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23 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht

Jessica Fellowes , Andrea Brandl , Juliane Köhler
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 10.09.2018
ISBN 9783837143195
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ein paar Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs wird die ehemalige Lazarett-Krankenschwester Florence Nightingale Shore während einer Zugfahrt ermordet.
Zur gleichen Zeit befindet sich die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Louisa auf dem Weg zur adligen Familie Mitford, um dort eine Stelle als Kindermädchen anzutreten.
Die, abgesehen von der Zugfahrt, vermeintlich voneinander unabhängigen Handlungsstränge werden sich im Lauf der Geschichte immer dichter verweben und einige Geheimnisse ans Licht bringen...

Louisa ist die wichtigste Hauptperson des Romans/des Hörbuchs. Sie sieht die Anstellung bei den Mitfords als einzige Chance, ihrem mehr als bescheidenen Zuhause und noch dazu den Fängen ihres verbrecherischen Onkels zu entkommen. 
Im Haus ihrer Herrschaften gewinnt die junge Frau die Sympathien der anderen Angestellten, lernt die sympathischen Kinder kennen und freundet sich (soweit es die Standesunterschiede zulassen) mit der ältesten Tochter Nancy an. 
Nicht zuletzt Nancys Neugier ist es es zu verdanken, dass die beiden in die Ermittlungen des Mordfalls verwickelt werden. Louisas Zusammentreffen mit dem Bahnpolizisten Guy, für den sie natürlich irgendwann mehr empfindet, spielt dabei ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Licht...
Die Geschichte ist eine Mischung aus historischem Roman und Krimi-Elementen, wobei ersteres oft eher im Vordergrund steht. In vielen Passagen kommen die Ermittlungen kaum voran, zumal den Helden von verschiedenen Seiten Steine in den Weg gelegt werden. Mit der Zeit machen sie dann aber doch einige interessante Entdeckungen und erfahren z.B., wie sehr die Kriegserlebnisse noch für viele Menschen nachwirken.
Gut gefallen hat mir meist die Atmosphäre, ob im vorweihnachtlichen London, dem altehrwürdigen Herrenhaus der Mitfords oder in der heruntergekommenenen Behausung von Louisas Mutter. Die Epoche wird vor dem inneren Auge des Zuhörers lebendig, wozu besonders auch die angenehme Stimme der Sprecherin einiges beiträgt. Diese beiden Punkte – die Atmosphäre der Schauplätze und der Zeit sowie die Erzählerin – sind für mich die beiden größten Stärken dieses Hörbuchs.

...und Schatten
Leider sind mir aber auch einige negative Punkte sauer aufgestoßen. Zum einen zieht sich die Handlung streckenweise arg in die Länge, ohne dass wirklich Relevantes passiert. Natürlich hat man so die Möglichkeit, z.B. die Mitfords und ihr Umfeld ein wenig besser kennenzulernen, aber mir persönlich fiel das Zuhören teilweise eher schwer und ich war in Gedanken woanders.
An anderen Stellen fällt hingegen auf, dass der Roman für die Hörbuch-Fassung gekürzt wurde. Irgendwie erscheinen manche Entwicklungen dadurch nämlich nicht hundertprozentig logisch und auch die Charakterzeichnung hat wohl darunter gelitten. Leider habe ich aber die „Komplettversion“ nicht zur Verfügung, um konkrete Vergleiche zu ziehen.
Auf jeden Fall haben die Figuren zwar sympathische Ansätze, bleiben aber in mancher Hinsicht zu flach. Auch die Tatsache, dass sie sich ab und zu recht dämlich anstellen, hat schon dezent genervt.

Weitgehend positiv fand ich dann aber das Finale, da es noch einige Wendungen und Überraschungen gibt und auch die Handlungsfäden jeweils zu einem vernünftigen Abschluss kommen, obwohl es ja anscheinend nicht bei diesem ersten Band bleiben wird.
Die Fortsetzung kann dann aber ohne mich stattfinden – trotz einiger gelungener Ansätze hat mich das Ganze leider nicht gut genug unterhalten, um ein Warten auf Nachschub zu rechtfertigen...

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76 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Wolfsthron

Leo Carew , Wolfgang Thon
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.09.2018
ISBN 9783442487356
Genre: Fantasy

Rezension:

Welche Abenteuer erwarten uns hinter dem sehr schicken Cover mit metallisch schimmernder Wolfshelm-Prägung? Dank der entsprechenden Buchverlosung konnte ich mich auf die Suche nach der Antwort auf diese Frage machen.

Auf in den Kampf

Auf Anregung des „Emporkömmlings“ Bellamus fallen die Truppen des Südens im rauen Norden der Insel Albion ein. Durch taktische Kniffe werden die gefürchteten Legionen der dortigen Bewohner in die Flucht geschlagen und deren Anführer, der Schwarze Lord, stirbt in der Schlacht. Sein Sohn Roper sieht sich bei der Rückkehr nach der Niederlage mit gefährlichen Intrigen und Machtkämpfen in den eigenen Reihen konfrontiert. Wird es ihm gelingen, das Erbe seines Vaters anzutreten, die Widersacher auszuschalten und vor allem auch die Eindringlinge aus dem Land zu vertreiben?

Schauplatz des Romans ist eine alternative Version unserer Welt, wo uns direkt oder durch Erwähnungen praktisch England, Schottland und Wales sowie der Rest Europas begegnen. Allerdings mit entscheidenden Besonderheiten.
Wichtigster Twist: Der Krieg entspinnt sich nicht einfach zwischen verschiedenen Völkern, sondern unterschiedlichen Menschenarten. Während die Südlinge wohl weitgehend unserer Gestalt entsprechen, sind die Anakim von weit größerem Wuchs und erstaunlicher Robustheit sowie mit gröberen Zügen und nicht zuletzt knöchernen Panzerplatten im Torso ausgestattet. Auch in Sprache, Kultur und Wertevorstellugen gibt es erhebliche Differenzen – der Konflikt ist vorprogrammiert und schwelt seit Tausenden von Jahren, um immer wieder auch stärker aufzuflackern.

Das Szenario ist spannend und regt zum Nachdenken an – was wäre, wenn? Denn schon so gibt es ja unendliche Missverstände und Probleme zwischen den Menschen. Wie sollte das erst bei so offensichtlichen Unterschieden sein...
Am Ende befindet sich ein Glossar mit wichtigen Personennamen und Gruppierungen. Ein interessantes Interview mit dem Autor zu Beginn informiert darüber hinaus unter anderem über seine Gedanken zum Thema der unterschiedlichen parallel existierenden Menschenarten im Buch – ich weiß aber nicht, ob man es auch in der Verkaufsversion findet oder nur im entsprechend markierten Leseexemplar.

Die größten Krieger können in jeder Arena kämpfen

Roper muss sich gegen erfahrene Gegner behaupten, die auch vor gemeinen Intrigen nicht zurückschrecken. Durch seine starke Persönlichkeit kann der Jungspund bald erste Erfolge erzielen, auf denen er sich jedoch keinesfalls ausruhen darf. Der Nachwuchs-Lord ist ein durchaus sympathischer Hauptdarsteller, dem man Erfolg für den Kampf gegen die Feinde im Inneren und Äußeren wünscht.
Der ehrgeizige Bellamus auf der anderen Seite genoss dagegen als Angreifer weniger meine Sympathie, positiv fand ich aber unter anderem sein Interesse an den Gepflogenheiten des Nordens – er hat etwas von einem Gelehrten.

Anders als beim Fan-Liebling Game of Thrones (wie so oft zum Vergleich auf dem Bucheinband und in anderen Werbetexten herangezogen) gibt es hier lediglich zwei Helden – eben die beiden Widersacher Roper und Bellamus (letzterer in etwas geringerem Umfang berücksichtigt). Nur ganz vereinzelt spielt z.B. auch noch eine weibliche Figur eine wichtigere Rolle.
Mir persönlich gefällt am Lied von Eis und Feuer gerade die Vielzahl der Hauptcharaktere und der dadurch so facettenreiche Blick auf die monumentale Story. Das habe ich hier ziemlich vermisst. Andererseits wird es sicherlich auch Leser geben, die froh darüber sind, nicht ständig aus einer der zahlreichen Teilgeschichten herausgerissen zu werden...

Eine Stärke des Buches ist die dichte Atmosphäre seiner Schauplätze. Die Beschreibungen lassen die raue Wildnis in der Heimat der Anakim lebendig werden, ohne zu sehr auszuufern. Man sieht die Bären und Wölfe vor dem inneren Auge durch die Wälder streifen, fröstelt in zugigen Gemäuern und hört die grausigen Klänge der Schlachtfelder.
Apropos Schlachtfelder: Das ganze Setting ist sehr kriegerisch, schon durch den hohen Stellenwert von Kämpfern in der Gesellschaft. Mir persönlich wird das schon deutlich zu viel - das Denken der Krieger mit ihrer Vorstellung von Ruhm und Ehre bleibt mir immer eher fremd.
Leider mangelt es generell etwas an Emotionalität. Ich erwarte keine schnulzigen Liebesgeschichten oder ähnliches, aber die Gefühle abseits der Kampfeslust bleiben doch teilweise auf der Strecke. Auch die Charakterzeichnung wirkt in manchen Bereichen zu flach.

Wolfsthron kommt ganz ohne Zauberei, Drachen und andere übersinnliche Elemente aus – letztendlich ist es eher eine Art historischer Roman aus einem etwas anderen mittelalterlichen England. Ich könnte mir vorstellen, dass neben Fans kriegerischer Fantasy auch Leser von z.B. Bernard Cornwells Uhtred-Sage ihre Freude an der Geschichte haben würden.
Am Ende des Bandes ist ein Teilziel erreicht, weitere Auseinandersetzungen bahnen sich aber bereits an und gerade der Epilog lässt neues Ungemach befürchten. Wie es die Eins im Untertitel bereits andeutet, erwartet uns also eine ganze Reihe von Romanen.
Ich weiß noch nicht hundertprozentig, ob ich die Fortsetzung lesen werde – so richtig haben Roper und Co. mein Herz einfach nicht erobert und die Konkurrenz ist groß ;)

Anmerkung: Als Wertung würde ich gern 3 1/2 Sterne vergeben, in Ermangelung dieser Möglichkeit runde ich wegen des interessanten Settings auf.

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222 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 75 Rezensionen

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Das Erwachen des Feuers

Anthony Ryan , Birgit Maria Pfaffinger , Sara Riffel
Fester Einband: 725 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 09.09.2017
ISBN 9783608949742
Genre: Fantasy

Rezension:

Mit seiner Rabenschatten-Trilogie schuf Anthony Ryan eine beeindruckende epische Story, auch wenn mich deren Abschluss nicht hundertprozentig überzeugen konnte. Das Erwachen des Feuers bildet den Auftakt einer neuen Reihe mit deutlich anderer Fantasy-Thematik.

Für die einen Säure, für die anderen ein wahrer Zaubertrank
Je nach Farbe eines Drachen verleiht sein Blut besonderen Menschen vorübergehend außergewöhnliche Fähigkeiten wie eine Art Telepathie oder Beherrschung des Feuers. Drachen als Lieferanten dafür werden entweder in der Wildnis gefangen, was natürlich mit allerlei Gefahren verbunden ist, oder in speziellen Zuchtställen herangezogen und ausgebeutet. Beide Methoden haben aber in den letzten Jahren an Effizienz eingebüßt und das schlicht „Produkt“ genannte Erzeugnis Drachenblut könnte bald noch viel knapper werden. Darüber hinaus drohen politische Auseinandersetzungen zwischen den Kontinenten.
In dieser kritischen Situation wird eine geheime Expedition auf den Weg gebracht, um den rätselhaften weißen Drachen ausfindig zu machen, dessen noch unbekannte Fähigkeiten für einen entscheidenden Vorteil im Kampf um Macht und Profit sorgen könnten…
Der Dieb und unregistrierte „Blutgesegnete“ Claydon Torcreek, kurz Clay, schließt sich unfreiwillig der Suche an und begibt sich zusammen mit einer bunt gemischten Drachenjägertruppe ins gefährliche Dschungelgebiet. Gleichzeitig ist durch ihn die Verbindung zu Hauptfigur Nummer zwei, der Spionin Lizanne möglich, die weiteren nützlichen Hintergrundinformationen für die Mission auf der Spur ist. 
Vorerst unabhängig von den anderen Protagonisten wird der dritte Held, Marineoffizier Hilemore, an Bord eines – gemessen am Setting – revolutionären Schiffes auf Piratenjagd in die beginnenden Kriegshandlungen verwickelt.
Die verschiedenen Perspektiven wechseln sich kapitelweise ab und enden häufig mit einem Cliffhanger. Mir persönlich gefällt die Abwechslung und die durch solche Situationen aufgebaute Spannung, ich kann es aber auch verstehen, wenn sich Leser dadurch immer wieder aus dem aktuellen Geschehen herausgerissen fühlen. Wie so oft bleibt das Geschmackssache.

Hafenstädte, Urwald und das sturmumtoste Meer
Das gilt auch für die Schwerpunkte der Story. Das Erwachen des Blutes nutzt trotz Drachen und Blutgesegneten über weite Strecken relativ wenige „magische“ Inhalte. Die Geschichte hat stattdessen viel von einem historischen Abenteuerroman, mit starkem viktorianischem Einschlag, nur eben aus einer fremden Welt. Steampunk-Elemente wie die Schiffe, verschiedene Waffen und technische Spielereien für Lizannes Agenten-Alltag sind eine weitere Ingredienz dieser durchaus interessanten Mischung.
Lizannes Handlungsstrang fand ich dabei meistens am fesselndsten, Clays Teil der Story glänzt ebenfalls mit vielen spannenden Momenten und vor allem auch gelungenen Schauplätzen, die Passagen mit Seeschlachten und Co. sind dagegen nicht wirklich nach meinem Geschmack. Wer auf Schiffe, Technik und maritime Kriegsführung steht, wird aber sicherlich seine Freude daran haben.
Egal in welcher der Untergeschichten überzeugt außerdem die detaillierte Welt mit komplex ausgearbeiteter Gesellschaft im Bezug auf Wirtschaft, Politik oder Wissenschaft. Die unterschiedlichen Orte von eleganten Herrenhäusern bis zu Ruinen in der bedrohlichen Wildnis werden sehr anschaulich geschildert.
Lizanne lässt anfangs kaum Gefühle zu und will ganz professionell bleiben, wird dann aber doch etwas aus dem Konzept gebracht und entdeckt ihre menschliche Seite (allerdings zum Glück ohne schnulzige Liebesgeschichte…). Auch Clay wandelt sich auf der Reise und wächst einem ans Herz, während Hilemore noch relativ blass bleibt. In ein paar Szenen deutet sich immerhin bereits an, dass der Offizier das Herz auf dem rechten Fleck hat und Potenzial für die Fortsetzung (nach einem ziemlich offenen Ende) bietet.
Ein paar gelungene Nebencharaktere in jedem der Handlungsstränge bilden gute Ergänzungen zu den eigentlichen Helden.

Fazit
Das Erwachen des Feuers ist eine interessante Mischung aus (meist relativ sparsam verwendeten) typischen Fantasy-Elementen, historisch anmutender Abenteuergeschichte und Steampunk-Anleihen. Die detaillierte Welt des Buches wird anschaulich geschildert und hält viele spannende Szenen bereit, allerdings kann einer der drei abwechselnd erzählten Handlungsstränge in Sachen Story und Sympathiepunkte nicht so ganz mit den anderen beiden mithalten, was jedoch auch deutlich von den Interessen des Lesers abhängt – wer Schiffe und Seeschlachten mag, erhöht die Wertung einfach für sich entsprechend.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

Einhorn Theodor

Constanze Steindamm , Anna Carlsson
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 16.07.2018
ISBN 9783844530513
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ehrlich gesagt war mir bis zum erfreulichen Gewinn bei einer Hörbuchverlosung hier gar nicht bewusst, dass sich hinter der Vorlage eine ganze Marke mit Kuscheltieren und allem Drum und Dran verbirgt – die Nici-Tierchen an sich finde ich aber schon immer niedlich und Einhorn Theodor haben wir nun lieb gewonnen, so dass dann vielleicht auch mal eins der Einhörner als Ergänzung zur CD hier einziehen wird...

Die neun fröhlichen 5-Minuten-Geschichten werden nämlich sympathisch präsentiert. Vor dem inneren Auge der kleinen (und großen) Zuhörer entsteht eine farbenfrohe Welt voller liebenswürdiger Figuren, bunter Naschereien und kindgerechter Abenteuer mit Happy End.
Die Stimme der Erzählerin ist angenehm und man kann ihr gut zuhören. Für die einzelnen Figuren verstellt sie ihre Stimme ein wenig, ohne zu übertreiben oder albern zu klingen. Die Persönlichkeiten der Helden (überwiegend Einhörner plus einzelne andere Kreaturen wie ein netter Drache) kommen gut zur Geltung. Im Mittelpunkt stehen oft Momente der Freundschaft und Hilfsbereitschaft, aber auch typische Alltagsprobleme wie Streitereien, die geschlichtet werden müssen.

Die einzelnen Episoden haben eine schöne Länge, um als Gute-Nacht-Geschichten zu dienen, eignen sich aber natürlich auch fürs Hören zwischendurch. Schon durch verschiedene Schauplätze wie einen zauberhaften Wald, die eisigen Berge oder Unterwasserlandschaften wird viel Abwechslung geboten. Abgerundet wird das Ganze durch fröhliche Melodien zwischen den Episoden.

Ein Klassiker des Kinderhörbuch-Bereichs wird diese CD zwar sicherlich nicht (dafür erscheinen die Inhalte dann doch etwas zu austauschbar), aber vor allem für einhornbegeisterte Kids im Kindergartenalter wird gute Unterhaltung geboten.

Etwas gewöhnungsbedürftig sind lediglich die englischen Namen der Figuren (außer Theodor selbst). Bezeichnungen wie „Carbon Flash“ und „Trumpet Blast“ sind wohl gerade für die meisten jüngeren Hörer eher schwierig einzuordnen und nachzusprechen (auch wenn ich persönlich z.B. den Namen des Drachen „Chili con Charme“ recht putzig finde).

Praktisch: Im beiliegenden Booklet gibt es Zeichnungen und Beschreibungen der Charaktere und ihrer Besonderheiten. Auf den hinteren Seiten befindet sich außerdem ein Mini-Malbuch.

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263 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 74 Rezensionen

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Die Chroniken von Azuhr - Der Verfluchte

Bernhard Hennen
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 29.12.2017
ISBN 9783596297269
Genre: Fantasy

Rezension:

Bernhard Hennen ist einer der ganz großen deutschen Fantasy-Autoren. Schon diese Tatsache macht neugierig auf den Start seiner neusten Reihe, Die Chroniken von Azuhr, der noch dazu mit einer sehr ansprechenden Aufmachung glänzt. Stimmen neben geprägtem Cover, blauem Schnitt und farbiger Landkarte am Anfang auch die inneren Werte?

Die Schatten der Vergangenheit
Vor Jahrzehnten musste der Erzpriester Lucio Tormeno eine schwierige Entscheidung treffen, deren Auswirkungen noch immer spürbar sind. Inzwischen ist sein Sohn Nandus selbst Erzpriester in fortgeschrittenem Alter und hat seinen begabten Jüngsten Milan zum Nachfolger auserkoren. Doch der Sechzehnjährige lehnt sich gegen den strengen und von ihm als ungerecht empfundenen Vater auf. Durch die Begegnung mit ein paar Rebellen wird Milans Zorn weiter angefacht und der Widerstand in neue, ernstere Bahnen gelenkt. Zur gleichen Zeit häufen sich Berichte über Sichtungen des geheimnisvollen Krähenmanns, welcher eigentlich nur in alten Geschichten sein Unwesen treibt…
Nach einem recht umfangreichen und sehr dramatischen, düsteren Prolog aus der Zeit von Lucio Tormeno folgt die Geschichte dann meist dem jugendlichen Milan, enthält aber auch immer wieder Kapitel rund um Nandus oder Nebenfiguren wie die exotische Kurtisane Nok und den örtlichen Hauptmann der Wache auf der Jagd nach dem Krähenmann.
Der hauptsächlische Schauplatz, ein Teil der Insel Cilia, erinnert mit seinen Schiffen, Händlern und Adelsfamilien an italienische Stadtstaaten der Renaissance wie Venedig, inklusive der passenden Namen und drohender Pestausbrüche. Auch andere Elemente weisen Parallelen zu unserer Welt in früheren Zeiten auf – ein auftauchendes Volk ähnelt z.B. einer Mischung aus Mongolen und Chinesen oder Japanern. Das Buch hat dadurch viel von einem historischen Roman, nur eben aus einer fremden Welt, doch mit im Lauf der Handlung dezent zunehmender Fantasy-Komponente. Märchen- oder, wie es in diesem Szenario heißt, „Mären“-Gestalten beginnen, leibhaftig aufzutauchen. Der Zusammenhang zwischen diesem Phänomen und den Protagonisten wird mit fortschreitender Geschichte deutlich.

Vater und Sohn
Ein zentrales Thema des Romans ist das schwierige Verhältnis zwischen Milan und seinem Vater. Der kluge und in seinem Wesen rechtschaffene, wenn auch teils fehlgeleitete, Jüngling stellt dabei den Sympathieträger des Ganzen dar, doch man entwickelt teilweise auch ein wenig Verständnis für die Entscheidungen des oft grausam und herzlos wirkenden Nandus, der letztendlich nur das Beste für seine Heimat will. Die beiden Hauptfiguren, genau wie allerlei Nebencharaktere, können mit ganz unterschiedlichen Facetten aufwarten, auf simple schwarz-weiße Persönlichkeiten wird erfreulicherweise verzichtet, auch wenn ein paar Charakterzüge dann doch ein wenig klischeehaft wirken.
Die Story hält einige, teils fiese Wendungen bereit und vermittelt eine dichte, insgesamt relativ dunkle Atmosphäre. Der gelungene Schreibstil zeichnet ein lebendiges Bild der Figuren und Schauplätze, so dass man gut in die Welt der Geschichte eintauchen kann. Anfangs gibt es noch kaum übernatürliche Komponenten, so dass die Handlung vorerst wirklich eher Fans historischer Romane erfreut, später nimmt der „Fantasy“-Anteil aber wie bereits erwähnt merklich zu.
Vor allem das noch viele Fragen offen lassende Ende hat einen übersinnlichen Touch und verspricht für die Fortsetzung weitere magische Abenteuer.

Fazit
Die Chroniken von Azuhr starten mit einem lesenswerten Auftaktband, der nicht nur schick aussieht, sondern auch eine wendungsreiche Geschichte mit vielschichtigen Charakteren und einer komplexen, historisch anmutenden Welt zu bieten hat. Die Fantasy-Elemente werden dabei zuerst nur sparsam eingesetzt, mehren sich aber im Verlauf der Handlung. Nicht nur die zahlreichen Hennen-Fans kommen hier auf ihre Kosten und dürfen sich über eine neue epische Reihe freuen.

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18 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Spiele-Comic Abenteuer: Ritter 02 (Hardcover) (AT)


Fester Einband
Erschienen bei Pegasus Spiele Gmbh, 01.05.2018
ISBN 9783957891228
Genre: Sonstiges

Rezension:

Auch in diesem neuen Band, Teil 2 zum Thema Ritter, kombiniert Pegasus Press die beiden interessanten Elemente Spielebücher und Comics.


Nicht nur für Veteranen
Das Buch ist problemlos ohne den Vorgängerband nutzbar, da z.B. die Geschichte rund um das Überbringen einer wichtigen Nachricht unabhängig davon ist. Wer „Ritter – Wie alles begann“ besitzt und sich entsprechende Eigenschaften und Gegenstände erspielt hat, darf diese aber ins neue Abenteuer übernehmen.
Neben den drei bekannten Charakterklassen Krieger, Bogenschütze und Zauberer steht als Hauptfigur nun auch Kommandantin Karinka zur Auswahl, die bezogen auf ihre Startwerte eine Allrounderin darstellt. Jeder Held hat unterschiedliche Werte für Stärke, Geschicklichkeit und Intelligenz (wichtig für den Erfolg in Kämpfen oder bei Aufgaben) sowie ein paar Besonderheiten. Der Zauberer kann z.B. Elixiere aus gefundenen Kräutern herstellen, der Bogenschütze ist so schnell, dass er zu Kampfbeginn zwei Schläge ausführen darf.
Durch erledigte Missionen und besiegte Feinde sammeln die Protagonisten Erfahrungspunkte und steigen im Level auf, was ihnen verschiedene Verbesserungen einbringt.

Eine weitere wichtige Entscheidung am Anfang ist neu in diesem Band: Will man den kompletten Umfang des zugrundeliegenden Regelwerks bzw. den vollen Schwierigkeitsgrad des Abenteuers wagen (in der Variante „Wahrer Ritter“), oder geht man es zum Einstieg etwas vorsichtiger an und versucht sich als „Kleiner Knappe“? Letztere Variante richtet sich an jüngere Spieler oder Freunde schnellerer Durchgänge. Vor allem bei den Auseinandersetzungen macht sich die Entscheidung bemerkbar – Knappen müssen zur Beurteilung von Sieg oder Niederlage lediglich einen einzigen Wert beachten. Letztendlich hat meine Heldin Karinka in diesem Durchgang dann auch keinen Kampf verloren.
Auf einem Charakterbogen hinten im Buch werden Informationen wie gefundene Objekte, die Lebenspunkte, Goldstücke und Erfahrungspunkte notiert. Den Bogen kann man kopieren oder alternativ auf der Homepage des Verlags herunterladen und je nach Bedarf ausdrucken. Das gilt auch für die ebenfalls dort befindliche Drehscheibe, die zur Ermittlung von Kampftreffern dient. Wer entsprechende Rollenspiel-Würfel hat, kann stattdessen aber auch diese benutzen.

Chancen und Gefahren
Nach einer kurzen Einführung und Erklärung beginnt die Reise. Aber wie funktioniert das Ganze überhaupt? Nun: Die einzelnen Bilder im Buch sind durchnummeriert und an Stellen wie Kreuzungen wählt man eine der in der Szene zu sehenden oder in einem Text erwähnten Zahlen aus, die dann das nächste Ziel darstellt. Geht der Protagonist weiter dem ausgeschilderten Ziel entgegen oder wagt er einen kleinen Abstecher? Legt er sich mit den Banditen an, oder rückt er lieber sein Hab und Gut heraus? Und wie soll er mit einem beobachteten vermeintlichen Überfall am Wegesrand umgehen?
Zahllose Entscheidungen wollen so getroffen werden, die Resultate lassen sich oft kaum voraussehen. Während Forscherdrang häufig mit Objekten und Werteboni belohnt wird, kann zu viel Selbstvertrauen an anderen Stellen aber sogar tödlich sein (was einen Neustart des Abenteuers bedeutet). 
Durch die Entscheidungsmöglichkeiten wie auch die unterschiedlichen Charaktere ist ein ordentlicher "Wiederspielwert" gegeben.

Ratsam ist es auf jeden Fall, sich die Umgebungen ganz genau anzuschauen, denn manchmal führt etwa nur eine versteckte Zahl den Helden zum nächsten Bild. Köpfchen ist bei den eingestreuten Rätseln gefragt, für deren Lösung weitere Belohnungen winken. Unter anderem soll man dafür mit römischen Zahlen umgehen können oder Buchstaben sortieren. Während manche Kopfnüsse eigentlich nur sorgfältiges Betrachten erfordern (wenn z.B. die Stacheln von Seeigeln zu zählen sind), können andere den Reisenden schon ein wenig ausbremsen. Manchmal wäre eine Erläuterung oder Lösungshilfe zu den Rätseln für Notfälle hilfreich – teilweise kam ich außerdem zwar auf die korrekte Seite, war mir aber nicht sicher, ob mein Lösungsweg überhaupt der richtige war...

Nicht ganz einfach
Die Kämpfe haben in diesem Buch einen höheren Stellenwert als gewohnt. Als wahrer Ritter muss man da auch erst mal einige Abläufe verinnerlichen, Elemente wie „Spezial-Verteidung“ und „Betäubende Treffer“ wollen beachtet werden. Nicht ganz unkompliziert.
Schon dank solcher Feinheiten finde ich die Altersempfehlung ab acht Jahren erneut relativ niedrig angesetzt. Und selbst als kleiner Knappe dürften viele Schulkinder mit der Handhabung des Buches noch etwas überfordert sein. Von den Rätseln ganz zu schweigen. Weitere Komplexität kommt unter anderem durch zu entdeckende Karten ins Spiel, die etwa beim Aufeinandertreffen mit Schmieden die Verbesserung der Ausrüstung erhöhen, Erfahrungspunkte verdoppeln oder im Kampf für Schutz sorgen.

Etwas mehr Substanz könnte das Werk in Sachen Story vertragen. Einzelne Episoden sind zwar unterhaltsam und durch die Herausforderungen kommt auch eine gewisse Spannung auf, aber eine wirklich interessante Geschichte fehlt dann doch irgendwie.
Das Ende bleibt relativ offen - auf die Überbringung der Nachricht folgt eine Andeutung, dass ein weiterer Band mit noch größeren Missionen im Anmarsch ist.

Optisch ähnelt das Buch sehr dem Erstling. Es besitzt einen sympathischen, lustigen Zeichenstil mit witzigen Ideen wie einer Ork-Familie, die beim Essen überrascht wird, schrägen Viechern und schrulligen Einsiedlern. Für meinen Geschmack gibt es zwischendurch aber immer wieder etwas zu viele Bilder, welche nur recht öde Wegstrecken zeigen.
Dank guter Papierqualität mit dicken Seiten und einer Beschichtung hält das Buch das unerlässliche Hin- und Herblättern problemlos aus und durch den hübschen, geprägten Hardcover-Einband sowie das vorhandene Lesebändchen macht es sich auch recht schön im Sammlerregal.

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115 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

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Der Sommerdrache

Todd Lockwood , Franca Fritz , Heinrich Koop
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 25.04.2018
ISBN 9783596298600
Genre: Fantasy

Rezension:  
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(225)

765 Bibliotheken, 28 Leser, 2 Gruppen, 88 Rezensionen

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Nevernight - Die Prüfung

Jay Kristoff , Kirsten Borchardt
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 24.08.2017
ISBN 9783596297573
Genre: Fantasy

Rezension:

Der schicke finstere Look von Nevernight mit seinem ungewöhnlichen roten Schnitt zieht schnell die Blicke auf sich. Doch kann der dicke Wälzer auch inhaltlich überzeugen?

Das Gegenteil von Ponyhof
Nachdem ihr Vater von politischen Rivalen hingerichtet wird, entgeht die zehnjährige Mia Corvere nur knapp der Ermordung. Ein geheimnisvolles Schattenwesen rettet das Mädchen und Mia wird bald darauf zur Schülerin eines gealterten Meuchelmörders. Doch selbst all das errungene Wissen, die Kampffertigkeiten und die rätselhafte Beherrschung der Schatten reichen nicht aus, um Rache an den mächtigen Feinden zu üben. Sechs Jahre darauf schließt sich Mia deshalb einer Ausbildungsstätte für Assassinen an, wo die Entschlossenheit und die Skrupellosigkeit der Schüler auf geradezu unvorstellbar harte Proben gestellt werden.

Mias Ausbildung, immer mal wieder unterbrochen durch Erinnerungen an vergangene Ereignisse, macht einen Großteil der Handlung aus. Erzählungen über Schulen für Mörder, Krieger oder Magier sind natürlich erst mal nichts Neues, dem Autor gelingt es aber, dem Thema einen eigenen, größtenteils düsteren Touch zu geben. Die Lehrmeister und ihre Aufgaben sind ideenreich ausgestaltet, die Atmosphäre im Quartier des Ordens ist gnadenlos. Gegen die Giftmischerin dieser Bildungseinrichtung ist Professor Snape z.B. ungefähr so weich wie Zuckerwatte.

Das Lachen bleibt manchmal im Halse stecken
Die Ereignisse der Handlung sind entsprechend häufig brutal und blutig, die Opferzahlen enorm. Definitiv nichts für Zartbesaitete. Trotzdem besitzt dieses Buch auch einen ausgesprochen sympathischen Sinn für Komik. Zahlreiche schwarzhumorige Einlagen sind zu finden, ohne dass das Ganze in Albernheiten ausartet.
Der Erzähler hat einen erfrischenden, sehr unterhaltsamen Blick aufs Geschehen, was sich nicht zuletzt bei den in jedem Kapitel eingestreuten Fußnoten bemerkbar macht. Solche Texte finde ich spätestens seit den Bartimäus-Romanen interessant und hier erfährt man unter anderem viele fantasievoll ersonnene Details zur Geschichte und Kultur dieser Welt oder es gibt kurze Zusatzinformationen, welche die Skurrilität einer Situation unterstreichen.

Verschiedene Besonderheiten machen das Setting zusätzlich einzigartig. Darunter etwa der spezielle Tagesrhythmus – da fast immer mindestens eine der drei Sonnen am Himmel steht, herrscht in diesem Szenario nur alle paar Jahre tatsächlich finstere Nacht. Aus diesem Umstand ergeben sich die unterschiedlichsten Folgen für die Gesellschaft, Religion und Lebensweise, nicht zuletzt für Mias Schattenfähigkeiten.

Trust no one
Da Mia es mit den Herrschenden aufnimmt und an mancher Ecke unliebsame Überraschungen und gemeine Wendungen auf sie warten, kommt trotz ruhigerer Phasen im Mittelteil zu keiner Zeit Langeweile auf. Die Heldin und ihre Mitschüler haben es wirklich faustdick hinter den Ohren und ungeachtet aufkeimender Freundschaften oder gar Ansätzen romantischer Gefühle (plus Sexszenen) kann man in den dunklen Hallen niemandem trauen.
Neben der Hauptdarstellerin und ihrem durch bissige Kommentare glänzenden schattenhaften „Nicht-Katzen“-Begleiter bereichern dort auch einige gelungene Nebenfiguren mit individuellen Schicksalen und Motivationen die Story.

Zu kritisieren finde ich da nicht allzu viel, lediglich Realismus-Fanatikern werden manche Szenen dann doch zu weit hergeholt und abgefahren erscheinen.
Das Ende dieses Bandes stellt das Erreichen eines Etappenziels dar, der Erzähler deutet aber bereits an, dass dies erst der Beginn einer großen dreiteiligen Reise sein soll. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung!

Fazit
Mit einer gelungenen Mischung aus düsterer Spannung und Humor hat mich Nevernight wunderbar unterhalten. Die fantasievoll ausgestaltete Welt kann mit all ihren blutrünstigen Gemeinheiten und fantasievollen Details punkten, in der Meuchelmörderschule herrscht trotz bekannter Ansätze eine besondere Atmosphäre, die durch allerlei harte Prüfungen und fiese Wendungen keine Langeweile aufkommen lässt.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Overworld: Ein Mirador-Roman

Dan Wells
E-Buch Text: 432 Seiten
Erschienen bei Piper ebooks, 01.12.2017
ISBN 9783492978811
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mit der Fortsetzung zu Bluescreen kehrt Dan Wells ins Amerika des Jahres 2050 zurück, wo neue Abenteuer – virtuell wie real – auf die jugendlichen Hauptdarsteller warten.

eSport in der Zukunft
Der mysteriöse Grendel hat angedeutet, etwas über die Hintergründe des tragischen Unfalls zu wissen, bei dem Marisa Carneseca als Kleinkind einen Arm verlor und über den sich ihre Familie beharrlich ausschweigt. Marisa folgt Grendels Spur bis in die Datenbanken des mächtigen Telekommunikationsunternehmens KT Sigan, welches inzwischen auch die ganze Gegend unter seiner Fuchtel hat. Die Teilnahme an einem von Sigan veranstalteten Wohltätigkeitsturnier verschafft der Heldin und ihrem Team die Möglichkeit, nicht nur die Aufmerksamkeit der Overworld-Community zu erregen und auf ein Preisgeld für die klammen Familien-Finanzen zu hoffen, sondern gleichzeitig in die Höhle des Löwen einzudringen. Marisas Zusammentreffen mit einem anderen Hacker und Feind der Großkonzerne verkompliziert die Angelegenheit weiter. Haben sich die Jugendlichen vielleicht doch zu viel vorgenommen?

Marisa und ihre beiden Freundinnen Sahara und Anja von den „Cherry Dogs“ stehen in diesem Band den anderen beiden Teamkolleginnen erstmals in Fleisch und Blut gegenüber – ein nicht nur für sie interessantes Zusammentreffen.
Auch andere Themen des Buches sorgen für unterhaltsamen, doch auch etwas nachdenklich machenden Lesestoff. So erlebt man z.B. in einem heruntergekommenen Viertel, aber ebenfalls in Marisas unmittelbarer Nachbarschaft Mirador, die Schattenseiten der völligen Abhängigkeit vom Internet – ohne Verbindung geht hier gar nichts mehr und die Megakonzerne nutzen diese Tatsache schamlos aus. Die Folgen sind unter anderem Geldsorgen, Arbeitslosigkeit sowie eine immer größer werdende Kluft zwischen arm und reich. Daraus ergibt sich, verdeutlicht beim Aufeinandertreffen mit dem rebellischen neuen Nebencharakter, die wichtige Frage, wie weit man gehen darf, um sich gegen die Machenschaften der Unternehmen aufzulehnen.
Trotz der des öfteren humorvollen Dialoge und des teils etwas oberflächlich wirkenden Verhaltens mancher Figuren hat die Story also auch eine gewisse Tiefe.

Unkaputtbare Wachmänner und explosive Überraschungen
Neben den Overworld-Wettkämpfen erlebt der Leser hier auch mehrere actionreiche und filmreife Verfolgungsjagden und andere brenzlige Begenungen mit den teils technisch aufgerüsteten Schergen des Konzerns. Manches Zusammentreffen hat schon fast etwas von Terminator… Verglichen mit dem Vorgängerbuch bietet dieser zweite Band einen deutlich höheren Action-Anteil, was ihm nicht schadet. Die Geschichte ist flott zu lesen und würde sich in Film-Form bestimmt wirklich gut machen. Lediglich die Overworld-Matches sind zwar durchaus spannend, aber vielleicht schon etwas zu umfangreich vertreten.
Geschmackssache sind ebenfalls die wieder recht häufig genutzten spanischen Floskeln und diesmal auch einige chinesische und koreanische, die allesamt (anders als diverse Fachbegriffe) nicht im Anhang erklärt sind. Durch den jeweiligen Zusammenhang versteht man aber den Sinn der Wörter oder Sätze.
Action hier oder her – manche Aktionen wirken schon etwas zu simpel, nicht zuletzt im Bereich der Hacks. Auch der Zufall scheint den Protagonisten ein wenig zu oft zu Hilfe zu kommen. Auf Realismus sollte man also nicht übermäßigen Wert legen, um wirklich Freude an der Geschichte haben zu können, die übrigens wieder mit ein paar unbeantworteten Fragen endet. Fortsetzung folgt…

Fazit
Overworld ist ein unterhaltsamer, flott zu lesender Nachfolgeband, dessen Action-Anteil verglichen mit dem Erstling nochmals erhöht wurde. Die Schattenseiten der nicht allzu fernen Zukunft werden genauso thematisiert wie ein cooles Multiplayer-Game in der virtuellen Realität. Die Heldin und ihre alten wie neuen Verbündeten legen sich erneut mit scheinbar übermächtigen Gegnern an, wodurch für teils filmreife Spannung gesorgt ist. Manche Stelle könnte mehr Tiefe und einen Schuss mehr Realismus vertragen, Fans von Bluescreen dürfen aber unbesorgt zugreifen.

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147 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

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Bluescreen

Dan Wells , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492280211
Genre: Fantasy

Rezension:

Für seine neuste Reihe hat sich Dan Wells ( Ich bin kein SerienkillerPartials…) ein hoch aktuelles Thema ausgesucht – während sich die Virtual Reality derzeit daran macht, nun endlich wirklich den Durchbruch zu schaffen und den Massenmarkt zu erobern, ist die Welt in  Bluescreen schon einen großen Schritt weiter. Noch viel stärker als heute findet das Leben online statt. Und das auch mit entsprechenden neuen Gefahren…

Das ganze Netz, nur ein Augenblinzeln entfernt
Los Angeles im Jahr 2050. Marisa Carneseca, die technisch versierte 17jährige Tochter mexikanischer Restaurantbesitzer, gehört zu einem aufstrebenden Mädchenteam im Shootergame Overworld. Auch außerhalb der Trainingseinheiten spielt sich ein großer Teil ihres Lebens online ab. Inzwischen sind so genannte Djinnis zum Standard geworden, die als Implantate das Gehirn direkt ansteuern und so beispielsweise jederzeit relevante Informationen, ohne entsprechenden Schutz aber z.B. auch penetrante Werbung, auf die Netzhaut liefern. Das Straßenbild wird von selbst fahrenden Autos beherrscht, roboterähnliche Maschinen erledigen selbst in Mittelklassefamilien die Hausarbeit und futuristische Prothesen ersetzen nicht nur bei Unfällen verloren gegangene Gliedmaßen.

Schöne neue Welt? Nicht ganz: In Marisas Heimatstadtteil Mirador muss man mit Schutzgelderpressung und Bandenkriegen rechnen, außerdem wurden viele Menschen von der technischen Entwicklung abgehängt und haben z.B. durch die wachsende Rolle der Maschinen ihren Arbeitsplatz verloren. Verschärft wird die angespannte Situation durch das Auftauchen einer neuen Droge in Dateiform namens Bluescreen, die bei den Nutzern zum völligen Kontrollverlust führt. Als eine Freundin der Heldin dem mysteriösen Übel ebenfalls zum Opfer fällt, beschließt Marisa – unterstützt von ihrem ebenfalls gewitzten Team – der Sache auf den Grund zu gehen. Allerdings machen sich die Jugendlichen dadurch mächtige Feinde.,,

Das kommt mir Spanisch vor (im wahrsten Sinne des Wortes)
Es ist interessant und spannend zu lesen, wie Marisa der Wirkungsweise von Bluescreen und den Machern der Droge Stück für Stück näher kommt. Neben der pfiffigen Hauptfigur tragen auch ein paar andere sympathische Charaktere zur Lösung des Falls bei, darunter eine Freundin, die praktisch ihr ganzes Leben live in einer Art Youtube-Kanal mit der Öffentlichkeit teilt (was stellenweise sogar überraschend hilfreich sein kann) oder Marisas völlig gegensätzlich eingestellter Kumpel Bao, der sich dem ganzen Technik-Zeug standhaft verweigert.
Etwas gewöhnungsbedürftig sind die immer wieder vorkommenden spanischen Wörter und Sätze, die zwar die Atmosphäre in Mirador unterstreichen, ohne entsprechende Sprachkenntnisse aber ein wenig verwirren.

Die Geschichte hat einige Wendungen zu bieten und weiß in ihren Dialogen außerdem durch schlagfertige Kommentare und immer wieder auch eine Portion Humor zu gefallen. Zu Beginn wird man etwas unvermittelt in die Zukunftswelt geworfen und muss sich die genaueren Hintergründe des Onlinespiels und der anderen mordernen Errungenschaften mit der Zeit erlesen. Durch die detaillierten, aber auch nicht zu haarkleinen Beschreibungen von Gerätschaften, Onlinediensten und gesellschaftlichen Verhältnissen hat man das gelungene Setting dann aber gut vor Augen.

Bluescreen eignet sich vor allem für Gamer und generell Leser, die Spaß daran haben, sich mit technischen Spielereien und dem Nachdenken über deren zukünftige Entwicklung zu beschäftigen.
Die Vorstellung, sich z.B. Djinnis implantieren zu lassen und Kabel an den Kopf zu stöpseln, mag für uns noch befremdlich wirken, aber vielleicht sind wir gar nicht mehr so weit davon entfernt.

Eine Geschichte ist zwar mit diesem Band weitgehend abgeschlossen, es bleiben aber noch lose Fäden und vor allem auf den letzten Seite werden interessante Fragen für die Fortsetzung aufgeworfen. Laut eigenen Angaben im Nachwort hofft der Autor darauf, Mirador zu einer umfangreichen Serie auszubauen. Ich werde mich jedenfalls gern wieder mit Marisa und Co. in die Abenteuer der nicht allzu fernen Zukunft stürzen.

Fazit
Bluescreen ist der gelungene Auftakt einer neuen Science-Fiction-Reihe. Vor allem Technik- und Gaming-interessierte Leser werden ihre Freude am Abenteuer der gewitzten Heldin haben. Und trotz humorvoller Anteile regt das Buch auch zum Nachdenken über die Chancen und Risiken der weiteren technischen Entwicklung an.

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28 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Spiele-Comic Krimi: Sherlock Holmes 01(Hardcover)


Fester Einband
Erschienen bei Pegasus Spiele Gmbh, 15.03.2017
ISBN 9783957891006
Genre: Sonstiges

Rezension:

Pegasus Press kombiniert die beiden interessanten Themen Spielebücher und Comics – eins der ersten Ergebnisse soll euch im folgenden Artikel vorgestellt werden.

Möchtegern-Detektive...

...kommen bei Sherlock Holmes – Die vier Fälle auf ihre Kosten. Als Sherlock Holmes oder sein treuer Assistent Dr. Watson untersucht man Tatorte, befragt Zeugen und kombiniert die beobachteten Hinweise. Nach dem ersten Trainings-Fall rund um einen verschwundenen Stubentiger können die weiteren Aufträge in beliebiger Reihenfolge gelöst werden. Auch die Hauptfigur lässt sich vor jedem Fall wählen – Holmes selbst bietet einen etwas höheren Schwierigkeitsgrad, weil er z.B. Personen nur drei Fragen stellen darf, während Watson vier zur Verfügung hat (wenn die Leute nicht schon vorher durch ungeschickte Formulierungen verärgert wurden). Darüber hinaus darf der Doktor – er ist schließlich Arzt – Verbrechensopfer untersuchen und erhält dadurch zusätzliche Hinweise. Und außerdem kann Sherlock ihm zwischendurch Tipps geben.

Auch der Krimi funktioniert grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip wie die Ritter-Geschichte, also durch die Wahl verschiedener Optionen mit den damit verbundenen Bild-Zahlen. Der Schwerpunkt liegt hier aber weniger auf Reisen, sondern eben mehr auf Ermittlungsarbeiten wie den angesprochenen Befragungen.
Ein praktisches Verzeichnis der wichtigen Charaktere unterstützt den nicht-linearen Aufbau des Buches. Wer nicht alle relevanten Schauplätze abklappert und wirklich ganz genau auf Details der Bilder und Dialoge achtet, kann schnell auf eine völlig falsche Fährte geraten. Die Fälle sind durchaus knifflig. Und auch hier können durch optionale Puzzles wie etwa Zahlenrätsel zusätzliche Punkte ergattert werden.

Der Zeichenstil des Krimis ist bezogen auf die Umgebungen farb- und detailärmer als beim Fantasy-Gegenstück, passt aber recht nett zur Thematik. Den verschiedenen Spiele-Comics gemeinsam ist die hochwertige Aufmachung: Dank guter Papierqualität halten die Bücher das unerlässliche Hin- und Herblättern problemlos aus und durch die hübschen, geprägten Hardcover-Einbände sowie das jeweils vorhandene Lesebändchen machen sie sich auch recht schön im Sammlerregal.
Eine Angabe zur Seitenzahl fehlt, der Umfang kann aber überzeugen: 325 Nummer finden sich bei Sherlock - die Zahlen beziehen sich meistens auf ein konkretes Bild (unterschiedlicher Größe), manchmal füllt der entsprechende Abschnitt aber auch eine ganze oder sogar mehrere Seiten.

Fazit
Die Spiele-Comics sind eine interessante Idee und bieten mit ihren Entscheidungsmöglichkeiten jeweils Futter für einige unterhaltsame Lese- und Betrachte-Stunden. Welchem der hübsch aufgemachten Bücher man den Vorzug geben soll, ist mal wieder Geschmackssache: Neugierige Fantasy-Rollenspieler werden sich bei den Rittern wohlfühlen, Sherlocks Buch ist ein Mitmach-Krimi für kluge Kombinierer und aufmerksame Beobachter. Letzterer Band enthält weniger Frustgefahr (es gibt keine vorzeitigen Tode), die Rittergeschichte hat dafür einen größeren „Wiederspielwert“. Optisch gibt es für beide noch kleine Verbesserungsmöglichkeiten, trotzdem hat man hier viel zu entdecken.
Die Altersempfehlung ab 8 Jahren finde ich übrigens ein paar Jahre zu niedrig angesetzt – für die allermeisten Kinder dieses Alters wären die Bücher deutlich zu kompliziert.

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

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Ritter - Wie alles begann

Shuky Waltch
Fester Einband
Erschienen bei Pegasus Spiele Gmbh, 15.03.2017
ISBN 9783957891013
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Pegasus Press kombiniert die beiden interessanten Themen Spielebücher und Comics – eins der ersten Ergebnisse soll euch im folgenden Artikel vorgestellt werden.

Der Traum vom Heldentum

Ritter – Wie alles begann ist, wie man unschwer bereits am Titel erkennen kann, eine Abenteuergeschichte. Dieses Buch enthält viele Fantasy-Rollenspiel-Anleihen und erzählt von drei Bauernjungen, welche in die Welt hinausziehen, um dem langweiligen Hofleben zu entkommen. Doch nur, wer auf seiner Reise genug „Bändchen der Beherztheit“ sammelt, kann sich Hoffnung auf eine Karriere als königlicher Ritter machen.

Nach einem kurzen Prolog entscheidet sich der Leser bzw. Spieler für einen der drei Burschen und damit im Prinzip für eine Charakterklasse: Intelligenter Bücherwurm (→ Magier), kräftiger Holzfäller (→ Krieger) oder lustiger Scherzbold (→ Bogenschütze/Schurke/Waldläufer). Jeder Held hat unterschiedliche Startwerte in vier typischen RPG-Kategorien wie etwa Geschick. Vom Stärkewert hängt ab, wie viele entdeckte Gegenstände man im Gepäck verstauen darf. Alle Werte können im Lauf der Handlung dauerhaft verbessert werden, allerdings büßt man in manchen Fällen auch mal Punkte ein.

Auf einem Abenteurerbogen am Ende des Buches können Einträge wie die Zahl der entdeckten Bändchen vorgenommen werden. Angehende Ritter müssen verschiedene Regeln beachten, unter anderem endet das Auswahlverfahren nach fünf Tagen. Ein Tag vergeht, sobald man auf das entsprechende Symbol stößt oder in einem Text darauf hingewiesen wird. Falsche Entscheidungen können die Hauptfigur wertvolle Zeit kosten.

Aber wie funktioniert das Ganze überhaupt? Nun: Die einzelnen Bilder im Buch sind durchnummeriert und an Stellen wie Kreuzungen wählt man eine der in der Szene zu sehenden oder in einem Text erwähnten Zahlen aus, die dann das nächste Ziel darstellt. Klettert der Protagonist weiter den Berg hinauf, oder wagt er einen kleinen Abstecher? Legt er sich mit den Banditen an, oder rückt er lieber sein Hab und Gut heraus? Und wie soll er mit einem Bettler am Wegesrand umgehen?
Zahllose Entscheidungen wollen so getroffen werden, die Resultate lassen sich oft kaum voraussehen. Während Forscherdrang häufig mit Bändchen, Objekten und Werteboni belohnt wird, kann zu viel Neugier an anderen Stellen aber sogar tödlich sein (was einen Neustart des Abenteuers bedeutet).

Ratsam ist es auf jeden Fall, sich die Umgebungen ganz genau anzuschauen, denn manchmal bewahrt etwa nur eine versteckte Zahl den Helden vor potenziellen Missgeschicken. Köpfchen ist bei den eingestreuten Rätseln gefragt, für deren Lösung weitere Bändchen winken. Unter anderem soll dafür beispielsweise eine Logik-Aufgabe erledigt werden.

Wer nach Ablauf der Zeit genug Bändchen hat, wird wie versprochen zum Ritter geschlagen und darf mit seinen gesammelten Werten und Ausrüstungsteilen auf die bereits angekündigte Fortsetzung warten. Ich hoffe, dass dann die Abfrage von Stärke, Charisma und Co. noch einen etwas höheren Stellenwert einnehmen wird als bisher.

Die Zeichnungen sind in einem sympathischen Stil mit einer Portion Humor gehalten und führen den Betrachter an interessante Orte wie ein Labyrinth oder eine Zaubererschule. Zwischendurch gibt es allerdings für meinen Geschmack etwas zu viele simple Landschaftsbilder mit Grasbüscheln oder Felsen und sonst nicht viel zu sehen. Vielleicht hätten z.B. ein paar zusätzliche Tierchen das Ganze etwas beleben können (Eichhörnchen, Murmeltiere etc.)? Andernorts sind aber durchaus nette Details vorhanden – eine lustige Entenmutter watschelt mit ihrem Nachwuchs über die Dorfstraße, Kinder rennen herum, ein Kaninchen schaut aus dem Gras…

Hochwertige Aufmachung
Dank guter Papierqualität halten die Bücher das unerlässliche Hin- und Herblättern problemlos aus und durch die hübschen, geprägten Hardcover-Einbände sowie das jeweils vorhandene Lesebändchen machen sie sich auch recht schön im Sammlerregal.
Eine Angabe zur Seitenzahl fehlt, der Umfang kann aber überzeugen. Fast 400 Nummern finden sich im Ritter-Band - die Zahlen beziehen sich meistens auf ein konkretes Bild (unterschiedlicher Größe), manchmal füllt der entsprechende Abschnitt aber auch eine ganze oder sogar mehrere Seiten.

Fazit
Die Spiele-Comics sind eine interessante Neuheit und bieten mit ihren Entscheidungsmöglichkeiten jeweils Futter für einige unterhaltsame Lese- und Betrachte-Stunden. Welchem der hübsch aufgemachten Bücher man den Vorzug geben soll, ist mal wieder Geschmackssache: Neugierige Fantasy-Rollenspieler werden sich bei den Rittern wohlfühlen, Sherlocks Holmes´ Buch ist ein Mitmach-Krimi für kluge Kombinierer und aufmerksame Beobachter. Letzterer Band enthält weniger Frustgefahr (es gibt keine vorzeitigen Tode), die Rittergeschichte hat dafür einen größeren „Wiederspielwert“. Optisch gibt es für beide noch kleine Verbesserungsmöglichkeiten, trotzdem hat man hier viel zu entdecken.
Die Altersempfehlung ab 8 Jahren finde ich übrigens ein paar Jahre zu niedrig angesetzt – für die allermeisten Kinder dieses Alters wären die Bücher deutlich zu kompliziert.

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120 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Die Beschwörung des Lichts

Victoria Schwab , Petra Huber
Flexibler Einband: 720 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 25.04.2018
ISBN 9783596296347
Genre: Fantasy

Rezension:

Eine weitere Fantasy-Trilogie kommt zum Abschluss. Die beiden vorherigen Bände der Weltenwanderer-Reihe boten gute Unterhaltung mit Action und Charme – gelingt es der Autorin, die Geschichte ihrer Parallelwelten überzeugend zu beenden?

In den Fängen eines Möchtegern-Gottes
Nachdem der mittlere Band im Gegensatz zum Erstling mit einem fiesen Cliffhanger endete, geht die Geschichte nun nahtlos weiter. Kell ist im Weißen London in eine Falle gelockt worden und in die Gefangenschaft des Schattenkönigs Osaron geraten. Wegen der magischen Verbindung zu Ziehbruder Rhy schwebt auch dieser in Lebensgefahr.
Und das ist erst der Anfang der Misere, denn Osaron gelingt der Übergang ins Rote London, dessen Bewohner ihm in großer Zahl zu willenlosen Schergen werden. Im königlichen Palast formiert sich der verzweifelte Widerstand und nur die vereinten Kräfte der letzten Antari können das Blatt noch wenden.

Neben den bekannten Hauptdarstellern Kell und Delilah (Lila) spielt im Abschluss der Trilogie besonders ihr früherer Widersacher Holland, dem sie auch jetzt nicht trauen können, eine entscheidende Rolle. Der Leser erhält durch verschiedene Erinnerungen Einblicke in die Vergangenheit des ältesten Antari und kann so besser verstehen, welche Ereignisse den auf den ersten Blick wenig sympathischen Charakter des Antihelden geformt haben.
Erneut wichtig ist außerdem die schillernde Figur Alucard Emery, der adlige Magier, Piratenkapitän und Geliebte des Prinzen. Die Protagonisten müssen sich ganz schön zusammenraufen, denn außer der düsteren Bedrohung durch Osaron sorgen auch einige Verschwörungen und Geheimnisse im Palast oder der Umgebung für Ärger.

Macht´s gut, Leute
Das angegriffene Rote London ist der zentrale Schauplatz, für Abwechslung sorgen unter anderem Szenen auf hoher See. Die Story bietet dabei einige Wendungen, viel Action und jede Menge dunkle bis traurige Momente.
Zwischendurch kommt die eigentliche Handlung auch mal ein bisschen ins Stocken, weil z.B. den Beziehungen zwischen den Charakteren recht viel Raum gelassen wird (man hätte eventuell manche Passagen ein wenig kürzen können), dafür wirken die Figuren und ihre Welt aber sehr glaubwürdig und werden außerdem in einem angenehmen, schönen Schreibstil geschildert.
Trotz der schlimmen Lage ist die Interaktion nicht frei von Humor und Charakterzüge wie Lilas draufgängerische Ader lockern das Geschehen immer wieder auf.
Das Ende macht einen runden Eindruck und bildet einen würdigen Abschied von den liebgewonnenen Hauptpersonen, kleine Ableger – etwa zu Alucards vergangenen Abenteuern – könnte ich mir aber recht gut vorstellen.

Fazit
Die Beschwörung des Lichts liefert einen gelungenen Abschluss der unterhaltsamen Trilogie mit Action und einigen Wendungen. Erneut können nicht zuletzt die sympathischen Charaktere und der angenehme Schreibstil (mit einer Prise Humor trotz düsterer Ausgangssituation) überzeugen. Zwischendurch kommt die Handlung ein wenig zu langsam voran, dafür liefert die Geschichte aber unter anderem interessante Einblicke in die Vergangenheit des Antihelden Holland.

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184 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Die Verzauberung der Schatten

Victoria Schwab
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 23.11.2017
ISBN 9783596296330
Genre: Fantasy

Rezension:

Mit Vier Farben der Magie lieferte V. E. Schwab den unterhaltsamen Auftakt einer Fantasy-Trilogie rund um mehr oder weniger magische Parallelwelten. Nun geht die Geschichte der gewitzten und sympathischen Hauptcharaktere weiter.

Ein neues Leben

Ein paar Monate nach dem Sieg über die fiesen Herrscher des weißen London hat sich Delilah „Lila“ Bard ihren großen Traum erfüllt und reist als inzwischen anerkanntes Mitglied einer Piratenmannschaft übers Meer, wo sie raffiniert selbst scheinbar übermächtige Gegner austrickst. Die ehemalige Bewohnerin des grauen, magielosen London fühlt sich in der roten Welt endlich heimisch und lernt immer mehr, ihre neugewonnenen Zauberkräfte zu nutzen. Wegen eines magischen Turniers, an dem der charismatische Kapitän Alucard Emery teilnehmen möchte, führt sie der Weg jedoch zurück in die Hauptstadt.

Dort leidet Kell, Protagonist Nummer zwei, nach den vorangegangenen tragischen Ereignissen unter dem mangelnden Vertrauen seiner königlichen Zieheltern und der Unbeherrschtheit seines Bruders Prinz Rhy, mit dessen Lebenskraft er nun untrennbar verbunden ist. Im Rahmen des anstehenden Turniers hofft Kell, etwas Dampf ablassen zu können.

Das Spiel der Elemente
Durch das im Mittelpunkt stehende Aufeinandertreffen von Zauberern dreier Nationen kommt man in den Genuss einiger spannender Duelle und lernt das Magiesystem sowie die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Elemente besser kennen.
Die Haupthandlung rund um die verschiedenen Welten beziehungsweise die Konflikte zwischen ihnen kommt dagegen in diesem Mittelband nur relativ wenig voran. Lediglich ein paar eingestreute Kapitel lassen Böses ahnen – erst gegen Ende spitzt sich hier die Situation erheblich zu und die Autorin lässt uns durch einen fiesen Cliffhanger zappeln, welcher eine ordentliche Portion Neugier auf den Abschluss der Handlung weckt.

Dafür gewinnen aber unter anderem die sympathischen Hauptcharaktere an Tiefe und man kann etwa das angespannte Verhältnis zwischen Kell und seinem Ziehbruder, dem Königspaar oder auch Lila gut nachvollziehen. Noch dazu bringen neue Figuren, insbesondere Alucard, noch mehr Leben und auch eine Prise Humor sowie Charme in die Bude.
Außerdem weiß der flüssige Schreibstil zu überzeugen, der eine angemessen magische Atmosphäre vermittelt und sowohl die Schauplätze als auch diverse brenzlige Situationen lebendig vor dem inneren Auge des Leser erscheinen lässt.

Fazit
Der Mittelband der Weltenwanderer-Trilogie bringt die eigentliche Story zwar nur eingeschränkt voran, sorgt aber durch interessante Beziehungen zwischen den Charakteren (darunter gelungene Neuzugänge) sowie die spannenden Duelle eines magischen Turniers für unterhaltsame Lesestunden. Sowohl die Protagonisten als auch ihre Welt gewinnen an Tiefe, durch die dramatischen Entwicklungen am Ende wird außerdem die Neugier auf den Abschluss der Geschichte geschürt.

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672 Bibliotheken, 24 Leser, 1 Gruppe, 98 Rezensionen

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Vier Farben der Magie

Victoria Schwab , Petra Huber
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 27.04.2017
ISBN 9783596296323
Genre: Fantasy

Rezension:

Alternative Varianten einer Welt sind ein beliebtes Thema für Fantasy- oder Science-Fiction-Geschichten, das immer wieder interessante Ergebnisse liefert. Auch die hiermit gestartete Trilogie aus der Feder von V. E. Schwab nutzt dieses Grundgerüst.

Keine Pauschalreisen möglich
Im Szenario des Buches gibt es vier Parallelwelten, denen aus unbekannten Gründen eine Stadt namens London gemeinsam ist, welche sich aber überall völlig anders präsentiert: Während eine Version ganz ohne Magie existiert (und am ehesten an unser irdisches Gegenstück erinnert), gehört Zauberei in einer anderen zum Alltag. Eine weitere Variante wird von einem sadistischen Zwillingspaar regiert. Und das „schwarze“ London fiel einst seiner Maßlosigkeit im Umgang mit der Magie zum Opfer. Früher waren die London durch Türen verbunden, die aus Sicherheitsgründen aber verschlossen wurden. Nur Blutmagier, die so genannten Antari, besitzen noch die Macht, zwischen den Welten zu reisen. 

Hautcharakter Kell ist einer der beiden letzten bekannten Antari und fungiert als eine Art Botschafter für die Herrscher. Abseits seiner offiziellen Pflichten nimmt der junge Mann gern mal Sachen von einer Welt in die andere mit – was nicht nur seinen besten Freund wütend macht, sondern nebenbei streng verboten ist. Eines Tages wird Kell die Schmuggelei zum Verhängnis und die dunkle Seite der Magie droht, sich vollends in seiner Heimat breit zu machen.

Durch die ganze Misere macht Kell Bekanntschaft mit Hauptfigur Nummer zwei: Diebin Lila macht als Mann verkleidet das „nichtmagische“ London unsicher und hegt große Ambitionen. Berufswunsch: Piratenkapitän – nur hat sie weder Ahnung von der Seefahrt, noch ein Schiff, noch das nötige Startkapital. Aber von solchen Lappalien lässt sich Lila nicht aus dem Konzept bringen…

Große Klappe und einiges dahinter
Lila kann manche Leser vielleicht nerven, ich mochte ihre freche Art aber ganz gern. Ein gesundes (oder vielleicht manchmal auch nicht unbedingt gesundheitsförderndes) Selbstvertrauen, immer mindestens drei versteckte Messer (von denen kann man schließlich nie genug haben) und eine große Portion Respektlosigkeit (egal wem gegenüber) zeichnen die langfingrige Dame aus.
Manchmal wirkt die Heldin arg gedankenlos und wagemutig, besitzt aber Witz und einen gewissen draufgängerischen Charme – sie würde sich bestimmt gut mit Käptn Jack Sparrow verstehen (und ihm wahrscheinlich direkt das Schiff klauen).
Auch der eher ruhigere Part Kell kommt recht sympathisch rüber, unter anderem durch die tiefe Freundschaft mit seinem Ziehbruder. Die Darstellung der Magie im Buch hat ebenfalls einige interessante Facetten.

Relativ blass und teils zu klischeehaft bleiben allerdings die meisten Nebencharaktere, da wird Potenzial verschenkt.
Die Interaktionen zwischen Lila und Kell sorgen für spaßige Momente, auch wenn man stellenweise das Gefühl hat, dass die ganze Dramatik der Situation etwas zu sehr in den Hintergrund gedrängt wird und in dieser brenzligen Lage wertvolle Zeit für Plänkeleien draufgeht.

Apropos Dramatik: Der Einstieg in die Handlung ist relativ gemächlich angelegt, später darf man sich aber auch über so manche Action-Szene freuen, die sich in einem dezent überzeichneten Abenteuerfilm gut machen würde.
Manchmal bekommen es die in der Klemme steckenden Protagonisten vielleicht etwas zu leicht gemacht – da ist z.B. jemand mehr oder weniger tot und wird wundersamerweise doch noch gerettet. Hundertprozentig logisch ablaufende Handlungsfäden sind nicht unbedingt die Stärke dieser Geschichte. Angesichts des Unterhaltungswerts konnte ich persönlich damit aber gut leben.

Die Sprache in den Dialogen wirkt stellenweise ein wenig moderner als es in einem recht mittelalterlich oder viktorianisch anmutenden Szenario vielleicht zu erwarten wäre. Das wird wahrscheinlich nicht den Geschmack jedes Lesers treffen, ich finde die Schreibe aber angenehm locker und wie bereits erwähnt unterhaltsam.

Zwar handelt es sich hier um den Auftakt einer Trilogie, die Story ist jedoch besser abgeschlossen als bei den meisten solchen Reihen üblich. Die Abenteuer der Figuren sind aber eben doch noch nicht zu Ende erzählt. Eine Vorschau des nächsten Bandes (mit Lila in der Hauptrolle) ist enthalten und – dank einer für die freche Diebin typischen Eskapade – schon mal vielversprechend, zumal diesmal die Gegend der London-Versionen verlassen wird. Eine gute Gelegenheit, mehr von den Welten zu sehen, denn bisher werden die Regionen außerhalb der Stadt bzw. Städte nur ganz am Rande erwähnt.

Fazit
Vier Farben der Magie ist ein unterhaltsamer erster Ausflug in eine neue Fantasy-Welt – oder besser gesagt gleich in mehrere Parallelwelten. Die verschiedenen London-Versionen bringen Abwechslung ins Geschehen (auch wenn die Schauplätze manchmal ruhig detaillierter dargestellt werden könnten) und in Sachen Magie werden ebenfalls ein paar interessante Ideen präsentiert. Manchmal wirkt die Lösung für brenzlige Situationen etwas zu simpel, den sympathischen Hauptfiguren gönnt man das aber auch. Frechheit siegt...

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48 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Stadt aus Wind und Knochen

Fran Wilde , Marie-Luise Bezzenberger
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2017
ISBN 9783426520635
Genre: Fantasy

Rezension:

Fran Wilde veröffentlichte bisher Kurzgeschichten in Fantasy- und Science-Fiction-Magazinen. Stadt aus Wind und Knochen ist nun ihr Debütroman, für den sie sich ein vielversprechendes Szenario ausgesucht hat.

Über den Wolken
Die junge Kirit träumt davon, bei ihrer Mutter in die Lehre zu gehen und zusammen mit ihr als Händlerin auch die weit entfernten Türme der Stadt zu bereisen. Doch vorher muss die alles entscheidende Flugprüfung bestanden werden, denn nur Absolventen dürfen ohne Lehrer die unmittelbare Nähe ihrer Heimat verlassen. Kirit hat sich eifrig darauf vorbereitet, erlebt dann aber eine unvorhergesehene Begegnung mit einem der gruseligen „Himmelsschlünde“, welche die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen. Sie gerät ins Visier der mysteriösen Sänger, die in der Stadt für Recht und Ordnung sowie die Aufrechterhaltung der Traditionen sorgen. Wird es Kirit trotzdem gelingen, die Prüfung zu bestehen? Und welche Geheimnisse verbergen die Sänger im Inneren ihrer bewachten Zuflucht?

Nach einer nur noch in Liedern und Legenden präsenten Katastrophe bewohnen die Menschen weit über den Wolken gigantische knöcherne Türme. Neben den seltenen und begehrten Brücken nutzen sie mit Seide bespannte Flügel, um sich zwischen den Türmen fortzubewegen. Das Erlernen der richtigen Flugmanöver und das geschickte Ausnutzen von Umgebungsbesonderheiten wie den wechselnden Aufwinden spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Auch in vielen anderen Bereichen entwirft die Autorin eine fremdartige, eigene Welt mit Ideen wie speziellen Flugregeln und Gesetzen, organischen Türmen, die sich immer weiter verändern, Methoden für den Umgang mit Verbrechern oder fremdartigen Begriffen wie „Windschläger“. Auch genutzt werden interessante Orientierungshilfen, wie man sie aus unserer Welt teilweise bei Blinden kennt.

Das Szenario ist gut ausgearbeitet, bildhaft beschrieben und durchaus faszinierend, wenn auch vielleicht nicht unbedingt realistisch, etwa im Bereich des Nahrungsanbaus in solch luftiger Höhe und bei stark begrenztem Raum. Vom Funktionieren der Flügel mal ganz zu schweigen. Man sollte die Geschichte also nicht zu sehr von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus beurteilen.

Freunde und Rivalen
Kirit ist eine recht sympathische Heldin, der man Erfolg beim Bestehen ihrer Prüfungen und beim Kampf gegen vermeintlich übermächtige Feinde wünscht. Sie bekommt Unterstützung oder auch Gegenwind durch einige interessante Nebencharaktere wie diverse Sänger oder ihren Kindheitsfreund Nat, der mit den Sängern noch eine eigene Rechnung offen hat.

Es bleibt hier übrigens bei rein freundschaftlichen Beziehungen ohne wirkliche Lovestory – was meiner Meinung nach aber vielleicht besser ist als der Aufbau einer typischen All-Age-Dreiecksbeziehung, den ich zwischendurch befürchtet hatte.
Trotz einiger Todesfälle und Verletzungen bleibt die Story auch sonst relativ harmlos, so dass man sie ohne Bedenken auch jüngeren Lesern zumuten kann. Es fehlt allerdings das letzte Quäntchen Tiefe und Dramatik, um die Geschichte zu einem restlos fesselnden Abenteuer zu machen.

Spannung kommt jedoch unter anderem durch riskante Flugmanöver, einige Luftkämpfe und das Aufdecken diverser Geheimnisse ins Geschehen. Gut finde ich außerdem, dass die Handlung in diesem Einzelband zu einem, dann noch einmal ziemlich actionreichen, Abschluss kommt statt die Lösung auf eine Fortsetzung zu vertagen.

Etwas zu hoch ist meiner Meinung nach allerdings der Preis: Für ein „normales“ Taschenbuch (kleiner als die typischen Fantasy-Wälzer) ohne Klappen und sonstige Extras, mit noch dazu nicht außergewöhnlichem Umfang und dünnem Papier, werden hier 12€ fällig – zwei weniger hätten es doch auch getan…

Fazit
Stadt aus Wind und Knochen entführt den Leser in ein faszinierendes und fremdartiges Szenario, das von seiner Schöpferin bildhaft beschrieben und mit vielen schönen Details ausgeschmückt wird. Die Geschichte bietet außerdem sympathische Figuren, actionreiche Szenen und einige Geheimnisse, bleibt aber in mancher Hinsicht etwas zu harmlos und geht nicht genug in die Tiefe. Wer den uralten Menschheitstraum vom Fliegen hautnah erleben möchte, kann jedoch ohne große Bedenken zugreifen.

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Rat der Neun - Gezeichnet

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis , Michaela Link
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei cbj, 17.01.2017
ISBN 9783570164983
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach ihrer international höchst erfolgreichen Trilogie Die Bestimmung entführt uns Veronica Roth nun ins Weltall. Diesmal weicht die Autorin vom allseits beliebten Dreiteiler-Schema ab: Rat der Neun – Gezeichnet ist das erste Buch eines geplanten Duos.


Horoskope, die wirklich zutreffen
Im Universum von Rat der Neun erhalten Menschen, üblicherweise beim Eintritt ins junge Erwachsenenalter, eine besondere Gabe, können dann etwa die Stimmung anderer Leute positiv beeinflussen, Dinge reparieren oder eigene Verletzungen in Sekundenschnelle heilen.
Während diese mehr oder weniger hilfreichen Fähigkeiten bei jedem auftreten, sind nur wenige zusätzlich mit einem Schicksal „gesegnet“. Zentrale Fakten ihres Lebenswegs sind vorherbestimmt und können nicht abgewendet werden – die entsprechenden Orakelsprüche bieten allerdings meist deutlichen Interpretationsspielraum.
Als die eigentlich geheim gehaltenen Schicksale eines Tages an die Öffentlichkeit gelangen, entfacht das die zuvor nur schwelenden Konflikte der schicksalsgesegneten Familien. Eine daraus resultierende Verschleppung führt die beiden ungleichen Hauptdarsteller zusammen: Akos, den jüngsten Sohn eines Orakels aus den eisigen Gefilden des Planeten Thuvhe, und Cyra, eine Art Kriegerprinzessin jenes Volkes, das den gleichen Himmelskörper bewohnt und mit den Nachbarn seit Generationen verfeindet ist.


Starke Figuren und komplexe Kulturen
Die Geschichte wechselt kapitelweise zwischen den beiden Helden. Obwohl nur für das Mädchen die Rolle als Ich-Erzählerin gewählt wurde, während Roth die Akos-Abschnitte in der dritten Person schildert, fühlt man sich als Leser bald schon beiden gleichermaßen nah. Ihre Handlungen und Motive sind nachvollziehbar, passen gut zu den komplexen Persönlichkeiten mit all ihren Unzulänglichkeiten aber auch Ressourcen, die hier entwickelt werden.
Cyra leidet auf Grund ihrer Gabe ununterbrochen schlimmste Schmerzen, welche bei Berührung auf andere Menschen übertragen werden – was sie für ihren älteren Bruder zum perfekten Folterwerkzeug macht und in schwere Gewissensnöte stürzt. Familienmensch Akos ist dagegen in der Lage, jeglichen Einfluss des „Stroms“, der hinter allen Fähigkeiten steckt, zu blockieren. Die vorsichtige Annäherung der beiden ist an sich natürlich wenig überraschend, wird aber schön und erfreulich kitschfrei erzählt.
Bei all den fremdartigen Namen, kulturellen Besonderheiten und erst mit der Zeit nach und nach verständlich werdenden Details braucht man vor allem zu Beginn schon ein wenig Geduld. Belohnt wird der Leser aber mit einem interessanten und vielschichtigen neuen Szenario, welches trotz bekannter Themen (vorbestimmte Schicksale, besondere Gaben, Freundschaft und Liebe zwischen Angehörigen verfeindeter Völker…) auch einiges an Eigenständigkeit bietet und zum Erkunden einlädt.
Es entsteht ein faszinierender und filmreifer Mix: Futuristische Technologien wie Raumschiffe oder synthetische Haut treffen auf altertümlich anmutende Kriegertraditionen oder mythische Orakel sowie Natur-Elemente wie „Rauschblumen“ und leuchtende Insekten, mit denen Handel getrieben wird. Das Setting mit seiner Atmosphäre hat mir wirklich gefallen, zumal auch der Schreibstil kaum etwas zu wünschen übrig lässt.
Neben der Ausgestaltung der Welt liegt der Schwerpunkt hier klar auf der Charakterzeichnung der beiden Hauptfiguren. Einige gelungene Nebenfiguren sind vorhanden, deren Rolle könnte für meinen Geschmack aber noch etwas ausgebaut werden. Auch die Handlung kommt vor lauter Innenleben der Charaktere und seelischen Konflikten stellenweise eher langsam voran – Langeweile kommt in meinen Augen aber zu keiner Zeit auf.


Fazit
Der Start von Veronica Roths neuem Zweiteiler konnte mich überzeugen und neugierig auf die Fortsetzung machen. Die beiden starken Hauptfiguren mit ihren komplex ausgestalteten Persönlichkeiten stehen im Vordergrund. Die Geschichte entwickelt sich zwar stellenweise eher langsam, hat aber eine schöne Atmosphäre mit interessanten kulturellen Besonderheiten sowie einer gelungenen Mischung von Science-Fiction und altertümlich anmutenden Elementen zu bieten.

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