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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

erinnerung, mann

August

Christa Wolf
Flexibler Einband: 38 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 13.10.2012
ISBN 9783518423288
Genre: Romane

Rezension:

Christa Wolf – das war doch eine Schriftstellerin der DDR und sicherlich eine der bekanntesten deutschsprachigen Autorinnen der Gegenwartsliteratur. Im Dezember 2011 ist sie im Alter von 82 Jahren verstorben, nun erschien ihre letzte Erzählung “August” postum im Suhrkamp Verlag. Eine traurige, wenn auch schöne Geschichte über einen Jungen, der als Waise der NS-Zeit in einem Krankenhaus aufwächst.

August ist noch jung, als seine Mutter stirbt. Er selbst überlebt einen fatalen Zugunfall und wird als Waise in einer auf Lungenkrankheiten spezialisierten Krankenhausklinik aufgenommen. Hier haben sie die “Motten”, Tuberkulose, die Behandlungsmöglichkeiten sind schlecht, und jeder weiß, dass nicht alle überleben werden. August berichtet aus der Retroperspektive nach seiner Zeit im Krankenhaus und nach seiner Hochzeit mit Trude – heute ist er Busfahrer, der Seniorengruppen von Warschau nach Berlin und wieder zurück transportiert. Auf einer seiner Fahrten erinnert er sich anschaulich an die Zeiten seiner Kindheit und Jugend, nicht an sein persönliches Schicksal denkend, sondern an die Patienten, mit denen er tagaus tagein zusammen lebte. Hier trifft der Leser nicht nur auf Augusts erste “Liebe” Lilo, sondern wird ebenfalls mit dem Tod konfrontiert, der hier auswegslos geschildert wird.

Sprachlich ist die Erzählung recht einfach gestrickt, dennoch vermittelt sie eine ganz gewisse Form von Kälte und Hoffnungslosigkeit aus der Sicht des einzig gesunden Patienten, der lediglich in der Lungenklinik lebt, da er seine Eltern verloren hat. Das ausschweifende Leben der Oberärztin, die geschichtenlesende und fürsorgliche Lilo, die den Protagonisten lediglich als kleinen Jungen betrachtet, der Lehrer der die Schulnoten nach Haar- und Augenfarbe verteilt – all dies sind Charaktere, die sich auf kleinstem Raum zu August bewegen, und ihre eigenen Plätze nicht nur in der Geschichte, sondern auch in einer Krankenhausszenerie nach der Zeit des Dritten Reichs einnehmen.

Wolf lässt hier höchstwahrscheinlich auch eigene Erfahrungen einspielen, sie selbst hat in der DDR gelebt, August wächst in der russischen Besatzungszone auf. Der Westen wird im Allgemeinen als fortschrittlicher bezeichnet, vor allem die amerikanische Besatzungszone scheint die zu sein, die an den Medikamenten verfügt, an die das Klinikum in dieser Erzählung nicht herankommt und dafür sorgt, dass eine mögliche Tuberkulosetherapie für die Patienten nicht in Frage kommt.

Eine gelungene und anschauliche Erzählung findet sich im “August”, welche inhaltlich keineswegs überladen wirkt sondern einfach nur von den Umständen eines Mannes erzählt, der seine Kindheit nicht auf den konventionellen Weg erleben durfte.

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Drei Groschen Roman. TB-Nr. 263-264. - 370 S. (pages)

Bertolt Brecht
Flexibler Einband
Erschienen bei rororo,Hamburg 1958., 01.01.1958
ISBN B002HWDN26
Genre: Sonstiges

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

klassiker, weltliteratur, satire, jean paul, groteske

Dr. Katzenbergers Badereise

Jean Paul
Flexibler Einband: 212 Seiten
Erschienen bei Reclam, Philipp, 01.01.1986
ISBN 9783150000182
Genre: Klassiker

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

gesellschaftskritik, mord, schüler-mord, lehrer

Jugend ohne Gott

Ödön von Horvath
Flexibler Einband: 157 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp
ISBN 9783518065174
Genre: Klassiker

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57 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

roman, deutsche literatur, deutschland, danzig, nobelpreis

Der Butt

Günter Grass
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.09.1993
ISBN 9783423118248
Genre: Romane

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

philosophie, musik, dionysos, tragödie, apollo

Die Geburt der Tragödie. Oder: Griechenthum und Pessimismus

Friedrich Nietzsche , Günter Wohlfart
Flexibler Einband
Erschienen bei Reclam, Philipp
ISBN 9783150071311
Genre: Sachbücher

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Nachtasyl

Maxim Gorki , August Scholz
Flexibler Einband
Erschienen bei Reclam, Philipp, 01.01.1986
ISBN 9783150076712
Genre: Gedichte und Drama

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46 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

komödie, täuschung, korruption, 1836, fremder

Der Revisor.

Nikolai W. Gogol , ,
Flexibler Einband
Erschienen bei Reclam, Philipp, 01.01.1986
ISBN 9783150008379
Genre: Klassiker

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

mord, bühnenstück, könig, reclam, historie

König Richard III.

William Shakespeare , August W Schlegel
Flexibler Einband: 120 Seiten
Erschienen bei Reclam, Philipp, 01.01.1986
ISBN 9783150000625
Genre: Sonstiges

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56 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

vergewaltigung, kirche, kinder, familie, schweden

Tausendschön

Kristina Ohlsson , Susanne Dahmann
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Limes Verlag, 10.09.2012
ISBN 9783809025924
Genre: Krimi und Thriller

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178 Bibliotheken, 4 Leser, 4 Gruppen, 7 Rezensionen

klassiker, dublin, irland, james joyce, ulysses

Ulysses

James Joyce , Hans Wollschläger
Flexibler Einband: 1.008 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 29.04.1996
ISBN 9783518390511
Genre: Klassiker

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516 Bibliotheken, 4 Leser, 5 Gruppen, 35 Rezensionen

japan, liebe, selbstmord, sex, freundschaft

Naokos Lächeln

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Fester Einband
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 16.05.2013
ISBN 9783832156091
Genre: Romane

Rezension:

“Der Tod existiert nicht als das Gegenteil des Lebens sondern ist ein Bestandteil des Lebens”. Mit diesem Leitmotiv gestaltete der japanische Autor Haruki Murakami im Jahre 1987 seinen Roman “Naokos Lächeln”, welcher auf den ersten Blick zwar wie eine simple Liebesbeziehung eines Studenten zu zwei unterschiedlichen Frauen zu sein scheint, in Wirklichkeit jedoch philosophische Poesie ist, die die Probleme eines jungen Studenten aufzeigt.

Toru Watanabe beginnt nach dem Selbstmord seines besten Freundes Kizuki ein Studium in Tokio. Als er dort auf dessen Exfreundin Naoko trifft entwickelt sich aus einer gemeinsamen Freundschaft eine eher komplizierte Affäre. Da Naoko den Tod Kizukis jedoch nicht verarbeiten kann begibt sie sich nach einer gemeinsamen Nacht mit Watanabe in ein Pflegeheim in Kobe. Toru besucht seine Schulfreundin, doch gleichzeitig lernt er in Tokio die extrovertierte Midori kennen, zu der er vorerst auch nur eine Freundschaft aufbaut – aus dieser bildet sich nach einiger Zeit jedoch ebenfalls eine Liebesbeziehung. Der Protagonist, der in diesem Roman aus der Retroperspektive von seinem Verhältnis zu der introvertierten und psychisch labilen Naoko und dem Kennenlernen seiner neuen Bekanntschaft berichtet, steht im gesamten Roman zwischen beiden Frauen und schildert unverblümt seine Erfahrungen während seines Studiums.

Wer nun glaubt, dass es sich in diesem Roman um eine reine Liebesgeschichte handelt irrt, denn schließlich sind die beiden Frauen in Watanabes Leben nur die Symbolträger für die Unentschlossenheit eines jungen Studenten, der sich nicht sicher ist, ob er seine Vergangenheit abstreifen kann um sich der unberührten Zukunft zu widmen. Die kranke Naoko charakterisiert die Vergangenheit, die den unverarbeiteten Tod des gemeinsamen Freundes Kizuki immer noch mit sich trägt und sich erst nach einiger Zeit in psychologische Behandlung begibt. Hier, abgeschottet von der Außenwelt, versucht Naoko ihre Vergangenheit zu verarbeiten, scheitert jedoch kläglich. Auf der anderen Seite steht Midori, mit der Watanabe anfangs nichts als eine Freundschaft verbindet. Sie schließt Watanabe trotz festem Freund in ihr Privatleben ein, eröffnet ihm ihre vollkommen andere Welt und ebnet ihm den Weg der Zukunft. Der Roman, welcher in den 60er Jahren in Japan spielt zeigt die Probleme eines verwirrten Charakters auf, der praktisch mitten im Leben steht und sich nicht zu entscheiden weiß.

Gewohnt verträumt schafft Murakami dem Leser eine Welt, in der westliche Werte auf die asiatische Kultur treffen, besonders durch intertextuelle Bezüge zur europäischen Literatur gelingt es dem Autor eine zeitlose Geschichte zu verfassen in der es um mehr als nur Liebe geht. Der Roman “Naokos Lächeln” liest sich wie die tragische Geschichte des Scheiterns, in der selbst in euphorischen Momenten stets Melancholie mitschwingt. Der Autor, welcher mit “Naokos Lächeln” weltweit bereits über 13 Millonen Bücher verkauft hat, stand 2012 in der engeren Auswahl für den Literaturnobelpreis, welcher jedoch an den Chinesen Mo Yan gegangen ist…Murakami schafft es immer wieder ernstzunehmende Literatur massentauglich zu machen, auch weil er in seinen Romanen großen Bezug auf die Literatur und Kultur des Westens nimmt. Der Roman liest sich gewohnt leicht, für den gleichnamigen Film aus dem Jahr 2011 wurden viele Dialoge direkt unverändert übernommen, sodass sich beim Lesen ein “das kenn ich doch”-Gefühl einstellt.

Mehr auf meinem Blog: www.vitrinenglas.wordpress.com

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

scheidung, ehe, chicago, hollywood, liebe

Sage nicht Lebwohl

Sally John
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 04.09.2012
ISBN 9783775154086
Genre: Romane

Rezension:

Was ist schon eine perfekte Ehe? Jill, gläubige Radio-Eheberaterin und verheiratete Ehefrau, glaubt dies ganz genau zu wissen – immerhin hat sie nun auch ein Buch über ihre perfekte Ehe mit ihrem Mann Jack geschrieben, mit dem sie bald auf große Lesereise quer durch die USA reist. Doch aus heiterem Himmel verlässt der Göttergatte die selbstsichere Jill, welche nun mit einer Ehekriste ihr Buch bewerben soll und anderen Frauen Tipps geben soll, wie sie eine so vollkommene Ehe führen können. Keine leichte Aufgabe, doch gleichzeitig auch eine Herausforderung in die sie sich erst hineinfinden muss.

Ja, der Roman “Sage nicht Lebwohl” von Sally John klingt auf Anhieb wie ein Buch, in dem eine Frau einen Neuanfang zu starten versucht und auch neue Seiten an sich erkennt, eine Frau mit Vorbildfunktion, die ihre Kraft aus dem christlichen Glauben schöpft und ihren Mann praktisch ziehen lässt. Es wäre so schön gewesen, aber nein, letztendlich funktioniert dieser Roman nicht so…immerhin steht nicht lange zur Debatte, dass der allmächtige Gott ihr irgendwie durch diese Situation verhilft. Zu einem Neuanfang kommt die Protagonistin nur leider nicht, denn nach dem Zusammenbruch vor einer Horde Jill-Fans wird sie von ihrer besten Freundin und ihrer Schwester Viv wieder aufgepäppelt um Jack dazu zu bewegen mit ihr doch in eine Eheberatung zu gehen. Jill weiß ja, dass so eine Eheberatung wichtig ist, und darum ist es auch essentiell, dass sie und ihr Noch-Ehemann unbedingt dahin gehen müssen – er will aber nicht. Er hat aber auch einen triftigen Grund, immerhin hat er vor einem überstandenem Autounfall im Radio von Jills Buch und den pikären Details über ihre Ehe erfahren, die er dann doch lieber nicht in der Öffentlichkeit vernommen hätte.

Was ist also dieser Roman? In erster Linie eine Geschichte über eine Frau, die sich durch den Aufbau einer Karriere die Ehe zerstört hat, ohne es bis zum entscheidenden Moment überhaupt gemerkt zu haben. Gleichzeitig ist es aber auch eine Geschichte, in der eine Frau zu ihrer Familie zurückfindet, und versucht über einen solchen Einschnitt über ihr Leben hinweg zu kommen, auch wenn sie hier ebenso auf leichte Kritik bezüglich ihres Buches stößt. Der Glaube an Gott schwingt in diesem Buch fortwährend mit, sodass es in diesem Buch unglaublicher Weise nur einen einzigen Atheisten gibt – und der ist ausgerechnet der Ehemann der Schwester Jills, der selbst alles andere als ein “perfekter Ehemann” dargestellt wird.
Was die Autorin Sally John wirklich toll gemacht hat, ist aufzuzeigen, dass es keine perfekten Ehen gibt, auch wenn diese vor der Gesellschaft als schnörkellos und vollkommen stehen, obwohl die Autorin doch eher altertümliche Ansichten über die Geschlechterrollen in der Ehe hat. Insgesamt ist diese Geschichte leider unglaublich langweilig, die einzig “spannende” Stelle ist ein Busunfall, dessen Unglück (der Tod der gläubigen Rentnerin Agnes) bereits nach wenigen Seiten fast schon in Vergessenheit gerät, Jills Vater glänzt mit vollkommen sinnfreien Sätzen wie “Gott liebt dich, darum hat Jack dich verlassen”, und anstatt das Jill sich umorientiert und versucht einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, oh Wunder, kommt sie doch irgendwie wieder mit Jack zusammen – und das ganz alleine durch Gottes Hilfe. Jacks Begründung Jill vorerst zu verlassen ist im Übrigen vollkommen vorhersehbar.

Leider konnte mich der Roman nicht wirklich überzeugen, der Sprachstil war mir etwas zu flach (kann aber auch an der Übersetzung gelegen haben), die Handlung ist doch irgendwie nur mal wieder ein konventionelles Happy End in dem es eben mit einem Neuversuch weitergeht, in der nun jeden Tag etwas mehr an der gemeinsamen Ehe gearbeitet wird, inhaltlich gab es keine besonderen Höhepunkte, und trotz der Moralbotschaft in diesem Buch, findet man hier nichts herausragend Neues.

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245 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

schweden, mord, kinder, abtreibung, entführung

Aschenputtel

Kristina Ohlsson , Susanne Dahmann
Fester Einband: 476 Seiten
Erschienen bei Limes Verlag, 26.10.2011
ISBN 9783809025917
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

“Schwedenkrimis” sind ja vor allem in den letzten Jahren zum wahren Erfolgshit mutiert nicht zu letzt nach Stieg Larssons “Millenium Trilogie”-Boom. Der Kriminalroman “Aschenputtel” der schwedischen Autorin Kristina Ohlsson ist ebenso ein Buch, welches nicht nur in Schweden zum Bestseller wurde. Wo es anfangs nur um Kindesentführung geht, geht es später um Mord und Rache, und das Team um den Ermittler Alex Recht und die Kriminologin Fredrika Bergmann tappt sehr lange Zeit im Dunkeln.

Alles beginnt noch verhältnismäßig unspektakulär, als Sara Sebastiansson während einer ungeplanten Zugverzögerung das Transportmittel verlässt um draußen ungestört zu telefonieren. Ihre Tochter sitzt noch schlafend im Zug, als dieser wieder weiterfährt – Sara verpasst den Zug, weil sie einer Frau zur Hilfe kommt, dessen Hund scheinbar unter Krämpfen leidet. Nach Absprache mit dem Bahnpersonal reist sie weiter mit dem Taxi nach Stockholm, um hier ihre Tochter aus dem Zug abzuholen, doch als sie ankommt ist ihre Tochter verschollen.
Alex Recht, Ermittler der Stockholmer Polizei hat es mit seiner studierten neuen Kollegin nicht gerade einfach, den Fredrika Bergmann arbeitet einfach nicht so, wie es ein richtiger Polizist zu tun hat – ihre Mutmaßungen sind banal, ihr Scharfsinn noch nicht stark genug ausgeprägt…die beiden werden gemeinsam mit dem Polizisten Peder Ryhd zum Stockholmer Bahnhof gerufen, um das vermisste Kind aufzuspüren und verdächtigen direkt den Vater des Kindes. Was sie erst später erfahren sollen, ist, dass die junge Lilian Sebastiansson nicht das einzig entführte Kind bleiben soll, und, dass sie nicht ahnen sollten, dass diese scheinbar grundlos umgebracht werden.

Kindermord ist eines der wenigen Themen, mit welchem man in der Literatur wie auch in Filmen eher vorsichtig umgehen muss – der Autorin Kristina Ohlosson gelingt dies zwar, jedoch auf eine doch recht vorhersehbare Weise, viele Dinge werden schon erahnt bevor diese überhaupt ins Auge der Ermittler fallen. Von Beginn ist klar, dass es sich nicht um eine einfache Entführung handelt, sondern um etwas viel schlimmeres. Gleichzeitig ist es offensichtlich, dass nicht der eigene Vater der Entführer und Mörder der kleinen Lilian ist, auch wenn dieser ein ebenso dunkles Geheimnis mit sich herumträgt. Die einzige Person in diesem Fall, die den Vater direkt ausschließt, ist die Ermittlerin Fredrika Bergmann, die jedoch von all ihren Kollegen gnadenlos unterschätzt wird, und zwar leider viel zu oft. Sie ist die Sympathieträgerin in diesem Kriminalroman, die sich aus vielen kleinen Puzzleteilen das Gesamtgeschehen zusammenbaut. Die Geschichte handelt von Rache an den Müttern, die nicht in der Lage zu sein scheinen alle Kinder gleichmäßig zu lieben, doch was sie getan haben bleibt lange Zeit unaufgedeckt.

Die Autorin führt den unwissenden Leser sehr lange hinters Licht, es werden Mutmaßungen gemacht wer denn nun der grausame Mörder sein könnte, ein wirklich gut gemachter Schachzug, der zum Weiterlesen anregt. Die Auflösung des Falls ist jedoch beinahe so ernüchternd, wie das frühere Herbeiziehen eines Profilers, und führt den Leser zu einem Ende, bei welchem man denkt, dass die Autorin einfach keine Lust mehr hatte weiterzuschreiben. Der Kriminalroman bietet jedoch auf vielsichtige Art und Weise Einblicke in die Privatleben aller Ermittler, macht diese durchsichtiger und lässt ihre Handlungen in vielen Momenten nachvollziehen.

Für einen Debütroman stellt “Aschenputtel” in jedem Fall eine unterhaltsame Lektüre dar, die Lust auf den Folgekrimi “Tausendschön” macht, welcher am 10. September 2010 im Limes Verlag erschienen ist. Ohlsson zeigt wahres potential, auch wenn einige Handlungsverläufe sicherlich noch ausbaufähig sind. Sie selbst ist Terrorismusexpertin in Wien und arbeitet für das schwedische Außen- und Verteidigungsministerium – ein Buch, welches vielleicht im politischen Milieu spielt wäre von ihrer Seite aus sicherlich interessant.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

berlin, behinderung, ddr, rolling stones, mutter

Kein runter, kein fern

Ulrich Plenzdorf
Flexibler Einband: 47 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp
ISBN 9783518375785
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem ich bereits “Die Legende von Paul und Paula” und “Die neuen Leiden des jungen W.” gelesen habe, zwei Bücher die mir eigentlich ganz gut gefallen haben, habe ich mir heute Ulrich Plenzdorfs Erzählung “kein runter kein fern” aus dem Jahre 1973 vorgenommen. Nun was soll ich sagen? Das Buch ist anders als seine Vorgänger, kritisch und vor allem stark fragmentarisch, denn das Buch ist aus der Sicht eines geistig zurückgebliebenen geschrieben.

“kein runter kein fern” ist ein innerer Erlebnisdialog aus der Sicht des Hilfsschülers Fleischmann. Er lebt in Ostberlin, ist ein großer Fan der Rolling Stones und will am Tag des 20 jährigen Bestehens der DDR ein vermeintliches Stones Konzert auf dem Dach eines großen Hochhauses besuchen um endlich MICK (Jagger) live zu erleben (das Gerücht eines geheimen Konzerts bestand tatsächlich). Er verfolgt eine Radiosendung in der über die 20-Jahrsfeier in Berlin berichtet wird, und begibt sich später zum Alexanderplatz mit der S-Bahn, wo ihn allerdings ein Menschenaufmarsch erwartet, der von der Volkspolizei auseinander getrieben wird. Dem Leser wird in diesem Monolog in stark fragmentarischer Form und in gesprochen-geschriebener Sprache das Leben des geistig Behinderten mit all seinen Eindrücken und erdrückenden Erlebnissen geschildert, denn er gilt in der DDR als untauglich und wird nicht einmal von seiner Familie akzeptiert – lediglich in der Schule erhält er positive Bestätigung.

Der Protagonist Fleischmann, der gerade einmal 10 Jahre alt ist, nimmt vieles deutlich intensiver wahr als seine Mitmenschen, seine Eindrücke sind jedoch beinahe ohne Sinn und Verstand formuliert. Dennoch läuft sein retroperspektiver Blick darauf hinaus, dass er letztendlich immer alleine und ausgegrenzt bleiben wird, gerade als es später zu Konflikten mit der Volkspolizei, bei der auch sein Bruder ist, kommt. Plenzdorf gelingt es eine Geschichte zu vermitteln ohne sich auf die normative Grammatik zu besinnen, alles was dem Leser inklusive vieler Neologismen sowie vulgären Ausdrücken in den unvollständigen Sätzen präsentiert wird ist bruchstückhaft und mit vielen Satzwiederholungen “ausgeschmückt”. Diese Art des Schreibens lässt die Erzählung authentisch sein, denn sie spiegelt die wörtliche Rede des Behinderten wieder, gleichzeitig präsentiert es außerdem eine sprachliche Form, über die sich der Autor sicherlich beim Schreiben den Kopf zerbrechen musste. Für den Leser gestaltet sich die Sprachgestaltung jedoch eher anstrengend, nachdem sich die erste Seite bereits aus einem ineinanderverschachtelten Satz zusammensetzt, der ganz klar auf einige Kommata verzichtet.

Letztendlich ist “kein runter kein fern” ein Einblick in die “Parallelwelten aus Staatsgehorsam und eigenem Gewissen”[1], dem unschuldigen wenn auch gequälten Gemüt eines Kindes und der elitären Scheindemokratie, mit einem tragischen Ende und keinem Konzert der Rolling Stones. All dies ist auf eine so deprimierende und vor allem kritische Weise geschrieben, dass die DDR am Ende in keinem guten Licht steht. Ob die Erzählung gefällt ist sicher Ansichtssache, mir persönlich haben die anderen Bücher Plenzdorfs besser gefallen.

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91 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

liebe, hamburg, suizid, selbstmord, beziehung

Wenn die Nacht am stillsten ist

Arezu Weitholz
Buch: 160 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 05.09.2012
ISBN 9783888977756
Genre: Romane

Rezension:

Anna ist anders. Nicht etwa weil sie anders aussieht, sondern weil sie in einer Gesellschaft lebt die nicht zu ihr passt. Ihr Vater hat sich umgebracht, ihre Mutter ist in einem Pflegeheim und unsere Protagonistin ist, nachdem sie aus Südafrika wiedergekehrt ist, mit dem schnöseligen Journalisten und Arbeitskollegen Ludwig zusammengekommen, der eigentlich gar nicht zu ihr passt und der die Beziehung aber lieber geheimhalten möchte.
Annas Leben ist nicht perfekt, und sie tut auch nicht so als wäre es auch nur annähernd perfekt.

Der Roman “Wenn die Nacht am stillsten ist” von Arezu Weitholz erscheint am 05. September im Kunstmann Verlag und beginnt mit einem Monolog, welcher aufzeigt wie wenig Anna und Ludwig doch zusammen passen. Anna redet, Ludwig liegt bewusstlos (oder vielleicht doch schlafend) neben ihr, nachdem er versucht hat sich umzubringen.
Sie hat schon so vieles erleben müssen, ist durch die Welt gezogen, hat Leute sterben sehen, hat immer Verantwortung tragen müssen – das passt einfach nicht in Ludwigs heile Welt, der von Annas Eskapaden am liebsten gar nichts hören würde, denn bei ihm muss alles perfekt sein.

Der Tag vor Ludwigs Selbstmordversuch wird beschrieben – er trennt sich von Anna, woraufhin sie einfach geht, weil sie sowieso kurze Zeit später einen Anruf vom Pflegeheim bekommt…ihre Mutter habe mit einem Buch nach einem Pfleger geworfen. Anna besucht ihre Mutter und geht abends noch weg, und lässt durch einzelne Details ihr Leben retroperspektivisch an sich vorbeirauschen, sodass dem Leser hier klar wird, wieso sie mit Ludwig zusammengekommen ist, was sie alles schon für Sachen durchmachen musste, und dass sie in einer Welt arbeitet, die so von Oberflächlichkeiten regiert wird, in welche sie einfach nicht hineinpasst.

Die Autorin Arezu Weitholz die hier ihren ersten Roman vorlegt hat bisher für einige überregionale Tageszeitungen geschrieben, ist Texterin für Musiker wie beispielsweise Herbert Grönemeyer (man merkt ihr auch an, dass sie im Beruf viel mit Musik zu tun hat) und hat bereits zwei Lyrikbände – “Mein Lieber Fisch” und “Merry Fischmas” – publiziert (in ihrem aktuellen Roman taucht übrigens auch ein Fisch auf). Sie kommt ursprünglich aus Niedersachsen, sodass der Leser in “Wenn die Nacht am stillsten ist” mit Anna auch durch einige niedersächsische Örtchen fährt.

Wer sich mit dem anfänglichen Monolog schwertut wird nach einigen Seiten “erlöst”, dennoch lohnt es sich diesen zu lesen, denn hier erfährt man eigentlich das, was Anna wirklich über Ludwig denkt. Sie wirkt viel ernster und erwachsener als im nachfolgenden Teil des Romans, in welchem dann in dritter Person weitererzählt wird. Der Roman begeistert nicht nur durch seine Optik sondern auch durch den Schreibstil der Autorin, welcher zwar locker und gut verständlich aber dennoch anspruchsvoll ist. Die Thematik ist gleichzeitig eine, in welche sich sicher manch einer hineinversetzen kann – eine Welt in die man einfach nicht passt, und in die ein ungeregeltes, ungezwungenes Leben einfach nicht passt, anschaulich dargestellt durch Annas Alltag, der zum Ende des Tages in einem Desaster enden wird.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 1 Rezension

ddr, sozialismus, glück, fortschritt, zimmermann

Spur der Steine

Erik Neutsch
Fester Einband: 733 Seiten
Erschienen bei Faber & Faber, 28.08.2008
ISBN 9783867300674
Genre: Romane

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409 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 91 Rezensionen

liebe, herz, märchen, kuckucksuhr, jack

Die Mechanik des Herzens

Mathias Malzieu , Sonja Finck
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Carl's Books, 08.06.2012
ISBN 9783570585085
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Cover verzaubert, die Geschichte ist märchenhaft. Im Jahre 1874, in der kältesten Nacht des Jahres, wird der kleine Jack in einem Turm in Edinburgh geboren, sein Herz ist eingefroren. Um dem Jungen das Leben zu retten setzt die Hebamme und Bastlerin Dr. Madelaine Jack eine hölzerne Kuckucksuhr ein. Seine Mutter verlässt ihn und seine Lebensretterin kümmert sich um ihn und erklärt ihm, dass er sich niemals verlieben dürfe, doch dann sieht Jack mit 10 Jahren erstmals seine große Liebe, die Tänzerin Miss Acacia.

Jack verliebt sich in das zierliche und vor allem tollpatschige Mädchen und überredet Dr. Madelaine die Schule zu besuchen, um seine große Liebe endlich wieder zu treffen – doch anstatt sie zu finden, wird er in der Schule gehänselt und schikaniert, und das ausgerechnet von Miss Acacias ehemaligen Liebhaber Joe. Nachdem Jack seinem Widersacher in der Schule ein Auge aussticht, muss er flüchten und begibt sich mit dem bekannten Filmemacher und Illusionisten Georges Méliès auf eine Reise nach Andalusien, um die Dame seines Kuckucksherzens wieder zu finden.

Der Roman “Die Mechanik des Herzens” des französischen Autors und Musikers Mathias Malzieu begeistert nicht etwa durch seine Komplexität oder seinen nicht vorhandenen Authentizitätsanspruch, sondern durch kleine sprachliche und vor allem liebevoll gestaltete Details, die die Geschichte um Jack und Miss Acacia wie ein wahres Steampunk-Märchen wirken lässt. Dem Leser ist von Anfang an klar, dass eine Kuckucksuhr als Herzersatz vollkommen unmöglich ist, und auch die Warnung, dass Jack sich niemals verlieben dürfe macht eben nur auf den zweiten Blick Sinn – denn auf Glück und Hoffnung müssen eben manchmal auch Enttäuschungen folgen.
Die Geschichte, die keineswegs als glückliche Liebesgeschichte gesehen werden kann, richtet sich vor allem an junge Erwachsene und liest sich wie eine Geisterbahnfahrt ins Verderben, auch wenn das Streben nach Liebe immer im Vordergrund steht. Neben Georges Méliès und seiner zukünftigen Frau Jeanne (zwei Personen, die einem vielleicht auch schon aus dem Buch/Film “Hugo Cabret” bekannt sein könnte) hat übrigens auch der gefürchtete Serienmörder Jack the Ripper einen Gastauftritt.

Der Roman, der Ende des 19. Jahrhunderts spielt, fasziniert durch seine Einfachheit, seine Liebe zum Detail, den Problemen des Protagonisten seine Liebe für immer für sich zu behalten und der ewig währenden Frage wieso Dr. Madelaine ihm verboten hat sich zu verlieben. Man fühlt sich wie in die Welt eines Tim Burton hineinversetzt, eine Welt, in der das Fantastische mit dem Bedrohlichen einhergeht…der Autor nutzt seine erfindungsreiche Sprachgestaltung aus, um den Leser mit Neologismen und interessanten Metaphern zu begeistern.
Im Herbst 2012 wird es außerdem eine Verfilmung des Regisseurs Luc Besson geben, auf welche ich mich nach diesem Buch besonders freue.

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50 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

professor, berlin, bonn, midlifecrisis, liebe

Fliehkräfte

Stephan Thome
Fester Einband: 474 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.09.2012
ISBN 9783518423257
Genre: Romane

Rezension:

Mit Stephan Thomes Roman “Fliehkräfte”, welcher diesen Monat erschienen ist, gelingt es dem Suhrkamp Verlag ein drittes Buch in die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2012 zu bringen. Die Geschichte um den Philosophieprofessor Hartmut Hainbach skizziert in erster Linie ein Erlebnis, was in der Romanwelt mit Sicherheit nicht neu ist, dem Autor gelingt es jedoch zweierlei Reisen des Protagonisten in einer einzigen zu verbinden.

Wenn man in seinem Leben alles erreicht hat und plötzlich vor einer großen Entscheidung steht, fällt diese einem sicherlich nicht leicht. Hartmut Hainbach ist zwar verheiratet, führt jedoch seit einiger Zeit eine immer distanzierter werdende Fernbeziehung zu seiner Frau – er doziert in Bonn, sie schauspielert in Berlin. Mit seiner Stelle als Dozent ist er eigentlich sehr zufrieden, seine Tochter Philippa studiert in Hamburg und absolviert derzeit einen Sprachkurs im spanischen Santiago de Compostela. Hartmut steht vor der Wahl – soll er das gemeinsame Haus verkaufen und seiner Frau Maria zuliebe einen schlechter bezahlten Job in Berlin annehmen oder sie lieber doch verlassen? Um seine Entscheidung zu treffen reist er von Bonn über Paris bis in die spanische Pilgerstätte in der seine Tochter derzeit lebt, um sich nicht nur über seine Entscheidung klar zu werden, sondern auch sein nicht ganz perfektes Leben noch einmal Revue passieren zu lassen.

Die eigentliche Reise dient Hartmut im Prinzip nur als Mittel zum Zweck, denn gerade dadurch, dass er Personen und Orte aus vergangenen Zeiten wiedertrifft fühlt er sich an seine Erlebnisse zurückerinnert, ganz gleich ob es sich um die mit seiner Frau handelt, die Bekanntschaft eines alten Freundes der nun in Frankreich lebt oder die eigene französische Exfreundin die er in Amerika kennengelernt hat handelt. Gerade dadurch, dass die Geschichte um den Philosophen zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her pendelt, liegt die volle Konzentration des Lesers bei Hartmut, der uns in seiner Gedankenwelt beinahe sein gesamtes Leben präsentiert, womit sich auch ganz klar immer die Frage stellt ob er seine portugiesische Ehefrau noch liebt oder noch lieben kann, und vor allem ob er sich für ein weiteres gemeinsames Leben für sie entscheiden kann. Im Grunde geht es immer um die Familie, und so ist es kein Wunder, dass Hartmut sich für eine spontane Reise zu seiner Tochter entscheidet – die ebenfalls mit einer Überraschung auf ihn wartet.

Der Protagonist dieses Romans hat vieles mit dem Autor gemeinsam, denn beide haben Philosophie in Berlin studiert und stammen aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, Thome weiß also ganz genau wovon er schreibt, denn beide Orte spielen auch im Roman eine kleine Rolle. Mit seinem aktuellen Werk “Fliehkräfte” ist es der zweite Versuch den Deutschen Buchpreis zu gewinnen, denn mit seinem Roman “Grenzgang” war er bereits 2009 in der Shortlist vertreten. Gute Voraussetzungen, denn sein neuer Roman gefällt wirklich ausgesprochen gut, auch wenn die Handlung einer Reise in die Vergangenheit nicht gerade neu ist. Mit vielen Denkansätzen und Impressionen versehen liest sich “Fliehkräfte” wie eine würdige Hommage an das unvollkommene Leben, konstruiert mit einer Reise, ähnlich wie selbst Hemmingway sie in “Über den Fluss und durch die Wälder” konzipiert hat. Ob der Finalist Thome den Deutschen Buchpreis 2012 gewinnt, wird sich am 8. Oktober herausstellen, man darf also gespannt sein.

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der potemkinsche Hund

Cordula Simon
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Picus Verlag, 01.08.2012
ISBN 9783854526889
Genre: Romane

Rezension:

Nichts ist so wie es scheint, als Anatol ­Grigorjevic eigentlich schon tot geglaubt auf einem Friedhof erwacht. Als er die Augen, die ihm zugenäht wurden, endlich öffnen kann, erblickt er vor sich einen schäbig aussehenden Hund. Er nennt ihn Celobaka – Menschenhund. Nach dem Treffen mit zwei älteren Frauen, die ihm freundlicherweise etwas zum Anziehen geben, entledigt er sich seiner restlichen Nähte und begibt sich mit dem Hund auf eine Reise quer durch die Ukraine.

Doch wieso ist Anatol angeblich gestorben, wenn er sich doch selbst sicher ist, dass er noch lebt? Irina, diejenige, die stets für Anatol geschwärmt hat, und ihn nicht einfach als tot akzeptieren wollte, hat versucht den Protagonisten mit einer Art Zauber wieder zu beleben, in dem sie versuchte seinen Tod gegen das Leben eines Hundes auszutauschen – was sie nicht weiß, ist, dass ihr Versuch Anatol ins Leben zurückzuholen gelang, wenn auch nicht vollständig.
Der Debütroman “Der potemkinsche Hund” der österreichischen Autorin Cordula Simon, 2012 im Picus Verlag erschienen, ist in erster Linie eine merkwürdige, beinahe schon kafkaeske, Geschiche zweier Seelen die auf dem besten Weg sind sich zueinander zu verirren. Anatol ist wie ein Zombie und reist von Odessa bis nach Kiew und wieder zurück, nur um seine Identität erfolglos zurückzuerlangen, Irina reist durch planlos durch die Gegend. Beide treffen sich letztendlich ohne sich wieder zu erkennen, nachdem sie bereits so einiges erlebt haben.

Neben diesen beiden Charakteren und dem doch eher eigentümlichen Hund, erwarten den Leser weitere bizarre Gestalten, welche ihre eigenen Erfahrungen mit Anatol machen – sei es Anatols Nachmieter, sein Bestatter oder eben ein Verwaltungsangesteller, welcher sich weigert seine Todeserklärung rückgängig zu machen. All dies ist auf eine so authentische Art und Weise geschrieben, dass man sich selbst in die teils widerwertigen Szenen hineindenken kann und die Trostlosigkeit eines Landes verspürt, welches immer noch nicht weiß ob es sich zu Russland oder dem Rest Europas zählen kann.
Die Autorin Cordula Simon schafft es mit einem ausgesprochen sprachgewandten, wenn auch teils sehr rabiaten, Stil die Leserschaft in ihre Wahlheimat Odessa mitzunehmen, wo sie deutsche und russische Philologie studiert hat.

Das ukrainische Temperament, welches immer noch von der Sowjetunion geprägt ist, wirkt in erster Linie ungewohnt, sodass man sich zu Beginn wirklich erst in die Geschichte hineinarbeiten muss. Die Charaktere wirken auf ihre Art zwar kalt, rau und schmutzig, doch bei genauerer Betrachtung stellt man fest, dass gerade diese Charaktere menschlich sind und keinesfalls Perfektion anstreben.
Auf Übersetzungen einiger Fremdwörter haben sowohl die Autorin als auch das Lektorat weitesgehend verzichtet, sodass der Roman im Lesefluss authentisch wirkt und man ganz klar weiß, wo man sich in der Geschichte rund um den totgeglaubten Anatol befindet. Gleichzeitig befindet sich im Anhang eine Übersetzung der in kyrillisch geschriebenen, herausragend gewählten, Mottos, die einem nicht nur die russischsprachige Lyrik ein wenig näher bringen kann, sondern gleichzeitig auch ein osteuropäisches Lebensgefühl übermittelt.

Vor allem im Rückblick auf den gesamten Roman stellt dieses Buch eine wirklich gute Literatur dar, deren Thematik nicht nur neuartig und interessant wirkt, sondern auch gleichzeitig eine verstörende Geschichte zweier Personen charakterisiert, die sich zwischen Tod und Leben nicht mehr finden können, auch wenn sie sich näher kommen als jemals zuvor.

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

klassiker, kater murr, katzengeschichten, romatik, eta hoffmann

Lebensansichten des Katers Murr

E. T. A. Hoffmann
Flexibler Einband: 517 Seiten
Erschienen bei Reclam, Philipp, 01.12.1986
ISBN 9783150001530
Genre: Klassiker

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341 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

musik, liebe, band, freundschaft, schnee

Linna singt

Bettina Belitz
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei script5, 10.09.2012
ISBN 9783839001394
Genre: Romane

Rezension:

Linna hat nach der Auflösung ihrer Band fünf Jahre nichts von ihren alten Freunden gehört als sie sich mit ihren alten Bandkollegen eher widerwillig auf eine alte Almhütte zwischen München und der österreichischen Grenze begibt. Hier wollen die Musiker für einen Auftritt gemeinsam proben, doch nicht nur, dass Linna seit fünf Jahren keine Note mehr gesungen hat, sondern auch, dass einer der Anwesenden es auf sie abgesehen hat, macht den Aufenthalt eher problematisch.

Die Geschichte um die Band “Linna singt” ist sowohl ergreifend als auch schockierend, denn hier in der alten Berghütte lässt eine Person nichts ungeschehen um Linna scheinbar vor den restlichen Leuten bloßzustellen. Bettina Belitz lässt in ihrem Roman “Linna singt” jeden verdächtig wirken und doch scheint niemand einen wirklich plausiblen Grund für diese Taten zu haben. Am liebsten wäre Linna gar nicht erst mitgefahren, doch sie muss dringend mit dem Gitarristen Falk über ihre gemeinsame Nacht reden. Schon bevor die Truppe am Ziel ankommt stellt die Sängerin fest, dass die anderen sich deutlich verändert haben und nicht mehr die alten sind, die sie einst glaubte zu kennen. Jules und die aggressiv wirkende Maggie sind verheiratet, Falk behauptet eisenfest die besagte Nacht mit Linna niemals erlebt zu haben, und auch der Bassist Simon scheint ein schweres Geheimnis mit sich herumzutragen. Um die Geschichte noch etwas anzuheizen begleitet der Roadie Tobi die Band, der nicht nur die bald zugeschneite Hütte als Probebereich stellt, sondern auch einen Narren an Linna gefressen hat.

Neben Nachrichten die einer der beteiligten Personen beinahe schon ketzerhaft gegen Linna an die Wand schmiert erwartet den Leser eine Intrige nach der anderen, feinstens darauf ausgelegt die Protagonistin bloßzustellen. Jeder könnte es gewesen sein, und bis zum Ende ist unklar, was es nun mit all den Gemeinheiten auf sich hat. Eines steht fest, jeder hat auf irgendeine Weise Dreck am Stecken oder birgt ein Geheimnis, was bestenfalls keiner der anderen erfahren soll.
Neben anfänglichen Streitereien raufen sich die fünf bzw. sechs Personen wieder zusammen, und merken, dass die einzige Lösung der Probleme darin besteht, sich miteinander auszusprechen, denn in der zugeschneiten Hütte bleibt ihnen keine andere Wahl, vor allem da alle Handys verschwunden sind und keine Hilfe geholt werden kann.

Der Autorin Bettina Belitz, die im Verlag Script5 nun schon ihren vierten Roman vorlegt, nutzt jede Gelegenheit um Linna mit ihrem geheimen Widersacher zu konfrontieren, sodass man nachvollziehen könnte, weshalb die Protagonistin den Schauplatz möglichst schnell verlassen will – anfangs wäre das noch gegangen, wäre der Schneefall nicht später zu stark gewesen… man fragt sich unweigerlich, ob Belitz mit diesem Roman nicht sogar ihre misanthropische Seite ganz klar betont und die Grenze vom Jugendbuch zur anspruchsvollen Literatur überschreitet. Die Handlung reißt den Leser mit, denn man will wissen was als nächstes geschieht, und ob es in dieser Szenerie nicht doch zu einem Todesfall kommt, und wann das Unheil endlich ein Ende nimmt.
Einzig und allein das Ende dieser fatalen und vor allem neugierig machenden Handlung ist leider etwas zu platt und vor allem vorhersehbar gestaltet worden. Auf eine mitreißende Geschichte folgt ein Schluss, der fast so scheint als seien der Autorin die Ideen ausgegangen. Nach kurzer Aussprache folgt ein Semi-Happy End. Ansonsten begeistert das Buch durch seine durchkonzipierte und vor allem ansprechende Handlung, und ist sicherlich nicht nur für Jugendliche interessant.

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80 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 16 Rezensionen

ddr, leben, hermaphrodit, kasimir, liebe

Vielen Dank für das Leben

Sibylle Berg
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.07.2012
ISBN 9783446239708
Genre: Romane

Rezension:

Der Roman “Vielen Dank für das Leben” von Sibylle Berg, 2012 im Hanser Verlag erschienen, lässt bereits mit dem Titel eine gewisse Ironie durchscheinen.
Wer glaubt, dass es hier um schöne Dinge geht hat sich nämlich getäuscht. Hier wird nicht so getan als wenn das Leben schön sei, hier geht es um genau das, was uns tagtäglich begleitet und uns eigentlich so langsam ankotzen sollte. Den Leser erwarten Beobachtungen über ein ganzes Leben hinweg, aus der Sicht einer neutralen Persönlichkeit – dem Hermaphroditen Toto.

Als Toto in der DDR geboren wird ist er ein Nichts. Zweigeschlechtlich. Seine Mutter stirbt nach 5 Jahren und Toto, der auf seiner Geburtsurkunde stehen hat, dass er ein Junge ist, kommt in ein Kinderheim. Er ist anders als die anderen Jungen, schläft nicht in der selben Bettreihe wie die anderen und duschen muss er auch alleine. Doch wieso, das weiß er nicht. Und auch hier bekommt “das Nichts” nach einiger Zeit den Spott, den kleine Kinder einem anderen Kind entgegenbringen können.
Nach dem “Verkauf” an eine nachlässige und vor allem unverantwortungsvolle neue Familie flüchtet er in den Westen, um einen Neustart in der Kapitalistenwelt zu machen…doch auch hier kommt es nur zu misserfolgen in einer abartigen Gesellschaft, in der er nicht nur mit seiner Intersexualität, die ihn vorher nie gestört hat, sondern auch mit dem Überleben zu kämpfen hat.

Der Roman schildert auf grausamste Art und Weise die triste, festgefahrene Zwangsgesellschaft, die sich seit vielen Jahren nicht nur in Europa festgefahren hat. Von der sozialistischen DDR bis in den Kapitalismus in welchem sich Männer als auch Frauen nicht gegen das System richten, sondern sich in diesem ohne eigenen Willen beugen. Jeder spielt seine Rolle, und Toto der/die sich niemals mit der gesellschaftlichen Rollenverteilung beschäftigt hat und sich einfach nur als Mensch gefühlt hat, scheint der Einzige zu sein, der versucht ein ganz normales Leben zu führen – was aufgrund seiner Art stets misslingt. Dies Welt in die Sibylle Berg uns führt ist eine Welt voller Stereotypen, die alle versuchen ihre Vorteile ohne Rücksicht auf Verluste auszuspielen…es gibt keinen Gewinner in diesem Roman, es gibt nur sich fügende Charaktere und den/die mittleidserregende/n Toto, eine Person, die es niemals einfach hatte in ihrem Leben.

“Vielen Dank an das Leben” ist die abgrundtief bösartige Abrechnung mit dem Alltag und der Tristesse, aus der sich selbst Toto nicht retten kann. Toto ist einfach das Paradebeispiel eines Charakters, der vollkommen anders – alleine schon durch sein Aussehen – gepackt wird und von der Gesellschaft hin und her geworfen wird.
Das Buch ist ein Exempel das aufzeigt wie man die Welt, in der wir zu leben scheinen, auch einmal anders betrachten könnte, und verdeutlicht wie grausam diese doch ist. Nichts wird einem geschenkt, und wer in ein Leben hineinwächst, in dem er eigentlich nicht geduldet wird, hat ganz eindeutig schlechte Karten.

Sibylle Berg fasziniert ohne Umschweife und schildert das gesamte Leben des, hoffentlich fiktiven, Toto fließend und ohne irgendwelche Euphemismen. Totos Leben ist wahrscheinlich das schlimmste was einem passieren kann, auch wenn er manche Unglücke einfach hinnimmt und akzeptiert, doch nur dadurch, dass er um zu leben in eine Gesellschaft passen muss, von dieser aber nicht vollends aufgenommen wird. Das Leben muss ein Misanthrop sein, sonst würde es uns bzw. Toto nicht so viel schlechtes antun. Sarkasmus in Perfektion seitens der Autorin.

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193 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

ghetto, juden, hoffnung, drittes reich, krieg

Jakob der Lügner

Jurek Becker
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 03.04.1982
ISBN 9783518372746
Genre: Klassiker

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Die Legende von Paul und Paula

Ulrich Plenzdorf
Flexibler Einband: 91 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 01.07.1974
ISBN 9783518366738
Genre: Romane

Rezension:

“Die Legende von Paul und Paula” von Ulrich Plenzdorf, 1973 von Ulrich Carow verfilmt, beginnt so, wie es eigentlich hätte enden sollen. Abrissstimmung, die Häuser in Pauls Straße werden abgerissen, er hält einen Bilderrahmen in dessen Foto Paula Paul so herzhaft umarmt, dass sein Hemd am Rücken reißt.
Der Text ist ein Drehbuch, der von Beginn an die Hoffnungslosigkeit betont, und die Legende die sich um Paul und Paula rankt ist verhängnisvoll.

Paula bekommt gerade ihr zweites Kind, als sie von ihrem Freund betrogen wird. Paul ist unglücklich verheiratet. Die beiden Nachbarn lernen sich drei Jahre später auf einer Feier kennen und verbrigen auch eine Nacht miteinander. Paula verliebt sich in den verheirateten Mann, doch Paul distanziert sich zunehmend von Paula, denn er will seine Ehe und seine berufliche Karriere schützen. Um etwas Zeit für sich zu haben gibt sie ihren beiden Kindern etwas Geld für das Kino – doch auf dem Rückweg wird ihr Sohn vom Auto angefahren und stirbt. Erst als Paula sich immer mehr zurückzieht um den Tod ihres Sohnes zu verarbeiten begreift Paul, dass er Paula doch liebt. Nach einigem hin und her kommen die beiden wieder zusammen, und Paula wird erneut schwanger…doch auch das hat Folgen.

In erster Linie fragt man sich beim Lesen dieser Filmerzählung, wieso es sich bei der Geschichte von Paul und Paula um eine Legende handelt. Man wird sich jedoch schnell bewusst, dass das, was einem hier geboten ist eben einfach nur vielleicht fiktiv ist. Das was hier passiert kann genauso gut jedem anderen Menschen passieren, und auch das Drama am Ende ist in der Realität sicherlich schon sehr oft genau so abgelaufen. Die Geschichte ist nicht tiefgründig, sie erzählt einfach eine dramatische Liebesgeschichte die letztendlich im Tod endet.
Da ich nur die Filmerzählung und nicht den Roman gelesen habe, kann ich nicht beurteilen ob Plenzdorf markante Unterschiede im Roman gesetzt hat, dennoch deprimiert dieses gut 90 Seiten fassende Drama.

Das Buch mag nicht annähernd so bekannt sein wie der gleichnamige Film, um den es in der DDR einen sehr großen Hype gab (nachdem Erich Honecker ein erhobenes Aufführungsverbot aufhob). Die Geschichte richtet sich an junge Leute in den Zwanzigern, die selbst gerade davor stehen vollends erwachsen zu werden und vor gewissen Lebensentscheidungen stehen, sie ist erschütternd aber dennoch nicht abgehoben fantastisch, sondern sehr realistisch und nachvollziehbar…sie macht aber auch Lust auf den Film, den ich mir demnächst anschauen werde.

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