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8 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

konflikt, waisenkinde, waisenhau, trauma, indie

Das Haus des Friedens

Simone Dorra
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei tredition, 06.02.2017
ISBN 9783734597183
Genre: Romane

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20 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

marco, lösegeld, party, geld, insolvenz

The Couple Next Door

Shari Lapena , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783785725856
Genre: Krimi und Thriller

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Im Licht der Karibik

Alexandra Styron
Flexibler Einband: 285 Seiten
Erschienen bei Goldmann
ISBN 9783442450961
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im Licht der Karibik, von Alexandra Styron

Cover:
Schön bunt, so wie ich mir die Karibik vorstelle.

Inhalt:
Addy war anscheinend ein sehr schwieriges Kind, erst ihre schwarze Nanny Louise aus der Karibik konnte sie etwas „zähmen“.
Als diese nun Jahre später stirbt, reist Addy in die Karibik um dort mit der Familie zu trauern und Louises Leben zu feiern.

Meine Meinung:
Ich habe gar nicht in das Buch hineingefunden, stellenweiße wollte ich es am liebsten sogar abbrechen.
Der Schreibstil ist mir zu gewollt poetisch. Die Sätze waren sowas von verdreht und Beispiele die ich beim besten Willen nicht verstehen und nachvollziehen konnte, ich hab einfach nicht verstanden was die Erzählerin aussagen wollte.
Zu viele Sprünge, in der Zeit, in der Handlung, und in den Gedanken. Zu viel Verwirrung und zu viele Nebenhandlungen, von einem Gedanken in eine ganz andere Richtung. Mir fehlt der rote Faden und er Sinn der eigentlichen Handlung.

Autorin:
Alexandra Styron, Tochter des bekannten Schriftsellers William Styron, studierte „Creatives Writting“ an der Columbia Universität. Sie lebt abwechselnd in New York und auf Martha´s Vineyard. Dies ist ihr erster Roman.

Mein Fazit:
Ich habe das Buch schlicht nicht verstanden, deshalb kann ich auch nur 1 Stern geben.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

freunde, evas tagebücher, nette bäuerin, regionalromantik, getrennte wohnungen

Neuanfang am Paradies

Susanne N. Bahro
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Bahro, Susanne, 15.09.2016
ISBN 9783000535031
Genre: Romane

Rezension:

Neuanfang am Paradies, von Susanne N. Bahro

Cover:

Eine typische Häuserfassade mit Holzschindeln, wie man sie sehr oft im Allgäu findet und ein Foto einer typischen Landschaft.
Doch ich muss ehrlich sagen, das Cover hätte mich in der Buchhandlung nicht unbedingt dazu verleitet das Buch in die Hand zu nehmen.
Schade eigentlich, denn der Inhalt ist echt super.

Inhalt:
Als Radiomoderatorin gibt Eva Ratschläge in einer eigenen Sendung und zwar zu Beziehungsproblemen. Pech nur, dass auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs ihr eigener Mann ihr mitteilt, dass er sich scheiden lassen will.
Eine geschiedene Beziehungsberaterin ist natürlich undenkbar, deshalb braucht Eva einen Plan dies zu verhindern.
Ihre beste Freundin Ramona bietet ihr ein perfektes Ferienhaus im Allgäu als Rückzugsort an.
Doch dieses perfekte Haus entpuppt sich als totaler Reinfall, der Nachbar und sehr attraktive Gustl bringt gehörige Unordnung in ihre Gedanken und als dann auch noch ein Boulevardblatt behautet sie habe sich mit einem falschen Doktortitel geschmückt scheint ihr traumhaftes Leben endgültig zu zerplatzen.
Wird Eva es schaffen, ihre Ehe zu retten und ihr Leben wieder auf die richtige Spur zu bringen?

Meine Meinung:
Das Buch hat mich sehr schnell total in seinen Bann gezogen.
Man ist sofort mittendrin in der Geschichte und dann baut es sich sehr schön auf, es wird immer spannender, das Chaos wird immer größer und ich kann als Leser so richtig gut mitfiebern.
Die Personen werden sehr gut beschrieben und charakterisiert, so dass wir die Beweg- und Handlungsgründe auch gut verstehen und wie die Akteure selber, hinterfragen können.
Die beiden Hauptprotagonisten sind mir sofort sympathisch und auch die „Nebenfiguren“ füllen ihren Raum perfekt aus.
Immer wieder gibt es neue Wendungen, wenn ich gerade denke, jetzt entspannt sich alles, kommen unerwartet neue Probleme und es wird noch turbulenter.
Der Schreibstil ist echt klasse, er zeigt nicht nur die überwältigende Verbundenheit der Autorin zum Allgäu, in wunderschönen Beschreibungen von traumhaften Orten, sondern er versteht es auch brillant immer mehr Spannung zu erzeugen und an den richtigen Stellen eine wohl dosierte Portion Humor einfließen zu lassen. Dabei kommen auch wunderschön poetisch Vergleiche ins Spiel.
Die Eheprobleme und die Liebesgeschichte wird nicht ewig breit ausgewalzt, auch wenn sie ein Hauptkern der Geschichte sind, sondern werden sehr dezent, ja ich möchte sagen auch romantisch, eingebaut.

Eine neue „Art“ von Büchern. So wie die „Regional-Krimis“ im Moment in aller Munde sind, sollte diese Sparte „Regional-Romantik“ ein fester Begriff werden, und da hat dieses Buch und allgemein auch das Allgäu einen Platz ganz weit vorne verdient.

Am Schluss noch ein Zitat aus dem Buch (und eine Liebeserklärung ans Allgäu):
Das Allgäu ist keine SMS, es ist auch keine E-Mail, es ist ein Brief, ein Liebesbrief.

Autorin:
Susanne N. Bahro ist gebürtige Allgäuerin und es ist ihr seit jeher ein Herzensanliegen, die Schönheit, Vielfalt und Ursprünglichkeit ihrer Heimat anderen zu vermitteln. Und das mit Herz, Leib und Seele und aus der Überzeugung, dass es nirgends schöner sein kann!
Nach langen Jahren in den Bereichen Marketing, Public Relations und Journalismus war es an der Zeit, aus ihrer Passion des Schreibens eine Profession zu machen. Herausgekommen ist die Buch-Reihe ALLGÄU ROMANTIK, in der sie fiktive Geschichten erzähle, die an realen Schauplätzen spielen.
In dieser Reihe gibt es auch noch weitere Bücher, die aber alle in sich abgeschlossen sind.

Mein Fazit:
Ein rundum gelungenes Buch, ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.
Es ist spannend, romantisch, emotional und hat dabei doch eine plausible Handlung in einer wunderschönen Landschaft eingebettet.
Von mir ganz klar volle Punktzahl.

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43 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

rügen, ostsee, roman, erbe, deutschland

Acht Zimmer, Küche, Meer

Anna Rosendahl
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.03.2014
ISBN 9783453410701
Genre: Romane

Rezension:

Acht Zimmer, Küche, Meer, von Anna Rosendahl

Cover:
Eine wunderschöne Ansicht von Meer, Stand und einem schönen Haus mit Reetdach, wie es auch in der Geschichte eine wichtige Rolle spielt.

Inhalt:
Marina lebt als Landschaftsgärtnerin in Frankfurt, ihre Wurzeln sind aber in Rügen. Und doch ist sie sehr erstaunt, als ein praktisch Fremder (ein Gen-Forscher) ihr ein wunderschönes Haus dort vermacht. Das Vermächtnis ist aber an eine Auflage gebunden, Marina muss in dem Haus wohnen und Josefine, eine etwas ältere Dame, hat ein lebenslanges Wohnrecht.
Dann stellt die Ex-Frau des Wissenschaftlers auch Ansprüche auf das Haus und stellt sich Marina in den Weg.
Doch Marina will sich der Herausforderung stellen, hat es sie doch schon als Kind zu diesem Haus hingezogen. Gemeinsam mit ihrer Schwester macht sie sich auf Spurensuche in der Vergangenheit.

Meine Meinung:
Mit den ersten Seiten, war ich beim Lesen sofort mitten drin in der Geschichte.
Die Personen werden sehr schön „vorgestell“ und wir lernen nach und nach die Protagonisten kennen. Alle sind sehr individuell und liebevoll charakterisiert, sie sind natürlich, liebenswert und einfach menschlich.
Marina unsere Hauptprotagonistin war mir sofort sympathisch.
Ihre Gedanken und Überlegungen werden sehr schön geschildert, so dass ich wirklich mit ihr denken und handeln kann. Ich wüsste an ihrer Stelle auch nicht wie ich mich so spontan verhalten oder fühlen sollte, wenn mir ein Fremder etwas derart tolles vermacht.
Und es ist dann wirklich gut aufgebaut wie wir nach und nach erkennen, welches Familiengeheimnis (man könnte schon Familiendrama sagen) hinter dem ganzen steckt. Immer mehr tauchen wir in die Vergangenheit ein, bis zum Schluss gibt es Überraschungen.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Emotionen werden sehr gut rüber gebracht. Auch die Beschreibungen des Meeres und der Natur sind sehr liebevoll und detailliert beschrieben, so dass ich das Meer rauschen höre und fast das Salz auf meiner Haut spüre.
Die Liebesgeschichte ist sehr dezent eingebaut und über die große Party und das Happy End (am doch ganz traurigen Tag) habe ich mich sehr gefreut.

Autorin:
Anna Rosendahl wurde im November 1968 in Bottrop geboren. Gemeinsam mit ihrem Mann lebt sie in einem kleinen Dorf in der Lüneburger Heide.

Mein Fazit:
Ein wunderschönes, unterhaltsames Buch das mich auf die Insel Rügen versetzt und mir das Meer in mein Wohnzimmer gebracht hat. Gerne habe ich mit Marina die Herausforderungen angenommen und gelöst.
Von mir klare 5 Sterne für diese schönen Lesestunden.

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37 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

fernsehkoch, liebesgeschichte, krankenhaus, chili, köln

Franz oder gar nicht

Nikola Hotel
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632674
Genre: Liebesromane

Rezension:

Franz oder gar nicht, von Nikola Hotel

Cover:

Ein Cover bei dem man zweimal hinschaut, dann grinst und das Buch in die Hand nimmt.

Inhalt:
Während ihrer ersten 24-Stunden-Schicht, bricht die junge Anästhesistin Josephine, etwas überfordert, ausgerechnet dem berühmten und äußerst attraktiven Fernsehkoch Raphael Franz, einen Schneidezahn ab.
Alle Versuche, sich zu entschuldigen oder das ganze unter den Teppich zu kehren, verwandeln sich ins Gegenteil und scheinen wie ein Bumerang auf sie zurückzufallen. Jo ist davon überzeugt, dass ‚Raphael ihr den ganzen Ärger heimzahlen will. Und so stolpert sie von einem Schlamassel in den nächsten, ob sie sich dabei, mehr oder weniger freiwillig, ins Kühlhaus einschließen lässt oder (mit Raphael zusammen) sich mit einer Chili einheizt, die Situation endet immer anders als sie es „geplant“ hat.

Meine Meinung:
Dies ist das zweite Buch, nach „Jetzt oder Nils“, das ich aus der Feder von Nikola Hotel, gelesen habe.
Und es hat mich wieder restlos überzeugt.
Auf jeder Seite gibt es etliches zum Schmunzeln oder Lachen. Ein genialer Schreibstil, total locker, humorvoll und rasant, eine Pointe jagt die nächste, die Seiten fliegen nur so dahin und es wird nie langweilig.
Klar ist einiges ein bisschen überzeichnet, aber das ist hier einfach so perfekt in Szene gesetzt, dass ich es mir trotzdem ganz genau vorstellen kann. Und das ist glaube ich das Geheimnis von Nikola Hotel, sie beherrscht ihr Genre so grandios, dass ihre Personen und Charaktere, hier die junge Anästhesistin Josephine (Jo) und der berühmte Fernsehkoch Raphael, einfach lebendig werden und ich mit ihnen bei der Arbeit bin oder mit ihnen auch im Badezimmer stehe.
Die Dialoge sind wahre Explosionen von Worten in ihrer witzigsten Variante.
Nach einer Kampfansage, kommt es zu erst mal zu mehr oder weniger groß oder kleinen Scharmützeln, um nach einem Vulkanausbruch doch noch dem Happy End, mit letzten Stolperfallen entgegen zu eilen

PS: Die Danksagungen von Nikola Hotel sind immer was ganz besonders, sie zaubern mit immer ein letztes Lachen auf mein Gesicht.

Autorin:
Nikola Hotel wurde 1778 als jüngste von zwei Töchtern in Bonn geboren. Bereits als Schülerin begann sie erste Kurzgeschichten zu schreiben. Heute lebt sie als freie Autorin mit ihrem Mann und drei Söhnen in Hennef.

Mein Fazit:
Ein ganz tolles Buch über eine „Liebesgeschichte“, bei der der Humor an erster Stelle steht. Es hat mir ein Dauergrinsen ins Gesicht gezaubert und mir einfach unvergesslich lustige Lesestunden geschenkt.
Von mir eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

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186 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 87 Rezensionen

mord, erinnerungen, roman, wahrheit, psychologie

Das Buch der Spiegel

E.O. Chirovici , Werner Schmitz , Silvia Morawetz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.02.2017
ISBN 9783442314492
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch der Spiegel, von E. O. Chirovici

Cover:
Ein schönes Cover.
Aber am Ende des Buches weiß ich nicht was es mit der Geschichte zu tun hat.

Inhalt:
Literaturagent Peter Katz, erhält ein Manuskript von Richard Flynn. Dieser Schreibt über die Ermordung des bekannten Professors Joseph Wieder in Princeton vor 20 Jahren. Der Fall damals wurde nie geschlossen und Flynn behauptet neue Erkenntnisse zu haben und die Wahrheit berichten zu müssen.
Doch das Manuskript endet plötzlich und als Katz das ganze Manuskript kaufen will ist Flynn leider kurz vorher verstorben.
Besessen davon, das Ende der Geschichte zu erfahren, lässt Katz weitere Recherchen durchführen. Doch je tiefer der Fall beleuchtet wird, desto bizarrer und Widersprüchlich wird das Ganze.
Wer lügt, wer sagt die Wahrheit?
Und: gibt es überhaupt eine Wahrheit?

Meine Meinung:

Ein unglaubliches Buch.
Ich kann es gar nicht in Worte fassen, dieses Buch, diese Faszination muss man selber erleben und sich selber Seite für Seite erlesen.
Die Recherchen bringen viele Geschichten und viele Facetten um ein und dieselbe Handlung zutage. Und jede ist in sich logisch und nachvollziehbar. Doch wenn man sie mit den anderen vergleicht bemerkt man, dass sie sich unterscheiden und irgendjemand nicht die Wahrheit sagen kann.
Immer wieder werden wir mit neuen Personen und Charakteren und dann mit einer neuen Sicht der Dinge konfrontiert. Und der Autor versteht es gut uns recht schnell in dieser neuen Sicht der Dinge „heimisch“ zu fühlen, wir sehen das Gesagte als Wirklichkeit.

Ich kann es nicht besser erklären. Hier noch drei Zitate, die den Geist des Buches deutlich machen.

„Erinnerungen an Vergangenes sind nicht unbedingt Erinnerungen an wirklich Geschehenes“.

„Alle hatten sich geirrt und durch die Fenster, in die sie zu spähen versuchten, und die sich am Ende alle als Spiegel herausstellten, nur immer sich selbst und ihre eigenen Obsessionen gesehen“.

"Die Lebenden begehen ständig Fehler, die Toten hingegen werden von ihren Hinterbliebenen schnell in eine Aura der Unfehlbarkeit gehüllt."


Ich sage jetzt nur noch: Die Wahrheit liegt immer im Auge des Betrachters.

Autor:
E. O. Chirovici stammt aus einer Familie rumänischer, ungarischer und deutscher Herkunft und ist in einer rumänischen Kleinstadt im Süden Transsylvaniens aufgewachsen. Seit seinem zehnten Lebensjahr schreibt er Geschichten, seit 2014 ist er nun hauptberuflich Schriftsteller.

Mein Fazit:
Ein sagenhaftes, unglaublich spannendes Verwirr-, Verdreh-, und Verzerrspiel um Wahrheit, Erinnerungen und Wirklichkeit. Das Buch hat mich mit jeder Seite mehr fasziniert. Wusste ich ganz am Anfang nicht ganz was ich damit anfangen soll, hat es mich schon bald in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Soviel unterschiedliche Geschichten und Blickwinkel im Umfeld von einem Mord – unglaublich!
Ganz klar, von mir eine Lese- und Kaufempfehlung und volle 5 Sterne.

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23 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

münchen, mord, schickimicki, krimi, alois

Schickimicki

Ulrich Radermacher
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 08.02.2017
ISBN 9783839220412
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schickimicki, von Ulrich Radermacher
Der 2. Fall von Alois Schön.

Cover:
Mal etwas anderes, Schwarz/Weiß mit roten Akzenten.
Gefällt mir.

Inhalt:
Petra Malterer, eine wohlhabende verheiratete Frau aus der Münchener Bussi-Gesellschaft, wird erschossen in der Isar gefunden.
Lange Zeit ermittelt Kommissar Alois Schön und seine Kollegin Natascha Frey im Familiären Umfeld der Toten.
Dann gibt es eine zweite Tote. Auch diese ist wohlhabend, verheiratet, kommt aus der Münchener Bussi-Gesellschaft und wird erschossen aufgefunden.
Ist hier ein Serienkiller am Werk?

Meine Meinung:
Dieser 2. Fall von Alois Schön ist so ganz anders als sein erster, bei dem er im eher ländlichen Bereich ermitteln konnte.
Irgendwie finde ich den Grundtenor ganz anders als im „Saukerl“ (der mir ausgezeichnet gefallen hat). Hier agieren die Kommissare so kühl und distanziert, und irgendwie auch gelangweilt. (Liegt es daran, dass sich beide in der High Society von München nicht so wohl fühlen?).
Ich weiß nicht warum, aber Alois und Natascha scheint der Biss zu fehlen.
Bei ihren Recherchen dreht sich alles immer nur im Kreis, außer der Befragung der Familie scheint es nicht viel Ermittlerarbeit zu geben.
Ich finde es gibt auch einige Logikfehler oder nicht ganz durchdachte Szenen oder Stellen die sich, für mich sogar, widersprechen.
Es fehlt der spritzige Humor, der den 1. Fall so schön aufgelockert hat und der Lokalkolorit von München fällt auch kaum ins Gewicht , ich finde wenn nicht einige wenige typisch Münchner Orte (P1, Isar etc.) genannt worden wäre, hätte man die Stadt beliebig austauschen können.

Nebenbei dürfen wir noch an Nataschas Privat- oder besser Liebesleben teilnehmen und sehen, ob und wie sie die Probleme dort in den Griff bekommt. (Hätte es für mich nicht unbedingt gebraucht).

Autor:

Ulrich Radermacher, geb. 1964 in Trier, studierte nach einer Banklehre BWL. 1990 zog er in den Landkreis Freising. Er ist Vater von zwei erwachsenen Söhnen und unabhängiger Vermögensberater. Gepackt von der Leidenschaft des Schreibens verfasste er die Manuskripte für zwei München-Krimis

Mein Fazit:
Ein Krimi für zwischendurch, aber für mich kam nie so richtige Spannung auf.
Das Ende brachte dann noch eine Überraschung, wobei man die auch schon nach 2/3 der Geschichte in Erwägung gezogen hat.
So gut mir der 1. Fall („Saukerl“) gefallen hat, muss ich doch sagen, konnte mich dieser Fall nicht so überzeugen.
Von mir knappe 3 Sterne.

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34 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

südfrankreich, krimi, mord, wein, flüchtlinge

Gefährliche Ernte

Yann Sola
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462048698
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gefährliche Ernte, von Yann Sola

Cover:
Eine Ansicht vom Meer, anscheinend weit ab vom Trubel. Das passt zum Buch.

Inhalt:
An der malerischen Côte Vermeille, am südwestlichsten Zipfel von Frankreich, lebt der Gourmet und Weinkenner Perez, er ist ein Delikatessenschmuggler und Lebemann.
Tja und er ist gerade ganz schön im Stress, weil seine heißgeliebte Tochter heiraten will, und zwar einen Kandidat, der ihm nicht gerade willkommen ist.
Und da wird auch noch ein Toter im Weinberg seines Vaters gefunden.
Bevor nun die Polizei beginnt in seinen Angelegenheiten herumzuschnüffeln, beginnt Perez die Sache selber in die Hand zu nehmen und beginnt zu ermitteln.
Und plötzlich steckt er mittendrin in finstersten Machenschaften von Menschenhandel, Drogen und familiären Tragödien, die weit in die große Politik hineinreichen.

Mein Meinung:
Den Einstig und Beginn fand ich etwas zäh.
Die Beschreibung der Personen und Charaktere blieb mir ein bisschen zu diffus, ich hatte zwar meist irgendwann eine Altersangabe und eine grobe Beschreibung, aber es reichte fast nicht um das Kopfkino zu starten und jemand vor meinem geistigen Auge zu sehen.
Die ersten 240 Seiten sind mir auch insgesamt viel zu verwirrend. Alles ist sehr politisch (in der Politik bin ich hier in Deutschland schon nicht so sehr „up to date“ und in Frankreich kenne ich mich noch weniger aus). Auch die vielen Gedanken und Schlussfolgerungen, Dialoge oder Pointen von Perez oder anderen Protagonisten, habe ich nicht immer verstanden.
Wie Perez auf die vielen „Fährten“ und unterschiedlichen Richtungen in die er ermittelt kommt, hat sich mir nicht immer erschlossen.
Auf den letzten 100 Seiten wird es dann richtig spannend und aktuell.
Hier wird dann klar dass es um Menschenhandel und das Schicksal von Flüchtlingen in einer ganz miesen Verflechtung geht.
Schade nur, dass die ersten Seiten (vielleicht auch nur für mich?) so durcheinander und ziellos waren.
Als positiv möchte ich noch die Karte vorn und hinten im Buch erwähnen, ich finde es immer klasse, wenn man sich orientieren kann, wo die Handlung spielt.

Autor:
Yann Sola lebt und arbeitet in Deutschland und an der Côte Vermeille in Frankreich. „Gefährliche Ernte“ ist sein zweiter Roman um den Privatermittler Perez.

Mein Fazit:
Ein trauriges und aktuelles Thema, von der Idee her sehr gut.
Nur beim Schreibstil und bei der Umsetzung hat es bei mir nicht gezündet.
Nur in den letzten 100 Seiten.
Deshalb von mir 3 Sterne.

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36 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

roman, krebs, weltreise, guter, anfang

Überleben ist ein guter Anfang

Andrea Ulmer
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548613086
Genre: Romane

Rezension:

Überleben ist ein guter Anfang, von Andrea Ulmer

Cover:
Passt zum Buch.

Inhalt:
Bei Anja Möller wurde Brustkrebs (mit Metastasen) diagnostiziert.
Sie selber findet Selbsthilfegruppen deprimierend und geht nur hin, weil ihr Mann es ihr so sehr ans Herz legt.
Hier begegnet sie dann fünf Frauen (jede mit einem ganz eigenen individuellen Charakter) die diese Diagenese auch kennen und trotzdem voller Lebensfreude und offen nach vorne blicken. Besonders die 83jährige Sieglinde bewundert sie, ist sie doch überaus herzlich, voller Lebensfreude und plant sogar noch ihre Weltreise. Doch sie stirbt, bevor sie diesen Wunsch wahr machen kann.
Nun beschließen die Frauen, an Sieglindes Stelle die Welt zu bereisen.
Eine abenteuerliche Reise zu wunderschönen Plätzen auf der Welt beginnt.

Meine Meinung:
Ich sag einfach nur WOW – so ein tolles Buch!
Ein überaus ernstes Thema, wird mit einer positiven Leichtigkeit in Angriff genommen und mit Bravour durch das ganze Buch beibehalten.
Ein Schreibstil der voller Wortspiele und Situationskomik nur so überquillt. Ein sagenhafter Humor, der voller Wärme und Empathie daherkommt, ganz wunderbare Dialoge und poetische Aussagen, die noch lange nachhallen.
Alle fünf (sechs) Frauen in dieser Geschichte sind vom Krebs gekennzeichnet, das Gespenst Krebs, schwebt über ihnen und wird zum ständigen Begleiter.
Jede hat eine individuelle Persönlichkeit und sie reiben sich auch mal, aber wenn es nötig ist, zeigen sie wie man füreinander da sein kann und mutig seinen Weg gehen kann.
Und sie zeigen auf ganz leise, aber sehr eindrückliche Weise, was das wichtigste im Leben ist. Sich selbst ernst zu nehmen, im jetzt und hier zu leben, sich wohl zu fühlen und eigene Wünsche nicht nur hinten anzustellen.
In dem Buch gibt es immer wieder Szenen bei denen das Lachen und Weinen gleichzeitig im Hals hochsteigt, es gibt Tränen in den Augen und Knoten im Hals, aber auch viel zum Lachen und Schmunzeln. Vieles ist so anrührend und emotional und dann wieder so witzig und direkt und voller Selbstironie.
Man wünscht niemand eine solche Krankheit, aber wenn schon, dann sollte jeder so eine Selbsthilfegruppe haben, die einen auffängt und mittragen kann.

Zu der Reise: die Ziele sind, Frankreich, Amerika (Grand Canyon + Las Vegas), Peru, Australien (Great Barrier Rief), Indien und Ägypten.
Hier kann ich nur sagen, ich kenne drei dieser und ich kann die Faszination dieser Orte, wie beschrieben, nur bestätigen.

Ein schöner Abschluss am gepflanzten Baum.
Ein Buch das Mut macht und Hoffnung gibt.

Autorin.
Andrea Ulmer wurde 1985 geboren. Sie arbeitet als Lektorin und Autorin und lebt in Heilbronn. „Überleben ist ein guter Anfang“ basiert auf dem Schicksal ihrer Mutter, deren umwerfende positiver Lebenseinstellung wird in dem Roman ein Denkmal gesetzt.

Mein Fazit:
Ein wundervolles Buch, das mehr als 5 Sterne verdient hat, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte, und das ich einfach jedem Leser ans Herz legen möchte. Ein MUST HAVE.
Ich hoffe es folgen noch sehr viele Bücher dieser jungen Autorin.
Das Buch bekommt einen Platz ganz weit vorne bei meinen Lieblingsbüchern.
Eine absolute Kauf- und Leseempfehlung und die höchstmögliche Sternenanzahl.

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76 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

sklavin, sklaverei, nubaberge, sudan, london

Sklavin

Mende Nazer , Damian Lewis
Flexibler Einband: 362 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur, 01.07.2006
ISBN 9783426779101
Genre: Biografien

Rezension:

Sklavin, von Mende Nazer (und Damien Lewis)

Cover:
Es zeigt das Profilbild der Autorin Mende Nazer

Inhalt:
Mende erlebt eine glückliche Kindheit in den Nuba-Bergen im Sudan in Afrika.
Als sie ungefähr 10 Jahre alt ist, wird ihr Dorf überfallen und sie entführt und als Sklavin verkauft. Nun wird sie nur noch „yebit“ genannt, was >Mädchen das nichts wert ist< bedeutet.
Eine schreckliche Zeit beginnt für sie.
Jahrelang wird sie in Khartum als Sklavin gehalten, dann wird sie sogar als Sklavin nach England geschickt. In London, bei einer sudanesischen Botschafterfamilie soll ihr Schicksal so weitergehen.
Und das alles im hier und heute, im 21.Jahrhundert.

Meine Meinung:
Ein Buch das erschüttert.
Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt.

Am Anfang erfahren wir von ihrem Leben, das so ganz anders ist als wir er uns vorstellen können. Es hat seine eigenen Regeln und Gesetze. Es orientiert sich an der Natur und seiner Umwelt. Im Dorf selber gibt es ein großes Für und Miteinander, doch der Krieg kommt auch hier hin. Auch das Thema Beschneidung, das wir uns gar nicht vorstellen können (ist für mich immer noch unbegreifbar, wie Mütter das ihren Kindern antun können) wird erwähnt.

Im zweiten Teil geht es um ihre Zeit als Sklavin in Khartum.
Es wird geschildert wie sie misshandelt und wie durch psychische Grausamkeit ihr Wille gebrochen wird. Einfach unglaublich.

Im dritten Teil erfahren wir, wie sie nach London kommt und wie sich das Schicksal für sie wendet und ihr die Flucht gelingt.

Autorin.
Mende Nazer ist aufgewachsen in den Nuba-Bergen im Sudan.
Heute lebt sie in London.

Mein Fazit:
Dieses Buch kann man eigentlich gar nicht bewerten, denn es zeigt ein schreckliches Schicksal, das anscheinend im Moment noch vielen Menschen auf der Welt erdulden müssen.
Das macht mich fassungslos.

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59 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

münchen, krimi, brauerei, mord, giesing

Zapfig

Felicitas Gruber
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.02.2017
ISBN 9783453358515
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zapfig, von Felicitas Gruber
Ein Fall für die Kalte Sofie

Cover:
Typisch bayerisch? Eiszapfen (=zapfig, kalt) an einem Wetterhahn.

Inhalt:
Drei Tage vor ihrer Hochzeit, in der Nacht nach ihrem Junggesellinnenabschied, stirbt die Braut unter mysteriösen Umständen.
Sie war die Sekretärin der Privatbrauerei Rößlbier und sollte den Juniorchef Tobias heiraten. Bei den Ermittlungen wird klar, dass Tobias ein „Weiberheld“ war und dass sämtliche Damen des Betriebs ein Auge auf ihn geworfen haben. Auch die Schwiegermutter in spe war nicht glücklich über diese Verbindung, aber wenn der „Bua“ es nun mal so wollte………
Doch warum wird sie kurz darauf in ihrem eigenen Braukessel ertrunken aufgefunden? Ein Unfall? Mord?
Und es bleibt nicht bei den zwei Toten.

Tja das Leben in der Münchner Schickeria ist eben oft mehr Schein als Sein.

Meine Meinung:
Ein Krimi, bei dem die Kiminalhandlung sehr in den Hintergrund gedrängt wurde. Im Vordergrund steht für mich eher das Privatleben und Handeln der Pathologin, Dr. Sofie Rosenhuth. Bei den Ermittlungen sind es eher „Zufälle“ die zu Ergebnissen führen.
Der Schreibstil ist locker, frech und flüssig und normalerweise mag ich es auch wenn ein Dialekt (hier urbayerisch) dem ganzen einen Lokalkolorit verleiht und das ganze somit authentisch macht, hier ist es mir fast zu viel des Guten.
Allerdings möchte ich den Humor extra noch erwähnen, weil der schon klasse ist und wert, extra erwähnt zu werden. Viel Situationskomik!!
Alle weiteren handelnden Personen sind mir sehr „Karikatur mäßig“ also überzogen gezeichnet.
Viele Handlungen sind mir auch sehr überspitzt dargestellt, ja teilweise finde ich es doch recht konstruiert. So ermittelt Sofie fleißig mit, als es die erste Leiche gibt und auch später ist sie meist die treibende Kraft und hat die zündenden Ideen. Sie hat anscheinend immer Zeit und es wird auch von Seiten der ermittelnden Behörden anscheinend als normal angesehen. Klar, ist doch der ermittelnde Hauptkommissar Joe ihr Ex, bzw. jetzt wieder akuter Lover, da sich die beide nochmals eine Chance geben wollen. Vermutlich deshalb wird auch dieses private Liebeschaos sehr ausführlich behandelt.


Gut finde ich die eingebauten gesellschaftlichen Brennpunkte, hier das Thema der Migration.

Autorin:
Hinter dem Pseudonym Felicitas Gruber verbergen sich die Autorinnen: Brigitte Riebe und Gesine Hirsch.
Brigitte Riebe kenne (und liebe) ich als Autorin von historischen Romanen, genauso wie unter einem weiteren Pseudonym.

Mein Fazit:
Ein unterhaltsamer Kriminalroman, bei dem der Fokus meiner Meinung nach mehr auf „Roman“ als auf Krimi liegt. Ein Krimi der unterhält und bei dem viel gelacht oder geschmunzelt werden darf, aber bei dem bei mir keine Spannung, kein Nervenkitzel aufkommt.
Deshalb 4 Sterne.

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(12)

19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

mord, schlaganfall, krimi, demenz, dorfgemeinschaft

Nichts wie es war

Kathrin Heinrichs
Flexibler Einband: 340 Seiten
Erschienen bei BLATT-Verlag, 14.10.2016
ISBN 9783934327276
Genre: Romane

Rezension:

Nichts wie es war, von Kathrin Heinrichs


Cover:
Ein kahler Baum und ein düsterer Himmel, passend für einen Krimi.

Inhalt:
Handlungsort: ein „Dorf“ im Sauerland.
Hauptprotagonisten: Anton 77, nach einem Schlaganfall braucht er Hilfe im Haus (um weiterhin dort alleine wohnen zu können). Diese bekommt er durch die weitere Hauptprotagonistin Zofia. Eine junge Polin die als „Hilfe“ bei ihm einzieht.
Ein Mordfall erschüttert das Dorf. Der demente Hannes, soll seine (auch polnische) Pflegerin Gabriella erstochen haben. Hannes ist/war Antons bester Freund und er kann und will nicht glauben, dass dieser eine solche Tat begangen hat.
Zusammen mit Zofia beginnt Anton zu recherchieren. Bei der Tätersuche bringen sie sich das ein oder andere mal durchaus in Gefahr.

Meine Meinung:
Ein toller Krimi.
Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und die Geschichte sehr spannend aufgebaut. Immer wieder gibt es Einschübe, die ein Jahr zurückreichen und ich war gespannt wie die sich mit der Gegenwart verknüpfen.
Die Charaktere sind sehr individuell und liebevoll gezeichnet, die Personenanzahl ist überschaubar. Es herrsch ein warmer Ton (auch wenn es sich um einen Mord handelt) und der eingesetzte Humor ist sehr gekonnt und passend platziert.
Immer wieder bringen Anton und Zofia neue Indizien ans Licht und geben dem Fall somit eine neue Wende und bringen neue Verdächtige ins Spiel.
Ganz leise werden auch ein paar gesellschaftskritische Standpunkte angesprochen.
Denn u.a. erfahren wir durch Anton wie deprimierend es im Alter sein kann auf Hilfe angewiesen zu sein, und durch Zofia erfahren wir wie die andere Seite, die Polinnen die Hilfe anbieten Vorurteile hat oder diese an sich selber erfährt.
Gerade Zofias „Sprachprobleme“ werde sehr liebenswert eingebaut und machen das Ganze sehr authentisch.
Sehr gut gefällt mir auch, dass hier mal kein neurotischer Kommissar mit einem verkorksten Liebesleben im Mittelpunkt steht, sondern ein ganz normaler „Senior“ und seine „Hilfe“ auf Mörderjagd gehen.
OK, Thomas der Sohn von Anton ist bei der Polizei (aber bei der Drogenpolizei in einem ganz anderen Bezirk), und der wird von Anton sehr gut manipuliert und zu Mithilfe „aktiviert“. Und hier wird dann auch eine behutsame Liebesgeschichte angedeutet, die aber dem Krimi überhaupt nicht in die Querer kommt oder stört, im Gegenteil, es ist perfekt eingebaut.

Autorin:
Kathrin Heinrichs, geb. 1970 im Sauerland, studierte in Köln Germanistik und Anglistik und arbeitet seit 1999 als Autorin und Kabarettistin. Sie hat drei erwachsene Kinder und lebt mit ihrem Mann in Mende3n.

Mein Fazit:
Ein total spannender Krimi, mit einem Hammer-Überraschungs-Ende und ein schönes Happy End wird auch noch angedeutet.
Von mir eine klare Lese- und Kaufempfehlung und 5 hochverdiente Sterne.


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37 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

husum, reha, alter, lusti, berlin

Weit weg ist anders

Sarah Schmidt
Flexibler Einband: 261 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 06.03.2017
ISBN 9783458362562
Genre: Romane

Rezension:

Weit weg ist anders, von Sarah Schmidt

Cover:
Dieses rot-weiße Cover finde ich etwas unruhig, auch der Bus im unteren Teil ist fehl am Platz (hier hätte eher ein Zug gepasst).
Dies ist aber auch schon die einzige Kritik die ich am Buch habe, es hat mich restlos begeistert.

Inhalt:
Zwei unterschiedliche Frauen treffen in der Reha aufeinander.
Edith Scholz aus Berlin, ein Unikum, immer geradeheraus, frei Schnauze, trägt ihr Herz am rechten Fleck und auf der Zunge.
Christel Jacobi aus Husum, wohlhabend, ängstlich, sehr freundlich, nahe am Wasser gebaut, weiß aber ihr Umfeld gut zu manipulieren.
Nach dem ersten Kontakt scheinen die Zwei Welten zu trennen, und doch knackt die Wärme der einen, den Panzer der anderen.
Und so kommen sie von einem Zweckbündnis über ein Abenteuer zu einer zarten Freundschaft, die sich dann in einer dramatischen Situation zu bewähren hat.
Wird dies gelingen?

Meine Meinung:
Ein unglaublich tolles Buch, es hat mich regelrecht vom Hocker gerissen und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen und hab es in einem Tag regelrecht verschlungen.
Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, mit einem Hang zur Selbstironie (vor allem bei Edith) und ganz viel Wärme (hier wiederum bei Christel) und einem herrlichen Humor, der mir auch bei den traurigen Szenen ein Schmunzeln oder Lachen entlockt hat. Alle Emotionen werden angesprochen und ausgespielt.
Die Charaktere sind so unterschiedlich und real gezeichnet, auch die „Nebendarsteller“, dass ich bei jeder Person genau ein Bild vor Augen habe.
Das Kopkino wird quasi ab der ersten Seite gestartet.
Es ist einfach vergnüglich zu lesen wie Edith ihre Lage (nach dem Sturz, als sie bewegungslos auf dem Flur liegt) selber kommentiert. Ihre Gedanken sind einfach unglaublich und faszinierend.
Und später, als die beiden Frauen aufeinandertreffen: Edith ist knallhart und kratzbürstig, doch gegen die Freundlichkeit und Wärme von Christel kann sich auch Edith nicht abschotten. Langsam, fast unwillkürlich nähern sich die beiden Frauen. Ein ungleiches Paar, aber auf der einen Seite wie Tag und Nacht, so gegensätzlich und doch so unverrückbar eine Einheit, die zusammenpasst.

Auch das mehr oder weniger tragische Ende passt und ist eigentlich fast schon wieder ein Happy End.

Autorin:
Sarah Schmidt lebt in Berlin. Seit Mitte der neunziger Jahre ist sie freie Autorin und hat mehrere Bücher veröffentlicht.

Mein Fazit:
Ein wunderbare Geschichte über eine Freundschaft, die sich spontan zeigt, bzw. entwickelt, (die also keine Zeit hat langsam zu wachsen), die aber tief aus dem Herzen kommt und auf die man sich verlassen kann.
Es ist ein Genuss, dieses Buch zu lesen.
Bei aller Tragik so wunderbar warm und emotional, so nah und real, dass man sich wünscht solche Frauen (auch im Alter) zu treffen und kennen zu lernen.
Von mir eine klare Lese- und Kaufempfehlung und volle 5 Sterne.


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38 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

mord, kopenhagen, politik, thriller, transsexuell

Roter Nebel

Jakob Melander , Ulrich Sonnenberg
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.07.2015
ISBN 9783442479580
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Roter Nebel, von Jakob Melander

Cover:
Ein schönes, aber nichtssagendes „allerwelts“ Cover.

Inhalt:
Handlungsort: Kopenhagen ( + Hamburg).
Der Oberbürgermeister von Kopenhagen, wird tot in seiner Wohnung aufgefunden. Ein Nachbar ruft die Polizei als er die offene Tür entdeckt.
Neben der Leiche sitzt eine junge Prostituierte, es stellt sich heraus, dass Serafine eine Transsexuelle ist. Sie leugnet jeden sexuellen Kontakt, schweigt ansonsten aber. Auch das Umfeld, besonders aber die Mutter, schweigen bzw. boykottieren sogar die Ermittlungen.
Kommissar Lars Winkler erkennt, dass der Mord irgendetwas mit der Vergangenheit des Ermordeten zu tun haben muss.
Und Schicht für Schicht deckt er die schrecklichen Ereignisse von damals auf.

Meine Meinung:
Ein ganz schön gruseliger Einstieg macht neugierig auf das Buch.
Doch dann wird es erst mal etwas verwirrend. Sehr viele Namen und verschiedenen Handlungsstränge. Es geht oft recht durcheinander und Sachverhalte werden irgendwie verdreht.
Die Konstellationen der Protagonisten und ihr Verhältnis unter – und zueinander (eher auch im Privaten) waren mir nicht immer klar.
Das Privatleben des Ermittler Lars, nimmt mir auch zu viel Raum ein.
Es gibt immer Wechsel von der Gegenwart zu einer Handlung in der Vergangenheit von 1999, aber auch in der Vergangenheit ist nicht alles klar zu durchschauen.
Dem Ermittler Lars, und der Polizei unterlaufen sehr viele Fehler, und irgendwie lernen sie auch nichts dazu.
Im letzten Drittel wird es dann hoch dramatisch und Spannend, hier konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Der Schreibstil ist flüssig und vor allem die Spannung am Schluss wird gut gesteigert und es gibt noch eine absolute Überraschung.

Autor:
Jakob Melander, 1965 geboren, studierte an der Universität Kopenhagen. Dies ist der zweite Band um den Polizisten Lars Winkler.

Mein Fazit:
Trotz einiger Schwächen am Anfang (vielleicht empfinde die ja auch nur ich), kann ich dem Buch eine absolut spannende Handlung bescheinigen und es ging in eine ganz andere Richtung als ich gedacht habe.
Von mir 4 Sterne

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41 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

perspektivlosigkeit, landleben, mecklenburg-vorpommern, milchbauern, sommer

Niemand ist bei den Kälbern

Alina Herbing
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Arche, 10.02.2017
ISBN 9783716027622
Genre: Romane

Rezension:

Niemand ist bei den Kälbern, von Alina Herbing

Cover:
Sehr plakativ: verdreckte Gummistiefel.

Inhalt:
Schattin, ein Dorf im Norden von Mecklenburg-Vorpommern. Wirtschaftlich keine Perspektive.
Christin ist bei ihrem Freund Jan, einem Milchbauern eingezogen, aber sie will eigentlich gar nicht dort sein.
Ein harter Alltag für alle.

Meine Meinung:
Ich durfte dieses Debüt im Rahmen einer Leserunde lesen und die Rezi fällt mir jetzt sehr schwer. Ich konnte aus der Geschichte nicht so viel (Psychologie) herauslesen wie viele aus der LR.
Die Leseprobe fand ich interessant und ich selber lebe auch in einem kleinen Dorf, also war ich neugierig.
Doch beim Lesen stelle ich immer mehr fest dass mir die Geschichte nicht liegt.
Es geht um Christin, die Haupt- Protagonistin, sie ist in sich eine total zerrissene Person, sie ist psychisch überhaupt nicht gefestigt, sie ist alkoholsüchtig, ich würde sogar soweit gehen und sagen sie ist krank und bräuchte dringend Hilfe. Oder wie soll ich eine Person beschreiben die sich Gewalt und Missbrauch gefallenlässt und selber Tieren Gewalt antut und diese sogar tötet?
Auch das Land/Dorfleben wird von seiner aller negativsten Seite beschrieben (und hier reicht auch die Bezeichnung „überzeichnet“ nicht mehr aus, denn für mich haben alle auftauchenden Personen ein Rad ab - sorry).
Viele in der LR schreiben ‚ein Leben wie die meisten es nicht kennen, das es so aber bestimmt gibt‘, das kann ich mir trotzdem nicht vorstellen. Klar ist vieles sehr realistisch, aber in dieser Summe?
Sex (in meinem Augen schon Missbrauch), Drogen, Gewalt, Perspektivlosigkeit, ja eine gewisse Verrohung, werden als ganz normal und alltäglich beschrieben.
Aber es ist nicht nur der Inhalt, auch mit dem Schreibstil und der Erzählweise komme ich nicht klar, es wird mir immer unangenehmer, härter, so abgehackt. Viele kleine kurze Sätze, das klingt für mich wie Steno, und schafft irgendwie eine Distanz. Auch wenn Christin in der ich-Form erzählt wird mir das ganze immer unwirklicher.
Zitat: ...die Fliegen saugen die Kotze von seinen Lippen….
Auch wenn andere darin die ‚harte Wirklichkeit‘ widergespiegelt sehen, ist es für mich doch einfach unangenehm sowas zu lesen. Ist es nur weil ich es nicht kenne und nicht wahrhaben will? Ich weiß es nicht. Auf jedenfall würde ich das Buch wenn eine Freundin mich fragen würde so beschreiben: Ein harter Schreibstil mit sehr viel umgangssprachlichen Wörtern. Eine Handlung die sehr derb ist und die mich auch teilweise abstößt und ekelt. Waren es schöne Lesestunden – nein. War es spannend – na ja, ich wollte halt schon noch wissen ob Christin aus ihrer Lethargie aufwacht oder ob alles so bleibt.

Autorin:
Alina Herbing, geb. 1984, wuchs in Mecklenburg auf und lebt heute in Bertlin.

Mein Fazit:
Ein Buch das bestimmt polarisieren wird. Die einen lesen ganz viel zwischen den Zeilen oder aus dem Schreibstil. Ich hingegen frage mich: würde ich das Buch nochmals lesen? Und hier ist meine Antwort klar ‚nein‘. Ein intensives Buch ja, aber nicht mein Geschmack.
Die Rezi ist mir wie gesagt nicht leicht gefallen, vor allem die ‚Sternevergabe‘, aber ich soll hier ja meine Meinung wiedergeben und nicht die einer Leserunde.
Deshalb werde ich auch nur 2 Sterne vergeben (fürs Debüt und die Grundidee im Buch).

Also definitiv nicht mein Buch, außerdem hab ich kein Psychologie Studium.

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107 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

ostpreußen, familiensaga, mitgift, familie, mamsell

Das Lied der Störche

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632469
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Lied der Störche, von Ulrike Renk

Cover:
Sehr schön, im Hintergrund ein Gutshaus und vorne die Frau mit einem Blick in den man vieles hineininterpretieren kann.

Inhalt:
Ostpreußen 1920.
In der Nähe von Graudenz, verbringt Frederike eine glückliche und unbeschwerte Kindheit (mit ihrer ganzen Familie) auf dem Gut ihres Stiefvaters.
Doch je älter sie wird desto klarer kristallisiert sich heraus, dass ihre Zukunft mehr als ungewiss ist, denn sie hat keine Mitgift zu erwarten.
Fern ab vom „Reich“ lernt sie das Gutsleben kennen und lieben.
Hier lernt sie auch den Gutsbesitzer Ax von Stieglitz kennen, der schon früh ihre Aufmerksamkeit weckt, aber von einem dunklen Geheimnis umgeben ist.

Eine berührende Familien-Saga, die auf wahren Begebenheiten beruht.

Meine Meinung:
Gleich vorab: Ein Buch das mich von der ersten bis zur letzen Seite begeistert hat.

Ich kenne die Autorin, Ulrike Renk, schon von ihrer Australien-Saga (auch da war ich begeistert) und dieses Buch ist wieder genauso brillant geschrieben.
Die Wort- und Satzwahl ist einfach unvergleichlich. Die Personen, Charaktere, Handlungen, egal was, es wird alles so treffend, emotional und einfach perfekt beschrieben.
Die Familie um Frederike, und vor allem auch Frederike selber, wird so gut beschrieben, dass ich mit am Tisch sitze, mit den Kindern die Streiche aushecke, mit den Erwachsenen (hier auch wieder mit Frederike), hoffe und grüble, und traurig bin wenn Frederike es ist.
Wunderbar ist ein sehr feiner Humor eingebaut, der mir immer wieder ein Schmunzeln (oder sogar lautes Lachen) entlockt.
Die Landschaft und das Leben auf und um das Gut, zur damaligen Zeit, sind so wunderschön beschrieben dass in meinem Kopf mehr als nur ein Kino abläuft.
Ich fühle die Emotionen, ich sehe jede Regung in den Gesichtern, ich höre die Geräusche, das perlende Lachen der Kinder, das Schnauben der Pferde oder die Stimme der Köchin (die neben der Hauptperson zu meinem Liebling wurde).
Perfekt wurde der Dialekt mit eingebaut, was das ganze super authentisch macht.

Mein einziger Kritikpunkt ist der Cliffhänger zum Schluss. Als Leser bin ich ein Mitglied der Familie von Frederike geworden und an der schönsten Stelle bricht es dramatisch ab und ich muss nun warten, bis die Fortsetzung, die schon in Arbeit ist (laut Autorin) auf den Markt kommt.

Ich könnte hier noch weiter mit lauter Superlativen von diesem Buch schwärmen, dass das Buch ein echter Pageturner ist, ich es nicht aus der Hand legen konnte, ich wie gebannt an den Seiten geklebt bin, und und und…………aber ich mache es kurz und sage einfach: dieses Buch ist ein „Must Have“ für jeden der historische Romane und vor allem Familien-Sagas liebt.

Autorin:
Ulrike Renk,
geb. 1967 , studierte Literatur und Medienwissenschaften und lebt mit ihrer Familie (und ihren Hunden) in Krefeld.

Mein Fazit.
Ich kann jetzt schon sagen dieses Buch wird ein Highlight für dieses Jahr werden, und ich warte jetzt schon sehnsüchtig auf die Fortsetzung.
So berührend, so emotional, so romantisch, so realistisch, so wunderbar.
Von mir eine klare Kauf- und Leseempfehlung und von mir 5 Sterne, wenn ich könnte noch mit + zusätzlich.

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149 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 82 Rezensionen

thriller, psychothriller, schweden, stockholm, kindermädchen

Glücksmädchen

Mikaela Bley , Katrin Frey
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548288444
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Glücksmädchen, von Mikaela Bley

Cover:
Kühle Blautöne, ein kleines Mädchen das etwas verloren dasteht – schon ein bisschen beängstigend. Macht auf jeden Fall neugierig.
Der Titel (im Deutschen) ist unglücklich gewählt, denn wer weiß schon dass „Lycka“ im schwedischen „Glück“ heißt und mit Glück hat das ganze hier nichts zu tun.

Inhalt:
Die 8 jährige Lycke verschwindet mitten in Stockholm spurlos.
Die Kriminalreporterin Ellen wird auf diesen Fall angesetzt. Kaum jemand ahnt dass dieser Fall ihr sehr nahe geht. Vor vielen Jahren ist ihre Zwillingsschwester auch als 8jährige verunglückt, somit kommen all die alten Ängste und Sorgen wieder hoch. Deshalb setzt Ellen ihre ganze Kraft in die Suche, sie tut weit mehr als die Polizei.
Doch wie es aussieht, hat jeder der Beteiligten sein eigenes Geheimnis.
Wird Ellen das Mädchen lebend finden?

Meine Meinung:
Der Einstieg ist (für jede Mutter sowieso), schockierend und spannend.
Als dann Ellen eingeführt wird, mit ihrer eigenen Vorgeschichte, wird der Wettlauf mit der Zeit so richtig deutlich und greifbar nah. Ihre Arbeit ist sehr intensiv, und sie wird von ihrem eigenen Gewissen getrieben, immer einen Schritt mehr als die Polizei zu tun.
Nach und nach, deckt sie die Hintergründe in der Patchworkfamilie auf.
Die Autorin versteht es sehr gut die verschiedene Gefühle, der Angst, der Verzweiflung und der Mutlosigkeit zu transportieren. Jeder Charakter wird auf seine eigene Art dargestellt und wirkt sehr authentisch. Die Schreibweise ist flüssig und ich konnte mich gut in die Geschichte hinein fühlen.
Jeder der Beteiligten hat irgendwie selber ein Geheimnis, das macht es sehr vielschichtig und spannend.

Mein einziger Kritikpunkt ist die „verhinderte“ Liebesgeschichte von Ellen und ihrem Chef. Hier wurde das selbe Verhaltensmuster (Fremdgehen!?) wieder aufgenommen, das fand ich überflüssig. Ist mir sowieso rätselhaft, warum in jedem Krimi eine verkappte Liebesgeschichte eingebaut wird.

Autorin:
Mikaela Bley, geb. 1979, lebt mit ihrem Mann und den Beiden Kindern in Stockholm, dies ist ihr Debüt und wurde gleich auf Anhieb ein Bestseller.

Mein Fazit:
Ein tolles Debüt.
Hoch dramatisch, Spannung Pur, jeder benimmt sich irgendwie verdächtig, jeder hat sein Geheimnis. Die Emotionen sind auf mich übergesprungen.
Ein phantastischer Psychothriller, der mir beim Lesen Gänsehaut erzeugt hat.
Einen Stern ziehe ich für die überflüssige Liebesgeschichte ab, deshalb von mir 4 Sterne.

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59 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

jazz, chicago, musik, roaring twenties, liebe

Die Musik der verlorenen Kinder

Mary Morris , Gabriele Weber-Jaric
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 05.12.2016
ISBN 9783746632728
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Musik der verlorenen Kinder, von Mary Morris

Cover:
Das sepiafarbene Cover hat mich sofort fasziniert und mich zusammen mit dem Titel neugierig gemacht.

Inhalt:
Amerika, genauer Chicago von 1915 – 1930.
Der junge Benny Lehrman ist fasziniert von der „neuen Musik“, dem Jazz, der die Stadt erobert. Er lauscht heimlich in den Bars in denen die „Schwarzen“ spielen, er übt heimlich, denn eigentlich sollte er Bach und Beethoven spielen.
Und irgendwann wehrt er sich gegen den Willen seines Vaters, der will dass er seine Fabrik übernimmt.
Benny träumt davon Pianist zu werden, er will berühmt werden und mit der Musik seinen Lebensunterhalt verdienen.
In dem schwarzen Trompeter „Napoleon“ findet er einen Freund, mit dem er im Nachtclub von Pearl spielen kann.
Doch die Weltwirtschaftskriese kommt auch in Chicago an und nimmt Einfluss auf Bennys Leben.

Meine Meinung:
Der Einstieg ist sehr spektakulär und spannend.
Er beginnt mit einem Schiffsunglück, bei dem gleich drei Brüder von Pearl ertrinken und der 15jährige Benny taucht mir und versucht Menschen zu retten. Benny und Pearl treffen sich erst später wieder.
Dann wird Bennys Familie vorgestellt und wir erfahren wie wichtig Benny die Musik ist, er hat sie in seinem Kopf und in seinem Herz.
Genauso ist es bei „Napoleon“.
Als sich beide treffen ist es als ob sich Seelenverwandte gefunden haben.

Bis hierher finde ich die Geschichte wunderbar spannend und emotional. Doch dann, ich kann es nicht erklären woran es liegt oder wie ich es beschreiben soll, dann liest es sich für mich nur noch wie ein aneinanderreihen von Geschehnissen und Abläufen. Irgendwie ist die Spannung und „Präsenz“ verloren. Auch wenn es super dramatisch wird, als z.B. Napoleon überfallen wird, ihm die Lippen zerschnitten werden, damit er nicht mehr Trompete spielen kann und Benny ihn rettet, fehlt mir die Faszination, die Erzählweise lässt mich nicht mit fiebern.
Immer wenn es um die Musik selber geht, ist die Erzählweise außerordentlich, phantasievoll und emotional, es werden unglaublich starke Bilder und Vergleiche hergenommen(diese hätte ich mir auch für die Handlung gewünscht). Aber irgendwann weiß ich gar nicht mehr wo denn die eigentliche Handlung hinwill. Und das „eigentliche“ Happy End wird dann eher so nebenbei auf der letzen Seite erwähnt.

In die Handlung sind auch sehr viele bekannte Namen eingebaut, es geht ja um die „Goldenen Zwanziger“, es geht um Jazz, es werden Schlagworte wie Südstaaten, Nordstaaten, Al Capone, blutige Rassenunruhen, Frauenwahlrecht, Alkoholverbot, Louis Armstrong, Prozess des Jahrhunderts, Weltwirtschaftskrise, ja sogar die Wahl von Adolf Hitler zum Reichskanzler wird erwähnt.
Das alles war für mich aber beim Lesen eher eine Ablenkung, als dass es mich weitergebracht hätte.

Autorin:
Mary Morris, geb. in Chicago, ist Autorin mehrerer Kurzgeschichten und Romane. Sie lebt in Brooklyn, New York, und ist Dozentin für Kreatives Schreiben.

Mein Fazit:
Eine absolute Hommage an das Zeitalter der „Roaring Twenties“, an das Zeitalter des Jazz in Chicago und für Liebhaber dieser Musik eine absolute Fundgrube, denn das Feeling dieser Musik wird unglaublich bunt, emotional und detailliert beschrieben. Mir fehlte nach dem tollen Einstieg aber irgendwie die Handlung (der Hauptprotagonisten). Deshalb würde ich am liebsten 3,5 Sterne vergeben, da ich aber volle Sterne angeben muss runde ich auf 3 ab.

  (10)
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(51)

84 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

dübell, historisch, luftfahrt, fliegen, zeppelin

Der Jahrhunderttraum

Richard Dübell
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783548288277
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der Jahrhunderttraum, von Richard Dübell

Cover:
Ein sehr schönes Titelbild.
Die in sepia gehaltenen Farbtöne und das Paar in der typischen Kleidung und Haltung, dazu das nostalgische Flugzeug, zeigen sofort, dass es um eine historische Geschichte geht.

Inhalt:
Der Traum vom Fliegen.
Die Menschheit erobert den Himmel.
Deutschland zwischen 1891 bis 1909.
Wir begleiten die Geschwister Otto, Levin und Amalie von Briest.
Otto studiert, will aber eigentlich Detektiv werden.
Levin weiß nicht was er mit sich anfangen soll, bis er das erste Mal Otto von Lilienthal sieht und ab da für das Fliegen „brennt“.
Amalie, eigentlich noch ein Kind, wird von niemand so richtig beachtet, auf der Suche nach ihrem Lebensweg begegnet sie Emma von Schley und das Schicksal schenkt ihr die große Liebe, doch bevor sie so rundum glücklich sein kann, hat sie noch einige Bruchlandungen zu „überleben“.

Meine Meinung:
Nach „Jahrhundertsturm“ (von dem ich restlos begeistert war), geht es nun mit „Jahrhunderttraum“ (das aber auch unabhängig gelesen werden kann), zwanzig Jahre später, mit der Familie Briest weiter.
Meiner Meinung nach kommt der „Jahrhunderttraum“ nicht ganz an die Faszination des „Jahrhundertsturm“ heran.

Der Einstig ist wieder einmal brillant, die Schreibweise ist locker und flüssig, mit gezielt eingesetztem, passendem Humor (z.B. Zitat: Man musste ein Fuchs sein, wenn man kein armer Hund werden wollte). Sehr gekonnt sind immer mal wieder die entsprechenden Dialekte eingebaut, die das ganze so authentisch machen.

Aber es fehlt mir das Prickeln, das „hineinfallen lassen können in diese Zeit“, das „alles um sich herum vergessen können“, die „überschäumende Begeisterung“, die ich beim Vorgängerbuch empfunden habe.
Hier sind mir die „Lebensläufe“ vor allem bei Otto sehr „gewollt“.
Die Geschichte war meiner Meinung nach, auf zu viele verschiedene Personen aufgeteilt, so dass für mich das Ganze zu sehr verzerrt und auf zu viele Schauplätze abgelenkt wurde.

Es geht um Liebe und Freundschaft, um Intrigen und Manipulationen, um Fortschritt und Technik, um Träume (ja schon Besessenheit) von Einzelnen, im positiven wie auch im negativen Sinn.

Die frisch Verliebten „schmachten“ vielleicht doch ein bisschen zu viel (auch für die damalige Zeit?).

Der Bösewicht ist absolut skrupellos, aber leider eben hoch intelligent und ein vorzüglicher Schauspieler und Redner.

Nichts desto trotz habe ich den „Jahrhunderttraum“ beim Lesen genossen, es war schön, den Traum vom Fliegen mitzuerleben und mitzuträumen.
Vor allem begeistert es mich, wie diese Pioniere, teilweise ohne groß akademische Ausbildung, an ihrem Traum gearbeitet und diesen verwirklicht haben. Sie haben dafür „gebrannt“ und alles andere hinten angestellt.
Zitat: Opfer müssen gebracht werden.

Am Ende gibt es ein wahres Showdown.

Autor:
Richard Dübell, geboren 1962, lebt mit seiner Familie bei Landshut.
Als Autor von historischen Romanen stürmt er seit Jahren die Bestsellerlisten.

Mein Fazit:
Wieder mal ein epochaler Roman, über eine Zeit des Pioniergeistes und des Wandels der Gesellschaft, u.a. den Kämpfen der Frauen um ihre Rechte.
Es wird auch gezeigt, wie gezielte Fehlmeldungen und Diffamierungen eine gesamte Gesellschaft unterwandern können (sehr aktuell), das macht doch sehr betroffen.
Dem Jahrhunderttraum gebe ich als Gesamtpaket 4 Sterne.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

lamballe

Der Leuchtturm auf den Klippen

Marie Lamballe
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.07.2016
ISBN 9783404173761
Genre: Romane

Rezension:

Der Leuchtturm auf den Klippen, von Marie Lamballe

Cover:
Ein sehr schönes Cover, das die Atmosphäre gut einfängt.

Inhalt:
Die verwöhnte Studentin Susanne, hat nach einem Autounfall eine kurzzeitige Amnesie. Sie weiß nicht mehr wer sie ist oder wie sie auf den Parkplatz gekommen ist. Ein Briefumschlag mit einer Adresse darauf führt sie in ein abgelegenes Dorf in der Bretagne in das Haus der Witwe des Leuchtturmwärters, diese hält Susanne für ihre Enkelin Anne-Marie.
Die beiden Frauen verstehen sich auf Anhieb, und schon bald fühlt sich Susanne wie angekommen. Auch der zurückhaltende Alan berührt etwas in ihr.
Und während bei Susanne so nach und nach die Erinnerungen zurückkehren, überschlagen sich die Ereignisse und ihr neues Leben und Lebensglück scheint mehr als gefährdet zu sein.

Meine Meinung:
Der Einstieg war sehr schöne und ich bin gut in die Geschichte reingekommen. Ich konnte mich gut in Susanne hineinversetzten.
Doch bei den nächsten 50-70 Seiten war dann irgendwie die Luft raus, es wurde zäh und es hat etwas gefehlt.
Aber dann……….
Das Buch wurde für mich zum echten Page-Turner, ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Es wurde sooo spannend, ich fieberte auf jeder Seite darauf, wie es wohl weitergeht, welche Probleme sich noch in den Weg stellen, welches Geheimnis sich nun wieder auftut, wie reagieren die anderen, wie lösen sich die Missverständnisse auf, welchen Grund haben die diversen Andeutungen und, und, und……….

Ich habe jede der restlichen Seiten aufgesogen.

Die Geschichte wird unglaublich intensiv erzählt und vor allem als wir Susannes Familie kennenlernen und die Kälte dort spüren, die mir eine regelrechte Gänsehaut beschert, wird die Wärme und Liebe in der „Bretagne“ so richtig deutlich.

Eine bemerkenswert bewegende und warmherzige Geschichte. Wunderbar romantisch und phantastisch facettenreich, dabei warmherzig und emotional.

Autorin:
Marie Lamballe wurde in Hannover geboren. Ihre Liebe zu Frankreich entdecke sie bereits früh; sie studierte Französisch und begann schon kurz nach dem Studium mit dem Schreiben. Inzwischen lebt die Mutter zweier erwachsener Kinder in der Nähe von Frankfurt.

Mein Fazit:
Nach einem minimalen Durchhänger nach dem tollen Einstieg, ist dies wirklich eine mitreißende Geschichte über die Kraft der Liebe und Freundschaft, die in einer romantischen Landschaft, vor der Naturgewalt des Meeres, nicht besser hätte erzählt werden können.
Von mir eine klare Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

zweibeine, katzen, fischgräte, aquarium, dosenöffner

Ach du liebe Fischgräte

Sabine Strobl
Flexibler Einband: 96 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 08.01.2007
ISBN 9783833443299
Genre: Romane

Rezension:

Ach du liebe Fischgräte!
Von Sabine Strobl,
Heiteres aus dem Katzenalltag mit der Gattung Mensch.

Cover:
Die große hellblaue Fläche macht es für mich zu distanziert.
Der Titel passt super.

Inhalt:
Drei Kater, Bonny (älter), Filou (6 ½), Zazou (6), geben Einblicke in ihre Alltagsleben mit der Gattung Mensch (ihrem Frauchen in diesem Fall).
Wie kann diese Gattung Mensch am besten manipuliert werden?
Was passiert, wenn Mensch „sein besonders entwickeltes Gehirn und die Sehschärfe von Katzen“ nachts auf einen Prüfstand stellt?

Meine Meinung:
Der Schreibstil ist in herrlich lockerer Form, es gibt immer was zu schmunzeln und als Katzenfreund und ehemalige Katzenhalterin habe ich viele Parallelen oder aber auch gegensätzliche Verhaltensmuster zu meinen Katzen gefunden.
Schön wie wir sehen konnten dass jeder seinen eigenen Charakter und seine Eigenheiten hat.
Die Fotos sind einfach klasse und am liebsten würde ich teilweise in Buch greifen und die Kater streicheln.
Nicht ganz so gut gefallen haben mir die Beschreibungen der Mittbewohner der Hausgemeinschaft, das war mir etwas zu weit abgedriftet.
Schade nur, dass das Büchlein so bald zu Ende war, ich hätte noch doppelt so viele Abenteuer der drei putzmunteren Kerlchen lesen können.

PS: diese ganzen links hinten im Buch hab ich gar nicht angeschaut (sind überflüssig).

Autorin:
Sabine Strobl, geb. 1963 in Dortmund, ist nach einigen Auslandsaufenthalten, seit 2002 wieder in Deutschland tätig.

Mein Fazit:
Ein schönes Büchlein für zwischendurch das auch bestens als Geschenk für Katzenfreunde geeignet ist.
Der einzige Nachteil: es ist zu dünn.
Von mir 4 Sterne.

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73 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

fliegen, pilotinnen, frauenbewegung, emanzipation, frauen

Unsere Hälfte des Himmels

Clarissa Linden
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 10.01.2017
ISBN 9783426519011
Genre: Romane

Rezension:

Unsere Hälfte des Himmels, von Clarissa Linden

Cover:
Passt sehr gut zum Buch.

Inhalt:
Deutschland in den 30er Jahren, die Nazizeit wirft ihre Schatten voraus.
Die Frauen gehören ins Haus und müssen Kinder bekommen.
Da haben es die beiden Freundinnen Johanna und Amelie schwer, ihr Traum ist das Fliegen. Und mit Mut und Zielstrebigkeit schaffen sie es auch ganz weit.
Doch dann verliebt sich Amelie und Johanna fühlt sich verraten und lässt sich zu einem folgenscheren Verrat verleiten.

Deutschland in den 70er Jahren, die Frauen müssen immer noch für viele Rechte kämpfen. Es gibt noch den §218, oder z.B. die Tatsache, dass Männer ihren Frauen das Arbeiten verbieten können.
Liselotte, die Tochter von Amelie, hatte nie ein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter und ist quasi in die Ehe geflohen, sie erkennt dass sie unzufrieden und unglücklich ist.
Genau in dieser Zeit hat Amelie einen schweren Unfall und liegt im Koma im Krankenhaus. Plötzlich wird Liselotte mit Amelies Vergangenheit konfrontiert und sie erfährt Dinge die sie nie für möglich gehalten hätte.
Dadurch verändert sie sich auch selber, wird stärker und sieht nur ihr Leben in einem ganz anderen Licht.

Meine Meinung:
Mit dem Schreibstil hab ich so meine Schwierigkeiten gehabt, so das erste Drittel brauchte ich um richtig in die Geschichte hineinzuwachsen. Mir kam alles recht „gestelzt“ oder „gekünstelt“ vor, vor allem in der Gegenwart, also in den 70er Jahren. Liselottes Verhalten kam mir oft unglaubwürdig, unlogisch und konstruiert vor. Z.B. Liselotte eher die zurückhaltende, hausbackene Frau, freundet sich von jetzt auf nachher mit der jüngeren Nachbarin Marga an, und diese besorgt ihr eine Arbeit, (obwohl Liselotte doch für die im Koma liegende Mutter da sein will) und Liselotte hat natürlich alle passenden Papiere bei sich?

Was mich auch etwas gestört hat waren die „künstlich erzeugten Chliffhänger“, gerade an der spannendsten Stelle hörte das jeweilige Kapitel auf und leider wurde der Faden dann nicht an dieser Stelle irgendwann wieder aufgenommen, sondern später. Z.B. beim Treffen der verfeindeten Freundinnen: sie trafen sich und dann war Ende, und später heißt es dann nur:…‘.der schreckliche Streit der dem Treffen gefolgt war‘, und gerad hier wären die Emotionen, die Worte, wie schlimm dieser Streit war, so wichtig gewesen. Ich weiß dass solche Chliffhänger oft als Stilmittel angewendet werden um Spannung zu erzeugen, für mich ist es hier aber übertrieben.

Aber nachdem diese erste Hürde überwunden ist, gewinnt das Buch an Intensität und Emotionen. Vor allem die Geschehnisse um die Freundschaft von Johanna und Amelie ihr harter Kampf ums Fliegen in der Nazizeit und dann die Liebe, die Amelie quasi dazwischenkommt und Johanna somit ein Drama auslöst, das wir uns heute gar nicht mehr vorstellen können.

Wir als Leser stehen über den Dingen und erfahren quasi so nach und nach was sich in beiden Zeiten abspielt. Wir können viel früher ahnen warum das Verhältnis von Amelie und Liselotte so geworden ist wie es ist.
Wir bangen und zittern mit Amelie in der Vergangenheit und wir sehen die Entwicklung die Liselotte in der Gegenwart macht.
Beides sind Situationen die mir Gänsehaut beim Lesen gemacht haben.

Autorin:
Clarissa Linden ist promovierte Soziologin. Die Geschichte der Frauenbewegung und die Aufarbeitung des Nationalsozialismus waren und sind ihre Themen, zu denen sie für diesen Roman intensiv recherchiert hat.

Mein Fazit:
Eine unglaubliche Geschichte über starke Frauen, die sich ihren Weg erkämpfen und doch nicht über ihren Schatten springen können?
Ein Schicksals-Roman, der zeigt, dass Worte die einmal gesagt wurden, nicht mehr zurückgenommen und ungeschehen gemacht werden können.
Ein unbedachter Moment alles zerstören kann.
Die Geschichte erhält von mir 5 Sterne, für den Schreibstil ziehe ich einen ab,
also gute 4 Sterne.

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reihe, italien, sichelgaita, 11. jahrhundert, 4 buch einer reihe

Der Sturm der Normannen

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2016
ISBN 9783426516416
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der Sturm der Normannen, ein historischer Roman von Ulf Schiewe

Cover:
Passend zum Buch. Eine Kampfszene, ein dramatisch gefärbter Himmel voller Pfeile, ein Normanne auf dem Pferd, genauso stelle ich es mir vor.

Inhalt:
Süditalien 1057.
Das durch Robert Guiscard, aufgebaute Normannenreich ist bedroht.
Andre „Herrscher“ rebellieren, innerhalb der Familie droht ein Bruderkrieg und der Papst sinnt auf Rache.
Dann spinnt die Fürstin Gaitelgrima noch ihre Intrigen, da sie ihre heimliche Liebe zu Robert nie aufgegeben hat.
Mit diesen ganzen Gefahren wird der junge Normanne Gilbert, Roberts rechte Hand und Vertrauter konfrontiert und plötzlich steht er alleine mit seiner Hand voll Männer gegen eine gewaltige Übermacht.

Meine Meinung:
Nach „Das Schwert des Normannen“, „Die Rache des Normannen“ und „Der Schwur des Normannen“ ist dies nun das 4. Buch der Normannensaga. Doch jedes Buch kann auch für sich gelesen werden.
Nachdem ich die ersten drei Bücher schon gelesen habe, war es für mich wie ein Treffen mit alten Freunden, ich war sofort wieder in der Geschichte drin.

Dieses Mal ist Gilbert, eindeutig der Held und Hauptprotagonist.
Unfreiwillig oder auch gezielt steht er immer im Mittelpunkt und muss ganz alleine entscheiden wie er sich verhält und wie er seine Männer einsetzt. Allerdings immer zum Wohl und im Namen von Robert Guiscard der der „Herrscher“ über dieses zerrissene Land wird.
Gilbert erzählt aus seiner Perspektive das Geschehen.
Wir lesen seine Gedanken, dadurch kommt er uns ganz nahe und wir können sein Handeln und seine Entwicklung hautnah miterleben.
Er ist sehr auf Gerechtigkeit bedacht, doch in Zeiten des Krieges, der Gewalt und der Intrigen, kann auch er nicht immer auf „Unrecht“ verzichten.

Besonders gefällt mir, dass dieses Mal neben Gerlaine (der Frau von Gilbert die mir besonders ans Herz gewachsen ist), zwei weitere Frauen (Gaitelgrima und Sichelgaita) eine äußerst wichtige Rolle einnehmen.

Dem Ende zu gab es dann noch einige Überraschungen, und andere Handlungen waren mir dann doch ein bisschen zu „glatt“.
Das Buch ist in sich abgeschlossen, und doch ist noch genügend Spielraum für neue Episoden mit und um Gilbert und seine Normannen.

Die Schreibweise ist gewohnt flüssig, die Handlungen und Charaktere gut ausgearbeitet und sehr real. Die Gewalt und Brutalität ist der Handlung angepasst und es geht eben teilweise richtig zur Sache.
Die historischen Fakten sind gekonnt eingebaut und auch der Alltag dieser Zeit wird immer wieder sehr geschickt eingewoben und dargestellt.

Autor:
Ulf Schiewe wurde 1947geboren. Seit frühester Jugend liebt er historische Romane und spannende Geschichten. Ulf Schiewe ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und lebt in München. Neben seinen anderen Büchern, gelang ihm mit der Normannen-Saga der Durchbruch.

Mein Fazit:
Wieder ein Buch das es schafft die Vergangenheit lebendig werden zu lassen, mich fesselt und das mir trotz der Gewalt, Respekt vor diesen Menschen gibt.
Von mir sehr gute 4 Sterne.

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rostock, prag, fechten, frankfurt, sabine weiß

Die Tochter des Fechtmeisters

Sabine Weiß
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.12.2016
ISBN 9783404174812
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Tochter des Fechtmeisters, von Sabine Weiß

Cover:
Dabei sieht man sofort, dass es sich um einen historischen Roman handelt.

Inhalt:
Rostock 1608.
Clarissa wird schon von Kindesbeinen an mit der Kunst des Fechtens vertraut gemacht. Bei ihrem Vater, Fechtmeister Fritjoff, lernt sie alles.
Als für sie ein Traum in Erfüllung geht, und sie ihren Vater nach Frankfurt begleiten darf, erkennt sie immer mehr, dass dieser so einige Geheimnisse hat.
Als sie heimtückisch überfallen werden und Clarissas Vater ermordet wird, wird sie selber als seine Mörderin verleumdet und muss fliehen.
Als sie den wahren Mörder sucht, erfährt sie von einer Verschwörung, die das ganze Reich ins Chaos stürzen kann.
Wird sie Freunde finden, denen sie vertrauen kann?
Wird sie die wahren Mörder finden und die Geheimnisse ihres Vaters aufklären können?

Meine Meinung:
Der Einstieg ist mir nicht ganz leicht gefallen, viele Personen, viele Namen (hier war mir auch das Personenregister am Anfang keine Hilfe) und drei Handlungsstränge zu verschiedenen Zeiten und Orten. Später kommt ein weiterer Handlungsstrang hinzu, der sich aber dann schnell mit verbindet. Es wird sehr viel zwischen den einzelnen Geschichten hin und hergesprungen, was mich dann teilweise doch sehr verwirrt hat.

Im ersten Viertel habe ich mich gewundert, dass die Tochter des Fechtmeisters (so der Titel) eigentlich nur eine ganz kleine Rolle spielt, ihr Umfeld und ihr Vater stehen hier eher im Mittelpunkt. Auch das Fechten spielt eine ganz wichtige Rolle, hier wird mir fast zu ausführlich in der „Fechtersprache“ gesprochen. Dies zieht sich auch durchs ganze Buch, Begriffe aus der Fechtersprache werden immer wieder wiederholt und Fechtszenen und Fechtabläufe beschrieben (hab ich dann irgendwann einfach überlesen).

Dann wird es sehr turbulent und spannend, es passiert echt viel. Es stellen sich mir als Leser ganz viele Fragen (manches erscheint mir auch „sehr zufällig“, manchmal ist es fast schon zu viel des Guten). Vieles löst sich dann zu einfach in „Wohlgefallen“ auf, aber wir bekommen auf fast alle Fragen zumindest eine Antwort.

Es gibt sehr viele unterschiedliche Charaktere, einige davon machen während der Handlung eine große Entwicklung, oder besser gesagt Wandlung ihres Charakters durch. Ein paar wenige lernen wir auch gar nicht näher kennen.
Vor allem wenn es um die politischen Entwicklungen jener Zeit um Kaiser Rudolf geht. Diese ganzen politischen Zusammenhänge sind vor allem am Ende sehr ausführlich, was mir wiederum zu viel war. Hier hätte man meiner Meinung nach sehr gut straffen können. Ich denke hier hatte die Autorin, nach ihrer bestimmt sehr peniblen Recherche, einfach zu viel Material und zu viel Wissen das sie dem Leser nicht vorenthalten wollte.
Alles in Allem (auch wenn das Ende etwas zäh war) hat sich alles gut gefügt.
Es beginnt mit Clarissa, der Tochter des Fechtmeisters und der Kreis schießt sich mit Diana, der Tochter des Fechtmeisters.

Die altertümliche Sprache, und der Dialekt sind sehr gut eingebaut und machen das Ganze sehr authentisch.

Autorin:
Sabine Weiß, geboren 1968 in Hamburg, studierte Germanistik und Geschichte und arbeitete als Journalistin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nordheide bei Hamburg.

Mein Fazit:
Als Fazit möchte ich sagen, dass der Roman für mich Höhen und Tiefen hatte. Er ist sehr gut recherchiert, hat fein ausgearbeitete Charaktere und eine spannende Grundgeschichte. Soweit wirklich schön.
Weniger gefallen hat mir, dass es einfach von allem zu viel war. Zu viele Charaktere, zu viel politische Nebenhandlung und zu viel Konstruiertes (Zufälliges). Am liebsten würde ich 3,5 Sterne vergeben, da ich aber volle angeben muss, runde ich auf 3 Sterne ab.

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