Gargoyle

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3.896 Bibliotheken, 40 Leser, 25 Gruppen, 423 Rezensionen

liebe, dystopie, ky, cassia, zukunft

Die Auswahl - Cassia & Ky

Ally Condie , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 452 Seiten
Erschienen bei Fischer FJB, 27.01.2011
ISBN 9783841421197
Genre: Jugendbuch

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

vampire, sookie stackhouse, fantasy, usa, werwölfe

Club Dead

Charlaine Harris
Fester Einband: 292 Seiten
Erschienen bei Penguin Group USA, 02.03.2010
ISBN 9780441019106
Genre: Fantasy

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

sookie stackhouse, vampire, vampir, charlaine harris, fantasy

Dead Reckoning

Charlaine Harris
Fester Einband: 325 Seiten
Erschienen bei Penguin Group USA, 03.05.2011
ISBN 9780441020317
Genre: Sonstiges

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 8 Rezensionen

vampire, werwölfe, sookie stackhouse, elfen, louisiana

Dead in the Family

Charlaine Harris
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Penguin Group USA, 22.07.2011
ISBN 9780441018642
Genre: Fantasy

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

werwölfe, vampire, englisch, werewolves, werepanthers

Dead to the World

Charlaine Harris
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Orion Publishing Co, 16.07.2009
ISBN 9780575089426
Genre: Fantasy

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

sookie stackhouse, vampire, vampir, bill compton, 2014

Dead Ever After

Charlaine Harris
Flexibler Einband: 338 Seiten
Erschienen bei Penguin USA, 01.05.2013
ISBN 9780425267660
Genre: Romane

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werwölfe, sookie stackhouse, vampire, charlaine harris

FROM DEAD TO WORSE

Charlaine Harris
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Orion Publishing Co, 11.06.2009
ISBN 9780575083967
Genre: Fantasy

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

vampire, fantasy, violence, sookie stackhouse, englisch

Living Dead in Dallas

Charlaine Harris
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ace Trade, 04.08.2009
ISBN B002SB8PUQ
Genre: Fantasy

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

sookie stackhouse, vampire, fantasy

Dead Until Dark (Sookie Stackhouse, Book 1)

Charlaine Harris
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ace Trade, 07.07.2009
ISBN B002ZNJWGI
Genre: Fantasy

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338 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 21 Rezensionen

schottland, liebe, zeitreise, highlands, schottlan

Feuer und Stein

Diana Gabaldon , Elfriede Fuchs (Übers.) , Maya Ubik (Übers.)
Fester Einband: 798 Seiten
Erschienen bei Weltbild Verlag, 01.01.2006
ISBN B001UA7T3A
Genre: Historische Romane

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168 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

schottland, liebe, historischer roman, highlands, zeitreise

Die geliehene Zeit

Diana Gabaldon , Sonja Schumacher (Übers.) , Rita Seuß (Übers.) , Barbara Steckhan (Übers.)
Fester Einband: 975 Seiten
Erschienen bei Weltbild Verlag, 01.01.2006
ISBN B001UA7QTC
Genre: Historische Romane

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Eine Frau mit Penetrationshintergrund

Paula Lambert
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.04.2012
ISBN 9783492274562
Genre: Romane

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20 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

wanderer, winzlinge, phobiker, bürohengste, mitbewohner

Keine Panik, ich will nur Sex

Paula Lambert
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.06.2010
ISBN 9783453601475
Genre: Sachbücher

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

roman

Alles über Sally

Arno Geiger
E-Buch Text: 368 Seiten
Erschienen bei Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 08.02.2010
ISBN B004W2JWYC
Genre: Sonstiges

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767 Bibliotheken, 11 Leser, 4 Gruppen, 93 Rezensionen

entführung, raum, gefangenschaft, kind, vergewaltigung

Raum

Emma Donoghue , Armin Gontermann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.11.2012
ISBN 9783492301299
Genre: Romane

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

krimi, sex, erotik, wahnsinn, verrückt sein

Schmerznovelle

Helmut Krausser , Cordula Schmidt
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.05.2002
ISBN 9783499232145
Genre: Romane

Rezension:

Tom Tykwer nannte das Büchlein "das beste Krimipornomelodram aller Zeiten". Soweit würde ich nicht gehen, aber ob man nicht lieber die "Schmerznovelle" anstatt "Shades of Grey" lesen sollte, diese Frage stelle ich schon in den Raum.

Ein Arzt macht an einem idyllischen Fleckchen in den Bergen Urlaub. Dabei trifft er auf Johanna Maria Palm. Ist es am Beginn medizinisches Interesse und der Ehrgeiz, einen offenbar aussichtslosen Fall zu lösen, verstrickt er sich sehr schnell in Johannas erotische Spiele. Aber sind das tatsächlich Spiele oder ist es doch bitterer Ernst, was ist Realität und was Erdachtes? Auf der Suche nach Johannas Geheimnissen deckt der Arzt auch seine eigenen auf.

Krausser hat die Form einer Novelle gewählt und läß schon in seinem Buchtitel die "Traumnovelle" anklingen. Natürlich aus gutem Grund. Es gibt viele Bezüge zu Schnitzler. Erfreulich ist, wie Krausser die Form der Novelle ausfüllt. Da gibt es den Konflikt, den Normenbruch. Und einmalig ist das Geschehnis auf jeden Fall.  Wie sich der Arzt in die Frau verliebt, ihr verfällt, stellt den Wendepunkt in seinem Leben und dem dieser gelungenen Novelle dar. Als hätte er das Lehrbuch zum Novellenschreiben neben sich liegen gehabt, wechselt Krausser zwischen ausführlich beschriebenen Teilen, vor allen den Höhe- und Wendepunkten der Geschichte und nur kurzen, protokollartigen Passagen. Eigentlich perfekt für den Deutschunterricht. Allerdings etwas zu viel SM und anderweitige sexuelle Spielarten.

Denn auch daran versucht sich Krausser. Erotik an der Grenze zur Pornografie. Dafür ist er sehr gescholten worden. Fast reflexartig sind die Kritiker über ihn hergefallen. Für mich teilweise verständlich. Ich kann mich an kein deutsches Buch erinnern, in dem ich bessere Schildungen von erotischen Spannungen und Sex gelesen habe. Inwieweit, die allerdings für die Geschichte tatsächlich immer nötig sind... Da fühlte ich mich doch an der ein oder anderen Stelle an den klassischen pornografischen Roman erinnert. Das mag auch daran liegen, dass Krausser, der viel für den Film geschrieben hat, in seinen Schilderungen zweifellos auf den Effekt abzielt. Seine Personen bleiben dabei manchmal auf der Strecke, ihnen fehlt die Tiefe und die Geschichte wirkt arg konstruiert.  Aber es ist an keiner Stelle langweilig und bei wieviel deutschen Büchern kann man das schon sagen.

Mit Sätzen wie "Ein schwerer September lastete auf dem Ort."oder "Ein kurzer Gedanke, ein Laut, ihr brechendes Genick, eigentlich ein entzückender Hals." zeigt er, was er kann. Krausser braucht nicht viele Worte, um den Leser zu fesseln.

In meinem Fazit lasse ich noch einmal Tykwer zu Wort kommen, der sehr treffend gesagt hat: "Ein Buch, nach dem man sich fühlt, wie nach einer langen Nacht des Fremdgehens: verschwitzt, schuldig, erregt... Ein böses, wundes, verzauberndes Buch."

Ach, und noch ein Lob an den Rowohlt-Verlag für den gelungenen Einband. Cordula Schmidt ist eine Gestaltung gelungen, die sich in Inhalt und Form ganz auf die Novelle einstellt und ihr in nichts nachsteht.

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678 Bibliotheken, 12 Leser, 3 Gruppen, 50 Rezensionen

liebe, freundschaft, dexter, emma, london

Zwei an einem Tag

David Nicholls , Simone Jakob
Flexibler Einband: 541 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.10.2011
ISBN 9783453503908
Genre: Romane

Rezension:

 Der 15. Juli ist der Tag an dem wir über 20 Jahre jeweils einen Blick auf das Leben von Emma und Dexter werfen dürfen. Wir starten 1988, die beide haben gerade das College beendet und wissen noch nicht genau, wohin sie das Leben bringen wird. Das lesen wir dann auf den nächsten 500 Seiten und keine davon ist langweilig. Ganz im Gegenteil. Mit viel Humor und Feinfühligkeit reflektiert der Autor nicht nur die Lebensgeschichte von zwei unterschiedlichen Personen. Sondern wir dürfen auch mit ihm gemeinsam die 90er und 2000er nachempfinden. Und ja, die waren nicht immer nur nett, sondern ganz schön ätzend. Eingebunden ist alles in eine bezaubernde und mitreißende aber an keiner Stelle kitschige Freundschafts- und Liebesgeschichte. Spaß macht das Buch auch wegen des angeschlagenen Tons. Nicholls ist Drehbuchautor und so ist es nicht verwunderlich, dass man sich immer mal wieder an den ein oder andern Film erinnert fühlt (Harry und Sally, 4 Hochzeiten und ein Todesfall, Peters

Der 15. Juli ist der Tag an dem wir über 20 Jahre jeweils einen Blick auf das Leben von Emma und Dexter werfen dürfen. Wir starten 1988, die beide haben gerade das College beendet und wissen noch nicht genau, wohin sie das Leben bringen wird. Das lesen wir dann auf den nächsten 500 Seiten und keine davon ist langweilig. Ganz im Gegenteil. Mit viel Humor und Feinfühligkeit reflektiert der Autor nicht nur die Lebensgeschichte von zwei unterschiedlichen Personen. Sondern wir dürfen auch mit ihm gemeinsam die 90er und 2000er nachempfinden. Und ja, die waren nicht immer nur nett, sondern ganz schön ätzend. Eingebunden ist alles in eine bezaubernde und mitreißende aber an keiner Stelle kitschige Freundschafts- und Liebesgeschichte. Spaß macht das Buch auch wegen des angeschlagenen Tons. Nicholls ist Drehbuchautor und so ist es nicht verwunderlich, dass man sich immer mal wieder an den ein oder andern Film erinnert fühlt (Harry und Sally, 4 Hochzeiten und ein Todesfall, Peters Friends). Sehr gute Unterhaltung!

 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

wiederkehr, jesus, wunder

Das Letzte Testament der Heiligen Schrift

James Frey , Harrry Rowohlt , Alexa Hennig von Lange , Tina Uebel
Flexibler Einband: 445 Seiten
Erschienen bei Haffmans & Tolkemitt, 01.03.2012
ISBN 9783942989046
Genre: Romane

Rezension:

 

Diese Buch ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert.  Erwirbt man die Printausgabe im Buchhandel bekommt man gleich den Zugangscode für das E-Book dazu. Mir hat das gefallen. Bin ich zu Hause bevorzuge ich die papierne Variante. Unterwegs allerdings ist die elektronische Version einfach praktischer. In meiner Handtasche, vom Liebsten eh gern als Mary-Poppins-Tasche bezeichnet, gibt es schnell Eselsohren oder Schlieren. Nicht schön.

 

Auf Seite 7 gibt es die nächste Überraschung. Die deutsche Übersetzung stammt nicht von einem Autor sondern gleich von 13 Schriftstellern. So unterschiedliche Stimmen, wie die von Juli Zeh, Harry Rowohlt, Gerd Haffmans, Alexa Henning von Lange, Tina Uebel oder Clemens J.Setz finden sich darunter.

 

James Frey hat jedem Kapitel im Buch eine Person zugeordnet. Jede von ihnen erzählt eine Episode aus dem Leben der Hauptperson Ben. Was im Orginal James Frey allein meistern musste, jedem Abschnitt einen eigenen Ton zu geben, übernehmen in der Übersetzung die 13 deutschen Autoren. Das funktioniert.

 

Weniger funktioniert für mich die Geschichte. Wir befinden uns im New York unserer Zeit, und zwar nicht in dem von Nick McDonnells Elite, sondern in dem der Penner und Junkies, der Huren und Obdachlosen. Ben lebt unter ihnen. Aus den Berichten der 13 Zeugen erfahren wir, was ihm passiert ist, was er getan hat. Darunter sind, wie es sich für einen richtigen Messias gehört ziemlich unglaubliche Sachen, so überlebt er einen schweren Unfall, heilt selber Menschen. Er gibt Liebe und nimmt sich welche. Er redet gegen die Kirche und wird dafür verachtet.

 

Eigentlich nicht uninteressant und am Anfang nimmt mich Frey auf seine erbarmungslose Reise durch das New York der Armen auch noch mit. Er schildert glaubhaft. Dabei kommt es mir, im Gegensatz zu manchem Kritiker auch nicht darauf an, ob er Drogen, Sex und Gewalt selbst erlebt hat. Bis zur Hälfte des Buches entsteht ein schöner Spannungsbogen, man fiebert der Auflösung entgegen. An der allerdings scheitert Frey, denn das was er uns anbietet, ist eine esoterische Hippiekommune, in der jeder jeden liebt: Love is the answer...

 

Das hat mich sehr enttäuscht. Denn wenn ich als Autor ein solch gewagtes Thema, in der heutigen Zeit anpacke, dann muss ich doch auch eine glaubwürdige Pointe parat haben. James Frey, will mir scheinen, glaubt selbst nicht an seinen Helden und sein Ende. Schade.

 

Der Verlag "Haffmans & Tolkemitt" hat einen Autor verlegt, der als einer die interessantesten Stimmen in den USA gilt. Sicher auch wegen seiner bewegten Vergangenheit. Er war drogensüchtig und hat dies in seinem Debüt verarbeitet. Allerdings wurde ihm später unterstellt, er habe nicht alles selbst erlebt. Ich für meinen Teil bin mit dem Buch zwar nicht ganz glücklich, spreche Frey aber nicht ab, dass er die brutale Realität in den USA treffend beschreiben kann. Mit einer fesselnden und pulsierenden Stimme.

 

Fazit: Für alle, die "Rohypnol", "Zwölf" oder "Fight Club" mögen.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Manon Lescaut von Turdej

Wsewolod Petrow , Daniel Jurjew , Olga Martynova , Oleg Jurjew
Flexibler Einband: 120 Seiten
Erschienen bei Weidle, 01.08.2012
ISBN 9783938803486
Genre: Romane

Rezension:

 

Mit 124 Seiten, inklusive Anhang und Nachwort eher schmal, verbirgt sich zwischen den Seiten eine starke, herzzerreißende, romantische Liebesgeschichte.

 

Ein Lazarettzug fährt durch den Krieg. Es ist der 2. Weltkrieg, der den Rahmen der Handlung vorgibt. Ein sowjetischer Offizier mit angstbedingten Herzproblemen verliebt sich in die Sanitätsschwester Vera. Er ist von je her ein Eigenbrödler, ein Gottesnarr (wie ihn einer seiner Mitreisenden bezeichnet). Er "streift durch seinen Werther", natürlich Goethe im deutschen Orginal (ein Affront!). Sie dagegen ist lebenslustig, flatterhaft, wohl auch ein wenig naiv. Verliebt sich schnell und heftig, will irgendwie berühmt werden. Obwohl er den intellektuellen Austausch bei der Ärztin Nina sucht, verliebt er sich doch Hals über Kopf in das Mädchen Vera. Es ist eine völlig hoffnungslose Liebe, die nur den Moment kennt. Dieser Moment allerdings scheint grenzenlos, grenzenlos schön zu sein.

 

Nicht ohne Grund nennt Petrow seine Novelle "Die Manon Lescaut von Turdej". Hier wird querverwiesen und entliehen was das Zeug hält. Die Handlung selbst bezieht sich gleich auf zwei Werke. Zum einen auf eben diese "Manon Lescaut" von Prevost, zum anderen auf "Weggefährten" von Wera Panowa. Das genau macht das Bändchen in vielerlei Hinsicht interessant.

 

Petrow lebt seine Leidenschaft für das 18. Jahrhundert, für die Romantik voll aus. Gefühl, Leidenschaft, Individualität sind seine zentralen Themen. Er gibt seinen Lesern nämlich einige interessante Blicke auf die Romantik mit. Schön wie er über "die flammenden Menschen, die außerhalb der Form leben" schreibt. Oder darüber: "Rebellion ist spießig." Wir werden in den nächsten Monaten zum Geburtstag von Jean Paul noch ausreichend zum Thema „Romantik“ durch das deutsche Feuilleton gequält werden. Lest lieber dieses Büchlein, als all die Schlaubibeiträge.

 

Petrow verehrt die Kunst des 18. Jahrhunderts, das ist klar. Gleichzeitig brüskiert er damit die staatstragende Kulturpolitik in der Sowjetunion. Denn sein Hang zur Romantik ist so ziemlich das genaue Gegenteil zu dem, was gerade von sowjetischen Autoren erwartete wird. Nicht nur literarisch sind die "Helden der neuen Zeit" gefragt. Ach, mit wie viel Freude hätten wir dieses Büchlein in der DDR gelesen. Zwischen den Zeilen, das gesehen, was nicht geschrieben steht. Konnten wir aber nicht, denn "Die Manon Lescaut von Turej" wurde nie veröffentlicht. Erst jetzt hat sich der WEIDLE VERLAG aus Bonn gefunden und die Novelle ans Licht befördert. Zum Glück.

 

Der Verlag gibt uns Lesern auch ein kleines Essay von Oleg Jurjew mit. Das ist sehr sinnvoll, erklärt sich so doch der ganze Kontext der Novelle. Jurjew stellt stark auf das Dissidententum Petrows ab. So liest man, Petrow hätte den Text aus „Ekel vor den Barbaren in den Redaktionen“ nicht veröffentlich. Vielleicht stimmt das. Vielleicht aber auch nicht. Belege für diese Behauptung werden nicht geliefert.  Es kann auch andere Gründe geben, warum das Buch nicht veröffentlicht wurde. Da hätte ich mir weniger Spekulation gewünscht. 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

Roman mit Kokain

M. Agejew
Flexibler Einband: 211 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, Reinbek, 01.03.1991
ISBN 9783498000202
Genre: Romane

Rezension:

 

Da sitzt man in irgendeinem Meeting und folgt der Agenda mit mehr oder weniger Engagement. Plötzlich wird einem  ein kleiner Zettel zugesteckt. Darauf ein Name und ein Titel. Es wird noch schnell geflüstert, wie gut das Buch ist, und dass es unbedingt gelesen werden will. Also wird das Ganze schnell herumtergeladen und schon ist man gefangen von der Geschichte um den Kokainisten Maslennikow.

Das ist für mich ungewöhnlich, denn eigentlich mag ich Drogengeschichten ganz und gar nicht, kann diesen kryptischen, verwirrenden, oft brutalen Traumzuständen nur wenig abgewinnen. Irgendwie ängstigen und bedrücken diese mich fast immer. Das wird auch beim Roman mit Kokain am Ende so sein. Zum Anfang allerdings geht es noch nicht um die Geschichte mit Kokain, sondern wie es zu dieser kommen konnte. Der erste Teil des Romans schildert das Leben des jungen Gymnasiasten Maslennikow. Wadim ist ein wunderschöner, bei den Mädchen aber auch seinen männlichen Schulkameraden äußerst beliebter junger Mann. Er ist ehrgeizig, will weg aus der Enge seines armen Elternhauses. Wobei ein Vater nicht auftaucht, lediglich die Mutter tritt in Erscheinung. Wadim scheint ihr Alles zu sein. Ihm ist sie allerdings nur peinlich und unangenehm in ihrer Armut und ihrer welken Einsamkeit.

Zwei Seiten einer Medaille. Er ist äußerlich schön, aber innerlich ein selbstsüchtiger verrottender Mensch. Gabe es irgendwann einen Augenblick, in dem er einfach nur gut war? Wenn, dann war er sicher davon so abgestoßen, dass im selben Moment schlimmstes Übel aus ihm herauskam.

Dieses Prinzip durchzieht den gesamten Roman. Wadim selbst setzt sich mit diesem, seinem Seelenzustand auseinander. In Momenten von kalter Klarheit erkennt er, wie zerstörerisch er mit dem unschuldigen Mädchen oder der reifen Geliebten umgeht. Empfindet er in einem Moment noch Hochachtung vor dem Schulkameraden, tritt er im nächsten mit Füßen nach ihm. Er lebt dieses Prinzip bis zum bitteren Ende. Er der schöne, hoffnungsvolle, kluge Student wandelt sich unter dem Einfluss des Kokains in das genaue Gegenteil. Obwohl er erkennt, was da mit ihm passiert, ist er schon lange nicht mehr in der Lage das Blatt zu wenden. Die fremde Hilfe, die er sich erhofft, wird ihm verwehrt. Denn die Welt ist genauso und alle machen mit.

Das alles ist fabelhaft geschrieben, die Worte perlen geradezu. In dem Roman finden sich Bilder von großer Schönheit. Wer sich an Worten und Sätzen berauschen kann, MUSS dieses Buch einfach lesen.

Der "Roman mit Kokain" gehört zu den wieder- bzw. entdeckten Romanen aus dem russischsprachigen Raum, die in letzter Zeit in Westeuropa erschienen sind. Schön, wenn sich Verleger finden, die den Mut aufbringen, Romane und Erzählungen der ersten Hälfte des letzten Jahrhundert zu verlegen. Die Kritiker sind wie die Leser begeistert von diesen Schätzen.

Wenn es so eine spannende Entstehungsgeschichte, wie hier gibt, funktioniert die Vermarktung natürlich um so besser. Im Anhang zum Roman findet sich eine detaillierte Reportage über den Autor, der ein jüdischer Moskauer war, der lange in Istanbul gelebt hat. Spannend.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Geh doch rüber. Feinste Beobachtungen aus Ost und West

Jan Korte
Flexibler Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Neues Deutschland, 01.02.2013
ISBN 9783939440109
Genre: Romane

Rezension:

Erstaunlicher Weise gibt es in meinem Umfeld eine Reihe von Menschen, die sich Bücher schreibend verewigen. Das Wirken reicht vom politischen Sachbuch, Beobachtungen und Reportagen hin zum Roman. Grund genug an dieser Stelle ein paar von diesen Büchern vorzustellen.


Den Anfang macht Jan Korte  mit seinen feinsten Beobachtungen aus Ost und West "Geh doch rüber!".


Was für ein Lesespaß. Mit der ersten Seite entfaltet sich ein Schmunzeln auf dem Gesicht. Das bleibt bis zur letzten Seite erhalten, zwischendurch wird auch mal ein herzhaftes Lachen daraus.


Jan Korte spielt in der Bundesliga der deutschen Politik mit, ist seit 2005 Mitglied des Bundestages. Bis dahin hat er sich in den Niederungen der Parteipolitik herumgetrieben, demonstriert, argumentiert, gepöbelt und ernsthaft gekämpft. Er ist sich auch heute nicht zu Schade in Bitterfeld und Wolfen, Köthen und Staßfurt für "Schlüpper" zu streiten.


Genau darüber berichtet er in seinem leider viel zu dünnen Büchlein. In all den Jahren hat er so manche lustige Anekdote erlebt, genau beobachtet und sie jetzt aufgeschrieben. Die Geschichten sind an sich schon witzig. Das grundsympathische ist, dass Korte immer mitten drin ist. Wenn er sich über Wessis lustig macht, dann meint er auch immer sich selbst. Und wenn er über die wunderlichen Ossis berichtet, dann merkt man schnell, wie sehr er schon selbst zu einem geworden ist.


Er kann und will nicht verschweigen, dass er mit Leib und Seele bei der Sache und den Menschen ist und insofern absolut parteiisch. Ob es um die vereinigten Kleingärtner geht oder die enthusiastischen Angler, zu denen Korte sich im Übrigen selber zählt, er ist ganz bei ihnen, nimmt sie ernst und kann genau deshalb über die Wundersamkeiten lächeln.


Durch die Geschichten erhält mein einen schönen Einblick über das Zusammenwachsen unserer Republik. Aber natürlich gibt Jan Korte auch viel über sich selber preis. Man bekommt einen ziemlich guten Eindruck davon, wie dieser sachsen-anhaltinische Direktmandatgewinner tickt. Er berichtet über seine Kindheit unter undogmatischen Linken, über seine Zeit bei den Grünen und den Bruch im Zusammenhang mit dem Kosovo-Krieg, den Neubeginn bei der PDS oder über den Alltag im Bundestag. Er verschweigt nicht, wie sehr sein Herz an altmodischer Rockmusik hängt und wie wenig er dem Zeitgeist hinterherlaufen mag.


Man will mit diesem Mann befreundet sein. Und was für ein Glück: ich bin es.


Danke Jahn für dieses süße Buch!


Und hier kann man es bestellen: Geh doch rüber!

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263 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 33 Rezensionen

biologie, lehrerin, schule, evolution, inge lohmark

Der Hals der Giraffe

Judith Schalansky
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 12.09.2011
ISBN 9783518421772
Genre: Romane

Rezension:

Ich liebe Bücher. Vor allem wenn sie auch noch so liebevolle Gewänder haben, wie die von Judith Schalansky. Dem neuen Roman hat sie ein graues, fast grobes Leinengewand verpasst. Es gibt keinen Schutzumschlag aber eine Prägung. Auf dem Buchdeckel ist eine Giraffe zu sehen. Und so heißt das Buch dann auch „Der Hals der Giraffe“

Die Hauptfigur des Romans Inge Lohmark ist ein spröder Charakter, spröder und grauer noch als der Einband. So scheint es zumindest am Beginn. Schalansky hat in einem Interview zu ihrer Figur gesagt, Lohmark sei ein Mensch, der sehr streng ist, im Verlaufe des Buches sei sie aber bespürbar und fühlt selbst. Ich habe das beim Lesen genau so empfunden.

Die Biologielehrerin lebt in der ostdeutschen Provinz, genauer in der Nähe von Demmin. Die Naturwissenschaften prägen ihr gesamtes Denken und geben ihr mit ihren Systematiken und klaren Strukturen Halt. Halt in einer Welt, die mit der Wende aus den Fugen geraten ist. Sie sind der einzige Anker. Ihre Familie ist, wie die Gesellschaft um sie herum, auseinander gebrochen. Die Tochter lebt in Amerika, hat keinen Kontakt mehr zur Mutter. Der Ehemann züchtet Straußen. Das alles wirkt so grotesk und bitter-komisch, wie in der Wirklichkeit. Denn es gibt sie ja wirklich, diese Straußenfarmen. Exotische Tiere werden dort gehalten, wo die Menschen zu Tausenden weggegangen sind. Diese „Versteppung“ von Gesellschaft und Natur macht auf der anderen Seite manches möglich. Das beschreibt Schalansky unheimlich, humorvoll und dennoch tief traurig.

Lohmark ist auf der einen Seite Anhängerin von Darwin und Lamark, andererseits hat sie sich in den letzten 20 Jahren zu einer Neoliberalen entwickelt. Wobei das natürlich nicht gegeneinander steht, sondern durchaus eine eigene, zusammengehörende Logik hat. In ihrem eigenen Wertesystem ist sie die Verliererin. Das fühlt sie wohl, will es sich aber nicht recht eingestehen und setzt ihre Schüler einem erbitterten Kampf der Naturgesetze aus. Nur der Starke kann überleben, nur der Erfolgreiche hat eine Chance. Meisterlich, wie Schalansky das mit ihrer Sprache vermitteln kann. Sätze, die ins Schwarze treffen. Jeder Schuss sitzt. Wie auch jeder Wurf beim Völkerball-Spiel treffen muss, sonst kann man selbst schnell abgeworfen werden.

Es gibt drei Kapitel, die wiederum biologischen Themen verpflichtet sind: Naturhaushalte, Vererbungsvorgänge und Entwicklungslehre. In diesen Kapiteln lässt Schalansky Lohmark gegen die „Verblödung“ der Umwelt ankämpfen. In ihrem Unterricht, mit Mitteln der Naturwissenschaft, versucht die Lehrerin den Schülern ihr Leben zu erklären. Dabei wirkt das alles wie ein Mantra der Hauptfigur selbst. Ausgesprochen, um in dieser Leere überhaupt noch überleben zu können. Sich selbst quasi den langen Hals einreden, der ermöglicht an die wohlschmeckenden und rettenden Blätter zu gelangen.

Dieser Roman ist unbedingt lesenswert. Komisch, ironisch, einfühlsam und gleichzeitig brutal und traurig. Ich wünsche ihm viele Leserinnen und Leser.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Eisenkinder

Sabine Rennefanz
E-Buch Text: 257 Seiten
Erschienen bei Luchterhand Literaturverlag, 11.03.2013
ISBN 9783641092238
Genre: Sonstiges

Rezension:

Immer mal wieder gibt es sie, Bücher, die eine Generation erklären wollen. Ihnen werden dann gern markige Namen angeheftet: Generation X, Zonenkinder, Generation Golf, neue deutsche Mädchen. Jetzt also Eisenkinder.

Die Berliner Journalistin Sabine Rennefanz wird durch die Morde der Zwickauer Terrorzelle für ihre eigene Geschichte sensibilisiert. Sie schreibt den Essay "Uwe Mundlos und ich". Dafür bekommt sie einen Preis. Sie nimmt ihren Mut zusammen und als gute Journalistin, die sie ist, weiss sie, hier muss man tiefer graben. Das tut sie und zwar in ihrer eigenen Vergangenheit. Sie schildert ihre Kindheit in Eisenhüttenstadt, die Jugend in der Wendezeit, die Flucht nach Hamburg und ihre Wandlung zur radikalen Christin. Obwohl sie dabei sehr persönliche Erfahrungen schildert, verliert sie nie ihre Ausgangsfragen aus dem Blick: Woher kommt diese tiefe Verunsicherung und unterschwellige Wut der Eisenkinder, wie Rennefanz sie nennt? Wie war es in den 90 er Jahren in Ostdeutschland aufzuwachsen, was bedeutete es von Erwachsenen, Eltern und Lehrern alleingelassen worden zu sein? Wie viel DDR steckt in der Generation und wieso kamen die einen in der Bundesrepublik an und andere eben nicht?

Sabine Rennefanz besucht die Orte ihrer Kindheit, spricht mit ihren Lehrern, den Eltern, Freunden und Wegbegleitern. Sie zieht auch ihre Tagebücher zu Rate. Dabei reflektiert sie kritisch ihr eigenes Erwachsenwerden. Damit ist es ein sehr dichtes Buch geworden, sehr nah an der Autorin.

Und ist es auch wieder nicht. Denn immer wieder gelingt es ihr auf Distanz zu gehen, das Große Ganze nicht aus dem Blick zu verlieren. Sie zieht Parallelen ihrer Radikalisierung zu der von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Dabei bezieht sie sich auch auf wissenschaftliche Vorarbeiten der jüngeren Zeit.

Keine Ahnung, ob es diese Generationenphänome tatsächlich gibt. Sabine Rennefanz hat jedenfalls die Zeichen der Zeit so eingefangen, dass es viele Momente des Wiedererkennens gab. Damit meine ich nicht diesen leicht nostalgischen Blick mit dem man sich daran erinnert, wie Schlagersüßtafel geschmeckt oder Action-Spray gerochen hat. Es geht hier um viel mehr. Plötzlich war die Kindheit vorbei, man wurde aus dem Nest gestoßen und es war keiner da, der einem das Fliegen beigebracht hat. Nicht weil die Erwachsenen es nicht wollten, sondern weil sie es selbst nicht konnten. Alles was einmal galt, wurde in Frage gestellt und gegenüber dem Neuen gab es eine gehörige Portion Misstrauen und auch Ablehnung. Gut, dass Sabine Rennefanz immer wieder versucht auseinander zu halten, was dabei weltübergreifendes Erwachsenwerden ist und was spezifisch ostdeutsche Nachwendeerfahrung.

Ich bewundere Sabine Rennefanz für ihre Offenheit und ihre Schonungslosigkeit mit der sie sich selbst betrachtet. Immerhin steht sie noch nicht am Ende ihres Lebens, wenn man weise geworden, auf die alten Fehler blickt. Sie steht gerade erst mitten in ihrem Leben, wobei... das eine radikale Leben, das hat sie bereits hinter sich.

Mein Fazit: Die Geschichte einer Jugend zwischen Lenin und Jesus ist sehr lesenswert

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tiere, krähen, vögel, krähe, 2014

Krähen

Cord Riechelmann , Judith Schalansky
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Matthes & Seitz Berlin, 01.04.2013
ISBN 9783882210484
Genre: Biografien

Rezension:

Krähen, Raben, Elstern. Sie gehören fast ebenso zum Stadtbild wie Tauben. Aber irgendwie waren mir vor allem die großen, schwarzen Raben immer unheimlich. Wahrscheinlich hatten sich die Bilder aus Hitchcocks Film "Die Vögel" in meinem Gedächtnis eingeprägt. Auf dem Hof und in den Bäumen unserer Wilhelmsruher Wohnung hatte ich dann aber Gelegenheit diesen Tieren ein wenig zuzuschauen. Seit dem hat sich mein Blick auf den Raben oder die Krähe sehr verändert.

Der Biologe und Philosoph Cord Riechelmann hilft nun mit seinem Buch "Krähen" auch populärwissenschaftlich nach. Es ist ein unterhaltsames und interessantes Büchlein geworden. Man erfährt so einiges über die Natur- und Kulturgeschichte dieser klugen und äußerst gewitzten Vögel.

Neben genauen Beobachtungen des Tierverhaltens finden sich auch spannende Verweise und berichte über Mythen und Geschichten der Raben auf der ganzen Welt. Schon erstaunlich, dass die einen die Vögel verehren und andere sie als Todesbringer verachten. Für beide Sichtweisen gibt es Begründungen. Riechelmann klärt auf, er möchte eine ebensolches Wohlwollen bei seinen Lesern erzeugen, wie er es selbst den Krähen gegenüber empfindet.

Das gelingt ihm ganz und gar. Durch seine amüsanten aber auch ernsthaften Schilderungen, die unterhaltsame Vermittlung von Wissen. Ganz wesentlichen Anteil haben aber auch die Gestalter und der Verlag. "Krähen" ist nämlich auch noch ein schönes Buch. Es ist eines, was man in der Hand halten, es betrachten und durchblättern will. Hier stimmt einfach alles. Vom Einband, über das Papier, hin zu den Abbildungen. Sehr, sehr schön. Verantwortlich ist dafür der Verlag Matthes & Seitz auf Berlin. Der hat Pauline Altmann die Möglichkeit gegeben, einen Entwurf von Judith Schalansky umzusetzen. Von Judith Schalansky und ihren schönen Büchern habe ich hier bereits geschwärmt. Und das mache ich auch jetzt. Untere dem Stichwort NATURKUNDEN ist ein wundbares Buch entstanden. Es will gelesen und verschenkt werden. E-Books mögen praktisch sein, aber mit richtigen, echten Büchern können sie nicht mithalten. Wer einen Beweis braucht, sollte "Krähen" in die Hand nehmen.

Danke für diesen fabelhaften Band!

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Teuermanns Schweigen

Kathrin Gerlof
Flexibler Einband: 181 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.09.2011
ISBN 9783746627472
Genre: Romane

Rezension:

Ich liebe Bücher und bewundere jeden, der die Gabe besitzt, ein gutes zu schreiben. Ganz genau kann ich mich deshalb an den Tag erinnern, als ich mal wieder meinen Tagesfrust in einem Kaufrausch ertränken wollte. Der Ort meiner Wahl: Dussmann – der Bücherkonsumtempel schlecht hin. Ich streife dort also so durch die Gänge, bleibe an diesem Regal stehen, mal an jenem. Plötzlich entdecke ich auf einem der Büchertische einen Namen, den ich kenne. Kathrin Gerlof steht da. Und ich nehme das Buch in die Hand und denke „Das gibt es doch nicht, hat sie es also wirklich gemacht und ein richtiges, echtes Buch geschrieben.“ Und „Hey, ich kenne ein Schriftstellerin!“. Dabei fühlte ich einen Stolz, als hätte ich das Buch selbst geschrieben. Das Buch war „Teuermanns Schweigen“. Ich habe es sofort gekauft und seit dem viele Male verschenkt.

Kathrin Gerlof kann schreiben, mit großer Wahrscheinlichkeit alles, was es zu schreiben gibt. Ich habe von ihr Artikel gelesen, kurze Werbetexte, Porträts, Reportagen,Texte für Internetseiten und jetzt eben Bücher. Keine Ahnung, ob das für sie, so wie für mich, etwas ganz Besonderes ist oder ob es für sie herausfordernd war. Was ich weiß ist, dass ihr ein ganz fabelhafter Roman gelungen ist.

Das Buch beschreibt die Heilung vom Zynismus durch das Geschichtenerzählen. Ein schöneres Credo kann man seinen Lesern als Autorin ja eigentlich gar nicht mitgeben. Die Welt, die Gerlof beschreibt, ist ziemlich trübsinnig, eben so, wie die ostdeutsche Realität tatsächlich sein kann. Sie lässt nichts aus, nicht die peinlichen Gipssäulen in den vielen plötzlich wie Pilze aus dem Boden geschossenen griechischen Restaurants, nicht den Eifer mit dem Ostdeutsche sich Wappen an ihre viel zu hohen Eisenzäune zimmern. Wie man plötzlich kommunikativ sein soll und mit flachen Hierarchien umgehen will, wo doch alle noch klar hierarchisch ticken. Da scheint es nur zwei Möglichkeiten zu geben: Heulen oder eben Zynismus pur.

Katrin Gerlof offeriert ihren Lesern eine andere Alternative. Hört einander zu, redet miteinander, phantasiert, tröstet Euch, erzählt Euch Geschichten. Denn solange eine Geschichte in Deinem Kopf ist, ist noch Leben in Dir. So jedenfalls sieht Teuermann es und wohl auch Katrin Gerlof.

Sie zeigt uns, wie das gehen kann. Markov und Teuermann tun nämlich genau das. Sie erzählen einander Geschichten. Mehr oder weniger jedenfalls (Teuermann ist etwas redseliger.). Keiner von beiden weiß, ob das Erzählte erfunden ist. Schrieb das Leben diese Pointe oder hat der andere sie nur erfunden? Es obliegt dem Zuhörer bzw. dem Leser zu entscheiden. Dieses Prinzip macht sich die Autorin auch selbst zu Eigen. Man weiß nicht, ob Markov Frau oder Mann ist, unklar bleibt, wie es mit den beiden weiter geht, nachdem sie ihrer beiden Leben radikal geändert haben. Das finde ich in Büchern oft unbefriedigend, hier aber gar nicht. Es ist das logische Ende dieser Geschichte.

Es bleibt Teuermanns Schweigen.

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