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Meine Freundin, die Depression

Victoria van Violence
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei mvg, 10.09.2018
ISBN 9783868829112
Genre: Biografien

Rezension:

Zu diesem Buch bleibt mir nur eins zu sagen: Vielen Dank liebe Victoria van Violence, dass du versuchst, mit diesem Buch, mit dieser Biografie, all die Dinge zu verarbeiten, die mit deiner neuen unliebsamen, aber akzeptierten Freundin Depression einhergehen. … Für mich fällt es immer schwer, eine Lebensgeschichte, eine Biografie oder einen Erfahrungsbericht eines Autors in Sterne zu bewerten und zu rezensieren. Dass, was geschrieben steht, steht mir nicht zu, zu beurteilen. Ich werde hier einfach nur meine Meinung, mein Wirken des Buches und den Umgang mit meinen Erwartungen an dem Buch kurz erläutern und somit hier mit meiner Rezension teilen…

Victoria van Violence ist scheinbar bekannte und erfolgreiche Bloggerin, Influencerin und Ikone für viele junge Leute, die gern in den Sozialen Medien a la Facebook, Istagram etc unterwegs sind. Mir sagte ihr Name nichts, da ich mich von Social Media fernhalte und das Posten und Liken sämtlicher Beiträge nicht nachvollziehen kann…. Daher war mir die Autorin des Buches „Meine Freundin, die Depression“ völlig unbekannt. Mich sprachen der Titel und das Cover an. Diese junge hübsche Frau mit den ausgeflippten Tattoos und Piercings soll depressiv veranlagt sein???? Dieser, mein erster Gedanke, wird sich noch als wahres Klischeedenken und typische Reaktion aller Außenstehenden erweisen… Aber ja, die Autorin steht zu ihrer Erkrankung und berichtet nun in diesem Buch offen und ehrlich, manchmal ganz frei al la adoptierter Berliner Schnauze von ihrem Leid und ihrem Weg aus der Spirale der schlechten Gedanken. Bewusst verzichtet Vicky, wie sie sich nennt, auf Details, Therapieerläuterungen, Themen des Suizid oder anderen Faktoren, die anderen Betroffenen ggf schaden könnten.

Durch die behutsame Vorsicht und Rücksichtnahme der Autorin liest sich das Buch natürlich viel weniger dramatisch, als sich der Kampf mit und um die Depression wahrscheinlich anfühlen würde. Victoria van Violence spricht auch das Thema Erwartungen und Erwartungshaltung der anderen, des Umfelds und der Gesellschaft offen und krass an. Mitunter ein Auslöser für viele depressive Menschen wieder in eine Episode der Depression zu schlingern oder gar katapultiert zu werden. Und diese typische Erwartungshaltung hatte ich auch an diesem Buch. Fatal, denn beim Lesen wurde ich, ehrlich gesagt, enttäuscht. Und nun schäme ich mich beinahe dafür, möchte mich sogar dafür entschuldigen, dass mir das Buch offen gestanden wenig gefallen hat. Ich hatte eben die falschen Erwartungen!!!! Aber auch die Emotion Scham oder das Sich-Entschuldigen-Wollen ist ein Resultat der Erwartungshaltung und des Wunsches ins Bild zu passen… Bin ich somit gefährdet depressiv veranlagt zu sein????? Hinten im Buch gibt es hilfreiche Literaturvorschläge, Websites, einen Link zu einem Selbsttest und ein interessantes und fundiertes Interview mit einem Experten auf dem Gebiet.

Das Buch beginnt sich sehr leicht und locker zu lesen, als führe man ein Telefonat oder Gespräch beim Tee und Gebäck mit einer guten Bekannten oder Freundin. Die Autorin berichtet geradeaus und in jungem Ton von ihren Erfahrungen, ihrer Selbsteinweisung in eine Klinik, von ihrer dunklen Wolke, ein bisschen aus ihrer Kindheit, ihrer Schulzeit, der Uni, erste Beziehungen, das Erwachsenwerden und gaaaaaanz interessant (weil für mich wenig von Bedeutung in meinem Alltag): von der Nutzung, den Gefahren und Faktoren der Sozialen Netzwerke und Onlineforen!!! Dass die Autorin dieses Kapitel mit ausführt finde ich ganz wichtig und richtig, da ich viel erfahren haben, was mir gar nicht bewusst ist, wenn ich junge Heranwachsende mit ihren Handys alles fotografieren und posten sehe. Oooo. Da schrillen meine Alarmglocken und hier ist Vorsicht und Aufklärung geboten!!!!! Eine fatale Falle für junge Leute mit Selbstzweifeln und dem Wunsch dieser unrealen Welt des Glücklichseins entsprechen zu müssen. Vicky konnte der düsteren Welt der Depressionen entkommen, aber jederzeit könnte die ernste Krankheit erneut anklopfen und ausbrechen. Vicky erzählt davon, wie sie zu sich selbst fand, was ihr geholfen hat und was sie anderen wünscht und vielleicht auch rät. Obwohl jeder anders ist und andere Dinge helfen können, erzählt Victoria, was ihr persönlich hilft. Und das ist nicht verkehrt für niemanden: gesund Essen und wenn möglich regelmäßig schlafen, Sport treiben, dem Leben einen festen Rahmen mit Routine geben, nicht zu viel von sich und anderen erwarten, trübe und maue Tage zu akzeptieren und jede Emotion zu genießen und das Leben einfach leben!!!!!!

Crazy finde ich, wie die Autorin von ihrem Lebensabschnitt in Berlin, im Kiez, in der Künstlerszene und vom Partyleben dort berichtet. Aus dem dörflichen Nest hinein in das groooooße Dicke B. Ich kenne Berlin aus einigen Städtetrips und Kurzurlauben. Ich liebe diese Stadt, das Gefühl und die Atmosphäre dort. Dass Berlin krank machen könnte, war für mich unvorstellbar! Wie Vicky hierüber schreibt ging mit manchmal gegen den Strich, doch da ich niemals in Berlin gelebt habe, niemals dort Fußfassen musste und meinen Alltag dort managen musste, ist mir ein Urteil natürlich nicht erlaubt. Aber ich denke, in Berlin gibt es trotz aller Auslöser und Gefährdungen viele echte und reale glückliche Menschen, die gesund sind und hoffentlich auch gesund bleiben. Egal wo auf dieser Welt!!!!!

Kurzum: Ein interessantes Buch, ein Einblick in eine tabuisierte Krankheit, ein Buch, dass mit viel Rücksicht, Vorsicht und Bedacht verfasst wurde, daher kaum Dramatik oder gepushte Szenen besitzt. Dafür umso ehrlicher und realer ist. Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt und das Buch lässt mich enttäuscht zurück. Dafür möchte ich mich diesmal jedoch nicht entschuldigen müssen (Leser, die das Buch bald lesen, werden wissen, warum ich mich für meine Meinung und mein Empfinden nicht mehr entschuldigen möchte!!!!!....) Also: trotzdem ran an die Seiten und eine eigene Meinung bilden und einige Werte für sich aus dem Buch mitnehmen, Egal ob als Außenstehender, Betroffener oder Angehöriger….



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Abgedreht - Meine Frau, unsere Liebe und die Psychose

Mark Lukach , Charlotte Lyne
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.08.2018
ISBN 9783596036615
Genre: Biografien

Rezension:

„Abgedreht – Meine Frau, unsere Liebe und die Psychose“ von dem Ehemann und Autor Mark Lukach ist ein ehrlicher Erfahrungsbericht, eine Biografie, die seine Beziehung, Ehe, Vaterschaft und sein eigenes Leben mit der psychischen Erkrankung seiner geliebten Frau Giulia beschreibt, die erstmalig in jungen glücklichen Jahren aus dem Nichts an einer heftigen Psychose mit anschließender monatelanger Depression erkrankt. Zusammen mit dem Autor Mark Lukach erleben wir Leser, Interessierten oder Betroffenen, wie sich das Leben aller beteiligten von einem Moment auf den anderen für immer grundlegend verändern wird, was es heißt, mit einer solchen trügerischen Erkrankung zu leben und zu lieben. Dieses Themengebiet war für mich als neugierige Leserin völlig neu, der Klapptext sprach mich an und die verständnisvollen Nuancen aus Titel und Untertitel machten mich aufmerksam auf diesen Erfahrungsbericht. Dieses ehrliche, schonungslose, verstörende, offene, klärende, berichtende, gefühlvolle, lehrende, nachdenkliche Buch öffnet dem Leser die Augen. Ob nun als Betroffener, Angehöriger, Außenstehender, Ahnungsloser, Interessierter oder als Experte, es lohnt sich, Mark Lukachs Geschichte zu erfahren. Das Einschleichen, der Erkrankung, die Symptome, der dennoch plötzliche Ausbruch, das Lernen aus den Erfahrungen, die Wiederkehr der Schübe, das das Leben nun ganz anders funktionieren kann und muss, das eine Begleitung eines Erkrankten in all seinen Stadien der Krankheit auch eine Bereicherung und unfassbare Intensität bieten kann. Hier spricht eine wahre Geschichte, und diese einfühlsamen Erlebnisse und Erzählungen des Ehemannes öffnen die Augen, bieten einen Blickwinkel und regen zum Nachdenken an. Familienoberhaupt und Autor Lukach berichtet nicht nur von seinen Erlebnissen mit seiner psychotisch und depressiven Frau, nein, er zeigt die Schatten- sowohl auch die Sonnenseiten, er zeigt die Hoffnung, blickt auf die Arbeit der Therapeuten und Ärzte, der Freunde und Verwandten, durchleuchtet Behandlungsmöglichkeiten, Unterstützung und Hilfe. Mark Lukach versucht den Umgang mit einer Psychose zu erleichtern und Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Dass dies nicht immer gelingt, und es Tiefphasen und dunkle Löcher gibt, versteht sich von selbst. Besonders ehrlich darüber spricht der Autor und gibt einen ehrlichen und warmen Blick in sein persönliches Familienleben. Mark Lukach öffnet die Tür zu seinem Zuhause, zu den unterschiedlichen Kliniken, zum Engagement der Freunde und Eltern, zur Beziehung zu dem gemeinsamen Sohn Jonas und Bulldogge Goose. Mark Lukach schreibt als Vater, Ehemann, Betroffener und Angehöriger zugleich, er hat es sich in seinem bewegenden und erklärenden Buch "Abgedreht – Meine Frau, unsere Liebe und die Psychose" mit seinen gesammelten Eindrücken, Erfahrungen und Berichten zur Aufgabe gemacht zu informieren, aufzuklären, Hoffnung zu schenken und ein Anreiz für den Glauben an die Liebe, die alles besiegt zu geben.
Ein lohnendes Buch, welches mit viel Herz, Humor, Lachern, Wissen, Hintergründen, Offenheit, Trauer, Schmerz, Bürokratie, Rückschlägen, Aufopferung und Wahrheit trumpft!
Erschienen im Fischer Verlag


Inhaltsangabe / Klapptext (vom Verlag übernommen):
"Eine moderne Love Story, wie sie das Leben schreibt: spannend, anrührend, außergewöhnlich
Mark und Giulia sind 18, als sie sich ineinander verlieben. Mit 24 heiraten sie. Als Giulia 27 ist, erleidet sie ihren ersten psychotischen Schub und muss in die Psychiatrie eingeliefert werden: An einem Tag ist sie lebenslustig und voll Energie, am nächsten tief deprimiert und suizidgefährdet.
Sie wird als geheilt entlassen und Mark und Giulia bekommen einen Sohn, aber kurz nach der Geburt hat Giulia den nächsten Zusammenbruch, kurz danach einen dritten. Und alles, was dem jungen Paar sicher schien, wird auf den Kopf gestellt, nur ihre Liebe nicht.
»Abgedreht« ist die berührende und außergewöhnliche Geschichte einer großen Liebe eines Mannes zu seiner psychisch kranken Frau. Mark hält zu Giulia, und sie kommt immer wieder zurück ...“

Warum habe ich dieses Buch entdeckt und gelesen?
Für mich war es der Titel und der Klapptext, die mich ansprachen. Weniger das farblich nicht ansprechende Cover (obwohl ich eher eine Cover-Käuferin bin). Bis ich das Buch begonnen hatte, war mir nicht bewusst, dass es sich hier um eine wahre Geschichte, um einen tatsächlichen Erfahrungsbericht handelt und der Protagonist, Mark, gleichzeitig auch der Autor des Buches ist. Aus einem erwarteten fiktiven Roman, einer angepriesenen außergewöhnlichen Liebesgeschichte, wurde für mich ein berührender, aufrüttelnder und schockierender Erfahrungsbericht, der allen Lob und alle Hochachtung verdient. Mit dieser Erkenntnis erhielt dieses Buch einen ganz besonders hohen und respektvollen Stellenwert. Noch niemals zuvor bin ich mit dem Thema Psychose, psychische Erkrankungen, Depressionen oder Manie in Berührung gekommen, dieses Buch hat meinen Blickwinkel erweitert und mich sehr nachdenken lassen. Auch wenn ich dieses Buch, was nun doch keine fiktive Liebesgeschichte werden sollte, nur als neutrale Leserin erfahren durfte, zeigt es mir deutlich, wie schnell sich das Leben ändern kann und aus einer normalen Beziehung oder Lebenssituation ein solcher tragischer und alles verändernder Lebensumstand werden kann. Heftig, plötzlich und radikal. Ich bereue keine einzige Zeile von diesem erklärenden, verständnisvollen, traurigen und hoffnungsvollen Buch. Giulias Ehemann schreibt faszinierend und berührend ehrlich und ein jeder Betroffener dürfte sich verstanden fühlen. Erwartet hatte ich wie erwähnt eine berührende Liebesgeschichte, bekommen habe ich einen ehrbaren Erfahrungsbericht mit allen Facetten.

Schreibstil:
Besonders beeindruckend empfinde ich den wahnsinnig nahen und ehrlichen Einblick in das Leben der Lukachs als junges Liebespaar im zarten Alter von etwa 18 Jahren, später als Ehepaar, dann als Eheleute, die mit einer Psychose konfrontiert werden, dann als Elternpaar in einer gesunden Phase, kurze Zeit darauf als Elternpaar mit einem Baby und einer psychiotischen und depressiven Phase, dann als stigmatisierte Familienkonstellation geprägt von Angst, Schuld, Vorsicht, Zuversicht, Rücksicht…. Und und und…. Mark Lukach nimmt kein Blatt vor dem Mund, er spricht und schreibt über seine Frau so, wie er sie in jeweiligen Phasen sah und erlebte, er beschreibt aber auch sich selbst als den Menschen, der er zur jeweiligen Situation für seine Frau Giulia und seinem Sohn Jonas und seinem gesamten Umfeld sein konnte. Mark Lukach belügt sich nicht selbst, auch er hat nur nach bestem Wissen und Gewissen agiert, auch er ist nur ein Mensch, er hat eine riesige Bürde zu tragen und baut auf die Kraft der Liebe. Mit der plötzlichen Psychose seiner Frau verändert sich das Leben des Autors radikal und grundlegend, was er sehr gekonnt beschreibt. Man spürt beim Lesen dieses Erfahrungsberichtes einfach auch, dass es der Autor beherrscht zu sprechen und zu schreiben, dass er seinen Gefühlen Ausdruck verleihen kann. Da Mark Lukach stets seine eigenen Erfahrungen mit der Erkrankung seiner Frau in diesem Buch niederschreibt, bekommt es unheimlich viel Tiefe und Nähe, zeigt besonders die eine Seite aus der Situation, wo man einen Menschen begleitet, der einem lieb ist und zu dem man sich schon immer verbunden gefühlt hat. Die etwas traurige und zehrende Seite jemanden zu begleiten, den man durch die Erkrankung auch als Last oder als Groll empfindet, wird hier ebenfalls ehrlich und erschütternd manifestiert und von Lukach wiedergegeben.

Meinung:
Dieses Buch zeigt uns, dass es auch anders geht. Der Umgang mit Depression, Psychose und der Gratwanderung der nächsten Schritte muss nicht zwangsläufig hoffnungslos und belastend sein. Zwar werden auch Fakten genannt, die schonungslos den Ist-Zustand unserer Ressourcen und die Schwierigkeiten mit dem Umgang der Therapie und Genesung, der Rückfälligkeit und dem Strudel aus Angst und Sorge und der behördlichen und pflegerischen Wege aufzeigen, aber es gibt Lichtblicke, wenn man auch außergewöhnliche Wege gehen will. Hier berichtet der Autor von sich und seinen Erfahrungen und persönlichen Entscheidungen. Ja, das Buch hat mich arg überrascht, es hat mich gefesselt, bewegt und aufhorchen lassen. Erstmalig mit dem Thema konfrontiert bin ich nun neugierig, etwas mehr über das Thema zu erfahren. Ich denke, dieses biografische Buch darf man gern Betroffenen empfehlen. Es dürfte als guter Anker und greifbarer Hoffnungsschimmer dienen. Dieser Erfahrungsbericht von Mark Lukach und seiner Frau Giulia erzählt von Freundschaften und Kontakten, die sie schließen, von Menschen, die ihnen wohlgesonnen sind. Es erzählt jedoch nicht, ob sich auch Freunde oder Verwandte ihnen abgewandt haben. Entweder war es dem Autor nicht wichtig, damit zu belasten, oder das Umfeld der Eheleute Lukach war so gefestigt, dass es diese Situation gar nicht gibt.
Sehr sehr bewegende und auch Mut machende Themen und Momente werden hier verarbeitet, die aus dem wahren Leben stammen und die den Umgang mit dem geistigen Wahnsinn einer Psychose und Depression, sowie der schwierigen Diagnose und Medikation darstellen und später all die Lebensfreude in Rückblenden aufzeigen. Hier wird, ist und bleibt der Mensch Mensch!!! Das Gelesene geht nahe, bewegt und informiert. Man wird den Vater, aber auch den Ehemann Lukach mit seinem wohlwollenden, aufopfernden und beherzten Handeln ins Herz schließen, trotz oder gerade wegen seiner gravierenden ehrlichen Ausführungen und Schilderungen der jeweiligen Ist-Situation und Momentaufnahme von Emotionen geprägt. Ungefiltert, nah und ehrlich.
Je nachdem in welcher Gefühlslage man sich beim Lesen befindet, stoßen manche Äußerungen eventuell auch sehr an und provozieren vielleicht den ein oder anderen Betroffenen, Angehörigen oder interessierten Leser gar. Da das Buch doch sehr hoffnungsvoll, schön und optimistisch geschrieben ist, was mir sehr gefällt und zusagt, so stimmt es andere Leser und Betroffene bestimmt auch traurig, da sie diese geschilderten Emotionen und diese nahe Verbindung zueinander nicht spüren oder erleben in ihrem persönlichen Umfeld oder Fall… Der Leser hat immer die Möglichkeit zu verstehen, und seinen Blickwinkel zu verstellen. Pluspunkt ist, dass Mark Lukach nicht in üblicher Sachbuchmanier informiert, sondern überwiegend den Menschen und seine eigene persönliche Lebensgeschichte sprechen lässt. Somit erreicht er die Leser und weckt eine Spirale aus Gedanken und Hoffnung und Tatendrang gepaart mit einem wundervollen Beweis, dass Liebe stark macht. Ich habe bei diesem Buch geweint, gehofft, gelacht und Zuversicht für alle Betroffenen geschöpft.

Großes Lob geht aber an den Mut des Autors seinen Lebensabschnitt, seine Erfahrungen mit seiner kranken Frau offenzulegen und diese Lebenserfahrung in dem Buch für andere zugänglich zu machen. Ich bin sehr bewegt und wurde sehr intensiv mit dem Thema vertraut gemacht, auch wenn es nur ein Fallbeispiel ist und nicht den gesamten Alltag und alle individuellen Möglichkeiten, Verläufe und Umgänge schildert. Aber wie sollte es auch? Autor Lukach will seinen persönlichen Lebensabschnitt, den er mit seiner Frau Giulia teilt, erzählen.
Ganz besonders hervorheben möchte ich den Persönlichkeitsfaktor des Buches, das durch die Danksagung nochmals an Intensität gewinnt.

Der Autor:
"Mark Lukach arbeitet als Lehrer und freiberuflicher Autor für die »New York Times«, den »Atlantic«, den »Pacific Standard«, »Wired« und andere. Er lebt mit seiner Frau Giulia und dem gemeinsamen Sohn Jonas in der Nähe von San Francisco."

Fazit:
Sehr persönlich, bewegend, hoffnungsvoll, herzlich, humorvoll, nah, intensiv, traurig, erschütternd, tragisch und so voller Liebe, dass es das ganze Herz und alle erdenklichen Emotionen ausfüllt. Keine moderne Love-Story, wie angepriesen, sondern ein ehrlicher und sehr zu empfehlender Erfahrungsbericht. Ein Buch, was sich für jeden lohnen sollte. Eine absolute Leseempfehlung für die, die sich mit dem Thema befassen möchten, betroffen sind, oder einfach mehr erfahren möchten. 5 Sterne, ganz klar!

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Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten

Jo Platt , Katharina Naumann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.07.2018
ISBN 9783499291630
Genre: Liebesromane

Rezension:

Manchmal braucht es eben auch mal ein Buch, was einfach nur schön, warmherzig, skurril, lustig, turbulent, gescheit, voller Liebe und Leben ist… So, wie dieses hier aus der begeisternden Feder der erfolgreichen Autorin Jo Platt. In „Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten“, besagt der Titel beinahe schon fast alles. Dieser warmherzige Roman setzt ganz und gar aufs Wohlfühlen, Entspannen, Fiebern, Hadern, Lachen und Seufzen. Ganz so, wie man es manchmal einfach haben möchte: gemütlich, genüsslich, atmosphärisch, einfach, aber nicht zu einfach. All das findet sich hier in diesem neuen Roman. Das ist gut!
Erschienen im rororo Verlag / rowohlt

Inhaltsbeschreibung des Verlages:
"Happy End gesucht!
Grace schreibt erfolgreich Liebesromane. Seit ihrer Scheidung kann sie sich aber nicht mehr zu Happy Ends durchringen. Ihr Agent verordnet ihr eine Auszeit. Nur weiß Grace einfach nichts mit sich anzufangen. Da fügt es sich gut, dass ihre Haushaltshilfe für einige Wochen zu ihrer Schwester nach Spanien will und dringend eine Vertretung braucht. Kurzentschlossen vertritt Grace sie, und fortan putzt die Bestsellerautorin inkognito im Haus von James: reich, gutaussehend, aber ziemlich arrogant. Plötzlich scheint Grace selbst in einer ihrer Geschichten gelandet zu sein. Denn irgendwie geht ihr ihr attraktiver Arbeitgeber nicht mehr aus dem Sinn ..."
Zur Handlung / darum geht´s:
Ich möchte ja nicht zu viel verraten, zwar gibt der Buchtitel und der Klapptext bereits eine klare Richtung vor, jedoch vermag der Verlauf der Geschichte dennoch arg zu überraschen. Dieser Liebesroman bedient gängige Klischees, hebt sich aber ungemein durch seine wundervollen und einzigartigen Charaktere hervor. PLUSPUNKT! Es gibt ein Happy End, das verrate ich schon. Aber welches, für wen und wie, das sollte man selbst mit Grace, der Protagonistin, herausfinden und suchen. Grace lebt geschieden von ihrem Partner Aiden, sie ist eine erfolgreiche Schriftstellerin und hadert noch nach vielen Monaten damit, dass ihr Mann sie betrogen, verlassen und allein gelassen hat. Für eine andere, mit der er tatsächlich eine Familie gründet. Dieser Schatten legt sich lange über Grace. Zu guter Letzt ist plötzlich auch ihr Agent nicht mehr mit ihrer schriftstellerischen Arbeit zufrieden. Ihr Chef ist auch einer ihrer besten Freunde. Er verordnet ihr eine Zwangspause. Gracie fällt in ein dunkles Loch. Was soll sie bloß tun? Ohne zu schreiben und zu arbeiten haben ihre 24 Stunden beinahe die doppelte, wenn nicht dreifache Länge… Zeit zum Denken und Grübeln, das ist nicht gut. Durch Zufall fliegt ihr ein Jobangebot zu, das sie aus Gutherzigkeit ihrer alten Freundin Rose nicht ablehnen kann. Sie beginnt zu Putzen. Ein Job auf Zeit, aber einer, der ihr die Kehrtwendung im Leben bringt…. Fantastisch!!!!!!

Schreibstil:
Jo Platts Schreibstil ist locker, luftig, leicht. Ein typischer Frauen-Wohlfühlroman für Zwischendurch. Sie erzählt einfach freischnauze, im lockeren Plauderton, ohne zu bewerten und mit vielen tollen Metaphern und Anekdoten. Gekrönt wird das Ganze durch die vielen beneidenswert tollen Charaktere, die die Autorin geschaffen, oder aus dem echten Leben gegriffen hat. Wer weiß das schon so genau? Gespräche, Dialoge, Unterhaltungen, Notizen, Telefonate, eMails und Tagebucheinträge dominieren die Entwicklung der Geschichte. Das ist gut so, so kommt keine Langeweile auf und man ist als Leser stets mittendrin und eingebunden. Autorin Jo Platt schreibt so nah und einfühlsam, dass ich mich beinahe so fühle, als würde ich Percys steinharte Scones knabbern, den obligatorischen Tee zelebrieren, die erheiternden und lustigen Momente mit Neil und Garvin teilen, Rache verspüren, Hoffnung schöpfen, Zurückblicken, nach Vorn schauen usw… Als wäre ich Teil der Geschichte.
Dieses Buch ist sehr locker und unaufgeregt geschrieben und lässt sich prima im Alltag mal eben so weglesen. Erfrischend, herzlich und einfach mal anders. Wäre das Buch nicht so toll, würde ich beinahe sagen, es wäre langweilig und unaufgeregt. Hier wollte ich gar nicht weiterlesen um zu erfahren, wie die Geschichte endet, sondern einfach nur, weil es so schön ist, sich in dem Buch wohlzufühlen.

Charaktere:
Die Charaktere sind hier von ganz besonderer und gegensätzlicher Natur, genau das weiß Jo Platt schön zu beschreiben und an die Leser zu bringen. Einzigartige Charaktere, mal von der Hauptprotagonistin Grace abgesehen. Hier treffen wir auf Freunde, Feinde, Arbeitskollegen, Arbeitgebern, Chefs, Verflossenen, Rivalinnen, Konkurrenten und und und. Ein Netz aus dem ganzen Repertoire an Charakter und Persönlichkeit. Garvin und Neil sind schwul, Gracie ist ihre beste Freundin (man kennt das Bild einer solchen Konstellation); Aiden ist Gracies Exmann, neu leiert, nun Vater und scheinbar ein selbstbezogenes Arschloch; James ist Gracies neuer Chef auf Zeit, etwa auch ein notorischer Fremdgänger? Simone ist Graces beste Freundin und mit einem Plappermaul verheiratet, Percy und Rose sind zwei alte Damen von ganz besonders edlem Schlag mit einem Herz aus Gold. Diese besonderen Charaktere und noch viele weitere treffen hier aufeinander und bilden diese besondere Geschichte. Erlebt es einfach selbst!

Meinung:
"Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten". Dieser Titel weist ja bereits darauf hin, dass es ums Schreiben, geht, um eine Geschichte und natürlich um die Liebe. Vielleicht sogar um die schönste Geschichte aller Geschichten… Alles deutet ja bereits darauf hin, dass sich in dieser Geschichte um ein Liebeschaos handeln könnte. Und genau das erwartet uns auch hier. Gefühlschaos, Pleiten, Pech und Pannen, Tränen, Humor, Entscheidungen, Gespräche, Gefühl, Gewissensbisse, Schmerz, Hoffnung, Zärtlichkeit, Herz, Sehnsüchte, Träume und Wendungen. Dieser Roman bedient Klischees, liest sich aber so schön, dass es guttut dieses Buch zu lesen. Manchmal ist das Einfache auch das Gute. Mir hat es durch und durch gefallen.

Über die Autorin (vom Verlag übernommen):
„Jo Platt wurde in Liverpool geboren und studierte Literatur. Über das ländliche Wiltshire, London und Seattle, wo sie als Lehrerin arbeitete, verschlug es sie nach St Albans, wo ihr erster Roman «Herz über Kopf» spielt, der es auf Anhieb auf die deutsche Bestsellerliste schaffte. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Kindern in Bristol.“

Cover:
Das Cover ist recht hübsch, keine Besonderheit, aber einfach passend. Einfach gestaltet, etwas ungeordnet, blumig und sommerlich frisch. So wie die gemütliche Liebesgeschichte im Buch zwischen Gracie, James, Aiden und all den anderen Beteiligten, wie Percy, Summer, Heather, Guy, Garvin, Simone, Neil und Rose…, auf der Suche nach dem Happy End. So lebendig frisch wie der ganze Roman. Leicht, locker und ungezwungen. Das passt.

Fazit:
Ein leichtes, ganz wunderschönes Leseerlebnis. Optimistisch, erhellend, lustig, unterhaltsam und ganz ganz warmherzig voller Atmosphäre, viel Tee, Shortbreads (diese englischen Kekse zum Tee) und Liebe. 4 Sterne müssen es schon sein!

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Baumhaus mit Faultier

Ina Knobloch
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein extra, 10.08.2018
ISBN 9783864930621
Genre: Biografien

Rezension:

Seit ich vor vielen Jahren eine Reportage über ein Faultierwaisenhaus in Costa Rica im Fernsehen gesehen habe, lassen mich die Bilder dieser atemberaubenden Natur, dem Ökosystem und natürlich das einzigartige Wesen der gemütlichen Faultiere nicht mehr los. „Baumhaus mit Faultier – Wie ich mir meinen Lebenstraum in Costa Rica erfüllte“ von Autorin Ina Knobloch schien wie für mich und meine Faszination geschrieben worden zu sein. Ein Buch, eine Biografie, ein Bericht, wie er von mir gelesen werden wollte. Dieses Buch wollte ich einfach kennenlernen… Doch leider konnte dieses Buch, welches ich so gern lieben wollte, mich nicht in allen Punkten überzeugen.
Erschienen im Ullstein Verlag / extra


Die Inhaltsangabe des Verlages:
„Wie ich mir meinen Lebenstraum in Costa Rica erfüllte…
"Ich weiß nicht, ob es Tarzan, Jane oder Mogli war, wodurch ich als Kind mit dem Dschungel- und Baumhausfieber infiziert wurde. Ich war jedenfalls noch sehr jung. Ansonsten eher die Prinzessin auf der Erbse kletterte ich wie ein Affe an allen Turnstangen und –seilen hoch, bezwang Bäume wie eine Katze und vermisste schon als kleines Kind einen Urwald und ein Baumhaus."
Die Biologin und Filmemacherin Dr. Ina Knobloch reiste durch die ganze Welt, um sich Inspirationen für ihr Baumhaus zu holen. In jahrelanger Forschung lernte sie die artenreichsten Lebensräume der Erde kennen. Und nach 30 Jahren erfüllt sie sich endlich ihren Lebenstraum: Ein eigenes Baumhaus in Costa Rica - auf einem Grundstück, auf dem sie 1987 selbst die Bäume gepflanzt hatte. Ina Knobloch will der Welt den Regenwald näher bringen und setzt sich gleichzeitig für seinen Schutz ein. Ein Weg voller Hürden und Rückschlägen, aber auch einmaliger Begegnungen und großartiger Abenteuer.“

Meinung:
Ich bin sehr bewegt und auch gerührt. Ich bewundere den Mut und auch die Stärke der Autorin, auch ihre Klarheit und ihren Langmut, den beschwerlichen Weg durchzuziehen, um ihren persönlichen Lebenstraum von einem Baumhaus in Costa Rica an einer von ihr ganz speziell auserwählten Stelle zu verwirklichen. Ina Knobloch schildert offen, klar, erklärend, sachlich und überaus informierend, ihre 30 Jahre Planung bis hin zum großen Bauprojekt und deren Fertigstellung. Sogar erste Stürme und Erdbeben hat ihr ganz persönliches Baumhaus bereits standgehalten. Dafür brauchte es so viel. Viel Erfahrung, viele Recherchen, viele helfende Hände, viel Rücksicht, viel Geduld, viel Akribie, Spontaneität, Herzblut, Überzeugung, Wissen, Fortschritt und Kompromissbereitschaft. Ina Knobloch hat ihren Weg zum Ziel erklärt und nahezu 30 Jahre recherchiert und geplant. Vom Wachstum ihrer ersten Saat, ihres ersten Ablegers, ihrer vielen Reisen zu beinahe allen Baumhäusern dieser Welt, ihren Konsultationen verschiedener Architekten und Naturmenschen. Ina Knobloch lässt Ökosystem und Nachhaltigkeit regieren, was ihr Steine in den Weg legt, aber auch ein gutes Gefühl beschert, das richtige zu tun. Egoismus ist hier definitiv der falsche Berater. Dies scheint aber auch von Natur aus die Philosophie und Einstellung der Autorin zu sein. Verbunden mit der Natur, im Einklang mit den Elementen und mit Blick auf die Wunder der Welt. Flora und Fauna im Zentrum des Handelns. Schön.

Leider fehlte mir in dieser biografischen Darstellung ihres Lebenstraums die Passion, ihr Herzblut, die Überzeugung, ihre Leidenschaft, ihren unbeugbaren Wunsch das zu tun und zu verwirklichen, was sie tat. Beim Lesen Ina Knoblochs Schilderungen und Berichte geht es sehr sachlich, faktisch, architektisch, wissenschaftlich, forschend und theoretisch und praktisch zu. Es fehlt an Empathie, Gefühl, Überzeugung, Wunsch, Sehnsucht, Leidenschaft, Herzlichkeit und Passion. Das Buch liest sich eher trocken, würde ich sagen. Ich habe kaum mit Ina Knobloch mitempfunden und auch all die Versuche, die Schönheit und Einzigartigkeit des Urwaldes zu beschreiben kaum nachvollziehen können. Das hat die Autorin in diesem Buch für meinen Geschmack leider nicht geschafft. Ich habe weder mit ihr gebangt, gefeiert, geträumt, gefühlt noch bewusst miterlebt, was all die 30 Jahre Lebenstraum ausmachten. Auch als das Baumhaus dann endlich fertiggestellt war, konnte ich kaum echte Freude beim Lesen miterleben. Das Buch hat mir persönlich leider nicht die fühlende Hand gereicht. Es reichte lediglich um mir Wissen anzueignen, Fakten zu erfahren und sehr sehr viel über Baumhäuser und dessen Architektur zu erfahren. Ich erlebte im Buch demnach viel Baumhaus aber sehr sehr wenig Faultier. Schade. Wirklich schade. Meinen Erwartungen wurde dieser Roman nicht gerecht. Die großen Gefühle, die es hätte geben müssen, bei diesem Bauvorhaben in der weiten Ferne, auch zu dem Land, der Natur, den Lebensräumen und den Tieren. Ihre Faszination, ihre Ambition und ihr Wunsch den atemberaubenden Urwald und dem Ökosystem nahe zu sein, wird leider in ihren Schilderungen kaum greifbar.

Autorin Ina Knobloch stürzt sich in ihrer autobiografischen Darstellung eines Sachbuchs und Abenteuerromans aber auch nicht nur auf die überwiegend theoretische, praktische und sachliche Ebene ein Baumhaus im Dschungel zu errichten, sie betritt vorsichtig auch die mahnende oder belehrende Ebene, sie will Zugang schaffen, den Lesern die Augen öffnen und sich mitteilen, wie wichtig der Erhalt der Natur ist. Was Monokultur und Raubbau anrichten und was der Kontext aus alldem werden wird…

Größter Kritikpunkt:
Sehr schade finde ich, dass dieses Buch nicht wie ein Herzenswunsch wirkt, der sich tatsächlich nach knapp 30 Jahren für die Autorin erfüllt hat. Ich sehe kaum Bilder vor mir, auch wenn es Fotos gibt (auf denen lacht die Autorin leider nie wirklich…. Warum?... naja…..), das Buch überzeugt nicht wirklich durch seine Herzensangelegenheit und wirkt keinesfalls wie die Erfüllung eines Lebenstraums. Eher wie ein Planvorhaben und steiniger Umsetzungsbericht.

Die Autorin (vom Verlag übernommen):
"Dr. Ina Knobloch, geboren 1963 in Karlsruhe, ist promovierte Biologin, lebt als Filmproduzentin und freie Autorin in Frankfurt am Main und Costa Rica. 1989 gründete sie den Tropenschutzverein Tropicaverde und widmete sich dann ganz dem Naturschutz, dem Filmen und Schreiben. Mehr als 100 Dokumentationen und Fernsehbeiträge produzierte und moderierte sie u.a. für ARD, ZDF und arte in den letzten 30 Jahren. Darüber hinaus schreibt sie Romane, Sachbücher und Artikel für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften."

Das Cover:
Das Cover ist einfach toll. Das Faultier hätte jedoch gern eine Hauptrolle bekommen dürfen, auch wenn es im Buche eher die Komparsenrolle besitzt. Gern hätte ich die Autorin richtig freudig Lachen sehen. Ich vermisse das echte Lachen einer glücklichen und überzeugten Baumhaus-Bauherrin.

Fazit:
Bei diesem Buch sollte man seine Erwartungen nicht zu hoch stecken, wenn man neben Sachkenntnis und Theorie auch Leidenschaft, Herzblut und Verbundenheit erwartet. Auch wenn mich persönlich dieses Buch nicht freudig stimmen konnte, so lobe ich, dass Ina Knobloch mit diesem Buchprojekt jedoch einen wichtigen Beitrag geleistet hat, indem sie diese Biografie / Lebensabschnittsgeschichte veröffentlicht und zeigt, dass das höchste Gut der Menschheit die Freiheit und die Natur ist. Leider nur 3 Sterne von mir.

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Das Leuchten der Erinnerung

Michael Zadoorian , Elfriede Peschel
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 20.12.2017
ISBN 9783959671187
Genre: Romane

Rezension:

Ein sehr schöner Titel, nebst einem roadtriphaftem Cover, einer Information zum entsprechendem Kinofilm und ein vielversprechender Klapptext. Ja, so hat dieses Buch meine Aufmerksamkeit und Neugierde gewonnen.

Ich gebe zu, mit diesem Buch hatte ich sehr bildhafte Lesestunden, mit einigen Lachern, Schenkelklopfern und bekannten Alltagssituationen alter Menschen.

Das Buch hat mich gefangen genommen, unterhalten und zum Nachdenken gebracht. Aber für ein absolut bewegendes und unvergessliches Leseerlebnis hat es leider nicht gereicht. Einzig das gefühlvolle Ende, das wahre Happy-End, hat mich sehr stark mitfühlen lassen und beinahe zu Tränen gerührt. So viel Ehrlichkeit steht darin geschrieben. So traurig anmutend, aber vielleicht doch genau das richtige für die Liebe zwischen John und seiner Ella. Zwei alte Menschen, die ihr Leben gelebt haben. Ein Leben, was wir auf ihrer Reise auf der legendären Route 66, nochmals durch Ellas Ich-Perspektive reflektiert bekommen. Dieses alte gebrechliche Rentnerpaar macht sich in einem alten Mohnmobil nochmals auf eine strapaziöse, wenn auch eindrucksvolle Reise. Nach all den Ärzten, OP´s, Diagnosen, Behandlungen, Therapien, Schmerzen, Verlusten usw. brauchen Ella und John einfach mal wieder Urlaub… Ihren beiden längst erwachsenen Kindern Cynthia und Kevin zum Trotz.
Eine Reise durch die USA mit dem Ziel Disney-Land. Ella und John machen verschiedene Stopps, treffen unterschiedlichste Menschen, begegnen Wohlwollen und Hilfsbereitschaft, aber auch Abwertungen und Gefahren. Wir blicken beim Lesen immer wieder durch Ellas Augen, sehen das Hier und Jetzt, fühlen die Natur, die Tageszeiten und ihren Empfindungen nach. Wir reflektieren aber auch die Vergangenheit und die Sehnsüchte. Doch die starken und bindenden Emotionen bleiben beim Lesen leider aus. Kurze Sätze in der Ich-Perspektive ermöglichen ein rasches Lesen, ohne jeglichen Anspruch, dafür mit Komfort. Wir Leser erleben einen Roadtripp alter Menschen mit Gebrechen, wie aus einem bebilderten Reiseführer. Als wäre der Reiseführer geöffnet und passend zu den Bildern und Sehenswürdigkeiten dieses Highways spielt Ellas und Johns letzte Reise.

Störend empfand ich beim Lesen diese reihenartige Abhandlung der Szenen und Orte. Je mit einer Erinnerung der Ehe- und Familienjahre der beiden. John, mittlerweile senil und teils aggressiv. Ella, vom Krebs und weiteren Altersschwächen geplagt, immer mit ihrer tiefen Liebe zu John. An der sie sich festzuhalten scheint: diese Liebe!
Die Verwechselung zwischen Wohnwagen und Wohnmobil war mir ständig ein Dorn im Auge. Hier wurde munter hin und her formuliert. Definitiv fuhren die Zwei ein großes Wohnmobil der amerikanischen Art.

Im Grunde ein sehr schönes Buch, mit sehr viel Potential und idealen Vorlagen zu einer Verfilmung. Die es ja nun auch schon gibt.

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Drei aus dem Ruder

Annette Lies
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.03.2018
ISBN 9783453418912
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch gefällt mir einfach richtig gut. Es lässt mich nach Beenden so wohlig zufrieden zurück, dass ich einfach nur froh bin, es gelesen zu haben. Mit Humor, Tiefsinn, Alltagsproblemen, Liebe, Auseinandersetzung, Witz, Esprit, Charme, Auszeit, Problemzeit, Abwechslung und frischer Handlung besticht der Roman doch sehr. Vor allem die Schlusshandlung und Botschaft des Buches gefallen mir einfach. Ich empfehle es gern mit ganzen 5 Sternen weiter. Toll konstruiert, liebe Annette Lies.

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Das Netz des Bösen

Julian B. Simon
Flexibler Einband: 396 Seiten
Erschienen bei Edition M, 02.01.2018
ISBN 9781503949829
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Unter dem Pseudonym Julian B. Simon schreibt hier ein bekannter und erfolgreicher Krimiautor einen wahrhaft rasanten Action-Thriller, der als Krimi mit spannenden und tiefgehenden Ermittlungen beginnt und vor grandiosen, gar wahrhaft mörderischen Verfolgungsjagden und Schusswechseln nicht scheut. Der ambitionierte Thriller-Autor Julian B. Simon hat mich bereits mit einem seiner vorherigen Veröffentlichungen „Ungeboren“ von seinem Talent und Können kosten lassen. Und was umso wichtiger ist: auch von sich und seiner spannenden Feder überzeugt. Keine Frage, dass auch sein neues Werk „Das Netz des Bösen“ auf meinen Nachtkästchen landen durfte…
Erschienen im Edition M Verlag über dem Autor Julian B. Simon (http://www.julian-b-simon.de/)

„Im Darknet gab es halt nichts, was es nicht gab. Es war nicht zu fassen“ (Zitat Seite 105)

Inhalt / Klapptext:
"Zwei Tage, zwei Opfer, ein Profikiller.
Düsseldorf: LKA-Kriminaloberkommissar und IT-Experte Felix Mittrock wird in eine neue Sondereinheit für Mordfälle versetzt. Diese hat zwei Attentate an Geschäftsführern zu klären, die scheinbar nichts gemeinsam haben. Aber beide wurden mit der gleichen Waffe von demselben professionellen Killer erschossen. Doch wer hat die Morde in Auftrag gegeben?
Felix, der die Dienstvorschriften oft nicht so genau nimmt, kennt den einzigen Ort, an dem man anonyme Transaktionen tätigen kann: das Darknet. In den tief verborgenen Seiten im Internet findet er die zynische Wettagentur Homicide Market, wo man auf den Tag des Todes aufgeführter Personen eine Wette platzieren kann. Wer hier gewinnt, hat schon verloren … "

Zum Schreibstil:
Vor allem macht mich sein Schreibstil eines: Neugierig, auf all seine anderen Werke, Spannungsromane und Veröffentlichungen. Denn wie es in der Vita von Julian B. Simon heißt, hat er an einer sehr bekannten und bereits über mehrere Jahre erfolgreichen Krimireihe in einem Autorenteam mitgewirkt. Welche Krimireihe dies wohl sein mag? Wer es herausfindet, darf mich gern kontaktieren. Denn von diesem Schreibstil mag ich gerne mehr lesen! Der Autor Julian B. Simon begibt sich mit „Das Netz des Bösen“ in die Welt der dunklen Abgründe und nimmt wahrhaftig kein Blatt vor dem Mund. Mutig bewegt er sich in einem für „Normalos“ undurchsichtigen, fremden und gar verborgenen Gebiet. Das DARKNET. Das wahre und leider herrschende echte Netz des Bösen. Spannende und erschütternde Einblicke. Der Autor schreibt sehr klar, zielgerichtet und ohne Umschweife. Ich denke, dieses Talent und diese Ambition sind fundierter Recherche und Informationsgewinnung vorausgegangen. Ohne dieses Buch fix in eine Schublade zu katalogisieren, so würde ich doch behaupten, dass es der ideale „Männer-Thriller“ ist und sehr mit Tempo, Kalkül, Gnadenlosigkeit und ganz viel Action in Form von Verfolgungen, Schusswechseln, Angriffen und intelligenten Manövern überzeugt. Natürlich auch die weibliche Leserschaft, die diese Art von Krimi oder Thriller ebenso gern liest, wie die Testosteron-Fraktion (grins*). Minutiös führt Julian B. Simon seine Handlungen im Roman aus, was für den einen Leser sehr von Vorteil ist, für manche Leser vielleicht aber auch arg trocken oder überfordernd wirkt. Ich hatte stets den Eindruck, es würde viel passieren, aber nun mal wenig geschehen. Was sich durch die detaillierte Beschreibung und Schilderung sämtlicher Aktionen jedoch später als Pluspunkt herausstellen wird. Der Autor hat einen gekonnten Schachzug gewählt, in dem er mehrere nahbeieinanderliegende Handlungsstränge und Handlungsorte aufweist. Diese bedient er klischeehaft und gut recherchiert. Ein jener Leser, so wie ich, wird womöglich zunächst denken: „Och nö! Schon wieder ein Spannungsroman, auf dem Thriller prangt, sich aber ein Krimi verbirgt…“ Dies ist wirklich guten und geschulten Ermittlungsarbeiten in der Handlung geschuldet. Der wahre Thriller, ja dieser steckt gewiss auch im Buch, beweist sich absolut im letzten Drittel. Nach wirklich rasenden letzten Zügen im Fall darf man sich nach purer Atemlosigkeit, Entsetzen, Schock und Verblüffung über einen ruhigeren Epilog freuen. Doch bitte nicht zu früh. Denn: Nach dem Ende ist vor dem Ende!

„Das Leben musste weitergehen. Sie konnte sich ja nicht auf ewig vergraben. Das hätte auch Holger nicht gewollt.“ (Zitat Seite 198)

Schauplätze:
Bei der Ausführung und Darstellung seiner Schauplätze verdient der Autor gerne weitere Sterne. Er hat einen rasanten Thriller erschaffen, mit einer sehr treffenden Auswahl an Schauplätzen im Bereich Landeskriminalamt, Raum Düsseldorf, Aachen und Köln und einigen kleinen harmlos wirkenden Nebenörtchen, Wohngegenden und natürlich der Endlosigkeit des Darknet und der digitalisierten und mobilen Welt. Julian B. Simon gibt Einblicke in große Firmen und Gesellschaften. Er schreibt, wie aus der Westentasche entnommen aus der Automobilindustrie, er schildert die Strukturen großer Konzerne, dröselt Kartelle und Betrug auf und lässt den Leser bei jeder Offenbarung und bei jedem Ermittlungsansatz live dabei sein. Er definiert seine Schauplätze mit wenigen Details, das Buch erzeugt dennoch wahre Bilder und erinnert stark an Actionfilme und großes Kino. Julian B. Simon gibt trotz aller minutiösen Ausführungen nur so viel preis wie möglich, aber nur so viel wie nötig. Dieser Umstand beflügelt die Fantasie der Leser sehr.
Viele atemberaubende Sequenzen bringen den Leser aufgrund der Authentizität zum Atemstillstand und zum Adrenalinkick!

„Die Welt schien immer mehr aus den Fugen zu geraten. Rechtspopulisten, Kriege, Terror – und jetzt scheute ein mehrköpfiges Killerkommando nicht einmal mehr davor zurück, im beschaulichen Aachen auf dem belebten Marktplatz ein filmreiches Feuergefecht zu eröffnen. Die Stadt stand unter Schock.“ (Zitat Seite 259)

Charaktere:
Bei der Wahl und der Skizzierung seiner Charaktere im Thriller hat der Autor beinahe für jeden Geschmack etwas dabei. Allen voran natürlich unser Hauptprotagonist und Sondereinheit T-Ermittler Felix Mittrock. Ohne seine überlegt unüberlegten Handlungen und Alleingänge, wäre dieser Roman sicherlich nur halb so spannend und turbulent, wie er aber nun mal ist. Felix Charakter ist geprägt von einer traurigen Vergangenheit und einer verflossenen Liebe. Felix Mittrock hat eine Mauer um sich errichtet um nicht nochmals verletzt zu werden. Doch da gibt es einen Paradiesvogel, Buntstift oder einfach nur Lori oder richtig gesagt Loreley, die nicht nur die Ermittlungen ins Wanken bringt, sondern auch Felix Gemüt und sogar seine vergrabenen Gefühle. Zu unserem Ermittler Felix fällt mir zudem noch ein, dass er einen unglaublich coolen Vater hat, der gern noch eine größere Rolle in den Ermittlungen verdient hätte. Aber auch Dora Meerweg beißt sich, wie fast jeder, an Felix die Zähne aus. Dora hat es als neue Vorgesetzte von Felix in der Sondereinheit T wirklich nicht leicht ihn von seinen Alleingängen wegzubewegen. Und Felix wiederrum hat es nicht leicht seine Alleingänge zu unterbinden und zudem noch die von Loreley zu verhindern…. Das zieht sich durch das komplette Werk und bietet immer wieder neuen Zunder für rasante Ereignisse. Mehrere Killer, mehrere Tote, viele Ermittler und Instanzen, kleine Alltagssituationen und hie und da ein Gefühl von normalem Leben… Julian. B. Simon hat Protagonisten erschaffen, die alltäglicher und realer nicht wirken können, die jedoch auch aus den üblichen Blockbustern hätten entspringen können. Viele kleine Details aus Kleidung, Vorlieben, Merkmalen und Privatleben formen jeden einzelnen. Und ich muss zugeben, dass ich bis beinahe zum großen Showdown keinerlei Verdächtigen hatte, aber auch niemandem wirklich mehr trauen konnte… Felix Mittrock und Co, mit ihren Handeln und dessen Folgen, sorgen für viel Spannung und unvorhersehbare Ereignisse. Felix ist ambitioniert und professionell, manchmal wirkt er kühl und eisig, lässt nichts anbrennen und wandelt am Scheideweg zwischen Leben und Tod, Gefahr und Aufklärung. Sein Leben ist die reinste Waffe und das reinste Waffenziel. Gleich zu Beginn ermöglicht der Autor seinen Lesern ein klares Bild der einzelnen Persönlichkeiten und bietet zusätzlich eine gelungene Auswahl an Nebenrollen. Manche wird man bis zum Ende nicht mögen, manche werden den Leser überraschen, und manche sind im großen Showdown gar nicht mehr am Leben.
Gerade die undurchdringlichen Furchen des Darknet, von Tor bis hin zu Bitcoin, Finanzwelt, Kartelle, Auftragsmorde, Mordwetten und die Skrupellosigkeit der Akteure lassen den Leser nicht mehr los.

„Verdammt X!, dachte sie anschließend. Der legte wirklich noch die gesamte Stadt in Schutt und Asche.“ (Zitat Seite 284)

Meine ganz persönliche Meinung und Leseeindruck:
Mit „Das Netz des Bösen“ zeigt sich der Autor wieder einmal von seiner fesselnden, spannenden und komplexen Seite. Hier gibt es rasante Action, Hetzjagden, verborgene Drahtzieher, authentische Polizeiarbeit und Behördeneinblicke, Geld, Machenschaften und das unwürdige Spiel um Macht und Herrschaft und Leben und Tod. Die ersten Leseeindrücke zeichneten sich lange für mich als Krimi ab. Den Thrillerfaktor habe ich zunächst vermisst und dieses auch etwas bedauert. Der Fokus lag bis zum letzten Drittel des Buches eher auf Ermittlungen, Polizeiapparat, dem Fall an sich und etwas Privatleben der Protagonisten. Ausführliche Gespräche, viele einzelne Handlungsschritte und minutiöse Schilderung von nächsten Ansätzen. Hier passiert viel, aber irgendwie auch nichts. Bis es dann alles Schlag auf Schlag kommt und sich der Thriller wirklich zum Thriller mausert.

Manches wirkte auf mich sehr beklemmend und ich musste beim Lesen häufig meinen Blickwinkel verstellen, das hat mir wirklich gut gefallen. Ein grandioser Thriller, mit viel Nervenkitzel, ausgesprochener Recherche, viel Hintergrund und Rasanz. Da frage ich mich, wie der Autor Recherchieren konnte, ohne dabei selbst ins Visier verborgener Ermittler geraten sein. Sehr nachvollziehbar schildert der Autor die Abgründe der digitalen Welt, des Darknet als Schauplatz mörderischer Deals. WOW. Puuuuh! Grandioser Anspruch, aktuelle Thematik. Hier liest man nicht einfach nur ein Buch, hier erlebt man Kopfkino und Blockbuster. Ich kannte den Schreibstil des Autors schon von einem seiner früheren Werke „Ungeboren“, welches er unter einem anderen Autorennamen publiziert hatte. Ich musste feststellen, ich dachte, ich kannte seinen Schreibstil…. Denn dieses Buch ist mit dem anderen kaum zu vergleichen. Würde ich diesen Thriller in eine Schublade stecken, so gehöre es in den Bereich „Männer-Thriller“, da es hier geballte Action, Knallerei, Verfolgung und harte Töne gibt. Das Atmen wird man erst wieder nach der letzten Buchseite aufnehmen können… Ich wurde unterhalten, geschockt, erschüttert und mit Nervenkitzel versorgt. Komplex und überraschend! Der Epilog schreit nach einer Fortsetzung! Nach dem Ende ist vor dem Ende, um es mit den Worten des Autors aus seiner Danksagung auszudrücken! Eine Frage stellt sich mir unweigerlich: Wie viele Geschosse, Munition, Kugeln, Granaten und Schüsse wurden in diesem Thriller wohl gesamt abgefeuert? … mag jemand nachzählen? WOW.

„Dergleichen wollte er nie mehr erleben. Und er bekam die verdammten Hände nicht still. Dazu stieg eine mächtige Übelkeit in ihm hoch. Er kämpfte und atmete dagegen an, wollte sich nicht übergeben, obwohl das vielleicht besser gewesen wäre. Noch immer glaubte er, die Geschosseinschläge um sich herum wahrzunehmen. Den Pulverdampf zu riechen, die herumspritzenden Staubpartikel auf der Haut zu spüren… Sie hatten so viel Glück gehabt. Aber das war es, was seine Knie, jetzt noch Stunden später, weich machte: dass es pures Glück war, dass sie noch lebten.“ (Zitat Seite 297)

Meine persönlichen Kritikpunkte:
Trotz aller Begeisterung muss ich gestehen, dass mir dieser Thriller im Gesamten doch etwas zu unpersönlich und fern wirkte. Neben all den Ermittlungen und späteren Hetzjagden hätte ich mir zwischendurch doch etwas mehr seichtere Momente gewünscht. So wurde ich indirekt erst einmal über polizeiliche Dinge aufgeklärt, habe die Protagonisten kennengelernt, den Fall miterlebt und nach und nach immer tiefer in dunkle Gefilde gezogen und einfach mitgerissen und regelrecht durch die Seiten katapultiert. Ich hatte kaum die Möglichkeit selbst zu recherchieren, zu ermitteln, Schlussfolgerungen zu ziehen oder Mutmaßungen anzustellen. Das war mir alles ein bisschen zu Schnell, sodass ich kaum zum Genießen bekam. Hie und da viel es mir schwer, die mitwirkenden Konzerne, Firmen, Firmenbosse, Anteileigner, Familienmitglieder und Verwandtschaftsgrade auseinanderhalten zu können.

Der Autor:
"Julian B. Simon lebt in einem kleinen Dorf am Nordrand der Eifel. Er schreibt Spannungsromane und möchte sich dabei nur ungern auf ein Genre festlegen lassen. Geboren in Aachen war er viele Jahre Teil einer sehr bekannten und bereits seit Jahrzehnten erfolgreich laufenden Kriminalromanreihe. Daneben arbeitete er in verantwortlicher Position im Automobilhandel. Er ist verheiratet, hat zwei Töchter und zwei Hunde. Nach der Fertigstellung von "Die Kreuzler von Kadmos" wird sein nächstes Projekt die Beendigung der schon begonnen Fortsetzung von "Das Netz des Bösen" sein."

Zum Cover:
Das Cover wirkt für mich etwas nüchtern, hier war es eher der Klapptext, der meine Neugierde geweckt hat.

Fazit:
Wer Nervenkitzel liebt, fesselnde Action, Rasanz, Verfolgungsjagden und Ermittlungen im dunklen Darknet mag, der wird diesen Thriller lieben und absolut temporeich verschlingen. 4 Sterne für diese geballte Ladung Spannung!

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DER CLUB der Mutigen

Catherine Kuhlmann , Catherine Kuhlmann
Fester Einband: 36 Seiten
Erschienen bei Bohem Press, 04.07.2017
ISBN 9783959390507
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Dieses wirklich bezaubernde und wunderbare Vorlese-Bilderbuch mit herzallerliebsten Illustrationen und Präsentationen hat es sich in unserem Hause gemütlich gemacht. Mit "Der Club der Mutigen" von dem sympathischen und ambitionierten Kinderbuchautorin Catherine Kuhlmann dürfen wir, neben dem Geschwisterpaar Janna und Hannes, auch die Bedeutung von Mut, Angst, Verantwortung und Rückgrat erfahren. Und das Ende dieser herzlichen und abenteuerlichen Geschichte macht Lust und Vorfreude auf weitere Geschichten mit dem pinken Elefanten und vielleicht auch mit Janna und Hannes und dem Club der Mutigen… Aber nun zurück zu den Beweggründen für dieses tolle Buch, was sich zu entdecken lohnt und sehr überrascht… denn hier dürfen wir mit dem Club der Mutigen, und den abenteuerfreudigen Geschwistern, sowie dem lieben aber unheimlich riesigen pinken Elefanten, und den weiteren liebevoll illustrierten und sehr sympathischen Weggefährten aus dem Buche miterleben, wie aufregend es doch ist sich einfach mal zu trauen und über den eigenen Schatten zu springen… In kindgerechter Erzählweise dürfen wir eine unglaublich liebevolle, herzliche und spannende (Tier-) Geschichte erleben und die Autorin bezieht ihre jungen und jung gebliebenen Leser wunderbar mit ein und tritt in einen Dialog mit den Zuhörern, Vorlesern, Selbstlesern und allen Kinderbuchliebhabern. Eine ideenreiche und bezaubernde Geschichte, die motiviert, animiert und stark macht. Gemeinsam in einem gemütlichen Lesemoment kann man sich die Geschichte vornehmen und die wohl proportionierten und stimmigen Texte und Geschehnisse passend zu den allerliebsten Illustrationen vortragen und das Buch erleben und bestaunen. Ein Buch mit Happy End, welches im Herzen bleibt und immer wieder gern angesehen wird. Und vor allem: Was neugierig auf eine Fortsetzung macht.
Erschienen im Bohem Verlag (http://www.bohem.ch/)

Zum Inhalt / Beschreibung (Angabe vom Verlag zitiert):
„Ich wette, du traust dich nicht, auf diesen Baum zu klettern!
So beginnt die Geschichte der Geschwister Hannes und Janna an einem langweiligen Sonntag. Im „Club der Mutigen“, behauptet Hannes, traut man sich so einiges. Und weil Janna schon immer zu einem superstreng geheimen Club gehören wollte, klettert sie.

Was erst harmlos beginnt, wird bald ein fantastisches Abenteuer, denn einen Elefanten im Zoo zu klauen, das hat sich noch keiner getraut!
Catherine Kuhlmann schuf in einer wunderschönen, ungewöhnlichen Farbwelt mit Buntstiften diese Geschichte, die sensibel auf dem schmalen Grat zwischen Fantasie und Wirklichkeit wandert.“

Handlung / So wird erzählt:
Das wunderbar gestaltete und mit seinen knapp 44 Seiten wohl dosierte und für junge Leseratten ideale Kinderbilderbuch startet mit ganz „kindertypischen Pinselstrichen“ auf dem Vorsatzpapier. Hier erkennt man sofort, dass es ein Buch über Kinder für Kinder ist. Und die Geschichte beginnt ganz flott, denn die Geschwister Janna und Hannes haben beim Spielen eine Idee: Wer traut sich auf den höchsten Baum und stellt sich so einer der legendären Mutproben des „Club der Mutigen“? Und schon ist es passiert, Janna und Hannes erleben ein wahnsinnig tierisches Abenteuer und müssen sich ganz viel einfallen lassen, um ihren Aufgaben gerecht zu werden und mit ihnen zu wachsen. So lernen sie Verantwortung für sich, für ein Zootier und für ihre Konsequenzen zu tragen. Hannes und Janna müssen mehrmals über ihren Schatten springen und sich ihren Aufgaben stellen. Dafür müssen sie auch schon mal Schimpfe der Eltern in Kauf nehmen, und Entscheidungen treffen und zuletzt sogar Abschied nehmen… Eine Geschichte über das Reifen, das Entwickeln und „Größer-werden“. Mit allem, was dazu gehört. Nach 44 kreativen Buchseiten und kindgerechten Versen, Dialogen und Aufforderungen, die die Leser einbeziehen, ist die Geschichte wohl noch lange nicht zuende erzählt. Auch wenn das Buch einen Abschluss findet, kann die Geschichte weitergehen, denn die „Rundschau“ (die Presse im Buch) berichtet schon davon, dass der beliebte pinke Elefant in Afrika gesichtet wurde und sich die Spuren jedoch dort verlieren… Hatten etwa Janna und Hannes, oder Der Club der Mutigen ihre Finger im Spiel?....

Schreibstil:
Dieses Erstlingswerk einer Jungautorin, die sich dem Zeichnen und Schreiben verschrieben hat, passt prima in das Verlagsprogramm des BOHEM-Verlags, der auf der Frankfurter Buchmesse 2016 auf die Autorin und Illustratorin aufmerksam geworden ist. Mit liebevollem Ausdruck in Wort und Pinselstrich erzählt und bebildert die Illustratorin die tierische Geschichte um Janna und Hannes und dem grooooßen Elefanten aus dem lokalen Zoo, den Janna und Hannes ganz mutig aus seinem Gehege befreit haben um mit ihm große Abenteuer zu erleben und zu erfahren. Mit all seinen Hürden und elefantastischen Komplikationen. Nicht nur das Farbkonzept, was eher minimalistisch erscheint, sondern auch der Bezug zu Tieren, besonders den großen Dickhäutern, passt zum Verlag, sondern auch der unkomplizierte Schreibstil, die animierenden Fragestellung und der Dialog mit den Lesern bereichern den Verlag um ein weiteres spannendes und schön erzähltes Buch für Kinder ab 3 Jahren. Die junge und ambitionierte Kinderbuchautorin Catherine Kuhlmann geht in ihrer Rolle als Geschichtenerzählerin und Illustratorin in ihrem Erstlingswerk richtig auf, sie erblüht regelrecht. Dieses Herzblut überträgt sie direkt auf ihre Leser, Zuhörer, Vorleser und Betrachter dieser wunderbaren und mutmachenden Geschichte mit den raffinierten und einzigartigen Illustrationen mit einem unschlagbaren Wiedererkennungswert und sehr persönlicher Note der Schöpferin dieses Buches in jedem einzelnen Pinselstrich. Illustratorin C. Kuhlmann hat nicht nur eine wunderschöne Geschichte erschaffen, sie hat auch ihre eigene Leidenschaft des Zeichnens und Malens in seiner unglaublich ansprechenden Buchidee mit einer kindgerechten und beruhigenden Sprache verwirklicht, indem sie die Illustrationen selbst entworfen hat. In einem Interview sagte sie, dass 211 Buntstifte ihr Leben dafür lassen mussten… Dieses Opfer hat sich gelohnt, wie meine vierköpfige Familie aus der Heimat der Autorin befindet. Ein lobenswerter Stil mit wichtigen Botschaften für ein soziales Miteinander und der Überzeugung seiner Taten und Pläne, der Wichtigkeit von Vertrauen, Mut und dem eigenen Schatten, der überwunden werden darf, in kindgerechter Sprache, abgestimmt auf die liebevollen und höchst beeindruckenden Illustrationen, an die Vorleser und begeisterten Zuhörer zu bringen. Mir hat es richtig große Freude bereitet, diese wunderbaren und nuancierten Texte vorzutragen und voller Herzblut zum Leben zu erwecken.

Buch / Cover:
Das Buch befindet sich in einem kompakten, großformatigen und beeindruckenden Zustand. Das farblich doch eher reduzierte Buch besticht nicht durch Glanz und leuchtenden Farben, sondern eher mit Botschaften und Entdeckungen auf dem zweiten Blick. Es erscheint eher dunkel, aber keineswegs trist. Überraschend ist, dass dieses Konzept trotz allem, oder gerade deswegen meinen beide farbverliebten Kindern (Tochter 4 Jahre alt; Sohn 2 Jahre alt) sehr gut gefällt. Der Fokus liegt auf den Kernaussagen, dem pinken Elefanten zum Beispiel. Das farblich und thematisch abgestimmte und einladend gestaltete Hardcover sorgt für Stabilität und Haltbarkeit. Das Vorlesen in gemütlicher Haltung und Atmosphäre ist kein Problem. Auf beeindruckenden 44 Seiten durchweg gestalteten Doppelseiten auf festem Papier dürfen wir Leser und Betrachter wunderbare Zeichnungen in besonderer und ausgewählter Farbgestaltung mit stimmigen Details bestaunen. Die angenehme Haptik des Buchcovers wirkt richtig einladend und hochwertig. Das Cover ist ein wunderbarer Blickfang ist zeigt die quirligen Geschwister auf ihrem großen pinken Elefanten. Ob dieser Elefant noch einen Namen bekommen wird? Man darf gespannt sein... Das Schriftbild ist sehr locker, die Schrift sehr schön groß und die Texte und Dialoge lassen sich wunderbar flüssig vortragen. Die Illustrationen spiegeln Situationen aus dem Buch wider. Sehr abgestimmt und schön. Besonders toll und willkommen sind die knappen Fragen, die speziell an die Leser gerichtet sind. Dialoge an denen man innehalten kann und das Gelesene vergegenwärtigen und vertiefen kann.

Meinung:
Manchmal ist es schwer, das in Worte zu fassen, was die Augen sehen… Dieses Buch muss man einfach erlebt haben um zu verstehen, welche Entzückung es hervorruft. Manchmal auch erst auf dem zweiten oder dritten Blick.

Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch für meine Familie in der regionalen Tageszeitung, die diese Autorin aus meinem Ort vorgestellt hat. So ein Buch macht mich natürlich unheimlich neugierig und da möchte ich doch wissen und erleben, was Schriftsteller aus meinem Ort auf die Beine stellen, zumal das Buch in der örtlichen Buchhandlung schon ausverkauft und in der Bücherei heiß begehrt ist. Ich habe mir ein Exemplar gesichert und es bereits mehrere Abende zum „Gute-Nacht-Ritual“ mit meinen Kindern werden lassen.
Dieses Kinderbuch ist mit Bedacht, Herzblut, Engagement, allerschönsten Bildern und Figuren und mit einer wichtigen Botschaft für junge Leser und Zuhörer auf das Selbstwertgefühl und dem Tatendrang und des „An-sich-glaubens“ bezogen. Es behandelt den Mut, Dinge zu wagen, ein Vorreiter zu sein, seine Träume zu verwirklichen, hinter den Dingen zu stehen, die Einzigartigkeit der Tiere und Persönlichkeiten, deren Stärken und Schwächen und dass in einer Gemeinschaft vieles möglich wird. Ich habe das Buch mit meiner gerade 4 Jahre alten Tochter und meinem 2 Jahre alten Sohn gelesen, bzw. vorgelesen. Die Kleinen durften der Geschichte, bzw. meiner Stimme lauschen und hingen beim Vortragen regelrecht an meinen Lippen und studierten jede Mimik und Gestik bei mir. Besonders die „andersartigen“ Bilder, Pinselstriche und Illustrationen haben es meiner Tochter besonders angetan. Von dem grooooßen Elefanten war sie mehr als begeistert und mein Sohn hat den „Töröööö“ in seinem Nachtlicht wiedergefunden. Neugierig fragte meine Tochter jedoch, warum die Kinder Janna und Hannes ganz weiß sind und noch nicht ausgemalt wurden… Mmm, da wusste ich auch (noch) keine Antwort drauf. Hat jemand, der das Buch kennt, eine Idee für uns? Ja, dieses Buch ist tatsächlich was Besonderes für uns. Nicht nur, weil die Schöpferin aus unserem kleinen Städtchen im Münsterland kommt, sondern auch, weil das Buch bei jedem „Zur-Hand-Nehmen“ etwas Neues für uns hervorlockt und uns ins Gespräch bringt. Eine tolle Familienzeit mit einem schönen Buch. Die Farbgestaltung ist mir gleich aufgefallen, erst eher negativ, dann jedoch mit vielen Vorzügen. Die Farbwahl wirkt absolut harmonisch, nicht überladen und sehr dezent. Das gefällt uns tatsächlich und widererwartend besonders gut. Gewisse Szenen darf man sich in Muße und ohne Reizüberflutung näher betrachten und vergegenwärtigen. Die Illustrationen bekommen so eine ganz besonders feine Note. Lebenstraum, Neugierde, Wissensdurst, Engagement, Tatendrang, Freundschaft, Stärke, Zuversicht, Vertrauen und Rückhalt. Zudem eine tolle und wertvolle Botschaften und viel Gefühl einen dieses Buch! Auch für Erwachsene ein toller (Vor-) Lesespaß. Erlebt es selbst! Das Buch wird für Kinder ab etwa 3 Jahren empfohlen, meine Tochter ist wie gesagt 4 Jahre alt, mein Sohn ist zwei und beide haben Freude mit der Geschichte.

Die Autorin und Illustratorin:
„Catherine Kuhlmann, geb. 1993, studiert Illustration an der HAW Hamburg.
Sie liebt Lakritz und gute Geschichten. Für ihr Bilderbuchdebüt „Der Club der Mutigen“ mussten mindestens 211 Buntstifte ihr Leben lassen. Sie lebt und arbeitet in Hamburg.“

Aufgewachsen ist sie in unserer Heimat, einem kleinen Städtchen im Münsterland. Vielleicht zieht es sie mal wieder zurück zu ihren Wurzeln und sie lässt sich von der „Düwel-Stadt“ oder der „Pferderegion“ inspirieren, für viele weitere tolle Bücher aus ihrer Feder und mit ihren Strichen?!

http://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/kreiswarendorf/ennigerloh/24-Jaehrige-bringt-Kinderbuch-heraus-defac3f7-6015-4836-a6a7-9cf1818d453a-ds

Die Illustrationen:
Anders als vielleicht von vielen Kinderbilderbüchern gewohnt. Vielleicht auch gerade deshalb so interessant und bleibend? Sehr liebevoll, raffiniert, reduziert, zeitgemäß, fokussiert und doch sehr bezaubernd. Ein wahrer Genuss, dieses Buch zu lesen und anzuschauen. Bilder mit Herz und Persönlichkeit und absoluten Wiedererkennungswert.

Fazit:
Ein traumhaftes Leseerlebnis (für uns erst auf dem zweiten Blick), was ich jedoch unbedingt empfehlen möchte, es ist mit Bedacht und Herz erschaffen und vermittelt eine wunderbare Mischung aus Verantwortung, Mut, Wesen, Abenteuer und harmonischer Unterhaltung in einem Kinderbuch mit einzigartigen Bildern und Gestaltungen. Die Bilder sind ein ganz besonders künstlerischer Genuss!!! 4 Sterne Plus, und mit „Heimvorteil“ einer heimischen Jungautorin für ihre Erstlingswerk aufgerundet lobende 5 Sterne von unserer ganzen Familie!

Mit viel Aussagekraft und Charme wird die tierische Abenteuergeschichte von Janna und Hannes für Kinder dargestellt. Daumen hoch!

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Sag, dass du mich liebst

Joy Fielding ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 09.11.2015
ISBN 9783442483464
Genre: Krimi und Thriller

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Secret Sins - Stärker als das Schicksal

Geneva Lee , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.03.2017
ISBN 9783734104770
Genre: Erotische Literatur

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Ostfriesenschwur

Klaus-Peter Wolf
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.08.2016
ISBN 9783596521289
Genre: Krimi und Thriller

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Ostfriesentod

Klaus-Peter Wolf
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 16.02.2017
ISBN 9783596036332
Genre: Krimi und Thriller

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Vogelkoje

Gisa Pauly
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2017
ISBN 9783492308762
Genre: Krimi und Thriller

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Zähl nicht die Stunden

Joy Fielding , Mechtild Sandberg-Ciletti , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.02.2017
ISBN 9783442484218
Genre: Krimi und Thriller

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Der kleine Laden der einsamen Herzen

Annie Darling
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin Verlag, 09.05.2017
ISBN 9783641205836
Genre: Liebesromane

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309 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 111 Rezensionen

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Die fremde Königin

Rebecca Gablé , Jürgen Speh
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 27.04.2017
ISBN 9783431039771
Genre: Historische Romane

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Die Festung am Rhein

Maria W. Peter
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783404175192
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ein fesselnder und mitreißender historischer Roman zu Zeiten des aufstrebenden 19. Jahrhundert nach der Schlacht um Waterloo. „Die Festung am Rhein“ ist ein sehr intensiver und ortsverbundener historischer Roman, der den Leser mitnimmt in eine andere Zeit. Eine neue Ära, die viele Touristen, Künstler, Impressionisten, Ingenieure und Obrigkeiten anzieht. Ein Panorama aus Land und Leute. Krieg, Gesetzgebung, Vorurteil, Landverrat, der Stand der Frauen, Gesellschaftskonflikte, Militär, Politik und Kirche, sowie atemberaubende und authentische Passagen auf Burgen und Dörfer des 19.Jahrhunderts. Von Freundschaft und Vertrauen ist die Rede, von Verrat und Betrug. Auch die Liebe hat hier ihren Platz gefunden. „Die Festung am Rhein“ von der ambitionierten Autorin Maria W. Peter erzählt eine sagenhaft spannende und nahezu auf realen Säulen gebaute Geschichte. Einen Roman von Neid, Verrat, Tod und die überdauernde Liebe in Zeiten des Hasses und des Verrats. Mit fesselnder Spannung, atemberaubenden Kulissen und zeitgemäßer Schreibkunst und Artikulation zur handelnden Epoche und Region fasziniert diese Autorin und liefert eine bewegende Geschichte. Ein geballter und thematisch hoch interessanter historischer Roman mit vergangenem Lokalcharakter.
Erschienen im Lübbe Verlag (https://www.luebbe.de/)

Inhalt:
"Eine gigantische Festung, ein teuflischer Verrat und eine verbotene Liebe -
Coblenz, 1822: Hoch über der Stadt entsteht die preußische Feste Ehrenbreitstein. Als geheime Baupläne von dort verschwinden, wird Franziskas Bruder wegen Landesverrats verhaftet. Er soll die Pläne an die Franzosen verkauft haben – immerhin war ihr gemeinsamer Vater ein Offizier Napoleons. Um seine Unschuld zu beweisen, ist Franziska auf die Hilfe des strengen Leutnants Rudolph Harten angewiesen. Bei der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich die beiden näher, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört...
Die Festung Ehrenbreitstein (erbaut 1817 bis 1828) thront bis heute hoch über Rhein und Mosel. Zum 200-jährigen Jubiläum der Festungsstadt Koblenz entwirft Maria W. Peter ein schillerndes Panorama der Rheinprovinz im 19. Jahrhundert. Preußische Disziplin trifft auf rheinische Lebensfreude."

Die Handlung / das erwartet den historischen Roman-Freund und Leser:
Das wunderbare und beeindruckende an diesem historischen Roman des 19. Jahrhunderts ist, dass hier im wahrsten Sinne des Wortes Welten aufeinander prasseln, was ein explosive Mischung ergibt, die den Leser wirklich durchgängig mitreißt und auf ganz intensiver Art und Weise berührt, unterhält, provoziert und mit sehr vielen fundierten historischen Hintergründen und Meilensteinen deutscher Rheingeschichte informiert. Auf zwei Zeitebenen und Handlungssträngen gastiert dieser historische Leseevent. Mit einem äußerst spannenden Prolog werden erste Fragen aufgeworfen, die den Leser mit Neugierde und Entdeckerfreude durch die Seiten bringen. Wir schreiben das Jahr 1815 in der legendären Schlacht um Waterloo. Ein Unbekannter ist mit einem geheimen Auftrag zwischen Waterloo und Belle-Alliance unterwegs. Diese Zeitebene scheint zunächst zweitrangig zu sein, wie man jedoch als Leser schnell erkennt, sind diese stets kurz gehaltenen Rückblicke, Passagen und Einschübe für den aufbauenden Zusammenhang der Hauptgeschichte um das Jahr 1822 sehr wichtig und wegweisend. Franziskas Vater verstarb im Jahre 1815 Franziska Vater, der als französischer Offizier im Namen Napoleons an der Front kämpfte. Er hinterließ seine rheinländische Frau Luise und die Geschwister Christian und Franziska. Christian und Franziska, die durch ihre gemischten Wurzeln und Herkunft zwar eine sehr liebevolle Kindheit genießen konnten, aber stets abweisend und mit Vorurteilen von der Gesellschaft behandelt wurden und bis heute (die Gegenwart im Roman um 1822) behandelt werden. Diese kurzen Rückblicke in das Jahr 1815 bereichern den Roman sehr, auch wenn es nur 7 Jahre sind, die diese Handlungsstränge voneinander trennen, dieser Ebenenwechsel steigert die Spannung sehr und bringt eine gelungene Dynamik in den Plot. Hier wird der Leser ganz nach „Salamischeibchentaktik“ nach und nach mit Informationen, Hintergründen, Zusammenhängen und Antworten bedient, was den Leser regelrecht in die Geschehnisse einbindet und ihn zu Mutmaßungen, Spekulationen und eigenen „Recherchen“ anregt. Perfekt. So lebt und liest man einen Roman unheimlich gerne.
Im Gros handelt dieser atmosphärische und bildgewaltige Roman jedoch im Jahre 1822 im auftreibenden Coblenz. Viele zieht es an die Rheinufer. Die Geschwister Franziska und Christian Berger wachsen nachdem ihr Vater in der Schlacht um Waterloo gefallen ist, bei ihrem Onkel auf.

Christian arbeitet als Pionier bei der preußischen Armee und Franziska unterstützt die Familie des Onkels im Haushalt. Ein riesiges und imposantes Bauwerk entsteht über der geschichtsträchtigen Stadt Coblenz, die ruhmreiche Festung Ehrenbreit. Von preußischer Hand geplant und von preußischer Ingenieurskunst erschaffen. Der gewissenhafte und penible Premier-Lieutenant Rudolph Harten geht ganz und gar in diesem Bauwerk auf, die Feste ist sein Lebenswerk, sein ganzes Herzblut steckt darin und die Errichtung dieses Bauwerks erfüllt ihn mit Stolz und Ansehen. Als jedoch Teile der geheimen Baupläne verschwinden, wird ausgerechnet Christian Berger des Diebstahls und Verrats bezichtigt. Es ist natürlich leicht, einem Halbfranzosen diesen Raub in die Schuhe zu schieben. Christian wird verhaftet und kommt in den Arrest, wo ihn harte Strafen und Folterungen drohen. Seine Schwester Franziska ist von der Unschuld ihres Bruders überzeugt. Ihr egoistischer und erfolgsgieriger Onkel lehnt es ab, sich für seinen Neffen zu verwenden, da er Angst um seine eigenen Aufträge hat. Franziska macht sich selbst auf die Suche um die Unschuld ihres Bruders zu beweisen und fasst einen folgenschweren Plan… Ihre Weg kreuzt sich mit dem des kleinlichen, brüsken und sehr genauen Ingenieurs Rudolph Harten, auch Rudolph will alles daran setzen, den wahren Dieb der Unterlagen zu entlarven, denn hier geht es um weit mehr als Landesverrat, Diebstahl und Unterschlagung, hier geht es um Verantwortung und ein Lebenswerk… .

Eine Frau geht ihren Weg und bahnt sich ihr Schicksal in einer harten und schwierigen Zeit…

Ein Mann hält an seinen Plänen und seinem Lebenswerk fest und muss auch mal lernen über seine preußischen Allüren und Gepflogenheiten hinwegzusehen und über seinen Schatten zu springen…

Zum Schreibstil:
Die Autorin Maria W. Peter begegnet mir im Genre der historischen Romane immer wieder. Schon lange Zeit habe ich mir vorgenommen, endlich einen ihrer hochgelobten und begeistert rezensierten Romane zu lesen und mir ein eigenes Bild ihrer Talente zu machen. „Fortunas Rache“ steht bei mir noch ungelesen im Bücherregal. Ihren brandaktuellen historischen Roman „Die Festung am Rhein“ wollte ich nicht so lange warten lassen… Die Autorin verdient die vielen Lobeshymnen und Lobpreisungen ihrer historischen Romane zu Recht. Die ambitionierte und sehr gewissenhafte Schriftstellerin Maria W. Peter besitzt genau das richtige Stilmittel, was ich in historischen Romanen so sehr schätze und begrüße. Die Autorin hat sich sofort in mein Herz geschrieben, ich mag ihre gewählte Erzählweise, die Dramaturgie ohne jeglichen Kitsch, die fundierten Fakten und Hintergründe, die sich zu einer äußerst fesselnden Geschichte bündeln und von großem Können sprechen. Die Autorin Maria W. Peter schafft Nähe und Verbundenheit, sie nimmt den Leser völlig selbstverständlich mit in eine andere Zeit. Sie entführt ihre Leserschaft an historische Orte, lässt den Leser die Gerüche und Atmosphäre wahrnehmen, sie teilt das Leid und die Liebe der Charaktere mit den Lesern. Hier liest man nicht nur, nein, hier ist man im 19. Jahrhundert an den Rheinufern spürbar dabei. Eine gewählte Sprachmelodie, zeitgemäße Gesellschaftsformen, Etikette, Stand und Status, Glanz und Gloria, Hierarchien und die Machtgefüge der Armee und des Militärs. Eine Schlacht, ein Krieg, der seine Spuren hinterlässt. In diesen mehr als 605 Seiten geballten historischen Roman kann man ebenso von einem Lebenswerk sprechen. Die Autorin hat hier sehr viel Recherche, Akribie, fundiertes Wissen und authentische Settings und Begebenheiten zu einem bildgewaltigen und wortgewandten Roman verwoben, der beeindruckt, fesselt, mitreißt, informiert, provoziert und das Herz erwärmt. Ein großer Pluspunkt beim Lesen ist der intelligente Schachzug der Autorin, wie sie mit der Neugierde der Leser spielt. Hier schafft sie genau das richtige Maß um den Leser nicht zu verärgern, ihn aber auch nicht zu langweilen oder es dem gebannten Romanleser nicht allzu einfach zu machen. Ja, diesen Roman erlebt man als Leser regelrecht. Die schönste Zeit des Lebens wird zur schönsten Zeit des Lesens. Sehr bemerkenswert und gekonnt formuliert Maria W. Peter zeitgemäße Dialoge ohne überladen oder aufgesetzt zu erscheinen. Ein feines Händchen und eine gelungene Gratwanderung zwischen den 7 Jahren von 1815 bis 1822. Keinesfalls gekünstelt, sehr anmutig, gehoben und der einstigen Zeit entsprechend. Neben der Sprachkunst des historischen Romans setzt sie auch auf entsprechendes Flair und Atmosphäre, und entsprechend eingestreut und verwebt sind all die historischen Fakten, Gepflogenheiten und Bräuche, und das Strafmaß bei Landesverrat. Hierarchien, Gesetze, Intrigen, Verderben, Sitten, Gebräuche, Frauenbilder, Charakterstudien und Landbesitzansprüche. Autorin M.W. Peter versteht ihr Können, selbstsicher und mit ausgiebiger Recherche begibt sie sich in die vergangene Zeit. Wenn man sich über die Autorin informiert und auch das interessante Nachwort und Glossar zum Roman liest, wird man sehen und anerkennen, welche Verbundenheit sie zu ihren Romanen pflegt. Ganz großartig und lobenswert!

Schauplätze:
Wie ein lebendig gewordener Streifzug durch das aufstrebende 19. Jahrhundert, was sich im Umschwung befindet. Das Rheinland und Coblenz, sowie Cölns Archive. Die geformten, realen und überaus detaillierten Schauplätze überzeugen durch Atmosphäre, Gerüche, Gesellschaft und vielen authentischen Details. Eine Vergangenheit wird neu zum Leben erweckt. Hier erstreckt sich ein wahres Panorama, wie man es sonst nur von Kunstgemälden, Stillleben und Dokumentationen kennt. Hier gibt es nicht nur Orte des Ansehens, der Klasse und des hohen Standes, des Größenwahns, der Kriegsschauplätze und der Macht des Militärs, nein hier gibt es auch Orte der Zuflucht, der Hilfe und Hoffnung. Ein Streifzug durch Gassen, Familien, Handwerkskunst, Gilde und dem Regierungsgefüge im rheinländischen Raum um das historische Coblenz und Cöln. Mit seinen Burgen, Festen und Stadtmauern. Hier gibt es enorme Atmosphäre, Gesellschaftsformen, Handel, Handwerk, Obrigkeiten und die Härte des damaligen Lebens. All die atemberaubenden Kulissen aus Marktplatz, Flussufer und Gassen Coblenz und zeitweise auch Cölns laden zu einem geschichtlichen Streifzug ein. Historische Atmosphäre, die Kluft zwischen Arm und Reich, das Stigma der Herkunft, die Vorurteile und Klischees der Preußen, Rheinländer und Franzosen, das Verderben, der Egoismus und die Hilflosigkeit und die Leichtgläubigkeit. Autorin W. Peter gibt in ihrem Roman immer ein authentisches und zeitgemäßes Bild der Schauplätze wieder. Dies bezieht sich nicht nur auf das Stadtbild, nein, sie entführt den Leser an die Örtlichkeiten, zeigt das Leben und Leiden der Familien, der Obrigkeiten, der Bollwerke, durchforstet alte Berichte, besucht Familien und Gesindel, durchdringt die Armee und kriegerische Führung Napoleons und baut das Bild eines zeitgemäßen Romans.
Hier lobe ich die intensive und authentische Recherche der Autorin. Sie schreibt mit viel Hintergrund, eigenem Wissen und Erfahrungen und ausgiebiger Kenntnis. Hier spürt der Leser viel Herzblut und Verbundenheit zur Epoche und zur Geschichte des heutigen Koblenz und Kölns.

Sehr genau hat sie die Eindrücke eingefangen und gibt diese im Buch an die Leser weiter. Maria W. Peter hat in trefflichen Momenten immer ein sehr genaues Bild der Umgebung geschaffen und überzeugt und überrascht mich genau damit vollkommen.

Charaktere:
Bei der Wahl der Charaktere punktet die Autorin, denn die wichtigen Hauptcharaktere und auch die treffenden Nebenrollen bieten ein vollkommenes Bild und repräsentieren die damalige Zeit und die Gesellschaftsformen. Zur einprägsamen Kulisse hat W. Peter genauso einprägsame Persönlichkeiten in ihrem historischen Roman erschaffen. Bei der Ausformung und Darstellung der einzelnen Charaktere aus Haupt- und Nebenrollen hat die Autorin aus den Vollen geschöpft. Hier bietet die passionierte Schriftstellerin wunderbare Charakterstudien, die den Leser hie und da zum Schmunzeln bringen und ihm mehr als ein Lächeln entlocken. Gerade der preußische Lieutenant Rudolph Harten wird den Leser mit seiner brüsken Art wunderbar klischeehaft unterhalten. Man würde ihn glatt als Genie bezeichnen, der mit Sozialkompetenzen auf Kriegsfuß steht. Obwohl er zu Franziska Gefühle entwickelt, kann er manchmal einfach nicht aus sich heraus. Außerdem scheint er physisch und psychisch völlig mit seinem Bauvorhaben der Feste Ehrenbreitstein verheiratet zu sein. Da bleibt für ihn rechts und links des Bauvorhabens wenig Blick und Kapazität. Doch Franziska hat einen Plan gefasst und will die Unschuld ihres Bruders um jeden Preis beweisen. Und dafür muss sie mit Rudolph zusammenarbeiten. Hier treffen charakteristisch gesehen Welten aufeinander und dem Leser bietet sich ein emotionales und mitreißendes zwischenmenschliches Schauspiel. Wow. Aber auch einprägsame Nebencharaktere wachsen zu einer Größe heran. So hat sich der Bursche Fritz mit seiner wachen und forschen Art direkt in mein Leserherz geschrieben. Ihm verdankt der Roman vieles, auch wenn es augenscheinlich erst gar nicht danach aussieht. Ganz ganz besonders beschäftigt hat mich die Figur des Malers und Schotten Alasdair Mc Baird, dieser hat sich ohne Umwege in mein Herz geschrieben, doch war ich stets wachsam und spielte stets mit der Sorge, dass ihm Übles angelastet werden könnte… Ein Zerreisspiel, ein spannendes Zerreisspiel.

Die Autorin Maria W. Peter zeigt sich zudem sehr mutig und bringt interessante und hitzige Dialoge und Schlagabtausche mit sich. So bereichert Fritz unverkennbarer Dialekt den sprachlichen Gehalt des Romans sehr, aber auch Rudolphs und Franziskas Dialoge gehören zu den sprachlichen Höhepunkten in der Umsetzung. Sie gehen zunehmend in die Tiefe und bieten einen Blick auf die einzelnen Charaktermerkmale. Hier wird auf intelligentem und dezentem Maß auch Gesellschaftskritik geübt, die Bezug zur Gegenwart nimmt. Franziska verkörpert das Leben und den Geist der Rheinländer, Rudolph den der skeptischen und kleinlichen Preußen. Rudolph jongliert mit den Gedanken und Fragestellungen, sowie Ansätzen, dass es nicht die Lösung sein kann, durch Krieg und Zerwürfnis ganzer Länder und Kulturen, Freiheit und Fortschritt sowie Aufstreben durch Hass, Hetze und Angriff durchzusetzen. Bei diesen heißen Diskussionen um Politik, Regierung, Macht und Gesellschaftssysteme lernen sich die halbfranzösische Rheinländerin und der Preuße mit neuem Blickwinkel kennen. Zumindest im kleinen Kreis lässt sich erhoffen, dass ein altes Kriegsbeil begraben werden kann. Maria W. Peter zeigt ein bewegendes Frauenbild, dass durch ihre Protagonistin Franziska ganz nah und intensiv erscheint. Die Autorin schafft hier ein stimmiges Bild der Persönlichkeiten und formt das passende Umfeld, die passende Aura und den Status der Charaktere gleich dazu. Eine sehr runde und feine Mischung aus Hauptprotagonisten und wichtigen Nebenrollen.


Meinung:
Eine Autorin mit Suchtpotential. Zuerst möchte ich die einzigartige Schreibkunst und Nähe dieser Autorin hervorheben. Vor vielen Jahren habe ich "Die Wanderhure" von Iny Lorentz gelesen und blieb unvergessen. Mit Maria W. Peter habe ich mein Faible für historische Romane deutscher Kulissen und Schauplätze mit starken weiblichen Hauptrollen wiederentdeckt. Authentische und reale Schauplätze und Personen mischen sich hier mit der sagenhaften Schreibkunst und Liebe zum Detail dieser beherzten und sympathischen Autorin, so stammt ein wunderbar glaubwürdiges und unterhaltsames Werk aus der Feder dieser ambitionierten und verbundenen Autorin. Hier ist einmal der Umgang mit den hiesigen Sitten, die Schauplätze, die Kleider und Speisen, die Wortwahl und die nahen und intensiven Dialoge, der Hass, der Verrat, die Gesetze und Kaltblütigkeit… Zwischen all dem Verderben wächst eine großartige Liebe. Hier hat die Autorin sehr genau auf das Ausmaß geachtet um nicht in einen Liebesroman abzuschweifen und ich finde es ist ihr sehr galant gelungen. Eine perfekte Mischung und ein perfekter Mix aus zwei wichtigen Säulen, auf denen dieser historische Roman gebaut ist.
Ich wurde unterhalten, durfte gespannt die Dinge verfolgen, wurde in die Irre geführt und fühlte mich in das Geschehen samt Nervenkitzel eingebunden.

Maria W. Peter bedient viele historische Fakten und bewegende Emotionen und glänzt mit Spannungsspitzen und Erholungsinseln und Überraschungen und den vielen Problemen der vergangenen Zeit und auch den Problemen auf den Weg zur Selbstbestimmtheit und leiser Emanzipation und Auflösung böser Vorurteile. Dramatische Verstrickungen, abgründige Hintergründe und die Schicksale spielen hier eine zentrale Rolle im Roman, das macht das Buch erst zum richtigen Lesegenuss, gepaart mit unschlagbaren Charakteren.

Nur ungern vergleiche ich Autoren und dessen Werke untereinander, aber hier muss ich es einfach mal erwähnen. Die Autoren Iny Lorentz haben mich einst zu historischen Romanen geführt, durch Maria W. Peter habe ich diese Leseleidenschaft wieder entdeckt und bestätigt...

Parallel erfahren wir mehr über die politischen Querelen jener Zeit und den Konflikt zwischen Franzosen und Preußen, zwischen Schotten und Engländern und der Rheinkultur. Daraus ergibt sich natürlich reichlich Zündstoff!

Sehr interessant fand ich die in die Handlung eingewobenen historischen Hintergründe, die gemeinsam mit der zarten und unaufdringlichen Liebesgeschichte um Franziska und Rudolph einen unterhaltsamen und lehrreichen historischen Roman ergeben.

Kritikpunkt:
Hier müsste ich schon mit der Lupe die Kritiknadel im Heuhaufen suchen. Jegliche Kritik ist Nörgeln auf hohem Niveau. Im letzten Drittel könnte ich anmerken, dass die militärischen und politischen Hierarchien, Konstellationen, Allianzen und Gefüge etwas undurchsichtig erscheinen können, wenn man historisch auf diesem Pfad nicht arg bewandert ist. Aber all die einzelnen Meilensteine und Fakten in den Roman zu verweben, hätte ich auch nicht gewünscht. So darf man sich mit eigener Recherche oder dem Lesen des stimmigen Nachwortes samt Glossar weiteres Wissen aneignen oder die Begebenheiten und Entwicklungen einfach so stehen lassen, wie im Roman ausgeführt. Diese Kritik ist "Meckern" auf hohem Niveau, denn der Roman ist stimmig, begeisternd, nah, authentisch und rund.

Die Autorin:
"Maria W. Peter ist seit ihrer Kindheit dem Zauber längst vergangener Zeiten erlegen. Bereits während ihres Studiums an der Universität des Saarlandes und der Université de Metz, arbeitete sie als Journalistin. Nach einem Fulbright-Stipendium an der „School of Journalism“ in Columbia/Missouri begann sie, exakt recherchierte historische Romane zu schreiben. Ihr 2014 erschienener Roman „Die Küste der Freiheit“ über deutsche Einwanderer während der Amerikanischen Revolution wurde für den Homer-Literaturpreis nominiert und war zudem auf der Shortlist des LovelyBooks-Leserpreises 2015. Heute ist Maria W. Peter als freie Autorin tätig und pendelt zwischen dem Rheinland und dem Saarland."

Zum Cover:
Das Cover ist eine stimmige Einladung zum spannenden, dramatischen und bewegenden historischen Roman. Stimmig gewählt und dem Genre entsprechend. Ein geschwungener Schriftzug deutet auf die künstlerische Feinheit hin. Die Rheinkulisse im Hintergrund und eine Frau mit dem Blick über die Schulter. Das Schriftbild ist sehr angenehm und locker. Das Buch liegt bequem in der Hand und neigt löblicherweise nicht zu Leserillen. Tolle Kapiteleinleitungen und sehr viel Zusatzmaterial. Hier ist um das Wohl und die Zufriedenheit der Leser gesorgt. Wow.

Fazit:
Das Buch lässt mich zurück, mit einem wirklich positiven Gefühl für einen sehr gut recherchierten und mit Herzblut geschriebenen Roman zu Zeiten des 19. Jahrhunderts in und um das heutige Koblenz und Köln. Aber Achtung: diese Autorin besitzt einen Suchtfaktor, ihre Bücher begeistern!

Für alle neugierigen Leser, biete ich hier einen Blick auf meine persönliche Lesechronik mit meinen einzelnen Eindrücken zum bewegenden Leseerlebnis auf höchstem Niveau:
https://www.lovelybooks.de/bibliothek/Floh/lesestatus/1450429607/

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72 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

braten, einfach, einfache rezepte, fisch, fleisch, gemüse, grundrezepte, kochbuch, kochen, küche, lecker, leicht, maultaschen, meeresfrüchte, schnell

Smart Cooking

Björn Freitag , Hubertus Schüler
Fester Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 21.04.2017
ISBN 9783954531288
Genre: Sachbücher

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Picknickglück

Pia Deges , Michael Ruder
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Hölker Verlag, 02.03.2017
ISBN 9783881171274
Genre: Sachbücher

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

abenteuer, bürgermeister, conni, emma schweiger, ferien, freunde, freundschaft, gefahr, hotelprojekt, insel, kanincheninsel, kinderbuch, naturschutz, sommerferien, t-rex

Conni & Co 2 - Das Buch zum Film (mit Filmfotos)

Vanessa Walder
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.03.2017
ISBN 9783551559340
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das Buch zum Film! Der Film zum Buch! Egal, Hauptsache gut. Wer Interesse an Sommer, Sonne, Ferien, Abenteuer und Kopfkino oder Lesekino hat, der sollte sich Connis zweites großes Kinoabenteuer in Buchform mit „Conni und Co 2“ von der Autorin Vanessa Walder nicht entgehen lassen. Feriensommerlich, naturverbunden, herzlich, abenteuerlich, losgelöst und überraschend. Hier ist ein sympathisches Mädchen, unsere bekannte Conni (im Film gespielt von Emma Schweiger) die Hauptfigur und wir Leser und /oder Zuschauer dürfen uns mit der lebensfrohen und quirligen Conni in ein spannendes und ideengeladenes Sommerabenteuer stürzen. Ein wunderbares und unvergessliches Abenteuer, welches sich beim Lesen wie fast wie ein wunderbarer Kinderkinofilm anfühlt. Wunderbare Lesemomente und besonders feinfühlige Botschaften des sozialen Zusammenlebens, der Selbstbehauptung, der Courage, des Mitgefühls und der Familie. Nicht zu verwechseln mit der bekannten Conni-Buchreihe des Carlsen Verlags, aber eine Conni, die an die erfolgreichen Kinderbücher angelehnt ist, sich aber in einer ganz eigenen und individuellen Umsetzung zeigt. Hier ist unsere bekannte Conni Patin für ein ganz neues Lesen und Filmereignis. Erschienen im Carlsen Verlag (https://www.carlsen.de/)

Inhalt / Beschreibung:
"Conni und ihre Freunde verbringen wie jedes Jahr ihre Sommerferien auf der Kanincheninsel vor den Toren der Stadt. Doch das Naturparadies ist in Gefahr: Der Bürgermeister und ehemalige Schuldirektor Möller will ein Hotel auf der Insel bauen. Und Connis Vater soll der Architekt des neuen "Gigantotels" werden. Als Hund Frodo einen Dinoknochen auf der Insel findet, ist das für Conni & Co die Chance, deren Zerstörung zu verhindern. Conni nimmt den Kampf auf: Rettet die Kanincheninsel!

Ein lustiger und spannender Roman der erfolgreichen Kinder- und Jugendbuch-Autorin Vanessa Walder - zum nächsten Kino-Hit mit vielen deutschen Leinwand-Stars. Mit den schönsten Fotos aus dem Film."

Darum geht es / das erwartet den jungen und immer jung gebliebenen Leser:
Wer neugierig auf eine einladende Sommergeschichte, nein halt, einem einladenden Sommerabenteuer ist der sollte bei „Conni & Co 2 – Das Geheimnis des T-Rex“ unbedingt zugreifen. Dieses hübsch und liebevoll gestaltete Hardcover Buch mit der schönen großen und lockeren Schrift, dem ansprechendem Schriftbild, den vielen spannenden und überschaubar lang gehaltenen Kapiteln und den vielen Filmset-Fotos ist das gleichnamige Pendant zu aktuellen erfolgreichen zweiten Kinofilm für Jung und sich auf jeden Fall wieder absolut jungfühlend, um nicht sagen zu müssen Alt…

Sommer, Sonne, eitler Sonnenschein. Die Geschichte beginnt inmitten der langersehnten Sommerferien. Conni und ihre Freunde haben die Hausaufgaben, Schularbeiten und das Pauken hinter sich gelassen und genießen die freien Ferienwochen in vollen Zügen. Unweit von ihrem Zu Hause befindet sich die Kanincheninsel, ein Fleckchen Erde, was dem Kinderparadies auf Erden gleichkommt. Unberührt, abenteuerlich und inspirierend für allerhand Ideen und Mutproben. Mit einem Bootssteg, einem Baumhaus, einem See und einem Sprungturm (siehe Filmaufnahmen im Mittelteil des Romans). Hier dürfen Kinder noch Kinder sein und der Leser, egal ob noch in den Kinderschuhen, oder schon Jahrzehnte daraus entwachsen, dürfen dieses unbeschwerte Gefühl der Leichtigkeit und der Sommertage genießen. Wow.

Schon seit Jahrzehnten wird die legendäre Kanincheninsel besonders im Sommer von den Neustädter Kindern beherrscht. Eine Art Tradition mit Kultstatus. Kinder an die Macht (so besang es schon Herbert Grönemeyer). Doch in diesem Sommer kommt alles anders und das Kinderparadies scheint in Gefahr zu sein. Der letzte Insel-Sommer für die Neustädter Schüler? Denn so ein wunderschönes Fleckchen Erde lässt sich natürlich prima vermarkten und zu schnellem Geld machen. Diese Lunte hat nun auch der schrullige Erste Bürger von Neustadt gerochen und der Bürgermeister plant einen imposanten Hotelkomplex auf eben dieser idyllischen und naturbelassenen Insel, dem Kleinod der Kids. Was könnte den Bürgermeister jetzt noch stoppen? Wo er doch all seine Pläne schon geschmiedet hat und man die Planierraupen schon anrollen hört? Conni, ihr kleiner Bruder Jakob, Freundin Billi und Co setzen alles daran, die Insel vor dem Kommerz zu retten und ein besonderer Fund spielt ihnen da in die Hände…

Für Leser und Leserinnen, die Ferien mögen, die sich gern in der Natur aufhalten, die ebenso engagiert und mutig oder nicht mutig sind wie die Figuren aus der Geschichte, die Bibi Blocksberg mögen, oder Pippi Langstrumpf, die die Drei Fragezeichen verschlungen haben, die Vorstadtkrokodile mögen, oder sich einfach nur gern in bezaubernden Geschichten verlieren können…. Ein Buch für alle!!!!

Meinung:
Mit „Conni und Co 2 – Das Geheimnis des T-Rex“ startet der zweite sensationelle Kinofilm auf den Leinwänden. Das passende Pendant ist dieser abenteuerliche Roman für Kinder ab etwa 8 Jahren aus dem Hause Carlsen Verlag. Oftmals werden erfolgreiche Bücher / Kinderbücher anschließend verfilmt. Wie es sich hier verhält weiß ich gar nicht. Was war zuerst da? Das Buch oder der Film? Oder ist beides parallel entstanden und aus einem Herz und einem Projekt entsprungen? Das wird es sein, denn das Buch zieren ansprechende Fotos vom Set und aus dem Film. Das Cover lässt auf das Filmplakat schließen und zeigt einige der bekannten deutschen Schauspieler und Darsteller des erfolgreichen Kinohits. Da dieses Kinderbuch so lebendig und atmosphärisch geschrieben ist, ersetzt es beinahe einen Kinobesuch. Doch egal, wie man es hält, ob man das Buch vor dem Film liest, oder den Film sieht und Lust auf das Buch bekommt… man will es beides erleben. Absolut! Eines aber ist gewiss, dieses Conni und Co Lese- oder Filmevent unterscheidet sich von den üblichen Conni und Co Büchern und Büchlein. Mit dem Buch zum Film halten wir ein Kinderbuch in den Händen, was mit einer Umsetzung besticht, die anders al in den „normalen“ Conni-Geschichten, auch die Perspektiven der Eltern und Erwachsenen mit einbezieht und ausführt. Hier wurde lediglich die Romanfigur und Identitätsperson Conni mit ihren Freunden als Vorlage und Richtmaß genommen. Ansonsten hat dieses Buch Projekt keinerlei Parallelen und Gemeinsamkeiten zu den bekannten Umsetzungen der legendären und beliebten Conni und Co-Geschichten (Vorlesebücher, Bilderbücher, Pixi Büchlein und co).

Zudem ist dieser Kinohit-Roman oder der Roman-Kinohit, wie man es will, aus der Feder einer ganz neuen Autorin entsprungen. Hier hat sich die deutsche Kinderbuchautorin Vanessa Walder ihre Buchidee sehr bildhaft zu einem harmonischen Kinderbuch für junge Leser ab 8 Jahren zur Aufgabe gemacht und umgesetzt. Voller Ideen, Abenteuer, Inspirationen, lustigen Dialogen, feinen Botschaften, bestimmten Gratwanderungen und ganz viel Liebe zum geschriebenen und verfilmten Wort. Eine fixe Idee wurde zu einem glanzvollen Buch, diesen Herzenswunsch zur Geschichte hat sich die Autorin im Carlsen Verlag verwirklicht, und all die aufregenden und spannenden Momente dieser Sommerferien in Neustadt in einer runden und sehr unterhaltsamen Kinderbuchgeschichte zum Ausdruck gebracht. Mit Conni können sich junge Leser schnell identifizieren, aber auch für Jungen würde diese Geschichte ein spannendes Abenteuer und eine Herzensangelegenheit beherbergen. Was mich besonders reichhaltig überrascht ist, wie wohl ich mich auch als erwachsene Leserin in diesem Buch fühle. Ja, der werde ich beinahe nostalgisch und fühle die wunderschönen Momente meiner Kindheit aus meinen Erinnerungen hervorsprudeln. Ein ganz tolles Leseerlebnis für Jung und Alt. Ganz besonders gelungen, und für ein Kinderbuch für mich auch immer sehr wichtig, sind die sozialen Botschaften, die dieses Buch vermittelt. Ganz dezent verwoben und ohne mahnenden Fingerzeig. Hier gibt es kindliche, aber auch erwachsene Situationen die erklärt und thematisiert werden. Je nach Alterstufe und Reife des Lesers kann daraus für das soziale Zusammenleben und die Gesellschaft etwas mitgenommen werden. Diese Geschichte bereichert also gleich auf mehreren Ebenen. Perfekt. Aber keine Sorge, im Fokus steht hier wirklich der Lesegenuss und das Abenteuer und Gefühl eines Sommers. Freundschaft, Zusammenhalt, Stärke, Strategie und Mut. Ich fühlte mich wie in einem bunten Kinderkinofilm mit einer absolut lebhaften Handlung.

Neben der tollen Sommergeschichte dürfen sich die Zuhörer, Zuschauer, Selbstleser und Geschichtenliebhaber, sowie Conni-Fans auch immer wieder über zauberhafte kleine Vignetten zu jedem neuen Kapitel, einigen Filmaufnahmen im Mittelteil und zusätzlichen Informationen im Anhang des Buches freuen.

Dieses Buch sehe ich als eine gelungene Geschenkidee für kleine Leseratten und Geschichtenliebhaber. Für Jungen und Mädchen und sogar für Erwachsene. Und da sich dieses Buch in jedem Kinderzimmer zu Hause fühlen wird, wird man mit Conni und Co das kindliche Bücherregal sehr bereichern und vielleicht einen Kinobesuch nachziehen, oder das Buch nach dem Kinofilm ins Visier nehmen. Es lohnt sich allemal! So darf, nein genauso muss Kinderbuch sein!

Der sehr flüssige, altersgerechte, alltägliche und sympathische Erzählstil mit seinen Perspektivenwechsel gestaltet das Lesen sehr leicht und flüssig. Hier wird nichts überdehnt oder überzogen. Die Sätze sind recht kurz und daher der Zielgruppe angepasst. Dieses Buch stellt keine Leseherausforderung dar, sondern den reinen Lesegenuss. So soll es sein, um Freude an einem Buch zu haben. Vanessa Walder schreibt mit sehr viel Herz und Verbundenheit. Sie lässt Worte zu Bildern werden und verströmt eine sympathische und atmosphärische Aura und Grundstimmung, die jeder Leser mit eigenen Werten und Erfahrungen ausweitet und zu einem persönlichen Leseerlebnis werden lässt. Die ambitionierte Kinderbuchautorin V. Walder steht zu ihrem Buch, sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, jungen Lesern eine schöne Zeit mit einer tollen und vielleicht unvergesslichen Geschichte zu ermöglichen. Ihr Wortschatz ist modern, geprägt von Witz und Charme. Die fängt Stimmungen ein und lässt den Leser genügend Raum für eigene Interpretationen und eigener Fantasie. Hier wird angeregt, aber nicht auferlegt. Ist es nun ein Fluch oder ein Segen, dass der nervige kleine Bruder von Conni mit auf die Insel wollte anstatt bei der herzlichen und genialen Omi Marianne zu bleiben? Auch hier lässt Walder den Lesern die Möglichkeit selbst zu sondieren, ob ein kleiner Bruder ein unliebsames Anhängsel ist, oder ob man ihn einfach in die Gruppe integriert. Sehr gut gemacht, stets fein im Alltag vieler Familien beobachtet und in die Geschichte verwoben. Und das ist nur eines der Dinge, mit denen sich Leser auseinandersetzen können, aber natürlich nicht müssen. Schön, ich bin sehr angetan und würde jederzeit weitere Geschichten und Bücher aus der talentierten und ambitionierten Feder von Vanessa Walder lesen.

Das Buch ist sehr hochwertig verarbeitet, der Einband absolut nobel und qualitativ, die Seiten sind angenehm fest, und eine harmonische und sommerliche Farbgestaltung im Coverdesign insgesamt. Ein empfehlenswertes Buch für die ganze Familie, denn um die Familie geht es hier in diesem Buch auch. Um Familie, Vertrauen, Freundschaft, Miteinander, Füreinander und Zusammen. Hochwertige Verarbeitung, ein schön gestaltetes Hardcover und gute Qualität.

Die Autorin:
"Vanessa Walder wurde 1978 in Heidelberg geboren und wuchs in Wien auf. Schon während ihres Jurastudiums veröffentlichte sie Kurzgeschichten. Nach drei Jahren als Journalistin schrieb sie ihren ersten Jugendroman und machte sich als Schriftstellerin selbstständig. Seit 2001 sind zahlreiche Kinder- und Jugendbücher von ihr erschienen, die in 25 Sprachen übersetzt wurden. Vanessa Walder lebt heute in Berlin."



Fazit:
Ein sehr herzallerliebstes, sympathisches und qualitatives Buch, welches junge Leseratten anspricht, aber auch den Jungs gefallen wird. Dinos, Mutproben, Abenteuer, Raufereien, Pläne, Vorhaben und ganz viel Draußen-sein!!!! könnte. 5 Sterne vergebe ich für diese rundum ausgefeilte und sommerliche Geschichte um Conni, der Kanincheninsel und zur Rettung des Ferienidylls.

P.S. als Erwachsene habe ich lange nicht mehr so ein tolles Lesegefühl erlebt. Daher mein Tipp an jedem Leser, der den Kinderschuhen schon entwachsen ist: Einfach mal wieder zu einem Kinderbuch greifen und in Erinnerungen schwelgen. Das ist sommerliches Seelenfutter! Fantastisch!!!!!

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Der Weltatlas

Angelika Sust , Dr. Heike Herrmann
Fester Einband: 116 Seiten
Erschienen bei Kosmos, 05.10.2015
ISBN 9783440148211
Genre: Kinderbuch

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Kohl

Hildegard Möller
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Kosmos, 06.08.2015
ISBN 9783440148198
Genre: Sachbücher

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Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423640329
Genre: Jugendbuch

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Fangirl

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.07.2017
ISBN 9783446257009
Genre: Jugendbuch

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Tiere in der Nacht

Katja Baier
Pappbuch: 24 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 13.03.2017
ISBN 9783649622666
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Den Kindern die Geräusche und die Artenvielfalt der Nacht begreifbar machen? Gar nicht so einfach. In den Ferien und Urlauben machen wir gern eine Nachtwanderung mit den Kindern um auch den Lebensraum der Tiere bei Nacht erleben und entdecken zu können. Nachts sind alle Katzen grau? Nicht unbedingt, denn manche Tiere können gerade in der Dämmerung oder in der Dunkelheit besonders wachsam und erfolgreich auf Beutezug und Jagd gehen. Wer sich nachts durch die Wälder, Lüfte, Parks und Gärten treibt, erfahrt ihr hier. Denn mit dem akustischen und entdeckerischen Mitmach-Sachbuch „Tiere in der Nacht“ gibt es nicht nur atemberaubender Fotografien, Bildmaterial, Sachtext und Wissen, sondern auch 12 echte Tierstimmen, die uns Nachtigall, Fuchs, Grasfrisch, Grille, Kautz und Co erklären und begreifbar machen. 12 unterschiedliche heimische Tiere und Vögel werden erkannt, erklärt, gehört und mit einem individuellen Steckbrief versehen. Hier erleben wir eine wunderbare Mischung aus professionellen Tier-Fotografien, Momentaufnahmen, feinen Illustrationen und Vignetten, liebevolle Gestaltung der Seiten und eine klare Struktur und Organisation im Buch.
Erschienen im Coppenrath Verlag (https://www.coppenrath.de/)

Inhalt / Beschreibung:
"Tiere in der Nacht. Wer ruft und raschelt in der Nacht? Mit diesem Soundbuch lernen kleine und große Tierfreunde 12 verschiedene Tierarten kennen. Mit vielen Fotos, spannenden Sachinformationen und den echten Stimmen von Tieren, die in Dämmerung und Dunkelheit unterwegs sind."

Meinung / Eindrücke / Erfahrung:
Eine Nachtwanderung ist für Familien mit Kindern ein ganz großartiges Erlebnis. Mit diesem bildenden Sachbuch für Weltentdecker ab etwa 6 Jahren (unter Aufsicht und Anleitung gern auch für jüngere Tierfreunde) wird so ein Streifzug durch die Dämmerung und der nächtlichen Dunkelheit zu wahren Erlebnis. Dieses Buch ist in der Theorie und in der Praxis ein guter Begleiter. Denn hier gibt es in diesem Buch nicht nur was zu gucken, sondern auch zu hören und ganz viel Fachwissen in kindgerechter Sprache zu erfahren! Und das in allerbester Qualität: 12 heimische Tiere, die besonders nachtaktiv sind und nachts jagen oder ihr Revier durchqueren. Jeweils mit echten Tierstimmen zu erleben und bestimmen. Mit Naturaufnahmen und ganz viel Hintergrund und Unterscheidungsmerkmalen zur Brut, Nahrung, Paarung und Aussehen. Wer hätte gedacht, woher bei den Käuzen der Begriff „Ästling“ herrührt? So erfährt, liest, entdeckt, erkundet, erlebt und hört man heute!

Soundbücher aller Art sind bei meinen beiden Kindern sehr beliebt. Auch ich befasse mich gern mit dieser Art von Vorlese-Bilderbuch. Schön ist es zu erleben und zu beobachten, wie intensiv und ausgiebig meine beiden Kinder sich dieser Art der Bücher widmen. Mit großem Interesse und viel Konzentration werden die Soundbücher bei uns besonders gern in die Hand genommen und erlebt. Es wird beobachtet, erzählt, gefragt, klassifiziert, bestimmt, benannt und nachgeahmt. Ein kurzweiliger bildender Zeitvertreib. Ob daheim oder mitten in der Natur. In der Theorie und in der Praxis. Für unsere nächste Nachtwanderung im Familienurlaub im Mai wird dieses Buch unser Begleiter werden. Ob wir schon eine Grille hören können? Oder müssen wir da auf den Hochsommer warten? Aber vielleicht kommt uns ein Fuchs des Weges? Oder ein schnarchender Igel? Wir sind gespannt.

Die Freude bei meinen Kindern über dieses neue Soundbuch war sogleich sehr hoch. Als ich dann noch das Buch entsichert hatte und den Sound auf „an“ gepolt habe, waren meine zwei Kinder wie gewohnt völlig begeistert. Toll, diese Freude bei seinen Kindern zu sehen. Ein Buch was Geräusche macht, sich gut greifen und aufschlagen lässt und die bekannten Tiere einmal bei Nacht thematisiert ist ein wunderbar bereicherndes Erlebnis. Zuordnen, Zuhören, Erkennen und Erfahren. Schnell und einfach ist das Buch zum Leben erweckt. Sehen, Hören und Entdecken. Auf der rechten Soundleiste finden wir eine Übersicht über die 12 Tiere und Tierstimmen. Kennst du sie alle? Hast du sie vielleicht schon einmal gehört? Dieses Buch lädt zu einem Dialog ein. Ob durch entsprechender Tierstimme, durch eigene Erzählungen und Erfahrungen, durch selbst erlebten, durchs Vorlesen und oder Betrachten. Das Buch ist wunderbar klar strukturiert und bietet eine gute Organisation und ein schnelles Zurechtfinden. Mit dem stimmigen Vorlese-Wissenstext lassen sich Informationen und Anmerkungen sowie Hintergrund und Wissen aneignen und vertiefen. Dieses Pappbilderbuch ist sehr fest und stabil. Leider vermisse ich einen Ausschalter, denn das Buch lässt sich nicht deaktivieren und bei Bedarf ausschalten. Schade, ein Ausschalter wäre eine schlaue Lösung. Der Wechsel der Batterien sollte kein Problem darstellen, mit einer kleinen Schraube wird das Batteriefach verschlossen und sollte leicht von einem Erwachsenen zu öffnen sein.

Das Buch ist hochwertig, stabil und fest. Ideal für die kleinen Kinderhände und intensiven Gebrauch. Hier ist die Qualität hoch anzurechnen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Bücher auch nach einigen Wochen intensiven Lesen und Bespielen noch sehr gut aussehen und die Ecken und Kanten nicht ausgefranst oder angeschlagen erscheinen. Aus dieser Buchreihe ist das Buch „Vögel in Feld und Wald“ ebenfalls bei uns zu Hause und wird schon seit vielen Wochen entdeckt und immer wieder gern erlebt und sieht noch aus wie fast neu. Ich denke, dass uns auch das aktuelle Buch „Tiere in der Nacht“ ebenso hochwertig erhalten bleibt. Die Lautstärke des Buches lässt sich nicht regulieren. Neben Alltagsgeräuschen lässt sich das Buch trotzdem gut vernehmen. Wenn es jedoch sehr still und leise ist, gerade am Abend vor der Bettgehzeit, erscheint das Buch doch sehr laut und störend. Daher habe ich hier den frontalen Lautsprecher mit einem Klebestreifen abgeklebt um den Ton etwas zu dämmen. Wäre der Lautsprecher rückseitig, wäre es vielleicht gar nicht unbedingt erforderlich gewesen. Die letzte Buchseite ist recht klobig und dick, hier verbergen sich die Technik und die Soundleiste samt Lautsprecher und Bedienfeld. Das Buch wird für Kinder ab etwa 6 Jahren empfohlen. Meine beiden Kinder (Tochter 3,5 Jahre; Sohnemann 23 Monate) zeigten sich jedoch bereits sehr begeistert und interessiert für das Buch. Meine Tochter war sehr an den Wissenstexten interessiert, die ich ihr nach und nach vorgetragen habe. Die Sachbuchtexte sind aber sicherlich eher für ältere Kinder zu verstehen. Aber für die Jüngsten stehen hier die Bilder und die Geräusche, sowie das Erleben und Erfahren im Fokus. Ein Buch, was mitwächst und für mehrere Entwicklungsstufen der Kinder etwas zu bieten hat. Hier wurde eine tolle Idee zu einem Kinder-Sachbuch mit aussagekräftigen und animierenden Texten und klaren Tierfotografien samt authentischen Sounds zusammengetragen. Ein erlebnisreiches Sach- und Erlebnisbuch, welches durch die 12 individuellen Tierstimmen an neuer Dimension erlangt und ohne Zubehör und Folgekosten neuartigen Bilderbuch- und Hörspaß verspricht. Dieses Buch begeistert Groß und Klein auf 24 ansprechenden und liebevoll designten Doppelseiten.

Fazit:
Wir sind und bleiben noch lange treue Leser und Entdecker dieser Soundbücher! Dieses Buch hier ist eine besondere Empfehlung, da es die Möglichkeit bietet, die Tiere und Lebensräume samt Tierstimmen bei Nacht zu erleben und zu bestimmen. Die nächste Nachtwanderung darf kommen!!!!! 5 Sterne Tipp für kleine und große Weltentdecker!

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