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42 Bücher, 8 Rezensionen

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172 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 39 Rezensionen

fantasy, autor, willerin, worthüter, liebe

Hüter der Worte

Diana Menschig
Flexibler Einband: 550 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2012
ISBN 9783426511114
Genre: Fantasy

Rezension:

Wer hat sich nicht schon einmal gewundert, wie das Leben der Charaktere seines Lieblingsbuches aussieht, wenn der Autor nicht gerade über sie schreibt? Dieses Problem stand am Ende von »Sophies Welt«. Als ich diesen Roman damals las, stellte sich mir die Frage: Was wäre, wenn diese Erkenntnis nicht am Schluss einer Geschichte, sondern an ihrem Anfang stehen würde? Diana Menschig gab mir die Antwort in »Hüter der Worte«.
Im Zentrum der Handlung finden wir erstmal den Jungautoren Tom und den Grenzwächter Laryon. Sie stammen aus Welten, die verschiedener nicht sein könnten. Während Tom in unserem Münster lebt, kommt Laryon von der Insel Willerin, die sozusagen im Universum nebenan liegt. Die beiden sind sich nie begegnet. Doch wie kann es dann sein, das Tom sein Geld mit Büchern über Laryons Leben verdient? Sind Laryon und sein ganzes Leben seine Schöpfung? Oder steckt noch mehr dahinter? Verhält es sich vielleicht ganz anders?

Neben den sehr unterschiedlichen Charakteren, die dieses Buch bevölkern, sind solche und viele weitere Fragen ebenso große Protagonisten der Geschichte. Wer ihnen folgt, wird auch seine Antworten bekommen. Genau das zeichnet »Hüter der Worte« aus. Es ist äußerst durchdacht. Weltenbau, Charaktere und Plot gehören unabdingbar zusammen. Die zwei Universen sind nicht nur eine auswechselbare Bühne für Laryon und Tom, genauso wie die Mechaniken dieser Universen erst diese Charaktere und diese Geschichte möglich machen. Eine gelungene Abwechslung zu Romanen, die in jeder Welt spielen könnten oder wo die Besetzung völlig austauschbar erscheint. Doch ist dieser Plot auch gut? Unterhält er? Ja, absolut! Er behält sein Geheimnis lange für sich, versorgt einen aber am laufenden Band mit Hinweisen und zieht einen so immer voran. Spätestens nach dem ersten Drittel fiel es mir schwer, das Buch noch zu schließen. Selbstverständlich waren einige Ereignisse abzusehen, aber vieles andere überraschte und gerade bei den wichtigen Fragen bleibt es bis zum Ende spannend. Das funktioniert vor allem deswegen, weil zwar auch die Sicht von Handlungsträgern neben Tom und Laryon zur Sprache kommt, aber undurchsichtige Charaktere nicht entzaubert werden, indem ihnen eine Perspektive gegeben wird.

Dabei schreibt die Autorin in einem sehr konsistenten und flüssigen Stil, der einem beim Verständnis keine Hindernisse in den Weg legt. Gerade da das Buch auf inhaltlicher Ebene in Passagen sehr fordern sein kann, tut das gut. So zum Beispiel wenn einem die Geschichte die Frage näherbringt, ob Laryons Leben von ihm selbst oder von Tom bestimmt ist und einen in die Überlegungen schubst, ob Willerin tatsächlich eine literarische Welt ist oder nicht bzw. für wen sie das ist.

Neben all diesem Lob möchte ich natürlich nicht verschweigen, dass das Buch nicht perfekt ist, aber endgültig waren es nur ein, zwei Szenen, über die ich gestolpert bin. Nichts, was am Gesamteindruck kratzen würde. Und der war überragend. Eigentlich meine große Überraschung 2012 und es geschieht nicht oft (sprich: beinahe nie!), dass ich ein Buch innerhalb weniger Monate zwei Mal lese. Also eine unbedingte Leseempfehlung für alle, die ein Buch mögen, das sie ernst nimmt, intelligent ist und dabei noch unheimlich unterhält.

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72 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

fantasy, magie, zauberer, götter, liebe

Das Licht hinter den Wolken - Lied des Zwei-Ringe-Lands

Oliver Plaschka
Fester Einband: 686 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 14.03.2013
ISBN 9783608939163
Genre: Fantasy

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(330)

520 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

humor, känguru, berlin, satire, gesellschaftskritik

Das Känguru-Manifest

Marc-Uwe Kling
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2011
ISBN 9783548373836
Genre: Humor

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1.085 Bibliotheken, 24 Leser, 5 Gruppen, 93 Rezensionen

känguru, humor, berlin, satire, politik

Die Känguru-Chroniken

Marc-Uwe Kling
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.03.2009
ISBN 9783548372570
Genre: Humor

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251 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 61 Rezensionen

zombies, dystopie, lost land, kopfgeldjäger, jonathan maberry

Lost Land - Die erste Nacht

Jonathan Maberry , Dirk Steinhöfel , Heinrich Koop ,
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Thienemann-Esslinger, 28.09.2012
ISBN 9783522201513
Genre: Jugendbuch

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Tanz des Lebens - Band 1 - Tagwärts

Janette Harms , Sigrid Gross , Felicitas Brandt , Olga Baumfels
E-Buch Text: 119 Seiten
Erschienen bei Aeternica Verlag, 22.09.2012
ISBN B009FL77BU
Genre: Sonstiges

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Tanz des Lebens - Band 2 - Nachtwärts

Tanja Shahidi , Stefanie Saldsieder , Sandra Wiegratz , Nina Sträter
E-Buch Text: 101 Seiten
Erschienen bei Aeternica Verlag, 22.09.2012
ISBN B009FL9M5O
Genre: Sonstiges

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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Tigana

Guy Gavriel Kay
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 01.01.2010
ISBN B0079NY8PE
Genre: Fantasy

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

fantasy, märchen, zauberei, poesie, amerika

Es kamen drei Damen im Abendrot

Peter S. Beagle , Hans J. Schütz
Flexibler Einband: 351 Seiten
Erschienen bei DTV
ISBN 9783423201797
Genre: Fantasy

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156 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

fantasy, einhorn, liebe, märchen, zauberer

Das letzte Einhorn

Peter S. Beagle , Jürgen Schweier
Flexibler Einband: 270 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 01.12.2006
ISBN 9783608952049
Genre: Fantasy

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63 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

horror, cthulhu, lovecraft, h. p. lovecraft, kurzgeschichten

Chronik des Cthulhu-Mythos I

H. P. Lovecraft , Marco Frenschkowski , H. P. Lovecraft
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 01.11.2011
ISBN 9783865521446
Genre: Krimi und Thriller

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174 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 10 Rezensionen

japan, kurzgeschichten, erzählungen, liebe, haruki murakami

Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah

Haruki Murakami , Nora Bierich
Flexibler Einband: 189 Seiten
Erschienen bei btb, 03.11.2008
ISBN 9783442737970
Genre: Romane

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(282)

570 Bibliotheken, 4 Leser, 6 Gruppen, 21 Rezensionen

fantasy, stephen king, der dunkle turm, revolvermann, horror

tot.

Stephen King , Joachim Körber
Fester Einband: 750 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 23.02.2005
ISBN 9783453012165
Genre: Krimi und Thriller

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(326)

626 Bibliotheken, 6 Leser, 6 Gruppen, 23 Rezensionen

fantasy, stephen king, revolvermann, der dunkle turm, drei

Drei

Stephen King , Joachim Körber
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 23.02.2005
ISBN 9783453012158
Genre: Krimi und Thriller

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(175)

347 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

der dunkle turm, fantasy, stephen king, revolvermann, roland

Glas

Stephen King , Joachim Körber
Fester Einband: 958 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 23.02.2005
ISBN 9783453012172
Genre: Krimi und Thriller

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(329)

627 Bibliotheken, 8 Leser, 5 Gruppen, 26 Rezensionen

fantasy, der dunkle turm, revolvermann, stephen king, horror

Schwarz

Stephen King , Joachim Körber
Fester Einband: 316 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 23.02.2005
ISBN 9783453012134
Genre: Krimi und Thriller

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179 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 8 Rezensionen

fantasy, götter, usa, humor, neil gaiman

American Gods

Neil Gaiman
Flexibler Einband: 623 Seiten
Erschienen bei Heyne, 18.05.2005
ISBN 9783453400375
Genre: Fantasy

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

zauberei, detektiv, fantasy, werwolf, loup-garou

Wolfsjagd

Jim Butcher , Oliver Graute
E-Buch Text: 448 Seiten
Erschienen bei Feder&Schwert, 03.04.2012
ISBN 9783867621229
Genre: Sonstiges

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(26)

45 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

harry dresden, vampire, fantasy-serie, fantasy, reihe

Grabesruh

Jim Butcher , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 443 Seiten
Erschienen bei Feder & Schwert, 01.11.2011
ISBN 9783867621137
Genre: Fantasy

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109 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

harry dresden, urban fantasy, jim butcher, fantasy, krimi

Sturmnacht

Jim Butcher , Jürgen Langowski
Buch: 320 Seiten
Erschienen bei Feder & Schwert, 01.04.2012
ISBN 9783867621113
Genre: Fantasy

Rezension:

Jim Butcher ist mittlerweile ein großer Name in der Urban Fantasy. Seine Dresden-Files Serie eroberte schnell eine treue Fan-Gemeinde, die jedes der mehr als zehn Bücher vergöttert. Im Mittelpunkt der Verehrung steht Harry Dresden, der Protagonist der Serie, ein Privatdetektiv aus Chicago und zudem Magier. Die Reihe wurde mir von verschiedensten Seiten empfohlen und immer war auffällig, dass niemand sagte: »genialer Plot!« - »grandioses Setting!« - »faszinierende Perspektiven!«; stets hieß es: »Harry ist so ein Teufelskerl!« - »Mensch hat der Hauptcharakter Witz und Sarkasmus!« - »Harry Dresden, Alter!!!« Da dachte ich schnell an Philip Marlowe, jenen einsamen Detektiv, der allein mit seinem losen Mundwerk und seinem speziellen Charme eine Geschichte dominieren konnte. Mit Marlowe bin ich aufgewachsen und in letzter Zeit verlangt es mich wieder mehr nach dem hard-boiled/noir Genre. Butchers Idee, das ganze mit einer ordentlichen Portion Phantastik zu würzen, machte mir die Dresden-Files umso reizvoller. Doch auch wenn die Verlage genau das als Werbe-Label auf die Bücher tun, erwartet einen doch etwas irgendwie anderes.

Tatsächlich macht am Anfang alles den Eindruck der verdorbenen Großstadt, wie Dashiell Hammett und Raymond Chandler sie uns beschrieben. Der erste Mord geschieht, es sind Mafiosi und Prostituierte involviert, die Polizei steht auf dem Schlauch und die Femme fatale horcht unseren Helden gegen sein Interesse aus. Dahinter lauert noch eine andere Welt, immer präsent, obwohl wir sie nie sehen - ich vermute erst in späteren Bänden - doch ihre Agenten sind bereits präsent. Das alles ist faszinierend, auch wenn ich dabei nie das Gefühl hatte in Chicago oder in einer speziellen Stadt zu sein. Harry Dresden könnte in jeder Stadt arbeiten, Chicago, New York, London, Paris, Berlin oder Moskau ... doch das ist eigentlich nicht schlimm. Es erzeugt sogar ein gewisses mondänes Gefühl.

Doch etwas stört. Harry selbst. Es mögen nur meine Erwartungen sein oder meine Faszination für Marlowe (ein interessanter Charakter, aber nicht unbedingt der beste Mensch, ein ziemlicher Chauvinist und Sexist bei Zeiten), doch Harry Dresden ist kein hard-boiled Detektiv der Schule Chandler. In dieser Hinsicht irren sich die Fans meiner Meinung nach. Dresden erscheint mehr wie ein Nerd, der versucht in zu große Fußstapfen zu treten. Ich will den Charakter damit nicht schlecht machen. In der Tat bringt ein Star Wars zitierender und gegenüber Frauen etwas eingeschüchterter Ermittler mal frischen Wind. Trotzdem wirkt er an einigen Stellen eher wie ein zu groß geratenes Kind, das sich hinter Kavaliers-Manieren und seinem Job als Polizei-Berater versteckt. Das ist erst irgendwie sympathisch, aber dann passt es nicht immer so ganz zu der düsteren Vergangenheit, die angedeutet wird und über die wir in diesem ersten Band noch nicht viel erfahren. Ich kann mich nicht entscheiden, ob Butcher wirklich will, dass Harry seine Rolle als harter Privatdetektiv, die dieser gerne spielt, zu groß ist oder ob es an seinem Können als Schriftsteller liegt. Denn einen so harten Kerl nicht nur einfach hart, sondern auch sympathisch erscheinen zu lassen, ist eine der schwersten Aufgaben für einen Autor. Ich vermag aber nicht zu sagen, ob sich das mit den späteren Büchern bessert.

Doch bei all dem sollte man nicht vergessen, dies ist ein Debüt-Roman. Es hätte bei weitem schlechter sein können. Klar ist der Fall, mit dem Dresden sich beschäftigt, ein wenig vorhersehbar und so wirklich tief in die Charaktere geht Butcher auch nicht; aber es macht Spaß zu lesen! Manchmal neigt der Stil noch etwas dazu, manches zu viel oder zu oft zu beschreiben, aber das sind Ausnahmen. Gute Unterhaltung mit kurzweiligen Szenen, die nie dämlich oder völlig platt daher kommen.

Das Buch glänzt schließlich in einem schreib-technischen Aspekt, den ich bei sehr vielen Autoren heute vermisse. Spätere Ereignisse werden in ‚Sturmnacht‘ mit kleinen Andeutungen, Details und Bemerkungen vorbereitet. Das zahlt sich dann auch aus, denn man wartet nicht eine Ewigkeit darauf, dass diese Kleinigkeiten wichtig werden und sie werden auch nicht so schnell wichtig, dass der Autor das Ereignis noch kurz vorher hektisch vorbereitet. Butcher hat ein gutes Gefühl dafür, zu welchem Zeitpunkt etwas zu geschehen hat und wie die Stimmung einer Szene zu sein hat.

Dafür gibt es vier Anfänger Sterne!!

  (6)
Tags: amerika, buch-reihe, chicago, dashiell hammett, debut, detektiv, fantasy, femme fatale, hard-boiled, harry dresden, jim butcher, kavalier, krimi, mafia, magie, magier, nerd, noir, philip marlowe, polizei, prostitution, raymond chandler, urban fantasy   (23)
 

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

detektiv, krimi, 1930er, mord, spannend

Der Malteser Falke

Dashiell Hammett , Peter Naujack
Flexibler Einband: 234 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 21.12.2010
ISBN 9783257240719
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

alkohol, charakter, ennio moricone, hard-boiled, hollywood

Der große Schlaf

Raymond Chandler
Flexibler Einband
Erschienen bei Diogenes, 01.01.1974
ISBN B002800PDC
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Philip Marlowe ist nicht irgendein Detektiv, er ist der hard-boiled Urtypus des Detektivs (natürlich zusammen mit Hammetts Sam Spade). Raymon Chandler lässt diesen bodenständigen und nüchternen Ermittler das erste Mal in seinem Debütroman ‚Der große Schlaf‘ 1939 auftreten. Bis heute einer der Klassiker des Krimis und immer noch absolut lesbar. Auch wenn Chandler meint, dass Marlowe sich schon in den Detektiven seiner vorhergehenden Kurzgeschichten abzeichnet, ist es hier, wo er seine unverwechselbare Stimme findet: Den klassischen Monolog eines oberflächlich zynischen Mannes, der hinter seiner Melancholie einen unbrechbaren Idealismus verbirgt. Diesen Charakter setzte schließlich Humphry Bogart sein Gesicht auf. Man braucht Marlowe nicht zu lieben oder auch nur zu mögen, heutzutage wäre er wohl ein ziemlicher Sexist, Chauvinist und auch ziemlich taktlos. Er konsumiert unwahrscheinliche Mengen Alkohol, die einem entweder die Augen übergehen oder lachen lassen, je nachdem mit wie viel Humor man es nehmen kann. Aber natürlich ist er ein Kind seiner Zeit. So muss man ihn auch nehmen. Aber sein Stil, die Stimme, der Sarkasmus und der Witz, den Chandler ihm gibt, sind unverwechselbar und - obwohl es oft versucht wurde - unnachahmbar.

Wir ziehen an der Seite dieses Haudegens durch das Los Angeles der späten 30er. Eine Welt, die das Buch mit wenigen, präzisen Worten in grandiosen Bildern festnagelt. Die Stadt ist zerrissen zwischen der Dekadenz Hollywoods und dem ärmlichen Rest, zwischen einer Polizei, die zu gern wegsieht, und Unternehmern für die Moral kein Hindernis ist. Marlowe passt in keine der Gruppen, die wir treffen; er ist stets der Außenseiter. Aus dieser Position heraus erlaubt er sich auch seine charakteristischen Kommentare und er hält sich vor wirklich niemandem zurück; weder gegenüber seinem Auftraggeber General Sternwood noch dessen Töchtern aber auch nicht vor dem Gangster Eddie Mars und schon gar nicht vor dessen Handlanger Canino.

Dabei tritt der Fall fast ganz in den Hintergrund. Marlowe jagt nicht kleinste Hinweise, wie ein Holmes, Dupin, Poirot oder eine Miss Marple die aus den Details des Tatorts ganze Tagesabläufe rekonstruieren. Stattdessen folgt er seinem Bauch, findet, trifft und verhört Verdächtige. Der ganze Roman setzt sich aus kurzen atmosphärischen Beschreibungen und grandiosen intelligenten Dialogen zusammen - auch wenn Chandler erst später in seinem Leben zu höchster Form aufläuft (ganz besonders in ‚Der lange Abschied‘), so schimmert sein Genie in ‚Der Große Schlaf‘ bereits durch. Noch fehlen Marlowe die Qualitäten des Literaturkenners und Schachspielers, auf die er in seinem Sarkasmus immer wieder Bezug nimmt; trotzdem verbirgt er hinter der Fassade des einfachen Mannes viel Intelligenz.

Unangenehm auffallen tut an dieser Abfolge von Dialogen nur, dass manchmal nicht ganz klar ist, was Marlowe von einem Ort zum anderen treibt. Gerade im Mittelstück des Romans konnte ich nicht allem gut folgen, das mag auch an Chandlers Art liegen seine Kurzgeschichten auszubeuten, um sie am Ende zu einem neuen Kriminalfall zusammenzufügen. Doch er entschädigt den Leser weitreichend. Gerade am Anfang und gegen Ende kreiert er Szenen, die in ihrer Einprägsamkeit und übertriebenen Ästhetik eines Ennio Moricone-Filmes würdig wären. Doch Marlowe ist und bleibt eine Figur Raymond Chandlers und nur seine Hände konnte ihn wirklich zum Leben erwecken.

Vier von fünf Sternen für diesen Roman, der fast mehr Charakterstudie als Kriminalfall ist. Den fehlenden Stern sichert sich Chandler erst mit seinem, meiner Meinung nach, größten Werk, ‚Der Lange Abschied‘.

  (2)
Tags: 30er jahre, alkohol, auguste dupin, charakter, dashiell hammett, debut, dekadenz, detektiv, dialog, ennio moricone, femme fatale, hard-boiled, hercule poirot, high society, hollywood, humphry bogart, idealist, krimi, los angeles, miss marple, monolog, noir, philip marlowe, polizei, raymond chandler, sam spade, sarkasmus, sherlock holmes, zyniker   (29)
 

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(57)

107 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

krimi, philip marlowe, los angeles, usa, klassiker

Der lange Abschied

Raymond Chandler , Hans Wollschläger
Flexibler Einband: 381 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.02.2009
ISBN 9783257202076
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Werk Raymond Chandlers ist ‚Der Lange Abschied‘ als das unvergleichliche Kronjuwel anzusehen. Darüber hinaus sprengt das Buch den Rahmen des üblichen Krimis, den wir lesen, um erneut die Lösung eines verwickelten Mordfalls zu erraten, wie so oft zuvor. Wir folgen Philip Marlowe bei dieser Gelegenheit nicht nur in die Schlangengrube eines weiteren Verbrechens, denn das ist nur das Gerüst; wir werden auch hineingezogen in die Schlammschlacht der Publicitiy, der Schönen und Reichen, der Polizei und der Schriftstellerei. Auf dieser Bühne spielt natürlich jeder Chandler Roman und der Hintergrund für jeden hard-boiled Kriminalroman hat so zu sein. Doch diesmal ist es mehr als gute Staffage, Garderobe oder Requisite. Diese Schlammschlacht bewegt ‚Den Langen Abschied‘ voran.

Doch anders als üblich fällt der Tod in dieser Geschichte nicht mit der Tür ins Haus. Sein erstes Opfer holt er sich verhältnismäßig spät. Erst zeigt Chandler uns die verkappte Freundschaft von Marlowe und Terry Lennox, wie sie sich kennen lernen, wie sich ihre Routine einspielt, wie sie streiten. Dann zwingen die Umstände sie, sich zu verabschieden und dieser letzte Gruß dauert den ganzen Roman lang an. Erst hier setzt die eigentliche Handlung ein. Doch darüber sei nicht zu viel verraten. Es genügt zu wissen, dass die Erfahrung des Autors hier voll zur Geltung gelangt und jeder Zentimeter des Plots durchdacht ist, jede Szene zählt, jeder Dialog ist ein Schritt nach vorn, doch dabei kommt kein Gefühl der Hast auf und dem Leser bleibt genügend Raum sich in die frühen Fünfziger versinken zu lassen. Wir treiben durch die High Society Amerikas: da ist der züchtige Doktor, dort der Verleger aus New York, irgendwo im Hintergrund lauert der milliardenschwere Businessman mit einem Zeitungs-Imperium und zwischen den Gewalten zerreißt es einen genialen Schriftsteller. Das ist nicht nur Philip Marlowes Hollywood, es ist auch das von Raymond Chandler selbst.

Semi-biografische Elemente ziehen sich durch das ganze Buch. Allein schon die düstere Stimmung ist nicht nur Pose. Die Atmosphäre einer im Herbst stehenden, sterbenden Welt kommt aus einer allzu realen Quelle, die Chandler die Vergänglichkeit aller Dinge vor Augen führte - dem Tod seiner Frau. Die Trauer, die sich auch in seinen persönlichen Briefen dieser Zeit niederschlägt, verwandelt er in das starke Futter für Marlowes Melancholie und den endgültigen Schmerz eines letzten Abschiedes. Der Trotz dieses Ende zu akzeptieren treibt den Detektiv an. Chandler macht vor keiner Einzelheit seines Lebens halt, nicht vor dem Alkoholismus, der verschiedene Charaktere prägt, und nicht vor seinen eigenen Selbstmordversuchen. Letztere ziehen ihre traurige Spur durch die ganze Handlung, auch wenn der erste Eindruck der Suizide meist täuscht. All das fokussiert sich besonders im Charakter Roger Wades, einem Schriftsteller historischer Romane - in den Fünfzigern noch genauso verpönt, wie die Detektivgeschichte zu der Zeit als Chandler frisch die Szene betrat. Wade spielt das Sprachrohr für alles die Schriftstellerei betreffende; so auch für die Sorgen des Jobs und die Probleme mit den Verlagen. Ganz besonders gefallen hat mir die unterschwellige Meta-Ebene mit ihren satirischen Reflexionen über schlechten oder guten Stil. Da sind zum Beispiel Roger Wades im Suff verfasste Klagen über Vergleiche oder aber Howard Spencer, der mit (!) Punkt und Komma redet.

Diese psychologischen Studien bettet Chandler in einen Plot, der seines gleichen sucht. Er täuscht den Leser kräftig, baut erst einen großen Fall um den oben genannten Terry Lennox auf, lässt das dann fallen und wendet sich ganz anderem zu. Dabei zieht sich der Abschied von Lennox wie ein Leitthema durch alles Folgende und immer mehr zeichnet sich ab, dass doch alles zusammenhängt. Das Ende kommt mit Wucht, nach und nach zeigt uns Chandler/Marlowe die Geheimnisse, erklärt sie in überraschenden Wendungen. Er macht sozusagen eine Führung hinter der Bühne des Zauberstücks, dass er vorher ausführlichst inszeniert hat. Mir blieb danach nur Bewunderung für das bittersüße Ende (wobei die Bitternis deutlich dominiert).

Fünf Sterne für eines der besten Bücher dieses Genres, das ich je gelesen habe.

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Tags: 50er, abschied, alkohol, amerika, autor, biografisch, bittersüßes ende, dekadenz, detektiv, dialog, femme fatale, freundschaft, hard-boiled, high society, hollywood, krimi, leitthema, los angeles, monolog, noir, philip marlowe, publicity, raymond chandler, sarkasmus, schriftstellerei, selbstmord, verlag, zynismus   (28)
 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

russin, goldfische, korruption, telegramm, erzählungen

Der König in Gelb

Raymond Chandler , Hans Wollschläger
Flexibler Einband: 345 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.02.2009
ISBN 9783257207521
Genre: Krimi und Thriller

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(12)

19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

briefe, essays, kalifornien, katzen, klassiker

Die simple Kunst des Mordes

Raymond Chandler , Hans Wollschläger , Kathrine S. Walker
Flexibler Einband: 367 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.02.2009
ISBN 9783257202090
Genre: Krimi und Thriller

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