Fragmentage

Fragmentages Bibliothek

6 Bücher, 5 Rezensionen

Zu Fragmentages Profil
Filtern nach
6 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

frauen, afrika, gewaltfreiheit

Wir sind die Macht

Roberta Leymah Gbowee , Carol Mithers , Carol Mithers
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 20.12.2012
ISBN 9783608947397
Genre: Biografien

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

14 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

liebe, musik, rockstar, freundschaft, blog

Keep on Dreaming

Kira Minttu
E-Buch Text: 215 Seiten
Erschienen bei Kira Minttu, 01.12.2016
ISBN B01M28Z91Y
Genre: Liebesromane

Rezension:

Katinka führt ein Leben um das sie mein 16-jähriges Ich glühend beneidet: Ihr erfolgreiches Musikblog "Listen up!" verschafft ihr Backstagepässe zu Konzerten und Interviewtermine mit den angesagtesten Bands, ihr bester Kumpel wird von der halben Schule angehimmelt und sie hat eine Freundin, die immer für sie da ist. Außerdem ist sie auch noch nett und keineswegs zickig oder überheblich, wie man es vielleicht erwarten würde, wenn jemand so lässig unterwegs ist. Aber nicht alles läuft locker und cool, denn in der Rockmusikwelt, in der Musiker sich selbstverständlich mit Groupies umgeben, entstehen oft blöde Situationen, die Katinka zweifeln lassen, ob man sie und ihr Blog überhaupt ernst nimmt. Richtig kompliziert (und aufregend!) wird ihr Leben, als sie James McMillan kennenlernt, den unverschämt gutaussehenden Frontman der Band Keep on Dreaming..

***

Ich habe diese Buch verschlungen! Vom ersten Satz an fühlte ich mich als Leserin in die Welt von Katinka und ihren Bloggerfreunden eingesaugt und konnte den Kindle kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Kira Minttu trifft mit ihrem Schreibstil den Ton ihrer Zielgruppe und beschreibt authentisch den Alltag von ganz normalen Jugendlichen zwischen Schule, Abhängen und Ausgehen. Ihre Protagonisten und deren Realität baut sie so sympathisch und echt auf, dass man kaum glauben mag, dass es sich hier um reine Fiktion handelt. Neben der Haupthandlung hat mich besonders die Freundschaft zwischen Katinka und Juli sehr berührt - jedes Mädchen sollte so eine beste Freundin haben! - und ihre Mutter, die in ihrer Rolle absolut glaubwürdig daher kommt, wurde für mich zur heimlichen Heldin in der Geschichte.

Aber Keep on Dreaming ist nicht nur ein realistischer High School-Roman, denn Kira lässt ihre Charaktere in der berüchtigten Backstagewelt der Rockszene mitspielen. Welcher Teenie träumt nicht davon, nach einem mitreißenden Rockkonzert einmal hinter die Bühne zu dürfen und seinem Idol in Echt gegenüber zu stehen? Im Roman kann man als Leser einen Blick riskieren, denn für Katinka ist das durch ihr Blog fast schon ein Teil ihres Alltags. Sie koordiniert die Termine der Plattenlabels und wickelt Interviews mit Musikern meist professionell und souverän ab. Ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl mitten im Geschehen zu sein: Mit ihr zu albern, mich zu ärgern, aufzuregen und - als McMillan auf der Bildfläche erscheint - kurz den Atem anzuhalten.

Kira Minttu ist ein YA-Schätzchen zum "Mitverlieben" gelungen, dem man keine Sekunde anmerkt, dass es ihr Erstling ist, dazu schreibt sie schon viel zu lange Geschichten, auf ihrem Blog und anderswo. Man fragt sich eher, warum es bis zum ersten Roman so lange gedauert hat.

  (1)
Tags: jugendbuch, jugendliche, liebe, musik, rockstar, youngadult   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(171)

241 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 88 Rezensionen

tschernobyl, heimat, alter, russland, familie

Baba Dunjas letzte Liebe

Alina Bronsky
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2015
ISBN 9783462048025
Genre: Romane

Rezension:

Die hochbetagte Baba Dunja hat sich vor Jahren entschieden, in ihr Heimatdorf zurückzukehren. Das wäre an sich nichts Ungewöhnliches, läge das Dorf nicht in der Todeszone eines verunglückten Kernkraftreaktors. Die ganze Gegend ist radioaktiv verstrahlt, keiner darf sich hier dauerhaft aufhalten, geschweige denn ansiedeln, doch die kleine Dorfgemeinschaft von Tschernowo kümmert sich nicht um Vorschriften. Die Bewohner sind alle alt, manche krank und wollen nichts weiter, als ihr Leben in der Heimat zu Ende leben. Baba Dunja, die von den anderen als eine Art Bürgermeisterin angesehen wird, baut Gemüse in ihrem Garten an und versorgt sich weitgehend selbst. Die beschwerliche Fahrt in die nächste Stadt nimmt sie nur selten auf sich, um Post abzuholen, ihre Rente abzuheben und das Nötigste einzukaufen. Es ist ein idyllisches Leben, doch dann tauchen Fremde auf und bringen die Gemeinschaft in Gefahr.

-

An den Super-GAU von Tschernobyl werde ich mich wohl mein Leben lang als die größte Katastrophe meiner Kindheit erinnern und noch heute läuft es mir kalt den Rücken herunter, wenn ich daran denke, wie nachhaltig uns das damals auch in Deutschland traumatisiert hat. Als ich vor einigen Jahren eine Reportage über Tschernobylheimkehrer las, faszinierten und gruselten mich die Schicksale der Menschen gleichermaßen, denn ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand freiwillig in dieser geradezu postapokalyptischen Realität lebt.

Auf Alina Bronskys neuen Roman war ich daher besonders gespannt und setzte hohe Erwartungen in ihre Erzählkunst. Ich wurde nicht enttäuscht, denn sie schafft es mit scharfsinnigem Wortwitz und dabei unheimlich einfühlsam, auf engstem Seitenraum diese unwirkliche Welt entstehen zu lassen und jedem einzelnen der greisen Heimkehrer ein Gesicht zu geben. Es fiel mir nicht leicht, das kleine Bändchen am Ende zuzuklappen und Tschernowo zurückzulassen, so liebens- und lebenswert war mir die kleine Dorfgemeinschaft geworden.

  (0)
Tags: postapokalyptisch, tschernobyl   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(70)

446 Bibliotheken, 47 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

abenteuer, liebe, bibliothek, identität, studium

S. - Das Schiff des Theseus

J. J. Abrams , Doug Dorst , V. M. Straka ,
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.10.2015
ISBN 9783462047264
Genre: Romane

Rezension:

S. - Das Schiff des Theseus von J.J. Abrams und Doug Dorst ist kein gewöhnliches Buch, sondern ein analoges Abenteuerspiel. Erlebnis-Lesen sozusagen.

Nichts ist zufällig an diesem Werk, das in einem soliden Fake-Leineneinband daher kommt. Ein Siegel muss aufgebrochen werden, bevor man es aus dem Schuber nehmen kann, aber unberührt scheint das Buch nicht zu sein: Es wirkt abgegriffen, hat einen Fettfleck und riecht, als hätte es länger in einer muffigen Kiste auf irgendeinem Dachboden gelegen. Schlägt man es auf, fallen einem Zettel, Postkarten, Fotos und Notizen entgegen und die vergilbten Seitenränder sind dicht mit Notizen und Unterstreichungen versehen. Wenn man am Anfang beginnt und versucht, den gedruckten Text, die Einleger und Anmerkungen simultan zu lesen, merkt man schnell, dass sich in den Randnotizen ein Dialog zwischen dem Literaturdoktoranden Eric und der Bachelorstudentin Jen abspielt und dass die beiden versuchen, zwischen den Zeilen das Rätsel um die Identität des Autors zu entschlüsseln, die über ein halbes Jahrhundert nach Erscheinen des Romans ungeklärt ist.

S. ist kein Buch, das man einfach so von Anfang bis Ende durchliest. Ich habe meine Lesestrategie mehrmals anpassen müssen, bis ich den Dreh für mich raus hatte. Anfangs dachte ich nämlich tatsächlich, ich könnte alles simultan lesen und aufnehmen. Das stellte sich aber schnell als höchst impraktikabel heraus, denn es verwirrte mich heillos.

Der eigentliche Roman "Das Schiff des Theseus" von V.M. Straka ist nämlich schon komplex-surreal genug (stellenweise fühlte ich mich wie bei Kafka, nur gruseliger), wenn man dann noch gleichzeitig Fußnoten und Randnotizen mitlesen und nachvollziehen soll überfordert das schnell. Dazu kommt, dass es mehrere Sets von Randnotizen gibt, die Eric und Jen zeitlich versetzt verfasst, sich dabei aber nicht zwingend an eine strenge Chronologie gehalten haben. Schlussendlich habe ich den Wälzer (bisher) vier Mal durchgearbeitet:

1. Den Romantext "Das Schiff des Theseus" ohne Randnotizen und Einleger, Fußnoten nur überflogen
2. Die Randnotizen in Bleistift, blauem Kugelschreiber und schwarzem Fineliner, Fußnoten, passende Einleger
3. Randnotizen in Gelb und Grün, passende Einleger
4. Randnotizen in Violett, Rot, Schwarz und schwarz, passende Einleger

Die Einleger habe ich jeweils angeschaut, geprüft, ob sie gerade zum Text passen und dann entweder mitgelesen oder bis zur nächsten Runde beiseite gelegt. Hilfreich war eine Liste, an welche Stelle im Buch die Einleger hingehören, sie sind mir nämlich öfter mal rausgefallen...

Wäre ich ein scharfsinniges Mastermind, hätte ich möglicherweise versucht, die versteckten Codes, die Jen und Eric hauptsächlich in den - auf den ersten Blick unsinnigen - Fußnoten finden, selbst zu entschlüsseln. Stattdessen habe ich mich darauf beschränkt, jedes Mal andächtig "aaaaah" zu machen, wenn die beiden wieder einen geknackt hatten. Am Ende waren einige Rätsel gelöst, viele Fragen blieben aber offen, und noch immer stecken im Bauch des Schiffes (sorry, der musste sein) zahlreiche Codes und Hinweise, die Jen und Eric nicht entdeckt oder entschlüsselt haben, mit denen sich der geneigte Leser weiter beschäftigen darf.

Meine Meinung dazu?

Jetzt wird es kompliziert.. Ich liebe die Idee dieses Werkes, das Konzept, die detailversessene Aufmachung, die Haptik und das liebevoll erdachte Zubehör. Der Roman und die Rahmenhandlung um Jen und Eric sind zwar auch interessant, vom Hocker gerissen haben sie mich aber nicht und die Spannung hielt sich über weite Strecken eher in Grenzen. Nun kann man sagen, dass das Tempo zu der langsamen, analogen Kommunikation der beiden passt und dass dem Leser gar nichts anderes übrig bleibt, als sich viele Ereignisse und Spannungsmomente selbst zusammen zu reimen, aber ich hätte mir dennoch mehr roten Faden gewünscht. Stattdessen bleibt ein bisschen Ernüchterung darüber, dass ich wohl selber nachforschen und Theorien aufstellen muss, wenn ich mich nicht mit Jens und Erics Erkenntnissen zufrieden geben will. Aber das ist ja auch irgendwie genial: ein Buch, das der Leser weiterspinnen muss.

  (0)
Tags: s. das schiff des theseus   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(67)

94 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 60 Rezensionen

israel, liebe, palästina, new york, nahostkonflikt

Wir sehen uns am Meer

Dorit Rabinyan
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.08.2016
ISBN 9783462048612
Genre: Liebesromane

Rezension:

An einem kühlen Herbstnachmittag lernen sich Liat und Chilmi in New York kennen. Die Chemie zwischen den beiden stimmt und so werden aus dem kurzen Treffen mehrere Stunden, am Abend landen beide in Chilmis Künstlerwohnung, wo Liat am nächsten Morgen aufwacht. Eigentlich der klassische Auftakt zu noch einem beliebigen Liebesroman, einer romantischen Komödie vielleicht. Doch dieser ist anders, denn Liat ist eine Jüdin aus Tel Aviv, Chilmi ein palästinensischer Künstler aus Ramallah. Ihre Liebesgeschichte, die so unkompliziert beginnt, ist nur möglich, weil beide sich fernab der Heimat begegnen, wo sie ihr kulturelles und historisches Gepäck zwar nie ganz ablegen, es aber immerhin erfolgreich verdrängen können. Durch die kalten New Yorker Wintermonate hindurch leben die beiden in einer Realität auf Zeit, einem Traum, in dem die Frage nach der Zukunft niemals konkret ausgesprochen wird, obwohl beiden vor der unausweichliche Trennung graut.

Dorit Rabinyan ist es mit ihrem Roman gelungen, ein, wie ich finde, realistisches Szenario zu zeichnen, wie eine Liebesbeziehung zwischen Israelis und Palästinensern aussehen könnte. Die Konflikte und Krisen, denen sich Liat und Chilmi stellen müssen, sind für mich absolut vorstellbar, obwohl die beiden Protagonisten alles andere als (religiöse) Fanatiker sind. Getragen wird die Geschichte aber nicht von den Konflikten, sondern der Beschreibung dieser großen, mühelosen Liebe, die das Feindbild, das beide vom Volk des anderen haben, überwindet. Unüberwindbar scheint dagegen die Realität in der Heimat, nach der sich beide in diesem kalten Winter sehnen, und in der sie so nah und doch so weit voneinander entfernt aufgewachsen sind.

Helene Seidler hat die Geschichte um Liat und Chilmi, die sich in New York verlieben und einen kalten, aber wunderbaren Winter zusammen verbringen, bevor die unbarmherzige Realität des Nahostkonflikts sie unweigerlich trennen muss, souverän und stimmig übersetzt. Positiv überrascht war ich über die Wahl des deutschen Titels. Normalerweise bin ich ja sehr dafür, Buchtitel so nah wie möglich am Original zu übersetzen, aber in diesem Fall finde ich “Wir sehen uns am Meer” sogar gelungener als den etwas sperrigen hebräischen Titel "Gader Chaya - Lebende Hecke".

  (0)
Tags: israel, liebesgeschichte, nahostkonflikt, new york, palästina   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

syrien, flüchtlinge, kinder- & jugendbuch. all-age, liebe, jugendbuch

Es war einmal Aleppo

Jennifer Benkau
E-Buch Text: 377 Seiten
Erschienen bei null, 25.10.2016
ISBN B01M71ZC5U
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als Antonia mit ihren Eltern und ihrem Bruder aus einem handy- und internetfreien Sommerurlaub zurück kommt, fällt die Familie aus allen Wolken: Der ehemalige Tennisclub direkt gegenüber wurde von der Stadt in ein Erstaufnahmelager für Flüchtlinge umfunktioniert. Ihr Vater ist außer sich vor Wut und verfällt in kleinbürgerlichen Aktivismus, doch auch Toni macht das Lager Bauchschmerzen. Bis ihre beste Freundin sie als freiwillige Helferin einspannt und Toni auf Shirvan trifft. Je mehr sie dem in sich gekehrten Syrer zuhört, je mehr sie über den Krieg und seine Opfer lernt, desto komplizierter wird es.

***

Jugendbücher gehörten schon immer zu meinem liebsten Lesestoff, weil sie sich wunderbar dazu eignen, reale Problematiken so aufzubereiten, dass junge Menschen einen Zugang dazu finden, ohne sich belehrt zu fühlen. Jennifer Benkau, die sonst eher in der Urban Fantasy zu Hause ist, begibt sich mit "Es war einmal Aleppo" auf ungewohntes Terrain mitten in der Realität: Toni, ein ganz normaler deutscher Teenie, gerät unverhofft in eine Situation, die ihr eigentlich viel zu groß ist, und lässt den Leser an ihrem Erleben und ihrem Gedankenchaos teilhaben. Das liest sich gerade deshalb so authentisch und als Szenario absolut vorstellbar, ohne reißerisch zu sein, weil Jennifer Benkau für diese Geschichte nicht nur monatelang Schicksale und Hintergründe recherchiert hat, sondern auch persönliche Erfahrungen aus der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit einfließen lässt.

Das Ergebnis ist ein gesellschaftskritischer All Age-Roman über Zivilcourage und den Mut, über den eigenen Tellerrand zu sehen, der wachrüttelt und Mitgefühl auslöst: "Es war einmal Aleppo" hat mich berührt und in seiner unaufgeregten Schlichtheit umso mehr von seinem Anliegen überzeugt. Unbedingt lesenswert, nicht nur für Jugendliche. 

  (1)
Tags: aleppo, flüchtlinge, flüchtlingskrise, jugendbuch, kinder- & jugendbuch. all-age, krieg, liebesgeschichte, syrien   (8)
 
6 Ergebnisse