Leserpreis 2018

EsthersBuechers Bibliothek

38 Bücher, 18 Rezensionen

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If We Were Villains

M L Rio
Flexibler Einband
Erschienen bei TITAN PUBLISHING GROUP, 13.06.2017
ISBN 9781785656477
Genre: Sonstiges

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Meine Familie und andere Tiere

Gerald Durrell , Andree Hesse
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.11.2018
ISBN 9783492059176
Genre: Romane

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Traurige Moderne

Emmanuel Todd , Werner Damson , Enrico Heinemann
Fester Einband: 537 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 20.07.2018
ISBN 9783406724756
Genre: Sachbücher

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Gott der Barbaren

Stephan Thome
Fester Einband: 719 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.09.2018
ISBN 9783518428252
Genre: Romane

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Die Stadt, nicht lange danach

Pat Murphy
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 01.08.1994
ISBN 9783404241439
Genre: Science-Fiction

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Alexander von Humboldt

Rüdiger Schaper
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Siedler, 12.03.2018
ISBN 9783827500748
Genre: Biografien

Rezension:

2019 sind es 250 Jahre, dass Humboldt geboren wurde. Ein so wichtiges Jubiläum, dass das Jahr zum Alexander-von-Humboldt-Jahr erklärt wurde. Warum Humboldt nach all dieser Zeit noch immer eine so große Faszination auslöst, das stellt Rüdiger Schaper in dieser tollen Biographie deutlich dar.

"Wenige wissen viel über Alexander von Humboldt – und viele wissen wenig." (Seite 267)

Schaper will diesen Umstand mit seinem Buch ändern, auch wenn er weiß, dass es ein fast unmögliches Unterfangen ist, eine umfassende Biographie über Humboldt zu schreiben. Das Lebenswerk Humboldts ist bis heute nicht gänzlich aufgearbeitet, was nicht nur an der schieren Menge des Materials liegt, sondern auch daran, dass seine Hinterlassenschaft auf der Welt verteilt ist und nur zum Teil öffentlich zugänglich ist.

Trotzdem schafft er es, ein so weit wie möglich vollständiges Bild von Humboldt zu zeichnen, wobei er es auch nicht scheut, über das Privatleben Humboldts zu sprechen, ohne dabei effekthascherisch zu wirken. Was man diesem Buch anmerkt, ist die Leidenschaft, mit der Schaper an seinem Material gearbeitet hat. Als er darüber erzählt, wie er Humboldts original Tagebuch in den Händen gehalten hat, ist man sich als Leser sicher, dass es eins der wichtigsten Momente im Leben des Autors gewesen ist. Und als Leser kann man für einen Autor, der seinem Subjekt so hingebungsvoll nachgegangen ist, nur dankbar sein.

Das Buch bereitet sehr viel Leservergnügen, ist ausgesprochen informativ und enthält viele erinnerungswürdige Momente. So zum Beispiel den Teil über die Freundschaft zwischen den Humboldt Brüdern, Schiller und Goethe, oder die Geschichte des Aufstiegs auf den Chimborazo. Immer wieder finden sich Passagen darüber, wie wichtig die Menschenrechte für Humboldt waren, womit er seiner Zeit teilweise deutlich voraus war (und nicht nur damit). Die ergreifende Geschichte des Polen, den Humboldt in Russland getroffen hat, werde ich wohl nie vergessen und auch wenn ich „Black lives matter “ höre oder sehe, werde ich an Humboldt denken müssen.

Diese Biografie gehört zu den Highlights des Jahres, eine unbedingte Leseempfehlung.

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2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Frankenstein oder Der moderne Prometheus

Mary Shelley , Ursula Grawe , Christian Grawe , Christian Grawe
Flexibler Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Reclam, Philipp, 06.04.2018
ISBN 9783150205167
Genre: Klassiker

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Und was hat das mit mir zu tun?

Sacha Batthyany
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.02.2016
ISBN 9783462048315
Genre: Sachbücher

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Maya

Berthold Riese
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 18.09.2018
ISBN 9783406727245
Genre: Sachbücher

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Unterleuten

Juli Zeh
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 08.03.2016
ISBN 9783630874876
Genre: Romane

Rezension:

Unterleuten ist ein kleines Dorf in der Nähe von Berlin. Die Mehrheit der Einwohner lebt schon sein ganzes Leben hier, es sind aber nach der Wende viele in den Westen gegangen und auch die jüngeren Generationen suchen teilweise lieber woanders nach ihrem Glück. Dafür gibt es hier Zugezogene aus dem Westen, Großstädtler, die hier die romantische Idylle des Dorfes zu finden hoffen.

Nach der Wende gab es Gewinner und Verlierer, wer heute die Macht hat, scheint klar zu sein, auch wenn im Hintergrund ein ewiger Kampf zwischen den zwei gegnerischen Lagern stattfindet. Dieser Kampf bricht erst auf die Oberfläche, als Entwicklungspläne das Dorf erreichen (Windkraftanlagen sollen hier errichtet werden) und die unterschiedlichsten Interessen aufeinanderprallen. Niemand bleibt davon unberührt.

Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive der einzelnen Bewohner von Unterleuten, von Kapitel zu Kapitel springen wir zu einer weiteren Person, was oft auch das soeben Erzählte in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Dabei stellt man als Leser öfter mal fest, dass sich die Leute nur miteinander unterhalten sollten, damit könnten sie einige Misverständnisse aus dem Weg räumen. Wenn das tatsächlich ihr Zielt sein sollte: manche Einwohner halten seit Jahrzehnten an ihrem Hass fest, was wären sie ohne ihn?

Die Machtverteilung im Dorf, die Beziehungen sind nur ein Teil der Geschichte, wenn auch vielleicht ihr wichtigster. Daneben gibt es noch weitere Schichten, wie zum Beispiel die Errichtung von Windkraftanlagen und deren Auswirkung auf Land und Leute. Oder die Suche junger Menschen nach einem Leben außerhalb der Großstadt – wie können sie sich hier eingliedern, was passiert mit den alten Freundschaften?

Für all diese und andere Themen dient Unterleuten als Kulisse. Die Einwohner repräsentieren hier das kleine deutsche Dorf, das seit der Wende immer weiter schrumpft. Dadurch wirken sie teilweise auch klischeehaft, was aber mich zumindest beim Lesen nicht allzu gestört hat. Mein einziger größerer Kritikpunkt gilt dem Epilog, der aus meiner Sicht nichts zur Geschichte beigetragen hat, dem Schluss dafür aber einiges an Stärke weggenommen hat.

Wer also noch nichts von Juli Zeh gelesen hat, ist mit diesem Buch gut beraten (sollte aber auch Schilf lesen).

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Die Kinder der Zeit

Adrian Tchaikovsky , Birgit Herden
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.02.2018
ISBN 9783453318984
Genre: Science-Fiction

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Neujahr

Juli Zeh
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 10.09.2018
ISBN 9783630875729
Genre: Romane

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 3 Rezensionen

Die seltsamsten Orte der Antike

Martin Zimmermann , Lukas Wossagk
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 19.11.2018
ISBN 9783406727047
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dieses Buch hat mich bereits mit seinem Cover für sich gewonnen. Die farbfrohe Grafik erzählt fantastische Geschichten von unglaublichen Orten, und ich wollte diese Geschichten hören. Martin Zimmermann erzählt in seinem Buch dann tatsächlich ganz fantastische Geschichten, und bringt den Leser in eine Welt zurück, die uns heute teilweise sehr fremd wirkt, auch wenn sie unsere eigene Vergangenheit ist.

Worum geht es in diesem Buch? Der Autor, der Professor für Alte Geschichte an der LMU in München ist, erzählt von mythischen/mystischen Plätzen der Antike. Diese können Städte oder Gebäude sein, es ist aber auch möglich, dass es sie nie gegeben hat, und nur in unserer Fantasie existieren. Der Klappentext verspricht eine spannende wie unterhaltsame Expedition. Geführt werden wir dabei durch zehn Kapitel. Wir fangen – sehr passend – bei den Anfängen und Mittelpunkten der Welt an, besuchen danach Geisterstädte, Orte des Alltagslebens, des Liebens und des Todes, und am Ende sind wir – wiederum sehr passend – an den Enden der Welt.

Die einzelnen Kapitel beinhalten neben einer Einführung mehrere kurze Geschichten. Insofern der jeweilige Ort heute noch bekannt ist (und insofern es ihn tatsächlich gegeben hat), stehen am Anfang der Geschichten die genauen Koordinaten, sodass einem Besuch an dieser Orten nichts im Wege steht.

Zimmermanns Geschichten sind von Fakten gestützt, er bezieht sich dabei immer auf den aktuellen Stand der Forschung, wirkt dabei jedoch trotzdem selten trocken oder lehrerhaft. Er findet immer den Weg zu einer lebendigen Erzählung, als würden wir bei einem Glas Wein sitzen, und er einfach nur alte (sehr alte) Anekdoten zum Besten geben würde. Einige dieser Geschichten sind bekannt, die meisten haben sicherlich von den Hängenden Gärten Babylons gehört, und auch die Liebesgeschichte von Kleopatra und Mark Anton hat man etliche Male gelesen oder auf der Leinwand gesehen. Und bei der geschichte übder die Horatier sieht man das Gemälde Davids vor den geistigen Augen. Zimmermann erzählt aber diese Geschichten nicht nur, er ist unerbittlich dabei, den Wahrheitskern aufzudecken, wenn es denn einen gibt.

Mir haben am besten die Kapitel gefallen, in denen ich mehr über das Alltagsleben in der Antike erfahren habe. Es war eine mit heutigen Augen sehr grausame Welt, in der ich wahrscheinlich nicht mal fünf Minuten überlebt hätte. Aber zu Hause auf dem Sofa eingekuschelt über sie zu lesen? Jederzeit sehr gerne. Wie haben Menschen in der Antike geliebt? Wie kamen die Wildtiere in den römischen Zirkus? Hatten Latrinen damals tatsächlich keine Seitenwände?

Auf dieser Entdeckungsreise lässt es sich aber oft nicht vermeiden, über unsere aktuelle Welt zu sprechen. Etliche dieser spannenden Orte der Antike liegen heute in Gebieten, die durch Kriege zerstört oder unzugänglich sind. Dass dies nicht nur aus Sicht der Archäologie traurig ist, braucht wohl keine Erklärung. Trotzdem erinnert das daran, dass all die Grausamkeit längst vergangener Zeiten noch immer unter uns weilt. Wir erzahlen uns ständig Geschichten, manche erzählen wir Menschen uns seit Jahrtausenden. Schade nur, dass wir anscheinend nichts daraus lernen.

Aber streng genommen gehören diese Gedanken nicht zu diesem Buch. Es will nicht belehren, nicht nachdenklich stimmen, nur einen Einblick in eine Welt gewähren, die immer mehr verschwindet. An solchen Büchern sollte man festhalten, oder sie Freunden und Familie schenken.

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Walkaway

Cory Doctorow , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.06.2018
ISBN 9783453317932
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Der neue Roman von Cory Doctorow bringt uns in eine nicht allzu ferne Zukunft. Der Planet ist vom Klimawandel gezeichnet, manche Teile sind unbewohnbar, viele Flächen stehen unbewohnt und unbenutzt da. In den Städten, im „Default“ ist das Leben nicht einfach, außer man ist Mitglied der superreichen Minderheit, die alle Macht in der Hand hält. Alle anderen können nur schuften und darauf hoffen, dass die Arbeit ihnen oder ihren Kindern irgendwann mal eine bessere Zukunft ermöglicht. Aber meistens führen sie ein Leben ohne große Aussichten. Eine Möglichkeit für ein anderes Leben bietet der Walkaway.

Im Walkaway zu sein oder eine Walkaway zu sein heißt vereinfacht nur so viel, wie das Wort schon sagt: weggehen. Alles (Job, Wohnung, Freunde, Familie…) hinter sich lassen, und ein Leben außerhalb der Städte zu führen mit anderen Walkaways. Dank neuster 3D Drucktechnologie lässt sich nämlich alles nach einer Programmierung einfach herstellen, von den herkömmlichsten Alltagsgegenständen bis zu großen Häusern, die vielen Walkaways ein Heim bieten können.

Denn es gibt in dieser Welt alles im Überfluss. Im Default sorgen die Reichen, die „Zottas“ dafür, dass das Leben zu einem harten Kampf wird. Aber es wäre eigentlich gar nicht nötig, wenn jeder einfach seinen Beitrag leisten würde und so viel nehmen würde, wie er braucht. Im Walkaway funktioniert das Geben und Nehmen auf eine ganz natürliche Art und Weise. Manche leisten mehr, andere weniger, aber Leistungen werden im Walkaway nicht gemessen. Es gibt keinen Druck, keine Zwänge.

Es wäre die ideale Welt, würden die Zottas den Walkaway nicht als Bedrohung ihrer eigenen Existenz sehen. Und als im Walkaway dann auch noch eine bahnbrechende Entdeckung gemacht wird, sieht der Default die Zeit gekommen, die Walkaways endgültig aus dem Weg zu räumen.

Wir begleiten in diesem Buch mehrere Walkaways über viele Jahre hinweg, und erleben mit ihnen Freude, Glück, Leid und Tod. Denn obwohl der Walkaway mit seinen Hippie-Nerds eine Utopie verwirklicht, kehrt hier der Frieden selten für eine längere Zeit ein. Der Default kämpft gegen sie, und die Walkaways sehen sich immer wieder gezwungen, aufzustehen und wegzugehen.

Eine sehr interessante Grundidee bietet die Basis des Romans, es hapert jedoch an der Ausführung. Die ersten ca. 200 Seiten waren eine Qual, es lässt sich nicht beschönigen. Die Figuren verwickeln sich immer wieder in lange philosophische Streitgespräche, die sich unrealistisch anfühlen. Hier fühlt sich irgendwie jeder dazu angehalten, in einer alltäglichen Situation einen Vortrag zu halten. Später wird es dann besser, teilweise ist die Geschichte ausgesprochen spannend, trotzdem hatte ich das Gefühl, dass gerade die Teile, die wirklich interessant wären (wie ist das Leben längerfristig im Walkaway? kann diese Welt aufrechterhalten werden? woher kommt das viele Material für die 3D Drucker?) ausgespart werden oder nach einem Zeitsprung zusammenfassend erzählt werden.

Die Zeitsprünge und die Perspektivenwechsel erschweren auch die Entstehung einer Beziehung zu den Figuren. Da hilft es auch nicht, ganz im Gegenteil, dass im Walkaway alle einen neuen Namen aufnehmen, der ihre neue Identität repräsentieren soll, aber für mich zumindest sehr willkürlich gewirkt hat.

Mit seinen über 700 Seiten eine zum Teil anstrengende, zum Teil viel zu technische Lektüre. Die Idee hätte eine bessere Ausführung verdient, trotzdem bin ich froh, das Buch gelesen zu haben, weil es mir einige Denkanstöße gegeben hat. Ob der Walkaway tatsächlich funktionieren könnte? Er hat einige Parallelen zum Kommunismus, der nicht verwirklicht werden konnte. In einer Welt, in der tatsächlich alles im Überfluss ist (obwohl ich keine Ahnung habe, wie das möglich sein sollte), könnte der Walkaway eventuell funktionieren. Es stehen aber so viele Fragen dafür in der Luft, von denen Doctorow nur wenige beantworten konnte, dass ich keine reale Grundlage dafür sehe.

Dass der Default entstehen kann, das steht auf der anderen Seite wohl gar nicht zur Debatte. Umso wichtiger ist es, sich Gedanken darüber zu machen, wie man ihm entkommen kann.

Es ist eine bedingte Leseempfehlung, aber wer sich darüber Gedanken macht, in welche Richtung sich unsere Welt entwickelt und sich vor philosophischen Debatten nicht zurückschrecken lässt, der wird eventuell sogar seine Freude mit diesem Buch haben.

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207 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 101 Rezensionen

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Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht

Jessica Fellowes , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 04.09.2018
ISBN 9783866124523
Genre: Krimi und Thriller

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Die Bibel

Annette Großbongardt , Johannes Saltzwedel
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.11.2017
ISBN 9783328101918
Genre: Sachbücher

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Das Geheimnis der verlorenen Zeit

John Wray , Bernhard Robben
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.07.2018
ISBN 9783499270536
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch musste ich einfach lesen. Das war mir klar, als ich diesen Klappentext gelesen habe:

"Ein Gurkenfabrikant und Hobbyphysiker entdeckt das Geheimnis der Zeit – und der Zeitreise! Leider geht es gleich wieder verloren. Drei Generationen später forscht sein Urenkel Waldemar Tolliver dem Familiengeheimnis nach. So beginnt ein großer, turbulenter Roman, der vom Wien der Jahrhundertwende bis ins Manhattan der Gegenwart führt, von der ersten Dimension bis in die vierte."

Dann habe ich den Fehler gemacht, die Bewertungen zum Buch auf Goodreads zu lesen. Und die hatten es in sich. Für die einen war es das beste Buch, das sie je gelesen haben, ein Meisterwerk. Für die anderen ungenießbar, langweilig, sinnlos.

Immerhin wusste ich, dass die wenigsten neutral an diesem Buch vorbeigehen können, was in meinen Augen ein gutes Zeichen ist.

Das Buch setzt im Gegenwart ein, das jüngste Mitglied der Familie Tolliver, Waldemar, sitzt in einer Zeitblase fest und nutzt seine nun nicht mehr voranschreitende Zeit dafür, seiner angebeteten Mrs. Haven seine Familiengeschichte zu erzählen – das ist das Buch, das wir in der Hand halten.

Und diese Familienchronik hat es wirklich in sich. Wie man bereits aus dem Klappentext erfährt, hat der Urgroßvater eine unglaubliche physikalische Entdeckung gemacht, die aber gleich darauf verloren gegangen ist. Zunächst machen sich seine Söhne auf die Suche nach der Lösung. Anfang des 20. Jahrhunderts verlassen beide das tschechiche Znojmo (und übrigens auch ihre Mutter), um in Wien Physik zu studieren. Über die Jahre entfernen sich die Brüder immer mehr voneinander. Kaspar distanziert sich von ihrer Forschung, während Waldemar immer fanatischer wird und letztendlich in der Nazizeit die Gelegenheit bekommt, seine Experimente an Menschen durchzuführen.

Dass unser Erzähler ebenfalls Waldemar heißt, ist kein Zufall. Für ihn heißt es, dass er den Kriegsverbrecher der Familie, der ja eigentlich schon längst tot ist, für immer erledigen muss. Wie er das bewerkstelligen soll, ist ihm aber unklar – er wird aber seine Gelegenheit bekommen.

Die Geschwister von Waldemars Vater, die Zwillinge Enzian und Gentian haben auch große Pläne, aber diese sind weniger durschaubar und werden erst am Ende des Buches klar. Waldemars Vater, Orson, will sich, ähnlich wie schon sein Vater, Kaspar, vom Familiengeheimnis loslösen.

Neben der Geschichte seine Familie und ihrer Suche nach dem Geheimnis des Urgroßvaters erzählt Waldemar auch über seine unglückliche Liebe zu Mrs. Haven.

Es gibt im Roman also viele Figuren, viele Erzählstränge, und allein schon die Tatsache, dass Wray keinen dieser Bälle auf den Boden fallen lässt, ist schon eine Kunst. Dabei sind Geschichte und Figuren nie langweilig, allerdings auch nie ganz dreidimensional. Die allesamt sonderbaren Namen machen es auch schwer, die Personen nicht als Figuren eines Romans wahrzunehmen. So wird zum Beispiel die Mutter, die eigentlich Ursula heißt, Kraut genannt (warum nur?), dann gibt es eine Person, die Nayagünem Menügayan heißt, die große Liebe wird fast nie anders, als Mrs. Haven genannt und die Reihe ließe sich noch fortsetzen.

Wenn man aber so viel Murakami gelesen hat, wie ich, kommt man doch recht gut mit unglaublichen Figuren und Wendungen zurecht. Wir sind in Wien und in New York, in bekannter Umgebung, aber wir sind auch fähig in der Zeit zu reisen, und dafür müssen wir uns nur in eine Holzkiste setzen? Warum auch nicht?

Trotzdem bin ich am Ende doch etwas unschlüssig mit meiner Bewertung. Ich fand das Buch nie langweilig, es konnte mich aber auch nicht so sehr hinreißen, dass ich es für das beste Buch halten würde, das ich je gelesen habe. Es gab viele sehr interessante Ideen (zum Beispiel die mit dem Vater, der aus einem Sci-Fi Autor zum Gründer einer Sekte wird), ich konnte aber gerade mit unserem Erzähler nicht so richtig warm werden.

Ich kann mir durchaus vorstellen, das Buch in einigen Jahren noch einmal zu lesen, in der Hoffnung, dass es sich mir dann besser erschließt. Und kann es jedem gerne empfehlen, der nicht davor zurückschreckt, über eine Familie zu lesen, deren Mitglieder allesamt entweder unglaublich genial oder völlig verrückt waren.


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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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Das Schiff

Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.06.2018
ISBN 9783492281683
Genre: Science-Fiction

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1177 v.Chr.

Eric H. Cline , Cornelius Hartz , Hermann Parzinger
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), 01.06.2018
ISBN 9783806237825
Genre: Sachbücher

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Der dunkle Wald

Cixin Liu , Karin Betz
Flexibler Einband: 816 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.03.2018
ISBN 9783453317659
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Als ich über den ersten Band der Trisolaris-Trilogie „Die drei Sonnen“ geschrieben habe, war ich nicht sonderlich begeistert. Und auch wenn mir viele Aspekte der Geschichte zugesagt haben, schloss ich meine Rezension mit diesem Satz:

Dies ist der erste Teil der Trisolaris-Trilogie, ich bin mir aber noch nicht sicher, ob ich die zwei weiteren Bücher lesen werde.

Nun stehe ich hier, habe Band 2 der Trilogie beendet… und kann kaum erwarten, endlich den dritten Band in der Hand zu halten. Wie ist es dazu gekommen?

Die Geschichte hat mich nicht losgelassen. Ich habe über die Monate gemerkt, dass ich in Gedanken immer wieder dazu zurückkehre, dass ich den Planeten der Trisolarier nicht vergessen kann und in Gesprächen gerne darüber erzähle. Trotzdem war ich unsicher, was die Fortsetzung anging, und deshalb habe ich mich nach langem hin und her dazu entschlossen, in diesem Fall es mit der Hörbuchfassung zu versuchen. Ich habe bis jetzt nie Hörbücher gehört, es war also eine gewagte Entscheidung, die letztendlich aber doch den letzten Schub gab.

Sobald ich das Hörbuch angefangen habe, hatte ich das Gefühl, hier einem anderen Schriftsteller zu begegnen, als in Die drei Sonnen. Das kann zwar auch an der Stimme von Mark Bremer liegen, die sich jeder neuen Person angepasst hat, sodass ich die Figuren vor meinen Augen sah – eine ungeheure schauspielerische Leistung! Allerdings denke ich auch, dass Cixin Liu sich in diesem Roman von seiner lyrischeren Seite zeigt. Gleich die allererste Szene, die auf einem Friedhof spielt und aus der Sicht einer Ameise erzählt wird, ist einfach genial. Wie auch die längere Geschichte über die Traumfrau von Luo Ji.

Bald musste ich allerdings feststellen, dass Hörbücher nicht so recht für mich sind, außer ich kann gerade tatsächlich nichts anderes machen, als den Kopfhörer auszusetzen und mir etwas anzuhören. Sonst ist mir das einfach zu passiv. So musste also auch das Buch her – und damit entstand ein ganz sonderbares aber auf jeden Fall gutes Leseerlebnis, wo ich teils parallel das Hörbuch gehört und das Buch gelesen habe, teils nur das Hörbuch unterwegs gehört habe, um dann abends das Lesen im Buch fortzusetzen. Und bei einem Buch, das man nicht aus der Hand legen kann, ist das wahrscheinlich das Maximum, das man erreichen kann: immer in jeder Situation die Möglichkeit zu haben, weiterzulesen.

Das alleine wäre schon ein Erlebnis, das ich nie vergesse, aber die Hauptrolle spielt natürlich auch weiterhin der Roman von Cixin Liu, der für mich ab sofort zu den besten der Science-Fiction gehört. Ich bin mit der Foundation-Trilogie (plus den weiteren Bänden) von Asimov aufgewachsen, und das ist für mich der Gipfel dieses Genres. Cixin Liu hat hier etwas geschafft, das in der gleichen Liga spielt.

Im ersten Teil haben wir von der Existenz der Trisolarier erfahren und auch sie über die Existenz der Erde. Da das Leben auf Trisolaris dank den drei Sonnen nie langfristig bestehen bleiben kann, sehen die Trisolarier in der Erde die Lösung: auf diesem Planeten könnten sie endlich immer in einem stabilen Zeitalter leben. Die Menschen? Die muss man dafür natürlich auslöschen. Also schicken die Trisolarier tausend Raumschiffe los, die in vierhundert Jahren die Erde erreichen und hier jedes Leben auslöschen.

Die Geschichte setzt an diesem Punkt ein. Was kann die Erde in 400 Jahren tun, um den Planeten zu retten, wo doch die Trisolarier jede Entwicklung in der theoretischen Physik unmöglich gemacht haben? Haben die Trisolarier einen Schwachpunkt, den die Menschen ausnutzen könnten? Und kann man unter diesen Umständen überhaupt daran glauben, dass die Menschheit gegen so einen überlegenen Feind eine Chance hat?

Das Buch erzählt über eine Zeitspanne von ein paar hundert Jahren, wie die Menschheit diese Fragen beantwortet, oder zumindest zu beantworten versucht. Die Technik des Kälteschlafs ermöglicht es den Menschen, sich in die Zukunft zu „schicken“, wodurch Ideen und Ideologien in eine sich unter den außergewöhnlichen Umständen immer mehr verändernde menschliche Gesellschaft retten lassen. Es ist aber gar nicht so einfach, mit dem Wissen zu leben, dass in vierhundert Jahren alles menschliche Leben vorbei sein kann. Manche versuchen weiterhin ihr unbekümmertes Leben zu leben, andere sind völlig verzweifelt, wiederum andere glauben nicht an der Gefahr, und viele denken, dass dieses Problem nicht sie, sondern die Menschen der Zukunft betrifft. Die Trisolarier haben auch hier weiterhin ihre Anhänger, die die Invasion unterstützen und für die Menschheit keine Zukunft mehr sehen.

Cixin Liu zeigt in diesem Roman viel Phantasie, eine wunderschöne Sprache, und die Fähigkeit, unvergessliche Charaktere zu zeichnen (letzteres habe ich im ersten Teil besonders vermisst). Ich bin sehr froh, meine Zweifeln nach dem ersten Band überwunden zu haben, dieses Buch ist definitiv eins der großen Highlights meines Lesejahres.

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Der Tote in der Kapelle

Elizabeth Edmondson , Peter Beyer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.02.2018
ISBN 9783442486120
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als ich vor einigen Monaten die Rezension bei Frau Lehmann gelesen habe, habe ich mir sofort eine mentale Notiz angelegt: dieses Buch muss ich lesen! Es hat alles, was ich in einem Krimi gerne habe, also musste es her. Was mich dabei angesprochen hat? Bereits das Cover fand ich wunderschön, noch mehr aber hat mir gefallen, dass es hier um einen typischen britischen Krimi ging, der im dörflichen England spielt.

Als ich das Buch dann endlich in den Händen hielt, packte ich es sofort für den Urlaub ein, in der Hoffnung, dass es mir gute Unterhaltung bieten wird. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Elizabeth Edmondson erzählt die Geschichte eines Mordes und seiner Aufdeckung im klassischen Still englischer Kriminalromane, bleibt dabei aber kein einfacher Nachahmer Agathe Christies, sondern schafft glaubhafte Szenerien und Figuren.

Die Geschichte spielt im England der Nachkriegszeit, 1953. Vor sieben Jahren ist der Earl von Selchester an einem stürmischen Winterabend spurlos verschwunden. Nun wird bei Reparaturarbeiten ein Skelett in der alten Kapelle von Selchester Castle entdeckt, und bald steht fest, dass es sich dabei um die sterblichen Überreste des Earls handelt. Und da er sich wohl nach seinem Ableben nicht selber vergraben hat, muss es sich zwangsläufig um Mord handeln.

Die Polizei findet schnell den Sündenbock im inzwischen ebenfalls verstorbenen Sohn des Earls, und der Fall wäre damit auch schon abgeschlossen, wäre da nicht Hugo Hawksworth, der Geheimagent, der sich nach einer Verletzung widerwillig mit einem Schreibtischjob anfreunden muss. Es kommt dem jungen Mann ganz gelegen, sich mit dem geheimnisvollen Mordfall zu beschäftigen, kommt ihm doch sein neues, langweiliges Leben im Dorf von Selchester als unerträglich vor. Dass er dabei auch die Nichte des Earls, Freya besser kennenlernen kann, ist natürlich auch kein Nachteil.

Edmondson verbringt viel Zeit damit, uns die Einwohner des Dorfes vorzustellen, sodass der Leser sich zusammen mit Hugo immer einheimischer fühlt. Es entstehen dabei lebendige, interessante Figuren, die wohl alle ihre Geheimnisse haben. Miss Marple hätte sich hier sicherlich in ihrem Element gefühlt. Eine schöne und respektvolle Geste von Edmondson ist übrigens die Erwähnung des zu der Zeit, in der der Roman spielt, neuen Romans von Christie, der gerade in den Buchladen des Dorfes geliefert wird.

Das Buch dient als Auftakt zu weiteren Kriminalromanen rund um Hugo Hawksworth und Selchester. Das zweite Buch (Mord auf Selchester Castle)erscheint in deutscher Übersetzung 2019 beim Goldmann Verlag. Es gibt auch ein drittes Buch (A Matter of Loyalty), allerdings konnte dieses nicht mehr von Elizabeth Edmondson fertiggestellt werden, da sie 2016 unerwartet verstarb. Das Buch wurde anhand Notizen der Autorin von Anselm Audsley geschrieben, sodass die auch ursprünglich als eine aus drei Büchern bestehende Serie abgeschlossen werden konnte.

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Geheimkommando Zenica

Alistair MacLean
Flexibler Einband: 356 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.07.2018
ISBN 9783959671996
Genre: Romane

Rezension:

Wenn es um Abenteuerromane geht, die im Zweiten Weltkrieg spielen, ist Alistair MacLeans Name der erste, der mir einfällt. Es gab eine Zeit, wo ich seine Bücher verschlungen habe, sie waren immer spannend, es gab reichlich gefährliche Situationen, bei denen viele ihr Leben verloren, die Geschichten endeten aber immer mit einer positiven Note. Seine Helden waren zwar nicht unverwundbar, aber dem Gegner immer einen Schritt voraus. Mein Lieblingsbuch war Die Kanonen von Navarone, das mit Gregory Peck in der Hauptrolle sehr erfolgreich verfilmt wurde.
Geheimkommando Zenica ist eine Fortsetzung dieser Geschichte (und wurde übrigens auch verfilmt, mit Harrison Ford in der Hauptrolle), die Helden dieses Romans sind wieder Mallory, Miller und Andrea. Der Roman setzt direkt dort an, wo der andere geendet hat, es ist kaum Zeit vergangen – Mallory und Miller haben sich soeben von Andrea verabschiedet, schon müssen sie ihm nachlaufen, denn ein neuer und natürlich sehr dringender Auftrag erwartet sie alle drei.
Wenn man Die Kanonen von Navarone noch nicht oder vor längerer Zeit gelesen hat, ist dieser in medias res Anfang ein wenig verwirrend. Wer sind Mallory, Miller und Andrea? Klar, sie sind die Helden, aber wie lange kennen sie sich? Was sind ihre Stärken und Schwächen? Warum sind gerade sie so wichtig für diesen geheimen Auftrag, dass sie sich nicht einmal ausschlafen dürfen, bevor es wieder los geht?
Nach und nach lernt man jedoch die Charaktere kennen, die Story bleibt aber trotzdem auch weiterhin etwas wirr. Der Auftrag ist unklar, es ist von Anfang an eindeutig, dass weder uns, noch allen Teilnehmern der Expedition alle Details verraten wurden. Es gibt sehr viele Personen, die man sich nur schwer merken kann (vor allem, wenn dem Leser auch die drei Helden noch quasi neu sind). Die drei „Alten” werden von drei „Jungen” auf die geheime Mission begleitet (Reynolds, Groves und Saunders), dann ist da noch ein Colonel Vukalovic, dessen Rolle anfangs nicht ganz klar ist – hier ist es zumindest in der von mir gelesenen Kindle Version sehr störend, dass die Erzählperspektive ohne Überleitung von einem Satz zum nächsten mal bei Vukalovic, mal bei Mallory ist. Das kommt aber zum Glück nicht sehr oft vor. Dann haben wir noch Maria und Petar, d.h. teilweise folgen wir einer Gruppe von acht Personen, und dazu kommen noch weitere Figuren auf Seiten der Deutschen, Alliierten, Partisanen und Tschetniks. Ganz schön viel für einen gar nicht so langen Roman.
Hat man aber einmal diese Hürden überwunden, kann man sich auf die Geschichte konzentrieren, und die ist ganz gut. Man weiß nicht immer, wem man vertrauen kann, und nicht nur der Leser ist in dieser Hinsicht verunsichert, auch die Figuren wissen nicht immer, wer auf welcher Seite steht. Je näher wir zur Auflösung der geheimen Mission kommen, umso spannender wird der Roman. Am Ende konnte ich ihn nicht mehr aus der Hand legen, und mehr kann man von einem Kriegs-/Abenteuerroman nicht erwarten. Für alle, die Bücher dieses Genres mögen und aus irgendeinem Grund dieses Buch noch nicht gelesen haben (oder so wie ich sich nicht mehr an die Details erinnern), kann ich es gerne empfehlen, Einsteiger sollten aber lieber mit dem Klassiker, Die Kanonen von Navarone anfangen.

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Der Stammhalter

Alexander Münninghoff , Andreas Ecke
Fester Einband: 334 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 10.12.2018
ISBN 9783406727320
Genre: Biografien

Rezension:

Laut Untertitel erzählt Alexander Münninghoff den Roman einer Familie, es geht jedoch um seine eigene Familie und die Geschichte hört sich nicht nach einem Roman an, eher nach einer Autobiographie (und laut Klappentext geht es tatsächlich um eine wahre Geschichte). Trotzdem fehlt es in dieser sich über drei Generationen spannende Geschichte aus dem 20. Jahrhundert nicht an romanhaften Schicksalen. In dieser Familie dreht sich alles um Geld geht und um Rollen, die die Familienmitglieder spielen müssen. Nur der Liebe wird keine Rolle zuteil.

Alexander Münninghoffs Großvater war ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann. In den Niederlanden geboren und aufgewachsen, verschlug es ihn 1917 nach Riga, wo er heiratete und sich niederließ. Er ist hier zu einem der reichsten Männer geworden. Seinen Erstgeborenen schickte er in den Niederlanden zur Schule, der hatte jedoch nichts für die Niederländer übrig. Er fühlte sich eher Deutschland und Russland verbunden.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, rettete der alte Münninghoff Familie und Habseligkeiten in die Niederlande, Frans, sein ältester Sohn sah jedoch die Zeit gekommen, sich endlich von der Familie abzusetzen und sich denen anzuschließen, die er bewunderte. Er trat trotz aller Versuche seiner Familie, ihn davon abzuhalten, der Waffen-SS bei.

Diese Entscheidung trieb eine tiefe Kluft zwischen ihn und seinen Vater, und der Krieg entfremdete ihn schließlich nicht nur von seinen Eltern und Geschwistern, sondern auch von seiner Frau und seinem kleinen Sohn. Die Wunden konnten nie wieder geheilt werden. Also musste sich der alte Münninghoff nach einem neuen „Stammhalter“ umsehen, den er in seinem Enkel, Alexander Münninghoff fand.

Der Enkel muss eine Lücke füllen, koste es, was es wolle. Die Familienmitglieder sind dabei Spielfiguren eines Brettspiels, dessen Regeln vom Großvater geschrieben werden. Dass dabei zum Beispiel ein Kind von seiner Mutter rücksichtslos getrennt wird, entspricht in diesem makabren Spiel den Regeln. Der Großvater stellt die Figuren nach seinem Belieben um, so wie es seinen Vorstellungen entspricht. Während Frans dagegen noch rebellieren konnte, kann Alexander sich nur fügen.

Es ist eine teilweise sehr herzzerreißende Geschichte, die von Alexander Münninghoff aber sehr distanziert erzählt wird. Anders wäre es wahrscheinlich gar nicht möglich gewesen, über diese Kindheit zu erzählen, das Ganze aufzuarbeiten. Trotz dieser Distanziertheit kann man dieses Buch nicht lesen, ohne mitgerissen zu werden und tiefstes Mitgefühl für Münninghoff zu empfinden. Diese Diskrepanz zwischen Erzählstil und Geschehen macht dieses Buch zu einem besonderen Erlebnis, das noch lange nachwirkt.

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Der letzte Zar

György Dalos , Elsbeth Zylla
Fester Einband: 231 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 23.11.2017
ISBN 9783406713675
Genre: Biografien

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Kranichland

Anja Baumheier
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 13.03.2018
ISBN 9783805200219
Genre: Romane

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