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Spiel der Macht

Marie Rutkoski , Barbara Imgrund
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.09.2018
ISBN 9783551583888
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:

Als Tochter des Generals ziemt es sich für Kestrell nicht, Ausflüge ohne Begleitung zu machen. Doch Kestrell ist kein Mädchen, dass den Wünschen und Erwartungen aller entspricht. So ist sie an einem Tag gemeinsam mit ihrer Freundin Kess auf dem örtlichen Markt unterwegs. Ein Zufall will es, dass die Beiden beim Schlendern an einen Platz gelangen, auf dem Sklaven versteigert werden.
Gerade wird ein muskulöser Junge angepriesen. Sein Körper ist übersät von blauen Flecken und dennoch scheint sein Blick nicht gebrochen. Ganz im Gegenteil. Man sieht dem Sklaven an, dass er Ärger bedeuten und nur schwer zu bändigen sein wird. Der Auktionator ist Schauspieler, Marktschreier und Scharlatan zugleich. Dennoch werden nur zögerlich erste Gebote abgegeben.
Vielleicht ist es Mitleid, vielleicht ist es aber auch der Zorn darüber, wie ein Menschenleben hier verramscht wird, s obald jedenfalls der Auktionator dem Sklaven befiehlt, dem Publikum seine schöne Singstimme zu präsentieren, beginnt Kestrell mitzubieten.

Wenig später kehrt Kestrell mit dem Neuerwerb namens Arin heim. Dieser, ungebeugt, ungezähmt und u ngebrochen, erscheint jetzt wie ein unheilsschwangerer Spontankauf.

Neben ihren täglichen Sorgen, den ungeliebten Rollenerwartungen der Familie und der Gesellschaft, hat Kestrell nun also noch ein anderes Problem am Hals: Arin muss im Haushalt integriert werden, vor allem aber übt er aber eine beinahe magische Anziehung auf sie aus.


Im Detail:

Schon gleich nach der Ankunft auf dem Anwesen des Generals von Valoria checkt Arin die örtlichen Gegebenheiten seiner neuen Heimats- und Arbeitsstätte mit fachkundigem Blick ab. Sehr schnell wird man als Leser misstrauisch. Was führt der Sklave im Schilde?

Kestrell, die eigentlich eine sehr gute Menschenkenntnis besitzt, sieht die Gefahr zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Kestrell und Arin geraten manchmal aneinander, denn beide scheuen nicht davor einander die Wahrheit ins Gesicht zu sagen. Dies schätzt Kestrell. Auch was ihr Lieblingsspiel betrifft, hat sie nunmehr einen würdigen Gegner gefunden.
Vermutlich sind es diese kleinen Dinge und auch ein wenig Kestrells Hang dazu, impulsive Entscheidungen zu treffen, die sie dazu treiben, den Sklaven immer öfter für Begleitdienste auszuwählen.

Durch die Zeit, die Kestrell und Arin miteinander verbringen, entstehen zwangsläufig Gefühle füreinander. Vertrauen entwickelt sich nur gemächlich. Anfängliche Ablehnung weicht aber bereits sehr schnell Neugier.
Die Beziehung ist schlüssig und glaubwürdig in Worte gefasst. Nicht selten spürte ich als Leser die Freude darüber, wenn beide einen Schritt aufeinander zugemacht haben. Natürlich war jedes geteilte Geheimnis ein Zugeständnis und zugleich auch ein Risiko.

Das Buch ist auch die Geschichte einer durch Verfehlungen und Missverständnisse gekennzeichneten Vater - Tochter - Beziehung. Kestrells taktisches und strategisches Talent sind es, die eine wertvolle Ergänzung für die eigenen Truppen wären. Kestrells mangelndes Talent im Umgang mit Waffen sowie die Liebe zur Musik stehen diesen Plänen ebenso entgegen, wie die Tatsache, dass sie einfach keine Lust hat, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Diese gegensätzlichen Hoffnungen und Wünsche sorgen jedoch nicht für einen Zwist zwischen Vater und Tochter. Ganz im Gegenteil. Kestrell weiß, was von jedem Valorianer verlangt wird. Die Alternative ist eine frühe Ehe. Die Deadline für ihre Entscheidung ist bald abgelaufen.

Die Frage, wofür sich Kestrell entscheiden wird, für eine Laufbahn beim Militär oder eine Ehe und Kinder, sorgt für zusätzliche Spannung im Roman. Aber auch die jüngsten Ereignisse wie der Selbstmord des Hauptmanns der Garde, bereiten dem General und somit auch seiner Tochter bald schon ernste Sorgen.


Fazit:

Marie Rutkoski „Spiel der Macht“ ist schon wieder so ein Buch, dass die Nachttischlampe bis in die Morgenstunden brennen lies, weil man es einfach nicht beiseite legen konnte.
Die Geschichte ist spannend, glaubwürdig und so vollkommen frei von reißerischen Übertreibungen.
Für mich ein grandioser Reihenauftakt mit einer scharfsinnigen und starken Protagonistin.
Anhand der verbotenen Beziehung des Paares wird das beidseitige Dilemma, werden Generationenunterschiede, Klassenunterschiede und Gegensätze offenbart.
Man kann nur hoffen, dass die weiteren Bände bald auf dem deutschen Buchmarkt verfügbar sein werden.


Buchzitate:

Ihr Ton war höflich, aber das „bitte“ knirschte. Es war eine Lüge, es sollte vortäuschen, das ihre Worte kein Befehl waren. Es war eine glänzende Schicht auf Farbe auf einem Gefängnis.

„Nun ja.“ Sein Lächeln war schwach, aber es war da. „Ich nehme an, keiner von uns beiden ist so geworden, wie man es von uns erwartet hat.“

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Handlettering – Dein Einstieg in die Kunst des kreativen Schreibens

Chalkfulloflove
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Edition Michael Fischer / EMF Verlag, 04.09.2018
ISBN 9783960931102
Genre: Sachbücher

Rezension:



Inhalt:

Das Buch beginnt mit einem kurzen Abschnitt über die Schriftgrundlagen. Hier werden Fragen wie „Was ist eine Serife, was bedeutet Sans Serif und was ist ein Haarstrich“ geklärt. Auch die Basics werden aufgegriffen. Was ist Faux Calligraphy und wie bekomme ich den „verstärkten Abstrich“ am besten hin? Zwei Seiten stellen Materialien wie Stift und Papier vor. Du brauchst wirklich nicht viel, wenn du das erste Mal mit dem Handlettering beginnen möchtest.

Es folgen einige Seiten, auf denen das kleine Alphabet geübt werden kann. Großzügige Übungsfreiflächen laden zum direkten Lettering im Buch ein. Im Anschluss an die sich wiederholenden Übungen erhältst du dann zusätzlich eine kurze Übersicht des Alphabetes.

Auf den weiteren Seiten erklärt die Autorin, wie man Buchstaben am besten verbindet. Wann kannst du den Stift absetzen, welche Buchstaben solltest du am besten in einem Zug lettern? Das Lettern von mehreren Buchstaben im Verbund ist, gerade am Anfang, nicht einfach. Mit Hilfe von einigen Übungsaufgaben, die du ebenfalls direkt im Buch ausführen kannst, wirst du dieses neuerworbene Wissen ausführlich vertiefen können.

Bounce Lettering bzw. das Tanzen der Buchstaben sieht oft richtig schön aus. Wer sich schon mal daran versucht hat, wird feststellen, dass es gar nicht so einfach ist. Wie bei vielem im Leben gilt auch hier: Übung macht den Meister . An Beispielwörtern kannst du deine Fähigkeiten auch auf diesem Gebiet schulen.

Ein optisch ansprechendes Lettering wird oft durch die Kombination verschiedener Schriftarten geschaffen. Die Autorin stellt in ihrem Buch vier Alphabete vor und zeigt dir, wie du sie mit einem kleinen Trick optisch noch ein wenig aufhübschen kannst.

Weiterhin findest du neun Schmuckelemente zum Verzieren von Letterings und ein paar Anregungen für schlichte Schnörkel, die deinem Lettering das gewisse Etwas verleihen werden.

Wie gelingt dir ein schlichtes, aber wirkungsvolles Lettering? Kombiniere die Worte optisch ansprechend, verwende verschiedene Schriftarten und setze vielleicht noch ein kleines Schmuckelement als Eyecatcher in die Ecke. Schon hast du ein perfektes Lettering erschaffen. Das ist manchmal einfacher gesagt als getan. Beispiele und Schritt-für-Schritt-Erklärungen der Autorin werden dir helfen von einer Skizze zum Bild zu gelangen.

Großzügige Übungsseiten am Ende des Buches helfen dir ein paar kurze Sätze nachzulettern und damit den Stil der Autorin noch einmal zu vertiefen.


Aufmachung:

Handlettering – Dein Einstieg in die Kunst des kreativen Schreibens kommt in einer sehr edelen und zugleich stabilen Aufmachung daher. Mit einem Format von 24,5 x 24,5 cm ist das Buch relativ groß, aber zugleich auch nicht unhandlich. Eine hochwertige goldene Spiralbindung nebst goldener Schmuckkanten machen dieses Buch zum optischen Highlight im Buchregal und zum perfekten Geschenk.


Eigene Meinung:

Als ich das Buch ausgepackt habe, war ich begeistert von der schönen Aufmachung des Buches. Auch der Letteringstil der Autorin, die unter dem Pseudonym Chalkfulloflove zeichnet, gefiel mir auf den ersten Blick sehr.

Ein flüchtiger Blick ins Buch offenbart bereits, dass es hier sehr viele Übungsseiten/Leerseiten gibt, auf denen der Leser direkt mit dem Lettering beginnen kann.

Kniffe und theoretische Grundlagen findet man in diesem Buch leidlich vor. Vielmehr setzt die Autorin auf Best practice -Beispiele, denn Übung macht ja bekanntlich den Meister.

In Handlettering – Dein Einstieg in die Kunst des kreativen Schreibens werden, wie der Name schon verrät, erste Grundlagen vermittelt. Das Buch eignet sich für Anfänger. Fortgeschrittene Letterer werden hier nur wenig Neues erfahren.

Einige Autoren von Handletteringbüchern raten, nach jedem Buchstaben den Stift abzusetzen und eine Pause einzulegen. Chalkfulloflove zeigt hier eine neue Variante: Das Schreiben der Buchstaben in einem Zug und das Absetzen an Stellen, an denen die Buchstaben mit einem linksgeformten Abstrich beginnen. Dieses Vorgehen ist nicht einfach. Doch die Autorin lässt einen nicht im Stich. Einige Beispiele laden auch hier wieder zum Üben ein.


Fazit:

Handlettering – Dein Einstieg in die Kunst des kreativen Schreibens sieht super aus und wirkt aufgrund seiner Aufmachung edel und hochwertig. Ein i deales Buch- Geschenk, eine Sehenswürdigkeit im heimischen Bücherregal.
Nach dem Üben in diesem Buch wird der Letterer den schlichten, aber optisch sehr ansprechenden und wirkungsvollen Stil der Autorin beherrschen. Viele Leerseiten laden zum direkten Lettering im Buch ein.

Dieses Buch eignet sich für Anfänger. Die optisch ansprechende Aufmachung und der eingedampfte Inhalt verstehen es, die Schwellenangst zu nehmen. Fortgeschrittene Letterer werden hier aber nicht viel Neues erfahren.

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Tags: 2018   (1)
 

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Meine beste Bitch

Nataly Elisabeth Savina , Tilman Spreckelsen
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 26.09.2018
ISBN 9783737341394
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Seitdem ihre Mutter, eine Psychiaterin, von einem Patienten mit einer Schere angegriffen wurde, plagen Faina immer wieder gelegentliche Unruhezustände. Ob dieser Vorfall der Grund oder lediglich der Auslöser war, das weiß man nicht. Jedoch ist eins sicher, mit dem Kennenlernen von Nike, einem Mädchen, das genau weiß, was sie will, das immer nur voranstrebt und nie zurückblickt und irgendwie durch das Leben zu fliegen scheint, geht es Faina plötzlich besser. Die juckenden Achseln, das Zittern und die nervöse Niedergeschlagenheit lassen plötzlich nach. Doch als Nike ein Medizinstudium in Hamburg beginnt, verschlechtert sich ihr Zustand täglich. Zwar versprechen sich die Freundinnen fortwährende Treue, doch Faina ist zunächst erneut alleine.

Ein Eichhörnchenunfall wird sie jedoch schon bald aus ihrer inneren Einsamkeit erlösen . Auf dem Nachhauseweg begegnet Faina einem halb toten Tier. Sofort ist klar, dass sie es zum Tierarzt bringen wird. Die Ärztin blieb Faina in Erinnerung, da sie einst die mittlerweile tote Katze, der zwischenzeitlich verstorbenen Großmutter von ihren Zysten befreite und diese Zysten mit Stolz Oma und Enkelin präsentierte. Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass ein Junge vorbeikommt, dessen äußere Erscheinung an einen Nerd erinnert: Hornbrille, abgetragenes Jacket.
Julian weiß zwar, dass er nicht der Held in der strahlenden Rüstung ist, doch ist er es, der Eichhörnchen und Retterin zur Tierärztin fährt.
Dies ist der Beginn einer ganz eigenartigen Freundschaft .

Studium und Zukunftspläne, all das scheint nicht mehr so wichtig, wenn Faina nur in der Nähe von Julian sein kann. So packt sie kurzerhand ihre Sachen und reist Julian hinterher. Nach Berlin, einer Stadt, in der Julian sich als Künstler versucht. Doch niemand hat gesagt, dass eine Liebe zu einem Künstler, der stets den Zwang zur Selbstverwirklichung spürt, einfach sein wird.



Wichtigste Charaktere:

Das Meine beste Bitch-Universum setzt sich aus den skurrilen Nahaufnahmen eigenartiger Charaktere zusammen. Ihre Entscheidungen und Erlebnisse machen diesen Roman zu etwas ganz besonderem. Daher möchte ich an dieser Stelle einige von ihnen kurz vorstellen:

Fainas Mutter hat einst Philosophie studiert und arbeitet nun als Psychiaterin in einer geschlossenen Abteilung. Sie ist der festen Überzeugung, dass es auf jedes Problem auch eine Lösung gibt. Ob man sie nun in Form von Vitaminspritzen oder mit einem Gang über den Friedhof erreicht. Irgendetwas davon wird schon zum seelischen und damit auch oft körperlichen Heil führen. Trotz ihrer weltoffenen Liberalität und Zivilität findet sie für ihre Tochter oft nur harte Worte.

Achim hat ein tieferes Verständnis der inneren Spannungen und Herausforderungen, denen Faina sich stellt. Er weiß, was sie braucht, um glücklich zu sein. Doch seine ruhige und liebevolle Art scheinen Faina nicht immer zu genügen. Sie scheint das Chaos zu suchen.

Und findet es unter anderem in dem rastlosen Julian, der ihr in einigen Punkten sehr ähnlich zu sein scheint. Denn Julian ist, genau wie Faina, auf der Suche. Eine Suche nach Echtheit und Freiheit, dem Lebenssinn, der irgendwo zwischen Selbstverwirklichung , Selbsterkenntnis und Selbstdarstellung zu finden sein soll.
Er ist Künstler - durch und durch. Mit einer Schwester, die nicht selten „durchgeknallt“ wirkt, wenn sie z.B. Faina in der Wohnung einsperrt und mit einer Scherbe bedroht, hat auch er es nicht immer einfach.

Letztlich gibt es da noch Nike . Das Mädchen, das gerne Demonstrationen veranstaltet, das immer nur in die Zukunft blickt und nie zurück. Voller Lebensfreude und voller Ideen sprintet sie voran und scheint Faina dabei schon ganz zum Anfang abzuhängen. Und dennoch ist es die Beziehung zwischen Nike und Faina, eine Freundschaft, die keinen Scham kennt und die so unzerbrechlich erscheint wie ein dicker Fels, die Faina ein Stück weit Heilung schenkt.



Im Detail:

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass weder das Cover, noch der Titel dieses Buches mich auf den ersten Blick angesprochen hätten. Auch den Klappentext sollte man aufgrund Spoilergefahr vielleicht besser nicht lesen. Doch hätte ich dieses Buch nicht empfohlen bekommen und hätte ich es somit nicht gelesen, ich hätte wirklich etwas verpasst.

Meine beste Bitch ist eine ganz besondere Geschichte. Voller skurriler Momente, voller Erlebnisse und voll von schrulligen Charakteren. Nicht selten musste ich schmunzeln, den Kopf schütteln und wollte unbedingt wissen, welche verrückte Situation sich auf den nächsten Seiten wohl ergeben würde.
Ich könnte tausende davon aufzählen, doch ich möchte mich an dieser Stelle einfach mal auf zwei kleine Beispiele beschränken und danach von Herzen den Rat geben, dieses Buch unbedingt zu lesen, um all die kleinen Details selbst zu entdecken und auf sich wirken zu lassen.

Ich habe mich entschieden, euch an dieser Stelle das Cover anhand der entsprechenden Szene im Buch zu erklären. An einer Stelle im Buch treffen sich Nike und Faina. Die alte Badewanne muss noch mit selbst erwärmten Wasser befüllt werden. Nike, die stets für neue Ideen zu haben ist, entschließt sich, frische Erdbeeren hinzuzugeben. Mit einer Melone als Snack begeben sich die Freundinnen ins Wasser. Sie schießen Fotos, die später in einer Kunstausstellung Anklang finden werden.

An einer anderen Stelle, weit vorne im Buch, wird von einem Hilfsprojekt gesprochen, an dem Nike an ihrer alten Schule teilnehmen musste. Da in Peru Meerschweinchen auf dem Speiseplan stehen, sollten die Kinder entsprechende Käfige bauen. Nike, eine bekennende Vegetariern mit Meerschweinchen als Haustieren, ist empört. Kurzerhand ruft sie eine ihrer legendären Demonstrationen auf den Plan. Wie diese aussieht und ob sie letztlich fruchtet, dass möchte ich an dieser Stelle einfach mal offen lassen. Lest selbst.



Fazit:

Meine beste Bitch ist ein Buch von Kunst, Liebe und Irrsinn, das man gelesen haben sollte.
Es lassen sich diverse skurrile Charaktere finden, welche allesamt dem Geiste eines Kunstfilms entsprungen sein könnten. Wer sich auf die vielen schrägen Momente einlässt, für den ist das Buch ein grandioses Leseerlebnis .



Buchzitate:

Es sind immer die winzigen Details, die unverzichtbar werden, nie das große Ganze. Die Kleinigkeiten haften uns oft wie unsichtbare Kaktusfeigenstacheln an. Gründlich, schmerzhaft und unwiderruflich.

Nike hätte auch Geheimagentin werden können. Eine, die nur aus versiegelten Mineralwasserflaschen trinkt und Angreifer mit Handkantenschlägen vertreibt. Was strategische Pläne zur Zielfokussierung anging, war Nike unschlagbar.

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Tags: 2018   (1)
 

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Gemina

Amie Kaufman , Jay Kristoff , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Fester Einband: 672 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.09.2018
ISBN 9783423762328
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Nach dem Überfall von BeiTech Industries auf die Bergbaubetriebe und dem anschließenden Gefecht im All sind nur noch wenige Bewohner des Kerenza-Sektors am Leben. Die Überlebenden befinden sich mit dem Forschungsschiff Hypatia auf dem Weg Richtung Zwischenstation Heimdall. Dort erhoffen sie sich ein wenig Frieden und ein Wiedersehen mit dort stationierten Verwandten.

Auf Heimdall verbringen Hanna, die verwöhnte Tochter des Kommandanten und Nik, aus einer Mafia -verstrickten Familie, ihren Alltag damit, sich zu langweilen oder - im Falle Niks - Drogen anzubauen. Gelegentlich ist auch ein unverbindlicher Flirt anregend. Hanna freut sich auf die nächste Party mit ihrem Freund Jackson. Ihre Liebe zu dem Jungen vertraut sie regelmäßig ihrem Tagebuch an. Doch neues Unheil ist bereits im Anmarsch : BeiTech ist weiterhin daran interessiert, die Wahrheit skrupellos zu vertuschen.



Im Detail:

Bereits das Durchblättern der Seiten von Gemina, dem zweiten Band der Illuminae-Reihe,
macht sichtbar, dass viel Aufwand , Liebe und Know-how in dieses Buch eingegangen sind.
Gerichtsprotokolle, Auszüge aus E-Mails, Chatverläufe, Funksprüche, Skizzen, Bilder und Tagebucheinträge erzählen die Geschichte zweier Jugendlicher, die von einem Tag auf den anderen in einen Kampf hineingezogen werden, bei dem es um das Leben all derer geht, mit denen sie zuvor noch ihren eintönigen Alltag geteilt haben.

Bei den beiden Jugendlichen handelt es sich zum einen um die Tochter des Kommandanten der Sprungstation Heimdall, Hanna Donnelly. In ihrer Freizeit übt sie Kampfsportarten oder spielt Schach mit ihrem Vater. Für eine anstehende Versammlung nebst folgender Party hat sie sich einen hübschen Overall zugelegt und benötigt nun nur noch Partydrogen , die ihr Kontakt Nik Malikow, ein Mitglied des Hauses der Messer, gewiss besorgen kann.

Nik ist in die Familie eines Mafia-Clans hineingeboren. Im Reaktorsektor züchtet die Familie eine Droge heran. Jedes der Tattoos an seinem Körper zeugt von einer Straftat oder einem Widerstand gegen die Staatsgewalt und erzählt eine eigene Geschichte. Die hübsche Tochter des Kommandanten hat schon seit längerem sein Interesse geweckt. Seinen unvergleichlichen Charme lässt er im Chat mit Hanna freien Lauf.

Diese Gespräche zwischen Hanna und Nik sind es, die bereits auf den ersten Seiten für eine gute Prise Humor und Esprit sorgen. Die ganze Geschichte ist h umorvoll akzentuiert, mit einem leichten Augenzwinkern erzählt und zum Teil herrlich ironisch unterlegt.

Doch nicht nur die atemberaubende Aufmachung, die Dialoge zwischen Nik und Hanna und der feine und kernige Humor der Autoren sind es, die den Leser an die Seiten fesseln. Auch die Handlung wartet mit einer so fesselnden Spannung auf, dass es unmöglich erscheint, das Buch auch nur eine Sekunde aus der Hand zu legen. Überraschende Wendungen gibt es auch in diesem zweiten Band wieder zu Hauf. Die Autoren zeigen auch in diesem Band, dass der Kampf ums Überleben lediglich ein Glücksspiel ist. Wahre Meisterschaft erringt das Autorenduo in der Darstellung ihrer Charaktere, mit denen man einfach mitfühlen muss.



Fazit:

Überraschungen sind nicht immer erwünscht, und ein Buch in die Hand zu nehmen, dessen Vorgänger so wundervoll war, ist schon heikel.
Jay Kristoff und Amie Kaufmann erschaffen mit Gemina aber einen Roman, der es mit dem Vorgänger absolut aufnehmen kann. Erzählerisch und visuell wird das Buch höchsten Standards gerecht. Durch ein hohes Maß an Spannung, durch psychologische Kniffe und Humor ist der Roman so mitreißend und vergnüglich wie sein Vorgänger.
 
Also mal wieder ein Pageturner aus der Illuminae-Reihe, ein Highlight. Könnte ich mehr als fünf Sterne geben, ich würde es tun!



Buchzitate:

Sie sah in die Sterne. Er sah nur sie.

Es gibt nur dich und diesen Moment. Und alles, was du gleich auslöscht.

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Tags: 2018   (1)
 

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The Brightest Stars - attracted

Anna Todd , Nicole Hölsken
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.09.2018
ISBN 9783453580664
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Inhalt:

Karina hat sich einen kleinen Traum erfüllt. Sie nennt ein kleines renovierungsbedürftiges Häuschen ihr Eigen. Hier lebt sie gemeinsam mit ihrer schwangeren Freundin Elodie. Um sich diesen Traum zu erhalten und um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, arbeitet sie in einem Massagestudio. Elodie, gute Freundin, Mitbewohnerin und Arbeitskollegin ist oft unpünktlich . An einem der Arbeitstage verspätet sie sich mal wieder. Karina springt für die Freundin ein und übernimmt den Kunden. Es handelt sich um den schweigsamen Soldaten Kael.

Umso überraschter wirkt Karina, als ihre Freundin kurz darauf auftaucht und den Fremden so herzlich begrüßt. Aber das ist noch längst nicht alles. Nach Feierabend steht Kael plötzlich mitten in Karinas Wohnung. Die Geschichte beginnt , wie fast alle großen Geschichten, mit einem Zufall.
Elodie bittet darum, dem besten Freund ihres Mannes für eine Nacht die Couch anzubieten. Ein weiterer Zufall will es, dass er sie zu einem Familienessen begleitet und plötzlich an ihrer Seite zu einer Party geht. Immer wieder taucht er im Massagestudio auf. Dabei weiß Karina doch gar nichts über den Fremden, während sie ihm nach und nach immer mehr von sich erzählt.



Im Detail:

Vom ersten Treffen an übt Kael eine starke Anziehungskraft auf Karina aus. Er ist ein Charismatiker , bei ihm fasst Karina häufig den Mut, sich zu öffnen. Immer mehr erzählt die junge Frau von ihrem Leben. Trotz Erfolgen bleibt ihr Leben ein Ringen um Anerkennung . Der übermächtige Vater zeigt fehlendes Verständnis, mangelnde Anerkennung und viel zu wenig Liebe. Ihr Bruder demgegenüber gerät zunehmend außer Kontrolle. Diese Sorgen sind es, die sie bald mit Kael teilt. Kael schweigt und hört ihr zu. Er wertet nicht, er mischt sich nicht ein.

Karina ist ein Charakter, der sich unglaublich viele Gedanken macht. Sie grübelt darüber nach, warum Kael nicht viel spricht. Sie ahnt, dass diese Schweigsamkeit mit seinen Erlebnissen in Afghanistan zusammenhängen könnten. Doch nach diesen Erlebnissen zu fragen, das traut sie sich nicht. Aber auch andere Situationen und alltägliche Erlebnisse bereiten Karina oft Sorgen. Oft durchdenkt sie mehrere mögliche Situationen, bevor sie handelt. Nicht immer wirken ihre Entscheidungen und gedanklichen Ergebnisse schlüssig bzw. rational. So zieht Karina an einem Abend auf einer Party über die angehende Freundin ihres Bruders Austin her. Sie nennt diese aufgrund ihres scheinbar perfekten Aussehens „Barbie“ und überlegt laut, dass die sich anbahnende Beziehung schon jetzt zum Scheitern verurteilt ist. Dumm nur, dass die potentielle Freundin von Austin alles mit anhören konnte. Der folgende emotionale Ausbruch des Mädchens war vorhersehbar. Austin beruhigt seine Partybegleitung mit dem Hinweis, dass Karina oftmals „angepisst“ reagieren würde. Ein kurzer Satz, der einerseits für Frieden sorgen soll und andererseits auch gar nicht so fehlgesprochen war. Karina jedoch ist zutiefst gekränkt. 
Bisweilen ist sie in ihrer Wahrnehmung übersensibel und tritt in Fettnäpfchen.

Karina kompensiert ihre innere Leere und Unsicherheit , indem sie sich exzessiv mit ihrer Umwelt befaßt. Im ersten Teil des Buches erschien Karina noch bodenständig, ruhig und normal. Im weiteren Verlauf jedoch musste ich mich oft über sie aufregen. Das obige Beispiel steht für nur eine von mehreren Situationen, in denen die Protagonistin unreflektiert und nachtragend erscheint. Zwar macht sich Karina gerne Gedanken, diese teilweise redundanten, oft quälenden Gedankengänge kreisen aber oft nur um sie selbst .

Kael hingegen wirkt mit seiner ruhigen Art wie ein willkommener Gegenpol. Karinas emotionalen Ausbrüchen, begegnet er mit Schweigen und Gleichmütigkeit. Dieses Verhalten ist auch genau das, was Karina benötigt.

Zum Aufbau der Geschichte: Über die Seiten hinweg lernt der Leser Karina und ihren Alltag kennen. Er besucht mit ihr eine Party und das elterliche Haus. Es folgen Gespräche mit Kael über Karinas Sorgen und ihre Vergangenheit. Ein normaler Alltag eines Mädchens, dass die Scheidung ihrer Eltern miterleben musste. Viel interessanter hingegen wären vermutlich die Erlebnisse des Soldaten Kael gewesen. Es fällt eine Andeutung über eine Beinverletzung, über einen Freund, der das Kriegstrauma nicht bewältigen kann. Doch dabei bleibt es leider zunächst auch. Erst zum Ende hin bekommt der Leser eine Ahnung davon, was Kael in seiner Vergangenheit erlebt haben könnte, was ihn beschäftigt und dass er vielleicht doch nicht der sein könnte, der er zu sein vorgegeben hat.
Band eins dieser Reihe endet spannend und mit einem Cliffhanger der die Vorfreude auf eine Fortsetzung schürt.



Fazit:

Der Auftakt der „The brighest Stars-Reihe“ beginnt eher ruhig. Mit Karina führt die Autorin eine sehr grüblerische, von Selbstzweifeln geplagte Protagonistin ein. Einen schönen Kontrast bietet da der ruhige und schweigsame Soldat Kael, der an einem normalen Tag in Karinas Leben tritt .

Die körperliche Anziehungskraft, der Funke, der zwischen den beiden hin- und herspringt, ist sprachlich gekonnt umgesetzt. Kael ist schweigsam und wird niemals ungeduldig. Für Karina ist er ein guter Zuhörer , wenn sie sich mal wieder über ihre privaten Probleme sprechen möchte.

Der Handlungsstrang konzentriert sich im Wesentlichen auf das Zusammenkommen der beiden Charaktere. Auf die Frage, ob es eine gemeinsame Zukunft zwischen zwei so unterschiedlichen Personen überhaupt geben kann. Spannung zieht der Roman aus dem Verhalten der Protagonistin, die mit ihrem sprunghaften und stellenweise auch oft irrationalen emotionalen Ausbrüchen für kleine Schockmomente sorgt und aus der überraschenden Wendung zum Ende des Buches.

Bedauerlicherweise wird in diesem ersten Band nicht viel über den männlichen und mir anfangs durchaus sympathischeren Part Kael und dessen Erlebnisse im Afghanistaneinsatz erzählt.
Man fragt sich, welche Bedeutung die Kriegserlebnisse, die nur kurz angesprochen werden, für die Beziehung zu Karina und die Geschichte haben. Das Rätsel löst sich nicht auf, hier mögen die geplanten Folgebände Aufklärung leisten.

Das tolle Ende entschädigt mit seiner überraschenden Wendung für einige überflüssige Seiten zuvor. Von der ersten bis zur letzten Seite ein dem Leben abgelauschter und handwerklich sehr gut gemachter Roman.



Buchzitat:

Warum ist Glück immer so kurzlebig, und warum bleibt Verzweiflung wie ein unerwünschter Gast haften?

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Tags: 2018   (1)
 

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Wicker King

Kayla Ancrum , Uwe-Michael Gutzschhahn
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.09.2018
ISBN 9783423762335
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Inhalt:

August und Jack sind beste Freunde. In jeder noch so schlimmen Situation sind sie füreinander da. Als sich Jack immer mehr zu verändern scheint und langsam aus dem Realistischen ins Übernatürliche abgleitet, ist es August, der seinem Freund Gehör schenkt, der ihm verspricht, dass er ihm helfen wird, die ominösen Aufgaben zu lösen, von denen er jetzt ständig spricht.
Was anfangs wie ein Spiel erscheint, wird nach und nach zu einem gefährlichen Unterfangen.
August, dem Erfahrungen wie Ohnmacht und Hilflosigkeit fremd sind, merkt dass er langsam die Kontrolle verliert. Doch für ihn steht fest, dass er Jack niemals im Stich lassen wird, egal, welches Opfer er letztlich dafür erbringen muss.



Im Detail:

Sowohl Jack, als auch August wachsen in einem Umfeld auf, in dem die Erziehungsberechtigten ihre Vorbildfunktion stark vernachlässigen. August Mutter leidet unter einer schweren Depression. August ist daher schon früh daran gewöhnt, Verantwortung zu übernehmen.
Jacks Eltern wiederum sind nur selten zu Hause. Nicht mal an Weihnachten oder zum Geburtstag melden sie sich bei ihm.

Kein Wunder also, dass Jack eine Form von Eskapismus sucht. In ihm wächst der Wunsch, dem eigenen Alltag zu entfliehen. August hingegen, der es bereits gewohnt ist sich allen Aufgaben gewachsen zu zeigen, nimmt sich seinem besten Freund an. Er kümmert und sorgt sich um ihn.

Bald schon sind es die Freunde, die August raten, sich Hilfe von dritter Seite zu suchen. Doch Jack möchte nicht, dass jemand anderes von seinen Gedanken/von seiner Parallelwelt erfährt. Da August seinen Freund über alles liebt und alles für ihn tun würde, spielt er mit und begibt sich dabei auf einen sehr schmalen Grad. Am Ende ist es kein Spiel mehr, das beide spielen, sondern bitterer Ernst.

Kayla Ancrum hat mit Wicker King ein Buch geschrieben, das allein schon von der Aufmachung her ins Auge fällt. Der Leser findet im Innenteil Bilder, Fotos, Playlisten, Protokolle, Notizzettel und vieles mehr.

Dennoch fiel mir der Start in die Geschichte schwer. Das lag vermutlich einerseits an den kurzen Kapiteln, die im Durchschnitt eine Seite lang waren, andererseits aber auch an dem Schreibstil der Autorin. Lange Zeit war ich mir nicht sicher, wohin die Geschichte eigentlich gehen soll. Durch die schnellen Szenenwechsel hatte ich das Gefühl, immer wieder aus der Situation herausgerissen zu werden. Auch hatte ich das Gefühl, dass Kayla Ancrum mit einigen künstlerischen Kniffen einen besonderen Flair in die Geschichte einbauen wollte.

Hier lohnt es sich jedoch Geduld zu zeigen. Nach und nach entwickelt die Autorin eine Geschichte, der es gelingt, auf sanfte Weise eine tiefere Botschaft zu vermitteln. Auch empfand ich die Freundschaft zwischen Jack und August als etwas ganz besonderes. Ihre intensive Bindung zueinander, die Bereitschaft bedingungsloser Ehrlichkeit und Treue, gefiel mir sehr.



Fazit:

Wicker King ist schon ein Eyecatcher, wenn man im Buchladen darin herumblättert. Aber auch die Geschichte selbst braucht sich nicht zu verstecken. Der Leser wird in diesem Buch mit zwei Jungen vertraut gemacht, die sehr früh in ihrem Leben Verantwortung übernehmen mussten.
Die gegenseitige Wertschätzung, das gegenseitige Vertrauen, das Gewissen und die Redlichkeit von August und Jack gefielen mir hier sehr.

Als gewöhnungsbedürftig empfand ich die sehr kurzen Kapitelabschnitte und eine anfangs schwer durchschaubare Storyline. Der Roman ist äußerst kunstvoll konstruiert, wirkt manchmal aber artifiziell.

Kann man darüber hinwegsehen, wird man Wicker King so viel Persönliches, Amüsantes und Lehrreiches entnehmen.



Buchzitate:

„Aber das Beste zu geben, reicht manchmal nicht“, sagte sie dann ein bisschen weniger heftig. „Manchmal muss man einfach aufhören und andere ihr Bestes geben lassen. Um selbst zu überleben.“

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Tags: 2018   (1)
 

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63 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

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Throne of Truth

Pepper Winters , Ralf Schmitz
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei LYX, 31.08.2018
ISBN 9783736306998
Genre: Liebesromane

Rezension:

Achtung! Diese Rezension enthält Spoiler zu Band 1


Inhalt:

Elle wird aus einem Albtraum gerissen, nur um in einem anderen Alptraum zu landen. Als sie, da alles was sie über Penn zu wissen glaubte, auf den Kopf gestellt wurde, versucht von diesem Distanz zu gewinnen, trifft sie auf Greg und landet mitten in dem nächsten Desaster. Greg hat seine ganz eigenen Pläne mit Elle. Eine Enführung soll helfen diese Wünsche umzusetzen.



Im Detail:

Nachdem der erste Teil dieser Reihe mit einem Cliffhanger endete, wolle ich unbedingt wissen, wie es in Band zwei weitergeht bzw. wie die Geschichte rund um Penn und Elle ausgehen wird.

Schon im ersten Teil lernten wir mit Elle eine sehr selbstbewusste junge Frau kennen. Auch hier gelingt es Pepper Winters schnell den Charakter wiedererkennbar herauszuarbeiten.
Greg möchte nicht länger als Verlierer gelten. Er hat ein sehr klares Bild von seiner Zukunft vor sich: Ein sexuell erfülltes Leben an Elles Seite und zugleich eine finanziell abgesicherte Zukunft als Miteigentümer von „Belle Elle“. Für seinen Aufstieg ist ihm dabei jedes Mittel recht . Greg wird konstant belächelt . Allerdings ist er durch seinen labilen Geist eine Gefahr , die nicht unterschätzt werden sollte. 
 
Band zwei wird dieses Mal nicht nur aus der Sicht von Elle erzählt. Eine weitere Perspektive, nämlich die von Penn, kommt hinzu. In Throne of Truth erfährt der Leser mehr von Penns Vergangenheit. Die Fragen, warum er Elle oft von obenherab behandelt hat, warum er stellenweise von Wut zerfressen ist, aber auch, was ihm vor und vor allem nach dem Treffen mit Elle widerfahren ist, werden hier geklärt. 

Wiedereinmal holt Penn in Band zwei die Vergangenheit ein. Ob es ihm auch dieses Mal gelingen wird, sich aus der Schlinge, die ihm seine Widersacher geknüpft haben, zu ziehen, das möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Wenn man das Buch genießen will, sollte man vielleicht auch nicht ganz so streng nach Logiklücken (Stichwort: Negligee und Schweigen des Chauffeurs) suchen. Nicht immer erschien mir das Verhalten der Charaktere nachvollziehbar. Auch das Ende wird im Epilog durch eine Nacherzählung Penns übereilt herbeigeführt.



Fazit:

Dieser Abschlussband unterscheidet sich in der Erzählperspektive vom Vorgänger. Die Autorin beherrscht das Spiel mit verschiedenen P erspektiven routiniert. Der Roman handelt hauptsächlich von Elle und Penn, zwischen denen die Erzählperspektive wechselt.

Offene Fragen rund um Penns Vergangenheit, die den Leser in Band eins noch beschäftigt haben, werden hier geklärt. In diesem zweiten Teil schlägt das Schicksal erneut erbarmungslos zu.

Der Leser kann sich an originellen Formulierungen und spannenden Wendungen erfreuen, die schon angesprochenen Logiklücken versetzen dem Urteil allerdings einen Dämpfer.

Am Ende sind eigentlich alle Fragen geklärt. Der Fortgang des Geschehens wirkt jedoch - spätestens im Epilog - überstürzt.

Die Reihe nutzt das Potenzial, das man noch im Vorband entdeckt hatte, nicht durchgehend.

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Tags: 2018   (1)
 

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169 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 85 Rezensionen

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Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht

Jessica Fellowes , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 04.09.2018
ISBN 9783866124523
Genre: Romane

Rezension:


Inhalt:

Louisas Mutter ist krank und bettlägerig. Der Onkel hat sich nach dem Tod des Vaters bei der Familie eingenistet. Er verprasst sein Geld und trägt nichts zum Haushalt bei. Seine Lösung für seine Geldprobleme ist recht simpel. Er plant seine Nichte, Louisa, zu prostituieren .
Louisa möchte nichts mehr, als diesem Albtraum entkommen. Als sie davon erfährt, dass die Familie Mitford ein neues Kindermädchen für deren Haushalt sucht, zögert sie nicht lange und schreibt eine Bewerbung. Gerade noch rechtzeitig erhält sie eine Antwort, denn ihr Onkel ist just im Begriff sie zu seinem pekuniären Nutzen zu verkuppeln.
Zeitgleich mit Louisas Flucht ereignet sich in einem Zug auf der gleichen Strecke, die auch Louisa befährt, ein Mord. Später im Hause Mitford erfährt Louisa, dass es sich bei dem Opfer um eine Verwandte einer der Angestellten handelt. Bald schon befindet sich Louisa nicht nur auf der Flucht vor ihrem Onkel, sondern ist auch als freiberufliche Mordermittlerin unterwegs .



Im Detail:

Jessica Fellowes führt mit ihrem Reihenauftakt „Die Schwestern von Mitford Manor“ den Leser durch das England der zwanziger Jahre.

Bei ihrer Protagonistin handelt es sich um die neunzehnjährige Louisa, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt. Der Onkel, der sich nach der Beerdigung des Vaters in dem kleinen Häuschen der Familie eingerichtet hat, macht ihr das Leben zur Hölle. Jeden Tag fürchtet sich Louisa davor, was er ihr antun könnte, nur um seine Schulden zu begleichen. Als sich für das junge Mädchen neue Zukunftschancen eröffnen, ist sie voller Hoffnung. Im Hause der Mitfords lernt sie zunächst die Angestellten, aber auch die Kinder der Familie kennen. Den Hausherren, Mr. und Mrs. Redesdale gilt es Respekt zu zeigen. Von ihrem Urteil und ihrer Stimmung hängt schließlich Louisas Zukunft ab.

Im ersten Teil der Mitford Manor-Reihe bleiben die Kinder der Familie eher im Hintergrund. Man lernt sie namentlich kennen, begreift, dass es sich bei Tom um einen gut erzogenen Internatsschüler handelt und Pamela eher zurückhaltend wirkt. Der Fokus liegt hier aber im Wesentlichen auf der siebzehnjährigen Tochter der Familie. Nancy ist intelligent, neugierig, zielorientiert und weiß ihren Willen nur zu gut durchzusetzen. Bald schon entwickelt sich zwischen Louisa und Nancy eine Art Freundschaft. Wobei sich Louisa jederzeit bewusst ist, dass ihre Position stets die einer Angestellten bleiben wird. Als sich Nancys Neugierde auf den jüngsten Mordfall richtet, ist für das Mädchen klar, dass hier eigene Ermittlungen in Gang gesetzt werden müssen.

Aus einer weiteren Perspektive, nämlich aus der Sicht des jungen Bahnpolizisten Guy, verfolgt der Leser, die Ermittlungen der Polizei. Diese scheint jedoch auf der Stelle zu treten. Der Fall wird bald ad acta gelegt. Guy, der sich in seiner Position nicht recht wohlfühlt und viel lieber für New Scotland Yard ermitteln würde, nimmt sich der Sache an.
Mit Guy lernt der Leser einen typischen Bahnpolizisten kennen, der aufgrund seiner kleinen Börse noch bei seinen Eltern wohnt und von seinen Brüdern eher belächelt wird, als dass sie zu ihm aufblicken. Diese häusliche Situation, aber auch der Wunsch nach einer höheren Position, sind es, die Guy antreiben.

Noch in den Anfängen der Geschichte treffen sich Guy und Louisa am Bahnhof. Guy möchte der jungen Frau, die in Schwierigkeiten steckt, unbedingt helfen. Er kauft ihr ein Ticket, damit sie noch rechtzeitig zu ihrem Termin gelangt, der ihr scheinbar so sehr am Herzen liegt. Und natürlich kommt es zu mehreren Annäherungen zwischen Guy und Louisa, eine zarte Liebesgeschichte entspinnt sich, die jedoch eher am Rande des Geschehens verläuft.

Aber auch die Ermittlungen an dem Mordfall, schweißen sowohl Guy als auch Louisa zusammen. Diese Ermittlungen sind es, in die man als Leser während der Seiten immer mehr hineingezogen wird. Irgendwann beginnt man selbst die Details, die bereits gesammelt wurden, im Kopf zu verknüpfen, um eine Ahnung davon zu bekommen, wer vielleicht der Täter dieses schrecklichen Zugmordes gewesen sein könnte.



Fazit:

Jessica Fellowes schreibt mit ihrem ersten Band der Mitford Manor-Reihe eine Geschichte, die britisches Kulturerbe mit seinen Bällen und Empfängen, dem aristokratischen Leben und der traditionelle Etikette, aber auch das britische Arbeitermilieu, in den Mittelpunkt rückt.
Mit Louisa lernt der Leser eine sehr sympathische, außerordentlich tatkräftige und durchsetzungsfähige Persönlichkeit kennen.
Schrullige Charaktere, wie der dörfliche Polizist Guy, der mit allen Mitteln versucht, den Täter dingfest zu machen, aber auch die selbstbewusste, neugierige und manchmal auch ein wenig störrische Nancy Mitford, verleihen der Geschichte einen besonderen Flair.
Das Buch ist nach dem traditionellen Konstruktionsprinzip eines Kriminalromans gebaut. Diese klassische Form des Kriminalromans erzeugt Leserbindung durch die bis zum Schluss offen gehaltene Suche nach dem Täter.

Die Schwestern von Mittwoch Manor – Unter Verdacht ist ein spannender und fesselnder Auftakt, der sich auch – aber nicht nur - für Fans erfolgreicher Kostümdramaproduktion à la Downton Abbey sicherlich lohnt.

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Tags: 2018   (1)
 

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743 Bibliotheken, 44 Leser, 0 Gruppen, 154 Rezensionen

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Save Us

Mona Kasten
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei LYX, 31.08.2018
ISBN 9783736306714
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt:

Nicht nur, dass Ruby von der Schule suspendiert wurde, auch zu Hause muss sie sich mit Vorwürfen auseinandersetzen. Ihre Mutter denkt, sie hätte eine Affaire mit dem Geschichtslehrer. Die Beweisbilder, auf denen es ganz deutlich so aussieht, als würde Ruby mit Mr. Sutton einen Kuss austauschen, liegen ihr vor. Viel schlimmer ist es für Ruby jedoch, dass kein anderer als James dafür verantwortlich sein soll, dass diese Fotos überhaupt existieren.

Während Ruby also einfach nicht vergessen kann, was der Junge, dem sie ihr Herz und somit auch ihr Vertrauen geschenkt hat, getan hat, fällt es Lydia schwer, das Geheimnis ihrer Schwangerschaft zu wahren. Doch das muss sie wohl, will sie den prestigeträchtigen Namen „Beaufort“ schützen und dem Ruf ihrer Familie gerecht werden. Für Lydias Vater ist dies nicht verhandelbar.



Im Detail:

Mit der Veröffentlichung der Fotos, auf denen eindeutig zu erkennen ist, dass Ruby eine Affaire mit ihrem Geschichtslehrer hat, verändert sich einiges. Ruby wird von der Schule suspendiert. Ihr großer Traum von einem Studium in Oxfort zerplatzt wie eine Seifenblase. Hinzu kommt, dass die eigenen Eltern ihr nicht den Rücken stärken . Eine der wenigen Bezugspersonen in ihrem Leben, Rubys Schwester Ember, hat seit neuestem ein Geheimnis. Ruby fühlt sich alleine. Alle Menschen, denen sie vertraut, distanzieren sich von ihr oder haben sie – im Falle von James – zutiefst enttäuscht.

James Freunde Cyril, Alistair, Kesh sowie Wren haben bislang alles miteinander geteilt.
Derweil hat jedoch jeder seine eigenen Probleme , was zu einer gewissen Entfremdung geführt hat.

Auch Lydia, James Schwester, hat es nicht einfach. Die Schwangerschaft darf auf keinen Fall bekannt werden, damit der Ruf des Familienunternehmens unangetastet bleibt. Aber auch der neuerliche Skandal rund um Graham und Ruby zehrt an ihren Nerven.

Im dritten Teil ihrer Maxton-Hall-Reihe erzeugt Mona Kasten durch rasche Szenen- und Perspektivwechsel eine dichte Atmosphäre. So werden die Geschehnisse dieses Mal aus der Perspektive von Graham, Ruby, Lydia, Alistair, James und Ember erzählt.

James Freunde gewinnen in diesem Licht an Konturen.

Neben zwischenmenschlichen Konflikten gibt es auch in Band drei weiterhin schöne Liebesgeschichten, die noch entwickelt bzw. vertieft werden. Während es in manchen Büchern so ist, dass man sich fragt, warum die Autorin/der Autor wirklich jeden mit irgendwem verkuppeln muss, wirkt die Maxton-Hall-Reihe stets authentisch. Leserinnen und Leser können sich auf einige romantische und schöne Stellen im Buch einstellen.

Auch was die Spannung angeht, legt der dritte Teil im Vergleich zu den Vorgängern noch zu. Die bereits aufgeworfenen Konflikte müssen geklärt werden. Selbstverständlich wird es jedoch auch wieder diese schönen Szenen der Freundschaft und Zusammengehörigkeit geben, für die die Autorin bekannt ist.
Mit dem Schließen des Buchdeckels hat man das Gefühl eine schöne Zeit mit lieben Menschen verbracht zu haben. Abschiednehmen von den liebgewonnen Charakteren fiel mir auch nach der Maxton-Hall-Reihe wieder unglaublich schwer.



Fazit:

Der finale Band der Maxton-Hall-Reihe hat mir unglaublich gut gefallen. Save Us knüpft nicht nur nahtlos an seinen Vorgänger an. Die Spannung seiner Vorgänger -Romane wird sogar übertroffen.
Sämtlichen Figuren können wir in diesem Abschlussband bei der Bewältigung von allerhand Problemen und Herausforderungen zuschauen. Die jüngsten Ereignisse haben das Leben einiger Charaktere durcheinander gewirbelt.

Mona Kasten gelingt es virtuos James, Alistair, Kesh, Cyril und Wren Leben einzuhauchen , die Atmosphäre ist dicht und genau, die Sprache ist flott und schlank.
Gemeinsam mit den Helden der Geschichte darf der Leser wieder schöne kleine Momente zwischen Gefühls-Chaos und Alltag genießen.

Es fällt schwer den Buchdeckel des letzten Bandes der Maxton-Hall-Reihe zu schließen und von Ruby und ihren Freunden Abschied nehmen zu müssen.

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Tags: 2018   (1)
 

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Blinde Leidenschaft: liebesroman (Reckless Beat 1)

Eden Summers
E-Buch Text: 285 Seiten
Erschienen bei Eden Summers, 20.08.2018
ISBN B07GPB27DP
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt:

Alana freut sich schon sehr auf ihren Urlaub in Richmond. Gleich nach ihrer Ankunft wird sie auch schon von ihrer besten Freundin Kate mit einer kleinen Überraschung empfangen. Zwei Tickets für ein Konzert der beliebten Gruppe Reckless Beat. Während Kate gar nicht mehr aus dem Schwärmen herauskommt, bleibt Alana skeptisch. Ihre Mutter, die in einem Frauenhaus lebt und schlechte Erfahrungen mit Männern gesammelt hat, hat sie gewarnt. Das andere Geschlecht sei mit Vorsicht zu genießen. Mit diesem Theorem im Hinterkopf zieht sie mit ihrer Freundin los. Doch die Jungs von Reckless Beat sehen wirklich ziemlich heiß aus und Mitchell, der Hauptgitarrist der Gruppe, scheint tatsächlich auch noch Blickkontakt mit ihr zu suchen.

Als während der Pause sogar eine Einladung in den Backstagebereich ausgesprochen wird, ist Kate ganz aus dem Häuschen. Alana bleibt skeptisch. Doch Mitchell sah wirklich sehr nett aus und irgendwann sollte es doch auch Zeit sein, sich von der bisher ihr Leben bestimmenden Mutter zu emanzipieren .

Gleich nach dem Auftritt begeben sich die Mädchen auf die Suche nach den Mitgliedern der Band. Doch noch bevor es zu einem Zusammentreffen kommen kann, überschlagen sich die Ereignisse. Ein Mitglied der Crew, welches kurz zuvor seine Kündigung ausgesprochen bekommen hat, sieht rot. Er wirft eine Vase nach Mitchell. Doch Alana wird von dem Geschoss getroffen und erleidet eine schwere Verletzung.

Mitchell fühlt sich für den Vorfall verantwortlich. Da Kate durch diverse T ermine gebunden ist, bietet er an, sich um das Mädchen zu kümmern.



Im Detail:

Nachdem es Mitchell gelungen ist Alana vor noch schlimmeren Verletzungen zu schützen, bricht erst einmal Chaos aus. Die Leibwächter kümmern sich um den Mann, der kurz zuvor noch die Vase geworfen hat, während Mitchell noch versucht, sich einen Überblick zu verschaffen. Alana klagt über Probleme an den Augen und hat einige Schürfwunden davongetragen. Auf den ersten Blick klingt diese Szene rührend. Ich empfand Mitchells Drang das fremde Mädchen zu beschützen als sympathisch. Doch kurz darauf bekundeten beide schon ihr starkes Interesse füreinander. Mitchell, der zuvor eigentlich eher auf einen weiteren One - Night - Stand mit einem Fan aus war, zeigt plötzlich ein tiefergehendes Interesse. Dieses Mädchen ist anders. Das wird ihm schon sehr schnell klar. Sicherlich mag es Liebe auf den ersten Blick geben. Doch das ist zu rasant arrangiert und scheint auf den ersten Blick etwas wirr strukturiert
Noch während sich Mitchell über Alana beugt, um ihren Körper mit seinem zu schützen, erkundigt er sich besorgt nach ihrem Wohlbefinden: (Buchzitat:) „Schatz, sag mir, was los ist.“ Ich empfand diesen Kosenamen hier mehr als übereilt gewählt. Doch diese Aussage bleibt kein Einzelfall. Auch in folgenden Gesprächen spricht Mitchell Alana immer wieder mit „Schatz“ an.

Schnell stellt sich bei Alana, aber vor allem auch bei Mitchell der Wunsch nach einer gemeinsamen Nacht im Hotelzimmer ein.

Oft stellt sich beim Leser ein unbestimmtes und nicht weiter zu verifizierendes Gefühl von Übersexualisierung ein. Sätze wie „Schatz, ich glaube nicht, dass Blake was dagegen hatte, dass du seinen Johannes angefasst hast“ oder „während sie ihn ritt, wie ein preisgekröntes Pony“, bleiben keine Seltenheit.

Nachdem Alana und Mitch sich kennengelernt haben, legt die Geschichte den Fokus auf Alanas Vergangenheitsbewältigung. Ein ungewolltes Zusammentreffen in einem Hotelcafé sorgt für einen kleinen Twist. Neben diesem neuen Handlungsstrang bleibt aber auch im weiteren Verlauf die Frage zu klären, ob eine Beziehung zwischen einem Rockstar und einem „ganz normalen Mädchen“ funktionieren kann und wird.

Im Verlauf der Geschichte lernt der Leser ebenfalls die verschiedenen Mitglieder der Band kennen. Die meisten von ihnen blieben für mich jedoch eher blass. Ich denke allerdings, dass die Charaktere in den Folgebänden von der Autorin weiter ausgearbeitet werden. Sehr gefallen hat mir in diesem ersten Teil jedoch Blake, der mit seinen coolen Sprüchen für einige humorvolle Szenen gesorgt hat.



Fazit:

Der erste Teil der Reckless Beat Reihe – Blinde Leidenschaft kann mich nicht vollends überzeugen . Die Beziehungsentwicklung der beiden Hauptfiguren Alana und Mitchell ist rasant. Charakterentwicklung und Handlungsführung müssen sich auf die Prämisse ausrichten.
Die Sexszenen voyeuristischer Art sind nicht jedermanns Sache, denn die "Berührung" fehlt.

Besonders gefallen hat mir in diesem Buch einer der Randcharaktere, der mit seiner ehrlichen und humorvollen Art für schöne Lesemomente gesorgt hat.

Bei diesem Reihenauftakt reicht es für mich leider erstmal nur für eine mittelmäßige Bewertung.

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Tags: 2018   (1)
 

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325 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 119 Rezensionen

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Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern

Vic James , Franca Fritz , Heinrich Koop
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 22.08.2018
ISBN 9783841440105
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:

Eigentlich war es in all seiner Banalität ein ganz normaler Tag in Lukes Leben, der aber eine tiefe Zäsur in seinem Leben markieren sollte . Denn als der Junge die Küche betritt und dort seine große Schwester Abigail zusammen mit ihren Eltern am Küchentisch sitzend vorfindet, weiß er, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Diese Vermutung wird auch augenblicklich bestätigt. Denn die Eltern eröffnen ihren Kindern, dass sie sich entschlossen haben, die Sklavenzeit, die jeder Bürger Großbritanniens, der nicht „ebenbürtig“ ist, der also kein Aristokrat mit einem besonderen Geschick ist, ableisten muss, nun beginnen möchten. Für die Kinder sei dieser Zeitpunkt der beste, denn wenn sie jetzt ein Jahrzehnt ihrer Freiheit opfern, dann stehen ihnen in der Zukunft noch genügend Möglichkeiten offen.

Lukes Schwester Abigail hat alles genau geplant. Sie hat einen Antrag an die Familie Jardien gesandt, die auf einem großen Anwesen namens Kyneston leben. Dieser Antrag wurde bestätigt. Der Familie mit ihren drei Kindern steht eine Zeit als Haussklaven bevor. Alles ist besser, als in die Sklavenstadt Millmoor gesandt zu werden. Dorthin, wohin alle kommen, die keinen Platz bei einer Aristokratenfamilie ergattern.

Doch als das Auto in die Auffahrt fährt, das Luke, seine Eltern und seine beiden Schwestern aus dem vertrauten Leben reißen wird, das zehn Jahre ankündigt, in denen jeder von ihnen seine Bürgerrechte verlieren wird, nimmt das Unglück seinen Lauf. Denn der Fahrer verkündet, dass nur vier Personen auf seiner Liste stehen. Lukes Name fehlt. Doch Luke wurde nicht, wie kurzzeitig vermutet, vergessen. Nein, die Familie Jardien hatte keine Verwendung für ihn. Er wird nach Millmoor geschickt. Die Stadt, die ein Jahrzehnt schwerer körperlicher Arbeit, schlechtes Essen und willkürliche, körperzerstörende Formen der Straf e bei Vergehen verspricht.



Wichtigste Charaktere:

Silyen ist der jüngste der drei Jardine-Geschwistern. Er besitzt eine sehr mächtige magische Fähigkeit. Seine Erscheinung ist auf den ersten Blick düster. Er scheint es zu lieben, die Sklaven zu verängstigen.

Jenner ist der mittlere der Brüder Jardine. Er ist die gute Seele. Sein Mitleid für die Untergebenen wird ihm oft vorgehalten. Er besitzt keinerlei Geschick.

Gavar ist der älteste der Gebrüder Jardine. Er besitzt eine kleine Tochter namens Libby, die ihm sehr am Herzen liegt. Er ist bekannt für seine unkontrollierten Wutanfälle.

Luke ist das zweitgeborene Kind der Familie Hadley. Er hat Träume von einer Zukunft nach der Schule. Doch die unbeschwerte Zeit nimmt schnell ein Ende, als er erfährt, dass er in die Sklavenstadt Millmoor geschickt und von seiner Familie getrennt werden soll.

Daisy ist die jüngste Tochter der Familie Hadley. Als sie auf dem Anwesen der Jardines ankommt, bekommt sie die Aufgabe, sich um Gavars Kind zu kümmern. Eine schwere Aufgabe, wenn man bedenkt, dass der Vater ein Hitzkopf ist , der nicht lange fackelt auch handgreiflich zu werden.

Abigail ist die älteste unter den Hadleygeschwistern. Sie darf die Stellung einer Sekretärin im Hause Jardine ausfüllen. Ihr liegt viel daran, ihren Bruder Luke aus der Stadt Millmoor zu holen, damit auch er seine Zeit in Kyneston ableisten darf.



Schreibstil:

Nachdem die Familie Hadley auf Kyneston eingetroffen ist, erfahren sie eine recht unliebsame Begrüßung durch den jüngsten der Jardinebrüder. Etwas Magisches scheint in ihren Geist einzudringen und hinterlässt ein sehr unangenehmes Gefühl. Als Silyen ohne große Worte zu verlieren die Angekommenen wieder verlässt, ist es an Jenner, dem zweitältesten Sohn der Familie, etwas zu sagen. Er versucht die Familie zu beruhigen, verrät aber auch, dass eine Flucht vom Anwesen sinnlos wäre. Denn das magische Tor ist nur für die sichtbar, die die magische Fähigkeit des Geschicks besitzen. Durchschritten werden kann es nur von denen, die ihre Pflichtzeit von zehn Jahren abgeleistet haben.

Währenddessen erreicht Luke die Sklavenstadt Millmoor. Er wird nicht herzlich empfangen und ahnt bereits, dass die folgenden zehn Jahre die schlimmsten seines Lebens sein werden. Seine große Hoffnung besteht darin, dass es der großen Schwester gelingen wird, ein gutes Wort für ihn einzulegen, damit ihn die Familie Jardine ebenfalls nach Kyneston holt. Doch bis dahin wird er sich hier einleben müssen. Schon am ersten Tag trifft Luke auf ein kleines Mädchen namens Renie, die ganz offensichtlich mit Drogen zu handeln scheint. Etwas, was natürlich strafbewehrt ist. Nichts möchte Luke weniger, als in die düsteren Verließe gesperrt zu werden und zu lebenslänglicher Sklavenarbeit verurteilt zu werden. Doch Renie verraten möchte er natürlich auch nicht. Doch anstatt ihn in Ruhe zu lassen, kreuzt das Mädchen fortan immer wieder seinen Weg.

Vic James schafft mit Dark Palace einen sehr spannenden und gut durchdachten Reihenanfang.
Die englische Klassengesellschaft – ins Extreme getrieben - gibt hier ein Negativbeispiel par excellence ab. Sie präsentiert eine heutige totalitäre Gesellschaft. Einen außer Rand und Band geratene Kapitalismus, der eine radikale Klassentrennung verursacht.
Nach und nach werden Verstrickungen eingesponnen. Der Wunsch nach Freiheit, aber auch der tiefergehende Gedanke, die Sklavenzeit abzuschaffen bilden den Rahmen der Geschichte.



Fazit:

Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern überzeugt mit einer interessanten Idee: Einer modernen, feudalen Gesellschaft, die von der Sklaverei lebt. Jeder Bewohner Großbritanniens ist dazu verpflichtet, ein Jahrzehnt seiner Lebenszeit zu opfern. In dieser Zeit verliert er all seine Bürgerrechte und muss seine Fähigkeiten in den Dienst der „Geselllschaft“ stellen, indem er in Millmoor unter den härtesten Bedingungen Fabrikarbeit verrichten muss. Alternativ darf der Bürger seinen Dienst am Hofe eine Aristokratenfamilie als Haussklave ableisten. Im Mittelpunkt dieses Romans steht die Familie Jardine, eine Aristokratenfamilie, bei der lediglich zwei Söhne „Geschick“ geerbt haben. Eine Fähigkeit Magie zu wirken und zugleich die Eintrittskarte in die gesellschaftliche Elite . Parallel verfolgt der Leser die Geschichte aus der Sicht der Familie Hadley, die sich entschlossen hat, ihre Sklavenzeit anzutreten. Jedoch werden die Mitglieder schon vor dem Antritt ihrer Sklavenzeit voneinander getrennt.

Vic James zeigt in ihren Roman wie die von Menschen geschaffene ökonomische und gesellschaftliche Ordnung zu Verstrickungen in Schuld und Verbrechen führen kann.
Es gelingt ihr mit großer Kunstfertigkeit eine Vielfalt an Perspektiven und Handlungssträngen
zu einem stimmigen Gesamtbild einer Sklavenhaltergesellschaft zusammenzuführen
 
Dark Palace kann ich an Leser empfehlen, die einen gut durchdachten Roman mit interessanten Wendungen im Genre Fantasy zu schätzen wissen. Für mich war „Dark Palace – Zehn Jahre musst du opfern“ ein grandioser Reihenauftakt, der Vorfreude auf die Fortsetzung weckt.

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Tags: 2018   (1)
 

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114 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

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Liebe ist so scheißkompliziert

Sabine Schoder
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 22.08.2018
ISBN 9783733504069
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Nele und ihre jüngere Schwester Lea verbindet nicht viel. Morgens streiten sie sich darum, wer als erstes das Bad aufsuchen darf. Sie leben nebeneinander her, mögen sich kaum und machen sich durch kleine Gemeinheiten das Leben schwer . Während Lea bei ihrer Mädchenclique beliebt ist, hat Nele einen besten Freund namens Tom, der gerne Zigaretten und auch mal einen Joint raucht. Überhaupt gibt es ständig Differenzen. Dann verlieben sich Nele und Lea auch noch in den gleichen Jungen. Jerome ist ein Basketballspieler. Er ist einer der wenigen Jungen, der größer ist als Nele mit ihren ein Meter neunzig und der sie nicht so ansieht, als wäre sie ein Freak. Blut ist aber dicker als Wasser und daher möchte die große Schwester die kleine nicht verletzen. Doch kann Nele sich ihrer Gefühle und körperlichen Begehren kaum erwehren.

Wäre das alles nicht schon schlimm genug, so passieren auch noch merkwürdige Dinge in der Schule und Blogger-Babs lässt keinen Moment aus, um die Privatsphäre ihrer Mitschüler unter die Lupe zu nehmen und somit jeden Skandal auf ihrem Blog breitzutreten.



Schreibstil:

Von Sabine Schoder habe ich bislang erst „Liebe ist nur was für Idioten wie mich“ gelesen. Sehr schnell habe ich bemerkt, dass auch in ihrem neuen Buch, „Liebe ist so scheißkompliziert“, wieder eine Protagonistin mit ausgeprägtem zynischen Humor auftritt, die ein Händchen dafür hat, in Fettnäpfchen zu treten. Nele hat es mit ihrer Körpergröße von 1,90 m nicht gerade leicht. Immer wieder wird sie von Mitschülern merkwürdig angesehen oder fängt sich gar einen dummen Spruch ein. In der Schule wird sie von Lehrern gerne dran genommen. Immer fällt sie auf. Insbesondere dann, wenn sie eigentlich lieber in der Masse verschwinden würde.

Überhaupt fällt auf, dass die Autorin ein Händchen für Charaktere mit Ecken und Kanten hat, die einem schnell ans Herz wachsen. Neles bester Freund Tom trägt Rastalocken und nutzt jede freie Minute dazu, eine Zigarette oder aber - in Konfliktsituationen - einen Joint, zu rauchen. Zwar spricht er seine „große Freundin“ gerne mit Nachnamen an und versucht sie auch auf seine Art von Parties (Alkohol und Kiffen) mitzuschleppen. Auch zieht er sie gerne mit Sprüchen auf, wie sie vielleicht in Männ erfreundschaften üblich sind. Doch er ist immer für Nele da, wenn sie jemanden zum Sprechen oder eine Schulter zum Anlehnen benötigt.

Sabine Schoders Geschichte beginnt mit einem Vorfall an der Schule, die Nele, Lea und auch Tom besuchen. Ein Selbstmörder befindet sich auf dem Dach der zur Schule gehörigen Sporthalle. Die Mitschüler sind verwirrt und schockiert, aber zugleich ein wenig sensationslustig. Vorneweg befindet sich Blogger-Babs mit ihrer Handykamera, die jeden vermeintlichen Skandal genauestens unter die Lupe nimmt, um ihn auf ihrem Blog breitzutreten. Die Vertraulichkeit des Wortes gilt für sie auch nicht im privaten Bereich. So werden private Gespräche schnell öffentlich. Dieser Vorfall kommt ihr wie gerufen. Bald schon stellt sich heraus, dass dieses Ereignis auf dem Dach der Sporthalle der Anfang von etwas Größerem ist. Irgendwer möchte den Schülern eine Botschaft zukommen lassen.

Im weiteren Verlauf des Buches bildet sich zudem eine schöne Liebesgeschichte heraus. Nele und ihre Schwester Lea haben nicht viel gemeinsam. Doch bald schon verlieben sich beide in den gleichen Jungen. Es beginnt eine interessante Ménage a trois.

Diese beiden Handlungsstränge, die merkwürdigen Geschehnisse an der Schule und die etwas komplizierte Dreiecksliebesgeschichte sorgen für eine Menge Spannung, die sich durch die Seiten des Romans zieht.



Fazit:

Das Buch, „Liebe ist so scheißkompliziert“, versteht es herrlich zu unterhalten. Hinter einer komplizierter werdenden Geschwisterbeziehung steckt vor allem eine interessante Liebesgeschichte – auch eine mit Krimi-Elementen.
Wer eine unterhaltsame und zugleich auch berührende Lektüre sucht, der ist hier bestens aufgehoben. Für mich ist klar, dass ich sehr bald noch weitere Bücher der Autorin werde lesen müssen.



Buchzitate:

Dein Französisch macht mich übrigens echt an. Erinnert an das Röcheln eines russischen Bauarbeiters in einem sibirischen Eissturm.

Seine Rastas drücken in mein Gesicht, und ich komme nicht umhin zu bemerken, dass sie sehr wohl nach Limettenshampoo riechen. Und Zigaretten. Eine abgebrannte Zitronenplantage direkt vor meiner Nase.

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Tags: 2018   (1)
 

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158 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

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Crown of Lies

Pepper Winters , Ralf Schmitz
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei LYX, 27.07.2018
ISBN 9783736306912
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt:

Noelle Charlston ist die Erbin der größten Einzelhandelskette in Nordamerika namens „Belle Elle“. Bereits seit Kindheitstagen wurde sie von ihrem Vater darauf vorbereitet, dereinst das Geschäft zu übernehmen.
Elle hatte bisher nie einen wahren Freund. Die Tage im Büro, der Versuch, das Familiengeschäft in den Griff zu bekommen, haben ihr die Jugend geraubt. Lediglich ihr treuer Begleiter, ein kleines graues Kätzen, folgt ihr auf Schritt und Tritt. An ihrem neunzehnten Geburtstag wagt Elle ein Abenteuer, das sie so bald nicht vergessen wird. Sie erfindet sich neu , verleiht sich aus den Regalen des Kaufhauses einen lässigen casual look und begibt sich auf die Straßen New Yorks. Sie genießt Fastfood, ein Gespräch mit einem Kioskbesitzer und die Freiheit dieser Stadt. Doch dann verliert sie Zeit und Ort aus dem Blick und irgendwann findet sie sich in einer Gasse wieder. Sie wird Opfer eines Raubüberfalls. Bevor die Täter sich noch an ihr vergehen können, kommt ihr ein unerwarteter Held zu Hilfe. Ein Mann, den sie so schnell nicht mehr vergessen wird ...



Schreibstil:

Nachdem Elle in jener Nacht überfallen und fast vergewaltigt worden ist, nachdem sie ihren bislang schlimmsten und zugleich auch schönsten Tag erlebt hat, muss sie lernen, mit diesen Geschehnissen klarzukommen. Auch Jahre später kommen ihr die Erinnerungen an den namenlosen Retter immer wieder in den Sinn. Sie hat keine Ahnung, wie sie ihn finden und wiedersehen kann. Irgendwann muss sich Elle eingestehen, dass sie der Vergangenheit den Rücken kehren und der Zukunft ins Auge blicken muss. 

Ihr Vater hat ihr mittlerweile das Kaufhaus überschrieben. Der Alltag hat sie längst wieder eingeholt. Elle hat weder Zeit noch Lust sich über die Firmengeschäfte hinaus mit anderen Menschen zu treffen und dennoch muss sie sich unweigerlich mit dem Thema eines zukünftigen Ehemannes auseinandersetzen. Denn ihr Vater hat bereits den ein oder anderen Kandidaten im Sinn. Da gibt es den Sohn eines langjährigen Geschäftspartners namens Greg, der ihr immer wieder Avancen macht und den Elle immer wieder erfolglos abzuwimmeln versucht. Und plötzlich belauscht sie das Gespräch ihres Vaters, der an der Bar mit einem Glas Whiskey in der Hand nahezu Verhandlungen mit einem Mann führt, der ziemlich deutlich sagt, dass er Elles Widerstand schon brechen wird. Elle ist außer sich. Doch Penn Everett ist jemand, der sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Er weiß genau, was er will und er ist in der Lage, sich das zu nehmen, was er begehrt.

Bald schon wird klar, dass es sich bei Pepper Winters Reihenanfang „Crown of Lies“ um einen sehr intensiven und fesselnden Roman handelt. Mit Elle lernt der Leser eine sehr willenstarke und durchsetzungsfähige Protagonistin kennen. Elle hat während ihres Aufstiegs in der Firmenhierarchie gelernt , sich durchzusetzen. Sie hat gelernt sich durchzubeißen. Diese Fähigkeit kommt ihr auch im weiteren Verlauf dieser Geschichte zugute. Und dennoch muss Elle feststellen, dass es Männer gibt, die sie an ihre Grenzen führen.

Als Penn Everett in ihr Leben tritt verändert sich das Leben der jungen Firmenerbin Schlag auf Schlag. Dieser Mann hat mehrere Geheimnisse, über die er nicht spricht. Er lügt seinem Umfeld knallhart ins Gesicht, verspricht jedoch Elle, die Wahrheit zu sagen. Offensichtlich ist, dass er jedoch auch eine Menge zu verschweigen plant. Bald schon muss sich Elle fragen, woher der kleine Junge an seiner Seite kommt. Hat Penn Familie? Wer ist der ominöse Wohltäter, der ihm den Rücken stärkt?
Penn legt seine Absichten sehr schnell dar: Wenn Elle sich auf ihn einlässt, dann wird sie die Kontrolle abgeben müssen. Sie wird keine Entscheidungen mehr treffen. Stattdessen wird es Penn sein, der die Kontrolle übernimmt.

Elle und Penn werden in dieser Geschichte oft kleine bis mittelgroße Machtkämpfe austragen.
Der Konflikt zwischen diesen beiden Figuren wird in leicht ironischen Dialogen voller Esprit intensiviert.

Pepper Winters liefert dem Leser zudem einen guten Einblick in die Gedankenwelt ihrer Protagonistin. Ihre Charakterdarstellungen legt gekonnt die inneren Widersprüche ihrer Hauptfigur offen.

Das Setting New York hat die Autorin ebenfalls sehr gut gewählt. Die Stadt bietet vieles, was es zu entdecken gibt, aber auch gefährliche Gassen. Armut und Reichtum an einer Kreuzung. Elle befindet sich mitten in dieser Welt und somit in einem perfekten Szenario für eine Geschichte voller Gefahren, Versuchungen und Veränderungen.



Fazit:

Crown of Lies wusste mich von der ersten Seite an von sich zu überzeugen. Mit Noelle Charlston erschafft die Autorin eine toughe und starke Protagonistin, die in frühen Jahren gelernt hat, sich gegen Konkurrenten durchzusetzen. Als Erbin einer namhaften Kaufhauskette ist sie im Wohlstand aufgewachsen. Stets behütet von ihrem Vater, von Leibwächtern und Angestellten, hat sie nie viel von der Welt gesehen. Als ihr eines Tages der Ausbruch aus diesem goldenen Käfig gelingt, beginnt für Elle ein neuer Lebensabschnitt. Sie merkt, dass es mehr gibt, als diesen einen Mann, den sie vielleicht irgendwann heiraten soll. Sie lernt aber auch Gefahren kennen, von denen sie zuvor nur eine wage Ahnung hatte.

Mit dem Auftritt des selbstbewussten und dominanten Geschäftsmannes Penn Everett geht Elle dann erneut ein Risiko ein. Kampf, Leidenschaft, Aggression stehen schon am Beginn der gefährlichen Liaison . Nichts ist einfach an ihrer Bindung.

Ein Abenteuer wie einst, als sie sich auf die Straße begeben und ihren namenlosen Retter kennengelernt hatte.

Crown of Lies bietet einen Kosmos aus Liebe und Erotik, aber auch s ehr explizite Sex- und Gewaltszenen. Die Altersempfehlung des Verlages sollte beachtet werden. Ich habe dieses Buch verschlungen und konnte es nicht mehr beiseitelegen. Von mir gibt es eine volle Fünf-Sterne-Bewertung.
 


Buchzitate:

Belle Elle war mir Mutter, engste Freundin und Freund zugleich. Die Firma war meine Welt.

Denk daran, wenn ich es dir sage. Du bist bereits verloren, Elle. Warum? Weil du mir gehörst.

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278 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 94 Rezensionen

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Wie die Erde um die Sonne

Brittainy C. Cherry , Katja Bendels
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei LYX, 27.07.2018
ISBN 9783736305700
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt:

Lucys großer Traum ist es, gemeinsam mit ihrer Schwester Mari einen Blumenladen zu eröffnen. Als dieser Wunsch wahr wird, trudelt auch schon bald ein großer Auftrag bei ihnen ein. Kein geringerer als der Thriller-Bestsellerautor Graham M. Russell möchte, dass einige Blumengestecke zu der Beerdigungsfeier seines Vaters geliefert werden. Der Bescheid, den Lucy vor Ort erhält, erscheint herzlos: Nach der Feier sollen alle Arrangements wieder mitgenommen werden. Ansonsten würden sie im Anschluss entsorgt werden. Lucy, die bis dato ein großer Fan des Autors war, ist schockiert. Die schönen Blumen möchte sie nicht vernichtet wissen. Also bleibt sie und lernt an diesem Abend Graham persönlich kennen.

Jede freie Minute verbringt Graham damit, an seinem aktuellen Roman zu arbeiten. Seine Frau Jane und er führen eine Zweckgemeinschaft anstelle einer Ehe. Beide sprechen nur ungern über ihre Gefühle. Ihr Leben versuchen sie aufgrund ihres Wissens über Statistiken selbst zu adjustieren. Sie sind pragmatisch veranlagt. Weder Jane noch Graham wollten jemals Kinder bekommen. Als Jane dann eines Tages doch schwanger wird, sehen beide der Zukunft eher kritisch entgegen. Kein Wunder, dass Jane kurz nach der Geburt schon bei den ersten Schwierigkeiten verschwindet und Graham mit einem Haufen an Problemen zurückbleibt.



Schreibstil:

In „Wie die Erde um die Sonne“ erschafft Brittainy C. Cherry Charaktere mit vielen Ecken und Kanten. Die meisten von ihnen neigen dazu wegzulaufen, wenn es schwierig wird. Nur wenige von ihnen kommen f einfühlig oder e mpathisch daher .
Lucy bildet hier einen Kontrast. Die Protagonistin ist bemüht, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen. Sie versucht die Probleme anzugehen. Dabei behilflich ist ihr ihre lockere und freudige Art, mit der sie durch den Alltag geht. Lucy trägt fast immer ein Lächeln auf den Lippen. Sie trägt bunte Klamotten, gerne Blumen im Haar und wirkt auf den ein oder anderen vielleicht mit ihren Worten und Taten ein wenig wie ein Hippie.

Als Lucy das erste Mal auf Graham trifft, befinden sich beide in einer eher misslichen Lage. Graham ist frustriert, weil er an der Beerdigung seines Vaters teilnehmen und eine Rede halten musste, die nicht von Herzen kam. Lucy hingegen hat sich beim Abholen der Blumen versehentlich ausgesperrt. Dumm, dass sie nicht schnell genug ist, den verbitterten Graham zu warnen, als die Tür erneut ins Schloss fällt. Beide verbringen einige Stunden im Hinterhof und müssen sich, ob Graham will oder nicht, unterhalten. Lucys freundliches und offenes Wesen, ihre Art ständig zu plaudern und der Weg, wie sie ihren Gefühlen Ausdruck verleiht, gehen Graham bald schon auf die Nerven. Er ist selbst so ganz anders und kennt nur eine Ehe, die nicht sonderlich innig, sondern eher emotionslos und distanziert ist.

Einige Zeit später treffen Graham und Lucy erneut aufeinander und auch, wenn beide ganz verschieden sind , so muss sich Graham bald eingestehen, dass das Mädchen ihm etwas gibt, was er bislang noch nicht erfahren hat, nämlich eine Konstante, auf die er sich verlassen kann.

„Wie die Erde um die Sonne“ zeigt nicht nur die schönen Momente des Lebens und das Gute im Menschen. Stattdessen beleuchtet dieses Buch auch die Schattenseiten. An einigen Stellen habe ich mich gefragt, wie herzlos und gemein die Charaktere noch werden könnten. Viele von ihnen verfolgen ihre eigenen Ziele und Träume. Sie haben keine Zeit und auch keine Lust, sich um diejenigen zu kümmern, mit denen sie einen Großteil ihrer Lebenszeit verbracht haben.

Erneut schafft es Brittainy C. Cherry mit einem ihrer Romane zu bewegen. Sie erschafft mit ihrem poetischen Schreibstil eine emotionale Tour de Force, deren Lektüre schon schmerzen kann, aber gleichzeitig so schön ist.

Einziger Kritikpunkt ist für mich das Ende. Hier überschlagen sich die Geschehnisse. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin gemerkt hat, dass ihr nur noch wenige Seiten zur Verfügung stehen oder dass sie unter Zeitdruck stand. Hier hätte ich mir einen, im Vergleich zur restlichen Handlung harmonisch abgestimmten Ausklang der Ereignisse gewünscht.



Fazit:

„ Wie die Erde um die Sonne“ ist der vierte Teil der Elementsreihe von Brittainy C. Cherry. Alle Bücher kann man unabhängig voneinander lesen. Die Geschichten sind in sich abgeschlossen und handeln von unterschiedlichen Charakteren. Und doch haben sie eines gemeinsam: Sie widmen sich einem bestimmten Thema.
In „Wie die Erde um die Sonne“ geht es ums Verlassenwerden und um Einsamkeit. Sicherlich kann jeder von uns eine Zeit lang alleine sein. Doch was ist, wenn das Schicksal erbarmungslos zuschlägt? Dann ist es doch wichtig, jemanden an seiner Seite zu haben, der einem Hilfe leistet, der einem verrät, wie es weitergehen soll.

Ich habe bislang drei Bücher aus der Feder von Brittainy C. Cherry gelesen und alle drei Bücher waren für mich eine Fünf-Sterne-Bewertung wert. Brittainy C. Cherry ist eine Autorin, deren
Geschichten so intelligent, fesselnd und schön sind, dass man sie nur lieben kann.

Hinzukommt, dass die Autorin perfekt mit Worten umzugehen weiß. Während des Lesens musste ich mir immer wieder ein neues Zitat notieren, weil es mir einfach so gut gefallen hat. Brittainy C. Cherry könnte Einkaufszettel schreiben und ich würde sie lesen wollen.
Für mich eine Autorin, deren Geschichten jeder einmal gelesen haben sollte.



Buchzitate:

„Normalerweise bin ich stolz darauf, dass ich in der Lage bin, andere Menschen zu durchschauen, aber du bist anders.“ - „Vielleicht bin ich eines der Bücher, bei denen man dranbleiben muss bis zuletzt, um sie zu verstehen.“

Ich ende mit den Worten meines Vaters: >Sei Inspiration. Sei ehrlich. Sei abenteuerlustig. Wir haben nur ein Leben.< Und um das Andenken meines Vaters zu ehren, werde ich jeden Tag so leben, als wäre er mein letztes Kapitel.

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36 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Fernweh

Skye Warren
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 14.05.2018
ISBN 9783865526496
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 Inhalt:

Evie wächst sehr behütet auf. Sie ist zwanzig Jahre alt und hat noch nicht viel von der Welt gesehen. Sie lebt mit ihrer Mutter zusammen, die jeden Tag von den bösen Menschen spricht, die außerhalb des Hauses warten. Evie darf ein Fernstudium absolvieren, auch ist es ihr gestattet, die Bibliothek zu besuchen. Doch Evie sehnt sich danach die Welt zu erkunden. Sie möchte die Niagarafälle sehen und etwas erleben.
Als sie irgendwann den Entschluss fasst aufzubegehren, kommt es zum Streit. Wenn sie jetzt geht, dann muss sie gar nicht erst wiederkommen und sie wisse schon, was sie davon hätte, schimpft die Mutter.
Doch Evie will mutig sein. Ihre Reise endet jedoch schneller als erwartet, denn schon am nächsten Rasthof trifft sie auf einen Mann, der an seinem Truck lehnt und dessen Blick wie starr an dem jungen Mädchen haftet.
Evie ignoriert den Fernfahrer. Doch im Restaurant trifft sie ihn wieder. Als die Bedienung ihr mitteilt, dass der Fremde namens Hunter ihr Essen bezahlen möchte, lehnt Evie ab. Sie möchte zurück auf ihr Zimmer. Der Blick der Bedienung wirkt traurig und wissend. Ihre Worte sind eine Warung und zugleich auch eine Prophezeihung: Es gäbe Männer, zu denen man nicht Nein sagt und Hunter sei einer von ihnen.



Schreibstil:

Fernweh ist mein erstes Buch aus dem Hause Festa. Der Verlag wirbt mit dem Slogan, „Wenn Lesen zur Mutprobe wird“. Ich wusste bald, dass man diese Worte ernst nehmen sollte.

Schon vorab informierte ich mich über das Verlagsprogramm und auch über dieses Buch. Ich kann unsicheren Leser/innen dieses Vorgehen empfehlen. Bei Fernweh handelt es sich, nach dem, was ich erfahren habe, um ein Buch, das im Vergleich zu anderen Werken Sex und Gewalt nur gleichsam in homöopathisch verdünnten Dosen präsentiert.

Auf den ersten Seiten des Buches lernt der Leser Evie kennen, ein Mädchen, das zu Hause bei einer Mutter lebt, die unter starken Ängsten und Kontrollzwängen leidet. Evie möchte nichts mehr, als aus dem Haus ausbrechen, das für sie für einen Käfig geworden ist. Doch ist sie durch die spezielle Erziehungsform ihrer Mutter, die die Heranwachsende verängstigt hat, stark eingeschüchtert.

Ich konnte Evies Gedanken und ihren Drang die Welt erkunden, nur zu gut verstehen. Bei der erstbesten Situation kommen ihr die Worte ihrer Mutter wieder in den Sinn: Alle Männer sind schlecht, sie werden dir Böses antun. Evie, der Elternhaus und Erziehung immer noch in den Knochen stecken, weiß, dass sie diese Warnungen in den Wind schlagen muss, wenn sie ihre Ängste und dieses allgegenwärtige Gefühl des Unbehagens hinter sich lassen will.
Umso schockierender wirkt es, dass gerade dieses Mädchen auch schon bei Beginn ihrer Reise auf Hunter stößt. Einen dieser Männer, vor dem ihre Mutter sie stets gewarnt hat.

Evie gerät von einer Gefangenschaft in die nächste. Sowas haben LeserInnen schon oft gelesen und gesehen, doch das erscheint nur auf den ersten Blick so. Denn Hunter ist kein Bad Boy, vielmehr wird er anfangs als ein gefährlicher Psychopath charakterisiert.
Beim ersten Zusammentreffen wirkt Hunters Blick kalt, sein Handeln rau und im weiteren Verlauf brutal. Sein Versprechen ist eindeutig: Du gehörst mir. Du kannst dich wehren, dann wird es schmerzhaft für dich werden oder du kannst dich fügen und dann wird es nicht so schlimm werden.

Im weiteren Verlauf der Geschichte wird Evies Willen gebrochen. Es folgen Darstellungen von sexueller Gewalt, eine Geschichte emotionaler Abhängigkeiten und von Grenzüberschreitungen.

Da Evie zuvor nie individuelle Freiheit kennengelernt hatte, findet sie in der Dialektik von neuen Möglichkeiten und Unterwerfung aber auch zu einer gewissen Freiheit. Sie findet etwas, was ihr nur Hunter geben kann. Am Ende sieht sie sogar die Niagarafälle.
Die Opposition von Gut und Böse muss dabei neu gedacht werden. Gezeigt werden dunkle und helle Sphären im Menschen, kaum erklärbare Ambivalenzen und Berührungspunkte zwischen Gut und Böse.

Vielleicht mag Hunters Verhalten auf den ersten Seiten verstörend und brutal wirken, doch sind Charakter und Konfliktführung im Laufe des Buches zu verstehen.



Fazit:

Fernweh eignet sich nicht für feingeistige und zartbesaitete Gemüter, denn die Brutalität an Körper und Seele spielt eine ganz zentrale Rolle. Lichtblick ist mit welch bemerkenswerter Präzision ein Schlaglicht auf Beziehungsmuster und Familienabhängigkeiten, auf das Beschwören von Freiheit und Liebe geworfen wird.

Beide Charaktere, Evie und auch Hunter mussten in ihrem Leben Schlimmes erfahren. Beide gehen völlig unterschiedlich mit der Bewältigung der Vergangenheit um. Evie ist eine Frau, die durch die fortgesetzten Vergewaltigungen ihres Entführer gebrochen wurde, nur um sich danach gleichsam neu zu erfinden. Ob dies eine realistische Version ist, will ich mal dahingestellt lassen.

Fernweh wirkt noch lange nach. Darüber sollte man sich vor dem Lesen bewusst sein.



Buchzitate:

Nicht jeder, der wandert, ist verloren. Ich wusste es und glaubte es, aber in diesem Moment, als meine Mutter schluchzend Obszönitäten ausstieß, während ich in meinem zehn Jahre alten Honda davonfuhr, fühlte ich mich sehr allein und ein klein bisschen verloren.

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192 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 63 Rezensionen

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Prinzessin undercover – Geheimnisse

Connie Glynn , Maren Illinger
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 25.07.2018
ISBN 9783737341288
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Lottie und Ellie sind grundverschieden. Während die eine in einem kleinen Zimmer auf dem Dachboden ihrer Stiefmutter über einer stillgelegten Bäckerei lebt, zelebriert die andere als Prinzessin ihr Leben in einem Schloss. Doch beide Mädchen haben einen Traum: Sie wollen auf das Internat in Rosewood gehen. Lottie hat bereits ihre Koffer gepackt, doch Ellie muss erst noch ihre Eltern überzeugen, denn diese halten eine gewöhnliche Schule für viel zu gefährlich für die zukünftige Prinzessin. Irgendwann willigen sie jedoch ein. Ellies Identität muss aber auf jeden Fall geheim bleiben.

Der Zufall will es, dass sich genau diese beiden Mädchen ein Zimmer teilen müssen. Lottie, die Ordnung gewohnt ist, gerät schon bald an ihre Grenzen, denn Ellie, die das genaue Gegenteil von ihr darstellt, teilt ihre Vorliebe für Ordnung und Sauberkeit nicht und sorgt mit ihrer unangepassten Art für Trubel.

Das Chaos ist perfekt, als die neue Mitschüler ein Gerücht zuhören bekommen: Eine Prinzessin befindet sich auf der Schule! Bald sind sie sich einig: Es kann niemand anders sein als Lottie. Die Indizien sprechen ganz klar für das Mädchen, das so ein hübsches Kleid hat und die Farbe Rosa über alles liebt. Lottie überlegt das Missverständnis aufzuklären, doch das ist nicht so einfach und eigentlich ist doch gerade ihr größter Traum in Erfüllung gegangen.

Als sich dann die Ereignisse überschlagen und plötzlich sogar Drohungen ausgesprochen werden, ist es dann eh zu spät. Lottie kann ihre neue Rolle nicht mehr ablegen, denn alle sind davon überzeugt, dass sie die berühmte Prinzessin von Maradova ist, deren Gesicht bislang vor der Öffentlichkeit streng geheim gehalten wurde.



Schreibstil:

Als ich Prinzessin undercover in den Händen hielt, war ich begeistert von der Aufmachung und von dem Klappentext, der eine Geschichte versprach, in der eine Verwechslung dafür sorgt, dass eine Prinzessin und ein ganz normales Mädchen ihre Rollen tauschen würden. Eine spannende Geschichte mit einigen Gefahrensituationen sollte mich hier erwarten.

Erzählt wird die Handlung von Lottie, einem Mädchen, welches aus einfachen Verhältnissen kommt und sich nichts mehr wünscht, als eine Prinzessin zu sein. Abends trägt sie ein Disney Prinzessinnen Nachthemd und erinnert sich an ihre Mutter, die ihr einst eine Krone geschenkt hatte. In schwierigen Situationen sagt Lottie sich die Worte auf, die ihre Mutter ihr eingeflüstert hatte: „Sei freundlich, sei mutig und gib niemals auf.“ Dieses Mantra wird sie auch dringend benötigen, denn mit Ellie bekommt Lottie eine Zimmernachbarin zugeteilt, die sie bald an ihre Grenzen treibt. Die Mädchen sind grundverschieden und wenn sie sich nicht gegenseitig das Leben zur Hölle machen wollen, dann müssen sie sich irgendwie zusammenraufen.

Doch Ellie wird nicht Lotties einziges Problem bleiben, denn das Gerücht, dass an der Schule eine Prinzessin untergekommen ist, sorgt bald für eine Verwechslung der besonderen Art. Bald schon nimmt Lottie teils freiwillig, teils unfreiwillig eine Rolle ein, die sie schon immer gerne ausgefüllt hätte. Denn sie wird für die Prinzessin von Maradova gehalten. Ein Traum wird wahr. Bald schon muss Lottie jedoch am eigenen Leib erfahren, dass ihre neue Identität auch Nachteile hat. Keiner glaubt ihr nun noch, dass sie in Wahrheit jemand anderes ist und mal ehrlich: Wer heißt in Wirklichkeit schon Lottie Pumpkin?

Erste Drohungen sorgen dafür, dass Lottie es mit der Angst bekommt. Sie muss lernen mutig zu sein. Doch bald schon erhält sie Unterstützung und findet Freunde.

Der Spannungsbogen wird für den Leser durch das ganze Buch gehalten. Jüngere Leser/innen kommen bei diesem Buch gewiss auf ihre Kosten. Kleine Rätsel, eine erste zaghafte Schwärmerei und das Thema Prinzessin sein, werden in dieser Geschichte behandelt.
Für ältere Leser/innen, wie mich, i st der Lauf der Dinge oft zu vorhersehbar. Der Verlag empfiehlt diese Geschichte an eine Leserschaft ab 12 Jahren. Ich halte diese Altersangabe für nachvollziehbar, zumal das Ende für ganz junge Leser auch ein wenig zu gruselig daherkommt.



Fazit:

Prinzessin undercover ist eine Geschichte, die für Leser/innen im Alter von ca. 12 Jahren perfekt geeignet ist. Der Traum, endlich einmal in die Rolle einer Prinzessin zu schlüpfen, wird hier zur Realität. Auch an Spannung fehlt es dem Buch nicht, jedoch bleibt diese auf einem für die Zielgruppe angemessenem Niveau. Mit Lottie findet die Autorin eine sehr sympathische Protagonistin, die anfangs oft an der Grenze zur nervlichen Überforderung steht. Doch Lottie ist stark. Sie wird lernen mutig zu sein. Und sie ist nicht alleine, denn sie findet neue Freunde, die ihr helfen werden, dieses Abenteuer zu bestehen.



Buchzitate:

Wenn du dein Leben für einen anderen Menschen lebst, findest du Kräfte in dir, die du niemals für möglich gehalten hättest.

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Tags: 2018   (1)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Fett Kohle

Dorit Linke
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Magellan, 17.07.2018
ISBN 9783734854033
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt:

Niklas sitzt in seinem Zimmer und versucht den Streit mit seinem Stiefvater und seiner Mutter zu vergessen, als vor dem Fenster ein lautes Hupen ertönt. Genervt und neugierig schaut er hinaus auf den Hinterhof und entdeckt gerade noch so einen Lieferwagen, dessen Fahrer das Fenster herunterkurbelt und eine Tasche in einen Container wirft.

In dieser Tasche, so stellt Niklas kurz darauf fest, befindet sich ein riesen Haufen Geld. Niklas hat sofort einige Ideen, was er mit dem Geld machen könnte. Doch erstmal muss er die Beute verstecken, denn die Gangster sind ihm bereits auf der Spur. Niklas bester Freund Felix steht sofort mit Rat und Tat zur Seite. Gemeinsam überlegen sie sich ein Versteck. Nun heißt es nur noch die Verfolger abzulenken. Denn nicht nur die Gangster, auch die Polizei und die Gang aus der Schule haben die beiden Jungs im Visier. Ein Abenteuer der besonderen Art beginnt.



Schreibstil:

Niklas lebt in einem Berliner Kiez. Zu Hause auf dem familiären Sofa findet er morgens seine Mutter und seinen Stiefvater Kaminski vor. Beide beziehen Hartz IV und schimpfen des Öfteren lautstark. Viel zu oft ist es Niklas, der die Wut, gerade von Kaminski auf sich zieht. Nie macht er etwas richtig. Dabei lastet einiges an Verantwortung auf den Schultern des Jungen. Morgens bringt er die kleineren Geschwister in den Kindergarten, nachmittags geht er für die Familie in dem Supermarkt um die Ecke einkaufen.

Die Verkäuferin mit den kaputten Brillengläsern reagiert gelassen, wenn Niklas mal wieder Bier aufs Fließband stellt und die Bitte äußert, dass sie beim Verkauf doch eine Ausnahme machen soll, da Kaminski durchdrehen wird, wenn er ohne den Alkohol zurückkommt.

Dass dann plötzlich durch einen Zufall eine Tasche mit Geld direkt in den Container vor Niklas Fenster geworfen wird, ist ein glücklicher Zufall. Das Geld eröffnet Möglichkeiten. Niklas könnte seinen richtigen Vater auf Mallorca besuchen, er könnte den Geschwistern ein schönes Geschenk mitbringen. Doch dazu müssen erstmal die Verfolger abgeschüttelt werden.

Der Plot dieser Geschichte bietet eine Menge Potential für eine spannende und actiongeladene Geschichte. Dorit Linke gelingt es, diese Möglichkeiten auszuschöpfen. Nur manchmal ist der Fortgang der Geschichte zu unrealistisch , und die Protagonisten sind ein wenig zu selbstsicher. Ein kleiner Junge würde vielleicht so mutig sein wie Niklas, doch wenn er es mit richtigen „Gangstern“ zu tun bekommen würde, würde alles gewiss nicht ganz so glimpflich ausgehen. Von diesem Gedanken machte ich mich aber frei, da dieser Roman sich an Leser/innen der Altersstufe zwischen 10 und 12 Jahren richtet. Diese Zielgruppe wird hier, da bin ich mir ziemlich sicher, absolut auf ihre Kosten kommen.

Niklas und Felix Schule wird hauptsächlich von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund besucht. Auf der Straße hat Murat das Sagen. Jeder wünscht sich eine Freundschaftsanfrage von ihm auf Facebook und jeder hat Respekt vor seiner Gang. Die Autorin passt ihre Dialoge und auch die Geschichte einem gängigen Klischee an. Niklas, Felix und Murat wollen cool sein. Sie wollen als Helden aus dieser Geschichte hervorgehen und passen auch ihre Wortwahl dementsprechend an. Gerade diese Dialoge prägen den temperament- und humorvoll erzählten Roman.



Fazit:

In „Fett Kohle“ geht es um Niklas, einem Jungen aus einem Berliner Kiez. Als plötzlich eine Tasche mit Geld in seinem Vorgarten landet, beginnt für Niklas ein großes Abenteuer. Doch Gangster, die Polizei und Murats Gang sind ihm bereits auf den Fersen.

Die Autorin geizt nicht gerade mit klischeehaften Charakterisierungen. Kreative Figuren, Prekarianer, Multikulti, Kiez -Milieu und humorvolle Dialoge sorgen aber für ein Abenteuer der besonderen Art. In diesem Buch kommen jüngere Leser voll auf ihre Kosten.



Buchzitate:

„Du sagst mir jetzt sofort, was los ist. Was hast du ausgefressen?“ „Überhaupt nichts“, rief ich und schob den Teller von mir weg. So war das immer. Sogar wenn ich verprügelt wurde, war ich daran schuld!

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

Mein Weg aus unsichtbarer Tinte

Kat Yeh , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Magellan, 17.07.2018
ISBN 9783734847172
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Inhalt:

Beatrix weiß sehr genau, wie schnell man diese eine Person, die einem so wichtig ist und der man alles anvertrauen konnte, von einem Tag auf den anderen verlieren kann. Seit ihrer Rückkehr aus dem Urlaub ist zwischen Beatrix und ihrer besten Freundin irgendwie nichts mehr wie vorher. Die beiden haben sich auseinandergelebt. Auch die eigenen Eltern haben ständig nur ihre jeweiligen Kunstprojekte im Kopf.
Trost findet Beatrix in ihrer Kunst. Sie verwendet dazu die Form des Haikus , der traditionellen japanischen Gedichtform aus siebzehn Silben. Kurze Gedichte, in denen Worte nicht verschwendet werden, in denen alles genau an seinem richtigen Platz sitzt. Diese Haikus schreibt Beatrix mit Geheimtinte auf kleine Zettel und versteckt sie in einem kleinen Schlitz einer Mauer. Jeden Tag schaut sie nach, ob jemand ihre Worte gefunden hat und plötzlich erhält sie sogar eine Antwort.
Als wenn das nicht schon aufregend genug wäre, spricht sie in der Schule auch noch Mrs. Rod, die Bibliothekarin und Leiterin der Broadside Readaktion an. Mrs. Rod möchte Beatrix unbedingt in ihrem Kurs haben. Beatrix sagt zu und lernt plötzlich eine Menge netter Menschen kennen. Bald schon muss sie sich fragen, ob einer davon nicht sogar derjenige sein könnte, der ihre Briefe beantwortet hat. Aber spielt das überhaupt noch eine Rolle, wenn man plötzlich eine Mission hat? Nämlich die, ein geheimes Labyrinth zu entdecken?



Wichtigste Charaktere:

Beatrix lebt in einem Künstlerhaushalt. Ihre Mutter malt Bilder mit nacktem Blau, ihr Vater zeichnet Comics und ist sehr oft auf Conventions unterwegs. Sie selbst liebt Haikus und schöne Musik.

Will führt ein Leben in Listen. Er mag es nicht, wenn sich etwas grundlegend verändert. Er kennt den Unterschied zwischen Labyrinthen und Irrgärten und möchte nichts lieber als einmal im Leben das unter Verschluss gehaltene Leland-Labyrinth erkunden.

Briggs trägt sein Herz auf der Zunge. Er kann Beatrix Gedichte zitieren und er hat dieses unglaublich süße und einnehmende Lächeln.

S war Beatrix beste Freundin. Doch nun hängt sie nur noch mit A, L und L herum.



Schreibstil:

Beatrix war schon immer etwas Besonderes. Aufgewachsen in einem Haushalt, in dem jeden Tag gezeichnet wird und in dem es okay ist, wenn man sich mal eine Auszeit von der Schule gönnt, weil jeder Mensch einfach mal ab und an einen Seelentag braucht, scheint es nicht verwunderlich, dass das Mädchen manchmal etwas ziellos wirkt. Halt findet Beatrix in dem Schreiben von Haikus.
Die Gedanken, die Beatrix hat, schreibt sie auf kleine Zettelchen und verbirgt diese gleich in zweifacher Weise. Sie schreibt ihre Worte mit einer Geheimtinte, die man nur lesen kann, wenn man ein Streichholz unter das Blatt Papier hält. Schließlich steckt sie die Zettel in den Spalt des „Portals“ einer Mauer, die auf ihrem Weg zwischen der Schule und ihrem Zuhause befindet. Eigentlich wünscht sich Beatrix nichts mehr, als dass diese Gedanken gelesen werden, doch andererseits hat sie auch Angst davor. Als sie eines Tages eine Antwort auf einem ihrer Briefe findet, freut sie sich dennoch sehr.

Aber auch in der Schule passiert einiges. Nach der Einladung von Mrs. Rod in die Broadside Redaktion muss Beatrix feststellen, dass sie mit ihrer Art von Anderssein gar nicht so alleine ist. Diese kleine Gemeinschaft hält zusammen und irgendwie sind alle große Fans von Beatrix Gedichten, die sie damals geschrieben hat und die ihren Haikus nur noch entfernt ähneln.

Hatte ich über die ersten Seiten des Buches vielleicht ein wenig Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzufinden, weil der Rote Faden nicht so recht erkennbar war, gelang es mir nach dem ersten Drittel so richtig in die Geschichte einzutauchen. Mit Beatrix lernt der Leser eine Protagonistin kennen, die anders ist. Sie versteckt ihre Gefühle und ihre Gedanken hinter einer Mauer und versucht sich anzupassen. Dabei steckt sie voller außergewöhlicher Ideen und hat ein großes Herz. Erst durch die Crew der Broadside Redaktion gelingt es Beatrix ihr wahres „Ich“ zu zeigen. Hier trifft sie auf Mitschüler, die sie nehmen, wie sie ist und die ebenfalls ein wenig anders sind. So begegnet man hier zum Beispiel Briggs, der versprochen hat, mit Will „Freundschaft zu schließen“ und somit ein wenig auf den Jungen aufzupassen, der sein Leben in Listen lebt und sehr strukturiert denkt. Oder Jaime, der besten Freundin von Briggs, die immer gute Laune hat und gerne Beatrix Freundin wäre.

Die Spannung zieht dieses Buch aus der Frage, wer wohl der anonyme Briefeschreiber ist, der Beatrix auf ihre Haikus im Portal geantwortet hat. Beatrix lässt sich im Verlauf dieser Geschichte jedoch auch auf ein Abenteuer ein, welches schon im Vorfeld ein paar Gefahren offenbart und gut durchdacht sein will. Natürlich möchte man auch wissen, ob Beatrix die Freundschaft zu S wieder kitten kann und welcher Name überhaupt hinter diesem ominösen Buchstaben steckt. Aber vielleicht wird Beatrix ja auch andere Freunde finden und an ihren Erlebnissen wachsen? All das werdet ihr erfahren, wenn ihr "Mein Weg aus unsichtbarer Tinte" lest.

Ein schönes Special, das die Autorin ihren Leser/innen bietet und das ich euch auch an dieser Stelle nicht verheimlichen möchte, ist die Playlist am Ende des Romans. Hier finden sich viele schöne Songs, die in Beatrix auf ihrem Weg begleiten. Ein kleines Stichwort hinter jedem Lied verrät, an welcher Stelle ihr es am besten hören solltet.



Fazit:

In „Mein Weg aus unsichtbarer Tinte“ geht es um Kunst und um Freundschaft. Es ist die Rede von Figuren, die sich wünschen, aus der Alltagsbanalität auszubrechen, da sie alle auf irgendeine Weise etwas Besonderes sind. Es geht um Haikus, Seelentage und Hymnen, die man braucht, um glücklich zu sein. Wer sich darauf einlassen kann, wird dieses Buch mit großem persönlichen Gewinn lesen. Es entwickelt sich eine zauberhafte Geschichte, die einen nicht so schnell wieder loslassen wird.

Ich empfehle dieses Buch an jüngere und ältere Leser/innen, die gerne ein Abenteuer der besonderen Art erleben möchten. An diejenigen unter euch, die Labyrinthe schon immer lieber mochten als Irrgärten und an Menschen, die schon immer etwas anders waren.



Buchzitate:

… manche Ideen sind vielleicht besser als andere, aber sie sind alle Teil deiner inneren Entwicklung. Ob gut oder schlecht, sie machen dich zu dem Menschen, der du bist, und helfen dir, zu dem zu werden, der du mal sein wirst.


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Der letzte Liebesbrief

J. Vellguth
Flexibler Einband: 428 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 26.06.2018
ISBN 9781720596370
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Es beginnt mit dem Fund eines versteckten Liebesbriefes, der an Nells Tante adressiert ist. Nell ist sich sicher, dass Tante Bernadette, die die Vergangenheit oft zu verdrängen versucht, nichts weiter von den Briefen wissen möchte. So begibt sich das Mädchen selbst auf die Suche. Erst, wenn das Geheimnis um den geheimen Liebhaber aufgelöst ist, möchte Nell ihre Tante zur Rede stellen. Der erste Brief enthält neben liebevollen Worten ein Versprechen: Es soll weitere Briefe geben, die nach und nach immer mehr von dem erzählen, was dem Absender auf dem Herzen lag. Die beiliegenden Koordinaten in dem Umschlag führen zum nächsten Ort und somit peu à peu zu einem weiteren Puzzleteil aus dem Leben der Tante.



Erweiterter Inhalt und eigene Meinung:

Mit dem Fund des ersten Liebesbriefes begibt sich Nell in ein altes verlassenes Herrenhaus. Hier wirkt alles etwas gruselig und geheimnisvoll. Die Schönheit der Vergangenheit spiegelt sich aber in den alten Räumen wieder. Nicht nur der ominöse Briefschreiber fühlte sich von dieser Location angezogen, denn Nell stolpert bei ihrer Suche mitten in ein Fotoshooting.
Der Fotograf stellt sich bald als Sam vor. Ein junger talentierter Mann, der jedoch seit geraumer Zeit nicht mehr mit seiner Arbeit zufrieden ist. Irgendwie fehlt den Bildern das gewisse Etwas. Als Nell von ihrer Suche nach einem Brief berichtet, erklärt Sam, dass er genau diesen Brief gefunden habe. Er führt Nell zu dem Fundort. Bald schon beschließen beide zusammenzuarbeiten. Denn Sam erhofft sich, von diesem vielversprechendem Abenteuer seine Inspiration wiederzufinden und Nell kann ein wenig Hilfe sehr gut gebrauchen.

Mit Nell führt die Autorin einen Charakter in die Geschichte ein, der innerlich zerrissen ist. Sie hat mit ihrer eigenen Vergangenheit, die durch den Tod beider Elternteile überschattet ist, abgeschlossen. Sie hat sich mit der Narbe, die ihr die Mutter einst zugefügt hat und die einmal quer über Nells Gesicht verläuft, abgefunden. Nell ist nicht hübsch. Das weiß sie nur zu genau. Durch die entstellende Narbe ist sie eine typische Außenseiterfigur . Die Wut auf die eigene Mutter sitzt tief.

Nell fällt es schwer andere Menschen näher an sich heranzulassen. Das muss auch Sam spüren, der in dem Mädchen eine Schönheit entdeckt, die diese selbst nicht sehen kann. Doch auch Sam hat sein Päckchen zu tragen. Seine eigene Familie bedeutet ihm viel. Mit der großen Liebe hat er schlechte Erfahrungen machen müssen. Seine Inspiration, sein Lebensglück, man könnte auch sagen seine Muse, ist ihm verloren gegangen.

Zwar kommen sich Nell und Sam näher, doch ist ihre Beziehung in besonderem Maße von der Vergangenheit belastet.

Der Anfang des Buches gestaltete sich für mich schwierig. Ich versuchte die Geschichte zu greifen und hatte irgendwie das Gefühl nicht wirklich anzukommen. Das lag vermutlich an den miteinander verflochtenen Zeitebenen und H andlungssträngen . Der Plot wirkte anfangs überladen und die Handlung bisweilen uneingeführt.
Etwa ab der Hälfte des Buches gelang es mir dann, Zugang zu der Geschichte zu finden. Ich begriff, dass es hier nicht allein um Bernadettes Geschichte, sondern um viel mehr gehen sollte.



Fazit:

„ Der letzte Liebesbrief“ ist eine Geschichte, die sich nicht der Bedienung der Lesererwartungen verschreibt. W enn sich der Leser "in seinen Erwartungen bestätigt fühlt", wird er durch eine überraschende Wendung in den Erzählungen wieder wachgerüttelt.
Die Handlungsstränge werden geschickt zusammengeführt und in einem überraschenden Plot vereinigt.
Nach und nach fügt sich im Laufe des Romans ein Puzzleteil ans andere und es entsteht das Bild einer zerrütteten Familie. Kontrastiert wird das Bild mit der Beschreibung des bürgerlichen Traums vom Familienglück und heiler Welt. Der Roman zeigt ein breites Spektrum an Lebenswirklichkeiten und führt diese zusammen. Dies macht seinen Reiz aus.



Buchzitate:

„Was für ein Code?“, fragte Nell auch sofort. „Den für Urban Explorer. Take nothinig but photos, leave nothing but footprints“, sagte Sam ganz automatisch.

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2018

Farbe! Lettern mit dem Brush Pen

Carla Kamphuis
Fester Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Frech, 13.06.2018
ISBN 9783772483486
Genre: Sachbücher

Rezension:


Inhalt:

Farbe! Lettern mit dem Brush Pen beginnt mit einem Vorwort der Autorin. Es wird kurz erklärt, was man zum Lettern benötigt. Das ist nicht viel: Freude am Hobby und nur ein paar Materialien. In wenigen Worten wird auf die Technik eingegangen. Wie hält man den Stift? Aus welchen Grundformen setzen sich die Buchstaben zusammen. Tipps und Tricks sollen dir dabei helfen, die Buchstaben noch ein wenig zu verschönern. Auch die „Falsche Kalligrafie“ wird in diesem Buch erwähnt.
Wie bringt man ein längeres Lettering optisch ansprechend aufs Papier? Carla Kamphuis vergleicht das Lettern eines Spruches mit der Gestaltung einer Bauzeichnung. Am Beispiel hilft sie die Praxis zu verinnerlichen.
Spielen mit den Elementen: Wie verleihst du deinen Buchstaben durch den Einsatz von Effekten wie zum Beispiel Schattensetzung, Bouncing und Veränderungen in der Texthöhe und im Weißraum einen neuen Look? Einige Beispiele zum Thema Flourishing zeigen dir hier auch, wie man Schnörkel setzen kann.
Kapitel 7 witmet sich dann dem Thema Farbe. Was ist Blending? Welche verschiedenen Arten des Mischens von Farbe gibt es? Diese Fragen klärt die Autorin. Auch Aquarellieren kann man mit dem Brushpen. Wusstest du das schon?
Auf den letzten Seiten des Buches folgen einige Seiten mit Do-it-yourself-Ideen. Hier findet man unter anderem Ideen zu den Themen Tischdekoration, Geschenke mit Anhängern, Briefumschläge belettern, Feste feiern oder Blumentöpfe und Tassen aus der Küche neu gestalten.


Aufmachung:

Farbe! Lettern mit dem Brush Pen fällt schon alleine durch das schön gestaltete Cover ins Auge. Bunte Farben und schöne Schriftzüge laden ein gleich loszulegen. Aber auch im Innenteil finden sich viele Bilder und Anregungen zum Nachmachen. Auch hierbei handelt es sich um ansprechende Fotos, die einen Großteil des Buches einnehmen.



Eigene Meinung:

Farbe! Lettern mit dem Brush Pen: Grundlagen & Inspirationen verspricht schon vom Titel her eine Quelle für Ideen und Inspiration zu sein, die motivieren den eigenen Brush Pen in die Hand zu nehmen und loszulegen. Ich dachte, dass man auf den wenigen Seiten nicht in die Tiefe gehen kann. Diese Erwartungen wurden bestätigt. Die Seiten des Buches enthalten einige sehr ansprechende Bilder. Ein erklärender Text befindet sich gut arrangiert in den Zwischenräumen. Die Erläuterungen decken alles Wesentliche ab. Gerade auf den ersten Seiten verweist die Autorin jedoch auch, was das Lernen der Buchstaben angeht, auf ein weiteres im Handel erhältliches Übungsbuch. Dieses Übungsbuch lag mir nicht vor. Ich denke jedoch, dass es gerade für Anfänger ratsam ist, die beiden Bücher im Verbund zu kaufen, um sich mit den Buchstabenformen vorweg besser vertraut zu machen.
Die schönen Zeichnungen und Ideen der Autorin haben mich unruhig werden lassen. Ich wollte sofort zu meinem Brush Pen greifen und loslegen. Der geneigte Letterer bekommt hier einiges an Ideen geboten. Im letzten Kapitel findet man viele schöne DIY-Ideen. Besonders gut gefallen hat mir, dass man hierfür nicht unbedingt ein umfangreiches Equipment benötigt. Alle Ideen haben mich sehr angesprochen. Sie erschienen mir leicht umsetzbar und das Resulat machte einiges her. Auch hier möchte man sofort zum Stift greifen und die Ideen umsetzen.



Fazit:

Farbe! Lettern mit dem Brush Pen: Grundlagen & Inspirationen vermittelt in groben Zügen die Grundlagen des Handletterings. Das im Handel erhältliche Übungsbuch lag mir nicht vor. Ich denke jedoch, dass es für Anfänger sinnvoll ist, beide Bücher zusammen zu erwerben, damit die Basics für ein schönes Schriftbild vorweg noch ein wenig vertieft werden können. Im vorliegenden Buch finden sich viele schöne Anregungen und Ideen für eigene Letterings. Nach den farbenfrohen Bildern und den motivierenden Worten der Autorin ist man motiviert sofort loszulegen

Ich empfehle dieses Buch an Leser/innen, die einen Motivationsschub benötigen und leicht umzusetzende Ideen für wirkungsvolle Letterings suchen.

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Die kleine Sommerküche am Meer

Jenny Colgan , Sonja Hagemann
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.06.2018
ISBN 9783492313230
Genre: Liebesromane

Rezension:


Inhalt:

Nach dem Tod ihrer Mutter hatte Flora die alte Heimat auf der schottischen Insel Mure verlassen, um nach London zu ihrem Job als Rechtsanwaltsgehilfin zurückzukehren und Abstand zur Vergangenheit zu gewinnen. Eigentlich ist sie mit ihrem neuen Leben zufrieden. Sie ist nicht besonders glücklich, aber auch nicht besonders unglücklich.
Floras Welt gerät aber plötzlich aus den Fugen. Denn schon seit längerem schwärmt Flora für ihren attraktiven Chef, dessen herrische und unfreundliche Art jedoch bei den Kollegen nicht gut ankommt. Genau dieser Chef ruft sie nun in sein Büro und präsentiert seiner Angestellten einen großen Kunden. Der Milliadär Coltan hat ein Anliegen, bei dem ihm keine andere als Flora weiterhelfen kann. Seit geraumer Zeit plant er die Eröffnung eines Hotelkomplexes auf der idyllischen Insel Mure. Nur befindet sich mittlerweile ein Windkraftpark in Planung, der die schöne Aussicht versperren würde. Eine Einheimische soll mit den Anwohnern sprechen und diese gegen den Windkraftpark mobilisieren. Denn bislang ist es so, dass Mures Einwohner ihm gegenüber, überwiegend skeptisch eingestellt sind. Flora ist geschockt, denn Mure ist die Insel, auf der sie aufgewachsen und von der sie geflohen ist. Und nun soll sie dorthin zurückkehren und ihrer Familie wieder in die Augen blicken?



Die Welt:

Jenny Colgan erwähnt in ihrem Vorwort, dass sie die Insel Mure frei erfunden hat. Das Gebiet soll jedoch die Elemente der schottischen Inseln Lewis, Harris, Bute, Orkney und Shetland in sich vereinen.

Auf Mure lebt man noch mitten in der Natur. Man glaubt an Legenden und Mythen, wie die Erzählungen über das Volk der Selkies (Robbenmenschen). Es gibt nicht viel, aber das, was es gibt, an dem hängt das Herz der Einwohner. Jeder Bewohner kennt den anderen und irgendwie hat man das Gefühl, in einer großen Familie unterwegs zu sein.



Schreibstil:

Cover, Titel und Klappentext schüren keine große Erwartungen . Ich versprach mir eine Protagonistin, die die Leidenschaft zum Kochen entdeckt, vielleicht Lokalkolorit und eventuell eine Liebesgeschichte. Doch dieses Buch ist so viel mehr.

Als Flora durch ihren neuen Auftrag gezwungen wird, in die alte Heimat zurückzukehren, ist sie wenig begeistert. Einst hat sie Mure den Rücken gekehrt, weil sie nicht wie ihre Mutter am Herd enden und von der Einsamkeit der Insel gefangen genommen werden wollte.
Als Flora dann das alte Elternhaus betritt, ist sie geschockt. Der Geist ihrer Mutter scheint noch in den Räumen zu sein. Die alten Schüsseln, die eingekochte Marmelade, die Kleidung in den Schränken und die unausgesprochenen Worte der verbliebenen Familienangehörigen erinnern schmerzhaft an die gute Seele des Hauses. Nur liegt nun Staub in den Regalen, Spinnenweben zieren die Wände und das dreckige Geschirr stapelt sich im Spülbecken.

Floras Brüder Hamish, Innes und Fintan sowie Eck, ihr Vater, begrüßen die Schwester wortkarg und nehmen ihre Rückkehr unterkült zur Kenntnis. Die ein oder andere spitze Bemerkung fällt und spätestens, als Flora mal etwas anderes auf dem Tisch sehen will, als immer nur Würstchen und sich selbst an den Herd stellt, muss sie sich eingestehen, dass ihre Kochkünste niemals an die der Mutter heranreichen können. Ihr Essen schmeckt, milde gesagt, grausig.

Während Flora also auf die Anweisungen des Chefs aus der Ferne wartet, weil sich der Auftraggeber einfach nicht meldet und das Leben auf der Insel schnell wieder verflucht, merkt der Leser schon früh, dass Mure einen Charme verspürt, an den die Großstädte und der Rest der Welt kaum heranreichen. Die klare und salzig schmeckende Meerluft, die Natur, das ungebändigte Wetter aber auch der raue und auf seine Weise doch herzliche Umgang der Inselbewohner wirken wie ein Urlaub vom Alltag. Beim Lesen befand ich mich nicht mehr in meinem Wohnzimmer, sondern fühlte mich, als wäre ich angekommen auf einer Insel, auf der man sich kennt, auf der man frei sein kann, auf der man alles vergisst, außer den Moment.

Ich wünschte mir bald, dass auch Flora spüren würde, was ich schon längst begriffen hatte. Ich wünschte mir für die Protagonistin, dass sie glücklich werden würde. Die Umstände zwingen das Mädchen aber auch schon bald, sich auf ihre Art wieder an die Gegebenheiten Mures anzupassen. So muss Flora sich zum Beispiel um die süße kleine Nichte kümmern, wenn diese nicht alleine zu Hause bleiben soll, weil der Vater ja aufs Feld raus muss. Dabei mag Flora doch eigentlich gar keine Kinder. Beim Anblick des Vaters, der abgenommen hat und den mürrischen Gesichtern ihrer Brüder und natürlich auch beim Blick auf den eigenen Teller, wird Flora wohl zum Kochbuch der Mutter greifen müssen. Auch die Natur wird Flora schon bald beweisen, dass ein Schuhwerk bzw. eine Kleidung, wie in London üblich, hier wohl kaum angemessen ist. Nach und nach erliegt Flora dem Charme der Insel und nach und nach begann meine Hoffnung zu keimen, dass die Protagonistin, genau wie ich, hier ankommen und sich zu Hause fühlen würde.

Was die Liebesgeschichte des Buches angeht, war ich lange skeptisch. Sehr angenehm empfand ich, dass der Leser lange im Dunkeln tappt. Wird es eine Liebesgeschichte geben? Flora schwärmt zwar seit sie den Job in der londoner Kanzlei angenommen hat für ihren Chef, doch dieser wirkt barsch mürrisch, unfreundlich und ja, manchmal sogar aggressiv. Auch lernt sie auf einem Ausflug einen Naturburschen kennen, der mit einer Gruppe Jugendlicher, die es in ihrem Alltag nicht so leicht haben, weil zumeist mindestens ein Elternteil im Gefängnis sitzt, unterwegs ist. Doch auch hier will sich die Liebe nicht einstellen , auch wird Charlie nur am Rande thematisiert.
Sehr schön fand ich die Entwicklung in dieser Richtung. Schicht für Schicht entziffert die Autorin eine Liebesgeschichte , die ich in dieser Art so gar nicht erwartet habe und die sehr berührend wirkte.

Die Liebesgeschichte, das kann ich also versprechen, wird es geben. Doch wer mit wem, warum und wie oft, das möchte ich den Leser/die Leserin selbst herausfinden lassen. Versprechen kann ich jedoch, dass es in diesem Buch viele schrullige und liebenswürdige Charaktere und einige sehr kernige und humorvolle Dialoge geben wird, die der wundervollen Erzählung, das letzte gewisse Extra verleihen.



Fazit:

Jenny Colgan gelingt es mit ihrem Buch, „Die kleine Sommerküche am Meer“, den Leser abzuholen. Sie entführt ihn in eine wunderschöne und idyllische Welt. Das Buch spricht von Heimat , Familie , Zugehörigkeit, vom Weggehen und Wiederkommen. Mit der Protagonistin kann sich der Leser dem Genuss des Augenblicks hingeben. Der Charme von Mure und seinen Einwohnern wird noch lange in mir nachklingen. Dieses Buch ist wie Urlaub machen, an einem ganz besonderen Ort, den nicht viele Menschen kennen. Auf einer Insel auf der noch Mythen und Legenden erzählt werden und auf der die Natur unberechenbar, rau und zugleich wunderschön wirkt.

Ich kann diese Geschichte nur von ganzem Herzen weiterempfehlen. An Leser/innen, die etwas besonderes suchen, die abtauchen möchten, in eine andere Welt, die viele neue Freunde und liebe Menschen vorhält. Die kleine Sommerküche am Meer ist viel mehr als nur ein Buch. Es ist ein Urlaub, fernab vom Alltag.



Buchzitate:

Innes beäugte das Essen aufmerksam, als er vom Feld hereinkam und sich im großen Spülbecken wusch. „Soll das etwa ein feministisches Statement sein?“, fragte er, während sie ihr üblichen Plätze am Tisch einnahmen.

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Real Life Sucks. Außer uns sind alle bescheuert

Allison Raskin , Gaby Dunn , Nadine Mannchen
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 23.05.2018
ISBN 9783733504380
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:

Ava und Gen teilen, seit sie denken können, ihren Alltag, ihre Sorgen und Probleme miteinander.
Sie gehen zunächst immer den gleichen Weg, sind die unzertrennlichen Freundinnen, die sich gegenseitig Halt und Sicherheit offeriern. Als Ava einen Studienplatz in Südkalifornien und Gen eine Zusage am College in Boston erhält, trennen sich die Wege der beiden besten Freundinnen. Doch im digitalen Zeitalter ist räumliche Distanz kein Trennungsgrund. Über Whatsapp und E-mails tauschen sich beide so oft es geht miteinander aus.

Gen gelingt es sehr schnell in der neuen Heimat Fuß zu fassen. Sie ist smart und aufmerksam, aber gelegentlich auch impulsiv . Bald schon landet sie mit einem gewagten Artikel einen Volltreffer. Währenddessen fällt es Ava schwer ihre Phobien und Ängste abzulegen und erste Kontakte zu knüpfen. Sie sehnt sich nach einer Bezugsperson vor Ort, auch hätte sie gerne einen festen Freund. Der Beitritt in eine Studentenverbindung könnte eine Lösung sein. Doch welche Verbindung würde jemanden, der so introvertiert, ein wenig schräg und zugleich einfach anders ist, aufnehmen?



Schreibstil:

Als ich „Real life sucks – Außer uns sind alle bescheuert“ in den Händen hielt, war ich, dass muss ich zugeben, skeptisch. Nach den ersten Seiten des Buches fragte ich mich, ob ich mit den Protagonisten Ava und Gen sowie dem Schreibstil warm werden könnte.

Ava und Gen sind zwei völlig unterschiedliche Charaktere. Während Gen sehr schnell Kontakte knüpft, sagt, was sie denkt und dabei auch oft nicht jugendfreie Kommentare in den Raum wirft, sich mehr sexuelle Offenheit in ihrem Umfeld wünscht und auch dem Drogenkonsum, wie allem anderen in ihrem Leben sehr offenherzig gegenübersteht, macht sich Ava Gedanken um ihr Umfeld, über ihr Verhalten und das Wohlergehen ihrer besten Freundin. Zwar wirkte Ava auf den ersten Blick vernünftiger, doch bald schon stellt sich heraus, dass sie mit starken psychischen Problemen zu kämpfen hat. Gerade diese Widersprüchlichkeit verhilft jedoch sowohl Gen als auch Ava dabei, mit den Schwierigkeiten des Alltags klarzukommen. Sie gleichen sich gegenseitig aus.

Über die Seiten des Buches hinweg begann ich die beiden Protagonistinnen ins Herz zu schließen und den Schreibstil zu mögen. Bald schon gelang es mir, mich in das Leben der beiden Freundinnen einzufinden. Ava versucht in Südkalifornien Kontakte zu knüpfen, was ihr sehr schwer fällt. So schließt sie sich einer Studentenverbindung an, obwohl sie die Regeln und Vorschriften dieser Gemeinschaft eher abschrecken. Sie lernt einen Jungen kennen und muss sich mit den Wirren der ersten Liebe, deren Höhen und Tiefen auseinandersetzen und schreibt ihr erstes Drehbuch, dessen Umsetzung ebenfalls für einige sehr skurrile und nicht immer einfache Momente sorgt. Nebenher muss sie sich mit ihrer Therapeutin, die eher selbst eine Therapeuten aufsuchen sollte, als Patienten in den Wahnsinn zu treiben, auseinandersetzen.
Gen entdeckt ihre Liebe fürs weibliche Geschlecht, schwebt auf einer Erfolgswolke, nachdem ihr erster Artikel – ein Zufallstreffer – bei den Studienkollegen sofort einschlägt und muss sich Gedanken darum machen, wie sie ihre Liebschaften voneinander fernhält, die leider nicht alle so offenherzig durchs Leben gehen wie sie. Auch hat sie schnell einen ersten Erzfeind gefunden, gegen den sie voller Freude einen Kleinkrieg anzettelt.

Allison Raskin und Gaby Dunn, überzeugen in ihrem Buch mit einem sehr humorvollen und pointierten Schreibstil. Dadurch, dass die Geschichte in E-mails und WhatsApp-Nachrichten geschrieben wurde, fliegen die Seiten beim Lesen nur so dahin. Die beiden Protagonisten haben es im Leben nicht immer einfach und dennoch liest sich ihr Austausch nicht schwermütig. Stattdessen verarbeiten sie ihre Erlebnisse mit einer ordentlichen Portion Zynismus. Nicht selten musste ich laut lachen, immer hatte ich ein Grinsen auf den Lippen.



Fazit:

Real Life Sucks – Außer uns sind alle bescheuert überzeugt mit zwei Protagonistinnen, so komplementär angelegt wie Ying und Yang , zynischem Humor und einem schönen Spannungsbogen. Das Leben ist nicht immer einfach, das wissen Ava und Gen nur zu genau. Beide Mädchen haben eine sehr unterschiedliche Lebensauffassung. Dadurch gelingt es ihnen nur umso besser, sich gegenseitig Trost zu spenden und Ratschläge zu erteilen. Stilistisch betrachtet, liegt die besondere Stärke dieses v ia E-Mail und WhatsApp dargebotenen Gedankenkonvoluts in den humorvollen Pointen und dem sehr persönlichen und dabei geistreichen Einblick in das chaotische Alltagsleben zweier Freundinnen.

Dieses Buch hat mich durchgehend unterhalten. Nicht selten musste ich laut lachen, in den Leseminuten dazwischen hatte ich stets ein Grinsen im Gesicht.
Ein Buch, das ich einfach nur weiterempfehlen kann.



Buchzitate:

Ich kenne niemanden, bei dem so viele Schrauben locker sind wie bei dir. Das ist KEINE Beleidigung. Wenn überhaupt, ist es ein Beweis für deine extreme Belastbarkeit, dass du so durchgeknallt bist und trotzdem so herrlich funktionierst.

Dein Geist ist ein kostbares Gefäß, in dem die allerwertvollsten Gedanken und Gefühle aufbewahrt sind. Du musst ihn um jeden Preis schützen! Mit deinem Körper kannst du machen, was du willst.

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Das Mädchen, das in der Metro las

Christine Féret-Fleury , Sylvia Spatz
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 30.08.2018
ISBN 9783832198862
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Jeden Morgen fährt Juliette mit der Metro die Strecke von ihrer Wohnung bis zur Arbeit. Jeden Morgen beobachtet sie die Menschen um sich herum, wie sie in ihren Büchern lesen. Da gibt es den äußerlich unscheinbar wirkenden Mann, der jeden Tag in einem Buch über Insekten liest oder die Frau, die auf Seite 247 ihres Buches weinen muss. Juliette genießt die Fahrt und diese kurze Zeit, die sie hat, um den Alltag zu verlassen und sich ihren Gedanken hinzugeben, welche Geschichte hinter den gelesenen Büchern, aber auch hinter deren Lesern stecken mag.

Eines Tages wagt Juliette einen kleinen Umweg. Sie durchbricht die selbstauferlegten Regeln ihres Alltags und folgt einem Mädchen, welchem sie durch einen Zufall auf der Straße begegnet ist und welches sie nun zu locken scheint. Bald schon wird Juliette ein eigenes kleines Abenteuer erleben und ihrem Leben eine kleine, unerwartete Wendung geben.



Schreibstil:

Mit einem fast schon poetischen, auf jedem Fall sehr kunstvollen und bildlichen Schreibstil, erzählt Christine Féret-Fleury eine Geschichte über Juliette, das Mädchen, das in der Metro las. Sie schreibt eine Liebesgeschichte über Bücher und ihre Geschichten. Mit ihren Worten motiviert sie auch mal einen Moment inne zu halten, die Schönheit des Lebens wahrzunehmen und vielleicht mit einer kleinen Veränderung ein eigenes Abenteuer zu starten.

Juliette ist eine Protagonistin, die schon auf den ersten Seiten ein wenig aus der Reihe fällt. Sie trägt eine Sonnenbrille in Schmetteringsform und einen Schal, den ihre Großmutter 1975 für die Tochter gestrickt hatte. Mit ihren Überlegungen und Träumen wirkt sie ein wenig wie eine Außenseiterin, wie die stille Beobachterin, die in ihrer eigenen fantastischen Welt sehr glücklich ist.

Oft denkt das Mädchen sich eigene Geschichten aus. Ihre Gedanken und somit auch die Erzählung, die der Leser verfolgt, sind nicht selten sprunghaft. Beim Lesen des Buches fragte ich mich des Öfteren, welchem Handlungsstrang ich nun folgen soll. Einige Fäden werden in diesem Buch aufgenommen und dann wieder fallen gelassen. Und dennoch bleibt, nach dem Lesen der letzten Seite und dem Zuklappen des Buchdeckels, eine zauberhafte Geschichte und auch eine sehr schöne Botschaft zurück.

Juliette lernt in diesem Buch einige neue Menschen kennen, die ihr helfen, ihren Weg zu finden. Sie verbringt mit einigen eine längere Zeit. Mir erschienen diese Nebencharaktere eher wie kurzweilige Begleiter eines Lebensabschnittes. Von einigen dieser Charaktere bekommt sie Botschaften mit auf den Weg, andere verhelfen ihr dazu, eine Richtung einzuschlagen, die sie sich noch nicht zu gehen getraut hatte.

Einige Ratschläge oder Sätze in diesem Buch wirkten für mich auf den ersten Blick romantisch und schön und dennoch musste ich mich beim erneuten Lesen fragen, welche Botschaft damit ausgesprochen werden sollte. So bekommt Juliette zum Beispiel den Ratschlag erteilt, alle Bücher zu lesen, die ein neuer Freund aufbewahrt hat. Und danach soll sie die Geschichten darin einfach wieder vergessen. Ich fragte mich, wie die Botschaft des Textes zu verstehen ist.
Was soll die Protagonistin, bzw. was kann ich als Leser, daraus lernen? Vielleicht, dass immer ein Teil der Geschichte in einem zurückbleibt ? Warum wird die Empfehlung den Inhalt wieder zu vergessen ausgesprochen? Sollte man nicht eher versuchen möglichst viel der gelesenen Geschichte in Erinnerung zu behalten? Soll durch diesen Tipp die Botschaft vermittelt werden, dass es sinnvoller und entlastender sein kann loszulassen? Nicht selten hätte ich mir, bei diesem Buch, welches voller schöner Worte und auch Ratschlägen steckt, ein wenig mehr Hilfe gewünscht. Doch diese Hilfe wird der Leser hier nicht finden. Vielmehr muss er selbst deuten und ein wenig zwischen den Zeilen lesen.



Fazit:

Mit „Das Mädchen, das in der Metro las“ erzählt die Autorin eine lebhafte, oft plaudernde Geschichte, die von einer Episode zur nächsten hüpft und dabei den situativen Anlass immer wieder mal aus den Augen zu verlieren droht. Dem Leser kommt dabei die Verantwortung zu, den roten Faden in der Geschichte aufzuspüren. Daran darf er sich nicht stören. 
Die Protagonistin Juliette ist eine Träumerin, ein in sich verschlossener Mensch, der bislang immer ein sehr strukturiertes Leben geführt hat und nun durch eine kleine Fügung des Schicksals einen neuen Pfad beschreitet und gewollt aus ihrem Alltag herausfällt.

Letztlich besteht die große Leistung dieses Buches in dem unwiderstehlichen Reiz, sich als Leser immer wieder neu zur Re-Lektüre einladen zu lassen, um neue, spannende Querverbindungen und Interpretationen zu entdecken.

Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an Bücher, an die Geschichten hinter den Geschichten und an die Träumer unter uns. Ich empfehle dieses Buch an Leser/innen, die einen poetischen Schreibstil schätzen und, wie Juliette ein wenig normal, ein wenig introvertiert und auf jeden Fall verliebt sind in die Literatur und in die Geschichten, die das Leben schreibt.



Buchzitate:

Sie hatte schon immer gern an Büchern gerochen und sie beschnuppert, besonders an den aus zweiter Hand erworbenen – auch neue Bücher rochen nicht alle gleich, es hing davon ab, welche Art von Papier und Klebstoff man verwendet hatte, aber sie erzählten noch nichts über Hände, die sie gehalten, über Häuser, die sie beherbert hatten. Sie hatten noch keine Geschichte, und zwar nicht die Geschichte, die in ihnen geschrieben stand, sondern eine zweite Geschichte, die wie ein Schatten und unbekannt war.

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Victorian Rebels - Mein schwarzes Herz

Kerrigan Byrne , Inka Marter
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei LYX, 25.05.2018
ISBN 9783736306943
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Farah und Dougan lernen sich im zarten Kindesalter in einem Kloster kennen. Die beiden verspüren eine starke emotionale Bindung. Dougan, der des Öfteren Prügelstrafe und Hunger erleiden muss, findet Vertrauen in das Mädchen, welches ihm verspricht dafür Sorge zu tragen, dass er nie wieder Hunger leiden muss. Auch möchte sie ihn lehren Liebe zu empfinden. Dieser Plan geht auf. Beide Kinder beschließen, ihre Gefühle zueinander zu besiegeln, indem sie heimlich den Bund der Ehe eingehen. Sicherlich ist diese Trauung nicht rechtswirksam, aber deswegen nicht weniger wert.

Als ein Pastor sich an Farah vergeht, wird Dougans Zorn geweckt. Er steht zu seiner Ehefrau und verteidigt diese. Die Konsequenz ist ein schwerer Schlag mit dem Schürhaken.

Zeitsprung: Jahre später arbeitet Farah – nunmehr verwitwet - bei Scotland Yard als Protokollführerin. Die Männer stehen Schlange. Doch jeden der Verehrer weist die junge Frau konsequent ab. Der Tod ihres Liebsten traumatisierte nachhaltig. Die Erinnerung verdrängt sie mit jedem Atemzug.

Eines Tages wird Farah angewiesen, an einer Vernehmung des wohl berüchtigsten Verbrecher Englands teilzunehmen. Es handelt sich um Dorian Blackwell. Der Mann ist gefährlich. Auch gelingt es ihm, sich stets den Strafverfolgungsbehörden zu entziehen. Er hat Verbindungen zu Polizei, Gericht und anderen ranghohen Persönlichkeiten.

Auch dieses Mal muss Scotland Yard zusehen, wie Blackwell dem Rechtssystem durch die Lappen geht. Nicht jedoch ohne das bekommen zu haben, was er gesucht hat. Denn sein Interesse galt Farah. Wenig verwunderlich erscheint es, als die junge Frau sich bald als Geisel des gefürchteten Verbrecher auf dessen Anwesen wiederfindet. Umso erschrockener ist sie, als sie erfährt, was Blackwell von ihr möchte und in welchem Bezug er zu ihrer Vergangenheit steht.



Schreibstil:

Kerrian Byrne schreibt mit Victorian Rebells einen Liebesroman, der unter die Haut geht.

Als Leser begleitet man Farah Mackenzie durch verschiedene Lebensabschnitte. Schon zu Beginn der Geschichte, in der Farah noch ein junges Mädchen ist, wird klar, dass die Protagonistin ein großes Herz hat. Sie zögert nicht lange, als sie den hungrigen und misshandelten Waisenjungen Dougan erblickt. Schnell verspricht sie, für ihn zu sorgen und für ihn einzustehen. Es entsteht eine glaubhafte und schöne Liebesgeschichte, die jedoch schnell zu einem unschönen und tragischen Ende geführt wird.

Jahre später ist es immer noch Dougan, dem Farahs Gefühle gelten. Ein neues Leben, ein neuer Job, ja sogar ein anderes Land hat sie sich gesucht, um neu anzufangen. Sie versucht sogar Zuneigung zu dem Chiefinspektor von Scotland Yard zu empfinden und dennoch lässt sie die Vergangenheit nicht los.

Mit Dorian Blackwell taucht kurze Zeit später ein legendärer Schwerverbrecher in der Geschichte auf, der einen Moment der Gefahr ausstrahlt. Bald jedoch ahnt man als Leser, dass der Schotte auf dem nun der Fokus der Erzählung ruht, einen neuen Loveinterest bilden könnte. Denn Blackwell ist auf der Suche nach etwas und das hat unmittelbar mit Farah zu tun. Der Verbrecher nimmt sich, was er haben möchte, koste es was er wolle und er ist äußerst smart. Für die Justiz ist er einfach nicht greifbar.

Farah findet sich bald in der Gefangenschaft des Verbrechers auf dessen Anwesen wieder. Ihr wird gesagt, dass Dorian Blackwell ihre Hilfe benötigt. Doch diese Aussage bleibt mysteriös, denn jemand, der Hilfe sucht, sollte sich doch nicht so verhalten?! Ganz offensichtlich darf Farah das Gelände nicht verlassen.

Immer wieder streut die Autorin Fragen und Rätsel in ihren Roman ein. Immer wieder bekommt man als Leser kleine Bröckchen geliefert, die die Neugierde schüren. Was ist mit Dougan einst passiert? Was möchte Blackwell wirklich von Farah? Wird es Farah gelingen Rache zu nehmen? Welche Geschehnisse aus der Vergangenheit werden die junge Frau wieder einholen? Gibt es Parallelen zwischen Dougan und Blackwell? Wenn ja, welche?

Für ihren Roman hat die Autorin das wunderschöne Setting Schottland und in kurzen Sequenzen auch Londons gewählt. Zwar verzichtet Kerrigan Byrne auf ausschweifende Landschaftsbeschreibungen, dennoch vermitteln beide Länder einen eigenen Charme und untermalen diese fesselnde und schöne Liebesgeschichte aus dem Jahre 1874.



Fazit:

Kerrian Byrne schreibt mit Victorian Rebells – Das schwarze Herz einen fesselnden Roman und hat diesen in das trendige Setting des viktorianischen Schottlands/Londons gesetzt. Auf dieser Bühne entfaltet sich eine gefährliche Liebesgeschichte.
Die starke und zugleich sehr stolze Protagonistin Farah mit dem großen Herz ist mir schnell ans Herz gewachsen. Farahs Liebe gilt einem Jungen, dem sie einst das Leben gerettet hat und der schließlich seine Zukunft für sie aufgegeben hatte. Dougan geht ihr auch Jahre später nicht aus dem Kopf, als sie auf einen gefährlichen und zugleich anziehenden Verbrecher trifft. Als potentielles Love Interest für Farah wird dieser Dorian Blackwell eingeführt. In ihm waltet etwas Unbekanntes und Geheimnisvolles. Kerrian Byrne vermischt in ihrem Roman geschickt die Chronik einer Liebesgeschichte mit dem Motiv des Spannungsromans. Was es schwer macht, das Buch beiseite zu legen.

Victorian Rebells – Das schwarze Herz ist ein Auftakt, der es schwer macht, nicht der Suchtgefahr zu erliegen.

Ich empfehle dieses Buch uneingeschränkt an Leser/innen weiter, die einen guten und fesselnden Liebesroman mit starken Charakteren zu schätzen wissen und kein Problem mit detaillierten erotischen Szenen (Achtung: Hier wird ein Part auch gedehmütigt und erniedrigt) haben.

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Und wenn es kein Morgen gibt

Jennifer L. Armentrout , Anja Hansen-Schmidt
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei cbt, 14.05.2018
ISBN 9783570311660
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:

Lena und Sebastian sind schon seit ihrer Kindheit befreundet. Doch für Lena spielen mittlerweile Gefühle eine Rolle. Gefühle für den Menschen, der Abends über den Balkon in ihr Zimmer steigt, so selbstbewusst erscheint und fast jeden Moment ihres Lebens mit ihr geteilt hat. Bei einer Party kommt es zu einer dieser Situationen, in der beide miteinander rangeln und sich sehr nahe kommen. Lena traut sich Sebastian zu küssen, doch Sebastian erwidert den Kuss nicht. Ganz im Gegenteil, er zieht sich zurück.
Ab diesem Moment ist nichts mehr, wie es zuvor war. Über der Freundschaft liegt nun immer die Frage, was wäre gewesen, wenn Lena diesen einen Schritt nicht unternommen hätte. Das ist schon schlimm genug, aber auf e iner weiteren Party kommt es zu einem Streit und zu einem ungewollten Auseinandergehen im Unfrieden. Lenas Leben und das ihrer engsten Freunde wird sich für immer verändern.



Schreibstil:

Bereits mit „Morgen lieb ich dich für immer“ hat mich die Autorin Jennifer L. Armentrout davon überzeugt, dass sie neben fantastischen Weltenentwürfen auch sehr berührende Liebesgeschichten mit einer bewegenden und zum Nachdenken anregenden Sujet schreiben kann.

In „Und wenn es kein Morgen gibt“ geht es um Lena, die seit ihrer Kindheit einen großen Teil ihres Lebens mit ihrem besten Freund Sebastian teilt. Sebastian ist selbstbewusst, er ist bei den Mädchen aufgrund seiner lockeren Art und seinem Aussehen beliebt. Es ist also kein Wunder, dass Lena, die schon längere Zeit tiefere Gefühle für Sebastian hegt, eifersüchtig reagiert, als die hübsche Skylar, die schon einmal mit Sebastian zusammen war, einen zweiten Versuch startet.
Lenas drei beste Freundinnen pflegen eine sehr innige und vertraute Beziehung miteinander. Sie teilen ihre Erlebnisse und stehen sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite.

Skylars Annäherungsversuche, aber auch Sebastians Verhalten, das nichts für etwas mehr als Freundschaft hergibt , verunsichern Lena. Dennoch wagt sie in einem Moment einen Versuch und küsst Sebastian. Die folgende Abweisung durch Sebastian ist nicht einfach zu verdauen.

Einen Verlauf solch einer Liebesgeschichte, habe ich bereits öfters gelesen. Der Anfang der Geschichte gestaltete sich für mich vorhersehbar. Doch dann sorgte eine überraschende Wendung für eine Änderung des Plots. Der Fokus lag nicht mehr auf der Beziehung und dem Zusammenfinden der Charaktere sondern vielmehr auf einer tiefergehenden Problematik.

Achtung Spoilergefahr:

Im Verlaufe einer Party werden sowohl Drogen als auch Alkohol konsumiert. Als Lena und ihre Freunde nach Hause fahren wollen, verliert der Fahrer die Kontrolle über das Auto. Es kommt zu einem folgenschweren Unfall. Die daraus resultierenden Schuldgefühle bilden den Themenschwerpunkt des Romans. Was wäre, wenn Lena und die Menschen, die ihr am Herzen lagen, nicht in das Auto gestiegen wären? Was wäre, wenn jemand anders gefahren, wenn andere Entscheidungen getroffen worden wären? Ja, was wäre gewesen, wenn Lena und Sebastian sich vielleicht nicht geküsst hätten? Diese Fragen muss sich Lena stellen und diese Fragen werden ihr auch vorgehalten.

Und hier kommen wir auch schon zu meinem Kritikpunkt an der Geschichte. Anstatt Lena über den Autounfall und dessen Folgen beizustehen, überschüttet man sie mit Vorwürfen.
Sicherlich gab es die ein oder andere Person, die Fragen stellen darf (obwohl ich sie auch hier nicht gerade als passend empfand), doch viele zeigen sich leider zu oberflächlich, zu blind und zu unsensibel .



Fazit:

In dem Buch „Und wenn es kein Morgen gibt“ zeigt die Autorin, wie schnell ein unbeschwertes Leben durch Schicksalsschläge zerstört werden kann. Ein kleiner unbedachter Moment, eine falsche Entscheidung und schon ist nichts mehr so, wie es zuvor war.

Ist es sinnvoll jeden Moment bis ins Letzte zu durchdenken? Wie bestimmen Entscheidungen und ihre Konsequenzen unser Leben? Kann man sein Schicksal abwenden? Solche zeitlosen Fragen sind es, die Jennifer L. Armentrout stellt. Durch den Verzicht auf billige Antworten erlangt das Werk eine unglaubliche Eindringlichkeit, die im Leser auf sehr lebendige Weise nachwirkt .

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Tags: 2018   (1)
 
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