Fornika

Fornikas Bibliothek

187 Bücher, 210 Rezensionen

Zu Fornikas Profil
Filtern nach
187 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(60)

85 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

ehe, england, hongkong, treue, liebe

Eine treue Frau

Jane Gardam , Isabel Bogdan
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 14.03.2016
ISBN 9783446250741
Genre: Romane

Rezension:

Betty ist als Raj-Waise aufgewachsen und fühlte sich in Hongkong immer wohler als im „heimischen“ England. Umso perfekter scheint der Heiratsantrag von Edward Feathers zu sein, der eine ähnliche Kindheit durchgemacht hat. Inzwischen ist er angesehener Anwalt und hat sich einen Namen gemacht. Betty nimmt den Antrag an, doch eigentlich gehört ihr Herz einem anderen.

„Eine treue Frau“ ist der zweite Band über die Feathers und der Fokus liegt klar auf Betty. Leider erfährt man über sie nicht gar so viel wie erhofft. Die spannende Vergangenheit in Bletchley Park wird immer wieder nur angerissen, stattdessen ergeht sich Gardam in z.T. langatmigen Beschreibungen ihrer Gefühlswelt. In der ich bis zum Schluss nicht wirklich klar gesehen habe. Man erfährt nicht wirklich viel Neues über Betty, vieles war schon im vorherigen Band erwähnt worden. Klar ist, dass Betty – ebenso wie ihr Mann – eine Frau ist, die nach dem lebt was angemessen ist, die sich den sozialen Zwängen unterordnet und dabei doch das eine oder andere Schlupfloch findet. Gardams Stil war wieder sehr ansprechend und klar, allein der Inhalt hat mich nicht so ganz überzeugt; der untadelige Mann hat mich doch mehr begeistern können. Ich bin gespannt was der dritte Teil noch zu bieten hat, dieses Buch hat doch eher den Beigeschmack eines relativ unbedeutenden Mittelstücks. (3,5 Sterne)

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

46 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

liebe, paris, freundschaft, prange, verrat

Die Rose der Welt

Peter Prange
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 25.02.2016
ISBN 9783651022645
Genre: Historische Romane

Rezension:

Sorbon, 1223: Die beiden Freunde Robert und Paul haben einen großen Traum. Sie wollen nach Paris, an die frischgegründete Universität und dort studieren. Doch während Paul ohne Probleme dort als Kopist ansässig wird, kann Robert erst nach fast einem Jahr nachziehen. Nicht zuletzt, weil Paul ihn schändlich im Stich gelassen hat. Jahre später kreuzen sich ihre Wege erneut, gerade als die Freiheit der Universität am angreifbarsten ist.

 Peter Prange hat einen tollen Roman über die Anfänge der berühmten Pariser Universität geschrieben. Spannend und doch informativ, taucht man schnell ein ins Geschehen und sitzt mit den Studenten in Vorlesungen, zieht durch die Kneipen, legt Prüfungen ab und erlebt immer wieder den Konflikt zwischen Glaube und Wissenschaft. Dieser spitzt sich immer weiter zu, das Denken ist gar nicht so frei wie man vielleicht erwarten wollte. Prange haucht der Geschichte Leben ein, verknüpft historische Tatsachen und fiktive Handlung sehr geschickt. Seine Charaktere laden zum Mitfiebern ein, man kann sich gut in sie hineinfühlen. Die Freundschaft zwischen Paul und Robert ist ein zentrales Thema, welches sich wie ein roter Faden durchs Buch zieht. Kleiner Wermutstropfen war für mich die tragische Liebesgeschichte, die immer mehr Raum einnahm. Ich wäre auch sehr gut ohne ausgekommen.

Insgesamt hat mir Die Rose der Welt sehr gut gefallen, ich fühlte mich immer gut unterhalten und ein bisschen an eigene Studientage erinnert ; )

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(78)

182 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 57 Rezensionen

thriller, mark roderick, mord, spannung, folter

Post Mortem - Zeit der Asche

Mark Roderick
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.04.2016
ISBN 9783596031436
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gerade einmal sechs Monate sind vergangen seit der grausame Belial sein Unwesen trieb. Sechs Monate, in denen Emilia Ness immer noch damit befasst war, seine Gräueltaten genau zu untersuchen. Gerade als die Akte vorläufig im Archiv verschwinden soll, geschieht ein weiterer Mord. Der Modus operandi schreit geradezu den Namen Belial. Doch der ist tot! Emilia steht vor einem Rätsel und macht sich ebenso wie ihr alter Bekannter Avram auf die Suche; denn auch der hat wieder Blut geleckt…

 Dieser zweite Band in der Reihe um Ness und Kuyper hat mich unterm Strich wieder gut unterhalten. Die Handlung ist recht spannend, die Story ganz gut geschrieben. Was mir in diesem Buch negativ aufgefallen ist, sind die ständigen Wiederholungen des Geschehens; ähnlich einer kurzen Inhaltsangabe wird alle paar Kapitel noch mal im Gespräch der Figuren o.ä. zusammengefasst was denn gerade passiert ist. Eine gute Sache für jemanden, der nicht oft zum Lesen des Buches kommt, todlangweilig für andere, die das Buch zügig durchlesen. Ich gehöre in die letztere Gruppe ; ) Die Figuren sind wieder ganz gut gemacht, Avram war mir erneut der Sympathischere.

Ein weiterer Band der Reihe ist schon erschienen, ich bin mir nicht sicher ob ich den unbedingt lesen muss, da mir hier eindeutig der besondere Kniff gefehlt hat.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

25 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

töten, krieg, intrigen, kampf, befreiung

Der letzte Paladin

Richard Dübell
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 08.10.2014
ISBN 9783404171835
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im Jahre 777 nach Christus spitzt sich die Lage an der Grenze zu Andalusien zu; Franken und Mauren ringen um die strategisch so wichtige Grenzburg Roncevaux. Burgherrin ist die junge Arima, Mündel des Königs Karl, die bald nicht nur zwischen den Großmächten steht, sondern auch zwischen zwei Männern. Afzda stammt aus dem Lager der Mauren, Roland wird einmal in die Geschichtsbücher eingehen und im Rolandslied besungen werden…

 Beim Lesen des Klappentextes könnte man glauben, dass es sich hierbei um einen süßlich-schmalzigen Liebesroman im historischen Gewand handelt. Keine Panik, ist es nicht, sonst hätte ich ihn nicht gelesen ; ) Natürlich spielt die Dreiecksgeschichte eine Rolle, der Fokus liegt jedoch klar auf der historischen Handlung. Die drei Hauptpersonen sind gut ausgearbeitet, sie haben alle so ihre Macken und Fehler, was sie sehr sympathisch macht. Dübell erzählt die Geschichte sehr flüssig und ansprechend, etwas kompliziertere historische und politische Zusammenhänge werden gut erklärt und mit der fiktiven Handlung verwoben. Das Rolandslied wird hier auf eine neue und ansprechende Art interpretiert. Die Mischung aus historischen Fakten und Fiktion ist also gut gelungen, ein Nachwort klärt darüber auf was genau der Fantasie entsprungen ist und was nicht. Mich hat „Der letzte Paladin“ über einige Fakten neu aufgeklärt, mich mit in eine aufregende Zeit genommen und dabei sehr gut unterhalten.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(41)

60 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 40 Rezensionen

sekte, thriller, horror, deutschland, krimi

Muttertag

André Mumot
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.10.2016
ISBN 9783847906100
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 Der Teenager Philip hat eigentlich schon genug Probleme: die Schule hat er geschmissen, seine flatterhafte Mutter ist mal wieder ihren Lebensabschnittsgefährten losgeworden und zu allem Überfluss müssen die beiden deswegen Hals über Kopf bei Philips Großonkel im Gästezimmer unterkommen. Der hat im Familienleben bisher keine große Rolle gespielt und Philip soll auch bald dahinterkommen warum, denn der harmlose ältere Herr hat eine gar nicht so harmlose Vergangenheit. Und die holt ihn jetzt ein…

 Mumots Debut hat bei mir so einige Erwartungen geweckt, die es dann leider nicht halten konnte. Viel zu wirr die Zusammenhänge, zu chaotisch der Aufbau, zu viele Charaktere, zu unübersichtliche Zeitsprünge… eigentlich alles Dinge, mit denen ich sonst gut umgehen kann, doch Muttertag und ich passten wohl einfach nicht zusammen. Die Idee zur Geschichte ist eigentlich auch nicht schlecht, der Stil des Autors gut zu lesen, doch es wollte und wollte einfach kein Spaß beim Lesen aufkommen. Die Hauptfiguren blieben insgesamt etwas eindimensional, der Großonkel sorgt da noch am ehesten für eine Überraschung. Spannung kam leider auch kaum auf, ich war viel zu sehr damit beschäftigt den großen Zusammenhang zu suchen. Insgesamt ein Buch mit guten Ansätzen, die bei mir aber leider nicht zünden konnten.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(189)

560 Bibliotheken, 13 Leser, 2 Gruppen, 60 Rezensionen

fantasy, kai meyer, bibliomantik, bücher, trilogie

Die Seiten der Welt - Blutbuch

Kai Meyer
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 10.03.2016
ISBN 9783841402264
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mit dem Untergang des Sanktuariums ist auch Furia verschollen, schlimmstenfalls tot. Doch ihre Freunde geben nicht auf und machen sich auf die Suche nach ihr. Die Bedrohung der bibliomantischen Welt ist jedoch nicht kleiner geworden, ein wirbelndes Nichts droht die Refugien zu verschlingen. Es wird eng für die Widerstandskämpfer, verdammt eng.

 Mit „Blutbuch“ findet die Trilogie von Kai Meyer einen spannenden Abschluss, der einen größtenteils an die Seiten fesselt. Liebgewonnene Charaktere kommen wieder zum Vorschein (ich liebe Furias vorwitziges Schnabelbuch), man lernt neue, interessante Figuren kennen und endlich auch weitere Hintergründe zur Adamitischen Akademie. Mir war in diesem Buch leider schlicht und ergreifend der Fokus zu sehr auf den Kampf gelegt, vom Zauber der bibliomantischen Welt, der Liebe zur Literatur blieb unterm Strich nicht viel mehr übrig als ein paar tolle Bibliotheken und Kräftemessen durch Seitenherzspalterei. Das fand ich etwas schade, denn im ersten Band hat Meyer eigentlich den Grundstein für eine zauberhafte, bibliophile Geschichte gelegt. Zwischenzeitlich blitzt diese Seite der Geschichte immer mal wieder auf, so bekommt die allseits bekannte Lesesucht hier ein ganz neues Gesicht. Der Schreibstil ist sehr angenehm, der Autor beweist immer wieder Witz und auch ein bisschen Selbstironie (ich sage nur Reise durch den Spiegel) und so bescherte mir das Blutbuch durchaus vergnügliche Lesestunden, auch wenn es mich nicht gänzlich überzeugen konnte. (3,5 Sterne)

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(53)

72 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

england, glaube, andrew michael hurley, fanatismus, wunder

Loney

Andrew Michael Hurley , Yasemin Dincer
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 09.09.2016
ISBN 9783550081378
Genre: Romane

Rezension:

Die Karwoche wird vom harten Kern einer kleinen Gemeinde traditionell für eine Wallfahrt genutzt. Ziel ist Loney, ein kleines Fleckchen an der rauen Küste. Im Jahr 1976 reist die Gemeinde noch verbissener an, der neue Pastor Farther Bernard muss sich erst in die eingeschliffenen Traditionen einfinden und außerdem soll Hanny endlich von seiner Stummheit geheilt werden. Mit Gottes Hilfe natürlich, der in dem nahegelegenen Schrein schon einmal Wunder vollbracht haben soll.

 Hurley hat eine dichte Atmosphäre geschaffen, die einen wirklich in den Bann zieht. Düster und neblig wie Loney selbst, kalt und ungemütlich wie die Stimmung unter den Gemeindemitgliedern. Der Stil ist sehr klar, aber etwas distanziert. Was diesen Roman so besonders macht sind die leisen Zwischentöne, mit denen die Beziehungen der Protagonisten gezeichnet werden. Der Autor nimmt uns mit in eine sehr gläubige Gemeinschaft, in der zwar augenscheinlich bibeltreu gelebt wird, aber auch Härte regiert. Erzählt wird aus der Sicht von Hannys jüngerem Brüder Tonto, der über die Geschehnisse reflektiert ohne zu werten. Die Handlung lässt sich Zeit, trotzdem war ich über weite Strecken von ihr gefesselt. Vom Ende war ich leider nicht ganz so angetan, mir erschien der Bruch zum vorherigen Geschehen dann doch etwas hart. Trotzdem würde ich Loney jedem empfehlen, der langsame, atmosphärische Geschichten mag. Hurley sollte man auf jeden Fall im Auge behalten.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(41)

69 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

mata hari, 1. weltkrieg, hinrichtung, biografie, roman

Die Spionin

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.11.2016
ISBN 9783257069778
Genre: Romane

Rezension:

Mata Hari. H21. Margaretha Zelle. Eine schillernde Persönlichkeit versteckt sich hinter diesen Namen. Eine aufreizende Tänzerin, eine Prostituierte, aber auch eine Doppelagentin?

„Glauben Sie wirklich allen Ernstes, dass man ausgerechnet jemanden wie mich auswählen würde, um … zu spionieren? Jemand, der ständig im Rampenlicht steht? Würden Sie das nicht außerordentlich absurd finden?“ (S. 97)

Paulo Coelho lässt Mata Hari einen letzten Brief schreiben, ein Brief in dem sie über ihr Leben und auch den Weg erzählt, der letztendlich zu ihrer Verhaftung führt. Bis heute ist nicht ganz klar, wieviel Spionin tatsächlich in der Femme fatale steckte und Coelho lässt ebenfalls reichlich Raum für Zweifel. Leider beschränkt sich der Autor auf einen kurzen Abriss, kaum hat man sich eingelesen, ist das Buch auch schon wieder zu Ende. Ich kenne Mata Hari jetzt ein bisschen besser, aber die wenigen Episoden des fiktiven Briefes sind einfach zu dürftig um die Realperson wirklich gut kennenzulernen. Zwischenzeitlich klaffen große Lücken in der fiktiven Biographie, was auch nicht gerade zum besseren Verständnis beiträgt. Die Form des Briefromans hat mir sehr gut gefallen, auch der Schreibstil war sehr angenehm. Alles in allem hatte das Buch alle Ansätze, die es zu einem gelungenen Lesevergnügen braucht, leider war mir die Ausführung dann doch zu sparsam.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

7 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Schutzgebiet

Thomas von Steinaecker
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.03.2016
ISBN 9783596033065
Genre: Romane

Rezension:

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts soll in der deutschen Kolonie Tola eine weitere Stadt entstehen: Benesi. Der Forstwirt Gerber mit seiner Schwester Käthe, der drogensüchtige Arzt Brückner und der Architekturstudent Henry, der nach dem tragischen Tod seines Vorgesetzten kurzerhand dessen Identität annimmt, bilden die zweifelhafte Saat aus der mal eine blühende Stadt sprießen soll.

 Thomas von Steinaecker hat seinen Roman mit wahrlich schrägen Charakteren bevölkert. Allein Gerbers Ansinnen in der afrikanischen Steppe einen guten, deutschen Wald zu ziehen (wohlgemerkt mit Sprösslingen, die im Blumentopf per Schiff anreisen), hat mich schon ein bisschen an Gerbers Verstand zweifeln lassen ; ) Benesi bildet ein Auffangbecken für die mehr oder weniger gescheiterten Existenzen und man schaut ihnen gerne bei ihren Versuchen zu sich wieder zu etablieren. Der Autor lässt uns ebenfalls großzügig in die Vergangenheit der Figuren blicken, sodass zu jedem ein rundes Bild entsteht. Leider sind sie dann doch etwas stereotyp geraten und heben sich nicht wirklich von den Siedlern in ähnlichen Romanen ab. Die Beschreibung der Zustände in der Kolonie, v.a. auch das Verhalten gegenüber der schwarzen Bevölkerung scheint mir recht realistisch, ebenfalls die Tatsache wie weltfremd man doch abgeschnitten von der fortschrittlichen westlichen Welt wurde. Der Schreibstil mag nicht jedermanns Sache sein, ich fand ihn manchmal etwas hölzern. Insgesamt vielleicht nicht das beste Werk des Autors, aber durchaus keine völlig verschenkte Lesezeit.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

finnland, mord, thriller, blutrünstiger aztekengott, jogger

Kolibri

Kati Hiekkapelto , Gabriele Schrey-Vasara
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.03.2016
ISBN 9783453419124
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anna Fekete tritt ihre neue Stelle bei der Kriminalpolizei an und wird ausgerechnet Esko als Partnerin zugeteilt. Der hat ein erhebliches Problem mit Annas ausländischer Herkunft, so wie er eigentlich mit allem und jedem ein Problem hat. Im Team müssen die beiden den Mord an einer jungen Joggerin aufklären, die erschossen aufgefunden wurde. Außerdem ist da noch die junge Muslima Bihar, die den Notruf gewählt hat, weil sie angeblich Todesangst hat. Die dann aber im Beisein der strengen Eltern nichts mehr davon wissen will und alles abstreitet. Was steckt dahinter?

Die finnische Autorin Kati Hiekkapelto braucht sich mit ihrem Debut „Kolibri“ nun wirklich nicht vor den Großen der Skandinavienliteratur zu verstecken. Düsterer und spannender Lesespaß, der sich aber auch ernsteren Themen widmet. Hiekkapelto hat das Thema Integration und Flüchtlingsproblematik gut angepackt, sowohl Anna als auch Bihar beleuchten dieses von verschiedenen Seiten. „Kolibri“ ist also nicht nur Thriller, sondern regt auch zum Nachdenken an, was mir gut gefallen hat. Trotzdem kommt die Spannung nicht zu kurz, allerdings sollte man das etwas gemächlichere Tempo der nordischen Thriller schon mögen. Man hetzt nicht atemlos durchs Geschehen, sondern hat Zeit die düstere und drückende Atmosphäre zu genießen. Hiekkapelto hat einen schönen Stil, der sich sehr flüssig lesen lässt. Da Anna ungarische Wurzeln hat, werden ihre Gespräche mit der Familie teilweise nicht übersetzt, was ich persönlich als störend empfunden habe. Ein Glossar oder auch übersetzende Fußnoten hätten hier definitiv nicht geschadet, schließlich schreibt man doch als Autor um vom Leser verstanden zu werden?

Die Charaktere sind der Autorin ordentlich gelungen, man kann sich gut in sie hineinversetzen. Einzig bei der Figur des Esko hat die Autorin meiner Meinung nach etwas dick aufgetragen: er ist ungepflegt, ein Säufer, rassistisch, homophob, kurz ein Arschloch in jeder Hinsicht, wird aber im Laufe des Buches geradezu mit der Brechstange verbogen. Das war mir zu unrealistisch. Ansonsten sind mir die Figuren doch ans Herz gewachsen und ich freue mich sehr, dass ein Folgeband schon in den Startlöchern steht.

Das Ende der Story hat mich dann nicht restlos überzeugt, es kam für mich doch überraschend und auch etwas übers Knie gebrochen daher; ansonsten war die Story aber sehr rund und war ratzfatz ausgelesen.

Fazit: ein guter, nordischer Thriller, der auch zum Nachdenken anregt und bei dem ich mich schon auf die Fortsetzung freue.

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

37 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

geburtstagsgeschenk, gwynfaer, theater, skurril

Gretchen

einzlkind
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.11.2014
ISBN 9783453438019
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

52 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

wolf, berlin, schicksal, roland schimmelpfennig, winter

An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Roland Schimmelpfennig
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 25.02.2016
ISBN 9783100024701
Genre: Romane

Rezension:

Der Wolf ist zurück in und um Berlin. Er zieht seine einsamen Kreise in den kalten Wintertagen und berührt dabei die Leben unterschiedlichster Leute. Das junge Pärchen aus Polen, das seit Jahren daran scheitert sich ein neues Leben aufzubauen. Die zwei Teenager, die ihr Glück in Berlin versuchen wollen, weil sie in ihrem Heimatdorf keine Perspektive sehen. Die gescheiterte Künstlerin, der Alkoholiker, die ungeliebte Tochter…

Schimmelpfennig nimmt uns mit seiner episodenhaften Erzählung mit in den ganz normalen Alltag ganz normaler Leute. Ein melancholischer Unterton begleitet die Erzählung, klare Worte findet der Autor um den Leser in den Bann zu ziehen, eine kühle Atmosphäre zu zeichnen. Die Charaktere sind vielseitig und echt gestaltet, die Einzelschicksale mehr oder weniger spannend. Bewusst wird oft auf Namen verzichtet, wie auch der Autor an anderer Stelle reduziert schreibt um vieles offen zu lassen. Mich hat sein Roman überzeugt und ich hoffe, dass dies kein einmaliger Ausflug Schimmelpfennigs in die Romanwelt war.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

jugendfantasy

Prince Caspian

Cliff Nielsen , Julek Heller , Pauline Baynes , C. S. Lewis
Flexibler Einband: 239 Seiten
Erschienen bei Harpercollins Publishers, 08.05.2001
ISBN 9780007115563
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ein ganzes Jahr ist es her, seit die vier Geschwister ihr großes Abenteuer mit Aslan, Tumnus und allen anderen bestritten haben. Vieles gerät schon in Vergessenheit, da werden sie doch wieder nach Narnia gerufen. Auch hier hat sich einiges verändert, seit ihrem letzten Besuch sind viele Jahre ins Land gegangen und auch Aslan scheint das Land verlassen zu haben. Bald kreuzen sie den Weg von Caspian, der um seinen Thron kämpfen muss. Eine schwierige Aufgabe…

 Zurück in Narnia! Als Leser fühlt man sich dort direkt wieder gut aufgehoben, auch wenn viele der liebgewonnen Charaktere keinen Auftritt mehr haben. Doch auch die neuen Figuren sind wieder genauso liebevoll von Lewis gestaltet, sodass man ihnen gerne durch die Seiten folgt. Caspians Kampf um den Thron ist recht spannend, für mich leben die Narniageschichten jedoch immer von Lewis‘ großer Fantasie und seiner bildhaften Beschreibungen von Land und Leuten. Auch dieses Abenteuer der vier Geschwister hat mir wieder schöne Lesestunden beschert, sodass ich bestimmt bald wieder die Reise nach Narnia antreten muss.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(107)

213 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 83 Rezensionen

familie, laufen, dystopie, endzeit, apokalypse

Am Ende aller Zeiten

Adrian J Walker , Nadine Püschel , Gesine Schröder
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 25.08.2016
ISBN 9783596037049
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ein Asteroidenschauer beendet das gutbürgerliche Leben, in dem sich Edgar gerade so schön eingerichtet hatte. Seine Frau und auch die beiden Kleinkinder überstehen mit ihm die ersten schwierigen Tage nach der Katastrophe, dann jedoch werden die vier getrennt. Edgar, Sportmuffel sondergleichen muss einmal quer durch England laufen, in der Hoffnung die drei wiederzufinden. An seiner Seite ein wahrhaft sonderlicher Haufen anderer Überlebender.

 Ich bin eigentlich nicht der typische Sci-Fi-Leser, dieses Buch hat es mir dennoch angetan. Walker schreibt sehr ansprechend und ich fand Edgar einfach sehr sympathisch, gerade wegen seiner kleinen, alltäglichen Makel. Er ist ein echter Couchpotatoe, irgendwie immer Kind geblieben und kann mit Verantwortung nicht sonderlich gut umgehen. An seinem Beispiel zeigt der Autor sehr gut, wie nichtig viele unserer „Probleme“ im Alltag so sind; wenns hart auf hart kommt, sind viele Sachen einfach total irrelevant. Walkers Szenario erscheint recht realistisch, gerade die Art wie sich viele Menschen verändern; die einen entdecken ihre gute Seite, sie helfen einander, unterstützen auch viele Fremde; die anderen greifen zu drastischen Maßnahmen um das allerbeste für sich selbst rauszuschlagen, komme was da wolle. Irgendwann drängte sich mir der Vergleich zu The Road auf, damit kann sich Am Ende aller Zeiten nicht messen. Trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten, der flappsige Stil des Autor fesselte mich einfach an die Seiten und die Story war gut erzählt.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(34)

49 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

münchen, krimi, historischer krimi, 20er jahre, mord

Wintergewitter

Angelika Felenda
Flexibler Einband: 438 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 29.10.2016
ISBN 9783518467190
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der erste Weltkrieg ist zwar seit Jahren vorbei, das Elend jedoch nicht. Die Inflation nimmt Fahrt auf, die Hetzreden der Rechten auch. Auch vor dem Polizeipräsidium machen die Braunen nicht Halt, sodass Reitmeyer sich auch mit diesem Problem rumärgern muss. Zudem leidet er unter den traumatischen Erlebnissen in den Schützengräben, erlebt immer wieder Panikattacken. Keine idealen Ausgangsbedingungen um dem Mörder einer jungen Frau auf die Spur zu kommen.

 Reitmeyer kannte ich schon aus Band eins und war gespannt wie er den ersten Weltkrieg überstanden hat. Anhand seines Beispiels (und dem seiner Kollegen) zeigt Felenda sehr gut, welche Spuren der Krieg hinterlassen hat. In „Der eiserne Sommer“ herrschte noch Vorkriegszeit, inzwischen zeigt sich die Münchner Bevölkerung ernüchtert. Die Autorin fängt diese Stimmung gut ein, zeigt wie subtil und durchdacht die Nationalsozialisten diese Stimmung für sich nutzen konnten. Die Art und Weise wie systematisch Hitlers Weg bereitet wurde, nimmt im Buch einiges an Raum ein und fügt sich doch hervorragend in die fiktive Kriminalgeschichte ein. Die hat ihre spannenden Momente, hat mich jedoch nicht komplett gefesselt. Der Fall ist auf jeden Fall gut durchdacht und sorgt für einige Überraschungen, sodass der eine oder andere Dämpfer im Spannungsbogen zu verzeihen ist. Das Buch liest sich sehr flüssig und hat mit Reitmeyer einen sympathischen Protagonisten. Insgesamt ist „Wintergewitter“ ein toller Krimi für Geschichtsinteressierte.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

schiffswrack, leuchtturm, gruse, spannen, carlos ruiz zafón

Der Fürst des Nebels

Carlos Ruiz Zafón , Lisa Grüneisen
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.09.2016
ISBN 9783596187263
Genre: Romane

Rezension:

Max Carver flieht vor dem drohenden zweiten Weltkrieg mit seiner Familie in ein kleines Fischerdörfchen. Dort freundet sich der Junge schnell mit Roland an, auch Max‘ Schwester findet schnell Gefallen an ihm. Die drei könnten einen unbeschwerten Somme genießen, wäre da nicht ein geheimnisvoller Steingarten und gruselige Erzählungen über einen gewissen Doktor Cain. Max findet bald heraus, dass nicht alle Geschichten erfunden sind…

 „Der Fürst des Nebels“ ist Zafons erster Roman und man merkt schon, dass sein Schriftstellertum da noch etwas in den Kinderschuhen steckte. Die Story fand ich nicht besonders originell (mehrmals fühlte ich mich an King erinnert oder auch an Doctor Who), auch der Stil und die Dialoge sind noch etwas hölzern. Da es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt, ist die etwas einfachere Schreibweise durchaus nachvollziehbar, trotzdem zeigt der Autor ja bereits mit dem Folgeband, dass Jugendbuch eben nicht gleich einfache Kinderstory sein muss. Die Ansätze sind durchaus da, Zafon zeigt hier schon sein Talent für interessante Settings und malt sehr deutliche, lebhafte Bilder. Leider konnte mich die Handlung dann einfach nicht überzeugen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Das Fest der Bedeutungslosigkeit

Milan Kundera , Uli Aumüller
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.09.2016
ISBN 9783596032686
Genre: Romane

Rezension:

Alain, Ramon, Charles und Caliban. Vier Männer, die in Paris ihren Lebensmittelpunkt haben und sich seit Jahren kennen, miteinander älter geworden sind. Vier Männer, die sich durch 144 Seiten philosophieren, denken, sinnieren und witzeln. Vier Männer, denen ich so gar nichts abgewinnen konnte.

Wahrlich bedeutungslose Dialoge, Monologe und Gedankengänge füllen die Seiten. Bedeutungslose kleine Episoden aus dem täglichen Leben der vier ebenfalls. Ich konnte der Handlung leider nichts abgewinnen, was wahrscheinlich auch daran lag das es keine gab ; ) Zumindest keinen roten Faden, der die Episoden verbunden hätte. Ich weiß, dass Kundera auch anders kann, seine wunderbare Art zu erzählen hat er nicht verloren. Aber sein Talent, eine berührende und ansprechende Geschichte zu ersinnen. Man hat lange auf seinen neuen Roman gewartet, doch vielleicht hätte ich auch einfach noch ein bisschen länger gewartet um dafür einen Roman von „alter“ Qualität zu bekommen.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

30 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 1 Rezension

historischer roman, 11.jahrhundert, der sohn der kreuzfahrers;

Der Sohn des Kreuzfahrers

Stephen R. Lawhead , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 716 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 01.01.2002
ISBN 9783404262113
Genre: Historische Romane

Rezension:

Papst Urban hat zur Befreiung von Jerusalem aufgerufen und viele sind ihm gefolgt. Murdo bleibt als einziger Sohn zurück auf dem heimischen Hof, doch alsbald wird auch diese Idylle gestört als sich einige raffgierige Kirchenmänner Land und Leute aneignen. Murdo sieht nur eine Möglichkeit: dem Vater und den Brüdern ins Heilige Land nachreisen und sie zu Hilfe holen.

 Stephen Lawhead hat einen kurzweiligen Abenteuerroman rund um den ersten Kreuzzug geschaffen. Man sollte keine tiefergehenden Hintergrundinformationen zum religiös motivierten Krieg erwarten, die wichtigsten Themen schneidet der Autor gerade einmal an. Trotzdem hat mich Lawheads Geschichte ganz gut unterhalten, Murdo ist ein netter Charakter, der die Story gut trägt. Etwas blauäugig und naiv startet er ins Abenteuer, wächst dann aber mit seinen Aufgaben. Die Geschichte ist flüssig und leicht lesbar geschrieben, dabei doch immer spannend und unterhaltsam. Was es mit einem weiteren Erzählstrang auf sich hat, der viele Jahrhunderte später spielt, erfährt der Leser erst spät, sodass auch hiermit für Spannung gesorgt wird.

Insgesamt ist „Der Sohn des Kreuzfahrers“ kurzweilige Lektüre zu einem interessanten Thema, jedoch ohne großen Tiefgang.

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(171)

329 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 113 Rezensionen

thriller, folter, mord, interpol, mark roderick

Post Mortem - Tränen aus Blut

Mark Roderick
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.02.2016
ISBN 9783596031429
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Komm nach Hause und räche dich an denen, die uns getötet haben.“

So lautet die Nachricht, die Avram Kuyper nach Jahren wieder auf den heimatlichen Hof bringt. Dort bietet sich ein grausliches Bild, Blutspuren im Stall, der Hofhund angeschossen und die Familie seines Bruders spurlos verschwunden. Avram macht sich auf die Suche. Gleichzeitig ist auch Emilia Ness einer Nachricht gefolgt. Ein einsamer Reisender wurde ermordet aufgefunden; seine letzten Worte richteten sich an Emilia, die den Unbekannten jedoch nicht zu kennen scheint.

 Tränen aus Blut ist der Auftakt zur Thrillerreihe um Ness und Kuyper. Die beiden Charaktere sind dem Autor gut gelungen, Avram war mir jedoch immer der Sympathischere. Vielleicht auch, weil ihm nicht ständig der sexuelle Frust in die Quere kam ; ) Die Handlung ist recht spannend, gerade durch den Perspektivwechsel zwischen Emilia und Avram liest sich das Ganze sehr flüssig. Die Spannung wird gut gehalten und so ist es auch zu verschmerzen, dass die Ermittler manchmal etwas länger brauchen um zwei und zwei zusammenzuzählen. Nicht immer ist die Story ganz stimmig, doch kleine Fehler und Ungenauigkeiten lassen sich gut verschmerzen. Insgesamt hat mich Rodericks Debut gut unterhalten; Band zwei liegt bereit und will bald gelesen werden.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

23 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

judentum, israel, familie, krieg, juden

Here I Am

Jonathan Safran Foer
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Hamish Hamilton, 06.09.2016
ISBN 9780241146187
Genre: Romane

Rezension:

 Die jüdische Familie Bloch ist seit mehreren Generationen in den USA verwurzelt. Julia und Jacob kämpfen mit ihren Eheproblemen, die drei Jungs mit dem Erwachsenwerden. Ihr Glaube spielt im Alltag keine große Rolle, trotzdem sind jüdische Traditionen und Bräuche wichtig im Familienleben. Der Sohn bereitet sich auf die Bar Mizwa vor, an der Haustür hängt natürlich die Mesusa. Als sich Besuch aus Israel ankündigt, werden das Jüdischsein und das bloch’sche Familienleben auf eine ganz neue Probe gestellt.

 Foers neuer Roman beschäftigt sich sehr offen mit dem Thema, was es heutzutage bedeutet Jude zu sein. Die Geschichte von jahrelanger Verfolgung, die Schwierigkeiten eines Staates Israel und deren Bedeutung für jemanden, der doch eigentlich tausende Meilen weit weg wohnt und trotzdem immer wieder damit konfrontiert wird. Der Umgang mit dieser vielschichtigen Thematik ist dem Autor auf feinfühlige, verständnisvolle und verständliche Art gelungen, er deckt Einiges auf und rückt an anderer Stelle viele Allgemeinplätze gerade. Auch der Blick in das Eheleben von Julia und Jacob ist sehr realistisch gelungen, die familiären Zusammenhänge lebhaft dargestellt. Seine Charaktere sind alle sehr glaubhaft und vielschichtig, sodass sie gut durch die Geschichte tragen.

Ich schätze Foers Romane sonst sehr, diesen hier fand ich zeitweise doch etwas sperrig. Das lag weniger an seinem Erzählstil (der mich immer wieder aufs Neue begeistert) oder seiner Art mit der Sprache umzugehen, sondern eher mit den z.T. unendlichen Dialogen. In der Bloch’schen Familie wird viel geredet, aber nicht immer viel gesagt. Seitenweise Gespräche füllen die Seiten dieses Romans, die eine oder andere Kürzung hätte da gut getan. Meckern auf hohem Niveau, aber ein bisschen Meckern muss hier sein. Insgesamt ist Here I am wieder sehr lesenswert, kommt für mich jedoch nicht an Everything is illuminated bzw. Extremely loud and incredibly close heran.

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

43 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

jugendbuch, magersucht, und auch so bitterkalt, essstörung, lara schützsack

Und auch so bitterkalt

Lara Schützsack
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 27.04.2016
ISBN 9783596812141
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„So ist es immer mit meiner Schwester, wenn sie geht, nimmt sie alle Farben mit sich.“

Malina steht ihrer Schwester Lucinda sehr nahe, ist völlig von ihr eingenommen. Diese ist sehr lebenslustig, genießt ihre Jugend in vollen Zügen, verdreht allen Jungs den Kopf. Wenn sie sich nicht gerade von aller Welt abkapselt, sich in ihrer Magersucht verliert. In diesen dunklen Stunden kann nur Malina sie noch erreichen; bis auch irgendwann das scheitert.

 Lara Schützsack hat sich ein sensibles und ernstes Thema ausgesucht, leider wird sie dem nicht ganz gerecht. Malina ist der erzählende Part und sie begreift den Ernst der Lage sehr lange nicht, was mich unendlich frustriert hat. Auch die Eltern der beiden wirken oft sehr hilflos und überhaupt nicht erwachsen. Ihre Handlungen konnte ich oft nicht nachvollziehen und halte sie auch für recht unrealistisch. Apropos unrealistisch: sowohl die Sucht des Nachbarsjungen, als auch Malinas Entwicklung fand ich extrem weit hergeholt. Glaubt man der Autorin, haben anscheinend sämtliche Teenies einen Knacks. Gut gelungen sind der Autorin die Beschreibungen von Lucindas Anziehungskraft, ihre Wirkung auf andere. Es wird klar, dass sie etwas Besonderes ist. Ätzend nur, dass sie das selbst am besten weiß. Ich fand Lucinda komplett unsympathisch. Die Erzählweise ist sehr feinfühlig, oftmals hätte ich mir aber gewünscht, dass sich die Autorin traut Dinge beim Namen zu nennen. Die Tragik der Geschichte spielt sich oft zwischen den Zeilen ab, was ich dann doch zu verschämt finde. Wenn man ein ernstes Thema anpackt, dann sollte man nicht beim Schreiben plötzlich davor zurückschrecken.

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

reise, klassiker, wette, schiff, geld

Reise um die Erde in 80 Tagen

Jules Verne , Manfred Kottmann
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 22.09.2016
ISBN 9783737354448
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ein Zeitungsartikel ist an einer ganz besonderen Reise Schuld, wird dort doch berichtet, dass die Erde in knapp 80 Tagen zu umrunden sei. Im Gentlemansclub wird fleißig diskutiert und schlussendlich macht sich Phileas Fogg auf den Weg um den Beweis anzutreten. Immer dabei, sein frischgebackener Diener Passepartout…

 Ich hatte mir oft ein bisschen mehr Abenteuer gewünscht, die Reise ist unterm Strich doch nicht ganz so exotisch wie erwartet. Land und Leute lernt man meist nur durch nüchterne Fakten kennen (Berg x ist y Meter hoch etc.), oftmals wird an spannenden Orten nur schnell das Transportmittel gewechselt und Jules Verne verzichtet auf nähere Beschreibungen. Nur Passepartout scheint sich wirklich für das Leben der Menschen und fremde Kulturen zu interessieren, Fogg ist des Öfteren lieber ins Kartenspiel vertieft. Überhaupt ist Passepartout die heimliche Hauptfigur des Romans, ihn lernt man wesentlich besser kennen als den Londoner Fogg. Dieser ist zwar immer und überall der perfekte Gentleman, dabei wirkt er aber oft sehr kalt. Da war mir der lebhafte Passepartout doch der genehmere Reisegeselle. Vernes Roman ist auch in der Neuübersetzung angenehm zu lesen und macht Lesefreude, trotzdem hatte ich mir von der abenteuerlichen Reise etwas mehr Abenteuer erhofft.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(191)

301 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 154 Rezensionen

thriller, psychothriller, hamburg, melanie raabe, entführung

Die Wahrheit

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 29.08.2016
ISBN 9783442754922
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vor sieben Jahren ist Sarahs Ehemann auf einer Geschäftsreise nach Südamerika verschwunden. Sieben Jahre ohne ein kleinstes Lebenszeichen. Umso überraschender die Nachricht über seine plötzliche Rückkehr. Doch als Sarah ihm gegenüber steht, ist sie sich sicher: das ist nicht ihr Mann, nicht ihr Philipp. Doch niemand scheint ihr zu glauben und der Fremde nistet sich auch noch im Familienheim ein…

 Die Wahrheit ist, dass Melanie Raabe in ihrem zweiten Roman zeigt was sie kann. Ein mitreißender Plot und kleine Cliffhanger fesseln den Leser ans Buch. Wer ist der Fremde? Was will er von Sarah? Wie kann sie ihm entkommen? Fragen über Fragen, die sich nur durch sehr schnelles Weiterlesen beantworten lassen. Der Erzählstil ist sehr ansprechend, Raabe schafft einen wahren Sog und lässt einem kaum Zeit das Geschehene zu hinterfragen. Die Wahrheit ist leider auch, dass sich nach und nach kleine Unregelmäßigkeiten und unlogische Zusammenhänge auftürmen, welche mir immer mehr negativ aufgefallen sind. Die große Wahrheit ist die Tatsache, dass die Autorin ihren bis dato gut gelungenen Psychothriller mit einem haarsträubenden Schlusspunkt gegen die Wand fährt. Selten habe ich ein so gutes Buch mit einem so unpassenden und enttäuschenden Ende gelesen. Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass man immer dann aufhören soll, wenns am Schönsten ist. Auch beim Lesen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(49)

109 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

hooligans, hannover 96, hannover, fußball, hooliganszene

Hool

Philipp Winkler
Fester Einband: 310 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 19.09.2016
ISBN 9783351036454
Genre: Romane

Rezension:

„Wir stellen uns in drei Reihen über die Breite des Weges auf. Das Adrenalin pumpt durch meinen Körper. Der Kopf wird leicht. Die Truppe stampft los." (S. 12)

Der Mittzwanziger Heiko lebt für seinen Fußballverein Hannover 96 und packt dafür auch mal gerne seine Fäuste aus. In arrangierten Treffen mit Hooligans anderer Vereine tragen er und seine Freunde so manche Schlacht aus. Doch auch im Privaten muss sich Heiko durchkämpfen.

 Philipp Winklers Debut geht wirklich unter die Haut, auch oder vielleicht auch gerade weil ich selbst mit Fußball so gar nichts anfangen kann. Tatsächlich stehen Heikos Probleme auch immer im Vordergrund, er lebt am Rand der Gesellschaft und bewegt sich in kriminellen Milieus. Eigentlich aus gutbürgerlichem Hause kommend (zumindest der Fassade nach), ist er langsam aber sicher abgerutscht. Winkler zeichnet eine sehr tragische Person, die einem trotz seiner vielen Fehler nicht unsympathisch ist. Gerade zu seinen Freunden steht Heiko 100%ig, auch sonst kann er den Leser immer wieder positiv überraschen. Der Ton ist recht rau, passt aber sehr gut zur Handlung, der hannoversche Dialekt trägt ebenfalls zur Authentizität des Romans bei. Hool ist immer ehrlich, manchmal schockierend, oft traurig und melancholisch, und dabei jederzeit lesenswert. Mir hat Winklers Debut ausnehmend gut gefallen und ich bin sehr gespannt was uns dieser Autor noch präsentieren wird.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(50)

88 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

entführung, familie, roman, usa, verzweiflung

Justins Heimkehr

Bret Anthony Johnston , Sylvia Spatz
Fester Einband: 424 Seiten
Erschienen bei Beck, C H, 21.07.2016
ISBN 9783406697425
Genre: Romane

Rezension:

Vier Jahre war Justin verschwunden. Vom Erdboden verschluckt. Zum Skaten aus dem Haus gegangen und nie wieder gekommen. Der Verlust und die Ungewissheit haben an seiner Familie genagt, die Eltern haben sich entfremdet. Da taucht der Teenie auf einmal wieder auf und nichts ist wie Früher.

 Wenn man das eigene Kind verliert, ist das schrecklich. Wenn man aber nicht genau sagen kann wie und warum, ist das noch viel schrecklicher. Johnston hat dieses Szenario meisterhaft erzählt, die unterschiedlichen Reaktionen der Familienmitglieder fand ich sehr realistisch dargestellt. Die Ängste und Sorgen, aber auch die große Freude und Erleichterung. Der Autor zeigt auch, dass mit der Heimkehr nicht etwa wieder alles in Ordnung ist, sondern dass viele Probleme hier erst ihren Ursprung haben. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven der Familienmitglieder erzählt, leider jedoch nie aus Justins; so bleibt der dem Leser etwas fremd, vielleicht genau so fremd wie er der eigenen Familie geworden ist. Der Erzählstil hat mir sehr gut gefallen, nicht zu emotional, jedoch mit dem nötigen Feingefühl. Ein gelungener Roman, der nachdenklich macht.

  (1)
Tags:  
 
187 Ergebnisse