Esse74

Esse74s Bibliothek

37 Bücher, 31 Rezensionen

Zu Esse74s Profil Zur Autorenseite
Filtern nach
37 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Nicolae Ceausescu

Thomas Kunze
Fester Einband
Erschienen bei Links, Ch, 22.02.2017
ISBN 9783861535621
Genre: Biografien

Rezension:

Als ich Ende der siebziger Jahre als Kind nebst Mutter und Großeltern nach Rumänien reiste, zählte eines für die Erwachsenen- es war ein günstiges Urlaubsland, wie Ungarn und man wusste zwar um das Regime, aber Wasser, Sonne, Meer- das klang verführerisch. Ich war fünf Jahre alt, doch ich werde niemals die Bilder vergessen von Kindern, die wir trafen außerhalb der schönen Hotelwelt, denen meine Mutter Orangen schenkte. Kinder, die nicht wussten, wie man so etwas isst, in die Schale beißen wollten und aussahen wie das blanke Elend. Wir fuhren damals auch auf das Land, unternahmen Ausflüge, aber schon damals machte mich das betroffen. Die Bevölkerung litt. Am Strand dann die Bekanntschaft einer netten rumänischen Familie, die Deutsch konnten, der Vater hatte angeblich in Berlin studiert. Man umgarnte uns. Was seltsam war- wir bekamen überall das beste Essen, wenn der Vater mit dem Inhaber eines Restaurants sprach, ein kleiner Parkt mit Karrussels öffnete extra abends für die Tochter und mich- plus sie wollten mit uns in Kontakt bleiben. Uns erreichte ein Paket aus Rumänien, später, auf dem zwar unsere Adresse stand, doch die Strasse war die Nachbarstrasse- woher sollte man das wissen? Wir hatten nicht erzählt...der nette Rumäne war ein Spion des Dikators, wie so viele. Jahre später arbeitete ich das auf, als ich eine Rumänin kennenlernte, die einen Nachbarn geheiratet hatte- sie erzählte grauenvolles aus dem Land.
Elena und Nicolae rissen die Macht an sich- waren das "Blutpaar". Ihre Söhne bekamen junge Mädchen dargebracht, wie auch eine sehr bekannte Turnerin, Nadia C., die sie nach herzenslust vergewaltigen durften. Elena verlangte bei Auslandsreisen Ehrendoktorwürden zu erhalten und so schmückten bald hunderte davon ihr schönes Zuhause. Menschen verschwanden, wurden gefoltert- das einstige blühende Königreich Rumänien unter Ferdinand I. etc. wurde zu einem Terroregime. Das Ende, welches Elena und Nicolae fanden war gerechtfertigt, doch es war keine eigentliche Genugtuung für das heruntergewirtschaftete Land. Schwer erträglich zu lesen, wie die "Madame" in Pelz im Ausland auftrat bei Staatsbesuchen, während Menschen im eigenen Land verhungerten.
Eine Biographie, die es sich zu lesen lohnt und bei der man oft innehalten, sackenlassen muss, ob des Grauens, was dieses Paar entfachte im eigenen Land-

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

königi, mutter-tochter beziehung, dynastie, paris, geschichte

Maria Theresia und Marie Antoinette

Paul Christoph
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Lambert Schneider, 01.01.2017
ISBN 9783650401977
Genre: Biografien

Rezension:

Marie Antoinette ist gerade einmal 14 Jahre alt, als ihre Mutter, Kaiserin Maria Theresia von Österreich beschließt sie mit dem ein Jahr älteren Dauphin von Frankreich Louis Auguste zu vermählen. Das junge Mädchen muss vor dem Übertritt nach Frankreich all ihre österreichischen Dinge ablegen, wie Kleider, Schmuck etc. und so zur Französin werden. Wie schwer muss es dem Kind gefallen sein sich der Heiratspolitik der Mutter zu fügen? Sie soll sogar die Mutter gebeten haben Einsicht zu zeigen, aber diese liebte ihre Kinder wohl sehr, doch sah sich in erster Linie als Kaiserin. Da darf man nicht weichlich sein, wie schon Queen Victoria anmerkte und genau wie diese mit ihren Töchtern führt auch Maria Theresia einen häufigen, teils auch zu häufigen, der den Töchtern vorgibt, wie sie sich zu verhalten haben. Das ist gerade für die Person Marie Antoinettes interessant, da sie im Zuge der Französischen Revolution ihr Leben lassen musste. Und hier folgt ein kleiner geschichtlicher Hinweis- es gibt Dinge, die man historischen Figuren andichtet- Marie Antoinette hat nie den Ausspruch getan, daß die Menschen Brioche (Kuchen) essen sollten, wenn sie kein Brot hätten. Das belegen Quellen. Als das Volk Versailles erstürmen wollte, trat sie im Nachthemd auf den Balkon und verbeugte sich tiefer als üblich, in Demut. Sie wurde von der Geschichte zu einer verschwenderischen Person gemacht, die Luxus liebte und daran zugrunde ging. Ebenso wie man auch die letzte Zarin verteufelte.
Marie Antoinette heiratete hinein in den Luxus und ihr Ehemann war kein besonders guter oder gar strenger Herrscher. Er liebte das Sammeln von Pflanzen, handwerkliche Dinge und wollte wie die meisten Herrscher keiner sein. Er musste für die finanziellen Sünden seines Großvaters, des Sonnenkönigs, büßen. Als er Regent wurde, war Frankreich bereits hoch verschuldet. Und, wenn man dies weiß und bedenkt, dann sieht man das alles sicher im anderen Licht. Auch ich habe in der Schule noch die Geschichtslügen dargestellt bekommen- leider, mir aber später die Wahrheit angeeignet. Die historische aufgrund von Quellen etc.
Maria Theresia gibt brieflich Hinweise an die Tochter, wie diese sich zu verhalten hat und ist dabei nicht zimperlich. Als sich kein Thronfolger einstellt- man stelle sich zwei unerfahrene Teenager in jener Zeit vor, die beide nicht groß aufgeklärt wurden- da entsteht noch keine sexuelle Begierde oder der Wunsch ein Kind zu zeugen. Der Körper einer Frau war dem introvertierten Louis Auguste ebenso unvertraut, wie Marie Antoinette der männliche. Zumal ich einmal in einer antiken Inkunabel um 1800 noch den HInweis für junge Frauen fand, daß der Mann sich ihrer schon annehmen würde und alles wisse. Heute würde man darüber lachen, aber Marie Antoinette muss einen Thronfolger gebären, dafür ist sie am Hof, das ist ihre Hauptaufgabe. Wie sehr belastet es da, wenn die Mutter Hinweise gibt und der Mann einen nicht anfasst? Man sehe immer das Leid einer Person im Vordergrund, bevor man über sie urteilt und Mütter können Fluch und Segen sein. Auch Queen Victoria machte besonders ihrer ältesten Tochter brieflich das Leben schwer, eben, weil sie alles besser wusste. Und Maria Theresia steht ihr in nichts nach. Es ist interessant zu lesen, wie sich ihren Einfluß auf das Mädchen und die spätere junge Frau bewahrt, die in der Mutter eine Respektsperson sieht und alles tut, um zu gefallen. Erwähnenswert sei hierbei, daß die Mutter einen Spion bei Hofe hatte, der ihr jeden Faux Pas der Tochter berichtete. Sie war also stets im Bilde und das liest sich spannender als jeder Krimi.
Für historisch Interessierte ein absolutes Must have, ebenso für Leser, die mehr über Marie Antoinette wissen möchten.
Wer das wirklich wahre Leben von Marie Antoinette und Louis Auguste ohne geschichtliche Verfälschung erfahren möchte, der sei an das Buch

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Wilde Kinder

Michael Newton , Jürgen Spiegel
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Magnus Essen, 24.06.2004
ISBN 9783884004135
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

53 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

starke frauen, rassismus, roman, karriere, liebe

Gott, hilf dem Kind

Toni Morrison , Thomas Piltz
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 22.04.2017
ISBN 9783498045319
Genre: Romane

Rezension:

Ich oute mich mal als Fan von Toni Morrison, da ich schon viele Bücher von ihr verschlungen habe. Mir gefällt zumeist ihre kritische Ader und auch bei diesem Buch war ich schon vom Klappentext gefesselt. Der Rassismus ist immer noch präsent in den Köpfen Amerikas und so ist auch Lula Anns Mutter entsetzt, als sie ein schwarzes Baby zur Welt bringt. Sie selbst geht, wie man so sagt, als Weiße durch, und daher trifft es sie hart ein Baby auf die Welt zu bringen, welches einen Makel trägt und einer ist. Im englischen Original heisst das Buch "God help the child"- also eigentlich "Gott helfe dem Kinde". Durch das Komma in der deutschen Übersetzung verändert es die Aussage des Titels- also im englischen wäre "Oh God, help the child!" ein Ausspruch, den man sagt, wenn jemand etws verbockt und "God help the child" ist eher "Gott hilf dem Kinde" in Form von er möge sich diesem annehmen (verzweifelt).
So ist Lula Ann früh damit konfrontiert, daß die Mutter sie nicht liebt, oder nicht lieben kann, weil dieses Kind sie eben abstößt. Und sie hat all das im Hinterkopf, was es in seinem Leben durchleben muss- den Rassismus eben, der in den Köpfen Amerikas immer noch so tief verwurzelt ist, wie die Mangrovenbäume am Mississippi.
So versucht Lula Ann sich zu ändern, anzupassen- trägt weiße Kleidung, nennt sich "Bride" und wird erfolgreich. Ich will nicht zu sehr spoilern, denn was sie erlebt und wie sie es erlebt, wird umso berührender, da unter anderem die Mutter erzählt, dann die Freundin Brooklyn und Lula Ann selbst.
Ich halte das Buch für ein absolut gelungenes Toni Morrison- Buch- kritisch und dabei kein Blatt vor den Mund nehmen.
Vor vielen, vielen Jahren- also damals, als man das Rad erfand und ich geboren wurde (schmunzel)- gab es einmal ein Buch von einer Australierin, die ein schwarzes Baby gebar (als Weiße), was auf Aborigines in den Urahnen hindeutete- da war die Ausgrenzung noch brisanter und heikler. Aber Morrison kommt dem 100% nahe.
Ich würde sagen, sie beschreibt in dem Buch den "modernen Rassismus" in den USA.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

christy wilson beam, himmelskind, sachbuch

Himmelskind

Christy Wilson Beam , Martina Merckel-Braun
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 09.12.2016
ISBN 9783775156943
Genre: Biografien

Rezension:

Das Leben der Familie Beam läuft eigentlich in geregelten Bahnen. Die Mutter ist Hausfrau, kümmert sich um die drei Töchter, der Vater ist Tierarzt mit eigener Praxis. Man lebt in Texas auf einer schönen, großen Farm und ist tiefgläubig. Der sonntägliche Kirchgang ist Pflicht, man engagiert sich in der Gemeinde. Bei Annabel, der fast zehnjährigen Tochter treten plötzlich Darmprobleme auf, sie erbricht und was zuerst wie eine harmlose Magen-Darm-Grippe erscheint, endet in eíner sehr schweren Erkrankung, bei der Annabel künstlich ernährt werden muss, unsägliche Schmerzen leidet und Nahrung nicht mehr verdauen kann. Die Mutter hetzt von einem Arzt zum nächsten, es folgt eine Not-Op des KIndes, doch Annabel wird immer schwächer. Die Mutter wendet sich verzweifelt an einen Spezialisten in Boston, der aber eine lange Warteliste hat. Nur, wenn ein Patient stirbt oder geheilt wird, rutscht der nächste auf die Liste. Doch die Mutter fleht die Arzthelferin an, ist weit gereist mit der Tochter, der Arzt die letzte Hoffnung. Und sie wird drangenommen. Doch nun beginnt für Annabel eine neue Therapie, die ihr aber nicht hilft. Hart gesagt- die Mutter verliert den festen Glauben an Gott, was wohl jedem passieren würde, wenn das eigene Kind so leiden muss und sterben könnte. Annabel kommt nach Hause irgendwann, austherapiert. Die Arztkosten, Reisen, die Therapie- all das hat die Familie finanziell fast ruiniert. Die Mutter will der Tochter noch durch einen Psychologen Kraft geben, als Annabel beim Spielen in einem Baum, in dessen hohlen Stamm fällt. Neun Meter in der Tiefe ist sie bewusstlos und begegnet Gott, der ihr sagt, es werde alles gut. Man rettet das Kind aus dem Stamm und plötzlich ist sie geheilt. Die Ärzte argumentieren, sie könne einen  Reiznerv wieder aktiviert haben im Gehirn durch den Sturz- aber die Eltern, das Kind, alle glauben an Gottes Kraft- eben ein Wunder. 
Ich bin eher atheistisch veranlagt, da für mich die Menschen mehr zählen als Gott und seltsamerweise widerspricht sich dabei die Geschichte selbst. Annabels Krankheit ist wenig erforscht, man weiß also kaum etwas über Heilung etc., Medikamente werden noch getestet. Jedesmal, wenn es ausweglos erscheint, helfen Menschen, nicht Gott- die Arzthelferin, die den Spezialisten in Boston dazu bewegt die Mutter und ihre kleine Tochter doch reinzunehmen in die Behandlung, der Vater, der mehr arbeitet, sein Motorrad verkauft, um alles zu finanzieren, Freunde, die spontan kommen, wenn Not am Mann ist, eine Kellnerin in Boston, die sich spontan einen Tag freinimmt, um Mutter und Tochter die Stadt zu zeigen, sie abzulenken und so weiter. Da ist keine höhere Macht, sondern reine Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft. 
Zudem, wenn Menschen bewusstlos sind oder im Koma liegen, verarbeiten sie meist das, was sie verinnerlicht haben- Annabel den Glauben. Daher sieht sie Gott. Bei noch unerforschten Krankheiten gibt es immer wieder Spontanheilungen, das ist nichts neues. 
Mir fehlte aber, wie sehr die Schwestern leiden, denn sie sind plötzlich egal- wie das bei schwerkranken Geschwistern oftmals ist- sie treten in den Hintergrund, die Mutter kümmert sich nur noch um das kranke Kind, was mir dann doch zu egoistisch war. Die anderen brauchten sie auch. Das musste aber alles der Vater, neben seiner Arbeit, noch managen. So ganz ohne bitteren Beigeschmack kommt das Buch nicht aus. Und man muss die Wunderheilung durch Gott schon nüchtern betrachten. 
Denn ansonsten würde ich die Autorin gerne einmal eines fragen- er rettet ihre Tochter und ein anderes kleines Mädchen, das Leukämie hat und, daß Annabel von Gott erzählt, ihr eine Kreuzkette schenkt, stirbt? Na, da ist doch der Haken. 
Fies war, daß Gemeindemitglieder die Mutter einmal fragen, ob sie wohl gesündigt hat, oder die kleine Annabel, vielleicht auch der Vater, weil das Kind so leiden muss- texanisches Kleinbürgergeisttum, nenne ich das mal. :)

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

biographie, romanows

Meine Erinnerungen an die Zarenfamilie

Tatjana Botkin
Fester Einband: 463 Seiten
Erschienen bei Komet, 01.08.2006
ISBN 9783898365819
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe das Buch in der Erstfassung gelesen und wusste aber damals bereits, daß Tatjana Botkina die Tochter des Leibarztes der Zarenfamilie um Nikolaus II. war. Sie und ihr Bruder Gleb kannten die Zarenfamilie, waren aber nie fest mit ihnen befreundet. Es geht in dem Buch mehr um Tatjanas eigenes Leben. Ihr Vater folgte der Familie des letzten Zaren in den Tod, aus Treue und ahnte, daß es seinen Tod bedeuten würde (in Jekaterinburg). Seine Kinder waren locker in Kontakt mit der Zarenfamilie, wie es eben die Kinder der Bediensteten waren. Gleb zeichnete Fabeln für die Töchter und den Sohn, man traf sich bei besonderen Anlässen- aber man muss auch beachten, daß nach dem Tod der Zarenfamilie viele Menschen, die mit ihnen zutun hatten (mehr oder weniger) Bücher schrieben über sie. Und Botkina reiht sich darin ein. Dennoch präsentiert sie nichts wirklich bewegendes. Ihr eigenes Leben steht, wie gesagt, im Vordergrund und trägt das Buch. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Wenn Liebe meinem Herzen fehlt, fehlt mir die ganze Welt

Paul Sauer
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Verlag der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart, 31.10.2011
ISBN 9783791880365
Genre: Biografien

Rezension:

Wera oder Vera Konstantinowna, Großfürstin Romanow von Russland, spätere Herzogin von Württemberg wird hier sehr gut porträtiert. Allerdings ist es sicherlich schwer, sie als Kind genauestens zu beleuchten. Was man an der damals neunjährigen als "nervliches Leiden" beschrieb, war einfach ein unbändiger Lebenswille, Tatendrang, Unbeschwertheit und Wissensdurst, der einer angehenden jungen Dame nicht gut stand aus Elternsicht. Vera war ganz einfach nicht zu bändigen aus der Sicht ihrer Eltern. Sie war kein Mädchen, wie man es sich wünschte- ich würde es heute einfach als "lebendig" bezeichnen. Der Vater hatte eine Affäre, kümmerte sich kaum um die Kinder, die Mutter war überfordert, also schickte man Vera zu ihrer kinderlosen Tante nach Württemberg, Königin Olga, die sich der Kleinen liebevoll annahm. Mit viel Geduld drang sie zu dem Kind vor und dabei ließ sie Vera stets Vera sein. So wurde aus ihr eine liebevolle Mutter, engagierte soziale Wohltäterin, wobei sie sich auch vor einem sehr volksnahen Kontakt nicht scheute- offenherzig und stets offen für die Sorgen der einfachen Menschen. 
Die Liebe, die sie als Kind nicht erhielt in Russland, fand sie in Württemberg und das Buch ist eine Hommage an eine Frau, die frü verkannt wurde, aber in ihrem späteren Leben durchaus bemerkenswert agierte. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

47 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

russland, romanows, geschichte, adelsgeschlecht, romanow

Die Romanows

Simon Sebag Montefiore , Gabriele Gockel , Sonja Schuhmacher , Barbara Steckhan
Fester Einband: 1.032 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 27.10.2016
ISBN 9783100506108
Genre: Biografien

Rezension:

Da ich mich nun schon seit fast 25 Jahren mit den Romanows und vor allem mit der letzten Zarenfamilie befasse, musste ich dieses Buch einfach lesen. Der Autor hat sehr gut recherchiert, doch manch einen könnten die tausend Seiten schon abschrecken. E. M. Almedingen hat vor vielen Jahren auch ein ähnliches Buch verfasst, wie bei Montefiore mit Hauptaugenmerk auf die letzte Zarenfamilie um Zar Nikolaus II.. Für mich gab es leider in dem Buch nur wenig Neues, die Bilder waren alle bekannt, da hätte man auch mal solche erfassen können, die eher unbekannt sind, finde ich. Keine königliche oder kaiserliche Familie kam ohne Skandale aus und die gab es natürlich auch bei den Romanows zuhauf. Wenn da also drinsteht, wie der und der Zar seinen "kleinen Freund" nannte- nicht tragisch, zudem man vor Jahren bei Christies die Liebesbriefe zwischen Katja Dolgoruki und dem Zaren Alexander II.  veröffentlicht und versteigert hat, die voller Pikanterien war- französische Koseformen für jedes erdenkliche Körperteil. Was auch sicher von einer tiefen Liebe zeugt. 
Ich würde dieses Buch von Montefiore jedem empfehlen, der Almedingens Buch nicht kennt und noch nicht viel über die Romanows weiß, dann bleibt es spannender. Ansonsten Hut ab vor dem Autoren für die Mühe und Recherchearbeit, die darin steckt. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

hörbuch, erotik, die klavierlehrerin

Die Klavierlehrerin | Erotik Audio Story | Erotisches Hörbuch

Trinity Taylor , Magdalena Berlusconi , Magdalena Berlusconi
Audio CD: 1 Seiten
Erschienen bei blue panther books , 25.11.2010
ISBN 9783862770557
Genre: Romane

Rezension:

Die Idee ist nicht neu und doch ein Traum jedes heranwachsenden Pennälers- ich verführe meine Klavierlehrerin! Aber leider wirkt es doch platt und so gar nicht prickelnd...junger Mann lernt auf einem "alten" Schiff segeln und "sie hat Dinge gewusst"...sorry, war irgendwie nicht unterhaltsam.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Yacht der Sünde | Erotik Audio Story | Erotisches Hörbuch

Laura Young , Irina von Bentheim
Audio CD: 1 Seiten
Erschienen bei blue panther books , 01.06.2015
ISBN 9783862772704
Genre: Romane

Rezension:

Die Story von der schönen reichen Gattin, die mit ihrem Göttergatten einen Segeltrip nach San Tropez macht und unterwegs von dem französischen jungen, knackigen Maat verführt wird...nun ja. Gelesen wieder von der deutschen Stimme von Carrie Bradshaw, Irina von Bentheim, kann das Hörbuch leider nicht punkten. Erstmal ist es völlig unlogisch, daß auf der Yacht der Ehemann nicht bemerkt, wie der Maat seine Perle angeht- reich und blöd, oder was?- und dann dieses französisch- deutsche Gerede des jungen Mannes- ach, isch bin verrückt nach Dir...nö, das kommt wirklich nicht echt rüber- zu klischeehaft. Laura Young kann durchaus gute Storys schreiben, auch mit Pfiff und Erotik, aber hier häufen sich die Platitüden wie bei einem Beate Uhse- Porno. "Holla, ich habe gehört, Sie haben ein Problem mit den Wasserrohren, da muss ich mal ein neues verlegen." Hüstel...kicher...meine Oma hätte das abgeschmackt genannt, und ja, sie hätte recht gehabt. :)

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

wittelsbach, bayern, kronprinzessin, luxemburg

Antonia von Luxemburg

Jean L Schlim
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Langen-Müller, 01.02.2006
ISBN 9783784430485
Genre: Biografien

Rezension:

Antonia, Prinzessin von Luxemburg, ist leider geschichtlich oft in Vergessen geraten. Sie wurde als Tochter des Großherzogs Wilhelm IV. von Luxemburg geboren, als eine von sechs Töchtern. Ihre Kindheit soll sehr glücklich gewesen sein. Anfang der 20er Jahre verlobte sie sich mit dem Kronprinzen Rupprecht von Bayern. Seine Gattin Marie Gabriele war früh verstorben. Leider löste der Kronprinz die Verlobung erst wieder und die arme Antonia versank fast in ihrem Kummer. Schließlich heiratete man doch und die Ehe wurde durch 6 Kinder gekrönt. Prinzessin Irmingard, eine der Töchter Antonias, berichtet in ihrer Biografie von sehr liebevollen Eltern, einer schönen Kindheit. 1944 landete Antonia mit ihren Kindern im KZ, da der Kronprinz sich nicht den Nazis unterwerfen wollte. Er konnte sich entziehen, doch gerade diese Zeit im KZ zerstörte die Prinzessin. Nach knapp 10 Monaten befreite man die Familie im April 1945, aber Antonia starb bald darauf mit nur 54 Jahren. Schlim hat dieser wirklich hübschen und interessanten Frau ein Denkmal gewidmet, welches sich zu lesen lohnt- allein schon wegen der vielen Bilder aus ihrer Kindheit.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

mars, fotos, astronomie, spirit und opportunity, überwältigend

Postkarten vom Mars

Jim Bell
Fester Einband: 196 Seiten
Erschienen bei Spektrum Akademischer Verlag, 28.11.2007
ISBN 9783827419699
Genre: Sachbücher

Rezension:

Als Trekkie (ich oute mich mal) bin ich natürlich auch Science Fiction-Fan. Zudem lief auch gerade die Serie "Mars" im TV. Es ist durchaus beeindruckend, daß man heute eine Sonde so weit ins All schicken kann, die dann auch noch Bilder macht von einer Welt, die mittlerweile gar nicht mehr so fern scheint. Es ist in greifbare Nähe gerückt zum Mars zu reisen- wenn es auch für die ersten Menschen, die reisen wollen, ein One Way- Trip wird. Aber möchte ich dort leben? Definitiv nein, denn ich müsste meine Tage ständig in einem Raumanzug verbringen, wenn ich den Planet erkunden will- keine Bäume, keine Tiere....nur Staub, Mikroben und Eis, Stürme, die so gewaltig sind, daß sie Wochen andauern. Es ist interessant darüber nachzudenken, die faszinierenden, großen, schönen  Bilder zu sehen, aber mir ist dennoch die Erde lieber. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

schicksal, krankheit, biographie, tod

... ihr Lächeln, das ich nie vergessen werde

Ute Holz
Flexibler Einband
Erschienen bei edition fischer, 01.07.2008
ISBN 9783899503821
Genre: Biografien

Rezension:

Ich habe mit sieben Jahren mein beste Freundin verloren, an Nierenkrebs. Es war 1981 und sie damals gerade zehn Jahre alt. Damals war die Medizin noch nicht soweit und ich musste miterleben, wie der Verlust der ältesten Tochter die Familie fast zerstörte. Kinder sollten niemals vor den Eltern sterben, sagte meine Urgroßmutter, als sie mit über achtzig Jahren zwei ihrer Söhne verlor. Es ist immer schmerzhaft. Da ist ein junges Leben, man denkt an die Zukunft, malt sich als Mutter aus, was einmal aus dem Kind werden könnte- und dann steht man hilflos vor einem kranken Kind, dem man nicht helfen kann. Krebs ist eine Achterbahn- Hoffnung und Trauer liegen direkt beieinander. Ein Gehirntumor ist nur selten heilbar. Frau Holtz schreibt so bewegend- ich habe oftmals das Buch sinken lassen, geweint, weil es so ergreifend war und ich schäme mich nicht dafür. So  muss ein Buch sein, könnte man lapidar sagen. Aber dies hier ist ein Memoriam an ein Kind, welches aufgrund der Krankheit verfällt- und Frau Holtz dokumentiert, macht dennoch Fotos, auch, als die Tochter blind, taub und hilflos im Sterben liegt. 
Kann man das verkraften? Vergessen? Nein. Aber das Schreiben hat ihr sicher etwas geholfen, das alles zu verarbeiten. Und ich muss ohne Schmu zugeben- ich war ergriffen und ziehe meinen Hut. 
Es ist nichts für zartbesaitete Leser, aber man kann erst verstehen, wenn man so etwas liest oder selbst durchmacht- auch als Freund, Freundin etc. 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Einst war ich ein Großfürst

Großfürst von Rußland Alexander , Alexander von Russland
Flexibler Einband: 340 Seiten
Erschienen bei Salzwasser Verlag, 01.04.2012
ISBN 9783863825683
Genre: Sachbücher

Rezension:

Großfürst Alexander Michailowitsch war der Ehemann der Schwester des Zaren Nikolaus II. von Russland, Großfürstin Xenia. Die Ehe der beiden war arrangiert, man hatte zwar viele Kinder ein Mädchen und sechs Jungen, doch Alexander und Xenia waren nicht glücklich miteinander. Schon früh unternahmen beide getrennte Reisen voneinander, betrog Alexander seine Gattin und sie revanchierte sich ebenso. "Sandro", wie Alexander genannt wurde, hatte nicht nur eine amerikanische Geliebte, sondern auch viele andere und die Kinder, denen man diese zahlreichen Affären von beiden Seiten verheimlichen wollte, litten dennoch darunter. 1906 lebten Xenia und Sandro abwechselnd und zumeist in Südfrankreich- u.a. wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Zaren und der Zarin. So stichelte Xenia, die ab 1897 in schöner Regelmässigkeit einem Sohn nach dem anderen das Leben schenkte gegen die Zarin, die bis 1901 vier Mädchen gebar und erst 1904 einen Sohn, Alexei, der dann auch noch an Hämophilie litt. Sandro schreibt nur das, was ihn berührte oder bewegte, verständlich, denn es ist seine Sicht der Dinge. Dennoch bemüht er sich dabei wenig auf seine Fehltritte einzugehen, oder überhaupt Fehler einzugestehen. Es wirkt oft sehr kaltherzig, wenn er über die Familie um Nikolaus berichtet, ebenso über seine Frau- nur seine Tochter Irina kommt gut weg. Sie war dem Vater Vertraute und schien ihn dennoch zu lieben. 
Seine Söhne jedoch waren alle unglücklich verheiratet, auch, wenn sie ihre Partner wählten und hatten auch alle Affären, wurden geschieden etc.- wie der Herr...
Das Buch endet mit seiner Flucht aus Russland 1919. Man kann nun monieren, er habe sich aus der Affäre gezogen. Auch hierbei tangiert ihn nicht wirklich, was aus den Verwandten wurde. 
Gute Einblicke in das Hofleben, seine Ehe, etc. fehlen und bleiben nur oberflächlich berührt- vielmehr sind immer die anderen Schuld. Interessant, aber man muss darauf achten, daß Sandro selbst der Verfasser ist. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

47 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

australien, waisenhaus, amerika, liebe, hass

Das Land der roten Sonne

Harmony Verna , Marie Rahn
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 17.10.2016
ISBN 9783352008887
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich fand die Geschichte sehr interessant und habe mir daher das Buch gekauft. Den Anfang fand ich auch noch spannend und unterhaltsam, aber dann war es mir zu klischeehaft und zu liebeslastig. Auch, wenn ich mir nun den Hass vieler begeisterter Leserinnen zuziehe, aber Liebe schön und gut, doch dann bitte mit etwas mehr Biss. Mir fehlte da das wirkliche Leben ein bisschen- zu konstruiert und harmonisch läuft die Handlung ab. Die Idee von dem Waisenmädchen klang vielversprechend, aber dann hatte ich Mühe mich durchzukämpfen. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das private Album von Queen Victoria's deutscher Erzieherin Baronin Lehzen /The Private Album of Queen Victoria's German Governess Baroness Lehzen

Michaela Blankart , Siegfried-H. Hirsch , Michaela Blankart , Siegfried H Hirsch
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Hirsch, S
ISBN 9783923700103
Genre: Sachbücher

Rezension:

Leider wissen die meisten Menschen nicht wer die Lehzen war. Nun, ich lebe nur fünf Minuten von ihrem Grab entfernt- auf dem kleinen Jetenburger Friedhof hier in Bückeburg- welches noch immer aus Geldern aus England erhalten wird. Louise Lehzen stammte aus Coburg und war als junge Frau im Haushalt der Victoire von Sachsen-Coburg-Saalfeld tätig und kümmerte sich um deren erstgeborene Tochter Feodora. Als der Fürst von Leiningen, mit dem Victoire verheiratet war, verstarb, ehelichte sie den Herzog von Kent- Queen Victorias Vater, sie war also deren Mutter. Die Lehzen ging mit der Familie nach England, wurde dann die Gouvernante der kleinen Alexandrina Victoria. Sie sollte ihr zur treuen Freundin werden. Ab 1837, nach der Thronbesteigung, war sie die Privatsekretärin Victorias. Königin Victoria schrieb über Lehzen: "Sie war eine bewundernswerte Erzieherin, und ich betete sie an, obgleich ich auch Angst vor ihr hatte."
Obwohl die Lehzen Victoria mehr in Sprachen unterrichtete, als die Fächer, die für eine Königin wichtiger gewesen wären, sie einen großen Einfluß auf die junge Frau hatte- zerbrach das Verhältnis erst nach der Geburt der ersten Tochter Victoria, der Princess Royal. Es hieß die Lehzen sei Schuld an einer Erkältung des Kindes gewesen und sei mit der zusätzliche Pflicht- sich auch noch um das Kind zu kümmern- überfordert. Wahrscheinlicher ist eher, daß Albert, der Prinzregent, seine Position bei seiner Frau durch die Lehzen gefährdet sah und es auch um Neid ging. Er schien ihre Übermacht einfach nicht zu mögen, denn oftmals wurde erst die Lehzen um Rat gefragt, dann Albert. 1842 kehrte die Lehzen mit einer guten Apanage nach Deutschland zurück und lebte in Bückeburg- auch ihr Haus steht noch- 1870 starb sie mit 86 Jahren.
Bückeburg wählte sie auch wegen der Nähe zum Fürstenhaus. 
Das Buch gibt die Verbindung der beiden Frauen wieder, die auch nach Lehzens Fortgang aus England anhielt- schriftlich. 
Es ist schade, daß diese doch so bedeutende Frau oft verkannt wird und in dem Buch finden sich viele schöne Briefe, Zeichnungen etc. von ihr und der jungen Queen. Empfehlenswert für alle Fans des englischen Königshauses!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Dein ergebener Sklave | Erotik Audio Story | Erotisches Hörbuch

Laura Young , Irina von Bentheim
Audio CD: 1 Seiten
Erschienen bei blue panther books , 22.05.2016
ISBN 9783862772797
Genre: Romane

Rezension:

Ich mag eigentlch keine erotischen Stories oder Romane- Shades of Grey sei Dank- war mir das doch zu langweilig und Popohaue für frustrierte Hausfrauen. 
Dieses Hörbuch ist aber anders, schon allein durch die Tatsache, daß es von der deutschen Stimme von Carrie aus Sex and the City gelesen wird. Die Serie fand ich okay, die Mode interessierte mich nicht, aber Mr Big, Miranda und natürlich Samantha. 
Hier geht es um eine schüchterne Büroangestellte, die emails erhält, in denen ihr ein heimlicher Verehrer schreibt. Weder langweilig sexistisch, noch zu flach oder anzüglich. Der Plot ist überraschend und lustig- es ging hier nicht um stumpfen Sex und das gefiel mir recht gut. 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Die Rache der Zarentochter

Tatana Fedorovna
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 06.06.2016
ISBN 9783741209284
Genre: Historische Romane

Rezension:

Rezension korrigiert.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(28)

39 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

habsburger, österreich, historischer roman, sissi, erzherzogin

Die letzte Prinzessin

Martin Prinz
Fester Einband: 340 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.09.2016
ISBN 9783458176831
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Buch ist ganz gewiss für den Leser, der noch nichts über Elisabeth Petznek weiß, sehr schwer zu lesen, weil man die ganzen tiefgehenden Informationen, die historischen Fakten, alle selbst recherchieren muss, um wirklich einzutauchen.
Ich kenne zwei Biografien über Elisabeth Petznek und hatte somit eine perfekte Grundlage und kannte die meisten Fakten. Dennoch fehlten mir für viele Aussagen eben Quellen, die einiges belegen.
Es beginnt sehr detailreich mit Petznek Tod und dann dem Rückblick auf ihr Leben, von Kindesbeinen an- da wird vieles erzählt und es ist fesselnd. Der Tod des Kronprinzen, das Verhältnis zur Mutter...dennoch vermisste ich mehr Tiefgang, was Orte betrifft, Personen, denn da waren zahlreiche, die man sich alle selbst zusammenrecherchieren muss, wie Erzherzogin Charlotte und Erzherzog Maximilian, Kaiser und Kaiserin von Mexiko, die Miramare erbauen ließen. Charlotte, geborene Prinzessin von Belgien, war eine Tante Elisabeths- sie wird als geistig wirr beschrieben- das war sie nicht. Auslöser waren die Umstände in Mexiko, als Maximilian, ihr von ihr sehr geliebter Mann, in den Strudel einer Revolution geriet und seine Hinrichtung ließ sie endgültig zusammenbrechen. Diese Frau bat um Gnade für ihren Mann, sprach am Kaiserhaus vor, drängte auf Intervention in Mexiko, um den Gatten zu retten- hier verkommt sie zu einer Verrückten- warum sie in den Wahnsinn entglitt, bleibt aber offen.
Viele wichtige historische Figuren werden nur gestriffen.
Mesli ist eigentlich auch eher unwichtig, denn, zwar macht er sich Gedanken über die Frau, der er Gärtner und Portier ist, Bediensteter- doch dann verschwindet er ebenso schnell auch wieder. Mit ihrem Tod ist sein Dienst beendet. Gut, er leitet die Geschichte ein. Das ist als Figur seine einzige tragende Position, so wie das Sinnieren über seine "Herrschaft".
Mir hat das Buch zu Beginn sehr gut gefallen, doch leider flaute meine Begeisterung auch zum Ende hin ab- es bleibt mir zuviel offen. Und das ist sicher auch schwierig, wenn ein Leser nichts über Elisabeth Petznek an Vorwissen hat.
Die Informationen im Internet über sie sind eher spärlich, da kann man nur mässig recherchieren. Und es nimmt sicher den Lesespaß, wenn man alles nachschauen muss.
Ihre Kinder sind auch eher Randfiguren, ihr Wandel zur Sozialdemokratin schon interessant dargestellt, aber dennoch zieht es sich auch unnötig, wenn aus der Arbeiter- Zeitung zitiert wird. Die Andeutung davon, wie fern der einstigen Erzherzogin eigentlich die Probleme des "kleinen Mannes" sind oder wie peripher Geld, macht eben deutlich, wie der Adel, oder hier Hochadel, abgegrenzt lebte vom Volk.  Und wirklich aus dieser alten Haut raus, kommt Elisabeth nicht. Für mich wirkt sie eher wie eine Suchende, die umtriebig keinen wirklichen Halt im Leben findet, und dann trifft sie auf Leopold Petznek- aber leider nur ein Kapitel wert im Buch. Das war mir zuwenig. Ich würde das Buch als einen Streifzug von Elisabeths Leben beschreiben, mehr leider nicht. Zuvieles bleibt leider unberührt.

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

liebe, tolstoi, eifersucht, ehe, treue

Eine Frage der Schuld

Sofja Tolstaja , Alfred Frank , Ursula Keller , Ursula Keller
Flexibler Einband: 314 Seiten
Erschienen bei btb, 03.05.2010
ISBN 9783442741090
Genre: Romane

Rezension:

Tolstoys Gattin stand eher in seinem Schatten, dabei war sie seine Erstlektorin, gebar ihm eine große Kinderschar, führte ein Gut und schrieb nebenbei selbst. Ihr Roman, der eher kurz gehalten ist, mag kein Meilenstein sein, wie "Anna Karenina", aber zeigt Züge desselben und porträtiert die Rolle der Frau in der russischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert.
Wie sagte die Gräfin Paley:"Man wird verheiratet und hat glücklich zu sein." Und das trifft es. Die Frau als Heiratsobjekt, schön vielleicht, folgsam, guterzogen und demütig dem Manne gegenüber, der sie wie seinen Besitz behandelt.
Tolstaja übernimmt Motive ihres Mannes und auch in ihrem Roman offenbart sich die Tragweite der russichen Seele- wenn man traurig ist, dann leidet man richtig.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(242)

577 Bibliotheken, 27 Leser, 6 Gruppen, 25 Rezensionen

klassiker, liebe, pädophilie, lolita, roman

Lolita

Vladimir Nabokov , Helen Hessel , Maria Carlsson , Kurt Kusenberg
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.04.1999
ISBN 9783499225437
Genre: Romane

Rezension:

Wenn man "Lolita" heutzutage zum ersten Mal liest, mag es einem seltsam erscheinen, wie man diesen Roman seinerzeit verteufelte und, daß er in vielen Ländern noch verboten ist. Die Geschichte von dem alternden Professor, der sich in die pubertierende Tochter seiner Vermieterin verliebt und alles dafür tun würde, um mit dem Mädchen zusammenzusein, war damals ein Skandal. Ich finde aber, daß Nabokov das Thema sehr "sanft" behandelt, denn eigentlich zelebriert er nie eine sexuelle Handlung, sondern bleibt eher spärlich. Man hat mehr das Gefühl, daß Humbert Lolita vergöttert, aber seine "Nymphe" wird umgarnt, verwöhnt- und nicht plump sexuell. Hier lässt Nabokov eher gedanklichen Spielraum und ich muss sagen, daß beide Verfilmungen nicht an das Buch heranreichen, in dem dem Leser mehr gedanklicher Handlungsspielraum gelassen wird.
Humberts Abhängigkeit von Lolita hätte auch mit einer gleichaltrigen Frau stattfinden können, aber es ist der Charme der Jugend, die ihn betört und ich denke, weniger ihr Körper (was viele falsch deuten), als Lolitas Unbefangenheit und ihr unbekümmertes Wesen.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Göttin und Held

Gustaaf Peek , Nathalie Lemmens
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei DVA, 22.08.2016
ISBN 9783421047076
Genre: Romane

Rezension:

Ich verstehe die schlechte Kritik für dieses Buch nicht. Sicher, es ist keine so leichte Kost, denn es beginnt am Ende und man liest die Liebesgeschichte zwischen Tessa (Göttin) und Marius (Held) vom Tod Tessas an, die wie ich es herauslese Sterbehilfe in Anspruch nimmt, was in den Niederlanden möglich ist. Marius ist bereits verstorben, wenngleich auch recht unspektakulär- umgefallen in einem Hotelzimmer und aus. Es war nicht ganz leicht hereinzukommen in diese Geschichte von allesverzehrender Liebe, Begierde, Eifersucht und dem "doch nicht ohne den anderen existieren zu können". Und am Ende haben beide nur den Gedanken an die über alles begehrte Person in sich.
Es basiert eigentlich auf dem klassischen Thema- zwei junge Leute kommen zusammen, kurz nur, werden intim und verlieren sich aus den Augen. Beide heiraten, Tessa bekommt einen Sohn und, als sie sich wiedersehen, nach Jahren, durch Zufall, bricht eine ungeahnte Leidenschaft in ihnen empor, die sie im späteren Verlauf in heimliche Treffen treibt, Seitensprünge, die energiereich geladen voller sexueller Intensität. Beide sind abgöttisch ineinander verliebt, dennoch hat jeder sein Leben. Und, als sie die Möglichkeit haben, zusammen zu sein, jeden Tag ihres Lebens, ist es doch nicht das Selbe...die prickelnde Erotik, die ihre Beziehung bestimmt, sie sich nach dem jeweils anderen verzehren lässt, verblasst im Alltagsleben. Man trennt sich wieder, und findet doch wieder "getrennt vereint" zueinander. Tessa und auch Marius bereuen schon ihre Partner zu hintergehen, sich Lügengebilde ausdenken zu müssen, um sich in Hotelzimmern zu treffen. Wibei Tessa die erfolgreiche Autorin ist, Marius, der Kolumnenschreiber, der sich so durchhangelt und sie schon allein dafür vergöttert, daß sie so erfolgreich ist.
Hierbei muss ich anmerken, daß mich diese Anspielung auf Ted Hughes und Sylvia Plath (die auch kurz im Buch erscheint), auf das Buch von Connie Palmen, Du sagst es, aufmerksam machte. Denn bei Peek ist es ähnlich- die Göttin ist eben die vergötterte, erfolgreiche, der Held, ihr Held, aber im eigentlichen Leben, beruflich, stets in ihrem Schatten.
Die erotischen Szenen sind schon heftig, aber man muss es vom Ganzen her sehen- Tessa und Marius verzehren sich einfach, alles ist möglich, aber nur zwischen ihnen- jede Freiheit, jedes Ausprobieren, jedes Verrücktsein. Daher fand ich das auch nicht tragisch, wie direkt Peek die sexuellen Ausschweifungen beschreibt.
Obwohl in dem Buch auch Trauer vorkommt (ohne Spoiler, wenn es um Tessas Sohn Onno geht), Eifersucht, wenn man den jeweils anderen mit seinem Ehepartner sieht, beobachtet, heimlich zum Haus fährt- ist es ein Appell an die Liebe und hat mich wirklich begeistert.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Black Neon

Tony O'Neill
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.07.2014
ISBN 9783453676633
Genre: Romane

Rezension:

Den ersten Teil fand ich sehr gut, aber "Black Neon" ist eher ein lauwarmer Aufguss und reicht nicht an Spannung etc. an seinen Vorgänger heran. Schade.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

The Diary of Olga Romanov: Royal Witness to the Russian Revolution

Helen Azar
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Westholme Publishing, 29.01.2015
ISBN 9781594162299
Genre: Sachbücher

Rezension:

Da ich mich seit vielen Jahren mit der letzten Zarenfamilie befasse, freue ich mich immer wieder über ein neue Publikation auf diesem Gebiet und habe zuerst Azars 2016 erschienenes Buch mit den Tagebücher der Großfürstin Tatjana, der zweiten Tochter des letzten Zaren gelesen. Tatjana gehört neben Maria, der dritten Tochter, zu meinen, wenn man so sagen will, liebsten Zarentöchtern. Doch auch die Tagebücher von Olga wollte ich lesen. Leider fehlt hier ein Bild des Buches.
Großfürstin Olga wurde 1895 als erste Tochter von Zar Nikolaus II. von Russland und seiner Gattin, Zarin Alexandra Feodorowna, geboren. Man erwartete von der Zarin einen Thronfolger zu gebären, den Zarewitsch, denn nach dem sogenannten Semi- Salic- Gesetz durften nur Männer den russischen Thron innehaben. Der Sohn Katharinas der Großen hatte dies verfügt und eine Änderung des Gesetzes stand außer Frage. Dennoch sah man es, wenn man es so hart ausdrücken will, der jungen Zarin nach, als das erstgeborene Kind eine Tochter war. Olga wächst liebevoll behütet durch ihre Eltern und Kinderfrauen heran, zeigt schon früh eine gewisse Nachdenklichkeit, in dem sie Dinge hinterfragt. So offenbart sich aber auch, wie isoliert das Mädchen heranwächst, als sie nicht verstehen kann, daß Menschen aus dem Volk Tickets für den Zug kaufen müssen, dann nur einen Sitzplatz zur Verfügung haben und kein ganzes Abteil, so wie die Zarenkinder im kaiserlichen Zug. Als Olga als Baby die Großmutter Queen Victoria in England mit ihren Eltern besucht, reist ein komplettes Spielzimmer mit. Dennoch sind die Kinder nicht verwöhnt- die Zarin ist eine sparsame Frau. Kleider, die die älteren Schwestern ablegen, werden so umgeändert, daß sie den beiden Jüngeren passen. Die Kinder bekommen ein Taschengeld, mit dem sie Geschenke für Freunde und die Familie kaufen- aber ihr ganzes Leben lang wird Olga niemals das einfach Volk kennenlernen, niemals auf dem Newsky Prospekt- der legendären Einkaufsstraße in St. Petersburg- einkaufen gehen, niemals wird sie wirklichen Kontakt zu den Menschen haben. Bei kurzen Halten, wenn man mit dem kaiserlichen Zug reist, dürfen die Kinder in den Bahnhofskiosken einkaufen, doch stets unter den Augen von Leibwächtern. Bei Reisen zu Verwandten nach Darmstadt (die Zarin war eine geborene Prinzessin von Hessen und bei Rhein) können die Töchter durch die Stadt streifen, da man sie nicht erkennt in ihren einfachen Kleidern, doch stets ist eine Kinderfrau an ihrer Seite und die Leibwächter in gebührendem Abstand. Spielfreunde kommen nur selten an den Hof, man verbringt viel Zeit mit Verwandten, den Cousins und Cousinen, den Tanten und Onkeln, der Großmutter- aber die äußere Welt bleibt stets verschlossen. Nur, wenn man mit der kaiserlichen Jacht "Standart" ans Schwarze Meer reist, sind die Offiziere Spielkameraden und zugleich auch erste Liebschaften, dh unverfängliche Flirts, die die Zarin "crushes" nennt. Jeder Offizier bekommt eine Großfürstin zugeteilt, der er zur Verfügung steht. Man tanzt mit ihnen, führt Gespräche, aber es ist nur ein kleines Stück Freiheit. Die Zarin ist zudem der Meinung, daß vier Schwestern- Olga, Tatjana, Maria und Anastasia sich selbst Gesellschaft genug seien. Olga beginnt mit neun Jahren ein Tagebuch zu führen, in dem sie aber nur einfach Begebenheiten festhält- wie "Ich war mit Mama und Papa in der Kirche". Azars Sammlung umfasst die Jahre von 1914, als der Erste Weltkrieg beginnt, bis 1917. Der Krieg ist zuerst nur eine Randnotiz für Olga, sie kommentiert Siege Russlands in Einträgen und Briefen an den Vater mit Freude, merkt aber bei Verlusten und Niederlagen nur kurz an, wie sehr sie Kaiser Wilhelm II. etc. hasst- mit einem Wort- mehr nicht. Ihre Tage sind erfüllt von Treffen mit Verwandten, Ausfahrten mit der Kutsche, dem Schlitten, spielen mit den Schwestern und dem Bruder Alexei, der meist mehr Fürsorge bedarf aufgrund seiner Hämophilie. Mit Beginn des Krieges fallen für sie Bälle weg, gesellschaftliche Auftritte, bei denen sie und ihre Schwester Tatjana oft die psychisch labile Mutter ersetzten, Theaterbesuche sind ebenfalls gestrichen, denn der Vater weilt meist im Stavka in Mogilev, dem militärischen Hauptquartier. Dort besucht ihn die Familie auch, aber sonstige Reisen, wie zum Sommerpalast auf der Krim (Massandra) sind nicht mehr möglich. Olga, Tatjana und die Mutter "arbeiten" als Krankenschwestern in den Hospitälern, die man in den Palästen einrichtet- doch dort werden auch nur Offiziere aufgenommen. Schon bald zehrt der Stress an Olgas und dem Nervenkostüm ihrer Mutter- die schrecklichen Bilder von schwerverletzten und sterbenden Offizieren prägen sich schnell ein. Zudem leiten Olga und Tatjana bald ein Kommitee für Kriegsflüchtlinge- nur Tatjana gibt sich pflichtbewusst- als Krankenschwester und bei der Arbeit im Kommitee- Olga, gesegnet mit dem wankelmütigen Gemüt der Mutter- gibt bald auf. Nervlich am Ende kann sie nicht weiterarbeiten, zieht sich zurück.
Eine eventuelle Hochzeit mit dem Kronprinzen Carol von Rumänien lehnt sie ab- sie mag ihn nicht und will um keinen Preis der Welt eine Zwangsehe, also eine Heirat ohne Liebe, und will auch Russland nicht verlassen- was Nikolaus seiner Tochter nachsieht, ebenso wie die Zarin. Denn die Eltern heirateten auch nicht aus politischem Kalkül, sondern aus Liebe.
Azar verfeinert die Tagebucheinträge mit Notizen der Hofdamen über Olga, Tutoren, also Lehrern, Briefen des Vaters.
Die Ermordung Rasputins, die Abdankung des Vaters, die Revolution, der Hausarrest im Alexander- Palast und dann die Reise ins erste Exil nach Tobolsk in Sibirien- Olga kommentiert alles, doch große Gefühle lässt sie nicht zu. Nüchtern nimmt sie alles hin, versteckt ihre wahren Gefühle- steht sie doch dem Vater näher als der Mutter und ist ihm stets treue Ansprechpartnerin bei Problemen. Ich denke, sie stand aber ebenso fassungslos wie ihre Geschwister und die Eltern vor dem Umbruch und dem Absturz von der einstigen Zarentochter zur einfachen Bürgerin Romanow, verbannt nach Sibirien und eingeschlossen in einem Haus- zuerst dem in Tobolsk, dann 1918 in Jekaterinburg, wo im Juli Olgas Leben, ebenso wie das ihrer Familie und Bediensteten auf so grausame Weise endet. Als Spielball der Bolschewiken ist ihre Familie dem hilflos ausgeliefert, den Degradierungen und Beleidigungen durch die Bewacher- so entfernt man in Jekaterinburg die Tür der Toilette, Bewacher picken mit ihren Gabeln einfach in das Essen des Zaren, beleidigen ihn u.a.
Wie schwer das alles zu ertragen war, kann man nur erahnen, denn Olga beendet ihre Eintragungen 1917.
Sie klagt aber auch nicht an, lässt auch in den letzten Briefen an die Freunde, die Familie keinen Gräuel zu- die Gründe mögen einfach sein- die Bewacher lasen und zensierten die Briefe, die ausschließlich in Russisch verfasst werden durfen, man wusste nicht, ob diese jemals ankommen würden und, dann war Olga ebenso wie die Mutter äußerst religiös, glaubte an eine göttliche Fügung- alles ist Schicksal, alles vorbestimmt und Gott leitet- egal wohin. „Wenn dieses Leben endet, treffen wir uns in einer anderen Welt wieder“, steht im Tagebuch des Zaren. „Keine Trennungen mehr, endlich vereint.“
Olga wird ihren dreiundzwanzigsten Geburtstag nicht mehr erleben...

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

irvine welsh, sex, edinburgh, roman, golf

Ein ordentlicher Ritt

Irvine Welsh , Stephan Glietsch
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 26.09.2016
ISBN 9783453270671
Genre: Romane

Rezension:

Ich kenne Irvine Welsh seit seinem Roman "Trainspotting", wobei sowohl Buch als auch Film mit Sicherheit keine leichte Kost sind. Danach waren seine Bücher eher Mittelmaß und aus meiner Sicht zu verworren, so daß ich an keinem einen richtigen, literarischen Genuß fand. Schon seit einiger Zeit habe ich die Bücher im Heyne Hardcore-Programm im Auge und da fiel mir sofort Welshs neuer Roman ins Auge. Das über 400-Seiten starke Werk trägt einen zweideutigen Titel (zwinker) und der Einstieg ist etwas zäh- da muss ich als Leseratte ehrlich sein. Man muss sich zuerst auf die Sprachen der Menschen einlassen, halt dem Menschen von der Straße in Edinburgh, bzw. der unteren Schicht. Sie sprechen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Dazu kommt, daß es nicht gerade wenige Figuren sind und die Handlung sich gleich einer Landkarte immer mehr auffaltet, also sich weiter ausbreitet. Die ersten fünfzig Seiten hatte ich etwas Mühe da durchzusteigen, oder sagen wir mal- mit der Story warm zu werden und reinzukommen.
Aus "Trainspotting" ist Sick-Boy als periphere Randfigur dabei, der inzwischen Pornos in London dreht, also als Regisseur und dabei ziemlich erfolgreich ist. Er war der blonde im Film, der immer alles über James Bond und die Filme wusste. In diesem Roman ist er ein Freund von Terry Lawson, der im normalen Leben Taxifahrer ist, aber sich etwas nebenbei verdient, in dem er Pornos dreht- als Hauptdarsteller. "Juice"- Terry, wie man ihn auch nennt, verdankt diesen Spitznamen aber der Tatsache, daß er als Jugendlicher Limonade vom LKW verkaufte. Er ist ein recht schräger Zeitgenosse, Ende Vierzig, hat bereits vier Kinder aus unterschiedlichen Beziehungen und, als Taxifahrer fährt er nur allzu gerne Umwege- um weibliche Fahrgäste anzubaggern und um männliche mit seinen Lebensweisheiten zuzuschwallen. Er ist selbstsicher, steigt auch sonst jedem Rock nach und sieht im Sex seine Lebenselixier. Daher hat er auch immer und überall Sex. Nicht ausnutzend- aber die Frauen wollen halt Terry. Welsh beschreibt diese zahlreichen Szenen aber eher diskret und lässt mal Terry zu Worte kommen und dann andere Akteure- was positiv ist, denn so sieht man die Handlung immer auch aus der Sicht eines anderen.
Als Terry ein amerikanischer Serienstar und Immobilien- Investor ins Taxi steigt- Ron Checker- stellt Checker ihn als Fahrer an. Er zahlt gut und hat eigentlich vor, in Edinburgh einen seltenen Whiskey zu kaufen bzw. von der Bowcullen Brennerei- es gibt nur drei Flaschen- eine hat Checker schon, die andere einreicher Däne, namens Lars und die dritte will man einem reichen Schotten abluchsen. Checker und Terry werden Freunde, wobei Terry Ron in die Lebensweise des kleinen Mannes einführt- sprich Koksen, um zu entspannen und Sex. Dazu gibt es Terry Lebensweisheiten gratis obenauf.
Dann haben wir John MacKay, genannt "Jonty", der etwas zurückgeblieben ist und mit Jinty zusammenlebt, die ihn betrügt. Während Jonty als Hilfsarbeiter streichen geht, lügt sie ihm vor, sie putze Büros, doch eigentlich arbeitet sie als Prostituierte in einem Sauna Club. Der im Klappentext erwähnte Hurrikan, der Edinburgh heimsucht, ist eigentlich kein wirklich erwähnenswerter Handlungsstrang, denn genaugenommen beeinflusst er eigentlich nur Jontys Leben, der seine Jinty sucht, sie im "Pub with no Name" findet und in flagranti ertappt- koksend und mit einem anderen. Zudem noch einer der Typen, die den armen Jonty immer aufziehen. Es kommt zum Streit zwischen Jonty und Jinty- hier will ich nicht zu sehr spoilern, aber danch liegt Jinty schweigend im Schlafzimmer, gleich einem kostbaren Relikt, denn Jonty kann sich nicht trennen von ihr.
Terry, der von dem Besitzer des Sauna Clubs gebeten wird, auf diesen und die Mädchen aufzupassen sowie ein Augen auf seinen Cousin zu haben während er in Spanien weilt, sucht bald nach Jinty, da sie nicht mehr zur Arbeit erscheint. Der Stress mit Ron, Jinty, seine eigene verkorkste Familiengeschichte, münden in Herzbeschwerden- er muss Medikamente nehmen und jeder Koitus könnte einen Herzinfarkt und seinen Tod bedeuten. Seines Lebenselixiers beraubt, liest er viel, räumt mit seiner Familie auf, hilft Jonty, ohne zu ahnen, wo Jinty schließlich abbleibt (zwinker) und hilft Ron den begehrten Whiskey zu ergattern. Er ist selbstlos geworden, wenn man so will. Und doch wird die Handlung sich nochmals drehen...
Man muss sich auf das Buch einlassen wollen, denn ich gebe hier nur etwa 30% von der gesamten Handlung wieder, die zeitweise sehr bizarr ist (Inzest etc.) und dennoch fesselnd, weil man wissen will, wer denn nun der Sohn von wem ist, was aus Jonty wird, der einem bald nur noch leid tut und so weiter. Mir wurde auch Terry im Laufe der Handlung immer sympathischer- allerdings stören mich weder eine derbe Umgangssprache, noch eine wirklich "strange" Handlung. Für Feministinnen ist das Buch aber sicher nichts, oder, wenn man literarischen Anspruch sucht a la Goethe. Das Niveau und die Handlung sind hardcore, eben daher im Programm des Heyne Verlags.
Aber ich muss sagen, daß das Buch durchaus an "Trainspotting" herankommt und Welsh hier wieder Potential zeigt. Also empfehlenswert- aber eben nicht für jeden.

  (2)
Tags:  
 
37 Ergebnisse