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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Frankreich für die Hosentasche

Jörg Zipprick
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.07.2017
ISBN 9783596520817
Genre: Sachbücher

Rezension:

Frankreich. Land der Genüsse und Genießer. Land der Mode. Land der Kunst und der Künstler. Land des Eiffelturms und der Mona Lisa. Jeder hat so seine eigenen Stichworte, die er sofort mit unserem Nachbarland verbindet. Zippricks kleines Büchlein erweitert den eigenen Horizont und sorgt für so manchen Aha-Effekt. Sehr ansprechend geschrieben und aufbereitet, lernt man interessante Fakten, unnützes Wissen und allerlei drumrum. Zippricks Art Wissen zu vermitteln, fand ich sehr ansprechend, der Aufbau des Buches hat mich leider nicht so recht überzeugt. Ein wirklicher roter Faden fehlt, alles dreht sich natürlich um Frankreich, dafür wird Politik und Soziales, Kulinarisches und Kulturelles wild und unstrukturiert zusammengeworfen. Es handelt sich um ein nettes Buch für den frankophonen Leser, aber sicherlich um keine geeignete Lektüre, wenn man sich wirklich mit Land und Leuten befassen will. Das Potential scheint mir doch verschenkt. Schade.

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(109)

153 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

island, thriller, mord, rache, sog

SOG

Yrsa Sigurdardottir , Tina Flecken
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei btb, 18.09.2017
ISBN 9783442756643
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:



Nach dramatischen Ereignissen ist Kommissar Huldar
degradiert worden. Während sich der Rest des Präsidiums mit einem Fund von
Leichenteilen beschäftigt, muss er den vermeintlichen Drohungen eines
Neuntklässlers auf die Spur kommen. Der hat vor 10 Jahren eine Todesliste in
eine Zeitkapsel eingeschlossen, die jetzt wieder ans Licht gekommen ist.
Scheint Huldars Arbeit zunächst eher Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zu sein, zeigt
sich doch bald wie wichtig sie ist.



 „Sog“ ist nach „DNA" schon die zweite Geschichte um und
mit Huldar, ich konnte der Handlung jedoch auch ohne Vorwissen aus Band 1 sehr
gut folgen, da die Autorin das Wichtigste noch einmal in Kürze einfließen
lässt. Huldar hat mir als Hauptfigur sehr gut gefallen, Ecken und Kanten,
einige Schwächen, aber durchaus ein sympathischer Mensch. Er lässt sich von
Rückschlägen nicht entmutigen (naja, nicht zu sehr zumindest) und zeigt echten
Biss. Auch Freyar als sein weiblicher Gegenpol hat Potential, denn sie ist
ebenfalls ein heller Kopf und weiß sich zu behaupten. Der Fall entwickelt sich spannend,
auch wenn er wie viele andere nordische Thriller relativ gemächlich startet.
Mir hat ein bisschen das Island-feeling gefehlt, welches in anderen Büchern der
Autorin stärker rausgekommen ist; auch die düstere Atmosphäre, die ich sonst
von ihr kenne, habe ich hier vermisst. An sich ist „Sog“ aber ein rundes Buch,
das spannend unterhält, auch wenn große Überraschungsmomente ausbleiben.



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(43)

110 Bibliotheken, 22 Leser, 2 Gruppen, 38 Rezensionen

fantasy, über den wilden fluss, his dark materials, philip pullman, alethiometer

Über den wilden Fluss

Philip Pullman , Antoinette Gittinger
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 17.11.2017
ISBN 9783551583932
Genre: Jugendbuch

Rezension:



Malcolm lebt in der Nähe von Oxford mit seinen Eltern in
einem Gasthaus. In seiner Freizeit treibt er sich am liebsten mit seinem Kanu
auf den Flüssen der Umgebung herum oder hilft im Kloster in der Nachbarschaft
aus. Eines Tages wird ein Baby in die Obhut der Nonnen gegeben, hinter dem ein
großes Geheimnis zu stecken scheint. Malcolm ist bald mittendrin im
Versteckspiel um das kleine Mädchen.



 Philip Pullman hat mit seiner „His dark materials“ –
Trilogie weltweit die Leser begeistert. In „Über den wilden Fluss“ erfährt der
Leser vieles über Lyras früheste Kindheit, gleichzeitig erobert mit Malcolm ein
neuer, liebenswerter Charakter die Seiten. Trotz seiner jungen Jahre stellt er
sich großer Gefahr, ist erstaunlich besonnen und gleichzeitig auch noch nett.
Ein sympathischer Held durch und durch, mit dem man gerne auf große Fahrt mit
dem kleinen Kanu geht. Auf seiner Reise begegnet Malcolm altbekannten und ganz
neuen Gesichtern, die Mischung ist ausgewogen, sodass auch der alte Hase noch
viel Neues in der Geschichte findet. Die ist sehr spannend erzählt, Pullman
spricht mit seinem Stil sowohl jüngere als auch ältere Leser an. Sehr lebendig
und mit großer Fantasie erzählt er eine tolle Story, die trotz ihrer Dicke am
Ende dann natürlich doch viel zu schnell vorbei ist. Zum Glück ist ein weiterer
Band schon in Planung ; )



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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Oliver Twist

Charles Dickens
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei SCHOLASTIC CHILDREN'S BOOKS, 06.11.2014
ISBN 9781407145457
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Im viktorianischen England hat es das Schicksal nicht gut
mit dem jungen Oliver gemeint: seine Mutter stirbt bei seiner Geburt, nach
wenigen, lieblosen Jahren im Waisenhaus wird er immer weiter gereicht. Schlussendlich
gerät er an eine Diebesbande in London, wo er sein Brot hart erkämpfen muss.



 Charles Dickens hat es seinem Waisenjungen aber nun wirklich
nicht leicht gemacht. An ihm zeigt er recht klischeehaft das ganze Elend, das
einen so ereilen kann. Nehme ich anderen Autoren eine solche Klischeeflut
schnell übel, kann ich mich bei Dickens immer hervorragend arrangieren. Dazu
trägt sicherlich auch seine spitze Feder bei, die die Missstände ganz gekonnt
anprangert ohne so wirklich jemanden an den Pranger zu stellen. Sprachlich ist
die Geschichte ein Genuss, Dickens malt atmosphärisch dichte Bilder des
düsteren Londons und hat mich schnell in die entsprechende Kulisse versetzt.



Die Abenteuer und Erlebnisse von Oliver sind recht spannend
erzählt, kleine Längen ausgerechnet gegen Ende hin, haben mich das Buch dann
doch ab und an zur Seite legen lassen. Seine Figuren sind recht eindimensional
und wie bereits geschrieben sehr klischeehaft (siehe korrupter Büttel,
verschlagener Jude etc.). Ich habe mich darauf eingelassen und wurde mit einem
recht ansprechenden Klassiker belohnt, auch wenn er sich nicht zu meinem
Lieblings-Dickens mausern wird.



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81 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

köln, historischer roman, gold, mord, geld

Das Gold des Lombarden

Petra Schier
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 20.10.2017
ISBN 9783499270888
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im Jahre 1423 hat Aleydis mit ihrem Ehemann Nicolai großes Glück gehabt: trotz eines immensen Altersunterschieds verstehen sich beide sehr gut, Nicolais Beruf als Bankier sorgt zudem noch für ein behagliches Leben. Das ist schlagartig gefährdet als Nicolai stirbt. Alles deutet auf einen Selbstmord hin, doch Aleydis will das nicht wahrhaben und macht sich selbst auf Spurensuche. Unterstützt wird die vom Gewaltrichter Vinzenz, mit dem sich Aleydis allerdings erst noch zusammenraufen muss.

 Mit „Das Gold des Lombarden“ startet eine neue Serie historischer Romane rund um die Kölnerin Aleydis. Mir hat dieser Auftakt sehr gut gefallen, eine schöne Mischung aus historischen Fakten und schriftstellerischer Fiktion. Aleydis ist eine interessante Figur, entspricht sich doch so gar nicht dem Heimchen am Herd. Sie ist sehr sympathisch und es macht Spaß ihrer Entwicklung zuzuschauen; auch ihre Art mit anderen Menschen umzugehen, ist sehr modern und unkonventionell, klar, dass da die eine oder andere lesenswerte Konfrontation entsteht ; ) Vinzenz als Gegenüber ist ebenfalls keine blasse Pappfigur, sondern der Autorin gut gelungen. Die zwei bei ihren täglichen Kabbeleien und natürlich auch ihren Nachforschungen zu begleiten, hat mich sehr gut unterhalten. Der Kriminalfall entwickelt sich spannend, und ich bin lange im Dunkeln getappt, sodass am Ende noch eine Überraschung auf mich gewartet hat. Die Geschichte ist gut erzählt, sehr bildreich wird der Alltag in Köln beschrieben und natürlich gibt es auch das eine oder andere zu lernen. Insgesamt ein wirklich schöner historischer Roman, der mich gespannt auf Band 2 zurücklässt.

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50 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

drogen, wahnsinnig, religion, science fiction, schizophrenie

Afterparty

Daryl Gregory , Frank Böhmert
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 26.01.2017
ISBN 9783596034536
Genre: Science-Fiction

Rezension:

In nicht allzu ferner Zukunft ist Lyda, eine ehemals sehr erfolgreiche Neurochemikerin, nach einer Überdosis Numen, einer von ihr selbst entwickelten Substanz, in der Psychatrie gelandet. Als eines Tages eine Mitpatientin stirbt, erkennt nur Lyda, dass diese Symptome eines Numenentzugs zeigte. Eigentlich sollte die Droge nie auf den Markt gelangen, denn statt Schizophrenie zu heilen, bekommt man göttliche Halluzinationen; nach Lydas Zusammenbruch war die Substanz eigentlich hinter Schloss und Riegel gesperrt worden. Doch im Zeitalter von Chemjets ist alles möglich, und so muss sich Lyda selbst auf die Spur begeben.

 Daryl Gregory hat mich nach langer Abstinenz mal wieder nach einem Buch aus der Sci-Fi-Sparte greifen lassen, und ich habe es nicht bereut. Seine Zukunftsvision ist witzig, skurril, spannend wie ein Krimi und gleichzeitig regt sie den Leser noch zum Nachdenken an. Lyda als Hauptperson ist sehr menschlich, schwach und voller Fehler, manchmal auch unsympathisch; aber gerade das macht ihren Reiz aus, sie ist dem Autor sehr plastisch und authentisch gelungen. Lyda wird von ihrer – durch Numengenuss entstandene – Gottversion des Engels Dr. Gloria begleitet; einerseits ist diese Vision sehr abgefahren gemacht, andererseits nutzt Gregory diese Gottesvisionen für allerlei tiefgründige Gedanken über den Glauben und die Menschheit. Diese Mischung hat mir sehr gut gefallen. Auch seine Vorstellung von der nahen Zukunft selbst erscheint sehr plausibel, manche Technologien sind auch heute schon in Ansätzen bzw. Vorgängerversionen vorhanden und so findet man sich sehr schnell in dieser „neuen“ Welt zurecht. Der Erzählstil des Autors hat meinen Geschmack ebenfalls getroffen, auch wissenschaftliche Hintergründe zur Neurochemie fügt er informativ, aber leicht verständlich, mühelos in die Handlung ein. Insgesamt ist „Afterparty“ ein gelungener Ausflug in die Zukunft.

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134 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

fantasy, gesellschaftskritik, scifi, mobbing, umweltkatastrophen

Alle Vögel unter dem Himmel

Charlie Jane Anders , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 23.03.2017
ISBN 9783596036967
Genre: Fantasy

Rezension:

Patricia und Laurence sind seit dem Kinderalter befreundet. Beide haben in der Schule eine Außenseiterrolle inne, sie ist die durchgeknallte Naturfreundin, er der Technikfreak. Im Laufe der Jahre werden Patricias magische Fähigkeiten bekannt, sie ist eine Hexe und deswegen so naturverbunden. Laurence hat mit ihrer Welt bald nichts mehr zu tun und widmet seine ganze Kraft dem Bau seines Supercomputers.

 Diese Geschichte hat wirklich viel Potential. Es geht um Außenseiter, um Freundschaft, um Liebe, um das Überleben der Menschheit und die Zerstörung der Natur. Alles große und wichtige Themen, alle für sich genommen auch sehr interessant aufbereitet. Aber die Mischung… nicht mein Geschmack. Die Autorin hat meiner Meinung nach einfach viel zu viel gewollt, und verliert sich letztendlich völlig in der überfrachteten Geschichte. Ich fand die Handlung überzeichnet und z.T. nicht richtig durchdacht. Erzählen kann die Autorin, ich mochte ihren Stil und ihren immer mal wieder aufblitzenden frischen Humor sehr gerne. Inhaltlich hat das Buch jedoch nach ca. Teil eins für mich gehörig an Attraktivität verloren und so war ich am Ende sogar froh, endlich mit diesem chaotischen Genremixbuch fertig zu sein. Sehr schade, viel Potential, aber wenig genutzt.

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425 Bibliotheken, 20 Leser, 2 Gruppen, 95 Rezensionen

dystopie, fantasy, tod, neal shusterman, utopie

Scythe – Die Hüter des Todes

Neal Shusterman , Pauline Kurbasik , Kristian Lutze
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 21.09.2017
ISBN 9783737355063
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In nicht allzu ferner Zukunft hat die Menschheit den Tod besiegt, niemand muss mehr eines natürlichen oder Unfalltodes sterben. Um aber der Überbevölkerung Herr zu werden, gibt es die Scythe. Sie lesen Menschen nach, und bringen nach ausgeklügelten Regeln so manches Herz zum endgültigen Stillstand. Citra und Rowan sind die jüngsten Lehrlinge dieser außergewöhnlichen Zunft und müssen noch viel lernen; auch über sich selbst.

 Neal Shusterman hat ein interessantes Gedankenexperiment zu einem sehr unterhaltsamen Roman ausgeweitet. Obwohl es um sehr tiefgründige Themen (Leben, Tod, Unsterblichkeit, menschliches Miteinander usw.) geht, ist der Roman nie todernst oder abgrundtief bedrückend. Shusterman geht relativ locker mit den großen Themen um, seine beiden Protagonisten tragen dazu ebenfalls bei. Die beiden Jugendlichen sind grundsympathisch, an manchen Stellen hätte ich mir vielleicht ein paar mehr Ecken und Kanten gewünscht; da es sich mit vorliegendem Buch aber erst um einen Serienauftakt handelt, können sich die Charaktere natürlich noch entwickeln. Auch der Lehrlingsmeister Faraday hat mir gut gefallen, er verkörpert die Last, die seine Aufgaben mit sich bringt, sehr gut. Die Handlung entwickelt sich sehr spannend, der Autor erzählt sehr ansprechend und mitreißend. Immer wieder sind ins laufende Geschehen Tagebucheinträge der einzelnen Figuren eingebaut; diese lassen einen zusätzlichen Blick hinter die Fronten zu und geben immer wieder neue Denkanstöße.

Insgesamt hat mir dieser erste Band abgesehen von Kleinigkeiten sehr gut gefallen, und ich bin schon sehr auf die weitere Handlung gespannt.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

english, barcelona, thriller, dan brown, robert langdon

Origin: A Novel

Dan Brown
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Doubleday, 03.10.2017
ISBN 9780385514231
Genre: Sonstiges

Rezension:

Robert Langdon wird von seinem ehemaligen Studenten Edmond Kirsch nach Bilbao eingeladen. Kirsch, ein Futurist und Visionär, hat eine große Entdeckung gemacht, die die Sicht der Menschheit auf ihre Vergangenheit und Zukunft von Grund auf verändern soll. Doch bevor er seine Ankündigung wahrmachen kann, wird er ermordet. Langdon meint eine Möglichkeit zu kennen, um Kirschs Entdeckungen doch noch publik zu machen. Mit niemand anderem als der Verlobten des spanischen Kronprinzen beginnt eine heiße Jagd, denn nicht jeder will, dass Kirschs Geheimnis ans Licht kommt.

 „Origin“ ist bereits das fünfte Buch mit dem Symbologen Robert Langdon, ist aber auch ohne Vorkenntnisse gut zu lesen. Mir hat die Geschichte wieder sehr gut gefallen nachdem ich vom letzten Band (Inferno) doch etwas enttäuscht gewesen war. Langdon selbst bleibt etwas hinter seinen Fähigkeiten zurück, ich mochte seine Ausflüge in die Kunsthistorik und Symbolik immer gerne. Diese Themen spielen eine Rolle, aber keine so tragende wie in vorherigen Bänden. Dafür bietet sich wieder eine sehr spannende und atemberaubende Jagd in gewohnter Qualität. Brown befasst sich mit den großen Themen der Evolution, des Ursprungs der Menschheit und wirft einen Blick in die Zukunft. Das liefert einigen Stoff zum Nachdenken, gerade vieles der beschriebenen Technik ist heute keine allzu entfernte Zukunftsmusik mehr (abgesehen vielleicht von Winston. Ich mag Winston). „Origin“ ist wieder sehr flüssig und packend geschrieben, allein inhaltlich wäre vielleicht noch ein Sternchen mehr zu holen gewesen. Ein schöner Thriller, der trotzdem Lust auf den nächsten Band macht.

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161 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

cambridge, boxen, pitt club, gesellschaftskritik, der club

Der Club

Takis Würger
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 22.02.2017
ISBN 9783036957531
Genre: Romane

Rezension:

Hans‘ Eltern sind früh verstorben, seine Tante Alex wird zwar sein Vormund, trotzdem wird er in Internaten groß. Als junger Erwachsener wird er von ihr an die Uni von Cambridge geholt, er soll sie bei Nachforschungen zu einem Verbrechen im sogenannten Pitt Club unterstützen. Diesem elitären Kreis gehören nur wenige an, nicht zuletzt dank seines Talents als Boxer gehört Hans bald dazu.

 „Der Club“ ist ein sehr schöner Debütroman, der durch einen beklemmenden Einblick in die elitären Zirkel des Pitt Clubs besticht. Durch mehrere Perspektivwechsel erhält man Einsichten aus verschiedenen Blickwinkeln (langjähriges Mitglied – Neuling – Außenstehender), und jedes Mal rückt sich das Gesamtbild etwas gerader. Die Figuren selbst habe ich gar nicht so sehr als Person wahrgenommen, sondern eher in ihrer Funktion. Gerade Hans als Hauptperson hätte ich mir etwas plastischer gewünscht, ich konnte keine rechte Beziehung zu ihm aufbauen, da der Autor zudem etwas an Emotionen spart. Die Handlung war stimmig aufgebaut, eine subtile Spannung zieht sich durch die Seiten, ebenso ein etwas düsterer Ton. Würgers Erzählstil hat mir sehr gut gefallen, er findet schnörkellose Worte, die mit ihrer Klarheit bestechen.

Fazit: ein kurzer, aber gehaltvoller Roman, der Lust auf mehr vom Autor macht.

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

100jähriger krieg, historischer roman, das blutige schwert, hundertjähriger krieg, legendes des krieges

Legenden des Krieges: Das blutige Schwert

David Gilman , Anja Schünemann
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.07.2017
ISBN 9783499290763
Genre: Historische Romane

Rezension:

Thomas Blackstone ist Steinmetz, sorgt für sich und seinen taubstummen Bruder. Als dieser eines Verbrechens beschuldigt wird, bleibt nur der Galgen. Oder die königliche Armee, die für den bevorstehenden Krieg gegen Frankreich dringend mehr Bogenschützen benötigt. Die ungleichen Brüder finden sich schnell in vorderster Front wieder, auf dem Weg zur großen Schlacht von Crécy.

 Gilman hat thematisch bei mir voll ins Schwarze getroffen, ich fand die Geschehnisse rund um den Hundertjährigen Krieg schon immer sehr interessant. Seine Einblicke in die Welt der berüchtigten englischen Bogenschützen waren sehr spannend und aufschlussreich. Auch die Perspektive des kleinen Mannes ist sehr gelungen. Leider hat mich der Erzählstil des Autors so gar nicht angesprochen, sehr distanziert berichtet er über Blackstones Erlebnisse. Der ist mir weder sympathisch noch unsympathisch gewesen, denn leider gab es nicht viele Möglichkeiten sich mit ihm zu identifizieren. Auch die anderen Figuren wirken eher platt. Kein idealer Ausgangspunkt für die geplante Reihe, obwohl man die Figuren so zugegebenermaßen besser kennen lernen würde. Der Spannungsbogen ist ganz ordentlich gelungen, auch wenn ganz große Überraschungen ausbleiben. Zwischenzeitlich plätschert die Story leider auch etwas dahin.

Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich den weiteren Bänden eine Chance geben soll, wirklich überzeugt hat mich dieser erste Teil nicht.

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(80)

114 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

freundschaft, hautfarbe, rassismus, london, großbritannien

Swing Time

Zadie Smith , Tanja Handels
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2017
ISBN 9783462049473
Genre: Romane

Rezension:

Tracey und die Ich-Erzählerin lernen sich als kleine Mädchen beim Ballettunterricht kennen. Die Liebe zum Tanzen verbindet sie, auch wenn sie sich aus den Augen verlieren und ihre Leben trotz ähnlicher Herkunft ganz unterschiedlich verlaufen. Mit der Erzählerin lernen wir die Welt der Popstars kennen, denn sie wird persönliche Assistentin der erfolgreichen Aimée. Und verliert die eigene Herkunft, das eigene Leben dabei völlig aus den Augen…

Zadie Smith nimmt uns mit in eine Welt der Musik und des Tanzes, aber auch in eine Welt, in der die eigene Hautfarbe das Leben bestimmt, die Herkunft aus ärmlichen Verhältnissen und das Engagement der Eltern dem eigenen Werdegang Grenzen setzen. Einerseits steckt viel Wahrheit in der Geschichte, andererseits wirkte sie oft sehr konstruiert und als ob die Autorin ihre Themencheckliste abgearbeitet hätte. Der Spagat zwischen glitzernder Popwelt und ärmlichem Afrika beispielsweise ist der Autorin nur mäßig gelungen, ich fand die Handlung in dieser Beziehung doch sehr klischeebeladen. Mir hat eigentlich der Anfang des Buches am besten gefallen, die Freundschaft der jungen Mädchen und ihre Jugend sind sehr authentisch und glaubhaft gelungen. Danach entwickelt sich die Handlung etwas zäh und eben auch zu sehr gewollt. Sprachlich hat mir das Buch sehr gut gefallen, Smith hält ihr gewohntes Niveau. Nur inhaltlich konnte sie mich diesmal nicht so recht überzeugen.

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(6)

29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

martin luther, reformationsgeschichte, historischer roman, longlist deutscher buchpreis, thüringen

Evangelio

Feridun Zaimoglu
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 09.03.2017
ISBN 9783462050103
Genre: Romane

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(113)

217 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

spionage, thriller, 2. weltkrieg, spion, england

Die Nadel

Ken Follett , Bernd Rullkötter
Fester Einband: 335 Seiten
Erschienen bei Weltbild, 26.10.2004
ISBN 9783898970983
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ende des zweiten Weltkriegs hängt das Wohl und Wehe von Europa von der geplanten Landung der Alliierten ab. Tag und Ort dieses Gegenschlags sind geheim, Täuschungsmanöver und falsche Informationen über vertrauliche Kanäle essentiell. Der deutsche Spion, bekannt unter dem Tarnnamen „die Nadel“ hat eines der größten Geheimnisse der Alliierten entdeckt und ist auf dem besten Wege diese Information bis zu Hitler persönlich zu tragen. Das Schicksal kann noch gedreht werden, die Nadel MUSS gefasst werden. Eine beispiellose Jagd beginnt…

Ken Follett hat mit „Die Nadel“ seinen Platz auf den Bestsellerlisten der Welt gefunden. Auch mir hat dieses frühe Werk gut gefallen. Eine spannende Jagd quer durch England mit einem Charme, der mich an ältere James-Bond-Filme erinnert hat. Der Roman ist packend geschrieben, Follett lässt sich aber trotzdem Zeit seine Charaktere ordentlich einzuführen. Es gibt Perspektivwechsel zwischen der Seite der Alliierten und der Nadel selbst, sodass die Spannung zusätzlich angeschürt wird. Obwohl es sich um ein fiktives Geschehen handelt, bleibt am Schluss der Gedanken, dass vielleicht doch ein Fünkchen Wahrheit…? Die Handlung ist auf jeden Fall sehr authentisch gelungen und hat mich überzeugt.

Mich hat Folletts Geschichte sehr gut unterhalten und ich kann dieses Buch Fans von Spionageromanen nur ans Herz legen.

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Die Affekte

Rodrigo Hasbún , Christian Hansen
Fester Einband: 142 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 07.08.2017
ISBN 9783518427644
Genre: Romane

Rezension:

Monika ist die Tochter von Riefenstahls ehemals bestem Kameramann. Nach dem zweiten Weltkrieg landet die Familie in Bolivien. Während der Vater statt Nazigrößen jetzt den Urwald und seine Bewohner filmt, zerfällt die Familie immer mehr und gerade Monika kommt mit ihrer neuen Identität immer weniger zurecht.

Ich mag episodische, bruchstückhafte Erzählungen. Aber ich erwarte schon, dass der rote Faden, der sie verbindet nicht hauchdünn ist. Mir hat in Hasbúns Roman etwas der Zusammenhalt gefehlt; man könnte da jetzt Parallelen zum dargestellten Familienleben ziehen, das ist nämlich schon bald nicht mehr vorhanden. Der Autor beschreibt dieses tragische Geschehen trotzdem sehr emotionslos, mich hat kaum ein Ereignis berührt. Eine Identifizierung mit den Protagonisten ist schwer möglich, auch weil die Perspektiven zu schnell wechseln, die Kapitel zu kurz sind, alles sehr gerafft erzählt ist. Die Handlung orientiert sich an Fakten, die Familie Ertl und ihr Wirken sind historisch verbürgt. Wieviel Wahrheit tatsächlich drin steckt, kann ich nicht wirklich beurteilen. Verleiten mich ähnliche Romane oft dazu, mehr und Genaueres über die Personen herausfinden zu wollen, hat „Die Affekte“ bei mir so gar keine Lust auf weitere Recherche ausgelöst.

Fazit: Insgesamt kein Buch, das ich weiterempfehlen könnte.

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(99)

180 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

klassiker, südstaaten, rassismus, usa, to kill a mockingbird

To Kill A Mockingbird

Harper Lee
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Arrow, 04.06.2015
ISBN 9781784752637
Genre: Romane

Rezension:

Scout Finch verlebt in den 30er Jahren eine unbeschwerte Kindheit in Alabama. Großgezogen wird sie von ihrem Vater Atticus, der nebenbei noch einen harten Job als Anwalt stemmt, ihrem großen Bruder Jem und der afroamerikanische Haushaltsfee Calpurnia. Doch der unbeschwerte Sommer findet jäh ein Ende, als Scouts Vater Tom Robinson verteidigt. Dieser ist afroamerikanischer Herkunft und soll eine weiße Frau vergewaltigt haben. Die Stimmung in der Kleinstadt Maycomb ist bald auf dem Siedepunkt.

 Harper Lee’s Werk hat sich zu einem regelrechten Klassiker entwickelt und wurde millionenfach gelesen und diskutiert. Mir hat das Buch größtenteils gefallen, auch wenn ich den Begeisterungsstürmen nicht hundertprozentig zustimmen kann. Ich mag Scout als Figur, hätte mir aber oft eine erwachsenere Erzählerin gewünscht. Einerseits ist sie ein aufgewecktes Kind und sicherlich auch ganz und gar Tochter ihres aufgeschlossenen Vaters (dessen Figur ich ganz großartig finde), aber sie ist eben oft auch noch naiv und versteht das Drama um Robinson nur bedingt. Harper lässt Scout recht kindlich erzählen, was auch dazu führt, dass die Handlung nur langsam in Fahrt kommt. Rassismus, Vorurteile, Kritik an der Gesellschaft, all diese Themen finden natürlich Anklang, sind aber für einen Leser der heutigen Zeit noch relativ „brav“ abgehandelt. Das Buch erschien 1960, da mahlten die Mühlen natürlich noch etwas anders, ich hatte mir aber schon etwas mehr Tacheles erwartet. Insgesamt ist es sicherlich ein Buch, das zu lesen sich auch heute noch lohnt, auch wenn ich wohl mit etwas zu hohen Erwartungen an die Lektüre gegangen bin.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

thriller, knaur

Bitch

L. S. Anderson
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2017
ISBN 9783426216545
Genre: Romane

Rezension:  
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(78)

133 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

mobbing, selbstmord, schule, roman, lindsey lee johnson

Der gefährlichste Ort der Welt

Lindsey Lee Johnson , Kathrin Razum
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423281331
Genre: Romane

Rezension:

… ist die Schule. Zumindest, wenn man der Autorin Glauben schenken mag. Grüppchenbildung, Mobbing, Prügeleien, viraler Shitstorm im Internet… es gibt nichts, was sich die Jugendlichen von heute nicht gegenseitig zumuten würden. Ein Fünkchen Wahrheit liegt sicherlich in der Geschichte rund um Tristan, Dave, Cally und wie sie alle heißen. Mir kam es aber oft so vor, als hätte die Autorin sämtliche Klischees über reiche, verwöhnte Kids zusammengetragen und sich daraus eine möglichst dramatische Geschichte gebastelt. Der Aufbau der Handlung ist durchaus sehr gelungen, klar strukturiert und der Perspektivwechsel zwischen den Kids liefert neue Einsichten. Die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahre, sodass man die Entwicklung der Protagonisten verfolgen kann. Sympathischer hat sie das in den meisten Fällen leider nicht gemacht.

Der Erzählstil hat mir hingegen sehr gut gefallen, denn schreiben kann die Autorin; ein gutes Gefühl für Atmosphäre und Spannungsaufbau, aber auch ein Blick für die kleinen Details sind ihr zu eigen. Trotzdem war ich letztendlich vom Inhalt zu enttäuscht, um das Buch richtig genießen zu können. Vielleicht ist „Der gefährlichste Ort der Welt“ das perfekte Buch für Jugendbuchleser mit etwas literarischem Anspruch, mich hat es nicht endgültig überzeugen können.

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(56)

125 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

istanbul, russland, migration, türkei, identität

Außer sich

Sasha Marianna Salzmann
Fester Einband: 366 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2017
ISBN 9783518427620
Genre: Romane

Rezension:

Anton und Alissa halten als Zwillinge zusammen wie Pech und Schwefel. Egal ob es das triste Leben in der kleinen Moskauer Wohnung oder das Leben in deutschen Asylheimen ist. Doch dann verschwindet Anton, die einzige Spur führt nach Istanbul. Ali macht sich auf die Suche und verliert dabei nicht nur immer wieder ihre Spur, sondern auch sich selbst.

 Salzmanns Debüt lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Einerseits fand ich die Geschichte von Ali, ihren Eltern und Großeltern (plus weiterer Generationen) sehr fesselnd. Diese Suche nach der eigenen Identität, dem Platz in der Gesellschaft machte sehr nachdenklich. Auch der Blick auf die jüngere Geschichte ist der Autorin gut gelungen. Leider konnte ich Ali andererseits nicht sonderlich leiden. Ein Buch lebt zwar nicht nur von der Sympathie für die Hauptfigur, es hat mir das Lesen aber auch nicht leichter gemacht. Die Handlung ist sehr verschachtelt (was ich eigentlich gerne mag), so richtig konnte ich den Faden aber nicht aufnehmen und war zunehmend verwirrt. Der Ton ist immer düster und deprimierend, wenn auch sprachlich sehr schön ausgearbeitet. Insgesamt eine eher sperrige Geschichte, die mich einfach nicht berühren konnte.

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(62)

138 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

eishockey, schweden, kleinstadt, kleinstadtleben, mannschaft

Kleine Stadt der großen Träume

Fredrik Backman , Antje Rieck-Blankenburg
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 26.10.2017
ISBN 9783810530431
Genre: Romane

Rezension:

Im schwedischen Björnstadt dreht sich seit Jahrzehnten alles nur um Eishockey. Könnte man zumindest meinen. Entweder ist man selbst Spieler, war früher Teil der Mannschaft, ist eingefleischter Fan oder zumindest mit einem Spieler verwandt, verschwägert usw. Als die Juniorenmannschaft plötzlich zu landesweitem Ruhm gelangen kann, wird das abgeschriebene, sterbende Städtchen plötzlich zum Magnet für Sponsoren und Investoren. Alles hängt vom entscheidenden Spiel ab, und natürlich von den Spielern: Kevin, Benji, Bobo und Amat müssen ihr Bestes geben. Doch dann passiert etwas Dramatisches, und Björnstadt steht endgültig Kopf.

 Ich kannte bisher noch keines der Backman’schen Bücher und war mit relativ großen Erwartungen an die Lektüre herangegangen. Diese wurden tatsächlich voll erfüllt, der Autor hat mich mit seiner Geschichte schnell eingefangen. Das liegt einerseits an der mitreißenden Handlung, die fesselt und überrascht. Die Protagonisten tun ihr Übriges, hat der Autor sein fiktives Städtchen doch mit allerlei interessanten Figuren bevölkert. Einige sind etwas klischeebehaftet (der alternde Trainer, die Übermutter), doch die meisten sind sehr realistisch gelungen und alles andere als flache Pappkameraden. Manche mochte ich, manche nicht, aber mit allen habe ich mitgefiebert. Überhaupt versteht es Backman hervorragend Gefühle zu transportieren: Beklemmung, Angst, Melancholie, Hass, Freude, Liebe… Die Lektüre dieses Buches ist ein wahres Gefühlsbad (keine Angst, es wird nicht kitschig). Selten habe ich beim Lesen so sehr mitgefühlt, egal in welche Richtung das Gefühlsbarometer umschlägt. Das Ganze erzählt der Autor sehr gekonnt, meist mit einem düsteren Unterton, aber auch mit vielen starken, humorvollen Momenten. Sein Erzählstil hat es mir wirklich angetan.

Kleine Abzüge gibt es für die gehäuften melodramatischen Andeutungen; ich muss nicht alle zwei Seiten lesen, dass ganz-doll-bald etwas sehr Schlimmes passiert, das habe ich nach Andeutung Nr. 1 und 2 sehr wohl schon verstanden. Auch fand ich das Timing an manchen Ecken zu offensichtlich konstruiert, ebenso wie manche Figuren und deren Reaktionen. Das ist aber alles Meckern auf sehr hohem Niveau, denn insgesamt ist Backmans Roman wirklich sehr lesenswert. Auch für Nicht-Eishockey-Fans ; )

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86 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

mexiko, hollywood, b. traven, abenteuer, geheimnis

Wer ist B. Traven?

Torsten Seifert
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Tropen, 14.10.2017
ISBN 9783608503470
Genre: Romane

Rezension:

„In jedem guten Journalisten steckt auch ein Detektiv.“

Leon Borenstein’s nächste Story soll ein echter Knüller werden: er will den erfolgreichen Schriftsteller B. Traven enttarnen. Borenstein macht sie auf nach Mexiko, wo gerade ein Bestseller des Autors „Der Schatz der Sierra Madre“ verfilmt wird; am Set nicht nur hochkarätige Schauspieler wie Humphrey Bogart, sondern auch der mysteriöse Hal Croves, der die Romanvorlage verdächtig gut kennt.

 Thorsten Seiffert hat sich mit den realen Geschehnissen rund um Traven befasst und daraus eine unterhaltsame Geschichte geschmiedet. Travens Identität war lange nicht zu lüften, auch heute sind viele Fakten noch unklar, die Suche nach dem Mann hinter dem Pseudonym war abenteuerlich und ist geradezu prädestiniert für eine literarische Verarbeitung. Der Autor bleibt nah an den historischen Fakten, auch wenn man einiges zunächst für Fiktion hält, weil es so abstrus ist. Borenstein als erfundene Figur passt ganz hervorragend in die Geschichte, manchmal war er mir allerdings etwas zu blass. Seiffert erzählt ansprechend, er fängt die Atmosphäre des Filmsets beispielsweise sehr gut ein und auch seine Darstellung von Bogart ließ bei mir sofort das Kopfkino anlaufen (natürlich schwarz-weiß). Auch sein Blick auf das Leben in Mexiko war sehr authentisch, sodass dieses Buch eben viel mehr liefert als eine wilde Jagd nach einem Phantom. Stark gestartet, kann Seiffert das Niveau leider nicht gänzlich bis zum Schluss halten, trotzdem hat mich der Autor mit seiner Geschichte gefesselt und gut unterhalten.

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douglas preston

Ice Limit

Douglas Preston , Lincoln Child , Michael Benthack
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.07.2017
ISBN 9783426514986
Genre: Krimi und Thriller

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thriller, australien, krokodil, krimi, verdacht

Crimson Lake

Candice Fox , Thomas Wörtche , Andrea O’Brien
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.10.2017
ISBN 9783518468104
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ted Conkaffey saß im Gefängnis, zu Unrecht als Vergewaltiger eines Teenies verdächtigt. Er behauptet unschuldig zu sein, doch die Anschuldigungen und Anfeindungen hören einfach nicht auf. Er flüchtet nach Crimson Lake, will nur noch untertauchen. Doch sein ehemaliger Job als Cop lässt ihn nicht los und so landet er schließlich in der Detektei von Amanda Pharell; einer Mörderin? Als ein berühmter Schriftsteller verschwindet, müssen die beiden Hand in Hand arbeiten und wieder lernen anderen zu vertrauen.

 „Crimson Lake“ ist der Auftakt zu einer neuen Thrillerreihe der erfolgreichen Autorin Candice Fox. Ich kannte ihre vorherigen Bücher nicht, dieses hier hat mir jedoch sehr gut gefallen. Die Handlung hat einen schönen Spannungsbogen und kann immer mal wieder überraschen. Auch die Figuren sind unterm Strich ganz gut gelungen, wobei ich Conkaffey sehr viel lieber mochte als Pharell. Letztere war mir zu gewollt flippig konstruiert, nach den Entwicklungen in diesem Band könnte sich da jedoch eine Änderung anbahnen. Die beiden bilden ein etwas eigenwilliges Ermittlerteam, sind gleichzeitig stark und doch verletzlich. Gerade Szenen, in denen der öffentliche Hass auf Ted zum Vorschein tritt, fand ich von der Autorin sehr stark und leider eben auch realistisch beschrieben. Hier hat sie einen ganz scharfen Blick für gesellschaftliche Strukturen. Der Schreibstil ist relativ einfach (manchmal zu einfach), die Geschichte dementsprechend schnell gelesen. Insgesamt hat mir dieser erste Band gut gefallen, sicherlich kein überwältigender Thriller zum Nägelkauen, aber doch gute und spannende Unterhaltung.

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alkoholsucht, nachtlichter, natur, meer, sucht

Nachtlichter

Amy Liptrot , Bettina Münch
Fester Einband
Erschienen bei btb, 09.10.2017
ISBN 9783442757336
Genre: Biografien

Rezension:

Als junge Erwachsene konnte Amy Liptrot es kaum erwarten ihre Heimat, die Orkneyinseln, zu verlassen. Zu klein, zu eng, sie wollte hinaus in die Welt. Nach einem Jahrzehnt, das sie schnell gelebt hat, ist sie ausgebrannt und hängt an der Flasche. Freund und Job sind auch weg. Da zieht Amy die Reißleine und verordnet sich selbst Urlaub auf den Orkneys. In der rauen Umgebung lassen sich Gedanken hervorragend sortieren.
Liptrot erzählt ihre Geschichte von Grund auf ehrlich, sie geht mit sich selbst und ihrer Umgebung auch mal hart ins Gericht. Ihre Beichte ist beschämend, deprimierend und oft auch traurig. Gesellschaftskritische Töne lässt sie anklingen, sucht den „Fehler“ aber eigentlich nur bei sich selbst. Obwohl Sucht und Depression eben einen großen Platz in ihrer Erzählung finden, gibt es schöne Seiten. Die Flora und Fauna der Orkneys spielen eine große Rolle, die Autorin verwöhnt den Leser mit plastischen Landschaftsbeschreibungen und bringt einem die raue, aber wunderschöne Seite der Inseln näher. Auch spannende Fakten zur Tierwelt fließen mühelos in die Erzählung ein, ohne dass man sich in einer Tierdoku wähnt. Die Kombination aus Lebensbeichte und Landschaftsdarstellung hat mir sehr gut gefallen, zu Recht wurde Liptrots Werk bereits ausgezeichnet. Ich hoffe sehr, dass die junge Journalistin ihren Weg finden wird und uns irgendwann ein weiterer Roman erwarten wird.

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essex, liebe, aberglaube, england, london

Die Schlange von Essex

Sarah Perry , Eva Bonné
Fester Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Eichborn , 29.09.2017
ISBN 9783847900306
Genre: Romane

Rezension:

Ende des 19ten Jahrhunderts bricht für Cora Seaborne nach dem Tod ihres Mannes nicht etwa eine Welt zusammen. Im Gegenteil, endlich darf sie ihre Freiheit genießen. Wissenschaftlich interessiert wie sie ist, muss sie natürlich dem Geheimnis der Schlange von Essex auf den Grund gehen. Im kleinen Dörfchen Aldwinter macht sie sich auf die Suche nach dem vermeintlichen Ungeheuer und trifft dabei nicht nur auf alte Bekannte, sondern auch auf den charismatischen Pfarrer Ransome.

 Perrys Roman wurde mit dem britischen Buchpreis ausgezeichnet und schon nach wenigen Seiten weiß man warum. Die Sprache ist ein echter Genuss (Lob natürlich auch an die Übersetzung), aussagekräftig und doch zart, intelligent und gefühlvoll. Die Autorin schafft es eine Vielzahl an Themen in ihren Roman zu packen, ohne dass dieser überfrachtet wirkt. Neben Wissenschaft und Glaube, geht es auch um Missstände in den unteren sozialen Schichten, aber auch um die Liebe. Hierbei driftet die Handlung nie ins Kitschige ab und doch vermittelt die Autorin die ganze Bandbreite von guten Freundschaften, über hitzige Schwärmereien bis hin zu allumfassender, tiefer Liebe. Den angekündigten Konflikt Wissenschaft-Religion hätte ich mir etwas deutlicher gewünscht, da gehen Cora und Will doch nicht zu sehr in medias res. Coras Forscherdrang scheint im Laufe der Handlung auch etwas abzuflachen, was ich etwas unrealistisch fand. Mit dem Arzt Luke betritt noch ein anderer Mann der Wissenschaft die Bühne, was man von ihm über den aktuellen Stand der Medizin, über Möglichkeiten und Lehrmeinungen quasi im Vorbeilesen erfährt, war sehr aufschlussreich und spannend. Überhaupt sind Perrys Charaktere sehr interessant gestaltet, Stereotypen sucht man vergeblich. Cora trägt die Geschichte ganz wunderbar, ihre forsche und freie Art hat mir sehr gut gefallen. Doch auch William oder Luke als Gegenpole sind sehr gut gelungen. Selbst die kleinste Nebenfigur ist gut ausgearbeitet und sorgt oft auf unkonventionelle Art für Überraschungen.

Insgesamt steckt dieses Buch voller Überraschungen, ich hatte mir anhand des Klappentextes ein bisschen was anderes vorgestellt, bin dann aber schnell von Perrys Konzept überzeugt worden. Ein ungewöhnlicher Roman, der mich sehr gut unterhalten hat.

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