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Griechenland unter Hitler

Mark Mazower , Anne Emmert , Jörn Pinnow , Ursel Schäfer
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 25.05.2016
ISBN 9783100025074
Genre: Sachbücher

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Der Tätowierer von Auschwitz

Heather Morris , Elsbeth Ranke
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2018
ISBN 9783492061377
Genre: Biografien

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Geliebter Gebieter - Eine Sklavin im Zeichen Roms | Erotischer Roman

Helen Carter
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei blue panther books , 31.08.2018
ISBN 9783862773459
Genre: Romane

Rezension:

Es geht bei Helen Carter schon zur Sache, wenn man ihre anderen Bücher kennt, die ich nicht alle gelesen habe, was aber Zeitgründe hat und zudem mag ich historische Bücher mehr, was ich aber kein Manko finde. Sie hat gut recherchiert, was es damals gab und was nicht und die Story zwischen Walda, der Sklavin aus Germanien und dem römischen Dominus hat es in sich. Man muss schon Erotik mögen und das in der Gänze der Spielarten, aber wo es Orgien gab, die auch historisch verbrieft derbe waren, da ist diese Geschichte absolut auf dem Punkt. Es hat Handlung, Erotik und auf etwas über 200 Seiten muss man sich schon kürzer fassen, wenn man es so sagen möchte. Es ist halt das Konzept des Verlages. Und die meisten der dort angebotenen Bücher gehen eben nur ums Poppen, wie der Rheinländer sagt. Da ist nie große Handlung und das scheint auch von der Masse und Fans des Genres nicht gewünscht, was bedauerlich ist.
Mich macht nur die erste Rezension zu  dem Buch hier stutzig- wenn es erst erschienen ist- wie kann man dann vor sieben Tagen schon das Buch lesen? Ich habe es dank eines vorgezogenen VÖ-Termins des Verlages- aber das war erst jetzt.
Also, ich habe es in einem Rutsch durchgelesen und lese nicht alles, sondern orientiere mich am Klappentext etc.- wurde aber hier nicht enttäuscht.

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großfürstin, heilige, hessen und bei rhein, romanow, russisches reich, sprache:englisch, zaren

Ella

Christopher Warwick
Fester Einband: 340 Seiten
Erschienen bei John Wiley And Sons Ltd, 30.01.2007
ISBN 047087063X
Genre: Sonstiges

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[(Prince Philip: The Turbulent Early Life of the Man Who Married Queen Elizabeth II )] [Author: Philip Eade] [Nov-2012]

Philip Eade
Flexibler Einband
Erschienen bei Griffin, 13.11.2012
ISBN B00L76UE98
Genre: Sonstiges

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Capriolen

Barbara Hauck
Flexibler Einband: 268 Seiten
Erschienen bei BOOY-VERLAG, 16.11.2017
ISBN 9783981780925
Genre: Biografien

Rezension:

Da ich mich seit über 30 Jahren nun mit der letzten Zarenfamilie von Russland befasse, blieb natürlich auch das Haus Hessen nicht aus. Denn die letzte Zarin war eine geborene Prinzessin von Hessen und bei Rhein. Zudem schreibe ich gerade eine Biographie über eine seiner Nichten, wofür man mich vom Archiv in Hessen aus auf dieses Buch aufmerksam machte. Im Kaiserreich war die Homosexualität schon allein aufgrund der preußischen Moralvorstellungen verpönt. Am 15. Mai 1871 wurde der § 175 eingeführt und damit sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts wieder im ganzen Kaiserreich unter Strafe gestellt. Man konnte nicht ins Gefängnis kommen, sondern auch seinen Doktortitel verlieren, die bürgerlichen Ehrenrechte etc. Der Großherzog Ernst Ludwig V. von Hessen und bei Rhein steht hier aber, wenn auch als Adeliger, als ein Beispiel für homosexuelle Männer der damaligen Zeit. Es gab die Möglichkeit, die er auch nutzte, seinen Neigungen auf Capri nachzugehen, wo sich junge Fischerjungen den Männern anboten. Ernies erste Gattin, Victoria Melita, hatte schon während der Ehe angemerkt, daß ihr Mann Stallburschen verführe, Bedienstete. Und, als sie einmal ihren Gatten mit einem eben dieser jungen Männer im Bett überraschte, erschütterte es die junge Frau zutiefst. Nicht nur, weil ihr Gatte mit einem Mann beisammen lag, sondern auch, weil die relativ unaufgeklärte junge Dame noch nie von so etwas gehört hatte. Letztendlich scheiterte die Ehe auch an der Vorliebe Ernies für Männer, was aber nicht im Scheidungsprotokoll genannt wurde, denn seine Gattin wollte ihn nicht buchstäblich ans Messer liefern. Man gab daher an, daß beide unüberbrückbare Differenzen hätten, wobei Victoria Melita oder auch Ducky, damit schuldig geschieden wurde. Man hatte die kleine Tochter Elisabeth und nahm auch Rücksicht auf diese.
Das sehr sanfte und emotionsgeladene Naturell Ernies war seinen Geschwistern schon lange bekannt und ebenso auch seine Vorliebe für Männer. Er pflegte Briefkontakte zu Männern, mit denen ihn zarte Liebesbande und ein reger Austausch von Liebesgedichten verband. Dennoch konnte er sich nicht öffentlich ausleben und in zweiter Ehe unterband er selbst seine Homosexualität- mit anderen Worten, er verstellte sich seiner zweiten Gattin und den beiden Söhnen zuliebe.
Man kann nun bewerten, wie man möchte- doch es ist natürlich kein leichtes Leben, wenn man nicht so leben darf, wie man möchte. Da leben wir heute natürlich viel aufgeklärter und freier.
Haucks Buch präsentiert eine Kurzbiographie über diesen Kunstkenner und Kunstliebhaber, der ein sehr fürsorglicher Vater und Familienmensch war und von dem jeder wusste, wo, bis 1905, also zur zweiten Ehe, seine wahren Neigungen lagen- wenn man mir auch diesen Terminus aus grauer Vorzeit verzeihen möge.
Ich kann dieses doch recht kurze, aber sehr informative Buch jedem empfehlen, der sich für Ernie und auch für die Stellung von Homosexuellen in jener Zeit interessiert. Und mag man nun denken, ich würde da eventuell wertend Begriffe verwenden- jeder Mensch muss so leben dürfen, wie er möchte, niemand sich verstellen und ich- verzeiht- ich habe zwei schwule Freunde, von denen ich lernte, daß der Begriff sie nicht nur auf ihre Sexualität beschränkt, und ich mache keinen Unterschied. Leben und leben lassen, akzeptieren, respektieren.
Wie war das Raab-Straßeninterview damals?
Raab zu einer alten Dame: "Was halten Sie von Heterosexualität?"
Alte Dame: "Das finde ich widerlich und ungeheuerlich!"
Ebend. :)

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Frauen, die Bärbel heißen

Marie Reiners , Katja Riemann
Audio CD: 6 Seiten
Erschienen bei Argon, 08.03.2018
ISBN 9783839816134
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vorweg- ich habe die "Bärbel" fix durchgehört, weil ich Hörbücher gut bei der Hausarbeit hören kann. Ich gebe zwei Sterne und das tut mir schon leid, wenn ich an anderen Rezis feststelle, wie sehr es anderen gefallen hat, aber mich hat es überhaupt nicht angesprochen- und ich gebe die Sterne "liebgemeint" für den Titel, Idee der Story.
Es ist nicht tragisch, daß Bärbel eine seltsame Pflanze ist, die abgeschieden lebt- halt so vor sich hin- und da in etwas hineinschlittert, was schwarzhumorige Züge annimmt. Dabei darf Bärbel gerne so sein, denn ich fand das liebenswert an ihr- seltsam gestrickt, aber solche Menschen gibt es ja wirklich und erinnerte mich an meinen Onkel, der auch eremitisch lebte und so ein bisserl verschroben war. Ich möchte nicht spoilern, denn die Idee Bärbel in etwas hineinstolpern zu lassen war gut, aber es war mir zu skurril. Zuviele seltsame Vorkommnisse, die aneinander gereiht werden. Das wurde mir zu unglaubwürdig und daher dann auch nicht spannend oder fesselnd für mich- Katja Riemann liest es gut, natürlich. Sie weiß, wie man Bärbel gut rüberbringt, aber dennoch reichte mir das nicht aus. Vielleicht war ich auch bei Bärbel einfach falsch- ich liebe Krimis und Psychothriller- aber Bärbel erinnerte mich leider mehr an einen "Barnaby", bei dem ich gut einschlafen kann. Sorry, aber sprach mich nicht an.

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War sie eine Romanowa?

Olga Vogt
Buch
Erschienen bei BS-Verlag-Rostock, 11.03.2018
ISBN 9783867854306
Genre: Romane

Rezension:

Es gibt viele Bücher, in denen Menschen behaupten, sie seien Mitglieder der letzten Zarenfamilie gewesen- mal meinte jemand, er sei Alexei, dann gab es mehrere Marias, eine Tatjana, eine Olga und so weiter. Bevor man per DNA- Untersuchung die Gebeine der Familie um Zar Nikolaus II. von Russland eindeutig identifizieren konnte, war es auch noch möglich Behauptungen aufzustellen- man denke an die bekannte Anna Anderson- doch nachdem man nun alle Familienmitglieder gefunden hat, sie eindeutig identifiziert sind- ist eine derartige Behauptung leider völlig haltlos.
Zitat: "Meine Mutter ist 1982 gestorben. Ich habe mich viel mit ihr unterhalten, wollte mehr über das wissen, was sie uns als Kinder immer und immer wieder erzählt hat. Ich habe gespürt, dass es da etwas gab, was niemand von uns ahnte. Viele Jahre nach ihrem Tod bekam ich einen Brief von meiner Schwester aus Amerika, in dem sie schrieb: „Ich schicke Dir Bilder, ich glaube, unsere Mutter war die Zarentochter Maria.“
Nett, Frau Vogt, aber aus mehreren Gründen unwahrscheinlich. Maria ist mittlerweile eindeutig per DNA- Untersuchung identifiziert, bzw. ihre Gebeine und sie war die einzige Überträgerin der Bluterkrankheit unter ihren Schwestern. Maria hatte als Kind eine Mandeloperation, nach der es ungewöhnlich starke Blutungen gab, bei jeder Verletzung blutete sie sehr stark- wie bei den meisten Überträgerinnen üblich- sprich, sie hätte Schußwunden nur schwerlich überstanden, zudem sie als einzige kein Korsett mit eingenähten Perlen trug, wie ihre Schwestern.

Die Lebensgeschichte der Mutter von Frau Vogt ist interessant, zugegeben- wie sie aus Russland kam, floh mit ihrem Bruder, sich ein neues Leben aufbauen musste in Deutschland...das alles liest sich gut, aber im Hinblick auf die Tatsache, daß Frau Vogt gerne eine Zarentochter als Mutter gehabt hätte, leider nicht empfehlenswert, da völlig an den Haaren herbeigezogen und eben falsch.

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Nur eine kleine Maulbeere. Aber sie wog schwer

Peter Pantzer , Hakko Ishitobi , Toru Haga
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 17.11.2017
ISBN 9783451312205
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich hatte gehört, daß die Kaiserin Michiko von Japan schon seit vielen Jahren Gedichte schreibt, im Waka- Stil, der sehr leicht verständlich ist. Jedes Jahr zum Neuen Jahr gibt es am japanischen Kaiserhof Lesungen in Gedichten- jedes Mitglied des Kaiserhauses verfasst eines zu einem bestimmten, festgelegten Thema.
Es hieß in der Ankündigung des Buches Michiko würde in ihren Gedichten vieles verarbeiten, was sie erlebt hat und das tut sie natürlich auch- Ehe (die Maulbeere vom Kaiser übergeben, damals noch Kronprinz bedeutete eine Last für die junge Frau, da der japanische Kaiserhof nicht sehr streng mit Etiketten und abgeschieden regiert wird), Geburten der Kinder, Eindrücke auf Reisen...schön, aber mich sprachen nur zwei Gedichte sehr an, weil sie viel für mich ausdrückten, sehr viel Tiefe hatten. Ich mag Haikus und lasse mich gern auf Gedichte ein, aber fand es dann doch etwas übertrieben, was für Aufhebens man um die Texte macht. Michiko schreibt geradlinig, gut verständlich, im Bezug auf das, was sie ausdrücken möchte und Erklärungen gibt es auch dazu immer- also zur Zeit, in der das Gedicht entstand. Es sind schöne Gedichte, sicher, aber mich bewegten eben nur zwei von fünfzig. Da mag sich aber vielleicht jemand anderes besser angesprochen fühlen zu Natur oder ähnlichem.

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Oma, die Nachtcreme ist für 30-Jährige!

Anja Flieda Fritzsche
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.12.2017
ISBN 9783548377759
Genre: Humor

Rezension:

Okay, 108 Jahre alt zu werden (so alt ist die Oma nun) ist schon etwas besonderes, allerdings heute nicht mehr so selten, daß jemand 100 Jahre alt wird. Bei uns in der Nachbarschaft sind zwei Hundertjährige und die leben auch noch zu Hause und sind fit. Es kommt sicher auch auf die Lebenseinstellung an. Und gute Gene. Anja Fritsche und ihre Oma sind auch bei Facebook und es ist schon interessant, wie die Oma noch eine schwere Herz-Op übersteht und andere Malässen, die ihr hohes Alter eben mit sich bringt. Dennoch sind die Sprüche, die sie "raushaut" nichts besonderes und das heisst nicht, daß ich keine Ehrfurcht vor ihrem Alter habe- aber da haben meine Urgroßeltern bessere gebracht und die Omas auch. Hier geht es eben um Alt trifft auf Moderne und daher bezeichnet die Oma Maria halt ein Handy als "Sprechanlage". Meine Uroma begrüßte aber auch mit 85 Jahren das Poster an meiner Tür mit "Guten Tag", weil da Mick Jagger drauf war, Oma (Mitte siebzig damals) drückte beim Telefonabheben statt Annahme immer weg,  etc.- die Sprüche waren auch oft gut, wie in jeder Familie eben- bezogen auf den Umstand, daß alt auf jung traf. So sprach meine Uroma die Monroe immer Monrö aus, eben französisch und sagte zum Bürgersteig noch Trottoir. Sie kam aus Berlin. Sicher- es war lustig, wenn die älteren Menschen einem ihre Vorstellungen von Etikette darbringen wollten, wenn Oma nicht verstand, was an kaputten Jeans (die schon im Laden so verkauft werden) toll sein soll, man die Hose liegenlässt und Omma näht eben diese Löcher/Schlitze zu- das ist witzig. Oder als meine Uroma noch bei Sturm im Kirschbaum stand, diese pflückte und meinte:"Dat weht ja heute wieder mal!"
Aber das bietet dieses Buch eben auch und damit reine, humorvolle Unterhaltung, über die man ab und an eben schmunzeln kann. Ich wünsche der Oma Maria noch viele Jahre in guter Gesundheit- warum nicht 110 werden zB?
Aber an dem Buch war nichts besonderes, fand ich. Die Sprüche ganz nett. Doch ich habe mich nicht auf dem Teppich rumgekugelt oder war super gefesselt von dem Ganzen. Unterhält mal für eine Weile.
Und sorry, nichts geht doch darüber, wenn Uropa dank leichter Demenz am Grab seines Sohnes steht und sich da schon eine Kippe angemacht hat, während die Verwandschaft herumfuchtelt, weil er die ausmachen soll. Und macht er auch- ratet mal, wo die Kippe gelandet ist...;)

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The Fate of the Romanovs

Greg King , Penny Wilson
Fester Einband: 657 Seiten
Erschienen bei John Wiley & Sons Inc, 12.09.2003
ISBN 0471207683
Genre: Sachbücher

Rezension:

„Wenn dieses Leben endet, treffen wir uns in einer anderen Welt wieder“, steht im Tagebuch des Zaren. „Keine Trennungen mehr, endlich vereint.“
Man kann sicher mit einiger Gewissheit sagen, daß Nikolaus II. und seine Gattin Alexandra spätestens in Jekaterinburg, ihrem letzten Exil, ahnten, daß ihre Tage gezählt waren. Die Zarin malte überall "Swastikas"- an die Wände, in ihr Tagebuch, in Bücher- als Glücksbringer. Als überaus religiöse Frau glaubte sie, daß dies ihr und ihrer Familie noch helfen könne, klammerte sich an die Worte der Bibel, orthodoxe Heilige- in jedem noch so kleinen Wort suchte sie Trost, hoffte sie, einen Strohhalm ergreifen zu können, der sie und ihre Familie vor dem Untergang bewahrt. Für Nicky und Alix, die sich liebten und eine überaus glückliche Ehe führten, war das größte Unglück getrennt voneinander zu sein. Man zählte stets die Tage, bis man wiedervereint war und, als Nicky seine Macht verlor, abdanken musste, die Familie zuerst unter Arrest im eigenen Palast gestellt wurde, dann ins erste Exil nach Tobolsk verbannt wurde, da zählte jedesmal nur das Eine- zusammensein, auch mit den Kindern.
Alix und ihre älteste Tochter litten schon körperlich und seelisch seit 1916, da beide nicht mehr als Krankenschwestern im kaiserlichen Hospital arbeiten konnten. Die Verwundeten (Generäle und Obere des Heeres) mit ihren schweren Verletzungen, Sterbende- das alles war zuviel für die beiden. Dazu kam die stete Sorge der Zarin um den bluterkranken Sohn Alexei, die politischen Unruhen im Land, der Mord an Rasputin...die Romanows fielen zuerst langsam, dann mit Wucht von der Machtposition auf die Stufe einfacher Bürger, die man all ihrer Macht beraubte. In den Wirren der Revolution waren sie nur ein Spielball und war das erste Exil in Tobolsk noch einigermaßen angenehm, so war das Leben in Jekaterinburg hinter dem großen Bretterzaun, den weißgetünchten Fenstern, mit nur einer halben bis Stunde Ausgang am Tag unter den Demütigungen der Bewacher (Bolschewiken) grauenvoll. Man beleidigte die Familie, beschimpfte sie, erniedrigte den einstigen Herrscher willentlich. Daß man ihnen neue Kleidung aus ihren Koffern verwehrte, weil sie, so die Wachen, diese nicht mehr brauchten, war sicher nur ein Wink mit dem Zaunpfahl. Ihre Ermordung war längst geplant und Greg King und Penny Wilson beschreiben die letzten Jahre und Tage der Familie historisch genau und ungeschönt. Da muss man oft innehalten, sacken lassen, denn es handelt sich auch um Quellen aus den Berichten der Bewacher. Dennoch empfehle ich das Buch jedem, der sich intensiv mit dem Fall der Familie beschäftigen möchte und die Wahrheit über ihre letzte Zeit wissen möchte- auch in allen manchmal schwer erträglichen Einzelheiten.

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depression, magersucht

Am liebsten würde ich auf der Waage eine Null stehen haben - Mein Leben mit der Magersucht - Autobiografie

Brigitte Strehl
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Verlag DeBehr, 17.10.2017
ISBN 9783957534484
Genre: Biografien

Rezension:

Wir leben in einem Land des Überflusses und da gibt es viele Menschen, die denken- hier verhungert doch niemand! Das Buch greift eine Erkrankung auf, die nur schwer zu begreifen ist. Warum hungert sich jemand freiwillig zu Tode?

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Der Zauberer

Vladimir Nabokov , Dieter E. Zimmer , Hanns Zischler
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783742400369
Genre: Klassiker

Rezension:

Ich kannte bisher nur die zwei Lolita-Verfilmungen von 1962 und 1997 sowie den Roman an sich. Das Thema ist natürlich ein extrem schwieriges an sich. Dennoch hat mich "Der Zauberer" ebenso gefesselt und- vielleicht etwas mehr als "Lolita".
Der 40jährige Arthur verguckt sich in ein Mädchen, muss sich die Mutter zu Eigen machen (heiraten), um dem Mädchen nahe sein zu können. Hier ist die Mutter bereits schwerkrank, auch, wenn Arthur überlegt, wie er sie schnell wieder loswerden kann- wobei dies so sarkastisch humorvoll mit Ironie gewürzt geschieht, daß man schon schmunzeln muss. Ebenso als die Mutter eine schwere Operation überlebt- unfreiwillig komisch, möchte ich es einmal nennen, wie Arthur mit sich selbst hadert, wie zählebig sein Weib ist.
Und dennoch meint es das Schicksal gut mit ihm, wie im Original- er geht mit dem Mädchen bald auf eine Reise, malt sich dies alles so schön aus- all die Dinge, die Zeit- der Zauber des Mädchens wird sein Leben bereichern...ich möchte nicht spoilern, aber das Buch/Hörbuch kommt dem Roman "Lolita" sehr nahe und ist doch ein eigenständiges und sehr bewegendes Werk.
Man mag das, bezogen auf das Thema, zweispältig sehen, aber Nabokovs Sprache ist dicht und bewegend.

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Umarmen und loslassen

Shabnam Arzt , Wolfgang Arzt
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ludwig, 23.10.2017
ISBN 9783453280991
Genre: Biografien

Rezension:

Trisonomie 18 oder auch "Edwards-Syndrom" ist eine erbliche Krankheit oder sagen wir mal so, ein Gendefekt, bei dem die Kinder oftmals innerhalb von wenigen Stunden, Tagen oder Wochen versterben. Ich kenne aus dem Bekanntenkreis leider selber so einen Fall, wo der kleine Matthias nur vier Tage lebte. Die Stunden nach der Geburt verbrachten die Eltern mit ihm zu Hause, auf eigenen Wunsch- sie nahmen Abschied, in dem sie ihn die ganze Zeit auf dem Arm trugen, mit ihm kuschelten.
Hier in dem Buch weiß Shabnam im achten Schwangerschaftsmonat das ihr Kind eben an diesem Gendefekt leiden wird und die Überlebenschancen sind gering. Aber was ist, wenn man sich so sehr ein Kind wünscht? Es sich in sich wachsen fühlt? Und es endlich in den Armen halten will- sich auf das Leben mit ihm freut?
Die Kinder weisen in achtzig Prozent der Fälle einen schweren Herzfehler auf, die Entwicklung des Gehirns ist beeinträchtigt, Fehlbildungen der inneren Organe, der Extremitäten...sie sind schwerstbehindert, um es lapidar zu sagen. Jedoch gibt es auch Besonderheiten, es hängt davon ab, wie schwer die Behinderungen insgesamt sind. Kurz erwähnt, daß die Wahrscheinlichkeit ein zweites Kind mit eben demselben Gendefekt zu bekommen, bei unter 1% liegt.
Hier entscheiden sich die Eltern für ihr Kind und der Lebenswille des kleinen Mädchens ist groß, denn sie wird auch die Ärzte verblüffen, in dem sie dreizehn Jahre alt wird. Natürlich ist das Leben mit ihr geprägt von vielen Beeinträchtigungen, Medikamenten, ständiger Fürsorge, doch Jaël bereichert das Leben ihrer Eltern. Sie akzeptieren sie, wie sie ist und jedes Lächeln, jeder noch so kleine Entwicklungsschritt ist für sie ein Wunder.
Ein bewegendes Buch. Es stimmt natürlich auch sehr traurig, aber dann muss man als einen Appell an das Leben sehen und jedes Leben ist etwas wert und zählt- egal, wie lange es dauert.
Nennt mich vielleicht melancholisch- aber ich sehe es so- manchmal werden Engel geboren, sie dürfen einen eine Weile begleiten und ein Leben bereichern, auf ihre Art.

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5.307 Bibliotheken, 69 Leser, 6 Gruppen, 286 Rezensionen

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Shades of Grey - Gefährliche Liebe

E. L. James , ,
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 05.09.2012
ISBN 9783442478965
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Da ich nun einmal den ganzen Hype verstehen wollte, habe ich die Bücher gelesen, muss aber gestehen, daß Band 2 bei mir auch nicht wirklich punkten kann. SM ist eigentlich nur Beiwerk und dann auch nicht wirklich heftig, sondern eher "Blümchenhaft". Nachdem sich Anastasia und Grey getrennt haben, starten sie einen zweiten Versuch. Diesmal ohne Regeln, sie nicht als seine tiefergebene Sub, sondern als eigenständige Person, mit eigenem Willen, die nur dann dem SM zustimmt, wenn sie es eben auch möchte. Es geht mehr um Anastasias langsames Herantasten an das Ganze. Das fand ich auch nicht tragisch. Doch mir waren zuviele Dinge in dem zweiten Teil einfach zu seltsam gestrickt. Grey hat jede Menge Kohle, was dann auch zwischendurch schon mal nervt, denn erst kauft er einfach mal so Fotos mit Anastasia, die ein Freund von ihr in einer Galerie ausstellt- natürlich gleich alle, dann will er die Firma kaufen in der Anastasia arbeitet- klar, sie wird von ihrem Chef belästigt, Grey regelt das und der Typ ist weg, eine andere Sub will Grey wiederhaben und auch dies regelt er, er stürzt mit dem Hubschrauber ab- kurze Tragik, dann steht er schon wieder in der Tür, seine "Mrs Robinson" taucht auf, kurzes Intermezzo und schon geht auch sie...Grey ist der große Regler- ich witzele mal- Anastasia schmeckt vielleicht das Fleisch im Restaurant nicht- wupps, wird der Koch mit Greys Hilfe entlassen. Mit anderen Worten- seine Omnipräsenz nervt. Er hatte eine schlimme Kindheit- ahnte man eh, denn daher kam er auch zu SM. Kinder, die Schmerz erleiden fügen diese Schmerzen zur Kompensierung entweder Tieren zu oder anderen als Erwachsene. Die Wut muss irgendwo hin, aber das ist auch nicht wirklich weltbewegend. Mir war die Erotik zu soft, sorry. Und die Story drumherum nicht wirklich fesselnd (gg), wenn man sie realistisch betrachtet. Grey muss ja kein armer Schlucker sein, aber überall den Macher raushängen zu lassen, das war mir wirklich zu nervig.

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96 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Die Hochzeit der Chani Kaufman

Eve Harris ,
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.08.2015
ISBN 9783257300208
Genre: Romane

Rezension:

Es geht in dem Buch eigentlich hauptsächlich um jüdische Tradition, die sich von früher in die heutige Zeit übertragen haben. Die Verheiratung der Chani Kaufman an sich, ist aber nur ein Aufhänger für das Ganze. Chani hinterfragt mit ihren 19 Jahren, ob sie einen Mann lieben kann, den sie nur dreimal vor der Hochzeit unter Aufsicht sehen durfte, den sie nie geküsst oder berührt hat, wie es die Tradition eben verlangt. Dies sind damit durchaus die Gedanken einer doch recht modernen jüdischen Frau. Gleichzeitig hat sie aber auch ganz normale Gedanken. So sieht sie endlich in ihrer monatlichen Periode einen Sinn, denn nun kann diese Lästigkeit zu einem Kind führen. Ihre Eltern haben acht Töchter, die alle gut verheiratet werden soll und da sie nicht besonders reich sind, bringt es sie schon in eine gewisse Form der Armut.
Chanis Zukünftiger Baruch ist angehender Rabbiner und hat sich damit voll und ganz den alten Traditionen verschrieben.
Frauen haben aber einen durchaus anderen Stellenwert in den jüdischen Gemeinden, vor allem in den ultra-orthodoxen, denn sie sind es, die man zu einer gängigen jüdischen Mädchenschule schickt, die arbeiten gehen, die Familie meist durch einen Beruf ernähren und nicht wie die Jungen, die man nur zur Thora-Schule schickt, wo sie den ganzen Tag eben diese studieren und nachher lediglich Rabbiner werden können oder sich mit Gelegenheitsarbeiten in der Gemeinde über Wasser halten- das sind aber die "Schtetl" und man muss das ein bisschen wie bei den Amisch sehen- die Männer renovieren Wohnungen, reparieren und so weiter- sie sind handwerklich begabt. Die Frau ist aber nicht nur Heimchen am Herd, sie zieht die Kinder groß und engagiert sich neben dem Beruf meist noch in der Gemeinde.
Bei Eve Harris lernt man drei jüdische Familien kennen- Baruchs, Chanis und die Zilbermans.
Hochzeiten werden durch eine Heiratsvermittlerin geschlossen, doch Chani zeigt sich widerspenstig, in dem sie viele Bewerber ablehnt, nicht dieses Frauchen sein möchte, daß sich wie ihre Mutter jeden Shabbes abhetzt, um den Tisch mit Gerichten zu füllen, unter dem sich dieser biegt, sich abzuhetzen für die zumeist angestrebte große Kinderschar und an die starren Traditionen gebunden zu sein. Ihre Mutter ist durch das alles aus Chanis Sicht zu sehr gealtert.
Die Frauen dürfen auch nur lange Rücke tragen, müssen ihr richtiges Haar mit Perücken verdecken, damit andere Männer sich nicht angezogen fühlen und Chanis sieht dies alles mit großer Skepsis. Hier klingt dann auch ein Hauch von Emotion an. Ansonsten sind die Figuren doch leider recht flach beschrieben. Man wird nicht richtig warm mit ihnen, sondern begegnet ihnen eher etwas aussenstehend. Ich konnte die Empfindungen schon nachvollziehen, aber eben nicht spüren. Das liegt am eher doch beschreibenden Stil der Autorin, nüchtern könnte man es auch nennen.
Lichtblick ist dann das Beispiel einer rebellischen Frau, die sich eben nicht mehr den Regeln unterwerfen möchte, sich abkehrt vom Glauben und sofort aus der Gemeinde ausgestoßen wird, dh der gesellschaftliche Tod.
Allerdings ist das auch nicht neu- als ein Bekannter aus der katholischen Kirche austrat- in einem kleinen Dorf im hintersten Bayern- da griffen ihn nicht nur die Älteren an.
Wer gar nichts über das jüdische Leben heute weiß, wird sicher in eine Welt eintauchen, die Interesse wecken kann. Da ich mich aber intensiv mit dem Judentum befasst habe- empfehle auch Feldmans "Unorthodox"- der wird nicht auf viel Neues treffen.
Seid ein gutes Menscherl und lasst Euch durch Chanis Massel führen, um ihre leicht meschuggene Mischpoke kennenzulernen. :)

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Die Kinder des Reichsministers

Petra Fohrmann
Flexibler Einband
Erschienen bei Fohrmann Verlag, 01.10.2007
ISBN 9783981058017
Genre: Biografien

Rezension:

Durch puren Zufall gelangte die Autorin Petra Fohrmann an diese Erinnerungen, die die letzten beiden Jahre der Goebbels- Kinder umfassen. Sie lernte die ehemalige Erzieherin der Kinder kennen und schrieb deren Erinnerungen auf. Von 1943 bis 1945 war die Erzieherin Käthe Hübner im Hause Goebbels für die drei ältesten Töchter zuständig und hat viele Fotografien aus dieser Zeit aufbewahrt, die ebenso wie Briefe der Kinder und ihrer Mutter das Buch bereichern. Eigentlich wachsen die Kinder in der Villa am Bogensee, etwa 30 km außerhalb Berlins, ganz ungezwungen und wie normale Kinder auf. Mit dem Unterschied, daß der Vater und die Mutter im Licht der Öffentlichkeit stehen, sie auch für kleine Propagandafilme herhalten müssen, es ein ruhiges, ländliches Leben gibt mit Pony, Dackel, großem Garten, vielen Spielmöglichkeiten und allem, was das Kinderherz begehrt- auch noch in Kriegszeiten, wo es anderen Kindern im Reich weitaus schlechter geht.
Die Kinder brauchen nicht zum BDM oder der kleine Helmut zur HJ, obwohl das schwer vorstellbar ist, wo ihr Vater doch so einen hohen Posten im Reich besetzt. Durch die Eltern besucht man den "Onkel" Adolf auf dem Obersalzberg, wird von dem Fotografen Hoffmann auf Postkarten in Szene gesetzt und nennt viele andere Größen des Reichs "Onkel" oder "Tante".
Hübner beschreibt, daß Magda zwar eine liebende Mutter ist, aber eben auch keine Vorzeigemutter, wie man es in der Propaganda vorgibt. Es ist kein offenes Geheimnis, daß ihr Mann sie betrügt, mehrmals, bei jeder Geburt einer Tochter negative Kritik für seine Frau übrig hat und der Sohn, der langersehnte, Helmut, ist in seinen Augen ein Träumer und Weichling. Goebbels ist nicht oft zu Hause, doch, wenn er kommt, dann müssen die Kinder ihn überschwänglich begrüßen, den lieben Papi, der aber auch oftmals sehr streng ist. Seine Gattin gibt sich stets beherrscht, verbringt aber nicht allzuviel Zeit mit den Kindern- man findet die kleinen Filmchen mit den Kinder und ihr bei youtube zB- auch, wenn es in den Filmen den Anschein hat.
Man kennt das schreckliche Ende der Kinder und fragt sich, wie eine Mutter ihre Kinder töten kann...nur, weil sie befürchtete, daß sie nach Ende des Dritten Reiches keine Zukunft mehr hätten. An Edda Göring konnte man sehen, daß das Medieninteresse an Kindern der Nazi- Größen nach dem Krieg natürlich recht groß war- schließlich hätte man doch vielleicht eine Pikanterie oder ähnliches erfahren können. Man mag lange darüber spekulieren, was aus den Kindern geworden wäre, den Tod hatten sie sicher nicht verdient.
In ihrer beschaulichen Welt in Schwanenwerder oder am Bogensee gab es keine Politik, kein Grauen des Krieges...in Helga Goebbels, der ältesten Tochter klang wohl oftmals eine Nachdenklichkeit an und sie hinterfragte Dinge, was der Mutter so gar nicht gefiel. Sie soll auch im Bunker geahnt haben, daß alles kein gutes Ende nehmen wird...
Mich hat Fohrmanns Buch betroffen gemacht und bewegt und dennoch kann man den Tod der Kinder nicht begreifen...

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NOVEMBERWUT

Ulrich Behmann
Flexibler Einband
Erschienen bei CW Niemeyer, 25.10.2017
ISBN 9783827194794
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich bin eigentlich kein Fan von Regio-Krimis, da es mir dann doch in kurzer Zeit zuviele gab und die meisten sich leider immer wiederholen. Sicher ist es mal spannend, etwas zu lesen, was in der eigenen Region spielt, aber nicht alles ist da fesselnd. Hier geht es um eine realen Fall. Die 28jährige Kader K. wird am Abend des 20. November 2016 in Hameln von ihrem Ex-Ehemann Nurettin B. auf offener Straße niedergestochen, zusammengeschlagen und schließlich mit einem Henkersknoten um den Hals mittels Seil an die Stoßstange seines Wagens gebunden und 250 Meter weit mitgeschleift, bis das Seil reißt. Während der grausamen Tat sitzt der Sohn der beiden, Cudi, zwei Jahre alt auf dem Rücksitz und muss bei Tempo 80 die Todesschreie seiner Mutter mitanhören. Anwohner schreiten ein, helfen der Frau.
Der Grund- der 38jährige Kurde Nurettin B., bereits von Kader mehrfach bei der Polizei wegen seiner Gewaltausbrüche angezeigt (u.a. trat der der Schwangeren in den Bauch), lebt mit einer neuen Frau zusammen und will keinen Unterhalt mehr für Kader und den Sohn zahlen. Also soll Kader sterben, weil sie ihm das Amt auf den Hals hetzt, ihn bei der Polizei angezeigt hat. Mehrfach hat er ihr gedroht, sie zu töten. Doch die Polizei und das Amt reagierten nicht.
Kader K. überlebt. Zweimal muss sie wiederbelebt werden, liegt über ein halbes Jahr im Krankenhaus und leidet noch heute unter den Folgen des Verbrechens. Das ist die Tatsache.
Der Journalist Ulrich Behman hat sich nun in Zusammenarbeit mit Kader K. zusammengesetzt und einen Krimi geschrieben, micht teilweise echten Personen, eben den Handelnden, und erdachten.
Der Erlös des Verkauf des Buches geht zu einem großen Teil an Kader und ihren Sohn Cudi.
Dadurch, daß Kader selbst ihr Schicksal erzählt hat, bekommt der Krimi einen besonderen Hauch und da ich den Fall verfolgte in der Presse, berührte es mich schon durch das ganze wahre Verbrechen.
Wie Behman dies nun umsetzt, möchte ich nicht verraten, aber ich empfehle den Krimi und finde es mutig, daß Kader K. ihre Geschichte öffentlich macht und es ist natürlich sehr schön (Worte dafür zu finden ist schwer), daß sie überlebt hat.
Der Prozeß gegen Nurettin B. läuft- man fragt sich, welche Strafe dafür wohl gerecht wäre- denn Gerechtigkeit in ihrem ganze Ausmaß kann das Leid, welches er Kader K. zufügte nicht wieder gutmachen.

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Ein deutsches Mädchen

Heidi Benneckenstein , Tobias Haberl
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Tropen, 04.03.2018
ISBN 9783608503753
Genre: Biografien

Rezension:

Vielleicht liegt es wirklich am Schreibstil der Autorin, aber ich hatte wirklich Mühe es durchzulesen, da es mich dann doch etwas langweilte. Okay, ich habe in den Neunzigern Politikwissenschaft studiert und da war die rechte Szene und ihr erneutes Aufflackern gerade brandaktuell. Ich habe "Mädelsache" gelesen über Frauen in der rechten Szene, "Unter Staatsfeinden" und "Die Abrechnung" von Ingo Hasselbach"- welches mich am meisten berührte (aus 2001)- die rechte Szene ist stets lebendig und natürlich ist es schon faszinierend, daß man in Camps immer noch seine Kinder wie in der HJ oder beim BDM erzieht, zu Hause rechtes Gedankengut verbreitet und die Kinder dann in die Szene abrutschen. Da ich mich viel mit dem Thema befassen musste, ist es vielleicht nicht allzu schockierend, was Benneckenstein da schreibt. Und hochaktuell vielleicht in Zeiten von Flüchtlingsströmen, die den Unmut von Bevölkerungsteilen schüren und diesen endlich mal wieder einen Grund gibt die Szene richtig zu vertreten. Wer hat nicht die Bilder im Kopf von Hünxe u.a.- oder anderen Orten, an denen in den 90ern und Anfang der 2000er Jahre johlende und jubelnde Rechte Brandsätze in Asylbewerberheime warfen und auch die Bevölkerung mitjubelte- nicht alle natürlich- aber dann sind mer wieder wer! Denn am deutschen hinterm Thresen soll die Welt genesen, sang schon Konstantin Wecker.
Benneckenstein hat den Ausstieg geschafft, sicher nicht leicht in dem Sinne, daß sie ihren Freundeskreis aufgab, alles zurücklassen musste- okay, der falsche natürlich aus meiner Sicht, aber sie beschreibt mir das doch zu nüchtern.

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autobiographie, biographie, eltern-kind-beziehung, familie, kind, medien, miss world, mutter, mutter-tochter-beziehung, nachdenklich, tochter, tod, trauer, traurig, unfall

Und eine Nacht vergeht wie ein Jahr

Petra Schürmann
Fester Einband: 267 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur
ISBN 9783426272756
Genre: Biografien

Rezension:


Petra Schürmann war als Moderatorin recht bekannt. Über ihr Familienleben dagegen wenig und da kann sich nicht jeder rein finden, das drücke ich mal so hart aus. Schürmann hatte ein Verhältnis mit dem Mann ihrer besten Freundin, woraus die Tochter stammte-Alexandra. Das Kind wird unehelich geboren und Schürmann beschreibt im Folgenden, wie sie die Tochter großzieht, das Leben mit diesem Kind, das überaus innige Verhältnis. Damals sind uneheliche Kinder noch ein gewisser Makel, aber Schürmann hält den Vater geheim, bis er sich doch zu ihr bekennt, man heiratet. Das Leben mit der Tochter ist wie viele andere auch- aber eben das Verhältnis zur Tochter mehr als innig- man schreibt sich Nachrichten, wenn man getrennt voneinander schlafen muss auf Zettelchen, genießt die Zeit zusammen- das kann niemand verstehen, dessen Verhältnis zur Mutter nicht so ist oder war. 
Ich wuchs als Scheidungskind auf, hatte viele Jahre nur die Mutter und dieses Verhältnis war ebenso innig- und ist es auch heute noch- wie das zwischen Schürmann und ihrer Tochter. Man kann von besten Freundinnen sprechen, die gemeinsam auf Konzerte gehen usw.- ich bedauerte immer Freundinnen, die nicht so ein Verhältnis zur Mutter hatten und diese empfanden das ebenso- sie waren erstaunt, wenn ich mit meiner Mutter in Urlaub fuhr, oder wir die gleichen Bücher lasen, tauschten usw. Daher wird das Buch niemanden berühren, der das nicht so kennt. 
Meine Mutter hat alle meine kleinen Nachrichten an sie aufgehoben und es ist wunderbar diese heute zu lesen. 
Bei Schürmann greift das Schicksal hart zu- die Tochter stirbt kurz vor der geplanten Hochzeit bei einem Autounfall und die Mutter verfällt in einen Schockzustand, von dem sie sich nie mehr erholen wird. Sie wird die letzten Jahre mit einer Sprachblockade leben, zurückgezogen und verzweifelt. Das kann auch jemand ohne Kinder nicht nachempfinden. Gerade, wenn das Verhältnis so innig war. Und Kinder sollten nie vor den Eltern sterben. Ganz gleich wie- der Verlust ist nie wieder gutzumachen. Und Frau Schürmann hat das für mich absolut gut rübergebracht. 
Ich meine 2005 lief ein Film über Petra Schürmann, der mich auch sehr beeindruckte- denn sie trat trotz der Sprachblockade auf, als gebrochene Frau...manch einem mag das alles zu emotional sein, aber das ist das Leben nun einmal und sicher, anderen ergeht es ebenso wie Frau Schürmann, aber dennoch hat sie mit ihrem Buch ihrer Tochter ein Denkmal gesetzt. Ich fand es bewegend.

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böses blut, botschafter, chlyst, duma, einfluß, ermordung, erster balkankrieg, felix jussupow, hämophilie, iliodor, mord, rasputin, russland, spannend, zar

Und die Erde wird zittern

Douglas Smith , Martin Richter , Cornelius Hartz , Bernd Rullkötter
Fester Einband: 928 Seiten
Erschienen bei wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), 01.09.2017
ISBN 9783806235746
Genre: Sachbücher

Rezension:

Jeder kennt das Lied von Boney M.- auch, wenn das einige Fehler enthält- schon allein, weil Alexandra keine "Russian Queen" war, sondern eine "Empress" und Rasputin auch nicht ihr Liebhaber. Aber das war Discotauglich und es ging nicht um historische Genauigkeit, die Smith natürlich im Fokus hat in seiner Biographie.
Manche nannten Rasputin zu seiner Zeit einen Teufel, andere einen Heiligen, Frauen bezahlten Geld dafür, um in seiner Wohnung mit ihm zu schlafen, weil er ihnen versprach, sie würden dann den Himmel erblicken. Er trank, prahlte mit seinen Besuchen bei Hofe- nun, in seiner Zeit war eine Position bei Hofe etwas sehr erstrebenswertes, wie auch an anderen Höfen. Das machte Eindruck, auch beim Volk, doch gleichzeitig weckte es auch Neider, die diese Position auch innehaben wollten. Woraus dann Gerüchte entstanden, kreiiert wurden, um der Person zu schaden- oder sie entsprachen auch oft der Wahrheit.
Was Raputin besaß war einen sehr gute Menschenkenntnis und sicher konnte er durch Meditation, Auto-Suggestion, Zuhören und Gebete auch Krankheiten im Rahmen halten. Heilen sicher nicht.
Alexeis Blutungen wurden nicht durch Gebete gestillt, sondern durch die simple Tatsache, daß Rasputin bei seinem Erscheinen bei Hofe alle Medikamente stets absetzen ließ- worunter auch Aspirin war. Dies verdünnt das Blut, was man damals aber noch nicht in vollem Ausmaß wusste- man gab es gegen die Schmerzen. So hörten die Blutungen des Jungen meist auf, wenn Rasputin zugegen war, seine Schmerzen. Wenn man jemanden ablenkt, beruhigt, tröstet, kann dies auch Schmerzen nehmen.
Kurz zur Medizin- heute wissen wir bekanntlich vieles mehr, was früher eben Gang und Gebe war und die Medizin hat sich gewandelt- nach einem Herzinfarkt sollten die Kranken früher ruhen, wobei die meisten kurz darauf starben- heute sollen sie aufstehen, sich bewegen, schon kurz nach dem Infarkt. Die Zarin nahm auch ein Präparat mit Heroin gegen ihre Migräne- Folge: man wird schnell süchtig danach, erreicht schnell einen Gewöhnungseffekt und nach Absetzen kriegt man- eben Migräneanfälle. Ihre Erkrankungen waren psychosomatisch bedingt und Rasputin massierte ihr den Kopf bei Migräne, heißt es. Ich leide selbst an Migräneattacken- die Druckmassage kann durchaus auch mal helfen. Aber es waren sicher auch Rasputins beruhigende Worte, sein Zuhören.
Man sagte ihm nach, er habe die Töchter des Zaren in Nachthemden auf dem Schoß gehabt und befummelt. Dieses Gerücht setzte eine Hofdame und Kinderfrau in die Welt, nachdem sie selbst in Ungnade gefallen war- sie achtete einmal verwickelt in ein politisches Gespräch mit jemand anderen bei Hofe nicht auf die Kinder im Bade und die kleine Maria rannte alsbald hüllenlos durch die Flure des Palastes.
Rasputin war eigentlich ein einfacher Bauer aus Sibirien, der sich aber zum Mönch berufen fühlte, schnell Gönner fand und Anhänger in St. Petersburg. Doch er blieb auch der einfache Bauer, ein Trunkenbold, Weiberheld (ein rasputnik ist eben ein solcher) und auch manchmal ein Aufschneider, wenn er eben betrunken war. Durch die Gönnerschaft des Hofes lebte er gut, doch ihm waren auch die Menschen wichtig.
Davon zeugen u.a. die liebevollen Briefe, die er mit den Zarentöchtern wechselte, gleich einem Freund, der ihnen Rat gab in der Pubertät zum Beispiel.
Ich denke, es ging ihm nie selbst um einen Machtanspruch an sich. Denn auch ihn störten die Karikaturen, in denen er in anzüglicher Weise neben der Zarin zu sehen war, oder eben neben dem Zaren.
Er sah den Untergang der Romanows voraus, aus politischer Sicht, wusste um des Zaren politische Fehler und versuchte zu helfen.
Nikolaus II. war nicht zum Herrscher geboren, man lebte abgeschottet vom Volk im Palast und eher zurückgezogen, die Volksnähe fehlte und als der Zar selbst das Oberkommando über die Truppen ergriff, er, der nie herrschen wollte, eine zu geringe militärische Ausbildung genossen hatte, war Russlands Niederlage besiegelt. Vielleicht hätte er auf Rasputins Vorschläge für Minister etc. hören sollen, die dieser der Zarin unterbreitete. Das hätte aber niemand wissen dürfen, obwohl Nikolaus bereits eine Marionette seiner Minister war.
Smith hat ein Porträt von Rasputin gezeichnet, ihn wiederaufleben lassen, historisch genau und nach dem Lesen mögen ihn sicher viele in einem ganz anderen Licht sehen. Wer also die Person des Rasputin einmal ohne Vorurteile kennenlernen möchte, wird hier bestens bedient.

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habsburg, kronprinzessin, sachsen, toskana, wettin

Luise von Toscana

Erika Bestenreiner
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.11.2000
ISBN 9783492231947
Genre: Biografien

Rezension:

Erzherzogin Luise von Österreich-Toskana oder Toscana, wird 1870 in Salzburg geboren. Als Erzherzogin wächst sie begütert auf, so denkt man. Und Luise wird schon als Kind und junge Frau dem Bild einer verwöhnten Prinzessin/Erzherzogin gerecht. Sie schlägt viele Heiratskandidaten aus, niemand ist ihr recht. Selbst der Fürst von Bulgarien ist ihr nicht gut genug. Der Kronprinz Friedrich August von Sachsen schließlich, ist der siebzehnjährigen zwar keine gute Partie in dem Sinne, daß sie ihn liebt oder unbedingt seine Frau werden möchte, aber die Eltern bedrängen die junge Frau sich zu vermählen, sie ist hübsch, gescheit, gut gebildet und es locken mit der Eheschließung 20.000 Reichsmark Apanage jedes Jahr. Als Vergleich- ein Lehrer, also jemand, der studiert hatte, verdiente etwa 2000 Reichsmark im Jahr. Ihr Leben am Dresdner Hof war also recht passabel, wie sie es selbst einmal nannte. So gebar sie ihrem Kronprinzen drei Söhne, zwei Töchter. Womit ihre Pflicht im Bezug auf einen Thronerben erfüllt war. Doch die Hofetikette, die Schwester des Kronprinzen, die unverheiratet bei Hofe lebt und ihre Pflichten als Kronprinzessin belasten die junge Frau- sie stürzt sich in Affären. Schwanger mit der dritten Tochter, im Dezember 1902, flieht Luise vom Hof mit dem Hoflehrer an den Bodensee.
Ich möchte nicht zuviel spoilern, aber sie löst damit einen Skandal ihrer Zeit aus, der zu ihrer Verbannung vom Hofe führt, man lässt sogar überprüfen, ob ihre Tochter, die in Lindau geboren wird, wirklich ein Kind des Kronprinzen ist und bietet Luise 30.000 Reichsmark, damit sie das Kind herausgibt. Es folgt die Scheidung, Luise erhält eine jährliche Apanage und den Titel einer Gräfin. Sie könnte zufrieden sein, aber ist damals schon ihres Liebhabers überdrüssig, hat bald einen neuen. Und verursacht den nächsten Skandal, in dem sie versucht im Jahre 1904 heimlich ins Palais in Dresden zu gelangen, um ihre Kinder wiederzusehen. Man setzt ihre jährliche Apanage auf 40000 Reichsmark fest und so trennen sich Luises Wege und die ihrer Kinder.
Doch Luise lebt großspurig, verprasst das Geld mit Liebschaften, schönen Dingen und stirbt schließlich verarmt als Blumenfrau in Brüssel 1947- bis zu diesem Zeitpunkt zog herum, unangepasst, ohne Wurzeln und ständig auf der Suche.
Ihr Tagebuch von 1911 gibt natürlich nur ihre Sicht der Dinge wieder, die Biographie ihres einen Sohnes dagegen, stellt sie nicht als liebende Mutter dar- vielmehr als ständig gereizte und gelangweilte Frau, deren Ansprüche gegen ihr Glück standen.
Bestenreiner kann dieser Frau auf 336 Seiten durchaus ansatzweise gerecht werden und stellt sie schonungslos ebenso dar, wie sie war. Dennoch liegt der Hauptakzent natürlich auf dem Skandal.

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Dann schlaf auch du

Leïla Slimani , Amelie Thoma
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 21.08.2017
ISBN 9783630875545
Genre: Romane

Rezension:

Die Thematik ist sicher nicht neu- Eltern, beide gestresst vom Beruf, lieben ihre beiden Kinder, aber sind doch überfordert zwischen Kindern und Karriere. So engagieren Paul und Myriam Louise, die aber leider derart Problembeladen ist durch ihr eigenes Leben, daß sie sich auf der Suche nach einer heilen Welt befindet und diese sollen ihr Paul und Myriam mit den Kindern Mila und Adam bieten. Ich will hier nicht zuviel spoilern, aber die fragile, liebevolle Nanny kann die schützende Fassade bald nicht mehr aufrechterhalten, schleicht sich immer weiter in das Leben des Paares, bis die Situation eskaliert. Auf eine, zugegeben recht grausame Art und Weise, mit der die Geschichte schon einsteigt. Aber im Verlauf der Geschichte, die praktisch die Vorgeschichte ist, entspinnt sich ein komplexes Netzwerk aus einer Mutter (Myriam), die ihre Kinder liebt, aber nicht nur Hausfrau sein möchte und ein schlechtes Gewissen hat, daß sie ihre Kinder an eine Nanny übergibt. Louise, die Nanny, deren Tochter fortlief, der Ehemann, der ein Choleriker war und so wächst eine bizarre Story heran, bei der ich kaum aufhören konnte weiterzulesen. Wirklich empfehlenswert. Aber man muss sich schon in die Charaktere hineinversetzen und sie verstehen.

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Die Überfahrt

Mats Strandberg , Antje Rieck-Blankenburg , David Nathan
Audio CD
Erschienen bei Argon, 24.05.2017
ISBN 9783839815434
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich dachte bei dem Titel und dem Cover an eine schöne Schauergeschichte. Ein Geisterschiff vielleicht, etwas anderes aus den Untiefen der See...aber leider, leider war mir schon recht früh klar, um was es geht und ich spoilere hier nicht. Das "Gemetzel" finde ich dabei nicht tragisch, denn das bleibt nicht aus- aber der Anfang zieht sich wie Kaugummi, da war kaum Spannung, fand ich und dann geht es nur noch drunter und drüber. Es darf schon auch mal blutig sein, ich lese auch gerne solche Krimis, aber es war dann hier einfach zuviel und nahm der Handlung den Biss. :)

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Mein Leben mit Reinhard

Lina Heydrich , Heider Heydrich
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Druffel & Vowinckel, 24.05.2012
ISBN 9783806112283
Genre: Sachbücher

Rezension:

Lina Heydrichs Erinnerungen an ihr Leben mit Reinhard Heydrich sind von ihrem Sohn Heider veröffentlicht worden. Wobei man sich als erstes fragt, warum da niemand mal drübergelesen hat, oder, ob sie wirklich so kalt und emotionslos war. Frauen dieser Zeit, also von Persönlichkeiten auf dem Dritten Reich, stehen hinter ihren Männern. Es liegt wohl auch an der Generation und dem klassischen Frauenbild, welches bis in die späten Sechziger in Deutschland vorherrschte- Heimchen am Herd, und, wenn Papa die Sportschau guckt, bringste mal ein kühles Bierchen und die Pantoffeln, Trudchen. Vielleicht noch ein paar Schnitten und Gürksken.
Auch Magda Goebbels ließ sich von der Zeit mitreißen, dem Regime. Durch die Weltwirtschaftskrise waren viele Familie arg finanziell gebeutelt worden und dann kam etwas Neues- Hitler. Es sollte aufwärtsgehen mit Deutschland und das kann man wirtschaftlich nicht leugnen für die ersten Jahre. Ich will hier nicht auf alles andere eingehen, das würde zu lang werden und ich finde den Holocaust ebenso schrecklich, wie den Krieg an sich etc.
Ich hatte auch nicht erwartet, daß Lina Heydrich Mitleid hat, oder Stellung bezieht, die vielleicht auch mal durchblicken ließe, was sie wirklich denkt. Sie lebt gut, man hat Kinder, einen schönen Landsitz und die Politik ist auch da, das Regime präsent. Mich störte aber gewaltig ihre ganze emotionale Kühle- Reinhard fällt dem Attentat zum Opfer, was in etwa zehn Sätzen abgehandelt wird, der Sohn Klaus stirbt bei einem Unfall- vier Sätze...und so geht es weiter.
Entweder ist sie eine sehr "toughe" Frau gewesen, oder das passiert halt.
"Heinskens Willi ist tot."
"Ach, echt? Ich muss jetzt gleich auf das Feld pflügen."
So in etwa gehen die Dialoge, die Ereignisse, mäandert sich Frau Heydrich durch die Geschichte.
Was habe ich erwartet? Ein bisschen Einsicht vielleicht am Ende, ein bisschen mehr Nähe an sich, Emotionen- es liest sich so dröge runter, wie das Tagebuch meiner Oma, um 1930: "Heute habe ich gebadet. Dann gab es Kuchen."
Da hat Klabunde mit ihrem Buch über Magda mich mehr berührt, zudem man schon nicht begreifen kann, wie verblendet eine Mutter vom Regime sein muss, um ihre Kinder zu töten.
Man nehme mir meine leicht humorige Rezension nicht übel, aber das Buch war für mich zu sachlich- und dabei hat es Frau Heydrich selbst verfasst. Die Fotos sind aber nett von ihren Kindern etc.

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