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Ines y la alegria / Ines and the Joy

Almudena Grandes
Fester Einband: 729 Seiten
Erschienen bei Spanish Pubs Llc, 01.02.2012
ISBN 9788483835968
Genre: Sonstiges

Rezension:

Drei Liebesgeschichten, die den Lauf der Geschichte verändern.
Wir schreiben vorerst das Jahr 1939 in Spanien. Die Republikaner haben den Bürgerkrieg verloren und noch bevor der Hitler-Stalin-Pakt geschlossen wird, gehen alle Spitzenpolitiker des PCE, der kommunistischen Partei Spaniens, ins Exil. In La Habana, Buenos Aires und Moskau finden sie politisches Asyl vor den Faschisten.

Die verheiratete Dolores Ibárruri, damalige Generalsekretärin des PCE, hat eine Liebesaffäre mit dem 14 Jahre jüngeren Francisco Antón, der nicht zur politischen Spitze des PCE gehört und deshalb kein Visum für die Sowjetunion bekommt, sondern die Leitung des Politbüros in Toulouse übernimmt. Als er in ein Konzentrationslager deportiert wird und in Lebensgefahr schwebt, greift Dolores doch ein und bittet Stalin, über Ribbentrop Franciscos Freilassung zu veranlassen. Ribbentrop kommt es nur gelegen, im besetzten Frankreich zu zeigen, wer das Sagen hat und kooperiert. Währenddessen kann Dolores an nichts anderes mehr denken und begeht den schweren Fehler, Franciscos Amt im Politbüro ausgerechnet mit dessen einfacher Sekretärin, Carmen de Pedro, zu besetzen, die der Aufgabe nicht gewachsen ist.

Jesús Monzón, der seit Kriegsende kein hohes Amt mehr bekleidet, ist auf dem Laufendem und wittert Macht. Er verführt die junge Carmen und hilft ihr verdeckt bei ihrer Arbeit. Dolores merkt von Moskau aus nicht, dass sie die Kontrolle über den PCE in Frankreich verliert. Monzón strukturiert die gesamte Partei um, stellt ein republikanisches Heer auf, das gemeinsam mit den Franzosen die Nazis besiegt und plant mit diesem Heer die "Operación Reconquista de España", um Spanien von Franco zu befreien. So steht es in den Geschichtsbüchern.

In die Geschichte mischt sich die Figur der jungen Inés, die als Mädchen nach Kriegsende von ihrem eigenen Freund an die Frankisten als Republikanerin ausgeliefert wird. Ihr frankistischer Bruder kann ihre Todesstrafe in 30 Jahre Haft wandeln lassen, nicht jedoch die ihrer besten Freundin. Nach 2 Jahren Gefängnis bringt er sie in ein Kloster, wo sie nur noch mehr leidet. Nach einem Suizidversuch nimmt er sie in sein Heim zu seiner Familie, wo sie letzten Endes aber vergewaltigt wird und beschließt, auszubrechen. Eines Morgens im Jahre 1944 hört sie im Radio, die Guerillakämpfer seien bis 50km vor ihre Unterkunft erfolgreich vorgerückt. Es gelingt ihr, mit dem Pferd ihres Bruders zu flüchten und sich den Republikanern anzuschließen, wo sie bald als Köchin arbeitet. Sie verliebt sich in den Kapitän Galán und erlebt die Folgen der Guerilla, die in Spanien scheiterte und erstaunlicherweise bis heute in Vergessenheit geraten ist.

Insofern ein wertvoller historischer Roman, der das kulturelle Gedächtnis zu hinterfragen wagt und zu erweitern versucht.

Bis Francos Tod im Jahre 1975 und der damit verbundenen Transición wird ihr Exil in Frankreich und das gefährliche Leben ihres Mannes im Geheimdienst beschrieben. Spannend zu lesen ist sein Blickwinkel, der bei jeder Mission die Möglichkeit darlegt, er könne diesmal nicht mit dem Leben davonkommen und Frau und Kinder wiedersehen.

Der Roman ist sowohl für Frauen als auch für Männer empfehlenswert. Geschichte wird mit Fiktion vermischt, Abenteuer mit Romantik und Spannung . Stilistisch ansprechend, inhaltlich unterhaltsam und lehrreich.

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afrika, schottland, mungo park, historischer roman, london

Wassermusik

T. C. Boyle , Werner Richter (Übers.)
Flexibler Einband: 711 Seiten
Erschienen bei Rowohlt TB., 01.01.2008
ISBN 9783499247385
Genre: Romane

Rezension:

Achtung: nicht abschrecken lassen!
Am Anfang lernt man vor allem den Trickbetrüger Ned Rise kennen, der sich in den übelsten Milieus Londons herumtreibt und sich damit zahlreiche Feinde macht. Sprachlich und inhaltlich lässt sich der Leser eine Vulgarität bzw. Erniedrigung nach der anderen gefallen, die niveaumäßig und vom Ekelfakor her alle Privatsender in den Schatten stellt. (Siehe Sex auf der Bühne in der "Wühlmaus" etc. Ich würde nicht wollen, dass meine Tochter dieses Buch liest!)

Doch bleiben Sie geduldig, denn das Schicksal des Überlebenskünstlers Rise, das Abenteuer in Afrika des Entdeckungsreisenden Mungo Park und das Leiden seiner Freundin und späteren Gattin Ailie wecken unsere Neugier:
Wird Ned in der Gesellschaft aufsteigen und glücklich werden können?
Kommt Mungo jemals lebendig von der Expedition zurück zu seiner Frau?
Und bleibt Ailie ihm in der Zwischenzeit treu? Wie geht sie mit Langeweile, Druck von außen und dem aufkommenden Wahnsinn um?
Diese drei Protagonisten mit all ihren menschlichen Fehlern bergen ein sehr hohes Identifikationspotenzial, weshalb man ihre Geschichte gespannt verfolgt; weil man ihnen einfach nur das Beste wünscht! Unerwartete Zwischenfälle und Krisen mit Naturgewalten und feindlichen Arabern oder Krokodilen sorgen zusätzlich für den Lese-Nervenkitzel.

Sozialhistorisch liefern die Beschreibungen authentische (kolonial)politische, philosophische und auch psychologische Portraits, auch wenn diese vielfach mit dem Vokabular unserer Zeit gezeichnet sind. Typisch sind z. B. die Ruhelosigkeit des Abenteurers, während er in der Heimat, abgesehen von familiären Pflichten, keiner Mission nachgeht. Die Ned Rise-Erzählepisoden beleuchten anschaulich, beinahe psychoanalytisch, die Hintergrunde der Menschen, die in Armut, Drogen-/Alkoholabhängigkeit und Kriminalität leben.

Fazit: ein sehr ungewöhnliches und lesenswertes Buch!

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