EvyHearts Bibliothek

148 Bücher, 128 Rezensionen

Zu EvyHearts Profil
Filtern nach
148 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

liebesroman, zweite chance, liebe, türsteher

Zweite Chance: Lucas

Isabella von Weiden
E-Buch Text: 196 Seiten
Erschienen bei Independently published, 25.04.2017
ISBN B072P192WN
Genre: Liebesromane

Rezension:

Mit „Lucas“ hat die Autorin einen riesigen Schritt nach vorn gemacht, verglichen mit dem Vorgänger: Der Ausdruck ist klarer, die Chemie der Figuren stimmt und stellenweise hat der Text eine Spannung, die mich überrascht hat. Gut gemacht!


Inhalt


Türsteher Lucas trifft auf die stürmische Louisa und beide verlieben sich ineinander. Doch sie haben Angst vor einer festen Beziehung. Hinzu kommt, dass Lucas aufgrund einer Prügelei vor dem Club eine Haftstrafe droht. Werden die Liebenden bekommen, wonach sie sich sehnen?


Die Charaktere


Lucas ist nicht der Frauenheld, den der Klappentext verspricht, ganz im Gegenteil: Er ist ein Mann mit einer gefestigten Persönlichkeit. Er hat seine Träume noch nicht verwirktlicht, aber er ist zufrieden. Ich empfinde ihn als ruhig, selbst-bewusst und klug.


Louisa ist taff, ein bisschen selbstbewusster als Lucas. Die beiden passen gut zusammen, weil sie sehr präsent und frech sind. Zwei Figuren, die gut austeilen und einstecken können. Ich finde es spannend, wie Louisa im Laufe der Geschichte neue Facetten zeigt – das hat gut funktioniert!


Das Gefängnisthema


Ähnlich wie in „John“ wird die drohende Gefängnisstrafe nur wenig ausgebreitet. Das Thema erscheint im Prolog und wird erst im letzten Drittel vertieft. Das ist gut gestaltet. Aber der Schluss-Sprint ist zu flott. Das ist schade, weil die Angst vor dem Gefängnis ein spannendes Thema ist und weil die Autorin der Prügelei eine interessante moralische Facette gibt.


Spannung


Die Struktur des Textes ist gut. Innerhalb der Hauptstränge gibt es interessante Wendungen und der Text ist ruhiger, stimmiger.


Schreibstil


Die größte Änderung ist: Es gibt weniger Füllwörter. Ein paar Kommafehler sind enthalten, aber es behinderte die Lesbarkeit nicht. Außerdem hat die Autorin statt einer Ich- zwei personale Perspektiven gewählt. Wurde ich im ersten Band von „Johns“ Gedanken überrollt, wirkt der Text gemütlicher und abwechslungsreicher.


Leider haben die erzählenden Passagen das Tempo aus den flotten und sehr lustigen Dialogen genommen. Der Erzähler ist im Kopf der Figuren, aber nie nah an ihnen. Ich habe nicht herausgefunden, woran das liegt, aber ich vermute, dass der Text lebhafter wird, wenn „Show, don't tell“ angewendet wird.


Die Chemie der Figuren passt super und da beide auf der gleichen Stufe stehen, wirken ihre Schlagabtausche realistisch.


Fazit


„Lucas“ ist ein sprachlich weiterentwickelter Text mit amüsanten Hautpfiguren und Spannung. Die Sprache kann noch verbessert werden und ich hoffe, dass das Thema „Gefängnis“ in zukünftigen Teilen tiefer behandelt wird. Aber ich hatte Spaß.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Sag es einfach emotional

Ingo Vogel
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Econ, 22.09.2017
ISBN 9783430202305
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Thema „Kommunikation“ finde ich sehr interessant. Ich denke, es gibt viele Mittel, um mit unserem Gegenüber besser zu reden oder das Gespräch sogar zu lenken. Viele dieser Mittel wenden wir jedoch unbewusst an. Um mir einen Überblick zu verschaffen, habe ich das Buch über Netgalley angefordert.


Worum geht es?


Der Klappentext ist relativ schwammig und das Buch habe ich ähnlich empfunden. „Emotionale Sprache hat nichts mit Gesprächstechniken zu tun. Es geht vielmehr um eine ganz bestimmte innere Einstellung und verantwortungsvolle persönliche Haltung,[...]“ (S. 83) Das Problem des Buches ist, dass es „emotionale Sprache“ und was man damit machen kann nur umschreibt und selten auf den Punkt bringt. Vielelicht ist es schwer, dem Leser eine Einstellung zu vermitteln.


Was hat mir gut gefallen?


Der Abschnitt über negative Gefühle war gut erklärt und nach der Hälfte des Buches erläutert der Autor tatsächlich Kommunikationstechniken, u.a. wie man negative Sätze positiv umdeutet, aufmerksamer gegenüber Gesprächspartnern wird und an Authentizität gewinnt. Es gibt Übungsaufgaben und auf den letzten 20 Seiten sogar Beispiele.


Was hat mir nicht gefallen?


Die Sprache, der Tonfall. Dass der Autor, überspitzt formuliert, zwei wichtige Regeln vergessen hat: Emotionen wirken durch Geschichten. Und: Wenn man all diese Stilmittel einsetzt, wird man unauthentisch, weil der Zuhörer merkt, dass jemand „nicht menschlich“ kommuniziert.


Die Sprache des Buches ist „gerade aus“, der Leser wird oft angesprochen, der Autor spricht aber nur selten von sich. Was auf manche Leser motivierend wirkt, war für mich sehr abstrakt. Der Autor erzählt, aber er versetzt mich selten in Situationen, die ich nachfühlen kann. Die ständigen Aufforderungen können in einem Seminar gut wirken, ich war ihnen überdrüssig. Der Tonfall wirkt trocken, sachlich. Besonders gestört hat mich, dass das Buch sehr oft Schlüsselwörter und Übertreibungen nutzt, die nichts sagen. Konstruktionen mit „hoch-“ werden ca. 27 Mal verwendet, gern „hochemtional“ oder „hochwirksam“. Ein schönes Beispiel findet sich auf S. 80 „Dieser Zusammenhang ist für unseren Weg zu einer maximalen Performance Ihrer emotionalen Sprache beziehungsweise Sprechweise von derart entscheidender Bedeutung, dass ich ihn hier gerne noch einmal verdeutlichen möchte.“


Auch das Stilmittel der Ankündigungen und Aufzählungen wird übertrieben. Sich auf 11 positive Emotionen und 11 Neuro-Basics einzustellen, das hat mich überfordert.


Irritiert hat mich, dass das Fazit, das am Ende jedes Unterkapitels geschrieben steht, manchmal länger als der Abschnitt ist. Das „Fazit“ wird damit ad absurdum geführt.


Inhaltlich erzählt das Buch viel, das Wissen ist jedoch nur schwer einzuordnen. Manchmal wiederholt das Buch einzelne Aspekte.


Was nehme ich aus diesem Buch mit?


Ein gestärktes Bewusstsein für Sprache und ihre Wirkung. Und einige Techniken.


Fazit


Ein tolles Cover mit einem Inhalt, den ich in der ersten Hälfte langweilig fand. Die zweite Hälfte wird konkreter, aber ich war nicht glücklich damit. Leser, die durch Imperative motiviert werden, können mit diesem Buch Spaß haben.


  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

liebesroman, gefängnis, neuanfang, zweite chance

Zweite Chance: John

Isabella von Weiden
E-Buch Text: 99 Seiten
Erschienen bei Independently published, 10.09.2016
ISBN B01LZR1CDM
Genre: Liebesromane

Rezension:

Dieser Kurzroman ist das Debut der Autorin und das merkt man. Der Roman ist sehr ausführlich geschrieben, beschäftigt sich aber nur mit einem von drei Themen. Außerdem war mir die Hauptfigur oft nicht sympatisch – gut gestaltet als Figur, aber für mich nicht nett. Die Dramaturgie wirkt, als hätte man die Höhen und Tiefen abgeschnitten und die Sprache fand ich anstrengend. Es gibt schöne Momente, in denen ich die Gefühle der Figuren gut nachfühlen konnte, aber insgesamt finde ich den Text zu süß.


Worum geht es?


John wurde für ein Verbrechen verurteilt, das er nicht begangen hat, und hat zu Beginn der Handlung seine Strafe abgesessen. Schnell findet er Arbeit bei seinem Onkel Eddie und verliebt sich in Nachbarin Caro. Aber wie wird sie auf seinen Gefängnisaufenthalt reagieren? Und was ist mit den Traumata, die beide Figuren bewältigen müssen?


Die Figuren


John ist Hauptfigur und aus seiner Sicht wird das Geschehen erzählt. Durch die Ich-Perspektive kam ich ihm sehr nah und erlebte nicht nur seine Sehnsüchte, sondern auch seine Verlustängste, die dazu führen, dass er Grenzen übertritt und sich z.B. Caro in den Weg stellt oder sie sogar am Arm packt. Durch die Perspektive erlebt der Leser das nicht als „falsches Verhalten“, das korrigiert wird – John denkt nicht darüber nach. Fast fanatisch empfand ich seine Liebe zu Caro – er beschreibt oft, wie sehr er sie liebt und wie schön die Zeit mit ihr ist. Es gibt aber kein Gegengewicht. Den Grund für seine Ängste konnte ich gut verstehen und auch die Bewältigung erscheint mir logisch. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass sich John als Mitläufer, als Opfer betrachtet. Aus meiner Sicht trägt er jedoch am ursprünglichen Verbrechen einen Teil der Schuld. Die Idee, den Leser in einen Gewissenskonflikt zu bringen, finde ich gut.


Caro ist Redakteurin und Johns Nachbarin. Sie kommt aus einem liebevollen Elternhaus mit 2 Brüdern, sie hat eine gute Freundin und sie mag gruslige Filme. Mehr erfährt man nicht. Sie ist schüchtern, etwas naiv und sie genießt Johns Zuneigung. Bei Konflikten rennt sie (tatsächlich) weg, schafft es aber nicht, John die Meinung zu sagen. Das Bild, das der Leser von Caro gewinnt, ist durch John idealisiert. Caro ist das kleine Häschen, um das sich John kümmern kann.


Als Leser fand ich, dass die beiden gut zueinander gepasst haben, weil sie sich geben, was sie brauchen: Caro braucht einen Beschützer, John braucht Verlässlichkeit. In der Realität wäre das jedoch eine Mischung, die schnell kippen kann.


Themen


Gefängnisaufenthalt: John war fast 2 Jahre in der JVA. Wirkt er anfangs noch planlos, verläuft sein Leben bald in geordneten Bahnen. Das Stigma „Einmal Verbrecher, immer Verbrecher“ wird an einer Stelle angedeutet, wirkt aber nicht nachhaltig. Der Konflikt mit seiner Mutter wird ebenfalls schnell gelöst. Es wundert mich, dass auch Caro weder das Verbrechen noch den Aufenthalt mit ihm aufarbeitet, obwohl sie als Journalistin die Mittel hätte. Ich hatte erwartet, dass der Text zeigt, wie schwer die Integration in die „Realität“ ist, aber alles läuft harmonisch.


[Spoiler]


Trennung: Johns Vater ist ein amerikanischer Soldat, der in Deutschland stationiert war und nach einigen Jahren zurück nach Amerika versetzt wird. John erlebte die Trennung als Kind und hat sie nie überwunden. Er gibt sich die Schuld daran, dass sein Vater wegging. Ich konnte die Gefühle gut nachvollziehen und die Verlustangst, die daraus entstand. Für mich war das der Handlungsstrang mit der größten Tiefe. Allerdings ist sich John seiner Schuldgefühle bewusst, schafft es jedoch lange nicht, diese zu überwinden. Ich fand das irritierend. Außerdem hätte ich mich gefreut, wenn diese Schlussfolgerung nicht so klar im Buch stünde, sondern der Leser das herausfindet.


Sexuelle Überfälle: Caro wurde im Park von einem Bekannten Johns überfallen und angefasst. Daher benötigt sie in der Beziehung mit John einige Zeit, um Nähe zuzulassen und geht Konflikten aus dem Weg. Die Autorin deutet sehr früh in der Handlung an, dass mit Caro etwas nicht stimmt. Das finde ich sehr gelungen. Allerdings spielt das Trauma keine große Rolle in der Beziehung und auch die Bewältigung verläuft sehr harmonisch. Ich fand das enttäuschend.


[Ende Spoiler]


Spannung und Schreibstil


Durch die Ich-Perspektive ist man sehr nah am Geschehen und an Johns Gefühlen. Er spricht realtiv umgangssprachlich und nutzt viele, viele Füllwörter. Es gibt nur wenige Formulierungen, die ich nicht kannte, aber durch die Füllwörter hatte ich das Gefühl, jemand würde mir das Geschehen bei einer Tasse Kaffee weit, sensations-freudig und in allen Details erzählen. Ich habe mich nach einiger Zeit daran gewöhnt und denke, dass sie der Figur Persönlichkeit gegeben hat. Ich fand das mutig. Allerdings kam ich durch die Füllwörter nur langsam voran und ich musste nicht denken. Noch bevor die Dialoge es verraten, hat John alles gefühlt und gedacht und ausgebreitet. Die Spannung wird dadurch stark gemildert. Selbst interessante Passagen wie die Aufdeckung von Caros Trauma werden durch die Sprache abgebremst. Es wirkte zu harmonisch.

Außerdem wird oft Zeit gerafft und es gibt Zeitsprünge, die ich schwer nachvollziehen konnte.

Gut gefallen hat mir der Humor. Johns Sprüche und Gedanken waren stellenweise amüsant, besonders seine Selbstironie.


In meinem Text waren mittelmäßig viele Kommafehler und ein paar Tippfehler.


Fazit


Isabella von Weiden hat einen Text geschrieben, den ich schwer beurteilen kann. Als Zeichnung eines Mannes, der von Verlustängsten beherrscht wird, ist es nett. Als Liebesgeschichte ist es auch nett, weil es viel Liebe enthält. Als Text über einen Mann, der nach einem Gefängnisaufenthalt zurück ins Leben findet, ist es nicht gelungen. Ich finde das Werk nicht so gut, bin aber sehr gespannt auf den zweiten Teil.


Und die Deutung des Titels hat mir gefallen!

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

KÜSSEN VERBOTEN – BEISSEN ERLAUBT

Sandra Binder
E-Buch Text: 309 Seiten
Erschienen bei Arunya-Verlag, 20.07.2017
ISBN B0744C1FH8
Genre: Sonstiges

Rezension:


Ich habe das Buch über eine Leserunde auf "LovelyBooks" bekommen und jedesmal, wenn ich hineinlese, freue ich mich über den lockeren, selbstironischen Stil. Gleichzeitig wird mir bewusst: Vom Inhalt ist nur wenig angekommen. "Küssen verboten - Beißen erlaubt!" ist ein Roman, bei dem ich an vielen Stellen Potential erkenne.

Was passiert?


Summer ist eine Vampirin und arbeitet als (noch kleine) Privatdetektivin. Infolge eines Angebotes, das sie nicht ablehnen sollte, wird sie vom charismatischen Damian und dessen Bruder Luke in einer Firma angestellt. Doch Summer stolperte nicht nur in ein Affäre (?) mit Damian, sondern auch in ein Verbrechen, aus dem sie sich hätte heraushalten sollen...

Die Hauptfigur


Summer wirkt unerfahren, aber an einigen Stellen sehr taff. Sie denkt viel über die Organisation und sich nach. Außerdem gefällt mir ihre Selbstironie. Summer hat Rachel, die nichts von ihrem Vampir-Sein weiß, und Lucy, die älter ist und durch ihre Erfahrung einen guten Gegenpol bildet. Lucy wirkt auf mich weise, aber enttäuscht, abgeklärt. Außerdem bekommt Summer am Anfang der Geschichte einen Assistenten namens Colin, der naiv, aber lebenswert und sehr strebsam ist. Die Chemie dieses Kollektivs stimmt und bietet Stoff für einige Konflikte und viel Humor. Die Autorin nutzt das nur stellenweise. Besonders Colin hat zuwenig Raum.

Vampirismus


Die Autorin schildert die Verwandlung der Menschen zu Vampiren sehr eindrücklich und interessant. Die Idee gefällt mir sehr gut, weil man sie Realität und Mythos verbindet.

Sehr gut fand ich auch die Organisation "Vampyrus". Die geheime Regierung sorgt u.a. dafür, dass Nahrung bereitsteht, keine Anarchie ausbricht und das Geheimnis der Vampire geschützt bleibt. Jedoch sind die Methoden umstritten. Mir gefällt dieser Aspekt gut, weil er der Roman-Reihe eine gesellschaftliche Dimension gibt. Dass sich eine Gesellschaft strukturiert, kann vorteilhaft sein, aber zur Gefahr werden, wenn die Interessen Einzelner zu wichtig werden. Ich bin gespannt, wie das in den Folgebänden ausgebreitet wird.

Die Spannung


Das größte Problem war für mich der erste Teil der Geschichte. Denn trotz einiger Nebenkonflikte geht es überwiegend um die Annäherung zwischen Damian und Summer und ihr Nachgrübeln über sich. Dominanter, charismatischer Mann, naive Frau - die Konstellation war deutlich und ich hatte ständig das Gefühl, so etwas irgendwie schon einmal gelesen zu haben. Beide Figuren sind reizvoll, es fehlt ihnen aber das Eigene. Interessant wurde es für mich, als sich Summer mit Lucy streitet und auf den letzte 70 Seiten.


Die Gestaltung des Buches


Ich habe mich bei der Leserunde beworben, weil mich der Klappentext ansprach und ich eine Indie-Autorin unterstützen wollte. Hätte ich das Cover bei Amazon gesehen, hätte ich es für ein schlecht zusammengebasteltes Cover gehalten und weitergeklickt. Die Rottöne des Fotos gefallen mir, aber der Stil ist nicht gut umgesetzt und die Schrift zu unruhig. Dieser Bildstil, der mich an Second Life erinnert, wird fortgeführt und auch das Titelbild taucht als Variation auf. Die Bilder trennen die Kapitel und wirken manchmal sehr fein gezeichnet, manchmal grob. Ich hätte mir gewünscht, dass der Stil einheitlicher ist. Abschnitte innerhalb eines Kapitels werden mit einem Schuh-Symbol getrennt. Leider passt der grobe Plateau-Schuh nicht zum Zeichenstil des restlichen Buches. Ich finde, dass es gut gedacht, aber noch nicht ausbalanchiert ist.

Fazit


"Küssen verboten - Beißen erlaubt" hat für mich nur teilweise funktioniert. Die Charaktere sind sympatisch, aber ein bisschen austauschbar. Der Schreibstil ist gut zu lesen, aber die kreativen Ansätze in der Handlung tragen noch keine Früchte. Das finde ich schade.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Blasen - Der perfekte Blowjob | Erotischer Ratgeber

Tina Rose
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei blue panther books, 15.09.2017
ISBN 9783862776214
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich finde es wichtig, mich weiterzuentwickeln und mein Wissen um das Thema „Sex“ zu vervollständigen. Daher habe ich mich über die Leserunde auf LovelyBooks gefreut.


„lebe.jetzt“ ist die Ratgeber-Sparte von Blue Panther Books.


Inhalt im Groben


Auf 115 Seiten und in 4 Kapiteln erläutert das Buch wichtige Dinge um „Blowjobs“. Dabei wird vor allem auf die innere Einstellung, auf Selbstzweifel und auf Basiswissen eingegangen. Die Techniken werden, abgesehen von Deep Throat, wenig behandelt.


Das Cover und die Gestaltung


Das Buch ist im DIN A5-Format gedruckt und passt daher gut in viele Handtaschen. Das Titelbild ist minimalistisch orange gestaltet und fällt auf. Durch das Hardcover fasst sich das Buch toll an und ist strapazierfähig. Außerdem kann man es gut verschenken. Für mich ist das Äußere das beste am Buch.


Das Innere besteht aus kleinen Abschnitten, die mit kursiven Überschriften abgegrenzt werden. Man kann das Buch daher zwischendurch gut lesen.


Wie fand ich den Inhalt


Ich war enttäuscht, denn als „Anfänger mit Vorkenntnissen“ habe ich nichts gelernt. Das Buch richtet sich an Frauen, die sich vor dem ersten Blowjob scheuen und vorsichtig an das Thema herangeführt werden. Als solches finde ich es in Ordnung. Vielleicht passt das zum Konzept von „lebe.jetzt“, dass der Schwerpunkt auf dem Wohlbefinden liegt.


Auf mich wirkte das Buch so, als ob der „Blowjob“ ein Akt ist, den der Mann genießt und mit dem die Frau möglichst klarkommen muss. Obwohl das Buch stetig betont, dass man Männern, die die Technik verlangen oder nicht nett sind, die Tür zeigen soll, betrachtet es „Blasen“ nicht als Tätigkeit, die man als Paar tut, sondern als etwas, für das die Frau die Verantwortung trägt. Vielleicht passt das zur Zielgruppe – vielleicht fühlen sich Anfängerinnen so, als ob sie für das Glück ihres Partners verantwortlich sind. Ich denke, man hätte stärker betonen sollen, dass die Technik Frauen Spaß machen kann und wie sie den Spaß für sich erhöhen. Außerdem hätte man betonen sollen, dass man mit dem Partner absprechen kann, wie weit man gehen will oder man kann ihn bitten, zu erklären, was bei ihm gut funktioniert.


„Blasen – Der perfekte Blowjob“ schildert alle wichtigen Infos, aber ich weiß nicht, ob man (noch) einen Ratgeber braucht, der vom „Du“ ausgeht, nicht vom „Ihr“.


Eine nette Idee ist die Leseprobe am Ende. „Lebe.Jetzt“ nutzt, was auch bei „Blue Panther Books“ gut funktioniert: Eine Leserprobe zu einer Zusatzgeschichte. Den Kontrast aus Sachbuch-Text und Literatur finde ich eine tolle Idee, weil sie zeigt, wie das, was man gelernt hat, im „richtigen“ Liebesspiel funktioniert. Mich störte jedoch, dass man, um die gesamte Kurzgeschichte zu erhalten, seine persönlichen Daten per Post oder Anmeldung auf derm Website übermitteln muss. Wirtschaftlich sinnvoll, aber nicht nutzerfreundlich.


Schreibstil


Die Erzählerin spricht den Leser oft mit „Du“ oder „Ihr“ (wir Frauen) an und trifft einen Tonfall, der etwas sachlicher als in einer Frauenzeitung aber lockerer als ein Sachbuch ist. Nett, nicht überheblich, nicht bevormundend. Aber auch kein Stil, in dem ich mich aufgehoben, ernst genommen fühlte. Mir fehlte die Stimmung „Es ist ein spannendes Thema, das wir gemeinsam erkunden“ - ich fand's manchmal zu kühl. An einigen Stellen wirft die Erzählerin sogar ein „Dafür bin ich nicht die richtige Ansprechtpartnerin“ oder „alles […] Wissenswerte über dieses Hilfsmittel hast du in diesem Ratgeber bereits erfahren.“ ein. Das war selten, aber ich fand es nicht sympatisch.


Fazit


Was macht diesen Ratgeber besonders? Die Optik ist toll und das Wissen wird kompakt vermittelt. Allerdings zeigt das Buch Anfängerwissen und die Betrachtungsweise ist „alt“. Als Geschenk finde ich es gut, aber nicht als Ratgeber, mit dem man sich weiterentwickelt.


  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

liebesroma, liebesroman, sinnlic, autor: sharon taylor, buch: deep pleasure - brennende leidenschaf

Deep Pleasure - Brennende Leidenschaft

Sharon Taylor
E-Buch Text: 155 Seiten
Erschienen bei null, 31.07.2017
ISBN B074G2DKZN
Genre: Sonstiges

Rezension:

In welche liebes-mäßigen Verstrickungen können Grafikerinnen geraten? Das fragte ich mich, als ich dieses Buch sah. Klappentext und Cover klangen erotisch und nach düsterer Tiefe. Am Ende sehe ich den Text als Liebesdrama mit komödiantischen Zügen und etwas Erotik.

Das Cover


Rückblickend passt das Cover nicht zum Text. Das Motiv der Liebenden mit den Flammen gefällt mir, wirkt aber durch die fehlenden Gesichter so abstrakt, dass ich den Schwerpunkt auf der Erotik erwartet hatte. Die Schrift des Titels ist für mich nicht gut lesbar und die Kursivschrift ist nicht passend. Vor allem hätte ich dem Text ein weicheres, verspieltes Cover gewünscht. Denn trotz Spannung ist der Text nicht düster.

Was passiert?


Zwei Sonderlinge treffen aufeinander: Fiona hat rote Haare, ein Tatoo und einen Nasenring, mag keine Dates und sucht eine neue Mitbewohnerin. Und Mario ist Spieledesigner und muss wegen Eigenbedarfs aus seiner Wohnung ausziehen. Was als charmantes Wechselspiel beginnt, entwickelt sich zu einem Kampf um Fionas Mauer und der Frage, ob sie eine Beziehung zulassen möchte. Und der Frage ihres Traumas.


Die Figuren


Fiona ist nach außen selbstbewusst, hat aber einige Selbstzweifel u.a. wegen ihres Körpers. Am Anfang des Buches fand ich sie sehr präsent, weil sie mit ihrer Mitbewohnerin redet und man merkt, dass ihr das Zusammensein wichtig ist. Außerdem hat die Autorin Fiona eine Grafikaufgabe gegeben, an der sie bis zum Ende arbeitet. Ein Teil des roten Fadens. Leider wird Fiona von der selbstbewussten Frau zum willigen, hilflosen Weibchen, das sich oft bereitwillig in Marios Arme fallen lässt. Ich denke, dass man innerhalb der persönlichen Entwicklung schwach ist und Kontrolle abgeben kann. Aber bei Fiona war es nicht stimmig, sondern klischeehaft. Außerdem fand ich ihre "beste Freundin" stellenweise unfreundlich. Beispielsweisweise nimmt sie ein Gespräch der verzweifelten Protagonistin an, erklärt ihr aber nach Schilderung der Lage, dass sie nicht telefonieren kann und Fiona später zu ihrer Arbeit kommen soll. Sie hätte sie wenigstens aufbauen sollen oder das Gespräch nicht annehmen sollen, wenn sie keine Zeit hat. Mir tat Fiona in der Mitte des Buches leid: Ein Mann, der ihre Mauer durchbrechen will, eine Freundin, die zickt - das klingt nicht entspannend, sondern stressig.

Mario gefiel mir am Anfang, weil ich Mitleid hatte: Er muss ohne eigene Schuld aus der Wohnung ausziehen und wagt sich das Abenteuer Fiona. Auch die Dialoge fand ich witzig. Aber was als scherzhaftes Ärgern beginnt, wächst zu einer ständigen Erfolgskontrolle und dem Ziel ihre Mauer zu durchbrechen. Er manipuliert sie nicht, aber er wirkt auf mich manipulativ. Er provoziert sie, er legt seinen Arm um sie - und Fiona findet das gut. Er übertritt ihre Grenzen nicht gravierend, wagt sich aber in ihren Bereich, weil er sicher ist, dass er damit Erfolg hat. Manchmal wartet er, bis Fiona auf ihn zukommt, aber... das war nicht stimmig. Irritiert hat mich, dass er nie an seine eigenen Bedürfnisse denkt. Es geht nur um die Frau. Er war mir nicht sehr unsympatisch, aber ich war enttäuscht, dass er als Figur seine Rolle ZU gut ausfüllt. Mario ist der Retter.

Auf mich wirkten beiden Figuren zu konstruiert.

Perspektive


Das Geschenen wird abwechselnd aus Fionas und Marios personaler Perspektive erzählt. Manchmal sind Abschnittswechsel-Zeichen dazwischen, selten nicht. Ich bin nicht durcheinander gekommen und fand es angenehm zu lesen. Aber persönlich mochte ich die Perspektive nicht, weil ich den nie Figuren nahe kam. Sie "denken" und empfinden soviel, dass ich als Leser nicht urteilen konnte. Prägnant ist die Szene, in der Fiona Auto fährt und Mario über ihren Fahrstil nachdenkt. Und feststellt: "dass sie ein Problem damit hatte, die Kontrolle abzugeben." (ca. 56 %) Das Bild ist schön - aber als Leser wird mir die Interpretation abgenommen. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, dass mir jemand gönnerhaft vom Geschehen berichtet. Bei anderen Texten funktioniert ein personaler Erzähler bie mir - bei diesem Text nicht.


Spannung und Struktur


Die große Stärke des Textes ist die Spannung. Die Autorin hat den Text gut komponiert: Das Problem wird in der Einleitung geschildert, während der steigenden Handlung werden prägnanten Punkte gesetzt (Paintball!) und kurz nach dem Höhepunkt kommt die Katastrophe durch das Trauma. Die letzten 40 Seiten fand ich sehr spannend, wenngleich etwas gerafft, und ich habe mich nie gelangweilt. Die Autorin hat Elemente eingeflochten, die sich durch den ganzen Text ziehen und für Humor sorgen (die Aufgabe, Waldi!).

Der Schreibstil


Ich fand den Text flüssig lesbar und bin über sehr, sehr wenige Stellen gestolpert. Der Text ist sehr erzählend, hat aber keine komplexen Satzkonstruktionen oder Fremdwörter. Und: Ich habe keinen Tippfehler gefunden!

Die Schlagabtausche beider Geschlechter waren gut geschrieben.

Die Erotik


Beiden Figuren betonen, dass sie gern miteinander schlafen wollen und das fand ich gut, weil sie das gleiche wollen. Es gibt eine sehr ausführliche und anregende Szene, andere Akte werden nur angedeutet. Die Menge fand ich gut. Schade war, dass der Text eine energie-geladene Szene präsentiert, aber die gefühlvolle danach abkürzt.

Fazit


Die Autorin hat einen guten Text geschrieben, bewegt sich aber auf zu sicherem Terrain, meiner Meinung. Ich empfehle "Brennende Leidenschaft" Lesern, die eine gut strukturierte Geschichte mit einfachen Charakteren suchen. Wenn man sich von der komplexen Welt in ein Universum flüchten möchte, in der der richtige Mann Traumata löst. Ich kann das verstehen, aber mir war das zu einfach. Ich hatte beim Lesen nur wenig Spaß.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

17 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

liebe, tinder, erotik, sex, streik

Bet Me - Unverschämt verführerisch

Lila Monroe
E-Buch Text: 261 Seiten
Erschienen bei LYX.digital, 07.09.2017
ISBN 9783736306530
Genre: Erotische Literatur

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

devin, arzt, janey l. adams, unbekannter nachbar, liebe

Unbekannter Nachbar

Janey L. Adams
E-Buch Text: 25 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 08.09.2017
ISBN 9783744830010
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

hörbuch, bdsm, shades of grey, shadesofgrey, erotik

Shades of Grey - Gefährliche Liebe

E. L. James , Sonja Hauser , Andrea Brandl , Merete Brettschneider
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 16.01.2017
ISBN 9783844524727
Genre: Erotische Literatur

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Blindes Verhältnis

Janey L. Adams
E-Buch Text: 21 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 08.09.2017
ISBN 9783744810326
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem ich die Geschichte beendet hatte, suchte ich nach Hinweisen, dass es sich um ein Spin-Off handelte  - denn mir fehlt etwas. Der TExt wikt wie ein letztes Kapitel, ein Schlusswort.

Mann trifft Frau, hat mit ihr 14 Tage gute Akte und plötzlich wird über die Frage "Beziehung, ja oder nein?"diskutiert. Die Offenheit der Dialoge hat mich fasziniert, aber das ständige Kreisen um das Grundthema nimmt dem Text die Spannung. Der Wendepunkt kam für mich überraschend und die Erklärung war nicht so einleuchtend.

Außerdem verdeutlicht der Text das Ideal, dass sich aus guten Akten eine gute Beziehung ergibt. Ich denke, Menschen können emotional oder körperlich Spaß haben, ohne, dass daraus eine feste Beziehung werden muss.

Der Text hat einen tollen Ausgangspunkt, aber einen sehr klischeehaften Endpunkt.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Gefühle sind keine Krankheit

Christian Peter Dogs , Nina Poelchau
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 08.09.2017
ISBN 9783550081958
Genre: Sachbücher

Rezension:

Als Mensch, der schon einige Bücher zum Thema "Psychologie" gelesen hat, war ich mir nicht sicher, ob ich "Gefühle sind keine Krankheit" anfordern sollte. Letztlich hat mich fasziniert, dass das Buch von den "Gefühlen" ausgeht, nicht von den Krankheiten. Ich dachte, dass ich erfahre, welche Gefühle es gibt, wie sie funktionieren und wie ich noch besser Zugang zu ihnen finde.

Nach dem Ende verspürte ich ein Gefühl wie nach einer Reiswaffel: Ich hatte etwas im Kopf (oder Magen), aber nicht das Gefühl, etwas gelernt zu haben. Das Buch konzentriert sich nicht auf Gefühle, sondern gibt einen Überblick über Störungen, Behandlungsmöglichkeiten und was im deutschen Therapie-System verbessert werden kann. Von allem ein bisschen, nichts tief genug. Der Reihe nach.

Worum geht es?


Ausgehend vom Inhaltsverzeichnis:

Teil 1 - Gehirn, Botenstoffe, Autorenbiografie, Gefühle + Krankheiten (ca. 44 % des Textes, das titelgebende "Gefühle sind keine Krankheit" nimmt 19 % ein)

Teil 2 - Therapiekritik, Therapeuten finden, Therapiemethoden (ca. 25 %)

Teil 3 - Was man selbst tun kann (ca. 7 %)

Teil 4 - "Eine Klinik nach meinen Vorstellungen" (11 %)

Das Buch gibt einen guten Überblick über die Krankheiten und besonders bei Essstörungen hebt es hervor, dass hinter dem gestörten Essverhalten eine soziale Phobie steckt oder die Unmöglichkeit, mit Konflikten umzugehen. Außerdem plädiert der Erzähler dafür, Gefühle zuzulassen, sie sogar zu genießen.

Im zweiten Teil berichtet der Erzähler nicht nur vom Un-Sinn der Psychoanalyse und Problemen bei der Ausbildung, er erzählt auch, dass Psychotherapeuten verantwortlich für ihre Patienten sind. Es geht u.a. um kürzere Therapien und Therapeutenwahl.  Gut gefällt mir, dass nur wenige krasse Negativbeispiele geschildert werden. Dennoch finde ich es schade, dass die Kritik nicht deutlicher ausfällt.

Im dritten Teil geht es um Ruhe, um Wagnisse und darum, seine Beziehung zu pflegen. Letzteres ist für Singles schwer :-)

Der vierte Teil greift stärker die Biografie des Autors auf. Der erzählenden Stil passt hier weniger, weil die Änderungen und Unterschiede zu "normalen" Kliniken weniger deutlich werden.

Aufgefallen ist mir dass es oft um Kinder geht, die durch die Gefühle ihrer Eltern ein Problem entwickelt haben. Das korrespondiert mit der These, dass Kinder/Twentysomethings der heutigen Generation von ihren Eltern so verwöhnt werden, dass sie nicht allein leben können bzw. überfordert sind. Ich denke, dass man auch das nicht verallgemeinern kann und es ärgert mich, dass dieses Klischee bedient werden musste.

Wie wird erzählt?


Der Erzähler spricht meist sachlich und notiert einige Beispiele. Gut gefallen hat mir, dass er sich auf die Ursachen und die Behandlung konzentriert, aber nicht zu ausschweifend wird. Das Buch wirkt an diesen Stellen fokussiert.

Es hat mich überrascht, dass der Erzähler sehr deutlich in Erscheinung tritt, aber der Autor nicht so stark. Die Biografie ist relativ kurz und auch sein Klinikkonzept, das der Autor teilweise umgesetzt hat, wird nur wenig "beworben". Es gefällt mir, dass der Erzähler Fehler eingesteht, das macht ihn für den Leser sympatisch.

Spürbar war jedoch eine Erwartungshaltung, Druck, die der Erzähler gegenüber den Patienten einnimmt. Beispielsweise lehnt er es ab, wenn Patienten mit vielen verschiedenen Medikamenten behandelt werden, aber er plädiert dafür, die Patienten zu führen. Im Beispiel auf S. 76/77 animiert er eine schwer depressive Patientin, Medikamente zu nehmen. Für manche Patienten kann das hilfreich sein, aber nicht für jeden. Ich empfinde den Erzähler nicht als herrisch, nicht als überheblich, aber als jemand, der Erfahrungen gemacht hat und der seine Meinung gehört haben will. An manchen Stellen war mir das "ich" zu deutlich.

Insgesamt ist das Buch gut und flüssig zu lesen, es gab nur wenige Stellen, an denen ich stolperte. "Claquer" kannte ich nicht.

Fazit


Ein bisschen geärgert hat mich, dass der Titel und der Klappentext einen Ratgeber bewerben, der keiner ist. Das Buch ist oft zu sachlich, eine Beziehung zum Leser konnte ich selten spüren und die Tipps für den Leser werden kaum betont. "Gefühle sind keine Krankheit" liefert interessante Denkanstöße, ist aber nicht darauf ausgerichtet, Probleme zu lösen.

Ich würde das Buch nicht jemandem empfehlen, der in einer Krise Bestand sucht. Ich würde es jemandem empfehlen, der sich für Psychologie interessiert und 2 Stunden damit verbringen will.


  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(20)

22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

liebe, freundschaft, schuhkarton voll erinnerungen, panda, alte liebe

Scherbengold (German Edition)

Kathrin Hövekamp
E-Buch Text: 207 Seiten
Erschienen bei null, 30.06.2017
ISBN B073M947GJ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wäre "Scherbengold" ein Mensch, dann wäre es kein Partytier. Es wäre kein Freund, mit dem man sich blind ins nächste Abenteuer stürzt. "Scherbengold" ist nicht laut. "Scherbengold" ist leise. Der gute Freund, mit dem man bei Regen gemütlich auf dem Sofa sitzen und fernsehen kann. Der Reihe nach.

Worum geht es?


Jakob ist 30 und wird überraschend von seiner Freundin verlassen, obwohl er bereits dein Pärchenurlaub gebucht hat. Eine durchzechte Nacht später stöbert er in alten Fotos und denkt über die vergangenen Beziehungen nach. Wo ist der "rote Faden"? Was hat er falsch gemacht?

Obwohl der Ausgangspunkt nicht neu ist, hat die Autorin den Roman mit vielen Details ausgemalt und im ersten Drittel ein Element eingebaut, das die Spannung bis zum Ende aufrecht erhält: Wer ist das Pandamädchen?

Die Figuren


Jakob ist freundlich, aufmerksamk und manchmal in sich versunken. Er philosophiert sehr gern. Außerdem kämpft er gern mit seiner besten Freundin um falsch zugeordnete Filmzitate. Dank seines besten Freundes ist er besonders, aber kein Außenseiter. Der Klappentext stellt ihn prägnanter dar, als er ist.

Hanna trägt gern "alternative" Klamotten, ist witzig, selbst-bewusst, aber manchmal schüchtern.

Es gefällt mir, dass die Figuren besonders, aber nicht zu extrem sind. Dadurch sind sie dem Leser sehr nah.

Themen


Beziehungen: Welche Rolle nehme ich in einer Liebesbeziehung ein? Sage ich, was ich will? Erwarte ich, dass der andere sagt, wenn ihm etwas nicht gefällt? Wie selbst-bewusst bin ich als Teil einer Beziehnung? Ich habe lange mit Jakob gegrübelt, wo der "Fehler" liegt. Aber nachdem er seine ersten Freundin fragt, verstanden wir. Manchmal ist es schlecht, nicht das Falsche zu tun.

Philosophie/Soziologie: Jakob versucht, das Problem gedanklich zu lösen und nutzt dabei verschiedene Theorien. Es gibt im Buch zwei relativ lange Passagen, in denen geredet wird. Menschen mit Vorkenntnissen werden Freude haben, ich fand sie fast zu lang.

90er/00er Jahre: Herzstück des Romans sind Referenzen an die Kultur dieser Jahre, weil Jakob Ende der 80er geboren ist. Musik, Technik und viele Details (Diddl!) sorgen für ein authentisches Gefühl ohne Nostalgie. Ich hatte Spaß! Auch die jüngeren Leser der Leserunde haben sich wohlgefühlt.

[Spoiler]

Psychisch kranke Eltern: Jakobs Mutter hat eine Depression. Jakob weiß, wenn er aus der Schule kommt, nie, ob seine Mutter in der Küche das Abendessen kocht oder tagelang das Zimmer nicht verlässt. Die Krankheit bessert sich im Laufe des Buches stark, aber ich denke, dass Jakob in Beziehung dazu neigt, den "Normalzustand" zu erhalten und die Frau glücklich zu machen, anstatt Dinge einzufordern und seine Bedürfnisse klarzumachen. Außerdem schätze ich ihn als konfliktscheu ein.

[Spoiler Ende]


Der Schreibstil

Hövekamp schreibt locker und flüssig lesbar. Abgesehen von Jakobs philosophischen Diskusionen.

Gut gefallen haben mir die leidenschaftlichen Beschreibungen von Partys usw.. besonders bei der Party am Ende. Trotz vieler Schilderungen war ich nicht genervt, sondern ich wurde von Jakobs Begeisterung angesteckt. Für mich wirkte die Szene, als wöllte die Autorin nicht dem Leser die Geschichte erleichtern, sondern zeigen, dass sie Spaß beim Schreiben hatte.

Fazit


Insgesamt ist "Scherbengold" ein ruhiger, sehr harmonischer Roman, der Klischees dezent behandelt und die Figuren gut zur Geltung kommen lässt. Er ist eine gute Wahl für einen Liebesroman, aber ich finde ihn nicht so knallig. Wahrscheinlich, weil er sehr nah an "unserer" Generation ist, fehlen die Kontraste. Der Roman erzeugt ein gutes Gefühl, aber er bleibt nicht so stark im Gedächtnis. Trotz des traurigen Ausgangspunktes ein Feel-good-Roman, den ich gerne empfehle.


  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(112)

247 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

dystopie, mord, kerry drewery, jugendbuch, manipulation

Marthas Widerstand

Kerry Drewery , Sabine Bhose
Fester Einband: 426 Seiten
Erschienen bei ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 16.03.2017
ISBN 9783846600436
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"Cell 7" habe ich über eine Aktion der "Lesejury" bekommen und selten hat mich eine Leserunde so beeindruckt. Gedanken flossen, Energien kochten über und ich konnte plötzlich schwer unterscheiden, was meine Meinung war und welche die Meinung der Gruppe. Klar war aber: Die Themen machen betroffen. Wenn in einem manipulierbaren (?) Televoting über Leben oder Tod abgestimmt wird, macht das Angst.

Klar war mir am Ende auch: Ich weiß nicht, ob ich weiterlese würde.


Worum geht es?


Martha, ein Teenager aus den Kratzern, hat den Wohltäter Jackson Paige umgebracht und sitzt im Gefängnis. Binnen der nächsten sieben Tage entscheiden die zahlenden Zuschauer über Leben und Tod. Jeden Tag wird Martha in eine kleinere Zelle verlegt und sie bekommt Besuch von ihrer psychologischen Betreuerin Eve. Eve, die eine besondere Beziehung zum System hat, vermutet, dass Martha unschuldig ist und forscht nach. Parallel sieht der Leser "Death is Justice", eine Fernsehshow, die von charismatischen Moderatoren moderiert wird und in der die Fälle ausgebreitet werden. Ziel ist es, die Zuschauer zum Wählen zu animieren.

"Cell 7" ist der erste Band einer Trilogie.

Die Figuren


Martha Honeydew:
Wenn "Cell 7" ein Musikstück wäre, dann wäre Martha das Grundthema. Mit ihr beginnt und endet die Geschichte. Und sie stellt das Gegengewicht zum kalten, ideologischen "Death is Justice" dar. Martha ist anfangs abgeklärt, wird sich später aber bewusst, in welcher Gefahr sie sich befindet. Ich wusste bis zum Schluss nicht, ob sie davon ausgeht, dass sie freikommt oder dass sie stirbt, um etwas zu bewegen. Ich fand ihre Entwicklung besonders in der zweiten Hälfte gut, weil ich merkte, wie wichtig ihr ihre Familie ist und dass sie an ihrer Aufgabe zweifelt. Allerdings wirkt Martha nicht so nahbar, was vor allem am beobachtenden Schreibstil iiegt. Letztendlich ist sie ein Instrument, um dem Thema ein Gesicht zu geben.

Eve Stanton ist ein guter Puffer. Sie ist ruhig und klug, aber ein bisschen schüchtern. Das hat mir sehr gefallen. Ich denke, es fällt Eve schwer, die Intiative zu ergreifen. Durch ihre Arbeit lebt sie in einer sicheren Blase, in der sie das System weniger unterstützt, sondern die Gefangenen im System. Ihr Sohn Max ist eine große Unterstützung für sie. Gemeinsam mit Ex-Richter Cicero versucht sie die Menschen davon zu überzeugen, dass das System schlecht ist.

Kristina ist die opportunistische Moderatorin von "Death is Justice" und die Verkörperung des Systems für den Leser. Kristina wirkte auf mich nicht, als hätte sie das System umfassend hinterfragt, aber sie ist davon überzeugt. Das merkt man u.a. daran, dass Cicero sie mit seinen Argumenten in die Enge treiben kann, aber lange Zeit niemand die Livesendung unterbricht. Stellenweise wirkte sie wie eine Marionette. Sie erinnerte mich an die Moderatoren aus "Die Tribute von Panem", war aber weniger knallig. Die Obrigkeit tritt im Buch fast nicht in Erscheinung, nur der Sendechef wird interviewt, was leider untergeht. Daher löst ihre manipulierende Art Wut aus. Ich fand das interessant, aber weniger spannend. Kristina setzt Techniken ein, die ich aus dem heutigen Fernsehen gut kenne und die heute manchmal deutlicher eingesetzt werden.

Issac ist ein Junge, der ebenfalls ein Teenager ist und gut mit Martha wirkt. Seine Herkunft und Funktion bleibt lange im Dunkeln.

Jackson Paige und das "Volk" werden nur schwammig geschildert. Obwohl der Tod Paiges die Handlung auslöst, erfährt man nur wenig. Er war ein Mensch, der sich aus den Kratzern nach oben gearbeitet hat und in der Öffentlichkeit als großer, großer Wohltäter bekannt ist. Scheinbar gab es auch eine andere Seite. Jackson wirkte auf mich wie ein Phantom. Ähnlich wie die Menschen, die in der Fernsehsendung anrufen. Es wird nicht klar, ob sie aus Sensationslust anrufen, oder weil sie wirklich glauben, dass jemand für den Tod einer berühmten Persönlichkeit bestraft werden muss. Aber vielleicht soll das so sein - vielleicht ist es nicht wichtig, was das Volk will, sondern es unterwirft sich dem System. Und vielleicht wird die Rolle Paiges im zweiten Band aufgeklärt.


Tod ist Gerechtigkeit?


Das Prinzip wurde eingeführt, weil es trotz ausführlicher Beweisaufnahme zu Fehlurteilen kam. Mit der Sendung kann man die Menschen beruhigen, denn es wurde "demonkratisch" abgestimmt. Da jeder Anruf Geld kostet, sind die Bewohner der verarmter Kratzer benachteiligt, während die Menschen in den reichen Stadtteilen die Wahl manipulieren können.

Das Buch wirft interessante Fragen auf: Wie kann man Fehlurteile verhindern? Was ist Gerechtigkeit? Kann man das objektiv beurteilen oder ist das subjektiv? Wo beginnt und endet Notwehr? Sollte Gleiches mit Gleichem vergolten werden?

Der Text zeigt spannende Beispiele, geht aber (noch) nicht tief genug. Ich vermute, dass das in den anderen Büchern ausgebreitet wird, aber mich hat das frustiert.

Der Schreibstil


Der Stil im Buch ist kühl. Das liegt einerseits daran, dass Marthas Sicht personal ist und relativ beobachtend. Es gibt nur wenige Stellen, in denen die Autorin mit Motiven arbeitet (der Baum!), ansonsten wirkt der Stil karg. Ich habe mich nach eniger Zeit daran gewöhnt. Außerdem werden Gedankenströme Marthas eingeflochten.

Verstärkt wird das durch Auszüge aus "Death is Justice", die in Drehbuchform geschildert werden. (Schon Goethe, Schiller und Lessing wussten: Man sieht sich immer zweimal im Leben...). Die Autorin "beschenkt" uns mit Bewegungsabläufen, Kursivschriften und Logoanimationen. Vielleicht zeigt das, dass auch die Show nur ein durchgeplantes Schauspiel ist, das zur Beeinflussung des Publikums dient. Da ich keine Beschreibungen mag, nervte mich das. Und es hat von den Dialogen abgelenkt.

Der Text ist gut und flüssig lesbar, wirkt aber trocken. Vielleicht wollte die Autorin die kühlen Zellenwände und die Stimmung unterstreichen, dass der Einzelne im System einsam und abgetrennt von der "Masse" ist. Vielleicht wollte sie die dystopische Atmosphäre verstärken.

Spannung


Die Frage "Wird Martha überleben?" treibt das Buch voran und das war gut. Aber die Handlung wird durch den Schreibstil abgebremst und es fiel mir schwer, zwischen der Sendung und der abenteuerlichen Suche nach der Wahrheit zu wechseln. Emotional nahm mich das Buch selten mit.

Ein Wort zum Cover


Ich finde das Titelbild außergewöhnlich, weil das Gesicht den gesamten Raum einnimmt. Die Figur wirkt computeranimiert und sie blickt den Leser an. Das Cover wirkt nur wenig verspielt und nicht dystopisch. Martha als Hauptfigur steht im Mittelpunkt. Das Cover ist einzigartig, die Geschichte ist es nicht. Daher finde ich es nicht ganz stimmig.


Fazit


Für mich war das Buch eine Enttäuschung. Die Idee ist toll, aber die ständige Medienkritik war nicht gut. Ich fand den Text stellenweise schön, aber die Helden zu naiv und vieles zu einfach. Ich habe einige dystopische Filme gesehen und verglichen damit hat das Buch nichts, was ich nicht bereits irgendwo gesehen hätte. Wahrscheinlich wäre "Marthas Widerstand" als Film sehr unterhaltsam!

Andererseits: Das Buch ist ab 14 Jahren freigegeben und die jugendlichen Protagonisten wirken als Identifikationsfigur gut. Manchmal ist man als Teenager (und als Erwachsener...) naiv. Und vielleicht muss man jugendliche Leser nicht mit besonders grausamen Stellen ärgern.

Trotzdem: Als Buch fand ich es nicht wirklich schlecht, aber nicht gut.

PS: "Auge um Auge Productions" - Wer hat diesen Semi-Anglizismus zu verantworten?!


  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

kurzgeschichte, geldwäsche, krimi, krimi!, booksnack

Halifax (Kurzgeschichte, Krimi) (Die 'booksnacks' Kurzgeschichten Reihe)

J. Monika Walther
E-Buch Text: 18 Seiten
Erschienen bei booksnacks.de, 14.07.2017
ISBN 9783960871859
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich habe bereits viele Rezensionen zu Booksnacks gelesen und war gespannt, wie das Projekt bei mir funktioniert. Daher habe ich mich gefreut, dass ich es im Rahmen einer Leserunde auf LovelyBooks bekommen habe. Fazit am Anfang: Es war nicht so gut.

Das Cover


Das Titelbild gefällt mir sehr gut. Die blaue Tönung, die klare Gliederung, der Mix aus unruhigen und ruhigen Bereichen -  ein gut designtes Cover!

Einziges Manko: Die Frau auf dem Foto wirkt jung, nicht wie eine Anwältin.


Was passiert?


Eine Frau reist ihrem Freund nach Kanada hinterher und wird in ein Verbrechen verwickelt.


Wie fand ich es?


Der Text erinnerte mich an "30 Sekunden", weil es wirkt, als hätte man ein Verbrechen aus einer verklärten Perspektive erzählt. Es gibt mysteriöse Figuren, aber ihre Rolle bleibt unklar. Alles wirkt zu zufällig, um wahr zu sein. Am Ende war der Text spannend und das Ende für mich logisch, aber auf mich wirkte es wie ein Mysterie-Thriller.

Ich konnte keine Bindung zu den Figuren aufbauen, was vor allem am Schreibstil lag. Wie ein Stein über das Wasser springen die Sätze und geben keine Möglichkeit, sich festzuhalten. Das Erzähltempo ist mittelmäßig hoch, aber es entsteht keine Tiefe. Nur die Beziehung zwischen dem Freund und der Hauptfigur fand ich lustig.* Die wiederholenden Wörter und die Struktur der Sätze fand ich als Stilmittel gut gedacht, aber nicht gut umgesetzt.

Abgesehen davon, dass die Geschichte nur 9 von 18 Seiten einnimmt, fand ich "Kurz vorab" nicht in Ordnung. Auf den ersten Blick fand ich das nett und der Verlag wollte dem Leser nur helfen (?), aber ich fühlte mich unter Druck gesetzt, bevormundet und nicht ernst genommen. Auf mich wirkte es, als würde man sagen: Du bist mit dem Text nicht klar gekommen? Dann liegt es an dir. Wahrscheinlich hast du die Regeln nicht verstanden. Ich denke, auch als Leser sollte man unvoreingenommen an einen Text gehen können. Und berücksichtigen, dass auch Autoren schlechte Texte schreiben können :-) Auf manche Leser wirken diese Sätze beruhigend, ich fühlte mich an die Schule erinnert, in der man "richtig" interpretieren musste. Man sollte dem Leser die Möglichkeit zugestehen, dass er zu einem Text keinen Bezug findet.

Fazit


Für mich war diese Geschichte nicht das Richtige. Ich würde sie dem Genre "Mystery" zuordnen, weil sie für mich schwer greifbar ist und kein klassischer Krimi. Die Sprache vermittelt kaum Emotionen und auch wenn das Geschehen interessant ist, wirkt es abstrakt.

Ich werde noch weitere Booksnacks genießen und gucken, ob ich mit anderen Genres besser klarkomme. Dieses empfehle ich nicht.



* Spoiler: Der Freund erzählt vom Verbrechen, in das er verwickelt ist, aber sie interessiert sich nur dafür, dass er sie betrogen hat.


  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

feuer, schiffsunglück, strand, novelle, liebe

Gestrandet und gefunden

Amalia Zeichnerin
E-Buch Text
Erschienen bei Independently Published, 19.08.2017
ISBN B074YM79GD
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Als die Autorin Testleser für das Buch suchte, war ich inmitten eines Fantasie-Romans - daher war die Mischung aus Gay Romance, einsamer Insel und Historie eine gute Abwechslung. Nach der Beta-Version habe ich die veröffentlichte Fassung gelesen und war erstaunt, dass ich manche Dinge beim zweiten Lesen anderes empfand.

Worum geht es?


Ein Sturm, ein Schiff, eine einsame Insel mit Banenen - und zwei Männer, die die Liebe zueinander entdecken.

Die Figuren


Mit Jay (Matrose) und Nicholas (Geschäftsmann) arbeitet die Autorin mit zwei Charaktären, die sich gegenseitig ergänzen. Während Jay emotionaler ist, empfand ich Nicholas als bodenständiger. Es hat mir Spaß gemacht, den beiden beim Reden zuzuhören.

Da es eine Kurzgeschichte ist, waren die Charaktere nicht so tiefe. Ich hätte gern mehr aus Jay Leben als Matrose erfahren.

Die Historie


Der Text spielt im 19. Jahrhundert. Die Geschichte ist durch Daten gegliedert und es gibt Hinweise auf den Handel und das Reisen. Eine Schlüsselrolle nimmt "Molly" ein.

Die Sprache ist der Zeit stellenweise angepasst und wird nie umgangssprachlich.

Ähnlich wie die Figuren fand ich es für eine Kurzgeschichte angenehm, aber ich hätte gern mehr gelesen.

Positiv aufgefallen ist mir, dass die Fakten stimmig eingebaut wirkten und nicht verkrampft.

Homosexualität


Die Figuren diskutieren über das Thema, was ich mit gemischten Gefühlen sehe. Einerseits ist es gut, dass Jay Interesse hat und ohne Vorurteile redet. Ich finde das real. Andererseits nervte es mich, weil in jeder Gay Romance darüber geredet wird.

Ausgeglichen wird das durch das Thema "Religion". Jay und Nicholas diskutieren darüber, ob Homosexualität mit der Bibel vereinbar ist. Der Diskurs ist nicht so philosophisch, aber bildhaft. Das war beeindruckend.

Die Erotik


Der Text enthält mehrere explizite Szenen, die kreativ eingebaut sind und leidenschaftlich wirken. Technisch hätte man mehr schreiben können, aber ich mochte die Szenen sehr.

Schreibstil


Der Text hat einen Erzähler, der deutlich spürbar ist. Ich empfand das manchmal als distanziert. Der Ausdruck wirkte dadurch flüssig, aber etwas einfach.

Die Landschaftsbeschreibungen sind schön und die Metaphern manchmal sehr toll.

Es sind ein paar Tippfehler enthalten, aber sie behindern das Lesen nicht.

Fazit


"Gestrandet und gefunden" ist eine geradlinige Gay Romance mit einer netten erotischen Szene und interessanten Themen. Sie ist ein bisschen vorhersehbar, aber sie hat Flair. Ich freue mich, wenn die Autorin ihren Stil weiterentwickelt und ihre Stärken verstärkt.


  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

liebe

Die Liebe der Wasserfrau

Laura Gambrinus
E-Buch Text: 27 Seiten
Erschienen bei null, 26.02.2015
ISBN B00U2SHDS2
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Cover wirkt sehr unruhig und für mich nicht professionell. Die Geschichte dagegen hat mir gefallen.

Auf ca. 31 Seiten treffen wir einen Mann, der nach einer Reifenpanne in einem italienischen Dorf landet und von der Legende der Wassergöttin hört, die jedes Jahr in einer Vollmondnacht kommt und einen Mann ertränkt. Sie sehnt sich nach ihrem Geliebten.

Die Autorin schafft es, trotz der Kürze eine dichte Geschichte zu erzählen. Ich konnte mich gut einfühlen, das Erzähltempo war angenehm. Die Auflösung ist nicht so mystisch, was mir gut gefallen hat.

Mit manchen italienischen Begriffen kam ich nicht klar, aber... insgesamt eine gute Geschichte.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

francisca dwaine, freunde, lust, heiß, gefühle

Liebe lieber ungebremst

Francisca Dwaine
E-Buch Text: 36 Seiten
Erschienen bei BookRix, 07.03.2016
ISBN 9783739641881
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mit dem Thema "Schnelligkeit", das im Titel und dem Titelbild angedeutet wird, hat die Geschichte nur wenig zu tun. Wenngleich sie schnell voranschreitet.

Die Grundkonstellation ist nicht neu, aber die Autorin konstruiert das Geschehen nett: Mann schreckt vor dem "Ich liebe dich" des baldigen Ex zurück und trifft im Fallen auf seinen vermeintlich asexuellen Bald-Partner. Es kommt, wie es in (fast) jeder guten Gay-Geschichte kommen muss: Der Bald-Freund verliebt sich, aber Mann hat infolge eines traumatischen Erlebnisses Angst vor Beziehungen. Es endet auf einem Bett.

Ich finde es toll, dass das Thema "asexuell" angesprochen wird und dass die Schlussbotschaft ist, dass es egal ist, wie man es nennt. Trotzdem schade, dass man nicht mehr aus dem Problem gemacht hat.

Die Autorin schafft es zu unterhalten und ich habe mich selten gelangweilt. Leider gibt es sehr viele Klischees. Der nette, beliebte Typ mit den wenigen Kontakten, fast engelsgleich. Und ein kantiger Mann. Eine Hommage an einen guten Teeniefilm gibt es mit "Joleen", einer unnötigen Nebenfigur.

Der Text las sich für mich wie ne gute Fanfiction - nicht mehr, nicht weniger.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

neugierde, zärtlichkeit, bdsm, erotik, erotik in der literatur

Journalistische Neugierde: Ein romantischer Ausflug zu den reizenden Variationen der Zärtlichkeit

Sara-Maria Lukas
E-Buch Text: 16 Seiten
Erschienen bei BookRix, 01.03.2016
ISBN 9783736863613
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der Titel klingt spannend und ich hatte gehofft, einen Plot mit einer Journalistin und viel Witz zu finden. Dem war nicht so. Die Handlung wird bis zur Schlüsselszene stark gerafft und sollte vom (hoffentlich) fachkundigen Leser mit eigenen Fakten gefüllt werden. Warum die Hauptfigur beim Interview mit dem Clubbetreiber plötzlich andere Clubbesucher kennenlernt, ist mir nicht klar. Eine platonische Beziehung, von der klar ist, wo ist endet, wird innerhalb weniger Sätze aufgebaut.

Die Schlüsselszene selbst war nett, aber vorhersehbar. Sie war nicht witzig. Sie zeigt einen Aspekt des SM und die Schlussfolgerung gefällt mir. Aber so überraschend, wie es der Klappentext verspricht, ist die Aufdeckung nicht. Ich finde es nicht romantisch.

Es waren ein paar Tippfehler enthalten, aber es war ok.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Sangue Macchiato: Der etwas andere Kaffee

Karin Kaiser
E-Buch Text: 12 Seiten
Erschienen bei BookRix, 22.07.2016
ISBN 9783739662381
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Sangue Macchiato" ist eine nette Kurzgeschichte, die in 24 Seiten viel erzählt.

Wir begleiten eine Vampirin auf der nächtlichen Suche nach Kaffee, die in Form eines attraktiven Barkeepers und des titelgebenden Getränks erfolgreich ist.

Gut gefallen hat mir der Machtkonflikt, denn das vermeintliche Opfer ist nicht nur Opfer. Die Thematik hat mir gefalllen und ich fand sie sehr kreativ dargestellt. Schade war, dass die Autorin diesen nicht ausführlicher gestaltet hat. Das Problem hätte einen Kurzroman füllen können. Stattdessen beglückt uns die Autorin mit einer ausführlichen Erotik-Szene, die nett ist, aber nicht nötig gewesen wäre. Nicht so ausführlich.

Das Tempo der Geschichte ist gut, aber mich störten die Wortwiederholungen. Es wirkte stellenweise verkrampft und sprachlich konstuiert. Der Text ist gut lesbar, enthält aber kleine Stolpersteine.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

1 Bibliothek, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Realismus in der bildenden Kunst

Boris Röhrl
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Mann, Gebr., 04.04.2013
ISBN 9783786126836
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Millenniumkuss: Was wäre wenn: Ein Buch - zwei Enden

Silke Heichel
E-Buch Text: 105 Seiten
Erschienen bei null, 25.07.2017
ISBN B07492TJNB
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ein Buch, zwei Enden - funktioniert das? Das Buch - ja. Die zwei Enden - zur Hälfte.

Der Einstieg in "Milleniumkuss" fiel mir sehr leicht und ich bin gut durch das Buch gekommen. Das liegt, denke ich, daran, dass ich mit dem Figurentyp (jung, weiblich, auf der Suche nach der großen Liebe und klug) vertraut bin. Aber auch daran, dass Heichel die Handlung grob und treffende skizziert: Die Hauptfigur arbeitet im Altenheim, hat ein Kind und wurde als Teenager von ihrer großen Liebe verlassen. Hinzu kommt, dass "Mann" der Bruder ihrer besten Freundin war und diese die Freundschaft infolge der Beziehung gekündigt hat. Die Frage, die das Buch vorantreibt, ist: Kommt sie mit ihrer Jugendliebe zusammen? Versöhnt sie sich mit ihrer besten Freundin? Das wäre ein guter Ansatzpunkt für die beiden Enden gewesen, aber dem war nicht so.

3/4 des Romanes fand ich toll, weil die Handlung langsam voranschreitet und ich die Atmosphäre im Altenheim gut fand: Es gibt einen Mann, der mit der Hauptfigur flirtet und Humor in die Geschichte bringt. Auch wenn der Beruf des Altenpflegers nicht so realistisch dargestellt wird, wirkt er greifbar und ich fühlte mich in der Geschichte.

Auch mit den Wechseln der Perspektive hatte ich nur wenige Probleme: Heichel pendelt, wie in ihren anderen Büchern, zwischen Vergangenheit (kursive Schrift) und Gegenwart. Problematisch fand ich die Stellen, an denen die Vergangenheit in die Jetzt-Zeit übergeht - der Wechsel der Formatierung hat meine Augen verwirrt und die Buchstaben tanzten. Mit einer besseren Aufteilung der Kapitel/Abschnitte hätte man das lösen können.

Die Liebesgeschichte war romantisch und nachvollziehbar. Heichel spielt mit Motiven und strukturiert so den Roman. Ich fand das sehr schön. Leider verläuft die Handlung im letzten Viertel zu schnell, der Ex-Freund der Figur taucht in der Handlung auf, sagt aber nichts. Auf mich wirkte es, als ob der Weg das Ziel ist und das Ziel, wenn es erreicht wurde, nur wenig Raum einnimmt.

Beim Happy End nimmt das Tempo weiter zu und es ist ein perfektes Ende, wie man es aus Heichels Büchern kennt (Spoiler: Hochzeit und Kind) Ich fand das etwas kitschig und zu perfekt, aber im Vergleich zum Rest störte es mich nur wenig.

Das alternative Ende erinnerte mich an einen Mysterie-Film und ähnlich wie die Hauptfigur brauchte ich lange, um herauszufinden, wo das Ende einsetzt. Das war verwirrend, aber Absicht und insgesamt gut umgesetzt. Dennoch: Es war kein gleichwertiges Ende mit dem Happy End, sondern ein Gedankenspiel.

[Spoiler]

Weniger glücklich war ich mit dem Freundschaftsmotiv. Die Frage, warum die Schwester etwas gegen die Beziehung hat, wird logisch beantwortet (sie wollte nicht ihre leidende Freundin, wie die verlassenen Frauen zuvor, ertragen), aber ich hatte gehofft, dass das Motiv schlüssiger wird. Warum sollte man nicht verzeihen? Die Passage im Buch zeigt, dass manche Menschen nicht verzeihen können, und das tat mir als Leser weh. Aber es ist eine realistische Darstellung. Trotzdem fehlte mir etwas...

[Ende Spoiler]

Sprachlich war der Text gut. Es gefällt mir, dass die Ich-Erzählerin ruhig und nicht so aufgeregt erzählt. In manchen Büchern habe ich das Gefühl, dass die Erzähler ihre eigene Geschichte so spannend finden, dass sie übertreiben. Das war hier nicht so. Auch die Dialoge sind gewohnt lebensnah, aber nicht übertrieben umgangssprachlich.

Die Erotik-Szene war realtiv ausführlich, aber entspannt zu lesen.

Fazit: "Milleniumkuss" ist ein sehr angenehmer Text. Es ist eine geradlinige, unaufgeregte Liebesgeschichte, die sich flott und gut lesen lässt. Der Roman berührt Klischees, betont sie aber nicht zu stark. Das Konzept der beiden Ende ist gut umgesetzt, könnte aber besser sein.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Fremdgehen

Michèle Binswanger
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein extra, 11.08.2017
ISBN 9783864930508
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich bin eine Frau. Ich habe (meist) keine Komplexe mit meinem Körper, aber oft bin ich nicht selbstbewusst. Ich habe einmal meinen Partner betrogen. Ich wurde bereits betrogen. Deswegen habe ich mich im Buch nicht wiedergefunden. Weil es die Autorin nicht geschafft hat, so umfassend über das Thema zu reden, wie ich es erwartet habe.

Was habe ich erwartet?


Als ich das Buch im Netgalley-Katalog fand, war ich erfreut. Der Titel klingt locker und das Thema ist interessant. Der Klappentext hat mich begeistert und auch in Interviews wirkt es, als ob die Autorin das Thema gerafft und von vielen Seiten betrachten will. Vielleicht Verständnis für Frauen aufzeigt.

Doch auch nach dem Schluss bin ich nicht sicher, ob das Buch bewusst ein bisschen provozierend geschrieben ist oder es aus Sicht der Autorin nur Monogamie und Polyamorie gibt.

Die Idee zum Buch entstand übrigens nach einem Artikel in der " Zeit" (vom 22.03.2012). Aus meiner Sicht ist der Artikel genug, eines Buches hätte es nicht bedarft.

Inhalt und Gestaltung/Schreibstil


Das Buch hat 16 Kapitel, die ich aber nur schwer voneinander abgrenzen kann. Themen sind u.a. "Das Dilemma der Frauen", "Nymphomanie - Die Erfindung einer Krankheiten" und "Die neuen Frauenbewegung"

Das Buch liest sich wie ein Essay, ein langer, langer Redefluss mit wenigen Zitaten und keiner Fußnote. Aber es gibt ein Literaturverzeichnis. Bei "Sex at Dawn" wurde das Thema wissenschaftlich aufbereitet, in diesem Buch fühlte ich mich sehr verunsichert, weil die Quellen nur am Ende genannt wurden. Nur Aussagen von Ulrich Clement (ein Paartherapeut) werden eingebunden.

Geschichten von Otto-Normal-Frauen und berühmten Persönlichkeiten werden erzählt, aber nicht interpretiert. Manchmal sind sie zu ausführlich.  Ich habe zu diesen Stellen eine starke Bindung aufgebaut, weil sie "erzählen". Im starken Kontrast dazu stehen die Passagen, in denen die Erzählerin ihre Gedanken fließen lässt.

Was fand ich gut?


Gut gefallen hat mir die Anektdote am Anfang, die auch im Zeit-Artikel erwähnt wird: Wenn man selbst fremdgeht, ist das ok. Wenn es der Partner tut, nicht :-)

Ähnlich gut, aber zu philosophisch, sind die letzten beiden Kapitel, in der Kant und Platon und Sokrates erwähnt werden. Ein sehr philosophischer Teil, der mir gefallen hat, weil er abstrakter ist.

Tipps für Frauen zum Fremdgehen finden sich auch, ein paar. Aber sehr wenige.

Außerdem zeigt die Autorin, dass Fremdgehen Verantwortung bedeutet, dass man nicht immer Spaß hat, sondern auch innerhalb der Affäre negative Gefühle entstehen können. Das war sehr schön :-)

Was hat mir nicht gefallen?


Das Buch hat mich getrieben, es zu lesen, weil ich hinter das Geheimnis des "Fremdgehens" kommen wollte. Aber oft wollte ich es an die Wand werfen. Wegen der Klischees. Ausführlich wird erzählt, dass Frauen für ihre Triebe verurteilt werden, dass sie sich von der Gesellschaft unter Druck gesetzt fühlen, dass sie mehr leisten müssen. Ich fühle mich unter Druck gesetzt - als Mensch. Und ich denke, dass viele Motive für Fremdgehen auch bei Männern zutreffen.

Ich denke, dem Buch hätte eine klare Richtung gutgetan: Mehr Wissenschaft oder mehr Persönlichkeit. Die Autorin versucht, "Fremdgehen" zu entschlüsseln, wirkt aber distanziert und verliert sich in "reden" Ich hatte das Gefühl, dass sie Fremdgehen verurteilt.

Fazit


"Fremdgehen - Ein Handbuch für Frauen" hält nicht, was es verspricht. Es ist der leider gescheiterte Versuch, ein Thema zu ergründen, das man als Autorin in zwei Seiten besser zusammengefasst hat. Im Epilog wirkt die Autorin wahrhaftig, beim Rest planlos. Ich konnte manches mitnehmen, aber im Buch lese ich vieles, das ich bereits kenne. Vielleicht bin ich die "falsche" Leserin, vielleicht wollte die Autorin schreiben, aber sie hat sich nicht getraut.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

The People of Sparks

Jeanne Duprau
Flexibler Einband
Erschienen bei Random House Childrens Books, 01.05.2004
ISBN B001E1JKKU
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

liebe, theater, sommer, schmetterlinge, hippies

Warten auf Schmetterlinge (Ein Theater zum Verlieben)

Yvonne Kaeding
E-Buch Text: 78 Seiten
Erschienen bei neobooks, 15.06.2017
ISBN 9783742784001
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meine Emotionen beim Lesen des Buches in Kurzform: "Omg, ein komischer Stil!" - "Oh, die Dramaturgie ist gut!" - "Wann hört dieser doof Stil endlich auf?" Und jetzt: die Langform.

"Warten auf Schmetterlinge" besticht mit Fachwissen und zwei Handlungssträngen. Neben der Liebesgeschichte hat die Hauptfigur eine Mutter außerhalb der Stadt, die Vorurteile gegenüber den neuen Nachbarn hat, die an "Hippies" erinnern. Der zweite Handlungsstrang lockerte die Liebesgeschichte auf und hat viele witzige Elemente. Außerdem begeisterte mich die Autorin mit den Details über die Arbeitsabläufe am Theater und an der Theaterkasse. Das wirkte sehr authentisch!

Die Dialoge sind oft witzig, auch wenn selten Einleitewörter benutzt werden. ich denke, die Dialoge sind die Stärke des Stils.

Schwiierig war die Verpackung - die Erzählpassagen. Der Stil ist personal, aber sehr distanziert z.B. "Der Bus fährt ihr vor der Nase weg und Karen beschließt, zu laufen." (Kindle-Positionen 177-178). Ich spürte ständig den Erzähler, aber keine Nähe zur Figur. Es wird viel erzählt, die Satzrhyhtmik ist monoton und selbst wenn Gefühle und Gedanken geschildert werden, wirken die Abschnitte beherrscht.  Der Stil erinnerte mich an Fabeln oder Kurzgeschichten, in denen der Erzähler etwas aufzeigen will und in der die Strenge des Ausdrucks einen Sinn hat. In einem Liebesroman, in der die Nähe zur Figur wichtig ist, hat das für mich nicht funktioniert.

Es gibt Bücher, die diesen Stil verwenden und ihn mit lockeren, sympatischen Figuren ausgleichen, die in ihren Dialogen Leben ins Geschehen bringen. Aber die Figuren in dieser Geschichte bleiben, trotz einiger Charakterisierungen, platt.

Und ich finde das Cover zu überladen. Das Bild in der Mitte ist toll, aber das Grün im Hintergrund passt nicht.

Fazit: Wer den Stil mag, bekommt eine nette und sehr unterhaltsame Liebesgeschichte. Für mich war es nicht gut.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Believe Me

Eddie Izzard , Stephan Gebauer
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein extra, 14.07.2017
ISBN 9783864930584
Genre: Biografien

Rezension:

Da ich mit "Play it again" gute Erfahrungen mit einer Biografie machte, dachte ich mir: Warum die Herausforderung nicht steigern und die Biografie eines Menschen lesen, zu dem ich keinen Bezug habe (bei "Play it again" war es das Klavierspielen, das ich mochte)? Als ich das Buch bei Netgalley sah, reizten mich das tolle Cover-Foto und die Tatsache, dass sich Izzard (offen) als Transgender bezeichnet. Ich war neugierig, was ich lernen würde. Leider erzählt das Buch viel, aber es fehlt das Gefühl. Vielleicht war die Herausforderung zu groß - für mich oder für Izzard?

Wer ist Eddie Izzard?


Ein britischer Komiker und Schauspieler, der 1962 geboren wurde und bereits mit sechs Jahren seine Mutter verlor. Izzard arbeitete lange Zeit als Straßenkünstler, danach als Stand-up-Comedian. Mittlerweile hat er zahlreiche Programme aufgeführt und  tritt auch in anderen Sprachen auf (z.B. Französisch und Deutsch). Außerdem lief er 43 Marathons in 51 Tagen (Großbritanien) und 27 Marathons in 27 Tagen (Afrika), um die dortige Sportförderung zu unterstützen. 2007/2008 spielte er die Hauptrolle in der Drama-Serie "The Riches", in der eine Familie des "fahrenden Volkes" die Identität einer neureichen Familie annimmt und zwischen beiden Welten pendelt.

Izzard bezeichnet sich als Transgender, im Buch nutzt er oft die Begriffe "Action-Transvestit" oder "im Mädchenmodus"

Was erzählt das Buch und WIE erzählt das Buch?


Izzard beschreibt seine Kindheit und seinen Weg vom Studium über seine Versuche einer Comedy-Show hin zum Outing und seiner Karriere als Comedian. Den größten Teil nehmen seine Kindheit und seine Jugend ein, der Tod der Mutter wird ähnlich oft thematisiert wie seine Vorliebe für das Getränk "Pop". Sein Outing, die Marathon-Läufe und seine Schauspielkarriere nehmen vergleichsweise wenig Raum ein.

Ich fand im Buch keinen Halt. Ich hatte keinen Bezug zu Izzards Kindheit, ich wusste nicht, warum er soviel davon erzählt. Im Nachwort erwähnt er, dass er Schwierigkeiten hat, anderen zu  vertrauen. Ich hatte das Gefühl, dass er dem Leser nicht vertraut und dass es ihm schwerfällt, aus seinem Leben zu erzählen. Vielleicht wurde bereits zuviel gesagt? 2009 drehte er bereits die Dokumenation "Believe" und auch seine Marathonläufe wurden dokumentiert. Im Gegensatz dazu erwähnt er bereits auf S. 39 (von 324), dass er ein Action-Transvestit sei und dass er mit Mädchenpuppen nichts anfangen konnte (aber eine Mädchen-Seite hat). Damit definierte sich Izzard schon sehr früh im Buch. Das hat mich verwirrt, weil ich ihn kennenlernen wollte. Ich wollte den kleinen Jungen auf S. 39 noch nicht in eine Schublade stecken.

Izzard wirkt im Buch durchdacht und sehr ehrgeizig. Er hat sich ein Ziel gesetzt und wollte es erreichen. Außerdem ist er sehr ausdauernd. Ich bewundere das. Es hat mich stark beeindruckt. Leider fehlte mir die Leidenschaft für die Kleinkunst. Izzard erzählt viel, aber die Freude, wenn er auf der Bühne steht, habe ich nicht gespürt. Auch fehlte mir die Einleitung für die Marathons. Izzard wirkt, als sei er sehr stolz auf das, was er erreicht habe, aber es scheint ihm peinlich, über seine Gefühle dahinter, seine Motivation, zu sprechen. Er definiert sich oft über diese Ziele.

Ich hätte gern mehr über das Thema "Transgender" erfahren und darüber, wie sich sein Auftreten, seine Persönlichkeit, verändert, wenn er Frauenkleidung und/oder Make-up trägt. Später habe ich in einigen Interviews gesehen, dass es keinen Unterschied macht - er spricht stehts höflich, nett und sehr ruhig. Interessant fand ich, dass Izzard mithilfe seines Bruders und seiner Freundin Sarah die Kostüme seiner Shows entwickelt hat, damit die Show prägnanter wirkt. Das wusste ich davor nicht.

Wer sollte das Buch lesen?


Ich denke, "Believe me" bereitet Lesern Freude, die Izzard aus dem Fernsehen oder aus seinen Shows kennen und wissen wollen, wie Izzard aufgewachsen ist. Wer Izzard (wie ich) noch nicht kennt, sollte das Internet nutzen. Eddie Izzard ist ein Mensch, der auf der Bühne präsenter wirkt als in diesem Buch.
 

  (1)
Tags:  
 
148 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks