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attraktivität, hormone, wechseljahre, sex

Meine Wechseljahre

Eva Mayer
Buch: 176 Seiten
Erschienen bei Gatzanis, 01.10.2012
ISBN 9783932855399
Genre: Sachbücher

Rezension:

Rezension „Meine Wechseljahre – Sichtbar bleiben im Tanz der Hormone“

Zugegeben: Bücher über die Wechseljahre gibt es eine ganze Menge. Es gibt Sachbücher, es gibt Ratgeber und es gibt Erfahrungsberichte. Aber ein Buch, das alle drei Herangehensweisen vereint und sich die jeweils besten Elemente herauspickt? Das hat es in dieser Form bisher noch nicht gegeben!
„Meine Wechseljahre“ von Eva Mayer (erschienen im Stuttgarter Gatzanis Verlag) hat sich dem Thema „Sichtbar bleiben im Tanz der Hormone“ auf eine vielseitige, humorvolle und besondere Art und Weise genähert. Die Autorin liefert Fakten sowie biologische Hintergründe, thematisiert das breite Feld der Medikamente und Aufbaupräparate, blickt mit Experteninterviews durch die Psychologenbrille und lässt Stilberaterinnen erklären, wie Frauen die Aufmerksamkeit auf ihre (noch) vorhandene Attraktivität lenken können. Und auch optisch wird auf Fingerspitzengefühl und eine bunte Mischung gesetzt: Der von der Berliner Illustratorin Anne Lück kreierte Charakter „Anette“, originelle Gestaltungselemente und Zitate berühmter Frauen geben die Grundstimmung vor.
Insgesamt wird „Meine Wechseljahre“ durch eine augenzwinkernde und sehr offene Betrachtungsweise geprägt, was sich vor allem im Kernstück des Buches zeigt – den Gesprächen untereinander: Welches Lebensgefühl tragen Frauen in sich? Welche Erwartungen haben sie? Wie empfinden sie das Ende der biologischen Fruchtbarkeit? Welche Ängste beschäftigen sie? Welche Veränderungen stellen sie bei Männern ihrer Altersklasse fest? Was macht wirklich Spaß und was raubt nur noch Energie? – Viele Fragen, gestellt an viele Frauen. Die Haupterkenntnis: Das äußerliche „Sichtbarbleiben“ ist zwar wichtig für das Selbstwertgefühl – sein Inneres nicht aus den Augen zu verlieren allerdings absolute Voraussetzung, um mit dem sowohl körperlichen als auch seelischen Wandel vernünftig umgehen und (auch weiterhin) erfüllt leben zu können.
Was der bunte Stil- und Themen-Mix bewirkt? Freude beim Lesen! Und: Er schafft Identifikation, ohne unter Druck zu setzen. Denn Eva Mayer weiß: Jede Frau ist einzigartig. Genau wie ihr Körper und ihre Erlebnis- und Erwartungswelten. Die Wechseljahre sind etwas sehr Individuelles und einen allgemeingültigen Top-Tipp gibt es nicht – höchstens die Übereinkunft, dass sich der Wandel mit Humor am leichtesten in den Alltag integrieren lässt.

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Tags: attraktivität, hormone, sex, wechseljahre   (4)
 

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fabel, zoo, 2010, wirtschaftskrise, satirisch

Lilo & Lotte

Claudia Thomas , Susanne Kundt , Sepp Buchegger
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Gatzanis, 01.03.2010
ISBN 9783932855153
Genre: Romane

Rezension:

Pelznah: Ein Zoo kriegt die Krise

Seit Februar 2012 ist es traurige Gewissheit: Die schwäbische Drogeriekette Schlecker ist pleite und wird jeden zweiten der insgesamt 6.000 Läden dicht machen – rund 30.000 Angestellte werden somit ihren Job verlieren. Eine Nachricht, die Angst macht. Eine Nachricht, die verunsichert. Und zwar nicht nur die direkt Betroffenen, sondern wohl so ziemlich jeden (arbeitenden) deutschen Bürger. Der Grund: Seit der Börsencrash 2008 ganze Staaten (fast) bis in die Pleite stürzte und das (wirtschaftliche) Leben bis in die Grundfesten erschütterte, schwebt die „Wirtschaftskrise“ über der Welt wie einst das tödliche Schwert über dem Kopf des Höflings Damokles.

Nun ist die Wirtschaftkrise aber ja keine abstrakte Bedrohung die unverschuldet von der Decke hinabbaumelt, sondern ein hausgemachtes Problem. Warum also löst der Mensch dieses Problem nicht einfach und sorgt dafür, dass so etwas nicht mehr vorkommt oder er in seinem Umfeld zumindest nicht mehr davon getroffen werden kann? Die Antwort: Weil kaum jemand versteht, was da überhaupt passiert … bei dieser komischen Wirtschaftskrise, von der alle immer reden. Was also tun, um nicht für den Rest seiner Tage in ständiger Angst und Verunsicherung leben zu müssen? Einfach: Dem Schreckgespenst ein Gesicht geben! Es entzaubern, es verstehen.

So oder so ähnlich könnte der Gedankengang der beiden Autorinnen Claudia Thomas und Susanne Kundt verlaufen sein, als die Idee zu ihrem Buch „Lilo & Lotte und ihre tierischen Freunde retten den Zoo vor der Wirtschaftskrise“ entstand (VÖ: März 2010). Denn der Gatzanis-Verlag-Titel ist so etwas wie ein Buch gewordener Animationsfilm: Mit den witzig-liebevollen Zeichnungen des Illustrators Sepp Buchegger ist „Lilo & Lotte“ sicher auch für die kleineren Leser ein tierisches Vergnügen. Wer sich von der sozial-wirtschaftlichen Fabel aber vor allem angesprochen fühlen dürfte, sind die Erwachsenen – vorausgesetzt, es handelt sich um Erwachsene, die endlich begreifen wollen, wie es immer wieder zu dieser Wirtschaftskrise kommen kann und warum sie überhaupt passiert. In „Lilo & Lotte“ wird es durch die Geschichte und die Anmerkungen eines als Wirtschaftsexperten verkleideten Eichhörnchens erklärt – und zwar so, dass es jeder versteht.

Der Inhalt: In einem fiktiven Zoo leben die beiden Roten Riesenkängurus Lilo und Lotte, das schwule Papageienpaar Hubert und Alfonso, Huberts belesener Sohn Romeo, der alternde Eisbär Artur, das demenzkranke und früher schauspielernde Breitmaulnashorn Konrad und viele andere Tiere gemütlich und zufrieden vor sich hin – bis die Wirtschaftskrise Einzug in den Zooalltag hält. Plötzlich wird das Wolfsgehege aus Kostengründen geschlossen, das Wolfrudel verkauft und der Tierarzt gekürzt. Als schließlich der komplette Zoo zugemacht werden soll, sind Lilo, Lotte und ihre Freunde vollends alarmiert und ersinnen einen waghalsigen Plan, um ihr geliebtes Zuhause zu retten …

Dass die Wirtschaftskrise und ihre Interdependenzen im Rahmen einer solchen Geschichte nur vereinfacht erläutert werden können, ist logisch, und in diesem Fall auch kein Nachteil. Neben einem wirtschaftlichen Grundverständnis bekommt man somit nämlich auch noch Einblicke in die inneren Befindlichkeiten der Zootiere, die sich inmitten der wirtschaftlichen Wirren außerdem noch mit Themen wie Familie, Partnerschaft, Krankheit, Älterwerden und sexueller Orientierung herumschlagen müssen.

Egal ob zum Vorlesen oder zum Selbstlesen (ab 12 Jahren) ¬– „Lilo & Lotte“ ist in jedem Fall eine unterhaltsame und herzerwärmende Fabel, die hilft, die Welt ein stückweit besser zu verstehen, dabei aber niemals mit erhobenem Zeigefinger daherkommt. Im Gegenteil: Mit seinen lebensnahen und teils schrägen Figuren und vielen originellen Einfällen ist „Lilo & Lotte“ streckenweise eher schon provokativ und passt somit perfekt in das Sortiment des Stuttgarter Nischenverlags Gatzanis. Denn dieser ist bekannt dafür, populäre (Sach-)bücher über Themenbereiche wie Liebe im Alter, Partnerschaft, Erotik, Aufklärung und Homosexualität zu publizieren und wird „Lilo & Lotte“ demnächst übrigens auch als E-Book auf den Markt bringen. (Erhältlich u.a. via Amazonund im eigenen eBookshop des Gatzanis Verlags: http://gatzanis.e-bookshelf.de/)

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Tags: 2010, fabel, fabel, finanzkrise, humorvoll, satirisch, tiere, wirtschaftkrise, wirtschaftskrise, zoo, zoo   (11)
 

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interview, liebe im alter, zärtlichkeit, eorik, sehnsucht

Liebe bleibt jung

Anne Stabrey
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Gatzanis
ISBN 9783932855122
Genre: Sachbücher

Rezension:

Es ist Zeit, zu fühlen: Rezension zum Buch „Liebe bleibt jung“

„Während einer Lesung ist eine Seniorin einmal weinend aufgestanden, um sich bei der Autorin zu bedanken“, erinnerte sich Verlegerin Jolanta Gatzanis kürzlich in einem Podcast des Bayerischen Rundfunks daran, welche Wirkung Anne Stabreys Sachbuch „Liebe bleibt jung: Geschichten um Sehnsucht und Partnerschaft von Menschen über Sechzig“ seit der Veröffentlichung im April 2010 auf seine Zielgruppe hatte und immer noch hat. „Die Dame war bis zu Anne Stabreys Lesung vollkommen allein gewesen mit ihrem Thema. Und dabei war sie sehr glücklich: Sie hatte eine neue Liebe gefunden – doch sie konnte bis dato mit niemandem darüber reden.“

Dass die einzelnen Personen immer älter werden und es zudem immer mehr alte Menschen gibt (in 50 Jahren werden etwa 14 Prozent der Bevölkerung 80 Jahre oder älter sein), ist der deutschen Bevölkerung durchaus bewusst – dass es vielen „Alten“ so geht wie der von Jolanta Gatzanis beschriebenen Rentnerin, halten sich hingegen die wenigsten Leute vor Augen. Komisch … eigentlich. Und vollkommen unverständlich. Immerhin dürfte jedem Normaldenkenden klar sein, dass sich am Tage des 60. Geburtstages nicht irgendein mysteriöser Schalter umlegt und der jeweilige Mensch schlagartig zu fühlen aufhört. Aber dennoch: Zärtliche Sehnsüchte, sexuelle Bedürfnisse und erotische Fantasien gelten bei Rentnern und Senioren weitläufig als ein No-Go. Warum? Dafür wollen keine vernünftigen Gründe einfallen. Fest steht jedoch: Es wird Zeit, dass sich in Bezug auf die Gefühle der „Generation Silber“ in der öffentlichen Wahrnehmung etwas ändert. Höchste Zeit.

Anne Stabrey, die als 70-Jährige einen persönlichen Bezug zum Thema hat und auch Herausgeberin des Film-Begleitbuchs „Wolke 9“ ist, hat mit ihrer Interviewsammlung einen ersten und wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan: Insgesamt acht Frauen und fünf Männer ab sechzig kommen in „Liebe bleibt jung“ zu Wort. Vor dem Hintergrund des sozialen Wandels berichten ihre Biographien von alten und neuen Moralvorstellungen, von der Fluktuation der Partnerschaften und modernen Formen des Zusammenlebens. So individuell diese Geschichten auch sind, so sehr eint sie eine Erkenntnis: Die partnerschaftliche Liebe – oder auch eine frische, ganz neue Verliebtheit – wird von älteren Menschen besinnlicher erlebt, mit mehr Zuwendung und Zärtlichkeit.

Gewürzt wird das repräsentative Sammelsurium mit Zitaten von über 40 Prominenten. So stellt Wolfgang Joop etwa fest: „Wer nicht alt aussehen will, darf sich nicht neben Britney Spears stellen“, während Hannelore Elsner mit der Aussage provoziert: „Wer nicht alt werden will, muss vorher sterben.“ Unterm Strich ergibt „Liebe bleibt jung“ somit eine pikante Mischung, mit der Autorin Anne Stabrey beim progressiven Stuttgarter Nischenverlag Gatzanis „offene Türen einrannte“, wie es der Bayerische Rundfunk treffend auf den Punkt brachte. Denn seit seiner Gründung im Jahr 1995 ist Gatzanis bekannt dafür, populäre Bücher über provokante Themen wie Liebe (im Alter), Partnerschaft, (Homo-)Sexualität und Erotik zu publizieren.

Kurz: „Liebe bleibt jung“ ist ein außergewöhnliches, sehr ehrliches, sehr einfühlsames und sehr wichtiges Buch, das sicher auch dem Dichter und Schriftsteller Hermann Hesse gut gefallen hätte. In einem seiner bekanntesten Gedichte „Stufen“ schrieb er 1941 nach langer Krankheit im Alter von 64 Jahren: „Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, blüht jede Weisheit auch und jede Tugend zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern. Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in andre, neue Bindungen zu geben. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

Für alle, denen das jetzt zu altbacken klingt, kann man es freilich auch so formulieren: Der Körper kann gebrechlich, krank und langsam werden. Die Schmetterlinge im Bauch jedoch, die bleiben fit wie Turnschuhe. Und zwar bis zum Schluss.

Eckdaten: 240 Seiten, Preis: 18,50 Euro, ISBN: 978-3932855122

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Tags: eorik, interview, liebe im alter, partnerschaft, rentner, sehnsucht, senioren, zärtlichkeit   (8)
 

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affäre, liebe im alter, ehe, film, wolke 9

Wolke 9

Anne Stabrey
Fester Einband: 175 Seiten
Erschienen bei Gatzanis, 28.08.2008
ISBN 9783932855146
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der Unruhestand: Rezension zum Film-Buch „Wolke 9“

Wenn es um das Thema Liebe im Alter geht, kommt man seit 2008 nicht mehr an Andreas Dresens Liebesdrama „Wolke 9“ vorbei – und auch nicht an dem gleichnamigen Begleitbuch zum Film von Anne Stabrey (Hrsg.). Denn das zu Recht mehrfach preisgekrönte Kino-Meisterstück erzählt die Geschichte der fast 70-jährigen Inge (für ihre Leistung in „Wolke 9“ mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet: Ursula Werner), die sich trotz gemütlich-intakter Beziehung mit ihrem Mann Werner (Horst Rehberg) nach 30 Jahren Ehe in den 76-jährigen Naturfreund Karl (Horst Westphal) verliebt und – jetzt kommt’s! – eine leidenschaftliche sexuelle Affäre mit ihm beginnt.

„Wenn das Kino ein Ort ist, in dem man die Welt und das Leben erkunden kann, dann verstehe ich nicht, warum alte Leute dort nicht vorkommen sollen. Und zwar so wie sie sind!“, erklärte gegenüber Spiegel Online einmal Regisseur und Drehbuch-Autor Andreas Dresen, der sich nach dem Filmstart von „Wolke 9“ in den Medien bezeichnenderweise fast schon dafür rechtfertigen musste, dass er Menschen jenseits der 60 ungekünstelte Sexszenen spielen ließ. Das nämlich beinhaltet Falten, Bäuche, Altersflecken, sporadische Impotenz und schlaffe Brüste und außerdem die These, dass auch Senioren noch zärtliche Gefühle, körperliche Bedürfnisse, Liebes-Sehnsüchte und erotische Fantasien haben – alles Dinge, die sich die jugendwahnsinnige, bis in die Spitzen durchgestylte Photoshop-Gesellschaft bis dato offensichtlich nicht vorstellen konnte. Und wollte.

Dass mit Andreas Dresen (Deutscher Filmpreis für die beste Regie / „Wolke 9“) dieser fast schon aufklärerische Kino-Beitrag von einem vergleichsweise jungen Mann geliefert wurde, hat folgenden Hintergrund: Der heute 48-Jährige, der seit „Halbe Treppe“ (2002) und „Sommer vorm Balkon“ (2005) berühmt ist für das Erschaffen extrem authentischer Charaktere und fein gezeichneter Figuren, war beeindruckt und verblüfft zugleich von einer Dokumentation, die ein belgischer Freund ihm gezeigt hatte. Titel: „Die Männer meiner Oma.“ Inhalt: Eine 76-Jährige erzählt ihrem Enkel schonungslos ehrlich von ihrem (sexuellen) Liebesleben. ¬– Ein spannendes Hintergrund-Detail, das man erst durch das Begleitbuch von Anne Stabrey (Hrsg.) erfährt. Denn dieses ist nicht nur ein Sammelband von Szenenbildern und Textpassagen, sondern vielmehr der Epilog des Films. Das „Wolke 9“-Buch präsentiert u. a. Interviews mit Privatpersonen 60plus, wagt sich in die gesellschaftliche Dimension hinein, beleuchtet die alltägliche Realität, korrigiert ein überholtes Altersbild und regt zum Nachdenken an. Daneben gibt es natürlich auch Gespräche mit Andreas Dresen und ein „Wiedersehen“ mit den Darstellern, die einem durch Dresens beinahe schon dokumentarische Inszenierung so sehr ans Herz gewachsen sind.

Das „Wolke 9“-Buch ist also ein gekonnter Spagat, der deswegen so gut gelungen sein dürfte, weil sich mit dem einfühlsamen Andreas Dresen, der Herausgeberin Anne Stabrey und dem Gatzanis Verlag genau die richtigen drei Parteien zusammen getan haben. Anne Stabrey, Jahrgang 1941, absolvierte 1973 ihr Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR. Nach mehreren Jahren als Autorin und Regisseurin beim DEFA-Studio für Dokumentarfilme zog sie 1982 nach Westberlin. Dort arbeitet sie seitdem freiberuflich als Autorin, Politik-Journalistin und PR-Beraterin. Mit Anfang 60 begann sie – in Besinnung auf ihr eigenes Leben – sich mit dem Thema Liebe und Partnerschaft im Alter journalistisch auseinanderzusetzen. Und an wen hätte sie sich mit ihren Ideen besser wenden können als an Gatzanis? Für den Stuttgarter Verlag, der seit der Gründung 1995 für progressive Sachbücher über Liebe, Sexualität und Partnerschaft steht, sind Themen wie diese schon fast ein alter Hut …

Eckdaten: 175 Seiten, Preis: 18,50 Euro, ISBN: 978-3932855146

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Tags: affäre, ehe, film, filmbuch, liebe im alter, wolke 9   (6)
 

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abneigung, phobie, angst, interview

Pfui Spinne, Watte, Knopf!

Mareile Kurtz
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf, 01.11.2010
ISBN 9783896029935
Genre: Sachbücher

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game, marlene, mann verkleidet sich als frau, girlsgame, mann

girls game

Bernd Bitzer , Marlene , Claus Rudolph , Claus Rudolph
Buch: 144 Seiten
Erschienen bei Gatzanis, 01.10.2011
ISBN 9783932855276
Genre: Sachbücher

Rezension:

Von „Manche mögen’s heiß“ über „Mrs. Doubtfire“ bis hin zum neuen Matthias Schweighöfer-Film „Rubbeldiekatz“ (Start: 15. Dezember 2011): Wenn Männer sich als Frauen verkleiden (müssen), wird’s immer zum Brüllen komisch. Während Tony Curtis und Jack Lemmon 1959 als Mitglieder einer Damenkapelle von männlichen Fans belagert wurden, setzte Robin Williams’ 1993 versehentlich seine Gummibrüste in Brand und Matthias Schweighöfer wird in der Rolle des arbeitslosen Theaterschauspielers Alexander bald notgedrungen feststellen, wie sich Nylonstrümpfe und das stundenlange Stöckeln auf Pumps anfühlen.

Ähnlich turbulent geht es in „girls game – Meine erstaunliche Reise in die Welt der Frauen“ (VÖ: 01. Oktober 2011) zu. In der Mischung aus Erlebnisbericht und Bildband mit Fotografien des Stuttgarter Fotokünstlers Claus Rudolph erzählt der 53-jährige und 1,94 Meter große Autor Bernd Bitzer, wie er sich in eine sinnliche Sirene namens Marlene verwandelte und was das alles nach sich zog: Crash-Diäten, künstliche Fingernägel, flirtwillige Herren, die Sucht nach Bodylotion, der Besuch eines Lesbenclubs, ausgiebige Shoppingtouren inklusive Kauf eines dringend benötigten Zweit-Kleiderschranks und eine Beinenthaarungs-Orgie, so schmerzhaft, dass es sich nicht einmal Frauen in ihren kühnsten Träumen ausmalen könnten – auf die Idee, Schleifpapier zur praktisch-pragmatischen Epilierer-Alternative zu erheben, dürfte jedenfalls bisher nicht einmal die skrupelloseste Masochistin gekommen sein …

Der entscheidende Unterschied zwischen den beliebten „Mann verkleidet sich als Frau“-Ulks und „girls game“ ist, dass Bernd Bitzer nie nur gespielt hat, sondern seinen „Marsch hinter die feindlichen Linien“ lange geplant und die Freuden und Tücken des Frauseins im Wortsinn am eigenen Leib und mit Haut und Haar erfahren hat. Entsprechend authentischer fällt „girls game“ daher aus, sodass neben all den schrillen Anekdoten, verrückten Erlebnissen und überraschenden Erkenntnissen (dass ein Autonarr wie er einen Mercedes-Benz SLS AMG wegen der fehlenden Schminkspiegel als unpraktisch erachten könnte, hätte Bernd Bitzer etwa nie für möglich gehalten) auch Raum für ernste Töne bleibt.

Letzteres ist in der Motivation des Autors begründet. Bernd Bitzer hat sich nicht deshalb in eine Frau verwandelt, weil er vor einer Gangsterbande fliehen musste („Manche mögen’s heiß“), bei seinen Kindern sein wollte („Mrs. Doubtfire“) oder versuchte, eine Hollywood-Rolle zu ergattern („Rubbeldiekatz“). Der passionierte Journalist zog deswegen in die weiblichen Gefilde aus, weil er mit seinem Buch für gegenseitiges Verständnis sorgen und Mut machen möchte. Denn „girls game“ ermöglicht es männlichen Lesern, einen Blick in eine für sie vollkommen unbekannte Welt zu werfen, und beweist den Leserinnen, dass ihnen die Welt (auch jenseits der Kinoleinwände) zu Füßen liegt, solange sie nur ihre vielfältigen Stärken und Möglichkeiten erkennen.

Eckdaten: 144 Seiten, sowohl als bebildertes Hardcover als auch als E-Book erhältlich, Preis: 25,95 Euro.

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Tags: frau, mann, mann verkleidet sich als frau, verwandlung   (4)
 

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Rezension:

Wie man(n) mentale Impotenz überwindet? Mit Humor und ehrlicher Kommunikation! Denn: Die fehlende Erektion ist nicht das Problem. Das Problem ist der Umgang mit ihr. Gelegentliche (R)Ausrutscher mit Assoziationen wie Schande und Niederlage zu verbinden, ist mittelalterlich und absurd – genau, wie wegen eines „Hängers“ in Panik zu geraten. – So lautet die Grundthese in „Der Geist ist willig, doch das Fleisch macht schlapp!“.

Eins vorweg: Der Titel ist nicht neu, sondern bereits im Jahr 1995 erschienen. Damals hatte „Der Geist ist willig, doch das Fleisch macht schlapp!“ die Geburt des Stuttgarter Nischenverlags Gatzanis eingeleitet, der seither für populäre Bücher mit provokanten Inhalten steht („Die Nacht der Masken“, „Wolke 9“). Da das Thema (mentale) Impotenz immer noch tabuisiert wird und Millionen Männer bedrückt, hat Herausgeberin Jolanta Gatzanis ihren Erstling pünktlich zur Buchmesse im Oktober 2011 als überarbeitete und poppig illustrierte E-Book-Auflage neu auf den Markt gebracht.

Das Besondere an „Der Geist ist willig, doch das Fleisch macht schlapp!“ ist seine augenzwinkernde und angenehm unaufgeregte Herangehensweise. In 30 locker formulierten Kapiteln („Achtung! Hier spricht Ihr Schniedel!“) und zahlreichen Fallbeispielen werden nicht nur die mentalen Ursachen für punktuelle Impotenz und entsprechende Lösungsansätze erforscht. Den Hauptteil bilden lebensnahe Hinweise auf die vielschichtigen Beziehungen von Angst und Stress, Kopf und Körper, Traum und Tat, Schein und Sein sowie auf den ungeahnten Einfluss, den innere und äußere Bilder auf unser Sexualverhalten haben.

Die wohl schönste Erkenntnis, die der Leser daraus ziehen kann, ist, dass Sex nicht gleich Penetration ist und gelegentliche „Hänger“ sogar eine Chance für die Verbesserung von körperlichen (Liebes-)Beziehungen bedeuten können: „Vergessen Sie Ihr „bestes Stück“ doch einfach mal und wenden sich mit Hingabe dem großen Zeh Ihrer Partnerin zu – Sie wird es Ihnen danken!“

Gepaart mit den poppig-ironischen Illustrationen der Berliner Zeichnerin Anne Lück hat „Der Geist ist willig, doch das Fleisch macht schlapp!“ nicht nur eine befreiende Wirkung. Dank der locker-unterhaltsamen Aufbereitung macht der originelle Ratgeber an vielen Stellen sogar richtig Spaß. Gelungener Spagat: Da, wo es sinnvoll und angebracht ist, wird dem Thema mit der nötigen Ernsthaftigkeit begegnet und sachlich informiert. Interessant zu erfahren ist unter anderem, was genau der Unterschied zwischen Zeugungsunfähigkeit, körperlicher Impotenz und mentaler Impotenz ist und wie sich das Verständnis dieser Begrifflichkeiten über die Jahre verändert hat.

Weiterer Pluspunkt: Dass der erste Gatzanis-Titel nun als E-Book erscheint, dürfte vielen Männern entgegenkommen. Ein Buch über Impotenz im Internet runterzuladen macht man(n) sicher sehr viel ungenierter, als damit zur Ladentheke zu marschieren … und das allein zeigt, wie aktuell „Der Geist ist willig, doch das Fleisch macht schlapp!“ immer noch ist.

Download und mehr Infos unter:

http://www.gatzanis.de/unsere-buecher/der-geist-ist-willig-doch-das-fleisch-macht-schlapp.html

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liebe, sex, erotik, partnerschaft, sm

Die Nacht der Masken

Ines Witka , Sabine Schönberger
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Gatzanis, 06.10.2010
ISBN 9783932855160
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

(Keine) Lust und Bordell-Besuche in "Schoßgebete": Aus aktuellem Anlass empfehlen wir heute unser Buch "Die Nacht der Masken" von Ines Witka

Wie schafft man es, die Leidenschaft in einer festen Beziehung über Jahre hinweg lodern oder zumindest nicht gänzlich verglühen zu lassen? Eine Frage, die sich wohl jeder in einer Partnerschaft lebende Mensch früher oder später schon einmal gestellt hat und über die in letzter Zeit dank Charlotte Roches zweitem Skandal-Buch „Schoßgebete“ auch öffentlich wieder viel diskutiert wird.

Die Protagonistin aus „Schoßgebete“ begleitet ihren Gatten regelmäßig ins Bordell um es dort ihm zu Liebe mit einer Frau zu treiben – und das, obwohl sie eigentlich gar keine Lust dazu hat und sich jedes Mal wie vor einer lästigen Aufgabe zu drücken versucht. „Es ist ja nur ein Vorschlag, nur eine Idee“, erklärte Roche in einer TV-Talkshow. Klar sei die Figur in ihrem Buch nicht so ganz glücklich mit der Sache. Aber das sei auch gewollt, immerhin wolle Roche eine Diskussion in Gang bringen und wissen, wie andere Paare das Problem lösen. Die Frage ist also: Was tun, wenn Bordelle und Swingerclubs nicht das Richtige sind und man sich sexuell dennoch (neu) entfalten möchte? Das Buch „Die Nacht der Masken – Wahre Geschichten über die exklusivste Erotikparty der Welt“ von der Stuttgarterin Ines Witka (VÖ: 01.10.2010) lieferte im vergangenen Jahr eine mögliche Antwort.

Die experimentierfreudige Autorin besuchte gemeinsam mit ihrem Partner eine erotische Schlossfeier und erlebte das sinnliche Treiben der kunstvoll gekleideten und maskierten Gäste hautnah. Das Ergebnis: Ein persönlicher Erfahrungsbericht sowie eine Sammlung von elf kompromisslos ehrlichen Interviews, die beweisen, dass multiple Orgasmen auch nach 25 Jahren Ehe noch möglich sind – vorausgesetzt, sowohl die Phantasien der Frau als auch die des Mannes werden ungeniert ausgelebt.

Die entsprechende Spielwiese dafür bieten geheimnisvolle Veranstaltungen wie „Die Nacht der Masken“ oder auch „Die Nacht der Leidenschaft“ (www.xklusiv.de), die mit aufgeschlossenen Gästen, phantasievollen Kostümen, stilvoller Musik, Bars, Käfigen, Fesseln und Andreaskreuzen, opulenten Buffets und Menüs, hohen Burgmauern und tief gelegenen Gewölbekellern keine erotischen Wünsche offen lassen. Ob sich diese um SM, Partnertausch, ausgefallene Sex-Spiel(zeug)e, Macht und Unterwerfung oder einfach nur ums Zuschauen drehen, spielt keine Rolle. In ihrem Buch hat Ines Witka Paare jedweder Couleur, Neigung und Ambition versammelt und sie alle beschreiben „Die Nacht der Masken“ sinngemäß als eine leidenschaftliche Offenbarung für jede (eingeschlafene) Ehe und Partnerschaft. „Jack“ und „Stina“ beispielsweise stehen darauf, Edelhure und Freier zu spielen, während „Christel“ junge Männer zu ihren Sklaven macht, „Mirjam“ sich fesseln und mit dem Rohstock züchtigen lässt und es Dietmar kickt, andere beim Sex zu beobachten und selbst dabei beobachtet zu werden.

„Die Maske befreit unterdrückte, tief im Unterbewusstsein verborgene Wünsche und bietet die Möglichkeit, sich zu verwandeln – oder zu sich selbst zu finden“, wird die Faszination an erotischen Verkleidungen am Ende des Buches in einem „Exkurs in die Kulturgeschichte der Maske“ beschrieben. Kein Wunder also, dass sich schon unzählige Philosophen und Künstler wie Arthur Schnitzler („Traumnovelle“) oder Stanley Kubrick („Eyes Wide Shut“) mit dem Thema beschäftigten und sich Giacomo Casanova im Venedig des 18. Jahrhunderts vornehmlich auf Maskenbällen herumtrieb.

Gepaart mit diesem kulturgeschichtlichen Ausflug ist Ines Witkas Interviewsammlung, die mit sinnlichen Fotografien von Sabine Schönberger und den Farben gold, weiß, rot und schwarz dem Inhalt entsprechend überaus edel und phantasievoll gestaltet ist, ein insgesamt sehr informatives und lesenswertes Buch, das die Gedanken anregt und je nach Gusto auch Lust auf einen Selbstversuch macht.

Obwohl die Gespräche gerade im Vergleich zu spannenden und höchst dramatischen Geschichten wie „Eyes Wide Shut“ im ersten Moment ein wenig nüchtern wirken, macht die Entscheidung für eine Interviewsammlung im Nachhinein Sinn, weil somit das Facettenreichtum der erotischen Maskenbälle verdeutlicht wird. Genau dieses Facettenreichtum ist nämlich die Antwort auf die von Roche angestoßene Frage. Sexualität ist etwas sehr Individuelles und so kann ein Schema F-Dreier im Bordell freilich nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Nur in einem Umfeld, in dem alle erdenklichen Spielarten möglich und erlaubt sind, kann über Jahrzehnte hinweg Lust empfunden werden. Und zwar von beiden Partnern.

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Tags: erotik, liebe, partnerschaft, sex, sm   (5)
 
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