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hexen, mayfair, smaragd, fluch, mystisch

Hexenstunde

Anne Rice
Fester Einband: 1.086 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 01.11.1995
ISBN 9783442304257
Genre: Fantasy

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fraueb, macho mamas, nicole althaus, karriere

Macho-Mamas

Nicole Althaus , Michèle Binswanger
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Nagel & Kimche, 19.04.2012
ISBN 9783312005260
Genre: Sachbücher

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bildband, kunst, kunstdiskussion, rainer wieland, frauen schön und stark

Frauen schön und stark

Rainer Wieland , Petra Müller
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 20.02.2009
ISBN 9783868730319
Genre: Sachbücher

Rezension:

“Ich bin froh, eine Frau zu sein«, und ihr Mann scheint zu antworten: »Und ich liebe dich genau deswegen, an jeder Stelle deines Körpers und deiner lachenden Seele” (S. 71)

Gabriele Strehle, die Schöpferin und Chefdesignerin des Modelabels Strenesse, nimmt mit diesem Zitat Bezug auf das Gemälde “Das Pelzchen” (1638) von Peter Paul Rubens. Rubens porträtierte seine damalige Frau. Angeblich die schönste Frau ihrer Zeit. Heute hätte die Dame nicht den Hauch einer Chance Heidi´s “Next Topmodel” zu werden. Aber wie heißt es: Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Und genau darum geht es in dem Bildband: Frauen schön und stark, herausgegeben von Petra Müller und Rainer Wieland.

Was für manch einen kaum denkbar ist: Schon seit dem Abendland ist vielen Frauen der Zugang zur Kunstwelt versagt geblieben. Dies war einzig und allein den Männern vorbehalten. Männer porträtierten Frauen aus ihrem subjektiven Blickfeld heraus. Von Männern interpretiert, an Männer adressiert. Der weibliche Körper, seine Nacktheit, als Objekt der männlichen Phantasien. Damit sollte es spätestens mit diesem Bildband vorbei sein. Dem Leser/Betrachter werden Gemälde aus den vergangenen sechs Jahrhunderten präsentiert. 56 starke Frauen aus dem 21. Jahrhundert erläutern die Frauenrollen in der Gesellschaft. Aus ihrer ganz eigenen, subjektiven Wahrnehmung heraus.

Danger. Women at work.

Am Anfang war Eva. Die erste Frau der Menschheit, will man der biblischen Geschichte Glauben schenken. Und so steht auch die “Eva” (1507) von Albrecht Dürer an erster Stelle unserer Bilderreise. Margot Käßmann, die ehemalige Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, stellt Eva der Mutter Gottes, Maria gegenüber. Auf der einen Seite die Verführerin, auf der anderen Seite die Fleischgewordene Reinheit. Dabei bemerkt Käßmann, dass Eva eben nicht die Verführerin sei, sondern vielmehr die Mutter der ganzen Menschheit. In der Geschichtsschreibung sei sie bisher viel zu kurz gekommen.

In Frauen schön und stark findet der Leser keine Aneinanderreihung von kunstwissenschaftlichen Analysen vor. Auf jeder Seite ist ein anderer Schreibstil zu finden. Auch eine Vielzahl von Schriftstellern, Publizisten und Lektoren haben Stellung zu den unterschiedlichsten Frauenfiguren bezogen. Eva Gesine Baur ist als Autorin und Journalistin in München tätig. Mit einer ganz persönlichen Erzählung aus ihren Jugendtagen beschreibt sie Francisco de Goya´s “Die nackte Maya” (1795). Zu Weihnachten hatte sie einen Kunstkalender geschenkt bekommen. Und seitdem hat sie der Gedanke an die nackte Fraue nicht mehr losgelassen. Erst als erwachsene Frau wurde ihr klar, dass es nicht die Nacktheit war, welche de damaligen Betrachter schockiert hat. Es ist der offene Blick der Maya, welcher den Betrachter trifft und sagt: Ich will dich.

Dieser Wechsel zwischen kunsthistorischen Daten, wissenschaftlicheren Standpunkten und subjektiven Empfindungen garantiert, dass sich auch Leser ohne Kunstkenntnisse beim betrachten des Bildbandes wohlfühlen.

Wenn das kein Vorbild ist

Das es ist nicht immer leicht ist, als Frau Beruf und Familie in Einklang zu bringen ist bekannt. Clara Streit ist Senior Partnerin bei der Unternehmensberatung McKinsey&Company Inc. In Berthe Morisot´s Gemälde “Die Wiege”(1872) sieht Clara Streit das “Schlafende Glück”. Es ist jeden Tag aufs neue eine Herausforderung Kind und Karriere zu verbinden. Aber sie würde es immer wieder tun.

Antje Vollmer, Politikerin und Publizistin, schildert ihre Gedanken zu Eugène Delacroix´s “Die Freiheit führt das Volk” (1831). Frauen sind nicht das schwache Geschlecht, als welchen sie in vielen Jahrhunderten von den Männern hingestellt worden sind. Ganz im Gegenteil.

“So wild verführerisch, so im Zentrum und zugleich bei sich selbst sind die Frauen nur in den Zeiten der Umbrüche, des Aufruhrs, der Gesellschaftsveränderungen, der Kriege und der Nachkriege.”

In der Reihe der erfolgreichen, intelligenten Frauen darf ein Name nicht fehlen: Katharina die Große. Isa Gräfin von Hardenberg beschreibt diese einflussreiche Figur der Zeitgeschichte anhand des Porträts “Katharina die Große” (1794) von Johann Baptist Lampi. Noch heute gilt Katharina als das Vorbild für schöne, intelligente und ehrgeizige Frauen.

Auf das Ende des Krieges zwischen Mann und Frau

Alle 56 Autorinnen schaffen es auf ihre Weise, den Frauengemälden leben einzuhauchen. Ein empfehlenswerter Bildband, nicht nur für Kunstkenner. Bleibt zum Schluss nur noch zu sagen, dass die Zukunft hoffentlich mehr Toleranz für die Frauenfiguren unserer Gesellschaft bereithält. Um es mit den Worten von Maria von Welser zu sagen:
“Was kann einem ein Gemälde Schöneres vermitteln [..., als] die Weisheit, daß sich Männer und Frauen besser verstehen, wenn wir Frauen das Männliche in uns und die Männer das Weibliche in sich akzeptieren.”

Ein besondere Bildband über besondere Frauen, geschrieben von besonderen Frauen für besondere Frauen (und natürlich auch für Männer).

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Tags: bildband, frauen schön und stark, kunst, kunstdiskussion, rainer wieland   (5)
 

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zeitreise, jesus, thriller, archäologie, israel

Das Jesus Video

Andreas Eschbach
Flexibler Einband: 651 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 01.02.2000
ISBN 9783404142941
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Name Andreas Eschbach dürfte inzwischen den meisten Bücherfreunden ein Begriff sein. 1953 in Ulm geboren, studierte Eschbach in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik. Nach Abbruch seines Studiums und einer Tätigkeit als Unternehmer, schaffte er Anfang der 90er Jahre den ersehnten Durchbruch als Schriftsteller. Sein erster Roman “Der Haarteppichknüpfer” von 1995 wurde mit dem deutschen Science Fiction-Preis, wie auch mit dem belgischen und französischen Literaturpreis ausgezeichnet. Bis heute hat der Science- Fiction-Autor mehr als 40 Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht und gilt als einer der bedeutendsten europäischen Autoren seines Genres.

“Das Jesus Video” ist Andreas Eschbachs erster großer Bestseller. Als einziger Roman von ihm wurde “Das Jesus Video” 2002 als TV-Produktion unter der Regie von Sebastian Niemann, verfilmt. Der Roman ist, im Gegensatz zu Eschbachs neuesten Werken, als reiner Science-Fiction-Roman anzusehen. Der junge, amerikanische Student Stephen Foxx arbeitet als Ausgrabungshelfer in Israel, als dort eine bahnbrechende Entdeckung gemacht wird. In einem 2000 Jahre alten Grab wird ein Skelett gefunden, welches bei sich eine Gebrauchsanweisung einer Video Kamera trägt, die erst in einigen Jahren auf den Markt kommen wird. Der Medienmogul John Kaun stellt ein Forschungsteam zusammen, welches das Geheimnis um den Zeitreisenden und vor allem darum lösen soll, wo sich die Kamera zu dem 2000 Jahre alten Dokument mit einer, wahrscheinlich, originalen Aufnahme von Jesus Christus befinden könnte. Allerdings hat Stephen Foxx den wichtigsten Teil des Fundes für sich behalten, um auf eigene Faust nach der Kamera zu suchen. Zusammen mit Judith und Yehoshuah, beginnt eine nervenaufreibende Jagd, welche das Leben aller von Grund auf verändern wird.

Die Handlung ist nicht vorhersehbar und der Leser wird, vor allem durch die Figur des SF- Experten Peter Eisenhardt, immer wieder auf eine falsche Fährte geführt. Ein in jeder Hinsicht spannender Science Fiction-Thriller, der den Leser auf eine 610 Seiten lange Zeitreise mit nimmt und kaum wieder loslässt.

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Tags: andreas eschbach, das jesus video, thriller   (3)
 

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fantasy, ägypten, anubis, wolfgang hohlbein, hohlbein

Anubis

Wolfgang Hohlbein
Fester Einband: 763 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 03.01.2005
ISBN 9783785721780
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wolfgang Hohlbein gilt seit langem als die deutsche Antwort auf den Großmeister der Fantasy-Literatur Stephen King. In den 80er Jahren feierte der in Weimar geborene Autor seinen ersten großen Erfolg. Danach folgten zahlreiche Bestseller, darunter die “Chronik der Unsterblichen”, die “Märchenmond” – Zyklen oder Einzelromane wie “Midgard”, “Wolfsmond” und “Dunkel”. Viele dieser Werke schuf Hohlbein in Zusammenarbeit mit seiner Frau Heike Hohlbein und seiner Tochter Rebecca. Bis heute hat Wolfgang Hohlbein über 200 Bücher veröffentlicht, davon über 160 Bestseller mit einer weltweiten Auflage von weit mehr als 45 Millionen Büchern.

Mit dem 2005 erschienenen Fantasy-Roman “Anubis” hat Hohlbein einen weiteren Titel in die deutschen Belletristik-Charts befördert. In “Anubis” versucht der Archäologie Professor Mogens VanAndt vergeblich an einer kleinen Ostküstenuniversität seine prekäre Vergangenheit zu vergessen. Einst stand ihm eine blendende Zukunft bevor, bis er in unerklärliche Geschehnisse verwickelt und als Spinner verbannt worden war. Gerade der Mann, welcher für VanAndt Schuld an seinem verkorksten Leben ist, sucht ihn eines Tages auf und bietet Mogens einen Job an, den er nicht ausschlagen kann. Doch nicht nur der unterirdische, ägyptische Tempel, den Graves und seine Mitarbeiter mattem im sonnigen Kalifornien ausgraben, verbirgt mehr Geheimnisse, als es zunächst den Anschein hat. Hinter den, von steinernen Anubis-Figuren und merkwürdigen Hieroglyphen bewachten Toren, existieren dunkle Wesen in einer uralten Welt, welche besser für immer verschlossen bleiben sollte. Aber Jonathan Graves hat andere Pläne und so befindet sich VanAndt bald in einem Schreckensreich jenseits aller menschlicher Vorstellungskraft.

Der Titel “Anubis” wird in der Geschichte leider nur sekundär bis gar nicht aufgegriffen. Zudem könnte die Handlung stellenweise schneller vorangetrieben werden, da die Spannungskurve eher abflacht als ansteigt. Doch spätestens im letzten Viertel des Romans wird der Leser das Buch bis zum Ende nicht mehr beiseite legen wollen. Trotz einiger Schwächen ein lesenswertes Werk des deutschen “King of Fantasy”.

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Tags: anubis, fantasy, wolfgang hohlbein   (3)
 

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schweden, roman, sigrid combüchen, frauenschicksal, geschlechterrollen

Was übrig bleibt

Sigrid Combüchen , Paul Berf
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 23.02.2012
ISBN 9783888977473
Genre: Romane

Rezension:

Schweden, Anfang des 21. Jahrhunderts: Die Autorin Sigrid Combüchen erhält einen Leserbrief aus Spanien. Der Name der Absenderin ist Hedwig Langmark. Diese meint sich und ihre Familie in einem Roman der Autorin wiedererkannt zu haben. Combüchen gibt vor in dem Haus der Familie zu wohnen, um mehr über Hedwigs Geschichte zu erfahren. So entwickelt sich zwischen den beiden Frauen ein reger Briefwechsel.

Hedwig, kurz Hedda, erzählt von ihrem Leben als junge Frau in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Eine Zeit, in der Frauen zwar schon Abitur machten, aber nur um kurz darauf zu heiraten und Kinder zu bekommen. Kurz, in altbekannte weibliche Rollenmuster zu verfallen. Nicht so die junge Hedda. Diese hat andere Pläne für ihr Leben. Sie will Schauspielerin werden und studieren.

In Stockholm hat Hedda die Möglichkeit sich fernab ihrer Familie frei zu entfalten und ihre eigene Rolle in der Gesellschaft zu finden.

“Das Schreiben macht mich qualvoll glücklich.”

Die in Deutschland geborene Schriftstellerin Sigrid Combüchen (68) lebt seit ihrem siebten Lebensjahr in Schweden. Mit 17 Jahren schrieb sie ihren ersten Roman Eine stubenreine Gesellschaft. 1988 schaffte Combüchen mit dem biographischen Roman Byron den Durchbruch. Inzwischen wurde sie mit zahlreichen Preisen für ihre Werke ausgezeichnet. Darunter den renommierten, schwedischen „August Preis“ in der Sparte Belletristik. Combüchen gilt als eine der wichtigsten, schwedischen Autoren.

Anspruchsvolle Lektüre für wache Leser

Eines ist Was übrig bleibt ganz sicher nicht. Nämlich ein seichter Roman den man verschlafen in einer Strandliege lesen kann ohne auch nur eine Hirnzelle anstrengen zu müssen. Ob das nun positiv ist oder nicht, dieses Urteil muss jeder Leser natürlich für sich treffen.

“… zumal sie mich mit einer leicht boshaften Formulierung, die ich schon ziemlich häufig gehört habe, daran erinnern wollte, dass ich es den Lesern absichtlich schwer mache. Womit lässt sich dieser Eindruck begründen? Was denken die Leute sich eigentlich? Man kann nicht immer auf ausgetretenen Pfaden dorthin gelangen, wohin man will.” (Seite 18)

Sigrid Combüchen hat, wie ihre fiktive Namensvetterin in dem Roman, keinen Anspruch es dem Leser leicht zu machen. Die Zeitsprünge in der Geschichte sind zum Teil zwar verwirrend, doch hier könnte sich der Leser noch einfinden. Die Geschichte findet auf drei Ebenen statt: Die Gegenwart, mit dem Briefwechsel der beiden Frauen. Die Vergangenheit Heddas und die Rechercheergebnisse der fiktiven Combüchen.

Combüchen greift Themen auf, welche nicht nur Anfang des letzten Jahrhunderts aktuell waren. Sie spricht über die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Ihre Möglichkeiten oder besser gesagt, ihre Nicht-Möglichkeiten zur freien Entwicklung. Rollenmuster innerhalb einer Familie werden dem Leser so offenbart, dass es nicht den kleinsten Schlupfwinkel für Privatsphäre mehr gibt. Auch Heddas Charakter, ihre Ängste und Hoffnungen werden dem Leser greifbar vermittelt.
Doch hat die Geschichte keine ausschlagenden Höhen oder Tiefen. Sie plätschert vor sich hin, entwickelt sich, löst aber kein Herzklopfen oder banges Mitfiebern aus. Vielleicht war das auch nicht die Intention der Autorin. Für einige Leser wird dies und die ausschweifenden Erläuterungen jedoch als Mangel empfunden werden.

Fazit

Um ganz ehrlich zu sein, es gab in meinem Leben nur sehr wenig Bücher, durch welche ich mich so durchkämpfen musste wie durch Was übrig bleibt. Das Thema ist interessant. Eine junge Frau versucht den gesellschaftlichen Zwängen ihres Zeitalters zu entfliehen. Crombüchen schildert schmerzlos auch noch so kleine Details aus dem Privatleben ihrer Protagonistin, was ich als sehr gelungen empfinde.
`Damenroman` ist für mich in dem Punkt zutreffend, dass mich der gesamte Schreibstil an eine Unterhaltung bei einem Kaffeklatsch von vornehmen Damen aus dem 18./19. Jahrhunderst erinnert hat.
Was übrig bleibt ist bei weitem kein Roman für das Massenpublikum. Wer aber z.B. Theodor Fontane zu seinen Lieblingsschriftstellern zählt, für diejenigen sei der Damenroman von Sigrid Combüchen unbedingt zu empfehlen.

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Tags: damenroman, moana flamme, roman, schweden, sigrid combüchen, was übrig bleibt   (6)
 

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Jeanne d'Arc

Malte Prietzel
Fester Einband: 219 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 09.11.2011
ISBN 9783451304149
Genre: Sachbücher

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roman, rosa montero, anleitung um die welt zu retten

Anleitung, um die Welt zu retten

Rosa Montero , Petra Zickmann
Flexibler Einband: 269 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.06.2010
ISBN 9783785760307
Genre: Romane

Rezension:

“Dies ist die Geschichte einer langen Nacht. Einer Nacht, die sich über mehrere Monate hinziehen sollte. An einem Spätnachmittag im November brach sie an.” Mit diesen Worten leitet die Autorin Rosa Montero ihre Geschichte ein. Eine Geschichte voller Zufälle. Eine Geschichte voller Trauer und Wehmut. Eine Geschichte über vier unterschiedliche Personen, welche versuchen in einer Welt voller Ungerechtigkeit zu überleben. Eine Geschichte mit einer versteckten Anleitung, um die Welt zu retten.

Mein erster Gedanke beim Lesen des Klappentextes von Anleitung, um die Welt zu retten war, dass es sich hier um einen Roman a lá Nick Hornby (A long way down) handelt. Vier verzweifelte Charaktere treffen sich durch Zufall, lernen sich kennen und gewinnen durch ihre Freundschaft die Lebensfreude zurück. Doch bereits nach den ersten Seiten befiehl mich diesbezüglich ein Zweifel, welcher spätestens ab Seite 50 zur Sicherheit wurde. Nein, dies war kein beschwingter Roman mit ironischem Unterton und aufbauenden Statements. Dies war die Darstellung der dunklen Seiten des Lebens par excellent.

Sterben ist harte Arbeit!

Madrid. Neuzeit. Es ist ein ungewöhnlich warmer Winter. Doch während der Beerdigung von Matías´s Frau Rita war es kalt. Rita ist das Licht in Matías Leben gewesen. Jetzt war es dunkel. Und es würde für ihn nie wieder hell werden ohne seine große Liebe.
Rosa Montero führt den Leser über die Figur von dem Taxifahrer Matías in den Roman ein. Seine Frau ist an Krebs gestorben und Matías zieht sich vollkommen zurück. Er arbeitet nur noch Nachts und wohnt in einem Rohbau ohne Möbel. Die Melancholie wird auf jeder Seite greifbarer.
In dem Krankenhaus, in welchem Rita gestorben ist, arbeitet der Arzt Daniel. Sowohl für seine Arbeit wie auch in seiner Ehe empfindet er nichts mehr. Daniel betäubt sich mit Alkohol und flüchtet in die virtuelle Welt des “Second Life”.

Das Gesetz der Serie

Die Spanierin Montero setzt eine allwissende Erzählerperspektive ein. Wie ein Geschichtenerzähler offenbart sie dem Leser die Gedankenwelt jeder einzelnen Figur. Dabei verwendet sie eine Handvoll wissenschaftlicher Thesen als grundlegende Themen ihres Romans. Diese erklärt Montero dem Leser mithilfe des Charakters der Professorin mit verständlichen Worten. Die Hauptaussage, um welche Monteros Geschichte aufgebaut ist, besteht aus zwei Thesen. Zum einen aus dem “Gesetz der Serie” und zum anderen aus der “Ordnung der Welt”. Das kennen lernen der Protagonisten untereinander richtet sich z.B. nach dem “Gesetz der Serie”, oder auch Zufallstheorie genannt. Zufälle treten meist nicht alleine auf, sondern wiederholen sich. So fragt man sich oft, ob dass wirklich ein Zufall war. Manche reden dann auch von Schicksal. Hier kommt die zweite Theorie ins Spiel. Laut einem Wissenschaftler namens James Lovelock gibt es eine “Ordnung der Welt”. Einfach ausgedrückt bedeutet dies, dass, wenn einem Menschen etwas schlechtes widerfährt, muss irgendwo wieder etwas gutes passieren, um das Schlechte auszugleichen.

“Das Universum tendiert zur Entropie [Unordnung], aber das Leben schafft immer Ordnung.” (S.88)

In der Geschichte folgt ein Zufall dem anderen. Es ist ein Zufall, dass Matías in der Bar neben der Professorin sitzt. Es ist ein Zufall, dass er Daniel im Krankenhaus als den Arzt wider erkennt, welcher angeblich Schuld am Tod von Rita haben soll. Und es ist ein Zufall, dass Matías die afrikanische Prostituierte Fatma kennen lernt, welche wiederum schon Bekanntschaft mit Daniel gemacht hat.

Verworren? Ja. Unauflösbar? Nein. Denn trotz einiger formalen Mängel im Aufbau der Geschichte, lässt Montero den Leser an den Gefühlen der Protagonisten teilhaben und führt ihn geschickt durch ihre verworrene Welt der Zufälle.

Lerne die Einfachheit der Dinge schätzen

Bei einigen Passagen saß ich stocksteif auf dem Sofa und musste meine Augen immer wieder über die selbe Textstelle gleiten lassen. Obwohl ich die beschriebenen Grausamkeiten eigentlich lieber sofort wieder vergessen hätte.

“Ich [Fatma] war zehn, als die Guerillakämpfer der Revolutionären Vereinigten Front in mein Dorf kamen und mich mitnahmen. Sie haben mich jeden Tag gefickt. Es waren viele. Das war ein Scheißleben”. (S.91).

Ich möchte bemerken, dass diese Stelle noch eine der harmloseren ist. Doch anhand von Fatmas Charakter wird dem Leser gezeigt, wie viel Wert die einfachen Dinge im Leben haben können. Noch alle Gliedmaßen zu besitzen. Etwas zu Essen zu haben. Oder ganz einfach nur am Leben zu sein.

Dies wird auch der ehemaligen Professorin klar, welche sich jede Nacht betrinkt um zu vergessen. Denn eigentlich hatte sie gedacht, dass ihr das Leben nicht mehr wichtig sei. Doch nach einem einschneidenden Erlebnis mit jugendlichen Randalierern stellt die Professorin überrascht fest, dass sich doch noch ein Funken Lebenslust in ihr vergraben hat.

Schlussendlich geht es Montero darum dem Leser zu vermitteln, dass man immer an das Gute glauben soll. Egal wie tief man am Boden liegt. Ein Zitat von dem Autor Shlomit Levin deutet dies schon am Anfang des Romans an:

“Wenn du keine Tränen mehr hast, hör auf zu weinen, lache.” (S.88)

Zum Schluss bleibt nur die Realität

“Und sie lebten glücklich und zufrieden….”. Wer möchte nicht dieses märchenhafte Ende in seinem Leben haben? Aber mal ganz ehrlich, wie oft gibt es das schon? Rosa Montero bleibt in ihrem Roman bis zum Ende realistisch. Nicht immer gibt es ein Happy End. Nicht jeder bekommt seine/n Traumprinzen/-prinzessin. Doch manchmal hat man `Glück` und der `Zufall` will es, dass man doch noch ein lebenswertes Leben führen darf.

Ein Roman mit Ecken und Kanten, wie das Leben selbst.

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Tags: anleitung um die welt zu retten, roman, rosa montero   (3)
 

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usa, drogen, the wire, literaturverfilmung, bookcrossing

The Corner

David Simon , Ed Burns , Thomas Wollermann , Barbara Steckhan
Buch: 800 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 14.03.2012
ISBN 9783888977442
Genre: Romane

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baldacci, krimi, geheimdienst, thriller, usa

Auf Bewährung

David Baldacci , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 571 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 17.02.2012
ISBN 9783404166206
Genre: Krimi und Thriller

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mittelalter, papst, geschichte, kloste, johanna

Die Päpstin

Donna W. Cross
E-Buch Text
Erschienen bei Aufbau Digital, 01.03.1998
ISBN B004TTN2GM
Genre: Historische Romane

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Tags: die päpstin, donna w. cross, roman. historischer roman   (3)
 

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die päpstin johanna, biographie, biographie einer legende, klaus herbers, max kerner

Die Päpstin Johanna

Max Kerner , Klaus Herbers
Flexibler Einband: 173 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 01.08.2011
ISBN 9783451063329
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nicht erst seit dem Roman Die Päpstin von Donna W. Cross ist das Thema der Päpstin Johanna in aller Munde. Diese “Legende”, wie es in dem Werk Die Päpstin Johanna – Biographie einer Legende der Autoren Max Kerner und Klaus Herbers heißt, existiert laut Überlieferung bereits seit dem 9. Jahrhundert. Eine junge Frau soll es geschafft haben Oberhaupt der katholischen Kirche zu werden. Ein Skandal für die einen, eine bewundernswerte Tat einer mutigen Frau für die anderen.

“[…]Diese [die Päpstin] wurde aufgrund ihrer großen Begabung Notar an der Kurie, danach Kardinal und schließlich Papst. Als sie eines Tages ihr Pferd besteigen wollte, brachte sie einen Knaben zur Welt und wurde sogleich nach römischen Recht (Romana iusticia) mit an den Schweif eines Pferdes gebundenen Füßen eine halbe Meile (per dimidam leugam) geschleift und vom Volk gesteinigt. Dort, wo sie starb, wurde sie auch begraben; am gleichen Ort steht geschrieben: Petrus, Vater der Väter, du sollst die Niederkunft der Päpstin bekunden. […]“ (Erste historische Notiz zu der Päpstin, von Jean de Mailly in seiner Universalchronik über die Papst-, Reichs- und Frankreichgeschichte, Mitte des 13. Jahrhunderts)

Schon in der Einleitung stellen die Professoren klar, dass sie die Figur der Johanna nicht “entmythologisieren” wollen. Nein, sie wollen lediglich der “interessierten Öffentlichkeit” die Untersuchungen zu der Legende um die Päpstin Johanna näher bringen. Deswegen haben sie auch bewusst die wissenschaftlichen Anekdoten kleingehalten. Schauen wir, ob ihnen dies gelungen ist.
Fiktive oder historische Figur?

Obwohl Johannas mehrjährige Amtszeit von zahlreichen Autoren im 9. Jahrhundert angesiedelt worden ist, finden sich die ersten schriftlichen Notizen erst Mitte des 13. Jahrhunderts. Vorher wurde die Geschichte eines weiblichen Papstes nur mündlich verbreitet. Die am meisten verbreitete schriftliche Version vom Leben und Wirken Johannas entstand 1277. Der Dominikaner Martin von Troppau berichtete in seiner Papst- und Kaiserchronik von einem jungen Mädchen, welches nach Papst Leo IV als Johannes Anglicus aus Mainz für zwei Jahre, sieben Monate und vier Tage den Papststuhl innehatte. Im Laufe der Jahrhunderte bekam Johanna viele Namen: Johannes Anglicus, Jutta, Gilberta, Agnes oder Glancia. Bis in die Neuzeit wurde die Erzählung von einem weiblichen Papst als abschreckendes Beispiel einer fehlgeleiteten Frau in kirchenpolitische Diskussionen verwendet. Die Protestanten nutzten die Figur der Päpstin, um der katholischen Kirche, den Kardinälen, Fehlbarkeit nachzuweisen. Ihnen wäre “[…] buchstäblich alles – sogar die Wahl des Teufels – zuzutrauen[…]“. Denn was konnte eine Frau auf dem Papstthron anderes sein, als eine vom Teufel eingesetzte Marionette? Viele Gelehrte haben versucht der Historizität der Päpstin auf den Grund zu gehen. Zu den Bekanntesten auf der katholischen Seite gehört, laut der Autorin Elisabeth Gössmann, der Jesuit Robert Bellarmin (1542 – 1621). So oft die mittelalterlichen Texte analysiert worden, so oft sind die Begründungen für die Existenz einer Päpstin auch widerlegt worden. Und doch gibt es bis heute Anhänger der “Legende” um einen weiblichen Papst.

Auch für Laienhistoriker verständlich

Max Kerner, Professor für Mittlere und neue Geschichte an der RWTH Aachen, und Klaus Herbers, Professor für Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Erlangen – Nürnberg, fassen alle bis heute festgehaltenen Notizen und Untersuchungen in sechs Kapiteln zusammen. Positiv zu erwähnen ist die Einfachheit des Schreibstils Kerners. Laien auf dem Gebiet der Geschichte müssen sich nicht mit einem Wörterbuch bewaffnet an den Text setzen. Einzelne Fachbegriffe werden kurz erklärt. Auch der berühmte rote Faden ist erkennbar. Bereits in der Einleitung verweisen die Autoren auf die Aufteilung der Kapitel (Kerner: I, III und V; Herbers: II, IV und VI).

Auch innerhalb der Kapitel gibt es immer wieder Querverweise, so dass der Leser genau weiß, was ihn noch zu erwarten hat und wo er ggf. noch einmal nachlesen kann. Im ersten Kapitel findet Max Kerner einen gekonnten Einstieg für das “Massenpublikum”. Über die gleichnamige Verfilmung des Romans Die Päpstin führt er den Leser an das Thema heran. Die von Donna W. Cross aufgeführten Gründe für die Existenz einer Päpstin erläutert er verständlich und widerlegt sie gleichzeitig.

Klaus Herbers Schreibstil ist deutlich wissenschaftlicher gehalten, als der von Max Kerner. Dem Leser begegnen hier auch mehr Namen und Jahreszahlen. Oft sind die geschichtlichen Anekdoten hilfreich und ergeben auch für Laienleser einen Sinn. Einige Passagen in den späteren Kapiteln greifen jedoch gelegentlich etwas zu weit aus. Was für Historiker eine Notwendigkeit sein wird, ist für das breite Publikum zum Teil eher ermüdend.

Nichtsdestotrotz erklärt Herbers im zweiten Kapitel verständlich, weshalb viele Autoren Johannas Amtszeit im 9. Jahrhundert angesiedelt haben. Nach Herbers Befunden bieten die historischen Aufzeichnungen des Jahrhunderts, wenn auch teilweise etwas lückenhaft geführt, keinen Platz für ein mehrjähriges Pontifikat Johannas.
Brauchen wir eine Päpstin?

In den folgenden drei Kapiteln beschäftigen sich die Autoren mit den geschichtlichen Überlieferungen der Figur der Johanna. Wie, wo und wann wurde das Leben eines weiblichen Papstes festgehalten? Und welche Gründe gab es für das ständige Wiederaufleben dieser Geschichte? Von Jean de Mailly (Mitte des 13. Jahrhunderts) über den italienischen Dichter Bocaccio bis hin zu der neuzeitlichen Spottsatire des griechischen Kulturkritikers Emmanuil Roidis entwerfen Herbers und Kerner ein detailliertes Bild einer Frau die, ob real oder nicht, seit 12 Jahrhunderten Aufruhr in Kirche und Gesellschaft gebracht hat.

“Die historische Forschung sieht die Päpstin als eine legendäre Figur, die Frauenbewegung als einen geschichtlich nachweisbaren weiblichen Papst. Ob nun die Päpstin existiert hat oder nicht – ihre Geschichte lebt und hat eine eigene Biographie hervorgebracht, eine vielgestaltige und farbenreiche Lebensgeschichte, die danach fragen lässt, ob und wenn ja, warum wir die Päpstin brauchen.” (Die Päpstin Johanna, S. 135)
Fazit

Kapitel sechs dient Herbers hauptsächlich dazu, die gesammelten Erkenntnisse zusammenzufassen und ein Fazit zu ziehen. So tue ich das an dieser Stelle ebenfalls. Die vorangegangene Prämisse der Autoren, ein wissenschaftliches Thema einem breiten Publikum zugänglich machen zu wollen, ist vielleicht nicht auf jeder Seite erfüllt worden. Aber im Großen und Ganzen ist hier ein gut lesbares Werk entstanden. Leser ohne Vorkenntnisse zur Geschichte Johannas werden in die Geschichte eingeführt. Wenn es doch mal zu wissenschaftlich wird ist es nicht weiter schlimm, eine Passage mit Jahreszahlen und Namen nicht vollständig aufzunehmen. Der Kontext wird trotzdem ersichtlich.

Abschließend stellen Herbers und Kerner fest, dass es nach ihren Erkenntnissen keine Päpstin gegeben haben kann. Aber welche Gründe auch immer die Menschheit dafür hat den “Mythos” um eine Päpstin aufrechtzuerhalten, die Autoren sind sich darüber einig das Mythen in jeglicher Form für Menschen wichtig sind. Um es mit ihren Worten abzuschließen: “Hoch lebe der Mythos der Päpstin Johanna!“.

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moana flamme, auf den schwingen des adlers, iran, tatsachenthriller, ken follet

Auf den Schwingen des Adlers

Ken Follett , Christel Rost , Gabriele Conrad
Fester Einband: 538 Seiten
Erschienen bei Weltbild Verlag Sammler Editionen, 01.01.1983
ISBN 4026411111766
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

1978 herrscht im Iran das Chaos. Islamische Revolutionäre stehen kurz davor den Schar von seiner Position zu stürzen. Fast alle US-Firmen sind dabei das Land zu verlassen. Nur die vom Multimillionär Ross Perot gegründete Firma EDS hält noch die Stellung. Der ursprüngliche Auftrag, für das iranische Gesundheitsministerium ein modernes Kommunikationssystem einzurichten, ist so gut wie gescheitert. Nun geht es nur noch darum die verbliebenen Zahlungen einzuholen und die restlichen Mitarbeiter zu evakuieren. Doch aus den rein geschäftlichen Verhandlungen wird Ernst, als das iranische Ministerium die beiden EDS-Manager Bill Gaylord und Paul Chiapparone unter zwielichtigen Behauptungen verhaftet. Kaution: 13 Millionen Dollar.

Als auch das amerikanische Außenministerium die Unschuld der Manager in Frage stellt, bleibt Perot nur noch eine Möglichkeit. Er engagiert den Kriegsveteranen Bull Simons als strategischen Anführer eines Befreiungskommandos. Sieben EDS Mitarbeiter, alles ehemalige Soldaten, und ein iranischer Angestellter planen unter Simons Kommando den Gefängnisausbruch von Gaylord und Chiapparone.Doch es kommt anders als geplant. Die Revolutionäre gewinnen die Oberhand im Iran. Die Situation eskaliert und der einstudierte Plan scheitert bereits im Vorfeld. Jetzt gilt es nicht nur das Leben der inhaftierten Manager zu retten, sondern auch das aller im Teheran verbliebenen Mitarbeiter.
Mithilfe eines iranischen EDS-Mitarbeiters gelingt es Simons und seinem Team letztendlich doch noch, Bill Gaylord und Paul Chiapparone während der Stürmung des Gefängnisses aus der Stadt zu schaffen.
Doch bis zur türkischen Grenze ist es ein langer Weg und Amerikaner sind bei vielen Revolutionären nicht gern gesehen.

Realität statt Fiktion

“Dies ist eine wahre Geschichte über Menschen, die, da sie krimineller Vergehen beschuldigt wurden, die sie nicht begangen hatten, beschlossen, sich ihr Recht selbst zu verschaffe.”

Mit diesen Worten beginnt Ken Follett seinen Tatsachenthriller Auf den Schwingen des Adlers. Zugegeben, der Leser muss sich erst einmal durch die ersten 100 Seiten arbeiten, um eine Übersicht über die Gesamtsituation zu bekommen. Wer dabei völlig unwissend an das Thema herangeht, hat einiges an Informationen zu verarbeiten. Doch unnütz ist dieses Wissen keinesfalls. Und die Mühe lohnt sich, denn spätestens ab der Hälfte wird der Leser das Buch kaum mehr aus der Hand legen wollen.

Leser sollten Auf den Schwingen des Adlers nicht mit fiktiven Romanen Ken Folletts, wie die Bestseller Die Säulen der Erde oder Die Nadel vergleichen. Die politische Situation um den Iran Ende der 70er Jahre steht in dem Tatsachenthriller im Vordergrund. Jedoch gehört dieses Wissen mit zu einer wahren Geschichte um eine Befreiungsaktion während einer Revolution. Wer sich also nicht für Politik interessiert, sollte vielleicht lieber die Finger von dem Buch lassen.

Über die Philosophie zum Journalisten und Schriftsteller

Was viele nicht wissen ist, das Ken Follett zuerst Philosophie studiert hat, bevor er zum Journalismus kam.
“Es besteht eine reale Verbindung zwischen der Philosophie und der Belletristik. In der Philosophie beschäftigt man sich mit Fragen, wie zum Beispiel: ‚Wir sitzen an diesem Tisch, aber ist der Tisch auch wirklich?’ Eine blöde Frage, aber beim Studium der Philosophie muss man solche Dinge ernst nehmen und eine über das Gewöhnliche hinausgehende Vorstellungsgabe besitzen. Und dies braucht man auch beim Schreiben von Romanen.”
Diese Vorstellungsgabe gepaart mit präzise recherchierten Daten und Fakten macht Folletts Romane zu einer brillanten Mischung aus Unterhaltungs- und Geschichtslektüre.

Subjektive Darstellung einer wahren Geschichte

Der Titel Auf den Schwingen des Adlers basiert auf dem Motto der EDS-Personalabteilung: “Adler kommen nicht in Scharen, man muss schon jeden einzeln suchen”.
Erwähnenswert ist, dass Follett aus Sicht der EDS-Mitarbeiter erzählt. Er arbeitete eng mit Perot und den Männern der Rettungsgruppe zusammen, wodurch ein sehr positives, gar heldenhaftes Bild auf Ross Perot geworfen wird. Das mag einigen Kennern missfallen. Jedoch sind Sichtweisen bekanntlich subjektiv, weswegen man diesem Punkt in Folletts Thriller nicht zuviel Aufmerksamkeit schenken sollte.

Fazit

Ein weiteres, gelungenes Werk des Autors. Sich zu Anfang durch Personen, Daten und Fakten zu kämpfen ist die Mühe allemal Wert. Und der gewillte Leser lernt unter Umständen auch noch etwas dabei. Bis zum Schluss bleibt es spannend und wie im wirklichen Leben erfährt der Leser auch erst ganz am Ende, ob die Rettungsaktion geglückt ist.
Ein Extra in dem Buch sind die beigefügten Fotos von den EDS Mitarbeitern und Schnappschüssen der Rettungsaktion. Zudem werden auf einer Karte am Ende des Buches die Fluchtwege aufgezeigt, so dass sich der Leser diese besser vor Augen führen kann.

Taschenbuch: “Auf den Schwingen des Adlers”
Autor: Ken Follett
Seiten: 539
Verlag: Bastei Lübbe

Weiterführende Literatur

Die Nadel: Roman, Ken Follett; 416 Seiten; Bastei Lübbe; Auflage: 59 (3. Januar 2012)
Die Säulen der Erde: Roman, Ken Follett; 1296 Seiten,; Bastei Lübbe; Auflage: 78 (27. Dezember 2010)

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