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956 Bibliotheken, 21 Leser, 5 Gruppen, 86 Rezensionen

london, magie, krimi, fantasy, jazz

Schwarzer Mond über Soho

Ben Aaronovitch , Christine Blum
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.07.2012
ISBN 9783423213806
Genre: Fantasy

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(34)

48 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

marc uwe kling, satire, zukunftssatire, schwarzer humor, künstliche intelligen

QualityLand

Marc-Uwe Kling , Marc-Uwe Kling
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 22.09.2017
ISBN 9783957130945
Genre: Romane

Rezension:

In Qualityland ist alles anders und besser oder besser gesagt am bestesten. Mitteilungsbedürftige selbstfahrende Autos, die zur eigenen Sicherheit nicht mehr in die Brennpunkte der Stadt fahren und ihre Passagiere vorzeitig bitten Auszusteigen, sind hier ebenso normal wie Sexverträge oder digitale Assistenten, die gerne klugscheißern und sich auch mal untereinander zanken. Nachnamen ergeben sich aus dem Beruf des Vaters oder der Mutter zum Zeitpunkt der Zeugung. So begegnen wir Peter Arbeitsloser, Sandra Admin, Tatjana Geschichtslehrerin, Martyn Vorstand oder Melissa Sexarbeiterin. Mit der Bürde eines weniger vorteilhaften Nachnamens hat man es nicht einfach und entsprechend wenig Chancen auf gesellschaftlichen Aufstieg. So gelten Menschen unter Level 10 als "Nutzlose", zu denen sich nun auch Peter nach Sandras durch QualityPartners nahegelegten Trennung zählen darf. QualityPartners sucht mittels Algorithmen den passenden Partner und unterbreitet heimlich Trennungen, falls eine dem aktuellen Partner höherwertige Person passender erscheint. Qualityland wird völlig durch Konsum beherrscht. Ehe man sich versieht, kommt eine Lieferdrohne herbeigeflogen und hat eine auf die Person zugeschnittene Bestellung in petto, von der man nicht einmal weiß, dass man sie gewollt hat - alles Dank TheShop, dem weltweit beliebtesten Versandhändler. Sei es ein Sixpack Bier, das neueste Kleid oder ein pinker Delfinvibrator. Letzteres löst bei Peter nicht nur Unverständnis, sondern auch Empörung hervor und weckt seine lethargisch anmutende rebellische Ader. Er zweifelt das System an, welches besagt, dass Maschinen keine Fehler machen und möchte mit seinen Mitstreitern - eine Reihe kaputter Roboter, denen er die Verschrottung in seiner eigens betriebenen Verschrottungsanlage erspart hat, den Geschäftsführer von TheShop zur Rede stellen und den vermaledeiten Delfin zurückgeben.

Die Art und Weise, wie Kling vorliest, ist speziell. Neben seiner ironisch-trockenen Erzählweise scheint der Autor stellenweise selbst lachen zu müssen, wobei der Ernst der geschilderten Zukunftsvision stets allgegenwärtig ist. Und gerade dies ist so mitreißend. Die 500 Minuten vergingen wie im Flug und es wurde zu keiner Minute langweilig. Die in die Erzählhandlung eingebundenen Nachrichten- und Werbeeinblendungen wirken keinesfalls störend, sondern lassen einen nur noch weiter in die lustig-skurrile und zugleich beängstigende Welt eintauchen. Die von Peters Ex geschriebenen Nachrichten werden von Lesern kommentiert, die an die sinnlosen Onlinekommentare erinnern, wie wir sie nur allzu gut kennen. Die Botschaft Klings kommt an: In der heutigen Zeit voller digitaler Vernetzung, der achtlosen Bereitschaft Daten bereitzustellen, die u.a. für Werbezwecke genutzt werden und so manipulativ wirken, ist seine karikativ beschriebene Zukunft gar nicht abwegig.

Fazit: Ein gelungenes Werk, welches die unschönen Seiten unserer Welt mit viel Ironie und trockenem Humor aufzeigt. Die angesprochenen ernsten Themen lassen den Leser und Hörer garantiert mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück.

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54 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

kochbuch, vegetarisch, gemüse, vegan, rezepte

Green Bonanza

Mia Frogner , Ricarda Essrich
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Jan Thorbecke Verlag, 28.08.2017
ISBN 9783799512275
Genre: Sachbücher

Rezension:

Green Bonanza - nicht nur der Name bleibt im Gedächtnis, sondern auch die Rezepte. Bodenständig, aber dennoch kreativ füllen zahlreiche leckere Rezepte die insgesamt neun Kategorien:

•    Kartoffeln & Süßkartoffeln
•    Kohl, Blumenkohl & Rosenkohl
•    Linsen
•    Grünes
•    Tomaten
•    Tofu
•    Möhren & Rote Beete
•    Auberginen, Zucchini & Kürbis
•    Nüsse

Gemäß "Rezepte für mehr Grün auf dem Tisch" kommen Gemüseliebhaber hier wirklich nicht zu kurz. Zu jeder der aufgeführten Hauptzutaten finden sich interessante Informationen, die mit kleinen persönlichen Anekdoten der norwegischen Köchin Mia Frogner geschmückt werden und dem Buch so eine persönliche Note verleihen. Dies soll wohl auch durch einige Fotos erzeugt werden, welche die Autorin selbst beim Kochen abbilden. Dies findet sich ja so gut wie in jedem Koch- und Backbuch und ist nach meinem Befinden mit 2-3 Fotos platziert am Anfang auch in Ordnung. Doch angesichts mehrerer Fotos, wie auch hier, würde ich mir lieber weitere Rezepte oder Tipps wünschen. Zu einem Punktabzug führt diese kleine Anmerkung jedoch nicht, denn die Rezepte sind große Klasse und kommen ohne außergewöhnliche Zutaten aus. Ebenso leicht gelingt die Umsetzung durch die nachvollziehbaren und verständlichen Beschreibungen. Ausprobiert habe ich bisher die Sommerrollen, Möhrenfalafel, gefüllte Auberginen und die Nussbutter - alles ein Gedicht! Schön finde ich auch das Schlusskapitel des Buchs, welches die Resteverwertung behandelt.

Fazit: Das Buch beweist das gesunde Ernährung gar nicht so schwer ist und viel Spaß macht. Eine wahre Bereicherung für die Küche!

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120 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 70 Rezensionen

darwin, marx, london, karl marx, charles darwin

Und Marx stand still in Darwins Garten

Ilona Jerger
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 11.08.2017
ISBN 9783550081897
Genre: Romane

Rezension:

"Stellen Sie sich vor, Charles Darwin und Karl Marx hätten sich getroffen." Dies habe ich angesichts des interessant klingenden Aushängeschilds getan und von dem fiktiven Zusammentreffen der großen Denker hitzige Debatten und geistige Beflügelungen erwartet, die jedoch ausblieben.

Das einmalige gemeinsame Mahl, bei dem sich ein Disput über Gott und die Gerechtigkeit entwickelte, lässt den Leser daher unbefriedigt zurück. Über den gemeinsamen Arzt der beiden, Dr. Beckett, entsteht ein sehr detailierter Bericht über ihr gesundheitliches Leiden und die Einstellungen zur Kirche. Zu kurz werden ihr Leben und die darin eingebetteten Theorien, Leitgedanken und Forschungen behandelt, die zu den richtungsweisenden Schaffenswerken führten. Es war "ihr" Jahrhundert, doch auf diese Weise konnte ich weder das Flair dieser doch so spannenden Zeit revolutionärer Umbrüche spüren, noch eine Verbindung zu diesen bedeutenden Männern herstellen. Diesen Umstand konnte selbst der ansonsten klare und gut lesbare Schreibstil nicht wettmachen. Es kristallisiert sich merklich das große und respektvolle Interesse der Autorin an den zwei Persönlichkeiten heraus, welches dazu führt, dass der Leser Darwin und Marx von einer eher ungeläufigen persönlichen Seite kennenlernen darf. Ausgehend von der erhofften Grundidee des Romans, hapert es jedoch leider an der Umsetzung.

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

australien, reisen, reise, reportage, campingbus

Der weiteste Weg

Bruno Blum
Flexibler Einband: 222 Seiten
Erschienen bei Delius Klasing, 10.04.2017
ISBN 9783667109149
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Koffer packen und für zweieinhalb Jahre die Welt bereisen - ein Traum, den sich Bruno Blum und seine Lebensgefährtin Yvonne erfüllten. Sie verlassen Luzern mit ihrem Campingbus und erleben Kasachstan, Iran, Pakistan, Indien, Australien, Japan, Sibirien, die Mongolei und Russland, bis schließlich wieder die Heimkehr ansteht. Auf der zurückgelegten Reise von über 90.000 km lassen uns die Weltenbummler an ihren einzigartig schönen, lustigen, aber auch problematischen Erlebnissen teilhaben. Verschiedenste Kulturen und ihre Lebensweise, die Gastfreundlichkeit, unbeschreibliche Landschaften, die keiner Worte, sondern der toll ausgewählten Bildern bedarfen, aber auch Schattenseiten wie die nerven- und zeitkostende Bürokratie und Pannen mit dem treuen Gefährt, ausgerechnet im australischen Outback. Die Reise ist so vielfältig wie das Leben selbst und lässt mich begeistert zurück. Gerne hätte ich noch viel mehr über die einzelnen Länder erfahren. Bei 220 Seiten kann man sich sicher vorstellen, dass dem Leser keine allzu lange Verweildauer geschenkt wird. Dennoch handelt es sich um einen persönlichen Reisebericht, welcher hinter die touristischen Kulissen blickt und ein Stück Urlaub und Abenteuer nach Hause bringt.

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

kinderbuch, fantasy, fuchs

Foxcraft – Das Geheimnis der Ältesten

Inbali Iserles , Katharina Orgaß , Inbali Iserles
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 27.10.2016
ISBN 9783737351805
Genre: Kinderbuch

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(5)

15 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 5 Rezensionen

musketier-verlag, tiere sind die besseren mensche, peter sasse, buc

Tiere sind die besseren Menschen

Peter Sasse
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei MusketierVerlag, 25.11.2016
ISBN 9783946635017
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen,

müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken."

Ich habe lange gebraucht, um wieder Worte zu finden. Angesichts der von Peter Sasse aufgegriffenen erschreckenden und leider wahren Geschehnisse in unserer Welt, ja, selbst innerhalb der EU, blieb ich sprachlos, fassungslos, traurig und zugleich wütend zurück. Natürlich bin ich mir der Gräueltaten gegenüber Tieren bewusst, da ich mich genau aus diesen Gründen für eine vegane Lebensweise entschieden habe. Doch auch für mich hielt das Buch "Neues" bereit, gerade in Bezug auf die Kirche und damit verbundene religiöse "von oben" abgesegnete Quälrituale. Selbst in der heutigen Zeit wird Tieren noch immer kategorisch eine Seele abgesprochen. Im Nachhinein bin ich nun einmal mehr froh, aus der Kirche ausgetreten zu sein.

Neben diesen wirklich zu Tränen rührenden Fakten, gibt es zur Beruhigung des Gemüts schöne Geschichten von Freundschaften unter Tieren, aber auch zwischen Tier und Mensch, die hoffen lassen.

Ich danke Peter Sasse, dass er mich in meiner Einstellung und gewählten Lebensart noch einmal bestätigt hat. Ich kann das Buch jeden empfehlen, da es nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch Potenzial hat, nachhaltig etwas zu bewegen. Der Mensch muss nur bereit sein, zuzuhören.

 

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55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

vergebung, liebe, paris, ratgeber, gefühle

Die Verseflüsterin

Nicolas Fougerousse , Elisabeth Liebl
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Scorpio Verlag, 13.02.2017
ISBN 9783958031067
Genre: Romane

Rezension:

Marcus ist in seinem Alltag gefangen, welcher sich in beruflicher wie auch privater Einöde äußert. Eines Tages findet Marcus einen Zettel auf seiner Windschutzscheibe mit den Worten "Hör auf deine Gefühle". Er begegnet Angelo, einem völlig fremden Mann, mit dem er tiefgründige Gespräche führen kann. Marcus erreichen auch weitere Nachrichten per Email, die nach und nach für eine positive Veränderung sorgen, was auch seine Frau Isabelle bemerkt. Zwischen Marcus und Angelo, der betont, nicht hinter den Nachrichten zu stecken, entwickelt sich eine Freundschaft und auch die Personenkonstellationen werden schrittweise klarer. Über den Inhalt möchte ich nun nichts weiter verraten. Es sei nur gesagt, dass die Geschichte eine völlig andere Richtung einschlägt als zu erwarten wäre und einem kleinen Ratgeber fürs Leben ähnelt. Die Idee kleine Lebensweisheiten unterschiedlicher Themenbereiche wie Zeit oder Bewusstsein einzubinden, finde ich sehr schön und man kommt nicht umhin, Vergleiche mit dem eigenen Leben anzustellen. Die Geschichte zeigt uns, dass man trotz schwerer Schicksale nie aufgeben sollte. Erst wenn wir Frieden finden, verstehen und verzeihen, kann der Blick nach vorne gerichtet werden. Wir sollen geduldig sein, unser Leben intensiv leben, auf das Positive und das, was wir wirklich wollen zugehen - mit voller Freude! Freude kommt immer in winzigen Schritten daher, die man nicht immer bemerkt, wenn man nicht darauf achtet. Um glücklich zu werden, müsse man sich nur all der kleinen Freuden bewusst werden, der Schönheiten, die sich vor unserem Auge Tag für Tag auftun. Wir müssen nur dazu bereit sein, um eine positive Veränderung unseres Lebens zuzulassen.
Es ist wirklich nicht leicht die Geschichte in Worte zu fassen, da sie so ganz anders ist als ein üblicher Roman. Gerade die kleinen Ratschläge, die im Laufe der Geschichte unterbreitet werden, sorgen aber für kleine Denkanstöße, die die Geschichte sehr lesenswert machen.

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526 Bibliotheken, 31 Leser, 1 Gruppe, 74 Rezensionen

pferde, liebe, familie, frankreich, jojo moyes

Im Schatten das Licht

Jojo Moyes , Silke Jellinghaus
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 27.01.2017
ISBN 9783499267352
Genre: Romane

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56 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 50 Rezensionen

pasta, nudeln, vegetarisch, kochbuch, kochen

Mia liebt Pasta

Mirja Hoechst
E-Buch Text: 136 Seiten
Erschienen bei Thorbecke, 13.02.2017
ISBN 9783799510776
Genre: Sachbücher

Rezension:

Mich hat dieses Buch besonders angesprochen, da ich, wie wohl fast jeder, eine hohe Affinität für Pasta hege :) Es finden sich in einem ausgewogenen Verhältnis vegetarische und vegane Rezepte, die in folgende Kapitel aufgeteilt sind:
• Gekocht
• Gefüllt
• Gebacken
• Gekühlt
• Gesüßt

Bevor es zu den Rezepten kommt, werden die Grundteige vorgestellt für die klassische Variante mit Ei, das vegetarische Pendant, einen glutenfreien Teig sowie bunte Pasta. Der Nudelteig muss, bis auf die Ravioli, nicht eigenhändig hergestellt werden, sondern es kann nach Belieben auf fertige Nudeln in jeglicher Form zurückgegriffen werden. Eingangs erklärt Mia, welche Nudeln am besten für unterschiedliche Saucen geeignet sind. So kann eine dickflüssige Käsesauce am besten von Nudeln mit Rillen oder Hohlräumen aufgesogen werden. Da ich mich zuvor nicht großartig mit dem Einsatz verschiedener Nudelformen- und -längen auseinandergesetzt habe, war dies ein interessanter Exkurs. Jedoch muss dies ebenfalls nicht strikt befolgt werden, denn das Motto lautet "Gut ist, was gut schmeckt." Neben dem Handwerkszeug finden sich des Weiteren noch jeweils 4 Grundrezepte für Saucen und Pesto.

Design und Fotos: Jedes Rezept wurde mit einem entsprechenden Foto versehen, sodass ein Rezept jeweils zwei Seiten einnimmt. Ich finde es positiv, dass der Fokus klar auf den Gerichten liegt. Die schlichte Bebilderung wirkt sehr natürlich und regt auch ohne großes Klimbim den Appetit an.

Nachkochbarkeit: Die Zutatenlisten sind durchweg überschaubar und setzen sich aus bodenständigen Zutaten zusammen, die in jedem Supermarkt zu erstehen sein sollten. Lediglich zweimal musste ich nachschauen, um was es sich für eine Zutat handelt (Harissa-Gewürz und Pimpinelle), was aber eher an meiner Unbewandertheit in der Küche liegt.
Auch wenn meine Kreationen bei weitem nicht so schön anzusehen sind und etwas anders anmuten als die der Autorin, ist die Umsetzung insgesamt gelungen. Auch mein erstes Experiment Nudeln selbst herzustellen, ist geglückt. Bisher habe ich die Linguine mit Süßkartoffel-Kokoscreme, die Schokoladenravioli und die One Pot Pasta getestet, die einfach fantastisch schmecken. Nudeln aus Schokolade klingt erst einmal ungewöhnlich und ich wäre wohl nie im Leben darauf gekommen so etwas zu kochen. Diesbezüglich konnte ich das vegetarische Rezept, welches eine Vanillecreme aus Milch und Sahne vorsieht, ganz einfach vegan abwandeln. Hat man - wie ich - noch nie Ravioli selber gemacht, wird ein wenig Übung erforderlich sein, um hübsche Nudeltäschchen zu kreieren. Das Raviolibrett ist vielleicht doch keine schlechte Idee. Ich kann nur empfehlen dieses süße Gedicht einmal auszuprobieren!

Fazit: Die in dem Buch vorgestellten Rezepte sind keine absolute Weltneuheit. So habe ich auch vorher schon Gemüsenudeln bestehend aus Zucchini oder Karotten ausprobiert. Das Buch punktet aber mit Abwechslungsreichtum und einer einfachen Umsetzung der Gerichte - ohne großen Aufwand und mit köstlichem Ergebnis. Für jeden Geschmack ist hier etwas dabei. Anregungen für den nächsten Pasta-Abend gibt es so reichlich :)

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280 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

thriller, amnesie, unfall, schlafen, london

Ich. Darf. Nicht. Schlafen.

S.J. Watson , Ulrike Wasel ,
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 21.02.2013
ISBN 9783596512881
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Christine Lucas erwacht jeden Morgen ohne jegliche Erinnerung an den vorherigen Tag. Sie weiß weder wer sie ist, noch neben wem sie morgens aufwacht. Auch ihr Spiegelbild ist ihr völlig fremd, welches eine 47jährige Frau zeigt, obwohl sie sich eher wie eine 20jährige fühlt. Durch einen Unfall vor fast 20 Jahren löscht ihr Gehirn den vorher erlebten Tag stets aufs Neue, sodass sie auf die Erzählungen ihres Ehemanns Ben angewiesen ist. Er erzählt ihr von ihrem vergangenen Leben, welche Dinge sie gerne mag und tut und was ihre Hoffnungen und Wünsche für die Zukunft sind. Jeden Tag ruft der Neurologe Dr. Nash an und erinnert sie an ein Tagebuch, welches sie führt, um ihrer Vergangenheit stückweise näher zu kommen. Der erste Satz bringt aber mehr Ver- als Entwirrung: "Vertraue Ben nicht", lautes es. Warum sollte sie Ben, einen liebevollen, geduldigen und sensiblen Mann nicht trauen? Durch die Tagebuchmethode bemerkt Christine bald Ungereimtheiten in der Geschichte ihres Mannes.

Der Thriller "Ich darf nicht schlafen" beschreibt die Erforschung einer verlorenen Identität. Worauf können wir noch zuverlässig unser Selbstbild gründen, wenn nicht auf unseren Erinnerungen? Eine ziemlich gruselige Vorstellung, dass man sich selbst so völlig verliert.

Watson bedient sich einer klaren, flüssigen und bildreichen Sprache, die dem Leser nicht nur das erinnerungslose Leben und das Gefühlschaos aus tiefster Verzweiflung, Verwirrung, Frustration und Angst direkt vor Augen führt, sondern auch dramatische Situationen mit der richtigen Spannung versieht. Das nervenzerreißende Rätsel um Ben sowie die so essentielle Antwort auf die Frage, was überhaupt wahr ist und was nicht, führen zu einer Spannung die bis zum Ende aufrechterhalten wird. Bis zur überraschenden Auflösung gibt es einige unerwartete Wendungen, die zuvor aufgestellte Vermutungen wieder auf den Kopf stellen werden.
Ein unglaublich spannender Thriller!

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224 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

scarlett cole, tattoos, erotik, liebe, under your skin

Under Your Skin - Halt mich fest

Scarlett Cole , Alexandra Hölscher
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783548288581
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Die Geschichte klingt zunächst interessant: Harper leidet unter den ihr zugefügten seelischen und körperlichen Narben ihres Exfreundes. Ihr Rücken ziert seine persönliche Widmung: Du gehörst mir. Zu lange schon ist sie auf der Flucht, fühlt sich nirgends sicher und in ihrem Körper erst recht nicht wohl. Die Verzweiflung führt sie in das Tattoostudio Second Circle, die auf Cover Ups spezialisiert sind. Trent will ihr helfen und zaubert in nachfolgenden Sitzungen ein wunderschönes Tattoo. Und auch zwischen den beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung, die sie vergessen lässt. Wäre da nicht noch der Ex...

Ich wurde mit der gesamten Story einfach nicht warm, die so vorhersehbar wie die Figuren selbst ist. Alle sehen natürlich super gut aus, Trent ist der typische Anti-Langzeitbeziehungstyp, da er in der Vergangenheit zu oft enttäuscht und verletzt wurde (kann man sich bei ihm irgendwie nicht vorstellen). Doch dann kommt Harper, die er von Anfang an umwerfend findet und für die er seine ablehnende Haltung über Bord wirft. Harper ist schüchtern und zuckt vor jeder Berührung zusammen, was angesichts ihrer Vergangenheit nur allzu verständlich ist. Diesbezüglich hat die Autorin Harpers Gefühle wirklich sehr authentisch beschrieben, sodass der Leser einen Einblick in ihre gepeinigte Seelenwelt erhält und sich sogleich Mitleid, aber auch Bewunderung für diese nicht gebrochene Frau entwickelt. Für meinen Geschmack ging es mir dann aber zu schnell mit den beiden. Natürlich kann man das Buch nicht endlos in die Länge ziehen, aber das Tempo, in welchem Harper Vertrauen aufbaute, wirkte unglaubwürdig. Allein das Cover verrät worauf der Fokus gelegt wird, weshalb es eigentlich nicht verwundern sollte. Ich hätte es mir dennoch dezenter gewünscht. Der Schreibstil war mir, fern der beschriebenen Emotionen, zu lapidar, wozu auch die Unterhaltungen der einzelnen Figuren beitrugen: Zu jugendlich und eine extreme Anhäufung an Koseworten. Richtige Spannung wird erst auf den letzten Seiten aufgebaut, als Harpes Ex seinen Auftritt hat, welche jedoch zu schnell im Keim erstickt wird. Auf einmal überstürzen sich die Ereignisse, die zuvor nur vor sich hin plätscherten - und dann ist es auch schon vorbei.
Fazit: Nett, aber das Besondere fehlt.

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(165)

268 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 128 Rezensionen

thriller, entführung, helen callaghan, psychothriller, dear amy

Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest

Helen Callaghan , Heike Reissig
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur, 10.01.2017
ISBN 9783426654200
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Margot Lewis ist Lehrerin und zugleich Kummerkastentante der Kolumne "Dear Amy". Eines Tages erhält sie einen Brief der jahrelang vermissten Bethan Avery. Es ist ein Hilferuf, Bethan werde immer noch gefangen gehalten und sie habe Angst, dass ihr Entführer sie umbringen wird. Anfangs vermutet Margot, dass sich hinter dem Brief ein alberner Schülerstreich verbirgt. Diesen bringt sie wie auch einen darauffolgenden Brief vorsorglich, jedoch ohne große Erwartungen, zur Polizei. Bethan Avery galt als totgeglaubt, da ein blutiges Nachthemd kurz nach ihrem Verschwinden auftauchte. Eine Leiche wurde jedoch nie gefunden. Die Briefe werfen nun aber ein neues Licht auf diese Theorie, da sie Informationen enthalten, die nie publik gemacht worden sowie Schreibstil und Handschrift Bethans Tagebuch ähneln. Zur selben Zeit verschwindet eine Schülerin derselben Schule, in welcher Margot arbeitet. Katie nimmt eines späten Abends von zu Hause reißaus, da sie die Bevormundung des neuen Lebenspartners ihrer Mutter nicht mehr länger erträgt. Dies treibt sie in die Fänge eines schrecklichen Mannes, der sie überwältigt und entführt. Für Katie beginnt ein nicht enden wollender Albtraum. Margot fürchtet derweil zurecht um Katies Leben und setzt alles daran sie zu finden bis Margot eine tiefgreifende Entdeckung macht und selbst in Gefahr gerät.

Der Psychothriller ist komplex aufgebaut, sehr gut ausgearbeitet und fesselt von der ersten bis zur letzen Seite. Die Autorin schafft es den Leser in die Position des jeweiligen Erzählers zu bringen, da aus der Perspektive der ersten Person geschildert wird. Auf diese Weise werden die Geschehnisse, Gedanken und Gefühle jeder Person quasi hautnah erlebt, wozu auch der Entführer zählt. Insbesondere diese Abschnitte sind es, die einen Frösteln lassen. Die Gräueltaten und der Peiniger an sich sind unheimlich, verstörend und grausam, wobei diese auf subtile Weise vermittelt werden und das Kopfkino beginnt. Wir erfahren die Beweggründe seiner Entführungen und erhalten nicht nur einen Einblick in sein ausgearbeitetes Vorgehen, sondern auch in seinen kranken Geist. Er verfolgt und beobachtet die Mädchen genauestens und ist der festen Überzeugung, sie seien in ihn verliebt. Hat er das Gefühl, dass sie doch keine Notiz von ihm nehmen, muss er die Mädchen bestrafen und zum Gehorsam zwingen. Die ganze Zeit hofft man darauf, dass Katie endlich gerettet wird oder gar fliehen kann.
Die Dramaturgie, welche den gesamten Thriller umrahmt, erhält zudem durch die beeindruckende Darstellung kognitiver Ablaufprozesse und Gedächtnisfähigkeiten des Menschen einen interessanten Aspekt. Margots vielschichtige und unergründliche Persönlichkeit wird sukzessive aufgearbeitet und die anfänglich bestehenden Fragen um ihre Panikattacken und ihre Vergangenheit werden beantwortet. In diesem Zuge überlegte ich immer mehr, wie Bethan als Entführungsopfer in der Lage sein kann, nicht nur an Papier und Stift zu kommen, sondern vielmehr, wie der Brief schließlich auf den Postweg gebracht werden konnte. Es stellte sich eine Vermutung ein, sodass das Ende für mich nicht überraschend war. Dennoch tat dies der Spannung keinen Abbruch und auch die Auflösung gestaltete sich als nachvollziehbar und komplementierte das Gesamtkonstrukt. Der Spannungsbogen blieb konstant und gewann insbesondere zum Ende hin noch einmal an Fahrt. Es beginnt ein Wettlauf um die Zeit, denn Katie steht mit einem Bein im bereits ausgeschaufelten Grab. Kann Katie gerettet werden?

Fazit: Ein großartiger Thriller, welcher sowohl Psychopathie als auch die psychischen Langzeitfolgen auf der Opferseite thematisiert.

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(104)

201 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

mops, magie, schweden, fantasy, mord

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

Lars Simon
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423216517
Genre: Romane

Rezension:

Die bislang veröffentlichten Bücher des Autoren Lars Simson waren mir nur vom Namen bekannt. Als ich das verrückte Cover mitsamt außergewöhnlichem Titel sah, wusste ich intuitiv, dass es mir gefallen wird. Gefallen ist noch untertrieben, ich liebe es!

Im Leben von Lennart Malmkvist könnte es bis auf seine juckreizauslösende Liebesallergie nicht besser laufen. Im Job läuft es super, eine Beförderung scheint zum Greifen nah und er wird regelmäßig mit italienischen Köstlichkeiten in Großrationen von seiner Nachbarin Maria umsorgt. Dies ändert sich rapide, als seltsame Dinge um ihn herum geschehen. Ein gruseliger Leierkastenmann verfolgt ihn bis in seine Träume, der liebenswerte alte, väterliche Scherzartikelladenbesitzer Buri Bolmen wird ermordet, Lennart versemmelt aufgrund plötzlicher eintretender Sprachstörungen den wichtigsten Firmenvortrag aller Zeiten, nun arbeitslos soll er Buris Laden übernehmen und dann beginnt auch noch der hinterlassene Mops Bölthorn zu sprechen. Sind denn hier alle verrückt?

Die Geschichte ist so speziell, fantasiereich und humorvoll, dass es mir nie langweilig wurde. Insbesondere die Wortschöpfungen und die Situationskomik zwischen Lennart und dem verfressenden, figural gestauchten, sabberfädenschleudernden und röchelnden Mops sind herrlich erfrischend. Die Beschreibungen waren so bildhaft, dass man sich jede Figur und jede Kulisse gut vorstellen konnte. Mir gefällt, dass Lennart nicht perfekt ist und keine ausgebildeten Zauberkräfte in ihm schlummern, die nur darauf gewartet haben, geweckt zu werden. Seine kläglichen Versuche die orakelnde Keksdose mit Grundschulreimen zu einer Kommunikation zu ermuntern, werden nicht nur von Bölthorn, sondern schließlich auch vom Orakel höchstpersönlich als peinlich quittiert. Einfach nur sympathisch! Neben all der Komik kam auch die Spannung nicht zu kurz. Freund wird Feind.. Am Ende erhält der Leser einen ersten Eindruck, was damit gemeint ist. Doch das Abenteuer hat erst begonnen und mit Sicherheit werden Lennart und Bölthorn auf ihrem Weg das Dunkle abzuwenden, noch einige Male mit der Weissagung konfrontiert. Der zweite Teil muss her, dringend!
Möge der Mops mit dir sein!

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

winterlich, rezeptbuch, 2014, weihnachtlich, backen

Vegan X-mas

Stina Spiegelberg
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Fackelträger Verlag, 08.10.2014
ISBN 9783771645823
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der Duft nach leckeren Keksen verströmt in allen Küchen, der Adventskranz erstrahlt im Lichte seiner Kerzen und irgendwie wird uns ganz wohlig um Herz - endlich beginnt wieder die schönste und gemütlichste Zeit des Jahres. Das Backbuch Vegan X-Mas kam dieses Jahr in meiner veganen Weihnachtsbäckerei zum Einsatz und ich wurde nicht enttäuscht. Die Gestaltung des Buchs ist wunderschön gelungen. Es macht Spaß durch das Buch zu blättern und die persönliche Note mit den kleinen liebevollen Details und Anregungen von Stina Spiegelberg zu erkennen. So finden sich auch am Ende des Buchs Vorschläge zum Verpacken der Gebäckstücke, um Freunde und Familie eine Freude zu machen. Dass die Autorin ihr Handwerk versteht und mit wirklichem Spaß dabei ist, ist auf jeder Seite zu spüren. Zu Beginn stellt sich die Autorin kurz selber vor und erzählt von ihrer persönlichen Geschichte. Dabei wird sich jeder Veganer (und auch Vegetarier) selbst erkennen, denn die Reaktionen vieler Familien sind doch sehr oft gleich (Ein bestürztes Hände an den Kopf schlagen und der Ausruf " Vegan und Weihnachten? Wie soll das denn gehen?!" :)). Besonders positiv ist mir diesbezüglich aufgefallen, dass aber nicht zu viel von sich selber erzählt wurde. Es ist also keine Selbstdarstellung wie in so manch anderen Büchern dieser Art. Nach einer überschaubaren Einführung in die Warenkunde, Tipps zum glutenfreien Backen sowie Backen ohne Ei, Alternativen zum herkömmlichen Zucker, zur perfekten Ausrüstung für jede Backfee, zum Aufbewahren und Verpacken der Köstlichkeiten, darf man noch an den verschiedenen in den Rezepten zum Einsatz kommenden Gewürzen schnuppern. Der Fokus des Buchs liegt also insgesamt auf dem Wesentlichen und damit kommen wir auch zu den tollen Rezepten. Jedes der Rezepte ist mit einem entsprechenden Foto des fertigen Resultats versehen. Sie sind schlicht, ab und an finden sich ein paar kleine weihnachtliche Dekorationsstücke, sodass die Leckereien klar im Mittelpunkt stehen und stimmungsvoll zum Nachbacken anregen. Die insgesamt 51 Rezepte sind in den Kategorien "Die Klassiker", "Die Schokoladigen", "Die Fruchtigen", "Kuchen und Kleingebäck", "Pralinen und Konfekt" sowie "Einmal um die Welt" aufgeteilt.

Viele der aufgelisteten Zutaten sind standardmäßig zu Hause, was mir sehr gefällt. Denn erstmal nachschlagen, was eine unbekannte Zutat ist und woher man sie bekommt, schmälert zumindest meinen Tatendrang enorm. Ausprobiert habe ich bisher die Punsch-Pies, Spitzbuben (auch hierfür eignet sich die Punschmarmelade übrigens sehr - lecker!!) und das Mokka-Spritzgebäck. Die Rezepte waren durchweg einfach umzusetzen, wozu die Beschreibung und auch noch einige praktische Tipps beitrugen. Lediglich bei den Spitzbuben musste ich noch etwas Flüssigkeit (hier: Pflanzendrink) hinzugeben, da der Teig etwas bröckelig war. Dennoch macht die Umsetzung eine riesige Freude, es duftet herrlich in der Küche und die Vorfreude auf Weihnachten steigt. Meiner nicht-veganen Familie hat es ebenfalls sehr geschmeckt, die keinen befürchteten Unterschied bemerkt haben.

Auf meiner To-Do-Liste steht dieses Jahr noch der Buche de Noel, ein Rezept aus der Kategorie "Einmal um die Welt", welcher vom Schwierigkeitsgrad schon etwas ausgefuchster aussieht. Doch ich bin zuversichtlich. Um noch ein wenig den süßen Appetit anzuregen, seien hier noch einige Beispiele aus dem Buch aufgelistet: Punsch- und Lebkuchenpralinen, winterlicher Zupfkuchen, Mini-Glühwein-Guglhupf, Basler Leckerli, Pflaumenschnecken, Florentiner, Walnuss-Dattel-Quadrate oder Marmor-Kipferl mit Tonka.

Ich wünsche allen eine schöne Weihnachtszeit :)

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(1.155)

1.965 Bibliotheken, 58 Leser, 3 Gruppen, 229 Rezensionen

harry potter, fantasy, hogwarts, theaterstück, zauberei

Harry Potter und das verwunschene Kind

J.K. Rowling , John Tiffany , Jack Thorne
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.09.2016
ISBN 9783551559159
Genre: Jugendbuch

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(6)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

weihnachten, streit, verzeihung, kater, liebe

Nelson das Weihnachts-kätzchen

Hannes Steinbach
Fester Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Weltbild, 01.01.2013
ISBN 9783863651879
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Weihnachtsgeschichte beginnt turbulent. Der Kater Nelson sitzt ebenso unruhig im Transportkörbchen wie seine kleine Besitzerin Marie. Dass Nelson vorrübergehend für den Weihnachtsurlaub in die Katzenpension gebracht werden soll, kann das kleine Mädchen nicht glauben. Vielmehr vermutet sie, dass ihre Eltern ihren kleinen Freund in ein Tierheim verfrachten wollen. Als Marie das Körbchen kurz öffnet, springt Nelson mitten am Alexanderplatz hinaus und verschwindet. Marie ist untröstlich - wie soll sie Nelson jemals in der Großstadt wiederfinden? Nelson indessen findet sich auf einem Weihnachtsmarkt wieder, wo er Schutz und Wärme vor der kalten, nassen und auch unheimlichen neuen Welt sucht. Sein kleiner Magen knurrt auch schon ganz fürchterlich. Arthur Hummel ist ein Griesgram, nicht so sehr wie der Grinch, aber er kann anderen Menschen und dem Weihnachtstrubel ebenso wenig abgewinnen. In seinem Stand auf dem Weihnachtsmarkt verkauft er seine selbstgeschnitzten Holzfiguren, auf die er sehr stolz ist. Arthur ist ein Eigenbrödler (geworden), seitdem seine Frau vor 3 Jahren starb und ein Streit die Bindung zu der einzigen Tochter entzweite. Ausgerechnet in Arthurs Stand traut sich der kleine Nelson hinein, der von diesen vergeblich vertrieben wird. Denn Nelson denkt gar nicht daran aufzugeben und schon bald findet Arthur Gefallen an seinen kleinen Besucher. Er sorgt für ihn, führt mit ihm Gespräche und wird auch mit den anderen Standbesitzern warm. Es ist einfach schön zu verfolgen, wie sich der kleine Kater in das Herz des grummeligen Krippenschnitzers schleicht und ihm nicht nur Lebensfreude schenkt, sondern auch den Weg für mehr Zwischenmenschlichkeit ebnet, welche bereits zu lange verloren schienen. Es tut Arthur sichtlich gut, denn seine positive und  hervorgelockte herzensgute Seite überträgt sich auch auf andere. Arthur wird zu gemeinsamen Glühweinabenden und zur Abschlussfeier am letzten Tag des Weihnachtsmarktes eingeladen, er wird Teil der Weihnachtsmarktgemeinschaft und findet in der Märchenerzählerin Liselotte eine nette Freundin.

Während Nelson für Arthur ein wahrer Weihnachtssegen ist, setzt die zurecht verzweifelte Marie alles daran ihren Kater wiederzufinden. Dabei bekommt sie tatkräftige Unterstützung der Nachbarin Ana, die froh ist, eine Aufgabe zu haben, denn mit ihrer pubertierenden Tochter hat sie es wirklich nicht leicht. Werden sie es gemeinsam schaffen Nelson zu finden?

Nelson, das Weihnachtskätzchen ist eine zauberhafte Geschichte für die kalte, aber vor allem auch gemütliche Jahreszeit. Ich mochte alle Charaktere und habe für jede Seite mitgefiebert. Was passiert, wenn Marie Nelson wiederfindet? Wird Arthur dann wieder traurig und allein? Andererseits ist Marie dann ebenfalls unglücklich, wenn sie ihren Kater nie wieder in die Arme schließen kann. Ohne zu viel zu verraten, hält die Geschichte natürlich ein für alle wunderbares Ende bereit.
So einfach wie die Geschichte auch erscheinen mag, sie berührt, denn es ist eine Geschichte aus dem Leben, die von Freundschaft, Geborgenheit, Vertrauen, Familie und Vergebung erzählt. Nicht nur Katzenfans werden an dieser herzallerliebsten Geschichte ihre Freude haben. Am besten lässt man sich eingekuschelt in der Lieblingsdecke mit einem Tee oder einer heißen Schokolade und ein paar Plätzchen verzaubern :)

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306 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

sherlock holmes, krimi, london, scotland yard, moriarty

Der Fall Moriarty

Anthony Horowitz , Lutz-W. Wolff
Fester Einband: 341 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 28.10.2014
ISBN 9783458176121
Genre: Krimi und Thriller

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(71)

97 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

game of thrones, mittelalter, westeros, sachbuch, got

Winter is Coming

Carolyne Larrington , Jörg Fündling
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Theiss, Konrad, 01.09.2016
ISBN 9783806233506
Genre: Sachbücher

Rezension:

Carolyne Larrington beleuchtet in ihrem Sachbuch "Winter is coming - Die mittelalterliche Welt von Game of Thrones" die komplexe von George R.R. Martin geschaffene GoT-Welt und zieht Parallelen zu historischen Begebenheiten des europäischen Mittelalters. Theorien und Debatten, welche die Hintergründe und Inspirationen des Fantasy-Epos betreffen, sind unter Fans schon lange am kursieren. Doch fern von bekannten Vergleichen der Lannisters und Starks mit den Lancasters und Yorks zur Zeit der Rosenkriege in England oder der großen Mauer mit dem Hadrianswall, geht das Buch weit darüber hinaus und zeugt von dem umfassenden Wissen Larringtons über die mittelalterliche Geschichte, Kultur und Mythologie.
In dem Buch werden Inhalte bis zum Ende der 5 Staffel behandelt, wobei ein Warnsystem für leichte, mittlere und schwere Spoiler anhand dreier verschiedenfarbiger Raben an den entsprechenden Stellen angezeigt werden. So wird an keinen Stellen die Spannung vorweggenommen, sollte man zu den "Unbefleckten" gehören, wie es die Autorin ausdrückt. Dennoch ist nicht nur reges Interesse an der Materie vorausgesetzt, sondern zugleich profundes Hintergrundwissen erforderlich, um den Ausführungen der Autorin folgen zu können. Neueinsteiger werden sich hier schwer tun, sollten sie weder die Serie noch die Bücher kennen. Wer beide Formate verfolgt, weiß um die Unterschiede zwischen Serie und Buchreihe. Der Fokus des Buchs liegt insgesamt eher auf dem TV-Format, greift aber Unterschiede zu den Büchern auf und skizziert diese.
Das Buch weist eine schöne Gliederung auf, sodass sich der Leser auf eine spannende Reise quer durch die Bekannte Welt begibt. Zunächst werden gesellschaftliche Sitten und Ansichten nahegelegt, welche u.a. Stände, Geschlechterrollen, Politik, Sozialstrukturen oder die Wichtigkeit von Abstammung und Ehre thematisieren. Im zweiten Kapitel beginnen wir die Rundreise im Norden Westeros. Von Winterfell und der schwarzen Festung geht es dann über Königsmund in die westlichen Gefilde von Dorne und Drachenstein. In den letzten zwei Kapiteln führt Larrington den Leser jenseits der Meerenge nach Essos zu den freien Städten wie Braavos, Volantis, Pentos oder Myr, in das Gebiet der Dothraki, den Sklavenstädten und schließlich den ferneren Osten. Dabei zieht die Autorin immer wieder historisch sehr interessante Parallelen. So wird das Reitervolk der Dothraki mit den Mongolen und Dschingis Khan oder Kleinfinger mit Chaucer in Beziehung gesetzt, eine Parallele zwischen der dreiäugigen Krähe in Brans Träumen und Göttervater Odin gezogen, es werden architektonische Vergleiche zu großen bekannten Städten angestellt und weitere historische Personen und Begebenheiten diskutiert. Selbst die berühmten Worte "Winter is coming" finden ihr symbolisches Pendant in der nordischen Saga des Fimbulwinters (des riesigen Winters), einer der vier großen eschatologischen Katastrophen. All diese Bezüge haben mich fasziniert und mich so manche Male vergessen lassen, dass diese Welt nicht existiert. Ihr Sammelsurium an Schilderungen untermauert Larrington mit Belegen und greift dabei auch auf Martin selbst zurück.
Insgesamt war das Buch sehr gut zu lesen, da die Autorin trotz ihres akademischen Hintergrunds (Dozentin für mittelalterliche englische Literatur in Oxford) einen einladenden Schreibstil aufweist. Sie versteht es theoretisches Wissen auf spannende und unterhaltsame Weise zu vermitteln und den Leser zu fesseln. Die Balance zwischen wissenschaftlichen Hintergrundinformationen und deren populären Aufbereitung ist ihr fabelhaft gelungen, sodass auch die nichtstudierte Zielgruppe angesprochen wird. Abgerundet wird die Analyse durch schöne schwarz-weiß Bilder und Zitate aus der Serie und der Buchreihe.
Es kristallisiert sich deutlich heraus, dass Larrington ein Fan der ersten Stunde ist. Ihre umfassende Recherche und Transferleistung verbunden mit ihrer Leidenschaft und ihren Enthusiasmus sind auf jeder Seite spürbar. Es war wohl eine persönliche Herzensangelegenheit dieses Buch zu verfassen und anderen Fans von GoT ein kleines Geschenk zu bereiten.

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(115)

204 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 83 Rezensionen

alchemie, london, code, jugendbuch, rätsel

Der Blackthorn-Code - Das Vermächtnis des Alchemisten

Kevin Sands , Alexandra Ernst
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423761482
Genre: Kinderbuch

Rezension:

London 1665: Kopfsteinpflaster, verwinkelte Gassen, steinerne Mausoleen, imposante Kathedralen, staubige Regale gefüllt mit unterschiedlichsten Materialien und eine düstere, geheimnisvolle, aber auch grausige Atmosphäre, die über der Stadt liegt. Sand hat ein alchemistisches mittelalterliches Flair geschaffen, welches die damalige Zeit eindrucksvoll veranschaulicht. Der 14-jährige Protagonist Christopher Rowe ist der Lehrling des Apothekenmeisters und Alchemisten Benedict Blackthorn. Schlimme Geschehnisse trüben jedoch den Alltag. Zahlreiche, auch befreundete, Apotheker kommen ums Leben. Niemand weiß, wer der Mörder ist, noch wer das nächste Opfer sein wird. Als sein Lehrmeister zum weiteren Ziel des Kultes wird, liegt alles an Christopher. Der Meister hinterlässt ihm einen Code, den er mit seinem besten Freund Tom zu lösen versucht. Sie entdecken ein - nicht umsonst verborgenes - gefährliches Geheimnis, welches die Welt verändern kann.

Die Charaktere sind alle sehr überzeugend und sympathisch. Angefangen bei Christopher, der sehr selbstbewusst und wissbegierig ist. Viele Entscheidungen, die Christopher im Verlaufe der Geschichte trifft, sind realistisch und logisch. Dennoch ist auch er nicht ohne Fehler, sodass er nicht den allwissenden Helden aus gängigen Jugendromanen verkörpert. Christopher ist manchmal zu vertrauensselig, insbesondere gegenüber den falschen Personen. Er muss seinen Weg in dieser dunklen und gewaltsamen Welt der Erwachsenen erst noch machen. Doch er wächst mit den Aufgaben und an den erlebten Rückschlägen. Die Freundschaft zu Tom beschreibt Sands sehr transparent, sodass diese zwischen den Seiten spürbar ist. Sie erscheinen eher wie zwei unzertrennliche Brüder, die zusammen so manch geistreiche und auch unterhaltsame Einfälle haben. Ein weiterer loyaler Freund steht Christopher mit Bridget beiseite - eine liebenswerte Taube, die für mich absolut kein Nebencharakter ist und ein wenig an Hedwig erinnert. Benedict ist entgegen all der harten Lehrmeister dieser Zeit ein gnädiger und freundlicher Mann, der nur einmal handgreiflich wird, weil er Christopher beschützen will. Er ermutigt ihm durch Verschlüsslungen und Codes seinen Verstand zu schärfen.
Es sei angemerkt, dass es in der Geschichte kaum weibliche Figuren gibt. Möglich, dass dies jüngere Mädchen stören könnte, die doch auch gerne eine Heldin sehen würden. Die Geschichte ist aber so spannend, dass auch Mädchen begeistert sein werden. Hinzu kommt, dass einige Codes abgebildet werden, die man spaßeshalber entschlüsseln kann. Diese kleinen Rätsel bieten neben dem eigentlichen Lesen einen wirklichen Spaßfaktor, wenn man sich an diesen versuchen möchte. Ein reiner Jungen-Roman liegt hier also nicht vor, denn die Geschichte fesselt vom ersten Moment an. Sie scheint durch Sands Schreibstil förmlich zu leben, er macht von einer wunderbaren Bildsprache Gebrauch, welche den Leser mitten ins Geschehen reißt.

Fazit: Obwohl der Blackthorn Code auf die jüngere Zielgruppe gerichtet ist, hatte ich sehr viel Freude die abwechslungsreiche, explosive und spannende Geschichte zu verfolgen, die zurecht als der neue Da-Vinci-Code für junge Leser betitelt wird. Ein toller Auftakt zu einer neuen Reihe, die sehr zu empfehlen ist!

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52 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

kanada, nordlicht, moos, geräusch, hamburg

Das Geräusch des Lichts

Katharina Hagena
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.09.2016
ISBN 9783462049329
Genre: Romane

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49 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

europa, china, reisebericht, kultur, chinesen

Neuschweinstein - Mit zwölf Chinesen durch Europa

Christoph Rehage
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei MALIK, 17.10.2016
ISBN 9783890294353
Genre: Sachbücher

Rezension:

Es hält ein riesiger Tourbus und ein Schwarm chinesischer Touristen steigt aus. Es folgen Blitzlichtgewitter, unzählige Selfies, teils merkwürdige Posen und schon geht es in Reih und Glied zurück in den Bus. Wer hat sich nicht schon über diese Grüppchen gewundert? Dachte sich auch der Autor und fasste den Plan als Deutscher mit einer chinesischen Reisegruppe quer durch Europa zu reisen - das klingt schon ziemlich ungewöhnlich und verrückt.
Am Flughafen beäugen ihn die anderen Reisenden etwas argwöhnisch und verhalten sich distanziert. Dies ändert sich jedoch mit zunehmenden Fortschreiten der Unternehmung. Der Reisebus bringt die 13er Gruppe zu verschiedenen Etappen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Italien. Dabei lernen sie die europäische Kultur kennen und erfreuen sich an Sehenswürdigkeiten, Karneval, der frischen Luft, leckeren Macarons (macalongs) Sissi, (Prinzessin Xixi) und typischen Mitbringseln wie Schweizer Uhren, Bärchen in Trachten oder einfach nur einen anständigen Werkzeugkoffer oder Babymilchpulver. Nur die kulinarischen Köstlichkeiten bleiben aus. Das bevorzugte chinesische Essen ist leider in Europa für Reisegruppen ebenso schlecht wie das arrangierte italienische Dinner, welches auf nicht gerade einladenden Plastikplanen aufgetischt wird. Die Reise ist mit zahlreichen Anekdoten gespickt, die locker und ungezwungen in den Bericht einfließen. Das finde ich sehr schön gelungen und verleiht einen persönlichen Touch. Nach und nach wächst die Gruppe enger zusammen, es wird gelacht und es werden Geschichten ausgetauscht. Der Autor übernimmt in so manchen Situationen nicht nur die Rolle des Dolmetschers oder persönlichen Shoppingberaters, er wird zu einem unentbehrlichen Freund, der am Ende der Europareise quer durch China reist, um die anderen Reisenden zu besuchen. Auf diese Weise lernen wir die sympathischen Menschen und ihr Leben noch ein Stückchen näher kennen.
Zugegeben habe ich anfangs, wie wohl so manche, erwartet, dass sämtliche Klischees abgrast werden, die es sowohl auf deutscher als auch auf chinesischer Seite gibt. Das trifft aber überhaupt nicht bzw. nur zum Teil zu und überrascht positiv. Es ist einfach ein sehr persönlicher, ehrlicher und herzlicher Reisebericht, der zeigt, dass wir alle gar nicht so verschieden sind. Manchmal muss man eben einfach mal die Perspektive wechseln.

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

prag, musketiere, abenteuer, freundschaft, historischer roman

Die Schwarzen Musketiere - Das Schwert der Macht

Oliver Pötzsch , Helge Vogt
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 19.09.2016
ISBN 9783845814285
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der zweite Band der Reihe Die schwarzen Musketiere beginnt mit dem Wiederaufbau der Burg Lohenstein. Schon bald ereilen dem 14-jährigen Lukas, seine jüngere Schwester Elsa und den drei Freunden Paulus, Giovanni und Jerome schlechte Nachrichten, die von dem Astrologen Senno überbracht werden. Ihr Widersacher Inquisitor Waldemar von Schönborn, zugleich Elsas Vater und schwarzer Magier, soll die drei Reichsinsignien in seinen Besitz gebracht haben. Eine fatale Lage, denn mithilfe des Schwerts, der Krone und des Zepters sei er in der Lage das gesamte Reich zu unterjochen. Die Freunde müssen nach Prag reisen, um die finsteren Pläne zu vereiteln und die Reichsinsignien zurückzuerobern, die Schönborn an drei verschiedenen Orten versteckt hat. Auf ihrem Abenteuer machen alte Freunde ihre Aufwartung, die den jungen Musketieren tatkräftig beiseite stehen. Auch die Diebin Gwendolyn erweist sich als großartige Hilfe, die ihren Bogen gebraucht wie keine zweite und Lukas den Kopf verdreht. Zusammen kämpfen sie an bekannten Schauplätzen wie dem Hradschin, das Goldenen Gässchen oder dem Weißen Turm gegen gruselige Gestalten und sogar die berühmte Prager Legende. Doch die Musketiere können nicht auf alle Freunde bauen. Wer ist Feind, wer Freund? Auch Lukas muss fortwährend wahrnehmen, dass die Zauberkräfte seiner Schwester sie verändern. Sie wird zunehmend besessener von dem mächtigen Zauberbuch Grimorium Nocturnum, wendet grausigen Zauber gegen Feinde an und sieht in jeder Person, die ihrem Heiligtum zu nahe kommt Neider - darunter auch ihrem Bruder.

Durch die actiongeladene Atmosphäre fliegt man regelrecht durch die Seiten, an den richtigen Stellen gibt es Cliffhanger, man fiebert bei Kampfszenen mit und ist bei überraschenden Momenten so perplex wie die Freunde selbst. Es ist eine sehr spannende und unterhaltsamen Geschichte, die nicht nur die junge Zielgruppe anspricht. Den ersten Teil muss man nicht unbedingt gelesen haben, um die Geschichte zu verstehen und die Figuren einzuordnen. Am Ende können sich die Leser durch den schönen Prager Reiseführer zu einer Reise verführen lassen und eine Unterrichtsstunde in Begriffen der Fechtkunst nehmen.

Ich warte gespannt auf den dritten Teil!

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

freundschaft, liebe, belinda mckeon, dublin, roman

Zärtlich

Belinda McKeon , Eva Bonné
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2016
ISBN 9783550081286
Genre: Romane

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179 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

wiedergeburt, reinkarnation, sharon guskin, kind, familie

Noah will nach Hause

Sharon Guskin , Carina Tessari
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Allegria, 22.09.2016
ISBN 9783793423065
Genre: Romane

Rezension:

Das Cover ist zum Verlieben: Tür und Fenster sind ausgeschnitten, sodass der neongelbe Karton das Häuschen zum Leuchten bringt und mit Leben füllt. Ähnlich einem Mobile am KInderbett hängen am Himmel Sterne und eine Wolke. Das Bild verleiht einen kindlichen Touch, doch die Geschichte hält vielmehr bereit...
Janie ist 39 und stürzt sich in Trinidad in einen One Night Stand mit einem fremden verheirateten Mann. Die Folge ist Noah, ein sehr aufgewecktes und schlaues Kerlchen, mittlerweile 4 Jahre alt und ziemlich verhaltensauffällig. Er wacht regelmäßig von Albträumen auf, ruft nach seiner Mutter und verabscheut zutiefst jeglichen Kontakt mit Wasser. Als er im Kindergarten erzählt, er habe Harry Potter Bücher gelesen und mit einer Renegade Kaliber .54 gespielt, kommt Janie in eine missliche Lage. Warum erzählt Noah so etwas? Sie habe ihm nie die Bücher gekauft, kenne sie noch nicht einmal selbst und er sei erst recht nicht mit Waffen in Kontakt gekommen. Janie soll sich auf Raten der Kindergartenleiterin professionelle Hilfe suchen oder sie ist gezwungen die Behörden einzuschalten. Kinderpsychologen sprechen von einer Schizophrenie und verschreiben Medikamente, die Janie ihrem Sohn nicht verabreichen möchte. Im Internet stößt sie zufällig auf Prof. Jerome Anderson, der sich seit Jahren mit Reinkarnation beschäftigt. Zur Publikation seines Buches, das Fallstudien auf der ganzen Welt beinhaltet, fehlt ihn noch ein letzter stichhaltiger amerikanischer Fall. Janies Kontaktaufnahme gibt ihm Hoffnung, denn auch seine Aphasie schreitet unaufhaltsam voran. Zunächst misstrauisch willigt Janie Noah zuliebe dann doch in die Pläne des Professors ein und gemeinsam begeben sich die drei auf die Spuren von Noahs Vergangenheit.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Bis zuletzt wollte ich endlich wissen, was mit Noah geschah. Bis das (traurige) Mysterium gelüftet wird, lernen wir weitere Figuren kennen, deren Verzweiflung, Trauer und Hoffnung nachvollziehbar und sehr real erscheinen, einfach menschlich. Janie ist eine Vollblutmama, die alles dafür tun würde, damit es ihrem Sohn besser geht. Seine Rufe nach seiner echten Mama verletzen sie sehr, aber sie versucht es sich nicht anmerken zu lassen. Auch Denises Trauer ist überwältigend, die seit acht Jahren auf der Suche nach ihrem vermissten Sohn Tommy ist. Sie kann ihn nicht gehen lassen, so lange sie nicht weiß, was ihm zugestoßen ist. Der ältere Sohn Charlie scheint nach außen mit dem Verlust abgeschlossen zu haben, kompensiert dies aber gern mit Drogen. Die Authentizität der Charaktere machen sie sehr greifbar. Man möchte ihnen helfen, kann aber nur verfolgen, wie sie mit ihrer Trauer umzugehen lernen bis sie auf ihre ganz eigene Weise Frieden schließen können. Ein richtiges Happy End gibt es in dem Buch aber nicht. Es ist vielmehr eine stillschweigende Übereinkunft mit dem Leben irgendwie weitermachen zu müssen. Zumindest auf eine Person trifft dies aber nicht mehr nicht zu.
Zwischendurch finden sich in einigen Kapiteln Auszüge aus Jim B. Tuckers Buch „Life before Life“: Children’s Memories of Previous Lives“. In diesen wird von Kindern aus Sri Lanka, Thailand oder dem Libanon berichtet, die sich im jungen Alter von bis zu 4 Jahren an ihr früheres Leben zu erinnern begannen und die auf unterschiedliche Weise ums Leben kamen. Ihre Angaben gestalteten sich alle als richtig. Sie erkannten Orte, an denen sie nie gewesen sein konnten, nannten die Namen früherer Familienmitglieder und kannten sich quasi blind in den Wohnungen oder Häusern aus, in denen sie einst gelebt haben sollen. Die Kombination hat mir sehr gefallen, da sie der Fiktion etwas Reales verlieh und Noahs Geschichte glaubwürdig und plausibel machten. Bisher habe ich mich nicht groß mit der Thematik der Wiedergeburt auseinandergesetzt. Doch die Geschichte regt wirklich zum Nachdenken an und bietet viel Raum für Diskussionen. Wie würden wir wohl angesichts des schier Unmöglichen reagieren? Kann das Bewusstsein nach dem Tod weiterleben? Unabhängig davon, ob man an Wiedergeburt glaubt oder nicht, ist das Buch wirklich lesenswert. Es ist eine bewegende, tiefsinnige und außergewöhnliche Geschichte, die in der Vereinigung von Fiktion, realen Begebenheiten und einem Kriminalfall den Horizont erweitert.

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