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185 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 9 Rezensionen

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Die schöne Diva von Saint-Jacques

Fred Vargas , Tobias Scheffel
Flexibler Einband: 298 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 01.02.1999
ISBN 9783746615103
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 Die Opernsängerin Sophia lebt im Pariser Vorort Saint-Jaques.

Als sie eines Tages in ihren Garten blickt, steht dort ein Baum, der über Nacht offenbar von irgendjemandem gepflanzt wurde. Sie fühlt sich bedroht und bittet drei neue Bewohner aus der ‚Baracke‘, einem alten herunter gekommenen Nachbarhaus um Hilfe. Sie bietet den drei eine erstaunliche Menge Geld, wenn sie diesen ‚Fall‘ aufklären. ‚Am Donnerstag drauf, sechzehn Tage später, war Sophia verschwunden.'

Die Charakterisierung der Darsteller ist faszinierend in diesem Buch. Da gibt es die drei gescheiterten Historiker, die von ihrem hohen Turm der Wissenschaft ins Leben der gescheiterten Existenzen hinunter steigen müssen und versuchen in der sozialen Unterwelt Fuß zu fassen . Da ist zunächst der kluge, jähzornige und agile Marc, der sich im Mittelalter verlaufen hatte. Dann der schwerfällige natürliche Matthias, der den Ausweg aus der Steinzeit nicht finden kann. Und der verschrobene Lucien, Spezialist für historische Probleme des Weltkrieg 1914-1918, mit einem halben Gehalt an einer kirchlichen Privatschule. Der einzige in der Wohngemeinschaft der gescheiterten Existenzen mit einem festen, aber kleinen Einkommen. Die drei Protagonisten muten an, wie drei gescheiterte geistige Musketiere, Athos, Portos und Aramis, denen nur noch ein vierter Kamerad fehlt.
Es gibt diesen Kamerad auch tatsächlich. Doch er ist nicht jugendlich wie bei Dumas, sondern alt. Der Patenonkel von Marc trägt den Namen Vandoosler. Ebenfalls gescheitert, denn er ist ein Ex-Bulle, entlassen und degradiert. Kein bißchen leichtsinnig, sondern berechnend und clever.

Die Spannung  wird in diesem Buch  durch die Unberechenbarkeit der Charaktere erzeugt. Dauernd habe ich gebibbert, was für einen Unsinn werden sie jetzt wohl noch anstellen. Und so blieb es denn spannend bis zum bitteren Ende.

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Ich bin dann mal weg

Hape Kerkeling
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei MALIK, 30.05.2006
ISBN 9783890293127
Genre: Sachbücher

Rezension:


„Aber die Menschen, die sich da vor Keks- und Sherry-Plakate stellen und über ihre Bett- und Kotzeinzelheiten Auskunft geben und sich dabei so wichtig vorkommen wie der amerikanische Präsident bei der Bombardierung Bagdads, berauben sich der wichtigsten Eigenschaft, die ein Mensch besitzt: Würde!“

 

Hape Kerkeling entschließt sich nach gesundheitlichen Problemen den Jakobsweg von Saint-Jean-Pied-de-Port in Frankreich bis nach Santiago de Compostela in Spanien zu wandern.

Eine Pilgerreise über 600 Kilometer, bei der er schnell an die Grenzen seiner körperlichen Leistungsfähigkeit stößt, und er anfangs die eine oder andere Etappe mit dem Bus oder der Bahn zurücklegen muss. Doch er erlebt nicht nur, wie sich der eigene Körper in eine Folterkammer voller Schmerzen verwandelt, sondern auch wie sich die permanente Erschöpfung in einen Trancezustand verwandelt, eigene Wünsche und Gedanken verschwinden und alles egal wird. Ein Zustand in dem man offen wird für Gedanken anderer Menschen. Und seine eigenen Grundwerte in Frage stellen kann. Eine neue Suche nach sich selbst und nach Gott kann beginnen.

In einem schlauen oder gar gerissenem Buch steht:

‚Die Würde des Menschen ist unantastbar.‘

Aber es gibt viele Möglichkeiten die Würde eines Menschen zu schädigen oder gar zu vernichten.Hape Kerkeling ist sicherlich kein typischer Pilger, aber er ist ein Mensch, der versucht mit Würde zu leben, auch wenn es denn an allen Ecken und Enden weh tut.

 

Ich fand es meist wunderbar, wie er mit Vorurteilen auf die Leute zuging und seine Einschätzungen dann humorvoll zerplatzten oder bestätigt wurden. Einzigartig natürlich die dabei aufgebrühten Assoziationen und Vergleiche. Die geschilderten Wanderrouten und Unterkünfte haben mich allerdings davon überzeugt, dass ich eine Pilgerreise niemals überleben würde. Für die wundervollen Leseeindrücke muss ich mich ganz herzlich bedanken und kann nicht anders als 5 Sterne zu vergeben.

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Der nasse Fisch

Volker Kutscher
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 25.08.2008
ISBN 9783462040227
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

‚Ihm war nichts Besseres eingefallen, als Bild und Telefon kurzerhand zu (...) ins Schließfach zu packen. Dessen Inhalt glich immer mehr einem Kuriositätenkabinett. Ob überhaupt etwas davon jemals als Beweismittel vor Gericht taugen würde?‘

Gereon Rath ist 1929 Kommissar bei der Berliner Kriminalpolizei.

In seine Arbeit beim Sittendezernat führt ihn Oberkommissar Bruno Wolter ein. Das Berliner Nachtleben ist der Nährboden für die Berliner Unterwelt und ihre Banden, die nur scheinbar von der Polizei in Schach gehalten werden. Zudem gibt es russische Emigranten, die versuchen, in der Stadt zu überleben. Bedroht von sowjetischen Agenten, die die Feinde Stalins auch auf deutschem Boden bekämpfen. Und von den deutschen Behörden, die den vielen Russen im Land misstrauen, entweder weil es ehemalige zaristische Offiziere sind, oder rote Umstürzler, die womöglich die deutschen Kommunisten mit Waffen oder Ideologien zum Aufruhr gegen die Republik aufstacheln.

Gereon Rath wird von dem Morddezernat um Mithilfe gebeten bei einem ungelösten Mordfall, einem sogenannten ‚nassen Fisch‘. Niemand kennt die Identität des Toten. Doch Gereon Rath kennt zufällig den Namen eines Bekannten des Toten.

 

Das Buch lebt vom Charakter des Kommissars:
Er ist ehrgeizig, rücksichtslos, neigt zu Alkoholexzessen und schlägt in Stresssituationen auch Kokain nicht unbedingt aus. Teamarbeit und Vorschriften werden auch hin und wieder befolgt, sofern ihr Gebrauch sich als nützlich erweisen könnte. Schwierigkeiten mit Vorgesetzten und Kollegen wegen Unterschlagung von Informationen und Beweismitteln (Zitat s.o.) sind ein Hobby von Kommissar Rath. Er hat einen guten Blick für Details und weiß, wie man Menschen geschickt manipulieren kann, um sie zum reden zu bringen. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass er eher ein freischaffender Agent ist als ein ‚rechtschaffender‘ Kommissar.

 Das Buch sprüht vor Lebenslust, Gewalt, Heimtücke und Verschlagenheit. Gereon Rath bewegt sich auf einem schmalen Grat sicheren Bodens, der ihm nur wenig Platz zum Überleben läßt. Neugier, Angst , Verzweiflung  und Hoffnung sind ständige Begleiter der Menschen.  Die Verrohung der Menschen durch den Krieg ist allgegenwärtig.

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

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Herbststurm

Angelika Felenda
Flexibler Einband: 437 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 12.11.2018
ISBN 9783518469231
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

München Herbst 1922

Die Inflationsschraube im deutschen Reich dreht sich immer schneller. Die Reichsmark hat gegenüber dem Jahr 1914 schon um den Faktor 500 verloren. Niemand ahnt, dass im nächsten Jahr noch fast 10 Zehnerpotenzen folgen werden. Doch die Angst davor ist bei den Menschen riesengroß.

Der Münchener Rechtsanwalt Sepp Leitner soll für eine Exilmonarchistin deren verschwundene Tochter suchen. Er bittet seinen Freund Kommissär Reitmeyer, ihm dabei zu helfen. Der lehnt zwar ab, doch bald führen ihn die Ermittlungen zu zwei Mordfällen, bei dem  ehemalige Freikorpsangehörige getötet wurden, zu dem Namen genau dieser adeligen Russin. Der Kommissär stößt bei seinen Ermittlungen immer wieder auf eine Mauer des Schweigens bei den Freikorpsangehörigen, oder er wird von seinen Vorgesetzten zurückgepfiffen, wenn er den falschen Leuten auf die Füße tritt.

Der junge Kriminalassistent Rattler, trifft im Rahmen dieser Ermittlungen die geheimnisvolle wunderschöne Larissa aus dem Baltikum. Sie gibt Nachhilfeunterricht und Rattler möchte nun auch unbedingt russisch bei ihr lernen.

 

Das ungleiche Ermittlerpaar aus Reitmeyer und Rattler bietet dem Leser eine Vielfalt von unvorhersehbaren Überraschungen. Rattler ist zwar mit ganzem Herzen bei der Sache und voller Tatendrang. Er liebt die Technik, doch er findet auch zielsicher jedes Fettnäpfchen auf dem Weg, der vor ihm liegt und macht meistens keinen Bogen darum. Reitmeyer muss sich nicht nur ständig um seinen Kollegen kümmern, sondern hat auch mit Vorgesetzten zu kämpfen, die mit den einflussreichen rechten politischen Kreisen sympathisieren und sie unterstützen wo es nur geht, um ja nicht ihren Job zu verlieren. Andererseits hat der Kommissär es mit den armen Leuten zu tun. Die Männer versuchen sich bei Freikorps als Söldner zu verdingen. Die Frauen müssen als Prostituierte arbeiten, um ihr Leben zu bewältigen. Dazu gibt es die vielen russischen Vertriebenen, von denen man auch nie weiß, wovon die eigentlich leben.

 

Das Buch hat mich über weite Strecken in seinen Bann gezogen, sodass ich es schwer hatte, es aus der Hand zu legen.

 

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1 Bibliothek, 1 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

Weihnachten: Die verzauberten Vögel

Günter-Christian Möller
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei tredition, 11.09.2018
ISBN 9783746967998
Genre: Romane

Rezension:  
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18 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Wer das Schweigen bricht

Mechtild Borrmann
E-Buch Text: 224 Seiten
Erschienen bei Pendragon, 26.05.2011
ISBN B0052RRPYK
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Arzt Robert Lubisch findet im Nachlass seines Vaters Friedhelm das Foto einer bezaubernd schönen Frau und den SS-Ausweis eines Unbekannten. Er kommt auf die Idee sich auf die Suche nach dieser Frau und dem Unbekannten zu machen.

 

Vor dem Leser entfalten sich zwei Erzählstränge, die sich auf zwei Zeitebenen entwickeln. Die eine handelt in den Jahren 1997/98. Die andere von 1939 bis 1945. Die Kriegszeit war die mit Abstand gefährlichere Zeit. Nicht nur die Freundschaften, die die Menschen pflegten, auch die Menschlichkeit war in allerhöchster Gefahr und floh schließlich in die Einsamkeit. Mit dem Kriegsende floh dann auch die Terror-Ideologie in die Einsamkeit. Das Erwachen aus der Einsamkeit ist eine höchst gefährliche Sache. Selbst für die Menschlichkeit.

 

Das Buch war durchweg sehr spannend. Neugierige Reporter haben oft Schwierigkeiten am Leben zu bleiben, selbst wenn sie klug und vorsichtig sind. Die Schilderung der Kriegszeit war so fesselnd, dass ich schließlich dazu übergehen musste, nur noch die Ereignisse dieser Zeitebene weiterzulesen. Die Beschreibung der Ereignisse von 1945, als die Bevölkerung kurz vor Kriegsende gezwungen wurde einen Panzergraben auszuheben, waren der Höhepunkt der Grausamkeiten. Ich musste an die Erzählungen meiner Mutter denken, als sie die Tage nach der Kapitulation in ihrem Dorf beschrieb: Die damals befreiten Kriegsgefangenen zogen plündernd von einem Bauernhof zum anderen.

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225 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 103 Rezensionen

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Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht

Jessica Fellowes , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 04.09.2018
ISBN 9783866124523
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Unter Verdacht

 

London, 1920. Der 18jährigen Louisa Cannon gelingt es vor ihrem Onkel zu fliehen, der sie als Gegenleistung für seine eigenen Schulden an einen Geldverleiher verkaufen will. Sie beschließt, sich als Kindermädchen bei der adeligen Familie Redesdale zu bewerben, denn ihre Freundin Jennie Roper hatte ihr dazu geraten – sie selbst war dort vor ihrer Heirat Kindermädchen gewesen.

 

Das Buch fesselt durch seine zwielichtigen und undurchsichtigen Charaktere. Allen voran der Kriegsheimkehrer Roland Lucknor. Selbst die Bahnpolizisten Guy Sullivan und sein Kollege Harry neigen dazu Dinge zu verbergen, denn sie dürfen Ermittlungen nur mit Erlaubnis der Vorgesetzten durchführen. Schließlich wollten schon damals die Vorgesetzten für die Erfolge ihrer Untergebenen befördert werden. Auch Louisa führt ein Doppelleben, denn sie würde sofort ihren Job verlieren, wenn die Herrschaft, bei der sie arbeitet, erfahren würde, in welchen Schwierigkeiten sie steckt. Mitunter scheint es so, als ob gewisse Personen ihre wahre Identitäten verheimlichen. Der Schatten von Charles Dickens schimmert zwischen den Zeilen auf einige Geschehnisse matt durch. Unheil und Elend bedroht selbst die Hauptdarsteller, doch ihre Charakterstärke und ihre Freundschaft trotzen allem Unglück. Stolz und Wut glüht durch verschiedene ihrer Worte, wenn sie in die Enge getrieben werden, und hält Unheil von ihnen fern.

 

Was dieses Buch von anderen unterscheidet, ist die Moral mit der die Protagonisten ihre Schwierigkeiten bewältigen. Die Gesetze stehen tief unter der Menschlichkeit. Für die Hauptdarsteller zählen letztlich die Motive, aus denen die Täter ein Unrecht begehen. Die Soldaten, die den ‚Großen Krieg‘ überlebten, sind auch in diesem Buch kaum gesetzestreue oder lebensfähige Menschen.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

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Landpartie mit drei Damen

Nancy Mitford
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Graf Verlag, 28.10.2011
ISBN 9783862200146
Genre: Klassiker

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 25 Rezensionen

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Summer

Monica Sabolo , Christian Kolb
Fester Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 13.08.2018
ISBN 9783458177654
Genre: Romane

Rezension:



Benjamin ist vier Jahre jünger als seine neunzehnjährige Schwester Summer.  Als sie verschwindet, findet er keinen Frieden, denn er hat sie zutiefst bewundert und geliebt.  Fast 25 Jahre später beginnt er Antworten auf die Frage zu finden, was damals geschah. Bilder, die sich in seinen Gedanken und Erinnerungen versteckt hatten, die er versucht nun endlich zu entziffern.

Benjamin Wassner hat das Glück, einen Vater zu haben, der gesellschaftlich hoch angesehen und wohlhabend ist. Und er hat das Pech, dass sein Vater ein herrischer Tyrann ist. Benjamin geht auf eine Privatschule. Leider verfügt er nur in sehr begrenzten Mengen über Ehrgeiz. Er ist eher verträumt. Er weiß jedoch, dass diese Eigenschaft ein schlechtes Licht auf seinen Charakter werfen kann. ‚Neigt dazu Dinge zu verheimlichen‘, steht in der Akte einer psychologischen Untersuchung. Neugierig ist er allerdings schon und Mark Twain hätte seine Freude an ihm gehabt. Denn die drei Freundinnen seiner Schwester, also Jill, Coco und Alexia benutzen ihn als Versuchskaninchen fürs Küssen. Er sollte ihre Küsse benoten. Es wird eine Rezension ohne Sterne, aber mit vielen Worten, die die Mädchen recht sprachlos machte: „Die drei hörten aufmerksam zu, beugten sich nach vorn, kniffen konzentriert die Augen zusammen und machten Hmmm.“


Doch als seine Schwester verschwindet, ist Benjamin noch ein Kind. Er spielte mit den Mädchen versteckten.

„Coco stellte sich an einen Baum und fing an, laut zu zählen. An diesem Tag konnte er Summer nicht mehr wiederfinden: Als mein Vater später mit einer Stimme, in der eine Mischung aus Wut und Leid lag, meinte, ich solle ihm ‚die Stelle‘ zeigen, habe ich sie nicht wiedergefunden, es war, als hätte sich die Natur verwandelt, wie ein Tier, das sich im Schlaf umgedreht hat.“

Benjamin hat das Pech erst mit 38 Jahren einen Therapeuten zu finden, der ihm richtig zuhört. Irgendwann keimte in mir der Verdacht auf, dass der Doktor Traub die ersten drei Monate nur versuchte, sich in seinen Patienten Benjamin hineinzuversetzen und er deshalb heimlich unter seinem Tisch Joints zusammenbaute und dann genüsslich rauchte. Bis dann endlich die Frage kam: „Erzählen Sie mir von ihrer Familie.“

Von diesem Zeitpunkt an beginnt eine Reise durch die Erinnerungen von Benjamin. Eine Reise durch ein Labyrinth, in dem er seit 24 Jahren feststeckte.

Ich hatte erst wieder Hoffnung, dass Benjamin den richtigen Weg finden würde, als ich folgendes las:

„Ganz am Ende der Allee befindet sich ein Trampelpfad, der aus einer anderen Stadt, einem anderen Leben zu stammen scheint, der überhaupt nicht zu den Luxusvillen und dem modernen Supermarkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite passt und zum Haus führt. (…) das Laub duftet vielleicht nicht ganz so stark wie in meiner Erinnerung, und ich erkenne im Hintergrund die hellen Wände des alten Hauses, dessen Anblick in mir ein Gefühl von Hoffnung und Freiheit auslöst, …“

 

Was für Benjamin eine unglückliche 25jährige Reise von der Kindheit zum Erwachsensein war, bedeutete für mich wunderbare Unterhaltung mit permanenter Spannung. Tot, Verzweiflung und Bitterkeit warteten am Wegesrand genauso, wie Trost, Mitgefühl und Liebe. Ein Buch voller Gefühle.

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Veronika beschließt zu sterben

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.04.2007
ISBN 9783257233056
Genre: Romane

Rezension:

Veronika leidet unter Depressionen und beschließt, sich mit vier Schachteln Schlaftabletten umzubringen. Doch sie überlebt und findet sich in einer Irrenanstalt wieder. Ein Arzt eröffnet ihr, dass ihr Herz durch die vielen Medikamente unwiderruflich geschädigt wurde. Sie habe noch maximal eine Woche zu leben.

 

Ich war während des Lesens recht entsetzt über diese Irrenanstalt und hegte große Zweifel an der Kompetenz des Leiters. In Gesprächen mit normalen Menschen  erweckte er den Eindruck, dass er selber bekloppt wäre und in der Irrenanstalt gut aufgehoben sei, allerdings eher als Patient.
‚Die Menschen lernen nie aus dem, was man ihnen erzählt, sie müssen es selber herausfinden.‘
Eine Methode den Menschen eine Begegnung mit dem Tod zu veranschaulichen, ist eine  Astralreise, mittels einer Überdosis Insulin, bei der der Geist aus dem Körper heraustritt und sich selbst als sterbendes Objekt betrachtet.
Doch für Veronika beginnt ein Prozess der Erkenntnis: ‚Als ich die Tabletten genommen habe, wollte ich jemanden umbringen, den ich haßte. Ich wußte nicht, dass es in mir andere Veronikas gab, die ich lieben könnte.‘ (S.73) Sie beginnt diese Veronikas zu suchen und versucht ihre Persönlichkeiten zu erleben. 
Ein Buch, das jedem zu empfehlen ist, der Schlaftabletten in seiner Wohnung hortet und sich mit düsteren sozialen Beziehungen herumschlägt. Womöglich an den tieferen Sinn von festen Regeln in der Arbeitswelt oder zwischenmenschlichen Beziehungen glaubt. Und meint, sie müssten unbedingt eingehalten werden. Es gibt für alle Regeln Ausnahmen und Pausen. Ich glaube, es sind mittlerweile 24 Krankheitstage, die das Überleben in der Arbeitswelt garantieren. Ich vermute, dass das für die eine oder andere Ehe auch gilt. In der Schule lernt man ja leider auch nur die eine Persönlichkeit in sich kennen, die die Zensuren lieben soll und die Regeln und Gesetze der Obrigkeit bewundert. Wo die Lebensfreude herkommt und wie man sich ihr üblicherweise entledigt, ist noch kein Pflichtfach.

 

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265 Bibliotheken, 1 Leser, 5 Gruppen, 15 Rezensionen

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Der Dämon und Fräulein Prym

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.04.2007
ISBN 9783257233889
Genre: Romane

Rezension:

Ein Fremder kommt in das alte Dorf Beskos.

Er trifft die Hotelangestellte Chantal Prym scheinbar zufällig im Wald und bietet ihr einen 1 Kilogramm schweren Goldbarren, wenn sie den Dorfbewohnern folgenden Vorschlag unterbreitet: Sie bekommen 10 von diesen Goldbarren, jedoch unter folgender Bedingung:

„Ich möchte, dass sie das Gebot ‚Du sollst nicht töten‘ brechen.“
Es wäre ihm egal, wen sie töten. Auf die Frage Chantals nach dem Grund gibt er an:
„Ich will wissen, ob wir gut oder schlecht sind.“
Das klingt auch für die junge Chantal nach einem  schwachen Motiv, doch als sie ablehnt, setzt der Fremde die junge Frau massiv unter Druck:
„Sie können beschließen nicht mitzumachen. In diesem Fall werde ich allen (…) Dorfbewohnern sagen, daß ich Ihnen die Gelegenheit gegeben habe, allen zu helfen, Sie sich aber geweigert haben, und ich werde selber den Vorschlag machen. Wenn sie beschließen, jemanden zu töten, kann es durchaus sein, dass sie (Chantal Prym) das Opfer sein werden.“

Der Fremde verschweigt, dass er einen sehr persönlichen Grund hat, gerade die 271 Bewohner des Dorfes Beskos zu einem Mord aufzufordern, den er jedoch verschweigt, um seinen Plan durchführen zu können. Chantal spürt, dass sie das Gewissen der Dorfbewohner finden und wecken muss, um den Plan zu verhindern. Aber wie.

‚Das Böse muss sich zeigen, um den Wert des Guten zu verstehen.‘ Doch wie kann man das Böse entlarven. Wie immer ist das Gewissen nach einem Mord sehr aktiv und findet das Böse äußerst schnell, während es vor der Tat betont tief schläft. Nicht nur der Teufel steckt im Detail. Sondern auch der Engel mit mit seinen Ratschlägen, mit denen er das Gewissen der Menschen wecken kann.

 Die kleinen Ratschläge oder Lebensweisheiten und Legenden sind das, was dieses Buch aus dem Ozean der Geschichten und Bücher heraushebt. Sie muten wie Ratschläge eines Engels an. Eine der Legenden hatte es mir besonders angetan:

Ahab, der Begründer des kultivierten Dorfes Beskos schickte eines Tages seinen Sohn nach Beskos um Salz zu kaufen. Doch er sollte den rechten Preis bezahlen. Nicht zu viel und auch nicht zu wenig. Auf die Frage, warum er nicht feilschen sollte, erhielt er folgende Antwort:

„Wer das Salz zu billig verkauft, braucht dringend Geld. Wer die Situation ausnützt, mißachtet den Mann, der das Salz im Schweiße seines Angesichts gewonnen hat.“
Ich musste an die 1 Eurojobs in unserer modernen Industriegesellschaft denken. Noch nicht der Gipfel eines ungerechten Lohnsystems, aber schon ziemlich eindrucksvoll, um jegliche Arbeitsmotivation endgültig zu vernichten. Und mitunter auch die Motivation zu leben.

 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 13 Rezensionen

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Eine Frau von Ost nach West: Zeit für Veränderungen

Britta Banowski
Flexibler Einband: 189 Seiten
Erschienen bei Independently published, 16.02.2018
ISBN 9781980310433
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ost oder West: beides schräg...

Das Buch schildert Lebenserinnerungen von Britta Banowski, die in Schwedt, im Nordosten der DDR aufwächst, zusammen mit Geschwistern, Eltern und Großeltern. Die Mutter läßt sich nicht alles gefallen und beschwert sich im Rathaus, als der Mann seinen Einberufungsbefehl erhält und sie mit drei kleinen Kindern allein zu Hause ist, und auch noch einen Job nebenbei hat.

(S.18) "Und was zum Teufel soll der Einberufungsbefehl für meinen Mann ausgerechnet jetzt?"
"Ja, es ist wohl so, dass gerade jetzt dringend Soldaten gebraucht werden... Ich kann Ihnen das auch nicht beantworten."
Ich musste bei dieser Passage an 'Good bye Lenin' denken, wo als Erklärung für die aus dem Koma erwachte alte parteitreue Mutter, die die riesige Coca-Cola Werbung draußen an einer Wand sieht, folgende Worte fallen: "Ich weiß auch nicht, was sich die Genossen dabei gedacht haben."
Das Buch sprüht vor Wehmut und (un)glücklicher Erinnerung an die Kindheit. Ob es ein in den falschen Hals geratener Bonbon ist, Mobbing durch die Mitschüler oder das Chaos im Schneekatastrophen-Winter 1978/79 war. Die Autorin gewinnt allen Erlebnissen etwas Positives ab. Nur als der Opa stirbt, bricht auch aus den Worten der Erinnerung über dem Leser eine Welle tiefer Trauer zusammen.

Es gibt in den Lebenserinnerungen von Britta Banowski Brüche, die erklärungsbedürftig scheinen. Doch sie spiegeln nur Brüche im tatsächlichen Leben der Autorin wieder und so bleiben die Erklärungen der Intuition des Lesers überlassen. Man spürt das Herz und die Leidenschaft mit der die Autorin ihren Weg gegangen ist. Sehr gut beschrieben wird die Unzufriedenheit mit dem alten System. Genauso wie die Euphorie der Menschen in der Zeit des Mauerfalls und die langsame Desillusionierung in der Zeit danach durch persönliche Erfahrungen mit der neuen Form der Diktatur aus dem Westen: der Gelddiktatur, die das alte soziale Gefüge und ihre Tugenden langsam zersetzt. Das Buch hat mich sehr gut unterhalten.

 

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35 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

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Verrat am Kaiser-Wilhelm-Kanal

Anja Marschall
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 15.03.2018
ISBN 9783740802967
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die verborgene Wahrheit

 

‚Die verbotenen Röntgen-Strahlen

Zwei Physiker, welche in mehreren großen Städten, darunter auch Dresden und Leipzig, erfolgreiche Vorstellungen mit den den Röntgenschen X-Strahlen gegeben hatten, kamen auch bei der Kieler Behörde um die Erlaubnis ein, derartige Experimente in einem öffentlichen Lokal zeigen zu dürfen. Ihnen wurde dieses untersagt, da der Behörde besagte Strahlen nicht bekannt sind.‘ (Originalauszug: Kieler-Neuste Nachrichten, 1896)

Die Welt der Kieler Behörde bewegte sich auch damals auf einem recht kleinen Orbit was Wissen und Neugierde anging. Mit dem Kommissar Hauke Sötje gibt es jedoch eine lobenswerte Ausnahme. Er findet eine Tote im Kanal, die zwar Kleidung aus einfachem Leinenstoff trägt, jedoch ein vier Ellen langes Stück Stoff, eine wertvolle Bordüre aus Brüsseler Spitze um den Unterarm geschlungen hat. Niemand vermisst diese Frau. Und der teure Stoff scheint nicht gestohlen worden zu sein, denn niemand hat diesen Diebstahl gemeldet. Der Kommissar macht sich auf die Suche nach der Identität dieser Frau.

Es ist eine Reise in eine Vergangenheit mit alten sozialen Gebräuchen und Regeln, über die manche Leute heute nur noch die Köpfe schütteln würden. Hauke Sötje ist ein Ermittler mit einem guten Blick fürs Detail, denn er geht den Dingen auf den Grund. Doch in diesem Buch stößt er an seine Grenzen. Er wird manipuliert und geschickt gelenkt. Man bekommt das Gefühl, als ob am Ende eine gefährliche Falle auf ihn wartet. Als Leser hatte ich den Eindruck, es ist wie bei John le Carré, er arbeitet sich von einer Schicht der Lügen zur nächsten vor. Aber was wird ihn hinter der letzten Schicht als Wahrheit erwarten?

Ein Buch voller Spannung, die sich immer mehr steigert und erst mit dem Showdown  zerbricht. Das Buch hat mich wunderbar unterhalten.

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84 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Schilf

Juli Zeh
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (TB), 13.02.2012
ISBN 9783442744633
Genre: Romane

Rezension:

Sebastian kann mit seinem Leben sehr zufrieden sein. Er ist ein ungemein talentierter Physiker, und liebt seine Frau Maike und seinen Sohn Liam über alles. Nur mit seinem besten Freund Oskar gibt es hin und wieder einen kleinen Streit.

‚Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Universum mit den bekannten Bedingungen entstehe, habe im Moment des Urknall bei 10 hoch minus 59 gelegen. Somit sei die Existenz der Erde ebenso unwahrscheinlich wie der Versuch, neun Mal in Folge einen Sechser im Lotto zu erzielen.‘

Da Sebastian nicht an Zufälle glauben mag, kommt er auf die Idee, dass im Moment des Urknalls 10 hoch 59 verschiedene Universen entstanden sind. Raum und Zeit wären also nur ein ungeheurer Stapel an Welten, quasi Parallel-Universen. Für Oskar ist es nicht schwer, diese Theorie mit den Worten wie und warum in Frage zu stellen.

Die Beschäftigung mit solchen Theorien stört sein Leben. Er hat das Gefühl, sich im falschen Universum zu befinden und nur noch ein Gast in seinem Leben zu sein.

Da wird Sebastians Sohn entführt und er soll ihn erst zurückbekommen, wenn er einen bestimmten Menschen umbringt.

Ich hatte das Gefühl, dass aus dem überreizten aber liebevollen Sebastian Stück für Stück ein distanzierter gefühlloser Killer werden würde. Und es gab nur eine Person in dem Buch, die alles versuchte, um dies zu verhindern. Kommissar Schilf. Ein Ermittler, der ungewöhnliche Wege geht. Jemand, der selber Experimente mit dem Verdächtigen und mit dem wahren Täter durchführt, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Ein Wissenschaftler in Sachen Kriminalistik, der die Gesetze, die über Ge- und Verbote wachen, so sehr überdehnt, dass sie aus einem anderen Universum stammen könnten.

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70 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

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Mansfield Park

Jane Austen , Manfred Allié , Gabriele Kempf-Allié
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 22.06.2017
ISBN 9783103972719
Genre: Klassiker

Rezension:

Fanny Price wird als Kind von ihrer Tante Lady Bertram und dessen Mann Sir Thomas Bertram aufgenommen. Sie stammt aus einer armen Familie und wird deshalb nicht als vollwertiges Familienmitglied behandelt. Ihr Wissen und ihr Geist scheint dem der anderen Kinder nicht ebenbürtig zu sein. Einzig Edmund behandelt sie als seinesgleichen und kümmert sich um sie, als die Trauer um den Verlust ihrer richtigen Familie am größten ist. Ihre Liebe für ihren älteren Bruder William Price überträgt sie nun nach und nach auf Edmund. Er ist das einzige der vier Bertram Kinder, das von sich aus ein starkes Gefühl für Tugend und Anstand entwickelt hat und pflegt. Auch Mrs Norris, ebenfalls eine Tante von Fanny, nimmt Einfluss auf die Bertram Kinder und Fanny. Allerdings bemängelt sie nur bei Fanny mangenden Anstand und Manieren, obwohl das dort völlig fehl am Platz ist. Die Kinder des Hausherren verschont sie mit ihrer Litanei. Mit der Zeit verwandelt sich Fannys Zuneigung zu Edmund in Liebe. Als Sir Thomas wegen wirtschaftlicher Probleme auf seine Plantage in eine der Kolonien reisen muss, tauchen einige junge Nachbarn auf dem Mansfield-Anwesen auf, die mit den Cousinen und Cousins von Fanny den Plan fassen, ein Theaterstück aufzuführen.

 

Das Buch führt den Leser in eine alte fremde Welt. Das höchste Gut einer jungen Frau ist ihr guter Ruf, egal wie verrufen sie handelt. Wichtig ist nur, dass es keiner erfährt. Diese Doppelmoral konnte damals leicht ins Verderben führen. Sei es wenn eine Familie bösartige Feinde hatte, oder auch nur wenn jemand zu verwegen über die Stränge schlug. Sir Thomas neigt dazu die Familienangehörigen nicht alle gleich zu behandeln. Vor allem der älteste Sohn Tom bekommt mehr Freiheiten als jeder andere, denn er wird den Besitz eines Tages erben. Doch ebenso wie heute galt auch damals: wer keine Grenzen gesetzt bekommt, stürzt ins Bodenlose, wenn ihm keiner hilft.

Und der zweitgeborene Adelige musste sich eine reiche Frau suchen, sonst endete er als arme Kirchenmaus, oder besser Mäuserich. Was sollte Edmund tun?

Fanny ist hin- und hergerissen zwischen all den erlernten und gelebten Regeln aus Tugend und Anstand einerseits, und ihrer Liebe und den Gefühlen zu Edmund andererseits. Sie scheint in einem Meer aus Tränen zu ertrinken, die sie heimlich oder gar nicht weint.

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478 Bibliotheken, 7 Leser, 3 Gruppen, 103 Rezensionen

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Die Falle

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 11.04.2016
ISBN 9783442714179
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die berühmte Bestsellerautorin Linda Conrads lebt sehr zurückgezogen. Als sie im Fernsehen den Mann zu erkennen glaubt, der vor Jahren ihre Schwester Anna umgebracht hat, versucht sie, ihm eine Falle zu stellen. Sie beschließt sich selbst zum Köder zu machen. Da er Journalist ist, lädt sie ihn ein, mit ihr ein Interview zu machen.

Ich hatte es schwer, in das Buch hinein zu finden. Die Schilderung der düsteren Lebensweise der Autorin, voller Selbstzweifel, und auf der Suche nach einem Ausweg aus den Depressionen, war recht bedrückend. Mit der Idee, dem Mörder wieder zu begegnen und ihn zu entlarven, ohne dabei Schaden zu nehmen, stieg die Spannung stetig an. Am Ende hatte ich den Eindruck, dass hier ein Täter agierte, der nicht über genügend Willenskraft verfügte, um sich selbst in Sicherheit zu bringen und auch nicht über genügend Geschicklichkeit und Energie, um ein Rededuell für sich zu entscheiden. Andererseits sind die Charaktere durchweg sehr umfassend beschrieben, und ihre Handlungen gut nachvollziehbar geschildert.

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134 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Nebelmord

Yrsa Sigurdardottir , Tina Flecken
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.10.2014
ISBN 9783596030651
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine kleine Gruppe Menschen hat ein paar Tage auf einer kleinen Felseninsel vor der Küste Islands verbracht. Doch nur zwei von der Gruppe überleben. Und einer der Überlebenden ist verletzt worden, anscheinend mit einem Messer. Wie konnte es dazu kommen.

Es gibt in der Geschichte drei Erzählstränge.

Der erste verfolgt die Ereignisse auf der kleinen Felseninsel vor der Küste, auf der sich eine Leuchtturmstation befindet, die gewartet werden soll.

Der zweite Strang folgt den Erlebnissen und Problemen der Polizistin Nina, die unter dem Selbstmord ihres Mannes Pröstur leidet und unter dem Mobbing einiger Kollegen.

Der dritte Strang folgt dem Leben der Familie um den IT-Experten Noi, seiner Frau Vala und deren Sohn Tumi.

 

Die Geschichte ist unwahrscheinlich spannend. Und auch sehr sehr düster, passend zum Breitengrad, auf dem die Vorkommnisse sich ereignen. Nois Reaktion auf einen offensichtlichen Einbruch in seinem Haus fand ich nicht sehr nachahmenswert:

„Noi rief sich ins Gedächtnis, wie die Möbel hinter der Tür angeordnet waren, holte tief Luft und tastete sich weiter. Dabei malte er sich aus, wie der Einbrecher mit einem Baseballschläger oder einem Messer bewaffnet seiner harrte.“

Ich dachte beim Lesen, dass es vielleicht schlauer wäre, sich zur Haustür zurückzuziehen und dort die Polizei anzurufen, um da das sich nähernde Tatütata abzuwarten. Und dann den flüchtenden Einbrecher beim Verlassen des Hauses um eine Zigarette oder Feuer zu bitten. In der IT-Welt hätte man gesagt, er hat den ersten Bug so gelassen und einen zweiten probehalber dazu gesetzt.

Aber Menschen machen Fehler. Gefangen in ihren kultivierten Sicherheitsgefühlen.

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1.503 Bibliotheken, 59 Leser, 11 Gruppen, 80 Rezensionen

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Sturz der Titanen

Ken Follett , Rainer Schumacher , Dietmar Schmidt , Tina Dreher
Flexibler Einband: 1.040 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 30.03.2012
ISBN 9783404166602
Genre: Historische Romane

Rezension:

Großbritannien 1911. Ethel Williams, Kind einer walisischen Bergarbeiterfamilie, arbeitet als Gehilfin auf Ty Gwyn, dem Landsitz des Grafen Fitzherbert. Als sie von ihm ein Kind erwartet, wird sie mit einer üblichen Abfindung entlassen. Die Schwester des Earls, Maud, verliebt sich in den deutschen Diplomaten Walter von Ulrich.

Kurz vor Beginn des ersten Weltkriegs arbeiten die beiden Brüder Lew und Grigori Peschkow in St. Petersburg bei den Putilow-Werken. Sie sind Waisen. Ihr Vater wurde wegen Aufsässigkeit von einem dem Fürsten Andrej hingerichtet. Die Mutter starb 1905 bei den Unruhen in St. Petersburg durch die Kugel eines zaristischen Soldaten

 Die Protagonisten der Geschichte sind Zeugen großer geschichtlicher Ereignisse rund um den ersten Weltkrieg. So erleben sie den Kriegsausbruch 1914, das Scheitern des Schliefen-Planes, die Schlacht von Tannenberg, das Blutbad 1916 an der Somme. Das Scheitern der Friedensbemühungen des amerikanischen Präsidenten 1916, den Beschluss zur Eröffnung des uneingeschränkten U-Bootkrieges, Die beiden Revolutionen in Russland. Und letztlich die Friedensverhandlungen von Versailles.

Das Buch sprüht vor Spannung. Die Motive, Ängste und Lebenswünsche der Protagonisten werden dem Leser gut nachvollziehbar dargelegt. Man fiebert mit, ängstigt sich um sie. Hofft auf ein Ende der Pein, oder Hilfe. Sehr beeindruckend fand ich die vielen Details, die der Autor in die Geschichte eingeflochten hat. So war das stärkste Argument für den Erfolg des uneingeschränkten U-Boot-Krieges das Ehrenwort des Admirals Holtzendorf, dass seine Berechnungen korrekt wären. Und der ökonomische Zusammenbruch Großbritanniens binnen eines halben Jahres erreicht werden würde. Ein Ehrenwort als stärkstes Argument für eine These. Die Verzweiflung der deutschen Militärs muss immens gewesen sein.

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63 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Bevor die Stadt erwacht

Kerstin Hohlfeld
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.10.2017
ISBN 9783548288536
Genre: Romane

Rezension:

Wenn Wünsche anfangen zu träumen

Amelie Rothermund ist alleinerziehende Mutter. Sie hat zwei Jobs, um sich und ihren kleinen Sohn Elias durchzubringen. Nachts und frühmorgens reinigt sie in Büros und Schulen und danach arbeitet sie bei ‚Walthers, einem großen Feinkostbetrieb. Der kleine Elias hat Weihnachten einen ganz besonderen Wunsch: Er möchte, dass seine Mama morgens nicht immer so müde ist. Und so schreibt er einen Brief:

‚An den Wainachsmann in 16798 Himmelpfort…‘

 

Es gibt viele Menschen mit Wünschen in dem Buch. Elias Mutter wünscht sich eine Lehrstelle als Konditorin, doch dazu müsste sie lesen und schreiben können. Die alte Agnes Werner  wünscht sich eine preiswertere Wohnung, doch dazu müsste sie Geld für einen Umzug haben. Und der alte Komponist und Pianist Epharaim Sasse wünscht sich, dass ihn alle endlich in Ruhe lassen, denn er befindet sich in einer künstlerischen Krise und da wird dann auch noch Marga, seine Haushälterin krank. Wie soll er nun bloß alleine zurecht kommen. Es ist ein Buch nicht nur von Wünschen, sondern auch von Fehlern, die begangen werden und vom Verzeihen dieser Fehler. Von Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit. Von der Suche nach Frieden, eben von Weihnachten. Ich habe das Buch sehr gern gelesen, auch wenn dieser Berliner Dialekt mir nicht so ganz geläufig ist. Ein wundervolles Weihnachtsmärchen.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Der Heckenschütze

Felix Huby
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.09.2006
ISBN 9783596163731
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Oberkommissar Peter Heiland wird eines Tages von seinem Vorgesetzten Ron Wischnewski zu einem Tatort gerufen, bei dem ein Scharfschütze einen Computerfachmann getötet hat. Sie finden die Hülse der Patrone:

‚„Das gleiche Kaliber wie immer“, sagte der Chef der achten Mordkommission.‘
Noch ahnt der gebürtige Schwabe nicht, dass ihn dieser Fall zurück in seine Heimat führen wird.

 Es ist der erste Fall in Berlin für Peter Heiland. Der junge Kommissar ist nicht unbedingt ein Polizist, der gerne den vorschriftsmäßigen Weg geht. Er folgt seiner Intuition. Er überlässt es den Zeugen, wie viel sie ihm sagen und was. Und folgt auch scheinbar unwichtigen Spuren, wenn sie ihn ansprechen. Er geht Wege, die sonst kaum ein anderer gehen würde. So findet er Dinge, die kein anderer findet und die sich doch als nützlich für die Aufklärung des Falles erweisen. Man kann auch nicht sagen, dass er sich gerne der Schusswaffe bedient, oder sie sorgfältig aufbewahrt. Mitunter hat er sie gar nicht bei sich.

Das Buch war durch weg spannend und zeitweise sogar fesselnd geschrieben. Leider bin ich auch den Feinheiten des schwäbischen Dialekts nicht mächtig. Trotzdem konnte ich dem Inhalt mühelos folgen.

 

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Die Frau des Teehändlers

Dinah Jefferies , Angela Koonen
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.05.2017
ISBN 9783404175291
Genre: Romane

Rezension:

Im Irrgarten der Verzweiflung

Gwendolyn Hooper reist in den 20er Jahren des 19ten Jahrhundert zu ihrem Ehemann Laurence nach Ceylon. Er besitzt dort im Hochland eine einträgliche Teeplantage. Bei der Ankunft lernt sie im Hafen den einheimischen Singalesen Ravasinghe kennen, der ihr in der ungewohnten Umgebung hilft. Kurz nachdem sie mit ihrem Mann auf der Plantage angekommen ist, trifft auch dessen Schwester Verity ein, die Gwen zu einer Wanderung in der Umgebung einlädt. Dabei trennt sie sich überraschend von Gwen. Mit Mühe schafft die es völlig erschöpft, zum Herrschaftshaus zurück zu finden. Ein Unbehagen gegen diese anscheinend gleichgültige Verwandte bleibt. Bald darauf wird Gwen schwanger.

Ich musste beim Lesen unwillkürlich an ‚Rebecca‘ von Daphne du Maurier denken. Laurence ist ein liebevoller Ehemann, der launisch und unausgeglichen wirkt. Seine frühere Frau kam unter merkwürdigen Umständen ums Leben. Er trägt ein unbewältigtes Erlebnis aus der Vergangenheit mit sich herum und will nicht darüber sprechen. Gwen möchte ihrem Mann gefallen und sehnt sich nach Zärtlichkeit. Irgendwann geschieht ein Ereignis, das die Beziehung des Paars auf mehr als nur eine harte Probe stellt.

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168 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 39 Rezensionen

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Trümmerkind

Mechtild Borrmann
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Droemer, 02.11.2016
ISBN 9783426281376
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hamburg, Ende 1946. Im Winter 1946/47 ist es bitterkalt. Eine Familie kämpft ums überleben, denn Kohlen für die Heizung in der Wohnung im Erdgeschoss eines zerbombten Hauses sind kaum zu bekommen. Der Vater ist in Russland vermißt. Die Tochter hilft dem 14jährigen Hanno bei dessen Fahrten mit einem Ziehwagen Er besorgt Alteisen aus den Ruinen , um es auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen und Brennholz, um die Wohnung wenigstens morgens und abends zu heizen. Die Mutter näht Kleider mit einer alten kaum noch funktionierenden Nähmaschine, um Nahrungsmittel auf dem Schwarzmarkt kaufen zu können, denn die Lebensmittelkarten reichen nicht fürs Überleben.

Da finden Hanno und seine Schwester einen kleinen Jungen bei einer der Ruinen nahe einer toten Frau. Die Mutter will ihn wieder los werden, denn er scheint eine Last zu sein. Doch die kleine Wiebke, die seit dem Feuersturm von 1943 stumm ist, beginnt plötzlich wieder zu sprechen.  

 

Ich musste bei Lesen hin- und wieder an ‚Das fromme Elend‘ von Frans Sillanpää denken, der die schrecklichen Ereignisse des Bürgerkrieges im Finnland am Ende des ersten Weltkriegs beschrieb.

Es gibt in dem Buch neben den zwei Zeitebenen1946/47 und 1992 noch Abschnitte, die in die Zeit kurz vor Kriegsende fallen, nämlich April 1945, in denen ebenfalls gruselige Dinge geschehen, die Auswirkungen noch fast 50 Jahre später nach sich ziehen. Der Schreibstil der Autorin fesselt ungemein. Sie versteht es gekonnt, die Gefühle und Handlungen der Darsteller miteinander zu verknüpfen und klar zu erklären. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und wurde wunderbar unterhalten.

 

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

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Denn dunkel ist dein Herz

Lesley Pearse , Hans Link
Flexibler Einband: 494 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 17.03.2011
ISBN 9783404165575
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als Beth einesTages Pflichtverteidigerin in einem Mordprozess wird, ist sie schockiert, denn sie erkennt, dass die Mörderin Beth ist, eine Frau, mit der sie als Kind zusammen gespielt hatte. Wie konnte aus diesem scheinbar glücklichen Kind eine Doppelmörderin werden. Sie begibt sich auf eine mühsame und schreckliche Suche in die Vergangenheit, in der Susan entsetzlich gelitten hatte.

Es ist ein Buch über den Weg eines Kindes in die Einsamkeit. Wieweit kann man einen Menschen durch Gleichgültigkeit, Eigennutz undUngerechtigkeit treiben? Was geschieht, wenn man Kindern den Weg zum erwachsen werden verbaut, und sie erst mit 35 Jahren das eigene Leben entdecken. Sind sie dann in der Lage, eine schwere Lebenskatastrophe zu ertragen? Jeder, der um etwas betrogen wird, kann sehr wütend werden. Ein erwachsenes Kind kann mehr als das.

Ich konnte Susan sehr gut verstehen, warum sie so handelte,
wie sie es tat. Obwohl ich es natürlich verurteilen muss. Aber ich glaube kaum, dass Susan so gehandelt hätte, wenn sie nicht in diese tiefe Einsamkeit getrieben worden wäre, in der sie so lange verharren musste.

Der Polizist Ray war der gute Geist in diesem Buch, wie so oft bei Lesley Pearse.



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31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

england, erinnerung, erster weltkrie, erster weltkrieg, erster weltkrieg 1914-1918, feine gesellschaft, frankreich, gesellschaft, hannesford court, harry stansbury, historisch, historischer roman, konventionen, liebe, mord

Wiedersehen in Hannesford Court

Martin Davies , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.11.2013
ISBN 9783423249898
Genre: Historische Romane

Rezension:

 

Tom Allen kehrt 1919 aus dem ersten Weltkrieg zurück nach Hannesford Court. Ein geheimnisvoller Brief eines Freundes, der ebenfalls als Soldat den Krieg überlebt hat, gab den Ausschlag. Bei dem Tod eines deutschen Professors, der vor dem Krieg auf dem Anwesen der Stansburys nach Schmetterlingen forschte, sei etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen. Unbehagen hält Tom zunächst gefangen, denn er wollte eigentlich die älteste Tochter der Familie niemals wiedersehen, in die er damals verliebt war und die dann jemand anderen heiratete, der in der sozialen Rangordnung weit über ihm stand. Doch er trifft auch Ann Gregory wieder, die ehemalige Gesellschafterin der noblen Familie.

Ich musste beim Lesen hin und wieder an ‚Der Weg zurück‘ von Erich Maria Remarque denken. Ein Soldat, der nach dem ersten Weltkrieg nach Hause kommt und auf eine Welt trifft, die ihm so  fremd  geworden ist. Gefangen von seinen Erinnerungen macht sich Tom auf die Suche nach seiner Jugend und seinen alten Träumen. Er erkennt, dass er sie verloren hat, und dass damals nichts so war, wie es zu sein schien.


Martin Davies hat den ersten großen Bruch im Gesellschaftssystem eines modernen Industriestaates im Europa des 20ten Jahrhunderts wunderbar beschrieben. Die zu späte Aufklärung eines Kriminalfalles und eine sanfte Liebesgeschichte fesselten mich zusammen mit dem britischem Humor bis zum atemlosen Ende.

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64 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Ein Garten mit Elbblick

Petra Oelker
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2012
ISBN 9783499257452
Genre: Romane

Rezension:

1895 reist Henriette Winfield von Bristol nach Hamburg, weil ihr Vater dort gestorben ist. Doch dann erfährt sie von dem ermittelnden Kriminalbeamten Ekhoff, dass ihr englischer Ehemann Thomas sich unter falschem Namen in der Stadt aufhielt und ermordet worden ist – mit einem Wurfmesser. Die Nachforschungen über die Vermögensverhältnisse ergeben, dass Henriette, abgesehen von der Villa ihres Vaters, über nahezu keine Mittel mehr verfügt. Doch sie ist auch eng verwandt mit der sehr wohlhabenden Hamburger Kaufmannsfamilie der Groothmanns.

 

Es gibt in dem Buch nur wenige Szenen, bei denen es wirklich gefährlich wird und wo man als Leser den Atem anhält. Ansonsten sind sehr viele melancholische Episoden eingefügt und die Autorin beschreibt sehr ausgefeilt und detaileiert die einzelnen Charaktere aus unterschiedlichen Schichten und deren Verhaltensweisen . Für den Leser ist das wichtig, weil er darauf achten muss, wer sich wieweit gegen die Sitten auflehnt und warum. Oder wer sie aus welchen Gründen auch immer wie ernsthaft verteidigt. Wer hier aufpasst, kann den Täterkreis etwas eindämmen oder auch ausdehnen. Oder auch dem Ermittler Ekhoff Ratschläge geben.
Die zwielichtige Haushälterin des verstorbenen Vaters Sophus Mommsen hatte es mir besonders angetan. Gefangen in der Passivität ihrer sozialen Schicht und ihrer dunklen Vergangenheit gab es nur winzige Spielräume für sie Einfluß zu nehmen und doch tat sie es.
Kleine Details zu erkennen und zu entdecken, ist in diesem Buch eine Kunst, für man Zeit mitbringen muss. Es ist kein Buch, das man verschlingen kann.

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