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80 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

prag, 17. jahrhundert, buch, neue welt, historischer roman

Das Sündenbuch

Beate Maly
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.12.2012
ISBN 9783548284644
Genre: Historische Romane

Rezension:

KLAPPENTEXT Eine junge Frau auf einer gefährlichen Reise von Prag nach Lissabon. An ihrer Seite: der Arzt Conrad. Ihr Gegner: geheime Möchte innerhalb der Kirche. Jana und Conrad sind die Hüter eines besonderen Schatzes; eines Manuskriptes mit brisantem Inhalt. Für die Kirche ist es das Sündenbuch. Noch fehlt ihnen der Schlüssel, um das Geheimnis des Buches zu enträtseln. Und sie sind nicht die Einzigen, die ihn suchen. Eine gefährliche Jagd quer durch das Europa des 17. Jahrhunderts beginnt…

MEINE ERWARTUNGEN Ja, es ist ein historischer Roman und ja, ich lese so etwas eigentlich nicht sehr gerne. Aber klingt der Klappentext nicht spannend? Auch die Leseprobe passte dazu. Deswegen bewarb ich mich dennoch drum und hoffte auf ein spannungsreiches, abenteuerliches Buch.

MEINE EINDRÜCKE Ich habe den Klappentext ganz bewusst abgetippt. Er ist ein Beispiel dafür, wie dicht man am Inhalt bleiben kann und gleichzeitig so weit davon entfernt ist wie nur möglich.

Die Geschichte beginnt bei Janas Vater. Er lebt in Heidelberg, unterrichtet an der Universität und begegnet eines Abends einem Seemann, der ein geheimnisvolles Buch bei sich trägt. Marek erkennt sofort den hohen Wert des Buches und kauft es dem Seemann ab. Dieser warnt ihn noch: auf dem Buch läge ein Fluch, jeder der es besitzt, stirbt bald eines merkwürdigen Todes. Und auch Marek stirbt kurz darauf… so gelangt das Buch zu Jana, die es eigentlich in die Obhut der Wissenschaftler geben soll. Doch Jana ist eine eigensinnige, starke Frau und so beschließt sie selbst herauszufinden, was es mit dem Buch auf sich hat und warum ihr Vater sterben musste…

Klingt doch eigentlich wirklich spannend?! Die eben beschriebene Einleitung findet auf über 100 Seiten statt. Von Spannung fehlt jede Spur. Und auch danach will sie nicht wirklich aufkommen. Zwar berichtet der Klappentext ganz richtig, dass sich Jana zusammen mit dem Art Conrad Pfeiffer auf den Weg quer durch Europa macht, aber man darf einfach nicht vergessen, dass die Geschichte im 17. Jahrhundert spielt.

So liegt der eigentliche Wert dieses Buches, meiner Meinung nach, in den starken Charakteren und den Gesellschaftsdarstellungen. Jana hat eine Ausbildung zur Apothekerin gemacht, was Frauen in einer von der Religion stark geprägten Zeit nicht erlaubt war. Sie ist sehr selbstständig, dickköpfig und eckt damit in der Männerwelt stets an. Auch der Arzt Conrad Pfeiffer hat keinen gewöhnlichen Lebenslauf. Als Katholik vertritt er dennoch die modernen wissenschaftlichen Lehren und zieht somit schnell den Zorn der Kirchenoberhäupter auf sich. Dass die beiden irgendwann Gemeinsamkeiten entdecken, ist eigentlich klar.
Obwohl die Reise der zwei über mehrere Wochen geht, schließlich reiten sie die ganze Strecke, bekommt man von der Landschaft nur wenig mit. Beate Maly hält sich nicht lange an solchen Beschreibungen auf. Da sind ihr die Figuren wichtiger. So bekommt man einen guten Eindruck von der europäischen Gesellschaft, von dem Kampf der Kirchen gegeneinander und auch am Rande von der Politik. Spannend?
Die im Klappentext angedeutete Verfolgung hätte ein großes Spannungspotential geboten. Aber immer, wenn es brenzlig wird, löste es sich innerhalb von ein, zwei Seiten schnell wieder auf…

Der Titel Das Sündenbuch fällt in der Geschichte nicht ein einziges Mal. So empfand ich die Auflösung, was eigentlich hinter dem Buch steckt, auch als eher fad. Zudem geht zum Ende hin dann doch einiges recht schnell und ich hatte ein, zwei Frage übrig.

FAZIT Wer historische Romane gerne liest, wird auch an diesem Buch seine Freude haben. Es ist eine gut recherchierte Geschichte, nur leider mit wenig Spannung. So konnten meine Erwartungen nicht erfüllt werden und ich blieb ein wenig enttäuscht zurück.

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(543)

1.156 Bibliotheken, 17 Leser, 4 Gruppen, 76 Rezensionen

mafia, sizilien, fantasy, kai meyer, liebe

Arkadien erwacht

Kai Meyer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.02.2013
ISBN 9783492267885
Genre: Jugendbuch

Rezension:

KLAPPENTEXT Die Einsamkeit Siziliens birgt düstere Mythen und Legenden. Raubtiere jagen menschliche Beute in den Hügeln. Raubtiere, die sich in hinter der Maske verfeindeter Mafia-Clans verbergen. Als eine Tragödie Rosa aus New York nach Italien führt, ahnt sie nicht, dass sie viel mehr ist als nur ein Mädchen auf der Flucht. Bis sie Alessandro begegnet. Seine kühle Anmut, seine animalische Eleganz faszinieren und verunsichern sie. Nach den Gesetzen der Mafia müsste er ihr Todfeind sein- doch dann stoßen sie gemeinsam auf das uralte Geheimnis ihrer Familien…

MEINE ERWARTUNGEN Ich war einfach nur neugierig auf dieses Buch. Ich hatte nur wage noch ein paar (positive) Stimmen zu dem Autor im Ohr. So begann ich mit großer Neugierde und Leselust diesen Roman zu lesen.

MEINE EINDRÜCKE Irgendwie rutscht man so richtig schön schnell und tief in die Geschichte hinein. Und die Geschichte beginnt ja zunächst auch völlig normal…

Zu Beginn begleitet der Leser Rosa bei ihrer Ankunft in Sizilien. Sofort merkt man, dass sie ein rebellischer Typ ist: trotzig, dickköpfig, aufmüpfig und frech. Zudem hat sie einen Hang zum Stehlen, wenn sie nervös oder unsicher wird. Aber obwohl die Beschreibung alles andere als schmeichelhaft ist, war Rosa mir sofort sympathisch. Eine junge Frau, die sich einfach mal nicht herumschubsen lässt und gleichzeitig etwas Dunkles und Trauriges in sich trägt, das hat mich fasziniert und meine Empathie geweckt.
Auch die übrigen Figuren sind alle toll beschrieben. Jeder ist sehr facettenreich, jeder trägt ein kleines dunkles Geheimnis mit sich herum, das man, ohne dass es ausgesprochen wird, regelrecht spüren kann. Allen voran natürlich Alessandro. Er zieht Rosa sofort in seinen Bann, ohne eigentlich gleich so richtig sympathisch zu sein. Aber wie Rosa spürt auch der Leser seine Anziehungskraft, möchte mehr von ihm erfahren und letztendlich –ich gebe es nur ungerne zu- habe ich mich auch in ihn verliebt. Nur ein bisschen…

Wie sich vielleicht an meinen Beschreibungen zu den Figuren schon erahnen lässt, ist das Besondere an diesem Werk unbedingt der Autor. Zunächst sein Schreibstil: er ist leicht zu lesen, flüssig und zugleich erfrischend leicht, manchmal umgangssprachlich. Einfach absolut natürlich und dabei total plastisch. Alles Erzählte lässt sich gleich gut vorstellen und die Figuren wirken mit ihrer Sprache sehr authentisch. Genial! So etwas habe ich noch nie gelesen.

Dann seine Geschichte, die er hier erzählt. Man sollte sich bewusst sein, dass hier einige fantastische Elemente eingestreut werden. Auf dem Buchrücken steht passend dazu: "Romeo und Julia trifft Twilight und Der Pate. […]" Zwar gibt es hier keine Vampire oder Werwölfe, aber ähnlich wie in Twilight liegt das Fantastische auch hier hinter der menschlichen Fassade verborgen und kommt in bestimmten Momenten zum Vorschein. Das wirkt aber so selbstverständlich und natürlich, dass ich nicht plötzlich in einem Fantasyroman war, sondern eben nur in einer fantastischen Geschichte. Und da das Ganze auch noch mit griechischen Mythen unterfüttert ist, also da war mein Literatenherz glücklich. Mehr verrate ich dazu nicht.
Auch deutet das Zitat an, dass es hier um eine verbotene Liebe geht und um die Mafia. Alles trifft vollkommen zu. Die Handlung ist in jedem Atemzug spannend, denn die Mafia gewinnt erst dein Vertrauen, um dich dann zu hintergehen. So wandelt sichdie Geschichte immer wieder und man weiß eigentlich bis zum Schluss nicht, was eigentlich genau wahr ist und wer welche Absichten verfolgt. Das ist kribbelig spannend! Die Liebesgeschichte ist sehr dezent, was ich unbedingt gut finde. Hier ergeht sich keiner in langen, schnulzigen Liebeserklärungen und doch ist die Faszination und Anspannung zwischen Rosa und Alessandro beinahe greifbar.

FAZIT Ich war überrascht und begeistert! Kai Meyer ist wirklich ein großartiger Schriftsteller, der es beeindruckend gut versteht, verschiedene Genre zu verknüpfen. Arkadien erwacht ist ein packender Mafia-Thriller mit einer schönes Liebesgeschichte, gespickt mit fantastischen Elementen. Dabei steht kein Genre absolut im Vordergrund, sondern alle verbinden sich zu einem großen Ganzen. Ich habe mir gleich den zweiten Band gekauft und auch der begann schon gut! Ich möchte euch diese Trilogie wirklich ans Herz legen. Denn sie ist spannend bis zum Schluss, mal etwas ganz anderes im Jugendbuch-Bereich und streichelt das Genießerherz…

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1.371 Bibliotheken, 11 Leser, 15 Gruppen, 310 Rezensionen

dystopie, liebe, fraktionen, zukunft, ferox

Die Bestimmung

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei cbt, 19.03.2012
ISBN 9783570161319
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT Beatrice ist gerade 16 Jahre alt geworden, also steht ihr der große Eignungstest an. Dieser soll ihr helfen, am Zeremonientag der Bestimmung die für sie richtige Fraktion zu wählen. Doch Beatrices Eignungstest fällt nicht eindeutig aus. Sie ist eine Unbestimmte, was sehr gefährlich ist. Gegen ihre Eltern, Mitglieder der Altruan, entscheidet sich Beatrice für die Ferox und nennt sich von nun an Tris. Doch damit beginnt erst ihr Kampf ums Leben…

MEINE ERWARTUNGEN Ich hatte das Buch lange auf meiner Wunschliste stehen. Klar, es ist ja auch eine Dystopie. Schließlich hatte ich es dann ganz unverhofft bei Erika gewonnen. Nun freute ich mich auf eine spannende, neue Welt, Action, Spannung und Abenteuer.

MEINE EINDRÜCKE Zu Beginn hatte ich noch einige Anlaufschwierigkeiten. Zwar beschreibt Veronica Roth ihre erfundene Welt wirklich schön ausführlich, nicht zu ausführlich, so dass man sich langweilen würde. Aber es gibt in dieser Welt insgesamt fünf Fraktionen. Diese mit ihren Eigenschaften auseinander zu halten, hat ein wenig gedauert.

Richtig eingetaucht in die Geschichte bin ich dann mit Beatrices Eignungstest. Es wurde sofort spannender, aufregender und ich wurde neugieriger. Wer ist Beatrice? Für welche Fraktion wird sie sich entscheiden? Es ist ein großes Plus der Autorin, dass sie ihre Charaktere wirklich authentisch und empathisch gestaltet hat. Der Leser ist wie Beatrice noch recht unwissend, unsicher und tastet sich langsam in die echte Welt der Fraktionen vor. So kann man mit der jungen, rebellischen Frau mitfühlen und mitwachsen. Aber auch die anderen Figuren, die nach und nach in Tris' Leben einziehen, formieren sich schnell bildlich vor den Augen des Lesers. Jeder hat ganz eigene markante Eigenschaften, so dass sie unverwechselbar und irgendwie plastisch wirken.

Die Geschichte selbst ist im Grundaufbau einem ersten Teil einer Trilogie und einer Dystopie nach recht typisch: nach und nach lernt man die fremde Welt kennen, die Figuren wachsen und entdecken einige Ungereimtheiten in ihrem Weltbild. Die Idee, die hinter der Welt von Tris steckt, ist sehr interessant und gut nachvollziehbar. Und das fesselt den Leser an das Buch. Zudem ist die Handlung nicht komplett vorhersehbar. Tatsächlich bleiben noch genügend Fragen und Spannungsbögen vorhanden, so dass ich direkt den zweiten Teil bestellt habe.

FAZIT Die Bestimmung hat eine spannende, interessante Ausgangsidee, empathische Charaktere und eine nicht zu vorhersehbare Handlung. Eine rundum gelungene, unterhaltende Dystopie. Ich freue mich schon, den zweiten Teil bald lesen zu können!

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1.311 Bibliotheken, 17 Leser, 6 Gruppen, 126 Rezensionen

flucht, thriller, liebe, jugendbuch, escape

Escape

Jennifer Rush , Ulrike Brauns
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Loewe, 16.01.2013
ISBN 9783785575161
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT Anna lebt mit ihrem Vater zusammen in einem kleinen Farmhaus weit abgeschieden von der nächsten Stadt im Staate New York. Sie hilft ihrem Vater bei seiner Arbeit. Im Auftrag der so genannten Sektion führen die beiden medizinische Tests an vier jungen Männern durch, die in kleinen Glaszellen im Keller des Farmhauses eingesperrt leben. Doch eines Tages beschließt die Sektion dieses Projekt überraschend einzustellen und Annas Leben, wie sie es bisher kannte, wird komplett auf den Kopf gestellt…

MEINE ERWARTUNGEN Ich habe über dieses Buch nur Gutes in der Bloggerwelt gelesen. Es sollte ein spannender Jugendthriller sein. Der erste Teil einer ganzen Reihe. Da mich auch das Cover sehr ansprach, kaufte ich mir dieses Buch spontan als eine Art Belohnung. Meine Vorfreude aufs Lesen war riesig.

MEINE EINDRÜCKE Anna erzählt dem Leser aus ihrer Perspektive von ihrem kleinen, überschaubaren Leben. Zwar weiß nicht genau, warum die Jungs in ihrem Keller wohnen und wozu genau diese Tests an ihnen durchgeführt werden, aber sie ist nicht misstrauisch oder unglücklich. Abgesehen von Nick kommt sie mit den anderen drei wirklich gut aus. Besonders zu Sam fühlt sie sich hingezogen.

Mit schlichten, aber eindringlichen Worten zieht die Autorin Jennifer Rush den Leser nach und nach in den Bann. Anka prophezeite mir, dass Escape ein wahrer Pageturner sei. Und so ist es auch.

Die Geschichte nimmt sich zu Beginn die Zeit, die fünf Hauptfiguren nach und nach vorzustellen. Zunächst ist dort Anna. Ungefähr 16 Jahre alt darf sie seit ein paar Monaten ihren Vater bei dem Projekt unterstützen. Doch schon vorher hat sie heimlich eine Bindung zu den Jungen aufgebaut, weil sie sich nachts zu ihnen in den Keller geschlichen hat. Anna ist keine besonders auffällige Person, aber ihre Wärme, ihre Gewissenhaftigkeit und und Verlässlichkeit bilden den Anker für die vier eingesperrten Jungs. Nick ist der Rebell von den vieren. Er kann Anna nicht leiden, ist aggressiv, übellaunig und jagt Anna auch bisweilen aufgrund seiner großen körperlichen Kraft Angst ein. Cas ist der Tollpatsch. Er kann sich kaum fünf Minuten auf eine Sache lange konzentrieren, reißt Witze und bringt Anna so immer wieder zum Lachen. Trev dagegen ist Annas bester Freund. Er scheint sie wirklich zu verstehen, kann in ihren Augen ihre Gefühle lesen und zitiert immer Sprüche von Berühmtheiten und Denkern passend zu jeder Lebenslage. Und dann ist da noch Sam. Ihn umgibt etwas Geheimnisvolles, Starkes zu dem sich Anna hingezogen fühlt. Gleichzeitig scheint er der unausgesprochene Anführer der Jungs zu sein. Auf ihn hören sie sofort. Dennoch kann Anna seinen Charakter nur schwer begreifen, ebenso wie ihren Vater. Zwar liebt sie ihn und hilft ihm gerne im Labor, aber auch er scheint viele Geheimnisse zu haben, besonders wenn Anna ihn auf ihre verstorbene Mutter anspricht.

So hat die Geschichte schon eine recht ungewöhnliche Ausgangssituation. Dies steigert sich noch als die Jungs zusammen mit Anna vor der Sektion die Flucht ergreifen. Nach und nach muss Anna begreifen, dass die Welt, so wie sie sie kannte, aus lauter Lügen und falschen Erinnerungen konstruiert worden war. Damit wächst die Handlung zu einem spannenden Jagen und Gejagt werden…einer Suche nach der Wahrheit und der eigenen Identität. Ein spannendes Rätsel.

FAZIT Wäre dies ein Film, würde ich sagen, es ist ein toller Roadmovie. Hinter allem steckt ein großes Rätsel, dass die Jugendlichen zu entwirren versuchen. Nur dann erfahren sie, wer sie wirklich sind und was die Sektion plant. Dieses Rätsel führt sie von einem Ort zum nächsten, gleichzeitig werden sie natürlich verfolgt. Escape hat also alles, was ein toller Thriller braucht: Action, Spannung, Abenteuer, Kribbeln, Aufregung… ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die eigenwillige Figurenkonstellation hält die Spannung die ganze Zeit über auf einem hohen Level und beinhaltet gleichzeitig noch so viel Potential, dass es interessant wird, was in den folgenden Bänden noch so alles geschehen wird. Leider ist der zweite Teil wohl erst für 2014 geplant!

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(508)

953 Bibliotheken, 13 Leser, 8 Gruppen, 128 Rezensionen

thriller, psychothriller, schwarzer mann, trigger, psychiatrie

Trigger

Wulf Dorn
Flexibler Einband: 429 Seiten
Erschienen bei Heyne, 05.10.2009
ISBN 9783453434028
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

INHALT Dr. Ellen Roth arbeitet als Psychiaterin in einer Klinik. Weil ihr Lebensgefährte und Psychiater Chris Urlaub macht, übernimmt Ellen seine Fälle. Ein besonders interessanter Fall ist die offensichtlich misshandelte Patientin ohne Namen. Die Frau behauptet vom Schwarzen Mann verfolgt zu werden. Plötzlich verschwindet sie über Nacht. Da Ellen ihr versprochen hat, sie zu beschützen, beginnt sie nach der Frau zu suchen und wird selbst zur Gejagten…

MEINE ERWARTUNGEN Wulf Dorn gehört zu den gefeierten Autoren unter den Thrillern. Entsprechend erwartete ich viel Spannung, das Gefühl des Unheimlichen und auch ein paar Überraschungsmomente…

MEINE EINDRÜCKE Ich ängstige mich nicht gerne. Entsprechend arbeitet mein Verstand immer besonders heftig mit, wenn er ahnt, dass etwas Unerwartetes passieren kann. Aber es ist ja nur ein Buch, das man jeder Zeit zuklappen kann… was soll da schon passieren?

Die Geschichte beginnt recht harmlos. Der Leser lernt Ellen als eine unermüdliche, gewissenhafte Psychiaterin kennen . Sie scheint aber unter Stress zu stehen, denn neben ihren eigenen Patienten hat sie nun auch noch jene ihres Lebensgefährten zu betreuen. Und dann ist da noch der Fall, den Chris ihr besonders ans Herz gelegt hat. Sie will nichts falsch machen. Und genau das wird ihr zum Verhängnis. Ihr Freund und Arbeitskollege Mark attestiert ihr Übermüdung und warnt sie davor, sich in den Fall zu verrennen. Er scheint der Fels in der Brandung für Ellen zu sein. Er kümmert und sorgt sich um sie, ist immer mit Rat und Tat an ihrer Seite…

Wulf Dorn gelingt es, den Leser mit sich zu ziehen. Man taucht vollkommen in Ellens Welt ein, zweifelt, fragt und ist ebenso wie sie auf der Suche nach der Wahrheit. Das erzeugt eine ganz eigene, kribbelige Spannung. Ich habe immer mal wieder aus dem Buch hochgeschaut und durchatmen müssen, schließlich hatte ich Angst, dass ich zu tief hineingleite und ich mich ängstigen könnte… diese Angst teilte ich aber nicht mit Ellen. Sie stürzt sich in den Fall um die namenlose Patientin, wird gejagt vom Schwarzen Mann und lebt fortan in permanenter Angst.

Auch wenn dies alles gut gemacht ist - schaltet man den Kopf zu sehr ein, dann fällt einem das Muster der Handlung doch stark auf. Immer genau im richtigen Moment geschieht etwas Unerwartetes, kommt eine Wende. Das sind die Momente, in denen im Fernsehen Werbung kommt und der Zuschauer erschrocken die Hand vor den Mund schlägt. Weil mir dies aber aufgefallen ist, konnte ich entsprechend Abstand zu der Geschichte halten und fühlte nicht mehr so stark mit. Ich bezweifelte ständig alles und freute mich sehr, als endlich der große Showdown erfolgte.
Und danach kamen noch einmal rund 30 Seiten. Diesen Ausklang hätte man meines Erachtens nach verkürzen können. Er entzog der Geschichte viel Spannung.

FAZIT Lässt man sich treiben und in die Geschichte fallen, so ist der Roman wirklich ein guter Thriller. Wie bei den meisten Autoren, erkennt man aber schnell das Muster und könnte dadurch etwas Lesebegeisterung verlieren. Trigger ist definitiv etwas für Thrillerfans, aber nichts für Analytiker wie mich. Denen bietet es zu wenig Abwechslung und Überraschung. Dennoch versteht Wulf Dorn sein Handwerk und gehört zurecht zu den Bestsellern. Trigger ist also ein klassischer, guter Thriller, nur leider ohne Besonderheiten (für mich).

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(71)

140 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 17 Rezensionen

liebe, psychologie, verlust, chicago, layla

Weil ich dich liebe

Guillaume Musso , Claudia Puls
Flexibler Einband: 281 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 30.06.2011
ISBN 9783746627120
Genre: Romane

Rezension:

INHALT Nach dem Verschwinden ihrer kleinen Tochter zerbricht das Leben von Mark und Nicole. Die 15-jährige Evie überfällt mitten auf der Straße den Psychologen Connor McCoy, weil sie verzweifelt und heimatlos durch New York irrt. Die Milliardärstochter Alyson sorgte Jahre lang für Schlagzeilen, jetzt hat sie ihr Leben satt und möchte einfach nur noch aussteigen. Mark, Evie und Alyson treffen sich auf einem Flug nach New York und schon bald knüpfen sich verschiedene Verbindungen zwischen ihnen…

MEINE ERWARTUNGEN Ich hoffte, dass das Genre des Buches diesmal einfacher zu fassen wäre. Ich wünschte mir eine schöne Liebesgeschichte, ein Drama, etwas zum Fallen lassen.

MEINE EINDRÜCKE Das erste Kapitel beginnt sehr spannend und endet mit einem Cliffhanger. Danach springt die Geschichte zu einem anderen Charakter an einen anderen Ort.

Und damit sind wir schon mitten drin in der Geschichte. Nach und nach werden die verschiedenen Figuren eingeführt, ein Blick in ihr Leben gewährt. Jede Figur scheint ein düsteres Geheimnis aus der Vergangenheit mit sich zu tragen. Der Leser ahnt bald, dass diese verschiedenen Schicksale irgendwie miteinander verbunden sein müssen. Aber wie? Näher gehe ich nicht auf die Handlung ein, da ich sonst zuviel vorwegnehme.

Die Handlung vollzieht sich auf mehreren Ebenen. In der Gegenwart treffen die drei Hauptfiguren aufeinander und lernen sich kennen. Dann gibt es noch verschiedene Vergangenheitsebenen, für jede Figur eine. Musso springt in seiner Erzählung also immer wieder vor und zurück. Für mich war es stellenweise wirklich schwierig, den roten Faden in der Geschichte festzuhalten. Obwohl die Rahmenhandlung wirklich interessant und spannend war, verlor sich diese Spannung für mich aufgrund der vielen Sprünge. Schon bald zog sich der Roman trotz seiner wenigen Seiten ein wenig in die Länge.

Eigentlich liest man hier so etwas wie ein Drehbuch. Die Beschreibung sind gerade so ausführlich, dass man sich die Szenerie wage vorstellen kann. Die Charaktere werden auch nur soweit eingeführt, wie es für die Handlung notwendig ist. Eine wirkliche Tiefe hatten sie in meinen Augen leider nicht. Das verwundert mich auch nicht, denn drei bis fünf ausgefeilte Personen in einem Roman zu präsentieren, die alle eine wichtige Rolle spielen, das würde die Geschichte schnell überfrachten.
Das Augenmerk liegt also auf der übergeordneten Handlung, für die die Figuren wie Marionetten sind: vom Schicksal übel mitgespielt, werden sie nun durch das Leben gezogen. Musso will mit seinem Roman eine bestimmte Botschaft vermitteln, weswegen Weil ich dich liebe mehr wie eine große Parabel als wie ein schönes Drama wirkte.

So zeichnet sich Weil ich dich liebe eindeutig durch den Sprachstil und den Aufbau der Geschichte aus. Die Art wie hier die Handlung abgerollt wird, ist wirklich kunstvoll. Aber mir steigerte sie nicht den Lesegenuss, da ich mich in die Geschichte Fallen lassen wollte. Doch der Leser ist gezwungen immer aufmerksam mitzulesen und mitzudenken.

FAZIT Guillaume Musso versteht es seine interessanten Geschichten kunstvoll zu verschachteln. Leider bleibt für mich dabei die Intensität der Figuren auf der Strecke. Die vielen Zeitsprünge erschweren zudem das Verfolgen des roten Fadens. So wirkte der Roman trotz seiner wenigen Seiten auf mich schleppend und träge, die Spannung vom Beginn ging schnell verloren.
Man sollte definitiv Freund von solchen Schachtel-Geschichten sein. Das ist das wirklich Faszinierende an Mussos Romanen. Große Gefühle oder besonders schön gezeichnete Figuren bekommt man damit aber nicht mehr.
So konnte Weil ich dich liebe meine Erwartungen natürlich nicht erfüllen, weswegen er eine sehr persönliche, leider nur mittelmäßige Bewertung bekommt.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

besserung, suche, erlebnis, dämonen, düster

Dämonenschicksal

Greta Zicari , Weise Maria , Roselinde Dombach
Buch: 612 Seiten
Erschienen bei net-Verlag, 20.09.2012
ISBN 9783942229760
Genre: Fantasy

Rezension:

ZUM INHALT Eine ungewollte Schwangerschaft stürzt die junge Prinzessin Kassandra ins Unglück und in der Folge ihr Land in einen düsteren Krieg des Elends und Dämonenterrors. In dieser dunklen Zeit setzen sich an unterschiedlichen Orten junge Leute in Bewegung: Sie fliehen vor den Kriegswirren und dem Dämonenterror, machen sich auf die Suche nach einem besseren Leben und müssen dafür gefährliche Wege in Kauf nehmen. Auf ihren abenteuerlichen Reisen erleben die jungen Leute, was Liebe und Zusammenhalt bedeuten und dass es eine Macht gibt, die größer sein kann als die der Dämonen. Als sich ihre Wege kreuzen, müssen sie ihre unterschiedlichen Weltbilder überprüfen, und es kommt zu dramatischen Entdeckungen und Entwicklungen … (Quelle: http://www.net-verlag.de/romane-erzaehl.html )

MEINE ERWARTUNGEN Von einem Fantasyroman erwarte ich eigentlich immer, dass die neu erschaffene Welt dem Leser gut vermittelt wird. Sie sollte spannend, fremdartig und faszinierend sein. Das Gleiche gilt auch für die Charaktere. Da ich bislang noch keinen Fantasyroman mit Dämonen gelesen hatte, war ich doch sehr gespannt, ob mir das gefallen würde.

MEINE EINDRÜCKE Schon mit dem Prolog wird eine geheimnisvolle Spannung aufgebaut. Die Vorgeschichte zur eigentlichen Handlung wird wie in einem Märchen eingeleitet. Das schafft die richtige Stimmung für eine magische, fantastische Welt.

In Dämonenschicksal wird die Geschichte von sechs Jugendlichen beschrieben, die unterschiedlicher nicht sein könnten: ein Sklave, zwei Waisenkinder, ein Prinz und zwei Händlerskinder. Und doch merkt der Leser bald, dass sie alle etwas verbindet: denn jeder von ihnen kann Dämonen sehen, spüren oder sogar mit ihnen sprechen. Dies ist aber eigentlich Dämonenbeschwörern vorbehalten und so ahnen die jungen Leute, dass sie etwas Besonderes sind.

Schon im ersten Kapitel taucht der Leser vollständig in die neue Welt hinein, ohne jedoch zu viel von ihr zu erfahren. Das Augenmerk liegt deutlich auf den beschriebenen Figuren. In jedem Kapitel geht es zunächst um eine andere Gestalt, deren Leben ausführlich dargestellt wird. So braucht man schon gut 100-200 Seiten, um wirklich vollständig in den Roman eintauchen zu können. Das mag abschrecken, aber bei einer Gesamtzahl von über 600 Seiten relativiert sich das wieder deutlich.
Die Autorin gibt sich viel Mühe die verschiedenen Charaktere sorgfältig zu skizzieren. So zeichnet sich Dämonenschicksal nicht durch viel Aktion und Spannung aus. Vielmehr erinnert es an die schönen Kamerafahrten aus Herr der Ringe, mit denen der Zuschauer ganz in Ruhe Mittelerde genießen kann. So geschieht es auch hier: der Leser bekommt viel Zeit, sich mit den verschiedenen Schauplätzen und Figuren vertraut zu machen. Das ist auch absolut notwendig, denn bei insgesamt sechs Hauptfiguren kann man sonst schon mal den Überblick verlieren.

Dies war aber auch mein größtes Problem mit dem Buch. Ich habe erstaunlich lange gebraucht, bis ich alle Figuren auseinander halten konnte. Dabei ging mir etwas Emotion verloren. Lediglich zu einer Person konnte ich so etwas wie Empathie aufbauen, wenngleich sie eigentlich nicht wirklich sympathisch war. Die anderen verblassten ein wenig dabei und gerieten in den Hintergrund.

Nach und nach darf der Leser erleben, wie jeder seine Fähigkeiten entdeckt und wie er mit ihnen umgeht. Und eines kann ich schon mal sagen: jeder von ihnen nimmt sein Schicksal anders auf.

Dieser Roman war so ganz anders als alle Fantasyromane, die ich bislang gelesen hatte. Zwar finden sich auch vertraute Elemente wie Kriege, Könige und generell ein eher mittelalterliches Leben wieder. Aber die Geschichte, die sich in diesem Roman versteckt, ist wirklich etwas Besonderes. Greta Zicari hat es geschafft, eine ganz eigene kleine Welt zu erschaffen, die in sich stimmig und faszinierend ist.

FAZIT Wenngleich der Roman vor allem zu Beginn ein paar Längen aufweist und vielleicht ein, zwei Hauptcharaktere zu viel hat, so ist Dämonenschicksal dennoch ein Roman, den man genießen kann. Er lädt zum Träumen und Entfliehen in eine andere Welt ein. Wer detaillierte fantastische Welten mag, sollte sich den Roman einmal genauer anschauen. Mir war es manchmal ein Detail zu viel, daher vergebe ich 3 einhalb Sterne.

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(161)

317 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 30 Rezensionen

liebe, hotel, nora roberts, geist, boonsboro

Rosenzauber

Nora Roberts , Uta Hege
Flexibler Einband
Erschienen bei Blanvalet, 29.10.2012
ISBN 9783442380466
Genre: Romane

Rezension:

INHALT Die Brüder Montgomery lieben ihre Heimatstadt Boonsboro sehr. Um dessen Attraktivität für Touristen zu erhöhen, möchten sie ein altes Hotel in ein modernes Bed&Breakfast verwandeln. Beckett Montgomery, der jüngste der drei Brüder und Architekt, kümmert sich um die Ausgestaltung und Einrichtung des B&B. Doch er kann sich nicht ganz auf diese große Aufgabe konzentrieren, denn sein Highschoolschwarm Clare ist seit einiger Zeit wieder zurückgekehrt. Nun möchte er endlich ihr Herz gewinnt. Doch er ist nicht der Einzige, der um die Gunst der tüchtigen Buchhändlerin buhlt…

MEINE ERWARTUNGEN Das Cover und auch der Klappentext lassen auf einen schönen Liebesroman mit Heimatsflair hoffen. Und genau das habe ich mir auch gewünscht: Romantik, eine wohlige Atmosphäre, schlicht einen Wohlfühlroman.

MEINE EINDRÜCKE Der Roman beginnt mit einer ausführlichen Beschreibung des baufälligen Hotels. Nach und nach werden dann auch die wichtigen Figuren eingeführt. Allen voran natürlich die drei Brüder Montgomery. Der Roman soll der Auftakt einer Trilogie werden und so erinnert alles zunächst ein wenig an die Jahreszeiten-Reihe der Autorin. Doch es gibt auch entscheidende Unterschiede.

Die Handlung hat keinen großen Spannungsbogen, ist aber zu keiner Zeit langweilig. Vielmehr schafft Nora Roberts eine sehr wohlige Atmosphäre, der Leser fühlt sich schnell als Teil dieser großartigen Gemeinschaft in Boonsboro. Durch die schönen Beschreibungen kann man sich alles bis ins Detail richtig gut vorstellen.
Aber auch die Charaktere werden wirklich schön beschrieben. Jeder der drei Brüder scheint seine eigenen Vorzüge zu haben. Und auch die anderen Personen werden ausführlich und facettenreich vorgestellt. So schließt man gleich die ganze Gemeinschaft in sein Herz!

Das klingt jetzt alles vielleicht sehr kitschig. Aber genau das ist es nicht. Während in der Jahreszeiten-Reihe alles recht vorhersehbar war und die Person doch eher stereotyp und klischeebeladen daherkommen, hat es Nora Roberts in Rosenzauber geschafft, dies zu durchbrechen. Natürlich sehen alle perfekt aus und haben tolle Eigenschaften, aber gerade die Handlung nimmt aber der Mitte an Fahrt auf und wird nochmal richtig spannend. Auch magische Elemente werden eingebaut, so dass neben den Personen auch wirklich der Ort Boonsboro eine wichtige Rolle spielen. Hier wirkt nichts austauschbar oder beliebig.

FAZIT Rosenzauber ist nicht nur ein Liebesroman, sondern auch Familien- und Stadtgeschichte. Ein wirklich schöner Roman für gemütliche Lesestunden! Er lädt absolut zum Träumen ein, ohne dabei zu kitschig zu werden. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil Lilienträume, der im Juni diesen Jahres erscheinen wird.

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87 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

unabhängigkeitskrieg, südstaaten, historischer roman, liebe, historisch

Die Plantage

Catherine Tarley
Flexibler Einband: 880 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.12.2012
ISBN 9783423249430
Genre: Historische Romane

Rezension:

INHALT Eine Legende des Otter-Stammes: Ein Krieger tötete einen schwachen Mann, so zerstörte er das Gleichgewicht der Welt. Die Götter in ihrem Zorn sandten die Dämonen der Finsternis, ihn für den Frevel zu bestrafen. Die Dämonen marterten ihn, und der Wind trug seine Klage über das Land. Die Frau des Getöteten aber hatte Mitleid und bat die Götter um Gnade. Da erließen ihm die Götter den Martertod. Zur Sühne sollte er die Lebensaufgabe des schwachen Mannes erfüllen. So vergrub er seine Waffen, nahm die Frau zur Gefährtin und erfüllte das Leben des anderen. Die Dämonen blieben bei ihm, um ihn zu erinnern.

MEINE ERWARTUNGEN Aufgrund der Leseprobe, die die ersten 30 Seiten umfasste, erwartete ich eine Art historischen Liebesroman mit einer Spur Drama.

MEINE EINDRÜCKE Ich habe euch absichtlich nicht den Klappentext abgetippt, sondern die Legende eines Indianerstammes, die als Prolog fungiert. Diese ist nämlich die Parabel zu der ganzen Geschichte. Der Klappentext hingegen erzählt nur die ersten 20 Seiten nach.

Wir befinden uns in South Carolina im ausgehenden 18. Jahrhundert. Es ist die Zeit des Unabhängigkeitskrieges von Amerika gegen England. Das ganze Land ist in Aufruhr, der Alltag ist auf den Kopf gestellt.
Die Plantage erzählt nun das Leben und Schicksal all jener Menschen, die auf der kleinen Plantage Legacy leben und arbeiten. Es ist also ein Roman, der aus mehreren Perspektiven erzählt wird. Dabei bleibt es aber doch übersichtlich, denn die Autorin springt nicht wahllos zwischen den Personen hin und her, sondern teilt die Handlung in größere Abschnitte ein. So kann der Leser immer gut folgen.
Zugleich bekommt der Leser aber mit den vielen Perspektiven unglaublich viel Information. Zudem ist Catherine Tarleys Schreibstil detailliert und hat ein langsames Erzähltempo. So entführt sie den Leser in die mehrere Jahrhunderte zurückliegende Zeit und er kann sich vollkommen darin einfühlen. Der Leser braucht aber unbedingt ein gutes Durchhaltevermögen. So eine hohe Erzähldichte ist nun wirklich nicht jedermanns Sache.

Der besondere Schreibstil, der durchaus an das 18.Jahrhundert angepasst scheint, erschwert zunächst das Ankommen in der Geschichte. Ich habe so circa 100 Seiten gebraucht, bis ich mich richtig wohlgefühlt habe. Ähnliches geschieht auf den letzten 100 Seiten. Die Geschichte nähert sich dem Ende zu, das Erzähltempo ist aber immer noch langsam und so fragt man sich unweigerlich, wann es endlich zum Schluss kommt. Ich habe die letzten 50 Seiten tatsächlich dann etwas quer gelesen, weil ich zu ungeduldig wurde.
Insgesamt ist der Roman aber sehr stimmig und ausdrucksstark. Die intensive Recherche, die Catherine Tarley im Vorfeld betrieben hat, spürt man in jedem Detail. So liest man hier nicht nur eine fiktive, dramatische Geschichte, sondern man bekommt auch ein Stück Weltgeschichte präsentiert. Und das aus einem Blickwinkel, den kein Geschichtsbuch liefern kann.

FAZIT Ich gebe zu, dass ich am Ende vor allem froh war, dass ich den Roman geschafft hatte. Über 800 Seiten sind wirklich keine Kleinigkeit. Aber meistens hat mir die Geschichte gut gefallen. Auch wenn die Orientierung in der Handlung durch die verschiedenen Perspektiven erschwert wurde, hat man so doch ein sehr rundes Bild bekommen. Es wirkt alles authentisch und die Geschichte könnte so wirklich geschehen sein, wenn sie nicht fiktiv wäre.
Wer Reisen in die Vergangenheit mag, einen ausführlichen Erzählstil schätzt und nicht unbedingt Aktion und viel Drama braucht, der sollte sich dieses Buch mal näher ansehen.

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349 Bibliotheken, 6 Leser, 4 Gruppen, 72 Rezensionen

liebe, blog, mauerblümchen, naschmarkt, single

Naschmarkt

Anna Koschka
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.08.2012
ISBN 9783426511206
Genre: Liebesromane

Rezension:

INHALT Dotti ist eine erfolgreiche Literaturkritikerin, liebt ihre Bücher, ihre Katze und das Singledasein. Jetzt soll sie für ihre Zeitung bei einer literarischen Datingplattform im Internet Recherche betreiben. Doch Dottis Blog über ihre Erfahrungen eine solche Singlebörse spricht ganz Österreich an…

MEINE ERWARTUNGEN Da ich nicht häufig solche Bücher lese, waren meine Erwartungen nicht sehr hoch. Ich wollte gut unterhalten werden und hoffte dennoch, dass die Geschichte nicht zu flach und vorhersehbar wird.

MEINE EINDRÜCKE Beginnt die Geschichte doch recht klischeehaft, so nimmt sie bald an Fahrt auf und wird immer interessanter.
Dotti, die kleine quirlige, leicht tollpatschige Literaturkritikerin, ist so gar nicht auf den Mund gefallen und liebt Bücher über alles. Sie war mir sofort sympathisch. Man spürt Anna Koschkas Liebe zur Literatur, die sie an Dotti weitergegeben hat. Bei manchen Textpassagen ging mir richtig das Herz auf. Und an anderen Stellen musste ich sehr lachen. Dotti feuert schnell, redet ohne nachzudenken und ist absolut ehrlich. Ihr Humor entspricht meinem, so dass ich voller Empathie für sie war. Nicht zuletzt wegen der Protagonistin war das Buch interessant für mich: ich liebe Katzen und Bücher ebenso sehr wie sie und meine Zunge ist gerne mal schneller als mein Kopf.

Die Geschichte selbst ist zunächst einmal ohne große Überraschungsmomente aufgebaut. Es wirkt nicht neu, als wäre alles schon einmal da gewesen. Dann aber leise und ohne das man es zunächst merkt, dreht sich die Handlung und wird sogar spannend! Begleitet wird Dotti dabei von sehr lieben Freundinnen, einer verrückten Mutter und einer alten Damen, die im Kopf gar nicht so alt ist. Auch die Männer, die ihre Welt durcheinander wirbeln, sind alle auf ihre Art total liebenswert. Anna Koschka hat sich wirklich viel Mühe mit den Charakteren gemacht, die alle Unikate mit kleinen Klischees sind. Dabei wirken sie total echt und man beneidet Dotti manches Mal um solch tolle Freundinnen.

Mein kleines Kritikerherz kann natürlich nicht stillhalten, aber die kleinen Schwächen, die dieser Roman vielleicht hat, werden durch den Humor und die Herzlichkeit mehr als wett gemacht. Da ist es nicht so schlimm, dass das Ende etwas schnell daherkam und der Anfang zu langsam.

FAZIT Ich war total positiv überrascht! Natürlich ist die Handlung nicht total neu, aber die Figuren sind es! Allen voran Dotti: erfrischend, bodenständig und total normal chaotisch. Dieser Roman ist nicht nur für Liebhaber der Frauenliteratur etwas, sondern auch für alle anderen! Naschmarkt ist eine leichte, spritzige Lektüre für zwischendurch und besticht durch realistische und zugleich verrückte Figuren sowie einem tollen leichten Schreibstil. Kein Buch, das man mehrmals liest, aber ein Buch, das man gelesen haben sollte, denn ein Lächeln ist garantiert.

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545 Bibliotheken, 4 Leser, 6 Gruppen, 98 Rezensionen

zeitreise, liebe, zeitreisen, cia, jugendbuch

Sturz in die Zeit

Julie Cross , Birgit Schmitz
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.08.2012
ISBN 9783841422095
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT Jackson ist eigentlich ein ganz normaler 19-jähriger Teenager. Bis er entdeckt, dass er ein paar Stunden zurück in der Zeit reisen kann. Nun beginnt er, mit seinem Freund Adam herauszufinden, welche Gesetzmäßigkeiten dahinterstecken. Doch noch ist alles ein Spiel… bis bewaffnete Männer Jackson und seine Freundin Holly überfallen und Holly töten. Vor lauter Panik springt Jackson in die Zeit zurück. Aber diesmal sind es nicht wenige Stunden vor dem Ereignis, sondern zwei Jahre. Und er kann nicht wieder zurück. Von da an hat er nur noch eines im Sinn: irgendwie den Weg zurück schaffen und Holly retten!

MEINE ERWARTUNGEN Kurz gesagt: ich wollte eine spannende, aufregende Geschichte rund um das Thema Zeitreisen.

MEINE EINDRÜCKE Der Anfang des Romans liest sich schon sehr interessant. Wir erleben, wie Jackson mit dem Zeitreisen experimentiert. Er fragt sich zwar, warum er das kann, aber er macht sich keine bösen Gedanken dazu. Dies kippt schnell um, als er mit ansehen muss, wie seine Freundin Holly getötet wird. Von jetzt an überschlagen sich die Ereignisse…ziellos und verzweifelt springt er in der Zeit umher. Und genauso wie er ist auch der Leser verzweifelt und ziellos.

Aufgrund der vielen Sprünge zu Beginn der Geschichte fehlt es ein wenig an Orientierung. Zudem weiß der Leser genauso wenig wie Jackson, wie das Zeitreisen bei ihm funktioniert. Und so fachsimpelt er zusammen mit seinem Freund Adam darüber und stellt allerlei Theorien auf. Diese tragen aber nicht zum Verständnis bei, sondern verwirren noch mehr.
Man könnte meinen, das wäre die Absicht der Autorin gewesen: Der Leser fühlt sich genauso wie der Protagonist: ratlos, verzweifelt, verunsichert. Ein geschickter Schachzug…. mir hat es aber nur wenig Lesevergnügen bereitet.
Zudem tauchen nach und nach immer mehr Figuren auf, von denen man ahnt, dass sie wichtig sein könnten, aber sie lassen sich nicht richtig einordnen: wer sind sie? welche Rolle spielen sie? Auch damit ist man so schlau wie Jackson. Nur diese Unsicherheit und Unwissenheit zieht sich so lange hin, dass ich bald die Lust und den Überblick verlor.
Aber auch Jackson selbst wird erst zum Ende der Geschichte hin wirklich greifbar. Zu Beginn konnte ich mir kein rechtes Bild von ihm machen, da er nicht nur vor seiner Freundin seine Gefühle verbirgt, sondern auch vor dem Leser. So konnte ich auch nur schwer mit ihm mitfühlen.

Hat man einmal verstanden, worum es geht, dann ist die Geschichte eigentlich sehr interessant. Die Thematik der Zeitreisen ist wirklich spannend aufgebaut und auch die vielen Andeutungen im Roman machen neugierig. Zumal Sturz in die Zeit ja der Auftakt zu einer Trilogie sein soll. Am Ende bleibt wirklich vollkommen offen, was im nächsten Teil passieren könnte.

FAZIT Trotz der eigentlich wirklich interessanten (Hintergrund-)Geschichte konnte mich der Roman nicht mitreißen. Er ist nicht schlecht oder total langweilig, aber es fehlte ihm an Tiefe. Die Figuren sind alle (einschließlich des Protagonisten) nur oberflächlich angelegt, die Handlung ergeht sich in vielen Andeutungen und der Leser wird mehr verwirrt als mitgenommen. Sturz in die Zeit ist ganz offensichtlich ein Prolog zu etwas Weiterem. So bleibt nur zu hoffen, dass der zweite Teil mehr bietet. Ich werde diese Trilogie allerdings nicht streng weiter verfolgen.

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105 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

angst, liebe, lebensweisheiten, sex, weisheiten

Die Schriften von Accra

Paulo Coelho ,
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 07.01.2013
ISBN 9783257068481
Genre: Romane

Rezension:

KLAPPENTEXT […] Er ist vor langer Zeit auf der Suche nach Abenteuern und Reichtum in die Welt hinausgegangen und zufällig in Jerusalem gelandet. In einer magischen Nacht, als ein feindliches Heer die Stadt bedroht und alles verloren scheint, antwortet der geheimnisvolle Fremde auf die großen Fragen der Menschen, die über die Jahrtausende immer wieder gestellt werden: Liebe, Sex, Mut, Siegen und Scheitern, Alleinsein können und friedliches Miteinander. […]

MEINE ERWARTUNGEN Paulo Coelho ist für mich der Mann der (versteckten) Botschaften über das Leben. Ich wünschte mir eine schöne Geschichte, die über das Leben erzählt und wie man es leben sollte.

MEINE EINDRÜCKE Zunächst einmal vorweg: Es ist kein Roman im eigentlichen Sinne. Denn eine richtige Handlung gibt es nicht. Das, was auf dem Klappentext steht, beschreibt die Ausgangssituation. Der Hauptteil des Buches wird von den Antworten des geheimnisvollen Fremden auf die Fragen der Menschen eingenommen.
So liest sich das Buch nicht wie eine Geschichte, sondern mehr wie ein kleiner Ratgeber. Ein recht spiritueller, religiöser Ratgeber. Denn Gott und die Schöpfung spielen hier immer wieder eine Rolle. Wenngleich es hier nicht speziell um einen bestimmten Gott geht. Schließlich befindet man sich in Jerusalem: der Stadt, in der Juden, Muslime und Christen zusammenleben.

Ich habe das Büchlein auf zwei Zugfahrten gelesen. Schon nach wenigen Seiten war ich total versunken in die Antworten des Fremden und wünschte mir, Post-its oder einen Bleistift dabei zu haben. Denn es wimmelt nur so von Lebensweisheiten. Immer wieder musste ich lächeln oder Gedanken versunken aus dem Fenster schauen.
Dem ein oder anderen mag dies zu plakativ sein, aber Paulo Coelho kleidet diese Sätze in so schöne Worte, die so sanft und leise daherkommen, dass man sich ihnen nur schwer verschließen kann.

Man kann dieses Buch auch einfach mal zwischendurch zur Hand nehmen. Nach einer Frage blättern und sich die Antwort dazu durchlesen. So passt es eigentlich zu jeder Lebenslage. Denn die Fragen, die gestellt werden, hat sich eigentlich jeder schon einmal gestellt.

FAZIT Ich habe dieses Buch schnell in mein Herz geschlossen. Auch wenn es kein Roman ist, wie ich es erwartet hatte, so ist es doch wiederum Coelho durch und durch. Sicherlich kein Buch für jedermann, aber "Ein Buch darüber, dass man jeden Augenblick so bewusst leben sollte, als wäre es der letzte, und dass man seine Träume nicht aufschieben soll."

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1.243 Bibliotheken, 21 Leser, 10 Gruppen, 236 Rezensionen

dystopie, liebe, day, june, legend

Legend - Fallender Himmel

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Loewe, 10.09.2012
ISBN 9783785573945
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT June ist das Wunderkind der Republik und arbeitet auf eine ruhmreiche Karriere im Militär hin. Aber sie hat auch einen Dickkopf und widersetzt sich gerne den Regeln. Day ist der meistgesuchte Verbrecher der Republik und als er auf einer Flucht Junes Bruder niedersticht, beginnt June die Jagd auf Day. Doch schon bald merkt sich, dass ihre Interessen mit denen ihrer Vorgesetzten kollidieren. Nun stellt sich ihr die Frage, wer gut und wer böse ist… Day oder die Republik?

MEINE ERWARTUNGEN Nachdem Sturz in die Zeit für mich leider nicht so fesselnd war, hoffte ich natürlich, dass Legend dies wettmachen kann. Meine Erwartungen waren aber entsprechend niedrig angesetzt. Ich wollte, wie bei allen Dystopien, eine interessante Zukunftswelt, Spannung und etwas Gesellschaftskritik. Gerne auch ein wenig Liebe und Romantik.

MEINE EINDRÜCKE Die Geschichte ist von Anfang an interessant. Der Leser wird ohne viel Feder lesen in die Handlung hineingeworfen. Nur nach und nach erfährt er mehr über die Welt, in der sich Day und June bewegen und welche Lebensgeschichte sie mit sich tragen.

Eigentlich ist der Roman sehr klassisch aufgebaut. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven abwechselnd erzählt: Day und June schildern jeweils aus ihrer Sicht die Erlebnisse. So bleibt die Spannung auf einem konstanten Level. Die Wendungen kommen nicht allzu überraschend, halten den Leser aber dennoch am Lesen.
Marie Lu kommt auch schnell zum eigentlichen Konflikt: Auf ihrer Jagd nach Day stellt June bald fest, dass dieser gar nicht der gemeingefährliche Verbrecher ist, wie ihn die Republik darstellt. Ebenso wie sie hat Day eine zerbrechliche Seite an sich und begeht seine Delikte aus privaten Gründen. Seine menschliche Seite verunsichert sie und so beginnt June ihre Welt zu hinterfragen. Da der Leser nie schlauer ist als June oder Day, entsteht eine besondere Spannung, die an das Buch fesseln kann.

Beide Protagonisten sind wirklich schön ausgestaltet. Sie haben viele Gemeinsamkeiten, aber nicht zuletzt ihre sehr unterschiedliche Herkunft bringt doch einige Unterschiede mit sich. Die übrigen Charaktere werden nur soweit skizziert, wie es für die Handlung notwendig ist. So bleibt der Fokus ganz klar auf dem Duo.

Trotz des schlichten, gut verständlichen Schreibstils hat mir eine schöne Ausgestaltung der Lebensräume von Day und June gefehlt. Ich konnte mir nicht so recht vorstellen, wie es um sie herum aussieht. Zum Beispiel beschreibt Day am Anfang, dass sein Fahndungsfoto auf einem JumboTron abgebildet ist. Aber wie dieses Gefährt aussieht oder sich bewegt, bleibt völlig offen. Solche Details sind mir aber gerade in einer Dystopie, die ja eine uns fremde Welt beschreibt, sehr wichtig.
Trotzdem fand ich Legend wirklich nicht schlecht. Dies liegt vor allem an den Andeutungen, die in die Geschichte eingestreut werden. Man möchte letztendlich doch noch erfahren, wie die Geschichte von Day und June weitergeht. Man möchte die Geheimnisse der Republik aufdecken und mehr über diese Welt erfahren. 

FAZIT Trotz der kleinen Mängel in der Ausgestaltung überzeugte mich vor allem der hohe Spannungs- und Actionfaktor in Legend. Ich werde diese Trilogie zwar nicht konsequent weiter verfolgen, aber ich bin doch gespannt, wie es weitergehen wird!

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(1.648)

2.891 Bibliotheken, 44 Leser, 14 Gruppen, 239 Rezensionen

dystopie, liebe, flucht, ky, cassia

Die Flucht

Ally Condie , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 20.01.2012
ISBN 9783841421449
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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(644)

1.357 Bibliotheken, 26 Leser, 7 Gruppen, 114 Rezensionen

dystopie, liebe, ky, xander, cassia

Die Ankunft

Ally Condie ,
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 08.01.2013
ISBN 9783841421517
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT Endlich haben sie es geschafft. Sie haben die Erhebung erreicht, sie konnten fliehen. Nun wollen sie die Rebellen im Kampf gegen das System unterstützen. Dazu wird jedem eine Aufgabe zugeteilt, die seinen Fähigkeiten entspricht. Ky soll zum Piloten ausgebildet werden, doch Cassia wird zurück in die Gesellschaft geschickt. Wieder werden sie getrennt und wieder läuft es nicht so, wie sie geplant haben. Werden sie dennoch zueinander finden? Und können sie die Gesellschaft stürzen?

MEINE ERWARTUNGEN Meine Erwartungen war eigentlich eher Hoffnungen und besonders Vorfreude. Die ersten beiden Bände aus der Trilogie haben mir so gut gefallen, da freute ich mich auf den Abschluss. Ich war neugierig, wie die Geschichte um Cassia, Ky und Xander ausgehen wird. Für wen sie sich entscheidet und was aus der Gesellschaft wird. Ich hoffte auf eine spannende Geschichte, ein sinnvolles Ende und mehr noch mehr Details zu den Hintergründen.

MEINE EINDRÜCKE Verwirrung. Das ist der erste Eindruck. Wo bin ich hier? Was geschieht gerade? Das sind die Fragen, die ich mir als Leser stelle. Das sind auch die Fragen, die sich die Protagonisten stellen. Ich bin also sofort wieder mitten in der Geschichte.

Doch diesmal beginnt die Geschichte mit Xander. Denn passend zum dritten Teil einer Trilogie, bei der der erste Teil aus Cassias Sicht und der zweite aus Cassias und Kys Sicht erzählt wurden, erleben wir die Geschichte nun aus drei Perspektiven: abwechselnd erzählen Cassia, Ky und Xander, was in ihnen vorgeht, was mit ihnen passiert und welchen Entscheidungen sie gegenüberstehen. Das ist zunächst ungewohnt und braucht auch einige Kapitel, bis man sich so richtig zurechtfindet. Aber jeder der drei redet und denkt anders, so dass es schon bald nicht mehr schwerfällt, die Geschehnisse richtig zuzuordnen. Vereinfacht wird dies zudem, dass am Seitenrand immer der jeweilige Name des Erzählers steht. Wunderbar gelöst, wie ich finde!

Wie auch schon bei den beiden Vorgängern bekommt der Leser hier eine Fülle von Informationen und Gedanken präsentiert. Die Geschichte rund um die Gesellschaft, die Erhebung und den drei jungen Menschen wird immer dichter und fügt sich Stück für Stück zusammen. Und dennoch hielt die Verwirrung länger als nur die paar Eingangskapitel an…
Das lag an der völlig neuen Situation. Alle drei befinden sich an einem völlig neuen Ort, erleben völlig neue Dinge und so wie sie muss sich auch der Leser erst einmal orientieren. Immer wieder kommt die Frage auf: Was passiert hier eigentlich wirklich? Das fordert ein wenig Lesegeduld. Doch ab der Hälfte des Buches wird es wirklich wieder richtig spannend. Nun arbeiten Cassia, Ky und Xander zusammen, haben mehr oder weniger das gleiche Ziel und als Leser kann man wieder eine Ahnung entwickeln, wo die Geschichte hinführen sollte… und am Ende ist er dann doch wieder überrascht.

Wie gewohnt führt Ally Condie auch in Die Ankunft ihren einfühlsamen, sehr detaillierten und ruhigen Erzählstil weiter. Nach und nach fügt sie die Stücke des Geschehens aus den anderen Bänden zusammen, ähnlich wie vielleicht J.K. Rowling es mit Harry Potter tat: erst ganz zum Schluss überblickt man, wie alles wirklich abgelaufen sein muss und dennoch bleiben ein paar Lücken, die die Geschichte sehr real und authentisch wirken lassen. Diese Lücken sind die menschlichen Fehler und die menschliche Unwissenheit, der man selbst jeden Tag begegnet. Kein Leben und keine Lebensgeschichte ist bis ins letzte Detail durchgeplant.

Das ist es auch, was Ally Condie mit ihrer Trilogie vermittelt: Die Freiheit zur Wahl. Man kann sein Leben nicht planen und schon gar nicht sollte es jemand anderes für einen tun. Jeden Tag und in jeder Minute muss man Entscheidungen fällen, die oft auch das Leben anderer beeinflussen. Aber genau dies macht das Leben lebendig, vielfältig und lebenswert. Nur so kann man seine Persönlichkeit entwickeln und seine Fähigkeiten in vollen Zügen ausschöpfen.
Nicht zuletzt diese Botschaft und die aufwallende Spannung ab der Hälfte des Buches bringen die Trilogie zu einem wirklich runden Abschluss, so dass man den Buchdeckel mit einem Lächeln zuklappen kann.

FAZIT Trotz des wirklich zögerlichen und leicht zähen Anfangs setzt Ally Condie ihre Trilogie konsequent fort. Wieder erleben wir eine eher subtile Spannung, die nicht auf actionreiche Szenen setzt, sondern das Bedürfnis des Menschen anspricht, seinen eigenen Weg zu entfalten, gleichzeitig aber die größtmögliche Sicherheit für sein Leben zu erzielen. Dieses Spannungsfeld gepaart mit den Fragen nach der richtigen Wahl des Partners und der Frage nach seinem Platz in einer Gesellschaft machen Die Ankunft zu einem schönen Trilogieabschluss und einem schönen Buch über das Erwachsenwerden.

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486 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 87 Rezensionen

facebook, liebe, chat, internet, jugendbuch

Im Pyjama um halb vier

Gabriella Engelmann , Jakob M. Leonhardt
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2013
ISBN 9783401067933
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT Lulu hat auf einer Party den tollen Marco gesehen. Jetzt sucht sie über Internet dessen besten Freund Ben, um ihn zu fragen, ob Marco eine Freundin hat. Doch sie lernt dabei einen ganz anderen Ben kennen. Schnell entwickelt sich zwischen den beiden eine Internetfreundschaft. Sie erzählen sich von ihrem Kummer, geben sich gegenseitig Liebesratschläge und meistern ganz einfach das alltägliche Teenagerchaos. Doch bald schon wächst das Interesse am Gegenüber…wer steckt hinter Lulu Rakete und wer ist Ben Schumann wirklich?

MEINE ERWARTUNGEN Ich hatte mir vor Lesebeginn eigentlich keine großen Gedanken zu dem Roman gemacht. Auf Facebook habe ich allerdings schon viel mitbekommen. Denn das Besondere an diesem Roman ist, dass die beiden Charaktere Lulu und Ben auch auf Facebook ein Alter Ego haben und so ihre Leser auf Trab halten. Ich finde diese PR-Idee wirklich toll und zeitgemäß. Das machte mich neugierig auf den Inhalt des Buches.

MEINE EINDRÜCKE Auch hier muss ich wieder ein paar Worte zur Aufmachung verlieren. Denn nicht nur das Cover ist schön bunt und fröhlich, auch die Seiten sind bunt: das heißt, die Schrift ist blau und vor jedem Namen steht ein kleines buntes Icon. Ganz so wie man es aus einem sozialen Netzwerk im Internet kennt. Auch der Aufbau der Geschichte ist dem nachempfunden. So liest man hier eine Art Briefroman in einer modernen Variante: einen Chat-Roman.
Mehr oder weniger abwechselnd schreiben sich Ben und Lulu via Chat ihre Gefühle und Gedanken. Zwischendurch gibt es dann auch mal noch eine Statusmeldung von einem der beiden, die das aktuelle Geschehen ein wenig abstrahieren.

Diese Idee hat mir sehr gut gefallen. Man liest sich da auch sehr schnell rein und hat bald zwei junge Menschen vor Augen, die jeweils vor ihrem PC sitzen und schreiben. Ich gehöre ja quasi der ersten Generation an, die Internet als Teenager miterlebt hat. Damals war chatten ganz groß!
Lulu und Ben sind zwei sehr warmherzige Charaktere. Sie wirken für ihr Alter (16 und 17) manchmal etwas erwachsener als ihre Zeitgenossen, was aber vielleicht auch nur daran liegt, dass man normalerweise nicht in die Köpfe von jungen Menschen hineinsehen kann und so vielleicht von dem einen oder anderen Gedankengang überrascht ist. Ich hab mich daher immer wieder gefragt, ob ich mir selbst auch solche Gedanken in dem Alter gemacht habe.
Insgesamt wirken die beiden aber sehr authentisch und echt. Da Frau Engelmann Lulus Parts geschrieben hat und Herr Leonhardt Bens, bekommt man hier wirklich eine echte geschlechtsspezifische Sichtweise auf so unterschiedliche Themen wie Liebe, Drogen, Familie und Freundschaft. So musste ich bald mal zustimmend nicken und bald habe ich ganz neugierig Bens Antworten auf Lulus Fragen gelesen. Denn vielleicht kann ich ja noch etwas lernen!

Die Handlung selbst war für mich nicht so sehr überraschend. Lediglich das Ende hatte noch einmal einen schönen Wendepunkt für mich. Nichtsdestotrotz blieb der Roman aber unterhaltsam und für jüngere Leser ist es sicherlich spannungsreicher und überraschender als für mich. Es blieb aber alles sehr logisch und stimmig, so dass ich die kleine Geschichte zwischen Lulu und Ben sehr gerne und in einem Rutsch (ca. 4 Stunden) durchgelesen habe!
Handlung und Aufbau mögen so manchen an Daniel Glattauers Gut gegen Nordwind erinnern. Jener war ein Emailroman über zwei Erwachsene, die sich per Zufall kennen- und lieben lernten. Und ich muss zugeben, dass Im Pyjama um halb vier dem ähnlich ist. Lulu und Ben sind eine tolle jugendliche Ausgabe von Emmi und Leo!

FAZIT Ich kann diesen Roman wirklich weiterempfehlen! Auch wenn er für mich stellenweise nicht überraschend, vielleicht sogar vorhersehbar war, so ist er doch ein ganz toller Jugendroman! Er behandelt beinahe alle Themen, die einen mit 16/17 interessieren und ist dabei feinfühlig und authentisch. Obwohl ich vielleicht nicht die Zielgruppe bin, habe ich dennoch mitgefiebert und mitgelitten. Ein rundum schöner, unterhaltsamer und gelungener Briefroman der Moderne!

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576 Bibliotheken, 5 Leser, 3 Gruppen, 120 Rezensionen

eisenheim, fantasy, liebe, schatten, flora

Stadt aus Trug und Schatten

Mechthild Gläser
Fester Einband: 412 Seiten
Erschienen bei Loewe, 09.01.2012
ISBN 9783785574027
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT Eigentlich ist Flora ein ganz normales Mädchen. Sie tanzt gerne Ballett, trifft sich mit ihren Freunden und kümmert sich um den Haushalt und ihren Vater. Doch dann sieht Flora merkwürdige Schatten und ihre Träume wirken so real. Eines Nachts im Traum erfährt sie dann, dass sie nun zu den Wandernden gehört: jene, die ihre Träume bewusst erleben und so durch die Traumwelt Eisenheim wandern können. Doch noch etwas erfährt Flora: vor kurzem wurde der Schicksalsstein von Eisenheim gestohlen und anscheinend war es Flora. Nur kann sie sich gar nicht mehr daran erinnern…

MEINE ERWARTUNGEN In die Wanderliste hatte ich mich eigentlich relativ blind eingetragen. Als das Buch schließlich bei mir ankam, musste ich erst einmal den Klappentext lesen. Danach war meine Neugierde geweckt. Es klang nach Spannung, Abenteuer und ein wenig Geheimniskrämerei.

MEINE EINDRÜCKE Schon die ersten Sätze begeisterten mich. Sie waren poetisch, melodisch und entführten mich als Leser sofort in Floras chaotische Welt.

Flora ist total normal. Ein ganz normales Mädchen von nebenan, mit ganz alltäglichen Sorgen und Wünschen. Doch plötzlich wird ihre Welt noch mehr durcheinander gewirbelt, als sie merkwürdige Schatten in der ganzen Stadt sieht. Und dann noch ihre seltsamen Träume…
Die ganze Geschichte über bleibt Flora sich selbst treu: sie ist willensstark, vorlaut und eine geborene Kämpferin. Auch wenn sie noch nicht so genau weiß, für wen und auf wessen Seite sie kämpft, am Ende bemüht sie sich das Richtige zu tun und dabei sie selbst zu bleiben. Keine einfache Aufgabe, wie man sich denken kann. Dies erschwert ihr auch noch Marian. Der Junge, der plötzlich in ihrem Leben auftaucht. Er steckt voller Geheimnisse, sieht gut aus und übt eine starke Anziehungskraft auf Flora aus. Bis zum Schluss bleibt er eine faszinierende Mischung aus kindlichen Träumen und männlichem Beschützer. Dass sich Flora in so einen Kerl verlieben will, erscheint vollkommen verständlich.
Und auch die übrigen Charaktere sind alle wunderbar ausgestaltet. Bis zur kleinsten Nebenfigur hat man sie alle sofort vor Augen. Das gibt dem Roman einen ganz besonderen, runden Charakter.

Dies liegt natürlich vor allem auch an Mechthild Gläsers Schreibstil. Ich erwähnte ja schon, dass ich ihn als melodisch und poetisch empfand. Das heißt aber nicht, dass er besonders hochgestochen und schwer verständlich ist. Ganz im Gegenteil: mit einfachen Worten und einer nicht zu überladenen Genauigkeit erschafft Gläser hier eine so plastische Welt, dass man einfach nicht aufhören kann zu lesen.

Die Handlung selbst ist spannend, logisch und voller Gefühl. Von der ersten Sekunde an habe ich mitgefiebert und mitgelitten. Die Mischung aus realer Welt und Traumwelt fasziniert und ließ mich auch außerhalb der Lesestunden daran denken: vielleicht gibt es das ja wirklich? Bis kurz vorm Schluss wird die Spannung aufrecht gehalten, sogar gesteigert und ich wusste nicht, wie Flora ihr Rätsel lösen wird. Es gab einfach so viele denkbare Lösungswege, so dass das Ende des Buches überraschend und zugleich vollkommen plausibel ist.

Ich habe zwischendurch immer mal wieder an einige große deutsche Schriftsteller denken müssen: Michael Ende mit Momo oder Die unendliche Geschichte, Ottfried Preußler mit Krabat… in diese Reihe kann man auch ohne Zögern Stadt aus Trug und Schatten einordnen. Es hat alles, was ein toller Jugendroman braucht: Spannung, Fantasie, Gefühl und tolle Charaktere und einen wunderbaren Schreibstil.

FAZIT Lest dieses Buch! (Wenn ihr es noch nicht getan habt.) Ich habe keinerlei Kritikpunkte. Doch vielleicht einen: dass es nun zu Ende ist. Aber, wie ich gerade recherchiert habe: Es ist eine Trilogie! Ich bin begeistert! Der zweite Teil ist in der Fertigstellung.

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823 Bibliotheken, 16 Leser, 5 Gruppen, 78 Rezensionen

london, magie, krimi, jazz, fantasy

Schwarzer Mond über Soho

Ben Aaronovitch , Christine Blum
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.07.2012
ISBN 9783423213806
Genre: Fantasy

Rezension:

INHALT Innerhalb kürzester Zeit sterben zwei Jazzmusiker eines merkwürdigen Todes. Beide haben die gleiche magische Aura um sich. Peter Grant findet heraus, dass beide Musiker im gleichen Club gespielt haben. Besteht da ein Zusammenhang? Zeitgleich sterben aber auch noch andere Männer eines sehr grausamen und brutalen Mordes – auf der Toilette. So begibt sich der junge magische Constable auf Spurensuche quer durch Soho…

MEINE ERWARTUNGEN Ich habe den ersten Band aus dieser Reihe, Die Flüsse von London, derzeit an meinen Chef verliehen. Er war genauso fasziniert wie ich von diesem Roman. Das machte mir wieder Lust auf Peter Grant und Co. und so las ich los. Ich wollte wieder einen spannenden Krimi, mit einer Portion Magie, Witz und Kuriosität. Einfach gute Unterhaltung auf ganzer Bandbreite.

MEINE EINDRÜCKE Normalerweise sage ich ja nichts zur Aufmachung eines Buches. Aber seht euch dieses Cover an! Es ist bunt, poppig und passt wunderbar zum Inhalt des Buches. Denn dieser ist ebenso bunt und poppig, ein klein wenig skurril und schräg. Fast ein durchgeknallter Comic.

Die Handlung beginnt eigentlich erst recht harmlos. Sie knüpft an das Ende des ersten Bandes an, führt den Leser somit behutsam zurück nach London. Auch der erste Tote scheint noch nichts Ungewöhnliches zu sein, vielmehr dient auch er dazu, den Leser wieder in die magische Welt Peter Grants zurückzuführen. All die Begriffe und Besonderheiten werden wieder aufgegriffen und so taucht man langsam und genüsslich in die Handlung ein. Nach und nach nimmt die Geschichte dann an Fahrt auf, sie wird immer verzwickter und skurriler. Damit steigt aber auch die Spannung. Gleichzeitig präsentiert uns Ben Aaronovitch immer wieder tolle Häppchen seines schrägen Humors.
Neben alten bekannten Figuren wie Peter Grant, seinem Vorgesetzten Nightingale und seiner Kollegin Lesley fügen sich auch immer mehr neue Charaktere in die Geschichte ein. Ähnlich einem "normalen", skandinavischem Krimi bedarf es hier etwas mehr an Konzentration, um die Toten, Zeugen und Ermittler den zwei Fällen gut zuordnen zu können. Daher ist es auch nicht ratsam, längere Pausen zwischen den Lesestunden einzulegen, da man sonst leicht die Übersicht verlieren könnte. Alle Figuren sind aber liebevoll ausgestaltet, haben ihre ganz eigenen Macken und sind so unverwechselbar einmalig.

Der Schreibstil ist ähnlich dem in Die Flüsse von London. Manch ein Leser kommt damit nicht zurecht. Denn er ist manchmal etwas sprunghaft: so referiert Peter Grant zum Beispiel zwei Absätze lang über einen magischen Terminus und springt dann plötzlich zurück zum Fall. Aber daran kann man sich gewöhnen, vor allem wenn man ganz in die Geschichte eingetaucht ist. Das Besondere am Schreibstil ist mit Sicherheit der Humor. Ich empfinde ihn als sehr britisch, schräg und sarkastisch. Dabei überschreitet er aber nicht die Grenzen des Geschmackvollen, sondern ist immer an passenden Stellen eingesetzt.

Insgesamt habe ich wirklich nichts an Schwarzer Mond über Soho auszusetzen. Wem schon Die Flüsse von London gefallen hat, der wird auch die Fortsetzung mögen. Ben Aaronovitch ist für mich ein absolut moderner Schriftsteller, dem es wunderbar gelungen ist, genreübergreifend einen unterhaltsamen und fesselnden Roman zu schreiben. Ach, nicht nur einen…es sind ja jetzt schon zwei…

FAZIT Schwarzer Mond über Soho zeichnet sich durch eine gekonnte Mischung aus spannendem Kriminalfall, wunderbarem Humor und einer Prise Magie aus. Alles zusammen ergibt einen tollen Roman, der Lust auf die Fortsetzung macht!

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478 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 71 Rezensionen

märchen, rumpelstilzchen, liebe, fantasy, moor

Der geheime Name

Daniela Winterfeld
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.01.2013
ISBN 9783426511275
Genre: Fantasy

Rezension:  
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(181)

433 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 72 Rezensionen

tod, trauer, liebe, krebs, freundschaft

Wie viel Leben passt in eine Tüte?

Donna Freitas , Christine Gallus
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Gabriel ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 17.08.2012
ISBN 9783522303125
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Roman ist in mehrere Abschnitte, entsprechend den Dingen im Survival Kit, eingeteilt. Über jedem Kapitel findet sich ein Songtitel, der zum darauf folgenden Inhalt passt. Diese Aufteilung hat mir wirklich gut gefallen, wenngleich nicht jeder Gegenstand aus der Tüte gleichviel Raum gegeben wird. Doch selbst die Songtitel haben eine Bedeutung für die Handlung und sind nicht nur ein schlichtes Gestaltungselement der Autorin. Das hat sie wirklich sehr schön gelöst, es rundet den Roman noch einmal ab.

Die Handlung beruht auf einer wahren Begebenheit. So hat Donna Freitas' Mutter selbst immer Survival Kits gebastelt und aus der Widmung lässt sich vermuten, dass die Mutter leider auch verstorben ist. Letztendlich fühlte sich Donna Freitas zu ihrem Roman inspiriert.
Die Geschichte handelt von Rose, einem gerade 17 jährigen Mädchen, dass ihre Mutter an den Krebs verloren hat. Zwar findet Rose ihr Surival Kit gleich am Tag der Beerdigung, aber sie ist noch nicht dazu fähig, sich mit den einzelnen Dingen zu beschäftigen. So erzählt der Roman zunächst, welche Auswirkungen Roses Trauer auf ihr Leben hat, auf ihre Beziehung zu Chris, auf ihre Familie. Wenn sie dann beginnt, sich nach und nach einem Gegenstand aus der Tüte zu widmen, lernt sie nicht nur sich selbst besser kennen und verarbeitet ihre Trauer, auch der Nachbarsjunge Will gerät in ihr Blickfeld. Zwischen den beiden entwickelt sich bald eine Freundschaft, denn sie teilen das gleiche Schicksal: Will hat seinen Vater verloren.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Rose erzählt. So bekommt man einen direkten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle. Für mich war sie eine typische Jugendliche: manchmal sehr störrisch, ichbezogen und natürlich sehr emotional. So ist sie in ihren Tiefpunkten absolut nicht in der Lage, sich auf andere Menschen und deren Gefühle einzulassen oder ihren Alltag zu bewältigen. Das passt aber sehr gut zu ihrer Trauer. So wirkt ihr Verhalten meistens sehr stimmig und immer authentisch. An zwei, drei Stellen konnte ich ihre Aktionen nicht nachvollziehen, aber das in der Handlung insgesamt nicht gestört.
Auch die Nebenfiguren wie ihre Familie und ihre Freunde sind alle sehr rund gezeichnet, handeln im Rahmen ihrer Charakterzeichnung sehr authentisch und stimmig. Besonders hervorheben möchte ich hier Roses beste Freundin Krupa: sie ist eine sehr starke, lebensbejahende und verständnisvolle Freundin. Sie bringt vor allem zu Beginn des Romans den nötigen Schwung und Freude in die Geschichte. Dank ihr kann der Leser auch mehrmals lächeln.
Insgesamt hat mir der Roman richtig gut gefallen. Trotz der vielen Seiten habe ich ihn sehr schnell durchgelesen. Dies liegt nicht zuletzt auch an Freitas' Schreibstil: er ist zwar jugendlich, aber nicht umgangssprachlich. Dadurch aber leicht zu lesen, authentisch, direkt und rührt die richtigen Emotionen des Lesers an. Auch der Spannungsbogen der Handlung ist wirklich schön gestaltet, so dass ich immer weiterlesen wollte, um zu erfahren, wie Rose ihr Leben ohne ihre Mutter meistert. Donna Freitas erzählt nicht nur, wie Rose ihre Trauer verarbeitet. Sie zeigt auch, wie schwer ein Neubeginn nach einem so großen Verlust ist. Dabei beschäftigt sie sich mit allen Facetten des Lebens. So versteht der Leser, dass für Rose nicht einfach eine Lücke entsteht, dort wo ihre Mutter einmal war, sondern jeder Teil ihres Lebens ist davon betroffen.

Dadurch wird der Roman wirklich in sich stimmig und sehr schön rund. Eben weil Donna Freitas an alles gedacht hat. Mein einziger Kritikpunkt war, dass manchen Dingen aus der Tüte sehr wenig Raum gewährt wurde. Auch rutschte der Fokus der Geschichte sehr oft weg von der Tüte und hin zu den zwischenmenschlichen Beziehungen von Rose zu Will, Chris und ihrer Familie. Das fand ich etwas schade. So blieben für mich einige Fragen offen und das Survival Kit war wohl eher nur der Ausgangspunkt für diesen Jugendroman und nicht sein eigentlicher Bestandteil.
Nichtsdestotrotz gelang es Donna Freitas mich (und wie ich aus der Leserunde entnehmen konnte auch alle anderen) zu fesseln und zu berühren. Und das ist die Hauptsache. Dieser Roman regt zum Nachdenken an, lässt dich schmunzeln oder auch mal ein bisschen wehmütig und traurig werden. Wäre Wie viel Leben passt in eine Tüte? ein Film würde ich es als Jugenddrama bezeichnen. Überhaupt lässt sich der Roman wirklich gut verfilmen!
Wenn ihr euch also sowieso schon überlegt hattet, diesen Roman zu lesen, dann kann ich nur sagen: ja, tut es! Er ist wirklich ein Herzstück.

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liebe, hamburg, suizid, selbstmord, beziehung

Wenn die Nacht am stillsten ist

Arezu Weitholz
Buch: 160 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 05.09.2012
ISBN 9783888977756
Genre: Romane

Rezension:

Der Roman beginnt mit einer Art Prolog unter dem Titel "Die Nacht": Anna findet ihren Exfreund Ludwig bewusstlos auf dem Boden. Er scheint eine Überdosis Tabletten genommen zu haben. Das ist aber vollkommen untypisch für Ludwig, der eigentlich immer sehr kontrolliert und mitleidlos war. Daher ist Anna hilflos und weiß nicht, was sie tun soll. In dieser Situation beginnt sie Ludwig zu erzählen, was er alles von ihr gar nicht weiß. Denn das wollte er nie wissen. Doch nun muss er zuhören. So erzählt Anna von ihrer Mutter, ihrer Zeit in Südafrika, ihrem besten Freund und ihrem Aquarium. Es beginnt ein langer, intensiver Monolog, voller Gedanken über das Leben, den Tod, die Liebe. Anna hat nur diesen einen Moment sich zu öffnen und ihren wahren Charakter zu zeigen. Der Leser erahnt eine kaputte, zerbrechliche und zutiefst unsichere Frau, die den bewusstlosen Ludwig immer noch liebt; aber aus Angst, ihm zu schaden, nicht weiß, wie sie sich in diesem Moment verhalten soll.

Nach dem Prolog beginnt die eigentliche Geschichte. Aus den vielen Andeutungen knüpft sich ein Geflecht aus Lügen, Sorgen, Ängsten und Hoffnungen. Nun wird die Geschichte aus der personalen Perspektive Annas erzählt, einen Tag bevor sie Ludwig bewusstlos findet. Er beginnt mit dem Morgen, an dem Ludwig sie ohne Begründung einfach verlässt. Danach begleitet der Leser Anna durch den Tag, der einem Kampf ums Überleben gleicht.
Anna wirkte auf mich wie eine ganz normale Frau Ende 20: sie hat die gleichen Sorgen, Wünsche, Hoffnungen und Träume wie jede andere Frau in ihrem Alter. Und wie diese versucht auch Anna ihr Leben irgendwie in den Griff zu bekommen. Doch das wird bestimmt von ihrer Vergangenheit, ihrer Familie und nicht zuletzt von der Liebe. Durch ihre Normalität konnte mich Anna umso mehr beeindrucken.
Der Schreibstil der Autorin ist unauffällig und leicht zu lesen, hat dabei aber eine ungeheure Intensität, die den Leser trotz des ungewöhnlichen Handlungsaufbaus an das Buch fesseln. In der Geschichte passiert nicht viel, vielmehr wird man Teil von Annas Gedanken und versucht ebenso wie sie zu verstehen, ob und wie sie Ludwig geliebt hat.
Es ist wirklich schwer, den Eindruck, den der Roman bei mir hinterlassen hat, in passende Worte zu fassen. Und ausnahmsweise kann dies vielleicht am besten der Klappentext:

Der Roman bekommt von mir nicht die höchste Bewertung, da er einfach zu schwer im Magen liegt. Es ist definitiv kein Buch, das man mal eben schnell liest. Man muss sich ganz bewusst auf die unkonventionelle, wirklich poetische Erzählweise der Autorin einlassen. Dann wird man aber von all den Gefühlen und Eindrücken erfasst, die die Protagonistin selbst erlebt. Es ist ein Buch, das man mit dem letzten Satz ehrfürchtig zuklappt und erstmal die Stille im Raum geplättet genießt und durchatmet. Viele Minuten später erst findet man wieder Worte.

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paris, liebe, san francisco, new york, handy

Nachricht von dir

Guillaume Musso , Eliane Hagedorn , Bettina Runge
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 12.03.2012
ISBN 9783866123137
Genre: Romane

Rezension:

Der Roman ist wirklich sehr kreativ und modern gestaltet. So findet man hier keine klassisch erzählte Geschichte, sondern eher ein Drehbuch oder eine Collage aus verschiedenen Textsorten.
Dabei darf beinahe jede Figur in diesem Roman einmal selbst das Wort ergreifen. Am Anfang ist dies noch auf die beiden Protagonisten Madeline und Jonathan beschränkt, durchflochten von ihren SMS, die sie sich schicken. Doch schon bald meldet sich Jonathans Schwager und später auch ein Polizist und ein junges Mädchen zu Wort. Zwar wird über jedem Kapitel notiert, wo die jeweilige Szene gerade stattfindet, aber da Madeline und Jonathan später auch viel durch die Gegend reisen, habe ich doch manchmal ein paar Zeilen mehr gebraucht, um zu wissen, wer gerade zu mir spricht. Neben dieser Erzählperspektive und den SMS finden sich auch noch Zeitungsartikel, Notizen und andere Medien wieder. Ich finde diese Art der Erzählweise sehr kreativ, aber auch nicht ganz einfach. Sie erinnert mich an Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz, der seinen Roman nach einem ähnlichen Montageverfahren gestaltet. Gleichzeitig kann dies, gut eingesetzt, die Spannung erhöhen.

Die Handlung beschäftigt sich zunächst ausschließlich mit Madeline und Jonathan, wie die beiden über den jeweils anderen immer mehr Informationen zusammentragen. Sie werden immer neugieriger auf einander und so freute ich mich auf eine schöne Liebesgeschichte. Das Drama dafür war auch schon angeklungen, denn sie trennen mehrere tausend Kilometer von einander. Zudem ist Madeline verlobt.
Aber schon bald wendet sich die Handlung und es gerät mehr und mehr zu einem Krimi. Damit hatte ich nun so gar nicht gerechnet und war im ersten Moment auch enttäuscht. Das schien mir nicht in die Geschichte zu passen.
Die Charaktere sind aber alle wirklich schön ausgestaltet, passen alle gut zusammen. Die verschiedenen Handlungsorte sind auch sehr schön beschrieben, so dass ich mich mehr und mehr wie in einem Film als wie in einem Roman gefühlt habe.

Ich bin definitiv mit den falschen Erwartungen an diesen Roman herangegangen. So schloss ich das Buch auch mit eher gemischten Gefühlen, die bis jetzt (ein paar Tage danach) anhalten. Ich finde die moderne Erzählweise mit der Montage wirklich toll und spannend, aber sie hat mich stellenweise auch überfordert. Denn zum Teil liefen bis zu drei Handlungsstränge zeitgleich ab. Die Geschichte selbst ist rückblickend betrachtet sehr spannend und absolut neu. Ich muss dabei immer wieder an Harry und Sally denken: man sieht sich nicht nur einmal im Leben. Wer Nachricht von dir kennt, weiß, dass es nicht hundertprozentig passt, aber packt man noch dem Krimianteil hinzu…?
Nachricht von dir war mir manchmal zu lang, und es war zu viel von allem drin. Ich hätte mir eine klarere Linie gewünscht. So konnte mich der Roman nicht vollkommen packen und überzeugen. Aber ich bin neugierig auf den Autor geworden und werde garantiert noch etwas von ihm lesen.

FAZIT Weniger Liebesgeschichte als Drama und Krimi.

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schweden, krimi, homosexualität, mord, jerusalem

Später Frost

Kerstin Signe Danielsson , Roman Voosen
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 10.09.2012
ISBN 9783462044492
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meine Erwartungen: Ich habe meine Masterarbeit über Polizeikrimis geschrieben. Dementsprechend waren meine Erwartungen sehr hoch. Ich wünschte mir einen spannenden Fall mit authentischen, gut gezeichneten Charakteren.

Die Erzählte Zeit des Krimis umfasst nur rund eine Woche. Jeder Tag bekommt einen eigenen Abschnitt, der wiederum in mehrere Kapitel eingeteilt wird. Allerdings werden die Kapitel nicht fortlaufend durch den ganzen Roman durchnummeriert, sondern bei jedem neuen Abschnitt beginnt man wieder bei 1. Das hat mir manchmal die Übersicht erschwert.
Hat man schon einige Polizeikrimis gelesen, so findet man sich in diesem Krimi aber schnell zurecht. Wie gewohnt, beginnt der Roman zunächst damit, die Protagonistinnen vorzustellen. So fällt schnell auf, dass Nyström und Forss zwei sehr unterschiedliche Frauen sind. Vor allem Forss scheint ein Geheimnis mit sich zu tragen. So war ich gespannt darauf, wie die beiden zusammenarbeiten würden.

Nachdem die Leiche entdeckt wird, beginnen die Ermittlungen. Auch dies ist zunächst nichts Ungewöhnliches für einen Polizeikrimi. Allerdings gehen die beiden Autoren Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson nun dazu über, die Handlung aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen. So rücken die beiden Kommissarinnen schnell aus dem Fokus und geben den Blick auf die anderen Polizisten aus dem Ermittlungsteam frei. Grundsätzlich finde ich das sehr spannend, da jeder im Team eigene Fähigkeiten und Kniffe mitbringt, die die Ermittlungen vorantreiben könnten. Allerdings haben die Autoren es versäumt, die neuen Charaktere vorher ausreichend einzuführen, so dass ich mich doch mehrmals überrumpelt und überfordert gefühlt habe. Erst nach rund der Hälfte des Buches fand ich mich schließlich gut zurecht und fieberte mit.
So kann ich auch noch nicht viel zu den Charakteren sagen. Schließlich ist Später Frost der Auftakt zu einer Krimireihe. Daher werden die Geheimnisse um Stina Forss zum Teil nur angedeutet und auch ihre Beziehung zu ihrer neuen Chefin ist noch nicht ausgereift. Nyström dagegen wird als Chefin der Ermittlungen schon recht gut skizziert. Aber auch die anderen Teammitglieder wirken authentisch, interessant und sind alle sehr unterschiedlich. Das verspricht sehr spannende und unterhaltsame nächste Fälle.

Der Fall war kreativ und zu Beginn auch noch spannend. Vielleicht habe ich schon zu viele Krimis gelesen, vielleicht war auch der Einblick in die Gefühlswelt des Mörders zu früh in der Handlung angesetzt, jedenfalls hatte ich schon sehr früh einen Verdacht, wer der Mörder ist.
Nichtsdestotrotz hat mir der Roman recht gut gefallen. Mir gefiel besonders gut, dass es verschiedene Handlungsorte gab und das Ermittlungsteam wirklich unterhaltsam ist. Neu an diesem Polizeikrimi im Vergleich zu seinen großen Vorgängern wie Mankell, Adler Olsen oder Sjöwall/Wahlöö sind die zwei Polizistinnen, die wohl im Mittelpunkt des Teams stehen sollen. Zwar erfährt man bei diesen beiden am Meisten von den familiären Hintergründen, dennoch glitten sie durch die vielen Erzählperspektiven immer wieder in den Hintergrund. Ich hoffe, dass dies in den nächsten Fällen anders wird, denn den Ansatz finde ich eigentlich gut und er hatte meine Neugier für diesen Krimi geweckt. So ist der Krimi für mich aber eher im Mittelfeld: gut, aber nicht herausragend.

Fazit: Netter Krimi in gewohnter Schweden-Manier.

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liebe, rassentrennung, rassismus, usa, freundschaft

Zu zweit tut das Herz nur halb so weh

Julie Kibler
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 01.12.2012
ISBN 9783866123250
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch habe ich dankaneswerter Weise über die Leserunde hier bei lovelybooks bekommen. Vielen Dank nochmal dafür auch an dieser Stelle!

Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Da ist zum einen Dorrie in der Gegenwart, die von ihrer Reise mit Isabelle durch ganz Amerika bis nach Cinncinati erzählt. Dort will Isabelle auf eine Beerdigung, ohne zu sagen, wer gestorben ist. Aber Dorrie und Isabelle verbindet mehr als der wöchentliche Haarschnitt. Und so freut sich Dorrie darauf, mehr von Isabelle zu erfahren.
Diese erzählt in Rückblenden und aus der Ich-Perspektive aus ihrer Jugend in den 1940er Jahren. Mit gerade 17 Jahren entdeckt Isabelle ihre Gefühle zu einem schwarzen jungen Mann namens Robert, der Isabelles Vater bei handwerklichen Belangen unterstützt. Diese Liebe ist verboten und könnte Robert sogar das Leben kosten. Und dennoch versuchen die beiden gegen alle Widerstände gemeinsam ein Leben aufzubauen.

In beiden Erzählsträngen ist die Sprache schlicht, aber eindringlich. Mit einfachen Worten erschafft Julie Kibler eine neue Welt, die so fiktiv gar nicht ist. Besonders die Lebensumstände, in denen sich die jungen Leute in den 1940er Jahren gefangen sahen, sind für Europäer unvorstellbar bedrückend. Aber auch noch heute sieht sich die dunkelhäutige Dorrie mit Rassismus konfrontiert, der einen fassungslos staunen lässt.
Und dennoch blieben mir die Charaktere etwas fern. Während die alte Isabelle noch verschroben und dadurch interessant wirkt, verliert ihre jüngere Ausgabe deutlich an Ausdruckskraft: mal ist sie mutig, mal trotzig rebellisch, mal ist sie naiv und beugsam gegenüber ihrer Familie. Zwar kommentiert ihr älteres Ich mit Reue ihre Handlungen, dennoch konnte ich nicht immer verstehen, warum die junge Isabelle so und nicht anders gehandelt hat.
Bei Dorrie ist es ähnlich. Während sie sich auf die Reise begibt, geschieht zu Hause eine Katastrophe nach der anderen. Ähnlich wie Jung-Isabelle reagiert sie meist wie betäubt, lässt sich treiben und macht nur zaghafte Vorstöße. Allerdings konnte ich ihre Gefühle besser nachvollziehen, denn Dorrie spricht, anders als Isabelle, sehr offen darüber.
Da die Geschichten aus der Perspektive dieser beiden Frauen erzählt werden, sind die übrigen Charaktere natürlich entsprechend weniger vielschichtig angelegt. Das finde ich vor allem bei Robert, dem jungen Mann, in den sich Isabelle verliebt, sehr schade. Auch bei Isabelles Eltern hätte ich mir mehr Hintergründe gewünscht. Das hätte die Rassen-Thematik noch runder gemacht.

Dennoch habe ich den Roman sehr gerne gelesen. Es gibt einige wirklich berührende und sehr erschütternde Stellen im Buch, die mich an die Geschichte gebunden haben: ich wollte wissen, ob Robert und Isabelle ein gemeinsames Leben aufbauen konnten, auf wessen Beerdigung Dorrie und Isabelle gehen werden und letztendlich auch, ob Dorrie ihr Leben wieder gerade biegen kann. Leider ist Dorries Geschichte ein wenig kurz geraten, aber insgesamt ist es der Autorin sehr gut gelungen, ein emotionales und zugleich realistisches Bild einer unmöglichen Liebe zur Zeit der Rassentrennung in Amerika zu zeichnen. Und ich denke, das sollte der Schwerpunkt des Buches sein. Daher ist der Roman wirklich gut gelungen.

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kater, australien, buddhismus, familie, brustkrebs

Kater mit Karma

Helen Brown , ,
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 27.08.2012
ISBN 9783552061934
Genre: Romane

Rezension:

Hier eine gute Inhaltsangabe zu machen, ohne die (wenigen) Spannungsmomente vorwegzunehmen, ist sehr schwierig. Da beitet der Klappentext einen wirklich guten Anhaltspunkt. Daher verweise ich auf diesen.

Helen Brown erzählt in der Ich-Perspektive von ihrer Familie, wie sie sich Jahre nach dem schweren Verlust ihres Sohnes Sam wieder langsam an einen normalen Alltag gewöhnt. Es geht um ihren Mann, ihren zweiten Sohn und ihre beiden Töchter. Im Nachhinein stellt sich aber heraus, dass es eigentlich nur um den Kater Jonah und die Tochter Lydia geht. Beide wirbeln Helens Leben wild durcheinander und auch sie selbst muss neue Schicksalsschläge verarbeiten. Dabei reiht sie eine kleine Anekdote an die andere, aber die Handlung wirkt so nicht sehr stringent und plätschert vor sich hin.

"Aber sie [die Toten] waren auch alle so bei uns, legten sich um uns wie ein schimmerndes Band. Sie steckten in unserem Lachen, in unseren Macken, unseren Gesichtszügen. Sie würden immer ein Teil von uns sein. Wenn ich die Augen zusammenkniff, konnte ich beinahe eine kleine schwarze Katze sehen, die um Robs Knöchel strich. Ja, auch Cleo war bei uns." (S. 239)

Da die Figuren in dem Roman wohl ein Gegenstück in der Wirklichkeit haben müssen, ist es schwer über sie zu urteilen, da sie ja nur zum Teil konstruiert sind. Sie wirken aber alle sympathisch, authentisch und geben zusammen eine herzliche und etwas durchgeknallte Familie ab. Obwohl alle Helens leibliche Kinder sind, hatte ich öfters das Gefühl einer Patchwork-Familie zuzuschauen, da die Charaktere doch sehr unterschiedlich sind. Dazu kommt noch der eigenwillige Kater Jonah. Die Szenen, die seine Eigenarten schildern, fand ich mit am Schönsten. Denn jeder Katzenbesitzer wird hier bestätigen können, dass Katzen und Kater einen ganz eigenen Charakter mit eigenen Verhaltensweisen hat. Dieses Lebewesen ist kein Haustier, sondern ein Familienmitglied.

"Lydia reichte gerade einen Teller mit Keksen herum, als ein Schatten an ihr vorbeiflog und ihr den Teller aus den Händen riss. Ein Vogel? Ein Flugzeug? Nein, es war Super-Jonah mit einem orangenfarbenen Band zwischen den Zähnen, das wie ein Banner hinter ihm herflatterte." (S. 314)

Diesen Aspekt hat Helen Brown wirklich gut eingefangen. Nur die Familiengeschichte zog sich leider sehr in die Länge. Es fehlt ein Spannungsbogen, so dass ich nur sehr schleppend vorankam. Es gibt zwar noch ein Vorgängerbuch namens Cleo, (hier geht es um die Katze, die bei der Trauerbewältigung um den verlorenen Sohn Sam dabei war) aber dieses Buch werde ich jetzt nicht mehr lesen.
Nur selten konnte mich Helens Schreibstil packen, nur selten konnte ich schmunzeln. Mal war der Schreibstil flüssig, mal bin ich über die Formulierungen gestolpert. Das mag vielleicht auch an der Übersetzung liegen, aber ich hatte eher das Gefühl den umherschweifenden Gedanken der Autorin zu folgen, als ein gut geschriebenes Buch zu lesen. Emotional hat mich das Buch leider kaum abgeholt.

FAZIT Für Katzenliebhaber und –besitzer könnten die kleinen Anekdoten rund um Jonah sehr schön sein. Ansonsten ist dieses Buch nur Helen Brown-Fans zu empfehlen. Allen anderen wird dieser Roman vermutlich zu wenig erzählen, zu wenig Spannung haben. Wer aber Familiengeschichten mag, schaut sich den Roman am besten mal an.

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