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17 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

zeilengötter

ZEILENGÖTTER: Bis dass der Tod uns scheidet

Astrid Korten
E-Buch Text
Erschienen bei AK Astrid Korten, 30.11.2016
ISBN B01NCAQL36
Genre: Sonstiges

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Der vierte Mann

Stuart Neville , Armin Gontermann , Wolfgang Thon
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 05.12.2016
ISBN 9783746632513
Genre: Krimi und Thriller

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Blutroter Tod

Tetsuya Honda , Irmengard Gabler
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.11.2016
ISBN 9783596036660
Genre: Krimi und Thriller

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82 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

mata hari, spionin, 1. weltkrieg, tänzerin, hinrichtung

Die Spionin

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.11.2016
ISBN 9783257069778
Genre: Romane

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Drache Drago

Babett Jacobs
E-Buch Text
Erschienen bei Jacobs Children's Book, 05.09.2016
ISBN B01LO5DZYW
Genre: Sonstiges

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10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Der Sturm der Normannen

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2016
ISBN 9783426516416
Genre: Historische Romane

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

Ein bisschen wie Unendlichkeit

Harriet Reuter Hapgood , Susanne Hornfeck
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.02.2017
ISBN 9783737340335
Genre: Jugendbuch

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

winter

Weihnachten - Das Goldene von GU

Adriane Andreas
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Gräfe u. Unzer, 02.09.2013
ISBN 9783833833120
Genre: Sachbücher

Rezension:

Endlich mal ein Weihnachtsrezeptbuch, was Backen, Kochen und Verschenken vereint. Mit „Weihnachten – Das Goldene von GU“ werden Über 250 Rezepte, Anregungen und Ideen auf über 350 sinnlich gestalteten Seiten mit über 300 hochwertigen Fotos wird dieses unschlagbare Buch allein beim Durchblättern und Stöbern zu einem Fest der Inspirationen, Variationen und Ideen. die Vorweihnachtszeit und das Weihnachtsfest zu einem schmackhaften und gut geplanten, glänzenden Fest für alle Sinne. Ein Komplettwerk für alle Köche, Bäcker, Naschkatzen, Gastgeber, Familien, Paare, Singles, Großfamilien, Kleinfamilien, Beschenker, Keksliebhaber, Tortengenießer, Snackesser, Traditionsliebhaber, Experimentierfreudiger und und und… Für alle…
Erschienen im GU Verlag (http://www.gu.de/)

Inhalt / Beschreibung:
"Weihnachten, Das Goldene von GU ist ein Koch-und Backbuch mit über 250 Rezept-Highlights für die schönste Zeit des Jahres: Plätzchen, Lebkuchen, Stollen, Geschenke aus der Küche bis hin zu opulenten Weihnachtsmenüs mit Menüplaner für die perfekte Zusammenstellung. Unschlagbar günstig!

Oh du köstliche ...Weihnachten ist die leckerste Zeit des Jahres! Was wartet nicht alles auf dem kulinarischen Gabentisch: Knusprige Plätzchen, festliche Braten und duftende Stollen soweit das Auge reicht. Bisher aber hieß es: Jedes Plätzchen in einem anderen Kochbuch - und wo stand noch mal das Bratenrezept? Doch die Zeiten des stundenlangen Bücherwälzens zur Weihnachtszeit sind vorbei, denn hier kommt Weihnachten! Das Goldene von GU - alle Rezepte für ein glänzendes Fest versammelt in einem Buch: Lieblingsplätzchen, süße Teilchen, Stollen, Kuchen und Torten, dazu Geschenke aus der Küche sowie Getränke wie Punsch, Grog und Co. Für liebe Gäste und weihnachtliche Feste gibt es außerdem ein eigenes Menükapitel mit Planer von unkompliziert bis beeindruckend, von klassisch mit Fleisch bis vegetarisch. Da ist für jeden Weihnachtsmoment das richtige Rezept dabei!"

Meinung:
Ganz besonders toll finde ich, dass dieses Buch endlich einmal alles bietet, was zur köstlichen Weihnachtszeit dazu gehört. Kekse, Gebäck, Pralinen, Torten, Kuchen, Getränke, Hauptgerichte, Vorspeisen, Nachspeisen, Menüvorschläge und sogar Leckeres zum Verschenken. Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Keksbackbuch, da ist mir dieses goldene und massige Werk ins Auge gefallen. Das Cover sprach mich so festlich an, dass ich sofort einen Blick in dieses Buch werfen musste. Und da dieses Buch vor allem voll von allem ist, gab es für mich kein Zögern, es zu bestellen. Allein sich die grandiosen Fotoaufnahmen anzusehen ist ein Gaumenschmaus und ein Erlebnis für die Sinne. Das Buch erklärt sich von allein und einfache Piktogramme weisen den Leser schnell den Weg zu bestimmten Themenbereichen. Das Buch ist wunderschön und sehr liebevoll gestaltet. Viele kleine weihnachtliche Akzente verschönern den Gesamteindruck.

Es werden bekannte und beliebte Rezepte vorgestellt und angeleitet, aber hier darf auch neues probiert werden, zu beinahe jedem Rezept gibt es eine Anregung zu einer anderen Variante oder Kombinationsmöglichkeit. Zahlreiche Inspirationen, Variationen und Altbekanntes. Dieses Back-Kochbuch ist bodenständig, informativ, erklärend und gut organisiert. Es zeigt sich jedoch auch sehr innovativ und experimentierfreudig. Loben möchte ich noch die stimmigen Mengen- und Zeitangaben, sowie die Angabe zu den Kalorien. Hier kann man sich auf die Werte verlassen. Die häufigsten zu verarbeitenden Zutaten und Lebensmittel sind bekannt und problemlos im Supermarkt, Biomarkt, Wochenmarkt, beim Fleischer, Bauernhof zu bekommen. Manche Zutaten sind natürlich Saisonartikel und im Sommer eher nicht so leicht aufzutreiben. Muss ja auch nicht. Ein rundum gelungenes Weihnachtsrezeptbuch, welches übersichtlich ist, gut strukturiert und gegliedert und mit appetitlichen Bildern und Fotos, die das Nachbacken und Nachkochen erleichtern und die Vorfreude auf das fertige Gericht schüren. Dieses komplexe Plätzchen-Pralinen-Sahnetorten-Keksbackbuch und zudem Weihnachtsgans-Braten-Knödel-Kartoffelsalat-Cremesuppen-Likorbuch vereint wirklich alles, was man sich für eine Festtafel oder dem Adventskaffee wünschen kann. Vor allem die besonderen Torten haben mich überrascht, da ich diese Feinheiten so noch nie entdeckt habe. Eine Christstollentorte, oder Honigkuchenschnitten, sowie die Bratapfeltorte (die ich gleich ausgetestet habe) bieten völlig neue Variationen und Ideen. Dieses Gesamtwerk für die Wintermonate ist trotz der Stärke und des Umfangs recht handlich, von idealem Format und lässt sich mühelos beim Zubereiten und Hantieren in der heimischen Küche bei Festtagsschmuck und Lichterglanz aufgeschlagen bereit legen. Ganz besonders hervorheben möchte ich die tollen Menüvorschläge im Menüplaner aus mehreren Gängen. Für jeden Gaumen und jede Vorliebe. Klassisch, exotisch, für kleine Familien, für große Festtafeln, für Fischliebhaber, für Vegetarier, für Schnelle oder für Bratengenießer. Hier gibt es wirklich tolle Zusammenstellungen, die miteinander harmonieren und fein abgerundet aufgetischt werden können. Grandios!

Kritikpunkt:
Ich habe das herkömmliche Rezept für Spritzgebäck vermisst.

eigene Erfahrung:
Natürlich musste ich direkt eines der appetitanregenden Rezepte ausprobieren, und habe mich an die Bratapfeltorte von Seite 108 gewagt. Wir lieben saftige Bratäpfel, aber als Komponente in einer sahnigen Torte haben wir diese Früchte noch nicht erlebt, daher lockte mich diese Torte am meisten. Obwohl mir so beinahe jedes Rezept so schmackhaft erscheint, dass ich sie alle einmal austesten möchte. Vor allem die Variationen für eine wärmende Schokomilch! DER WAHNSINN!!!!

Das Rezept der Bratapfeltorte ist einfach erklärt und ich wurde gut angeleitet. Die Angaben sind treffend und die Mengen stimmig kalkuliert. Mein Ergebnis kommt dem der Abbildung auch sehr nahe, auch wenn das Innenleben mit den Äpfeln bei meiner Torte nicht so aufgeräumt aussieht, nach dem Anschneiden, wie auf dem Bild. Der Geschmack ist himmlisch, aber auch sehr üppig und sättigend. Mehr als ein Stück wird man kaum schaffen. Daher habe ich mir den Zimtsternshake von Seite 219 an diesem Tortenwochenende erspart und werde diesen am nächsten Advent ausprobieren.
Außerdem freue ich mich auf die Menüfolgen zum Weihnachtsessen mit der Familie. Vielleicht finde ich in diesem Buch eine neue Idee, meine Familie zu bekochen? Ich werde mir auch dafür noch die Zeit nehmen und mich inspirieren lassen. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass ich in diesem Buch auch dafür die besten Ideen finden werde. Mit Geling-Garantie.

Illustrationen / Angaben:
Zu jedem Gericht und zu jeder Rezeptidee finden wir eine detaillierte Schritt-für Schritt-Anleitung und beinahe je eine schmackhafte Aufnahme des zu erwartenden Gerichts. Auch die Passagen der Warenkunde und viele andere Rubriken des umfangreichen Buches sind mit erklärenden Illustrationen, Grafiken und Schaubildern ergänzt. Die Aufnahmen sind von guter und anschaulicher Qualität, kräftige Farben und klare Bilder. Die fotografierten Speisen machen Appetit und Lust aufs Backen, Kredenzen, Servieren, Verzieren, Dekorieren, Essen, Auftischen und Genießen. Eine schöne Auswahl, die noch Raum für eigene Phantasie und Vorstellungen lässt.
Die Mengenangaben sind klar und treffend. Hier gibt es auch eine kurze Erklärung und auch einige mögliche Varianten oder Tipps. Die Gerichte sind in der Regel für 4 Personen bemessen. Oder als Portionseinheit oder üblicher Verzehrmenge. Das passte auch.

Fazit:
Ein unschlagbares Sammelwerk an Rezeptidee zum Backen, Kochen, Kreieren und Verschenken. 4 Sterne, die noch Platz nach Oben für mehr Tradition, Auswahl und Ausführlichkeit bieten!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die GU-Kochbibel


Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Gräfe u. Unzer, 05.09.2016
ISBN 9783833857188
Genre: Sachbücher

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Prinzessin Lillifee - Jubiläumsband

Monika Finsterbusch , Monika Finsterbusch
Fester Einband: 88 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 01.08.2014
ISBN 9783649617860
Genre: Kinderbuch

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Prinzessin Lillifee und das Einhorn (CD)

Monika Finsterbusch , Monika Finsterbusch , audiocab , Sissi Perlinger
Audio CD
Erschienen bei Coppenrath, 07.06.2016
ISBN 9783649623663
Genre: Kinderbuch

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25 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

island, hochzeitsplane, islan, freundinnen, frauenlektüre

Genau mein Typ

Björg Magnúsdóttir , Tina Flecken
Flexibler Einband: 278 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 14.11.2016
ISBN 9783458361923
Genre: Romane

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270 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

frigid, jennifer l. armentrout, piper, new adult, liebe

Frigid

J. Lynn , Jennifer L. Armentrout , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.11.2016
ISBN 9783492309851
Genre: Liebesromane

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Zwei Esel auf dem Jakobsweg

Tim Moore
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2008
ISBN 9783499220319
Genre: Sonstiges

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22 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

tochter, nordsee, familie, mutter, selbstverwirklichung

Wir kennen uns nicht

Birgit Rabisch
Flexibler Einband: 206 Seiten
Erschienen bei Verlag duotincta GbR, 18.10.2016
ISBN 9783946086222
Genre: Romane

Rezension:

Hier bei diesem Buch, hat mich das Cover sofort angesprochen. Der Kontrast aus Schwarz und Weiß, die Rabenvögel und die Graustufen dazwischen. Durch den vielversprechenden Titel und dem bereits sehr beklemmenden Klapptext, wurde ich unaufhaltsam neugierig. Die sympathische und ambitionierte Romanautorin Birgit Rabisch hatte mir vor längerer Zeit schon einmal mit ihrem geschriebenen Wort in einem Roman begeistert und überzeugt. Etwas Neues aus ihrer Feder zu lesen war für mich besonders verlockend, da mich das Thema als glückliche junge Zweifachmutter mit Leib und Seele doch besonders neugierig machte. In „Wir kennen und nicht“ müssen sich die Leser jedoch auf ein hartes Stück Arbeit vorbereiten, auch wenn die Seitenzahl recht gering ist, wird dieser Roman ein Büchlein werden, dass lange nachhallt und nachhaltig bewegt… Auf das Leben anderer Mütter, in anderen Generationen, mit anderen gesellschaftlichen Erwartungen und der Blick auf das Heute, machen mich sofort neugierig auf das Leben dieser Charaktere im Roman. Ich kann mit gutem Gewissen und Lesegefühl behaupten, dass mich dieses Buch auf spezielle Weise berührt und bewegt hat, ein Buch zum „Glücklichlesen“ ist es sicherlich nicht, aber ein Buch zum „Nachdenklichlesen“. Eine perfekt abgestimmte und wohl dosierte Mischung aus Hoffnung, Angst, Leid, Stärke, Mut und Schicksal. Vereint zu einem sehr kurzen Roman, der die Leser auf eine Reise eines ganzen Lebens entführt... aber auch seine Stolpersteine besitzt.
Erschienen im duotincta Verlag (http://www.duotincta.de/).

Zum Inhalt:
"Mutter und Tochter - eine oft konfliktreiche Beziehung, die seit der Antike nicht nur in der Literatur für Sprengstoff sorgt. Die Beziehung zwischen Lena und Ariane ist geprägt von der Unfähigkeit, sich in die Welt der jeweils anderen einzufühlen. Vieles bleibt unausgesprochen, beide lügen sich an und fühlen sich missverstanden im Labyrinth der gegenseitigen Täuschungen.
Die Mutter Lena, eine ehemalige feministische Bestsellerautorin, lebt vereinsamt in ihrer großen Villa. Die Tochter Ariane fühlte sich als Kind von ihrer Mutter vernachlässigt und als leicht erkennbare Figur ihrer Romane bloßgestellt. Ariane arbeitet als Verhaltensforscherin über »Lügen und Tricksen unter Raben«.

Mutter und Tochter erzählen von einer gemeinsamen Vergangenheit, die völlig unterschiedlich erlebt wurde und immer mehr auch ein Porträt des aktuellen Konfliktes zwischen der Generation 68 und ihren pragmatischeren Erben wird. Dabei vermengen sich gelebtes Leben und literarische Fiktion, während in der Gegenwart das Gespinst aus vermeintlichen Gewissheiten nach und nach zerlöchert wird."

Wieso habe ich dieses Buch gelesen?:
Im Rahmen einer Leserunde bin ich auf dieses sehr bedeutsame und sehr wortgewaltige und mitteilende Buch gestoßen. Ich bin sehr bewegt, wurde an meine emotionalen Grenzen geführt, durfte erkennen, miterleben, mitfühlen, entbehren, spüren und ausloten was es für eine Frau heißt, Mutter zu sein und es aber nicht sein zu können. Eine Enttäuschung, ein Gefühl von Leere. In ihrem Kummer flüchtet sich die junge Mutter Lena (als Autorin Lara) in ihre Romanwelt und erlebt große Erfolge. Als Schriftstellerin kann sie in der Welt leben, die sie gerne hätte. Dabei erkennt sie nicht, wie sehr ihr das Leben ihrer eigenen Tochter Ariane entschwindet und die Distanz immer größer wird. Ein erkannter Konflikt, der mit Flucht vor der Aussprache umgangen und ignoriert wird, bis beider Vergangenheiten, die der Mutter und die der Tochter, beginnen beide Frauen einzuholen und die Wahrheit und Tragik dieser Beziehung ans Licht führen… Die deutsche Autorin Birgit Rabisch berichtet in ihrem Roman „Wir kennen uns nicht“ von der ganzen Gefühlswelt, Problematik, Bürokratie, Medizin, Zerrissenheit, Gesellschaftskritik und vom Hass und der Wut gegen den eigenen leeren Körper, der so viel Platz und Raum für Liebe und ein Zuhause bietet. Das Mutterwerden, das Muttersein und das Elternglück in unerreichbarer Ferne, die Schreibwut, der Erfolg nach außen und die andere Anerkennung aus dem Beruf. … Diese Autorin spricht mir in vielen wichtigen Punkten aus der Seele und hat mich sehr bestürzt über die Möglichkeit einer solchen Mutter-Kind-Beziehung. In „Wir kennen uns nicht“ durfte ich bewegendes, erstaunliches, wissenswertes, fragwürdiges, kontroverses und beklemmendes Lesen und wurde dazu eingeladen, den Buchtitel „Wir kennen uns nicht“ in unterschiedliches Licht und Interpretationen zu stellen. Dieses Buch überzeugt mich durch seinen Wahrheitsgehalt, wenn auch fiktiv erdacht, die Fakten, Gefühle und die gekonnte Umsetzung in einem stetigen Dialog mit dem Leser.

Themenschwerpunkte:
Indirekt behandelt dieser Roman gewisse Themenschwerpunkte, die ohne mahnenden Fingerzeig angeregt werden. In absolut geschickter und gekonnter Roman-Manier geht die Autorin B. Rabisch zu folgenden Themenschwerpunkten in die Offensive und zeigt ein schonungsloses und zunächst vernichtendes Bild unserer gesellschaftlichen Entwicklung mit dem höchsten Gut Kinder! Was bedeutet das für eine Frau, ein Kind auf die Welt zu bringen, was gewünscht wurde, aber den „Ansprüchen“ nicht genügt? Wenn man es nicht annehmen und lieben kann? Wenn dieses Kind einem nach und nach entgleist? Und was bedeutet diese Kälte für dieses Kind? Wie wird es aufwachsen? Wie wird es sich entwickeln? Wo wird dieses Kind Aufmerksamkeit und Liebe suchen? Wird dieses Kind je selbst eine gute Mutter sein können? Kann diese Spirale durchbrochen werden? … Hier geht es um Wut, Leere, Enttäuschung, Schicksal, Hoffnung, Verbissenheit und Wunsch. Hier geht es um Rückschlag, Trauer, Entzweiung, Schuld, Verrat, Lebenslüge und Vorwurf.
* Kinderlosigkeit
* Kinderwunsch
* Elternglück
* Mutterrolle
* Lebenslüge
* die eigene Identität
* Ruhm, Erfolg und Anerkennung
* Mobbing
* Familienschande
* Stillschweigen
* Verhaltensforschung an Krähenvögel
* Folgen aus Umwelt und Lebensweise
* Vertrauen und Bindung zum Kind
* Schönmalerei und „gute“ Ratschläge der anderen
* frühkindliche Prägung
* Verlust von Werten und Gut des familiären geborgenen Lebens
* Die Gefühle und die Last für die Seele und für das Muttersein
* Wissenschaft und Forschung
* Erwartungshaltung
* Mutterglück auf Knopfdruck?
* und vieles vieles mehr.....!

Schreibstil:
Mit ihrem Schreibstil zeigt sich die Autorin Birgit Rabisch sehr mutig. Sie beginnt sogleich einen ernsten und verstörenden Dialog mit dem Leser. In den folgenden Seiten werden wir häufig einen Perspektivwechsel erfahren und so das Denken und Fühlen von Mutter Lena und Tochter Ariane nachspüren können. Erstaunlich ist, wie sehr sich der eigenen Blickwinkel verschiebt, je nach dem aus wessen Sicht und Standpunkt man die emotional eingebrochenen Brücken aus Tochter und Mutter erlebt und verfolgt. Birgit Rabisch hat in einem sehr schmalen Buch, sehr viele Themenkomplexe verwoben und ich bin erstaunt, ob den Umstand, dass sie all diese Denkanstöße wunderbar rund und treffend in diesem Roman verwoben hat. Ich wüsste wirklich nicht, mit welcher bekannten Autorin oder mit welchem bekannten Autor ich die doch eher leider noch recht unbekannte Autorin Birgit Rabisch vergleichen sollte. Da sie sehr selbstbewusst und sich ihrer Arbeit sicher zu schreiben scheint, hat dieses Buch eine überzeugende und sehr persönliche Note der Autorin erhalten. Ihre eigenen Handschrift. Da ich bereits einen früheren Roman der deutschen Autorin kennengelernt hatte, dachte ich, ich wüsste, worauf ich mich mit „Wir kennen uns nicht“ einlassen würde. Doch dieser Roman hat mich von einer ganz anderen Ebene her überrascht und kann sich nicht mit ihrem Werk „Die vier Liebeszeiten“ in den Kontext stellen. Da sie einfach herzergreifend, erfrischend und herzzerreißend mit ihrer eigenen speziellen und leisen Note schreibt, die laut herausruft und lange nachhallt. Ich sollte vielleicht nochmals erwähnen, dass ich im letzten Jahr in der Regel gar keine Romanleserin war und eher zu Krimi und Thriller tendiere. Doch dieses Jahr scheint mein persönliches Romanjahr zu werden und ich habe mich diesem Genre positiv und begeisternd geöffnet. Durch den indirekten Dialog mit dem Leser, der sehr direkt wirkt, und dem Wechsel der Erzählperspektiven aus Mutter und Tochter und Romanpassagen (das Buch im Buch), wird dieser Roman zu einem sehr intensiven und nachdrücklichen Leseerlebnis. Denn jeder Leser ist das Kind einer Mutter und so stellt sich jeder Leser unweigerlich die Frage: was wäre aus mir geworden, wenn ich das Kind von Schriftstellerin Lena wäre? Es hat sich definitiv gelohnt, denn ohne diesen besonderen Schreibstil der Autorin, wäre dieser Roman keine so bewegende Geschichte geworden. Die Autorin schreibt sehr nah und dennoch routiniert und nimmt den Leser vorwiegend in der ersten Buchhälfte mit auf ein geprägtes und geformtes, emotionales und verstörendes Mutter-Kind-verhältnis. Birgit Rabisch lässt all ihre Sensibilität durch ihre enorm gezeichneten Charaktere wirken und wahr werden. Die Autorin klärt indirekt über die familiären Probleme und Ängste einer Familientragödie durch eine Lebenslüge auf, sie verweist auf die Schwierigkeit einer solchen plötzlichen Wendung im Leben, glänzt mit hoffnungsvollen Worten und Passagen, spielt mit dem Schicksal, der Hoffnung und dem Mut. B. Rabisch teilt ihren Roman in bestimmte Ebenen und Handlungsverläufe, auf denen sie ihre Leser stets mitnimmt und gekonnt einbindet. Sie lässt ihren Lesern Zeit sich einen Platz im Roman zu suchen und Arianes, Lenas und das Leben der Romanfiguren aus Lenas Werken, somit hautnah zu begleiten. Ganz gleich, diese teils erschreckenden und mahnenden, sowie aufzeigenden Worte der Autorin erzeugen Bilder, bieten größte Emotionsvielfalt, berührendes und großartiges Lesekino. Der Leser befindet sich durch das schriftstellerische Geschick und dem enormen Herzblut der Autorin in einem Sog der Gefühle und wird mitten in die Welt der großen Romangefühle katapultiert. Die Autorin Rabisch hat eine wundervolle Gratwanderung aus bitterer Realität und hoffnungsvollen Gedanken erschaffen, die die Leser ganz nahe an das Buch bindet und sie mitnimmt.

Charaktere:
Die Charaktere sind hier von ganz besonderer und gegensätzlicher Natur, genau wie die packenden Hürden und Schicksale, die sie erleben und durchlaufen. Das Kernstück eines jeden Romans. Wenn man sich mit den Charakteren anfreunden kann, sie intensiv erleben und begleiten kann, dann ist ein Roman gelungen und sorgt für wunderbare Leseerlebnisse. Wir begegnen hier sehr toll formulierten Protagonisten, die unterschiedlicher und dennoch gleicher nicht sein könnten. Mutter und Tochter. Real im Leben von Ariane und Lena und fiktiv in der Romanwelt, dem Buch im Buch, von Schriftstellerin Lara (Mutter Lena). Es sind die geprägten Charaktere, aus Familie, Onkel und Tante, Verwandtschaft, Kollegen, Mitschüler und Partner. Behörden, Bürokratie und Kinderfrau… Jeder mit seiner eigenen und persönlichen Art, die Dinge und Momente zu meistern. Was auf den ersten Blick den Anschein hat, als könne es eine leichte Lektüre für Zwischendurch sein, hat sich für mich als etwas völlig Anderes und auch Unerwartetes entpuppt. Da ich selbst Mutter zweier Kinder bin, hat mich diese Geschichte ganz besonders berührt und richtig erschrocken. Je nach Zeitstrang, im gleichen Alter wie die Protagonistin, aber Mutter mit Leib und Seele, da war ich sehr neugierig, Arianes Kindheit, ihr eigenes Familienleben und die Beziehung zu ihrer Mutter hier kennenzulernen und eventuell Parallelen zu ziehen oder mich gewarnt zu fühlen. Dieser Roman behandelt weit mehr, als die Ängste einer Mutter, die keine sein kann, oder in ihrer Lage, nicht weiß, wie sie aus ihrer erschaffenen Romanwelt wieder zurück in die Realität finden kann. Ruhm heiligt keine Mittel. Natürlich werden wir mit Lenas Angst vor ihrem eigenen Versagen, davor weitere Fehler zu begehen, oder ihrer Tochter noch weiter zu schaden, sie emotional zu vernachlässigen, konfrontiert. Ein ganz besonderer und überraschender und sehr sensibler Fokus liegt aber auch Ariane, die sich den Mitschülern aussetzen muss und später beginnt über eine eigenen Familie nachzudenken und ihrer wahren Identität, ihrer Wurzeln, bewusst wird und erfahren muss, dass ihr ganzes bisheriges Leben auf einer Lüge aufgebaut ist. Mit diesem Blickwinkel hätte ich hier gar nicht gerechnet und die liebevolle und fürsorgliche Art von Onkel Helmut bekommt einen ganz anderen Hintergrund. Dieses Familiendrama zu lesen und bis zum Schluss mit den Protagonisten zu führen, hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Dadurch dass wir nach und nach nicht nur Ariane, sondern auch Lena, besser kennenlernen, zeigt uns einen völlig anderen Blick auf die Geschichte. Sehr überwältigend, das habe ich noch nie in einem Roman so empfunden. Ja, mir wird noch immer ganz eng und gleichzeitig ganz warm ums Herz. Erzählt wird in der Regel im Wechsel, was uns mehrere Handlungsstränge verfolgen lässt. Ariane stürzt sich in die Verhaltensforschung von Rabenvögeln, was ich mehr als interessant empfinde und durch diesen Roman vieles neu interpretieren kann und auf die menschliche Gesellschaft adaptieren kann. Die beherzte Autorin Birgit Rabisch schreibt mit Leidenschaft und in diesem Roman erkennt man diese Leidenschaft nicht nur an den skizzierten Protagonisten, sondern auch im Themenkomplex. Sie bringt besondere Charaktere aus Haupt- und Nebenrollen ins Geschehen und spielt mit ganz scharfen Charakterzügen, die diesen Roman prägen werden. Und natürlich Lena, neben Ariane – Dreh- und Angelpunkt dieser anrührenden und dennoch hoffnungsvollen Geschichte. Lena, die als Sinnbild jeder Durchschnittsfrau, ganz besondere Erfahrungen macht, aber auch ihre Lasten mit dem Muttersein zu tragen hat. So lebte sie lange im Schutze ihrer verwandten, Onkel Helmut und Tante Ingrid, flüchtet in ihre Romanwelt und verliert ihr Kind aus den Augen. Kinderfrau, Tante und Onkel von Ariane haben die Rolle der sorgenden Bezugspersonen gern übernommen, bis für Ariane die Wahrheit ihrer Identität ans Licht bricht und die Figuren allesamt von ihrer Vergangenheit eingeholt werden. Diese Ängste und dieses kaum vorstellbare Gefühl überträgt sich auf die Leser und bei allem Unverständnis beginnt man nach und nach auch mit Lena zu fühlen und sie zu verstehen. Eine vom Schicksal Betroffene, die mit ihrem Schicksal, der Vergangenheit, dem Alleinsein, der emotionalen Kälte und Vernachlässigung und der plötzlichen wirklichen Mutterrolle ihrer heranwachsenden Tochter umgehen muss. Man spürt in jeder Zeile, wie sehr Lena und Ariane kämpfen, doch das Schweigen nicht durchbrechen können. Dieses Wirken wird durch die Autorin stimmig und authentisch auf die Charaktere übertragen und ein Roman der Gefühlswelt entsteht. Jeder handelt mit seinem Herzen, aber nicht alles, was gut gemeint ist, ist auch gut gemacht im Leben der Charaktere und im Leben von Lena und Tochter Ariane. Und irgendwo dazwischen immer dieser Roman der fiktiven Mutter-Tochter-Erlebnisse, die so ganz anders erscheinen, als es das reale Leben vermag.


Meinung:
"Wir kennen uns nicht“. Dieser Titel deutet ja bereits darauf hin, dass man sich auch als Mutter und Tochter völlig fremd sein kann. …. Poetisch, ruhig, dramatisch, intensiv, melancholisch, hoffnungsvoll, jung und frisch und einfach nur in jeglicher Form auf den Inhalt des Romans zu adaptieren. Dieser Buchtitel ist gekonnt gewählt und ermöglicht den Lesern einen enormen Spielraum diesen vor, während und nach der Lektüre zu interpretieren und zu analysieren. Viel Freude wünsche ich jeden neugierigen Leser dabei.
Manchmal lohnt es sich auch, in den kleineren Verlagen nach großartiger Lektüre zu suchen. So wird man diesen Roman hier finden und ihn lange nach dem Lesen nicht mehr vergessen können. Das Leben als Mutter und als Tochter. Ob man sich nun kennt oder nicht. Körperlich anwesend, geistig völlig voneinander getrennt. . So gestaltet sich auch der Aufbau vom Roman. Der Roman zeigt sich in seiner Thematik und der Ausarbeitung der Schwerpunkte und Botschaften dieser Geschichte absolut stark und unschlagbar facettenreich. Zunächst tritt die Autorin in den direkten Dialog mit dem Leser. Im späteren Verlauf steigert sich diese Intensität der Botschaft sogar noch, als es einen Cut gibt und Lenas und Arianes Handlungsverläufe parallel aus jeweiliger Sicht dargestellt werden und sich später gegen Ende des Romans wieder vereinen, jedoch ein offenes Ende bilden, bei dem sich der Leser die Wahlfreiheit nehmen kann, diese Geschichte zu Ende zu denken. Was unbefriedigend sein kann, aber auch eine sehr spannende Möglichkeit bietet. Dieser Schnitt wird dadurch hervorgerufen, dass Ariane selbst eine Familie gründen möchte und immer wieder vor einem seelischen Scherbenhaufen steht, der ihr quasi in die Wiege gelegt wurde und sich durch ihr Leben zieht. Dass, was Lena als Kind erfahren hat, wird sich scheinbar bei Ariane wiederholen… Lena muss selbst ihre Rolle endlich wahrnehmen und zuvor, damit ihr das gelingt, ihre Vergangenheit aufarbeiten, die sie so lange im Schutze und der Obhut ihrer Verwandten, der Lebenslüge und ihrer Romanwelt vergraben hatte. Diese Konstellationen sind so bewegend und die Autorin Birgit Rabisch hat wirklich alles Erdenkliche und Mögliche daraus hervorgekitzelt und auf knapp über 205 Seiten vereint und belebt. Ich habe von Anfang bis Ende mit den Figuren und Persönlichkeiten im Buche gelitten, gehofft, geängstigt, gefühlt und gehadert, habe mit ihnen geliebt, gelacht und geweint. Habe an mich selbst appelliert und wurde von Unglauben und Entsetzen überfallen um später doch noch ganz versöhnlich und mutig dieses Buch schließen und mit eigenen Gedanken und Ausgängen beenden können. Nach den letzten Seiten habe ich mir einen Moment Ruhe gegönnt und einfach nur reflektiert, was dieser Roman sogar für mich persönlich bedeuten könnte. Die Botschaften und Metaphern daraus sind eine Mahnung an das Elternglück, an das Leben und der Familie. Ein Gut von unschätzbaren Wert und so zart und zerbrechlich. In dieser Geschichte dreht sich die Thematik um eine plötzliche Wendung im Leben, eine lähmende Angst vor dem Versagen und der Hilflosigkeit, vor dem Alleinsein und der Wahrheit über die eigenen Identität und das vertrauen an die Bezugspersonen im Leben. Ein Schicksalsschlag, ein Lebensabschnitt, der aber auch unerwarteter Weise ganz großes Potential mit sich bringt. Doch dies ist nicht einzig das, was dieses Buch zu diesem bewegenden Lesehighlight macht. Es ist der ruhige und doch laut rufende Ton der Autorin. Schnörkellos und doch ganz verwoben und herzlich. Die Passagen zur Verhaltensforschung der Raben sind sehr sachlich und fachspezifisch. Mir hat das gefallen und ich hätte gern noch mehr davon geboten bekommen. Ein Wechsel aus Vergangenheit, Lebenssinn, Freude und Rückblick, dann der Umgang mit dem Wissen, was damals geschehen ist und dem Wissen, Geheimnisse endlich zu lüften um sich zu befreien. Dieses Buch ist nicht nur einfach ein kleiner Roman, nein, dieses Buch ist eine große Reise, eine sagenhafte Metapher, ein Ritt zwischen den Emotionen und ein Lesevergnügen für jeden Romanliebhaber, bewegten und neugierigen Leser. Die erzeugten Bilder und Gedanken hallen lange nach und ich bin sehr bewegt und zufrieden. ,

Die Autorin:
„Birgit Rabisch, geb. am 9.1.53 in Hamburg, aufgewachsen in Wilster, 1972 Abitur in Uetersen, Studium Soziologie und Germanistik an der Universität Hamburg, 20 Jahre Dozentin für Deutsch als Fremdsprache an der VHS-Hamburg; lebt heute als freie Schriftstellerin in Hamburg; verheiratet, zwei Kinder.
Birgit Rabisch hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Ihr dystopischer Roman "Duplik Jonas 7" (ausgezeichnet mit dem Literaturpreis NRW, mehrfach übersetzt und dramatisiert) avancierte zum Bestseller und Standardwerk für den Schulunterricht zum Thema Gentechnologie. Ihr zuletzt veröffentlichter Roman "Die vier Liebeszeiten" (duotincta 2016) unternimmt den tollkühnen Versuch, die Geschichte einer langjährigen gelingenden Liebe zu erzählen.“


Cover / Gesamteindruck:
Das Cover ist wirklich ein Genuss. Von Raben und Krähenvögel fühle ich mich schnell angesprochen und wecken mein Interesse. Da der Klapptext und der Titel zudem noch sehr vielversprechend anmuteten, habe ich mich für eine Leserunde gemeinsam mit der Autorin zu diesem Buch entschlossen. Das Buch ist, sehr schmal, und das Schriftbild wirkt teilweise durch Anführungszeichen, Absätzen und Klammern sehr unsortiert und unaufgeräumt. Ist man jedoch im Lesefluss, stören diese Satzzeichen viel weniger.

Fazit:
Mit „Wir kennen und nicht“ bin ich als junge Mutter mit Leib und Seele, an meine emotionalen Grenzen gestoßen. Tränen sind geflossen und Gefühle wurden frei. Atemberaubend. Egal in welcher Situation man steckt. Ob kinderlos, kinderreich, ob Kinderfrau, selbst verhärmte oder überforderte Mutter, oder vernachlässigte Tochter, ob Pflegeeltern oder Adoptiveltern, ob Wunschkind oder „Unfall“, ob Angehöriger oder Sozialarbeiter, ob Betroffen oder nicht… Dieses Buch sollte gelesen und verarbeitet werden. Es betrifft eine große Zielgruppe und bewegt ungemein auf ganz besonderer Weise. Dieses Buch darf von mir lobende 4 Sterne und eine wirkliche Leseempfehlung erwarten. Ja, die kleinen Verlage bieten oft die größten Bücher, auch wenn dieser Roman doch eher hinsichtlich der Seitenzahl ein Büchlein ist, aber ob der Aussage hin ein großes Werk! Ein Buch zum "Nachdenklichlesen".


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venedig, spionage, doge

Der Spion des Dogen

Stefan Maiwald
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423261241
Genre: Historische Romane

Rezension:  
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weihnachten, familie, roman, berlin, hasen

Hasen feiern kein Weihnachten

Anne Blum
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag Taschenbuch, 04.10.2016
ISBN 9783833310850
Genre: Romane

Rezension:

So viele Leser schwören darauf, in den Wintermonaten, in der Adventszeit, in der Vorweihnachtszeit oder überhaupt und sowieso an einem gemütlichen Abend einen Weihnachtsroman zu lesen. Für die deutsche Autorin Anne Blum ist „Hasen feiern kein Weihnachten“ ihr Debüt. Auch ich als Leserin feiere mit diesem Erstlingswerk der sympathischen Autorin mein Weihnachtsromanlesedebüt. Eigentlich ist es doch sehr schade, dass so ein wunderbares Buch die meiste Aufmerksamkeit nur im Winter erlangt. Dieses Buch sollte das ganze Jahr über favorisiert werden, denn neben der verkorksten Liebesgeschichte, den absurden Weihnachtsfeierlichkeiten im Kreise der Familie mit all seinen Pleiten, Pech und Pannen (wie man sie so gern liest, damit man sie nicht selbst erleben muss, oder sich gerade deshalb so verstanden fühlt…) besitzt der Roman eine große Aussagekraft und viele kleine Botschaften des sozialen Zusammenseins. Und diese kleinen Botschaften zählen im Winter genauso wie im Sommer, Frühjahr oder im Herbst. Ein Weihnachtsbuch für das ganze Jahr! Marry Christmas!
Erschienen im Berlin Verlag bei Piper (https://www.piper.de/berlin-verlag)

Inhalt / Die Beschreibung:
"Das Buch für Weihnachtsfreunde und Weihnachtsfeinde -
Weihnachtsfans und Weihnachtshasser passen einfach nicht zusammen: Dieser Erkenntnis muss sich Tessa kurz vor dem Fest der Liebe stellen. Seit Jahren verbringt sie Weihnachten ihrem Freund Ole zuliebe an den Stränden Thailands, doch diesmal kommt alles anders: Kurz vor Heiligabend und dem Abflug nach Bangkok zerbricht ihre Beziehung mit einem Paukenschlag. Notgedrungen und um den Herzschmerz zu vergessen, verbringt Tessa die Feiertage bei ihrer liebevoll-verrückten Familie auf dem platten norddeutschen Land. Hier in Kappeln warten Weihnachtslieder singende Gartenzwerge, Lametta, Bratäpfel am Kachelofen sowie eine Riesenportion Trost und Liebe, aber auch der übliche Stress mit den beiden Schwestern. Dann steht auch noch Ole reumütig vor der Tür und will Tessa zurück. Doch ein sehr viel größeres Problem in ihrer Familie öffnet Tessa bald die Augen dafür, was wirklich zählt im Leben."

Handlung / Thema:
Zum Thema Weihnachten hat wohl ein jeder seine eigenen Vorstellungen und Wünsche, wie das besinnliche Fest im Jahr verbracht oder überstanden werden sollte… Zum Thema Treue in der Beziehung scheint das gleiche zu gelten. Zumindest für Ole. Ole und Tessa sind ein Paar, tessa hört in der Ferne schon die Hochzeitsglocken läuten. Tessa liebt Weihnachten, doch schon seit einigen Jahren fliegt sie mit ihrem Weihnachtsmuffel schlechthin meilenweit weg von zu Hause bis nach Thailand um dort die Feiertage unter der Sonne zu verbringen. Dort, wo es fast keinerlei echte Weihnachtsstimmung gibt. Ole ist glücklich, Tessa nicht. Das Buch nimmt eine ganz überraschende Richtung ein und entwickelt sich ganz anders, als der Anfang erwarten lässt, als Tessa ihren Angebeteten inflagranti mit der Nachbarin im Bett erwischt. Kurz vor dem Fest, diese bittere Enttäuschung. Doch jedes Ende mit Schrecken scheint besser als ein Schrecken ohne Ende zu sein. Und so beschließt Tessa, ihren Wünschen nachzukommen und besucht zunächst ihre Familie auf dem Lande. Zu Hause wird Tessa beinahe vom Weihnachtstand erschlagen. Ihre Familie fährt tatsächlich das ganze Programm auf, angefangen bei Kerzenschein, Keksduft, Zimtsternen, Lichterglanz, Tannenzweigen, Liedergesang, Lametta, Glaskugeln, Heimeligkeit und jeder Menge Trost. Bis hin zu guten Ratschlägen, Übermutterung und den üblichen Pannen, wenn die ganze Familie einmal im Jahr aufeinander trifft. Doch nicht nur das Fest der Liebe im Kreise der Familie wartet auf Tessa, sondern wahrhaft der Lichtglanz von Sven. Doch bevor sich die beiden finden, muss Tessa über Höhen und Tiefen, sich einmal richtig auslassen und über alle Stränge schlagen und sich vor allem von Ole distanzieren und ihn sich vollends aus dem Kopf schlagen… Und wir Leser sind ganz nah dabei, bei Weihnachtszauber, Lichterglanz, Beziehungsstress, Eifersucht, Liebeskummer, Familienclan und einer ganz anderen Liebe! Schwärm*



Schreibstil:
Die Autorin Anne Blum nutzt verschiedene Stilmittel, um ihren Roman richtig glanzvoll erscheinen zu lassen. Dies gelingt ihr richtig gut und ich denke, dass dieser Roman eine Gefahr für jeden Weihnachtsmuffel darstellt, denn wenn man dieser Geschichte erlegen ist und die wunderbar erfrischenden Zeilen zulässt, wird man Weihnachten nach Beenden des Romans lieben. Auch im Sommer. Gewiss. Der Anfang des Romans wirkt zunächst etwas unsortiert und verwirrend. Wir lernen sehr viele Charaktere und Protagonisten kennen, bei denen wir an dieser Stelle noch nicht ausmachen können, ob sie für die weitere Handlung und der eigentlichen Geschichte relevant werden können. So fühle ich mich als Leserin zunächst mitten in einem Raum voller Fremder. Doch das legt sich rasch und die Autorin beginnt strukturiert auszumisten und zu sortieren. Wirklich witzig ist es, dieses Stilmittel am Rande zu beobachten und ganz unterschwellig wahrzunehmen. Was mir in diesem Roman sofort ganz besonders zugesprochen hat, war die wunderbare und detailreiche Atmosphäre und jeweilige Stimmung, die erzeugt wurde. Diese Nuancen und Facetten kommen sehr gut an. Außerdem bin ich den frischen und humorvollen Dialogen sofort verfallen. Dieser Esprit und aberwitzige Charme verstärkt sich später noch, als wir am Tische der Familie sitzen, wo jeder (ganz besonders Vater Willy) seinen eigenen Weihnachtszwängen nachgeht und er selbst Gartenzwerge festlich modifiziert. OMG! Anne Blum hat natürlich mit ihrem Debüt einen roten Faden, den der Beziehungskonflikte und des Liebesromans. Dass sie so viele auflockernde Nebenhandlungen einfließen lässt finde ich sehr unterhaltsam. Doch aufgrund der Fülle an Facetten werden einzelne Momente etwas zu kurz angeschnitten und wirken daher schnell überladen oder unrealistisch. Doch der harmonische und sehr bildhafte Schreibstil mit all der Gemütlichkeit und des Wohlgefühls beim Lesen täuschen über dieses Manko getrost hinweg. Dieses Buch liest man mit einer rosaroten Brille und will sich keine der Illusionen des absoluten Wohlfühlromans nehmen lassen. Trotzdem ärgere ich mich über Logikfehler, wie zum Beispiel Pinguine, die am Nordpol leben, obwohl sie doch am Südpol heimisch sind. Doch worauf es bei diesem Roman wirklich ankommt, und das zählt, ist die Weihnachtsstimmung! Und das Fest der Liebe darf mit diesem Buch auf jeden Fall als solches empfunden werden. Doch für wen wird Tessa sich entscheiden? Für Ole im Weihnachtsmannkostüm, oder für den alten Schulfreund Sven?

Charaktere:
Die Charaktere sind hier von ganz besonderer und gegensätzlicher Natur, genau wie die packenden Hürden und Schicksale, die sie erleben und durchlaufen. Das Kernstück eines jeden Romans. Wenn man sich mit den Charakteren anfreunden kann, sie intensiv erleben und begleiten kann, dann ist ein Roman gelungen und sorgt für wunderbare Leseerlebnisse. Dass gelingt mir mit Tessa und ihrer Familie auf ganz besonderer Weise. Tessa und ich haben viel gemeinsam und doch unterscheiden wir uns absolut. Das macht es sehr spannend, ihre Geschichte regelrecht mitzuerleben und ihre Entscheidungen und Worte und Handlungen entweder zu unterstützen oder sich zu fragen: So what, warum denn jetzt das?... Bei Ole sieht es ganz anders aus. Da herrscht von Beginn eine gesunde Distanz, die ich auch nicht aufgeben wollte. Zu recht. Tessa habe ich gern an mich ran gelassen, gerade da ich ihre Entschlossenheit und ihren Weitblick sehr begrüße. Zudem haben auch einige Nebenrollen mein Leserherz erwärmt. Da ist einmal Maren, mit ihrem Kinderwunsch, Susanne mit ihrer Familie, Tessas Vater Willy und sein Engagement, Tessas Mom mit ihren Koch- und Backkünsten und natürlich Sven, der vom dicklichen Strickpulli Muttersöhnchen zum attraktiven Mann herangewachsen ist. Klar, dass da Tessas Schmetterlinge im Bauch Saltos schlagen. Das Zusammenwirken aus Familie, Verwandtschaft, Dörfler, Vereine, Freunde und Umfeld finde ich hier sehr gut gelungen, denn das ist auch das, was man bei einem Weihnachtsroman im Kreise einer abgedrehten Familie erwarten möchte. Ein Netz, was Tessa in ihrem Liebeskummer, der überraschend kurz weilt, in der schweren Zeit auffängt. Wir begegnen hier sehr toll formulierten Protagonisten, die unterschiedlicher und dennoch gleicher nicht sein könnten. Es sind die geprägten Charaktere, aus Familie, Freunde, Liebsten und Nebenbuhler oder gar Neider. Jeder mit seiner eigenen und persönlichen Art, die Dinge und Momente zu kreieren und für ordentliche Lachsalven und ganz viel Herz zu sorgen. Schmacht*.
Autorin Anne Blum bringt besondere Charaktere aus Haupt- und Nebenrollen ins Geschehen und spielt mit ganz scharfen Charakterzügen, die diesen Roman prägen werden. Als hätte die Schriftstellerin sämtliche gute Weihnachtsfilme geschaut, Bridget Jones inhaliert und schon unzählige Familienfeste auf ewig in Wort und Schrift festgehalten. Für Humor und Ruheoasen im Buch sorgen neben all den Turbulenzen auch ruhigere Momente aus Liebe, Zusammenhalt und Mitgefühl, welches durch Familie und Freunde gemischt wird.
Und natürlich Tessa – Dreh- und Angelpunkt dieser anrührenden und dennoch hoffnungsvollen Geschichte. Betrogen, verraten, enttäuscht, belogen. Neu verliebt und plötzlich umgarnt. Doch Tessa muss sich entscheiden, für die wirkliche Liebe.

Meinung:
Mein allererster Weihnachtsroman hat mich glücklich gemacht!!!!
Dass ich gar nicht so die Romanleserin bin, trifft wohl gar nicht mehr pauschal wirklich auf mich und meinem Lesegeschmack zu. Gerade jetzt im Winter vor den Festtagen am Kamin und unter der Decke mit einem heißen Tee und Lichterschein, mag ich es gern auch mal leicht, frech, locker, stimmungsvolle, etwas kitschig und liebevoll. So empfinde ich auch Anne Blums debüt- Schmöker als wahrhaftigen Winterroman, der jedoch auch im Sommer noch unbedingt beäugt werden sollte. Es wäre zu schade, wenn dieses Buch schon bald von der Bildfläche verschwinden würde. Aber vielleicht schreibt die Autorin ja schon an einer erwachenden Frühjahrsgeschichte? Wer weiß? Dass sie schreiben kann, hat sie mit ihrem Debüt für mich bewiesen. Zwar habe ich auch etwas Kritik zu üben und Logikfehler kann ich nur schwer verzeihen….
In „Hasen feiern kein Weihnachten“ geht es jedoch nicht nur ausschließlich um eine Weihnachtsgeschichte, es geht um die typische Liebesgeschichte, aber ganz anders und überraschend umgesetzt. So, dass auch mir eine Liebesgeschichte gefällt. Mit Witz, Sarkasmus, frechen Sprüchen und viel Humor neben Liebe, Herzschmerz und Wohlgefühl. Wie es der Klapptext bereits vermuten lässt, geht es um Schicksal, Beziehungen, Familie und den Weg zu seinem eigenen Glück und Leben. „Hasen feiern kein Weihnachten“ ist ein Buch mit eigenen Ecken und Kanten. Wohl gerade deshalb kann dieser Diamant der Romanwelt und Frauenromane so schön schillern und leuchten. Wie die Charaktere und Protagonisten im Buch, die geschliffen werden und sehr viel Glanz zu bieten haben und brillieren… Ein Buch, das auf eine ganz besondere Weise glücklich stimmt und sehr gern zum Feierabend oder an einem Nachmittag im Kerzenschein genossen werden will. Eine perfekt abgestimmte und wohl dosierte Mischung aus Atmosphäre, Familienkonstellation, Hoffnung, Angst, Leid, Stärke, Mut und Schicksal. Vereint zu einem bezaubernden Roman, der die Leser mit einer besonderen Frau und Hauptprotagonistin auf die Reise ihrer unterschiedlichen Leben mitnimmt, … aber auch seine Stolpersteine besitzt.

Mit dieser Story um die betrogene Tessa, die ihr Leben nun selbst in die Hand nimmt, hat mich der Roman, und die Autorin, für sich gewonnen. Sehr wunderbar. Absolut stark und unschlagbar facettenreich. Ein Leseglück mit Ecken und Kanten, aber einer glücklichen Zeit mit einem tollen Buch für das Herz und den gemütlichen Winter mit seinen Stimmungen. In dieser Geschichte dreht sich die Thematik um eine plötzliche Wendung im Leben, eine lähmende und betrogene Beziehung mit einem Mann, der ein richtiger Weihnachtsmuffel und Misanthrop ist. Eine Familiengeschichte, ein Schicksal, ein Neuanfang, ein neuer Wahnsinn namens Liebe und ein fest namens Weihnacht an dem Wünsche wahr werden! Doch dies ist nicht einzig das, was dieses Buch zu diesem ansprechenden Lesehighlight macht. Es sind die schönen Worte, die liebevollen Momente, die große Hoffnung nie aufgeben zu wollen. Ein Wechsel aus Vergangenheit, Lebenssinn, Freude und Rückblick, dann der Umgang mit dem Wissen, dass immer ein Lichtlein daher kommt. Dieses Buch ist nicht nur einfach ein wunderbarer Roman, nein, dieses Buch ist eine Metapher, ein Ritt zwischen den Emotionen und ein Lesevergnügen für jeden Romanliebhaber, Weihnachtsliebhaber, Weihnachtsmuffel oder neugierigen Leser. Es hat mir leider nicht immer gefallen, wie arg die Autorin vom Beginn der Geschichte abweicht, einen anderen Faden aufnimmt und diesen in den Kern des Geschehens stellt. Das wirkte manchmal im Lesefluss leider etwas hölzern oder unbeholfen. Ich kann es gar nicht genau beschreiben. Das ist verwirrend und unsortiert. Der Plot hat wirklich hohes Potenzial, um daraus eine richtig gute, emotionale, rührende Lebensgeschichte aller einzelnen Charaktere zu machen, doch leider bleiben einige Passagen dann doch eher schmückendes randgeschehen. Gerade bei Tessas Familie in Kappeln an der Ostsee, hätte ich mir mehr Tiefe und Ausformung der einzelnen Puzzlestücke gewünscht. Bei Ole war mir die Distanz gerade recht. Trotzdem, ein Buch für Herz und Seele. Die Beziehungen, die sich ergeben, lassen den Leser staunend zurück. Gerne hätte ich mehr über Maren und Susanne erfahren.

Persönliche Kritikpunkte:
Das Buch ist wunderschön und ein Glücksgriff für Herz und Seele, dennoch habe ich einige Punkte, die mir persönlich als Schwächen aufgetaucht sind. Diese möchte ich hier kurz nennen, um meinen Sternabzug zu begründen.
• Der Aufbau des Handlungsablaufs ist nicht gut zu erfassen, die anfänglichen vielen Personen machen es schwer sich im Roman zu platzieren, ehe die Autorin beginnt aufzuräumen. Die Chronologie, der rote Faden, die Zeitebenen und wesentlichen Punkte lassen sich zunächst nur schwer einordnen und sortieren
• Tessa und ihre skurrile Familie blieb mir trotz aller Herzlichkeit, trotz des Humors und der Weihnachtsliebe, der Dramaturgie und Schaffensfreude und Hoffnung stets ein bisschen reserviert und distanziert, hier fehlte es mir an Tiefe.
• Der Schreibstil wirkte auf mich nicht immer rund und galant. An wenigen Passagen scheinen sich die Ereignisse zu häufen und beinahe unrealistisch zu wirken und der Roman wirkt an solchen Stellen gestelzt oder hölzern. Tessa doch sehr sprunghaft in ihren Entscheidungen.
• Die Beziehung zu Sven hätte ich mir sehr sehr gern ausführlicher gewünscht, besonders um Tessas Glück richtig zu spüren.
• Manche Erzählungen und Aneinanderreihungen wirken sehr schwebend und aus dem Zusammenhang gerissen. Ja, es fiel mir oft schwer den Faden zu behalten und den Überblick zu wahren, obwohl der Roman sehr einfach und solide aufgebaut ist.
• Logikfehler verzeihe ich nur ungern. Hier glänzt der Roman leider mit einigen Punkten, die nicht ganz stimmen. In Bezug auf die Natur, Medizin und Reanimierung. Grrrr.


Die Autorin:
„Anne Blum wurde an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste geboren und lebt heute in Berlin. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft und Literatur arbeitete sie als freie Radiojournalistin, sattelte dann aufs Drehbuchschreiben um und schreibt Komödien für ARD und ZDF. „Hasen feiern kein Weihnachten“ ist ihr Debüt.“

Cover:
Muss ich zu diesem Cover noch Worte finden? Ich denke, es spricht ganz und gar von allein….

Fazit:
Mein erster Weihnachtsroman! Sicherlich nicht mein letzter! Und sicherlich nicht das letzte Buch dieser Debütautorin, wenn sie sich dazu entschließt, uns Leser mit weiteren Romanen zu beglücken! Ich habe mit diesem Roman eine kurzweilige Lesezeit verbracht, die mein Herz erwärmt hat und mir Tessas Weihnachten nahe gebracht hat. 3,5 Sterne, die ich zu 4 Weihnachtssternen aufrunde!

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helen grace

D.I. Helen Grace - Letzter Schmerz

Matthew J. Arlidge , Karen Witthuhn
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 25.11.2016
ISBN 9783499290497
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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thriller, moor, mooresschwärze, krimi, ritualmord

Mooresschwärze

Catherine Shepherd
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Kafel Verlag, 01.11.2016
ISBN 9783944676067
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Aufmerksam auf diesen Thriller geworden bin ich durch den Bekanntheitsgrad dieser Autorin, Catherine Shepherd, die bei mir schon eine feste Größe in der Spannungsliteratur geworden ist. Den neuen Auftakt zu einer neuen fesselnden Thrillerreihe, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Zu „Mooresschwärze“ findet man bereits sehr viele gute Rezensionen, Lobeshymnen und Empfehlungen anderer Thrillerleser auf unterschiedlichen Portalen. Ich habe schon viel gelesen, und auch schon viele Themenbereiche des Thriller oder Psychothriller beschritten, aber das was mich in "Mooresschwärze" der deutschen Autorin Catherine Shepherd erwartete, das hat mich definitiv sprachlos gemacht. Sprachlos in der Form der gewählten Thematik, der Umsetzung, und fassungslos in der gewagten und provokativen und äußerst rasanten Ausführung. Ein Thriller? Nein, dieses Werk ist mehr als nur ein Thriller. „Mooresschwärze“ ist ein Streifzug in das perfide und fast bemitleidenswerte und beinahe geniale Gedankengut eines Psychopathen, der seine Befriedigung durch Macht, Qual, Schmerz, Kontrolle und Manipulation erlangt. Doch dafür muss er immer weiter gehen um seine Spiele mit neuem Reiz zu versehen… Er wird unvorsichtig…
Erschienen im Kafel Verlag (http://www.kafel-verlag.de/)

Beschreibung / Klapptext:
"Manchmal ist es besser, auf die innere Stimme zu hören, bevor sich die Nacht unwiderruflich über die Sinne legt.
Julia Schwarz kennt sich aus mit dem Tod. Die Rechtsmedizinerin ist in ihrem Institut auch als Eislady bekannt. Nichts kann sie so schnell aus der Bahn werfen. Jedenfalls nicht, solange sie es schafft, ihre düstere Vergangenheit in Schach zu halten. Als Kriminalkommissar Florian Kessler sie zu einem Tatort in einem nahe gelegenen Moor ruft, sieht alles zunächst nach einem einfachen Fall aus. Aber dann verschwindet die Leiche und Julia macht sich auf die Suche nach dem toten Mädchen. Doch statt der Leiche stößt sie auf ein weiteres Opfer. Erst jetzt begreift Julia, dass sie es mit einem gefährlichen Serientäter zu tun hat, der einen perfiden Plan verfolgt. Ein sonderbares Tattoo auf dem Bauch der Frauen scheint die einzige Verbindung zwischen den Fällen zu sein. Aber die Zeit läuft gegen Julia und sie ahnt nicht, dass sie selbst bereits viel zu tief in den Strudel des Bösen geraten ist.
Catherine Shepherds neuer Thriller ist dunkel, rasant und lässt Sie garantiert nicht mehr los!"

Handlung:
In ihrem neuen Thriller, dem Reihenauftakt, mit und um Rechtmedizinerin Julia Schwarz, die unerschütterliche und taffe Eislady, besticht die Thriller Autorin Catherine Shepard bereits durch einen nagenden Prolog. Die letzten Atemzüge und Wahrnehmungen einer jungen Frau, ehe das Licht der Welt erlischt… Wer sich dann noch mutig genug zeigt, in diesem Thriller weiterzulesen, der wird mit Spannung, Abwechslung und Nervenkitzel auf der Suche nach einem identitätslosen Serienkiller, der vor nichts zurück geschreckt, belohnt. Die versierte Rechtsmedizinerin Julia Schwarz wird von Kriminalkommissar Florian Kessler zu einem Tatort im Moor gerufen. Dort wurde eine junge Frau tot aufgefunden. Dem ersten Anschein nach, scheint sie ertrunken zu sein. Als die Frauenleiche in das rechtsmedizinische Institut abtransportiert wird, verschwindet die Leiche des Mädchens spurlos. Auf der Suche nach der vermissten Toten stoßen Julia und Florian auf eine weitere Leiche, die gut getarnt in einem Baum aufgehängt wurde. Beide Frauen zeigen ein ungewöhnliches und auffälliges Tattoo, was die Ermittler zu dem Schluss bringt, dass beide Fälle in Zusammenhang stehen und ein Tod durch Ertrinken ausgeschlossen ist. Hier geht es um Mord. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn wenn man sich die Fallanalysen bisheriger Serienkiller ansieht, wird man erkennen, dass sich die Abstände der Tötungen in der Regel verringern… Neben diesen zermürbenden Fall, der die Ermittler an die psychischen und physischen Grenzen bringt, hat Julia Schwarz zudem mit ihrer eigenen Wunde und den nie verarbeiteten Tod ihres Bruders arg zu kämpfen.

In "Mooresschwärze" setzt sich die Thrillerautorin Catherine Shepard gleich mit mehreren Themenbereichen auseinander, die doch alle zum gleichen Ergebnis und Ziel führen: MACHT und BESESSENHEIT. Hier geht es um eine Ermittlung gegen die Zeit. Ein psychopathischer Serienkiller sucht sich seine Opfer nach bestimmten Merkmalen aus und schafft sich auf verschleierte Wege Zugang zu den jungen Frauen. Rasanz, Kriminologie, Pathologie, Psychopathie, Gerichtsmedizinisches Wissen, Recherche, soziale Medien, Manipulation, Rituale, Maya-Kultur, und die totale Kontrolle, bzw. der totale Kontrollverlust und sonderbare Bewegungsprofile… Unmenschliche Ereignisse, psychische Störungen, Besessenheit, perfide Neigungen, Machenschaften, alte Wunden die nie verheilt sind, Offenbarungen und der Deckmantel des Schweigens. Dieser Thriller bietet nicht nur Thrill, er bietet Erschreckendes, Provokatives, Hintergründe und Abwechslung, Hochspannung und vermeidliche Ruheoasen. Ein Wechselbad der Gefühle.

Schreibstil:
Wer zu diesen schriftstellerischen Werkzeugen greift, wie es unsere Autorin Catherine Shepard in "Mooresschwärze" wagt, die beweist eindeutig Mut und ist sich ihrem Genre (Psycho- / Serienkiller, Profiling-)thriller absolut sicher. Das was Autorin C. Shepard hier auftischt, ist nichts für zarte Gemüter und zeigt sich bereits in dem beklemmenden Prolog mit dem dieser neue Reihenauftakt um die angeschlagene, nach außen hin stark wirkende Eislady und Rechtsmedizinerin Julia Schwarz aufwartet. Packend, beängstigend, nagend und mit Gänsehautgarantie. Der Schreibstil der mir bereits bekannten Autorin, die für mich schon einen festen Platz im Spannungsliteraturbereich ergattert hat, ist gewohnt schleierhaft, teilweise sehr derb, geradeaus, unverblümt direkt und gnadenlos. Catherine Shepard nennt sie die Dinge beim Namen und sorgt somit für ungefiltertes Entsetzen und Sprachlosigkeit. Auch wenn sich der Leser lange Zeit nur mit vagen Vorahnungen und ersten eigenen Vermutungen und Mutmaßungen zufriedengeben muss und eine Klarheit und Verknüpfung wirklich erst zum Ende des Thrillers geboten wird, so hält man gern an seinen eigenen Theorien fest, um sich entweder bestätigt zu sehen, oder eine Überraschung zu erleben. Meiner Meinung nach hat Autorin Catherine Shepard hier in diesem strapazierten Fall angenehme Parallelen zu Simon Beckett, vielleicht sogar Chris Carter, auch mit Tess Gerritsen und weiteren, jedoch hinter den Kulissen des beschaulichen Schauplatzes Köln und sein Umland. Zumindest wenn es um die detaillierte Ausformung der einzelnen Stufen der psychischen Analyse, des Profiling, der Mordmotive, Motivationen, der Qual, der Anatomie des Menschen, der Verwesung, der medizinischen und fachlichen Gerichtsmedizin und Pathologie geht... Die Autorin weiß es die Leser gleich zu Beginn an die Seiten zu fesseln. Unfreiwillig gerät man hier durch ihren Schreibstil und vor allem durch diesen erschütternden und perfiden Prolog direkt in das Geschehen und kann sich nicht mehr von den Seiten lösen. Thrillerautorin Shepherd besitzt einen sehr durchdringenden Schreibstil, denn sie schafft es problemlos und ohne störende Längen die Handlung spannend zu beginnen und diese bis zum Schluss aufrecht zu erhalten und dem Leser kaum Zeit zum Luftholen zu lassen. Ihr Wiedererkennungswert ist hier zweifellos der gnadenlose und direkte Ton, die detaillierte Recherche und Kenntnis, und der Blick in die perfiden Denkstrukturen eines waschechten Psychopathen, der sich nicht zu erkennen gibt. Oder doch? Catherine Shepherd zeichnet sich zudem durch enorme Rasanz und viel Tempo aus. Das muss man jedoch mögen. Sie wechselt sehr häufig in den Handlungssträngen und führt kürzere Kapitel aus, um dann den Fokus wieder auf etwas anderes Entscheidendes zu lenken. Diese Sprünge muss man mögen, mir sagten sie hier leider nicht immer zu, denn habe ich mich gerade so richtig in meinen Gedanken vertieft und meine eigenen Ermittlungen an der Seite von Julia und Florian fortgesetzt, ereignete sich schon wieder etwas neues oder wir gehen zurück in die Vergangenheit zu Julias Kindheitstrauma. Dennoch bedient die ambitionierte und überzeugte Autorin das Genre Thriller perfekt. Autorin Shepherd hat wieder einmal eine gewohnt verstörende und grausame Story erschaffen, die sie mit gekonnten und höchst intelligentem Wortschatz, bildhaften Darstellungen, tiefen Emotionen aus Gefühl, Angst, Schmerz, Verlust, Verlangen, Fanatismus, Besessenheit, Macht, Lust, Erregung und Entsetzen, authentischen Charakteren, brutalen Wendungen und einem Wechselspiel der Perspektiven an den durchaus perplexen Leser wiedergibt. Ihr Schreibstil bringt die Handlungen, die Gedanken und die Protagonisten sehr nahe an den Leser und fesselt ihn u.a. dadurch an die Seiten. Ich war geschockt und gespannt, denn diese Mordmotive und Hintergründe, sowie die verdrängte Trauer und Schuld, bringen enormes Potential für einen Psychothriller.

Charaktere:
Dieses Buch besteht eigentlich aus mehreren Hauptprotagonisten. Aber der Fokus liegt bei der sympathischen und nahezu perfekten Rechtsmedizinerin Julia Schwarz, die sich mit Arbeit und noch mehr Arbeit, sowie ihren Perfektionismus und ihrer Beharrlichkeit von ihren eigenen Wunden der Kindheit ablenkt. Zusammen mit dem charismatischen Florian Kessler wird sie ins Moor gerufen, dort wurde eine Leiche gefunden. Was zunächst wie ein unglücklicher Todesfall aussieht, entpuppt sich schnell als Mord. Und das nicht genug, denn die zweite Frauenleiche baumelt schon in den Baumkronen und wartet darauf, alle Register der Ermittlungsarbeit auf den Schirm zu rufen. Für Schwarz und Kessler gibt es keine ruhige Minute mehr und sei dieser Fall nicht schon schlimm genug, spielt auch die Zeit gegen die Beamten. Denn das Profil des Täters treibt zum schnellen Handeln und zu größter Sorge. Junge Frauen, mit bestimmten Merkmalen und dann der große Pool an Verdächtigen… Schwarz gerät nicht nur durch diesen Fall an ihre Grenzen, sondern wird gerade jetzt von ihrer eigenen Vergangenheit, ihrem eigenen Trauma aus der Kindheit, eingeholt…. Julia Schwarz, bekannt als die Eislady, die ihren Beruf mit größter Sorgfalt und einem ausgezeichneten Ruf ausübt. Sie hat den Tod ihres Bruders niemals verarbeitet und die Trauer und Schuld scheint sie zu übermannen. Verliert sie so den Blick auf die brisanten Ermittlungen? Kann sie sich voll und ganz auf den Killer aus dem Moor konzentrieren? Wie sind die Ermittlungsversäumnisse zu deuten? Und warum wagt sich der Täter wieder zurück an den Tatort? Neben den Ermittlungen und den Ermittlerteam, welches ich äußerst sympathisch und facettenreich finde und mich auf weitere Fälle mit den beiden freue, streifen wir immer wieder in die Welt des Psychopathen ab. Dieser eiskalte und äußerst perfide Killer tarnt sich unter anderen Namen. Er gibt sich nicht zu erkennen, doch seine Präsenz ist stets greifbar. Dass, was wir hier durch seine grausamen Gedanken und kranken Spiele ungefiltert geschildert bekommen, lässt dem Leser das Blut in den Adern gefrieren. Zudem begegnen wir Nebencharakteren aus Beruf, Familie, Freunde und Schule, sowie den Bürgern der Stadt und dem Rat. Gut und Böse verschwimmen hier und jeder scheint für die Handlung von enormer Bedeutung zu sein. Wie sehr sich in diesem Fall jedoch Familie und Beruf, Vergangenheit und Gegenwart vereinen werden, dass darf der Leser selbst in den spannenden Seiten im Countdown erfahren. Aus unterschiedlichen Perspektiven wird ein großer Teil der Geschichte erzählt. Dadurch ergeben sich Handlungsstränge, die drohend und voller Gefahr zueinander laufen.

Die Autorin verblüfft in ihrem Thriller mit einer angenehm überschaubaren Anzahl an Charakteren, die nach und nach dem Leser nahe gebracht werden. Da dieser Thriller leider nur knapp 340 Seiten umfasst, hat man bei der Fülle und Dynamik der Perspektiven und Puzzleteile das Gefühl von zu wenig. Man möchte mehr, aber dass, was geboten wird, muss auf diesen knapp bemessenen 340 Seiten Platz und Stimmigkeit finden. Eine Umsetzung vieler Impulse und Ideen auf engstem Raum. Leider merkt man das gerade im Finale sehr. Aber es gibt Lichtblicke, auf eine Fortsetzung im Team Schwarz und Kessler. Bei so viel Stoff und Potential, bei so viel Facette und Möglichkeiten, auf „nur“ 340 Seiten, bleibt da natürlich nicht viel Raum die einzelnen Psychogramme eingehend und mit einer intensiven Charakterstudie zu versehen. So beschränkt sich die Autorin natürlich nur auf das Wesentliche, was manchmal etwas zu überladen und geballt erscheint. Teilweise hätte ich mir hier mehr Hintergrund gewünscht, um den Charakteren mehr Tiefe zu verleihen. Jedoch blieb mir so genügend Raum für eigene Spekulationen, die sich bewahrheiten konnten, oder auch nicht. Auch das Team um die Ermittlungen ist sympathisch und stimmig gewählt. Julia Schwarz die Rechtsmedizinerin hat es mir mit ihrer Beharrlichkeit und Gründlichkeit und Intelligenz sofort angetan, aber auch Florians Erscheinung hat mich sofort gefangen genommen, ihn würde ich nur zu gern auch mal in echt sehen. Schmacht* Es entsteht ein komplettes Bild aus Gut und Böse. Ganz besonders die Einblicke in die gestörte Welt und in die Faszination des Psychopathen, dessen wahre Identität wir im großen Showdown erkennen, sind der Autorin erschreckend gut gelungen. Vor allem das rhetorische Geschick und die erschreckenden Denkstrukturen und Zwangshandlungen von diesem fanatischen Killer mit seinen Ritualen haben mich sprachlos gemacht.

Meinung:
Das ganz besondere an diesem (Psycho-) Thriller ist, dass er mich wirklich geschockt und sprachlos werden lassen hat. Und ich frage mich, was um alles in der Welt bewegt eine Autorin dazu, solche Grausamkeiten zu Papier zu bringen? Kaum zu glauben, dass dieser Thriller aus der Feder einer Frau stammt. Am liebsten würde ich mehr als 5 Sterne vergeben. Diese Autorin traut sich wirklich was. Zu Gute kommt ihr, dass sie Erfahrungen in dem Bereich durch intensive Recherche gesammelt hat, und so die schrecklichen Gedanken und das ganze Konstrukt der gestörten Gedanken, der Ermittlungsarbeit, der Hierarchien und Behördenwege, Lokalcharakter und Grausamkeiten des Falls und den zeitlichen Druck und das Interesse der Öffentlichkeit und der Maya Kultur authentisch zu Papier bringt. Dieser Thriller ist hart und gnadenlos, dennoch regt der Fall zum Nachdenken an. Wir dürfen uns auf kleine Ruheoasen und private Annehmlichkeiten freuen, ehe dann wieder der fall die ganze Aufmerksamkeit der Ermittler einfordert und jegliche private Belange zunächst in den Hintergrund rücken sollten, aber nicht immer können. Denn gerade Julia wird hier von ihren Dämonen eingeholt und lässt ihre mentale Kraft schwinden. Mir gefällt zudem der sachliche und sprachlich geschickte Wortlaut der Autorin, mit der sie die Psyche der kranken Seele des Serienmörder, der es auf jungfräuliche Mädchen abgesehen hat, für die Leser nach außen trägt. Ein Countdown spitzt die gesamte Lage nochmals enorm zu. Doch 5 Sterne werden es bei mir leider nicht werden, da ich auch einige Kritikpunkte habe, die ich trotz aller Begeisterung und Fesselung nicht ungenannt lassen möchte, da sie meinen Lesegenuss etwas getrübt haben. Zu allererst möchte ich die geballte Ladung an Fachwissen, Hintergrund, Ereignissen und Themen hoch loben, dennoch hätte gerade diese komplexe und intelligente Recherche und Ausarbeitung mehr als 340 Seiten Thriller bedurft. Dadurch, dass zu viel Input auf zu wenigen Seiten niedergeschrieben wird, wirkt es stellenweise sehr gestaucht und sogar gekürzt oder passagenweise völlig überladen. Hier stimmt für mich das Gleichgewicht nicht immer. Als wäre dieser Thriller ursprünglich viel komplexer, ausgeschweifter, intensiver und gelockerter formuliert gewesen und dann auf Teufel komm raus auf nur 340 Seiten gekürzt. Ob es so ist weiß ich nicht, doch so fühlt es sich für mich beim Lesen an. Ich ärgere mich da, weil ich so viel Potential in der Schreibkunst der Autorin sehe, dass sie locker auch 500 Seiten hätte füllen können ohne langatmig oder zäh zu wirken. Ihre Rasanz und das Tempo wäre sicherlich trotz mehr Ausführlichkeit und Nebenhandlung erhalten geblieben, da bin ich mir fast ganz sicher. Der schnelle Wechsel in den Fokussierungen hat mich oft aus meinen Gedanken und aus meinem Ermittlungsaktionismus gerissen. Da fühlte ich mich leider hier und da gestört. Menno. Aber dann gab es was neues Entscheidendes und meine zuvor gepflanzten Gedanken und Ansätze waren eh wieder nichtig oder ganz anders weiter zu formen. Durch die schnellen Wechsel und vielen Handlungsfetzen, fehlt es den Charakteren manchmal an Tiefe und Ausdauer. Die Sequenzen wechseln sehr oft, die Kapitel sind sehr kurz, genau wie die Gedanken und Dialoge. Das letzte Drittel des Thrillers ist so enorm geballt, voller Wendung und Erkenntnis, dass ich mich fast vom Buch überholt fühlte. Manches wirkte auf mich leider etwas weit hergeholt und fast kaum möglich. Auch diesem geballten Showdown hätten mehr Seiten sicherlich gut getan. 4 Sterne oder doch 5 Sterne oder vielleicht doch 6 Sterne, wenn es möglich wäre? Mir fällt es hier wirklich nicht leicht zu „Besternen“. Das Buch hat mich absolut begeistert, unterhalten und bestürzt. Die Autorin hat mich wieder einmal überzeugt und mit mir eine neue Leserin für diese neue Reihe der Eislady gewonnen. Ausgezeichnete Recherche, Fachwissen, Hintergrund und Sorgfalt… Aber dennoch kann ich mir die Kritikpunkte meinerseits nicht gänzlich schönreden. Ich vergebe 4,5 Sterne und runde diese zu 5 Sternen auf, in der Hoffnung, dass sich die Autorin gewarnt fühlt, aber trotzdem motiviert, mich mit dem nächsten teil zu glatten und fraglosen 5 Sternen zu bewegen!
Cover:
Dieses Cover ist ein Blickfang, bestechend, fokussiert, mahnend und allein durch den Anblick darauf vielversprechend und angsteinflößend. Dieses Cover hat mich sofort angesprochen und hält, was es verspricht. Übrigens ist der Klapptext und die Buchbeschreibung absolut zutreffend und ehrlich! Man hätte die Neugierde auf den Auftakt nicht besser entfachen können, als mit dieser Zusammenfassung.

Die Autorin:
"Die Thriller-Autorin Catherine Shepherd (Künstlername) wurde 1972 geboren und lebt mit ihrer Familie in Zons am Rhein. Catherine Shepherd hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Gießen studiert und nach Ihrem Abschluss als Diplom-Ökonomin in einer Düsseldorfer Bank gearbeitet."

Fazit:
Ja, es gibt sie noch: Die einzigartigen verstörten Psychothriller mit Profilanalysen, wachechten Psychopathen, Ermittlungsarbeit und private Dämonen, denen sich die Ermittler stellen müssen. Ein Thriller auf psychologischer und medizinischer Ebene, der wirklich nahe geht und schockiert und trotz einiger persönlicher Kritikpunkte absolut überzeugen konnte und eine klare Leseempfehlung erhält Ich vergebe 4,5 Sterne, gerundet zu mehr als gut verdienten 5 Sternen.

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sicherheit, unauffälligkeit, schutz, verstecken, liebe

The Chemist – Die Spezialistin

Stephenie Meyer , Andrea Fischer , Marieke Heimburger , Luise Helm
Audio CD
Erschienen bei Argon, 08.11.2016
ISBN 9783839815410
Genre: Krimi und Thriller

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Einschnitt

Elisa Albert ,
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423260909
Genre: Romane

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verstoßen, familie, gefängnis, verlassen, drogenkurier

Die Sehnsuchtsfalle

Hera Lind
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diana, 14.11.2016
ISBN 9783453357839
Genre: Biografien

Rezension:

Einen gesellschaftskritischen und sozialkritischen Tatsachenbericht in Romanform nach einer wahren Begebenheit zu schreiben, das ist etwas was selbst eine routinierte und erfahrene Autorin vor einer großen Herausforderung stellt. Die erfolgreiche Romanautorin Hera Lind greift eine sehr ergreifende und erschütterliche Geschichte in ihrem aktuellen Buch „Sehnsuchtsfalle“ auf. Ich kenne bisher noch keines der Bücher und Romane dieser Autorin, da ehr selten Frauenromane, Liebesromane oder Schicksalsromane lese und dieses Genre erst seit einigen Monaten für mich erkunde. Doch um mich zu einem solchen Buch zu bewegen, braucht es einen guten Grund. Ein ansprechendes Thema, ein einladendes Cover, vorangegangene empfehlende Rezensionen, ein vielversprechender Klapptext, Lobeshymnen, kritische Blickwinkel und / oder ein gewissen Etwas. In diesem neuen Buch habe ich einiges gefunden, was meine Aufmerksamkeit erweckt hat und zu dem Buch verleitet hat. In „Sehnsuchtsfalle“ beschreibt die Autorin Hera Lind eine wahre Geschichte, die jedoch nicht ausschließlich wie zitiert passiert ist, sondern auch schrifstellerische Freiheiten birgt. Hera Lind beschreibt das Leben einer Protagonistin, Rita, die fast im selben Jahr geboren wurde wie ich und wir die gleichen Jahrzehnte mit unserer Kindheit, Jugend und Erwachsenwerden verbracht haben. Aber zwei gänzlich unterschiedliche Leben geführt haben. Aus der Ich-Perspektive geschildert fühlt es sich jedoch an, als würde ich ihr Leben leben und die Ereignisse selsbt rekapitulieren. Sehr intensiv, sehr nah, sehr bewegend. Wenn es einer Autorin gelingt, den Grat zwischen Romancharakter, Vergangenheit, Biografische Einblicke und tragischer Erlebnisse und die nagende Situation im Schatten eines Komplotts in einem fremden Land unter fremder Sonne und das gnadenlose Regime dort in einem Buch zu vereinen, dann ist es die gefühlvolle und ambitionierte Autorin Hera Lind
Erschienen im Diana Verlag (https://www.randomhouse.de/Verlag/Diana-Verlag/31000.rhd)

Inhalt:
„Als Rita kurz vor dem Abi den aus Ghana stammenden Studenten Tony kennenlernt, ist es die große Liebe. Sie wird schwanger, doch Tony muss zurück in seine Heimat. Jahre vergehen, bis sie sich wiedersehen. Rita kann ihr Glück kaum fassen, aber es ist nur von kurzer Dauer. Tony stirbt bei einem Autounfall. Und weil sie blind vor Kummer ist, wird sie in Brasilien in eine Falle gelockt: Man erwischt sie mit einer großen Menge Kokain und verhaftet sie. Damit gerät Rita in eine Hölle, aus der es kein Entrinnen gibt …“

Schreibstil:
Der rückblickend anmutende und dennoch moderne Schreibstil der Autorin fällt sofort auf. Da ich ihre anderen Romane leider nicht kenne, und dieses Buch mein erstes Buch von Hera Lind ist, kann ich keine Vergleiche zu ihren üblichen Werken anstellen. Denn dieses Buch scheint etwas Besonderes zu sein, auch für die schriftstellerische Arbeit der Autorin. Denn sie schreibt hier einen gesellschaftskritischen und sozialkritischen Roman mit politischen Einflüssen und vielen autobiografischen Elementen, die auf einer wahren Begebenheit und einem wahren Schicksal beruhen. Hera Lind besitzt hier in ihrem neuen Roman die Gabe, einen mahnenden, erzählenden und beklemmenden Roman über das Leben einer jungen Frau in den 80igern bis in das Jahr 2012 in einer sehr anrührenden Ich-Erzählperspektive miterleben zu lassen. Trotz der Schwere der Ereignisse und der Handlung, schafft sie es, Passagen und Erlebtes angenehm und frisch zu untermalen, sodass man das Buch trotzdem gern liest und auch schöne Momente erleben kann. Besonders der geschickte Aufbau des Romans, bei dem zwischen den Jahren und Jahrzehnten gewechselt wird, bringt Abwechslung und Auflockerung und der Leser wird nicht müde, immer weiter zu lesen. Durch Gedanken, Erzählungen, Protokolle und Sinnbilder wird diese Geschichte aus Ritas Sicht erzählt. Dieser Schachzug der Autorin Hera Lind erzeugt absolute Nähe und Verbundenheit zur Tragik und Dramaturgie dieser unmöglichen Liebe und der Hoffnung, dass Tony noch am Leben ist um festzustellen, ganz entsetzlich ausgenutzt worden zu sein und für den Drogenhandel gefährlicher Banden und Organisationen einzustehen.

Meinung / Eindrücke:
Das Buch hat mich auf besondere Weise begeistert, aber auch an einigen Punkten sehr kritisch hinblicken lassen. Ich hatte sehr hohe Erwartungen und fühlte mich besonders davon angesprochen, dass dieser Roman auf wahren Säulen und Begebenheiten beruht. Bevor ich dieses Buch entdeckt habe, war mir Hera Lind zwar ein geläufiger Begriff, aber ihre Bücher hatten es bisher noch nicht in meine engere Buchauswahl geschafft. Das Buch besitzt autobiografische Züge, doch schnell zeigt sich auch, dass Ritas Leben eher im Romancharakter niedergeschrieben wird. Aus Ritas Perspektive wird der Roman erzählt und so bekommen wir tiefe Eindrücke und Einblicke ihres Lebens und der Bekanntschaft mit dem Studenten Tony. Trotz der Wichtigkeit seiner Person bleibt er doch irgendwo nur Randfigur. Das Buch ist definitiv kein reißerischer oder lebhafter Roman, es ist ein Werk der ruhigeren Töne, der großen Emotionen und der beschatteten Ereignisse. Dennoch ist es ein Buch, das sehr laut ausruft und signalisiert. Es gibt wenige Höhen und Tiefen im Erzählstil, dieser biografische Roman ist recht gleichförmig geschrieben und liest sich daher stellenweise mit Langatmigkeit. Wir Leser lernen viele intensiv skizzierte Charaktere und Personen kennen, die dann aber leider im Laufe des Romans verloren gehen und scheinbar keine wichtige Rolle im Geschehen tragen. Warum die Autorin diese Nebenfiguren geschaffen hat oder diese Nebenhandlungen einbringt erschließt sich mir nicht ganz. Die Autorin H. Lind hat für einen Roman keine leichte Kombination gewählt. Da diese Geschichte auf wahrem Grund beruht muss sie natürlich intensiv recherchieren und kann ihren eigenen Gedanken und Wünschen zum Verlauf der Handlung und zum Ausgang der Geschichte nicht allzu große eigene Wünsche und Phantasien beimessen. Das stelle ich mir sehr schwierig vor, da ich als Leser allein schon beim Lesen dieser Geschichte mit Wünschen und Hoffnungen konfrontiert bin, dessen Ausgang keine andere Möglichkeit lässt, als es das wahre Leben bereits beschlossen hat. Vielleicht hat sie sich daher für einige Nebenhandlungen entschieden? Dieser Schritt ist der Autorin dennoch gut gelungen, auch wenn mich dieses tolle und sehr lohnende Werk nicht ganz in allen Punkten zufriedenstellen konnte. Ich habe doch einige Kritik, die mich zum Sternabzug veranlasst hat, auch wenn es mir aufgrund der Faszination für dieses wunderbare Buch sehr schwer fällt. Meiner Meinung nach stellt dieser Roman ein berührendes und zugleich erschreckendes Portrait einer zum Scheitern verurteilten Liebe dar, und eine Mahnung an ein gnadenloses Rechtssystem.

Kritikpunkte:
• Da dieser Roman von einer Liebe spricht, für die die Protagonistin fast alles gibt, ihre Familie verlässt, sich beleidigen lassen muss, ein Kind (Benni) allein groß zieht und ihre kurze Zeit mit Tony nie vergessen kann und sie geprägt wurde, hätte ich mir gerade hier etwas mehr Tiefe und Verlangen zueinander gewünscht. Öffentlich und gesellschaftlich war diese Liebe verrufen, aber dennoch gab es diese Anziehung zueinander scheinbar. Doch diese Gefühle und der Wunsch zueinander bleiben leider etwas schwach oder nur einseitig von Rita ausgehend. Schade, hier hätte ich mir gern mehr Intensität vorstellen können. So wirkt Rita stellenweise auf mich sehr naiv.
• Die Autorin Hera Lind skizziert und zeichnet sehr intensive und sehr gravierend aussagende Gesellschaftskritik. Angefangen von der kleinen Familie in Höxter, bis hin zu einem unmenschlichen brasilianischen Rechtssystems. Dazu die stimmigen Charaktere und Charakterstudien. Diese besondere Gabe weckt beim Leser sofort Sympathien und Empathien und macht ihn sehr neugierig auf die Tiefe dieser Personen. Leider verlieren diese Charaktere im Laufe der Geschichte ihre Wichtigkeit. So bleiben sie trotz des prägenden Einflusses für Rita und ihr Leben nur Randfigur und Nebenrolle. Man wird sich fragen was aus Ritas Familie in Höxter wurde, aus ihren Geschwistern und Freunden. Dank der einzigartigen Formulierungen und Details habe ich sehr schnell Bezug zu einzelnen Charakteren bekommen und konnte mich mit einigen Charakterstudien identifizieren, leider bleibt die Neugier auf diese Nebenrollen dann doch unbefriedigt und wird kaum weiter ausgeführt. Sehr schade und ein großes Manko für mich.
• Rita wirkte auf mich manchmal einfach nicht authentisch genug. Ich fand sie stets etwas haltlos und nicht griffig. Eher naiv und fast blind. Dadurch dass wir auch ihre Kindheit erleben, erfahren wir schon früh über ihre Enttäuschungen und Schlüsselmomente, die sie so haben werden lassen, wie sie später ist. Das Hin und Her war mir dann doch etwas zu geballt und mit dem Fokus auf ihre alleinige Person schon arg krass und geballt.

Die Charaktere:
Die Autorin eine sowohl starke als auch vielschichtige Hauptfigur als Erzählerin gewählt, deren Leben zu einem Roman wird.


Die Schauplätze:
Da dieser Roman nicht nur in Deutschland spielt, sondern auch in Afrika, Spanien und Brasilien, ist er von vielen Einflüssen geprägt und gezeichnet. Der Aufhänger in diesem Buch, und dass, was diesen Roman wirklich herausragend macht, sind die skrupellosen und ungefilterten Einblicke in die brasilianische Gefangenschaft und die Machtgefüge und Korruptionen dort. Hier hat die Autorin einen bemerkenswerten ehrlichen, mahnenden und erschütternden Rahmen für diesen Roman und seiner Darstellung geliefert. Großes Lob!


Die Autorin:
„Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit ihren zahlreichen Romanen von "Die Champagner-Diät" und "Verwechseljahre" bis "Eine Handvoll Heldinnen" sensationellen Erfolg hatte. Auch mit ihren Tatsachenromanen "Der Mann, der wirklich liebte", "Die Frau, die zu sehr liebte" und "Kuckucksnest" eroberte sie die SPIEGEL-Bestsellerliste. Hera Lind lebt mit ihrer Familie in Salzburg.“

Das Cover:
Eine junge Frau mit scheuem Seitenblick aber viel Hoffnung in ihren Zügen. Dieses Cover ist sehr stimmig zum Titel und zum Inhalt gewählt.

Fazit:
Ein sehr emotionales, leises und bestimmtes Buch. Die Autorin Hera Lind hat Wiedererkennungswert und setzt sich auch mit ihrem autobiografischen Roman „Die Sehnsuchtsfalle“ ein Mal. Eine 3,5 Sterne Leseempfehlung, gern hätte ich 5 Sterne vergeben, doch leider habe ich auch ein wenig Kritik an dem Buch.

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liebe, verlust, vermont, usa, reihe: lost in love - green mountain

Kein Tag ohne dich

Marie Force , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.11.2016
ISBN 9783596296200
Genre: Liebesromane

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New Nordic - Das Kochbuch

Simon Bajada , Sabine Schlimm , Bajada Simon
Fester Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Hölker Verlag, 19.09.2016
ISBN 9783881171007
Genre: Sachbücher

Rezension:

Food-Fotograf und Skandinavier durch und durch Simon Bajada hat sein erstes Kochbuch „New Nordic – Das Kochbuch“ veröffentlicht, in dem er seine Lieblingsrezepte, besten Fotografien und seinen Bezug zur Kultur und seinem Land und der kargen und reduzierten Region zum Besten gibt. Dieses Buch ist nicht einfach nur ein Kochbuch. Es ist eine Herzensangelegenheit und seine Idee über die nordischen Länder zu berichten und ein neues Gespür für den hohen Norden zu entwickeln. Der überaus leidenschaftliche Koch, Fotograf und Buchautor Simon Bajada wollte mit seinem Kochbuch „New Nordic“ mehreres bewegen und hatte bestimmte Vorstellungen und Träume, was sein Buch bei den Lesern bewirken sollte. Eines ist ihm dabei spontan bei mir gelungen: Er hat mich so neugierig gemacht, und so sympathisch angesprochen, dass ich wirklich gleich eines seiner Rezepte noch am selben Nachmittag ausprobiert habe, nachdem ich mich mit seinem Kochbuch vertraut gemacht habe. Normalerweise stöbere ich in Kochbüchern um mich zu entspannen und mir neue Anregungen zu holen. Mit diesem Buch musste ich jedoch sofort aktiv werden und mich mit eines seiner einfacheren Rezepte, einem Kartoffelstampf mit Pfifferlingen, an die Töpfe und Schneidbretter begeben. Dieses voller Lebensenergie und Sympathie strömende Kochbuch „New Nordic“ ist so atmosphärisch, einladend, neuartig, reduziert und doch ganz besonders fein und sehr informierend und berichtend. Wie ein Bildband mit Rezeptideen umrahmt. Bodenständig, neuartig und von dem Autor selbst stets für besonders lecker und schmackhaft befunden!
Erschienen im Hölker Verlag / Coppenrath (https://www.coppenrath.de/hoelker-verlag/)

Inhalt / Beschreibung:
"Innovativ, pur und unmittelbar – das ist die moderne Küche Skandinaviens. In der New Nordic Cuisine dreht sich alles um traditionelle Lebensmittel, die aus den skandinavischen Wäldern und Gewässern stammen oder auf den Feldern des Nordens angebaut werden. Auf neue Art und Weise zubereitet, entstehen damit fantasievolle, faszinierende Gerichte voller hintergründiger Aromen, deren Spannung häufig dem subtilen Gegensatz von Süß und Salzig entspringt."

„Und jetzt entführen wir Sie auf den Waldboden“ (Seite 8)

Meinung:
Ich bin ganz berührt von diesem Kochbuch, was die ganze Schönheit Skandinaviens und seiner Jahreszeiten, Traditionen, Kultur und typischen Lebensmittel und Geschmackskompositionen vereint und in einem sehr wunderbaren Kochbuch bündeln. Ein sehr persönliches Kochbuch, was keinen besonderen Trend hinterherjagt oder altbewährtes neu erfinden muss, auch wenn es „New“ in seinem Titel trägt, wurde das Rad der skandinavischen Küche nicht neu erfunden.
Was mir besonders sympathisch aufgefallen ist, ist die herzliche Einleitung in Simon Bajadas erstem Kochbuch. Seine ehrlichen Worte und seine persönliche Motivation und Erklärung zu diesem Werk und zu dass, was den Lesern und Neugierigen erwarten wird. Simon Bajada erklärt und erläutert die skandinavische Küche, die sehr von Traditionen, Sitten und den gebotenen regionalen Lebensmitteln und Bodenschätzen geprägt ist. Bajada besinnt sich darauf, typische skandinavische Lebensmittel zu verwenden, sie neu zu interpretieren und stets eine feine Kombination aus süß und herzhaft zu erzeugen, ganz so, wie es die urigen Skandinavier lieben und leben. Mit diesem Kochbuch habe ich nicht nur die skandinavische Küche kennengelernt, sondern die einzelnen Traditionen der skandinavischen Gefilde von Dänemark, über Schweden, Lappland, Finnland, Norwegen oder Island… Land, Leute, feste, Kultur und Mentalität, Ursprung und Tradition mit einem Sinn zur Moderne. Dieses Kochbuch hat mich und meine Familie neu inspiriert und wir werden sicherlich das ein oder andere Rezept gern einmal probieren. Ganz besonders freue ich mich da schon auf eine Suppe vom Röstblumenkohl (Seite 143). Den Blumenkohl mit Öl und Wacholderbeeren zu fetten und ihn dann im Backofen golden zu rösten ist mir eine ganz neue Zubereitungsart, die mich sofort anspricht und neugierig macht. Daraus eine wärmende Suppe zu berieten verlockt vor allem in den kalten Monaten. Der Rhabarber-Brotpudding spricht mich vor allem mit seinem Foto von Seite 209 an. Das Rezept klingt sehr unkompliziert und weckt Geschmackserwartungen. Ich lasse mich im nächsten Frühjahr mit frischem Rhabarber gern darauf ein. Für die nächste Kaffeetafel wird es einen Schoko-Kartoffel-Kuchen geben. Dieser Anblick der dunklen Kakao-Sünde von Seite 219 hat es mir angetan. Kartoffeln sind in meiner Familie sehr beliebt, als Kuchen haben wir die Knollen jedoch noch nie verarbeitet. Ich bin gespannt.

Besonders gut finde ich, dass sich der Autor Simon Bajada die Mühe macht, verschiedene Zubereitungsarten von traditionell bis modern abgewandelt genau zu beschreiben und auch die Geräte und Kochgeschirre vorzustellen und haushaltsübliche Alternativen zu beschreiben, wenn man skandinavische Küchenutensilien hier in Deutschland nicht im eigenen Schrank finden wird. So habe ich natürlich kein typisches schwedisches Buttermesser, oder auch keine Teigrolle mit Struktur. Doch der Autor schafft Abhilfe. So hat man die Möglichkeit selbst zu entscheiden, welche Art der Zubereitung und des Kochens oder Backens die eigene Vorliebe ist oder mit der man am besten zurechtkommt, oder welche Hilfsmittel und / oder Küchenutensilien man besitzt. Man möchte ja nicht alles neu oder extra für ein neues Rezept anschaffen… Da hat der Autor für seine Leser außerhalb von Skandinavien sorgfältig mitgedacht und bei mir viele Pluspunkte gesammelt.

Ganz besonders gern bin ich auch in die persönlichen Geschichten des Autors S. Bajada eingetaucht. Zu jedem Rezept beginnt er zu erzählen, was für Erinnerungen er damit verbindet, woher er die Inspiration nahm, was ihm beim Nachkochen und Kreieren aufgefallen ist, was es zu erzählen gibt, worauf zu achten ist und welche Besonderheiten jeweilige Gerichte und Mahlzeiten mit sich bringen. Wirklich spannend und sehr verbunden. Simon Bajada kocht und fotografiert nicht einfach nur, er lebt und liebt eine Passion. Dass er so erfolgreich ist und an Bekanntheit gewinnt und auch die eher unscheinbare Nordische Küche so toll an die Leser bringen kann, verdankt er seinem Engagement, seiner Ehrlichkeit und seiner Verbundenheit zu seiner Arbeit und seiner Heimat. Simon Bajada bringt die Menschen zusammen an den Tisch und lässt ihn Behaglichkeit und Geselligkeit spüren.

Ich habe das Buch unheimlich gern aufgenommen, mich in das Lebensgefühl der Skandinavier eingefunden und viele neue Inspirationen daraus gewonnen. Da wir sehr gern und sehr viel Fisch essen, hat mir dieser Teil im Buch besonders gut gefallen. Mit feinen Soßen und süßlichem Senf, ganz neu entdeckt. Etwas Fruchtiges und Beerenobst dazu, wesentlich und reduziert, aber von hoher Wertigkeit und regionalem Bezug. Ich denke jedoch, dass viele dieser Rezepte am besten vor Ort im hohen Norden funktionieren und seine echten Aromen entfalten werden. Viele interessante und neuartige Ideen, die ganz anders als die Asiatische, orientalische, Spanische oder Italienische Küche auftreten. Doch denke ich, dass die skandinavische Küche recht anspruchsvoll ist und etwas Übung benötigt, um wirklich ganz und gar nordisch Kochen und Essen zu lernen. Ich habe doch leichte Hemmungen, mich einzelnen Rezepten zu widmen und werde zunächst die einfachen Ideen probieren und mich herantasten. Simon Bajada gibt zwar viel Zuversicht und Sicherheit, dennoch fühle ich mich, als würde ich eine ganz neue und fremde Welt betreten, obwohl die wenigen Zutaten auch in Deutschland viel verarbeitet und genossen werden. Simon Bajada hat seine klare Linie beim Kochen, das vermittelt sie auch seinen interessierten Lesern. Er nimmt Fragen vorweg, bietet Antworten und Hilfestellung. Simon Bajada ist loyal, hat viel gesehen und erlebt, er hat in viele Töpfe geschaut und hat die Natur stets am eigenen Leib erfahren und weiß sie zu verstehen.

Das Buch ist als Hardcover erschienen und bietet auf über 264 großzügigen Seiten skandinavische Natur, Lebensfreude, Kultur und die ehrliche unverfälschte skandinavische Küche. Diese hochwertige Hardcoverausgabe mit dem landestypischen Cover finde ich äußerst komfortabel, da sich gemütlich darin stöbern und lesen lässt und sich das Buch beim Kochen, Zubereiten oder Backen problemlos auf der Arbeitsplatte bereitlegen lässt und nicht ständig zuschlägt.

Die Verarbeitung der meisten Gerichte scheint mit wenigen Handgriffen getan. Einige wenige Rezepte sind jedoch auch etwas anspruchsvoller und bedürfen gewisser Zeit und Muße. Hier gibt es aber größtenteils keine ellenlangen Zutaten- und Vorbereitungslisten. Hier wird auf Ursprung und Natürlichkeit gesetzt. Mit wenigen Zutaten gelingt ein schmackhaftes, vielseitiges und abwechslungsreiches Gericht. Aus dem Wasser, Vom Land, Aus dem Wald, Gebacken oder einfach etwas Süßes. Einfach, unkompliziert und rein nordisch. Ohne einer Brise hiervon und ein Paar Körnchen davon, hier noch ein Spritzer dies und ein Schuss das. Nein hier geht es einfach und unkompliziert zu. Man braucht nicht viel, alles ist stets saisonal und regional. Es wird auf Vorratshaltung geschaut und Methoden zum Haltbarmachen aufgezeigt. Ohne große Zutatenvielfalt erreicht man eine unglaubliche Vielfalt an Zusammenstellungen, Variationen, Kreationen und ganzen Hauptspeisen und Menüs.


eigene Erfahrung:
In seiner Einleitung zum Kochbuch erklärt der Autor, was ihn zu diesem Buch bewogen hat und was die skandinavische Küche Damals und Heute ausmacht. Geändert hat sich nicht viel. Tradition hat einen hohen Stellenwert, das zeigt sich auch in der Küche der Skandinavier und ihrer Geselligkeit. Simon Bajadas großer Wunsch ist es, neben all den Food Trends auch das Einfache und Reduzierte wieder zur Aufmerksamkeit zu bringen. Keine Küche eignet sich besser dafür, als die skandinavische mit ihren kargen Böden, den kurzen Sommern und langen Wintern. Allein das Wetter kitzelt den Einwohnern Ideen hervor und lässt sie aus wenig viel zaubern. Daher ist die skandinavische Küche auch sehr reichhaltig und nahrhaft. Ein paar Butterflöckchen hier, etwas Sirup und Malz dort. Vielleicht ist das der Grund, warum es keine Nährwertangaben und Kalorienangaben zu den Gerichten gibt.

Ein großer Wunsch des Autors ist es zusätzlich, ein Kochbuch zu schreiben, was den Leser so sehr inspiriert, dass sie neugierig werden, auch mal den Blick Richtung Norden zu wagen. Ja, das ist dem Autor wirklich gelungen. Denn auch ich habe gleich am selben Nachmittag, nachdem ich meinen ersten Blick ins neu erworbene Buch geworfen habe, das Pfifferlings-Kartoffelpüree von Seite 175 als Beilage zu unserem restlichen Rinderbraten vom Wochenende ausprobiert. Frische Pfifferlinge gab es auf dem Wochenmarkt, ich denke, jede andere kräftige Pilzsorte würde ebenso gut passen. Wer keine frischen Pfifferlinge oder Pilze kaufen kann, der kann sicherlich auch auf getrocknete Pilze zugreifen. Sehr einfach unkompliziert und dennoch sehr aromatisch und überraschend anders. Thymian verleiht den Kartoffelbrei eine besondere Note und gibt den untergehobenen Pilzen und der zerlassenen gesalzenen Butter eine feine Rundung.

Doch auch beim „Nichtnachkochen“, wird man allein vom Gucken und Anschauen des Buches und der tollen Bilder gleich mit Euphorie und Vorfreude beglückt. Man kann gar nicht anders, man will einfach Kochen! Ich denke jedoch, dass dieses Kochbuch schon eine gewisse Koch- und Zubereitungserfahrung voraussetzte. Trotz der Einfachheit wirkt es anspruchsvoll und gehoben, da bei uns in Deutschland eben nicht alltäglich. Auf mich wirkte es etwas fremd, obwohl die meisten Zutaten ja auch bei uns gern und gut verwendet werden. Trotzdem bietet diese Schlichtheit und Reduziertheit eine gewisse Hürde, die erst genommen werden will…. Hier gibt es alles, was der Gaumen liebt und die skandinavische Natur hergibt.

Ich bin ganz und gar zufrieden und begeistert und werde sicherlich hin und wieder ein paar neue Ideen umsetzen wollen. Ob ich jedoch passionierte nordische Köchin werde, das denke ich eher nicht…

Illustrationen / Angaben:
Hier gibt es zu jedem Gericht und zu jedem wichtigen Thema eine bildhafte Anleitung. Hier sind die Speisen schmackhaft und einladend fotografiert und illustriert, die Zubereitung wird mit Worten Neben den Gerichten und Speisen stehen hier aber auch Landschaftsaufnahmen, Lebensgefühl, Wind und Wetter, Kultur und heimische Gemütlichkeit vor der Kameralinse. Der Buchautor und Fotograf hat sich eigens altes Kochgeschirr und Porzellan geliehen um dieses Buch authentisch und traditionell ablichten zu können. Sehr tolle Aufnahmen. Für alle Sinne. Simon Bjada erzählt zu jedem seiner Rezepte eine kleine Anekdote, erzählt etwas zu den Zutaten, den Ursprung und der Tradition. Witzig ist, dass beinahe jedes seiner Rezepte eine Geschichte erzählt und ein persönliches Highlight von ihm ist. So hat Simon Bajada eine Mischung aus Alltag und Besonderheit geschaffen. Dieser Kochbuchautor ist überzeugt von seinen Kreationen und von seiner Experimentierfreude. In der Regel sind die Rezepte für 4 Personen oder Portionen bemessen.

Persönlicher Kritikpunkt:
Dieses Koch-Länderbuch verrät keine Angaben zu Nährwerten und Kalorien. Im Norden wird sehr viel mit Butter, Rapsöl, Vollfettjoghurt, Sahne und Zucker gekocht. Für Menschen, die auf Nährwerte und Fette achten müssen oder möchten, stellt dies ein kleines Hindernis dar. Ich persönlich mache zwar keine Diäten, achte aber doch trotzdem sehr gern auf Fett- und Zuckergehalt.

Der Autor und Fotograf:
Simon Bajada ist ein bekannter und viel gefragter Fotograf in Stockholm / Schweden. Er hat sich auf die Bereiche Food, Interieur und Lifestyle spezialisiert. Simon Bajada liebt und lebt für seine Heimat und für die reduzierte skandinavische Küche. Nach der Arbeit als Koch hat der Fotograf nun auch sein erstes eigenes Kochbuch veröffentlicht, „New Nordic – Das Kochbuch“. Simon Bajada arbeitet für Magazine wie Australian Gourmet Traveller, die bekannten Jamie Oliver Magazine, Swedish Gourmet, Monocle & American Travel & Leisure. Zu seinen kommerziellen Kunden gehören ICA, Arla, Samsung, Hemkop, Go Green, Oscar Properties, Semper und die Verleger Phaidon & Hardie Grant.

Fazit:
Die motivierende Art finde ich ganz klasse, das Buch verströmt Lebensfreude und Energie. Ich lebe nicht nach den Regeln einer bestimmten Ernährungsform, und freue mich hier besonders endlich mal wieder ein Kochbuch zu finden, was alle Lebensmittel in Betracht zieht, die die ganzen nordischen Länder zu bieten haben und sich auf das Wesentliche und Eigentliche konzentriert. Tolle Landschaften, kulinarische Ideen und kulturelle Entdeckungen! 4 lobende und inspirierende Sterne.

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Mein erstes Bastelbuch mit Schere

Sabine Legien
Sonstige Buchform
Erschienen bei Coppenrath, 16.06.2016
ISBN 9783649670131
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Im Kindergartenalter erwachen die Interessen zum Basteln, gestalten, Schöpfen, Erschaffen, Experimentieren, Erstellen, Probieren und Lernen. Geduld, Konzentration und Feingefühl sind beim Basteln gefragt und wollen gelernt werden. Die Reihe „Mini Künstler“ bietet die idealen Bücher und Anreize dafür. Für unterschiedliche Altersstufen und Fertigkeiten. Bei uns ist „Mein erstes Bastelbuch mit Schere“ eingezogen und hat großen Anklang gefunden und zu ersten grandiosen Erfolgserlebnissen geführt! Basteln zu Hause kann so einfach und harmonisch sein. Ich empfehle es gern weiter, sich bei den Mini-Künstlern umzusehen und die Vielfalt zu entdecken. Allerlei Schönes und Einfaches zum Basteln und Gestalten für zwischendurch oder für tolle Spielideen und Geschenke aller Art. Einfache und übliche Materialien, wenig Aufwand und Talent, aber größter Erfolg! Ein Bastelbuch schon für die Allerkleinsten für die gesamten Kindergartenjahre. Für Jungen und Mädchen, für Oma und Opa und für die ganze Familie!
Erschienen im Coppenrath Verlag (https://www.coppenrath.de/)

Inhalt / Beschreibung zum Buch:
"Kreativ mit den kleinsten Mini-Künstlern - so geht's: 1. Bild aussuchen, Blatt herauslösen, Motivstreifen abtrennen. 2. Motive ausschneiden und ins Bild kleben. 3. Bild ausmalen und den Namen auf die Rückseite schreiben. Mit kindersicherer Schere aus Kunststoff - schneidet nur Papier, keine Haare, keine Haut, keine Textilien. Bastelbuch für die Kleinsten."

Zur Verlags-Programmreihe „Mini-Künstler“:
„Kreativ mit den Kleinsten! Malen, Schnipseln, Fingerstempeln - mit unserer neuen Reihe "Mini-Künstler" für Kinder zwischen 2 und 5 Jahren können die Kleinen ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Wir bieten Ihnen vom Ausmalspaß über Bastelbücher bis hin zu praktischen Komplettpaketen zum Sofort-Loslegen eine Vielzahl an Ideen für kleine Künstler.“

Meinung:
Im Alter ab etwa drei Jahren, oder auch schon etwas eher, zumindest sobald die Kleinen in den Kindergarten gehen, wird das Interesse zum Gestalten, Malen, Basteln, Schneiden, Kneten, Prickeln, Falten, Kleben, Entdecken, Erfinden, Kratzen, Knicken und Legen geweckt. Der Entdecker- und Schöpferinstinkt ist geweckt. Dieses Interesse sollte aufgegriffen und unterstützt werden. Jetzt in diesem neugierigen Alter der Kleinen werden die Grundsteine für Motorik, Feinmotorik, Konzentration, Geduld, Vorsicht, Umsicht, Vorstellungsvermögen und Zusammenarbeit gelegt. Da möchte ich mich nicht nur auf die gute Arbeit im Kindergarten verlassen, sondern diese sehr nahen und verbindenden Momente mit meinen Kindern auch selbst erleben und entdecken, so wie ich es einst mit meiner Mutter und meinen Geschwistern bei schönen Bastelnachmittagen erlebt habe.

Meine Älteste besucht seit knapp 2 Monaten den Kindergarten. Mit ihren drei Jahren wachsen auch ihre Interessen. Da mein eigener Bastelkorb eher Materialien, Utensilien und Werkzeuge für Erwachsene beinhaltet, habe ich mich auf die Suche nach altersgerechten Bastelanleitungen, Ideen und Umsetzungen gemacht. Fündig geworden bin ich bei der Pragrammreihe „Mini-Künstler“ aus dem Hause Coppenrath Verlag. Die unzähligen Bastelbücher, samt Werkzeug und Material nach Altersstufen kategorisiert haben mich direkt angesprochen. Mit „Mein erstes Bastelbuch mit Schere – Schneiden, kleben, malen“ von der Kinderbuchillustratorin Sabine Legien gelingt der Einstieg in die Welt des Papiers, der Bilder und Basteleien spielerisch und selbstständig. Dem Buch liegt eine Papierschere bei, die erstaunlicher Weise ganz aus Plastik gefertigt ist und keine üblichen scharfen Scheren und Klingen besitzt. Trotzdem schneidet sie Papier einwandfrei und sauber. Zwar muss man die Schere in einem bestimmten Winkel halten, damit nichts einreißt oder fransig wird, aber dieser Aspekt ist einer, der die Geduld und Sorgfalt der kleinen Künstler schult und trainiert. Meine Tochter ist sehr stolz, endlich die Schere ganz allein führen zu dürfen, angstfrei und sorglos. Dieses Bastelbuch bietet unterschiedliche Bastelvorlagen von tierisch bis mobil, von Fahrzeugen über Freizeitbeschäftigungen, Witterungen, Momentaufnahmen und Impressionen. Die einzelnen Seiten können, und das lobe ich sehr, aus dem Buch herausgetrennt und beschriftet und verschenkt werden. Erste Kunstwerke als bleibende Erinnerung. Jedes quadratische Bild kann zudem mit Stiften ausgemalt und beliebig farbig gestaltet werden. Am rechten Rand befindet sich ein Papierstreifen, der ebenfalls abgetrennt werden kann, um daraus einzelne Elemente auszuschneiden um diese auf den vorgegebenen Feldern im Buch aufzukleben. Ganz allein und selbstständig. Kinder ab 3 Jahren verstehen das Prinzip sehr schnell und erzielen schnelle Erfolgserlebnisse, was die Freude am weiteren Basteln anfacht. Toll. Hier ist stimmig auf das Ausmaß geachtet worden. Nichts ist überladen oder könnte die jungen Künstler überfordern. Einfache Formen und Geometrien. Hier und da muss eine erwachsene Hand aushelfen. Ein gemeinschaftliches Buch für viel kreative Freude und eine gemeinsame Zeit am Basteltisch. Früh übt sich! Wir werden sicherlich noch weitere Titel der „Mini Künstler“ probieren und nach und nach vielleicht sogar zum großen Künstler heranwachsen? Wer weiß?

Pluspunkt sind auch die Bilder des fertigen Werkes, welche nicht perfekt und akkurat aussehen, sondern eben wie von Kinderhand. Das verhindert Frust und fördert die Lust am Basteln mit der Aussicht auf Erfolg! Hier gibt es Ideen rund um den kindlichen Horizont. Altersgerecht und angepasst.

Einfach mal anders basteln nach Lust und Laune und für Zwischendurch! Sehr schön, da kann man viele kleine Alltagszeitfenster für Kreatives nutzen, da wenig Dreck oder Arbeit und Aufwand anfällt. Die Mini Künstler-Reihe aus dem Verlag wächst mit und es werden unterschiedliche Titel und Materialien für unterschiedliche Altersstufen und Fertigkeiten und Interessen geboten. Schnipseln, Knüddeln, Wasserfarben, Stifte, Fingerfarben. Klebebilder, Stempel….Ideen für sich oder zum Verschenken.
Trotz, dass das Buch für die Kleinen ist, muss immer ein Erwachsener dabei bleiben und bei bestimmten Tätigkeiten bitte helfen!!! Gerade das Hantieren mit Klebstoff sollte bei den Kleinen nicht ohne Aufsicht erfolgen. Und da Basteln eine gesellige Angelegenheit ist, ist es gemeinsam umso schöner! Grins*

Kritikpunkt / Mängel:
Hat man die Schere einmal vom Buch getrennt, muss man sie gesondert aufbewahren, da das eigentliche Buch keinen Halter oder keine Befestigung für die Schere beim Buch vorgesehen hat. Zudem ist in unserem Exemplar das erste Bild leider am Vorsatzpapier verklebt und lässt sich nur mit Schäden lösen, so ist die erste Seite ruiniert und mit Kleberesten und abgelöstem Papier verunstaltet. Hier wurde in der Produktion nicht sauber gebunden oder geklebt. Schade. Dadurch lässt sich das Buch, besonders die erste Seite, nur sehr schwer aufschlagen.

Die Illustratorin:
"Sabine Legien wurde 1972 in Sindelfingen geboren. Nach ihrer Ausbildung zur Grafik-Designerin in Stuttgart, arbeitete sie viele Jahre lang für verschiedene Webagenturen in München und Berlin. Seit 2004 ist sie selbständige Web-Designerin und illustriert mit viel Humor Kinderbücher. Heute lebt sie mit ihrer Familie in München."

Fazit:
Für mich und für meine eifrigen Nachwuchsbastler im Hause das ideale Einsteigerbuch mit 100%igem Erfolgserlebnis für die Kleinen und für die Mami oder Papi! Die ganze Programmreihe „Mini Künstler“ wächst mit und bietet unterschiedliche Ansprüche. Wir haben den Einstieg mit unserem ersten bastelbuch zum Schneiden, Kleben und Malen mit eigener Schere gemeistert und sind sehr überzeugt vom Buch und linsen schon nach weiteren Büchern. Ideen für Groß und Klein und allesamt einfach, günstig und ohne enormen Aufwand. Ein Buch für jeden Tag des Jahres! Absolute 4 Sterne Empfehlung für „Mein erstes Bastelbuch mit Schere – Schneiden, kleben, malen“!!!

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