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61 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

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Jane Austen - Jagd auf das verschollene Manuskript

Kathleen Flynn , Sabine Schilasky
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.05.2018
ISBN 9783959671880
Genre: Romane

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To All the Boys I've Loved Before

Jenny Han
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster US, 01.03.2014
ISBN 9781481417754
Genre: Jugendbuch

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264 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Harry Potter and the Chamber of Secrets

Joanne K. Rowling
Flexibler Einband
Erschienen bei Bloomsbury, 01.01.2000
ISBN B004PLI5SE
Genre: Jugendbuch

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(146)

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Die letzte erste Nacht

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei LYX, 25.05.2018
ISBN 9783736307179
Genre: Liebesromane

Rezension:

Tate hatte mal einen großen Bruder – James. Doch als er unter ungeklärten Umständen starb änderte sich für sie vieles. Und sie selbst änderte sich auch. Eine angriffslustige, intensive Tate lebt das Leben nun in vollen Zügen, mit allen Höhen und Tiefen. Da passt ihr ihr selbsternannter Beschützer Trevor gar nicht in den Kram. Und obwohl er sie regelmäßig irre macht, kann sie diese spezielle Novembernacht nicht vergessen … Ich zähle Bianca zu meinem Lieblingsautorinnen, weil sie irgendwie immer schreibt, was ich gerade brauche und dabei nicht zu sehr ins Dramatische abrutscht. Karten auf den Tisch: Dieses Buch ist sehr dramatisch. Aber auf eine sehr erwachsene, ernste Art. Tate und Trevor sind schon ein wenig bekannt, allerdings kann man super als Neu-Leser in das Buch starten, da die Figuren natürlich nochmal vollständig vorgestellt werden. Dieses Buch lebt durch seine zwei Hauptfiguren: Die kampflustige, mutige Tate und den ruhigen, grüblerischen Trevor. Wieder ein Pärchen das zeigt, dass Bad-Boy und Good-Girl nicht der Standard für Liebesromanzen sein müssen, dass auch Frauen den ersten Schritt machen können, forsch sein können und Männer das Recht haben Situationen zu analysieren und zu interpretieren. Das eigentliche Thema des Buches ist sehr erwachsen und beschäftigt sich mit einem emotional aufwühlenden Thema. Der Tod von Tates Bruder hat ihre ganze Welt auf den Kopf gestellt und sie hat dementsprechend gehandelt. Eigentlich hat sie ihr ganzes Leben darauf ausgerichtet diese Ungerechtigkeit aufzuklären und das finde ich sehr stark und nachvollziehbar. Ein weiteres Thema in dem Buch sind Drogen- und Alkoholkonsum. Jeder der schon einmal jemanden plötzlich verloren hat, wird diese überwältigende Gefühlswelt, derer sich Tate ausgeliefert sieht, verstehen können und ihren Drang zu vergessen. Auch wenn Tate ein paar schlechte Entscheidungen trifft, was Vergessen und Bewusstseinsverändernde Mittel und die Kombination dessen angeht, hat es sie nie beherrscht, sie war in der Lage ohne all diese Mittel zu funktionieren. Trotzdem gab ein paar haarscharfe Situationen in dem Buch. Trevor hingegen arbeitet hart an sich, um auf eine ganz andere Art zu vergessen. Der sonst so ruhige Kerl hat eine brodelnde Wut und Trauer in sich, die er entsprechend aufarbeitet. Ich hätte ihm niemals zugetraut, was er da tut, aber es ist unglaublich faszinierend! Trevor sollte man nicht unterschätzen. Ein paar kleinere Dinge, die ich toll fand sind, dass TNT kein schlechtes Verhältnis zu ihrer Familie haben, sondern ein sehr Gutes. Viel zu oft werden Eltern verteufelt in New Adult Romanen und ich feiere jedes Buch, das nicht so funktioniert. Ebenfalls schön zu lesen war, dass Lernen tatsächlich Teil des Studiums in diesem Buch ist, dass TNT viele Stunden in der Bibliothek verbringen müssen und wollen. Das war wirklich sehr motivierend. Neben einem angenehm lockeren, selbstkritischen und frechen Schreibstil fand ich in Die letzte erste Nacht besonders die Dialoge der Figuren super, sie waren ein wenig schlagfertiger als bei den anderen Pärchen, was vor allem am Charakter von Tate lag. „Du kannst ihn nicht für den Rest deines Lebens ignorieren.“ – „Ach nein?“ Ich warf ihm einen herausforderndes Lächeln zu. „Sieh zu und lerne.“ – S. 367 Die sehr fesselnde Handlung führte außerdem dazu, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, bei Tates Ermittlungen musste ich einfach dabei sein und das so schnell wie möglich. (Wer gerne Krimi-Serien guckt, wird hier seinen Spaß haben. Ich musste immer an Castle denken.) Die ganze Geschichte, die dabei ans Licht kommt hat mich zudem sehr überrascht, mit einer solchen Detailgenauigkeit hatte ich nicht gerechnet und auch wenn ich ab einem bestimmten Punkt vorhersagen konnte, was passiert ist, gab es immer noch kleine Details zu erfahren. Ich mag einen solchen Rätsel-Stil ganz gerne und fand es toll, was die Autorin sich da ausgesucht hat. Wieder einmal beweist Bianca Iosivoni ihr Geschick für Grauzonen und die Frage nach Schuld und Unschuld, was ich schon an ihrem Lyx-Debüt Was auch immer geschieht geliebt habe. Da das große Thema des Buches Vergeben und auch Vergessen ist, ist mir ein Satz ganz besonders im Kopf hängen geblieben, den ich immer noch nicht ganz für mich entschieden habe. „Letzten Endes geht es gar nicht ums Vergeben und Vergessen.“ […] „Es geht darum, ob du diesen Menschen weiterhin in deinem Leben haben willst oder nicht. Wenn du das ganz ehrlich beantworten kannst, dann stellt sich die Frage nach dem Verzeihen gar nicht mehr.“ – S. 385/386 Der letzte Punkt, den ich ansprechen möchte, ist die Freundschaft. Die Clique ist ein wesentlicher Bestandteil der Firsts-Reihe und jedes Buch fühlt sich wie Nachhause-kommen an. Das sind wahnsinnig nette Menschen, die sich umeinander kümmern, den Rücken freihalten und auch mal einen der ihren verteidigen. Solche Freundschaften gibt es meiner Meinung nach ganz selten und ich freue mich, dass sie in jedem der Bücher eine so große Rolle spielen. Ich mochte Die letzte erste Nacht richtig gerne und freue mich jetzt doch auf Masons Buch, Der letzte erste Song das Ende November erscheinen wird.

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23 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

4.5, camps, dystopie, fähigkeiten, freundschaft, in the afterlight, kampf, liebe, ruby, starke persönlichkeit, the darkest minds, tod, überleben, übernatürlche fähigkeiten, zukunft

In the Afterlight

Alexandra Bracken
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei DISNEY PR, 28.10.2014
ISBN 9781423157526
Genre: Sonstiges

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275 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

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Soul Mates - Ruf der Dunkelheit

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 18.04.2018
ISBN 9783473585205
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Den zweiten und abschließenden Teil der Soul Mates Dilogie von Bianca Iosivoni habe ich sowohl sehnsüchtig erwartet, als auch gefürchtet. Band 1 endete mit einer fiesen Stelle und der Weg der Protagonistin konnte in viele Richtungen führen. Auch düstere. Heute habe ich das Buch beendet und suche immer noch nach einem Sinn in der Geschichte. Seit Rayne von Grey mitgenommen wurde, lebt sie bei den Dunkelseelen. Um sich selbst zu schützen hat sie alle Gefühle und Gedanken an ihr Leben davor weggesperrt. Als sie aber bei einer Mission Colt wieder gegenüber steht, lässt er nicht zu, dass sie sich vor ihrer Vergangenheit versteckt … Band 2 ist genauso spannend, dramatisch und actionreich wie schon Band 1, allerdings konnte es mich nicht halb so gut überzeugen. Neben der Handlung und den jeweiligen Zielen der Figuren haben sich die Probleme von Soul Mates – Flüstern des Lichts vervielfacht, anstatt sich aufzulösen und ich hatte kaum Spaß am Lesen. Viel zu oft saß ich frustriert vor dem Buch und hätte es am liebsten zugeklappt, aber Bianca Iosivoni hat es wieder geschafft den Leser total gefangen zu nehmen. So sehr ich mich auch geärgert habe, ich musste wissen, wie es weiter geht. Neue und alte Figuren tauchen auf, was eine gute Mischung aus Spannung und Komfort ergeben hat. Auch verwischt die Autorin die Grenzen zwischen Richtig und Falsch, Gut und Böse erneut, man kann sich auf Überraschungen aus unerwarteten Ecken gefasst machen. Obwohl es einige neue Schauplätze gab, hätte ich mir gewünscht, die Grenzen von Chicago zu verlassen und neue Teile der Welt zu erkunden, um der Hintergrundgeschichte ein bisschen mehr Substanz zu geben. Denn insgesamt erschien mir die Idee der Seelenverwandten ein wenig lasch in diesem Teil, obwohl die Entstehungsgeschichte genug mystisches Material geboten hätte. Etwas mehr Probleme hatte ich mit der Handlung und insbesondere Protagonistin Rayne. Ich fand, dass es ein paar sehr stereotypische Handlungselemente gab (Es gab beispielsweise einen Vorfall – der meiner Meinung nach – die Handlung einfach nur etwas gestreckt hat um auf ca. 400 Seiten zu kommen.) und hätte gerne mal etwas anderes gelesen. Dennoch haben sie ihren Zweck erfüllt und die Autorin hat alle Fäden am Ende gut miteinander verwoben. Tatsächlich ist mir erst nach dem Lesen klar geworden, wie gut alles zusammengeführt wurde und wie viel Planung hinter den Kulissen gesteckt hat. Nun aber zu Rayne: Ich habe sie absolut nicht verstanden. Ich konnte ihre Entscheidungen nicht nachvollziehen; fand, dass sie niemals ihr Handeln oder das Anderer reflektiert hat und mochte ihre Unentschlossenheit nicht. (Ungefähr 200 Seiten Unentschlossenheit!) Mir fehlte ihr moralischer Kompass, der ihre Entscheidungen hätte beeinflussen sollen und ihr naives Verhalten war ermüdend. Obwohl Figuren ihr mehrmals gesagt haben, was sie wollten, hat Rayne es nicht geglaubt oder überhört und wurde somit mehr als einmal böse überrascht. Mir fehlten an so vielen Stellen Erklärungen, Erläuterungen und ein bisschen mehr Hintergrundwissen. Ich fühlte mich immer, als hätte ich einen wichtigen Satz überlesen, irgendeine Information hat mir gefehlt. Deswegen ergibt für mich auch das Ende nicht wirklich Sinn, denn die Ergebnisse erschließen sich mir nicht, da ich die Gleichung nicht entziffern kann. #MatheVergleich Außerdem las sich das Buch, als hätte man aus einem Generator die zwanzig besten dramatischen Floskeln genommen und alle schön aneinander gereiht. Wie oft ich „Alles war vorbei“; „Wir würden siegen“ und „Du gehörst zu uns“ in verschiedensten Ausgaben gelesen habe, kann ich gar nicht mehr zählen. Nach einer Weile haben diese Redewendungen leider ihre Wirkung verloren und irgendwann habe ich die wichtigen von den unwichtigen Szenen nicht mehr unterscheiden können. Das hatte zur Folge, dass ich das Finale erst als solches erkannt habe, als es bereits vorbei war. Dieses Buch hätte bestimmt dreimal enden können, so dramatisch war der letzte Satz einiger Kapitel. Obwohl dramaturgisch alles richtig gemacht wurde in Soul Mates – Ruf der Dunkelheit, sticht es aus der Masse der Jugendromane kaum heraus. Der starke Auftakt von Band 1 konnte nicht fortgesetzt werden, was ich wirklich Schade fand.

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590 Bibliotheken, 19 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

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Fangirl

Rainbow Rowell
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei GRIFFIN, 10.09.2013
ISBN 9781250030955
Genre: Jugendbuch

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Farbenblind

Trevor Noah , Heike Schlatterer
Fester Einband
Erschienen bei Blessing, 06.03.2017
ISBN 9783896675903
Genre: Biografien

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Illuminae Files - Obsidio

Amie Kaufman , Jay Kristoff
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Alfred A. Knopf Books for Young Readers, 13.03.2018
ISBN 9780553499193
Genre: Jugendbuch

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18 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

All the Crooked Saints

Maggie Stiefvater
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Scholastic Press, 10.10.2017
ISBN 9780545930802
Genre: Sonstiges

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(195)

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Cold Princess

Vanessa Sangue
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei LYX, 29.03.2018
ISBN 9783736304369
Genre: Liebesromane

Rezension:

Saphira hat mit ihrer Verantwortung als capo genug zu tun, da passt ihr die gefährliche Anziehungskraft zu einem ihrer Leibwächter gar nicht in den Kram. Madox ist schweigsam und vor allem für seine Brutalität bekannt und spricht Saphira auf eine dunkle Art und Weise an, die sie nicht kennt. Als ein Anschlag sie allerdings zwingt ihn näher an sich heran zu lassen, als sie möchte, kann sie ihren Gefühlen nicht länger aus dem Weg gehen. 

Cold Princess beschäftigt sich mit einer italienischen Mafia-Fehde. Saphira DeAngelis führt nach einem tragischen Unfall die famiglia der DeAngelis an, einer Mafiafamilie in Palermo. Ihre Gegenspieler sind die Vargas, die sich vor allem durch unnötige Gewalt und Skrupellosigkeit auszeichnen. Nebenbei lässt die Autorin die italienische Begriffe für die Mafia-Rollen einließen, was es für mich (als nicht-italienisch-Sprecherin) sehr authentisch hat wirken lassen.

Saphira ist kein Unschuldslamm, das kann sie gar nicht sein, als Frau in einer Machtposition, die sonst von Männern dominiert wird. Dieser Aspekt hat mir bis zu einem gewissen Punkt sehr gut gefallen. Saphira verkörpert eine ausgesprochen starke, zielgerichtete und ehrgeizige weibliche Protagonistin, die mit den Rollen der Geschlechter in der Mafia-Welt bricht. Dass die Autorin so mit den Geschlechterrollen spielt und versucht aufzulösen, finde ich lobenswert, allerdings hätte sie ihre Bemühungen auch auf die anderen weiblichen Figuren ausweiten können. Neben Saphira trifft man noch die besorgte, schwangere und zu-Hause-sitzende Frau an und die Mafia-Tussie Rabia, die das Klischee von Blond und Oberflächlich perfekt erfüllt und sich besonders durch ihre schicken Kleider und Absatzschuhe auszeichnet. Besonders ironisch ist dieser Punkt, weil in der Lebensgeschichte Rabias davon geredet wird, dass man sie aus Amerika und der dortigen Mafiaszene weggebracht hat, weil ihre einzige Karrieremöglichkeit dort eine Heirat war. Im Verlauf des Buches arbeitet sie auf eine Heirat hin und scheint sonst keine nennenswerte Position zu bekleiden.

Der Schreibstil ist recht schlicht, funktioniert aber in diesem Roman sehr gut. Erzählt wird aus der dritten Person, so hatte die Autorin die Möglichkeit verschiedene Figuren von beiden Seiten zu Wort kommen zu lassen und konnte ein angenehmes Netz aus Intrigen spinnen.

Neben dem immer währenden Machtkampf der Familien gibt es auch eine Liebesgeschichte. Obwohl der Begriff „Liebe“ hier wohl etwas unangebracht ist und der eigentliche Grund, warum mir das Buch im Vorfeld Bauchschmerzen bereitet hat. Denn zuallererst begrüßt die Autorin den Leser in einem Vorwort, wo sie vor Gewalt und Brutalität beim Sex und anderen Dingen warnt, sowie vor „einvernehmlichen nicht-einvernehmlichen“ Sex. Das war meine erste - und letzte - Berührung mit der Kategorie Dark Romance. Ich wollte und will kein Buch über eine Vergewaltigung lesen.

Allerdings wollte ich schon wissen, wie genau sich diese Ankündigung dann entfaltet, denn Romane wie "50 Shades of Grey" haben die breite Masse ja auch begeistern können. Ich habe mich gefragt, wie ein so bekannter Verlag mit einer solchen Prämisse umgeht und ob das deutsche Publikum dieses Buch annimmt. Kann man so etwas lesen, akzeptieren, wenn es sich mit den eigenen Vorstellungen und Grundsätzen so sehr schneidet? Wie ist die Rolle der Frau in einer solchen Situation dargestellt?

Bevor ich allerdings meine Gedanken zur Liebesgeschichte erläutere, möchte ich noch ein paar allgemeinere Dinge zum Buch sagen.

Ich bin großer Fan von amerikanischen Krimiserien und war daher mit dem Prinzip von Mafia und Blutrachen vertraut, weswegen diese Art von Gewalt und Kampf für mich nichts Neues war und mich nicht schocken konnte. Der Krieg zwischen den Familien wurde noch nicht so stark betont, es war eher ein gegenseitiges Pieken, Provozieren, wann hat die andere Familie genug und setzt zu einem großen Anschlag an?

Ein riesiges Problem für mich war allerdings die fehlende Bindung zu den beiden Hauptfiguren, Saphira und Madox. Mir fehlte ein persönlicher Bezug, da weder Madox noch Saphira irgendwelche Hobbys oder Beschäftigungen neben der Mafia und ihrem Sex haben. Natürlich verstehe ich, das es schwer ist, als Mitglied einer sich im Krieg befindenden Mafiafamilie, ein Hobby zu pflegen, aber irgendwo muss auch ein Mafioso mal abschalten können. Ob das nun ein bisschen kochen, lesen oder nur spazieren gehen ist. Mir hat ein bisschen Materie gefehlt, die Figuren schienen nur aus Trauer, Schuldgefühlen und Mafia zu bestehen. Sie kamen mir recht flach vor, durchscheinend, alles über die Figur wurde sofort klar und das war nicht viel. Mein Ansporn weiterzulesen war deswegen sehr gering.

Nun zum spannenden Punkt des Buches: Gewalt beim Sex. Hier muss jeder Leser selbst entscheiden, was für ihn zu viel ist, ich hatte nach einigen Startschwierigkeiten (Gedanken in die Richtung: Will ich das wirklich lesen? Das ist anders als ich mir das vorgestellt habe.) keine Bedenken mehr. Denn obwohl Saphira bei der Sache nicht ganz wohl ist, weil es sie emotional zu sehr fordert und sie ihre Rüstung Madox gegenüber ablegen muss, geschieht nichts, dass sie später oder während des Sex bereut. Für sie war das alles okay, da sie schon seit langem eine selbstzerstörerische Ader hat. Die Autorin hat Saphira dabei sehr gut beschrieben, denn sie kann bei Madox für eine Weile ihre Rolle als capo ablegen und entspannen. Das klingt vielleicht merkwürdig, aber mit Madox kann sie Frust und Schmerz abbauen, hat ein Ventil für all die Gefühle, die sie den ganzen Tag über verstecken und herunterschlucken muss. Und Madox bleibt nicht für immer der gefühlskalte dominante Kerl. Als er Saphira besser kennen lernt und einen sehr persönlichen Moment beobachtet, beginnt er zu verstehen, was hinter ihrer Maske alles vorgeht und passt sein Verhalten an. Von einer Liebesgeschichte würde ich deswegen aber noch nicht reden, es fühlte sich eher wie eine Therapie an. Und ein bisschen auch wie eine Sucht, das sie natürlich nicht mehr die Finger voneinander lassen konnten.

Eine Triggerwarnung ist trotzdem angebracht: Von Würgen bis Blut über Fesselspielchen ist alles dabei.

Die vorherrschende Handlung setzt sich aus Intrigen, Erinnerungen und Spionage zusammen. An sich eine gute Mischung, aber für mich eben nichts Neues. Da konnte mich die Handlung nicht fesseln, ich hatte die Szenarien schon in x-beliebigen Filmen und Serien in x-beliebigen Auslegungen gesehen. Was mich am Lesen gehalten hat, war der Drang das Buch zu beenden.

Nun der Grund, warum es für mich nur ein 3 Sterne-Buch werden konnte: Die starke Rolle von Saphira nimmt zum Ende hin stark ab, was zum Teil verständlich, zu einem anderen und viel größeren Teil allerdings ärgerlich ist. Gerade in der letzten und sehr starken Szene rutscht Saphira in das typische Klischee der verliebten Frau ab, die vom Spion in den eigenen Reihen total überrascht wird und alle Vorsicht in den Wind schlägt. Da hatte sie schon eine absolut perfekte Möglichkeit für ihre Rache und lässt sich dann auf die vorhersehbarste Weise ablenken. Das Ende war somit für mich leider überhaupt nicht mehr schön oder spannend. Ich war sehr sauer, dass diese vielversprechende Rolle so heruntergestuft wurde und werde - trotz des Cliff-Hangers - nicht weiterlesen.

Ich denke, dass ich mit einer falschen Erwartungshaltung an das Buch herangegangen bin. Ich kann und will nicht von jedem Autor eine kritische Handhabung von Geschlechterrollen und Stereotypen erwarten, denn immerhin ist es immer noch Fiktion und vorherrschend eine Liebesgeschichte. Dass einige AutorInnen, die ich sehr gerne lese, das durchaus meistens umsetzen hat mich wohl ziemlich verwöhnt.

Wenn man diesen Aspekt mal außer Acht lässt, ist es eine interessante und gut ausgearbeitete Liebesgeschichte, die in einem recht spannenden Setting spielt und die moralischen Konflikte wurden gut gelöst. Trotzdem wird es mein einziges Buch in den Genre und von der Autorin bleiben, da das einfach nicht die Art von Buch ist, von der ich viel mitnehme und über die ich noch lange nachdenken und reflektieren kann.

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42 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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The Upside of Unrequited

Becky Albertalli
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Balzer + Bray, 11.04.2017
ISBN 9780062348708
Genre: Sonstiges

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Game on - Trotz allem du (Game-on-Reihe 4)

Kristen Callihan
E-Buch Text: 449 Seiten
Erschienen bei LYX.digital, 21.12.2017
ISBN 9783736306356
Genre: Liebesromane

Rezension:

Eine New Adult Reihe wahllos und durcheinander zu lesen, scheint ein neues Hobby von mir zu werden. Denn das heutige Buch ist Teil 4 einer Reihe, die sich um die Mitglieder der New Orleans Football-Mannschaft dreht. Ich kenne die anderen Bände kein Stück, habe nicht mal die Inhaltszusammenfassungen gelesen. Ich behaupte einfach mal, dass deswegen die Rezension eine sehr ehrliche sein wird. Chess musste sich in ihrem Leben schon viele blöde Sprüche zu ihrem Namen anhören. Als Fotografin erweckt das oftmals einen falschen Eindruck und der Quarterback des Footballteams, dass sie nun in einem Nacktshoot ablichten soll, scheint dabei keine Ausnahme zu sein. Chess muss zeigen, wer die Hose anhat, doch auch wenn Finn Mannus gerade nichts trägt, lässt er sich nicht so schnell unterkriegen. Gleich zu Beginn des Buches ist mir vor allem der Schreibstil aufgefallen. Er ist detailliert, hat eine gewisse Tiefe und lässt den Leser wunderbar in die Köpfe der Figuren blicken. Was mich weniger beeindruckt hat, waren die Beleidigungen, die Chess und ihr bester Freund benutzt haben. Wörter wie „Bitch“ gehören für mich nicht in ein freundschaftliches Gespräch und sind schon gar nicht eine Anrede für deinen besten Freunde. Ich weiß, dass das irgendwie ein Trend geworden ist, aber ich kann und will das nicht nachvollziehen oder mögen. Die erste Hälfte des Buches hat sich super gelesen. Es war schnell, spannend und lustig. Die Kabellein zwischen Finn und Chess waren wunderbar witzig und geladen und ich habe richtig Spaß gehabt beim lesen. Die Anziehungskraft, die beide spüren, haben sie langsam zu einer Freundschaft geformt und als Chess plötzlich bei Finn einzieht, können sie die freundschaftlichen Gefühle nicht länger auf diese reduzieren. Allerdings blieb die Beziehung nicht so toll, wie zu Beginn. Vielmehr hat sich der bisher eigentlich sehr schöne und originelle Roman zu einem typischen Abklatsch des Genres entwickelt. Kitschige Szenen, schwülstige Geständnisse und sehr viel Gefühlsdusselei beherrschten plötzlich die Handlung. Das mag ab und zu mal schön und angebracht sein, aber nicht die ganze Zeit über. Ich wollte das nach einer Weile wirklich nicht mehr lesen und habe mich regelmäßig überwinden müssen weiterzulesen. Der Konflikt, der letztendlich auftritt, wurde vor allem von Außenstehenden heraufbeschworen, wie den Teamkameraden von Finn. Alle glaubten besser zu wissen, wie die Beziehung von Finn und Chess laufen soll und haben konstant ihren Senf dazugegeben. Dadurch wurden natürlich den beiden Protagonisten fiese Gedanken in den Kopf gesetzt und ein Teil von Finns Vergangenheit scheint für Chess unüberwindbar. Mir ging das deshalb so gegen den Strich, weil ich es auch im realen Leben nicht leiden kann, wenn andere Leute etwas besser wissen zu glauben. Und hier bekomme unsere Protagonisten von allen Seiten nur Ratschläge, wie sie es nicht machen sollen und das es anders doch viel besser wäre. Ich fand die Beziehungen aller Figuren an manchen Stellen zu übertrieben. Manche Witze wurden zu oft gemacht, zu sehr ausgewalzt. Zudem ist Chess‘ bester Freund bisexuell. Schwärmt er noch zu Anfang des Buches von den Football-Spielern entscheidet er sich schlussendlich für ein Mädchen. Das ist zwar jedem sein gutes Recht, aber wenn schon die Betonung auf die Vorliebe für Männer gelegt wird, kann das Ausweichen auf einen weiblichen Partner schnell falsch wirken. Obwohl die beiden wirklich ein süßes Paar sind. Mir gefiel allerdings, dass eine missglückte Schwangerschaft Bestandteil des Buches war. Ich finde, dass es ein sehr wichtiges Thema ist und außerdem hat es dem Buch eine gewisse Tiefe gegeben, die in meinen Augen viel wett gemacht hat. Insgesamt gebe ich dem Buch eine mittlere Bewertung von drei Sternen, weil es viele gute Stellen hatte, aber leider auch ein paar schlechte.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Das Zeichen des Sturms

Susan Dennard , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 22.01.2018
ISBN 9783764531898
Genre: Fantasy

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1.791 Bibliotheken, 80 Leser, 0 Gruppen, 364 Rezensionen

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Save Me

Mona Kasten
Flexibler Einband: 446 Seiten
Erschienen bei LYX, 23.02.2018
ISBN 9783736305564
Genre: Liebesromane

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72 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

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125 Tage Leben

Tina Köpke
Buch: 330 Seiten
Erschienen bei Romance Edition, 23.02.2018
ISBN 9783903130449
Genre: Romane

Rezension:

Harper beginnt ihr erstes Semester in Little Springs unter einer Bedingung: 125 Tage hat sie Zeit zu beweisen, dass sie fernab ihrer Familie und Gemeinschaft funktionieren kann und ihr Leben leben. Mitbewohnerin Grace ist dabei eine große Hilfe, da sie den Campus bereits kennt und Harper gerne unter ihre Fittiche nimmt. Nur mit dem Nachbar Liam legt sich Harper hin und wieder an, da seine Neigung zu lauten Partys ihren wohlverdienten Nachtschlaf gefährdet.

Im Vorfeld wurde von diversen Bloggern und Rezensenten das Buch bereits gelobt, da es wohl die Klischees des NA-Genre auf die Schippe nimmt und widerlegt. Ich bin aufgrund dieses Statements recht kritisch gewesen, da einige andere Bücher das ebenfalls von sich behauptet haben und meiner Meinung nach nicht erfüllen konnten.

Mein erstes Treffen mit Harper verlief aber recht positiv. Sie hat feste moralische Vorstellungen und hegt einen starken Beschützerinstinkt gegenüber Tieren und Mutter Natur. Ich muss zugeben, dass ich ihre Schlagfertigkeit sehr begrüßt habe, sowas kann zwar schnell unnatürlich wirken, aber da Harper sich von sehr wenig beeindrucken lässt, passten ihre flotten Kommentare in die Gespräche. Damit habe ich bereits einen weiteren Punkt genannt, der mir gefallen hat: Harpers Gelassenheit. Harper bewertet Typen in allererster Linie – und Menschen allgemein – nach ihrem Charakter und Auftreten. Und nicht nach ihren Muskeln. Sie lässt sich also nicht so schnell einschüchtern, was oftmals auch zu sehr witzigen Szenen geführt hat, die nicht immer zu Harpers Gunsten geendet haben. Trotz der vielgelobten Freiheit, die das Collegeleben mit sich bringt, hat Harper einen festen Plan wie gewisse Dinge laufen soll. Eine Beziehung zum Beispiel, will sie in ihrem ersten Semester nicht anfangen. Sie hat gelernt, dass sie selbst an allererster Stelle stehen muss und ein Typ das oftmals durchkreuzen tut. Für ihre Selbstständigkeit kämpft sie in diesem Buch.

Manchmal konnte ich genauso arschig sein wie er. (S. 127)

Harpers Charakter klingt zudem in jedem Satz des Romans mit und ihr Witz und Charme haben mich oft zum Lachen gebracht. Ihre selbstironische Art ist zudem auch sehr erfrischend und begrüßenswert, denn Harper gibt sich keinen Illusionen über ihren Charakter hin. Sie weiß, dass sie Fehler hat und steht dazu. Viele Gedanken kenne ich von mir selber und es war schön einen Blick hinter die schlagfertige Kulisse zu werfen und zu sehen, dass Harper mit denselben Problemchen kämpft wie jeder andere auch.

Liam. Liam passte zu ihm, wie ich fand. So hießen sie doch immer, diese arroganten Typen, die der Welt ihre trainierten Oberarme und ihr heiß geliebtes Sixpack präsentieren mussten, um gewisse andere Stellen zu kompensieren. (S. 16)

Über Liam will ich gar nicht so viel verraten, außer, dass er seinen Charme hat und Harper wunderbar auf die Palme bringen kann. Er ist nicht der stereotype Bad-Boy, den man aus vielen Romanen kennt, aber auch nicht gerade etwas komplett neues. Liam hat ein paar Charakterzüge, die ihn interessant für Harper und Frauen im allgemeinen machen, aber dann besitzt er auch wieder diese netten Seiten, die ihn besonders machen. Ich finde, dass die Autorin mit Liam eine ganz gute Mischung zwischen den Extremen gefunden hat.

Der obligatorische Kampf mit der Vergangenheit und der Unvereinbarkeit mit dem neuen Leben ist dieses Mal etwas anders aufgezogen worden. Tina Köpke ist es gelungen eine sehr subtile Art von Gesellschaftskritik zu üben, die den Spagat zwischen Elternliebe, Respekt und Eigenständigkeit schafft. Dabei spielt auch Religion eine Rolle, wovon ich bisher noch nie in einem New Adult Roman gelesen habe und diese Änderung habe ich sehr begrüßt. Denn auch, wenn Religionen für mich keine Rolle spielen, tun sie das für einen Großteil der Bevölkerung und das in diesem Buch repräsentiert zu sehen, fand ich sehr wichtig. Allerdings muss der Leser hier selbst entscheiden, wie er zu dem Thema Religion steht.

125 Tage Leben ist der New Adult Roman der neben Bücher wie Berühre mich. Nicht ins Regal gehört, weil er so viel mehr ist als das Standart 0815 Produkt. 125 Tage Lebenüberzeugt durch Bescheidenheit, große und kleine Lebensweisheiten und so viel Humor, dass man aus dem Lachen nicht mehr heraus kommt. Leser von Laura Kneidl und Mona Kasten lege ich dieses Buch wärmstens ans Herz.

Mein abschließendes Fazit ist also sehr positiv und ich freue mich auf weitere Romane der Autorin und vor allem aus Little Springs.

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(4)

14 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Furyborn (The Empirium Trilogy)

Claire Legrand
E-Buch Text: 512 Seiten
Erschienen bei Sourcebooks Fire, 22.05.2018
ISBN 9781492656630
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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136 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Game on - Trotz allem du

Kristen Callihan , Wanda Martin
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei LYX, 21.12.2017
ISBN 9783736305359
Genre: Liebesromane

Rezension:

Eine New Adult Reihe wahllos und durcheinander zu lesen, scheint ein neues Hobby von mir zu werden. Denn das heutige Buch ist Teil 4 einer Reihe, die sich um die Mitglieder der New Orleans Football-Mannschaft dreht. Ich kenne die anderen Bände kein Stück, habe nicht mal die Inhaltszusammenfassungen gelesen. Ich behaupte einfach mal, dass deswegen die Rezension eine sehr ehrliche sein wird. Chess musste sich in ihrem Leben schon viele blöde Sprüche zu ihrem Namen anhören. Als Fotografin erweckt das oftmals einen falschen Eindruck und der Quarterback des Footballteams, dass sie nun in einem Nacktshoot ablichten soll, scheint dabei keine Ausnahme zu sein. Chess muss zeigen, wer die Hose anhat, doch auch wenn Finn Mannus gerade nichts trägt, lässt er sich nicht so schnell unterkriegen. Gleich zu Beginn des Buches ist mir vor allem der Schreibstil aufgefallen. Er ist detailliert, hat eine gewisse Tiefe und lässt den Leser wunderbar in die Köpfe der Figuren blicken. Was mich weniger beeindruckt hat, waren die Beleidigungen, die Chess und ihr bester Freund benutzt haben. Wörter wie „Bitch“ gehören für mich nicht in ein freundschaftliches Gespräch und sind schon gar nicht eine Anrede für deinen besten Freunde. Ich weiß, dass das irgendwie ein Trend geworden ist, aber ich kann und will das nicht nachvollziehen oder mögen. Die erste Hälfte des Buches hat sich super gelesen. Es war schnell, spannend und lustig. Die Kabellein zwischen Finn und Chess waren wunderbar witzig und geladen und ich habe richtig Spaß gehabt beim lesen. Die Anziehungskraft, die beide spüren, haben sie langsam zu einer Freundschaft geformt und als Chess plötzlich bei Finn einzieht, können sie die freundschaftlichen Gefühle nicht länger auf diese reduzieren. Allerdings blieb die Beziehung nicht so toll, wie zu Beginn. Vielmehr hat sich der bisher eigentlich sehr schöne und originelle Roman zu einem typischen Abklatsch des Genres entwickelt. Kitschige Szenen, schwülstige Geständnisse und sehr viel Gefühlsdusselei beherrschten plötzlich die Handlung. Das mag ab und zu mal schön und angebracht sein, aber nicht die ganze Zeit über. Ich wollte das nach einer Weile wirklich nicht mehr lesen und habe mich regelmäßig überwinden müssen weiterzulesen. Der Konflikt, der letztendlich auftritt, wurde vor allem von Außenstehenden heraufbeschworen, wie den Teamkameraden von Finn. Alle glaubten besser zu wissen, wie die Beziehung von Finn und Chess laufen soll und haben konstant ihren Senf dazugegeben. Dadurch wurden natürlich den beiden Protagonisten fiese Gedanken in den Kopf gesetzt und ein Teil von Finns Vergangenheit scheint für Chess unüberwindbar. Mir ging das deshalb so gegen den Strich, weil ich es auch im realen Leben nicht leiden kann, wenn andere Leute etwas besser wissen zu glauben. Und hier bekomme unsere Protagonisten von allen Seiten nur Ratschläge, wie sie es nicht machen sollen und das es anders doch viel besser wäre. Ich fand die Beziehungen aller Figuren an manchen Stellen zu übertrieben. Manche Witze wurden zu oft gemacht, zu sehr ausgewalzt. Zudem ist Chess‘ bester Freund bisexuell. Schwärmt er noch zu Anfang des Buches von den Football-Spielern entscheidet er sich schlussendlich für ein Mädchen. Das ist zwar jedem sein gutes Recht, aber wenn schon die Betonung auf die Vorliebe für Männer gelegt wird, kann das Ausweichen auf einen weiblichen Partner schnell falsch wirken. Obwohl die beiden wirklich ein süßes Paar sind. Mir gefiel allerdings, dass eine missglückte Schwangerschaft Bestandteil des Buches war. Ich finde, dass es ein sehr wichtiges Thema ist und außerdem hat es dem Buch eine gewisse Tiefe gegeben, die in meinen Augen viel wett gemacht hat. Insgesamt gebe ich dem Buch eine mittlere Bewertung von drei Sternen, weil es viele gute Stellen hatte, aber leider auch ein paar schlechte.

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1.196 Bibliotheken, 30 Leser, 0 Gruppen, 246 Rezensionen

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Verliere mich. Nicht.

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.01.2018
ISBN 9783736305496
Genre: Liebesromane

Rezension:

Kein Buch wurde im Januar so sehnsüchtig erwartet, wie Verliere mich. Nicht von Laura Kneidl. Zumindest von mir. Nachdem Band 1 mich absolut überzeugen konnte, war ich, wie so viele andere Leser auch, wahnsinnig gespannt zu sehen, wie es in Band 2 weitergehen würde.

Sage hat sich von Luca getrennt und steht jetzt den Weihnachtsfeiertagen allein gegenüber. Von ihren Gefühlen überwältigt kapselt Sage sich ab und meidet ihre Freunde. Doch einmal in ihr Leben getreten, lassen diese sich nicht so schnell abwimmeln und dann taucht plötzlich jemand bei ihr auf, den sie so gar nicht erwartet hätte … 

Ich kann leider nicht vermeiden, dass ein paar Spoiler auftreten werden, sonst könnte ich keine ordentliche Rezension schreiben. Seit also gewarnt, wenn ihr das Buch noch nicht gelesen habt.

Ich habe im Vorfeld schon ein paar Rezensionen gelesen und war ganz schön geschockt, was da alles bemängelt wurde. Der Großteil ist zwar positiv, aber einem Autor tun die negativen Rezensionen natürlich immer mehr weh. Ich denke, dass viele mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen sind, denn immerhin konnte der große Knall von Band 1 nicht wiederholt werden: Sages Angststörung. Das ist mittlerweile bekannt und da Sage auch eine gewisse Entwicklung in Berühre mich. Nicht durchlaufen hat, kann das nun auch nicht mehr – in diesem Ausmaß – passieren. Ich bin mit keinerlei Erwartungen an das Buch herangegangen, ich habe mich einfach gefreut Sage wiederzusehen. Tatsächlich fühlten sich die ersten paar Seiten wie „nach-Hause-kommen“ an, es war dieselbe Atmosphäre, dieselbe Sage, dieselben Freunde. Ich kannte sie alle schon und habe mich total gefreut wieder Teil dieser Clique zu sein.

Was mir an Sage so gefällt, ist, dass sie ihre Probleme in allererster Linie versucht mit sich selbst auszumachen. In manchen Situationen ist das zwar nicht immer ratsam, aber der Grundgedanke daran gefällt mir sehr. Was mir weniger gefallen hat, sind Sages Trinkgewohnheiten. Die fand ich schon in Band 1 bedenklich, denn ich finde, dass Sage aus den falschen Gründen Alkohol trinkt. Es entwickelt sich zwar keine Sucht daraus, aber gut ist es trotzdem nicht.

Nichtsdestotrotz hatte dieses Buch einige positive Überraschungen parat. Sages Angststörung ist noch nicht überwunden, aber dieses Mal hat sich die Handlung nicht nur auf Sage konzentriert, sondern auch auf Luca. Es hat mir wahnsinnig gut gefallen, dass beide Hauptfiguren mit sich kämpfen müssen und das sie sich gegenseitig helfen. Denn obwohl Sage sich eine romantische Beziehung zu Luca untersagt, kann sie ihn doch nicht aus ihrem Leben streichen und versucht eine Art Freundschaft zu Luca aufzubauen. Er ist ihr Anker, ihr sicherer Hafen, denn sie kennt ihn und weiß, dass er ihr nie etwas tun würde. Und wie es scheint, braucht Luca nun Sages Hilfe.

Dieser Aspekt der Gleichberechtigung hat mich total beeindruckt und gefreut. Denn wie oft hat der Kerl dem Mädchen geholfen, aber das war es dann auch schon. Sage benutzt ihre gewonnene Stärke, um Luca eine Stütze zu sein – Darf ich an dieser Stelle bitte um Applaus bitten! *Applaudiert begeistert*

Auch Sages Therapiestunden machen eine Veränderung durch, was zu einer sehr tollen Freundschaft führt. Die Andeutung einer entstehenden Homosexuellen Beziehung hat bei mir ebenfalls Beifall ausgelöst und ich würde mich sehr freuen, wenn der Verlag sich entscheidet, auch dieses Buch von Laura zu veröffentlichen. Leser finden würde es bestimmt genug.

Lauras Schreibstil hat mich wieder total überzeugen können, er hat mir sogar besser gefallen, als in Band 1. Ich mag das Tempo, dass sie vorgibt, denn es ist angenehm und natürlich. Hier jagt kein Event das nächste, sondern es ist aus dem Leben gegriffen. Da gibt es dann eben Gammeltage auf der Couch und auch Tage, an denen man gar nicht aus dem Haus will. So gewinnen Szenen mit Luca an Intensität und ich war jedes Mal ganz gespannt und aufgeregt, wenn die zwei sich über den Weg gelaufen sind. Ein paar sehr süße Szenen sind dabei entstanden, die ich auch in Zukunft gerne wieder lesen werde.

Außerdem hat Laura einmal den Sport-Anime „Yuri! on Ice“ erwähnt – da ist dann das Fangirl in mir ausgeflippt. (Falls ihr „Yuri! on Ice“ nicht kennt – Schaut es euch an!)

ACHTUNG SPOILER VORAUS!

Das Finale des Buches hat mich ein wenig überrumpelt, denn wirklich damit gerechnet habe ich nicht. Aber natürlich musste es einen gewissen Abschluss geben. Ich habe gelesen, dass sich manche Leser einen dramatischeren Abschluss gewünscht hätten, aber mal ehrlich: Ich bin total zufrieden, so wie es ist. Denn noch mehr Drama hat Sage echt nicht verdient und man muss meiner Meinung nach nichts ausschlachten, dass auch so gelöst werden kann. Es klares, unkompliziertes Ende ist das Beste, das Sage passieren konnte.

Verliere mich. Nicht ist für mich ein würdiger Nachfolger von Berühre mich. Nicht und ich habe mich sehr gefreut, Teil von Sages Geschichte sein zu dürfen.

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45 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

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Scythe – Die Hüter des Todes

Neal Shusterman , Pauline Kurbasik , Kristian Lutze , Torsten Michaelis
Audio CD
Erschienen bei Argon, 21.09.2017
ISBN 9783839815649
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich höre recht selten Hörbücher, weil ich meistens Probleme mit den Sprechern habe. Aber da ich auf Spotify gerade ganz viele tolle Hörbücher gefunden habe, die ich unbedingt kennen möchte, habe ich mich mal durchprobiert und bin bei Scythe von Neal Schusterman hängen geblieben. Ich höre vor allem gerne auf langen Autofahrten Hörbücher, weil mir Radio nach einer Weile auf den Keks geht. Und dieses Hörbuch konnte ich nicht mehr ausschalten. Deswegen gibt es heute eine Hörbuch-Rezension.

Citra und Rowan leben in einer Welt in der es keinen natürlichen Tod mehr gibt. Die Menschheit hat für alles eine Lösung gefunden. Aufgrund einer drohenden Überbevölkerung gibt es eine Gruppe von Menschen, die die Rolle des Todes übernehmen: Die Scythe. Diese haben eine Lizenz zum Töten, was allgemein als Nachlese bekannt ist. Und obwohl Citra und Rowan die Arbeit der Scythe verabscheuen, werden sie von einem Scythe ausgewählt, die Ausbildung zu durchlaufen. Und diese gestaltet sich sehr viel schwieriger, als sie jemals ahnen konnten. 

Das Hörbuch wird von mehr als einem Sprecher gelesen. Es gibt einen Hauptsprecher (Torsten Michaelis), der die Kapitel vorliest und dann gibt es noch die Sprecher, die die individuellen Stimmen einiger Figuren vertonen. Das Buch ist dabei in normale Kpaitel eingeteilt, die die Handlung erzählen und in kleine Zwischenkapitel, die aus Tagebucheinträgen bestehen. Denn jeder Scythe oder Scythe-Lehrling muss Tagebuch führen um seine Gedanken bezüglich des Scythe-Tums festzuhalten.

Ich war während des Hörens zwar wie gefesselt, aber gleichzeitig auch ziemlich abgestoßen. Denn in Mid-Merika ist Sterben praktisch zu einem Hobby geworden, da es ärztliche Einrichtungen gibt, die beinahe jeden Tod rückgängig machen können. Das nutzen die Menschen aus Langeweile und fehlender Aufmerksamkeit aus, sie sterben zum Spaß, das nennen sie "Platscher" weil sie meist von Hochhäusern springen. Dann können sie ihr Erscheinungsbild verjüngen lassen, bis sie ungefähr wieder wie zwanzig aussehen, das nennen sie "über den Berg kommen". So können sie locker zweihundert Jahre alt werden. Einzig der Geist altert also und das führt oft zu Gleichgültigkeit allem und jedem gegenüber. Nur die Scythe haben die Macht ein Leben dauerhaft zu beenden und dabei haben sie freie Hand. Sie können entscheiden wer, wo und wie ein Mensch sterben soll und müssen niemandem Rechenschaft ablegen. Das heißt im Klartext, dass sie auch Kinder töten können, wirkliche Kinder, die vielleicht gerade mal fünf Jahre alt sind. Und das finde ich absolut falsch. Sie müssen sogar eine Quote einhalten, wie viele Menschen sie jährlich nachlesen. Es gibt Scythe die ausschließlich Menschen töten, die sowieso nicht mehr leben wollen, es gibt einige die durch Statistiken entscheiden, wer stirbt und dann gibt es natürlich auch die Scythe, die absolut willkürlich und brutal töten. So nach dem Prinzip "Mord ist ihr Hobby".

Durch Citra und Rowans Augen beginnt der Leser/Hörer zu verstehen, warum Scythe wichtig sind, aber gleichzeitig auch, wie viel im Scythe-Tum falsch läuft. Denn natürlich hat der Mensch immer noch seine Makel, dazu gehört auch ein Kampf um die ultimative Macht und viele Scythe sehen sich in der perfekten Position dafür.

Ich kann zu diesem Buch sagen, dass es grandios ausgeführt worden ist. Eine aktuelle Unterhaltungsliteratur, die alle Ansprüche des Lesers erfüllt. Es gibt spannende Figuren, die nicht immer nur schwarz-weiß sind oder denken; es gibt eine spannende Handlung; einen ebenso spannenden Konflikt und allgemein sehr viel Spannung. Ein Event hat das andere gejagt, die Figuren kamen nicht zur Ruhe. Der Hauptsprecher hat in einem angenehmen Tempo gelesen und den Figuren in der wörtlichen Rede individuell dargestellt und deren Emotionen wunderbar vertont. Natürlich muss es auch eine Liebesromanze geben, wobei diese aber sehr klein gehalten ist und eher ein Bonus ist, als Bestandteil der Handlung. Und ich habe mich schon gefragt, wo die Gefühle plötzlich herkommen. Für mich ab es dafür kaum Anzeichen, geschweige denn Gründe.

Allerdings gibt es für mich doch ein Problem mit dem Buch: Die Moral. In einer Dystopie nach Moral zu suchen, ist eigentlich ein verlorener Kampf, aber allein das Gedankenspiel, das diesem Buch als Basis dient ist mir "zuwider". Ich kann es nicht anders ausdrücken. Ich finde, man sollte dem Menschen nicht das Einzige wegnehmen, dass ihm Einhalt gebietet. Denn letztendlich kann der Tod jeden stoppen. Und wenn dem Menschen diese Angst genommen wird, passiert genau das, was Citra und Rowan in Scythe lernen müssen. Das Buch ist also ein wunderbares Beispiel, und doch mag ich es nicht. Das ist total widersprüchlich, aber stellt es euch so vor, als wenn euer schlimmster Albtraum wahr geworden wäre. Es ist gleichzeitig faszinierend und schrecklich.

Ich würde gerne über so Vieles schreiben, das passiert ist, aber dann würde ich einfach zu viele Handlungselemente verraten. Ich bin nach diesem Buch erschüttert gewesen, da es meinen Glauben an die Menschheit und das Gute in ihr so ziemlich zerstört hat. Denn nur wenig in diesem Buch ist fiktional. So viele Figuren und Charakterzüge spielen auf unsere heutige Welt an, dass ich eigentlich nur schreien möchte. Scythe - Die Hüter des Todes kann vielen Menschen viel zeigen, aber eben nicht nur Gutes.

Dieses Buch ist also mit ein bisschen Vorsicht zu genießen, aber dennoch lesenswert.

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196 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 44 Rezensionen

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Lieber Daddy-Long-Legs

Jean Webster , Ingo Herzke , Franz Renger
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551560445
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Seit ich bei Yvo (Lecture of Life) von "Lieber Dady Long Legs" gelesen habe, stand es auf meiner Wunschliste. Und das nicht nur wegen des schönen Covers- aber auch. Ich habe seit einigen Jahren eine Faible für ältere Kinder-/Jugendbücher, ich mag die Atmosphäre, die diese Bücher versprühen. Kein Internet, keine Mobiltelefone, sondern staubige Buchläden, untervermietete Zimmer, gemütliche Kaffeetrinken mit Freunden. Und "Daddy Long Legs" passt haargenau in mein Beuteschema. Jerusha Abbott wächst im Waisenhaus auf und hat somit kaum große Zukunftsmöglichkeiten. Doch nach einem weiteren Besuch der Gönner des Waisenhauses wird sie von einem mysteriösen Fremden auf ein College geschickt - und alles was er dafür von ihr möchte ist einen Brief pro Monat. Daddy Long Legs ist ein Briefroman, einzig der erste Abschnitt nicht. Dieser war auch der schwächste Teil des ganzen Buches. Jedes folgende Kapitel ist ein Brief, manchmal kurze, manchmal lange Briefe und diese beleuchten Judys gesamte College-Laufbahn. Dieses Buch besticht besonders durch Judys Humor - Sie beschreibt ihren Alltag charmant und gewitzt. Diese Briefe sind nicht langweilig, ich fühlte mich direkt angesprochen, weil ich so viele von Judys Erfahrungen teilen kann. Die langen Tage und Nächte während der Prüfungsphasen, das langsame Entdecken der Unabhängigkeit, das erste Kochen. Die ersten eigenen Möbel. Und alles nimmt Judy mit einer Freude und Bescheidenheit, dass ich richtig zu schätzen lernte, was ich habe. Außerdem ist das ganze Buch mit Illustrationen gespickt, die Judy an ihren Gönner "Mr Smith" schickt. Dass natürlich auch eine kleine Liebesgeschichte enthalten ist, sollte ich wohl auch erwähnen. Diese fand ich recht vorhersehbar, aber dennoch schön. Ich bin wirklich froh, dass ich LDDL auf der Buchmesse gekauft habe und ich kann es nur weiterempfehlen.

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55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

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League of Fairy Tales. Die letzte Erzählerin

Tina Köpke
E-Buch Text: 364 Seiten
Erschienen bei Dark Diamonds, 25.01.2018
ISBN 9783646300543
Genre: Fantasy

Rezension:

Tina Köpkes Bücher habe ich bereits letztes Jahr im Frühling für mich entdeckt. Ihre "Royal Me"-Reihe ist frisch, lustig und dramatischer, als es die süßen Cover erahnen lassen. Als ich gehört habe, dass sie ein Buch beim bekannten Carlsen-Imprint Dark Diamonds unterbringen konnte, war ich natürlich Feuer und Flamme - Daten über die Veröffentlichung, Titel und Inhalt des Buches ließen aber ganz schön auf sich warten. Durch einen glücklichen Zufall durfte ich das eBook bereits einige Tage vor dem offiziellen Erscheinungstermin beginnen und kann euch also gleich eine Rezension präsentieren.

Peyton Chamberlain lebt mit ihrem besten Freund Rufus Apple zusammen und kellnert nebenbei in einem quietsch-bunten Diner. Eines Abends jedoch passieren gleich zwei ungewöhnliche Dinge: Ein Fremder wirft in Peytons Gegenwart mit komisch-mystischen Sätzen um sich und in der Gasse hinter dem Diner, begegnet ihr ein äußerst wütender, großer und gehörnter Vierbeiner. Und Peyton wüsste wirklich gerne, was dieser ganze Mist soll!

Wer sich ein wenig mit den Imprints von Carlsen auskennt, der weiß vielleicht, dass das Dark Diamonds-Label sich vor allem auf die Protagonisten spezialisiert hat, die ihrer Teenagerzeit schon entwachsen sind. Das ist vor allem deshalb so schön, weil die Hauptfiguren schon sehr viel gefestigter sind und wissen, wer sie sind und was sie wollen. Dazu bekommt man eine Prise Romantik, die ein bisschen mehr als unschuldiges Küssen beinhaltet. Mir gefällt dieses Konzept sehr gut, da man sich voll auf die Figur verlassen kann.

Mit Peyton hat die Autorin einen richtigen Goldschatz an Protagonistin gelandet! Ich bin richtig verliebt in ihre raubeinige Art, denn viel zu oft müssen Frauenfiguren süß oder umwerfend hübsch sein. Peyton überzeugt mit ihrem unverwüstlichen Charakter, Tatendrang und der Eigenschaft, die richtigen Fragen zu stellen. Peyton ist die schlagfertige, sich selbst zu schätzen wissende Frau, die wir alle gerne sein würden. Mit einer gesunden Portion Sarkasmus hat sie mich sofort in ihren Bann geschlagen und oftmals zum Lachen gebracht. Ihr Charakter klingt auch wunderschön aus dem Schreibstil des Buches heraus, was die Schreibweise aus der dritten Person sehr angenehm gestaltet hat. Peyton ist allerdings nicht die einzige Person, die zu Wort kommt, denn ihr Freund Rufus und ein gewisser Jemand haben auch mal das Erzählzepter in der Hand. So ist das ganze Buch ist gespickt mit tollen Wortspielen und witzigen Unterhaltungen; das hat das Lesen sehr einfach gemacht.

Peyton stolpert - okay, stapft - in eine Welt hinein, die wir nur aus den Märchenbüchern von Oma oder diversen Disney-Filmen kennen. Denn Rotkäppchen, die gute Fee und Werwölfe sind durchaus realer, als man denkt. Peyton wird in die Reihen einer Organisation eingeführt, die sich "die Liga" nennt und es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Leben der Menschen und "Fabel"-Wesen zu trennen. Zu ihrem eigenen Besten. Nun ist Peyton aber nicht die unwichtige Person, für die sie sich ihr Leben lang gehalten hat, sonder die Nachfahrin der "Erzählerin": Einer Figur, die als Vermittler und Polizei von Wesen und Menschen fungiert. Oder fungiert hat, denn die Welt der Wesen wurde von der der Menschen getrennt. Peyton wird ein "Hüter" zugewiesen, der sie beschützen soll und vorbereiten, für eine Mission in der "Anderwelt" - die Welt der Wesen.

Und während Peyton durch eine rüpelhafte Anderwelt wandert, beginnt sie zu entdecken, dass es da so einige Ungereimtheiten gibt und man ihr nicht alles anvertraut. Mehr will ich an dieser Stelle nicht dazu sagen, ich kann nur garantieren, dass es spannend wird.

Tina Köpke hat ein magische und doch recht düstere Welt geschaffen, die vor allem durch ihre interessanten Twists im allseits bekannten Märchen besticht. Denn nicht jedes Märchen hat etwas mit der beschriebenen Figur zu tun und so kann der Leser sich auf eine spannende "Neuentdeckungs"-Reise begeben. Peyton ist dabei die Stimme, die ausspricht was jeder vernünftige und abgeklärte Mensch unserer Zeit denkt. Freche Kommentare, viel Augenverdrehen und das "auf die Schippe nehmen" von Klischees gehören in diesem Buch dazu und das hat mir sehr gut gefallen.

Zum Ende hin fand ich, hätte man den Figuren noch ein bisschen mehr Text geben können. Mir kamen Reaktion recht übereilt vor, ein bisschen mehr Denkprozess-Beschreibung hätte meiner Meinung nach, nicht geschadet. Das Ende an sich hat mich jedoch überrascht, vor allem, weil ich dachte, dass es in eine ganz andere Richtung gehen würde. Letztendlich macht es so aber mehr Sinn, als meine Vorstellungen es gekonnt hätten und die Autorin bildet damit auch einen guten Rahmen. Man sagt ja immer so schön "Der Kreis ist geschlossen".

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63 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

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Like You and Me (Upper East Side-Reihe 2)

Kim Nina Ocker
E-Buch Text
Erschienen bei LYX.digital, 04.01.2018
ISBN 9783736307315
Genre: Liebesromane

Rezension:  
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134 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

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Age of Trinity - Silbernes Schweigen

Nalini Singh , Patricia Woitynek
Flexibler Einband: 550 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.01.2018
ISBN 9783736303898
Genre: Fantasy

Rezension:

Nalini Singh war die erste Autorin, die mich in das Genre Romantic Fantasy entführt hat. Seitdem haben ihre Bücher mich begleitet und ich lernte ihre Welt der Gestaltwandler und Medialen sehr zu schätzen. Deswegen war es für mich eine umso größere Freude, den Auftakt ihrer neuen Reihe "Age of Trinity" zusammen mit der Lesejury lesen zu können.
Silver Mercant hat mehr als genug mit dem Kriesenbewältigungsnetz der drei Ethnien zu tun, sodass der Bär vor ihrer Wohnungstür sie eigentlich nur stört. Valentin Nikolaev ist der Alpha des russischen Bärenclans rund um Moskau und versucht die eiskalte Mediale Silver für sich zu gewinnen. Nach einem Anschlag auf Silvers Leben scheint eine Verbündung mit Nikolaev nicht nur empfehlenswert, sonder auch notwenig zu sein. Und Silver sieht sich plötzlich einem ganzen Bärenclan gegenüber, der sehr wohl um die Absichten seines Alphas weiß.
Für alle, die nicht wissen, wovon ich rede, eine kleine Zusammenfassung: Im Jahre 2088 ist der Planet Erde in drei Gattungen gespalten: Mediale, Menschen und Gestaltwandler. Mediale zeichnen sich durch ihre geistigen Fähigkeiten wie Telekinese aus, Gestaltwandler leben in großen Verbänden und können die Form eines Tieres annehmen und Menschen besitzen keine dieser Fähigkeiten. Die Medialen leiden anhand ihrer großen Fähigkeiten an starken Psychosen denen mit dem abtrainieren jeglicher Gefühle vorgebeugt werden soll. Silentium ist ein Programm, dem sich jeder Mediale unterzogen hat, bis jetzt ...
Der Beginn der neuen Reihe knüpft an die Geschenisse der vorangegangenen Reihe an, erklärt allerdings ausreichend, was darin passiert ist, so dass neue Leser nicht verwirrt sind. Silver und Valentin leben in einem instabilen Frieden und als sich eine Splittergruppe von Menschen bildet, die glauben, dass die Medialen die Menschen geistig ausbeuten wollen, müssen Silver und Valentin beweisen, dass nicht alle Medialen gefühlskalt und schlecht sind. Aber gerade Silver darf mit ihrem Silentium nicht brechen, denn das würde schreckliche Folgen für sie haben.
Der Spannungsbogen dieses Buches verläuft ein wenig anders, als gewohnt, da Silver keine zauderhafte Person ist. Wenn sie sich für etwas entscheidet, zieht sie es auch durch; was den Charme dieses Buches wesentlich beeinflusst und ausgemacht hat. Den vermeintlichen Höhepunkt des Buches erreicht man so ein wenig früher, als gedacht, aber Nalini Singh hat noch einen Trumpf im Ärmel und mich damit sehr geschockt. Obwohl ich bereits so viele Romane aus diesem Universum gelesen habe, konnte mich die Autorin wieder überraschen und mir eine neue Seite zeigen.
Mir hat dieser Band sehr gut gefallen. Obwohl ich kein großer Fan von Russland bin, hat die Autorin es geschafft die wunderschöne Landschaft einzufangen und eine Gruppe Gestaltwandler zu schreiben, dass genauso liebenswert ist, wie es die Wölfe und Leoparden schon waren.
Auch stilistisch hat sich in diesem Buch etwas geändert, denn nun wird jedes Kapitel durch ein Zitat eröffnet, dass einen Vorgeschmack auf das gibt, was im Kapitel geschehen oder relevant sein wird. Von Mottos, über Sprüche und Zeitungsartikel ist alles enthalten und mir hat dieser Erweiterung sehr gut gefallen. Es hat mir, als Leser, die Welt ein wenig näher gebracht und auch verständlicher gemacht, obwohl ich die Reihe schon seit Jahren verfolge.
Zugleich haben wird auch das altbekannte Muster von Szenen aus der Sicht der "Bösen" wieder im Buch. Wobei die Autorin die Grenzen hier sehr schön hat verschwimmen lassen, denn die Gründe sind durchaus berechtigt, nach denen die neue Splittergruppe handelt. Das Mächtegleichgewicht ist ins Wanken geraten und die Medialen müssen sich eine Schwäche eingestehen, um ihre Position zu erhalten.
Ich war ebenfalls sehr erfreut zu sehen, dass die Autorin endlich eine Richtung der homosexuellen Beziehungen angedeutet hat. Ich würde mich sehr freuen, wenn dies weiterhin verfolgt wird, da es auch in unserer Welt ein großes Thema ist und definitiv auch in der fiktionalen Welt angesprochen werden sollte.
Neuen Lesern kann ich dieses Buch ebenso empfehlen, wie langjährigen Fans der Autorin. Es ist romantisch, spannend und wahnsinnig interessant.
Allerdings würde ich raten eine russische Ausspracheanleitung zur Hand zu haben, da auch hier wieder einige Begriffe und Kosenamen verwendet werden, die für Außenstehende schwierig sein können.

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Constellation - Gegen alle Sterne

Claudia Gray , Christa Prummer-Lehmair , Heide Horn
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei cbj, 20.11.2017
ISBN 9783570174395
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich habe bisher recht wenig Science Fiction im Bereich Young Adult gelesen. Das waren immer zwei Kategorien, die für mich nicht zusammen gehörten. Aber warum eigentlich? Für viele ist Science Fiction ein Genre, an das sie sich nicht herantrauen, wegen komplizierten Fachbegriffen und abstrusen naturwissenschaftlichen Theorien. Es ist praktisch ein anderes Universum. Aber tatsächlich ist es doch die beste Art jemanden ein Genre näher zu bringen, indem man schon früh anfängt. Und es zudem mit vertrauten und beliebten Schemata verknüpft. All das erfüllt Constellation – Gegen alle Sterne perfekt und ist damit der perfekte Einstieg in das Science-Fiction-Genre. Noemi Vidal lebt auf einem Planten, der so ziemlich perfekt ist. Genug Rohstoffe, kaum Umweltverschmutzung, keine Überbevölkerung. Aber all das kann sich ändern, sollte der Krieg gegen die Erde nicht beendet werden. Denn Noemis Planet Genesis war als Kolonie gedacht, um die Bewohner der Erde zu retten. Doch Genesis möchte sich nicht ausbeuten lassen und deswegen kämpft Noemi in einem Krieg, den sie vielleicht nur durch ihren Tod gewinnen kann. Mit einer verzweifelten Strategie versucht Genesis sich dem Zugriff der Erde zu entziehen. Doch etwas geht schief und Noemi muss ihre beste Freundin auf ein verlassenes Raumschiff bringen, um ihr Leben zu retten. Nur ist dieses Raumschiff nicht so verlassen, wie es scheint und die künstliche Intelligenz an Bord ist ihr keineswegs Freundlich gesinnt. Ich hatte zu Beginn meine Schwierigkeiten mit diesem Buch. Zuallererst wird man in die Handlung hineingeworfen, ohne Informationen worum es geht. (Was ich bisher immer gemocht habe.) Das hat den Anfang recht verschwommen gestaltet, da ich mir weder die Umstände der Handlung, noch den Handlungsort selber erklären oder vorstellen konnte. Im Laufe des ersten Kapitels wurde das allerdings dann recht schnell erklärt. Das Buch wird aus der Sicht von zwei Protagonisten erzählt: Von Noemi, einer Widerstandskämpferin von Genesis und Abel, der künstlichen Intelligenz. Noemi beschreibt sich selbst als Übellaunig und unfähig Nett zu sein, dem konnte ich allerdings weniger zustimmen. Ich finde, ihren Charakter hätte man durch den Schreibstil ein bisschen klarer gestalten können, da sich ihre Aussagen über ihren Charakter für mich nicht mit dem gedeckt haben, was ich gelesen habe. Sie ist mir sympathisch geworden, was ja eigentlich nach ihrer Selbsteinschätzung nicht möglich sein sollte. Noemi hat ein Ziel, eine Überzeugung und kämpft dafür. Sie ist sich nicht zu Schade anzupacken und bringt erstaunlich viel Mitgefühl auf, für jemanden der sich selbst als schwierig und unmögbar sieht. Abel ist ein sehr faszinierender Protagonist gewesen, da er als Mech – eine Art Roboter – nicht dem gefühlsgeleiteten Denkprozessen eines Menschen folgt und gerne Situation durchanalysiert und bis auf die letzte Prozentstelle berechnet. Abel ist seinem Schöpfer tief ergeben und hat eigentlich nur das Ziel, zu ihm zurück zukehren. Noemis Auftauchen wirbelt seine Prozessoren ganz schön durcheinander und er lernt eine Menge über sich selbst und die Menschen. Meine bereits erwähnten Schwierigkeiten hatte ich sowohl mit dem Schreibstil, als auch mit dem Spannungsbogen. Beides hängt unmittelbar zusammen, weshalb ich eine gefühlte Ewigkeit brauchte, um die erste Hälfte des Buches zu lesen. Der Schreibstil ist an sich ganz gut: Zeitform ist die Gegenwart, es wird aus der 3. Person Singular (Er/Sie) erzählt und eben abwechselnd von Noemi oder Abel. Allerdings hätte ich gerne ein paar mehr Ausführungen zu Gefühlen oder der Umgebung gehabt. Manche Sachen waren mir einfach nicht genug beschreiben worden, was den Lesespaß geschmälert hat. Außerdem wurde die Handlung nur durch Noemi und Abel erzählt, was ich mittlerweile nur noch sehr selten lese. Gerade der Anfang hat sich für mich sehr gezogen, da sich die beiden Protagonisten nicht über den Weg trauen und jedes Wort dreimal umdrehen. Lange Sequenzen des gegenseitigen Beobachtens sind gerade im Weltall nicht besonders spannend und ich war wenig motiviert weiterzulesen. Da es sich am Anfang auch nur um Noemi und Abel gedreht hat, war ermüdend. Irgendwie war ich von einem größeren Cast an Figuren ausgegangen und immer nur an ein Paar gefesselt zu sein, war ungewohnt. Es war fast eindimensional, ich hätte gerne etwas mehr über den Bösewicht erfahren, damit ich vielleicht auch selbst spekulieren könnte. Das ist in so vielen Büchern mittlerweile Gang und Gebe, dass es mir hier gefehlt hat. Was eigentlich ein doofer Kritikpunkt ist, denn immerhin ist auch Harry Potter und Eragon so geschrieben worden, und da hat es mich nicht gestört. Man sollte also eine gewisse Erwartungshaltung ablegen, ehe man dieses Buch liest. Nachdem ich mich also an die neue Situation angepasst hatte, gefiel mir das Buch zunehmend besser. Es gibt erstaunlich viele philosophische Ansätze, die sich unter anderem mit dem Mensch-sein, der Zerstörung der menschlichen Rasse durch sich selbst und auch Religion beschäftigt haben. Das fand ich ziemlich cool, das es so den Leser auch zum weiterdenken anregt und das Buch nicht nur an ihm vorbei kleckert. Ich denke, dass Constellation eines der Bücher für mich sein wird, die man erst mit der Zeit zu schätzen lernt. Denn die andere Hälfte des Buches hat schon viel eher dem entsprochen was ich erwartet hatte und lesen wollte. Ich bin durch die anderen 50% geflogen, habe alles innerhalb von 12 Stunden verschlungen und war mit dem Ende recht unzufrieden. Ich hätte gerne noch mehr gelesen. Aber da ist es dann nur gut, dass es sich um eine Reihe handelt. Also lest dieses Buch, liebt dieses Buch, damit der Verlag einen Ansporn hat auch Band Zwei übersetzen zu lassen.

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