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magersucht, depression

Am liebsten würde ich auf der Waage eine Null stehen haben - Mein Leben mit der Magersucht - Autobiografie

Brigitte Strehl
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Verlag DeBehr, 17.10.2017
ISBN 9783957534484
Genre: Biografien

Rezension:

Wir leben in einem Land des Überflusses und da gibt es viele Menschen, die denken- hier verhungert doch niemand! Das Buch greift eine Erkrankung auf, die nur schwer zu begreifen ist. Warum hungert sich jemand freiwillig zu Tode?

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143 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

paul auster, amerika, new york, vietnamkrieg, bürgerrechtsbewegung

4 3 2 1

Paul Auster , Thomas Gunkel , Werner Schmitz , Karsten Singelmann
Fester Einband: 1.264 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 31.01.2017
ISBN 9783498000974
Genre: Romane

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Der Zauberer

Vladimir Nabokov , Dieter E. Zimmer , Hanns Zischler
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783742400369
Genre: Klassiker

Rezension:

Ich kannte bisher nur die zwei Lolita-Verfilmungen von 1962 und 1997 sowie den Roman an sich. Das Thema ist natürlich ein extrem schwieriges an sich. Dennoch hat mich "Der Zauberer" ebenso gefesselt und- vielleicht etwas mehr als "Lolita".
Der 40jährige Arthur verguckt sich in ein Mädchen, muss sich die Mutter zu Eigen machen (heiraten), um dem Mädchen nahe sein zu können. Hier ist die Mutter bereits schwerkrank, auch, wenn Arthur überlegt, wie er sie schnell wieder loswerden kann- wobei dies so sarkastisch humorvoll mit Ironie gewürzt geschieht, daß man schon schmunzeln muss. Ebenso als die Mutter eine schwere Operation überlebt- unfreiwillig komisch, möchte ich es einmal nennen, wie Arthur mit sich selbst hadert, wie zählebig sein Weib ist.
Und dennoch meint es das Schicksal gut mit ihm, wie im Original- er geht mit dem Mädchen bald auf eine Reise, malt sich dies alles so schön aus- all die Dinge, die Zeit- der Zauber des Mädchens wird sein Leben bereichern...ich möchte nicht spoilern, aber das Buch/Hörbuch kommt dem Roman "Lolita" sehr nahe und ist doch ein eigenständiges und sehr bewegendes Werk.
Man mag das, bezogen auf das Thema, zweispältig sehen, aber Nabokovs Sprache ist dicht und bewegend.

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Umarmen und loslassen

Shabnam Arzt , Wolfgang Arzt
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ludwig, 23.10.2017
ISBN 9783453280991
Genre: Biografien

Rezension:

Trisonomie 18 oder auch "Edwards-Syndrom" ist eine erbliche Krankheit oder sagen wir mal so, ein Gendefekt, bei dem die Kinder oftmals innerhalb von wenigen Stunden, Tagen oder Wochen versterben. Ich kenne aus dem Bekanntenkreis leider selber so einen Fall, wo der kleine Matthias nur vier Tage lebte. Die Stunden nach der Geburt verbrachten die Eltern mit ihm zu Hause, auf eigenen Wunsch- sie nahmen Abschied, in dem sie ihn die ganze Zeit auf dem Arm trugen, mit ihm kuschelten.
Hier in dem Buch weiß Shabnam im achten Schwangerschaftsmonat das ihr Kind eben an diesem Gendefekt leiden wird und die Überlebenschancen sind gering. Aber was ist, wenn man sich so sehr ein Kind wünscht? Es sich in sich wachsen fühlt? Und es endlich in den Armen halten will- sich auf das Leben mit ihm freut?
Die Kinder weisen in achtzig Prozent der Fälle einen schweren Herzfehler auf, die Entwicklung des Gehirns ist beeinträchtigt, Fehlbildungen der inneren Organe, der Extremitäten...sie sind schwerstbehindert, um es lapidar zu sagen. Jedoch gibt es auch Besonderheiten, es hängt davon ab, wie schwer die Behinderungen insgesamt sind. Kurz erwähnt, daß die Wahrscheinlichkeit ein zweites Kind mit eben demselben Gendefekt zu bekommen, bei unter 1% liegt.
Hier entscheiden sich die Eltern für ihr Kind und der Lebenswille des kleinen Mädchens ist groß, denn sie wird auch die Ärzte verblüffen, in dem sie dreizehn Jahre alt wird. Natürlich ist das Leben mit ihr geprägt von vielen Beeinträchtigungen, Medikamenten, ständiger Fürsorge, doch Jaël bereichert das Leben ihrer Eltern. Sie akzeptieren sie, wie sie ist und jedes Lächeln, jeder noch so kleine Entwicklungsschritt ist für sie ein Wunder.
Ein bewegendes Buch. Es stimmt natürlich auch sehr traurig, aber dann muss man als einen Appell an das Leben sehen und jedes Leben ist etwas wert und zählt- egal, wie lange es dauert.
Nennt mich vielleicht melancholisch- aber ich sehe es so- manchmal werden Engel geboren, sie dürfen einen eine Weile begleiten und ein Leben bereichern, auf ihre Art.

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5.124 Bibliotheken, 72 Leser, 6 Gruppen, 280 Rezensionen

liebe, erotik, sex, ana, bdsm

Shades of Grey - Gefährliche Liebe

E. L. James , ,
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 05.09.2012
ISBN 9783442478965
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Da ich nun einmal den ganzen Hype verstehen wollte, habe ich die Bücher gelesen, muss aber gestehen, daß Band 2 bei mir auch nicht wirklich punkten kann. SM ist eigentlich nur Beiwerk und dann auch nicht wirklich heftig, sondern eher "Blümchenhaft". Nachdem sich Anastasia und Grey getrennt haben, starten sie einen zweiten Versuch. Diesmal ohne Regeln, sie nicht als seine tiefergebene Sub, sondern als eigenständige Person, mit eigenem Willen, die nur dann dem SM zustimmt, wenn sie es eben auch möchte. Es geht mehr um Anastasias langsames Herantasten an das Ganze. Das fand ich auch nicht tragisch. Doch mir waren zuviele Dinge in dem zweiten Teil einfach zu seltsam gestrickt. Grey hat jede Menge Kohle, was dann auch zwischendurch schon mal nervt, denn erst kauft er einfach mal so Fotos mit Anastasia, die ein Freund von ihr in einer Galerie ausstellt- natürlich gleich alle, dann will er die Firma kaufen in der Anastasia arbeitet- klar, sie wird von ihrem Chef belästigt, Grey regelt das und der Typ ist weg, eine andere Sub will Grey wiederhaben und auch dies regelt er, er stürzt mit dem Hubschrauber ab- kurze Tragik, dann steht er schon wieder in der Tür, seine "Mrs Robinson" taucht auf, kurzes Intermezzo und schon geht auch sie...Grey ist der große Regler- ich witzele mal- Anastasia schmeckt vielleicht das Fleisch im Restaurant nicht- wupps, wird der Koch mit Greys Hilfe entlassen. Mit anderen Worten- seine Omnipräsenz nervt. Er hatte eine schlimme Kindheit- ahnte man eh, denn daher kam er auch zu SM. Kinder, die Schmerz erleiden fügen diese Schmerzen zur Kompensierung entweder Tieren zu oder anderen als Erwachsene. Die Wut muss irgendwo hin, aber das ist auch nicht wirklich weltbewegend. Mir war die Erotik zu soft, sorry. Und die Story drumherum nicht wirklich fesselnd (gg), wenn man sie realistisch betrachtet. Grey muss ja kein armer Schlucker sein, aber überall den Macher raushängen zu lassen, das war mir wirklich zu nervig.

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hochzeit, judentum, liebe, london, religion

Die Hochzeit der Chani Kaufman

Eve Harris ,
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.08.2015
ISBN 9783257300208
Genre: Romane

Rezension:

Es geht in dem Buch eigentlich hauptsächlich um jüdische Tradition, die sich von früher in die heutige Zeit übertragen haben. Die Verheiratung der Chani Kaufman an sich, ist aber nur ein Aufhänger für das Ganze. Chani hinterfragt mit ihren 19 Jahren, ob sie einen Mann lieben kann, den sie nur dreimal vor der Hochzeit unter Aufsicht sehen durfte, den sie nie geküsst oder berührt hat, wie es die Tradition eben verlangt. Dies sind damit durchaus die Gedanken einer doch recht modernen jüdischen Frau. Gleichzeitig hat sie aber auch ganz normale Gedanken. So sieht sie endlich in ihrer monatlichen Periode einen Sinn, denn nun kann diese Lästigkeit zu einem Kind führen. Ihre Eltern haben acht Töchter, die alle gut verheiratet werden soll und da sie nicht besonders reich sind, bringt es sie schon in eine gewisse Form der Armut.
Chanis Zukünftiger Baruch ist angehender Rabbiner und hat sich damit voll und ganz den alten Traditionen verschrieben.
Frauen haben aber einen durchaus anderen Stellenwert in den jüdischen Gemeinden, vor allem in den ultra-orthodoxen, denn sie sind es, die man zu einer gängigen jüdischen Mädchenschule schickt, die arbeiten gehen, die Familie meist durch einen Beruf ernähren und nicht wie die Jungen, die man nur zur Thora-Schule schickt, wo sie den ganzen Tag eben diese studieren und nachher lediglich Rabbiner werden können oder sich mit Gelegenheitsarbeiten in der Gemeinde über Wasser halten- das sind aber die "Schtetl" und man muss das ein bisschen wie bei den Amisch sehen- die Männer renovieren Wohnungen, reparieren und so weiter- sie sind handwerklich begabt. Die Frau ist aber nicht nur Heimchen am Herd, sie zieht die Kinder groß und engagiert sich neben dem Beruf meist noch in der Gemeinde.
Bei Eve Harris lernt man drei jüdische Familien kennen- Baruchs, Chanis und die Zilbermans.
Hochzeiten werden durch eine Heiratsvermittlerin geschlossen, doch Chani zeigt sich widerspenstig, in dem sie viele Bewerber ablehnt, nicht dieses Frauchen sein möchte, daß sich wie ihre Mutter jeden Shabbes abhetzt, um den Tisch mit Gerichten zu füllen, unter dem sich dieser biegt, sich abzuhetzen für die zumeist angestrebte große Kinderschar und an die starren Traditionen gebunden zu sein. Ihre Mutter ist durch das alles aus Chanis Sicht zu sehr gealtert.
Die Frauen dürfen auch nur lange Rücke tragen, müssen ihr richtiges Haar mit Perücken verdecken, damit andere Männer sich nicht angezogen fühlen und Chanis sieht dies alles mit großer Skepsis. Hier klingt dann auch ein Hauch von Emotion an. Ansonsten sind die Figuren doch leider recht flach beschrieben. Man wird nicht richtig warm mit ihnen, sondern begegnet ihnen eher etwas aussenstehend. Ich konnte die Empfindungen schon nachvollziehen, aber eben nicht spüren. Das liegt am eher doch beschreibenden Stil der Autorin, nüchtern könnte man es auch nennen.
Lichtblick ist dann das Beispiel einer rebellischen Frau, die sich eben nicht mehr den Regeln unterwerfen möchte, sich abkehrt vom Glauben und sofort aus der Gemeinde ausgestoßen wird, dh der gesellschaftliche Tod.
Allerdings ist das auch nicht neu- als ein Bekannter aus der katholischen Kirche austrat- in einem kleinen Dorf im hintersten Bayern- da griffen ihn nicht nur die Älteren an.
Wer gar nichts über das jüdische Leben heute weiß, wird sicher in eine Welt eintauchen, die Interesse wecken kann. Da ich mich aber intensiv mit dem Judentum befasst habe- empfehle auch Feldmans "Unorthodox"- der wird nicht auf viel Neues treffen.
Seid ein gutes Menscherl und lasst Euch durch Chanis Massel führen, um ihre leicht meschuggene Mischpoke kennenzulernen. :)

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Die Kinder des Reichsministers

Petra Fohrmann
Flexibler Einband
Erschienen bei Fohrmann Verlag, 01.10.2007
ISBN 9783981058017
Genre: Biografien

Rezension:

Durch puren Zufall gelangte die Autorin Petra Fohrmann an diese Erinnerungen, die die letzten beiden Jahre der Goebbels- Kinder umfassen. Sie lernte die ehemalige Erzieherin der Kinder kennen und schrieb deren Erinnerungen auf. Von 1943 bis 1945 war die Erzieherin Käthe Hübner im Hause Goebbels für die drei ältesten Töchter zuständig und hat viele Fotografien aus dieser Zeit aufbewahrt, die ebenso wie Briefe der Kinder und ihrer Mutter das Buch bereichern. Eigentlich wachsen die Kinder in der Villa am Bogensee, etwa 30 km außerhalb Berlins, ganz ungezwungen und wie normale Kinder auf. Mit dem Unterschied, daß der Vater und die Mutter im Licht der Öffentlichkeit stehen, sie auch für kleine Propagandafilme herhalten müssen, es ein ruhiges, ländliches Leben gibt mit Pony, Dackel, großem Garten, vielen Spielmöglichkeiten und allem, was das Kinderherz begehrt- auch noch in Kriegszeiten, wo es anderen Kindern im Reich weitaus schlechter geht.
Die Kinder brauchen nicht zum BDM oder der kleine Helmut zur HJ, obwohl das schwer vorstellbar ist, wo ihr Vater doch so einen hohen Posten im Reich besetzt. Durch die Eltern besucht man den "Onkel" Adolf auf dem Obersalzberg, wird von dem Fotografen Hoffmann auf Postkarten in Szene gesetzt und nennt viele andere Größen des Reichs "Onkel" oder "Tante".
Hübner beschreibt, daß Magda zwar eine liebende Mutter ist, aber eben auch keine Vorzeigemutter, wie man es in der Propaganda vorgibt. Es ist kein offenes Geheimnis, daß ihr Mann sie betrügt, mehrmals, bei jeder Geburt einer Tochter negative Kritik für seine Frau übrig hat und der Sohn, der langersehnte, Helmut, ist in seinen Augen ein Träumer und Weichling. Goebbels ist nicht oft zu Hause, doch, wenn er kommt, dann müssen die Kinder ihn überschwänglich begrüßen, den lieben Papi, der aber auch oftmals sehr streng ist. Seine Gattin gibt sich stets beherrscht, verbringt aber nicht allzuviel Zeit mit den Kindern- man findet die kleinen Filmchen mit den Kinder und ihr bei youtube zB- auch, wenn es in den Filmen den Anschein hat.
Man kennt das schreckliche Ende der Kinder und fragt sich, wie eine Mutter ihre Kinder töten kann...nur, weil sie befürchtete, daß sie nach Ende des Dritten Reiches keine Zukunft mehr hätten. An Edda Göring konnte man sehen, daß das Medieninteresse an Kindern der Nazi- Größen nach dem Krieg natürlich recht groß war- schließlich hätte man doch vielleicht eine Pikanterie oder ähnliches erfahren können. Man mag lange darüber spekulieren, was aus den Kindern geworden wäre, den Tod hatten sie sicher nicht verdient.
In ihrer beschaulichen Welt in Schwanenwerder oder am Bogensee gab es keine Politik, kein Grauen des Krieges...in Helga Goebbels, der ältesten Tochter klang wohl oftmals eine Nachdenklichkeit an und sie hinterfragte Dinge, was der Mutter so gar nicht gefiel. Sie soll auch im Bunker geahnt haben, daß alles kein gutes Ende nehmen wird...
Mich hat Fohrmanns Buch betroffen gemacht und bewegt und dennoch kann man den Tod der Kinder nicht begreifen...

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NOVEMBERWUT

Ulrich Behmann
Flexibler Einband
Erschienen bei CW Niemeyer, 25.10.2017
ISBN 9783827194794
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich bin eigentlich kein Fan von Regio-Krimis, da es mir dann doch in kurzer Zeit zuviele gab und die meisten sich leider immer wiederholen. Sicher ist es mal spannend, etwas zu lesen, was in der eigenen Region spielt, aber nicht alles ist da fesselnd. Hier geht es um eine realen Fall. Die 28jährige Kader K. wird am Abend des 20. November 2016 in Hameln von ihrem Ex-Ehemann Nurettin B. auf offener Straße niedergestochen, zusammengeschlagen und schließlich mit einem Henkersknoten um den Hals mittels Seil an die Stoßstange seines Wagens gebunden und 250 Meter weit mitgeschleift, bis das Seil reißt. Während der grausamen Tat sitzt der Sohn der beiden, Cudi, zwei Jahre alt auf dem Rücksitz und muss bei Tempo 80 die Todesschreie seiner Mutter mitanhören. Anwohner schreiten ein, helfen der Frau.
Der Grund- der 38jährige Kurde Nurettin B., bereits von Kader mehrfach bei der Polizei wegen seiner Gewaltausbrüche angezeigt (u.a. trat der der Schwangeren in den Bauch), lebt mit einer neuen Frau zusammen und will keinen Unterhalt mehr für Kader und den Sohn zahlen. Also soll Kader sterben, weil sie ihm das Amt auf den Hals hetzt, ihn bei der Polizei angezeigt hat. Mehrfach hat er ihr gedroht, sie zu töten. Doch die Polizei und das Amt reagierten nicht.
Kader K. überlebt. Zweimal muss sie wiederbelebt werden, liegt über ein halbes Jahr im Krankenhaus und leidet noch heute unter den Folgen des Verbrechens. Das ist die Tatsache.
Der Journalist Ulrich Behman hat sich nun in Zusammenarbeit mit Kader K. zusammengesetzt und einen Krimi geschrieben, micht teilweise echten Personen, eben den Handelnden, und erdachten.
Der Erlös des Verkauf des Buches geht zu einem großen Teil an Kader und ihren Sohn Cudi.
Dadurch, daß Kader selbst ihr Schicksal erzählt hat, bekommt der Krimi einen besonderen Hauch und da ich den Fall verfolgte in der Presse, berührte es mich schon durch das ganze wahre Verbrechen.
Wie Behman dies nun umsetzt, möchte ich nicht verraten, aber ich empfehle den Krimi und finde es mutig, daß Kader K. ihre Geschichte öffentlich macht und es ist natürlich sehr schön (Worte dafür zu finden ist schwer), daß sie überlebt hat.
Der Prozeß gegen Nurettin B. läuft- man fragt sich, welche Strafe dafür wohl gerecht wäre- denn Gerechtigkeit in ihrem ganze Ausmaß kann das Leid, welches er Kader K. zufügte nicht wieder gutmachen.

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nationalsozialisten, hass, neonazi-szene, nationalsozialismu, nazi-ideologie

Ein deutsches Mädchen

Heidi Benneckenstein , Tobias Haberl
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Tropen, 14.10.2017
ISBN 9783608503753
Genre: Biografien

Rezension:

Vielleicht liegt es wirklich am Schreibstil der Autorin, aber ich hatte wirklich Mühe es durchzulesen, da es mich dann doch etwas langweilte. Okay, ich habe in den Neunzigern Politikwissenschaft studiert und da war die rechte Szene und ihr erneutes Aufflackern gerade brandaktuell. Ich habe "Mädelsache" gelesen über Frauen in der rechten Szene, "Unter Staatsfeinden" und "Die Abrechnung" von Ingo Hasselbach"- welches mich am meisten berührte (aus 2001)- die rechte Szene ist stets lebendig und natürlich ist es schon faszinierend, daß man in Camps immer noch seine Kinder wie in der HJ oder beim BDM erzieht, zu Hause rechtes Gedankengut verbreitet und die Kinder dann in die Szene abrutschen. Da ich mich viel mit dem Thema befassen musste, ist es vielleicht nicht allzu schockierend, was Benneckenstein da schreibt. Und hochaktuell vielleicht in Zeiten von Flüchtlingsströmen, die den Unmut von Bevölkerungsteilen schüren und diesen endlich mal wieder einen Grund gibt die Szene richtig zu vertreten. Wer hat nicht die Bilder im Kopf von Hünxe u.a.- oder anderen Orten, an denen in den 90ern und Anfang der 2000er Jahre johlende und jubelnde Rechte Brandsätze in Asylbewerberheime warfen und auch die Bevölkerung mitjubelte- nicht alle natürlich- aber dann sind mer wieder wer! Denn am deutschen hinterm Thresen soll die Welt genesen, sang schon Konstantin Wecker.
Benneckenstein hat den Ausstieg geschafft, sicher nicht leicht in dem Sinne, daß sie ihren Freundeskreis aufgab, alles zurücklassen musste- okay, der falsche natürlich aus meiner Sicht, aber sie beschreibt mir das doch zu nüchtern.

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tod, familie, unfall, kind, trauer

Und eine Nacht vergeht wie ein Jahr

Petra Schürmann
Fester Einband: 267 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur
ISBN 9783426272756
Genre: Biografien

Rezension:


Petra Schürmann war als Moderatorin recht bekannt. Über ihr Familienleben dagegen wenig und da kann sich nicht jeder rein finden, das drücke ich mal so hart aus. Schürmann hatte ein Verhältnis mit dem Mann ihrer besten Freundin, woraus die Tochter stammte-Alexandra. Das Kind wird unehelich geboren und Schürmann beschreibt im Folgenden, wie sie die Tochter großzieht, das Leben mit diesem Kind, das überaus innige Verhältnis. Damals sind uneheliche Kinder noch ein gewisser Makel, aber Schürmann hält den Vater geheim, bis er sich doch zu ihr bekennt, man heiratet. Das Leben mit der Tochter ist wie viele andere auch- aber eben das Verhältnis zur Tochter mehr als innig- man schreibt sich Nachrichten, wenn man getrennt voneinander schlafen muss auf Zettelchen, genießt die Zeit zusammen- das kann niemand verstehen, dessen Verhältnis zur Mutter nicht so ist oder war. 
Ich wuchs als Scheidungskind auf, hatte viele Jahre nur die Mutter und dieses Verhältnis war ebenso innig- und ist es auch heute noch- wie das zwischen Schürmann und ihrer Tochter. Man kann von besten Freundinnen sprechen, die gemeinsam auf Konzerte gehen usw.- ich bedauerte immer Freundinnen, die nicht so ein Verhältnis zur Mutter hatten und diese empfanden das ebenso- sie waren erstaunt, wenn ich mit meiner Mutter in Urlaub fuhr, oder wir die gleichen Bücher lasen, tauschten usw. Daher wird das Buch niemanden berühren, der das nicht so kennt. 
Meine Mutter hat alle meine kleinen Nachrichten an sie aufgehoben und es ist wunderbar diese heute zu lesen. 
Bei Schürmann greift das Schicksal hart zu- die Tochter stirbt kurz vor der geplanten Hochzeit bei einem Autounfall und die Mutter verfällt in einen Schockzustand, von dem sie sich nie mehr erholen wird. Sie wird die letzten Jahre mit einer Sprachblockade leben, zurückgezogen und verzweifelt. Das kann auch jemand ohne Kinder nicht nachempfinden. Gerade, wenn das Verhältnis so innig war. Und Kinder sollten nie vor den Eltern sterben. Ganz gleich wie- der Verlust ist nie wieder gutzumachen. Und Frau Schürmann hat das für mich absolut gut rübergebracht. 
Ich meine 2005 lief ein Film über Petra Schürmann, der mich auch sehr beeindruckte- denn sie trat trotz der Sprachblockade auf, als gebrochene Frau...manch einem mag das alles zu emotional sein, aber das ist das Leben nun einmal und sicher, anderen ergeht es ebenso wie Frau Schürmann, aber dennoch hat sie mit ihrem Buch ihrer Tochter ein Denkmal gesetzt. Ich fand es bewegend.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

rasputin, chlyst, zar, hämophilie, iliodor

Und die Erde wird zittern

Douglas Smith , Martin Richter , Cornelius Hartz , Bernd Rullkötter
Fester Einband: 928 Seiten
Erschienen bei Theiss, Konrad, 01.09.2017
ISBN 9783806235746
Genre: Sachbücher

Rezension:

Jeder kennt das Lied von Boney M.- auch, wenn das einige Fehler enthält- schon allein, weil Alexandra keine "Russian Queen" war, sondern eine "Empress" und Rasputin auch nicht ihr Liebhaber. Aber das war Discotauglich und es ging nicht um historische Genauigkeit, die Smith natürlich im Fokus hat in seiner Biographie.
Manche nannten Rasputin zu seiner Zeit einen Teufel, andere einen Heiligen, Frauen bezahlten Geld dafür, um in seiner Wohnung mit ihm zu schlafen, weil er ihnen versprach, sie würden dann den Himmel erblicken. Er trank, prahlte mit seinen Besuchen bei Hofe- nun, in seiner Zeit war eine Position bei Hofe etwas sehr erstrebenswertes, wie auch an anderen Höfen. Das machte Eindruck, auch beim Volk, doch gleichzeitig weckte es auch Neider, die diese Position auch innehaben wollten. Woraus dann Gerüchte entstanden, kreiiert wurden, um der Person zu schaden- oder sie entsprachen auch oft der Wahrheit.
Was Raputin besaß war einen sehr gute Menschenkenntnis und sicher konnte er durch Meditation, Auto-Suggestion, Zuhören und Gebete auch Krankheiten im Rahmen halten. Heilen sicher nicht.
Alexeis Blutungen wurden nicht durch Gebete gestillt, sondern durch die simple Tatsache, daß Rasputin bei seinem Erscheinen bei Hofe alle Medikamente stets absetzen ließ- worunter auch Aspirin war. Dies verdünnt das Blut, was man damals aber noch nicht in vollem Ausmaß wusste- man gab es gegen die Schmerzen. So hörten die Blutungen des Jungen meist auf, wenn Rasputin zugegen war, seine Schmerzen. Wenn man jemanden ablenkt, beruhigt, tröstet, kann dies auch Schmerzen nehmen.
Kurz zur Medizin- heute wissen wir bekanntlich vieles mehr, was früher eben Gang und Gebe war und die Medizin hat sich gewandelt- nach einem Herzinfarkt sollten die Kranken früher ruhen, wobei die meisten kurz darauf starben- heute sollen sie aufstehen, sich bewegen, schon kurz nach dem Infarkt. Die Zarin nahm auch ein Präparat mit Heroin gegen ihre Migräne- Folge: man wird schnell süchtig danach, erreicht schnell einen Gewöhnungseffekt und nach Absetzen kriegt man- eben Migräneanfälle. Ihre Erkrankungen waren psychosomatisch bedingt und Rasputin massierte ihr den Kopf bei Migräne, heißt es. Ich leide selbst an Migräneattacken- die Druckmassage kann durchaus auch mal helfen. Aber es waren sicher auch Rasputins beruhigende Worte, sein Zuhören.
Man sagte ihm nach, er habe die Töchter des Zaren in Nachthemden auf dem Schoß gehabt und befummelt. Dieses Gerücht setzte eine Hofdame und Kinderfrau in die Welt, nachdem sie selbst in Ungnade gefallen war- sie achtete einmal verwickelt in ein politisches Gespräch mit jemand anderen bei Hofe nicht auf die Kinder im Bade und die kleine Maria rannte alsbald hüllenlos durch die Flure des Palastes.
Rasputin war eigentlich ein einfacher Bauer aus Sibirien, der sich aber zum Mönch berufen fühlte, schnell Gönner fand und Anhänger in St. Petersburg. Doch er blieb auch der einfache Bauer, ein Trunkenbold, Weiberheld (ein rasputnik ist eben ein solcher) und auch manchmal ein Aufschneider, wenn er eben betrunken war. Durch die Gönnerschaft des Hofes lebte er gut, doch ihm waren auch die Menschen wichtig.
Davon zeugen u.a. die liebevollen Briefe, die er mit den Zarentöchtern wechselte, gleich einem Freund, der ihnen Rat gab in der Pubertät zum Beispiel.
Ich denke, es ging ihm nie selbst um einen Machtanspruch an sich. Denn auch ihn störten die Karikaturen, in denen er in anzüglicher Weise neben der Zarin zu sehen war, oder eben neben dem Zaren.
Er sah den Untergang der Romanows voraus, aus politischer Sicht, wusste um des Zaren politische Fehler und versuchte zu helfen.
Nikolaus II. war nicht zum Herrscher geboren, man lebte abgeschottet vom Volk im Palast und eher zurückgezogen, die Volksnähe fehlte und als der Zar selbst das Oberkommando über die Truppen ergriff, er, der nie herrschen wollte, eine zu geringe militärische Ausbildung genossen hatte, war Russlands Niederlage besiegelt. Vielleicht hätte er auf Rasputins Vorschläge für Minister etc. hören sollen, die dieser der Zarin unterbreitete. Das hätte aber niemand wissen dürfen, obwohl Nikolaus bereits eine Marionette seiner Minister war.
Smith hat ein Porträt von Rasputin gezeichnet, ihn wiederaufleben lassen, historisch genau und nach dem Lesen mögen ihn sicher viele in einem ganz anderen Licht sehen. Wer also die Person des Rasputin einmal ohne Vorurteile kennenlernen möchte, wird hier bestens bedient.

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kronprinzessin, habsburg, toskana, sachsen, wettin

Luise von Toscana

Erika Bestenreiner
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.11.2000
ISBN 9783492231947
Genre: Biografien

Rezension:

Erzherzogin Luise von Österreich-Toskana oder Toscana, wird 1870 in Salzburg geboren. Als Erzherzogin wächst sie begütert auf, so denkt man. Und Luise wird schon als Kind und junge Frau dem Bild einer verwöhnten Prinzessin/Erzherzogin gerecht. Sie schlägt viele Heiratskandidaten aus, niemand ist ihr recht. Selbst der Fürst von Bulgarien ist ihr nicht gut genug. Der Kronprinz Friedrich August von Sachsen schließlich, ist der siebzehnjährigen zwar keine gute Partie in dem Sinne, daß sie ihn liebt oder unbedingt seine Frau werden möchte, aber die Eltern bedrängen die junge Frau sich zu vermählen, sie ist hübsch, gescheit, gut gebildet und es locken mit der Eheschließung 20.000 Reichsmark Apanage jedes Jahr. Als Vergleich- ein Lehrer, also jemand, der studiert hatte, verdiente etwa 2000 Reichsmark im Jahr. Ihr Leben am Dresdner Hof war also recht passabel, wie sie es selbst einmal nannte. So gebar sie ihrem Kronprinzen drei Söhne, zwei Töchter. Womit ihre Pflicht im Bezug auf einen Thronerben erfüllt war. Doch die Hofetikette, die Schwester des Kronprinzen, die unverheiratet bei Hofe lebt und ihre Pflichten als Kronprinzessin belasten die junge Frau- sie stürzt sich in Affären. Schwanger mit der dritten Tochter, im Dezember 1902, flieht Luise vom Hof mit dem Hoflehrer an den Bodensee.
Ich möchte nicht zuviel spoilern, aber sie löst damit einen Skandal ihrer Zeit aus, der zu ihrer Verbannung vom Hofe führt, man lässt sogar überprüfen, ob ihre Tochter, die in Lindau geboren wird, wirklich ein Kind des Kronprinzen ist und bietet Luise 30.000 Reichsmark, damit sie das Kind herausgibt. Es folgt die Scheidung, Luise erhält eine jährliche Apanage und den Titel einer Gräfin. Sie könnte zufrieden sein, aber ist damals schon ihres Liebhabers überdrüssig, hat bald einen neuen. Und verursacht den nächsten Skandal, in dem sie versucht im Jahre 1904 heimlich ins Palais in Dresden zu gelangen, um ihre Kinder wiederzusehen. Man setzt ihre jährliche Apanage auf 40000 Reichsmark fest und so trennen sich Luises Wege und die ihrer Kinder.
Doch Luise lebt großspurig, verprasst das Geld mit Liebschaften, schönen Dingen und stirbt schließlich verarmt als Blumenfrau in Brüssel 1947- bis zu diesem Zeitpunkt zog herum, unangepasst, ohne Wurzeln und ständig auf der Suche.
Ihr Tagebuch von 1911 gibt natürlich nur ihre Sicht der Dinge wieder, die Biographie ihres einen Sohnes dagegen, stellt sie nicht als liebende Mutter dar- vielmehr als ständig gereizte und gelangweilte Frau, deren Ansprüche gegen ihr Glück standen.
Bestenreiner kann dieser Frau auf 336 Seiten durchaus ansatzweise gerecht werden und stellt sie schonungslos ebenso dar, wie sie war. Dennoch liegt der Hauptakzent natürlich auf dem Skandal.

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266 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 106 Rezensionen

paris, roman, nanny, familie, mord

Dann schlaf auch du

Leïla Slimani , Amelie Thoma
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 21.08.2017
ISBN 9783630875545
Genre: Romane

Rezension:

Die Thematik ist sicher nicht neu- Eltern, beide gestresst vom Beruf, lieben ihre beiden Kinder, aber sind doch überfordert zwischen Kindern und Karriere. So engagieren Paul und Myriam Louise, die aber leider derart Problembeladen ist durch ihr eigenes Leben, daß sie sich auf der Suche nach einer heilen Welt befindet und diese sollen ihr Paul und Myriam mit den Kindern Mila und Adam bieten. Ich will hier nicht zuviel spoilern, aber die fragile, liebevolle Nanny kann die schützende Fassade bald nicht mehr aufrechterhalten, schleicht sich immer weiter in das Leben des Paares, bis die Situation eskaliert. Auf eine, zugegeben recht grausame Art und Weise, mit der die Geschichte schon einsteigt. Aber im Verlauf der Geschichte, die praktisch die Vorgeschichte ist, entspinnt sich ein komplexes Netzwerk aus einer Mutter (Myriam), die ihre Kinder liebt, aber nicht nur Hausfrau sein möchte und ein schlechtes Gewissen hat, daß sie ihre Kinder an eine Nanny übergibt. Louise, die Nanny, deren Tochter fortlief, der Ehemann, der ein Choleriker war und so wächst eine bizarre Story heran, bei der ich kaum aufhören konnte weiterzulesen. Wirklich empfehlenswert. Aber man muss sich schon in die Charaktere hineinversetzen und sie verstehen.

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Die Überfahrt

Mats Strandberg , Antje Rieck-Blankenburg , David Nathan
Audio CD
Erschienen bei Argon, 24.05.2017
ISBN 9783839815434
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich dachte bei dem Titel und dem Cover an eine schöne Schauergeschichte. Ein Geisterschiff vielleicht, etwas anderes aus den Untiefen der See...aber leider, leider war mir schon recht früh klar, um was es geht und ich spoilere hier nicht. Das "Gemetzel" finde ich dabei nicht tragisch, denn das bleibt nicht aus- aber der Anfang zieht sich wie Kaugummi, da war kaum Spannung, fand ich und dann geht es nur noch drunter und drüber. Es darf schon auch mal blutig sein, ich lese auch gerne solche Krimis, aber es war dann hier einfach zuviel und nahm der Handlung den Biss. :)

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Mein Leben mit Reinhard

Lina Heydrich , Heider Heydrich
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Druffel & Vowinckel, 24.05.2012
ISBN 9783806112283
Genre: Sachbücher

Rezension:

Lina Heydrichs Erinnerungen an ihr Leben mit Reinhard Heydrich sind von ihrem Sohn Heider veröffentlicht worden. Wobei man sich als erstes fragt, warum da niemand mal drübergelesen hat, oder, ob sie wirklich so kalt und emotionslos war. Frauen dieser Zeit, also von Persönlichkeiten auf dem Dritten Reich, stehen hinter ihren Männern. Es liegt wohl auch an der Generation und dem klassischen Frauenbild, welches bis in die späten Sechziger in Deutschland vorherrschte- Heimchen am Herd, und, wenn Papa die Sportschau guckt, bringste mal ein kühles Bierchen und die Pantoffeln, Trudchen. Vielleicht noch ein paar Schnitten und Gürksken.
Auch Magda Goebbels ließ sich von der Zeit mitreißen, dem Regime. Durch die Weltwirtschaftskrise waren viele Familie arg finanziell gebeutelt worden und dann kam etwas Neues- Hitler. Es sollte aufwärtsgehen mit Deutschland und das kann man wirtschaftlich nicht leugnen für die ersten Jahre. Ich will hier nicht auf alles andere eingehen, das würde zu lang werden und ich finde den Holocaust ebenso schrecklich, wie den Krieg an sich etc.
Ich hatte auch nicht erwartet, daß Lina Heydrich Mitleid hat, oder Stellung bezieht, die vielleicht auch mal durchblicken ließe, was sie wirklich denkt. Sie lebt gut, man hat Kinder, einen schönen Landsitz und die Politik ist auch da, das Regime präsent. Mich störte aber gewaltig ihre ganze emotionale Kühle- Reinhard fällt dem Attentat zum Opfer, was in etwa zehn Sätzen abgehandelt wird, der Sohn Klaus stirbt bei einem Unfall- vier Sätze...und so geht es weiter.
Entweder ist sie eine sehr "toughe" Frau gewesen, oder das passiert halt.
"Heinskens Willi ist tot."
"Ach, echt? Ich muss jetzt gleich auf das Feld pflügen."
So in etwa gehen die Dialoge, die Ereignisse, mäandert sich Frau Heydrich durch die Geschichte.
Was habe ich erwartet? Ein bisschen Einsicht vielleicht am Ende, ein bisschen mehr Nähe an sich, Emotionen- es liest sich so dröge runter, wie das Tagebuch meiner Oma, um 1930: "Heute habe ich gebadet. Dann gab es Kuchen."
Da hat Klabunde mit ihrem Buch über Magda mich mehr berührt, zudem man schon nicht begreifen kann, wie verblendet eine Mutter vom Regime sein muss, um ihre Kinder zu töten.
Man nehme mir meine leicht humorige Rezension nicht übel, aber das Buch war für mich zu sachlich- und dabei hat es Frau Heydrich selbst verfasst. Die Fotos sind aber nett von ihren Kindern etc.

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Nicolae Ceausescu

Thomas Kunze
Fester Einband
Erschienen bei Links, Christoph, Verlag, 22.02.2017
ISBN 9783861535621
Genre: Biografien

Rezension:

Als ich Ende der siebziger Jahre als Kind nebst Mutter und Großeltern nach Rumänien reiste, zählte eines für die Erwachsenen- es war ein günstiges Urlaubsland, wie Ungarn und man wusste zwar um das Regime, aber Wasser, Sonne, Meer- das klang verführerisch. Ich war fünf Jahre alt, doch ich werde niemals die Bilder vergessen von Kindern, die wir trafen außerhalb der schönen Hotelwelt, denen meine Mutter Orangen schenkte. Kinder, die nicht wussten, wie man so etwas isst, in die Schale beißen wollten und aussahen wie das blanke Elend. Wir fuhren damals auch auf das Land, unternahmen Ausflüge, aber schon damals machte mich das betroffen. Die Bevölkerung litt. Am Strand dann die Bekanntschaft einer netten rumänischen Familie, die Deutsch konnten, der Vater hatte angeblich in Berlin studiert. Man umgarnte uns. Was seltsam war- wir bekamen überall das beste Essen, wenn der Vater mit dem Inhaber eines Restaurants sprach, ein kleiner Parkt mit Karrussels öffnete extra abends für die Tochter und mich- plus sie wollten mit uns in Kontakt bleiben. Uns erreichte ein Paket aus Rumänien, später, auf dem zwar unsere Adresse stand, doch die Strasse war die Nachbarstrasse- woher sollte man das wissen? Wir hatten nicht erzählt...der nette Rumäne war ein Spion des Dikators, wie so viele. Jahre später arbeitete ich das auf, als ich eine Rumänin kennenlernte, die einen Nachbarn geheiratet hatte- sie erzählte grauenvolles aus dem Land.
Elena und Nicolae rissen die Macht an sich- waren das "Blutpaar". Ihre Söhne bekamen junge Mädchen dargebracht, wie auch eine sehr bekannte Turnerin, Nadia C., die sie nach herzenslust vergewaltigen durften. Elena verlangte bei Auslandsreisen Ehrendoktorwürden zu erhalten und so schmückten bald hunderte davon ihr schönes Zuhause. Menschen verschwanden, wurden gefoltert- das einstige blühende Königreich Rumänien unter Ferdinand I. etc. wurde zu einem Terroregime. Das Ende, welches Elena und Nicolae fanden war gerechtfertigt, doch es war keine eigentliche Genugtuung für das heruntergewirtschaftete Land. Schwer erträglich zu lesen, wie die "Madame" in Pelz im Ausland auftrat bei Staatsbesuchen, während Menschen im eigenen Land verhungerten.
Eine Biographie, die es sich zu lesen lohnt und bei der man oft innehalten, sackenlassen muss, ob des Grauens, was dieses Paar entfachte im eigenen Land-

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geschichte, mutter-tochter beziehung, dynastie, paris, königi

Maria Theresia und Marie Antoinette

Paul Christoph
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Lambert Schneider, 01.01.2017
ISBN 9783650401977
Genre: Biografien

Rezension:

Marie Antoinette ist gerade einmal 14 Jahre alt, als ihre Mutter, Kaiserin Maria Theresia von Österreich beschließt sie mit dem ein Jahr älteren Dauphin von Frankreich Louis Auguste zu vermählen. Das junge Mädchen muss vor dem Übertritt nach Frankreich all ihre österreichischen Dinge ablegen, wie Kleider, Schmuck etc. und so zur Französin werden. Wie schwer muss es dem Kind gefallen sein sich der Heiratspolitik der Mutter zu fügen? Sie soll sogar die Mutter gebeten haben Einsicht zu zeigen, aber diese liebte ihre Kinder wohl sehr, doch sah sich in erster Linie als Kaiserin. Da darf man nicht weichlich sein, wie schon Queen Victoria anmerkte und genau wie diese mit ihren Töchtern führt auch Maria Theresia einen häufigen, teils auch zu häufigen, der den Töchtern vorgibt, wie sie sich zu verhalten haben. Das ist gerade für die Person Marie Antoinettes interessant, da sie im Zuge der Französischen Revolution ihr Leben lassen musste. Und hier folgt ein kleiner geschichtlicher Hinweis- es gibt Dinge, die man historischen Figuren andichtet- Marie Antoinette hat nie den Ausspruch getan, daß die Menschen Brioche (Kuchen) essen sollten, wenn sie kein Brot hätten. Das belegen Quellen. Als das Volk Versailles erstürmen wollte, trat sie im Nachthemd auf den Balkon und verbeugte sich tiefer als üblich, in Demut. Sie wurde von der Geschichte zu einer verschwenderischen Person gemacht, die Luxus liebte und daran zugrunde ging. Ebenso wie man auch die letzte Zarin verteufelte.
Marie Antoinette heiratete hinein in den Luxus und ihr Ehemann war kein besonders guter oder gar strenger Herrscher. Er liebte das Sammeln von Pflanzen, handwerkliche Dinge und wollte wie die meisten Herrscher keiner sein. Er musste für die finanziellen Sünden seines Großvaters, des Sonnenkönigs, büßen. Als er Regent wurde, war Frankreich bereits hoch verschuldet. Und, wenn man dies weiß und bedenkt, dann sieht man das alles sicher im anderen Licht. Auch ich habe in der Schule noch die Geschichtslügen dargestellt bekommen- leider, mir aber später die Wahrheit angeeignet. Die historische aufgrund von Quellen etc.
Maria Theresia gibt brieflich Hinweise an die Tochter, wie diese sich zu verhalten hat und ist dabei nicht zimperlich. Als sich kein Thronfolger einstellt- man stelle sich zwei unerfahrene Teenager in jener Zeit vor, die beide nicht groß aufgeklärt wurden- da entsteht noch keine sexuelle Begierde oder der Wunsch ein Kind zu zeugen. Der Körper einer Frau war dem introvertierten Louis Auguste ebenso unvertraut, wie Marie Antoinette der männliche. Zumal ich einmal in einer antiken Inkunabel um 1800 noch den HInweis für junge Frauen fand, daß der Mann sich ihrer schon annehmen würde und alles wisse. Heute würde man darüber lachen, aber Marie Antoinette muss einen Thronfolger gebären, dafür ist sie am Hof, das ist ihre Hauptaufgabe. Wie sehr belastet es da, wenn die Mutter Hinweise gibt und der Mann einen nicht anfasst? Man sehe immer das Leid einer Person im Vordergrund, bevor man über sie urteilt und Mütter können Fluch und Segen sein. Auch Queen Victoria machte besonders ihrer ältesten Tochter brieflich das Leben schwer, eben, weil sie alles besser wusste. Und Maria Theresia steht ihr in nichts nach. Es ist interessant zu lesen, wie sich ihren Einfluß auf das Mädchen und die spätere junge Frau bewahrt, die in der Mutter eine Respektsperson sieht und alles tut, um zu gefallen. Erwähnenswert sei hierbei, daß die Mutter einen Spion bei Hofe hatte, der ihr jeden Faux Pas der Tochter berichtete. Sie war also stets im Bilde und das liest sich spannender als jeder Krimi.
Für historisch Interessierte ein absolutes Must have, ebenso für Leser, die mehr über Marie Antoinette wissen möchten.
Wer das wirklich wahre Leben von Marie Antoinette und Louis Auguste ohne geschichtliche Verfälschung erfahren möchte, der sei an das Buch

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karriere, rassismus, schuld, liebe, mode

Gott, hilf dem Kind

Toni Morrison , Thomas Piltz
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 22.04.2017
ISBN 9783498045319
Genre: Romane

Rezension:

Ich oute mich mal als Fan von Toni Morrison, da ich schon viele Bücher von ihr verschlungen habe. Mir gefällt zumeist ihre kritische Ader und auch bei diesem Buch war ich schon vom Klappentext gefesselt. Der Rassismus ist immer noch präsent in den Köpfen Amerikas und so ist auch Lula Anns Mutter entsetzt, als sie ein schwarzes Baby zur Welt bringt. Sie selbst geht, wie man so sagt, als Weiße durch, und daher trifft es sie hart ein Baby auf die Welt zu bringen, welches einen Makel trägt und einer ist. Im englischen Original heisst das Buch "God help the child"- also eigentlich "Gott helfe dem Kinde". Durch das Komma in der deutschen Übersetzung verändert es die Aussage des Titels- also im englischen wäre "Oh God, help the child!" ein Ausspruch, den man sagt, wenn jemand etws verbockt und "God help the child" ist eher "Gott hilf dem Kinde" in Form von er möge sich diesem annehmen (verzweifelt).
So ist Lula Ann früh damit konfrontiert, daß die Mutter sie nicht liebt, oder nicht lieben kann, weil dieses Kind sie eben abstößt. Und sie hat all das im Hinterkopf, was es in seinem Leben durchleben muss- den Rassismus eben, der in den Köpfen Amerikas immer noch so tief verwurzelt ist, wie die Mangrovenbäume am Mississippi.
So versucht Lula Ann sich zu ändern, anzupassen- trägt weiße Kleidung, nennt sich "Bride" und wird erfolgreich. Ich will nicht zu sehr spoilern, denn was sie erlebt und wie sie es erlebt, wird umso berührender, da unter anderem die Mutter erzählt, dann die Freundin Brooklyn und Lula Ann selbst.
Ich halte das Buch für ein absolut gelungenes Toni Morrison- Buch- kritisch und dabei kein Blatt vor den Mund nehmen.
Vor vielen, vielen Jahren- also damals, als man das Rad erfand und ich geboren wurde (schmunzel)- gab es einmal ein Buch von einer Australierin, die ein schwarzes Baby gebar (als Weiße), was auf Aborigines in den Urahnen hindeutete- da war die Ausgrenzung noch brisanter und heikler. Aber Morrison kommt dem 100% nahe.
Ich würde sagen, sie beschreibt in dem Buch den "modernen Rassismus" in den USA.

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christy wilson beam, himmelskind, sachbuch

Himmelskind

Christy Wilson Beam , Martina Merckel-Braun
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 09.12.2016
ISBN 9783775156943
Genre: Biografien

Rezension:

Das Leben der Familie Beam läuft eigentlich in geregelten Bahnen. Die Mutter ist Hausfrau, kümmert sich um die drei Töchter, der Vater ist Tierarzt mit eigener Praxis. Man lebt in Texas auf einer schönen, großen Farm und ist tiefgläubig. Der sonntägliche Kirchgang ist Pflicht, man engagiert sich in der Gemeinde. Bei Annabel, der fast zehnjährigen Tochter treten plötzlich Darmprobleme auf, sie erbricht und was zuerst wie eine harmlose Magen-Darm-Grippe erscheint, endet in eíner sehr schweren Erkrankung, bei der Annabel künstlich ernährt werden muss, unsägliche Schmerzen leidet und Nahrung nicht mehr verdauen kann. Die Mutter hetzt von einem Arzt zum nächsten, es folgt eine Not-Op des KIndes, doch Annabel wird immer schwächer. Die Mutter wendet sich verzweifelt an einen Spezialisten in Boston, der aber eine lange Warteliste hat. Nur, wenn ein Patient stirbt oder geheilt wird, rutscht der nächste auf die Liste. Doch die Mutter fleht die Arzthelferin an, ist weit gereist mit der Tochter, der Arzt die letzte Hoffnung. Und sie wird drangenommen. Doch nun beginnt für Annabel eine neue Therapie, die ihr aber nicht hilft. Hart gesagt- die Mutter verliert den festen Glauben an Gott, was wohl jedem passieren würde, wenn das eigene Kind so leiden muss und sterben könnte. Annabel kommt nach Hause irgendwann, austherapiert. Die Arztkosten, Reisen, die Therapie- all das hat die Familie finanziell fast ruiniert. Die Mutter will der Tochter noch durch einen Psychologen Kraft geben, als Annabel beim Spielen in einem Baum, in dessen hohlen Stamm fällt. Neun Meter in der Tiefe ist sie bewusstlos und begegnet Gott, der ihr sagt, es werde alles gut. Man rettet das Kind aus dem Stamm und plötzlich ist sie geheilt. Die Ärzte argumentieren, sie könne einen  Reiznerv wieder aktiviert haben im Gehirn durch den Sturz- aber die Eltern, das Kind, alle glauben an Gottes Kraft- eben ein Wunder. 
Ich bin eher atheistisch veranlagt, da für mich die Menschen mehr zählen als Gott und seltsamerweise widerspricht sich dabei die Geschichte selbst. Annabels Krankheit ist wenig erforscht, man weiß also kaum etwas über Heilung etc., Medikamente werden noch getestet. Jedesmal, wenn es ausweglos erscheint, helfen Menschen, nicht Gott- die Arzthelferin, die den Spezialisten in Boston dazu bewegt die Mutter und ihre kleine Tochter doch reinzunehmen in die Behandlung, der Vater, der mehr arbeitet, sein Motorrad verkauft, um alles zu finanzieren, Freunde, die spontan kommen, wenn Not am Mann ist, eine Kellnerin in Boston, die sich spontan einen Tag freinimmt, um Mutter und Tochter die Stadt zu zeigen, sie abzulenken und so weiter. Da ist keine höhere Macht, sondern reine Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft. 
Zudem, wenn Menschen bewusstlos sind oder im Koma liegen, verarbeiten sie meist das, was sie verinnerlicht haben- Annabel den Glauben. Daher sieht sie Gott. Bei noch unerforschten Krankheiten gibt es immer wieder Spontanheilungen, das ist nichts neues. 
Mir fehlte aber, wie sehr die Schwestern leiden, denn sie sind plötzlich egal- wie das bei schwerkranken Geschwistern oftmals ist- sie treten in den Hintergrund, die Mutter kümmert sich nur noch um das kranke Kind, was mir dann doch zu egoistisch war. Die anderen brauchten sie auch. Das musste aber alles der Vater, neben seiner Arbeit, noch managen. So ganz ohne bitteren Beigeschmack kommt das Buch nicht aus. Und man muss die Wunderheilung durch Gott schon nüchtern betrachten. 
Denn ansonsten würde ich die Autorin gerne einmal eines fragen- er rettet ihre Tochter und ein anderes kleines Mädchen, das Leukämie hat und, daß Annabel von Gott erzählt, ihr eine Kreuzkette schenkt, stirbt? Na, da ist doch der Haken. 
Fies war, daß Gemeindemitglieder die Mutter einmal fragen, ob sie wohl gesündigt hat, oder die kleine Annabel, vielleicht auch der Vater, weil das Kind so leiden muss- texanisches Kleinbürgergeisttum, nenne ich das mal. :)

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biographie, romanows

Meine Erinnerungen an die Zarenfamilie

Tatjana Botkin
Fester Einband: 463 Seiten
Erschienen bei Komet, 01.08.2006
ISBN 9783898365819
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe das Buch in der Erstfassung gelesen und wusste aber damals bereits, daß Tatjana Botkina die Tochter des Leibarztes der Zarenfamilie um Nikolaus II. war. Sie und ihr Bruder Gleb kannten die Zarenfamilie, waren aber nie fest mit ihnen befreundet. Es geht in dem Buch mehr um Tatjanas eigenes Leben. Ihr Vater folgte der Familie des letzten Zaren in den Tod, aus Treue und ahnte, daß es seinen Tod bedeuten würde (in Jekaterinburg). Seine Kinder waren locker in Kontakt mit der Zarenfamilie, wie es eben die Kinder der Bediensteten waren. Gleb zeichnete Fabeln für die Töchter und den Sohn, man traf sich bei besonderen Anlässen- aber man muss auch beachten, daß nach dem Tod der Zarenfamilie viele Menschen, die mit ihnen zutun hatten (mehr oder weniger) Bücher schrieben über sie. Und Botkina reiht sich darin ein. Dennoch präsentiert sie nichts wirklich bewegendes. Ihr eigenes Leben steht, wie gesagt, im Vordergrund und trägt das Buch. 

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Wenn Liebe meinem Herzen fehlt, fehlt mir die ganze Welt

Paul Sauer
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Verlag der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart, 31.10.2011
ISBN 9783791880365
Genre: Biografien

Rezension:

Wera oder Vera Konstantinowna, Großfürstin Romanow von Russland, spätere Herzogin von Württemberg wird hier sehr gut porträtiert. Allerdings ist es sicherlich schwer, sie als Kind genauestens zu beleuchten. Was man an der damals neunjährigen als "nervliches Leiden" beschrieb, war einfach ein unbändiger Lebenswille, Tatendrang, Unbeschwertheit und Wissensdurst, der einer angehenden jungen Dame nicht gut stand aus Elternsicht. Vera war ganz einfach nicht zu bändigen aus der Sicht ihrer Eltern. Sie war kein Mädchen, wie man es sich wünschte- ich würde es heute einfach als "lebendig" bezeichnen. Der Vater hatte eine Affäre, kümmerte sich kaum um die Kinder, die Mutter war überfordert, also schickte man Vera zu ihrer kinderlosen Tante nach Württemberg, Königin Olga, die sich der Kleinen liebevoll annahm. Mit viel Geduld drang sie zu dem Kind vor und dabei ließ sie Vera stets Vera sein. So wurde aus ihr eine liebevolle Mutter, engagierte soziale Wohltäterin, wobei sie sich auch vor einem sehr volksnahen Kontakt nicht scheute- offenherzig und stets offen für die Sorgen der einfachen Menschen. 
Die Liebe, die sie als Kind nicht erhielt in Russland, fand sie in Württemberg und das Buch ist eine Hommage an eine Frau, die frü verkannt wurde, aber in ihrem späteren Leben durchaus bemerkenswert agierte. 

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russland, romanows, geschichte, adelsgeschlecht, romanow

Die Romanows

Simon Sebag Montefiore , Gabriele Gockel , Sonja Schuhmacher , Barbara Steckhan
Fester Einband: 1.032 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 27.10.2016
ISBN 9783100506108
Genre: Biografien

Rezension:

Da ich mich nun schon seit fast 25 Jahren mit den Romanows und vor allem mit der letzten Zarenfamilie befasse, musste ich dieses Buch einfach lesen. Der Autor hat sehr gut recherchiert, doch manch einen könnten die tausend Seiten schon abschrecken. E. M. Almedingen hat vor vielen Jahren auch ein ähnliches Buch verfasst, wie bei Montefiore mit Hauptaugenmerk auf die letzte Zarenfamilie um Zar Nikolaus II.. Für mich gab es leider in dem Buch nur wenig Neues, die Bilder waren alle bekannt, da hätte man auch mal solche erfassen können, die eher unbekannt sind, finde ich. Keine königliche oder kaiserliche Familie kam ohne Skandale aus und die gab es natürlich auch bei den Romanows zuhauf. Wenn da also drinsteht, wie der und der Zar seinen "kleinen Freund" nannte- nicht tragisch, zudem man vor Jahren bei Christies die Liebesbriefe zwischen Katja Dolgoruki und dem Zaren Alexander II.  veröffentlicht und versteigert hat, die voller Pikanterien war- französische Koseformen für jedes erdenkliche Körperteil. Was auch sicher von einer tiefen Liebe zeugt. 
Ich würde dieses Buch von Montefiore jedem empfehlen, der Almedingens Buch nicht kennt und noch nicht viel über die Romanows weiß, dann bleibt es spannender. Ansonsten Hut ab vor dem Autoren für die Mühe und Recherchearbeit, die darin steckt. 

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hörbuch, erotik, die klavierlehrerin

Die Klavierlehrerin | Erotik Audio Story | Erotisches Hörbuch

Trinity Taylor , Magdalena Berlusconi , Magdalena Berlusconi
Audio CD: 1 Seiten
Erschienen bei blue panther books , 25.11.2010
ISBN 9783862770557
Genre: Romane

Rezension:

Die Idee ist nicht neu und doch ein Traum jedes heranwachsenden Pennälers- ich verführe meine Klavierlehrerin! Aber leider wirkt es doch platt und so gar nicht prickelnd...junger Mann lernt auf einem "alten" Schiff segeln und "sie hat Dinge gewusst"...sorry, war irgendwie nicht unterhaltsam.

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Yacht der Sünde | Erotik Audio Story | Erotisches Hörbuch

Laura Young , Irina von Bentheim
Audio CD: 1 Seiten
Erschienen bei blue panther books , 01.06.2015
ISBN 9783862772704
Genre: Romane

Rezension:

Die Story von der schönen reichen Gattin, die mit ihrem Göttergatten einen Segeltrip nach San Tropez macht und unterwegs von dem französischen jungen, knackigen Maat verführt wird...nun ja. Gelesen wieder von der deutschen Stimme von Carrie Bradshaw, Irina von Bentheim, kann das Hörbuch leider nicht punkten. Erstmal ist es völlig unlogisch, daß auf der Yacht der Ehemann nicht bemerkt, wie der Maat seine Perle angeht- reich und blöd, oder was?- und dann dieses französisch- deutsche Gerede des jungen Mannes- ach, isch bin verrückt nach Dir...nö, das kommt wirklich nicht echt rüber- zu klischeehaft. Laura Young kann durchaus gute Storys schreiben, auch mit Pfiff und Erotik, aber hier häufen sich die Platitüden wie bei einem Beate Uhse- Porno. "Holla, ich habe gehört, Sie haben ein Problem mit den Wasserrohren, da muss ich mal ein neues verlegen." Hüstel...kicher...meine Oma hätte das abgeschmackt genannt, und ja, sie hätte recht gehabt. :)

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wittelsbach, bayern, kronprinzessin, luxemburg

Antonia von Luxemburg

Jean L Schlim
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Langen-Müller, 01.02.2006
ISBN 9783784430485
Genre: Biografien

Rezension:

Antonia, Prinzessin von Luxemburg, ist leider geschichtlich oft in Vergessen geraten. Sie wurde als Tochter des Großherzogs Wilhelm IV. von Luxemburg geboren, als eine von sechs Töchtern. Ihre Kindheit soll sehr glücklich gewesen sein. Anfang der 20er Jahre verlobte sie sich mit dem Kronprinzen Rupprecht von Bayern. Seine Gattin Marie Gabriele war früh verstorben. Leider löste der Kronprinz die Verlobung erst wieder und die arme Antonia versank fast in ihrem Kummer. Schließlich heiratete man doch und die Ehe wurde durch 6 Kinder gekrönt. Prinzessin Irmingard, eine der Töchter Antonias, berichtet in ihrer Biografie von sehr liebevollen Eltern, einer schönen Kindheit. 1944 landete Antonia mit ihren Kindern im KZ, da der Kronprinz sich nicht den Nazis unterwerfen wollte. Er konnte sich entziehen, doch gerade diese Zeit im KZ zerstörte die Prinzessin. Nach knapp 10 Monaten befreite man die Familie im April 1945, aber Antonia starb bald darauf mit nur 54 Jahren. Schlim hat dieser wirklich hübschen und interessanten Frau ein Denkmal gewidmet, welches sich zu lesen lohnt- allein schon wegen der vielen Bilder aus ihrer Kindheit.

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