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Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht

Jessica Fellowes , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 04.09.2018
ISBN 9783866124523
Genre: Romane

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Die Bibel

Annette Großbongardt , Johannes Saltzwedel
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 13.11.2017
ISBN 9783328101918
Genre: Sachbücher

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Das Geheimnis der verlorenen Zeit

John Wray , Bernhard Robben
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.07.2018
ISBN 9783499270536
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch musste ich einfach lesen. Das war mir klar, als ich diesen Klappentext gelesen habe:

"Ein Gurkenfabrikant und Hobbyphysiker entdeckt das Geheimnis der Zeit – und der Zeitreise! Leider geht es gleich wieder verloren. Drei Generationen später forscht sein Urenkel Waldemar Tolliver dem Familiengeheimnis nach. So beginnt ein großer, turbulenter Roman, der vom Wien der Jahrhundertwende bis ins Manhattan der Gegenwart führt, von der ersten Dimension bis in die vierte."

Dann habe ich den Fehler gemacht, die Bewertungen zum Buch auf Goodreads zu lesen. Und die hatten es in sich. Für die einen war es das beste Buch, das sie je gelesen haben, ein Meisterwerk. Für die anderen ungenießbar, langweilig, sinnlos.

Immerhin wusste ich, dass die wenigsten neutral an diesem Buch vorbeigehen können, was in meinen Augen ein gutes Zeichen ist.

Das Buch setzt im Gegenwart ein, das jüngste Mitglied der Familie Tolliver, Waldemar, sitzt in einer Zeitblase fest und nutzt seine nun nicht mehr voranschreitende Zeit dafür, seiner angebeteten Mrs. Haven seine Familiengeschichte zu erzählen – das ist das Buch, das wir in der Hand halten.

Und diese Familienchronik hat es wirklich in sich. Wie man bereits aus dem Klappentext erfährt, hat der Urgroßvater eine unglaubliche physikalische Entdeckung gemacht, die aber gleich darauf verloren gegangen ist. Zunächst machen sich seine Söhne auf die Suche nach der Lösung. Anfang des 20. Jahrhunderts verlassen beide das tschechiche Znojmo (und übrigens auch ihre Mutter), um in Wien Physik zu studieren. Über die Jahre entfernen sich die Brüder immer mehr voneinander. Kaspar distanziert sich von ihrer Forschung, während Waldemar immer fanatischer wird und letztendlich in der Nazizeit die Gelegenheit bekommt, seine Experimente an Menschen durchzuführen.

Dass unser Erzähler ebenfalls Waldemar heißt, ist kein Zufall. Für ihn heißt es, dass er den Kriegsverbrecher der Familie, der ja eigentlich schon längst tot ist, für immer erledigen muss. Wie er das bewerkstelligen soll, ist ihm aber unklar – er wird aber seine Gelegenheit bekommen.

Die Geschwister von Waldemars Vater, die Zwillinge Enzian und Gentian haben auch große Pläne, aber diese sind weniger durschaubar und werden erst am Ende des Buches klar. Waldemars Vater, Orson, will sich, ähnlich wie schon sein Vater, Kaspar, vom Familiengeheimnis loslösen.

Neben der Geschichte seine Familie und ihrer Suche nach dem Geheimnis des Urgroßvaters erzählt Waldemar auch über seine unglückliche Liebe zu Mrs. Haven.

Es gibt im Roman also viele Figuren, viele Erzählstränge, und allein schon die Tatsache, dass Wray keinen dieser Bälle auf den Boden fallen lässt, ist schon eine Kunst. Dabei sind Geschichte und Figuren nie langweilig, allerdings auch nie ganz dreidimensional. Die allesamt sonderbaren Namen machen es auch schwer, die Personen nicht als Figuren eines Romans wahrzunehmen. So wird zum Beispiel die Mutter, die eigentlich Ursula heißt, Kraut genannt (warum nur?), dann gibt es eine Person, die Nayagünem Menügayan heißt, die große Liebe wird fast nie anders, als Mrs. Haven genannt und die Reihe ließe sich noch fortsetzen.

Wenn man aber so viel Murakami gelesen hat, wie ich, kommt man doch recht gut mit unglaublichen Figuren und Wendungen zurecht. Wir sind in Wien und in New York, in bekannter Umgebung, aber wir sind auch fähig in der Zeit zu reisen, und dafür müssen wir uns nur in eine Holzkiste setzen? Warum auch nicht?

Trotzdem bin ich am Ende doch etwas unschlüssig mit meiner Bewertung. Ich fand das Buch nie langweilig, es konnte mich aber auch nicht so sehr hinreißen, dass ich es für das beste Buch halten würde, das ich je gelesen habe. Es gab viele sehr interessante Ideen (zum Beispiel die mit dem Vater, der aus einem Sci-Fi Autor zum Gründer einer Sekte wird), ich konnte aber gerade mit unserem Erzähler nicht so richtig warm werden.

Ich kann mir durchaus vorstellen, das Buch in einigen Jahren noch einmal zu lesen, in der Hoffnung, dass es sich mir dann besser erschließt. Und kann es jedem gerne empfehlen, der nicht davor zurückschreckt, über eine Familie zu lesen, deren Mitglieder allesamt entweder unglaublich genial oder völlig verrückt waren.


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Das Schiff

Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.06.2018
ISBN 9783492281683
Genre: Science-Fiction

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1177 v.Chr.

Eric H. Cline , Cornelius Hartz , Hermann Parzinger
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), 01.06.2018
ISBN 9783806237825
Genre: Sachbücher

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Der dunkle Wald

Cixin Liu , Karin Betz
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.03.2018
ISBN 9783453317659
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Als ich über den ersten Band der Trisolaris-Trilogie „Die drei Sonnen“ geschrieben habe, war ich nicht sonderlich begeistert. Und auch wenn mir viele Aspekte der Geschichte zugesagt haben, schloss ich meine Rezension mit diesem Satz:

Dies ist der erste Teil der Trisolaris-Trilogie, ich bin mir aber noch nicht sicher, ob ich die zwei weiteren Bücher lesen werde.

Nun stehe ich hier, habe Band 2 der Trilogie beendet… und kann kaum erwarten, endlich den dritten Band in der Hand zu halten. Wie ist es dazu gekommen?

Die Geschichte hat mich nicht losgelassen. Ich habe über die Monate gemerkt, dass ich in Gedanken immer wieder dazu zurückkehre, dass ich den Planeten der Trisolarier nicht vergessen kann und in Gesprächen gerne darüber erzähle. Trotzdem war ich unsicher, was die Fortsetzung anging, und deshalb habe ich mich nach langem hin und her dazu entschlossen, in diesem Fall es mit der Hörbuchfassung zu versuchen. Ich habe bis jetzt nie Hörbücher gehört, es war also eine gewagte Entscheidung, die letztendlich aber doch den letzten Schub gab.

Sobald ich das Hörbuch angefangen habe, hatte ich das Gefühl, hier einem anderen Schriftsteller zu begegnen, als in Die drei Sonnen. Das kann zwar auch an der Stimme von Mark Bremer liegen, die sich jeder neuen Person angepasst hat, sodass ich die Figuren vor meinen Augen sah – eine ungeheure schauspielerische Leistung! Allerdings denke ich auch, dass Cixin Liu sich in diesem Roman von seiner lyrischeren Seite zeigt. Gleich die allererste Szene, die auf einem Friedhof spielt und aus der Sicht einer Ameise erzählt wird, ist einfach genial. Wie auch die längere Geschichte über die Traumfrau von Luo Ji.

Bald musste ich allerdings feststellen, dass Hörbücher nicht so recht für mich sind, außer ich kann gerade tatsächlich nichts anderes machen, als den Kopfhörer auszusetzen und mir etwas anzuhören. Sonst ist mir das einfach zu passiv. So musste also auch das Buch her – und damit entstand ein ganz sonderbares aber auf jeden Fall gutes Leseerlebnis, wo ich teils parallel das Hörbuch gehört und das Buch gelesen habe, teils nur das Hörbuch unterwegs gehört habe, um dann abends das Lesen im Buch fortzusetzen. Und bei einem Buch, das man nicht aus der Hand legen kann, ist das wahrscheinlich das Maximum, das man erreichen kann: immer in jeder Situation die Möglichkeit zu haben, weiterzulesen.

Das alleine wäre schon ein Erlebnis, das ich nie vergesse, aber die Hauptrolle spielt natürlich auch weiterhin der Roman von Cixin Liu, der für mich ab sofort zu den besten der Science-Fiction gehört. Ich bin mit der Foundation-Trilogie (plus den weiteren Bänden) von Asimov aufgewachsen, und das ist für mich der Gipfel dieses Genres. Cixin Liu hat hier etwas geschafft, das in der gleichen Liga spielt.

Im ersten Teil haben wir von der Existenz der Trisolarier erfahren und auch sie über die Existenz der Erde. Da das Leben auf Trisolaris dank den drei Sonnen nie langfristig bestehen bleiben kann, sehen die Trisolarier in der Erde die Lösung: auf diesem Planeten könnten sie endlich immer in einem stabilen Zeitalter leben. Die Menschen? Die muss man dafür natürlich auslöschen. Also schicken die Trisolarier tausend Raumschiffe los, die in vierhundert Jahren die Erde erreichen und hier jedes Leben auslöschen.

Die Geschichte setzt an diesem Punkt ein. Was kann die Erde in 400 Jahren tun, um den Planeten zu retten, wo doch die Trisolarier jede Entwicklung in der theoretischen Physik unmöglich gemacht haben? Haben die Trisolarier einen Schwachpunkt, den die Menschen ausnutzen könnten? Und kann man unter diesen Umständen überhaupt daran glauben, dass die Menschheit gegen so einen überlegenen Feind eine Chance hat?

Das Buch erzählt über eine Zeitspanne von ein paar hundert Jahren, wie die Menschheit diese Fragen beantwortet, oder zumindest zu beantworten versucht. Die Technik des Kälteschlafs ermöglicht es den Menschen, sich in die Zukunft zu „schicken“, wodurch Ideen und Ideologien in eine sich unter den außergewöhnlichen Umständen immer mehr verändernde menschliche Gesellschaft retten lassen. Es ist aber gar nicht so einfach, mit dem Wissen zu leben, dass in vierhundert Jahren alles menschliche Leben vorbei sein kann. Manche versuchen weiterhin ihr unbekümmertes Leben zu leben, andere sind völlig verzweifelt, wiederum andere glauben nicht an der Gefahr, und viele denken, dass dieses Problem nicht sie, sondern die Menschen der Zukunft betrifft. Die Trisolarier haben auch hier weiterhin ihre Anhänger, die die Invasion unterstützen und für die Menschheit keine Zukunft mehr sehen.

Cixin Liu zeigt in diesem Roman viel Phantasie, eine wunderschöne Sprache, und die Fähigkeit, unvergessliche Charaktere zu zeichnen (letzteres habe ich im ersten Teil besonders vermisst). Ich bin sehr froh, meine Zweifeln nach dem ersten Band überwunden zu haben, dieses Buch ist definitiv eins der großen Highlights meines Lesejahres.

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Der Tote in der Kapelle

Elizabeth Edmondson , Peter Beyer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.02.2018
ISBN 9783442486120
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als ich vor einigen Monaten die Rezension bei Frau Lehmann gelesen habe, habe ich mir sofort eine mentale Notiz angelegt: dieses Buch muss ich lesen! Es hat alles, was ich in einem Krimi gerne habe, also musste es her. Was mich dabei angesprochen hat? Bereits das Cover fand ich wunderschön, noch mehr aber hat mir gefallen, dass es hier um einen typischen britischen Krimi ging, der im dörflichen England spielt.

Als ich das Buch dann endlich in den Händen hielt, packte ich es sofort für den Urlaub ein, in der Hoffnung, dass es mir gute Unterhaltung bieten wird. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Elizabeth Edmondson erzählt die Geschichte eines Mordes und seiner Aufdeckung im klassischen Still englischer Kriminalromane, bleibt dabei aber kein einfacher Nachahmer Agathe Christies, sondern schafft glaubhafte Szenerien und Figuren.

Die Geschichte spielt im England der Nachkriegszeit, 1953. Vor sieben Jahren ist der Earl von Selchester an einem stürmischen Winterabend spurlos verschwunden. Nun wird bei Reparaturarbeiten ein Skelett in der alten Kapelle von Selchester Castle entdeckt, und bald steht fest, dass es sich dabei um die sterblichen Überreste des Earls handelt. Und da er sich wohl nach seinem Ableben nicht selber vergraben hat, muss es sich zwangsläufig um Mord handeln.

Die Polizei findet schnell den Sündenbock im inzwischen ebenfalls verstorbenen Sohn des Earls, und der Fall wäre damit auch schon abgeschlossen, wäre da nicht Hugo Hawksworth, der Geheimagent, der sich nach einer Verletzung widerwillig mit einem Schreibtischjob anfreunden muss. Es kommt dem jungen Mann ganz gelegen, sich mit dem geheimnisvollen Mordfall zu beschäftigen, kommt ihm doch sein neues, langweiliges Leben im Dorf von Selchester als unerträglich vor. Dass er dabei auch die Nichte des Earls, Freya besser kennenlernen kann, ist natürlich auch kein Nachteil.

Edmondson verbringt viel Zeit damit, uns die Einwohner des Dorfes vorzustellen, sodass der Leser sich zusammen mit Hugo immer einheimischer fühlt. Es entstehen dabei lebendige, interessante Figuren, die wohl alle ihre Geheimnisse haben. Miss Marple hätte sich hier sicherlich in ihrem Element gefühlt. Eine schöne und respektvolle Geste von Edmondson ist übrigens die Erwähnung des zu der Zeit, in der der Roman spielt, neuen Romans von Christie, der gerade in den Buchladen des Dorfes geliefert wird.

Das Buch dient als Auftakt zu weiteren Kriminalromanen rund um Hugo Hawksworth und Selchester. Das zweite Buch (Mord auf Selchester Castle)erscheint in deutscher Übersetzung 2019 beim Goldmann Verlag. Es gibt auch ein drittes Buch (A Matter of Loyalty), allerdings konnte dieses nicht mehr von Elizabeth Edmondson fertiggestellt werden, da sie 2016 unerwartet verstarb. Das Buch wurde anhand Notizen der Autorin von Anselm Audsley geschrieben, sodass die auch ursprünglich als eine aus drei Büchern bestehende Serie abgeschlossen werden konnte.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Geheimkommando Zenica

Alistair MacLean
Flexibler Einband: 356 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.07.2018
ISBN 9783959671996
Genre: Romane

Rezension:

Wenn es um Abenteuerromane geht, die im Zweiten Weltkrieg spielen, ist Alistair MacLeans Name der erste, der mir einfällt. Es gab eine Zeit, wo ich seine Bücher verschlungen habe, sie waren immer spannend, es gab reichlich gefährliche Situationen, bei denen viele ihr Leben verloren, die Geschichten endeten aber immer mit einer positiven Note. Seine Helden waren zwar nicht unverwundbar, aber dem Gegner immer einen Schritt voraus. Mein Lieblingsbuch war Die Kanonen von Navarone, das mit Gregory Peck in der Hauptrolle sehr erfolgreich verfilmt wurde.
Geheimkommando Zenica ist eine Fortsetzung dieser Geschichte (und wurde übrigens auch verfilmt, mit Harrison Ford in der Hauptrolle), die Helden dieses Romans sind wieder Mallory, Miller und Andrea. Der Roman setzt direkt dort an, wo der andere geendet hat, es ist kaum Zeit vergangen – Mallory und Miller haben sich soeben von Andrea verabschiedet, schon müssen sie ihm nachlaufen, denn ein neuer und natürlich sehr dringender Auftrag erwartet sie alle drei.
Wenn man Die Kanonen von Navarone noch nicht oder vor längerer Zeit gelesen hat, ist dieser in medias res Anfang ein wenig verwirrend. Wer sind Mallory, Miller und Andrea? Klar, sie sind die Helden, aber wie lange kennen sie sich? Was sind ihre Stärken und Schwächen? Warum sind gerade sie so wichtig für diesen geheimen Auftrag, dass sie sich nicht einmal ausschlafen dürfen, bevor es wieder los geht?
Nach und nach lernt man jedoch die Charaktere kennen, die Story bleibt aber trotzdem auch weiterhin etwas wirr. Der Auftrag ist unklar, es ist von Anfang an eindeutig, dass weder uns, noch allen Teilnehmern der Expedition alle Details verraten wurden. Es gibt sehr viele Personen, die man sich nur schwer merken kann (vor allem, wenn dem Leser auch die drei Helden noch quasi neu sind). Die drei „Alten” werden von drei „Jungen” auf die geheime Mission begleitet (Reynolds, Groves und Saunders), dann ist da noch ein Colonel Vukalovic, dessen Rolle anfangs nicht ganz klar ist – hier ist es zumindest in der von mir gelesenen Kindle Version sehr störend, dass die Erzählperspektive ohne Überleitung von einem Satz zum nächsten mal bei Vukalovic, mal bei Mallory ist. Das kommt aber zum Glück nicht sehr oft vor. Dann haben wir noch Maria und Petar, d.h. teilweise folgen wir einer Gruppe von acht Personen, und dazu kommen noch weitere Figuren auf Seiten der Deutschen, Alliierten, Partisanen und Tschetniks. Ganz schön viel für einen gar nicht so langen Roman.
Hat man aber einmal diese Hürden überwunden, kann man sich auf die Geschichte konzentrieren, und die ist ganz gut. Man weiß nicht immer, wem man vertrauen kann, und nicht nur der Leser ist in dieser Hinsicht verunsichert, auch die Figuren wissen nicht immer, wer auf welcher Seite steht. Je näher wir zur Auflösung der geheimen Mission kommen, umso spannender wird der Roman. Am Ende konnte ich ihn nicht mehr aus der Hand legen, und mehr kann man von einem Kriegs-/Abenteuerroman nicht erwarten. Für alle, die Bücher dieses Genres mögen und aus irgendeinem Grund dieses Buch noch nicht gelesen haben (oder so wie ich sich nicht mehr an die Details erinnern), kann ich es gerne empfehlen, Einsteiger sollten aber lieber mit dem Klassiker, Die Kanonen von Navarone anfangen.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

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Der Stammhalter

Alexander Münninghoff , Andreas Ecke
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 20.07.2018
ISBN 9783406727320
Genre: Biografien

Rezension:

Laut Untertitel erzählt Alexander Münninghoff den Roman einer Familie, es geht jedoch um seine eigene Familie und die Geschichte hört sich nicht nach einem Roman an, eher nach einer Autobiographie (und laut Klappentext geht es tatsächlich um eine wahre Geschichte). Trotzdem fehlt es in dieser sich über drei Generationen spannende Geschichte aus dem 20. Jahrhundert nicht an romanhaften Schicksalen. In dieser Familie dreht sich alles um Geld geht und um Rollen, die die Familienmitglieder spielen müssen. Nur der Liebe wird keine Rolle zuteil.

Alexander Münninghoffs Großvater war ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann. In den Niederlanden geboren und aufgewachsen, verschlug es ihn 1917 nach Riga, wo er heiratete und sich niederließ. Er ist hier zu einem der reichsten Männer geworden. Seinen Erstgeborenen schickte er in den Niederlanden zur Schule, der hatte jedoch nichts für die Niederländer übrig. Er fühlte sich eher Deutschland und Russland verbunden.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, rettete der alte Münninghoff Familie und Habseligkeiten in die Niederlande, Frans, sein ältester Sohn sah jedoch die Zeit gekommen, sich endlich von der Familie abzusetzen und sich denen anzuschließen, die er bewunderte. Er trat trotz aller Versuche seiner Familie, ihn davon abzuhalten, der Waffen-SS bei.

Diese Entscheidung trieb eine tiefe Kluft zwischen ihn und seinen Vater, und der Krieg entfremdete ihn schließlich nicht nur von seinen Eltern und Geschwistern, sondern auch von seiner Frau und seinem kleinen Sohn. Die Wunden konnten nie wieder geheilt werden. Also musste sich der alte Münninghoff nach einem neuen „Stammhalter“ umsehen, den er in seinem Enkel, Alexander Münninghoff fand.

Der Enkel muss eine Lücke füllen, koste es, was es wolle. Die Familienmitglieder sind dabei Spielfiguren eines Brettspiels, dessen Regeln vom Großvater geschrieben werden. Dass dabei zum Beispiel ein Kind von seiner Mutter rücksichtslos getrennt wird, entspricht in diesem makabren Spiel den Regeln. Der Großvater stellt die Figuren nach seinem Belieben um, so wie es seinen Vorstellungen entspricht. Während Frans dagegen noch rebellieren konnte, kann Alexander sich nur fügen.

Es ist eine teilweise sehr herzzerreißende Geschichte, die von Alexander Münninghoff aber sehr distanziert erzählt wird. Anders wäre es wahrscheinlich gar nicht möglich gewesen, über diese Kindheit zu erzählen, das Ganze aufzuarbeiten. Trotz dieser Distanziertheit kann man dieses Buch nicht lesen, ohne mitgerissen zu werden und tiefstes Mitgefühl für Münninghoff zu empfinden. Diese Diskrepanz zwischen Erzählstil und Geschehen macht dieses Buch zu einem besonderen Erlebnis, das noch lange nachwirkt.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Der letzte Zar

György Dalos , Elsbeth Zylla
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 23.11.2017
ISBN 9783406713675
Genre: Biografien

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93 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 46 Rezensionen

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Kranichland

Anja Baumheier
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 13.03.2018
ISBN 9783805200219
Genre: Romane

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Die Ermordung des Commendatore Band 2

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 11.05.2018
ISBN 9783832198923
Genre: Romane

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Versunkene Welten und wie man sie findet

Eric H. Cline , Cornelius Hartz
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei DVA, 23.04.2018
ISBN 9783421048011
Genre: Sachbücher

Rezension:

Archäologie ist für viele ein Kindheitstraum. Irgendwann geben sie diesen Traum jedoch auf, gehen einem anderen Beruf nach. Ihr Interesse an der Archäologie bleibt aber, und irgendwo tief drinnen träumen sie noch immer davon, an archäologischen Ausgrabungen teilzunehmen. Dieses Buch ist für sie.

Und somit auch für mich. Seit ich 6 war, wollte ich unbedingt Archäologin werden. In unserem Garten lagen nach jedem Regen kleine Keramikscherben herum, die ich einfach nur einsammeln musste, um mich als großen Entdecker zu fühlen. Heute weiß ich natürlich, dass meine Vorgehensweise falsch war, damals hatte ich aber noch keine Ahnung, wie Archäologie in der Praxis funktioniert. Deshalb habe ich einige Jahre später meinem Geschichtslehrer geglaubt, als er mir erzählte, Ausgrabungen seien nur in meiner Phantasie so interessant, in der Wirklichkeit bestehen sie nur daraus, kleine Knochenstücke mit einer Zahnbürste sauber zu kriegen. Er hat meinem zehnjährigen Ich den Traum ausgeredet, er konnte aber mein Interesse an Geschichte und Archäologie nicht völlig ausrotten. Bis heute lese ich deshalb gerne Bücher zum Thema, so war es ganz natürlich, dass ich Versunkene Welten und wie man sie findet von Eric H. Cline lesen wollte.

Allerdings machten mir der reißerische Titel und das zu stark nach Photoshop riechende Cover ein wenig Angst, dass es sich hierbei um Pseudo-Archäologie handeln wird, deshalb recherchierte ich zunächst den Autor, der sich als echter Archäologe entpuppte, der an der George-Washington-Universität lehrt und in den Jahrzehnten seines Werdegangs an etlichen Ausgrabungen teilgenommen hat (so zum Beispiel in Megiddo und Tel Kabri).

Eric Cline ist aber nicht nur ein erfahrener Archäologe, er schreibt auch sehr gut. Es ist, als würde er vor mir sitzen und mir eine spannende Geschichte nach der anderen erzählen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass diesem Buch seine Vorträge aus seinem Kurs „Einführung in die Archäologie“ als Basis dienen. Im Buch zeichnet er die Entwicklung der Archäologie nach, erzählt aber auch viel über die praktische Seite seines Fachs.

Das Buch führt den Leser zu ganz bekannten Grabungsstätten, nach Troja, Mesopotamien, Ägypten, und erzählt dabei über die Anfänge der Archäologie und über die ersten Archäologen, die meistens natürlich noch keine Archäologen waren, weil es dieses Fach noch nicht gab und die Funde sehr oft genauso behandelt wurden, wie ich es damals als Kind gemacht habe: es wurde alles ausgegraben, zusammengepackt und nach Hause gebracht. Es hat Jahrzehnte gebraucht, bis sich die heute gängigen Methoden ausgebildet haben und Funde endlich in ihrem Kontext behandelt wurden (und man nicht nur nach „Schätzen“ Ausschau hielt). Die bekannteste Geschichte ist hier wahrscheinlich Schliemanns Suche nach Troja und die Nachfolgende Ausgrabung, bei der Funde zusammen präsentiert wurden, die gar nicht an der gleichen Stelle gefunden wurden.

Cline bereist die ganze Welt mit uns, und wir überqueren dabei nicht nur Meere, Ozeane, Wüsten und Berge, sondern auch Jahrtausende. Zwischendurch sind kleine Abstecher eingefügt, wo wir der Methodik der Archäologie detaillierter nachgehen: „Woher weiß man, wo man graben muss?“, „Woher weiß man, wie man graben muss?“, „Wie alt ist das Objekt, und warum blieb es erhalten?“ und „Darf man das, was man gefunden hat, behalten?“ sind die Fragen, die dabei beantwortet werden.

Viele der Ausgrabungsstätten und Geschichten waren mir schon bekannt, aber auch in den Bereichen, wo ich mich als doch bewandert betrachte, konnte er mir Neues erzählen. Und hinzugekommen sind noch weitere Episoden aus der ständig wachsenden Geschichte der Archäologie, die ich nicht gekannt habe. Besonders gut hat mir gefallen, dass er einzelne Entdeckungen immer wieder auch zeitlich zueinander in Relation brachte. 

Die Geschichte der Archäologie ist eine Geschichte, die kein Ende findet. Die Zeit schreitet unentwegt voran, was heute unsere Gegenwart ist, ist morgen bereits vergangen. Irgendwann werden unsere Nachfahren unser heutiges Leben mit dem gleichen Eifer erkunden, wie wir heute den Alltag in Pompeji zu rekonstruieren versuchen. Auch die Technik entwickelt sich ständig, so dass wir nicht unbedingt graben müssen, um mehr über die Geschichte einer Landschaft in Erfahrung zu bringen. Unsere Vergangenheit ist dabei aber auch gefährdet. Kriege haben viel dazu beigetragen, dass Zeugnisse vergangener Zeiten verloren gegangen sind (und auch heute noch verloren gehen), und der schwarze Markt für gestohlene Objekte hilft auch nicht.

Mich hat dieses Buch dazu inspiriert, mich noch mehr mit meinem Kindheitstraum von der Archäologie zu befassen und das in Zukunft nicht mehr nur in Theorie zu tun: Ich habe mich als Helfer bei einer Ausgrabung angemeldet. Ich glaube, eine eindeutigere Leseempfehlung kann ich an dieser Stelle nicht aussprechen.

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3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Beides sein

Ali Smith , Silvia Morawetz
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 12.03.2018
ISBN 9783442716005
Genre: Romane

Rezension:

Noch bevor ich dieses Buch angefangen habe, war ich schon gewarnt, dass es nicht so leicht ist, einzusteigen, dass man die ersten 30 Seiten mindestens braucht, um in der Geschichte drin zu sein. Also habe ich mit viel Geduld gewappnet das Buch geöffnet – und konnte es für die ersten ca. 150 Seiten kaum mehr aus der Hand legen. Die Sprache und die Geschichte haben mich sofort gepackt, und haben mir wunderbare Lesestunden geschenkt. Inzwischen habe ich erfahren, dass manche Ausgaben mit dem in meiner Ausgabe als zweiten gedruckten Teil anfangen, was den etwas schwierigeren Einstieg erklärt. Ich weiß allerdings nicht, ob das auch für diese Taschenbuchausgabe gilt.

Beides sein erzählt die Geschichte zweier Figuren. George ist ein sechzehnjähriges Mädchen (und eigentlich heißt sie Georgia, wird aber trotzdem George genannt), das vor kurzem seine Mutter verloren hat und einen Weg sucht, mit seiner Trauer und den Erinnerungen an die Mutter umzugehen. Francesco del Cossa war ein Maler der italienischen Renaissance, er lebte ca. 500 Jahre vor George. Im Roman verbinden sich diese zwei Leben und Schicksale auf wundersame Art.

Die Verbindung zwischen ihnen wird von Georges Mutter hergestellt. Sie ist es, die ein Bild von Francesco del Cossa in einer Zeitschrift entdeckt und davon dermaßen fasziniert ist, dass sie mit ihren beiden Kindern sofort nach Italien fahren muss, um es im Original zu sehen.

Als mir beim Lesen klar wurde, dass es hier um ein tatsächlich existierendes Bild geht, musste ich selber auch sofort recherchieren (nein, ich bin nicht nach Italien gefahren – aber vielleicht kommt das auch noch). Zusammen mit George habe ich die im Internet auffindbaren Bilder von Francesco del Cossa studiert, und zusammen mit ihr habe ich gelernt, auf Details zu achten. George neigt dazu, sehr schnell eine Meinung zu fassen, oder gar zu entscheiden, dass etwas für sie uninteressant ist, und hält es für wichtiger, auf die grammatikalische Korrektheit einer Aussage zu achten, als auf den Inhalt. Das hat sie zwar nicht immer sympatisch gemacht, sie kam mir aber auch sehr bekannt vor. Als sie dann anfing, sich Zeit für die Beobachtung eines einzigen Bildes zu nehmen, trat ich mit ihr zusammen einen Schritt zurück und versank in den Werken dieses kaum bekannten Künstlers.

Dabei stieß ich auf eine Beschreibung des Altarbildes, das er für die Griffoni Kapelle angefertigt hat. Ein Detail dieses Altarbildes ziert das Cover des Romans, es ist die Hand der Heiligen Lucia, die zwei Augen hält, die die Blüten einer Blume zu sein scheinen. Die Symbolik, die die Autorin dieser Beschreibung, Iulia Millesima darin entdeckt, mag zwar weit hergeholt sein, ich finde es zumindest übertrieben, in allem irgendwelche Symbole entdecken zu wollen, aber hier passt das verblüffend gut zum Roman (ich habe mich auch gefragt, ob Ali Smith das gelesen hat):

[…] how could I not notice that the right eye was an ancient symbol of Osiris and the left of Isis, and so that the balanced view is a symbol of our mercurial hermaphrodite, already fixed on a flower stem.

Es wird nämlich nicht nur mit Georges Namen gespielt, auch im zweiten Teil des Romans, als Francesco del Cossa auftaucht, spielt Geschlecht und dessen Unbestimmtheit/Unbestimmbarkeit (Unwichtigkeit?) eine große Rolle. Mir fiel der Einstieg in diesen zweiten Teil etwas schwerer, war aber dann sehr angetan von der Figur dieses Malers, über den wir in Wahrheit kaum etwas wissen. Ali Smith erweckt Francesco mit sehr viel Gefühl zum Leben, und demonstriert dabei auch viel Kenntnis der Techniken der Renaissance-Malerei.

Ich werde noch bestimmt öfter über dieses Buch nachdenken. Und ich denke, mehr kann man von einem guten Buch nicht verlangen.

Übrigens ist ein Bild von Francesco del Cossa (Die Verkündigung) in Dresden in der Gemäldegalerie Alte Meister ausgestellt. Ich bin daran vor einigen Monaten einfach vorbeigegangen. Wenn das Francesco gesehen hätte…

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

Die Ordnung des Himmels

Bernhard Maier
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 15.02.2018
ISBN 9783406720123
Genre: Sachbücher

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Meine Geschichte der deutschen Literatur

Marcel Reich-Ranicki , Thomas Anz
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Pantheon, 14.11.2016
ISBN 9783570553121
Genre: Biografien

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16 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

Das Schloss

Franz Kafka , Norbert Gstrein
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Manesse, 23.04.2018
ISBN 9783717524588
Genre: Klassiker

Rezension:

Kafka habe ich zuletzt noch im Gymnasium gelesen, Die Verwandlung hat mir aber damals keine Lust auf mehr von Kafka gemacht. Ich war also etwas unsicher, was mich erwartet, wenn ich jetzt endlich Das Schloss in die Hand nehme. Als Jugendliche hätte mich wohl auch dieses Buch nicht begeistert, obwohl das im Nachhinein schwer zu beurteilen ist. Nachdem ich aber nun einige amtliche Gänge hinter mir habe und auch oft genug irgendwelcher (angeblich) beruhigender Musik in der Warteschleife zugehört habe, erscheint mir die von Kafka erschaffene Welt in diesem Roman zwar verrückt, sie kommt mir aber auf eine unheimliche Art und Weise auch bekannt vor.

Der Roman erzählt die Geschichte von K., der eines Abends in einem Dorf ankommt und nach einer nächtlichen Unterkunft suchend in einen Gasthof einkehrt. Zunächst wird ihm ein Platz am Ofen angeboten, doch dann wird er aus dem Schlaf gerissen und er erfährt, dass in diesem Dorf Fremde nicht gern gesehen sind, vor allem dann nicht, wenn sie etwas länger verweilen wollen. Als er daraufhin verrät, dass er vom Grafen als Landvermesser eingestellt wurde und deshalb hier ist, wird seine Aussage mit einem Anruf ins Schloss überprüft. Seine Situation kann zwar nicht ganz eindeutig geklärt werden, aber vorerst zumindest darf er bleiben.

K. nimmt sich daraufhin vor, im Schloss seine Einstellung und seine Aufgaben zu klären – und damit beginnt sein Spießrutenlauf. Er unternimmt einen Versuch nach dem anderen, ins Schloss zu kommen oder zumindest mit einem Beamten aus dem Schloss zu sprechen. Für die Dorfbewohner ist er nicht nur ein Außenseiter, er scheint auch schwer vom Begriff zu sein, weil er die Arbeitsweise der unzähligen Schlossbeamten nicht zu verstehen scheint. Für die Leute im Dorf ist es das Natürlichste überhaupt, dass man sich dem Willen des Schlosses fügt, dass man die Entscheidungen der Beamten nicht hinterfragt, dass man – wenn nötig – Jahre auf eine Antwort wartet, und auch dann nicht verzweifelt, wenn diese Antwort niemals kommt.

Frauen haben im Dorf daneben noch die besondere Ehre, eventuell zur Geliebten eines Beamten werden zu können, was ja gut ist, sind sie doch alle in die Beamten verliebt (und wenn doch nicht, werden sie geächtet). Da fragt man sich natürlich, was für ein Bild Kafka über Frauen hatte, schmeichelhaft ist das jedenfalls nicht, wie er das Liebesleben dieser Frauen darstellt.

Der Roman zieht den Leser in seinen Sog. Auch wenn das Tempo langsam ist, kann man nicht anders, als immer weiter zu lesen. Zwar ohne Hoffnung, dass eine unerwartete Wendung kommt, eher fasziniert von dieser surrealen Welt mit ihren surrealen Figuren. Das Buch endet dann aber abrupt, Kafka hat es nie beendet. Meine Ausgabe beinhaltete noch ein Nachwort von Norbert Gstrein, aus dem man über die Pläne Kafkas zum Ende des Romans erfahren kann und auch Gstrein teilt hier seine eigenen Ideen dazu. Mir hat jedoch nichts gefehlt, der abrupte Abbruch der Geschichte lässt sie in meinem Kopf weiterlaufen und ist der perfekte Schluss für so eine unendliche Geschichte.

Das Äußere eine Buches ist für mich meistens völlig unwichtig, aber schöne Bücher sind natürlich trotzdem immer ein Genuss. Deshalb muss ich in diesem Fall auch das zu Wort bringen. Der Menasse Verlag hat ein kleines Kunstwerk geschaffen, das trotz der kleinen Größe sehr gut leserlich ist. Ich habe dieses Buch sehr gerne mit mir getragen, es passte in jede Tasche perfekt.

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138 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

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Artemis

Andy Weir , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 05.03.2018
ISBN 9783453271678
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Spätestens seit J.K. Rowling ist es nicht im Bereich des Unmöglichen, dass jemand ganz plötzlich eine schriftstellerische Leistung erbringt, die Millionen begeistern kann. Das verkleinert die Leistung von Andy Weir natürlich keinesfalls. Als er vor einigen Jahren mit Der Marsianer unerwartet berühmt wurde, war ich fasziniert von seiner Geschichte. An dem einen Tag schreibt er praktisch nur für sich auf seinem Blog, am nächsten wird nicht nur sein Buch verlegt, es wird bald darauf auch von Ridley Scott verfilmt.

Und auch spätestens seit J.K. Rowling wissen wir, dass solche Wunder nicht nur einen Tag dauern können. Sie hat mit den Fortsetzungen von Harry Potter und weiteren Werken an ihr Erfolg anknüpfen können. Aber was ist in dieser Hinsicht mit Andy Weir? Ich war mit dieser Frage nicht allein, viele seiner Fans haben ungeduldig auf seinen neuen Roman gewartet.

Um die Frage kurz zu beantworten: Artemis ist nicht so gut, wie Der Marsianer war. Andy Weir hat aber wieder gute Science-Fiction geliefert, und das ist es, was für mich zählt. Und dass er nicht verleugnen kann, dass er durch und durch ein Nerd ist, wie diese Passage zeigt:

„[…] Aber hier gibt es keine heißen Alienbräute, die man verführen könnte. Also können Sie Kirk doch nicht so ganz nacheifern.“

„Genau genommen…“ Jin Chu hob einen Finger. „Kirk hatte in der ganzen klassischen Serie nur mit drei Alienfrauen Sex. Und diese Zahl unterstellt, dass er auch mit Elaan geschlafen hat, was angedeutet, aber niemals offen ausgesprochen wurde.“

Auch in Artemis wird die Geschichte aus dem Blickwinkel der Hauptfigur erzählt, die in diesem Fall eine Frau ist. Sie heißt Jazz, ist sehr klug, verdient ihr Geld als Schmugglerin (ist also nicht der anständige Typ, den wir in der Person von Mark Watney in Der Marsianer kennengelernt haben), und lebt auf dem Mond. Es ist nicht so leicht, Jazz lieb zu gewinnen, dafür ist sie viel zu selbständig, und viel zu abgebrüht. Ich würde sie auch nicht besonders weblich nennen, ich glaube, Weir ist es nicht ganz gelungen, eine authentische weibliche Figur zu erschaffen, aber ich bin sehr froh, dass er es versucht hat. Auch sonst gibt es in Artemis noch ein paar starke weibliche Figuren, was man wirklich nur begrüßen kann.

Die Geschichte spielt in der hoffentlich gar nicht so entfernten Zukunft, als der Mensch bereits eine Stadt (Artemis) auf dem Mond gegründet hat. Wie Artemis aussieht und funktioniert ist sehr gut dargestellt, es ist eindeutig, dass Weir sich viel damit beschäftigt hat. Das hat mich an diesem Buch am meisten beeindruckt. Ich kann zwar nicht beurteilen, ob alles so funktionieren könnte, aber es hört sich zumindest plausibel an. Die am Anfang des Buches eingefügten Zeichnungen helfen dabei, das Ganze noch besser zu visualisieren, das fand ich auch eine tolle Idee.

Hier treibt Jazz also ihre unsauberen Geschäfte, als sie einen Auftrag bekommt, der zwar gefährlich ist, aber mit einer großen Summe daherkommt – sie kann ihn deshalb einfach nicht ablehnen. Diese Entscheidung bringt letztendlich nicht nur sie in Gefahr, sondern ganz Artemis. Die Geschichte wird immer spannender, es kam bei mir ein Punkt, an dem ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Obwohl ich Thrillers nicht mag, fand ich diese Mischung aus Spannung, Wissenschaft und Zukunftsvision sehr gut gelungen. Was ich ein wenig vermisst habe, war der Humor. Es gab zwar zahlreiche Versuche, etwas Komik in die Geschichte zu bringen, aber meinen Geschmack hat Andy Weir in diesem Fall nicht getroffen.

Für Fans des Science-Fiction Genres kann ich dieses Buch mit gutem Gewissen empfehlen, sie werden nicht enttäuscht sein (außer sie erwarten das Niveau von Der Marsianer – und ich schwöre, ich wollte diesen Titel hier nicht so oft erwähnen!). Und ich freue mich auf Andy Weirs nächstes Buch, wo immer, wann immer es spielen wird.

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57 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

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Auster und Klinge

Lilian Loke
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 15.02.2018
ISBN 9783406700590
Genre: Romane

Rezension:

Der Einstieg in ein neues Buch ist oft nicht einfach. Man muss Geduld haben und hoffen, dass der Punkt bald kommt, an dem man sich beim Lesen richtig wohl fühlt und nicht mehr aufhören möchte. Es ist wohl so ähnlich, wie für einen Einbrecher in ein unbekanntes Haus einen Weg zu finden. Und obwohl der Vergleich gerade zu diesem Buch sehr gut passt, hatte ich mit Lilian Lokes neuem Roman überhaupt keine Einstiegsprobleme. Von der ersten bis zur letzten Seite war ich engagiert, hatte Interesse an der Geschichte und an den Charakteren.

Das liegt wahrscheinlich daran, dass Lilian Lokes Schreibstil sehr gut zu meinen Gedankengängen passt. Sie wandert oft innerhalb eines Absatzes oder Satzes in eine andere Zeit ab, fängt in der Gegenwart an, um dann eine mehrere Jahre zurückliegende Erinnerung zu erzählen. Das kann verwirrend sein, ich habe mich dabei jedoch wie zuhause gefühlt.

Auch das Thema hat mich angesprochen. Zwei sehr unterschiedliche Lebenswege kreuzen sich eines Tages in Frankfurt. Victor ist ein Einbrecher, der viele Jahre lang unbestraft davonkam, bis er einmal geschnappt wurde und ins Gefängnis kam. Er hat nun seine Strafe abgesessen und wünscht sich nichts sehnlicher, als seine Frau und Kind zurückzugewinnen und ein Restaurant zu eröffnen. Georg ist Maler, Aktionskünstler, Erbe eines milliardenschweren Fleischunternehmens, der die negative Auswirkungen der Globalisierung nicht tatenlos hinnehmen kann.

Als die beiden sich treffen, gründen sie ziemlich schnell eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft (wer würde denn schon einen Einbrecher bei sich einquartieren?). Ihre Beziehung Freundschaft zu nennen wäre zu viel gesagt, aber sie kommen gut miteinander aus – zumindest bis Georg eine ungewöhnliche Bitte hervorbringt. Die beiden schließen einen Pakt, von dem sie beide zu profitieren hoffen.

Dass sich schließlich alles zum Schlechten wendet, liegt vielleicht an der Naivität Georgs, der daran glaubt, dass er mit seinen tollkühnen Aktionen die Augen der Menschen öffnen kann. Er greift Themen der globalisierten Wirtschaft auf: Kinderarbeit, Ausbeutung, Armut und Elend. Er will erreichen, dass die Menschen ihr Verhalten ändern und endlich hinschauen und will nicht wahrhaben, dass seine Provokationen wirkungslos sind. Sind wir tatsächlich so abgestumpft? So faul? So desinteressiert? So egoistisch? Der Roman gibt darauf eine nur halbwegs hoffnungsvolle Antwort.

Der idealistische Georg erinnert mich an mich selbst als Jugendliche, als ich noch an Revolutionen geglaubt habe. Ich war damals überzeugt davon, dass Menschen in der Unterdrückung stark genug sind, ihre Situation zum Guten zu wenden. Ich dachte, dass das Gute immer gewinnen muss, wir brauchen nur Zusammenhalt und Leidenschaft und einen gemeinsamen Willen. Heute glaube ich nicht mehr daran. Nach und nach habe ich gemerkt, dass die Welt anders funktioniert. Dass immer die Recht haben, die über Macht oder Geld (oder meistens beides) verfügen. Und dass man nicht viel dagegen tun kann.

Aber nicht nur in Romanen gibt es Georgs, und eigentlich kann man auch ohne große Aktionen Gutes bewirken. Im Alltag mal ein faires Produkt kaufen, oder Produkte mit weniger Verpackung. Weniger Fleisch essen und auch sonst auf Zutaten achten und im Sinne der Umwelt eine Wahl treffen. Die Liste könnte man noch lange fortsetzen, und wenn ich mir das alles so durch den Kopf gehen lasse, stellt sich heraus, dass ich doch einiges richtig mache. Ob das reicht? Das wird mich auf jeden Fall noch beschäftigen.

Auster und Klinge hat mich zum Nachdenken gebracht, ohne mich belehren zu wollen. Das Lesen hat mir Spaß gemacht, es war spannend und unterhaltend. Ein ziemlich perfektes Buch, ich werde in Zukunft definitiv nach den Büchern von Lilian Loke Ausschau halten.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Der Unsichtbare

H.G. Wells
Flexibler Einband: 330 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 15.03.2018
ISBN 9783961880034
Genre: Fantasy

Rezension:

Als der Mantikore Verlag zur Leserunde aufrief, meldete ich mich ganz begeistert, ging es doch um einen echten Science-Fiction-Klassiker vom Ende des 19. Jahrhunderts. Als Kind habe ich eine kurzlebige Fernsehserie gesehen, die die Geschichte des unsichtbar gewordenen Wissenschaftlers aufarbeitete und ich hatte gute Erinnerungen an die Story.


Das Cover des neu übersetzten Buches rief diese alten Erinnerungen wach und ich war sehr gespannt darauf, den Roman zu lesen. Dank eines Kommentars in der Leserunde habe ich das Vorwort übersprungen, und das war eine gute Entscheidung! Ich möchte auch an dieser Stelle jedem davon abraten, mit dem Vorwort anzufangen, da es praktisch alles erzählt, was in diesem Roman passiert. Ich weiß nicht, was den Verlag dazu bewegt hat, es an den Anfang zu stellen, hoffentlich ändern sie das bei einer eventuellen zweiten Auflage.

Aber nun zum Roman. Wie der Titel und auch der Klappentext es verraten, geht es um einen Wissenschaftler, der mithilfe eines von ihm entwickelten Verfahrens Dinge unsichtbar machen kann. Nachdem er aber auch sich selbst unsichtbar gemacht hat, stellt er fest, dass es gar nicht so einfach ist, unsichtbar zu leben. Am Anfang der Geschichte wissen wir Leser zwar, dass es um einen Unsichtbaren geht, die Bewohner des kleinen Dorfs, wo er sich niederlässt, wissen das jedoch nicht. Eines Tages erscheint ein völlig vermummter Mann in der Gaststätte, mietet sich ein Zimmer, experimentiert mit seinen kleinen Fläschchen und Tinkturen, und benimmt sich ziemlich ruppig. Sein unfreundliches und oft grobes Benehmen stößt auf immer mehr Ablehnung und als er dann kein Geld mehr hat und jemand auch noch ausgeraubt wird, haben die Dorfbewohner genug, er soll sofort verhaftet werden.

Über den Unsichtbaren wissen wir sehr wenig, nur dass er sich nicht dazu überwinden kann, auch nur ein freundliches Wort zu sagen, sehr aufbrausend ist und auch vor Handgreiflichkeit nicht zurückschreckt. Die Dorfbewohner werden als dumme Menschen dargestellt und es soll wohl komisch wirken, wie sie auf einen unsichtbaren Menschen reagieren, ich fand das aber nicht witzig, war eher nur ratlos, wohin diese Geschichte führt.
Ab ungefähr der Hälfte des Buches wird es deutlich interessanter, wir erfahren mehr über den Unsichtbaren und seine Motivation. Heute ist es schwer zu beurteilen, wie der Roman vor hundert Jahren oder auch noch vor einigen Jahrzehnten gewirkt hat, heute würde man ihn wahrscheinlich anders aufbauen. 

Das Bild des Wissenschaftlers fand ich sehr interessant, und wenn man an andere Werke von H.G. Wells denkt (Die Insel des Dr. Moreau oder Die Zeitmaschine sind sehr bekannt), dann scheint es wahrscheinlich, dass es ihm in diesem Roman ganz stark darum ging, den von sich und seinem Wissen eingenommenen Wissenschaftler darzustellen. 

Was ich hier noch unbedingt erwähnen muss, sind die auffallend viele Fehler im Buch. Worte fehlen oder stehen an der falschen Stelle, und so viele Tippfehler und grammatikalische Fehler habe ich schon lange nicht mehr in einem so kurzen Buch gesehen. Mein Eindruck war, dass hier eine Runde Korrekturlesen gespart wurde. Auch das könnte im Falle einer zweiten Auflage korrigiert werden. 

Insgesamt bin ich froh, wieder mal einen Klassiker gelesen zu haben, den ich schon immer lesen wollte, auch wenn ich damit wohl viel zu lange gewartet habe. An dieser Stelle also vielen Dank an den Mantikore Verlag für das Rezensionsexemplar.

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calibans krieg, calibans war, science-fiction-literatur, the expanse

Caliban's War

James S. A. Corey
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Little Brown & Co, 26.06.2012
ISBN 9780316129060
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Caliban’s war (in der deutschen Übersetzung Calibans Krieg) ist bereits der zweite Band in der The Expanse Reihe. The Expanse ist für manche als Fernsehserie bei Netflix ein Begriff – ich zumindest habe ich meine erste Begegnung mit der Serie dort gehabt. The Expanse ist eine Science-Fiction-Serie erster Klasse (mit einer Bewertung von 8,3 auf imdb), mich hat sie auch sofort begeistert. Sie spielt in einer fernen Zukunft, in der die Menscheit nicht nur den Mond und den Mars besiedelt hat, sondern auch in die äußeren Regionen des Sonnensystems vorgedrungen ist und auf mehreren Monden Stationen errichtet hat, um von dort aus nach wertvollen Ressourcen zu suchen und diese an die inneren Planeten zu liefern.

Diese Expansion der Menschheit hat zu schwerwiegenden Brüchen geführt, drei Parteien stehen sich gegenüber: die Bewohner der Erde, die Bewohner der Mars und die sogenannten Gürtler. Viele haben die Erde noch nie betreten und könnten die Gravitation auf der Erde gar nicht mehr ertragen. In all dieser Zeit haben die Menschen keine außerirdische Zivilisation angetroffen, und sind kurz davor, sich untereinander zu bekriegen.

In diese Situation führt uns der erste Band der Reihe, Leviathan wakes. Die Geschichte lernen wir aus der Perspektive zweier Figuren kennen, die zunächst jeweils unterschiedliche Puzzleteile kennenlernen, bis sie sich dann endlich auch persönlich treffen. Es stellt sich heraus, dass eine außerirdische Zivilisation irgendwo existiert und vor langer Zeit eine Art Virus ins Sonnensystem geschickt hat. Nun wollen unbekannte Kräfte mithilfe dieses mysteriösen Materials (dessen volle Ausmaße und Ziele auch sie nicht kennen) die Machtverhältnisse im Sonnensystem verändern und nur eine Handvoll guter Menschen stehen ihnen im Weg.

Die Autoren Daniel Abraham und Ty Franck schreiben unter dem Pseudonym James S.A. Corey diese fantastische Space Opera und sind inzwischen bei sieben Bändern (Band 8 erscheint noch in diesem Jahr) und einigen ergänzenden Geschichten. Auch in die Fernsehserie sind die beiden involviert, die dadurch sehr nahe an den Büchern ist.

Mich hat bereits Leviathan wakes voll und ganz begeistert, Caliban’s war fand ich in einiger Hinsicht noch besser. Im ersten Band haben wir zwei Personen besser kennengelernt, neben ihnen waren alle anderen nur Statisten. In Caliban’s war haben wir vier Erzählstränge, die sich langsam nähern und wir bekommen auch mehr Einsicht in das Leben in dieser Welt. Wir erfahren mehr über die Erde, über die Träume der Marsianer und die Versorgung der Gürtler. Über die Außerirdischen wissen wir jetzt auch mehr, aber immer noch viel zu wenig, wahrscheinlich werden wir aber immer mehr auch über sie erfahren.

Es ist eine spannende und interessante Science-Fiction-Lektüre, mit gerade so viel wissenschaftlichem Anteil, dass alles plausibel erscheint, die Geschichte davon aber nicht erdrückt wird. Was mir daran besonders gefällt, ist das Setting im Sonnensystem, in einer zukünftigen menschlichen Zivilisation. Wir haben zwar auch hier nur Aliens, aber in erster Linie geht es hier um die Menschheit, wie sie sich entwickelt hat und wie sie mit einer neuen Situation umgeht.

Wer den ersten Band noch nicht gelesen hat, dem würde ich es nicht empfehlen, gleich mit Caliban’s war zu starten, auch wenn die Autoren versucht haben, das Buch so zu schreiben, dass es auch ohne Vorkenntnisse verständlich ist. Es fehlt dann trotzdem sehr viel Information beim Lesen und macht bestimmt weniger Spaß. Den nächsten Band werde ich bestimmt auch wieder lesen, allerdings steht aktuell so viel anderes an (so viele andere Bücher), dass dahin sicherlich noch einige Monate vergehen werden.

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618 Bibliotheken, 9 Leser, 4 Gruppen, 66 Rezensionen

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Marina

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 07.03.2013
ISBN 9783596512768
Genre: Romane

Rezension:

Mein erstes Erlebnis mit Carlos Ruiz Zafón liegt nicht weit zurück, erst im Dezember habe ich Der Schatten des Windes als Geschenk erhalten und dann sofort auch verschlungen. Meine Rezension zum Buch ist sehr positiv ausgefallen und ich habe mich sehr darauf gefreut, bald wieder etwas von Zafón zu lesen.
Auf Instagram wurde mir dann Marina empfohlen, und zwar mit den Worten, dass es noch besser sei, als Der Schatten des Windes. Mit solchen Superlativen muss man natürlich immer vorsichtig sein, vor allem, weil wir alle doch unterschiedliche Geschmäcker haben, und was dem einen gefällt, wird von dem anderen vielleicht gar nicht zu Ende gelesen.
In Marina finden sich viele Parallelen zu Der Schatten des Windes. Die Geschichte spielt ebenfalls auf den Straßen und in den Häusern und Villen Barcelonas und wird von einem 15-jährigen Jungen, Óscar Drai erzählt. Der Teenager erkundet so oft er kann die Straßen Barcelonas (er träumt davon, Architekt zu werden) und eines Tages entdeckt er dabei eine geheimnisvolle, leerstehende Villa. Als er sich im Haus umsehen will, stellt sich heraus, dass es doch bewohnt ist, und so lernt er die junge Marina und ihren Vater kennen. Zusammen mit Marina stößt er auf ein Geheimnis, dass sie unbedingt lösen wollen und die beiden begeben sich dabei in große Gefahr.
Das Setting und die geheimnisumwobene Geschichte erinnert sehr stark an Der Schatten des Windes – oder eigentlich umgekehrt, da Marina früher entstanden ist. Das macht die Geschichte nicht weniger spannend und die Charaktere nicht weniger interessant, aber trotzdem hat sie mich nicht so mitreißen können, weil ich das Gefühl hatte, das alles schon mal gelesen zu haben.
Bei manchen Autoren stört es mich nicht, praktisch immer wieder die gleiche (oder zumindest vom Setting/Gefühl her sehr ähnliche) Story zu lesen, gerade mein Lieblingsautor, Haruki Murakami ist berühmt dafür, und ich wäre wahrscheinlich sehr enttäuscht, wenn er mal sehr stark vom Muster abweichen würde. Bei Zafón allerdings empfand ich anders. Das Buch hat mir gut gefallen, es hat mir Spaß gemacht, aber dieser düstere-mystische Rahmen spricht mich nicht dermaßen an, dass ich immer wieder so etwas lesen wollen würde. Wie aber bei Murakami kann ich mir vorstellen, dass andere gerade von Zafón begeistert werden.

Das heißt nicht unbedingt, dass dies mein letzt Buch von Zafón gewesen ist, aber ich werde auf jeden Fall eine längere Pause einlegen, damit ich unbefangener in eine neue Geschichte im mystischen Barcelona eintauchen kann.

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575 Bibliotheken, 12 Leser, 4 Gruppen, 43 Rezensionen

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Der Wolkenatlas

David Mitchell , Volker Oldenburg , ,
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2007
ISBN 9783499240362
Genre: Romane

Rezension:  
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3.598 Bibliotheken, 45 Leser, 6 Gruppen, 88 Rezensionen

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Der Schatten des Windes

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 07.03.2013
ISBN 9783596196159
Genre: Romane

Rezension:

Den jungen Daniel führt eines Tages sein Vater zum Friedhof der Vergessenen Bücher. Es ist ein Labyrinth unzähliger Bücher, und er darf sich ein Buch auswählen, das er vom Vergessen retten soll. Der ausgewählte Roman („Der Schatten des Windes“) und dessen Autor, Julián Carax faszinieren ihn so sehr, dass er sich auf die Spuren von Carax begibt, um weitere seiner Bücher zu finden und mehr über ihn zu erfahren. Bei der Suche lernt er mehr über Carax und sich selbst, als er sich erhofft hat, und schwört dabei Geister auf, die er vielleicht hätte ruhen lassen sollen.

In den letzten Tagen des inzwischen vergangenen Jahres habe ich dieses Buch angefangen, in der Hoffnung, dass ich es 2017 noch beende. Fast wäre es mir geglückt, ich habe jedoch eine kleine Lesepause eingelegt, wodurch ich erst am 1. Januar fertig geworden bin.

Die Pause musste ich einlegen, weil ich einfach nicht mehr konnte. Dieses Buch zieht einen hinein in die Geschichte, gleichzeitig ist es aber oft so bedrückend, dass man lieber etwas langsamer gehen möchte. Es ist wie eine Achterbahnfahrt. Es ist rasant schnell, man kann nicht einfach stehen bleiben und aussteigen – und man möchte das gar nicht, weil es so viel Spaß macht, aber man möchte es doch, weil man weiß, dass schlimme Dinge passiert sind und noch welche passieren werden.

Und wenn es dann zu Ende ist, dann ist man einerseits froh, es ist alles geschafft und alles wieder gut… und man ist auch traurig, weil man dieser Welt entrissen wurde, es ist vorbei.

Die gute Nachricht ist, dass dies der erste Teil einer Romanreihe ist, ich kann mich auf weitere drei Geschichten aus dem Friedhof der Vergessenen Bücher freuen.

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Tags: carlos ruiz zafon, der schatten des windes, spanien   (3)
 
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