Leserpreis 2018

Fornikas Bibliothek

479 Bücher, 454 Rezensionen

Zu Fornikas Profil
Filtern nach
480 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Smoke and Ashes (Sam Wyndham)

Abir Mukherjee
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Harvill Secker, 07.06.2018
ISBN 9781911215141
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurz vor Weihnachten wird es sogar in Calcutta kalt. Doch in der Bevölkerung brodelt es, die friedlichen Proteste unter Gandhi arten immer mehr aus, und dann sagt sich auch noch Prinz Edward zum königlichen Besuch an. Doch Sam Wyndham hat noch ganz andere Probleme, eine Leiche nämlich. Über die ist er bei seinem letzten Besuch in einer Opiumhöhle gestolpert. Doch am Tag nach dem Fund ist sie verschwunden. Eine Halluzination im Drogenrausch? Oder steckt doch mehr dahinter?

 „Smoke and ashes“ ist bereits der dritte Band mit dem sympathischen Duo, und auch diese Geschichte hat mich sofort wieder in ihren Bann gezogen. Die Atmosphäre passt einfach perfekt, die aufgepeitschte Stimmung in der Gesellschaft ist fast greifbar. Auch Sams innere Unruhe wird sehr authentisch dargestellt, seine Sucht wird immer mehr zum Problem und man leidet als Leser mit. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Kriminalfall hinter irgendwelchen Unpässlichkeiten zurückstehen muss. Spannend und mitreißend gestaltet sich die Suche, Überraschungen sind vorprogrammiert, der fiktive Fall mischt sich hervorragend in die historischen Gegebenheiten. Mukherjee erzählt leichtfüßig, aber nicht seicht. Mir hat dieser spannende Ausflug ins Indien der 1920er wieder hervorragend gefallen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(48)

89 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

"dresden":w=10,"nachkriegszeit":w=5,"krimi":w=4,"pervitin":w=3,"kinder":w=2,"band 3":w=2,"max heller":w=2,"frank goldammer":w=2,"geschichte":w=1,"serie":w=1,"schule":w=1,"polizei":w=1,"eifersucht":w=1,"erinnerungen":w=1,"zweiter weltkrieg":w=1

Vergessene Seelen

Frank Goldammer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.06.2018
ISBN 9783423262019
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

34 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

"männer":w=1,"heimat":w=1,"marokko":w=1,"deutsche autorin":w=1,"roadmovie":w=1,"bergbau":w=1,"longlist deutscher buchpreis":w=1,"hanser,carl":w=1,"dtsch.bpreis-longlist":w=1,"ölbohrinsel":w=1,"trauer/trauerarbeit":w=1,"anja kampmann":w=1,"sprachintensiv":w=1,"wie hoch die wasser steigen":w=1

Wie hoch die Wasser steigen

Anja Kampmann
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 29.01.2018
ISBN 9783446258150
Genre: Romane

Rezension:

Auf einer Ölplattform mitten in stürmischer See verliert Waclaw unerwartet seinen besten Freund, seinen Mitbewohner, seine Liebe. So wie Mátyás sein Leben verliert, so verliert Waclaw seine Perspektive. Er macht sich auf die Suche nach Mátyás Wurzeln, seinen eigenen, seiner Herkunft. Und scheitert fast an dem Versuch sich wiederzufinden.

 Anja Kampmanns Roman lebt oft vom Ungesagten, von subtilen Hinweisen versteckt zwischen den Zeilen. Das macht einerseits den Reiz des Buches aus, es andererseits dadurch aber auch anstrengend. Die Handlung wird chronologisch erzählt, dabei aber eher in einzelnen Szenen, die nur grob miteinander das große Ganze bilden. Emotionen, auch allgemein ein Blick in das Innere der Hauptfigur werden nur spärlich gewährt, es fällt schwer sich mit Waclaw zu identifizieren. Ich fand es schade, dass die Welt, die ihn prägt (die Bohrinsel nämlich) nur so wenig Raum in der Handlung einnimmt, stattdessen irrt Waclaw quasi atemlos durch die Welt. So reduziert die Gefühlswelt im Roman, so überladen Waclaws Reiseroute, hier hätte ich mir gerne etwas weniger Stationen gewünscht. Mir hat der Roman durchaus irgendwo gefallen, aber wirklich abgeholt hat er mich nicht.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

"biografie":w=1,"tierarzt":w=1

Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe: Geschichten einer furchtlosen Landtierärztin

Astrid Brandl
E-Buch Text: 272 Seiten
Erschienen bei Piper ebooks, 17.09.2013
ISBN 9783492960540
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(75)

120 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 71 Rezensionen

"paris":w=6,"liebe":w=4,"zweiter weltkrieg":w=4,"juden":w=4,"judenverfolgung":w=3,"krieg":w=2,"suche":w=2,"holocaust":w=2,"freundschaft":w=1,"familie":w=1,"tod":w=1,"geschichte":w=1,"vergangenheit":w=1,"leben":w=1,"frankreich":w=1

Zwischen uns ein ganzes Leben

Melanie Levensohn
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.08.2018
ISBN 9783596702718
Genre: Romane

Rezension:

Béatrice steckt in Schwierigkeiten, denn ihr Job scheint auf einmal gar nicht mehr so sicher. Auch in der Beziehung kriselt es, und so ist es ein Glück, dass sie zufällig auf die alte Jacobina trifft. Die braucht nicht nur ein bisschen Unterstützung im Alltag, sondern muss auch noch ein langgegebenes Versprechen einlösen.

Fast ein Jahrhundert vorher, muss auch Judith schwierige Zeiten durchstehen. Als Jüdin hat sie im Paris der 1940er immer weniger Rechte und schwebt bald sogar in Lebensgefahr.

 Ich mag Geschichten, die über Generationen hinweg spielen, eigentlich ganz gerne, diese hier konnte mich aber nicht überzeugen. Mir hat die Grundidee gut gefallen, die Umsetzung fand ich dann aber einfach zu platt und süßlich. Es fehlt an Tiefe, es fehlt auch an „neuen“ Ideen. Zudem verrät der Klappentext viel zu viel, sodass mich eigentlich keine echten Überraschungen mehr erwartet haben. Was nicht vorher verraten wurde, errät man als Leser zudem noch sehr schnell, sodass keine echte Spannung aufkommt. Die Figuren waren recht einfach gestrickt, Jacobina mochte ich ganz gerne, weil sie ein paar Ecken und Kanten zu bieten hat, die anderen liefen einfach so mit. Auch sprachlich ist der Roman sehr einfach gehalten, schön zum Kopf ausschalten, mir war das jedoch zu wenig. Insgesamt ein Roman, der sich ganz nett lesen lässt, sonst aber nicht viel zu bieten hat.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

22 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

"rassismus":w=4,"krimi":w=3,"usa":w=2,"mord":w=1,"spannung":w=1,"amerika":w=1,"kriminalroman":w=1,"verbrechen":w=1,"ermittlung":w=1,"historischer krimi":w=1,"atlanta":w=1,"amerikanische geschichte":w=1,"polizeigewalt":w=1,"polizeiroman":w=1,"harte polizeiarbeit":w=1

Darktown

Thomas Mullen , Berni Mayer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 12.11.2018
ISBN 9783832183530
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

1948 treten acht ganz besondere Männer ihren Dienst an. Beim Atlanta Police Department werden acht Farbige eingestellt, um in den farbigen Vierteln – abfällig Dark Town genannt – für Ordnung zu sorgen. Doch schnell wird klar, dass ihre Dienstmarke nicht denselben Wert hat wie die eines weißen Officers, und so stehen Boggs und Smith bald machtlos vor der Leiche einer toten farbigen Frau. Die Ermittlungen sind eingestellt, noch bevor sich wirklich begonnen haben. Doch die beiden geben nicht auf.

 Thomas Mullens Roman ist eine gekonnte Mischung aus Gesellschaftskritik und Krimi. Der Rassismus, die Abscheu und die Erniedrigungen, die die acht Männer ertragen müssen, all das nimmt großen Raum im Roman ein, trotzdem erschlägt diese Thematik den Leser nicht. Der Autor versteht es hervorragend beim Leser Emotionen zu wecken, ich war über die geschilderten Zustände oft wütend… und machtlos. Die Figuren gehen ganz unterschiedlich mit diesen Problemen um, es gibt sowohl auf der Täter- wie auch Opferseite viele Facetten, deren Bandbreite dem Leser erst nach einiger Zeit klar wird. Leider bleiben sie auch oft auf ihre Funktion in der Geschichte reduziert, richtig viel Innenleben abseits des Offensichtlichen gab es leider nicht. Dafür ist der historische Kontext sehr gut aufgearbeitet, lediglich ein Nachwort mit genaueren Informationen wieviel Fiktion denn nun genau im Buch steckt, habe ich vermisst. Der Erzählstil hat mir ganz gut gefallen, der Autor versteht es eine bedrückende Atmosphäre aufzubauen, die mich schnell in ihren Bann gezogen hat. Insgesamt ein sehr interessanter Roman über acht Männer, vor denen man wirklich nur den Hut ziehen kann.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(42)

91 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 25 Rezensionen

"maxim biller":w=3,"sechs koffer":w=3,"roman":w=1,"familie":w=1,"verrat":w=1,"geheimnisse":w=1,"biografie":w=1,"familiengeschichte":w=1,"prag":w=1,"deutscher autor":w=1,"tschechien":w=1,"zürich":w=1,"kgb":w=1,"generationenroman":w=1,"deutscher buchpreis":w=1

Sechs Koffer

Maxim Biller
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.08.2018
ISBN 9783462050868
Genre: Romane

Rezension:

Jede Familie hat so ihre Eigenheiten, viele vielleicht auch kleine und große Geheimnisse. In der Billerschen Familie geht es um die große Frage, wer denn nun damals den Großvater Tate denunziert hat; diese Tat endete mit dessen Hinrichtung. Keine Kleinigkeit also, die da auf der von Prag nach Hamburg emigrierten Familie lastet.

 Ich kam mit dem Buch nicht zurecht, oder das Buch nicht mit mir. Die Figuren fand ich in Ansätzen interessant, aber das war es auch schon. Weder der Ich-Erzähler, noch andere mysteriöse Figuren wie sein Onkel Lev haben mich irgendwie fesseln können, berühren schon gar nicht. Jeder verdächtigt hier jeden, und was eigentlich eine große Sache sein sollte (schließlich ist der Großvater ermordet worden), verliert sich irgendwie in dem Hickhack wer denn nun wem Geld schuldet, die Beziehung vergiftet oder sonstwie geschadet hat. Ich hatte das schnell satt, dieses ewige Gezanke. Die Frage nach dem „echten“ Schuldigen kann ich nach der Lektüre nicht beantworten, falls sich die Antwort irgendwo zwischen den Zeilen versteckte, dann habe ich darüber hinweggelesen, wahrscheinlich auch, weil ich die Lektüre hinter mich bringen wollte. Gut gefallen haben mir die verschiedenen Erzählperspektiven (auch wenn die wie gesagt keine große Erleuchtung bringen), der Blick in den Alltag der 1960er und die Erfahrungen der emigrierten Familie. Ansonsten sind die sechs Koffer an mir vorbeigegangen, ohne mich wirklich zu berühren.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(75)

92 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

"australien":w=7,"thriller":w=4,"spannung":w=2,"candice fox":w=2,"crimson lake":w=2,"ted conkaffey":w=2,"krimi":w=1,"rache":w=1,"vergewaltigung":w=1,"band 2":w=1,"ermittlung":w=1,"fortsetzung":w=1,"detektive":w=1,"lesenswert":w=1,"sydney":w=1

Redemption Point

Candice Fox , Thomas Wörtche , Andrea O'Brien
Flexibler Einband: 439 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 02.10.2018
ISBN 9783518468982
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Doppelmord in Crimson Lake! Eigentlich ist das verschlafene australische Nest kein typischer Schauplatz für solch grausige Taten, und so ist die Polizei ganz froh, dass sich die Detektivin Amanda Pharell und ihr Partner Ted Conkaffey in die Ermittlungen einklinken. Doch Letzterer wird bald darauf abgelenkt, denn seine Vergangenheit droht ihn einzuholen.

 „Redemption Point“ ist bereits der zweite Band mit dem eigenwilligen Ermittlerduo und konnte bei mir wieder punkten. Ted und Amanda sind sehr unterschiedlich, ergänzen sich aber perfekt. Wo der eine zu sehr grübelt, ist die andere oft sehr impulsiv usw. Diesen Gegensatz mag ich sehr gerne, immer wieder kommt auch so neuer Schwung in die Handlung. Die ist aber ansonsten mitnichten langweilig, denn der Doppelmord und auch die neuen Entwicklung in Teds Fall (er wurde fälschlicherweise der Vergewaltigung angeklagt) sorgen dafür, dass man förmlich an den Seiten klebt. Dazu trägt natürlich auch die lockere Schreibweise bei, denn die Geschichte liest sich sehr flüssig. Etwas mehr Tiefgang, gerade im Hinblick auf Teds Vergangenheit wäre schön gewesen, ist jetzt aber kein großes Manko. Insgesamt hat mich „Redemption Point“ sehr gut unterhalten, und ich bin schon gespannt was die zwei als Nächstes erleben werden.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(75)

114 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

"roman":w=6,"blumen":w=5,"liebe":w=2,"familie":w=2,"verlust":w=2,"erinnerung":w=2,"botanik":w=2,"david whitehouse":w=2,"abenteuer":w=1,"belletristik":w=1,"reise":w=1,"drama":w=1,"new york":w=1,"suche":w=1,"märchen":w=1

Der Blumensammler

David Whitehouse , Dorothee Merkel
Fester Einband: 346 Seiten
Erschienen bei Tropen, 04.11.2018
ISBN 9783608503739
Genre: Romane

Rezension:

Mit einem Liebesbrief fängt alles an. Peter findet ihn in einem verstaubten Bibliotheksbuch, und ihm scheint die kurze Liste mit sechs außergewöhnlichen Blumen nicht mehr aus dem Kopf zu gehen. Obwohl er eigentlich sonst weder ein spontaner noch ein reisefreudiger Mensch ist, befindet er sich plötzlich auf einer Reise um die Welt auf der Spur dieser seltenen Pflanzen.

 

David Whitehouse hat mich schon mit seiner Reise in einem gestohlenen Bibliotheksbus überzeugt, dass er wunderbare und etwas schrullige Geschichten kann. Auch der Blumensammler passt in diese Kategorie. Ich mochte den etwas langweiligen Peter auf Anhieb, denn er hat ein gutes Herz und den Mut sein Leben auch mal anders anzupacken. Seine irrwitzige Reise hat viel Spaß gemacht, nebenbei hat man einiges über Blumen gelernt und wird ganz wunderbar unterhalten. Der zweite Handlungsstrang rund um Dove, der ca. 30 Jahre später als Peters spielt, hat mich nicht immer überzeugen können. Man muss sich hier auf die „magische“ Verbindung einlassen können, und das ist mir nicht richtig gelungen. Der Erzählstil bleibt natürlich immer derselbe, und den mochte ich wiederum so sehr, dass ich die etwas schwächeren Szenen auch gut verschmerzen konnte. Insgesamt ein unterhaltsamer Roman, der den Leser auf etwas schrullige Art in die Welt der Botanik entführt.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(54)

73 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

"england":w=3,"natur":w=3,"vögel":w=3,"ornithologie":w=3,"len howard":w=3,"verhaltensforschung":w=2,"vogelkunde":w=2,"eva meijer":w=2,"roman":w=1,"frauen":w=1,"20. jahrhundert":w=1,"wissenschaft":w=1,"kommunikation":w=1,"starke frauen":w=1,"hardcover":w=1

Das Vogelhaus

Eva Meijer , Hanni Ehlers
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 27.08.2018
ISBN 9783442757947
Genre: Romane

Rezension:

Vor einem kleinen Häuschen im englischen Sussex steht ein Schild „Bitte kein Besuch.“ Warum? Hier lebt und forscht Len Howard über die Vögel in ihrem Garten, die nach kurzer Zeit so zutraulich sind, dass sie es sich auch im Haus gemütlich gemacht haben. Die Beziehungen untereinander, ihr Gesang, der Charakter jedes einzelnen Tieres wird liebevoll und gleichzeitig akribisch erforscht und für die Nachwelt festgehalten.

Die niederländische Autorin Eva Meijer hat das Leben der Vogelkundlerin zur Vorlage für ihren Roman gewählt. Howards Bücher über ihre Vögel waren zu Lebzeiten sehr bekannt und geschätzt, sind heute aber eher in Vergessenheit geraten. Umso schöner, dass man auf diese Weise wieder ihrer erinnert. Schon allein der Werdegang von einer professionellen Geigerin hin zu jemandem, der abgeschieden ganz dem Hobby frönt, das er schon von Kindesbeinen an pflegt, war sehr faszinierend zu lesen. Howard war nicht etwa studierte Biologin, sondern hat sich einfach schon immer gerne mit den gefiederten Bewohnern ihres Gartens befasst. Auch die Widrigkeiten, die ihr als „Laie“ begegneten lässt die Autorin nicht aus, und so bekommt man einen sehr guten Einblick in Howards Leben und Wirken. Leider hat mir der Erzählstil nicht so richtig zugesagt, der ist sehr ruhig (wahrscheinlich um die Vögel nicht zu erschrecken), aber auch ohne echte Emotion. So war ich zwar von den Abschnitten über das Vogelverhalten gefesselt, der fiktive Teil über die Forscherin war aber eher schleppend zu lesen. Trotzdem bin ich froh auf „Das Vogelhaus“ gestoßen zu sein, denn so habe ich einiges über meine gefiederten Balkonbesucher gelernt.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(55)

71 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 57 Rezensionen

"england":w=6,"biografie":w=5,"sachbuch":w=3,"biographie":w=3,"19. jahrhundert":w=3,"großbritannien":w=3,"victoria":w=3,"queen victoria":w=3,"königin":w=2,"viktorianisches zeitalter":w=2,"kaiserin":w=2,"albert":w=2,"geschichte":w=1,"kinder":w=1,"frauen":w=1

Queen Victoria

Julia Baird , Hans Freundl , Maria Zettner
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), 01.09.2018
ISBN 9783806237849
Genre: Biografien

Rezension:

„Victoria war eine Königin in Schwarz-Weiß, die so leidenschaftlich regierte, wie sie liebte.“
Über Queen Victoria, die Namensgeberin eines ganzen Jahrhunderts, hat so ziemlich jeder ein paar Fakten im Kopf. Doch was davon stimmt wirklich? Die Australierin Julia Baird räumt mit vielen dieser Halbwahrheiten auf, und das auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise. Schon nach wenigen Kapiteln war ich von Bairds Erzählung gefesselt, denn ihre Biografie liest sich sehr gut, fast wie ein historischer Roman. Man merkt gleichzeitig aber die vielen Jahre der akribischen Recherche in jeder Zeile, viele Zitate werden eingebunden ohne dass sie die Texte überlaufen, einige Fotografien und Gemälde geben zusätzliche Informationen preis. Die Fakten hinter den Fakten kann der besonders interessierte Leser im Anhang finden. Baird erzählt weitestgehend chronologisch, erklärt Ereignisse und Persönlichkeiten aber immer auch im großen Zusammenhang, sodass man nicht nur sehr viel über Victoria selbst, sondern auch über ihre Mitmenschen, Vor- und Nachfahren erfährt. So wie sich hinter ihr nicht nur eine Königin, sondern auch eine liebende Ehefrau, eine aufopferungsvolle Mutter und nicht zuletzt Tierfreundin verbirgt, so wird auch das 19. Jahrhundert immer wieder neu beleuchtet und auf die gesellschaftlichen Veränderungen eingegangen.
Ich habe Bairds faszinierende Biografie sehr gerne gelesen, eine großartige Möglichkeit die Frau hinter dem Mythos kennen zu lernen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(112)

204 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 81 Rezensionen

"überwachung":w=5,"computer":w=4,"weimar":w=4,"nsa":w=4,"thriller":w=3,"historischer roman":w=2,"nationalsozialismus":w=2,"drittes reich":w=2,"fiktion":w=2,"ns-zeit":w=2,"totale überwachung":w=2,"programmstrickerin":w=2,"komputer":w=2,"roman":w=1,"geheimnisse":w=1

NSA - Nationales Sicherheits-Amt

Andreas Eschbach
Fester Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 28.09.2018
ISBN 9783785726259
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Bereits 1851 hat Lord Babbage den Vorläufer der heutigen Komputer erfunden. Die Technik hat seitdem riesige Fortschritte gemacht und so verfügen im Jahre 1942 viele Menschen über ein tragbares Volkstelefon, einen eigenen Komputer, schicken sich über das Weltnetz Elektropost oder diskutieren in den vielen Foren. Auch die Nationalsozialisten machen sich die Technik zu Nutze, im NSA, dem Nationalen Sicherheitsamt, werden sämtliche Daten jedes Einzelnen gespeichert, verarbeitet und ausspioniert. Dort arbeitet Helene als Programmstrickerin, deren Job bald zu einem Kriegsentscheidenden wird.

 Das Gedankenexperiment des Autors hat mich schon sehr interessiert. Was wäre, wenn im Dritten Reich schon die Möglichkeiten von heute verfügbar gewesen wären? Hat man sich erst mal an die eingedeutschen Begriffe wie z.B. Komputer, Parole (=Passwort), Weltnetz etc. gewöhnt, findet man sich schnell in der neuen Welt zurecht. Diese birgt neben dem historisch verbrieften Schrecken des Nationalsozialismus nun auch die Gefahren des gläsernen Ichs, und es wird mehr als deutlich was private Daten in den falschen Händen anrichten können. Ich fand die Ausführungen des Autors sehr authentisch, erschreckend und auf eine sehr verquere Art faszinierend. Erzählt wird dieses Szenario sehr anschaulich, selbst für mich komplexere Themen wie die Funktionsweise von Komputerprogrammen werden gut erklärt und waren so für mich nachvollziehbar. Den Erzählstil fand ich sehr ansprechend und so war ich schnell an die Seiten gefesselt. Die Figuren fand ich insgesamt ganz ok, es wäre aber sicherlich noch mehr drin gewesen. Helene als „Gute“ im Spiel bleibt etwas auf ihre Rolle reduziert und hätte durchaus mehr Tiefe vertragen können. Eugen als Gegenspieler fand ich schon spannender, doch auch er bleibt oft zu blass. Abgesehen von diesen fiktiven Figuren, kommen natürlich auch viele historische Persönlichkeiten vor, seien es die Oberen des Naziregimes, bekannte Wissenschaftler, oder auch bekannte Opfer der Nationalsozialisten. Alle werden recht authentisch dargestellt, und spielen perfekt mit den fiktiven Figuren zusammen.

Insgesamt fand ich NSA sehr gelungen, ein erschreckendes Gedankenexperiment, das einerseits zum Nachdenken anregt und andererseits aber auch großartig zu unterhalten weiß.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(129)

167 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 110 Rezensionen

"thriller":w=5,"liebe":w=4,"roman":w=4,"angst":w=4,"lügen":w=4,"psychothriller":w=4,"haiti":w=4,"krimi":w=3,"journalistin":w=3,"abgrund":w=3,"panikattacken":w=3,"mord":w=2,"spannung":w=2,"usa":w=2,"geheimnis":w=2

Der Abgrund in dir

Dennis Lehane , Steffen Jacobs , Peter Torberg
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070392
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rachel dachte eigentlich immer, dass die Suche nach ihrem unbekannten Vater das größte Rätsel ihres Lebens ist. Doch diese Suche wird immer unwichtiger als Panikattacken beginnen ihr Leben zu bestimmen. Halt findet sie in ihrer Ehe. Doch die ist auch nicht was sie zu sein scheint.

 Dennis Lehane hat einen psychologischen Roman geschrieben, der sich auch sprachlich sehen lassen kann. Leider kommt die Geschichte nur sehr schleppend in Gang, fast die komplette erste Hälfte bekommt man nur recht gediegene Szenen aus Rachels Leben serviert. Die zweite Hälfte konnte dann einiges wett machen, trotzdem war ich am Schluss nicht komplett vom Handlungsverlauf überzeugt. Lehanes Figuren hingegen sind sehr gut gemacht, Rachel wird sehr authentisch beschrieben und man kann jeden Gedanken in ihrem Kopf nachvollziehen. Ihre Entwicklung habe ich gerne verfolgt, auch wenn ich die Totalverwandlung gegen Ende etwas übertrieben fand. Ein weiterer Pluspunkt des Romans ist seine sprachliche Gestaltung, ich mochte Lehanes Stil sehr; der hat mir auch über die etwas schwächeren Passagen geholfen, sodass ich den Roman unterm Strich recht gerne gelesen habe. Sicherlich nicht Lehanes bestes Werk, aber durchaus mit lesenswerten Momenten.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(74)

136 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

"tod":w=4,"familie":w=3,"geschwister":w=3,"wahrsagerin":w=2,"roman":w=1,"freundschaft":w=1,"spannung":w=1,"usa":w=1,"leben":w=1,"amerika":w=1,"angst":w=1,"schicksal":w=1,"hoffnung":w=1,"zukunft":w=1,"familiengeschichte":w=1

Die Unsterblichen

Chloe Benjamin , Norbert Möllemann , Charlotte Breuer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 29.10.2018
ISBN 9783442758197
Genre: Romane

Rezension:

Vier Geschwister machen sich im heißen New Yorker Sommer von `69 auf den Weg zu einer Wahrsagerin. Sie soll das Todesdatum von jedem vorhersagen können. Alle vier bekommen eine Antwort auf ihre Frage, eine Antwort, die ihren weiteren Lebensweg bestimmt. Jeder der vier hat einen ganz eigenen Weg mit dieser Antwort umzugehen.

 Chloe Benjamins Roman über das Leben der vier Mitglieder der Familie Gold ist ein nachdenklich machender Familienroman. Man macht sich Gedanken darüber, wie sich das eigene Leben ändern würde, wüsste man das eigene Sterbedatum. Die vier Geschwister zeigen dann auch im Umgang mit diesem Wissen die komplette Bandbreite von Ignoranz bis zum völligen Glauben an das vorhergesagte Datum. So unterschiedlich ihr Umgang damit, so unterschiedlich sind auch ihre Persönlichkeiten. Ich fand an jedem der vier etwas was mir sehr sympathisch war, aber auch Züge, die ich nicht leiden konnte. Es hat Spaß gemacht sie kennen zu lernen und ihren Lebensweg zu verfolgen, denn die Autorin lässt uns tief in die Köpfe schauen. Allgemein fand ich ihren Erzählstil sehr ansprechend, sie baut eine dichte Atmosphäre auf, zeichnet ihre Charaktere sehr gut und verbindet ihre außergewöhnlichen Lebensgeschichten sehr gekonnt mit aktuellen Ereignissen. Mir hat der Erzählstrang um Varya (und somit der letzte Teil des Buches) leider nicht mehr ganz so gut gefallen, sodass mir das Ende der Familiengeschichte etwas verhagelt wurde. Trotzdem habe ich den Roman sehr gerne gelesen, und bin schon sehr auf weitere Bücher der Autorin gespannt.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(77)

160 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

"london":w=4,"mortal engines":w=3,"science fiction":w=2,"rache":w=2,"tom":w=2,"medusa":w=2,"philip reeve":w=2,"krieg der städte":w=2,"fahrende städte":w=2,"fantasy":w=1,"kinderbuch":w=1,"abenteuer":w=1,"krieg":w=1,"reihe":w=1,"verrat":w=1

Mortal Engines - Krieg der Städte

Philip Reeve , Gesine Schröder , Nadine Püschel
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 24.10.2018
ISBN 9783596702121
Genre: Fantasy

Rezension:

In ferner Zukunft sind die Ressourcen der Erde erschöpft, Städte und Dörfer sind nicht mehr fest verankert, sondern ziehen raubend und plündernd durchs Land. Gefressen oder gefressen werden lautet das Motto. Das Leben des jungen Historikergehilfen Tom gerät unversehens durcheinander als er seinem Vorbild und Idol Valentine das Leben rettet. Die Attentäterin Hester Shaw umgibt jedoch eine ganz andere Geschichte als man erwarten könnte. Und so ist Tom mehr als überrascht als er sich an ihrer Seite auf dem Weg durch die Außenlande befindet.

 

Ich war recht gespannt auf Reeves gelobte Serie, doch so richtig ist bei mir der Funke nicht übergesprungen. Mir gefällt seine Vorstellung vom düsteren London, vom Gildensystem, der gesellschaftlichen Hierarchie. Der Kampf ums Überleben jedes einzelnen und der Städte insgesamt wird nachvollziehbar dargestellt, quasi das Endergebnis unserer Ressourcenverschwendung von heute. Leider fand ich die Figuren alle recht platt, so richtig Zugang gab es zu keinem. Auch der Erzählstil war mir zu einfach, vieles wird nur angerissen, Beschreibungen etc. hätten gerne ausführlicher sein dürfen. Ich hatte oft das Gefühl ein Kinder-/Jugendbuch zu lesen, erwartet hatte ich einen Roman, an dem auch Erwachsene Freude haben können. Die Grundidee hat mir wirklich gut gefallen, die Ausführung weniger, sodass ich mir die Fortsetzungen dann wohl doch schenken werde.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(92)

127 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 74 Rezensionen

"alkohol":w=4,"roman":w=3,"freundschaft":w=3,"loyalitäten":w=3,"familie":w=2,"schule":w=2,"einsamkeit":w=2,"verantwortung":w=2,"sucht":w=2,"dumont":w=2,"frankreich":w=1,"trauer":w=1,"eltern":w=1,"deutsch":w=1,"streit":w=1

Loyalitäten

Delphine de Vigan , Doris Heinemann
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 12.10.2018
ISBN 9783832183592
Genre: Romane

Rezension:

Biologielehrerin Hélène ist sich sicher, dass ihr Schüler Théo nicht einfach nur ein etwas verschlossenes Kind ist, sondern ein echtes Problem hat. Doch was, das weiß sie nicht. Mathis, Théos bester Freund dagegen schon. Schließlich stehlen sie sich jede freie Minute in ein Versteck der Schule, um sich zu betrinken.

 „Loyalitäten“ ist ein recht kurzer Roman, der es trotzdem in sich hat. Théos Verfall ist nicht leicht mit anzusehen, seine Verzweiflung, aber auch seine vergeblichen Bemühungen an der familiären Situation etwas zu ändern. Die ist wirklich zerfahren, die Eltern geschieden, seit Jahren sprechen sie kein Wort mehr miteinander, der Vater versinkt in Einsamkeit. Ich konnte mich mit der Haltung der Mutter bis zum Schluss nicht anfreunden, mir erschien sie zu unrealistisch; das hat mich dann doch oft aus dem Lesefluss gerissen. Sehr gut gelungen ist die Darstellung von Hélènes Bemühungen, allgemein die Reaktionen im Schulsystem empfand ich als sehr authentisch. Trotz dieser aufwühlenden Thematik beobachtet man als Leser das Geschehen doch eher distanziert, ich hätte mir mehr Emotionen, mehr Nähe gewünscht. Delphine de Vigan hat einen leisen Weg gewählt, um ihre Geschichte zu erzählen, für mich wurde hier allerdings Potential verschenkt, weil oft die Distanz zur Handlung zu groß war.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(100)

148 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

"faust":w=12,"historischer roman":w=8,"mittelalter":w=5,".teufel":w=4,"gaukler":w=4,"oliver pötzsch":w=4,"der spielmann":w=3,"reihe":w=2,"historie":w=2,"zauberei":w=2,"goethe":w=2,"pötzsch":w=2,"faustus":w=2,"#derspielmann":w=2,"magie":w=1

Der Spielmann - Die Geschichte des Johann Georg Faustus

Oliver Pötzsch
Fester Einband: 784 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 21.09.2018
ISBN 9783471351598
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der junge Johann versteht die Welt nicht mehr, denn nach dem plötzlichen Tod der Mutter setzt ihn der Vater einfach vor die Tür. Doch Johann würde nicht Der Glückliche genannt werden, würde er seinen Weg nicht finden. Dieser führt ihn in die Arme des Magiers Tonio del Moravia, der ihn bald als Lehrling mit den verschiedensten Künsten vertraut macht. Auch mit den dunklen.

 Der sagenumwobene Dr. Johannes Faust hat nicht nur Goethe und Marlowe inspiriert, sondern auch Oliver Pötzsch. Er hat dieser vielumschriebenen Persönlichkeit mit seinem historischen Roman noch einmal ganz neues Leben eingehaucht. Sein Faustus ist ein wissbegieriger, kluger Kopf, der jedoch auch vor den dunklen Künsten nicht zurückschreckt. Trotz dieser dunklen Seite war er mir schnell sympathisch, und man kann sein Denken und Handeln immer gut nachvollziehen. Dieses Hin und Her zwischen Gut und Böse macht einen großen Reiz der Geschichte aus, man drückt Faustus immer die Daumen, dass er letztendlich auf der richtigen Seite landen möge. Seine wissenschaftlichen Ausflüge fand ich ebenfalls sehr spannend, er bewegt sich zeitweilig unter den klügsten Köpfen seiner Zeit und so gibt es einiges zu lernen. Natürlich kenne ich Goethes Faust, und so war es immer wieder schön an ganz unverhofften Stellen Zitate daraus zu finden. Mir hat der Erzählstil unglaublich gut gefallen, der Autor beschreibt die Geschichte von Faustus in buntesten Farben, egal ob es sich dabei um die farbenfrohe Gauklertruppe oder die düstere Magie von Moravia handelt. Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich, ich habe mit Johann gebangt und gehofft, gelacht und gelernt. Ein toller Historienschmöker, der altbekanntem Stoff neues Leben einhaucht. Band Zwei wird schon jetzt sehnlichst erwartet.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(39)

69 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

"deutschland":w=3,"nationalsozialismus":w=2,"juden":w=2,"wolfsburg":w=2,"volkswagen":w=2,"roman":w=1,"familie":w=1,"spannung":w=1,"historischer roman":w=1,"drittes reich":w=1,"familiensaga":w=1,"hitler":w=1,"deutsche geschichte":w=1,"1930er jahre":w=1,"1933":w=1

Eine Familie in Deutschland

Peter Prange
Fester Einband: 672 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 24.10.2018
ISBN 9783651025561
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im Wolfsburger Land ist die Familie Ising seit Generationen eine Größe. Die Zuckerfabrik ist weit übers Land hinaus bekannt, ein großer Auftrag gerade an Land gezogen. Doch die Familie wirkt gespalten, der nationalsozialistisch gesinnte Horst betrachtet die Verbindung seiner Schwester mit einem Juden mit Argusaugen, der Erstgeborene Georg interessiert sich mehr für Autos als für sein Familienerbe. Doch das Familienleben steht endgültig Kopf als Hitlers Pläne für eine Autostadt zum Bau des Volkswagen die Existenz der Zuckerfabrik bedrohen.

 Peter Prange richtet in seinem neuen Zweiteiler den Blick auf eine typisch deutsche Familie jener Zeit, oder zumindest soll es sich für den Leser so anfühlen. Es werden nahezu alle „Feindbilder“ der Nazis in der Isingfamilie untergebracht, sicherlich um eben auf so viele Schicksale wie möglich eingehen zu können. Auf mich wirkte das leider zwischenzeitlich konstruiert und gezwungen, etwas weniger hätte der Geschichte bestimmt nicht geschadet. Die Figuren selbst sind gut mit Leben gefüllt, manchem kann man auch am Ende des Buches noch nicht so richtig in den Kopf schauen, mancher weiß wahrscheinlich selbst noch nicht so genau wohin mit sich. Diese Entwicklungsfähigkeit der Protagonisten hat mir sehr gut gefallen, ich bin schon sehr auf den zweiten Band gespannt. Die Handlung lebt natürlich nicht nur von ihren Figuren allein, viele historische Ereignisse allen voran der Bau der Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben spielen ebenfalls eine große Rolle. Hier habe ich viel Neues erfahren, genauso wie über z.B. die Irrfahrt der St. Louis und andere zeitgenössische Ereignisse. Die fiktive Handlung rund um die Isings ist ganz wunderbar mit den tatsächlichen Geschehnissen verknüpft. Der Erzählstil ist leicht und flüssig, man kann sich alles sehr gut vorstellen. Die extrem kurzen Kapitel (z.T. nur eine Seite) fand ich allerdings mit der Zeit eher störend, da sie den Lesefluss künstlich unterbrochen haben. Insgesamt habe ich das Buch trotz der genannten Kleinigkeiten sehr gerne gelesen, und bin schon sehr auf den zweiten Teil gespannt.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(52)

70 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

"prag":w=8,"krimi":w=2,"historisch":w=2,"kaiser":w=2,"mord":w=1,"intrigen":w=1,"deutsch":w=1,"ermittlung":w=1,"historisches":w=1,"verdacht":w=1,"geliebte":w=1,"16. jahrhundert":w=1,"hof":w=1,"hist. roman":w=1,"habsburg":w=1

Alchimie einer Mordnacht

Benjamin Black , Elke Link
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 04.10.2018
ISBN 9783462049190
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Jahre 1599 verschlägt es den jungen Gelehrten Christian Stern nach Prag. Er will am Hof des Kaisers seine alchimistischen und naturwissenschaftlichen Studien vertiefen. Doch bevor es dazu kommt, findet er eine junge Frau ermordet auf. Brisanter Weise hat diese Verbindungen zum Hof, und so findet sich Christian sehr schnell am Ort seiner Wünsche wieder. Allerdings im Kerker, unter Mordverdacht.

Blacks Ausflug in die düsteren Gassen Prags ist ein gelungener historischer Roman, der mich wirklich gut unterhalten hat. Seine Beschreibungen der Stadt selbst, aber auch des Hofes waren sehr bildhaft, sodass man sich schnell im Goldenen Gässchen oder in der Wunderkammer Rudolfs angekommen fühlte. Auch die Personen, seien sie fiktiv oder real, haben schnell Hand und Fuß. Ich mochte Christian gerne, auch wenn ihm etwas weniger jugendlicher Übermut sicherlich gut getan hätte. Auch der Kaiser selbst wird zur Hauptfigur, seine Bildung, aber auch seine geistige Umnachtung erlebt der Leser hautnah mit. Erzählt wird die Geschichte in einem etwas getragenen Stil, Stern blickt auf die Ereignisse im hohen Alter mit entsprechendem Abstand zurück. Mir hat diese Erzählweise sehr gut gefallen. Der Kriminalfall selbst kommt leider etwas dürftig daher, spannend wird es eher selten, dafür hat man eben einen guten historischen Roman zu lesen bekommen. Ich bin mit beiden Genres glücklich, wer aber einen superaufregenden Krimi erwartet, wird sicherlich etwas enttäuscht werden.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(28)

52 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

"schwestern":w=2,"mord":w=1,"thriller":w=1,"psychothriller":w=1,"zwillinge":w=1,"stalking":w=1,"obsession":w=1

White Bodies

Jane Robins , Wolfgang Thon
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.08.2018
ISBN 9783746634470
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Callie ist verzweifelt, denn ihre geliebte Schwester Tilda wirft ihr Leben weg, weil sie sich an einen äußerst dominanten Mann bindet. Ihre Karriere als Schauspielerin stockt, ihre ganze Persönlichkeit scheint in sich zusammenzufallen… und dann entdeckt Callie an Tilda auch noch Zeichen von Misshandlungen. Im Versuch ihre Schwester zu schützen sucht Callie Hilfe im Netz, und verstrickt sich dort heillos. Am Ende ist Tildas Mann tot, und Callie auf der Suche nach der Wahrheit.

 Der Klappentext hat mich sehr angesprochen, doch so ganz überzeugen konnte mich die Autorin dann leider nicht. Das lag zum einen daran, dass die Geschichte im ersten Drittel immer mal wieder hakt, die Sprache wirkt hölzern, die Figuren sperrig. Das bessert sich im Laufe der Story, hat mir den Einstieg aber schwer gemacht. Die Figuren bleiben schwierig, was einerseits natürlich für überraschende Momente sorgt, andererseits aber das Mitfiebern erschwert. Callie ist eine seltsame Person, wie man schnell merkt, ist sie ungesund auf ihre Schwester fixiert. Das führt zu abstrusen, z.T. auch ekelerregenden Szenen, die die ansonsten doch etwas zähe Handlung zwar aufpeppen, aber auf eine negative Art und Weise. Dafür plätschert die Handlung ansonsten wie gesagt etwas vor sich hin, Spannung kommt doch eher selten auf. Der Thematik der häuslichen Gewalt/Unterdrückung begegnet die Autorin sehr gut, ihre Beschreibungen wirken authentisch und lebensnah. Auch der Erzählstil hat mir nach den genannten Startschwierigkeiten gut gefallen, man kann sich die Situationen immer sehr gut vorstellen. Insgesamt war „White bodies“ kein Thriller, der mich begeistern konnte, auch er durchaus seine positiven Seiten hatte.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

"japan":w=6,"musik":w=4,"liebe":w=3,"dreiecksbeziehung":w=3,"cembalo":w=3,"roman":w=1,"kunst":w=1,"liebesgeschichte":w=1,"deutsch":w=1,"japaner":w=1,"saskia":w=1,"cembalobau":w=1,"rückzug aufs land":w=1

Zärtliche Klagen

Yoko Ogawa , Sabine Mangold
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.08.2018
ISBN 9783746634371
Genre: Romane

Rezension:

Rurikos Ehe mit ihrem Mann scheint am Ende, sie flüchtet in das Landhaus, in dem sie als Kind glückliche Tage verbrachte. Doch statt Einsamkeit findet sie die quirlige Kaoru, die in der Nähe bei dem Cembalobauer Nitta arbeitet. Die drei freunden sich an, doch hegt Ruriko bald noch ganz andere Gefühle.

 Ogawas Romane strahlen immer eine wunderbare Ruhe aus, mit ganz zarten und leisen Tönen erzählt sie ihre Geschichten. So auch in ihrem neuesten Roman, der mir wieder ganz wunderbar gefallen hat. Die drei Hauptfiguren werden nur zart umrissen, einzig Kalligraphin Ruriko lernt man etwas besser kennen; das tut der Geschichte aber sogar gut, man muss die anderen beiden gar nicht besser kennen. Sehr gut kennen lernt man stattdessen die Cembalos und ihre Musik. Musik, Klangfarben und Töne in Worten wiederzugeben ist wirklich recht schwierig, doch der Autorin gelingt das ganz hervorragend. Auch über den Bau und die Geschichte dieser Instrumente lernt man wie nebenbei einiges, ebenso wie über Rurikos Arbeit. Die Handlung verläuft relativ ruhig, man spürt die Einsamkeit und Ruhe des zurückgezogenen Lebens. Die romantischen Gefühle der Figuren spielen zwar immer wieder eine wichtige Rolle, trotzdem ist „Zärtliche Klagen“ nicht etwa kitschig geraten, sondern zwar emotional, aber eben japanisch zurückhaltend. Die landestypische Distanz zwischen den Personen, aber auch zum Leser bleibt immer vorhanden, manchmal hätte ich mir etwas mehr Nähe gewünscht. Insgesamt habe ich die Geschichte aber sehr genossen, und freue mich schon auf die nächste aus der Autorenfeder.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(94)

129 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 87 Rezensionen

"sachsen":w=6,"gewalt":w=4,"rassismus":w=4,"ddr":w=3,"brüder":w=3,"ausländerhass":w=3,"roman":w=2,"nazis":w=2,"hoffnungslosigkeit":w=2,"rechtsradikalismus":w=2,"perspektivlosigkeit":w=2,"rechte szene":w=2,"lukas rietzschel":w=2,"jugend":w=1,"gesellschaft":w=1

Mit der Faust in die Welt schlagen

Lukas Rietzschel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 07.09.2018
ISBN 9783550050664
Genre: Romane

Rezension:

Unweit von Dresden wachsen Tobias und Philip im sächsischen Hinterland auf. Auch Jahre nach der Wende ist hier von Aufbruchsstimmung keine Spur. Der DDR wird nachgetrauert, die aus dem Westen skeptisch beäugt, Flüchtlinge sowieso. Perspektive? Eigentlich keine. Die Unzufriedenheit schlägt immer mehr in Wut um. Auch bei den ganz Jungen.

 Rietzschels Roman versucht aufzuzeigen wie und warum auch junge Leute im Osten Deutschlands zu Neonazis werden. Das gelingt ihm leider nur mäßig, in die Köpfe der Figuren kann man sich als Leser schon mal überhaupt nicht hineinversetzen. Das liegt vor allem an dem sehr nüchternen Erzählstil, Emotionen (auch negative) sucht man in der Geschichte vergebens. Natürlich habe ich mich über das braune Gedankengut geärgert, dafür hätte ich aber Rietzschels Roman nicht lesen müssen. Er stellt die Neonazis zudem durchweg als dumme, dauerbesoffene und perspektivlose Menschen dar, das erscheint mir dann doch sehr einfach gedacht. Egal ob Ost oder West. Sprachlich wirkt das Buch veraltet, immer wieder wurde ich von recht aktuellen Geschehnissen überrascht, weil ich mich in den 70ern oder 80ern wähnte. Die Handlung und auch die Figurenentwicklung sind wenig überraschend, irgendwie wirkt alles sehr konstruiert wie nach Lehrplan. Im Endeffekt hätte ich diesen Roman nicht lesen brauchen, ich habe weder neue Einsichten gewonnen, noch hätten mich Sprachstil oder außergewöhnliche Handlung fesseln können.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(32)

41 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

"mord":w=3,"bettler":w=3,"thriller":w=2,"schweden":w=2,"korruption":w=2,"stockholm":w=2,"krimi":w=1,"spannung":w=1,"angst":w=1,"geheimnis":w=1,"serie":w=1,"polizei":w=1,"mörder":w=1,"fortsetzung":w=1,"band 3":w=1

Die Tote und der Polizist

Sofie Sarenbrant , Hanna Granz
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 17.08.2018
ISBN 9783352009167
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Emma Sköld ist tot. Offiziell zumindest. Tatsächlich aber hat sie den Mordanschlag überlebt, erholt sich heimlich im Ferienhaus ihres Vaters. Doch natürlich will sie ihren Mördern das Handwerk legen, umso mehr, weil diese hohe Posten in der schwedischen Polizei einnehmen; und ihre Mordserie gerade erst begonnen hat.

 Ich kenne keines der Vorgänger, es werden aber genug Informationen eingestreut, sodass man auch als Quereinsteiger gut in die Geschichte kommt. Leider hat die sich nicht so recht nach meinem Geschmack entwickelt. Die Story braucht sogar für meinen Geschmack zu lange um in Fahrt zu kommen, was erst recht ein Makel ist, wenn man bedenkt, dass die Handlung nahtlos an den Vorgängerband anschließt. Der Lesefluss wird außerdem künstlich unterbrochen, Kapitel mit 1-3 Seiten sind der Standard. Mich hat das nach einiger Zeit immer mehr gestört, obwohl der Erzählstil ruhig und angenehm ist. Richtige Spannung stellte sich leider auch erst ganz zum Schluss ein, vorher ist die Handlung doch eher ruhig. Einzig das Schicksal von Soraya sorgte dafür, dass ich am Ball geblieben bin. Die Figuren haben mir insgesamt ganz gut gefallen; nicht alle habe ich ausreichend kennen gelernt, das mag aber auch am fehlenden Vorwissen liegen und war für den Fortgang der Geschichte auch nicht ganz so bedeutend. Für mich war dieses Buch das erste der Autorin, überzeugt auch andere von ihr zu lesen, hat es mich leider nicht.

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(40)

58 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 40 Rezensionen

"russland":w=3,"handy":w=2,"liebe":w=1,"roman":w=1,"mord":w=1,"spannung":w=1,"rache":w=1,"trauer":w=1,"mutter":w=1,"mörder":w=1,"verbrechen":w=1,"schuld":w=1,"staat":w=1,"sms":w=1,"smartphone":w=1

TEXT

Dmitry Glukhovsky , Franziska Zwerg
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag, 31.08.2018
ISBN 9783958901971
Genre: Romane

Rezension:

Sieben Jahre saß Ilja im Gefängnis, weil ihm von Fahnder Petja ein Verbrechen angehängt wurde. Sieben Jahre, in denen er eigentlich im Leben Fuß hätte fassen sollen. Jetzt ist die Freundin schon lange weg, der Studienabschluss ewig her, und zu allem Unglück stirbt Iljas Mutter kurz vor seiner Freilassung. Der trifft an seinem ersten Tag in Freiheit ausgerechnet auf Petja, die Wurzel allen Übels; und ersticht ihn. Doch Petjas Leben lässt Ilja nicht los, denn er liest sich durch die Aufzeichnungen und Nachrichten in dessen Handy.

 Von russischen Klassikern kennt man die Schwere, das Melancholische dieser Literatur. Glukhovskys Stil vereint die Eigenschaften dieser altbekannten Literatur mit modernen Themen. Ilja ist eine tragische Figur, eigentlich hat er im Leben nichts groß falsch gemacht, trotzdem bricht ein Unglück nach dem anderen über ihn herein. Man wünscht ihm nur das Beste, allerdings hat man mit fortschreitender Handlung doch sehr wenig Hoffnung auf nur ein bisschen Glück für ihn. Petja hingegen scheint mit dem goldenen Löffel im Mund geboren zu sein, doch je mehr man ihn durch seine Nachrichten kennen lernt, desto klarer wird, dass auch er kein leichtes Leben hatte. Ilja irrt mit Petjas Geist im Nacken durch das moderne Moskau, man folgt ihm durch die kalte Stadt und versinkt genüsslich in der russischen Schwermut. Der Erzählstil ist etwas eigenwillig, ich hatte zuerst Zweifel ob sich aus emails, Whatsappnachrichten etc. eine flüssige Handlung ergeben kann. Kann es. Und eine mitreißende noch dazu. Mir hat Glukhovskys Roman wirklich sehr gut gefallen, auch wenn man sich auf die düstere Stimmung einlassen muss.

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(31)

52 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

"shakespeare":w=4,"fantasy":w=3,"magie":w=2,"insel":w=2,"sturm":w=2,"geister":w=1,"dämon":w=1,"adaption":w=1,"hexer":w=1,"herzog":w=1,"miranda":w=1,"shakespear":w=1,"der sturm":w=1,"prospero":w=1,"tom jacuba":w=1

Der Sturm

Tom Jacuba
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 27.07.2018
ISBN 9783404209118
Genre: Fantasy

Rezension:

Der Herzog von Milano hat alles was er sich wünschen kann: eine bezaubernde Frau, Nachwuchs ist unterwegs, er wird von seinen Untertanen geschätzt. Doch mit der Gefangenen Coraxa ändert sich alles, denn die vermeintliche Hexe scheint wirklich mysteriöse Kräfte zu haben. Als auch noch Julia stirbt, gerät Prospero in eine Abwärtsspirale, die nicht aufzuhalten ist. Eine Spirale, die ihn und seine Tochter Miranda zu vernichten droht.

 Ich mochte Shakespeares Sturm schon immer, und so war ich auf diese Vorgeschichte mehr als gespannt. Meine Erwartungen wurden dann auch wirklich erfüllt, denn mich hat Tom Jacubas neuestes Werk ganz wunderbar unterhalten. Es knüpft sehr gut an Shakespeares Theaterstück an, füllt die Figuren aber natürlich auf ganz eigene Art mit Leben, sodass man das eine sehr wohl auch ohne das andere lesen kann. Ich mochte besonders Prospero, denn seine Figur ist sehr wandelbar und immer für eine weitere Wendung gut. Aber auch seine Tochter Miranda war mir sehr sympathisch, die man buchstäblich von der Wiege auf kennenlernen kann. Aber auch die magischeren Wesen wie Ariel sind sehr gut gelungen. Obwohl einige Fantasyelemente vorkommen, würde ich die Geschichte nicht unbedingt dem reinen Fantasyfan empfehlen, dafür ist die Handlung zu „normal“, mir hat sie jedoch genau so gefallen wie sie ist. Sowohl reale Orte wie Milano, die Heimat von Prospero als auch fantastischere Ecken wie die Insel sind sehr plastisch dargestellt und man hat sie dank bildhafter Beschreibungen sehr gut vor Augen. Überhaupt konnte man sich dank der besonderen Erzählweise des Autors sehr schnell in die Geschichte fallen lassen; immer wieder gibt es Zeitsprünge, doch denen kann man als Leser sehr gut folgen. Insgesamt habe ich den Sturm sehr gerne gelesen, für mich genau die richtige Mischung zwischen klassischen Motiven und modernen Fantasyelementen.

  (6)
Tags:  
 
480 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.