, an dem der Thronfolger seine Wahl trifft. Von diesem Moment an verändert sich für Nomi und Serina das Leben grundlegend. Schon hier setzt eine unterschwellige Spannung ein, die über die Geschichte hinweg fortgeführt wird.

In „Iron Flowers – Die Rebellinnen“ erwartet den Leser neben einem spannenden Plot auch eine Liebesgeschichte. Diese wirkt allerdings manchmal etwas zu konstruiert , zu auf die Spitze getrieben, zu hastig. Auch handelte eine der beiden Schwestern oft auf nicht nachvollziehbare oder im besten Fall unüberlegte Weise.

Zwar war der Plot an einigen Stellen für mich vorhersehbar, doch gestaltete sich gerade das Ende sehr spannend. Ich hatte Angst, dass die Geschichte mit einem Cliffhanger enden würde, der für mich das Warten auf den Folgeband nahezu unmöglich machen würde. Die Autorin formte jedoch ein Ende, das durchaus eine Menge Neugierde auf den Folgeband schürt, jedoch den Leser auch nicht völlig hilflos zurück lässt.



Fazit:

Tracy Banghart erschafft mit dem ersten Band ihrer Iron Flowers-Reihe einen Auftakt, dem es - trotz vorhersehbarem Plot - nicht an Spannung fehlt
Es ist Buch über zwei völlig unterschiedliche Schwestern, die mit völlig unerwarteten Wendungen der Ereignisse konfrontiert sind. 
Es gibt in dieser Geschichte nicht nur eine Liebesgeschichte. Eine davon wirkt allerdings doch ein wenig konstruiert.

Ist man in dem Buch unterwegs begegnen einem ebenso interessante wie merkwürdige Gestalten, die für Turbulenzen sorgen.

Das Ende der Geschichte ist äußerst gelungen. Da sind der Druck und die Erwartungen für den Folgeband entsprechend groß.



Buchzitate:

Plötzlich fühlte sie sich wie ein Akrobat, der auf einem schwankenden Seil balancierte, die Welt gefährlich weit unter sich. Jemand spielte mit ihr, doch es war ein Spiel, dessen Regeln sie nicht kannte.

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amerika, anziehung, arbeit, arbeiten, 2018

Written on my heart

Cole Gibsen , Franka Reinhart
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 12.01.2018
ISBN 9783423717625
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:


Ashlyn besitzt nicht viel. Ein paar Klamotten, wenige Duschartikel und einen alten Jetta. Die junge Frau hat, nachdem ihr Stiefvater ihre Sachen verbrannt und sie auf die Straße gesetzt hat, einige Tage ohne Obdach verbringen müssen. Ihr Auto war ihr ein Dach über dem Kopf. Doch langsam gelingt es ihr, das Leben zu meistern , zumindest einigermaßen.
Ein Job in einem Café reicht leidlich die Miete für eine kleines Zimmer zu finanzieren, das sich Ashlyn mit einer Stripperin teilt. Für Lebensmittel bleibt oft kein Geld mehr übrig.
An ihrer neuen Arbeitsstelle kommt Ashlyn bald ins Gespräch mit ihrer quirrligen Kollegin Emily. Emily ist so ganz anders als Ashlyn. Viel selbstbewusster und spontaner. Als Emily das Tattoo mit dem Namen des Ex-Freundes auf dem Arm ihrer Kollegin entdeckt, ist für sie klar: Das muss weg.
Der einzige Weg aus der Erinnerung. Ein Plan ist schnell gefasst und ins Werk gesetzt.
Emilys Bruder, ein talentierter Tätowierer, wird eine Lösung finden. Gemeinsam statten beide Frauen Lane einen Besuch ab.
Schon bei dieser ersten Begegnung raubt es Ashlyn den Atem. Lane ist gutaussehend , talentiert und  erfolgreich. Er ist herrlich unangepasst und ruppig, hat keinen Platz für Höflichkeiten und Allgemeinplätze. Doch hinter Lanes verschlossener Fassade steckt ein Geheimnis. Die langen Schatten der Vergangenheit drohen schon bald Gegenwart und Zukunft zu verschlingen.



Schreibstil:

Der Klappentext von „Written on my heart“ verspricht eine Geschichte zweier Charaktere, denen das Schicksal nicht immer gut mitgespielt hat. Während Ashlyn in der Vergangenheit gebrochen wurde und oft mit einem angeknacksten Selbstwertgefühl zu kämpfen hat, stellt sich Lane seinen Problemen.

Das Zusammenteffen dieser zwei sehr gegensätzlichen Charaktere sorgt gerade auf den ersten Seiten für einige Konflikte. So tut sich Ashlyn bei der Auswahl eines neuen Tattoos, welches den Namenszug des Exfreundes überdecken soll, sehr schwer. Lanes Reaktion ist ungehalten. Es fallen Sätze wie „Prinzessin, geht’s vielleicht noch nerviger?“ Mit diesen und recht ähnlichen, Worten sorgt Lane beim Leser sehr schnell für Unmut.

Mit Kapiteln, die abwechselnd aus Lanes und Ashlyns Perspektive berichten, bedient sich die Autorin eines sehr guten Stilmittels. Bald schon erfährt der Leser mehr über Lanes Geheimnis und über Ashlyns Vergangenheit. Die Charaktere jedoch, müssen ohne dieses Wissen miteinander klarkommen. Die Geschichte wirkt umso fesselnder und entwickelt einen spannenden Sog, der es fast unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen.

Sowohl Ashlyn als auch Lane haben in ihrer Vergangenheit Narben erlitten. Diese Erlebnisse sitzen tief. Beide Charaktere haben einen Weg gefunden mit den Geistern der Vergangenheit klarzukommen. So zieht Ashlyn sich gerne in sich zurück. Immer wieder ziehen Bilder aus der Vergangenheit an ihren Augen vorbei. Lane hingegen löst seine Konflikte gerne mit verbaler oder sogar körperlicher Gewalt.

Cole Gibsen gelingt es mit Ashlyn und Lane zwei Charaktere zu erschaffen, die eine schlimme Vergangenheit hinter sich haben , die ihre Vergangenheit aber hinter sich lassen wollen. Mit Ausnahme eines Geheimnisses, über das Lane nicht sprechen möchte, gehen beide Charaktere erfrischend ehrlich und offen miteinander um.

Die Entwicklung der beiden Hauptcharaktere und deren Liebesgeschichte hat mir unglaublich gut gefallen. Ich habe an den Seiten des Buches geklebt und konnte mich kaum davon trennen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. 

Doch nicht nur die beiden Protagonisten sind mir im Verlauf des Buches ans Herz gewachsen. Auch die Nebencharaktere habe ich geliebt. Gerade Emily mit ihrer lockeren, quirrligen Art habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Aber auch den Pitbullwelpen Diesel/Hank, der im Verlaufe des Buches eine herzerweichend süße Rolle einnimmt, sah ich vor meinem inneren Auge deutlich vor mir.



Fazit:

Written on my heart ist eine Geschichte, die mich in ihren Bann gezogen hat. Die beiden Hauptcharaktere hatten und haben es in ihrem Leben nie leicht gehabt. Lane und Ashlyn haben, ohne Zweifel ihre Ecken und Kanten, doch gerade diese Fehler und die Art, wie beide damit umgehen, sorgen für Konflikte und somit Spannung in der Geschichte.

Cole Gibsen schafft in diesem Buch Charaktere, die man einfach ins Herz schließen muss. Hier ist ein wahres Kopfkino vorprogrammiert. Ich konnte diese Geschichte kaum aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, ob Lane und Ashlyn eine Zukunft haben. Ich wollte mehr Zeit mit diesen wundervollen Nebencharakteren verbringen. Mit Ashlyn und Lane habe ich gekämpft, ich habe geliebt und gehofft. 

Man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen . Kurzum: Das Buch ist ein Muss für jeden, der eine Geschichte sucht, die bewegt und fesselt. Ich warne jedoch davor Written on my heart als Maßstab zu nehmen, um das folgende Werk daran zu messen. Ansonsten droht ein Leseloch!



Buchzitate:

Ich weiß nicht so recht, was ich darauf antworten soll. Andere Leute zu trösten war noch nie meine Stärke. In meiner Familie wurden Worte immer nur dazu verwendet, um zu verletzen, nie um zu heilen.

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Tags: 2018   (1)
 

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jugendbuch, 2018, fehlt in bücherliste, leben, selbstverletzung

Mädchen in Scherben

Kathleen Glasgow
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 21.03.2018
ISBN 9783733504151
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:

Charlie ist noch längst nicht geheilt, als sie das Creeley Center, eine Einrichtung für traumatisierte Jugendliche, verlassen muss. Voller Angst schaut sie einer unsicheren Zukunft entgegen. Zurück zu der Mutter, die nach dem Verlust des Vaters in eine schwere Depression verfallen ist und nicht selten die Hand gegen die eigene Tochter erhoben hat, kann sie nicht. Auch möchte sie nicht zurück auf die Straße oder gar erneut dem Mann begegnen, der sie zur Prostitution gezwungen hat.
Dankbar nimmt sie ein Angebot eines guten Freundes namens Mickey an, zeitweilig in dessen Wohnung zu ziehen. Diese ist weit genug von dem Ort entfernt, an dem Charlie so viel Schreckliches widerfahren ist.

Bald schon muss Charlie erneut kämpfen. Empathie und Mitleid scheinen außerhalb des Creeley Center verschwunden, jeder kümmert sich nur noch um sein eigenes Vorwärtskommen.
Mickey ist auf Tournee, die Vermieterin setzt Charlie ein Ultimatum: Zwei Wochen hat Charlie Zeit, um einen Job zu finden und sich eine eigene Wohnung zu suchen. Das Mädchen balanciert auf einem schmalen Grad, denn in ihrem Koffer befindet sich ihr Notfallset: Alles, was es braucht, um wieder rückfällig zu werden. Ein paar Scherben, um sich zu ritzen. Und dann trifft sie auf Johnny. Einen jungen Mann, der so unbeschwert mit jeder flirtet. Es ist ein wenig die Einsamkeit, zudem die Art, wie Johnny sie ansieht und wie er für sie eintritt, die Charlie dazu veranlasst, alle Warnungen zu ignorieren.



Schreibstil:

Mädchen in Scherben begann für mich mit einem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil. Der aufmerksame Leser muss sich auf die permanent düstere , bedrohliche Stimmung und die wenigen Gespräche zwischen den Figuren einlassen.
Über die Seiten hinweg erfährt der Leser mehr über die Protagonistin, die von der Straße kommt und im Gegensatz zu den anderen Patienten des Creeley Center, fast schon dankbar dafür ist, nun ein Dach über dem Kopf zu haben und nicht darüber nachdenken zu müssen, dass sie vielleicht Tage lang Hunger leiden oder sich gar ihr Essen aus Mülltonnen zusammensuchen muss.
Als Charlie erfährt, dass die Zahlungen für ihren Unterhalt in der psychiatrischen Einrichtung eingestellt wurden und dass sie nunmehr zu ihrer Mutter zurückkehren soll, gerät sie in Panik. Ihre Mutter wird sie nicht bei sich aufnehmen. Erneut wird sie ums Überleben kämpfen müssen.

Nach und nach gewann ich Zugang zu der Geschichte und zu Charlie. Mit dem Verlassen der Einrichtung beginnt ein neuer Kampf für das Mädchen. Denn der einzige Freund, den sie hier draußen hat, befindet sich auf einer Tournee und wirkt unerreichbar. An die beste Freundin bleiben lediglich noch ein paar Erinnerungen. Charlie, die in der Klinik „die stumme Sue“ genannt wurde, weil sie nicht in der Lage war, über ihre Erlebnisse und Gefühle zu sprechen und die weiterhin von ihren Traumata verfolgt wird, muss lernen, sich auf andere Menschen einzulassen. Sie muss lernen wieder zu sprechen. Auch möchte sie auf keinen Fall wieder rückfällig werden und zum Alkohol oder gar zu den Glasscherben greifen.

Als Charlie vor einem Café auf den smarten Johnny trifft, der mit seinem Lächeln und seinen Worten jeden sofort in den Bann zieht, ist es um Charlie geschehen. Johnny ist es, der zwar scharf die Luft einzieht, als er ihre Narben erblickt, der aber dennoch hinter ihr steht und ihr Schutzschild wird. Doch auch Johnny trägt eine düstere Vergangenheit mit sich. Die ersten Warnungen erreichen Charlie. Und so sehr Charlie auch weiß, dass sie auf die Worte der anderen und auf ihr Intuition hören sollte, so sehr sehnt sie sich jedoch auch nach jemanden an ihrer Seite.

Johnny sagt an einer Stelle zu Charlie: „Was ich an dir so gerne mag ist, dass du nur das forderst, was du wirklich brauchst“. Meines Erachtens trifft diese Aussage ins Schwarze. Charlie ist ein Charakter, der von seinem Umfeld nicht viel verlangt. Alles was sie möchte, ist ein Dach über dem Kopf, etwas zu Essen auf dem Tisch und vielleicht noch eine Person, die in der Lage ist, ihr Liebe zu schenken.

Für mich wirkte Charlies Geschichte einerseits sehr authentisch, andererseits horizonterweiternd - als Irrfahrt oder qualvoller Kampf ums Überleben.
Ich habe für dieses Mädchen gehofft und ich habe mich mit ihr über die kleinen Dinge des Lebens gefreut, die für die meisten von uns vermutlich selbstverständlich sind, die für Charlie jedoch alles bedeutet haben. Ich habe gehofft, dass sie irgendwann die Möglichkeit findet glücklich zu werden.



Fazit:

Mädchen in Scherben ist ein Roman der düsteren Sorte. Virtuos setzt Kathleen Glasgow authentische Vorgänge in äußerst intensive Szenen um. Bewegend , erschütternd, aber nie selbstbemitleidend kommt die Protagonistin Charlie daher. Mit dieser kämpft man als Leser einen Kampf ums Überleben, für eine bessere Zukunft und für ein wenig Liebe und Zuneigung.

Immer wieder fällt Charlie in ein düsteres Loch, nicht nur einmal droht sie am Leben zu zerbrechen. Ein kleiner Lichtblick hier und da ist es, der die Protagonstin und auch den Leser Hoffnung schöpfen lässt.

Die Frage bleibt, ob das Leben für Kinder wie Charlie ein Happy End parat hält.

Ich möchte diesen Roman an Leser empfehlen, die bereit sind, in die tendenziell misanthropische Geschichte eines Mädchens einzutauchen, in ein Dokument des Aufbruchs, oft aber auch in eine tour de force menschlicher Grausamkeiten.



Buchzitate:

Er zwinkert mir zu. „So werden Herzen gebrochen, weißt du – weil jemand falschen Versprechungen glaubt.“

Linus geht nach vorne, und nach wenigen Minuten höre ich das Schnarren von Kaffeebohnen, die gemahlen werden, dann beginnt die Luft üppig, beinahe süßlich zu duften, als frischer Kaffee aufgebrüht wird.

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2018

Brush Lettering. Gestalten mit Brushpen und Watercolor by May and Berry

Sue Hiepler , Yasmin Reddig
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Frech, 12.03.2018
ISBN 9783772483363
Genre: Sachbücher

Rezension:


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2018

Brushlettering & Watercolor

Katja Haas
Flexibler Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Lingen Verlag, 15.02.2018
ISBN 9783943390766
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt:
Katja Haas erklärt in ihrem Buch Brush Lettering und Watercolor nicht nur, wie man wundervolle Watercolorhintergründe ganz leicht zu Papier bringt, sie widmet sich auch den Basics des Handletterings in einem kurzen Überblick: Welches Papier, welche Farben, welche Pinsel und welche Stifte eignen sich für Watercolorbilder, was braucht man, um zusätzliche Effekte aufs Papier zu zaubern? Auch die Grundformen der Buchstaben sowie einzelne Alphabete werden in diesem Buch vermittelt. Wunderschöne Bilder zeigen Beispiele und erläutern, wie man zum Beispiel ganz leicht einen Blumenkranz oder einen Schriftzug, der durch kleine Akzente und, ja, vielleicht auch wenig Glimmer hervorsticht, kreieren kann.


Eigene Meinung:
Mein erstes Handletteringbuch war „Handlettering: Schöne Schriften - Schritt für Schritt“. Schon damals überzeugte mich die Autorin mit ihren motivierenden Worten und den wunderschönen Praxisbeispielen. Als ich hörte, dass nun ein neues Werk von Katja Haas auf dem Markt erscheinen würde, wollte ich es unbedingt lesen. Brush Lettering und Watercolor zog bei mir ein. Ein erster Blick hinter den Buchdeckel überzeugte mich bereits völlig. Wundervolle Fotos einzelner Werke der Autorin, farbenfrohe Hintergründe und übersichtliche Anleitungen, die auch grafisch sehr ansprechend in Szene gesetzt wurden, stachen sofort ins Auge.

Erst war ich mir unsicher, ob 80 Buchseiten genügend Inhalt präsentieren könnten, zumal auch noch Alphabete und Materialempfehlungen Platz in dem Buch einnehmen. Die Skepsis war im Nachhinein völlig unbegründet. Katja Haas vermittelt in diesem Buch wirklich alles, was es benötigt, um mit Brush Lettering und Watercolor starten zu können. Anfänger werden an die Hand genommen und mit den wichtigsten Basics in die Thematik eingeführt. Fortgeschrittene Handletterer fühlen sich durch das Thema Watercolor, Praxisbeispiele und Texteffekte, ebenfalls nicht gelangweilt.
Ich habe bereits einige Handletteringbücher gelesen und war somit beim Griff zum Buch schon mit den Grundlagen vertraut. Dennoch konnte ich durch Katja Haas erneut einiges dazulernen. Gerade was Schnörkel angeht, habe ich mich bislang sehr schwer getan. Die Autorin zeigt hier einige Beispiele, die mit Sicherheit gelingen. Ich war begeistert, wie die Autorin mit einfachen Effekten ihren Werken das gewisse Etwas verleiht. Mir schien es, als hätte Katja Haas eine Vorliebe für Glimmer und Pastelltöne. Damit traf sie genau meinen Geschmack.

Unbedingt anführen möchte ich in meiner Rezension auch, wie motivierend dieses Buch auf den Leser wirkt. Bereits im Vorwort erwähnt die Autorin, dass es beim Handlettering darum geht, Spaß zu haben. Handlettering muss nicht perfekt sein, Handlettering fordert den Zeichner auf, zu experimentieren und kreativ zu sein. Dass die Autorin Freude an dem hat, was sie tut, merkt man dem Buch auf jeder Seite an und diese Freude springt durch Aufmachung, schöne Bilder, einfache Erklärungen und Katja Haas Worte auf den Leser über.


Fazit:
Brush Lettering und Watercolor kann ich einfach nur weiterempfehlen. Anfänger, die sich bislang noch nicht mit dem Thema Handlettering auseinandergesetzt haben, aber auch erfahrenere Letterer kommen hier auf ihre Kosten. Hier stimmt einfach alles: Die Empathie der Autorin, farbenfrohe Bilder im Innenteil, gezielte Materialempfehlungen und einfache Anleitungen, die zu einem großen Wow-Effekt führen, motivieren zum sofortigen Loslettern.
Der Leser bekommt in Brush Lettering und Watercolor sowohl die Basics, Handlettering, aber auch Watercolorzeichnungen, betreffend, vermittelt. Aber das Wichtigste: Katja Haas vermittelt den Eindruck, dass alles gar nicht so schwer ist und mit den richtigen Tricks und Tipps ganz leicht ein wunderschöner Blumenkranz, ein Watercolorhintergrund, der ins Auge sticht oder ein Schriftzug, der den Betrachter mit Sicherheit einen staunenden Ausruf entlocken wird, auf dem Papier entstehen kann.
Dieses Handletteringbuch ist für mich vom Inhalt, vom Lerneffekt und vom Preis her eine Empfehlung, die schwer zu toppen sein wird. Ich würde es jedem, der Handlettering für sich entdecken möchte oder bereits Versuche gestartet hat, wärmstens ans Herz legen wollen.

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mona kasten, save me, liebe, new-adult, maxton hall

Save Me

Mona Kasten
Flexibler Einband: 446 Seiten
Erschienen bei LYX, 23.02.2018
ISBN 9783736305564
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt:
Rubys einziges Ziel ist es, für ihre Mitschüler in der Schule möglichst unsichtbar zu sein. Diese ist der Schauplatz von Kämpfen um Macht, Anerkennung und Prestige. Die Schülerschaft der Maxton Hall ist eine Ranking-Gesellschaft, in der der Kampf um Anerkennung nur mit erheblichen finanziellen Ressourcen zu führen ist, an denen es Ruby fehlt. Jeden Tag plant Ruby wird mithilfe ihres Bulletjournals. Sie ist bereit viel zu lernen, um schließlich ihren größten Wunsch zu erfüllen: Einen Abschluss in Oxfort. Auf der Suche nach Mr. Sutton, der ihr ein Empfehlungsschreiben für Oxfort vorbereiten wollte, platzt Ruby in ein Techtelmechtel zwischen eben diesem Lehrer und einer Schülerin, die ihr bekannt vorkommt. Es handelt sich um Lydia Beaufort, der Tochter des Mannes, der ein milliardenschweres Modeunternehmen führt und somit an der Maxton Hall wohlgelitten ist. Es dauert nicht lange, bis sie auf dem Flur von James angesprochen wird. James ist das genaue Gegenteil von Ruby. Als Lydias Zwillingsbruder besitzt er viel Geld, eine Menge Ansehen und nimmt sich, was er haben möchte. Er fällt gerne auf und dennoch gibt es etwas, was er nicht möchte und das ist den Ruf seiner Familie gefährden. Seine Drohung gegenüber Ruby ist klar und deutlich: Wenn sie Lydias Geheimnis verrät, dann wird er ihr das Leben zur Hölle machen.
Bald schon fragt sich Ruby, wie dieser kleine Moment dazu führen konnte, dass sich ihr Leben von einem Tag auf den anderen so verändert hat, denn fortan ist sie für einige Schüler nicht mehr unsichtbar. James behält sie im Blick und sucht somit auch ihre Nähe. Wird man mit diesem Jungen gesehen, dann fällt man zwangsläufig auf. Und das ist genau das, was Ruby doch immer vermeiden wollte.


Schreibstil:
Mona Kastens Bücher haben immer eines gemeinsam: Charaktere, die dem Leser mit ihren Ecken und Kanten und kleinen Schrulligkeiten einfach ans Herz wachsen müssen. So verhält es sich auch in diesem Band mit Ruby, ihrer Familie, James und seinen Freunden.
Ruby ist ein sehr strebsames Mädchen. Ihr Bulletjournal befindet sich stets in Griffnähe. Hiermit plant sie ihren Alltag. Sie lebt für das Ziel auf eine renommierte Schule in Oxfort zu wechseln. Dafür würde sie alles tun. In der Familie findet Ruby den Halt und die Ruhe, die ihr die Schule einfach nicht bieten kann. Ihre Schwester Ember, die einst aufgrund ihrer Körperfülle gemobbt wurde, ist mittlerweile zu einem gesunden Selbstbewusstsein gelangt. Ihr Blog für Plus Size Fashion-Mode wächst und gedeiht. Hier hat sie sich eine Community aufgebaut, auf die sie stolz ist und die ihr mit liebevollen Kommentaren hilft, den Alltag zu bestehen. Rubys Eltern unterstützen ihre Kinder. Alle haben füreinander stets ein offenes Ohr.
James hingegen ist ein Junge, der gegen den Druck und die Erwartung der Familie, einmal die Firma des Vaters zu übernehmen, kämpft. Geld und Ansehen muss er sich allerdings nicht erst erkämpfen. Sein ganzes Engagement steckt James in das Lacrosseteam seiner Schule, welches er einst aufgebaut hat und welches mittlerweile ebenfalls einen sehr guten Ruf genießt. In seiner Freizeit besucht er mit seinen engsten Freunden gerne exzessive Partys.
Als Ruby und James das erste Mal aufeinandertreffen, scheint es, als wenn zwei Welten aufeinanderprallen. Ruby versteht erst gar nicht, was James von ihr möchte, als er ihr Stillschweigen erst erkaufen und dann erzwingen möchte. Denn eigentlich möchte sie ja nur ihre Ruhe und möglichst anonym bleiben. James hingegen kann Rubys Verhalten so gar nicht deuten und bleibt ihr gegenüber skeptisch.
Mona Kasten lässt ihrer Geschichte und auch ihren Charakteren Zeit sich zu entwickeln. Spannung erzeugt sie durch die Beleuchtung von Klassenunterschieden. Gerade James schafft es mit seinen Bad-Boy-Attitüden der Protagonistin das Leben einerseits schwer zu machen, aber auch zugleich ihr Interesse zu wecken.
Besonders gut hat mir gefallen, dass Ruby trotz ihrer Absicht nicht auffallen zu wollen, ein sehr starker und kämpferischer Charakter ist. In schwierigen Situationen schafft sie es, sich nicht unterkriegen zu lassen. 
Schockiert zurückgelassen hat mich das Ende dieses Buches, welches mit einem fiesen Cliffhanger dafür sorgt, dass man unbedingt zum nächsten Band greifen und weiterlesen möchte. Immerhin lässt dieser nicht mehr allzu lange auf sich warten.


Fazit:
Save Me ist ein Auftakt, der eine fesselnde und zugleich prickelnde Lovestory verspricht. Mit Ruby und James erschafft die Autorin, zwei Charaktere, die auf den ersten Blick völlig unterschiedlich wirken. Ruby ist strebsam, ihr Handeln wird von Gerechtigkeitssinn und der Fürsorge für andere bestimmt. James hingegen liebt das Leben und ist bekennender Hedonist. Die Entwicklung gewisser Konfliktlinien parallel zu den konträren Wertvorstellungen der Protagonisten ist vorprogrammiert.
Ich empfehle dieses Buch an Leser/innen, die eine Liebesgeschichte mit Bad-Boy-Charakter suchen und Figuren lieben, die schnell zu guten Freunden werden und denen es gelingt, den Leser wie von selbst aus seinem Alltag zu entführen.


Buchzitate:
Die Art, wie sie ihre Ordner fest im Arm hielt, ihre zielstrebigen Schritte, das vorgereckte Kinn. Sie sah aus, als würde sie in einen Kampf ziehen.
Er scheint jeden Ort, an den er geht, zu seinem Reich zu machen. Die Schule, das Lacrosse-Feld, dieses Geschäft. Ob das auch passiert, wenn er eine Eisdiele betritt? Vielleicht würde ich das bei Gelegenheit austesten müssen.

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kerry drewery, widerstand, dystopie, jugendbuch, band 2

Marthas Mission

Kerry Drewery
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ONE, 23.02.2018
ISBN 9783846600627
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Martha ist im letzten Moment ihrer Hinrichtung entronnen. Zuvor hatte ihr Freund Isaac die Schuld am Mord an seinem Vater auf sich genommen.  Seit dem Tag der Befreiung ist eine Woche vergangen. Isaac ist in Zelle 1 eingewiesen worden, während einer von Marthas Freunden, Gus, auf eine Gefängnisstrafe wartet. Es vergeht keine Stunde, in der Martha nicht gemeinsam mit ihren verbliebenen Freunden Eve, deren Sohn Max und dem pensionierten Richter Cicero darüber nachsinnt, wie sie Isaac aus der Inhaftierung befreien soll. Zugleich spitzt sich die Situation aber auch um Martha und ihre Freunde immer mehr zu. Denn die Beweise, die einst so klar auf der Hand lagen, die den Tathergang rund um den Tod von Isaacs Vater klar offenlegten und die bewiesen, dass das derzeitig politische System aus Korruption, Machtgier und Manipulation bestand, wurden beiseite geschafft. Stattdessen wurde die Jagd eröffnet, auf die, die Widerstand leisten: Auf Martha und ihre Freunde.


Wichtigste Charaktere:
Isaac ist Marthas Freund. Er hat im ersten Band die Schuld am Tode seines Vaters auf sich genommen. War es auch nur eine Verzweiflungstat, so muss er dennoch seine Strafe absitzen. Das Volk soll nun über seine Hinrichtung entscheiden.
Cicero ist ein pensionierter Richter. Im ersten Teil hat er sich auf Marthas und Isaacs Seite gestellt und den beiden Jugendlichen beim Kampf um die Wahrheit geholfen.
Patty ist Isaacs Stiefmutter.
Mrs. B. ist eine Freundin der Familie. Sie steht auf Marthas Seite.
Kristina hat in Band 1 gemeinsam mit Joshua die Fernsehshow „Death is Justice“ moderiert. Mittlerweile wurde sie auf eine Stelle als Moderatorin von „Buzz for Justice“ versetzt. Kristina neigt zur Gehässigkeit und ist begeisterte Befürworterin der Todesstrafe.
Joshua ist ein Publikumsliebling. Mit seinem Charme gewinnt er die Herzen der weiblichen Zuschauer.
Jackson Paige ist Isaacs Vater. Er hat Marthas Mutter umgebracht und wollte auch Martha ermorden. Das Volk sah ihn aufgrund seiner Taten als Wohltäter und glaubte an seine Unschuld.


Schreibstil:
Marthas Widerstand ist, ähnlich wie sein Vorgänger aufgebaut. Der Leser verfolgt die Geschichte erneut aus den Perspektiven der verschiedenen Charaktere. In den einzelnen Kapiteln begleitet er Martha und auch ihre Freunde auf der Flucht und zugleich beim Kampf gegen die Regierung, zudem erhält er einen Blick auf das Geschehen aus der Sicht des Premierministers und dessen Gefolgsleuten. Natürlich gibt es auch wieder Kapitel in denen der Leser einen Blick in die Fernsehserien „Buzz for Justice“ und „Death is Justice“ werfen darf.
Kerry Drewerys Schreibstil ist, wie aus dem Vorgänger gewohnt, sehr fesselnd. Im Fokus ihrer Geschichte stehen erneut die Themen Manipulation, Korruption und die Kluft zwischen Arm und Reich. Wie Leser des Vorbandes sich bestimmt noch erinnern können, gibt es auch in diesem Band wieder einzelne Kapitel, die einen schonungslosen Blick in die Fernsehshow „Buzz for Justice“ und Death is Justice“ werfen. Die Moderatoren sind umgesetzt worden. Kristina, die stets auf einen Skandal aus ist und das Volk dazu ermutigt, den Inhaftierten zur Todesstrafe zu verurteilen, ja, manchmal schon fast gehässig wirkt, hat mittlerweile zu „Buzz for Justice“ gewechselt. Der Show, bei der sich drei Bürger des Volkes einen Juryplatz für läppische 499 Pound erkaufen können und mit Mehrheitsentscheid darüber abstimmen, ob der Gefangene ins Gefängnis wandert oder seine Freiheit erhält. Joshua hingegen moderiert nunmehr alleine die Sendung „Death is Justice“, in der das Urteil über „Leben oder Tod“ durch das Volk per SMS, Onlinevoting oder Anruf gefällt wird.
Die Darstellung der Fernsehshow wird erneut plastisch visualisiert. Der Leser bekommt einen Blick auf das, was er auf dem Bildschirm erkennen würde: Das Logo der Serie, den Auftritt des Moderators und alsdann - in Dialogform - die Gespräche zwischen Showmaster und Publikum/Gästen. Auch merkt man anhand dieser Kapitel sehr schnell, wie reißerisch die Show aufgebaut ist. Zeitschriften informieren über die neuesten Ereignisse, Abstimmung per SMS über die Strafe kann man mit einfachen Worten wie STERBEN oder LEBEN an eine Rufnummer abgeben. Die Moderatoren der Sendung motivieren zu einem „gerechten“ Urteil, welches – ganz klar – nur einen Schuldspruch bedeuten kann.

Erneut zeigt Kerry Drewery in ihrer Romanfortsetzung auf, wie einfach es ist, sich dem System anzupassen und welche Risiken es birgt, es zu hinterfragen. Die Protagonistin Martha ist eine systemkritische Gallionsfigur. Doch die Regierung nutzt die Möglichkeit von Manipulation und Propaganda, um ihre Ziele zu verfolgen und das Volk ruhigzustellen. Bald schon gerät die Protagonistin in Bedrängnis, selbst ihre Freunde können sie nicht mehr schützen. Sie flieht und sucht nach einer Lösung aus dieser ausweglosen Situation. Währenddessen bleibt die Zeit nicht stehen. Isaac durchläuft die Todeszellen und gerät ebenfalls an seine Grenzen, denn die Folterungen erfolgen subtil. Die Kameras, die scheinbar überall sind, zeigen nur das, was das Volk sehen soll.


Fazit:
Marthas Mission ist von der ersten Seite an fesselnd geschrieben. In dieser Reihenfortsetzung begleitet man Martha auf ihrem Kampf gegen das System und auf ihrem Wettlauf gegen die Zeit. Denn ihr Freund Isaac muss sich in den Todeszellen der Folter stellen und das Volk ist gewillt, ihn zum Tode zu verurteilen. Zugleich sind Marthas engste Freunde, aber auch sie selbst in Gefahr, denn die Regierung verfolgt Personen, die sich gegen das Regime stellen.
Dieses Buch zeigt eine Dystopie schlechthin; ein Land in den Fängen von Macht und Korruption, krass gespalten in Arm und Reich. Sein Reiz speist sich aus der Buntheit und der gekonnten Wahl von Perspektiven. Durch die plastische Darstellung der unterschiedlichen Figuren wirkt das Buch lebendiger als manch Film.
Dieses Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Es regt zum Nachdenken an und widmet sich einem wichtigen Thema. Diese Buchreihe gehört auf den Lesestapel.


Buchzitat:
Aber wie schon gesagt, die Leute, die im Todestrakt das Sagen haben, sind schlau und gerissen: Was die Leute zu Hause zu sehen bekommen, ist nicht das, was hier wirklich passiert.

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neighbor dearest, trennung, geheimnis, liebe, bad boy

Neighbor Dearest

Penelope Ward , Julia Brennberg
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.02.2018
ISBN 9783442486977
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt:
Auf den ersten Blick ist Chelseas Nachbar Damien der typische Bad Boy. Auf den Armen trägt er Tattoos, öfters hört man ihn, wie er die anderen Mitbewohner des Hauses anschreit. In seiner Freizeit hinterlässt er Graffiti-Bilder an der Betonmauer, die das Grundstück umgibt. Und dann gibt es da noch diese zwei Rotweiler, die ständig und gerne - auch zur Unzeit - ihr Bellen ertönen lassen. Irgendwann fasst Chelsea sich ein Herz und spricht ihren Nachbarn auf die Hunde an. Dieser erste Kontakt wird nicht der letzte sein. Immer wieder führt das Schicksal sie zusammen und immer mehr vergisst Chelsea in der Gegenwart von Damien ihre Probleme mit ihrem Exfreund. Doch Damien macht deutlich klar, dass es mehr als eine Freundschaft zwischen den beiden Nachbarn nie geben kann und wird.


Schreibstil:
Mit einem locker-leichten Schreibstil erzählt die Autorin eine Geschichte rund um die beiden Nachbarn Chelsea und Damien. Chelsea ist eine Frau, die die Liebe fürs Leben sucht. Nach einer gescheiterten Beziehung mit ihrer großen Liebe Elec, bricht für sie eine Welt zusammen. Damien hingegen bekommt gelegentlich Besuch von seiner Ex-Freundin, mit der er sich das „Sorgerecht“ für die beiden Rotweiler Dudley und Drewfus teilt. Er ist an keiner festen Beziehung interessiert.
Erst sind es die Hunde, die mit ihrem ständigen Gebell Chelsea um ihren Schlaf bringen. Bald schon ist es Damien, der ihr den letzten Nerv raubt. Denn Damien ist niemand, der mit seiner Meinung hinterm Berg hält. Er sagt, was er denkt. Als Chelsea zum Beispiel eines Tages ihr Leid ihrer Psychologin am Telefon klagt, ertönt ein Lachen von der anderen Seite der Wand. Damien hat jedes Wort mitgehört. Fortan lässt er es sich nicht nehmen bei jeder sich bietenden Gelegenheit eine Anspielung auf das Telefonat fallen zu lassen. Diese und ähnliche Situationen ereignen sich des öfteren. Bald schon entspinnt sich eine Freundschaft zwischen den beiden, in der hier entstellten Redensart, "Was sich liebt, das neckt sich." Damien macht Chelsea nämlich sehr bald klar, dass er keine Beziehung mit ihr führen wird.
Mit Chelsea, Damien und den Hunden hatte ich, gerade zur ersten Hälfte des Buches, einige sehr amüsante und schöne Momente und eine Menge Spaß. Die Frage, warum Damien keine Beziehung mit Chelsea eingehen möchte, stand unausgesprochen zwischen den Buchseiten und verlieh der Geschichte eine gewisse Spannung.
Ab der Hälfte des Buches nimmt die Geschichte eine etwas ernstere Wendung. Jedoch tut dies der Spannung und dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Chelsea muss für sich eine Entscheidung treffen. Damiens Geheimnis wird gelüftet. Der zweite Part beleuchtet die Hintergründe und Auswirkungen der Wendung auf die Protagonisten.
Auch der Erotik kommt in dem Buch eine zentrale Bedeutung zu.


Fazit:
Penelope Ward zeigt mit Damien und Chelsea zwei Nachbarn, die sich gegenseitig den letzten Nerv rauben. Gerade die erste Hälfte des Buches sorgt für eine Menge humorvoller Szenen. Ab der Hälfte des Buches gibt es eine Wendung, die für spannende Lesemomente sorgt. Auch an erotischen Szenen mangelt es der Geschichte nicht.   Ich hatte eine Menge Spaß mit den beiden Nachbarn und den Rottweilern Dudley und Drewfus. Neighbor Dearest würde ich an Leser/innen empfehlen, die eine locker-leichte erotische Lektüre suchen, die sowohl amüsiert als auch fesselt.

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Tags: 2018   (1)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

2018

Kalligrafie in 15 Minuten

William Paterson
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Edition Michael Fischer, 20.02.2018
ISBN 9783863558802
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt:

Kalligrafie in 15 Minuten gliedert sich in drei Abschnitte auf: Handlettering-Schriften, Kalligrafie-Übungen und Schmuckelemente.
Der erste Abschnitt „Kalligrafie-Übungen“ zeigt verschiedene Schriftarten wie z.B. Monoline, Copperplate, gotische Kalligrafie, Reißfeder Kalligrafie, moderne Pinselschrift, Aquarell-Kalligrafie, Casual Brush Script, Crayola-Kalligrafie, Business Script, Neuland oder Roman. Jede Schriftart kann anhand von Übungsaufgaben in Form von Text und Bild erlernt werden.
Der zweite Abschnitt „Handlettering-Schriften“ stellt die Schriftarten dieses Bereiches vor. Hier findet man unter anderem die Serifen-Handschrift, Sans-Serif-Schrift, eine minimale Serifenschrift (bei der einzelne Elemente des Buchstabens ausgelassen werden; das Auge ergänzt automatisch die Fehlstellen zu einem vollständigen Buchstaben), Block-Serifenschrift, Kontur-Kursivschrift, Blockschrift, bauchige Schreibschrift oder Signaturschrift. Auch zeigt der Autor, wie das Lettering im Kreis mithilfe von Hilfslinien gelingen kann.
Der dritte Abschnitt widmet sich den Schmuckelementen. Wie gestaltet man ein Layout, was ist Inline-Lettering, welche Hilfslinien können dem Handlettering ein wenig Schwung mit auf den Weg geben, dezente Schmuckelemente verwenden und Hohlräume füllen – wie funktioniert das, wie verbinde ich zwei Schrifarten geschickt miteinander und was ist Dripping? Solche Fragen werden hier geklärt. Aber auch Schattensetzung, dem Lettering durch Schattierungen Tiefe verleihen, Schnörkel, einfache Banner, das Einfärben mit Aquarellfarben und eine Tupftechnik werden genauer vorgestellt.
Es folgt ein Glossar sowie eine empfehlenswerte Vorstellung von Schreibmaterialien.


Eigene Meinung:

William Paterson zeigt in seinem Buch anhand von Beispielen wie man durch viel Übung zu einem sehr ansehnlichen Resultat gelangen kann. Kalligrafie in 15 Minuten gliedert sich in drei Abschnitte auf:

Abschnitt 1: Kalligrafie-Übungen:
Der Leser bekommt hier eine Vielzahl von Kalligrafieschriftarten vermittelt. Er lernt die einzelnen Elemente kennen, die sich in den einzelnen Buchstaben stets wiederholen.

Abschnitt 2: 15 Handlettering-Schriften
Dieser Abschnitt zeigt eine große Auswahl an Handletteringschriftarten. Diese Schriftarten werden eher gezeichnet. Oft entsteht erst ein Grundgerüst, das im weiteren Verlauf ausgearbeitet wird.

Abschnitt 3: 15 Schmuckelemente
Hier werden keine Schmuckelemente im klassischen Sinne vorgestellt. Vielmehr werden Tricks und Tipps gezeigt, wie man sein Handlettering in Szene setzen kann.

William Paterson erklärt alle Schriftarten sowie die Schmuckelemente mit Hilfe von Übungsaufgaben, anhand derer der Leser das Zeichnen der Buchstaben erlernen und auch perfektionieren kann. Jeder Aufgabe folgen stets zwei Leerseiten auf denen bereits Punkte eingefügt wurden, die zu Hilfslinien verbunden und auf denen geübt werden kann.

Optisch baut William Paterson sein Werk so auf, dass auf der linken Buchseite in einer kurzen Einleitung die Schrift vorgestellt wird. Hier findet man auch oft eine passende Stift-/Federempfehlung zur Schriftart. Darunter folgt eine Anleitung in kurzen Stichworten sowie ein Bild von einem fertigen Lettering. Auf der rechten Seite werden die einzelnen Schritte mittels Bildern erläutert.

Die schriftlichen Erläuterungen sind in sehr kleiner Schrift verfasst worden, was vermutlich dem kleinen Buchformat geschuldet ist, das Lesen aber auf Dauer etwas anstrengend macht.
Die Übungen erfolgen anhand eines Beispielwortes. Ein vollständiges Alphabet zu den einzelnen Schriftarten wird nicht abgebildet. Dieses Alphabet muss sich der Leser ggf. selbst durch die Übungsbeispiele erschließen.

Jeder einzelne der drei Abschnitte (Handlettering, Kalligrafie und Schmuckelemente) schließt nach den jeweiligen Übungsaufgaben mit zwei Galerieseiten ab. Hier findet der Leser fertige Handletterings, die beim Lernen motivieren. Schließlich möchte man ja selbst irgendwann so ein perfektes Bild aufs Papier zaubern können.

Auch sehr schön: Durch einen unterschiedlich gefärbten Buchschnitt besteht die Möglichkeit schnell von einem Lehrbereich zum anderen zu wechseln. So kann man auch schnell mal kurz etwas nachschlagen und muss nicht lange durch die Seiten blättern.



Fazit:

Kalligrafie in 15 Minuten stellt in drei Abschnitten die Themen Kalligrafie, Handlettering und Schmuckelemente vor. Anhand von Aufgaben - und mit viel Übung - können die einzelnen Alphabete bis zur Perfektion erlernt werden. Eine Vielzahl von Schriftarten lässt nur wenige Wünsche offen. Aufgaben werden oft an einem Beispielwort erläutert.

Überraschend gestaltet ist der Abschnitt Schmuckelemente. Hier bekommt man keine kleinen Zeichnungen präsentiert, sondern lernt anhand von Tipps und Tricks dem Lettering durch Hilfslinien, Schattensetzung u.ä. mehr Ausdruck zu verleihen.

Unvorteilhaft empfand ich die Schriftgröße im Buch. Die sehr kleine Schrift ist anstrengend für die Augen.

Die Aufgliederung des Buches ist sehr übersichtlich. Auch ein gefärbter Buchschnitt, eine kurze und knackige Erläuterung, Beispielbilder und ein motivierender Ausblick auf fertige Letterings sind positiv zu erwähnen.

Dieses Buch fordert eine Menge Übung ein. Dazu muss man Zeit mitbringen - mit 15 Minuten ist es hier einfach nicht getan. Hochwertige Stifte werden empfohlen. „Kalligrafie in 15 Minuten“ ist kein Werk, das mit spielerischen Ideen zum Lettern daher kommt.
Dem Autor scheint es eher angelegen, die Fähigkeiten des Lesers zur Perfektion fortzuentwickeln.
Daher würde ich dieses Werk eher nicht an Anfänger, sondern vielmehr fortgeschrittenen Handletterern empfehlen, die ihre Kunst weiter verfeinern wollen.

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Tags: 2018   (1)
 

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136 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 113 Rezensionen

liebe, erotik, sexy, bartender, the bartender

The Bartender

Piper Rayne , Dorothee Witzemann
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Forever , 09.03.2018
ISBN 9783958189546
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Whitneys Leben ist an einem Tiefpunkt angelangt. Die Vergangenheit lässt sie nicht los, die Jobsuche bleibt erfolglos. Nun sieht sie sich gezwungen, in ihre alte Heimatstadt zurückzukehren. Sie findet Unterkunft bei ihren Großeltern, die Tierheimhunde in Pflege nehmen.

Auch eine ihrer besten Freundinnen hat Anschluss gefunden, endlich ist ein neuer Partner in ihr Leben getreten. Whitney hingegen flüchtet sich in ihrer neuen/alten Heimat zunächst in eine Bar und genießt dort einen Drink nach dem anderen. Dass der attraktive Barkeeper eine Nacht mit ihr verbringen will, davon wagt sie gar nicht zu träumen. Doch am nächsten Morgen erwacht sie in einem fremden Bett neben genau diesem Mann.

Sicher scheint, dass sie Cole, bestimmt nicht mehr wiedersehen wird. Solche Männer verlieben sich nicht in Frauen wie sie. Doch wie es der Zufall will, begegnet ihr Cole erneut. Doch nicht in dem Kontext, den sie erträumt hatte. Plötzlich verändert sich das Leben der jungen Frau von einem Tag auf den anderen.



Schreibstil:

The Bartender hat mein Interesse geweckt, als ich hörte, die Geschichte sei von feinem Humor durchzogenen.

Auf den ersten Seiten des Buches lernt der Leser Whitney und ihre zwei Freundinnen Tahlia und Lennon kennen. Die drei Mädchen sind von ihrer Art her sehr unterschiedlich und dennoch sind sie beste Freundinnen, die füreinander einstehen. Tahlia hat vor einiger Zeit den Mann fürs Leben gefunden, mit dem sie nun Hochzeitspläne schmiedet. Ihr Alltag lässt ihr derzeit nur wenig Freizeit. Lennon hingegen ist eine Frau, die sich nicht binden möchte. Sie denkt und spricht den ganzen Tag nur über das Eine: Sex. Sie ist gut in ihrem Job als Tätowiererin, doch irgendwie erfüllt sie dieser Job derzeit nicht völlig. So beschließt sie eine Sexspielzeugfirma zu gründen. Ihre beiden Freundinnen sollen ihr dabei helfen, das neue Produkt (einen pinken Vibrator) auszutesten.

Der Anfang des Buches lebt unter anderem von Whitneys Talent, sich in unangenehme Situationen zu bringen. Der Gedanke an eine Nacht mit einem heißen Kerl ist stets präsent. Diese Umstände führen zu einigen humorvollen Szenen. So vergisst Whitney das neue Versuchsobjekt, den pinken Dildo, im Haus eines heißen Barkeepers. Als wäre es nicht schon schlimm genug gewesen, dass sie sich aufgrund des Katers an keine Sekunde dieser Nacht erinnern kann, muss sie sich nun auch noch mit der Frage auseinandersetzen, was ihr One-Night-Stand nun von ihr denken mag. Kaum hat Whitney diesen Dildo wiedergewonnen, schnappt sich ihr Pflegehund das Lustobjekt und rennt damit durch den Park. Gerade der Anfang des Buches wimmelt von solchen Szenen, die bestimmt dem ein oder anderen Leser einen Lacher entlocken. Leider schlug diese Art von Humor bei mir oft nicht an.

Über die Seiten hinweg setzt die Geschichte ihren Fokus immer mehr auf die sich anbahnende Beziehung zwischen Cole und Whitney. Beide empfinden etwas füreinander, das wird schnell klar. Doch Cole scheint ein Geheimnis zu haben.

Der Spannungsbogen des Romans ist auf Coles Geheimnis und Whitneys Bemühung, ihrem Leben Kontur zu geben, abgestimmt.

Konflikte kommen eher subkutan daher. Großes Drama erwartet den Leser nicht. Dafür jedoch einige romantische und viele explizite Sexszenen.

Zum Ende hin überraschen die Autorinnen mit einer Wendung, die das Leben der Protagonistin noch einmal aus den Fugen wirft.



Fazit:

Der Auftakt der San Francisco Hearts Reihe „The Bartender“ startet mit der Geschichte von Whitney, einer von drei Freundinnen, die sich gerade an einem Tiefpunkt in ihrem Leben befindet. Whitneys Talent, sich in missliche Situationen zu bringen, aber auch der allgegenwärtige Gedanke an Sex und heiße Kerle, sorgen für einige humorvolle Szenen am Anfang des Buches. Über die Geschichte hinweg verliert sich dieser Fokus. Stattdessen geht es um die Liebesgeschichte zwischen Whitney und dem Barkeeper, den sie in einer trostlosen Nacht in einer Kneipe kennenlernen durfte. Durch eine Laune des Schicksals sind beide gezwungen, ihre Zeit miteinander zu verbringen. Doch statt Kitsch gibt es in dem Buch vor allem Komik, aber auch eine Handvoll Romantik. Auch der Erotik kommt in dem Buch, das von vielen Sexszenen durchzogen ist, eine zentrale Bedeutung zu.

The Bartender kommt wie der neueste American Pie Film daher. Wer keine konzentrierten Lesestunden mit Tiefgang sucht, sondern auf der Suche nach ausgedehnter Zerstreuung ist, der ist hier richtig.



Buchzitate:

Man muss über Lennon wissen, dass sie selten ernst ist, einen immer aus der eigenen Komfortzone schubst und stolz darauf ist, dass sie in zehn Sekunden mit der Zunge einen Knoten in einen Kirschstiel machen kann. Genug gesagt.

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Tags: 2018   (1)
 

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60 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

senioren, europa, gefühle, leben, busreise

Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens

Jen Malone , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband
Erschienen bei Magellan, 18.01.2018
ISBN 9783734850349
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Inhalt:
Nur schweren Herzens gibt Aubree ihrer Schwester Elizabeth das Versprechen, für sie einzuspringen und die Leitung einer Reisegesellschaft von sechs Senioren zu übernehmen. Die Reise geht durch sechs Städte innerhalb von Europa. Aubree hat ihre Heimat noch nie verlassen müssen. Doch Elizabeth hat einen wasserdichten Plan: Ein großer Ordner, ein Namenstausch und der Ausweis, auf dem sich beide Schwestern doch sehr ähneln, wird helfen.
Aubrees Reise beginnt chaotisch und steckt voller Tücken und Probleme. Dieser Trip wird zu einem Abenteuer werden, an das sie sich noch lange erinnern wird.


Erweiterter Inhalt und Schreibstil:
Aubrees geheime Vor-Abschluss-Schulparty ist irgendwie ein wenig aus dem Ruder gelaufen. Statt einer gemütlichen sechs Freundinnenparty ist die Feier zu einem kleinen Gelage im elterlichen Haus ausgeartet, bei dem unter anderem Alkohol konsumiert wurde. Als es an der Tür klingelt, ist Aubree alarmiert. Doch ihre Schwester Elizabeth öffnet und steht einem Polizisten gegenüber, den sie noch aus der Schulzeit kennt. Der Grund seines Erscheinens, die Beschwerden der Nachbarschaft, rückt bald in den Hintergrund. Eine Differenz mit Elizabeth, lässt den Beamten zu härteren Mitteln greifen. Alkohol an Minderjährige auszuschenken ist verboten. Ein Griff an das Handgelenk des Polizisten kann als Bedrohung ausgelegt werden. Schneller, als Elizabeth glauben kann, befindet sie sich im Gewahrsam.
Die Strafe, die Elizabeth erwartet, klingt im ersten Moment harmlos. Sie darf den Bundesstaat nicht verlassen. Doch für Elizabeth bedeutet diese Einschränkung viel mehr. Ihre Karrierechancen bauen auf einem Aushilfsjob in der Wiederwahlkampange eines Kongressabgeordneten auf. Eine wichtige Spendengeberin eines Abgeordneten hat den Abgeordneten um Hilfe gebeten, jemanden zu finden, der in letzter Sekunde als Reiseleiter für ihr Unternehmen einspringt und dabei ganz nebenbei Elizabeth vorgeschlagen.
Da Aubree an Elizabeths Verhaftung auch ein wenig Schuld trägt, kann sie den Vorschlag der Schwester nicht ausschlagen: Aubree soll als Elizabeth nach Europa reisen und die Seniorengesellschaft als Reiseleiterin während der Städtetour begleiten.
Doch Aubree ist so ganz anders als ihre Schwester. Sie ist alles andere als organisiert. Sie spricht keine Fremdsprachen und war noch nie auf Reisen. Bislang hat sich ihre Mutter immer um alles gekümmert. Bald schon entwickelt Elizabeth einen Plan und schneller, als Aubree sich versehen kann, befindet sie sich im Flugzeug. Doch schon da beginnt das Chaos. Sollte man ausnahmsweise von fremden Menschen Medikamente annehmen, wenn man starke Flugangst hat? Elizabeth hätte gewiss darüber nachgedacht. Doch nicht Aubree, die teils unüberlegte und spontane Entscheidungen trifft. Was die Figur sympathisch macht.
Als Aubree ihre Seniorengruppe erreicht, ist sie bereits mit den Nerven am Ende. Der Leser hingegen hat schon eine Menge gelacht und klebt an den Seiten des Buches. Die Geschichte hat gerade erst begonnen, denn die Gruppe aus sechs rüstigen und charakterlich sehr unterschiedlichen Rentnern steckt voller Abenteuerdrang. Jeder von Ihnen sorgt dafür, dass Aubree die Tage ihrer Reise nicht so schnell vergessen wird. So trifft man hier auf den dickbäuchigen Texaner Hank, der mit seiner Frau Maisy reist; alle zehn Jahre machen beide eine Hochzeitsreise und verlieben sich jeden Tag erneut ineinander. Man trifft auf den ruhigen und intelligenten Lehrer Mr. Fenton, der seine Dienstzeit doch vermisst und die besten Freundinnen Emma und Mary, die einen Jugendtraum verwirklichen möchten sowie Dolores, die Aubree bald mit ihrer stillen und geheimnisvollen Art Sorge bereitet. Eine lustige Truppe also, die für einiges an Wirbel sorgen wird.
Mit ihren spärlichen Kenntnissen von Europa, ihrer chaotischen und tolpatschigen Art und dem Willen, alles irgendwie hinzubekommen, wirkt Aubree schnell sympathisch. Bald gesteht sich das Mädchen ein, dass sie nicht viel über den alten Kontinent weiß. Sicher, Europäer machen gute Schokolade und sind komplett fußballverrückt. Reicht dieser Kenntnisstand, um eine Reisegruppe zu führen? Lasst euch überraschen.


Fazit:
Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens ist ein humorvoller Roadtrip. Ein zusammengewürfelter Haufen eigenartiger und komischer Figuren begibt sich auf eine Reise, die der Leser so schnell nicht vergessen wird. Die chaotische Aubree und die Senioren, die unterschiedlicher nicht sein könnten, machen diese Reise lebendig und versetzen den Leser in die schönsten Städte Europas. Aber auch die lesenswerte Darstellungen europäischer Länder, aus Aubrees humorvoller Perspektive, machen das Werk liebenswert.



Buchzitate:
Ich mag vor sechs Tagen die Highschool abgeschlossen haben, aber es gibt Momente im Leben, da braucht man einfach sein Plüschtier.
Okay, das war jetzt wieder hundertprozentig Aubree, aber auf keinen Fall trinke ich schwarzen Kaffee, nur um nicht aus der Rolle zu fallen. Igitt!
Na großartig. Nackt badende Omas, sexsüchtige Texaner auf goldener Hochzeitsreise und Erpresser-Opas. Was kommt als Nächstes?

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Tags: 2018   (1)
 

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146 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 43 Rezensionen

magisterium, holly black, cassandra clare, fantasy, makar

Magisterium - Die silberne Maske

Cassandra Clare , Holly Black
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ONE, 26.01.2018
ISBN 9783846600597
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Sechs Monate musste Call im Gefängnis der Magier ohne Kontakt zu seinen Freunden und seinem Vater ausharren, bis ihm schlussendlich die Flucht gelingt. Doch Call bekommt nach dem Ausbruch keine Zeit sich auszuruhen. Schneller als er sich versehen kann, befindet er sich erneut in Gefangenschaft. Dieses Mal in der seiner ärgsten Feinde. Diese wollen nur eines von ihm: Call soll die Kräfte entfachen, die Constantine in sich getragen hat. Zwar befindet sich die Seele des Feindes des Todes anscheinend in ihm, doch möchte Call auf keinen Fall auf der dunklen Seite stehen. Auch weiß er nicht, wie er die Forderungen, die seine Entführer an ihn stellen, erfüllen kann. Doch diese stellen ihm ein Ultimatum. Call befindet sich in einer ausweglosen Situation.  Werden er und seine Freunde eine Lösung finden oder steuern sie unmittelbar auf das nächste Chaos zu?


Charaktere, die man noch kennen sollte:
Tamara ist Calls beste Freundin. Sie ist ziemlich schlau und hat immer einen Plan in der Hinterhand.
Aaron war Calls bester Freund. Er ist im Vorband verstorben. Die Unterscheidung zwischen Gut und Böse fiel ihm, trotz aller menschlichen Züge, nicht schwer. Stets wusste er, auf wessen Seite unsere Sympathie zu liegen hatte. Aaron war Calls Kompass.
Jasper ist einer von Calls Freunden. Er denkt oft erst an seine eigenen Bedürfnisse, bevor er sich Sorgen um seine Mitmenschen macht.
Anastasia ist Constantines Mutter.
Alex Strike ist Aarons Mörder und der (vermutlich) einzige lebende Makar.
Master Rufus ist Calls ehemaliger Ausbilder
Master Joseph war Constantines Mentor und Drews Vater. Er hat sich in seiner Zeit als Lehrer am Magisterium der Chaosmagie verschrieben.
Constantine Madden war ein Chaosmagier und der Feind des Todes. Seine (böse) Seele lebt (angeblich) in Call weiter.
Drew ist Master Josephs Sohn. Er fand in den Vorbänden den Tod. Er stand definitiv auch auf der „dunklen Seite“.


Schreibstil:
Nach einer längeren Lesepause zum Vorband hatte ich Sorgen, dass mir einige Geschehnisse und Charaktere nicht mehr präsent sind. Lesern, denen es an dieser Stelle genauso geht, wie mir, können beruhigt sein. Die Autorinnen geben in ihrer Geschichte genügend Hinweise und erläutern auch mit kurzen Stichworten noch einmal, welche Rolle die einzelnen Charaktere in den Vorbänden gespielt haben. Ein Einstieg fällt also auch nach einer längeren Lesepause leicht.
Callum überzeugt auch in diesem Band wieder mit seinem ganz eigenen Humor. Mit seiner direkten unverblümten Art, spricht er die Dinge an, die ihn bewegen. Auf den ersten Seiten dieses Buches wird berichtet, dass sich der Junge bereits seit sechs Monaten im Gefängnis befindet. Er hat in dieser Zeit keinen Besuch erhalten und weiß, dass ihn alle hassen und/oder misstrauen, weil er Constantine Maddens Seele in sich trägt. Callum tat mir hier ein wenig Leid. Doch wie immer sieht Callum selbst seine Situation recht locker. Über Fernsehserien hat er sich bereits sein eigenes Bild über Gefängnisse verschafft. Aber in Wirklichkeit ist alles gar nicht so schlimm. Ja, er sitzt hier ein. Aber was soll's. So ist es nun mal gerade. Da muss man halt das Beste draus machen.
Auch wird ziemlich schnell wieder die Kriegstreiberliste angesprochen. Eine Liste, die die Möglichkeit individueller Problembewältigung durch Selbstreflektion eröffnet, indem Callum in Gedanken die Punkte für eigenes asosziales Verhalten sammelt und abwägt, ob er nun böse oder gut ist. Diese Liste sorgt erneut für Lesefreude. Callum selbst ist ein etwas anderer Buchheld. Ich würde ihn sogar als Antihelden bezeichnen, was wiederum sehr erfrischend wirkt. Er verkörpert den Bösewicht und kann es irgendwie doch nicht sein. Auch würde ich Callum eher als passiven Charakter bezeichnen. Er nimmt die Situationen an, wie sie kommen, sucht aber auch nicht direkt nach einem Abenteuer, wie es ein standardisierter Held tun würde. Vielmehr findet das Abenteuer ihn.
Auch in Band vier ist die Unterscheidung zwischen Gut und Böse weiter alles andere als klar, was den Leser herausfordern wird. Die Schurken kommen den Helden wieder sehr nahe. Hierbei darf zwar ein wenig gelitten werden, jedoch heitern lustige Szenen die Tragik gut auf. Jasper denkt stets nur an seine verlorene Liebe Celia und wie er die Beziehung wieder reanimieren kann. Auch in den schlimmsten Situationen denkt er an nichts anderes. In „Gefangenschaft“ bei ihren Widersachern müssen sich Callum, Jasper und Tamara nicht nur mit der Frage auseinandersetzen, wie die Flucht gelingen soll, sondern sich auch mit anderen Problemen beschäftigen. Beispielsweise, wie sie mit den Psychospielchen umgehen sollen, die sich ihre Entführer für sie überlegt haben. Ein extra auf sie abgestimmtes Schlafzimmer kann gewiss sehr gruselig wirken, wenn überall Pferdemotive angebracht sind oder alles in Rosa und Rüschen glänzt und glitzert.
Auch entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte in Band vier. Es handelt sich hier aber eher um die Sorgen und Gedanken eines noch recht jungen Protagonisten. Callum erschien mir, was Gefühle angeht, die über Freundschaft hinausgehen, eher verwirrt. Er muss diese Gedanken erst einmal sortieren. Liebe ist etwas, womit er sich noch nicht beschäftigt hat, ganz im Gegensatz zu einigen seiner Freunde.
Viele Konflikte werden angerissen. Aber das gekonnt, in einer einfachen, klaren Sprache und ohne junge Leser zu überfordern. So erscheinen hier zum Beispiel Chaosbesessene, die an sabbernde Zombies mit Sprachstörung erinnern. Einer der Widersacher untermalt seine „böse Seite“, indem er schwarze Seidenpyjamas trägt und Hoodies mit Totenkopfdruck sammelt. Und dennoch gibt es Szenen, die dieses Buch gerade für ganz junge Leser als ungeeignet erscheinen lassen. Ein missglückter Versuch, bei dem ein Tierleichnam explodiert und Stückchen auf dem Shirt von einem der Charaktere hinterlässt, erschienen mir zu bildlich. Auch zögern die Autorinnen nicht, liebgewordene Charaktere zu opfern.


Fazit:
Auch der vierte Band der Magistierum-Reihe sorgt wieder für eine Menge Lesespaß. Eine gute Prise Humor und ein großes Abenteuer, welches sich zum Ende hin immer mehr zuspitzt, erwarten Fans der Reihe. Ob dieses Buch etwas für jüngere Leser/innen ist, kann man bezweifeln. In manchen Szenen kommt es zu erschreckender Brutalität. Es ist ein Roman über den Widerstand, über Freundschaft, Verlust und die erste Liebe.
Für mich eine Reihe, die ich gerne weiterempfehle.

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46 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

2018, blind

Liebe und der erste Blick

Josh Sundquist , Claudia Max
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 25.01.2018
ISBN 9783733503581
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Seit seiner Geburt ist Will blind. Mit dieser Einschränkung weiß er gut umzugehen. Doch immer wieder begegnet er sehenden Mitmenschen, die sich nicht in seine Lage einfühlen können. Bei seinem Wechsel an die neue Schule möchte er möglichst nicht auffallen. Er verzichtet auf eine Sonnenbrille und, soweit möglich, auf den Gehstock. Als Cecily, eine der Mitschülerinnen plötzlich weinend das Klassenzimmer verlässt, reagiert Will überrascht. Die Lehrerin erklärt ihm, er hätte sie angestarrt.  Nach der Aufklärung dieses Missverständnisses wird für ein Kunstprojekt ein Teampartner für Cecily gesucht. Keiner der Mitschüler meldet sich. Will zögert nicht lange. Er möchte den Vorfall von zuvor wieder gutmachen. Während des Projekts kommen sich Will und Cecily dann auch näher. Aus einer Freundschaft entstehen tiefergehende Gefühle. Für Will jedoch scheint eine Beziehung nicht mit seiner Behinderung vereinbar. Doch dann bietet sich Will eine unglaubliche Chance. Eine experimentelle OP könnte helfen, dass er sein Augenlicht wieder gewinnt. Doch welchen Preis wird Will zahlen müssen, wenn er sich als Kandidat für dieses Projekt meldet?


Schreibstil:
Josh Sundquist konnte mich bereits auf den ersten Seiten seines Romans von seinem Schreibstil überzeugen. Der Leser lernt hier den Protagonisten Will kennen, der seit seiner Geburt blind ist und sich seine Umgebung mit den verbleibenden Sinnen Riechen, Fühlen, Hören erschließt. Nach dem Wechsel von einer Schule für Sehbehinderte auf eine Allgemeinschule entstehen schnell erste Konflikte. Der Konrektor begegnet Will mit den üblichen Vorurteilen. Er greift nach Wills Hand und bittet ihn, sein Gesicht zu ertasten. Anstatt pikiert zu reagieren, begegnet Will seinem Gegenüber mit Humor. Er lehnt dankend ab, schlägt aber vor, ihn hinter dem Ohr zu riechen. Die Reaktion des Rektors führte nicht nur zu einem Schmunzeln bei Will, sondern auch bei mir.
Will hat gelernt seinen Platz in der Welt zu finden. Er weiß, wie er sich einen Weg einprägen und schließlich selbstständig bewältigen kann. Sicherlich gibt es Situationen, wie zum Beispiel der Besuch eines Einkaufszentrums, in dem ständig irgendwelche Hindernisse wie Rolltreppen, kniehohe Springbrunnen und Menschenmassen auftauchen, die Will gerne meidet. Doch mit Hilfe von Apps, Brailleschrift, Hörbüchern oder Siri (Apples Assistentin) gelingt es ihm, nahezu selbstständig seinen Alltag zu bewältigen.
Will möchte und braucht kein Mitleid. Das wird schnell klar. Dennoch ist sein Alltag geprägt von erschrockenem Schweigen oder vielfachen Entschuldigungen, wenn der Gesprächspartner erkennt, dass Wills Handeln seiner Behinderung geschuldet war. Will wird an der neuen Schule Freunde finden. Das erste Zusammentreffen mit dem fünfköpfigen „Quizteam“ ist vielversprechend. Will möchte sich auf einen freien Stuhl setzen und landet unversehens auf dem Schoß eines Mitschülers. Dieses Missverständnis führt zu einem ersten Kontakt zu den Außenseitern der Schule, die in ihrer Freizeit gerne Brettspiele spielen und mit unnützem Wissen prahlen können.    Gekonnt erzählt Josh Sundquist die Geschichte eines Jungen, dessen Alltag sich von dem eines sehenden Menschen erheblich unterscheidet. Für mich war es horizonterweiternd zu erfahren, welche Konflikte beim Zusammentreffen von sehenden und blinden Menschen entstehen können. So hilft es Will selbstverständlich nicht weiter, wenn ihn der Konrektor darauf hinweist, dass der neue Klassenraum an einer bestimmten zuvor abgegangenen Stelle rechts abgeht. Will muss auch diesen Weg erst erleben, um ihn sich anhand der gegangenen Schritte einprägen zu können. Den Konflikten des Alltags begegnet der Protagonist immer wieder mit einem humorvollen Kommentar oder Gedanken. Damit sorgt er einerseits für eine gewisse Erheiterung und erwirbt Sympathien beim Leser.
Josh Sundquist hat, so verrät er im Nachwort, viel recherchiert. Das merkt man seiner Geschichte an. Will bekommt im Laufe der Geschichte die Möglichkeit sich zu entscheiden, ob er an einer Versuchsreihe teilnehmen möchte. Wenn alles gut läuft, so kann er nach der Operation vielleicht wieder sehen.
So vielversprechend sich das in diesem Moment anhört, hier fangen seine Schwierigkeiten erst an. Selbst bei einem erfolgreichen Operationsverlauf ist es keinesfalls so, dass der Patient nach dem Eingriff die Augen öffnet und die Welt in allen Formen und Farben wahrnimmt. Die psychologischen Konflikte, die ein solcher Eingriff mit sich bringen kann werden in der Geschichte, aber auch im Nachwort, ausführlich geschildert. Diese Informationen waren für mich einerseits sehr interessant, aber zugleich auch schockierend.


Fazit: 
Liebe und der erste Blick ist weit mehr als eine Geschichte über Freundschaft und Liebe. Es ist ein Buch, das sich ausführlich mit den Gedanken und Gefühlen eines Jungen auseinandersetzt, der seit seiner Geburt erblindet ist und nun eine einmalige Chance bekommt. Eine Operation soll ihm helfen, das Augenlicht wiederzugewinnen.

Durch seine Wahrnehmung zeigt Will seinen Mitmenschen und auch dem Leser, was wirklich wichtig ist im Leben. Auch wenn er mit seinen Augen nicht sehen kann, so nimmt er doch so viel mehr wahr als seine Umwelt.

Josh Sundquist schafft mit „Liebe und der erste Blick“ eine Geschichte, die berührt, die zum Nachdenken anregt und die aufklärt. Er erschafft mit Will einen Protagonisten, der anders ist und der Wünsche und Träume in sich trägt. Der aber auch kein Mitleid haben möchte. Will begegnet seinem Umfeld mit seinem ganz eigenen Humor.

Dieses Buch erzählt eine fesselnde und zugleich bewegende Geschichte, die ich Lesern empfehlen möchte, die offen sind für eine neue, nicht längst erprobte Perspektive.



Buchzitate:
Ich spüre den Gurt ihrer Kamera, die selbst jetzt bei der Party und in diesem Kleid über ihrer Schulter hängt. Das liebe ich an Cecily. Allzeit bereit, Schönheit festzuhalten.

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Tags: 2018   (1)
 

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

lgbt, musik, freundschaft, bisexuell, trauer

Eine Handvoll Lila

Ashley Herring Blake , Birgit Salzmann
Fester Einband
Erschienen bei Magellan, 18.01.2018
ISBN 9783734850301
Genre: Jugendbuch

Rezension:

 Inhalt:
Wieder einmal muss Grace umziehen. Dieses Mal heißt der neue Liebhaber ihrer Mutter Pete und wohnt in dem Bungalow, direkt neben Cate Katies einzigem Leuchtturm. Grace liebt diesen Leuchtturm, doch sie sehnt sich auch nach einer festen Struktur. Wie kaum jemand in ihrem Alter sind ihr die Gefahren des Lebens, geprägt von Unsicherheit und Existenzangst, omnipräsent. Je hastiger das Leben, desto stärker das Bedürfnis nach Ruhe. Und je spürbarer die Unsicherheit, desto heftiger die bewusste oder unbewusste Sehnsucht nach Schutz. Immer wieder geschieht jedoch etwas Unerwartetes und fast immer hat es mit Maggie, Graces Mutter zu tun, die in einer Kneipe dem Alkohol verfällt oder wieder etwas völlig Unüberlegtes tut, was die kleine Familie in Schwierigkeiten bringt. Als Grace Eva kennenlernt, die vor kurzem ihre Mutter verloren hat, verändert sich einiges für Grace. Die Mädchen kommen sich näher und sind füreinander da. Doch wieder einmal ist es Maggie, die dafür sorgt, dass Graces Zukunft ins Wanken gerät.


Wichtigste Charaktere:
Grace muss stets für ihrer Mutter sorgen und aufpassen, dass diese nicht wieder etwas Unüberlegtes tut, was die „kleine Familie“ in Schwierigkeiten bringt.
Luca ist Graces bester Freund. Mit seiner aufheiternden und unbeschwerten Art, ist er Grace eine große Stütze.
Emmy ist Lucas Mutter. Sie und Maggie waren mal sehr gute Freundinnen.
Maggie ist Graces Mutter. Oft merkt sie gar nicht, welchen Schaden sie anderen Menschen mit ihren Worten und Handlungen zufügt. So vergisst sie den Geburtstag der eigenen Tochter oder klaut Geld von denen, die sie liebt, um jemand anderen etwas Gutes damit zu tun.
Evas Mutter ist erst vor Kurzem verstorben. Der Verlust sitzt noch immer sehr tief.
Pete ist Maggies aktueller Freund.
Jay ist Petes Sohn und Graces Exfreund. Nach der Trennung hat er prekäre Details der Beziehung auf Tumbl geteilt.


Schreibstil:
Als ich mit dem Lesen von „Eine Handvoll Lila“ begonnen habe, ging ich fest davon aus, eine Geschichte zu lesen, die sich mit einer gleichgeschlechtlichen Liebe auseinandersetzt. Ich erwartete die Konflikte, die sich aus den Reaktionen des Umfelds ergeben würden und die sich der Protagonistin stellen, die sich selbst erst einmal eingestehen muss, dass sie sich in die Freundin ihres besten Freundes zu verlieben droht. Die hieraus resultierenden Konflikte bleiben jedoch eher im Hintergrund. Den Leser erwartet aber dennoch eine sehr zarte und sich langsam entwickelnden Liebesgeschichte der besonderen Art. Eva ist ein wenig verrückt. Sie liebt Erdnussbutter und Ausmalbücher und sie liebt das Ballett und ja, irgendwann liebt sie auch Grace. Grace hingegen hat bislang nur männliche Freunde gehabt. Über ihre Gefühle zum weiblichen Geschlecht ist sie sich aber durchaus bewusst. Die erste große Liebe entwickelt sich langsam und sehr nachvollziehbar.
Der wahre Kern der Geschichte ist aber ein anderer. Maggie, Grace Mutter, leidet, seit Grace sich erinnern kann, an einer psychischen Erkrankung, die sich beide allerdings nicht einzugestehen trauen. Die Tochter ist es, die sich um die Mutter kümmern muss und die dafür sorgt, dass Geld für Nahrung und Lebensunterhalt vorhanden ist. Nicht selten muss Grace Maggie in Kneipen begleiten oder zusehen, wie sie sich mit Herz und Seele in einen neuen Partner verliebt. Diese Eskapaden enden aber meist in einem Desaster. Grace ist es, die einen Ausweg finden muss oder die wieder einmal ihre Koffer packen soll, um in die nächste Stadt zu ziehen, wo gewiss alles besser wird.
Nicht selten hatte ich Mitleid für Grace. Denn Grace hat Ziele und Wünsche, die immer wieder an den Taten und Worten ihrer Mutter zu scheitern drohen. Halt findet das Mädchen nicht selten bei ihrem besten Freund Luca und dessen Mutter Emmy.
Eine Handvoll Lila hat bei mir oft für Unverständnis und Wut gesorgt. Einen der größten Kritikpunkte sah ich im Verhalten von Graces engsten Bezugspersonen, die stets das Wohlbefinden von Eva im Blick hatten. Dabei wäre es doch eigentlich Grace gewesen, um die man sich hätte kümmern müssen. Nicht nur, dass die eigene Mutter dazu neigte, den Problemen von anderen Menschen ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken, sich mit Leib und Seele für diese Fremden aufzuopfern und dabei sich selbst und vor allem auch Grace zu vernachlässigen und aufs Übelste zu verletzen, auch Luca und Emmy verlangten so viel von Grace. So sollte das Mädchen Evas Befindlichkeiten über die ihrer Mutter stellen. Sie sollte sich in die Beziehung der zwei Menschen einmischen, die ihr am meisten bedeuteten. Wie man so etwas von Grace verlangen kann, war für mich unverständlich.
Für mich stellte Grace einen unglaublich starken Charakter dar. Ich habe sie bewundert für ihre Loyalität und für den Umgang mit ihrer Mutter, aber auch für das Verständnis gegenüber den Forderungen ihres besten Freundes und dessen Mutter.


Fazit:
"Eine Handvoll Lila" beschäftigt sich mit den Themen gleichgeschlechtliche Liebe und einer sehr schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung. Der Leser verfolgt die Geschichte eines Mädchens, das früh lernen muss, dass das Leben sehr unbeständig ist. Träume und Wünsche drohen stets zu zerbrechen. Umso bewundernswerter ist die mentale Stärke der Protagonistin.
Eine Geschichte, die emotional bewegt, die das Thema psychische Störung ausführlich behandelt und zugleich eine sehr zarte und schöne Liebesgeschichte in den Vordergrund stellt.


Buchzitate:
Manchmal reden wir um sie herum, machen Andeutungen über diese beiden Frauen – eine tot, eine lebendig, beide verloren -, aber wir kommen nie richtig auf den Punkt. Wir sind zwei mutterlose Mädchen unter dem schwarzen Nachthimmel.

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Tags: 2018   (1)
 

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187 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

zwangsstörung, gedichte, liebe, freundschaft, jugendbuch

Mit anderen Worten: ich

Tamara Ireland Stone , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Magellan, 25.01.2016
ISBN 9783734850219
Genre: Jugendbuch

Rezension:




Inhalt:
Sam hat ein geregeltes Leben. Sie geht zur Schule und ist Mitglied einer Mädchenclique, deren Mitglieder sie ihre „besten“ Freundinnen nennt. In ihrer Freizeit geht Samantha schwimmen. Sie ist so gut, dass sogar ein Stipendium in Aussicht steht. Und dennoch ist Sams Leben alles andere als perfekt. Die Freundinnen sind auf Oberflächlichkeit, Wohlleben und Zerstreuung fixiert. Die Angst, irgendwann von der Gruppe ausgeschlossen zu werden, ist stets latent vorhanden. Und daher verheimlicht Sam Tag für Tag ihr größtes Geheimnis, obwohl sie sich doch so sehr wünscht, sich jemand anderem als ihren Eltern und ihrer Therapeutin anvertrauen zu können. Sam leidet unter einer Zwangsstörung, die ihren Alltag stark beeinträchtigt.
Der Druck, unter dem Sam steht, wird größer, als sie eines Tages auf den Gängen ein Mädchen trifft. Caroline trägt im August eine Wollmütze, ihr Armgelenk ziert eine kaputte Uhr, dazu trägt sie Motto-Shirts und eine alte schlabbrige Jeans. Eine Person, die ihre Clique nie dulden würde. Doch Caroline ist so nett. Als Sam den Drang verspürt, ihr Geheimnis zu teilen, lockt das fremde Mädchen sie mit dem Versprechen einer Überraschung, die ihr Leben für immer verändern würde.


Schreibstil:
Meine Erwartungen an dieses Buch waren sehr hoch. Aus meinen bisherigen Erfahrung mit dem Verlagsprogramm ahnte ich bereits, dass das hier aufgegriffene Thema Zwangsstörungen nicht nur oberflächlich angeschnitten sondern tiefgehender aufgegriffen werden würde. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Die Protagonistin Sam leidet unter einer akuten Zwangsstörung. Viele Dinge muss sie drei Mal erledigen; eine Autofahrt darf erst enden, wenn der Kilometerstand am Ende eine Drei aufweist. Samanthas visuelle Vorstellungskraft ist sehr ausgeprägt. So kann zum Beispiel der Gedanke an einen Kuss mit dem Junior-Schwimm-Trainer durchaus so real erscheinen, dass sich Sam danach erst einmal wieder in der Realität zurechtfinden muss, bevor sie begreift, dass das, was sie gerade gespürt hat, gar nicht passiert ist. In manchen Situationen überkommt Samantha der Drang einfach alles über eine bestimmte Situation wissen zu müssen, bevor sie gedanklich damit abschließen kann. Eine Symptomatik, die sie vor ihren eitlen, hedonistischen „besten Freundinnen“ und auch den Klassenkameradinnen unbedingt geheim halten möchte.
Immer wieder begleitet der Leser Samantha auf ihren Besuchen zu ihrer Therapeutin und begreift, wie wichtig die Gespräche mit „Hör-zu-Sue“ für Samantha sind. Die Vertrautheit, zwischen Sue und Sam ist hierbei sehr greifbar.
Sams Freundinnen, die „verrückte Acht“, die sich bereits seit Kindertagen kennen, hören einander zu, sie verbringen die Schulpausen und auch die Freizeit miteinander. Und dennoch ist der Konformitätsdruck in der Mädchenclique spürbar. Sam und Hailey bleiben eher am Rande, während Kaitlyn und Alexis das Sagen haben. Teure Ausflüge, Partys und oberflächliche Themen stehen auf der Tagesordnung. Die Treue zur Clique ist Voraussetzung. Eine Veränderung durch neue Freunde oder einen Partner, ja jede Abgrenzung zur Gruppe, wird mit Mobbing bestraft.
Als Sam auf Caroline trifft, weiß sie sofort, dass diese Freundin ein weiteres Geheimnis gegenüber der „verrückten Acht“ bedeuten wird. Daran, dass Sam ohne groß nachzudenken von ihrem Handicap spricht, dass sie der Fremden gleich mehr Vertrauen schenkt, als ihren langjährigen Freundinnen, spürt man auch als Leser, dass sich die Protagonistin nach einer wirklichen Freundin sehnt. Caroline fordert ziemlich schnell ein, dass Sam ihr ein weiteres Mal Vertrauen schenkt und verspricht ihr dafür eine grundlegende Veränderung ihres Lebens. In welche Richtung diese Veränderung geht, das möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.
Die Themen, die dieses Buch aufgreift, haben mich sehr interessiert und dennoch hatte ich in der ersten Hälfte das Gefühl, dass der Geschichte ein paar weitere Konflikte und ein wenig mehr Spannung gutgetan hätten. Leser, die dieses Gefühl teilen, sollten jedoch unbedingt weiterlesen. Sie werden mit einer sehr schönen Geschichte belohnt werden. Ich kann verraten, dass Sam kämpfen und wachsen wird. Sie wird mit dem Leser eine neue Welt für sich entdecken. Und auch Freunde einer schönen Liebesgeschichte werden hier auf ihre Kosten kommen.
Am Ende des Buches findet der Leser ein Nachwort der Autorin, die ihre umfangreiche Recherche in Sachen Zwangsstörung darlegt. Der Leser begreift, dass die Geschichte von Samantha durchaus Anleihen an den Alltag der Betroffenen nimmt. Mit ihren abschließenden Worten verleiht Tamara Ireland Stone ihrem Buch zusätzlichen Mehrwert.


Fazit:
Tamara Ireland Stone stützt sich in ihrem Buch, „Mit anderen Worten: ich“, auf eine umfangreiche Recherche zum Thema Zwangsstörung. Das Interesse für ihr Thema merkt man Stone auf jeder Seite an. Anschaulich zeigt sie, welche Einschränkungen solch eine Krankheit im Leben eines Menschen bewirken kann. Angst und Unsicherheit sind die prägenden Elemente des Romans. Der allgemeine gesellschaftliche Konformitätsdruck und die Sehnsucht nach wahrer Freundschaft werden hier fühlbar. Sehr deutlich kommt zum Ausdruck, wie jede Veränderung erstmal Ablehnung bewirkt. Die Protagonistin nimmt hier durchaus eine Vorbildrolle ein.
Eine zaghafte und schöne Liebesgeschichte und ein Geheimnis runden dieses Buch ab.
Ich möchte „Mit anderen Worten: ich“ an Leser/innen empfehlen, die eine bewegende Geschichte erfahren wollen. Diese zu vermitteln gelingt der Autorin beeindruckend gut. Ein Buch, das lange nachwirkt.


Buchzitate:
Es ist meine Zwangsstörung, das unerklärliche, unbeherrschbare Bedürfnis, eine Sache zu wissen, dann noch eine und immer so weiter, bis mein Gehirn vollkommen erschöpft ist.

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Tags: 2017   (1)
 

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

sarina bowen, ärztin, harter fall weiche landung, liebe, vermont

Harter Fall Weiche Landung

Sarina Bowen
E-Buch Text
Erschienen bei Rennie Road Books, 30.05.2017
ISBN 9781942444398
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Inhalt:
Bei einem Wettbewerb auf der Piste, verletzt sich der Freestylesnowboarder Hank Lazarus, auch genannt „der Teufelskerl“, schwer. Er erwacht erst wieder im Krankenhaus und muss feststellen, dass er seine Beine nicht mehr bewegen kann. Die Ärztin Callie Anders ist es, die ihm wieder Mut macht.
Auch Callie hat das Leben bislang nicht gut mitgespielt. Ihr Exfreund, der als Arzt in dem gleichen Krankenhaus arbeitet wie sie, hat sie mit einer jüngeren Krankenschwester betrogen. Ihre beste Freundin Willow führt ein glückliches Familienleben. Bei dem Besuch eines Snowboard-Wettbewerbes trifft sie erstmals auf den attraktiven Sportler Hank Lazarus. Doch Hank scheint sie kaum wahrzunehmen. Als Callie wenige Stunden später den Teufelskerl in ihrem Krankenhaus als Patienten erneut trifft, erinnert dieser sich nicht mehr an das Treffen. Aber das nimmt nicht Wunder, ist Callie doch ein attraktives Mauerblümchen.


Schreibstil:
Die Protagonistin Callie Anders, eine Ärztin im örtlichen Krankenhaus, muss jeden Tag mit ansehen, wie ihr Exfreund mit seiner neuen Freundin Zukunftspläne schmiedet, ja, sie muss sogar seine Schichten übernehmen, damit er Hochzeitsplanungen nachgehen kann. Auch ihre beste Freundin Willow, die Leser des ersten Bandes der Gravity-Reihe bereits kennen, ist in ihrem Leben mit ihrem Freund Dane und einem liebreizenden Kind angekommen. Bei einem Snowboard-Wettbewerb wird Callie Zeugin eines schweren Unfalls. Willow und Dane kennen das Opfer. Es ist ein guter Freund von Dane: Hank Lazarus. Nach diesem Unfall ändert sich für Hank einiges. Von einem Tag auf den anderen kann er seiner Leidenschaft, dem Snowboardfahren nicht mehr nachgehen. Er kann seine Beine nicht mehr bewegen. Für ihn stürzt seine Welt zusammen.
Im Krankenhaus kommen Callie und Hank sich ein wenig näher. Ein erstes Gespräch weckt Hanks Aufmerksamkeit. Callies Herz schlug schon beim ersten Treffen auf der Piste höher, als sie „den Teufelskerl“ das erste Mal in die Augen geschaut hat.
Sarina Bowen stellt auch in Band 2 ihrer Gravity-Reihe zwei Charaktere vor, denen das Schicksal nicht immer gut mitgespielt hat. Doch im Vergleich zum männlichen Hauptcharakter Dane, verhält sich Hank zwar erst auch ein wenig gefrustet, doch lässt er seine Laune nicht an seinem Umfeld aus. Callies Mühen bleiben von ihm nicht unerkannt. Callie ist es, der es schwer fällt sich auf ein privates Treffen einzulassen. Eine Beziehung zwischen Patient und Ärztin kann zur Kündigung führen. Aber auch die Untreue ihres Exfreundes, der sie mit der jüngeren Kollegin betrogen hat, ist nicht verarbeitet. So kommt es, dass Hank derjenige ist, der neben seinen inneren Kämpfen auch noch zuversichtlich und feinfühlig auf Callie zugeht.
Durch den Unfall ist Hank querschnittgelähmt und an seine Wohnung gefesselt. Auch die Einnahmen aus den Snowboardauftritten fallen weg. Sarina Bowen Buch besitzt verschiedene Facetten, es vereint Drama und Liebesgeschichte, wobei letztere aber klar im Vordergrund steht.
Trotz der Einschränkungen wirkt Hank stark. Seine Tätowierungen und sein gut trainierter Körper wirken auf Callie. Auch ist er durchaus in der Lage sein Leben zu meistern. Er benötigt nur selten Hilfe von außen. Nur beiläufig werden Spasmen angesprochen. Mehr in den Fokus tritt hingegen das Thema Sex. Auch, wenn sich Callie zu Hank hingezogen fühlt, so hilft sie ihm in dieser Hinsicht nur bedingt weiter. Stattdessen sucht Hank Hilfe bei anderen Betroffenen.
Die Geschichte zieht ihre Spannung aus den Fragen, ob es Callie gelingen wird aus ihrem Leben als vielbeschäftigte Singleärztin auszubrechen und wie/ob Hank nach dem Schicksalsschlag seinen Alltag meistern kann.
Leser des ersten Bandes werden auch die Protagonisten aus Teil eins nunmehr in Nebenrollen wiedertreffen. Wer meine Rezension zu dem Vorgänger gelesen hat, wird wissen, dass ich gerade mit Dane große Schwierigkeiten hatte. Auch in Band zwei schaffte er es gleich wieder auf mich unsympathisch zu wirken. Seine Worte beim Snowboard-Wettbewerb, „nicht schlecht für einen Haufen Dumpfbacken“, reanimierten meinen Zorn auf ihn. Im weiteren Verlauf der Geschichte, gelang es mir dann endlich, mich mit ihm zu versöhnen. Seine Rolle als liebevoller Familienvater trug vermutlich dazu bei. Auch Willow, die Protagonistin, des ersten Bandes wird man hier wiedertreffen. Als beste Freundin von Callie und frischgebackene Mutter, nimmt sie erneut eine liebevolle und gutherzige Rolle als Zuhörerin und Ratgeberin ein.


Fazit:
Harter Fall Weiche Landung überzeugt mit verschiedenen Facetten und behandelt unterschiedliche Themen, das Buch vereint Sinnsuche, Liebesgeschichte, emotionales Drama, von allem ein bisschen. In Band zwei der Gravity-Reihe schlug mein Herz – anders als im ersten Teil - für den männlichen Part der Geschichte. Hank überzeugte mit Kampfgeist, Lebenswillen und seiner stets liebevollen Art. Dieses Buch wirkt mit seiner Geschichte lebensbejahend und motivierend. Auch bei diesem zweiten Teil gibt es einige erotische Szenen, die für mich jedoch im Gegensatz zum ersten Band viel besser in die Geschichte integriert wirkten.
Ich möchte dieses Buch Leser/innen empfehlen, die einen Erotikroman der etwas anderen Art suchen.

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

weihnachten, wichtel, all age, kinder, phantasievoll

Das Mädchen, das Weihnachten rettete

Matt Haig , Sophie Zeitz , Chris Mould
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423281287
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt:
Amelia war das erste Kind, das an den Weihnachtsmann glaubte. Ihre Hoffnung und ihr Wunsch, dass Wunder wahr werden, schufen den Weihnachtszauber, ohne den die Rentiere nicht in die Menschenwelt fliegen und der Weihnachtsmann nicht die Zeit anhalten könnte. Ohne Amelie, so muss man wohl sagen, würde es kein Weihnachtsfest in der Menschenwelt geben.
Amelia war ein armes Mädchen mit einer sehr kranken Mutter. Sie musste erleben, wie die einzige Bezugsperson in ihrem Leben vor ihren Augen verfiel. Lediglich ihr Kater, Käptn Ruß, stand ihr treu zur Seite. Aber die Schicksalsschläge trafen sie weiter und Amelia verlor das Wenige, was sie noch besaß. Das war der Zeitpunkt, an dem sie aufhörte, an den Weihnachtsmann zu glauben und der Moment, an dem alles etwas eskalierte ...


Wichtigste Charaktere:
Der Weihnachtsmann ist ein Mensch voller Herzensgüte. Seine schlechten Witze treiben die Rentiere manchmal in den Wahnsinn. Selbst in den schlimmsten Situationen wirkt sein Lachen ansteckend. Wusstet ihr schon, dass der Weihnachtsmann Charles Dickens kannte und dass er selbst sogar in Wichtelgrund einmal einen Bestseller veröffentlichen durfte?
Amelia ist ein mutiges und starkes Mädchen. Sie arbeitet als Kaminkehrerin. Ihr einziger und bester Freund ist eine Katze namens Käptn Ruß.
Die Leser unter euch, die bereits die Vorgeschichte gelesen haben, werden Nusch schon kennen. Die anderen werden sie bald kennenlernen. Nusch ist eine sehr mutige Wichteldame aus Wichtelgrund. Sie arbeitet als Reporterin für die Rentiersparte.
Die Trolle denken nicht wirklich viel nach, bevor sie handeln. Nachdenken bereitet ihnen üble Kopfschmerzen. Sie sind sehr groß und auch sehr gefährlich.
Die Wahrheitselfe Pixie darf auch in diesem Buch wieder mitspielen. Sie erhält allerdings eher eine Nebenrolle. Wahrheitselfen dürfen, wie der Name schon sagt, nur die Wahrheit sagen. Diese Eigenschaft lässt sie nicht selten etwas unverschämt wirken.


Schreibstil:
„Das Mädchen, das Weihnachten rettete“ wird in verschiedenen Handlungssträngen erzählt. Der Leser verfolgt die Geschichte zum einen aus der Perspektive von Amelia, dem Kaminkehrermädchen, die Tag für Tag um ein besseres Leben kämpfen muss. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Käptn Ruß, einer schwarzen Katze, klettert sie in die Kamine anderer Leute, um diese zu säubern. Eines Tages passiert etwas ganz schreckliches in Amelias Leben. Dieser Moment ist es, der das Mädchen an dem Weihnachtsmann zweifeln lässt. Dieser Moment ist es, der den Rentieren die Flugkraft raubt und den Weihnachtsmann mitsamt dem Schlitten und den Geschenken vom Himmel stürzen lässt.
Ein anderer Handlungsstrang schildert, was im Gesichtskreis der Wichtel ist. Die Wichtel haben, während der Weihnachtsmann unterwegs ist, um den Kindern der Menschenwelt Geschenke zu bringen, allerhand zu tun. Die Trolle haben die Wichtelstadt angegriffen und einiges zum Einsturz gebracht. Nur das Gebäude der Zeitung haben sie verschont. Der Schimmer des Hoffnungsbarometers ist kurz davor zu verglühen und Nusch beschließt eine Reise zu den Trollen zu wagen, um diese zu den vergangenen Geschehnissen zu interviewen.
Währenddessen versucht der Weihnachtsmann verzweifelt die Zeit anzuhalten. Doch der Zauber der Weihnacht funktioniert aus irgendeinem Grund nur leidlich. Was ist da passiert? Kann der Weihnachtsmann die Situation noch retten?
Wieder einmal belebt Matt Haig seine Geschichte rund um den Weihnachtsmann mit seinem ganz eigenem schriftstellerischem Zauber. Er berichtet von dem unerschöpflichen Sack, den die Wichtel mit ihren selbstgebastelten Spielsachen füllen und der den Weihnachtsmann auf seiner langen Reise in die Menschenwelt auf dem Rücksitz seines Schlittens begleitet. Er erschafft eine Wichtelwelt, die, mit Ausnahme von einigen Zwischenfällen und seinen ganz eigenen „Katastrophen“ sehr harmonisch verläuft. Hier gibt es die wohl werthaltigste Zahlungsart überhaupt: Schokoladentaler. Der eine spart sie an, der andere wirkt verschwenderisch, weil er sie zu gerne vernascht. Der Weihnachtsmann trägt stets ein Lachen auf den Lippen; seine Rentiere sind ein wenig schadenfroh und immer zu Scherzen aufgelegt. Dafür müssen sie auf der langen Schlittenfahrt in die Menschenwelt den unzähligen Witzen des Weihnachtsmanns lauschen.
„Das Mädchen, das Weihnachten rettete“, lebt von einem sehr spannenden und fantasiereichen Plot. Ein humorvoller Unterton durchzieht die Geschichte. Auch dieser zweite Teil der Geschichte rund um den Weihnachtsmann, der übrigens auch gut als Einzelband gelesen werden kann, enthält viele lustige und detailreiche Zeichnungen des Illustrators Chris Mould.


Fazit:
„Das Mädchen, das Weihnachten rettete“ ist der zweite Band der Weihnachtsmannsaga von Matt Haig. Dieses Buch kann unabhängig vom Vorgänger als Einzelband gelesen werden. Jedoch kann ich nur empfehlen „Ein Junge namens Weihnacht“ ebenfalls zu lesen. Die Geschichte, wie der Weihnachtsmann zu dem Mann wurde, der er „heute“ ist, vermittelt den Figuren des Nachfolgers nochmals Tiefe und dem Leser das ein oder andere Déjà-vu sowie eine Chronologie der Ereignisse. Die Geschichte von „Das Mädchen, das Weihnachten rettete“ ist unglaublich fantasievoll und beinhaltet ein großes Abenteuer, in das auch Erwachsene gerne abtauchen werden. Ein humorvoller Unterton und schwarz-weiß Zeichnungen von Chris Mould verleihen der Geschichte Würze. „Das Mädchen, das Weihnachten rettete“ ist eine Geschichte, die ich an jeden weiterempfehlen möchte, der das Fest rund um die Weihnachtszeit mit einem passenden Buch genießen möchte.


Buchzitate:
Fliegende Flunker-Elfen liebten Wörter, wie andere Wesen Honig liebten. Sie waren immer auf der Jagd nach neuen, ausgefallenen Wörtern, um ihre Geschichten damit auszuschmücken.
Weihnachten ist kein Datum, Mr. Dickens. Weihnachten ist ein Gefühl.

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88 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 22 Rezensionen

weihnachten, wichtel, finnland, großartige illustrationen, glaube an wunder

Ein Junge namens Weihnacht

Matt Haig , Sophie Zeitz , Chris Mould
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423280884
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt:
Nikolas wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Die einzigen zwei Geschenke, die er in seinem Leben erhalten hat, sind ein Schlitten aus Holz auf dessen Lehne sein Spitzname, „Weihnacht“, eingraviert wurde und eine selbstgeschnitzte Steckrübenpuppe. Sein Vater ist betrübt: Bei Reisen in die nächste Stadt, drückt sich Nikolas die Nase am Schaufenster des Spielzeugladens platt. Doch eines Tages steht ein Jäger vor der Tür. Er macht dem Vater einen Vorschlag. Der König hat eine Belohnung für denjenigen ausgesetzt, der beweisen kann, dass es die sagenumwogenen Wichtel tatsächlich gibt. Kurzerhand bricht der Vater mit dem Schlitten von Nikolas auf. Der Junge soll solange von der Tante gehütet werden. Doch bald stellt sich heraus, dass die Tante sehr böse ist. Nikolas empfindet einen Verbleib als nicht erträglich. Er sieht nur eine Möglichkeit: Er muss seinen Vater finden. Koste es, was es wolle. Es beginnt eine Reise, die das Leben des Jungen grundlegend verändern wird.


Aufmachung:
Bereits beim Aufklappen des Buchdeckels fällt die liebevolle Gestaltung ins Auge. In der Innenseite des Schutzumschlages befindet sich z. B. eine Ausgabe der Wichtelzeitung, „Der Tagesschnee“. Schlagzeilen wie „Der Weihnachtsmann: So fand ich meine wahre Berufung“ oder „Alles über seine schwere Kindheit, sein Lieblingsrentier, seine Zeit im Gefängnis, die wahre Geschichte des entführten Wichtels“ bereiten schon im Vorfeld Freude auf die folgende Geschichte. Die Innenseite des Buchdeckels nebst erster Seite zeigt einige Skizzen von Nikolas im übergroßen Mantel und dem Rentier „Blitz“ in verschiedenen Posen. Auch hier wird durch die Zeichnung die Vorfreude geschürt.
Wunderschöne schwarz-weiß Illustrationen des Zeichners Chris Mould verleihen dem Buch einen besonderen Charme. In den Bildern schwingt nicht selten eine eigene Portion Humor mit.


Wichtigste Charaktere:
Nikolas der kleine Junge, mit dem großen Herz
Miika der Mäuserich ist Nikolas einziger Freund. Er steht ihm treu zur Seite. Doch wenn er Käse riecht, dann hält ihn nichts mehr. Eigentlich denkt Miika an kaum etwas anderes als an Käse ...
Tante Carlotte ist eine garstige, egoistische alte Frau. Sie ist verbittert und freut sich daran, wenn sie Nikolas das Leben schwer machen kann.
Eines Tages stößt Nikolas im Wald auf ein durch einen Bogenpfeil verwundetes Rentier. Er hilft dem Tier den Pfeil aus der Flanke zu lösen und gibt ihm einen Namen: Blitz.
Die Wahrheitselfe Pixie liebt es, mithilfe von Sprengstoffblumen anderen Lebewesen den Kopf platzen zu lassen. Sie kann nichts dafür. Es macht sie einfach glücklich. Wahrheitselfen haben noch eine Angewohnheit: Sie können immer nur die Wahrheit sagen.
Viele legendäre Wichtel – Ob es sie wirklich gibt? Das müsst ihr schon selbst herausfinden :)


Schreibstil:
Matt Haig erzählt in seinem Buch „Ein Junge namens Weihnacht“ die Geschichte von Nikolas, einem armen Jungen, der eine große Reise beginnt. Gleich zu Anfang warnt Matt Haig seine Leser: Dem Jungen werden gute, schlechte, ja sogar unmögliche Dinge passieren. Man muss bereit sein, das Unmögliche zu glauben, sonst sollte man dieses Buch an dieser Stelle schließen und zu anderer Lektüre greifen. Mein Ratschlag an jeden, der dieses Buch in den Händen hält: Lasst euch auf die Geschichte ein. Sie ist zauberhaft, sie ist witzig und ein wenig skurril. Ihr werdet ein großes Abenteuer bestreiten, ihr werdet auf fantastische Wesen treffen und Freunde finden und letztlich werdet ihr wissen, warum es überhaupt einen Weihnachtsmann gibt und welche Geschichte er durchleben/durchleiden musste, bis er zu dem wurde, der heute noch durch eure Schornsteine fliegt und einen mit Geschenken prall gefüllten Strumpf am Kaminsims hinterlässt.
Doch beginnen wir von vorne: Die Geschichte beginnt mitten im Nirgendwo irgendwo in Finnland. Der kleine Nikolas hat weder Freunde noch besitzt er etwas, was ihm am Herzen liegt. Lediglich seine selbstgeschnitzte Steckrübenpuppe, sein Vater und sein einziger Freund, eine kleine Maus, die ständig nur an Käse denken muss, liegen ihm am Herzen. Als Nikolas Vater seine Chance auf eine großzügige monetäre Entlohnung des Königs sieht, begibt er sich auf eine Reise. Der Junge bleibt daheim bei der bösen Tante, die ihn kurzerhand vor die Tür setzt. Bald schon bietet sich Nikolas keine andere Möglichkeit: Er muss seinem Vater nachreisen. Auf seiner Reise begegnet Nikolas sehr unterschiedlichen Wesen. Er findet Freunde und trifft auf Feinde. Gruselige Situationen, wie der Moment, als die Wahrheitselfe Pixie einem Wesen den Kopf wegsprengt, wurden mit einer Menge Humor aufgelockert und dennoch fragte ich mich an zwei Stellen des Buches, ob die ganz jungen Leser solche erschreckenden Wendungen gut verarbeiten würden.
Matt Haig spricht mit der Stimme eines Erzählers, der jüngeren Zuhörern eine große Geschichte mitteilen möchte und dennoch eignet sich dieser Roman auch für die älteren Leser unter uns, die noch an das Fantastische glauben oder glauben wollen. Nach und nach ergibt die Geschichte, auf ihre eigene Art, einen Sinn: Man wird erfahren, wie der Weihnachtsmann zu seinem Namen gekommen ist, warum sein warmes Lachen wie ein „hohoho“ klingt, dass das Rentier an seiner Seite stets zu Scherzen aufgelegt ist und seinen Harndrang gerne so lange unterdrückt, bis ein Mensch unter ihm auftaucht, der dann - vermutlich - einfach nur denkt, dass es regnen würde, während über ihm ein Rentier voller Schadenfreude weiterfliegt. Vermutlich wird er auch ahnen, warum der Weihnachtsmann so einen dicken Bauch hat und wieso er stets ein alter Mann mit Bart bleiben wird. Er wird erfahren, ob es die Wichtel an seiner Seite wirklich gibt und warum er sich den Menschen, die er am Weihnachtstag besucht, lieber nicht zeigen möchte.


Fazit:
Ein Junge namens Weihnacht erzählt dem Leser die Geschichte vom Weihnachtsmann. Wie er von einem kleinen Jungen zu einem alten Mann mit dickem Bauch und dichtem Bart geworden ist. Nach dem Lesen des Buches wird der Leser das Gefühl haben, eine wahrhaft große und fantastische Reise unternommen zu haben. Er wird mit Nikolas lachen, fürchten und hoffen und letztlich wird er, ganz gewiss, an den Weihnachtsmann glauben wollen.
Ich kann dieses Buch aufgrund zwei etwas gruseliger Szenen nicht an die ganz kleinen Leser/innen empfehlen. Eine Altersempfehlung ab zehn Jahre halte ich für lebensnah. Auch Erwachsene werden mit dieser Geschichte jedoch ihre Freude haben. Dieses Buch gehört unter den Weihnachtsbaum oder zumindest als Gute-Nachtlektüre zur Weihnachtszeit auf das Nachttischchen und sollte jedes Jahr erneut gelesen werden, damit die „wahre“ Geschichte des Weihnachtsmannes nie in Vergessenheit geraten wird.


Buchzitate:
Wenn man jede Menge Fantasie besitzt, ist es egal, wie groß ein Haus ist. Und Nikolas träumte den ganzen Tag vor sich hin und dachte sich Geschichten von Zauberwesen wie Elfen und Wichteln aus.

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3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

2017

Handlettering für alle! Das Übungsheft

Karin Luttenberg
Flexibler Einband: 96 Seiten
Erschienen bei mvg, 04.12.2017
ISBN 9783868828559
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt:
Handlettering für alle! - Das Übungsheft beginnt mit einer kurzen Vorstellung der Autorin nebst einem Vorwort. Es folgen Seiten mit einfachen Alphabeten und zwei Banner-Übungsseiten. Das Buch liefert Anregungen und lädt zum Ausprobieren ein: Hohlräume von Buchstaben kreativ gestalten, die „Falsche Kalligrafie“ erlernen, Zahlen in unterschiedlichen Schriftformen zu Papier bringen, eigene Rahmen für ein Handlettering entwerfen, Geschenkanhänger gestalten oder bereits vorgegebene Bilder durch einen passenden Text ergänzen. Hier finden sich zahlreiche kreative Ideen, die vom Zeichnen einer Speisekarte, bis hin zum Fertigen von Namensschildern reichen.


Eigene Meinung:
Handlettering für alle! - Das Übungsheft baut mit seinem Inhalt auf dem Vorgänger, „Handlettering für alle! - Schritt für Schritt zur schönen Schrift“, auf. Das Übungsheft kann meines Erachtens aber auch ohne Vorkenntnisse des Lehrbuches genutzt werden.
Auf den ersten Seiten des Buches stellt sich die Autorin dem Leser einmal kurz vor. Weiterhin erklärt sie in wenigen Worten, worum es in ihrem Übungsheft geht. Sie gibt einen kurzen Einblick in das zuvor veröffentlichte Lehrbuch und zeigt, welche Stifte der Leser für dieses Buch parat legen sollte. Diese ersten Seiten sind in einer kreativen Handletteringschrift verfasst, so dass der Betrachter bereits hier erste Inspirationen und Motivation zum Loslegen vermittelt bekommt.
Es folgen einige einfache Alphabete mit ausreichend Platz zum Üben. Hier unterscheidet die Autorin zwischen Schreibschrift, Serifenschrift und Curly Alphabet. Auch einfache, zierliche, geradlinige Ziffern und Ziffern mit verstärktem Strich laden zum Nachzeichnen ein. Dem Leser bietet sich die Möglichkeit Großbuchstaben mit Hohlraum in der Mitte zu üben. Auch lernt er, wie er einen Buchstaben am einfachsten verdickt.
Die Seite „vervollständige den Banner“ hilft den Aufbau eines Banners nachzuvollziehen.
Erst dann beginnen die kreativen Seiten. Auf der linken Buchseite zeigt die Autorin Beispiele, wie man einen Buchstaben mit Hohlraum füllen kann. Auf der rechten Seite befinden sich lediglich Konturen. Hier heißt es dann kreativ werden. Die Aufforderung, „ziehen Sie die Ränder der Buchstaben mit einem Fineliner nach“, und „legen Sie jetzt selbst los und füllen Sie die Buchstaben kreativ aus!“, sprechen für sich.
Auch die „Falsche Kalligrafie“ wird an einem Beispiel vorgestellt. Einige einfach geschriebene Worte müssen nun selbständig um den verstärkten Abstrich ergänzt werden. Es folgt auch hier eine kreative Seite, auf der man sich selbst Wörter mit dem Faux-Calligraphy-Effekt ausdenken darf.
Der Leser wird durch zahlreiche Aufgaben geführt. Er wird aufgefordert, eine Glückszahl in unterschiedlichen Formen zu Papier bringen, einen bereits vorgegebenes hübsches Handlettering mit einem passenden Rahmen zu versehen, vorgegebene Rahmen von Geschenkanhänger mit einem Handlettering zu beschriften, neben einer Zeichnung von Messer, Gabel, Teller und Becher mithilfe von schön gestalteten Worten zu zeigen, was er heute alles gegessen und getrunken hat, sich einfach mal umzusehen und in Wörtern alles zu zeichnen, was er gerade sieht. Die einzelnen Aufgaben sind sehr vielfältig und kreativ gestaltet. Es gibt Aufgaben, bei denen man einfach etwas nachzeichnen soll, andere reizvolle Aufträge helfen dabei spielerisch Zeichnungen zu entwickeln (Zeichnen Sie selbst Gegenstände mit Gesichtern und erfinden Sie lustige Namen dazu). 
Das Lehrbuch „Handlettering für alle! - Schritt für Schritt zur schönen Schrift“, stellte dem Leser einige Möglichkeiten vor, wie man ein Wort mit einem Schatten optisch noch „eins draufsetzen“ kann. Im Übungsheft findet sich eine Aufgabe, bei der man gelernte Kenntnisse in die Praxis umsetzen kann. 
Einige der Übungen zeigen dem Leser lediglich ein Bild in der Mitte. Dieses Bild liefert erste Anreize. Die Aufgaben sind oft sehr kreativ gestaltet. Ich hatte nicht selten Lust, gleich zum Stift zu greifen und das Bild zu vervollständigen. Auch an dieser Stelle möchte ich einige Beispiele nennen: Ein Hut in der Mitte eines Bildes mit dem Text, „zeichnen Sie hier ihre magischen Momente. Was haben sie erlebt?“, die Abbildung eines Fahrrades und dazu der Text „was möchten Sie noch sehen von der Welt? - Den Eiffelturm, den Grand Canyon, das Kolosseum“, der Umriss einer Toastscheibe mit dem Hinweis „füllen Sie diese Scheibe Toast mit einem lustigen Text aus“ oder ein Glas mit einem unbeschrifteten Etikett und einem leeren Anhänger; hier heißt es: „gestalten Sie ein schönes Etikett und einen Anhänger“.
Gelegentlich liefert die Autorin auf der linken Buchseite eine Anregung und fordert dem Leser dann auf, auf der gegenüberliegenden Seite eigene Ideen zu entwickeln. Auch diese Vorgehensweise motiviert und inspiriert durch einfache aber zugleich optisch sehr ansprechenden Beispiele.


Fazit:
Handlettering für alle! - Das Übungsheft beginnt mit den Grundaufgaben: Der Leser findet einfache Alphabete zum Nachmachen und lernt einen Banner zu zeichnen. Es folgen eine Vielzahl von kreativen Aufgaben. Gelegentlich demonstriert die Autorin am konkreten Beispiel und lädt den Betrachter ein, es ihr nachzumachen oder auf der gegenüberliegenden Seite eine ähnliche Zeichnung zu erschaffen, oft findet sich auf dem Blatt jedoch auch ein schönes Bild nebst einer passenden Aufgabe dazu. Hier heißt es dann zum Beispiel einen Gutschein zu ergänzen, einen Rahmen zu füllen oder aber ein Erlebnis mit einem Handlettering Ausdruck zu verleihen.
Der Leser lernt in diesem Buch eigene Ideen zu entwickeln. Spielerisch wird er an die Aufgaben verschiedene Schatten, Rahmen und eigene Buchstaben zu entwerfen, kleine Zeichnungen/Doodles aufs Papier zu bringen, das Handlettering in Form zu bringen und unterschiedliche Schriftarten miteinander zu kombinieren, herangeführt.
Ich kann „Handlettering für alle! - Das Übungsheft“ einfach nur weiterempfehlen. Die Aufgaben machen unglaublich viel Spaß. Wiedereinmal vermittelt die Autorin Freude am Hobby Handlettering, hilft dem Leser neue Inspirationen zu finden und selbst kreativ zu werden.
Das Übungsheft kann ich an Anfänger und fortgeschrittene Handletterer vermitteln. Die Vorkenntnisse des Lehrbuches sind meiner Meinung nach nicht zwingend erforderlich.

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is, islam, salafisten, salafismus, jugendprobleme

Ich schwöre!

Marc Hudek
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei tredition, 24.10.2017
ISBN 9783743953178
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt:
Lenny verbringt seine Freizeit gerne mit Laufen oder seinen Freunden Yussuf und Farik im Jugendtreff um die Ecke. Als eines Tages ein Mann namens Omar dort auftaucht und erst das Gespräch mit Yussuf und später auch mit Farik sucht, verändert sich einiges in Lennys Leben und dem seiner Freunde. Denn von einem Tag auf den anderen radikalisieren und militarisierten sich sind seine Freunde. Sollte es den islamischen „Hardlinern“ gelingen Yussuf und Farik zu indoktrinieren, wären sie für Lenny verloren.


Erweiterter Inhalt:
Lenny ist ein Junge, der nur wenig Freunde und kaum Ziele im Leben hat. Er liest ganz gerne mal ein Buch, auch sportlich betätigt er sich beim Laufen. Seine zwei Freunde Yussuf und Farik sind speziell. Er erträgt ihre Anwesenheit nicht täglich. Besonders Yussuf ist er aber nahe, weil der Junge ebenso wie Lenny keine wirklichen Lebensziele zu haben scheint. Zu Hause erwarten Lenny zwei Geschwister. Ein Bruder, der gerne dealt und sich freut, wenn er mal wieder zu einem Gefängnisaufenthalt verurteilt wird. Da gibt es immerhin gutes Essen und außerdem können Kontakte aufgefrischt werden. Die Schwester Jenny hingegen versucht gerade das zweite Mal ihren Schulabschluss zu machen. Lenny befürchtet jedoch, dass dieser Versuch aufgrund der mangelnden intellektuellen Fähigkeiten erneut scheitern wird. Lennys Mutter hat nur wenig Zeit, sich um die Kinder zu kümmern. Seit der alkoholkranke Vater verstorben ist, muss sie als Alleinerziehende hart arbeiten, um die Familie zu ernähren. Lennys große Liebe gilt der verheirateten Sportdozentin. Er hat also niemanden, zu dem er aufschauen kann. Seine zwei Freunde sind ihm da umso wichtiger.
Als eines Tage im Jugendtreff, in dem Yussuf, Faris und Lenny ihre Zeit verbringen, ein Mann namens Omar auftaucht, ändert sich für die drei Freunde einiges. Omar gelingt es Yussuf und Faris davon zu überzeugen, dass sie bloß Opfer der gottlosen gesellschaftlichen Verhältnisse seien, deren grundlegende ökonomische Strukturen verhindern würden, den Islam als politische und gesetzgeberische Richtschnur einzuführen.
Als Lenny bemerkt, dass Yussuf und Faris in die Islamistenszene abrutschen, ist es längst zu spät. Einzig ein Handel gibt ihm die Hoffnung diese noch retten zu können: Er wird Yussuf und Faris bei ihren ersten Prüfungen helfen, aber dafür müssen sie ihm versprechen eine Beratungsstelle aufzusuchen. Die Freunde sind sich einig: Ein Besuch bei einer Beratungsstelle ist schnell abgesessen. Lennys Hilfe ist für die Herausforderung jedoch unerlässlich. Sie lassen sich auf diesen Vorschlag ein.


Eigene Meinung:
Marc Hudek witmet sich mit seinem Roman einem wichtigen Thema: Wie kommt es dazu, dass Moslems in der Diaspora zu Terroristen werden. Er gibt mit seinem Buch einen kleinen Einblick in die Arbeit von radikalen Menschenfängern und ihren Fähigkeiten neue Mitglieder zu werben. Anhand von Lennys Freunden zeigt er, wie schwer es für Angehörige und Freunde sein kann, Zugang zu Betroffenen zu finden. Mit Lenny erschafft der Autor einen Charakter, der auf den ersten Blick ebenso ziellos durchs Leben geht, wie Yussuf und Faris, der aber bereit ist, für seine Freunde einiges auf sich zu nehmen.
Dadurch, dass Lenny in kritischen Situationen zynisch reagiert und dadurch, dass Farik und Yussuf einerseits hart wirken wollen und dann aber doch immer wieder an ihrer eigenen Tollpatschigkeit zu scheitern drohen, entwickelt sich ein subtiler Humor in dem Buch, der das schwere Thema ein wenig auflockert.
Auch eine Liebesgeschichte durchläuft der Protagonist im Laufe der Seiten. Seine unerwiderte Zuneigung zu der Sportdozentin macht Lenny zu schaffen. In einem Park entdeckt er die an den Rollstuhl gefesselte Basketballspielerin Anna, die im ersten Moment mit der Flasche Alkohol und der Zigarette in der Hand so erscheint, als hätte sie mit dem Leben abgeschlossen. Doch die in sich ruhende und lebenserfahrene Frau spricht mit klaren und klärenden Worten über das Leben; es gelingt ihr Lennys inneren Kompass neu einzuordnen.
Lenny beginnt als typischer Antiheld; der der zu betreuenden Kindergruppe beim Völkerball einen extra harten Ball zuteilt oder der im Kaufhaus an einem BH schnuppert. Lenny scheint jedoch mit dem Kampf, den er für seine Freunde auf sich nimmt, Größe zu entwickeln. Er wächst an seiner Aufgabe.


Fazit:
"Ich schwöre" ist ein Buch, welches sich einer sehr schwierigen und aktuellen Thematik widmet. Wie kommt es dazu, dass junge Männer, die die Vorzüge der westlichen Gesellschaft selbst genießen können, dieser den Kampf ansagen. Der Plot wird durch ein wenig Humor aufgelockert. Die Charaktere haben allesamt keine großen Ziele, die sie im Leben verfolgen. Gerade Lenny jedoch scheint an den Herausforderungen, die ihm das Leben stellt, zu wachsen.
Ich denke, dass dieses Buch eine gute Diskussionsgrundlage für das Thema Radikalisierung in Schulen bieten könnte.

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2017

Handlettering für alle!

Karin Luttenberg
Flexibler Einband: 96 Seiten
Erschienen bei mvg, 13.11.2017
ISBN 9783868828542
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt:
"Handlettering für alle!: Schritt für Schritt zur schönen Schrift" beginnt mit einem inspirierenden Vorwort. Sodann stellt die Autorin das notwendige Zubehör vor. Auf den Folgeseiten erfährt der Leser, auf welchen Wegen die Autorin Inspiration findet. Anschließend werden die Buchstaben in ihrem Aufbau erläutert. Der Leser erfährt den Unterschied zwischen Serifen, serifenlosen und dekorativen Buchstaben, Versalhöhe, Grundlinie, Mittellänge, Überlänge und Unterlänge. Einige einfache Alphabete werden vorgestellt.
Die Autorin beginnt mit einer einfachen Ausführung eines Letterings. Sie stellt die sogenannte „Falsche Kalligrafie“ an einem Beispiel vor, fügt noch eine einfache Art von Schatten und Schnörkeln hinzu und schon zeigt sich dem Betrachter ein sehr schönes und vorzeigbares Lettering. Es folgen einige Beispiele, wie man den einzelnen Buchstaben Tiefe verleihen kann. Auf den nächsten Seiten werden verschiedene Banner und Rahmen vorgestellt. Die Autorin verrät, wie ein Handlettering mit ein wenig Farbe und durch eine ausgewogene Verteilung der Worte im Bild harmonisch wirkt.
Texte kann man hervorragend in Form bringen, indem man zuvor ein passendes Bild als Hintergrund zeichnet und erst dann das Lettering hineinsetzt. Der Hintergrund kann entweder per Fineliner fixiert oder aber auch im Anschluss wegradiert werden. Er hat seine Pflicht erfüllt.
In einem relativ kurzen Abschnitt werden weitere Materialien vorgestellt, die man fürs Handlettering nutzen kann. Der Schriftzug einer Feder, eines Kalligrafie-Stiftes sowie eines Federstiftes wird ohne viel Worte anhand von Beispielen gezeigt. Mehr Raum nimmt hingegen das Schreiben mit Kreide ein.
Das Buch endet mit einigen einfachen Do-it-yourself-Ideen.


Eigene Meinung:
Karin Luttenberg legt ihren Fokus in ihrem Buch, „Handlettering für alle!: Schritt für Schritt zur schönen Schrift“, darauf dem Leser Hilfsmittel an die Hand zu geben, wie er eigene Inspirationen für neue Texte und auch für grafische Umsetzungen entwickeln kann. Das Buch zeigt auf den ersten Seiten einige einfache Alphabete. Jedoch findet man innerhalb der Bilder, ja alleine schon auf dem Buchdeckel, viele weitere Ideen, wie man Buchstaben in Szene setzen kann. Immer wieder gibt die Autorin dem Leser Anregungen mit auf dem Weg, wie er sich Inspirationen verschaffen kann. Ein alter Fotoapparat dient auf einem Bild als Beispiel. Hier hat Karin Luttenberg einige Schriftarten für sich entdeckt. Schnell wird klar, dass wir immer wieder Produkte im Alltag finden, auf denen interessante Schriftzüge zum Nachmachen einladen.
Wie findet man eine gute Idee für einen Text innerhalb des Letterings? Hier führt nun der Weg in das Reich der Mittel, aus denen Inspiration geboren wird. In der Natur, aber auch im Alltag, in Filmen, ja sogar in der Musik findet Karin Luttenberg Ideen.
Nach den Grundkenntnissen beginnt die Autorin mit einem Beispiel für ein einfaches Lettering. Sie stellt die „falsche Kalligrafie“ an einem Beispiel vor und zeigt dann einige Beispiele, wie man Buchstaben mit einem Schatten verzieren und somit Tiefe verleihen kann. Die Autorin bevorzugt auf ihren folgenden Bildern die „Pünktchenschattierung“.
Banner und Rahmen werden vorgestellt. Auch hier können ein paar Striche oder Punkte an den richtigen Stellen und/oder ein Schatten im Hintergrund wahre Wunder vollbringen. Aber auch mit ein wenig Farbe an der richtigen Stelle können schöne Akzente geschaffen werden. Auch auf eine harmonischen Anordnung der Worte innerhalb des Letterings sollte man unbedingt achten. Ab der Mitte des Buches widmet sich Karin Luttenberg den Zeichnungen innerhalb eines Handletterings. So kann man zum Beispiel einen Text direkt in ein Bild hineinsetzen oder aber den Text mit Hilfe einer vorherigen Bleistiftzeichnung in eine entsprechende Form bringen. Diese Methode sorgt für einen regelrechten Eyecatcher. Überhaupt arbeitet die Autorin sehr gerne mit Handlettering in Verbindung mit Zeichnungen. Schritt-für-Schritt-Anleitungen und einige fertige Ideen bieten dem Leser Hilfestellungen für eigene Letteringversuche.
Weitere Materialien wie Feder, Kreidemarker u.ä. werden eher kurz vorgestellt. Auch hier gilt, dass die Autorin weniger Hilfestellung mit Worten als durch Visualisierung gibt.
Das Buch endet mit einigen Do-it-yourself-Ideen, die sich leicht umsetzen lassen. Eine eigene Karte zum Geburtstag, selbstgemachtes Geschenkpapier, selbstbeletterte Eier zu Ostern oder Weihnachtskugeln für den Christbaum, Geschenkanhänger, ein selbstgestaltetes Notizbuch oder ein beletterter Tisch als Geschenk für eine Party, Tischdeko und beletterte Sägen für die Wand sind Ideen, die sich gut verschenken lassen oder die auch in der eigenen Wohnung einiges hermachen.
Ich selbst habe bereits einige Bücher gelesen und auch schon das ein oder andere Handlettering ins Werk gesetzt. Aus Erfahrung weiß ich, dass man irgendwann in einer kreative Krise zu stecken scheint. An diesem Punkt hat man sich meist noch gar nicht mit der Ausführung des eigentlichen Letterings befasst. Karin Luttenberg schafft mit ihrem Buch Abhilfe. Allgemein gehaltene Ideen helfen aus jedem „künstlerischen Tief“ und motivieren gleich zum Stift zu greifen und ein neues Lettering aufs Papier zu bringen.


Fazit:
"Handlettering für alle!: Schritt für Schritt zur schönen Schrift" bietet anhand vieler Bilder und einiger Ausführungen der Autorin eine Quelle der Inspiration. Einfache Do-it-your-self-Ideen motivieren zum Nachmachen. Da auch Grundkenntnisse zum Lettering grob vermittelt werden, finden sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Leser/innen in diesem Buch eine wertvolle Hilfe für ihren Handletteringerfolg. Motivationstiefs sollte es nach dem Lesen dieses Buches nicht mehr geben.

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dystopie, jugendbuch, todesstrafe, mord, kerry drewery

Marthas Widerstand

Kerry Drewery , Sabine Bhose
Fester Einband: 426 Seiten
Erschienen bei ONE, 16.03.2017
ISBN 9783846600436
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Martha wurde des Mordes an Jackson Paige beschuldigt. Mit einer Waffe in der Hand wurde sie vor der Leiche des vom Volk geliebten Wohltäters vorgefunden. Auch hat sie die Tat umgehend gestanden. Sieben Tage wird Martha nun in sechs verschiedenen Zellen verbringen, bis sie letztlich in der Todeszelle Nummer sieben auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet werden soll. In der Fernsehshow „Death is Justice“ wird jeden Abend über diesen Fall gesprochen. Das Publikum wird nach einer ausgiebigen Analyse aufgefordert per SMS, Internetvoting oder Telefonanruf abzustimmen, ob Martha leben oder sterben soll. Dieses „demokratische Urteil“ soll über Schuld oder Unschuld der Verurteilten entscheiden. Nur wenige stellen sich die Frage, ob das Mädchen nicht vielleicht doch unschuldig sein könnte.


Schreibstil:
In Marthas Widerstand findet sich der Leser in einem zukunftsorientierten Szenario wieder. Gerichte, nebst Richter wurden abgeschafft, auch eine Beweiserhebung wird in einem Strafverfahren nicht mehr als notwendig erachtet. Stattdessen soll das Volk per Voting darüber bestimmen, ob ein Verurteilter für die ihm vorgeworfene Tat hingerichtet oder doch freigesprochen werden soll. Als Hilfestellung dient dem Bürger hierbei ein Livestream, den er per Zusatzkosten mieten und bei dem er täglich einen Blick in die Zelle des Verurteilten werfen kann. Außerdem wird in der Fernsehsendung „Death is Justice“ ausgiebig über den aktuellen Fall gesprochen. Hierzu werden Verwandte des Opfers, Zeugen oder aber sonstige Studiogäste, wie in Marthas Fall ein ehemaliger Richter oder aber auch der Reporter, der mit dem Fall betraut ist, geladen und von den Moderatoren der Fernsehsendung interviewt. Leichtere Fälle werden in einer weiteren Fernsehshow abgehandelt, bei der eine Jury von fünf ausgewählten Personen mittels Buzzer eine Entscheidung über die Verurteilung trifft. Dieses neue System wird als sehr demokratisch und somit gerecht empfunden. Nur erfährt man anhand von Marthas Geschichte nach und nach von den Nachteilen, die das Verfahren mit sich bringt und gerade die ärmeren Teile der Gesellschaft des Landes benachteiligt, die sich zum Beispiel ständige Anrufe für das Voting oder ein Abonnement des Livestreams nicht leisten können.
Gerade der Voyeurismus, aber auch die reißerische Präsentation der Moderatoren ist es, die die Spannung beim Volk schürt und die für Unterhaltung sorgt. Das Gefühl live dabei zu sein und einmal Richter spielen zu dürfen, verschafft der Fernsehshow zudem gute Einschaltquoten.
Martha wechselt jeden Tag ihre Zelle. Nach und nach stellt sich heraus, dass verschiedene Methoden eingesetzt wurden, um die Inhaftierten der Zelle zu foltern. Diese Methoden sind nicht offensichtlich und erschließen sich für den vor dem Monitor sitzenden Zuschauer nicht. Auch Kontakt zur Außenwelt, ist Martha strengstens untersagt. Lediglich die Psychologin Eve darf gelegentlich die Zelle besuchen und mit der Verurteilten sprechen. Dieses Gespräche werden nicht von den Kameras in dem Todestrakt aufgezeichnet. Der Leser, der das Geschehen sowohl aus der Perspektive der Protagonistin als auch der Psychologin verfolgen darf, wird nach und nach Zeuge von einem sehr maroden neuen Rechtssystem und von Korruption.
Neben den Perspektiven der Psychologin Eve und der Inhaftierten Protagonistin liefern einige Kapitel einen Einblick direkt in die Fernsehsendung "Death or Justice". Diese Kapitel sind wie ein Interview aufgebaut. Der Leser verfolgt die Diskussion der Moderatoren und ihrer Gäste. Außerdem wird beschrieben, was der Zuschauer auf seinem Fernseher sieht (zum Beispiel das Logo der Serie). Dieser Schreibstil ist ungewohnt, aber zugleich auch sehr innovativ.


Fazit:    Das Prinzip Brot und Spiele, das schon im alten Rom erfunden wurde, ist hier tragend, wie in „Hunger Games“ oder ,„Running Man“. Gemeint ist die Tatsache, dass eine Bevölkerung durch öffentlichen Veranstaltungen bei Laune gehalten wird. Mehr ist in Marthas Widerstand aber nicht klar. Schon auf den ersten Seiten stellen sich dem Leser einige Fragen.

Ziemlich schnell wird die Neugierde auf Marthas Geschichte geweckt. Warum hat das Mädchen eine Waffe auf den geliebten Wohltäter ihrer Wohnsiedlung gerichtet? Ist sie wirklich so schuldig, wie es alle denken? 
Das dystopische Rechtssystem in Verbindung mit einer reißerischen Fernsehshow führt zu einer allgemeinen „Theatralisierung des Lebens“. Bald schon wird klar, dass nicht alles so demokratisch und gerecht erscheint, wie es die Moderatoren den Bürgern glaubhaft machen wollen.
Spannung wird hier durch das zeitliche Limit geschaffen, das Martha und ihren Freunden gesetzt ist, um eine eventuelle Unschuld zu beweisen. Aber auch das Geheimnis, welches das Mädchen wahrt, schürt die Neugierde.

Marthas Widerstand ist ein spannendes und sehr fesselndes Jugendbuch, das zum Nachdenken anregt.

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einsamkeit, bilderbuch, sternennacht, freundschaft, bilder

Die Sternennacht

Jimmy Liao , Marc Hermann
Flexibler Einband: 70 Seiten
Erschienen bei Chinabooks E. Wolf, 01.11.2017
ISBN 9783905816693
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Ein einsames kleines Mädchen verliert sich in ihrer Fantasie. Die Eltern sind mit ihrem eigenen Leben beschäftigt, der geliebte Großvater wohnt auf dem Land weit weg. In der Schule wird sie gemobbt und bedroht, zu Hause hört das Mädchen ständig die Eltern streiten. Doch in ihrer eigenen Welt gibt es riesige Elefanten, große Katzen und Monster, die sie beschützen. Zum Zeitvertreib beobachtet das Mädchen die Nachbarin durch das Fenster. Sie ist froh, dass dort endlich Mieter eingezogen sind, denn so ist die alte Frau wenigstens nicht mehr alleine. Und dann liegt dort plötzlich ein Junge auf dem Dach. Mitten im Schnee und schaut in den Himmel. Auf den ersten Blick scheint der Jungen ebenso einsam zu sein wie das Mädchen. In der Schule ist er der Neue. Auch er wird von den Mitschülern geärgert. Wenn es regnet geht er ohne Schirm, als hätte der Regen nichts mit ihm zu tun. Er scheint auch einsam, doch er scheint keine Angst zu haben. Er scheint angekommen zu sein.
Das Mädchen sucht die Nähe des Jungen. Sie reden nicht viel und doch sind sie sich sehr nahe. Bald schon sind beide zusammen einsam und bald schon beschließen sie auszubrechen. Sie ziehen in ein Abenteuer und erleben die Freiheit und die Schönheit, nach denen sich ihr Herz im Stillen gesehnt hat.


Zeichenstil:
Um einen ungefähren Eindruck von Jimmy Liaos Zeichenstil zu gewinnen, muss man nur einen Blick auf das Cover werfen. Teilweise durch starke Farben aber auch durch das Hervorheben bestimmter Bildteile weckt der Zeichner das Interesse des Betrachters. Immer wieder lässt er fantastische und/oder surreale Elemente einfließen und wirft damit ein Schlaglicht auf das Seelenleben seiner Protagonistin.
Als Beispiel sei hier ein Bild genannt, in dem das Mädchen traurig ist. Grüne Ranken durchziehen das Bild. Das Mädchen steht in dem dahinterliegenden rosafarbenen Haus mit grünen Punkten und schaut durch das Fenster. Dieses Bild vermittelt Einsamkeit und Traurigkeit alleine durch den Gesichtsausdruck des Mädchens und durch die Ranken, die alles für sich einnehmen und dennoch entsteht dank des farbigen Hauses keine erdrückende Atmosphäre. Beim Betrachten wird klar, dass es die Fantasie des Mädchens ist, die ihre Seele vor dem Schmerz rettet.
Jimmy Liao gelingt es also alleine durch seine Zeichnungen eine starke Aussage zu erschaffen. Die kräftigen Farben aber auch das DIN-A4-Format des Buches verstärken die Wirkung der Bilder auf den Betrachter.
Die Sternennacht kommt mit wenig Worten aus. Ein Satz am Ende der Seite erzählt einen Teil der Geschichte. Einige Seiten kommen auch ganz ohne Text aus. Gerade diese Seiten sind es, die aufgrund der fehlenden Worte ganz besonders intensiv wirken. Zum Ende hin erwartet den Leser eine kleine optische Überraschung.
Die Botschaft dieses Buches lautet: Wo es Schatten gibt, da gibt es Licht. - Auch in der Einsamkeit soll man die Sehnsucht nicht verlieren. Diese Aussage unterstreicht der Autor/Zeichner in seinem Werk.


Fazit:
Die Sternennacht ist eine Geschichte über ein einsames Mädchen mit viel Fantasie. Die farbenfrohen und aussagekräftigen Bilder enthalten einige fantasiereiche/surreale Elemente, die die Botschaft des Buches „in der Einsamkeit soll man die Sehnsucht nicht verlieren“ zusätzlich unterstreichen. Die Geschichte kommt Dank des Talents des Zeichners ohne viele Worte aus. Jimmy Liao nimmt den Leser in „Die Sternennacht“ mit in das Leben eines einsamen, aber sehr fantasievollen Mädchens. Durch seine Bilder weckt er Gefühle und Emotionen. Die Bilder wollen gedeutet werden, die Geschichten hinter den Illustrationen, wollen von den Rezipient/innen auserzählt werden. Auch dort, wo das Buch wortkarg bleibt, ist es daher wirklich gut. Arrangement und Auswahl der Bilder regen die Phantasie an. Dieses Bilderbuch ist nicht nur für jüngere Leser, sondern auch für Erwachsene geeignet. Eine Reise, die man erlebt haben sollte.

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fantasy, magie, liebe, worte, amy harmon

Bird and Sword

Amy Harmon , Corinna Wieja
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2017
ISBN 9783736305489
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt:
Die kleine Lark beherrscht die Gabe der Magie der Worte. Eines Tages formt sie einen Spruch, der die Puppen ihres Zimmers tanzen und durch die Luft schweben lässt. Voller Freude verfolgt sie das Spiel gemeinsam mit ihrer Mutter, als ein Freund und Diener der Familie den Raum betritt und die Ankunft des Königs ankündigt. Schnell versucht Lark auf den Rat der Mutter, die Puppen zum Stillstand zu bewegen, zu hören, doch eine schwirrt durch das Fenster.
Der König ist gekommen, um seinem Sohn das Königreich zu zeigen, über welches er irgendwann einmal herrschen wird. Seine Präsenz ist furchteinflößend und das mit Recht, denn Magie ist ihm zuwider und wird hart bestraft. Mitten im Gespräch erblickt er die Puppe, die zurück zu der kleinen Lark fliegt. Doch bevor ein Missgeschick passiert, greift die Mutter ein. Sie sorgt dafür, dass der König nicht erkennt, wer die Magie gewirkt hat und spricht im letzten Moment einen Fluch, der ihrer Tochter die Stimme und damit ihre Fähigkeiten raubt.
Jahre später taucht Prinz Tiras mit seiner Gefolgschaft erneut am Hof von Larks Vater auf. Er fordert die Männer, die der Lord ihm schuldet, ein. Als Pfand und damit sein Wille gehört wird, verlangt er, dass Lark ihn auf den königlichen Hof begleitet.
Bald sind die fehlenden Worte und die Magie im Land nicht mehr die einzigen Probleme, die Lark und Tiras beschäftigen, denn es gibt Feinde, die alles zerstören möchten, was dem jungen Prinzen am Herzen liegt.


Die Welt:
Amy Harmon erschafft eine Welt, in der Magie nicht geduldet wird und doch gibt es einige Menschen, die eine der vier Gaben beherrschen. So gibt es Gestaltwandler, Heiler, Spinner und Weissager. Und es gibt Kreaturen, halb Mensch halb Vogel mit rasiermesserscharfen Schwingen und Hörnern am Kopf, die eine große Gefahr für die Bewohner des Landes darstellen. Die Volgar, so nennen die Menschen diese Kreaturen, ernähren sich von dem Fleisch ihrer Opfer. Sie glauben daran, dass die Kräfte der Toten so auf sie selbst übergehen.
Jedes der Länder der Welt wird von einem Lord regiert. Über den einzelnen Lokalherrschern thront der König.  Eine Karte im Klappenteil des Buches zeigt die Lande von Jeru und verschafft dem Leser im Bedarfsfalle einen schönen Überblick.


Schreibstil:
Nachdem der Prinz Lark als Pfand für seine Forderungen mit in sein Königreich genommen hat, beginnt für das Mädchen ein neues Leben. In ihrem Heim war es der Vater, der das Mädchen nicht aus den Augen gelassen und hart bestraft hat. Jedoch nicht, weil er Lark liebte, sondern stets aus reinem Eigennutz. Im Schloss wird sie erneut in ein Zimmer gesperrt, doch dort lebt sie im Luxus. Sie bekommt ein Bad mit Rosenblüten, drei Frauen kümmern sich um ihr Wohlbefinden.
Lark sehnt sich nach ihrer Freiheit. Sie möchte frei entscheiden und auch wieder sprechen können. Doch zugleich hat sie auch Angst davor mit ihren Worten erneut Schaden anzurichten. Ihre Statur ist eher zierlich, mit ihrem Aussehen fällt sie nicht weiter auf. Auf den ersten Blick wirkt das Mädchen gegenüber dem dominanten Auftreten und den zielorientierten Worten des Prinzen verletzlich und schwach. Doch Lark ist alles andere als das, denn in ihr tobt ein Feuer.
Amy Harmon gelingt es mit ihren Worten Bilder zu zaubern. Sie erschafft eine spannende und fesselnde und zugleich magische Geschichte. Lark und Tiras scheinen auf den ersten Blick sehr unterschiedlich und doch haben sie einiges miteinander gemein. Lark steckt voller Gefühle und Leidenschaft, die sie mit aller Macht zurückhält. Der Prinz hingegen wirkt oft barsch und kalt. Doch gegenüber seiner Gefangenen zeigt er des öfteren Nachsicht.
Die Liebe zum gesprochenen und geschriebenen Wort spielt in diesem Buch eine ganz besondere Rolle. Lark sehnt sich danach zu sprechen, sie möchte nichts lieber als Lesen und Schreiben zu können. Die Szene, als der König ihr ein Buch gibt und ihr etwas daraus vorliest, könnte nicht schöner sein, als hätte er ihr einen Kuss gegeben.
Neben diesen leidenschaftlichen Momenten, die mitten ins Herz treffen, erzählt Bird & Sword auch eine Geschichte über Macht, Krieg, Intrigen und Gefahren. Der Prinz muss sich stets darum sorgen, dass ihm jemand seinen Thron streitig macht. Zugleich droht Unheil von Seiten der harpienartigen Volgar, die sich immer mehr vermehren und das Land bedrohen. Aber auch die Angelegenheiten des Volkes müssen geklärt werden. Das Gesetz, dass Magie nicht geduldet wird, wird von den Magischen gefürchtet und zugleich drängen die, die keine Fähigkeiten besitzen auf dessen Durchsetzung. Und dann gibt es noch ein Geheimnis, welches schwer auf den Schultern von Tiras lastet.


Fazit:
Bird & Sword ist eine Liebesgeschichte voller Leidenschaft für das gesprochene und geschriebene Wort und zugleich zwischen zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirkenden Charakteren. Die Charaktere müssen nicht nur für ihre Ziele und Wünsche kämpfen, sondern sich auch gegen ihre Feinde behaupten, die sowohl Lark, aber auch dem König nach dem Leben trachten. Ein weiterer Konflikt untermalt die Handlung: Die Magie ist stets präsent und doch wird sie von den Bewohnern nicht geduldet.
Bird & Sword ist eine Geschichte über Magie, über Liebe, voller Intrigen und Zauber. Dieses Buch ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Amy Harmon gelingt es ihre Worte zu Bildern werden zu lassen. Fantasyliteratur der feinsten Sorte.


Buchzitate:
Ihm hatte man jedes Wort gegeben, das er brauchte, mir aber hatte man jedes Wort genommen. Ich wollte sie wiederhaben. Alle.
Er schien zu wissen, was ich wollte, und legte seine Hand über meine. Während er las, zog er sie weiter, damit ich ihm folgen konnte.

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handlettering, kreativbuch, norbert pautner, 2017, kalligrafie

Handlettering. Die 33 schönsten Alphabete mit Rahmen, Ornamenten und Bordüren

Norbert Pautner
Flexibler Einband
Erschienen bei Bassermann, 02.10.2017
ISBN 9783809438038
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt:
Handlettering. Die 33 schönsten Alphabete stellt dem Leser, wie der Titel schon verrät, 33 Alphabete vor, mit denen er sein Handlettering kreativ gestalten kann. Jede Doppelseite setzt sich aus Alphabet (rechts) und Anleitung, Tipps und Tricks (links) sowie vielen Bildern, die die Beispiele untermalen zusammen. Das Buch schließt mit einigen Inspirationen für Verzierungen, Rahmen und Bordüren, Illustrationen, Schwüngen und Vignetten, Banderolen und Etiketten.


Eigene Meinung:
Als mittlerweile nicht mehr ganz so blutiger Anfänger, waren mir die Grundkenntnisse des Handletterings schon bekannt. Ich erhoffte mir von Norbert Pautners Werk „Handlettering. Die 33 schönsten Alphabete“ ein Buch, welches mir bei der kreativen Gestaltung meines Letterings behilflich sein würde. Diese Anforderungen hat das DinA4 große Buch, welches für 7,99 Euro nicht nur kostengünstig ist, sondern zugleich auch einige Informationen vermittelt, durchaus erfüllt.
Norbert Pautner beginnt sein Buch mit einer Einleitung, in der er an Beispielen zeigt, dass die Aussage eines Satzes alleine durch die Wahl der Schriftart, aber auch der Farbe bei einem Lettering vom Betrachter völlig anders interpretiert werden kann. Dieser Hinweis war mir nicht neu, jedoch wurde der Kern der Aussage durch die gezeigten Bilder noch einmal mehr als deutlich gemacht. Mir wurde durch diese Beispiele bewusst, wie wichtig es ist, dass Lettering schon im Vorfeld gut zu durchdenken.
„Handlettering. Die 33 schönsten Alphabete“, verspricht dem Leser schon alleine auf dem Cover, eine gute Auswahl verschiedener Alphabete. Dieses Versprechen hält der Autor. Von Jugendstil-Versalien, der Zirkusschrift, einer Westernvariante, bishin zur eleganten Pinselschrift, findet man hier alles, was das Herz begehrt. Das Buch ist so aufgebaut, dass der Leser auf der rechten Seite ein Alphabet, gezeichnet auf Karopapier, zum Üben findet. Auf der linken Seite erfährt er einige Tipps und Tricks, wie man die Schrift am besten umsetzt und im Nachhinein auch noch gut in Szene setzen kann. Auch verrät der Autor, worauf der Zeichner achten muss, damit das Schriftbild stimmig wirkt. Die Informationen sind knapp, aber genauso informativ gehalten und werden mit vielen Bildern aufgelockert.
Das Buch schließt mit fünf Seiten auf denen Anregungen für Verzierungen, Rahmen und Bordüren, Illustrationen, Schwüngen und Vignetten, Banderolen und Etiketten gezeigt werden. Die Auswahl genügt, um einige Inspirationen zu finden und Handletterings schön in Szene zu setzen.


Fazit:
Handlettering. Die 33 schönsten Alphabete ist vom Preis-Leistungsverhältnis kaum zu toppen. Anfängern würde ich empfehlen, sich zumindest noch ein weiteres detaillierteres Handletteringwerk zu kaufen, in dem die Basics ein wenig ausführlicher erklärt werden. Für Letterer, die bereits einige Grundkenntnisse besitzen, bietet Norbert Pautners Werk viele interessante Alphabete, mit denen neue Anreize und kreative Letterings erschaffen werden können.

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