FrauPfeffertopfs Bibliothek

54 Bücher, 41 Rezensionen

Zu FrauPfeffertopfs Profil
Filtern nach
55 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

17 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

freundschaft, kinderbuch, kultur, schokolade, sprache

Sprichst du Schokolade?

Cas Lester , Christine Spindler , Kate Forrester
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 18.06.2018
ISBN 9783845827353
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

52 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

anfang 20jahrhundert, england, ermittlungen, familientradition, familientrugbild, frauenfreundschaft, frauenroman m, frauenschicksale, gesellschaftliche normen, katherine webb, krimi england 20. jahrhundert, liebe, londonerin, mord, schuld

Die Frauen am Fluss

Katherine Webb , Babette Schröder
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Diana, 14.05.2018
ISBN 9783453292079
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

41 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

2. weltkrieg, faschisten, generalmajor hans leyer, mailand, mailand 1943, mark sullivan, norditalien unter den nazis, partisanen, pino lella, unter blutrotem himmel, widerstand

Unter blutrotem Himmel

Mark T. Sullivan , Peter Groth
Flexibler Einband: 596 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 22.05.2018
ISBN 9781503950085
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(19)

54 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

2018, behinderung, blind, blindheit, familie, freundschaft, jugendbuch, jugendroman, liebe, mobbing, vorurteile

Liebe und der erste Blick

Josh Sundquist , Claudia Max
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 25.01.2018
ISBN 9783733503581
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der 16-jährige Will Porter besuchte sein ganzes Leben Internate und Sommercamps für blinde und sehbehinderte Kinder, doch nun möchte Will die High-School in seiner Heimatstadt Toano in Kansas abschließen - etwas, womit seine umsorgende Mutter gar nicht einverstanden ist. Wills erster Tag in der öffentlichen Schule verläuft eher katastrophal: So tastet er ein Mädchen im Treppenhaus ab oder lässt sich in der Cafeteria auf dem Schoß eines Schülers nieder. Gerade als er beginnt Fuß zu fassen, verliebt er sich in ein Mädchen namens Cecily und eine lebensverändernde Chance wird ihm zuteil. In dem Krankenhaus, in dem Wills Vater tätig ist, wird eine experimentelle Operation zur "Heilung" von Blindheit durchgeführt, welche natürlich mit Risiken verbunden ist. Bei erfolgreicher Implantation muss Will lernen, Aufgaben zu erfüllen, die seine Augen und sein Gehirn noch nie zuvor ausgeführt haben, um all die ungewohnten und überwältigenden visuellen Eindrücke richtig wahrzunehmen und zu verarbeiten.

Die Welt durch Wills Sinne zu erleben und ein Gefühl davon zu bekommen, wie es sein könnte, von Geburt an blind zu sein, war beeindruckend und manchmal auch bewegend. Der Autor beschrieb Wills Umgebung und wie seine Tage verliefen, auf eine erstaunliche Weise ohne jemals Worte aus der Perspektive des Sehens zu verwenden. Als Will schließlich sein Augenlicht zurückgewinnt, wird deutlich, wie viel wir doch für selbstverständlich halten, zum Beispiel das Lernen von Tiefenwahrnehmung und Perspektive oder was Farben sind. Ich gewann eine ganz eigene neue und einzigartige Perspektive des Lesens. Zudem gefiel mir Wills Ansichten über Rassismus oder Schönheit. Als dieser endlich zum ersten Mal seinen afroamerikanischen Freund erblickt, kommentiert er, dass er angesichts all der geführten Kriege, Gräueltaten und des Hasses wegen unterschiedlicher Hautfarben einfach "mehr" erwartet hätte. Der Kontrast sei offensichtlich, aber der Unterschied marginal. Worum geht es also? Eine gute Frage. Ebenso sei es dumm, dass wir unsere Vorstellung von Schönheit auf die unbeständige Meinung der Gesellschaft gründen. Da er nie mit Bildern von idealer Schönheit konfrontiert wurde, ist es ihm egal, wie seine große Liebe aussieht. Er liebt alles an ihr, innerlich und äußerlich. Natürlich gibt es aber auch diverse Konflikte in der Geschichte. (- Spoiler- : So zornig wie Will über den Kommentar seiner Mutter über das "entstellende" Muttermal Cecilys ist, ist er ebenso enttäuscht, darüber, dass Cecily ihn verschwiegen hat, dass sie sehr genau weiß, wie es ist schikaniert zu werden, sich zu schämen und verstecken zu wollen. Er interpretiert Cecilys "Geheimnis" als Ausnutzung seiner Blindheit, damit sie sich selbst besser fühlen konnte. Hier projiziert er zu leicht von sich auf andere, denn er selbst ließ am ersten Schultag seine Sonnenbrille daheim, um nicht zu viel Aufmerksamkeit zu erregen. So versuchten beide verzweifelt sich in ihr Umfeld hineinzupassen, sich nicht durch einen angeborenen Zustand definieren zu lassen, den sie nicht selbst gewählt haben . DIese "Andersartigkeit" definiert einen Menschen jedoch nicht im Ganzen und in allen Facetten. Statt Nachsicht, reagiert er auf eine sehr kindische Art und Weise, was wirklich in eine übertriebene Dramatik ausufert (das sog. "Teenie-Drama" lässt grüßen) und der Geschichte so ein wenig den Glanz nimmt. Doch diese Wendung hält lediglich ein paar Seiten, sodass man darüber hinweg sehen kann (- Spoiler Ende-).

Etwas nervig fand ich dagegen die jugendlichen Mikoragressionen in der alltäglichen Kommunikation der männlichen Charaktere. Diese passen nicht zu dem ansonsten sehr sensiblen Schreibstil des Autors, mit dem Wills Sehbehinderung behandelt wird. Auch das Thema sexuelle Belästigung wird ein wenig heruntergespielt, wenn die körperliche Behinderung einem das Privileg beschert, "aus Versehen" Menschen zu betatschen.

Die teils unangebrachten Witze bringen der Geschichte einen Punkt Abzug, denn diese haben mich wirklich gestört. Alles in allem zeigt sich jedoch die enorme Menge unternommener Forschungen über Sehbehinderungen sowie eine sorgfältige Skizzierung der Geschichte. Für mich zählte auf jeden Fall das Herz in der Geschichte, wie wir miteinander und unserer Umwelt in Beziehung stehen, das neue Verständnis von Sehvermögen und die Bedeutung "zu sehen".

  (40)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(146)

268 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 118 Rezensionen

dick, erste liebe, freundschaft, highschool, jugendbuch, julie murphy, liebe, mobbing, schönheit, schönheitsideal, schönheitswettbewerb, selbstbewusstsein, teenager, texas, wettbewerb

Dumplin'

Julie Murphy , Kattrin Stier
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 21.03.2018
ISBN 9783841422422
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dumplin' ist der nicht gerade schmeichelhafte Spitzname, den Willowdean von ihrer Mutter bekam, die angesichts der Kleidergröße ihrer Tochter der Verzweiflung nahe zu sein scheint. Der Leser erfährt nicht den genauen Umfang Willowdeans, jedoch sollen Wills Selbstbeschreibungen und - vorstellungen gegenüber anderen diesen in gewisser Weise erahnen lassen ("Willowdean - Kassiererin, Dolly-Parton-Verehrerin und die Dicke vom Dienst").

Die Frage nach Wills Gewicht ist einerseits ein wesentliches Element für die Geschichte, doch andererseits nicht der Dreh- und Angelpunkt. Denn es soll keine inspirierende Geschichte über extremen Gewichtsverlust oder einen hübschen, unerreichbaren Märchenprinzen sein, der schließlich lernt, nicht auf das Äußere zu achten und sich in ein unscheinbares, korpulentes Mädchen verliebt. Vielmehr soll die Geschichte vermitteln, dass Will genau so wie sie ist, fantastisch ist. Sie ist ein erfrischender und direkter Charakter, welcher wichtige Statements vermittelt, die in der heutigen Zeit sehr wichtig sind: "Wenn es nicht dein eigener Körper ist, dann hast du ihn auch nicht zu kommentieren. Dick. Dünn. Klein. Groß. Völlig egal." Dass Will von oben bis unten gemustert wird und ihr missbilligende Blicke zuteil werden, ist sie gewohnt, lassen sie aber nur scheinbar kalt. Denn trotz ihrer harten Schale, gibt es diese Momente der Verletzlichkeit, die auch Will stark verunsichern. Momente, wie der erste Kuss oder Tuchfühlungen mit Bo. Diese Gemütsschwankungen fand ich sehr realistisch, denn so gut wie jede(r) wird diese Momente der Unsicherheit kennen - egal aufgrund welcher Figur, was sich auch bei Wills bester Freundin El zeigt, die eigentlich eine Topfigur vorzuweisen hat. Nicht schön fand ich dagegen Wills Umgang mit Mitch, der sehr lieb und fürsorglich zu ihr war, sie ihn jedoch nur ausnutzte. Doch hier zeichnet sich ein authentisches und menschliches Bild, denn Menschen machen Fehler, verhalten sich auch mal unfair gegenüber anderen und die Beweggründe sind anderen dabei nicht immer ganz klar. Der handelnden Person wohl manchmal auch nicht.

Die Autorin verdeutlicht sehr schön, dass Wills Teilnahme am Schönheitswettbewerb nicht der Intention galt, zu gewinnen. Auch durch die Außenseitergruppe beim Wettbewerb bestehend aus Millie, Amanda und Hannah, hat Will endlich akzeptiert, dass sie genauso viel verdient wie jedes andere Mädchen auch. Etwas, das Will zuweilen vergaß.

Fazit: Dumplin' ist sehr positiv, vermittelt den Glauben an sich selbst, Akzeptanz, Freundschaft, Verzeihen, Liebe und den Weg, endlich glücklich zu werden.

 

  (42)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(114)

153 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 101 Rezensionen

adoption, band 1, dänemark, gut gezeichnete figuren, jeppe korner, jeppe kørner, kopenhagen, krimi, krokodilwächter, manuskript, messer, mord, schnitte, thriller, verlust

Krokodilwächter

Katrine Engberg , Ulrich Sonnenberg
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.03.2018
ISBN 9783257070286
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das eigene Manuskript zu einem Krimi als Vorlage eines tatsächlich verübten Mordes. Dieser schrecklichen Realität muss sich Esther de Laurenti gegenüber sehen, deren junge Mieterin, Julie Stender, tot aufgefunden wird - erstochen und mit einem rätselhaften Muster im Gesicht verunstaltet. Jeppe Korner und Anette Werner ermitteln, nehmen Verdächtige ins Visier und müssen dabei leider allzu oft feststellen, dass sie mit ihren Ermittlungen in einer Sackgasse landen. Denn es geschehen weitere Morde und auch das Manuskript wird weitergeführt...

Trotz einiger Klischees, derer sich Katrine Engberg auch in ihrem Thriller/Krimi bedient, wie die gescheiterte Ehe und Tablettenabhängigkeit eines Polizeiassistenten oder der schweren Kindheit des Täters, ist ihr ein insgesamt fesselndes Debüt gelungen. Ich fühlte mich animiert, Mitzurätseln, folgte denselben falschen Fährten wie die Ermittler und war schließlich von der Auflösung des wirklich sehr verwobenen Falls überrascht. Da sich erst am Ende alle Puzzleteile zusammenfügen und die Bedeutung des Titels geklärt wird, ist der Fall bis zuletzt absolut unvorhersehbar und Spannung wird aufgebaut. Zu eben dieser Spannung tragen auch einzeln eingestreute Passagen des Manuskripts oder die wechselnde Korrespondenz mit dem Täter bei.

Die Autorin bedient sich einer detailverliebten Erzählweise, die dem Leser das Hineinversetzen in Handlung, Charaktere und Schauplätze erleichtern soll und für manche sicherlich auch den gewünschten Effekt erzielt. Stellenweise wirkte diese ausschweifende Beschreibung für mich jedoch eher zäh und seitenfüllend, wodurch die Spannung immer wieder etwas gedrosselt wurde. Ich muss zugeben, dass ich solche Seiten daher überflog bis es wieder handlungsführender zu werden schien, denn die Potenzprobleme Jeppes und die lang herbeigesehnte "Auferstehung seines Phönix" interessieren mich nicht so sehr. Von einigen Nebencharakteren wie Jeppes toughe Partnerin Anette oder die Kollegin Saidani hätte ich mir dagegen mehr Hintergrund und Persönliches gewünscht, die so etwas unnahbar bleiben.

Fazit: Thriller/Krimi haben sich bisher nicht als mein bevorzugtes Genre erwiesen, sodass ich von Engbergs Krokodilwächter überraschenderweise - und von einigen Abschnitten abgesehen - wirklich unterhalten wurde. Die zahlreichen Wendungen und die Undurchschaubarkeit machen die Geschichte zu einem soliden Krimi, der lesenswert ist, aber auch kein Must-Read darstellt. Ich würde 3,5 Sterne vergeben.

  (59)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(37)

65 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

bölthorn, entführung, fantasy, göteborg, krimi, lennart malmkvist, magie, mops, schweden, sprechender mops, trindemossen, urban fantasy, wunderbarer humor, zauberei, zauberladen

Lennart Malmkvist und der ganz und gar wunderliche Gast aus Trindemossen

Lars Simon
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.11.2017
ISBN 9783423217040
Genre: Romane

Rezension:

Die lang ersehnte Fortsetzung der Reihe um Lennart Malmkvist und Mops Bölthorn sorgt wie schon der erste Teil für ein zauberhaftes Lesevergnügen.

Lennart sieht sich im Kampf gegen Krähenbein und seinen Anhängern mit einer Reihe weiterer Vorkommnisse konfrontiert. So wird ein schrulliger Historiker, dessen Gattin entführt wurde, von einem durch die Küche wütenden und gefräßigen Kobold heimgesucht, der nicht das einzige fabelhafte Wesen in der Geschichte bleibt. Und dann steht auch noch die Wiedereröffnung des von Buri Bolmen geerbten Zauberladens unmittelbar bevor.

Wie das alles im Zusammenhang mit dem magischen und gut versteckten Ort Trindemossen und der eigentlichen Bedrohung im Zusammenhang steht, kristallisiert sich im Laufe der Geschichte heraus. Auf dem spannenden Weg bis zum wirklich fuluminalen und dramatischen Ende begegnen wir uns bekannte und mehr oder weniger lieb gewonnene Figuren, wie die umsorgende Maria Calvino, bester Freund und Nerd Frederik, das nie um einen guten Reim verlegene Orakel, Advokat Isaksson, Emma, Kommissarin Tysia, den Leierkastenmann bis zu Krähenbein selbst.

Der zweite Teil in Form eines Fantasy-Krimis ist bis zuletzt unterhaltsam und hält einige Überraschungen bereit, sodass mir dieser Teil sogar noch besser als der erste gefällt. Dabei fehlt natürlich nicht der bekannte Humor Lars Simons, der die turbulente Geschichte abrundet.

Der Cliffhanger am Ende ist für Fans jedoch fast unerträglich - nicht nur bezogen darauf, was geschehen ist, sondern natürlich auch, wie es weitergehen wird. Ende des Jahres werden wir dann endlich erlöst und dürfen uns auf das Finale mit "dem überraschend perfiden Plan des Olav Tryggvasons" freuen.

  (42)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(131)

215 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 108 Rezensionen

dürre, frankreich, klima, klimawandel, majalunde, maja lunde, naturkatastrophe, norwegen, roman, umwelt, umweltschutz, wasser, wasserknappheit, wassermangel, zukunft

Die Geschichte des Wassers

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 19.03.2018
ISBN 9783442757749
Genre: Romane

Rezension:

In dem zweiten Werk von Maja Lundes geplanten Klima-Quartett wird die sensible Ressource Wasser aufgegriffen, welche bereits heute in hohem Maße überstrapaziert wird.
Dies sieht auch Signe, deren Leben und Tun auf der Vergangenheitsebene (2017) beschrieben wird. Die 70-jährige Umweltaktivistin reist nach langer Zeit in ihre Heimat an der norwegischen Westküste, welche kaum noch wiederzuerkennen ist und stetiger Veränderungen durch die Eingriffe des Menschen unterliegt. Eingriffe durch Menschen, die ihr einst sehr nahe standen, wie ihrer Mutter oder ihrer ehemaligen Liebe Magnus. Seine Bewilligung große Mengen Gletschereis abzubauen, um exklusives Eis aus Norwegen vermarkten und in die reichen Wüstenstaaten transportieren zu können, macht Signe nicht nur fassungslos, sondern auch wütend. Sie sabotiert den Abbau und will Magnus persönlich konfrontieren. Auf ihrer Segeltour gen Frankreich erfahren wir durch Signes Rückblenden mehr über ihre Vergangenheit und die Entwicklung ihrer persönlichen Beziehungen.

Der nicht allzu große Sprung nach Frankreich in das Jahr 2047 und die dort vorherrschenden Klimaveränderungen werden durch David beschrieben, der mit seiner kleinen Tochter Lou aus der Heimat fliehen musste. Die Fünfjahresdürre führte, wie in so vielen Ländern, zu einem Brand, welcher nicht nur Heim nahm, sondern auch zahlreiche Familien entzweite. David und Lou gelangen in ein Flüchtlingslager, im welchem sie ausharren wollen, bis die Familie mit Anna und Auguste wieder vollständig ist. Es vergehen Tage, schließlich Wochen und die anfängliche Hoffnung auf ein Wiedersehen schwindet zunehmend. Was auch schwindet, sind die Nahrungsrationen und der Wasservorrat zum Trinken und Waschen. Die Situation im Flüchtlingslager spitzt sich immer weiter zu, führt nicht nur zu Unmut, sondern auch Gewalt. David und Lou entdecken auf ihren Spaziergängen Signes Boot. Ein Boot, das ihnen eine Aufgabe gibt und eine Chance auf Überleben in den Wasserländern.

Mit Signe wurde eine eigenwillige und mir sympathische Persönlichkeit konstruiert, deren Einsatz für die Erhaltung der Natur bereits in Kindheitstagen befördert wurde. Die Profitgier ihrer Mutter kollidierte mit den Ansichten ihres Vaters, der Signe schon früh die Bedeutung der Natur und den Schutz bedrohter Tierarten nahelegte. Zwischen Mutter und Tochter sowie zwischen den Eltern kam es nach dem Bruch nie wieder zu einer Annäherung.
David wurde mir mit der Zeit leider immer unsympathischer. Der Verlust seiner Frau und seines Babys führten ihn schnell in die Arme einer anderen Frau (zwischendurch sogar einer weiteren), deren gemeinsames Vergnügen mir angesichts der prekären Lage zu viel beschrieben wurde. Seine Beweggründe lassen sich nur schwer erschließen, er erscheint oft unreif und verantwortungslos.
Diese unzähligen persönlichen Ausführungen auf beiden Zeitebenen führen zu dem größten Kritikpunkt an der Geschichte. Es steht außer Frage, dass Erzählungen über das vergangene/gegenwärtige Leben der Protagonisten wichtig für den Aufbau der Geschichte sind, doch ich hätte mir eine stärkere Balance gewünscht. Die gewählte Thematik bietet so viel. Zwar finden schmelzende Gletscher, Klimaerwärmung, ausgetrocknete Gewässer und irreparable Eingriffe durch den Menschen Eingang in die Geschichte, doch diese werden lediglich kurz angerissen und der Leser erfährt weder wie es zu der Dürre, noch zur Aufspaltung in Wasser- und Wüstenländer kam oder welche Länder überhaupt darunter gefasst werden. So hätte Signe auf dem Weg quer durch das Meer dem Müll begegnen können, der sich jährlich häuft und drastische Folgen für die Meeresbewohner hat, Überfischung, Verschmutzung durch Schiffe oder der abnehmende Sauerstoff. Stattdessen erfahren wir über die kleinen und großen Beziehungsdramen, Versöhnungen und Entzweiungen der Figuren. Das Leben im Lager wird dagegen sehr realistisch beschrieben. Hier zeigt sich die hervorragende Recherchearbeit der Autorin, die den Lesern ein authentisches und bedrückendes Bild vermittelt.
Die Verflechtung der beiden Zeitperspektiven erfolgt minimal und enttäuscht. Ich hätte mir mehr erhofft, als dass Signe ein Boot für die Zukunft "bereitstellt". Auch passt das kleine auf dem Cover abgebildete Ruderboot nicht zu Signes "Blau", das eigentlich ein großes Segelboot ist und sie durch manche Stürme geführt hat.
Der Schreibstil, welcher häufig aus aneinandergereihten Sätzen und Gedanken besteht, ist gewöhnungsbedürftig, aber stört den Lesefluss nicht. Lediglich das Nachschlagen aufeinander folgender Fachbegriffe der Seefahrt und dazugehöriger Manöver (gemeint sind nicht Steuerbord und Backbord) wurde ich irgendwann überdrüssig. Das soll nicht heißen, dass ich keine Lesefreude empfunden habe. Das Buch bewegt auf eine ganz eigene Weise und regt zur Selbstreflexion ohne erhobenen Zeigefinger an.
Vergleiche zum ersten Werk kann ich nicht anstellen, da ich dieses noch nicht gelesen habe. Sein Hype lässt jedoch vermuten, dass es manchmal besser ist, keine Fortsetzungen an einen Erfolg anzuknüpfen. Lesen werde ich die noch kommenden Teile dennoch, da mich das Thema sehr interessiert.

Fazit: Leider zu wenig Fokussierung auf das angesteuerte Klimathema, zu viel Drumherum. Hoffnung lege ich auf den dritten Teil, der hoffentlich stärker die uns alle betreffende Endlichkeit unseres Planeten einbindet.

  (80)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(82)

119 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

axtmörder, historischer krimi, jazz, korruption, krimi, louis armstrong, mafia, mörder, musik, neworleans, new orleans, prohibition, protagonist: gemischt, rassentrennung, serienmörder

Höllenjazz in New Orleans

Ray Celestin , Elvira Willems
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2018
ISBN 9783492060868
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ray Celestin nimmt uns mit auf eine Reise durch die am Mississippi gelegene Hafenstadt New Orleans. Eine Stadt, die den Süden Amerikas mit Charme, Einzigartigkeit, Lebendigkeit und Leichtlebigkeit ausmalt: Bars und Bordelle, die zu dem Spitznamen "The Big Easy" beitrugen, Mafiosi, zahlreiche Einwanderer, beeindruckende Bauten im French Quarter, Mausoleen, jazzerfüllte Straßen, Mardi Gras, eine durch verschiedene Einflüsse entstandene Esskultur von Po’ boy bis Gumbo, magische Voodoo-Riten oder die sumpfigen Gebiete der Bayous, in denen vereinzelnd Irrlichter tanzen.
Doch ein Schatten wird über die Stadt geworfen, als der blutrünstige Axeman auftaucht. Seine Taten sind unvorhersehbar und werfen Fragen auf: vorwiegend italienisch-stämmige Lebensmittelhändler werden äußerst brutal niedergemetzelt. Der Täter geht dabei still und heimlich vor. Von den Opfern ist kein Schrei zu vernehmen, so schnell agiert dieser. Es gibt keinerlei Anzeichen eines gewaltsamen Eindringens. Fast könnte man den Ausführungen des Axeman in seinem Brief an die New Orleans Times Picayune Glauben schenken, er sei ein Dämon aus der Hölle.

Die Ermittlungen laufen aus drei Richtungen. Michael Talbot, der für den Fall zuständige Ermittler der hiesigen Polizeistelle, sieht sich jedoch nicht nur mit dem scheinbar unlösbaren Fall konfrontiert, sondern auch mit der Abneigung seiner Kollegen. Michael ließ nicht nur vor einigen Jahren seinen korrupten Mentor auffliegen, der in Mafia-Geschäfte verwickelt war, sondern er hat auch ein privates Geheimnis, welches ihm zum Verhängnis werden kann, sollte dies öffentlich werden. Kerry, ein sympathischer, just ausgewanderter Ire, wird sein Gehilfe und erweist sich als sehr fähig und hilfreich.

Luca D’Andrea, italienisch-stämmiger Expolizist und Michaels besagter früherer Mentor, wird nach mehrjähriger Haft aus Angola entlassen. Er ermittelt im Auftrag der Mafia, deren Geschäfte durch den Axeman und damit verbundenen polizeilichen Durchsuchungen und Schließungen leiden.

Zuletzt das Gespann Ida Davis - eine sehr junge, hellhäutige Kreolin, die bei der Pinkerton Detektei arbeitet und sich beweisen will - und ihr Kindheitsfreund - der Jazzmusiker Lewis Armstrong.

Ray Celestins Geschichte ist sehr ausgeklügelt und spannend. Bis zuletzt tappt der Leser im Dunkeln und kommt dem Mörder, ebenso wie die Protagonisten, nur im Zuge der Ermittlungen stückchenweise näher. Dabei werden einzelne Puzzleteilchen aus den verschiedenen Perspektiven zusammengesetzt, die am Ende ein - zumindest für den Leser - schlüssiges Ganzes ergeben. Das Buch ist nur schwer aus den Händen zu legen, da man unbedingt wissen möchte, ob und wie der Fall gelöst wird. Dabei begeben sich die Ermittler selbst in tödliche Gefahren. Des Rätsels Lösung ist schließlich verblüffend, unerwartet und hat mich zumindest mit zwiespältigen Gefühlen in Bezug auf die Beweggründe des Mörders zurückgelassen.
Die Fülle an Figuren, die im Laufe der Geschichte aufkommt, wirkt keineswegs erdrückend. Sie fügen sich stimmig in die Geschichte ein, sodass diese gut zuordbar sind. Ein Personenregister am Anfang des Buchs dient als kleine Stütze. Auf ihre ganz eigene Weise hat jeder Charakter eine starke, authentische und sympathische Persönlichkeit, von denen mich Ida jedoch am meisten beeindruckte. In einer Welt, in der sie weder "Schwarz noch Weiß" ist, hat sie es besonders schwer, doch sie bleibt trotz aller Diskriminierungen und Übergriffe ungebrochen, mutig und geht ihren Weg.
Die detailliert-bildhafte Schreibweise des Autors, sein beträchtliches Hintergrundwissen über die Stadt, Geschichte und Kunst des Jazz transportieren den Leser mitten ins Geschehen. New Orleans erbaut sich vor dem inneren Auge und wird lebendig. Wir sitzen selbst in Cafes und suchen Schutz vor dem unaufhörlichen Regen, springen auf vorbeifahrende Straßenbahnen, grübeln mit den Figuren über die bruchstückhaften Informationen, sind ratlos und im nächsten Moment tanzen und lauschen wir dem lebhaften Jazz, der den Axeman fernhalten soll.

Fazit: Celestin ist es meisterlich gelungen, Fiktion und reale Begebenheiten in einem genialen und raffinierten Krimi zu vereinen. Es war ein wahrer Genuss in diese vielschichtige Welt mit den toll ausgearbeiteten Figuren und Themen einzutauchen und sich in den Bann ziehen zu lassen. Begeistert und gespannt warte ich nun auf den zweiten Teil, der durch den Cliffhanger am Ende des Buchs versprochen wird und bereits unter dem Titel "Dead Man's Blues" erschienen ist. Dieses Mal in Chicago und mit Al Capone.

  (86)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(530)

1.012 Bibliotheken, 25 Leser, 5 Gruppen, 90 Rezensionen

ben aaronovitch, england, fantasy, humor, jazz, krimi, london, magie, mord, musik, peter grant, polizei, urban fantasy, zauberer, zauberlehrling

Schwarzer Mond über Soho

Ben Aaronovitch , Christine Blum
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.07.2012
ISBN 9783423213806
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(69)

103 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

defekte, deutschland, diktatur, drohnen, düstere zukunftsvision, dystopi, dystopie, familie, freiheit, fünf sterne hörbuch, marc uwe kling, qualityland, satire, zukunft, zukunftssatire

QualityLand

Marc-Uwe Kling , Marc-Uwe Kling
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 22.09.2017
ISBN 9783957130945
Genre: Romane

Rezension:

In Qualityland ist alles anders und besser oder besser gesagt am bestesten. Mitteilungsbedürftige selbstfahrende Autos, die zur eigenen Sicherheit nicht mehr in die Brennpunkte der Stadt fahren und ihre Passagiere vorzeitig bitten Auszusteigen, sind hier ebenso normal wie Sexverträge oder digitale Assistenten, die gerne klugscheißern und sich auch mal untereinander zanken. Nachnamen ergeben sich aus dem Beruf des Vaters oder der Mutter zum Zeitpunkt der Zeugung. So begegnen wir Peter Arbeitsloser, Sandra Admin, Tatjana Geschichtslehrerin, Martyn Vorstand oder Melissa Sexarbeiterin. Mit der Bürde eines weniger vorteilhaften Nachnamens hat man es nicht einfach und entsprechend wenig Chancen auf gesellschaftlichen Aufstieg. So gelten Menschen unter Level 10 als "Nutzlose", zu denen sich nun auch Peter nach Sandras durch QualityPartners nahegelegten Trennung zählen darf. QualityPartners sucht mittels Algorithmen den passenden Partner und unterbreitet heimlich Trennungen, falls eine dem aktuellen Partner höherwertige Person passender erscheint. Qualityland wird völlig durch Konsum beherrscht. Ehe man sich versieht, kommt eine Lieferdrohne herbeigeflogen und hat eine auf die Person zugeschnittene Bestellung in petto, von der man nicht einmal weiß, dass man sie gewollt hat - alles Dank TheShop, dem weltweit beliebtesten Versandhändler. Sei es ein Sixpack Bier, das neueste Kleid oder ein pinker Delfinvibrator. Letzteres löst bei Peter nicht nur Unverständnis, sondern auch Empörung hervor und weckt seine lethargisch anmutende rebellische Ader. Er zweifelt das System an, welches besagt, dass Maschinen keine Fehler machen und möchte mit seinen Mitstreitern - eine Reihe kaputter Roboter, denen er die Verschrottung in seiner eigens betriebenen Verschrottungsanlage erspart hat, den Geschäftsführer von TheShop zur Rede stellen und den vermaledeiten Delfin zurückgeben.

Die Art und Weise, wie Kling vorliest, ist speziell. Neben seiner ironisch-trockenen Erzählweise scheint der Autor stellenweise selbst lachen zu müssen, wobei der Ernst der geschilderten Zukunftsvision stets allgegenwärtig ist. Und gerade dies ist so mitreißend. Die 500 Minuten vergingen wie im Flug und es wurde zu keiner Minute langweilig. Die in die Erzählhandlung eingebundenen Nachrichten- und Werbeeinblendungen wirken keinesfalls störend, sondern lassen einen nur noch weiter in die lustig-skurrile und zugleich beängstigende Welt eintauchen. Die von Peters Ex geschriebenen Nachrichten werden von Lesern kommentiert, die an die sinnlosen Onlinekommentare erinnern, wie wir sie nur allzu gut kennen. Die Botschaft Klings kommt an: In der heutigen Zeit voller digitaler Vernetzung, der achtlosen Bereitschaft Daten bereitzustellen, die u.a. für Werbezwecke genutzt werden und so manipulativ wirken, ist seine karikativ beschriebene Zukunft gar nicht abwegig.

Fazit: Ein gelungenes Werk, welches die unschönen Seiten unserer Welt mit viel Ironie und trockenem Humor aufzeigt. Die angesprochenen ernsten Themen lassen den Leser und Hörer garantiert mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück.

  (102)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(49)

55 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

bonanza, falafel, fertiggerichte, fleischlos, foodblog-kochbuc, gemüse, gesundessen, gewürz, kochbuch, kochen, lecker, mia frogner, rezepte, vegan, vegetarisch

Green Bonanza

Mia Frogner , Ricarda Essrich
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Jan Thorbecke Verlag, 28.08.2017
ISBN 9783799512275
Genre: Sachbücher

Rezension:

Green Bonanza - nicht nur der Name bleibt im Gedächtnis, sondern auch die Rezepte. Bodenständig, aber dennoch kreativ füllen zahlreiche leckere Rezepte die insgesamt neun Kategorien:

•    Kartoffeln & Süßkartoffeln
•    Kohl, Blumenkohl & Rosenkohl
•    Linsen
•    Grünes
•    Tomaten
•    Tofu
•    Möhren & Rote Beete
•    Auberginen, Zucchini & Kürbis
•    Nüsse

Gemäß "Rezepte für mehr Grün auf dem Tisch" kommen Gemüseliebhaber hier wirklich nicht zu kurz. Zu jeder der aufgeführten Hauptzutaten finden sich interessante Informationen, die mit kleinen persönlichen Anekdoten der norwegischen Köchin Mia Frogner geschmückt werden und dem Buch so eine persönliche Note verleihen. Dies soll wohl auch durch einige Fotos erzeugt werden, welche die Autorin selbst beim Kochen abbilden. Dies findet sich ja so gut wie in jedem Koch- und Backbuch und ist nach meinem Befinden mit 2-3 Fotos platziert am Anfang auch in Ordnung. Doch angesichts mehrerer Fotos, wie auch hier, würde ich mir lieber weitere Rezepte oder Tipps wünschen. Zu einem Punktabzug führt diese kleine Anmerkung jedoch nicht, denn die Rezepte sind große Klasse und kommen ohne außergewöhnliche Zutaten aus. Ebenso leicht gelingt die Umsetzung durch die nachvollziehbaren und verständlichen Beschreibungen. Ausprobiert habe ich bisher die Sommerrollen, Möhrenfalafel, gefüllte Auberginen und die Nussbutter - alles ein Gedicht! Schön finde ich auch das Schlusskapitel des Buchs, welches die Resteverwertung behandelt.

Fazit: Das Buch beweist das gesunde Ernährung gar nicht so schwer ist und viel Spaß macht. Eine wahre Bereicherung für die Küche!

  (78)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(92)

144 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 74 Rezensionen

charles darwin, darwin, england, evolution, evolution und revolution, exil, gott, ilona jerger, karl marx, london, marx, naturwissenschaft, religion, und marx stand still in darwins garten, wissenschaft

Und Marx stand still in Darwins Garten

Ilona Jerger
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 11.08.2017
ISBN 9783550081897
Genre: Romane

Rezension:

"Stellen Sie sich vor, Charles Darwin und Karl Marx hätten sich getroffen." Dies habe ich angesichts des interessant klingenden Aushängeschilds getan und von dem fiktiven Zusammentreffen der großen Denker hitzige Debatten und geistige Beflügelungen erwartet, die jedoch ausblieben.

Das einmalige gemeinsame Mahl, bei dem sich ein Disput über Gott und die Gerechtigkeit entwickelte, lässt den Leser daher unbefriedigt zurück. Über den gemeinsamen Arzt der beiden, Dr. Beckett, entsteht ein sehr detailierter Bericht über ihr gesundheitliches Leiden und die Einstellungen zur Kirche. Zu kurz werden ihr Leben und die darin eingebetteten Theorien, Leitgedanken und Forschungen behandelt, die zu den richtungsweisenden Schaffenswerken führten. Es war "ihr" Jahrhundert, doch auf diese Weise konnte ich weder das Flair dieser doch so spannenden Zeit revolutionärer Umbrüche spüren, noch eine Verbindung zu diesen bedeutenden Männern herstellen. Diesen Umstand konnte selbst der ansonsten klare und gut lesbare Schreibstil nicht wettmachen. Es kristallisiert sich merklich das große und respektvolle Interesse der Autorin an den zwei Persönlichkeiten heraus, welches dazu führt, dass der Leser Darwin und Marx von einer eher ungeläufigen persönlichen Seite kennenlernen darf. Ausgehend von der erhofften Grundidee des Romans, hapert es jedoch leider an der Umsetzung.

  (40)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(48)

52 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

asien, australien, der, erfahrung, erlebnisse, fliegen, fotos, freundschaft, indien, reise, reisebericht, reisebricht, reisen, reportage, roadtrip

Der weiteste Weg

Bruno Blum
Flexibler Einband: 222 Seiten
Erschienen bei Delius Klasing, 10.04.2017
ISBN 9783667109149
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Koffer packen und für zweieinhalb Jahre die Welt bereisen - ein Traum, den sich Bruno Blum und seine Lebensgefährtin Yvonne erfüllten. Sie verlassen Luzern mit ihrem Campingbus und erleben Kasachstan, Iran, Pakistan, Indien, Australien, Japan, Sibirien, die Mongolei und Russland, bis schließlich wieder die Heimkehr ansteht. Auf der zurückgelegten Reise von über 90.000 km lassen uns die Weltenbummler an ihren einzigartig schönen, lustigen, aber auch problematischen Erlebnissen teilhaben. Verschiedenste Kulturen und ihre Lebensweise, die Gastfreundlichkeit, unbeschreibliche Landschaften, die keiner Worte, sondern der toll ausgewählten Bildern bedarfen, aber auch Schattenseiten wie die nerven- und zeitkostende Bürokratie und Pannen mit dem treuen Gefährt, ausgerechnet im australischen Outback. Die Reise ist so vielfältig wie das Leben selbst und lässt mich begeistert zurück. Gerne hätte ich noch viel mehr über die einzelnen Länder erfahren. Bei 220 Seiten kann man sich sicher vorstellen, dass dem Leser keine allzu lange Verweildauer geschenkt wird. Dennoch handelt es sich um einen persönlichen Reisebericht, welcher hinter die touristischen Kulissen blickt und ein Stück Urlaub und Abenteuer nach Hause bringt.

  (42)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

37 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

fantasy, fuchs, kinderbuch

Foxcraft / Foxcraft – Das Geheimnis der Ältesten

Inbali Iserles , Katharina Orgaß , Inbali Iserles
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 27.10.2016
ISBN 9783737351805
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

15 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 5 Rezensionen

buc, musketier-verlag, peter sasse, tiere sind die besseren mensche

Tiere sind die besseren Menschen

Peter Sasse
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei MusketierVerlag, 25.11.2016
ISBN 9783946635017
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen,

müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken."

Ich habe lange gebraucht, um wieder Worte zu finden. Angesichts der von Peter Sasse aufgegriffenen erschreckenden und leider wahren Geschehnisse in unserer Welt, ja, selbst innerhalb der EU, blieb ich sprachlos, fassungslos, traurig und zugleich wütend zurück. Natürlich bin ich mir der Gräueltaten gegenüber Tieren bewusst, da ich mich genau aus diesen Gründen für eine vegane Lebensweise entschieden habe. Doch auch für mich hielt das Buch "Neues" bereit, gerade in Bezug auf die Kirche und damit verbundene religiöse "von oben" abgesegnete Quälrituale. Selbst in der heutigen Zeit wird Tieren noch immer kategorisch eine Seele abgesprochen. Im Nachhinein bin ich nun einmal mehr froh, aus der Kirche ausgetreten zu sein.

Neben diesen wirklich zu Tränen rührenden Fakten, gibt es zur Beruhigung des Gemüts schöne Geschichten von Freundschaften unter Tieren, aber auch zwischen Tier und Mensch, die hoffen lassen.

Ich danke Peter Sasse, dass er mich in meiner Einstellung und gewählten Lebensart noch einmal bestätigt hat. Ich kann das Buch jeden empfehlen, da es nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch Potenzial hat, nachhaltig etwas zu bewegen. Der Mensch muss nur bereit sein, zuzuhören.

 

  (73)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(48)

55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

achtsamkeit, büro, china, die, frankreich, gefühle, leben, liebe, paris, ratgeber, roman, schuld, vergebung, verseflüsterin, yoga

Die Verseflüsterin

Nicolas Fougerousse , Elisabeth Liebl
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Scorpio Verlag, 13.02.2017
ISBN 9783958031067
Genre: Romane

Rezension:

Marcus ist in seinem Alltag gefangen, welcher sich in beruflicher wie auch privater Einöde äußert. Eines Tages findet Marcus einen Zettel auf seiner Windschutzscheibe mit den Worten "Hör auf deine Gefühle". Er begegnet Angelo, einem völlig fremden Mann, mit dem er tiefgründige Gespräche führen kann. Marcus erreichen auch weitere Nachrichten per Email, die nach und nach für eine positive Veränderung sorgen, was auch seine Frau Isabelle bemerkt. Zwischen Marcus und Angelo, der betont, nicht hinter den Nachrichten zu stecken, entwickelt sich eine Freundschaft und auch die Personenkonstellationen werden schrittweise klarer. Über den Inhalt möchte ich nun nichts weiter verraten. Es sei nur gesagt, dass die Geschichte eine völlig andere Richtung einschlägt als zu erwarten wäre und einem kleinen Ratgeber fürs Leben ähnelt. Die Idee kleine Lebensweisheiten unterschiedlicher Themenbereiche wie Zeit oder Bewusstsein einzubinden, finde ich sehr schön und man kommt nicht umhin, Vergleiche mit dem eigenen Leben anzustellen. Die Geschichte zeigt uns, dass man trotz schwerer Schicksale nie aufgeben sollte. Erst wenn wir Frieden finden, verstehen und verzeihen, kann der Blick nach vorne gerichtet werden. Wir sollen geduldig sein, unser Leben intensiv leben, auf das Positive und das, was wir wirklich wollen zugehen - mit voller Freude! Freude kommt immer in winzigen Schritten daher, die man nicht immer bemerkt, wenn man nicht darauf achtet. Um glücklich zu werden, müsse man sich nur all der kleinen Freuden bewusst werden, der Schönheiten, die sich vor unserem Auge Tag für Tag auftun. Wir müssen nur dazu bereit sein, um eine positive Veränderung unseres Lebens zuzulassen.
Es ist wirklich nicht leicht die Geschichte in Worte zu fassen, da sie so ganz anders ist als ein üblicher Roman. Gerade die kleinen Ratschläge, die im Laufe der Geschichte unterbreitet werden, sorgen aber für kleine Denkanstöße, die die Geschichte sehr lesenswert machen.

  (44)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(50)

56 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 50 Rezensionen

ansprechende fotos, kochbuch, kochen, lecker, mialiebtpasta, mirja hoechst, neue rezepte, nudeln, nudelsuppe, nudelteig, past, pasta, pesto, ravioli, vegetarisch

Mia liebt Pasta

Mirja Hoechst
E-Buch Text: 136 Seiten
Erschienen bei Thorbecke, 13.02.2017
ISBN 9783799510776
Genre: Sachbücher

Rezension:

Mich hat dieses Buch besonders angesprochen, da ich, wie wohl fast jeder, eine hohe Affinität für Pasta hege :) Es finden sich in einem ausgewogenen Verhältnis vegetarische und vegane Rezepte, die in folgende Kapitel aufgeteilt sind:
• Gekocht
• Gefüllt
• Gebacken
• Gekühlt
• Gesüßt

Bevor es zu den Rezepten kommt, werden die Grundteige vorgestellt für die klassische Variante mit Ei, das vegetarische Pendant, einen glutenfreien Teig sowie bunte Pasta. Der Nudelteig muss, bis auf die Ravioli, nicht eigenhändig hergestellt werden, sondern es kann nach Belieben auf fertige Nudeln in jeglicher Form zurückgegriffen werden. Eingangs erklärt Mia, welche Nudeln am besten für unterschiedliche Saucen geeignet sind. So kann eine dickflüssige Käsesauce am besten von Nudeln mit Rillen oder Hohlräumen aufgesogen werden. Da ich mich zuvor nicht großartig mit dem Einsatz verschiedener Nudelformen- und -längen auseinandergesetzt habe, war dies ein interessanter Exkurs. Jedoch muss dies ebenfalls nicht strikt befolgt werden, denn das Motto lautet "Gut ist, was gut schmeckt." Neben dem Handwerkszeug finden sich des Weiteren noch jeweils 4 Grundrezepte für Saucen und Pesto.

Design und Fotos: Jedes Rezept wurde mit einem entsprechenden Foto versehen, sodass ein Rezept jeweils zwei Seiten einnimmt. Ich finde es positiv, dass der Fokus klar auf den Gerichten liegt. Die schlichte Bebilderung wirkt sehr natürlich und regt auch ohne großes Klimbim den Appetit an.

Nachkochbarkeit: Die Zutatenlisten sind durchweg überschaubar und setzen sich aus bodenständigen Zutaten zusammen, die in jedem Supermarkt zu erstehen sein sollten. Lediglich zweimal musste ich nachschauen, um was es sich für eine Zutat handelt (Harissa-Gewürz und Pimpinelle), was aber eher an meiner Unbewandertheit in der Küche liegt.
Auch wenn meine Kreationen bei weitem nicht so schön anzusehen sind und etwas anders anmuten als die der Autorin, ist die Umsetzung insgesamt gelungen. Auch mein erstes Experiment Nudeln selbst herzustellen, ist geglückt. Bisher habe ich die Linguine mit Süßkartoffel-Kokoscreme, die Schokoladenravioli und die One Pot Pasta getestet, die einfach fantastisch schmecken. Nudeln aus Schokolade klingt erst einmal ungewöhnlich und ich wäre wohl nie im Leben darauf gekommen so etwas zu kochen. Diesbezüglich konnte ich das vegetarische Rezept, welches eine Vanillecreme aus Milch und Sahne vorsieht, ganz einfach vegan abwandeln. Hat man - wie ich - noch nie Ravioli selber gemacht, wird ein wenig Übung erforderlich sein, um hübsche Nudeltäschchen zu kreieren. Das Raviolibrett ist vielleicht doch keine schlechte Idee. Ich kann nur empfehlen dieses süße Gedicht einmal auszuprobieren!

Fazit: Die in dem Buch vorgestellten Rezepte sind keine absolute Weltneuheit. So habe ich auch vorher schon Gemüsenudeln bestehend aus Zucchini oder Karotten ausprobiert. Das Buch punktet aber mit Abwechslungsreichtum und einer einfachen Umsetzung der Gerichte - ohne großen Aufwand und mit köstlichem Ergebnis. Für jeden Geschmack ist hier etwas dabei. Anregungen für den nächsten Pasta-Abend gibt es so reichlich :)

  (54)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(153)

307 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

amnesie, ehe, erinnerungen, erinnerungen kommen hoch, familie, london, lügen, psycho, psychothriller, schlaf, schlafen, tagebuch, thriller, unfall, vergessen

Ich. Darf. Nicht. Schlafen.

S.J. Watson , Ulrike Wasel
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 21.02.2013
ISBN 9783596512881
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Christine Lucas erwacht jeden Morgen ohne jegliche Erinnerung an den vorherigen Tag. Sie weiß weder wer sie ist, noch neben wem sie morgens aufwacht. Auch ihr Spiegelbild ist ihr völlig fremd, welches eine 47jährige Frau zeigt, obwohl sie sich eher wie eine 20jährige fühlt. Durch einen Unfall vor fast 20 Jahren löscht ihr Gehirn den vorher erlebten Tag stets aufs Neue, sodass sie auf die Erzählungen ihres Ehemanns Ben angewiesen ist. Er erzählt ihr von ihrem vergangenen Leben, welche Dinge sie gerne mag und tut und was ihre Hoffnungen und Wünsche für die Zukunft sind. Jeden Tag ruft der Neurologe Dr. Nash an und erinnert sie an ein Tagebuch, welches sie führt, um ihrer Vergangenheit stückweise näher zu kommen. Der erste Satz bringt aber mehr Ver- als Entwirrung: "Vertraue Ben nicht", lautes es. Warum sollte sie Ben, einen liebevollen, geduldigen und sensiblen Mann nicht trauen? Durch die Tagebuchmethode bemerkt Christine bald Ungereimtheiten in der Geschichte ihres Mannes.

Der Thriller "Ich darf nicht schlafen" beschreibt die Erforschung einer verlorenen Identität. Worauf können wir noch zuverlässig unser Selbstbild gründen, wenn nicht auf unseren Erinnerungen? Eine ziemlich gruselige Vorstellung, dass man sich selbst so völlig verliert.

Watson bedient sich einer klaren, flüssigen und bildreichen Sprache, die dem Leser nicht nur das erinnerungslose Leben und das Gefühlschaos aus tiefster Verzweiflung, Verwirrung, Frustration und Angst direkt vor Augen führt, sondern auch dramatische Situationen mit der richtigen Spannung versieht. Das nervenzerreißende Rätsel um Ben sowie die so essentielle Antwort auf die Frage, was überhaupt wahr ist und was nicht, führen zu einer Spannung die bis zum Ende aufrechterhalten wird. Bis zur überraschenden Auflösung gibt es einige unerwartete Wendungen, die zuvor aufgestellte Vermutungen wieder auf den Kopf stellen werden.
Ein unglaublich spannender Thriller!

  (53)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(127)

237 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

angst, erotik, gefühle, halt mich fest, liebe, neue liebe, neues leben, new adult, paperback, roman, scarlett cole, tattoo, tattoos, under your skin, vergangenheit

Under Your Skin - Halt mich fest

Scarlett Cole , Alexandra Hölscher
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783548288581
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Die Geschichte klingt zunächst interessant: Harper leidet unter den ihr zugefügten seelischen und körperlichen Narben ihres Exfreundes. Ihr Rücken ziert seine persönliche Widmung: Du gehörst mir. Zu lange schon ist sie auf der Flucht, fühlt sich nirgends sicher und in ihrem Körper erst recht nicht wohl. Die Verzweiflung führt sie in das Tattoostudio Second Circle, die auf Cover Ups spezialisiert sind. Trent will ihr helfen und zaubert in nachfolgenden Sitzungen ein wunderschönes Tattoo. Und auch zwischen den beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung, die sie vergessen lässt. Wäre da nicht noch der Ex...

Ich wurde mit der gesamten Story einfach nicht warm, die so vorhersehbar wie die Figuren selbst ist. Alle sehen natürlich super gut aus, Trent ist der typische Anti-Langzeitbeziehungstyp, da er in der Vergangenheit zu oft enttäuscht und verletzt wurde (kann man sich bei ihm irgendwie nicht vorstellen). Doch dann kommt Harper, die er von Anfang an umwerfend findet und für die er seine ablehnende Haltung über Bord wirft. Harper ist schüchtern und zuckt vor jeder Berührung zusammen, was angesichts ihrer Vergangenheit nur allzu verständlich ist. Diesbezüglich hat die Autorin Harpers Gefühle wirklich sehr authentisch beschrieben, sodass der Leser einen Einblick in ihre gepeinigte Seelenwelt erhält und sich sogleich Mitleid, aber auch Bewunderung für diese nicht gebrochene Frau entwickelt. Für meinen Geschmack ging es mir dann aber zu schnell mit den beiden. Natürlich kann man das Buch nicht endlos in die Länge ziehen, aber das Tempo, in welchem Harper Vertrauen aufbaute, wirkte unglaubwürdig. Allein das Cover verrät worauf der Fokus gelegt wird, weshalb es eigentlich nicht verwundern sollte. Ich hätte es mir dennoch dezenter gewünscht. Der Schreibstil war mir, fern der beschriebenen Emotionen, zu lapidar, wozu auch die Unterhaltungen der einzelnen Figuren beitrugen: Zu jugendlich und eine extreme Anhäufung an Koseworten. Richtige Spannung wird erst auf den letzten Seiten aufgebaut, als Harpes Ex seinen Auftritt hat, welche jedoch zu schnell im Keim erstickt wird. Auf einmal überstürzen sich die Ereignisse, die zuvor nur vor sich hin plätscherten - und dann ist es auch schon vorbei.
Fazit: Nett, aber das Besondere fehlt.

  (43)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(175)

278 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 129 Rezensionen

2017, cambridge, debüt, england, entführung, familie, freundschaft, helen callaghan, kindesentführung, pädophil, psychologie, psychothriller, spannung, thriller, trauma

Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest

Helen Callaghan , Heike Reissig
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur, 10.01.2017
ISBN 9783426654200
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Margot Lewis ist Lehrerin und zugleich Kummerkastentante der Kolumne "Dear Amy". Eines Tages erhält sie einen Brief der jahrelang vermissten Bethan Avery. Es ist ein Hilferuf, Bethan werde immer noch gefangen gehalten und sie habe Angst, dass ihr Entführer sie umbringen wird. Anfangs vermutet Margot, dass sich hinter dem Brief ein alberner Schülerstreich verbirgt. Diesen bringt sie wie auch einen darauffolgenden Brief vorsorglich, jedoch ohne große Erwartungen, zur Polizei. Bethan Avery galt als totgeglaubt, da ein blutiges Nachthemd kurz nach ihrem Verschwinden auftauchte. Eine Leiche wurde jedoch nie gefunden. Die Briefe werfen nun aber ein neues Licht auf diese Theorie, da sie Informationen enthalten, die nie publik gemacht worden sowie Schreibstil und Handschrift Bethans Tagebuch ähneln. Zur selben Zeit verschwindet eine Schülerin derselben Schule, in welcher Margot arbeitet. Katie nimmt eines späten Abends von zu Hause reißaus, da sie die Bevormundung des neuen Lebenspartners ihrer Mutter nicht mehr länger erträgt. Dies treibt sie in die Fänge eines schrecklichen Mannes, der sie überwältigt und entführt. Für Katie beginnt ein nicht enden wollender Albtraum. Margot fürchtet derweil zurecht um Katies Leben und setzt alles daran sie zu finden bis Margot eine tiefgreifende Entdeckung macht und selbst in Gefahr gerät.

Der Psychothriller ist komplex aufgebaut, sehr gut ausgearbeitet und fesselt von der ersten bis zur letzen Seite. Die Autorin schafft es den Leser in die Position des jeweiligen Erzählers zu bringen, da aus der Perspektive der ersten Person geschildert wird. Auf diese Weise werden die Geschehnisse, Gedanken und Gefühle jeder Person quasi hautnah erlebt, wozu auch der Entführer zählt. Insbesondere diese Abschnitte sind es, die einen Frösteln lassen. Die Gräueltaten und der Peiniger an sich sind unheimlich, verstörend und grausam, wobei diese auf subtile Weise vermittelt werden und das Kopfkino beginnt. Wir erfahren die Beweggründe seiner Entführungen und erhalten nicht nur einen Einblick in sein ausgearbeitetes Vorgehen, sondern auch in seinen kranken Geist. Er verfolgt und beobachtet die Mädchen genauestens und ist der festen Überzeugung, sie seien in ihn verliebt. Hat er das Gefühl, dass sie doch keine Notiz von ihm nehmen, muss er die Mädchen bestrafen und zum Gehorsam zwingen. Die ganze Zeit hofft man darauf, dass Katie endlich gerettet wird oder gar fliehen kann.
Die Dramaturgie, welche den gesamten Thriller umrahmt, erhält zudem durch die beeindruckende Darstellung kognitiver Ablaufprozesse und Gedächtnisfähigkeiten des Menschen einen interessanten Aspekt. Margots vielschichtige und unergründliche Persönlichkeit wird sukzessive aufgearbeitet und die anfänglich bestehenden Fragen um ihre Panikattacken und ihre Vergangenheit werden beantwortet. In diesem Zuge überlegte ich immer mehr, wie Bethan als Entführungsopfer in der Lage sein kann, nicht nur an Papier und Stift zu kommen, sondern vielmehr, wie der Brief schließlich auf den Postweg gebracht werden konnte. Es stellte sich eine Vermutung ein, sodass das Ende für mich nicht überraschend war. Dennoch tat dies der Spannung keinen Abbruch und auch die Auflösung gestaltete sich als nachvollziehbar und komplementierte das Gesamtkonstrukt. Der Spannungsbogen blieb konstant und gewann insbesondere zum Ende hin noch einmal an Fahrt. Es beginnt ein Wettlauf um die Zeit, denn Katie steht mit einem Bein im bereits ausgeschaufelten Grab. Kann Katie gerettet werden?

Fazit: Ein großartiger Thriller, welcher sowohl Psychopathie als auch die psychischen Langzeitfolgen auf der Opferseite thematisiert.

  (33)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(116)

226 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 80 Rezensionen

fantasy, freundschaft, gewitter, göteborg, humor, hund, krimi, lars simon, lennart malmkvist, magie, magisch, mops, mord, schweden, zauberei

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

Lars Simon
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423216517
Genre: Romane

Rezension:

Die bislang veröffentlichten Bücher des Autoren Lars Simson waren mir nur vom Namen bekannt. Als ich das verrückte Cover mitsamt außergewöhnlichem Titel sah, wusste ich intuitiv, dass es mir gefallen wird. Gefallen ist noch untertrieben, ich liebe es!

Im Leben von Lennart Malmkvist könnte es bis auf seine juckreizauslösende Liebesallergie nicht besser laufen. Im Job läuft es super, eine Beförderung scheint zum Greifen nah und er wird regelmäßig mit italienischen Köstlichkeiten in Großrationen von seiner Nachbarin Maria umsorgt. Dies ändert sich rapide, als seltsame Dinge um ihn herum geschehen. Ein gruseliger Leierkastenmann verfolgt ihn bis in seine Träume, der liebenswerte alte, väterliche Scherzartikelladenbesitzer Buri Bolmen wird ermordet, Lennart versemmelt aufgrund plötzlicher eintretender Sprachstörungen den wichtigsten Firmenvortrag aller Zeiten, nun arbeitslos soll er Buris Laden übernehmen und dann beginnt auch noch der hinterlassene Mops Bölthorn zu sprechen. Sind denn hier alle verrückt?

Die Geschichte ist so speziell, fantasiereich und humorvoll, dass es mir nie langweilig wurde. Insbesondere die Wortschöpfungen und die Situationskomik zwischen Lennart und dem verfressenden, figural gestauchten, sabberfädenschleudernden und röchelnden Mops sind herrlich erfrischend. Die Beschreibungen waren so bildhaft, dass man sich jede Figur und jede Kulisse gut vorstellen konnte. Mir gefällt, dass Lennart nicht perfekt ist und keine ausgebildeten Zauberkräfte in ihm schlummern, die nur darauf gewartet haben, geweckt zu werden. Seine kläglichen Versuche die orakelnde Keksdose mit Grundschulreimen zu einer Kommunikation zu ermuntern, werden nicht nur von Bölthorn, sondern schließlich auch vom Orakel höchstpersönlich als peinlich quittiert. Einfach nur sympathisch! Neben all der Komik kam auch die Spannung nicht zu kurz. Freund wird Feind.. Am Ende erhält der Leser einen ersten Eindruck, was damit gemeint ist. Doch das Abenteuer hat erst begonnen und mit Sicherheit werden Lennart und Bölthorn auf ihrem Weg das Dunkle abzuwenden, noch einige Male mit der Weissagung konfrontiert. Der zweite Teil muss her, dringend!
Möge der Mops mit dir sein!

  (28)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

2014, backen, lebkuchen, oktober, rezeptbuch, vanillekipferl, weihnachten, weihnachtlich, winterlich

Vegan X-mas

Stina Spiegelberg
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Fackelträger Verlag, 08.10.2014
ISBN 9783771645823
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der Duft nach leckeren Keksen verströmt in allen Küchen, der Adventskranz erstrahlt im Lichte seiner Kerzen und irgendwie wird uns ganz wohlig um Herz - endlich beginnt wieder die schönste und gemütlichste Zeit des Jahres. Das Backbuch Vegan X-Mas kam dieses Jahr in meiner veganen Weihnachtsbäckerei zum Einsatz und ich wurde nicht enttäuscht. Die Gestaltung des Buchs ist wunderschön gelungen. Es macht Spaß durch das Buch zu blättern und die persönliche Note mit den kleinen liebevollen Details und Anregungen von Stina Spiegelberg zu erkennen. So finden sich auch am Ende des Buchs Vorschläge zum Verpacken der Gebäckstücke, um Freunde und Familie eine Freude zu machen. Dass die Autorin ihr Handwerk versteht und mit wirklichem Spaß dabei ist, ist auf jeder Seite zu spüren. Zu Beginn stellt sich die Autorin kurz selber vor und erzählt von ihrer persönlichen Geschichte. Dabei wird sich jeder Veganer (und auch Vegetarier) selbst erkennen, denn die Reaktionen vieler Familien sind doch sehr oft gleich (Ein bestürztes Hände an den Kopf schlagen und der Ausruf " Vegan und Weihnachten? Wie soll das denn gehen?!" :)). Besonders positiv ist mir diesbezüglich aufgefallen, dass aber nicht zu viel von sich selber erzählt wurde. Es ist also keine Selbstdarstellung wie in so manch anderen Büchern dieser Art. Nach einer überschaubaren Einführung in die Warenkunde, Tipps zum glutenfreien Backen sowie Backen ohne Ei, Alternativen zum herkömmlichen Zucker, zur perfekten Ausrüstung für jede Backfee, zum Aufbewahren und Verpacken der Köstlichkeiten, darf man noch an den verschiedenen in den Rezepten zum Einsatz kommenden Gewürzen schnuppern. Der Fokus des Buchs liegt also insgesamt auf dem Wesentlichen und damit kommen wir auch zu den tollen Rezepten. Jedes der Rezepte ist mit einem entsprechenden Foto des fertigen Resultats versehen. Sie sind schlicht, ab und an finden sich ein paar kleine weihnachtliche Dekorationsstücke, sodass die Leckereien klar im Mittelpunkt stehen und stimmungsvoll zum Nachbacken anregen. Die insgesamt 51 Rezepte sind in den Kategorien "Die Klassiker", "Die Schokoladigen", "Die Fruchtigen", "Kuchen und Kleingebäck", "Pralinen und Konfekt" sowie "Einmal um die Welt" aufgeteilt.

Viele der aufgelisteten Zutaten sind standardmäßig zu Hause, was mir sehr gefällt. Denn erstmal nachschlagen, was eine unbekannte Zutat ist und woher man sie bekommt, schmälert zumindest meinen Tatendrang enorm. Ausprobiert habe ich bisher die Punsch-Pies, Spitzbuben (auch hierfür eignet sich die Punschmarmelade übrigens sehr - lecker!!) und das Mokka-Spritzgebäck. Die Rezepte waren durchweg einfach umzusetzen, wozu die Beschreibung und auch noch einige praktische Tipps beitrugen. Lediglich bei den Spitzbuben musste ich noch etwas Flüssigkeit (hier: Pflanzendrink) hinzugeben, da der Teig etwas bröckelig war. Dennoch macht die Umsetzung eine riesige Freude, es duftet herrlich in der Küche und die Vorfreude auf Weihnachten steigt. Meiner nicht-veganen Familie hat es ebenfalls sehr geschmeckt, die keinen befürchteten Unterschied bemerkt haben.

Auf meiner To-Do-Liste steht dieses Jahr noch der Buche de Noel, ein Rezept aus der Kategorie "Einmal um die Welt", welcher vom Schwierigkeitsgrad schon etwas ausgefuchster aussieht. Doch ich bin zuversichtlich. Um noch ein wenig den süßen Appetit anzuregen, seien hier noch einige Beispiele aus dem Buch aufgelistet: Punsch- und Lebkuchenpralinen, winterlicher Zupfkuchen, Mini-Glühwein-Guglhupf, Basler Leckerli, Pflaumenschnecken, Florentiner, Walnuss-Dattel-Quadrate oder Marmor-Kipferl mit Tonka.

Ich wünsche allen eine schöne Weihnachtszeit :)

  (43)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1.303)

2.216 Bibliotheken, 53 Leser, 3 Gruppen, 248 Rezensionen

albus, fantasy, freundschaft, harrypotter, harry potter, harry potter und das verwunschene kind, hogwarts, j.k. rowling, joanne k. rowling, magie, theaterstück, voldemort, zauberei, zauberer, zeitreise

Harry Potter und das verwunschene Kind

J.K. Rowling , John Tiffany , Jack Thorne
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 24.09.2016
ISBN 9783551559159
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

kater, kätzchen, krippe, liebe, nelson, streit, verzeihung, weihnachten

Nelson das Weihnachts-kätzchen

Hannes Steinbach
Fester Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Weltbild, 01.01.2013
ISBN 9783863651879
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Weihnachtsgeschichte beginnt turbulent. Der Kater Nelson sitzt ebenso unruhig im Transportkörbchen wie seine kleine Besitzerin Marie. Dass Nelson vorrübergehend für den Weihnachtsurlaub in die Katzenpension gebracht werden soll, kann das kleine Mädchen nicht glauben. Vielmehr vermutet sie, dass ihre Eltern ihren kleinen Freund in ein Tierheim verfrachten wollen. Als Marie das Körbchen kurz öffnet, springt Nelson mitten am Alexanderplatz hinaus und verschwindet. Marie ist untröstlich - wie soll sie Nelson jemals in der Großstadt wiederfinden? Nelson indessen findet sich auf einem Weihnachtsmarkt wieder, wo er Schutz und Wärme vor der kalten, nassen und auch unheimlichen neuen Welt sucht. Sein kleiner Magen knurrt auch schon ganz fürchterlich. Arthur Hummel ist ein Griesgram, nicht so sehr wie der Grinch, aber er kann anderen Menschen und dem Weihnachtstrubel ebenso wenig abgewinnen. In seinem Stand auf dem Weihnachtsmarkt verkauft er seine selbstgeschnitzten Holzfiguren, auf die er sehr stolz ist. Arthur ist ein Eigenbrödler (geworden), seitdem seine Frau vor 3 Jahren starb und ein Streit die Bindung zu der einzigen Tochter entzweite. Ausgerechnet in Arthurs Stand traut sich der kleine Nelson hinein, der von diesen vergeblich vertrieben wird. Denn Nelson denkt gar nicht daran aufzugeben und schon bald findet Arthur Gefallen an seinen kleinen Besucher. Er sorgt für ihn, führt mit ihm Gespräche und wird auch mit den anderen Standbesitzern warm. Es ist einfach schön zu verfolgen, wie sich der kleine Kater in das Herz des grummeligen Krippenschnitzers schleicht und ihm nicht nur Lebensfreude schenkt, sondern auch den Weg für mehr Zwischenmenschlichkeit ebnet, welche bereits zu lange verloren schienen. Es tut Arthur sichtlich gut, denn seine positive und  hervorgelockte herzensgute Seite überträgt sich auch auf andere. Arthur wird zu gemeinsamen Glühweinabenden und zur Abschlussfeier am letzten Tag des Weihnachtsmarktes eingeladen, er wird Teil der Weihnachtsmarktgemeinschaft und findet in der Märchenerzählerin Liselotte eine nette Freundin.

Während Nelson für Arthur ein wahrer Weihnachtssegen ist, setzt die zurecht verzweifelte Marie alles daran ihren Kater wiederzufinden. Dabei bekommt sie tatkräftige Unterstützung der Nachbarin Ana, die froh ist, eine Aufgabe zu haben, denn mit ihrer pubertierenden Tochter hat sie es wirklich nicht leicht. Werden sie es gemeinsam schaffen Nelson zu finden?

Nelson, das Weihnachtskätzchen ist eine zauberhafte Geschichte für die kalte, aber vor allem auch gemütliche Jahreszeit. Ich mochte alle Charaktere und habe für jede Seite mitgefiebert. Was passiert, wenn Marie Nelson wiederfindet? Wird Arthur dann wieder traurig und allein? Andererseits ist Marie dann ebenfalls unglücklich, wenn sie ihren Kater nie wieder in die Arme schließen kann. Ohne zu viel zu verraten, hält die Geschichte natürlich ein für alle wunderbares Ende bereit.
So einfach wie die Geschichte auch erscheinen mag, sie berührt, denn es ist eine Geschichte aus dem Leben, die von Freundschaft, Geborgenheit, Vertrauen, Familie und Vergebung erzählt. Nicht nur Katzenfans werden an dieser herzallerliebsten Geschichte ihre Freude haben. Am besten lässt man sich eingekuschelt in der Lieblingsdecke mit einem Tee oder einer heißen Schokolade und ein paar Plätzchen verzaubern :)

  (47)
Tags:  
 
55 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.