Günter Landsberger

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

obsession, spanien, urlaub, bolano, beziehung

Das Dritte Reich

Roberto Bolaño , Christian Hansen
Fester Einband
Erschienen bei Hanser, Carl, 29.08.2011
ISBN 9783446236103
Genre: Romane

Rezension:

http://www.revierpassagen.de/4316/zweierlei-spiel/20110923_1530

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Fall Dreyfus

Louis Begley , Christa Krüger
Fester Einband: 247 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 14.05.2009
ISBN 9783518420621
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ein neues Buch von Louis Begley, jenem US-amerikanischen Juristen, Literaturwissenschaftler und Schriftsteller, der seit den 90er Jahren auch bei uns in Deutschland - beginnend mit seinem späten Erstlingsroman „Lügen in Zeiten des Krieges“ - relativ schnell recht großen Erfolg gehabt hat, dürfte allein schon vom Nimbus seines Autors her interessieren. Bei mir und meinem Interesse für das Buch war das in erster Linie dann doch ein wenig anders. Für mich war das Stichwort „Dreyfus“ entscheidend. Mir wurde schlagartig bewusst, wie kindheitlich früh ich doch schon etwas von Dreyfus und Zola - Erwachsene in meiner Umgebung habe reden hören. In meinem Bewusstsein davon geblieben ist wohl nichts grundlegend Falsches. Dass antisemitische Vorurteile eine überaus wichtige Rolle gespielt hatten bei dem militärgerichtlichen Justizirrtum von 1894, der ungerechtfertigten Verurteilung und anschließenden Verbannung von Alfred Dreyfus (1859 – 1935) auf die „Teufelsinsel“, war mir seit langem klar. Und ebenso klar war mir, dass vor allem dem Romancier Émile Zola (1840 – 1902) mit seinem mutigen Sich-Einmischen auf scheinbar verlorenem Posten („J'Accuse“, 1998) der Durchbruch zur schließlichen Rehabilitierung des Hauptmanns Dreyfus (1906) gelungen war. Zola blieb für mich fortan das maßstäbliche Urbild eines unbestechlich und redlich sich einmischenden Intellektuellen, ein Muster an Zivilcourage; nur ähnlich jenem anderen urbildlichem Beispiel eines unbeugsamen Gewissens, das ich von der Situation und Verhaltensweise Martin Luthers auf dem Reichstag zu Worms her bereits kannte. Indessen: Zola war aus freien Stücken und völlig uneigennützig, ja eher zu seinem eigenen Schaden, für einen anderen, dessen Schuld für die meisten im damaligen Frankreich zweifellos war, eingetreten, nachdem er selber sich durch Gründe und Belege von dessen Unschuld überzeugt hatte.

In dem neuen Buch von Begley über den „Fall Dreyfus“, das übrigens mit einem aufschlussreichen Kapitel über die Spiegelungen der Dreyfus-Affäre in der französischen Literatur des frühen 20. Jahrhunderts endet, also bei Zola, Anatole France und vor allem bei Marcel Proust, sah ich alsbald eine willkommene Möglichkeit, bei weitem Genaueres und Triftigeres über den gesellschaftlich-geschichtlichen Gesamtzusammenhang und über viele mir bislang noch unbekannte Details und Verknüpfungen zu erfahren. Diese Erwartung hat das nüchtern-passioniert, interessant lesbar geschriebene Buch Louis Begleys vollauf erfüllt: Umfassend und differenziert werden wir über die Zusammenhänge der die damalige französische Gesellschaft empfindlich spaltenden Affäre informiert; über das Private und Politische, über das Individuelle und Typische; über das juristische und öffentliche Ringen um Recht oder Rechtsbeugung und über die Machenschaften. Die 5 Kapiteltitel sind jeweils sprechende Zitate, die Anmerkungen im Anhang ermöglichen eine reiche Quellenüberprüfung. Danach werden die entscheidenden Akteure in alphabetischer Reihenfolge biographisch detailliert nochmals vergegenwärtigt und schließlich folgt eine dreizehnseitige Chronologie der Vorgänge, die das Ganze noch einmal prägnant und gedächtnisstützenartig Revue passieren lässt.
Wenn man den vollständigen Titel des abermals von der bewährten Begley-Übersetzerin Christa Krüger übertragenen Buches liest: „Der Fall Dreyfus: Teufelsinsel, Guantánamo, Alptraum der Geschichte“, hat man zunächst den Verdacht, als fürchte Begley, sein Buch könnte zu sehr als bloß vergangenheitsbezogen aufgefasst werden und deshalb vielleicht nur wenig Interesse finden. Also gälte es von Anfang an, einen aktuellen Gegenwartsbezug herzustellen, um womöglich zusätzliche Interessenten und Buchkäufer zu gewinnen? Der amerikanische Originaltitel kommt ganz ohne jeden Wink mit dem Zaunpfahl im Titel aus und lautet weit nüchterner: „Why / The Dreyfus Affair Matters“. Zentral wird also die Frage nach dem Warum gestellt. Was zunächst wohl heißt: Woran hat es gelegen, dass ein Unschuldiger zu Unrecht wegen des angeblich erwiesenen Verrats militärischer Geheimnisse verurteilt werden konnte? Und woran hat es gelegen, dass 12 Jahre ins Land gehen mussten, bis die Unschuld des beweisbar zu Unrecht Verurteilten endlich öffentlich festgestellt werden konnte?
Und doch: Auf eine erhellende, sachliche Verknüpfung des Falls Dreyfus mit den aktuellen Themen 11. September 2001 samt weltweiten Folgen, vordringlich also samt Irakkrieg, samt Guantánamo usf. legt Begley von seinem „am Tag nach der Amtseinführung Präsident Obamas“ geschriebenen Vorwort an (und darüber hinaus in den Folgekapiteln, besonders deutlich im ersten Kapitel und auf der allerletzten Seite) entschiedenen Wert. Aus den Vorgängen im Zuge der Dreyfus-Affäre lässt und ließe sich laut Begley auch heute noch einiges lernen. Um mit seinen eigenen Worten zu sprechen: „Wenn jede Generation sich die in ihrem Namen begangenen Verbrechen ihrer Zeit vor Augen führt, wird die Analogie zu Verbrechen in der Vergangenheit deutlich. So deutlich wie die Notwendigkeit, eine Antwort auf die Frage zu suchen, die sich immer wieder aufdrängt und immer dringlich bleibt: Gibt es in der neuen Generation Männer und Frauen, die bereit sind, die Menschenrechte und die Würde jedes einzelnen Menschenlebens zu verteidigen gegen Mißhand-lungen im Namen von Zweckdienlichkeit und Staatsräson?“ (a.a.O., F.a.M. 2009, S.56)

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joseph roth, kuk, wien, hörbücher

Die Geschichte von der 1002. Nacht

Joseph Roth ,
Audio CD: 8 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.04.2008
ISBN 9783257801989
Genre: Klassiker

Rezension:

Joseph Roth - Die Geschichte von der 1002. Nacht.
Gelesen von Michael Heltau. Diese Box enthält 8 CDs. Eine erotische Komödie. (Diogenes) -
Diese Ankündigung führt ein wenig auf eine falsche Fährte.
Die Rückseite der Box präzisiert zu Recht: „Die erotische Komödie kippt in tödlichen Ernst.“
Eine Joseph-Roth-Hörbibliothek ist bei Diogenes Hörbuch im Entstehen begriffen. Einiges ist schon erschienen („Hotel Savoy“, „Das falsche Gewicht“, „Die Legende vom heiligen Trinker“, „Radetzkymarsch“, „Die Kapuzinergruft“, „Die Geschichte von der 1002. Nacht“), anderes er­scheint noch in diesem Jahr („Tarabas“, „Hiob“, „Triumph der Schönheit“/ „Der Leviathan“). Nam­hafte Sprecher sind dafür gewonnen worden: Peter Matic, Mario Adorf, Hans Korte, Josef Lorenz, Senta Berger, Peter Simonischek und Michael Heltau, der nach dem berühmtesten und vielleicht besten Roman Roths, „Radetzkymarsch“, nun auch Roths vorletzten und bei Lebzeiten zuletzt veröffentlichten Roman „Die Geschichte von der 1002. Nacht“ als Hörbuch gestaltet hat.
Wenn man Roths Roman nicht kennt, kann man ihn - auf diese Weise gelesen - gut kennenlernen. Weil das Rothsche Erzählen dem mündlichen Erzählen durchaus noch nah ist, – und zwar sogar ziemlich genau zu dem Zeitpunkt, da Walter Benjamin klagt, dass das Erzählen unter den Be­dingungen der modernen Welt an ein Ende geraten sei, während er (W. B.) beinahe nostalgisch auf das Erzählwerk von Nikolai Lesskow zurückblickt -, mag sich dieses Rothsche Erzählen dem Medi­um Hörbuch bei kongenialen Erzähl-Sprechern heutzutage geradezu anbieten. Wer den österrei­chischen Tonfall beim Lesen selber noch gut im Ohr hat und die Abtönungen schon von sich aus auch im Stillen mitzulesen vermag, wird ein derartiges, von Michael Heltau sprachlich gestaltetes Hörbuch nicht unbedingt brauchen. Jene aber, die der (alt)österreichischen Schattierungen nicht ganz so mächtig sind, werden diese Romane in Hörbuchform dankbar als ohrenöffnend begrüßen. Michael Heltau hat dabei die Entscheidung getroffen, dass der Erzählduktus durchgängig österrei­chisch timbriert zu sein habe, auch da, wo Joseph Roth vom Wortlaut her grundlegend hochdeutsch schreibt. Allerdings ist dieses Hochdeutsch auch bei Roth selber immer wieder von typisch österrei­chischen Ausdrücken durchsetzt, so dass der Übergang zur leisen Dialektfärbung plausibel er­scheint, zumal es Michael Heltau durchweg gelingt, die Nuancen auch des von Roth stellenweise direkt vorgegebenen kräftigeren Dialekts dagegen abzuheben.
Leuten, die ähnlich wie ich schon seit langem eingeschworene Roth-Leser sind, vermag eine der­artige, sich Zeit lassende und den Originaltext erfreulich ernst nehmende Romanlesung wieder Lust zu machen auf die eigene Lektüre und das eigene Verstehen-Wollen. Andere mögen durch diese gut verstehbare Lesung auf den Geschmack kommen.
Ja, und was passiert denn in diesem Roman des Exils mit dem seltsamen, an Tausendundeine Nacht und die gegen den drohenden Tod anerzählende Scheherezade erinnernden Titel? Mit dem Titel, der sich anders als der Hofmannsthalsche des „Märchen(s) der 672. Nacht“ außerhalb der orientalisch vorgegebenen 1001 hält und fast schon zur Tausendunddrei, dem „mille tre“ der Leporelloschen Registerarie aufschließt? In einem Bildband zu Joseph Roths Leben und Werk habe ich folgende kurze Inhaltsangabe gefunden, die den Vorteil hat, dass sie gute Aufschlüsse gibt und doch nicht allzuviel verrät: „Das Wien der Gründerzeit ist der Schauplatz turbulenter Ereignisse um einen Be­such des Schahs von Persien. Eine Intrige zur Erfüllung der frivolen Wünsche des Potentaten stellt alle Beteiligten zunächst zufrieden. Langfristig gesehen offenbart sich jedoch sein Geschenk an die Geliebte einer Nacht als eine Büchse der Pandora, die den in die „persische Geschichte“ verstrick­ten Personen nach Wechselfällen des Glücks Kriminalität und Tod bringt.“ (Heinz Lunzer & Victo­ria Lunzer-Talos: „Joseph Roth“, Köln 1994, S. 247)

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Flucht ohne Ende

Joseph Roth , Martin Wuttke
Audio CD
Erschienen bei Diogenes, 22.01.2010
ISBN 9783257802832
Genre: Klassiker

Rezension:

Joseph Roth: „Die Flucht ohne Ende. Ein Bericht“, München 1927
(in neuerlicher Taschenbuchausgabe als „Roman“ im Diogenes Verlag Zürich 2010)

Wirklich nur „ein überflüssiger Mensch“?

Darüber, dass Joseph Roth seinen Roman „Die Flucht ohne Ende“ 1927 im Untertitel ausdrücklich als einen „Bericht“ bezeichnet hat und nicht - ob nun zeitgemäß (Stichwort „Neue Sachlichkeit“) oder eher bescheiden? - als R o m a n , darüber möchte ich mich hier nicht ereifern. Schreib ich hier ganz entspannt doch bloß als Leser und eben ganz und gar nicht als Literaturwissenschaftler. Immerhin sei angemerkt, dass so mancher Roman, der sich ähnlich harmlos nur als „Bericht“ gegeben hat, im Endeffekt gar kein so schlechter Roman gewesen ist. Zu Kronzeugen rufe ich auf: Joseph Breitbachs „Bericht über Bruno“, Philippe Claudels „Brodecks Bericht“ und Max Frischs „Homo faber“.
Der Titel „Die Flucht ohne Ende“ ist mir übrigens schon lange ins Auge gesprungen und nicht erst, seitdem 1994 Soma Morgensterns nicht genug zu rühmendes Erinnerungsbuch „Joseph Roths Flucht und Ende“ erschienen ist, das in seinem Titel schon unverkennbar auf Joseph Roths Roman, vielleicht aber auch ein wenig auf Franz Grillparzers berühmtes Drama „König Ottokars Glück und Ende“ anzuspielen gewillt ist. Nach der Lektüre des Romans in den letzten zwei Tagen habe ich übrigens zu meiner Überraschung bemerkt, dass ich Roths Titel in seiner Bedeutung auf Anhieb wohl nicht ganz richtig verstanden hatte, zumindest etwas zu einseitig. Ich war zu rasch bereit, „Die Flucht ohne Ende“ mit einer permanenten, endlosen Flucht gleichzusetzen, und merkte eben nicht von Anfang an, dass eher eine Flucht ohne Zweck und Ziel damit gemeint sein dürfte; als müsste man gleichsam „Ende“ mit dem Terminus „fin“ erst ins Französische übersetzen, um es anschließend dann wieder ins Deutsche zurückzuübersetzen. (Aber schon in Schillers Antrittsvorlesung „Zu welchem Zweck und Ende studiert man Universalgeschichte?“ wurde der Ausdruck „Ende“ ähnlich benutzt.)
Bis vor kurzem noch sind alle Werke Joseph Roths (verdienstvollerweise!) im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen, zum Teil auch lizensiert in Taschenbuchausgaben bei Rowohlt, dtv oder als KiWi-Taschenbuch bei Kiepenheuer & Witsch selber. Erst jetzt - so scheint es -, nachdem der Autor 70 Jahre tot ist, können Joseph Roths Werke in Einzelausgaben und exquisiten Hörbüchern auch im Diogenes Verlag erscheinen.
So sehr ich die bei K&W herausgegebene, seit den 50er Jahren immer umfassender gewordene Dünndruckausgabe der erzählenden und feuilletonistischen Werke Joseph Roths auch zu schätzen weiß, Gesamtausgaben sargen Einzelwerke für uns Leser des öfteren ein, Einzelausgaben stellen zu Unrecht Vergessenes wie Einzelbilder in Ausstellungen in ihrem Eigenrecht wieder her.
Und so war es ganz gut, dass ich nach Kenntnis so mancher anderer Werke Joseph Roths erst jetzt auf diesen im Übrigen auch für sich genommen sehr lesenswerten Roman aus dem Jahre 1927 gestoßen bin. Der erste, in Sibirien und im revolutionären Russland, noch vor der Heimkehr des ehemaligen Oberleutnants Franz Tunda nach Wien spielende Teil hat mich in seiner bestechend schönen und klaren Erzählweise schon an das spätere Romanwerk Joseph Roths vom „Hiob“ bis zur „Kapuzinergruft“ erinnert. So sehr alles im Zusammenhang steht und da hineingehört, lassen sich doch immer wieder einzelne Sätze besonders herausheben und bei Twitter habe ich das denn auch in den letzten zwei Tagen (unter meinem Pseudonym „Juvavist“) in jeweils vollständigen Kurzzitaten verschiedentlich getan. Kaum ist die Hauptperson des Romans, Franz Tunda, aus Krieg und Revolution in das deutschsprachige Nachkriegsmitteleuropa zurückgekehrt, kommt ein anderer Ton in den Roman, der mich an die feuilletonistisch zeitdiagnostische Kurzprosa, die Reiseprosa sowie z. T. auch an die satirische Kurzprosa Joseph Roths alias des „Roten Joseph“ denken lässt. So sehr die Schauplätze einander auch ablösen - Wien, Berlin, die rheinische Stadt X und Paris folgen im 2. Romanteil fluchtartig auf die anfänglich asiatisch-osteuropäischen Schauplätze -, gewisse Figurenkonstanten in Anfangs- und Schlussteil halten den Zusammenhang aufrecht. Der Weg Franz Tundas durch die Zeit von 1916 bis 1926 (die familiäre Vorgeschichte mit Familienkonstellation wird im 2. Teil überraschend nachgereicht) wird von keiner Idee, keinem Ideal oder als sinnvoll verstandenem Zweck bestimmt, sondern eher durch Zufälligkeiten bzw. Frauen, durch die er in seinem Verhalten und aktivem Tun für eine bestimmte Zeit in Gang gesetzt wird. Dabei kann es durchaus sein, dass Früheres mit einem Mal wieder wachgerufen wird und scheinbar Überwundenes vorübergehend wieder Gewicht erhält. Am Ende aber heißt es dann doch über ihn: „So überflüssig wie er war niemand in der Welt.“ Aber sollen wir das einfach so akzeptieren?
Ich wurde sofort erinnert an die toposartige Figur des „überflüssigen Menschen“ in der russischen Literatur: bei Dostojewskij, bei Lermontow („Ein Held unserer Zeit“), bei Gontscharow („Oblomow“). Und dann fiel mir auch noch auf, dass Mela Hartwigs in den Jahren 1930/1931 in der Ich-Perspektive geschriebener Roman den fragenden Titel „Bin ich ein überflüssiger Mensch?“ hat und das literarische Motiv des „überflüssigen Menschen“ provokant und entschieden ins Weibliche übersetzt.
Welch eine Lesereihe! Welch ein Feld herrlicher Vergleichsmöglichkeiten!
Nicht vergessen will ich auch noch, dass es sich bei Roths „Die Flucht ohne Ende“ nicht nur nebenbei um einen Heimkehrerroman handelt und dass er sich damit hinein in eine Reihe stellt, die spätestens bei Raabes „Abu Telfan“ beginnt und bei Tollers „Hinkemann“, Borcherts „Draußen vor der Tür“ und Döblins „Hamlet oder die lange Nacht nimmt ein Ende“ nicht endet.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

reisen

Ein Nilpferd in Lund

Claudio Magris , Karin Krieger
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 04.02.2009
ISBN 9783446230866
Genre: Sonstiges

Rezension:

Claudio Magris: „Ein Nilpferd in Lund / Reisebilder“ (Aus dem Italienischen von Karin Krieger), München 2009

Gerne, sehr gerne habe ich dieses unleugbar, aber auf angenehme Weise, anspruchsvolle Buch gelesen. Und - was bei den allermeisten Büchern nicht der Fall sein dürfte - : Jede Z e i l e in diesem immerhin 222 Seiten umfassenden, reichhaltigen und vielfältigen Buch war es wert, gelesen zu werden. Deswegen verträgt, ja verlangt es wie von selbst - abermalige Lektüre. Insgesamt und auch auszugsweise werde ich es ganz sicher mehrmals lesen. Schon jetzt bin ich mit diesem Buch und seinem Wortlaut befreundet. Eigentlich könnte, ja müsste ich das gesamte Buch Wort für Wort zitieren, um es vollends nach meinem Sinn zu würdigen. Ja, ich werde mir jetzt sogar - meinen schwachen Italienischkenntnissen zum Trotz - den italienischen Originaltext besorgen. Der hat nämlich eine andere Überschrift, die anders als im Deutschen zumindest ambivalent auf die immer wieder verhalten aufleuchtende metaphysische Komponente des Buches verweist: „L'infinito viaggiare“. Da führt der dem 15. der 19 Reise(frucht)-Essays entnommene deutsche Gesamttitel „Ein Nilpferd in Lund“ samt Umschlagsphotographie doch etwas in die Irre. Was nicht weiter schlimm ist: Ist es doch ein durch Lektüre aufdeckbares Spiel mit den geweckten, falschen Assoziationen des Lesers. So hat mich die paradoxe (?) Nord-Süd-Verschränkung des Titels an die Nord-Süd-Motivik in Thomas Manns „Tonio Kröger“ erinnert. Gleich war in mir das Bild vom Eisbär und Tiger da, die im Bauch des auf Nordwärtsfahrt in schwere See geratenen Schiffes brüllen und tönen. Im Essay von Claudio Magris ist dann aber alles ganz anders. Man überzeuge sich selber. Ich verrate nichts.
Ob es wohl wie in der deutschen Version im italienischen Untertitel des gesamten Buches eine ähnliche, im Deutschen vor allem von Heinrich Heine her einprägsam bekannt gewordene Gattungsbezeichnung „Reisebilder“ gibt? Meines Wissens ist das deutsche Wort nicht exakt ins Italienische zu übersetzen. Hat das italienische Original also einen anderen Untertitel? Oder wird auf ein Aequivalent des deutschen Untertitels zur gezielten Charakterisierung der Magris'schen Essays als „Reisebilder“ ganz verzichtet? Ebenso möchte ich wissen, welche Essays, die in der deutschen Ausgabe ausgespart worden sind, die italienische außerdem noch enthält. Wirklich viele können es nicht noch sein, denn auch die italienische Ausgabe umfasst kaum mehr als 250 Seiten.
Das Buch berichtet essayistisch (mal länger, mal schlaglichthaft kürzer, aber immer reflektiert und wahrnehmungsstark) von zwischen 1981 und 2004 vorwiegend in Europa (zu einem geringen Teil auch in Asien und Mittelamerika) unternommenen Reisen, ohne auf eine streng chronologische Abfolge der einzelnen Essays Wert zu legen. Der als Vorwort vorangestellte, gewiss recht lange, mir anders als dem SZ-Rezensenten jedoch keineswegs als zu lang erscheinende Einleitungsessay kann auch isoliert gelesen werden und vermittelt aufs Ganze gesehen - vielstrahlig auf das generelle Thema Reisen hin aufgefächert und zugespitzt - das geistige Band zu allen Nachfolgeessays.
Man kann das so anregend geschriebene Buch natürlich auf einen Sitz lesen: Ich dagegen habe die Lektüre bewusst auf vier Tage verteilt, um die einzelnen Reisebilder als mehr oder minder dialektische Bilder jeweils gesondert auf mich wirken zu lassen. Dadurch wurde mir der schmale Band auch im Gedächtnis zu einem Buch der vielen Bücher. Außer dem als Vorwort verwendeten Einleitungsessay (30.06.2005) haben mich folgende Reisebilder besonders beeindruckt: „Auf den Spuren Don Quijotes“ (04.03.2001), „Die Inseln der Seligen“ (09.07.1989), „Der Tanz des Rabbiners“ (18.08.1982) und der auf den Iran bezogene vorletzte Essay „Wasser und Wüste“ (05.-11.09. 2004). Aber eigentlich tue ich den anderen Reisebildern Unrecht, wenn ich einzelne besonders heraushebe. Ohnehin hätten andere Leser... vielleicht ganz andere Prioritäten.
Gelernt habe ich aus diesem, nicht nur literarisch und lebenspraktisch, sondern auch politisch und religiös hellsichtigem Buch en passant auch so einiges: Die Scilly-Inseln als „Inseln der Seligen“ waren mir bislang unbekannt und sind doch offenbar jede Entdeckung wert. Auch die Reisen zu europäischen Minderheiten wie den „Cici und Ciribiri“ (07.11.1995) und in die „Bisiacaria“ (21.09.1997) erschlossen Neuland für mich. Anderes, was ich schon etwas zu kennen meinte, lernte ich von einer neuen Seite her kennen. Drei der Reiseessays führen nämlich in drei Länder des früheren Ostblocks, nach Tschechien, dem gerade auf friedliche Weise die Slowakei abhanden gekommen war („Das Land ohne Namen“, 13.02.1993), nach Polen („Polen schlägt ein neues Kapitel auf“, 09.04.1989) und nach Russland („Auf dem Treppenabsatz von Raskolnikow“, 18.05.1988). Nicht verschweigen will ich zudem, dass auch der letzte Essay des Bandes („Die Grenzen Vietnams“, 14.12.2003) sehr interessant zu lesen war.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

geschichte, kapstadt, südafrika, erzählung, autor

Tagebuch eines schlimmen Jahres

J. M. Coetzee , Reinhild Böhnke
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.02.2010
ISBN 9783596180462
Genre: Romane

Rezension:

Das Druckbild der zwei, dann drei verschiedenen Ebenen unterhalb und oberhalb der seitenintern abgrenzenden Striche auf jeder Seite des jüngsten Werkes von J. M. Coetzee, „Tagebuch eines schlimmen Jahres“, hat mich gleich an ein vor Jahrzehnten geschriebenes Buch von Louis Paul Boon erinnert, das ich vor etwa zwei, drei Jahren antiquarisch erworben habe: „Menuett“. Auch hier fand sich ein Trennungsstrich auf jeder Druckseite: Nur wurden da zwei sehr unterschiedliche Erzählungen miteinander verwoben bzw. zusammengezwungen, um in der Konfrontation wo­möglich neue Blicke zu eröffnen. Ähnlich auch bei Coetzee, allerdings so, dass bei ihm Erzähle­risches von Essayistischem unterschieden und Seite für Seite versuchsweise damit verbunden wird.

Mit Blick auf Coetzees Buch könnte man nun respektlos böse sein, zumal es euphorische Kritiken zu diesem Buch (unter Einschluss des Klappen- und Rückseitentextes) schon genug gibt.
Coetzee hatte ursprünglich eine Essaysammlung veröffentlichen wollen, war damit wohl aber nicht ganz zufrieden. Es fehlte ihm - abgesehen von dem zum Teil ja auch bereits konventionell ge­wordenen zeitdiagnostischen Pessimismus aller Essays - am Ende vielleicht doch soetwas wie das geistige Band und die nachvollziehbare geistige Gewichtung. Da nun aber auch der hinzugefügte er­zählende Teil als Roman nicht hätte allein bestehen können, wurde beides vorsichtshalber zu­sammengenommen, damit es sich wie die fallenden Steine eines Gewölbes womöglich wechselsei­tig zu stützen vermöchte. Um sich aber gegen jede denkbare Kritik überhaupt immun zu machen, erfand sich der Autor neu. Er ersetzte sich durch ein alter ego an Schriftsteller, der zwar immer noch gewisse Ähnlichkeiten mit ihm selber als Autor aufweist, aber vorsichtshalber fünf Jahre älter gemacht wird und so auch nicht alle Lebensgewohnheiten und -umstände mit ihm teilen muss. Da der nun also als Ich auftritt, hat Coetzee ihm auch seine eigenen Essays vermacht und sich so ein wenig von der gedanklichen Verantwortung dafür befreit. Hätte er das nötig gehabt? Um dies zu überprüfen, müsste hier die fiktionalperspektivisch ungebrochene, gedankliche Auseinandersetzung mit dem Gehalt der Essays selber einsetzen.
Überhaupt müsste das Buch mindestens zweimal, wenn nicht dreimal gelesen werden. Ich habe erst meine erste Lektüre hinter mir. Zunächst hatte ich die beiden Anfangsessays gelesen, danach den ganzen unter dem Strich befindlichen, leicht lesbaren dreistimmig erzählenden Teil des Essay­romans und erst dann wieder sämtliche Essays der Reihe nach hintereinander.
In einer zweiten Lektüre müsste ich nun das ganze Buch über die Trennungsstriche hinweg Seite für Seite in der verfremdenden Reihenfolge lesen, wie es gedruckt worden ist, und so vielleicht zu einem weiteren Ergebnis kommen.

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

deutschland, sprache, kultur, kultu, eigenheiten

Draußen nur Kännchen

Asfa-Wossen Asserate
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 18.08.2011
ISBN 9783502151579
Genre: Humor

Rezension:

Deutschland kännchenweise / Ein Prinz serviert seine deutschen Fundstücke

Wer unter anderem wissen will, wie es heute um den Kaffee, das Bier, die Sprache, die Nationalhymne, die Küche, die Manieren der Geschäftsleute, den inneren Schweinehund und die Presse in Deutschland bestellt ist und dies aus dem Munde eines weltkundigen und belesenen äthiopischen Prinzen mit deutschem Pass erfahren möchte, der greife zu diesem Buch des Historikers, feuilletonistischen Schriftstellers und Zeitzeugen Asfa-Wossen Asserate – und wird anschließend kaum enttäuscht sein. Schon sprachlich ist dieses Buch ein Gewinn. Es liest sich leicht und angenehm, es unterhält gepflegt plaudernd und belehrt, ohne zu belehren. Man kann in diesem Buch neugierig unaufgeregt blättern, es da und dort anlesen und sich in ihm festlesen. Die Reihenfolge der Kapitel, die mit lockend verrätselten Titeln versehen sind, scheint keine große Rolle zu spielen. Immerhin: Mit der Redensart im Titel „Der Kunde (also auch der in einer Buchhandlung, GFL) ist König“ wird diese muntere Feuilleton- und Essaysammlung eröffnet und mit dem musterhaft zwischen Anekdotischem und Empirischem, zwischen Vergangenheitsbericht und eigenen Gegenwartsbeobachtungen angesiedelten Essay „Mein Migrationshintergrund“ wird der Band ganz aktuell - noch aktueller, als zu Anfang gedacht - beschlossen. Das 13. dieser insgesamt 16 feuilletonistischen Essays hat dem ganzen Buch den Gesamttitel „Draußen nur Kännchen“ ermöglicht, eine auch rein ästhetisch sehr ansprechende Entscheidung mit Folgewirkung, da dadurch der Einfall, hinter jedes Kapitel, hinter jeden Essayschluss, als anmutigen Haltepunkt ein stilisiertes schwarzes Kaffeekännchen zu setzen, mehr als gerechtfertigt erscheint. Auch das typisch durchbrochene Kaffeekannendeckchen mit zugehörigem Löffel, das biedermeierlich-betulich den Einband ziert, hat hier seinen Hinter- und Rechtfertigungsgrund. Dass diese Harmlosigkeit nur eine des allerersten Blickes ist, wurde mir sofort deutlich, da ich schon einmal ein Buch mit vergleichbarem Einband in Händen gehalten habe, auf dem jedoch ein garstiger bräunlicher Fleck eingearbeitet war, den man zunächst für einen Kaffee- oder Fettfleck eigenen Verschuldens anzusehen bereit ist, ehe man unruhig beruhigt feststellt, dass dieser Fleck von Anfang an vorhanden war. Von Leopold Federmair stammte dieses Buch und hatte den denkanstößigen Titel „Adalbert Stifter und die Freuden der Bigotterie“ (Salzburg 2005).
Späte Wirkung: Durch die Erinnerung an den Einband dieses Federmair-Buches hatte für mich auch das Asserate-Buch mit seinem vorderen Einband-Verweis auf Niedlich-Provinzielles von Anfang an seine Unschuld verloren.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Welt der Hetären

Wolfgang Schuller
Fester Einband: 303 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 07.03.2008
ISBN 9783608960013
Genre: Sachbücher

Rezension:

Hetäroheuristik - Oder: Eine Gelehrsamkeit leicht wie Licht

Zu Wolfgang Schullers Buch „Die Welt der Hetären / Berühmte Frauen zwischen Legende und Wirklichkeit“, Stuttgart 2008

Worin besteht – phasengeschichtlich wie begrifflich - der Unterschied zwischen einer Prostituierten und einer Hetäre? Und worin besteht die hauptsächliche Gemeinsamkeit? Wie kommt es - von heute, gestern und vorgestern aus gesehen - beim Blick auf die Welt der antiken Hetären zu jenen höchst unterschiedlichen Reaktionen von Bewunderung und Schelte oder zu einem Zugleich von beidem?
Dem Buch Schullers gelingt es, darauf differenziert Antwort zu geben. Und auch der Frage, was eine griechische oder römische Hetäre in ihrem Lebensentwurf und Liebesverhalten mit einer modernen emanzipierten Frau verbindet, weicht Schuller - damit u. a. auf Simone de Beauvoir (a.a.O., S. 21) eingehend - keineswegs aus.
Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt auf der Darstellung des vielfältigen Bildes, das die antiken Quellen kontinuierlich von den Hetären vermitteln. Der unvermeidbare Mangel, dass es von den thematisierten Frauen selber keine eigenen Textzeugnisse gibt, auf die man zurückgreifen könnte, wird vom Verfasser ausdrücklich beklagt. Er behilft sich mit Umsicht und Behutsamkeit bei der Sichtung der - fast ausschließlich aus männlicher Sicht - reichlich zur Verfügung stehenden Quellen. Beharrlich und zugleich empirisch zart befragt er die verschiedensten literarischen Zeugnisse und Gattungen der griechischen und römischen Literatur auf das kulturell bedeutsame Thema hin und vermittelt so ganz nebenbei auch einen Eindruck von der Bedeutung der Komödie und z. B. auch einen Begriff von der großen Lyrik der augusteïschen Zeit. Da es ihm bei seiner Darstellung um verlässlich-verantwortbare Wissenschaftlichkeit und gute, ansprechende Lesbarkeit gleichermaßen zu tun ist, setzt er auf Anschaulichkeit, wo immer es geht. Behutsame Deutung und lebendige Erzählung wechseln sinnvoll miteinander ab. Fünfundzwanzig, zwischen den Seiten 144 und 145 eingefügte, teilweise farbige Bildtafeln (Skulpturen, Malereien, Vasenbilder ...) fördern des weiteren unser Verständnis. Eine abermalige gründliche Beschäftigung wird durch einen über 40 Seiten umfassenden Anhang ermöglicht, wiewohl nicht aufgedrängt. Textnachweise, Bibliographie und Abkürzungen, Bildnachweise und je ein besonders detailliertes Personen- und Sachregister fallen dabei vielversprechend auf.
Das letzte, zusätzliche Kapitel, das 9., hat mich besonders interessiert: „Andere Zeiten, ähnliche Sitten / Vergleiche“. Hier begnügt sich Schuller zwar vorwiegend mit Andeutungen, eröffnet aber Ausblicke und regt zu eigenen Vergleichen und Erkundungszügen an.
Und wirklich. Dieses Buch Schullers werde ich fortan im Bewusstsein haben, wenn ich mich daran begebe, z. B. einen Geisha-Film zu sehen oder (erst- bzw. abermals) Lukians „Hetärengespräche“, Wielands Roman „Aristipp“, Aretinos „Kurtisanengespräche“, Balzacs Roman „Glanz und Elend der Kurtisanen“ oder auch Lesskows Erzählung „Der Gaukler Pamphalon“ zu lesen. Und sogar folgendes eigene dilettantische Gebilde, ein lyrikähnlicher Versuch aus dem Jahre 1998, hat sich mir selber nach Lektüre des fachlich so sachkundigen Buches in einem etwas neuem Lichte gezeigt.

Durst

Wenn Du Durst hast
aber kein Geld
geh
in ein gutbürgerlich-
biederes Bordell
beantworte die Frage
was Du trinken möchtest
bescheiden
aber bestimmt;
laß sie Dir vorstellen
in Bild und Person
das deutsche, das russische
das brasilianische Mädchen
und geh,
nachdem Du Dein Wasser
schon längst
getrunken hast,
mit den Worten,
daß es Aspasia war,
zu der
Du eigentlich
wolltest.

Von der Antike bis heute galt Aspasia als Inbegriff einer Hetäre. In Schullers Buch wird das zwar als übliche, wenn auch falsche Sicht bestätigt und insofern ist die differenzierend-pointierte Gegenüberstellung von Aspasia (als einer gebildeten, innerlich – weitgehend auch äußerlich - unabhängigen und erotisch aufgeschlossenen Frau) und heutigen wie damaligen Prostituierten naheliegend, zugleich aber wird bei Schuller deutlich, dass Aspasia als rechtmäßige Ehefrau des Perikles durch die auf sie gemünzte Bezeichnung „Hetäre“ ausdrücklich diffamiert werden sollte. Hinzukommt der Umstand, dass man an den Ehegesetzen damals gerade etwas geändert hatte, wodurch die Möglichkeit zur Diffamierung noch größer geworden war. Ehen mit „Ausländerinnen“ wurden damals nämlich gerade annulliert. Davon war auch Aspasia im Nachhinein betroffen. Und ohne die direkte, die perfide Auswirkung auf die eigene Ehe zu bedenken, habe Perikles, ihr eigener Ehemann, dieses Gesetz sogar befürwortet.
Dass es bei den Griechen einen sehr bewussten und grundlegenden Unterschied zwischen dem Status einer Ehefrau und der zumindest phasenweise vorwiegenden gesellschaftlichen Hochschätzung so mancher Hetäre gegeben hat, wird in Schullers Buch an anderer Stelle ausführlich entfaltet (a.a.O., S. 116).

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lyrik, gedichte

Rebus

Hans Magnus Enzensberger
Fester Einband: 120 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 20.04.2009
ISBN 9783518420522
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Keine Zeit für Lyrik? - Gar für einen Lyrikband?
(„REBUS“-Rezension mit Blick auf „Muffel“ und „Hornochsen“)

Als ein „Getrampel von Hornochsen“ bezeichnete Hans Magnus Enzensberger selber mal vor mehr als 30 Jahren das gängige Interpretationsgebaren der Deutschlehrer beim unterrichtlichen Umgang mit Gedichten. Diesen Vorwurf seines damaligen, übrigens wie gewohnt exzellent geschriebenen Aufsatzes hab ich mir natürlich bis heute sehr zu Herzen genommen und wage es daher gar nicht auch nur eines der neuen Gedichte Enzensbergers ausführlich zu analysieren resp. zu interpretieren.
Ich habe mich so zunächst mit der konzentrierten Lektüre des neuen Bandes begnügt.
Ist Deutschland nun aber nicht bloß ein Land der „Hornochsen“, sondern in hoher Zahl nicht auch eins der selbst durch höchste lyrische Leistungen nur selten beirrbaren „Lyrikmuffel“? (Und haben die Deutschlehrer, die Deutschlehrerinnen sparen wir hier einmal freundlicherweise aus, vielleicht sogar entscheidend mit dazu beigetragen, dass es so viele eingefleischte Lyrikverächter gibt?) Klar, in wenigen Fällen durfte ich es erleben, dass ein ausgesprochener Lyrikmuffel zu einem spontanen Lyrikfreund mutierte. Das hatte aber letztlich die sich spontan ergebende Direktbegegnung mit Robert Gernhardt bewirkt. Und vielleicht wäre es bei einer direkten Konfrontation mit Ernst Jandl, Peter Rühmkorf, Oskar Pastior oder auch Hans Magnus Enzensberger ja ganz ähnlich gewesen.
Wenn nun der hier zur Debatte stehende, vor kurzem 80 gewordene und einzige noch Lebende (!) unter den Genannten, wiederum einen neuen Lyrikband aus eigener Feder vorlegt (er tut dies immer wieder neugierig machend schon über 50 Jahre lang), erwartet er denn dann, dass die potentiellen Leser... den ganzen Band nun bereitwillig Seite für Seite lesen werden? (Ich gestehe, dass auch ich kaum jemals einen Gedichtband vollständig oder gar auf einen Sitz gelesen habe; selbst die mir bis heute wichtigsten nicht, wie den „Romanzero“ oder den „West-Östlichen Diwan“. Und dass ich es auch diesmal wohl nicht getan hätte, wäre ich nicht an einer Rezension interessiert und dankenswerterweise alsbald zu ihr verpflichtet gewesen.-) Oder rechnet er als Autor realistisch von vornherein nur mit einer Mehrzahl der im Buch bloß ab und an blätternden, sporadischen Leser...? Mit Leser...n also, die sich bestenfalls, aber doch hoffentlich, an irgendeinem der Gedichte festzulesen beginnen? Als Autor mit bewahrtem utopischen Blick für den idealen Leser legt HME nichtsdestotrotz und unverdrossen Wert auf eine erkennbare Gesamtkomposition, und zwar bis in die kleinste Kleinigkeit hinein. Der Band „Rebus“ ist in fünf Teile eingeteilt, die jeweils mit assoziationsfreundlichen Überschriften versehen sind: „Gleichgewichtsstörung“ (22 Gedichte), „Es gibt Probleme (16 Gedichte)“,“Schwere Koffer“ (7 Gedichte), „Erste Person Plural“ (27 Gedichte), „Coda“ (ein einziges, neuneinhalb Seiten umfassendes Schlussgedicht). Alle Gedichte verzichten durchweg auf den Endreim. Die letzte Titelbezeichnung „Coda“ eröffnet Assoziationsspielräume nach zwei Richtungen: Lesen wir „Koda“, denken wir an Parallelerscheinungen in der Musik (a) Sonatensatz, b) Fuge); lesen wir statt „Coda“ „Code“, sind wir entweder a) im Gebiet der Sprachwissenschaften oder b) in dem der stellvertretenden Chiffrierungen bzw. Verrätselungen angelangt. Und lesen daraufhin das Ganze jeweils anders.
Vom Motiv der Stellvertretung aus (vgl. hierzu auch das Gedicht „Stellvertreter“, S.77) sind wir im übrigen schon wieder ganz nah am Gesamttitel „Rebus“, den der insgesamt zitierwürdige Klappentext auf eigene Weise und mit anderer Akzentuierung ebenfalls erläutert. Im Gedichtensemble selber, am Ende der ersten Strophe der „Coda“ (S. 105) wird ein weiterer Bezug nahegelegt: „Doch ich bin nur ein Vorübergehender, / der vorübergehend beobachtet, was der Fall ist, / der nur redet (de rebus quae geruntur), / und der kaum etwas ausrichtet.“
Und der uns allen geläufige Begriff „Rebus“ im Sinne von Bilderrätsel? Der ist natürlich auch gemeint. Schon in einem früheren (großartigen!) Buch aus dem Jahr 1985 hat HME unter dem Pseudonym des Andreas Thalmayr, jenes besonnen-unwiderstehlichenVerführers zum Gedicht, den Zusammenhang zwischen „Rebus“ und „Lyrik“ knapp theoretisch umrissen: „REBUS. Der Text, der sich hinter Bildern versteckt, möchte enträtselt werden.“, sowie diesen Zusammenhang in überzeugenden Beispielen von Anita Albus und Stefano della Bella hervorgehoben („Das Wasserzeichen der Poesie oder Die Kunst und das Vergnügen, Gedichte zu lesen in 164 Spielarten vorgestellt von Andreas Thalmayr“, Nördlingen 1985). Und einen weiteren Fingerzeig gewinnen wir noch aus einem fast 20 Jahre späteren, vornehmlich für Jugendliche geschriebenen Thalmayr-Buch: „Lyrik nervt! Erste Hilfe für gestresste Leser“ (München 2004). Da heißt es auf S.59: „Die Sprache, jede Sprache, ist ein Bilderrätsel. Viele Wörter, die wir alltäglich im Munde führen, stecken voller Bedeutungen, die wir vergessen haben.“ (Vgl. „Wasserhahn“ oder „Windhose“ oder „Waschzettel“ ...) Spontan fühle ich mich dabei auch an den (dezidiert von Nietzsche aufgegriffenen) Ausspruch Schopenhauers, dass alles „Urdenken“ „in Bildern“ erfolgt sei und erfolge, erinnert. -
Aber „REBUS“! Und ich wollte keine Interpretation schreiben. Die Andeutung des mir naheliegend erscheinenden Interpretationsansatzes (eines unter gewiss vielen möglichen) mag genügen.

Also noch einmal! Und nun anders. Gleich, nachdem ich das Buch vor nicht ganz einer Woche zum ersten Mal in Händen hielt, habe ich mich an die Lektüre der 120 Seiten gemacht. Wort für Wort und Seite für Seite. Innerhalb weniger Stunden hatte ich das über den Tag hinaus anregende Buch zum ersten Mal gelesen. Schon bei meiner ersten Lektüre fielen mir einige wenige Gedichte besonders auf. Darunter auch das Gedicht „Zum Abgewöhnen“. Bei diesem Gedicht kam gleich eine Erinnerung. Vom Verfahren her ist dieses Gedicht ähnlich auf die Pointe hin komponiert wie seinerzeit das mir damals ebenfalls zusagende Enzensberger-Gedicht „Sprechstunde“ (aus: HME: „Die Furie des Verschwindens“, F.a.M. 1980, S.68f): in beiden Fällen wird das entscheidende Substantiv zunächst ausgespart; seine Stelle vertreten durchweg in allen Versen vor dem pointierten allerletzten, die ihr Geheimnis nicht voreilig preisgebenden persönlichen Fürwörter. So wird in dem kleinen Versgebilde auf 27 bzw.16 Zeilen Spannung erzeugt.
Wer keine Zeit für dicke Romane hat (und die, die sogar Zeit dafür haben, erst recht!), sollte ruhig mal zur Lyrik greifen. Und nicht zu schnell aufgeben, wenn nicht gleich etwas Ansprechendes gefunden wird. Lyrikmuffel müsste man nicht sein. Es gibt für jeden etwas zu entdecken. Es gibt so viele verschiedene Autor...en. Und mindestens fünf gute Gedichte bei jedem guten Lyriker. Und bei einigen von ihnen mindestens fünf gute in jedem einzelnen ihrer über Jahrzehnte hinweg veröffentlichten Lyrikbände. Und auch bei HME in „REBUS“ kann man fündig werden.
(Wenn Interesse besteht, dann zeigen Sie es bitte kommentierenderweise; dann werde ich Ihnen gerne verraten, welche Gedichte dieses Bandes mir noch besonders aufgefallen sind und warum.)

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nachkriegszeit, ungarn

Das Vermächtnis des Fotografen

Pál Závada , Ernö Zeltner
Fester Einband: 474 Seiten
Erschienen bei Luchterhand Literaturverlag, 17.03.2010
ISBN 9783630872384
Genre: Romane

Rezension:

PÁL ZÁVADA: DAS VERMÄCHTNIS DES FOTOGRAFEN
Roman aus dem Ungarischen von Ernö Zeltner
und mit einem Nachwort von György Dalos,
Luchterhand Literaturverlag, München 2010
(in der Verlagsgruppe Random House GmbH)

Roman der gleitend wechselnden Wirs

Wenigstens die originalsprachlich-ungarischen Erstleser... dieses Romans werden die ersten 50 Jahre der letzten 7 Jahrzehnte ihrer eigenen ungarischen Geschichte einigermaßen gut kennen. (Davon gehe ich prinzipiell einmal aus, obwohl mich durchaus Zweifel beschleichen, wenn ich an die jüngsten, über Ungarn hinaus erschreckenden Wahlerfolge rechter, ja äußerst rechter Parteien und Gruppierungen in Ungarn denke.) Doch auch für jene, die sich reflektiert – ob nun als Nachfahren oder als Zeitgenossen - in der ungarisch-europäischen Geschichte von 1942 bis 1992 auskennen, bietet der Roman in seiner sinnvollen Beschränkung auf eine vielfältig verflochtene Figurenkonstellation von allenfalls drei Generationen ganz zentral und immer wieder neu: Überraschungen. Vor allem in und wegen seiner eigenwilligen Form, an der bis zuletzt festgehalten wird und die auch im Nachhinein sachlich überzeugt.
Liest sich der übrigens insgesamt sehr gut lesbare und durchweg interessante Roman noch im ersten Abschnitt eher simpel - und doch trügerisch! - als ein in der altvertrauten Tradition der Er-Erzählform geschriebener, so macht uns schon der 2. Erzählabschnitt stutzig. In ihm nämlich taucht plötzlich ein Wir-Erzähler auf, den wir fast reflexartig sofort einer ganz bestimmten festen, von uns aber allererst zu identifizierenden Wir-Gruppe zuordnen wollen. Wenn dies uns aus der Situation heraus ungefähr gelungen ist, scheint der Roman wie beruhigt wieder in die Er-Form wechseln zu dürfen, bis sich unversehens aus einer neuen Situation des Erzählfortgangs heraus ein neues Erzähler-Wir herauskristallisiert, nach dessen möglicher Identität wir uns nun von neuem zu fragen beginnen. Anders als etwa beim Chor der antiken Tragödie oder Komödie haben wir in diesem Roman nie den Eindruck einer festen gleichbleibenden und fortlaufend kommentierenden Größe, sondern den eines fortlaufenden Identitätswechsels einer Wir-Gruppe, die nur rein formal eine gleichbleibende Identität nahelegt.
Hier sind wir schon von der Form her ganz nah beim (eher indirekten) Thema. Wie sinnvoll kann es überhaupt sein, ob nun populistisch oder nationalistisch oder nationalistisch sozialistisch, von einer sich durchhaltenden oder willkürlich sich durchhalten sollenden ungarischen Identität zu reden oder auch nur reden zu wollen? Für wie ungarisch werden jeweils - innerhalb der zur Sprache kommenden 50 Jahre - slowakische und jüdische ungarische Minderheiten gehalten? Vom Gewebe erzählter Einzelschicksale wie vom Eindruck der von Situation zu Situation wechselnden Wir-Erzähler-Begleitung her kann sich jede(r) davon ein eigenes Bild machen. Das eigene Nachdenken und Sich-Zurechtfinden-Wollen bleibt uns als Leser... keineswegs erspart, es sei denn, wir würden uns vorschnell bei einer bestimmten Lesart beruhigen. Darin mag auch eine gewisse Gefahr des Buches liegen: Vorschnell könnte die (gelegentlich durchaus vorurteilsbelastete) Sichtweise einer ganz bestimmten Wir-Erzähler-Gruppe einfach übernommen oder mit der Auffassung des Autors selber gleichgesetzt werden.
Sprechend genug nimmt der Roman 1942 seinen Ausgang in einer vorwiegend von ungarischen Slowaken, vereinzelt auch von ungarischen Juden bewohnten ungarischen Dorfgegend. Auf einer Fotografie, die der jüdische Dorffotograf, der sich in der Begleitung eines mit ihm befreundeten, ebenfalls jüdischen Arztes befindet, genau an dem Tag, an dem eine sechs- bis siebenköpfige akademisch-städtische Dorf-Erforschungsgruppe den Markt des Dorfes besucht, gemacht hat, finden sich u. a. eben jene Personen versammelt, deren weiteres, von der Wegrichtung und ihrem Schicksal her meist deutlich von einander abweichendes Leben im vielfältig wechselnden Fortgang des Romans und im konzentrierten Abstand exemplarischer Jahrzehnte weitläufig geschildert wird. Das kurze kommentierende Nachwort des Schriftstellers György Dalos (S.473 – S. 475) fasst das alles recht gut und informativ zusammen.
Schon deswegen begnüge ich jetzt nur noch mit einigen wenigen Andeutungen.
Das Buch kann sinnvoll gelesen werden als zeitgeschichtlicher, politischer Roman, als plurales individualgeschichtliches ungarisches Geschichtsbuch, zentral der sozialistischen Zeit, mit kleinem Vor- und Nachspann; vor allem aber auch als ein Liebesroman besonderer Art, als der paradoxe Roman einer Liebe, die sich zugleich erfüllt und nicht erfüllt. Ein gewisses Vorbild dafür ist Flauberts Roman „Lehrjahre des Gefühls“. Merkwürdig genug, dass dieser Roman, der erzählerisch erst sehr spät etwas eindeutiger identifizierbar gemacht wird (S.466), ohne Titel- und Autorennennung schon als „Lieblingsroman“ des jungen Ádám Koren (S.57) fungiert, bevor er Viola, die schon damals mit A. Enying verheiratete Tochter Jenö Adlers, in die sich Ádám blitzartig verliebt, im Zug in einer Gruppe von vier ihm zunächst allesamt unbekannter Personen zum ersten Mal begegnet. Zu fragen ist wohl, was ihn, den damals noch nicht ganz Zwanzigjährigen, an genau diesem Roman so sehr angezogen hat? War es schon da die darin so empfindlich spürbare Resignation?
Stutzig macht mich übrigens auch der Passus auf Seite 57: „in die Seitentasche passte gerade noch sein Lieblingsroman, den wir ihm gegeben haben“. Das „Wir“ dieses Satzes ist nämlich auch hier das „Wir“ einer situativen Wir-Erzähl-Gruppe, real nicht zuzuordnen, wohl aber real fiktiv in Erscheinung tretend. Auf Seite 461 schließlich , nachdem wir uns als Leser... so lange (durchaus fruchtbare) eigene Gedanken über das Erzählprojekt dieses Romans machen konnten, gibt eine neuerliche Wir-Erzählgruppe wertvolle Hinweise auf ein durchgreifendes weiterführendes Verständnis. Mir kam dabei wie von selbst ein berühmter Satz Stendhals in den Sinn, in dem es heißt, dass der (realistische) Roman „ein Spiegel“ sei, nie verantwortlich für das, was sich in ihm spiegele. Von Anfang an hatte ich mich schon früher bei diesem Satz gefragt, wer diesen Spiegel denn trägt und bewegt und wer in ihn wie hineinschaut. Die sporadisch wechselnden Wir-Erzähler dieses ungarischen Gegenwartsromans nun erweitern meine alte Fragestellung um eine weitere Dimension. Halten sie doch – mindestens ihrem punktuellen Selbstverständnis nach - immerzu fest, was jeweils gesehen, gehört und vorgestellt wird; und dieses Tun könnte ihnen zufolge tendenziell fortgesetzt werden „bis zum Jüngsten Tag“. -

In mehrfacher Hinsicht eine Schlüsselszene dieses Romans ist für mich die einer szenischen Dreierbegegnung: Viola, eine Ungarin mit einem jüdischen Vater (Jenö Adler), besucht in „Pressburg“ - (steht übrigens im ungarischen Originaltext eine Entsprechung für dieses deutsche Wort und nicht eine für das slowakische Bratislava?) - eine ältere slowakische Jüdin, mit der sie sich auf deutsch unterhält, weil die eine kein Ungarisch, die andere kein Slowakisch verstehen, geschweige denn sprechen kann. Der zu diesen beiden - um Viola an Ort und Stelle abzuholen - hinzustoßende Ádám versteht seinerseits kein Deutsch, kann sich nun aber mit Janá Gartnerova in einem von ihr so empfundenen altertümlichen Slowakisch verständigen, das er in seiner Kindheit neben dem hautsprachlichen Ungarischen infolge der teilweise slowakischen Wurzeln seiner Eltern seinerzeit gezielt zusätzlich gelernt hat.

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Das Antwerpener Testament

Evelyn Grill
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Residenz, 15.01.2011
ISBN 9783701715664
Genre: Romane

Rezension:

Kleine und große Münze / Schuldzusammenhänge
(Zu: Evelyn Grill / DAS ANTWERPENER TESTAMENT / Roman, Residenz Verlag 2011)

Wer ist schuld, wenn sich eine Liebe trotz vorhandener Gegenliebe doch nicht erfüllt?
Wer ist schuld, wenn eine Ehe scheitert, wenn eine von den beiden Hauptbeteiligten längst ersehnte und entschieden gewollte Ehe, nachdem sie endlich zustandegekommen ist und auch Kinder da sind, letzten Endes doch nicht gelingt?
Die von Evelyn Grills neuestem Roman „Das Antwerpener Testament“ nahegelegte Antwort, vor allem Anns (der jungen Ehefrau in spe wie de facto) Mutter sei schuld, - also die ursprünglich aus Antwerpen stammende und seinerzeit standesgemäß nach England hin verheiratete Henriette Stanley sei schuld an fast allem, was private, innerfamiliäre Misere genannt zu werden verdient, - ist aufs Ganze gesehen sicher nicht falsch, aber auch nicht ganz richtig. Den größten Teil seiner Kraft gewinnt der Roman meinem Urteil nach gerade dadurch, dass er die einfache, klare Schuldzuweisung auf die eine Person als Hauptschuldige hin zwar nahelegt, diese Zuordnung aber gleichzeitig dadurch wieder unterläuft, dass er die zwar geringfügigeren, aber unleugbar vorhandenen schuldhaften Eigenanteile auch der anderen Hauptpersonen so nach und nach ebenfalls zum Vorschein kommen lässt, auch wenn sie schlussendlich immer noch vor allem durch die Verzögerungstaktik der Mutter in Gang gesetzt worden sein mögen. Die Hauptbedingungen des gesamten im Roman erzählten Verlaufs werden zwar durchweg fremdbestimmt gesetzt, aber in einer Weise, dass sich auch die eigenen Bedingtheiten und Bedingnisse der jeweils betroffenen Personen (Anns und Ulrichs vor allem) als letzten Endes mitbestimmend erweisen.
Wie zerstörerisch und zermürbend Verzögern, Hinauszögern sein kann, bringt der Roman sehr gut heraus.
Ungeduldige Leser..., scheint mir, kämen fast besser in den Roman hinein, wenn sie das erste (von der Abfassungsart her leider nur halbwegs gute) Kapitel übersprängen und es erst nach der Lektüre des gesamten Romans nachträglich läsen. Auch geduldigere Leser... , die von Anfang bis Ende alles fortlaufend nacheinander gelesen haben, wie zum Beispiel ich, kommen nach der Gesamtlektüre ohnehin dazu, das allererste Kapitel wohlwollend, ja reumütig neu lesen zu wollen, auch wenn sie durchaus im Bewusstsein haben, dass das im ersten Kapitel scheinbar unergründbar mit ins Grab Henriettes genommene Familiengeheimnis gegen Ende des Romans doch noch aufgedeckt wird, ebenso wie sich ein möglicherweise blindes Motiv des Erzählanfanges sich erhofft unverhofft durchaus als nicht blind bleibend erweist: die geheimnisvoll bei Henriettes Beerdigung (im 1. Kapitel) auftauchende fremde Person wird am Ende des Romans von Ulrich aufgespürt werden können und ihm weitere wichtige Aufschlüsse über die familiären Zusammenhänge vermitteln. Dennoch: Es wäre dem neuen Roman Evelyn Grills zu wünschen, dass ihr der Einstieg mit dem ersten Kapitel gleich von Anfang an überzeugender gelungen wäre. Viele potentielle Leser... dürften so aus Furcht vor sich fortsetzender Klischeehaftigkeit – insgesamt gesehen zu Unrecht - von der Lektüre des Gesamtromans leider abgehalten werden können. Dabei ist der Grundgedanke, den Roman mit dem Begräbnis Henriettes zu beginnen und von dort aus vom 2. Kapitel an in die Vorgeschichte des Ganzen zurückzublenden, bis schließlich im letzten, dem 8. Kapitel die Zeitebene des 1. Kapitels um ein Jahr überschritten ist, keineswegs ungünstig. Werden doch damit die bewährten Vorzüge a) des Kriminalromans bzw. b) des analytischen Dramas (Sophokles, Kleist, Ibsen) genutzt. - Zwischendurch aufgeschreckt bin ich als Leser, nach gerade erlangter voller Zufriedenheit mit dem 2. Kapitel, bei der Lektüre des 3. Kapitels, als ich nämlich in ihm auf zwei, drei geradezu kitschig zu nennende Stellen stieß, eine auf Seite 94, Z. 22ff. insbesondere, die aber zum Glück wohl fast die einzige Kitschstelle im gesamten Roman geblieben ist. - Im Übrigen könnte man dieses kitschige Detail – mit Blick auf das Romanganze - ja auch als ein Indiz für den gleichsam uranfänglichen Wurm in der Liebe zwischen Ann und Ulrich, also als ein Symptom des Endes im Anfang dieser Liebes- und Ehegeschichte, nehmen, was man aber erst (und damit vielleicht zu spät) durch die Gesamtlektüre zu ermessen vermag.

Ein guter Regisseur mit guten Schauspieler...n könnte aus diesem Roman ziemlich sicher einen recht guten Film machen. Die Voraussetzungen dazu sind bestens: Der Roman ist für eine Verfilmung nicht zu gut, aber doch gut genug.
Dass er realistischerweise keine der Hauptfiguren ganz schwarz malt und keine ganz weiß, gefällt mir. Dass das so ist, davon kann man sich auch im Falle Henriettes, die ansonsten eine gewisse Ähnlichkeit mit Balzacs „Cousine Bette“ besitzt, (z. B. auf Seite 217, von der achtletzten Zeile an) selbst überzeugen. Gibt es Figuren in diesem Roman, mit denen sich Leserinnen oder Leser am ehesten identifizieren könnten? Da ich fast gleichaltrig mit der Autorin bin, sind mir zwar bestimmte zeitbedingte Denk- und Verhaltensweisen von 1880 (Großeltern) bis heute (Kinder bzw. Urenkel) durchaus nicht fremd oder aber mir zumindest von anderen her oder vom Hörensagen her vertraut; die mir sympathischste Figur war aber dennoch keine der Hauptpersonen, sondern eine nicht unwichtige Nebenfigur, nämlich die Person des Onkels Ferdinand, dessen Lebensausrichtung, Verhalten, Humor und literarische Vorlieben (Gogols „Tote Seelen“ und Jaroslav Hašeks „Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“, S.267) mir am ehesten zugesagt haben.

PS.:
Dass das äußere Erscheinungsbild des Buches mit dem geschmackvollen Umschlag und dem roten Lesebändchen auf Anhieb anspricht, mag auch noch erwähnt werden. Auch dass (leider keine Selbstverständlichkeit mehr!) kaum Flüchtigkeitsfehler im Gesamttext verblieben sind, bis auf den einen auf Seite 242, sechstletzte Zeile („wähend“), sei noch vermerkt und vielleicht auch noch jene Kleinigkeit, dass die großen Ferien in Deutschland - anders als in Österreich – im Sommer nicht 2 Monate (vgl. S.19, Mitte), sondern nur 6 Wochen dauern. Schüler... und Lehrer... in Deutschland wissen das. Österreichische Lektor...en vielleicht nicht.

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CD-Führer Klassik

Michael Wersin , Michael Wersin
Flexibler Einband: 327 Seiten
Erschienen bei Reclam, 01.03.2007
ISBN 9783150185049
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bedauerlicherweise steht mir nur die erste Ausgabe dieses Bandes zur Verfügung. Die Neuauflage umfasst etwa 20 Seiten mehr. Ob es sich dabei um Zusätze oder um eine Revision schon vorhandener Beiträge handelt, entzieht sich meiner Kenntnis. Das Grundsätzliche, die Anlage und das Anliegen des Bandes, dürfte sich indessen nicht geändert haben.
Analog zu einem Reiseführer beansprucht der Band ein "CD-Führer Klassik" zu sein. .Kann er das leisten, was er da beansprucht?
Einer, der sich wie ich in der klassischen Musik und in den CD-Angeboten schon etwas auskennt, wird neugierig sein, überprüfen, was erwähnt wird und was nicht, ob es Anregungen gibt und ob die Urteile Michael Wersins annähernd mit den eigenen Auffassungen übereinstimmen oder nicht und wenn ja, warum nicht. Wohltuend fällt auf, dass die Urteile jeweils begründet sind und verschiedene Aufnahmen gegeneinander abwägen.
Wenn nun jemand eine Hilfe für seinen Einstieg in die klassische Musik auf CDs haben möchte, so bietet der Band durchaus wertvolle Hinweise auf Werke, die sich bestens zu einem Einstieg eignen. Nur wird das nirgends gesagt., welche das genau sind. Ein potentieller Ersthörer bräuchte als Leser eine herausgestellte Auswahl in der größeren Auswahl als Hilfe. Und ich muss zugeben, dass es bei einzelnen Komponisten meiner Ansicht nach etwas geeignetere Werke gibt als die genannten. Gleichviel, einige Kompositionen würde ich mit Blick auf einen Klassik-Einsteiger besonders hervorheben, einige als weniger günstig für einen Erstzugang herausstellen und manche sogar ersetzen. Das könnte ich von Komponist zu Komponist genauer durchgehen. Hier jedoch nur ein Beispiel: So gerne ich sein Klavierquintett auch mag, auf Antonín Dvořáks 9. Symphonie, seine "Symphonie aus der neuen Welt", oder auf seine "Slawischen Tänze" würde ich mit Blick auf einen Ersteinsteiger keinesfalls zugunsten des Klavierquintetts verzichten. Gewiss, eine solche Zusammenstellung von hervorhebenswerten Werken ist immer subjektiv, erfahrungsgemäß aber spricht in der Erstbegegnung ein Orchesterwerk mehr an als ein Werk der Kammermusik, so ungerecht das auch immer sein mag.

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gesellschaft, ehe, theodor fontane, adel, ungarn

Graf Petöfy

Theodor Fontane
Flexibler Einband
Erschienen bei Reclam, Ditzingen
ISBN 9783150086063
Genre: Romane

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kunstmärchen, klassiker, fantastisch, theater, romantik

Prinzessin Brambilla

E. T. A. Hoffmann ,
Flexibler Einband
Erschienen bei Reclam, Philipp, 01.01.1986
ISBN 9783150079539
Genre: Klassiker

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Ardinghello und die glückseligen Inseln

Wilhelm Heinse , Max L Baeumer
Flexibler Einband
Erschienen bei Reclam, Philipp, 01.01.1986
ISBN 9783150097922
Genre: Klassiker

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Wunderliche und Wahrhafftige Gesichte Philanders von Sittewalt

Johann M. Moscherosch
Flexibler Einband
Erschienen bei Reclam, Ditzingen
ISBN 9783150018712
Genre: Romane

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witz, zufriedenheit, glück, satire, dummheit

Lob der Torheit

Erasmus von Rotterdam , ,
Flexibler Einband: 136 Seiten
Erschienen bei Reclam, Philipp, 01.01.1986
ISBN 9783150019078
Genre: Romane

Rezension:

Erasmus von Rotterdam: „Das Lob der Torheit / ENCOMIUM MORIAE“,
übs. und hrsg. von Anton j. Gail, Reclam UB1907/08, Stuttgart 1969

Vor zwei Wochen ist dieses erstmals im Jahre 1509 veröffentlichte Buch des großen Humanisten Erasmus von Rotterdam, das im Original naheliegenderweise in der Humanistensprache Latein abgefasst worden ist, zu meinem Buch der Woche geworden. Schon vom Titel her. Spätestens jedoch auf der Seite 68, auf der ganz aktuell zu lesen war und ist: „Was wiegt schon die Stimme der paar Klugen gegen einen solchen Haufen? Noch gerissener machen es die Plagiatoren, die den Ruhm fremder Lebensarbeit mit einigen Worten sich selbst zuwenden und sich eine Weile Gewinn davon versprechen, wenn sie auch noch so eindeutig des Plagiats überführt werden. Man muß es gesehen haben, wie sie sich in öffentlicher Anerkennung gefallen und mit dem Finger auf sich weisen lassen: „Das ist der berühmte Mann!““
Von einer speziellen Aktualität betr. Herrn zu Guttenbergs natürlich noch nichts ahnend hatten wir uns vor vier / fünf Wochen in unserem privaten Literaturkreis darauf verständigt, genau dieses Reclambändchen zu lesen und bei unserer nächsten Zusammenkunft am 28. 02. 2011 zu besprechen. So wenig umfangreich und so berühmt diese Schrift des Erasmus auch ist, einigen unserer siebenköpfigen Erwachsenengruppe machte sie zunächst doch Schwierigkeiten. Verständlich. Heute fehlt es eben doch etwas zu sehr an der geläufigen Kenntnis der antiken Götterwelt in all ihren Verästelungen, auf die ganz selbstverständlich und immer wieder bei Erasmus angespielt wird. -
Nun bietet zwar die Reclamausgabe durchweg eine ganze Reihe von Anmerkungen an; für die meisten von uns war es dennoch zu ermüdend, diese immer wieder eigens nachschlagen und nachlesen zu sollen. Ein Ehepaar kam schließlich auf die gute Idee, sich zunächst das - wie sich alsbald herausstellte - „sehr gut lesbare“ biographische Erasmus-Buch von Stefan Zweig zu besorgen, durch das ihnen einerseits der für sie unerlässliche biographische und historische Kontext zu Erasmus vermittelt wurde und durch das sie andererseits immer wieder nachdrücklich auf die Schrift „Das Lob der Torheit“ geradezu neugierig gemacht wurden. Und so war die Voraussetzung für sie gewonnen, unser Reclam-Bändchen mit Gewinn zu lesen.
Warum diese Schrift des Erasmus nie auf dem katholischen Index gestanden hat, fragten sie sich. Ob dabei entscheidend war, dass Erasmus durchgängig die personifizierte Torheit selber sprechen (und sich selber loben) lässt und er deshalb für die Worte der offensichtlichen Rollenfigur nicht so ohne weiteres selber haftbar gemacht werden konnte und kann? Oder ob es noch wichtiger für die Kirche war, dass er, der schon berühmte Erasmus, sich nicht auf die Seite der Reformation geschlagen hat?

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Über Helden und Gräber

Ernesto Sabato
Sonstige Formate
Erschienen bei LIMES VERLAG, 01.03.1999
ISBN 9783809020523
Genre: Romane

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Über Frankreich

E. M. Cioran , Leopold Ferdinand , Leopold Ferdinand
Fester Einband: 103 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 19.04.2010
ISBN 9783518421468
Genre: Sonstiges

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nihilismus, philosophie, selbstmord, frankreich, pessimismus

Werke

E. M. Cioran , François Bondy , Paul Celan , Verena von der Heyden-Rynsch
Flexibler Einband: 2.085 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 17.11.2008
ISBN 9783518420072
Genre: Romane

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indien, tabucchi, kurzroman, madras, goa

Indisches Nachtstück

Antonio Tabucchi
Flexibler Einband
Erschienen bei dtv
ISBN 9783423119528
Genre: Romane

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chile, literaturkritiker, diktatur, der vergreiste grünschnabel, nabokov und die anderen

Chilenisches Nachtstück

Heinrich von Berenberg , Roberto Bolaño
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 03.02.2007
ISBN 9783446208223
Genre: Romane

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e.t.a. hoffmann, prinzessin brambilla, romantik, klein zaches genannt zinnober, kunstmärchen

Nachtstücke / Klein Zaches genannt Zinnober / Prinzessin Brambilla / Werke 1816-1820

E. T. A. Hoffmann , Hartmut Steinecke , Gerhard Allroggen , Ernst Th. A. Hoffmann
Flexibler Einband: 1.206 Seiten
Erschienen bei Deutscher Klassiker Verlag, 23.03.2009
ISBN 9783618680369
Genre: Klassiker

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klassiker, düster, e.t.a. hoffmann, realität/fiktion, architektur

Nachtstücke

E. T. A. Hoffmann ,
Flexibler Einband: 443 Seiten
Erschienen bei Reclam, Philipp, 01.01.1990
ISBN 9783150001547
Genre: Klassiker

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Ob die Granatbäume blühen

Gerhard Meier
Flexibler Einband: 46 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 19.11.2008
ISBN 9783518416778
Genre: Romane

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