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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

england, erster weltkrieg, erinnerung, historischer roman, mord

Wiedersehen in Hannesford Court

Martin Davies , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.11.2013
ISBN 9783423249898
Genre: Historische Romane

Rezension:

 

Tom Allen kehrt 1919 aus dem ersten Weltkrieg zurück nach Hannesford Court. Ein geheimnisvoller Brief eines Freundes, der ebenfalls als Soldat den Krieg überlebt hat, gab den Ausschlag. Bei dem Tod eines deutschen Professors, der vor dem Krieg auf dem Anwesen der Stansburys nach Schmetterlingen forschte, sei etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen. Unbehagen hält ihn zunächst gefangen, denn er wollte eigentlich die älteste Tochter der Familie niemals wiedersehen, in die er damals verliebt war und die dann jemand anderen heiratete, der in der sozialen Rangordnung weit über ihm stand. Doch er trifft auch Ann Gregory wieder, die ehemalige Gesellschafterin der noblen Familie.

Ich musste beim Lesen hin und wieder an ‚Der Weg zurück‘ von Erich Maria Remarque denken. Ein Soldat, der nach dem ersten Weltkrieg nach Hause kommt und auf eine Welt trifft, die ihm so  fremd  geworden ist. Gefangen von seinen Erinnerungen macht sich Tom auf die Suche nach seiner Jugend und seinen alten Träumen. Er erkennt, dass er sie verloren hat, und dass damals nichts so war, wie es zu sein schien.


Martin Davies hat den ersten großen Bruch im Gesellschaftssystem eines modernen Industriestaates im Europa des 19ten Jahrhunderts wunderbar beschrieben. Die zu späte Aufklärung eines Kriminalfalles und eine sanfte Liebesgeschichte fesselten mich zusammen mit dem britischem Humor bis zum atemlosen Ende.

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58 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

hamburg, historischer roman, mord, betrug, krimi

Ein Garten mit Elbblick

Petra Oelker , ,
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2012
ISBN 9783499257452
Genre: Romane

Rezension:

1895 reist Henriette Winfield von Bristol nach Hamburg, weil ihr Vater dort gestorben ist. Doch dann erfährt sie von dem ermittelnden Kriminalbeamten Ekhoff, dass ihr englischer Ehemann Thomas sich unter falschem Namen in der Stadt aufhielt und ermordet worden ist – mit einem Wurfmesser. Die Nachforschungen über die Vermögensverhältnisse ergeben, dass Henriette, abgesehen von der Villa ihres Vaters, über nahezu keine Mittel mehr verfügt. Doch sie ist auch eng verwandt mit der sehr wohlhabenden Hamburger Kaufmannsfamilie der Groothmanns.

 

Es gibt in dem Buch nur wenige Szenen, bei denen es wirklich gefährlich wird und wo man als Leser den Atem anhält. Ansonsten sind sehr viele melancholische Episoden eingefügt und die Autorin beschreibt sehr ausgefeilt und detaileiert die einzelnen Charaktere aus unterschiedlichen Schichten und deren Verhaltensweisen . Für den Leser ist das wichtig, weil er darauf achten muss, wer sich wieweit gegen die Sitten auflehnt und warum. Oder wer sie aus welchen Gründen auch immer wie ernsthaft verteidigt. Wer hier aufpasst, kann den Täterkreis etwas eindämmen oder auch ausdehnen. Oder auch dem Ermittler Ekhoff Ratschläge geben.
Die zwielichtige Haushälterin des verstorbenen Vaters Sophus Mommsen hatte es mir besonders angetan. Gefangen in der Passivität ihrer sozialen Schicht und ihrer dunklen Vergangenheit gab es nur winzige Spielräume für sie Einfluß zu nehmen und doch tat sie es.
Kleine Details zu erkennen und zu entdecken, ist in diesem Buch eine Kunst, für man Zeit mitbringen muss. Es ist kein Buch, das man verschlingen kann.

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

verstecktes geld, geschäftstüchtig, erbschaft, geburt, cleveres kerlchen

Der letzte Chip

Günter-Christian Möller
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei tredition, 19.09.2017
ISBN 9783743944039
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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149 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

tuchvilla, modeatelier, augsburg, familiengeschichte, band 3

Das Erbe der Tuchvilla

Anne Jacobs
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.12.2016
ISBN 9783734103261
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nach der Niederlage des Deutschen Reiches und dem Diktatfrieden von Versailles verschlingt die Inflation die Ersparnisse der einfachen Leute. Fabrikanten, wie der aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrte Paul Melzer, können schnell darauf reagieren. Während er seine wirtschaftlichen Probleme noch einigermaßen bewältigen kann, verschärfen sich die Konflikte mit seiner Frau Marie, die ein Modeatelier betreibt und ihre Kinder von einer Gouvernante erziehen lässt. Erst als Pauls Schwester Kitty, die Kunstmalerin ist, dreißig Bilder der verstorbenen Mutter von Marie angeboten bekommt, eskalieren die Streitereien.

Für mich waren in diesem Band der Tuchvilla-Reihe die Kinder Dodo, Leo und Henny die herausragenden Gestalten. Sie sind das wunderbare Gewissen, die den Erwachsenen immer wieder den Spiegel für ihre Gemeinheiten und niederträchtigen Regeln vorhalten. Und natürlich auch immer bereit für Streiche, Missverständnisse und glühende Begeisterung für Kleinigkeiten.

Kleine Helden mit großen Wünschen und Idealen.Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen. Und hoffe, dass es noch einen vierten Band geben wird.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

kinderbuch, schatzfund, gespenster, römische münzen, korrigierter brief

Ich schenk dir eine Geschichte 2017 - Das geheimnisvolle Spukhaus

Henriette Wich , Timo Grubing
Flexibler Einband
Erschienen bei cbj, 06.04.2017
ISBN 9783570226322
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das geheimnisvolle Spukhaus

 

Moritz besucht in den Ferien seine Tante Isabella. Mit seinen 11 Jahren freut er sich darauf, seinen Cousin Kamil und dessen Schwester Stella wieder zu sehen. Doch in dem Haus der Tante passieren seltsame Dinge. Nachts gibt es seltsame Geräusche und Dinge fliegen in der Dunkelheitdurch die Luft. Als ob es dort spuken würde. Oder stecken zwei freche Nachbarjungen dahinter? Nachts legt sich Moritz auf die Lauer, um dieses Geheimnis zu ergründen.

Ein Lese-, Rate- und Comic-Buch.

Auf den ersten 110 Seiten präsentiert die Autorin Henriette Wich dem jugendlichen Leser ein illustriertes Jugendbuch. Dann folgt ein mehrseitiger Rätsel- und Quiz-Abschnitt zum Inhalt des Buches, anläßlich des Welttages des Buches im Jahr 2017. Und danach folgt ein 32-seitiger Comic des Illusstrators Timo Grubing.

Das Buch bietet Witz. "Warum können Gespenster keine Fußballprofis werden? – Weil sie zu durchsichtig spielen!"

Das Buch bietet Rätsel: Ein korrigierter Brief, dessen Fehlerbuchstaben mit Zahlen versehen sind, was mag das bedeuten? Es hat natürlich mit Tante Isabella zu tun. Was, das kann nur der Leser dieses Buches selbst herausfinden. Aber es ist bei weitem nicht das einzige Rätsel, das gestellt wird.

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221 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

1. weltkrieg, familiensaga, augsburg, familie, lazarett

Die Töchter der Tuchvilla

Anne Jacobs
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.11.2015
ISBN 9783734100321
Genre: Historische Romane

Rezension:

Versuchen zu überleben

Paul Melzer, der Sohn der Fabrikantenfamilie, bekommt 1916 seinen Einberufungsbefehl. Sein Ehrgefühl verbietet ihm, sich zurückstellen zu lassen, denn die Verluste an den Fronten sind hoch und jeder Mann wird gebraucht. Vor Marie, seiner Frau, verheimlicht er das Schreiben. Als auch noch Italien Deutschland den Krieg erklärt, kommen die Baumwoll-Importe zum Erliegen und auch die Textilproduktion in Deutschland wird nahezu eingestellt. Die klägliche Produktion von Papierstoffen beginnt. Doch für dieses neue Gewerbe braucht man Beziehungen zu den staatlichen Wirtschaftsbehörden, und dazu benötigt man gute Kontakte. Nun beginnt Marie um die Existenz der Fabrik zu kämpfen und zwar umso mehr, je mehr Johann Melzer, der Patriarch der Familie, langsam beginnt zu resignieren. Im Winter wird nach und nach die gesamte Bevölkerung in den Würgegriff der wirtschaftlichen Not genommen. Die Kartoffelernte ist im Herbst auf den Feldern verfault, denn es hatte zu sehr geregnet und die Arbeitskräfte fehlten, um sie trocken einzubringen. Auch die Kohle ist mehr als nur knapp. Die Rüstungsbetriebe werden bevorzugt und die Verwundeten brauchen warme Lazarette. Auch die Tuchvilla nimmt so Verwundete auf. Da kehren Kitty und Elisabeth zur Tuchvilla zurück.

 

Alle drei Töchter kämpfen um ihre Ehemänner, jede auf ihre Weise. Die für mich wundervollen Briefe sind lebendige Zeugnisse dieser Tat. Sie spüren, dass den Soldaten der Tod sehr nahe ist und alles von ihrem Willen zu überleben abhängt. Mag sein, dass nicht alle drei Ehemänner diesen Zuspruch verdient haben, denn nur zwei von ihnen suchen Trost und Erlösung von ihrem Soldatenschicksal.

 

Anne Jacobs Schreibstil ist spannend und sehr unterhaltsam, zeitweise sogar mitreißend. Sie hat ein gutes Gespür dafür, welche Charaktere sie genauer und aus der Ich-Position darzustellen muss. Und welche sie am besten nur beobachtet. Der Diener Humbert Sedelmayer hat mir besonders gefallen, da er der Albtraum einer jeden militärischen Dienstvorschrift sein muss, besonders natürlich der preußischen. Todesangst vor Granaten und lautem Krach. Panik vor Ratten und Schmutz. Wirft als erstes das Gewehr weg, wenn es gefährlich wird. Dafür ist er sehr kreativ, wenn es um einen nicht angemeldeten Heimaturlaub geht. Leistet im Lazarett aber sehr intensiven Widerstand gegen die Amputations-Chirurgie. Ein echter (Über)-Lebenskünstler.

 

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460 Bibliotheken, 31 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

liebe, augsburg, familie, geheimnis, historischer roman

Die Tuchvilla

Anne Jacobs
Flexibler Einband: 700 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.12.2014
ISBN 9783442381371
Genre: Historische Romane

Rezension:

Auf der Suche nach einer Familie

 

Augsburg, Herbst 1913. Die siebzehnjährige Marie Hofgartner ist im Waisenhaus ‚Zu den sieben Märtyrerinnen‘ aufgewachsen. Sie soll eine Stelle als Küchenhilfe bei der Fabrikantenfamilie Melzer beginnen, denn sie ist der Härte der Fabrikarbeit nicht gewachsen. Sie scheint widerspenstig zu sein, denn als man von ihr verlangt, den Rufnahmen ‚Rosa‘ anzunehmen, beharrt sie auf dem Namen Marie:

„Meine Eltern haben diesen Namen für mich ausgewählt. Sie haben lange und gründlich darüber nachgedacht und genau diesen Namen für mich gefunden. Marie. Es ist ihr Vermächtnis für mich.“

Die im Haus Melzer herrschende Hühnerhackordnung unter den Dienstboten hat Schwierigkeiten, ihren unbeugsamen Charakter klein zu bekommen. Beharrlich forscht Marie nach dem Geheimnis ihrer Herkunft, auf das sie zufällig stößt. Sie hat für ein junges Mädchen ein erstaunliches Gespür, was in anderen Menschen vorgeht. Auch Kitty Melzer hat einen wundervoll beschriebenen Charakter, leichtsinnig, impulsiv und überkandidelt. Und dann gibt es noch ihre intrigante Schwester Elisabeth, die mit unlauteren Mitteln nach einem geeigneten Ehemann sucht. Zwischen diesen drei jungen Frauen, die eine Art Bermudadreieck der moralischen Katastrophen bilden, schlingern die Eltern Johann und Alicia Melzer sowie der Sohn Paul hin und her, ständig bemüht, die Familienehre zu retten und natürlich auch die Gesundheit wenigstens ihrer Töchter zu schützen.

 

Das Buch fesselte mich überdurchschnittlich stark, wenn ich es abends zuklappen wollte. Bei einigen Begebenheiten, die Marie betrafen, tauchten Assoziationen von Charles Dickens aus ‚David Copperfield‘ auf. Bei Kitty musste ich hin und wieder an Holly Golightly aus ‚Frühstück bei Tiffany‘ denken. Und bei den Konflikten der Dienstboten ging mir der Begriff ‚Downton Abbey‘ durch den Kopf.

 

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57 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

barcelona, eifersucht, familie, geheimnis, madrid

Die Geister schweigen

Care Santos , Stefanie Karg
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.04.2014
ISBN 9783596194544
Genre: Romane

Rezension:

Die Kunsthistorikerin Violetta hat ihren Großvater, den berühmten Maler Amadeo Lax nie richtig kennengelernt. Denn er starb, als sie ein Kind war. Als man in dem ehemaligen Stadtpalast des Großvaters bei Renovierungsarbeiten hinter einem Wandgemälde versteckt einen Hohlraum entdeckt, entschließt man sich ihn zu öffnen. Dort findet man eine mumifizierte Frauenleiche. Violetta entschließt sich, die Identität dieser Leiche herauszufinden.

 

Die Autorin Care Santos führt den Leser aus der Sicht vieler verschiedener Personen in das Leben des Malers Amadeo Lax ein. Da ist der Vater Rodolfo, die Mutter Maria del Roser, die Geschwister, die Amme Concha, der beste Freund Octavio, die Ehefrau und deren Geschwister. Und noch einige andere Personen. Es ist ein Puzzle aus unterschiedlichen sozialen Schichten und deren Moralvorstellungen und Werten.

„Somit bildete Tante Mathilde auch bei dieser für Barcelona typischen Tradition keine Ausnahme, nach der ein Unternehmen vom Vater gegründet, vom Sohn vergrößert und vom Enkel in den Ruin getrieben wird. Nach dieser Vorgeschichte, ist es kein Wunder, dass es den Geschwistern schwer fiel, ihre Freude über das Ableben der Stiefmutter zu verbergen. Der Pfarrer musste sogar der Eile Einhalt gebieten, mit sie sie bestatten wollten, indem er ihnen erklärte, dass Gott Zeit benötigte, um eine seiner besonders glaubensfesten Töchter in seinen Schoß aufnehmen zu können.“

Manchmal hatte ich den Eindruck, dass die Autorin die Worte ein wenig mehr mit Tränen oder Freude hätte schmücken können. Aber sie tat es denn doch, nur eben sehr versteckt mit Worten:

„Aber genauso wie uns das Leben mit einem abrupten Ende überraschen kann, so schenkt es uns zuweilen auch eine neue Chance. Einen Neubeginn. Schweigen. Das Tor knarrt. Ein Wesen überschreitet die altehrwürdige Schwelle, blickt sich überrascht um und wagt es, in dem Staub, der auf dem Marmorboden in der Eingangshalle liegt, eine Spur zu hinterlassen. Es dringt in ein Geheimnis ein. Es geht weiter. Immer wenn so etwas vorkommt, regen wir uns auf, wir Steine und Geister.“

 

Ich habe das Buch gerne gelesen, auch wenn es mitunter etwas mühselig war, die Sprünge zwischen alter und neuer Zeit zu bewältigen.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Emmas Reise

Petra Oelker
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 19.05.2017
ISBN 9783499271243
Genre: Romane

Rezension:

Hamburg 1650. Der westfälische Friedensvertrag ist gerade ratifiziert worden. Emmas Mutter hat nach dem Tod von Emmas Vater einen Hamburger Kaufmann geheiratet. Doch eines Tages erreicht die Mutter ein Brief aus den Niederlanden. Emmas Großmutter väterlicherseits wünscht einen Besuch ihrer Enkelin, um ihren Nachlass zu regeln. Schweren Herzens läßt ihre Mutter sie ziehen. Da wird die Kutsche überfallen. Zusammen mit dem zwölfjährigen Valentin macht Emma sich auf den Weg in die Niederlande. Doch die beiden werden verfolgt. Aus der Reise wird eine Flucht.

Gelungen fand ich die Schilderung der vielen skurrilen Personen, ob gut oder böse. Auch die beiden Hauptprotagonisten: Emma mit ihrer Leichtsinnigkeit und Impulsivität trifft auf die erstaunliche Klugheit eines Kindes, das selber nicht die Regeln und Last dieser Klugheit versteht und fast daran zerbricht. Die beiden kämpfen ums Überleben in einer Zeit, in der ein Menschenleben nicht viel wert ist und Düsternis den Alltag der meisten Menschen bestimmt. Die Suche nach Zuflucht, Geborgenheit und Trost bestimmt den Weg der beiden und die Regeln ihres Lebens. Nächstenliebe wird die wichtigste Voraussetzung ihres Überlebens.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und es war recht mühsam es abends aus der Hand zu legen


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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

kinderbuch, abenteuer, spannung & reise

Eulenzauber - Hilfe für das kleine Fohlen

Ina Brandt , Irene Mohr
Fester Einband: 136 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.01.2017
ISBN 9783401602752
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Hafflingerstute Mamalu bekommt endlich ihr Fohlen. Darauf haben Flora und ihre Freundin Miri schon lange gewartet. Aber welch ein Schock: Das Fohlen ist blind! Auch Goldwing, die Zaubereule von Flora ist erschüttert. Doch sie kann sowohl mit Mamalu als auch mit Flora sprechen, und erfährt so von einem alten Fluch, der auf Mamalu lastet. 》




Flora und ihre Zaubereule Goldwing sind beste Freundinnen. Zusammen gehen sie durch dick und dünn. Flora ist mutig und ängstlich zugleich, aber auch entschlossen, wenn es gefährlich wird. Und selbst wenn ihre Lage hoffnungslos aussieht, dann hat sie immer noch eine schlaue Idee.




"Für alle, die Mut haben zu träumen."
Dieses Motto des Buches sorgte dafür, dass ich es mir etwas genauer ansah und wurde nicht enttäuscht. Etwa 40 Skizzen und Bilder auf 136 Seiten boten eine spannende Geschichte, die mit lebendigen Bildern verdeutlicht wurde. Der einzige Schatz, den ich auf der Buchmesse entdeckte.



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36 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

tiger, australien, familie, elizabeth haran, tantanoola/australien

Im Schatten des Teebaums

Elizabeth Haran , Sylvia Strasser , Veronika Dünninger
Flexibler Einband: 557 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.01.2012
ISBN 9783404270736
Genre: Romane

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

entführung, england, vergewaltigung, gefangenschaft, kinderhandel

Schatten der Erinnerung

Lesley Pearse , Katharina Kramp
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 22.07.2011
ISBN 9783404160853
Genre: Romane

Rezension:

Am Strand von Sussex wird eine junge Frau gefunden, halb ertrunken, schwer misshandelt und ohne jegliche Erinnerung. Als Dale ein Foto von der Frau in einer Zeitung sieht, findet sie heraus, dass es Lotte ist, eine Freundin, mit der sie auf einem Kreuzfahrtschiff zusammen gearbeitet hatte.

 

Dale hat einen rechthaberischen, bestimmenden Charakter, während Lotte zurückhaltend und introvertiert ist. Sie beobachtet eher und wartet ab. Auch die anderen Charaktere haben Kraft und Stärke oder eben auch unangenehme Eigenarten. Selbst die bösen Darsteller scheinen noch ein letztes zehntel Gutwilligkeit in sich zu tragen, das man bei ihrem grausamen Weg ins Verderben nicht für möglich gehalten hätte. Die Lichtgestalt in diesem Buch war David, der sich rührend und natürlich nicht uneigennützig um Lotte kümmerte.

 

Mein Leseeindruck war zwiegespalten. Die Geschichte begann mit undurchsichtigen Geheimnissen um Lotte, die überschattet wurden von einer tiefen Melancholie. Sie schien auf der Suche nach ihrer verschwundenen Lebensfreude zu sein, eine ängstliche tastende Suche. Ich konnte gut nachzuvollziehen, wie sie stückchenweise ihre Identität wiederfand. Doch dann begann ein Rausch an Dramatik und Spannung. Und ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Nur wenige Autoren verfügen über diese Fähigkeit Spannung aufzubauen. Freude, Lachen, Angst, Furcht, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, und doch wieder Aufbegehren gegen das Schicksal sind Gefühle, die Lesley Pearse ihren Darstellern reichlich aufbürdet und die der Leser ertragen und miterleben muss.

 

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128 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

joachim meyerhoff, basketball, amerika, usa, entwicklungsroman

Alle Toten fliegen hoch - Amerika

Joachim Meyerhoff
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 23.12.2015
ISBN 9783462049671
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch beginnt mit einer Zugfahrt von Schleswig nach Hamburg, um in der Großstadt an einem Auswahltest teilzunehmen, der Joachim Meyerhoff als Gastschüler für ein Jahr in die USA bringen wird. Erinnerungen an seine Kindheit und Eindrücke dieses Tests des damals 16jährigen tauchen auf:

Nicht alle konnten aufgenommen werden. Also war es wichtig, die Fragen optimal zu beantworten: „Hast du irgendwelche Allergien? Ich überlegte kurz. War es schlau hier zu lügen? Wenn es Frühling wurde, nahm ich Tabletten, war schlapp, nieste, stocherte mir mit der Gabel im juckenden Rachen herum und bekam keine Luft. Aber wer mochte schon ein geschlagenes Jahr lang einen Allergiker bei sich wohnen haben? Antwort: keine Allergien.“Der Gastschüler hatte Glück, er bestand den Test und wurde in einen Ort geschickt, der 2200 Meter hoch lag und sich einer ausgesprochen staubfreien Luft erfreute.

Der Kulturschock in dem neuen Land war allerdings schon überwältigend.

„Die Ausreden fürs Zuspätkommen waren nicht so läppisch wie bei mir zu Hause. „Mein Wecker hat nicht geklingelt.“ oder “Ich habe den Bus verpasst.“  Hier hieß es „Excuse me please, but I got caught in a blizzard with my plane“, oder „I’m sorry, but we had to drop some hay for our cows ‚cause they’re stuck in the snow!“

 

Das Buch sprüht vor Witz und Selbstironie. Beschreibt ein Land voller unbegrenzter Möglichkeiten und Gemeinheiten. Leistungsdruck beim Basketballsport mit schon fast pseudoreligiösen Ritualen einerseits und Erdbeerschnapsorgien andererseits. Und der Parzival aus Deutschland versucht dort verzweifelt auf den Beinen zu bleiben und sich anzupassen. Ich musste beim Lesen oft an ‚Der Fänger im Roggen‘ von D.J. Salinger denken, wo auch ein Held mitspielte, den es immer wieder von den Füssen riss, der am Ende allerdings den Anfang zur Erwachsenenwelt fand, die Verantwortung für sein Leben zu erkennen. Das gelingt dem Protagonisten in diesem Buch nicht so recht. Aber mit siebzehn Jahren wollte er dieses Ziel sicherlich noch etwas hinauszögern, was verständlich ist. Einziges Manko an diesem Buch ist, dass diese Verzögerung nicht irgendwo in Worte gefasst wird.

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89 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

marie jansen, zirkus, als wir schwestern waren, frankreich, hamburg

Als wir Schwestern waren

Marie Jansen
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.01.2016
ISBN 9783734100079
Genre: Romane

Rezension:

Simone Berger ist 36 Jahre alt und lebt mit ihrem Freund Jens in Berlin. Eine Gewohnheitsbeziehung, die keine große Zukunft mehr zu haben scheint. Eines Tages erhält sie einen Auktionsauftrag in Hamburg. Sie soll zwei Koffer und einen Pferdesattel ersteigern. Doch zurück in Berlin stellt sie fest, das ihr Auftraggeber keine Adresse angegeben hat. So macht sie die Koffer schließlich auf und findet dort in einem Geheimfach Tagebücher und Briefe, die sie anfängt zu lesen. Eine Reise in die Vergangenheit beginnt, zu zwei Schwestern, Viviane und Elisabeth. Während 1916 in Europa ein Kampf der Nationen tobt, führen die beiden ein wohlbehütetes Leben im Haus ihrer reichen Eltern.

 

Mich begann das Buch durch eine Passage zu fesseln, als Simone herausfand, was die Kunden ihres Vaters an seinem Antiquitätenladen in Altona fanden, wo es doch nur ‚vergilbte Bücher, wurmstichige Möbel und verblasste Bilder‘ gab:

 

„Sie mochte damals sieben Jahre alt gewesen sein.

„Mögen Sie das Bild?“

Der Mann hatte verwundert zu ihr heruntergeschaut, dann hatte er ihr die Hand auf die Schulter gelegt. „Ja, mein Kind. Schau, es ist wunderschön! Diese Farbe, das Licht… Ich war vor langer Zeit einmal in genau so einem Apfelgarten und dort …“, seine Stimme war gebrochen und sehr leise geworden, „traf ich die Liebe meines Lebens.“

Simone hatte sehr angestrengt auf das Bild geschaut. Plötzlich hatten sich die Farben verwandelt. Menschen waren erschienen, begleitet von leisem Gelächter.“

 

Eine wundervolle Beschreibung für die Magie, mit denen Bilder, Bücher und Dinge mitunter nach jemandem greifen können.

Die Geschichte, die Simone zu lesen beginnt, ist eine Reise in die Vergangenheit zweier Schwestern, die sich vor allem durch zwei dunkle Epochen deutscher Geschichte bewegte, zwei Kriege, die den Menschen alles abverlangten, um zu überleben. Und Simone versucht, die Lücken in dieser Geschichte zu klären, weil sie darin ein Geheimnis ihres eigenen Lebens entdeckt.

Der Schreibstil wechselt zwischen Briefen voller Gefühle, Tränen, Verzweiflung oder Freude und melancholischen Tagebuchpassagen. Neben diesen Passagen gibt es für den Leser noch eine dritte Leseebene, nämlich Simones eigenes Leben, ihre Leseeindrücke, und die Tatsache, dass in ihr der Wunsch langsam übermächtig wird, die Geschichte und die Menschen in ihr zu verstehen. Faszinierend war für mich auch, dass es drei verschiedene Schreibstile gab. Der Handlungsstrang, der ihr eigenes Leben beschrieb, war der einer vielleicht vierzigjährigen Frau von heute, der Schreibstil der Tagebücher wirkte, als ob er tatsächlich fast hundert Jahre alt war. Und der Schreibstil der Briefe war der von jungen Mädchen, als sie jung waren und Frauen, als sie älter wurden. Insgesamt sehr gekonnt verwirklicht. Hut ab vor der Autorin und dem Lektorat.

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

liebe, london, selbstmord, familiendrama, kindesentführung

Das Geheimnis von Carlisle

Lesley Pearse
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.05.2016
ISBN 9783404173600
Genre: Romane

Rezension:

Eva findet ihre Mutter Flora eines Tages tot im Badezimmer, offenbar hat sie Selbstmord begangen. Wie ihre beiden Geschwister Ben und Sofia leidet auch sie unter dieser entsetzlichen und scheinbar unerklärlichen Tragödie. Auch ihr tyrannischer Stiefvater Andrew ist durch dieses Ereignis schwer erschüttert. Doch er beklagt weniger den Tod seiner Frau, als die Tatsache, dass es ein Selbstmord war, denn dadurch gibt es keine Möglichkeit, an das Geld der Lebensversicherung heranzukommen. Außerdem ist er wütend, weil Flora Eva ein Haus vermacht hat, das sie in die Ehe mit Andrew eingebracht hat. Eva sieht sich gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen und sich auf die Suche nach ihrer Herkunft zu machen. Eine Reise in die Vergangenheit ihrer Mutter beginnt.

 

In einer Zeit, in der die Suche nach dem individuellen Glück jugendlicher Menschen oder Kinder längst aus allen Lehrplänen sämtlicher Schulanstalten verschwunden ist,  hat man die Köpfe der Lernenden mit Wissensballast bis obenhin geflutet, um sie zu Arbeitsautomaten zu dressieren. Man hat das niedere Ziel des Glücks in den Aufgabenbereich der Familien delegiert, und so ist dem schnellen Wuchern von Verzweiflung in den Köpfen von Heranwachsenden das Tor weit geöffnet worden. Flora beging den Selbstmord am 21. Geburtstag von Eva. Der Verdacht lag nahe, dass sie ihrer Tochter damit einen Hinweis geben wollte. Eva spürte dies und der langsam zu Tage tretende Hass ihres Stiefvaters ermutigt sie, eine Reise in die Vergangenheit zu machen, denn ihr eigenes Glück zu finden ist der Schlüssel zu ihrem Leben.

 

Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen. Die Darstellung des Selbstmordes am Beginn des Buches schien eine Art Erlösung zu sein. Die Mutter von Eva war froh in den Tod zu gehen, was mich schockierte. Als dann bald darauf Olive in Evas Leben trat, die zeitweise wie eine Mutter zu Eva war, wurde ich wieder zuversichtlich, dass Lesley Pearse sich einigermaßen hinreichend um ihre Hauptprotagonistin kümmern würde. Aber sie unternahm auch weiterhin eine Menge, um Eva mit anderen Darstellern zu traktieren. Für Spannung war reichlich gesorgt. 

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

kiel, mord, historischer krimi, krimi, sabotage

Tod am Nord-Ostseekanal

Anja Marschall
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 22.09.2016
ISBN 9783954519781
Genre: Historische Romane

Rezension:

Kiel 1894. Hauke Sötje ist Kriminalsergeant und wird Zeuge eines Mordes anlässlich einer Demonstration der Sozialisten für bessere Arbeitsbedingungen. Bei der Verfolgung des Mörders wird er von diesem niedergeschlagen. Da er scheinbar alkoholisiert aufgefunden wird, glaubt man seiner Darstellung des Tatablaufs nicht. Statt diese Tat zu untersuchen, wird er von seinem Vorgesetzten zur Untersuchung eines Unfalls auf einer Großbaustelle des im Bau befindlichen Nord-Ostseekanals geschickt - als Kommissar. 

Ein historischer Krimi, in dem man auf fast jeder Seite den Atem dieser alten Zeit spürt, nicht nur in den Original-Zeitungsausschnitten aus der Kieler Zeitung oder der Kanalzeitung am Beginn jedes Kapitels. Ob es ein Dampfschiff auf einem bereits fertiggestellten Abschitt des Kanals ist, eine in Betrib befindliche Dampframme oder die originalen Preise für Postsendungen in der damaligen Zeit. Auch die damaligen schrecklichen Arbeitsbedingungen beim Kanalbau sind Dinge, die dem Leser begegnen. Doch für die Aufklärungdes Falles ist Kommissar  Sötjevor allem auf  seinen Scharfsinn und detaillierten  Fragen angewiesen. Beharrlich kommt er einem grossen  Unbekannten  immer  näher.

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

darmstadt, krimi, zwangsprostitution, menschenhandel, ella theiss

Duo mit Beretta

Ella Theiss
Flexibler Einband
Erschienen bei Prolibris, 18.11.2016
ISBN 9783954751358
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach dem Tod ihrer Mutter steht die menschenscheue Isabell allein auf der Welt. Beim Auszug aus der alten Wohnung wird sie von einer Horde junger Männer bedrängt. In ihrer Not schmeißt sie eine verstaubte Champagnerflasche nach ihnen, die sich als uralter Molotowcocktail ihres Vaters entpuppt. Durch den erlittenen Schock erwacht eine posttraumatische Belastungsstörung namens Billie in ihr. Vielleicht könnte man auch sagen, eine abartige Schizophrenie in Form eines Flaschengeistes. Während Isabell sich mit einem 800-Eurojob im Krankenhaus als Putzhilfe sehr wohl fühlt, hat Billie größere Pläne. Sie will einen festen Job als Streetworkerin haben.

 

Das Buch lebt von seinen beiden Hauptprotagonistinnen. Isabell versucht ein behütetes Leben zu führen, nicht auffallen, wegschauen, wenn irgendwo Ärger auftaucht. Die andere, Billie, geht direkt darauf zu und legt sich mit jedem an. Selbst mit der Lobby der Zwangsprostitution, der Mafia. Sie scheint weder Tod noch Teufel zu fürchten. Die Streitereien zwischen den beiden gehören zu den Höhepunkten des Buches. Isabell zieht sich mit Oropax in die wohlig warme Badewanne zurück, während Billie ihren Frust lieber mit Tanzen zu Heavy Metal, Variante laut, einäschert. Auch Mila, die aus ihrem Dasein als Zwangsprostituierte entkommen konnte, ist mir ans Herz gewachsen, denn beharrlich sucht sie nach einem Ausweg aus ihrem Unglück. Alle drei verbindet der Kampf gegen das Böse. Und sie finden Unterstützung von Leuten, von denen man es normalerweise nicht erwarten dürfte.

 

Der Leseeindruck war herausragend. Ein Buch voller Emotionen, ein Tanz der Gefühle. Man wird von Angst,  Wut, Schrecken, Trauer, Glück und Lachen überflutet. So ist es mir jedenfalls ergangen. Eine steile Achterbahnfahrt der Spannung von vorne bis fast ganz hinten, dicht an der Grenze des Erträglichen. Mein Flaschengeist zu Hause meinte, ich müsste 6 Sterne vergeben, aber so sind es eben nur fünf geworden.

 

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353 Bibliotheken, 5 Leser, 5 Gruppen, 20 Rezensionen

irland, mord, undercover, krimi, cassie maddox

Totengleich

Tana French , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 784 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 17.12.2010
ISBN 9783596175437
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die junge Ermittlerin Cassie Maddox wird in ein verfallenes Cottage außerhalb Dublin gerufen. Doch die Tote gleicht ihr, als ob sie ihre Zwillingsschwester wäre. Und schlimmer noch, sie hat einen Studentenausweis auf den Namen Alexandra Madison. Ein Name, mit dem Detective Maddox mehr als nur vertraut ist. Es ist exakt die Identität, die Cassie bei einem früheren Undercover-Einsatz im Drogenmilieu benutzt hatte.

 

Das Buch lebt einerseits von der Ich-Perspektive von Cassie Maddox, die sarkastisch distanziert ihre Eindrücke von der Polizei- bzw. Detektivarbeit schildert. Ich musste mitunter an die Privatdetektive von Raymond Chandler denken, nur dass es dieses Mal ja aus der Sicht einer Frau geschah. Die Betrachtungsweise ähnelte sich mitunter:

„Ich habe jahrelange Übung darin, O’Kelly an mir abprallen zu lassen.“ (S.119)

Andererseits lebt das Buch von dem Kampf zweier Eliten. Zum einen ist da die Polizeielite mit ihren strengen idiotischen Regeln, nach denen sie vorgehen muss, und die die Polizeioberen und ihre Mitarbeiter immer wieder versuchen auszutricksen, um die Wahrheit aufzuspüren, womit sie gut die Hälfte ihrer Energie und Motivation verheizen. Und die zweite Elite ist in diesem Fall die zukünftige Führungsschicht der Gesellschaft. Die jungen promovierten Akademiker, die Post-Docs, in deren Mitte die Ermordete gelebt hatte. Doch diese vier sind nicht nur Individuen, sie sind auch eine Familie, die wie Pech und Schwefel zusammenhält, und Klugheit ist mit Klugheit allein nur sehr schwer niederzuringen.

Doch der Leser begegnet auch poetischen Sequenzen, die die verletzlichen Gefühle von Cassie widerspiegeln:

„Der Windhauch war den Garten hinuntergeglitten, durchstreifte das Laub und befingerte den Efeu. Im Mondlicht sah das Gras weich und weiß aus wie Nebel, als könntest du glatt hindurchgehen. Wieder durchlief mich das Frösteln.“ (S.250)

Der Leseeindruck war für mich insgesamt so überwältigend, dass ich nur 5 von 5 Sternen für dieses Kunstwerk vergeben kann.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

kinder, erwachsen werden, familie, glück, mut

Wo das Glück zu Hause ist: Roman

LESLEY PEARSE
E-Buch Text: 719 Seiten
Erschienen bei null, 19.08.2011
ISBN 9783838712406
Genre: Sonstiges

Rezension:

London 1842. Die 16jährige Mathilda versucht als Blumenverkäuferin über die Runden zu kommen. Die Arbeit ihres Vaters reicht kaum, um die kleine Familie zu ernähren und für ein Dach über dem Kopf zu sorgen. Zusammen mit zwei kleineren Brüdern leben sie in den Slums von London. Doch dann rettet sie zufällig das Leben eines kleinen Mädchens und der Vater des Kindes bietet ihr eine Stelle als Kindermädchen an.

Mathilda ist hin- und hergerissen zwischen der Suche nach ihrem eigenen Glück und dem Wunsch, ihrer Familie zu helfen oder auch das Elend anderer Menschen zu lindern, denen sie begegnet. Fast könnte man sagen, sie ist eine Jeanne d’Arc im Kampf gegen die Armut und vor allem gegen die Not der Kinder.

 „Sein Haar war voller Läuse, aber sie wandte den Blick ab. Mit einer Hand hob sie sein Kinn an und schaute ihm tief in die Augen. Sein Gesicht war so verschmutzt, dass es schwer zu erkennen war, was unter der Schutzschicht lag. Seine Augen jedoch waren bernsteinfarben und wunderschön. „Vertrau mir, Sidney!“ Er legte seinen Kopf an ihre Brust und sie wusste, dass er weinte.“

Ein Buch, das berührt und das den Leser auch mitreißt in die oft grausame Welt des 19ten Jahrhunderts, und beschreibt, wie das Mädchen Mathilda mutig versucht ihren eigenen Weg zu finden und langsam erwachsen wird. Ich habe mit ‚Matty‘ mitgezittert und wurde wunderbar unterhalten.

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Tags: armut, erwachsen werden, familie, glück, kinder   (5)
 

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1.349 Bibliotheken, 11 Leser, 4 Gruppen, 131 Rezensionen

irland, liebe, familie, familiengeschichte, ballett

Das Mädchen auf den Klippen

Lucinda Riley , Sonja Hauser
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.05.2012
ISBN 9783442477890
Genre: Romane

Rezension:



Vor zehn Jahren hat die junge Künstlerin Grania Ryan ihre irische Heimat verlassen, um in New York ihr Glück zu finden. Doch nach einem traumatischen Erlebnis kehrt sie an den Ort ihrer Kindheit zurück, das kleine Farmhaus ihrer Eltern von Dunworley Bay. Dort begegnet sie dem jungen Mädchen Aurora, die vor vier Jahren ihre Mutter verloren hatte. Grania erfährt von ihrer Mutter Kathleen, dass das junge Mädchen zur Familie der Lisles gehört, die der Familie der Ryans nur Unglück gebracht hat.

 

Ich musste beim Lesen des Buches einige Male an ‚Meine Tochter Liz‘ von Berte Bratt denken. Auch hier tun Erwachsene und  Kinder Dinge, die nicht nur ungewöhnlich, sondern sogar verboten sind. Aber wenn die Menschen ihrem Herzen folgen, dann verlieren die Gesetze oft den Boden unter den Füßen. Der Leser begegnet nicht nur einem Mädchen mit dem Namen einer Prinzessin, sondern er wird auch von der Autorin in die Vergangenheit zweier Familien geführt, in der es zu einer schicksalhaften Begegnung kommt:

„Oft sah sie einen Mann, der an einem Laternenpfahl direkt unter ihrem Fenster lehnte. Er wirkte jung – nicht älter als sie selbst -  und stand stundenlang, den Blick in die Ferne gerichtet, dort.

Nach einer Weile wartete Mary bereits darauf, dass er kam, für gewöhnlich gegen sechs Uhr abends. Manchmal blieb er bis zum frühen Morgen. Die Gegenwart dieses einsamen jungen Mannes tröstete Mary, obwohl sie den Eindruck hatte, dass er nicht ganz richtig im Kopf war.“

So schwankt die Handlung immer wieder zwischen märchenhaften Gefühlen einerseits und verrückt anmutendem Handlungen andererseits. Am Ende merkt der Leser, dass er ein modernes Märchen erlebt hat, das ihn bis zum Schluss in seinen Bann zieht. So jedenfalls ist es mir ergangen.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

schule, elfen, drachen, vorurteile, magier

Altdrachenstein

Günter-Christian Möller
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei tredition, 20.09.2016
ISBN 9783734541278
Genre: Science-Fiction

Rezension:  
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10 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

morsezeichen, schrottwagen, australien, positionsangabe, verschollene nichte

Verschollen in Australien

Günter-Christian Möller
Flexibler Einband: 292 Seiten
Erschienen bei tredition, 10.05.2016
ISBN 9783734522116
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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512 Bibliotheken, 8 Leser, 5 Gruppen, 27 Rezensionen

fantasy, albae, zwerge, sinthoras, caphalor

Die Legenden der Albae - Gerechter Zorn

Markus Heitz
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.04.2009
ISBN 9783492701549
Genre: Fantasy

Rezension:

Die beiden Albae-Krieger Sinthoras und Caphalor werden zum Herrscherpaar, den Unauslöschlichen, gerufen.

„Im Nordwesten, hinter dem Gebiet der Fflecx, hat sich ein Wesen angesiedelt, das aussieht wie eine Wolke aus Sternenstaub, so sagt man sich.“

Dieses mächtige Wesen zu finden und für die Albae zu gewinnen ist ihr Auftrag. Doch es gibt eine Bedingung:

„Kehrt erfolgreich zurück oder gar nicht.“

 

Die Albae-Krieger verfügen über vielfältige magische und körperliche Fähigkeiten, die ihnen hervorragende Kampffähigkeiten verleihen. Sie sind die Elitesoldaten ihrer Epoche, und es bedarf schon einer zahlenmäßig starken Übermacht, um mit ihnen fertig zu werden.

Das besondere an diesen beiden Elitekriegern ist jedoch ihre tiefe gegenseitige Feindschaft. Bei den verbalen Attacken, mit denen die beiden sich gegenseitig malträtieren, musste ich an ‚Ivanhoe‘ von Sir Walter Scott denken. Es muss schon der eine von beiden verwundet sein oder in höchste Not geraten, bevor ihm der andere hilft. Mitunter dachte ich beim Lesen, das ist ja ein herrliches Mobbing-Paar. Wie bei vielen Eliten unserer Zeit auch, so herrscht eine gewisse Abstinenz in Sachen Erbarmen und Demut gegenüber unterlegenen Rassen oder Geschöpfen vor. Man könnte auch sagen, bei schlechten Stimmungen werden unter anderem Sklaven oder auch Gefangene dazu missbraucht, Wut abzureagieren. Kannibalismus aus unterschiedlichen Motiven ist eine Unsitte, mit der sich die beiden Protagonisten ebenfalls herumschlagen müssen. Doch sie haben oft das Glück auf ihrer Seite.

Aber auch ein ‚Universal Soldier‘ ist nicht gegen jedes Gift gefeit. Und so wird aus der Suche nach diesem gefährlichen ‚Wesen aus Sternenstaub‘ ein Wettlauf gegen die Zeit. Der Leser wird in einen Strudel aus Spannung und Abenteuern hineingerissen und bangt schließlich nicht nur um das Schicksal der beiden Protagonisten, sondern auch um die Zukunft des Volkes der Albae.

 

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

horror, genial, klassiker, stephen king, kuscheltiere

Friedhof der Kuscheltiere

King
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 01.01.1992
ISBN B00256NOZK
Genre: Sonstiges

Rezension:


Louis Creed hat den Posten als leitender Arzt einer Universität in der Stadt Ludlow in Maine übernommen. Der freundliche Nachbar Jud Crandall überredet ihn, einen Friedhof für Tiere zu besuchen, angeblich, damit seine Tochter weiß, bis wohin sie gehen darf und damit sie wieder zurückfindet und nicht vom Wege abkommt. Ein schrecklicher Unfall an der Universität bringt Louis scheinbar ausgeglichenes Gemüt allerdings aus dem Gleichwicht.

 

Als ich den Namen Ludlow las, musste ich an ‚Lady Ludlow‘ denken, eine Geschichte von Elisabeth Gaskell aus dem 19. Jahrhundert. Eine Gutsbesitzerin, die von Unglücksfällen verfolgt wird, sechs von sieben Kindern tot, das Siebente tut alles um den Besitz zugrunde zu richten. Und in der Umgebung des Besitzes ereignen sich auch so allerlei Unglücke. Es sieht schon am Anfang des Romans von Stephen King so aus, als ob die Familie Creed am neuen Ort nicht gerade mit viel Glück gesegnet wäre. Als ich die Hobbys von Louis las, u.a. seine Modellbauaktivitäten Titanic, Lusitania und Andrea Doria, dachte ich, hoffentlich hat er nicht so viel Pech, wie diese Schiffe.

Louis und seine Frau Rachel leiden unter Kindheitserlebnissen mit dem Tod. Louis verlor im Alter von 12 Jahren seine geliebte Cousine Ruthie durch einen Verkehrsunfall und Rachel musste im Alter von 8 Jahren alleine den Tod ihrer kranken Schwester erleben, was sie noch sehr viel stärker traumatisierte als Louis. Beide sind empfänglich für ein anormales Verhalten, wenn sie dem Tod begegnen.

Ich musste beim Lesen hin und wieder an  'Tanz der Vampire' denken, denn auch in diesem Roman gibt es ein schreckliches Wesen, oder sind es gar mehrere?

Hochspannung pur von der ersten bis letzten Seite!

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Wenn tausend Sterne fallen: Roman

LESLEY PEARSE
E-Buch Text: 430 Seiten
Erschienen bei null, 19.08.2011
ISBN 9783838712390
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wenn tausend Sterne fallen

 Die junge Daisy erfährt von ihrer sterbenden Mutter, dass sie als Baby adoptiert wurde. Da sie Streit mit ihrer Familie hat und Zweifel über ihre Lebensziele hegt, macht sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter. Eine scheinbar harmlose Suche entwickelt sich zu einer gefährlichen Gratwanderung. Denn Daisys Fähigkeit, mit geschickten Fragen Informationen aufzustöbern, birgt eine große Gefahr in sich.

 Es ist eine Mischung aus Neugier, Unsicherheit und Trotz, die die junge Daisy antreibt. Sie ist zwar alt genug, um Erwachsen zu sein, doch der Bruch zwischen der alten Generation, die als Kinder noch die Sklaven ihrer Eltern waren, und der neuen Generation sind für sie noch nicht greifbar. Sie erfährt von dem Schicksal ihrer jungen Mutter und deren Schwester. Aber die alten Wertmaßstäbe bleiben für Daisy lange Zeit eine verborgene Macht. Die Gefahren, die damals auf die Kinder warteten, weil sie zu abrupt in die Welt der Erwachsenen gestoßen wurden, bleiben ebenfalls für sie nicht erkennbar. Der Ausweg aus dieser erlebten Rechtlosigkeit ist so rücksichtslos, wie die Konsequenzen, die die Kinder später mitunter aus dem erlebten Leid zogen.

Sie hatten in der Kindheit nie gelernt, sich zu wehren.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und fand es spannend von der ersten bis zur letzten Seite.

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