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493 Bücher, 486 Rezensionen

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21 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Traumtörtchen

Julia Simon
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 16.03.2017
ISBN 9783736303409
Genre: Liebesromane

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(42)

84 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

mexiko, spanien, kuba, ruin, liebesgeschichte

Wenn ich jetzt nicht gehe

María Dueñas , Petra Zickmann
Fester Einband: 589 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 06.03.2017
ISBN 9783458177029
Genre: Romane

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(40)

57 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

liebe, alter, einsamkeit, roman, vorablesen

Unsere Seelen bei Nacht

Kent Haruf , Pociao
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.03.2017
ISBN 9783257069860
Genre: Romane

Rezension:

Unsere Seelen bei Nacht, von Kent Haruf

Cover:
Sehr unscheinbar, ganz im Gegensatz zu dem tollen Inhalt.

Inhalt:
Die 70jährige Witwe Addie, klingelt eines Tages, ganz mutig, bei ihrem Nachbarn Louis, der ebenfalls Witwer ist.
Sie macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag: Ob er nicht nachts bei ihr übernachten möchte?
Es geht nicht um Sex. Es geht darum, die Nacht zu überstehen, zu reden, zusammen die Einsamkeit, die nachts am schlimmsten ist, zu überwinden.
Louis lässt sich darauf ein. Und so beginnt eine wunderschöne Freundschaft, die beider Leben bereichert.
Doch ihre Beziehung weckt den Argwohn und die Missgunst der anderen.
Werden die Beiden ihre Freundschaft erhalten können.

Meine Meinung:
Eine unglaubliche Geschichte über eine starke Frau und einen Mann, die sich über die Konventionen der „sogenannten“ Gesellschaft hinwegsetzten und eine tiefe Freundschaft aufbauen.
Sie tun sich einfach nur gut.
Und nicht nur sich selber, auch der Enkel von Addie, der von ihrem Sohn Gene in einer schwierigen Situation bei ihr „abgeladen“ wird lernt bei den beiden wieder Freude am Leben zu haben.
Doch gerade Gene entwickelt sich zum Spießer und zeigt wie unglaublich kalt, herzlos und grausam der Druck von außen sein kann.
Ihm möchte ich zurufen: Kehr lieber vor deiner eigenen Haustür.

Die Erzählweise ist sehr ruhig und kommt ohne große Gefühlsausbrüche und „Explosionen“ aus, das schafft zwar etwas Distanz, ist aber dennoch sehr kraftvoll und emotional.

Ich wünsche mir und jedem eine solche Freundschaft (im Alter), und niemand der da steht und den moralischen Zeigefinger hebt.
Einfach den Mut haben und neue Wege gehen, Wege die für mich richtig und gut sind und nicht auf das „Geschwätz“ der anderen zu hören.

Doch das Buch zeigt auch, dass die Wirklichkeit oft rauer ist und die Wünsche der einzelnen nicht bestehen können.

Autor:
Kent Haruf (1943- 2014) war ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine fünf Romane spielen in der fiktiven Kleinestadt Holt im US Bundesstaat Colorado. Unsere Seelen bei acht ist sein letzter Roman und erschien kurz vor seinem Tod.

Mein Fazit:
Eine wunderbare Geschichte.
Die Verfilmung mit Jane Fonda und Robert Redford ist in Vorbereitung.
Und ja, ich kann mir dieses Buch sehr gut als Film mit den beiden Schauspielern vorstellen.
Von mir volle Punktzahl, also 5 Sterne.

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105 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 57 Rezensionen

marmelade, trauer, familie, einkochen, anne töpfer

Das Brombeerzimmer

Anne Töpfer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783548613178
Genre: Romane

Rezension:

Das Brombeerzimmer, von Anne Töpfer

Cover:
Das Cover ist wunderschön, die Farben sprechen mich sofort an. Der „erhabene“ Druck verführt mich immer dazu, sanft darüber zu streichen und je nach Lichteinfall glänzt der Titel und die aufgedruckten Motive – einfach nur schön.

Inhalt:
Nora und Julian sind ein ganz besonderes Paar, sie nehmen sich immer extra ihre JuNo-Tage, an denen sie sich ganz besonders viel Zeit füreinander nehmen.
Beide lieben es, an diesen Tagen besondere Marmeladen zu kreieren.
Als Julian ganz unerwartet bei Joggen stirbt, bricht Noras Welt zusammen.
Eines Tages findet sie einen Brief von Julians Großtante Klara, zu der die Familie sämtlichen Kontakt abgebrochen hat.
Kurz vor seinem Tod hatte Julian Kontakt zu ihr aufgenommen, um Nora mit einem alten Familienrezept für Brombeermarmelade zu überraschen.
Nora macht sich auf die Suche nach Klara, die in der Vorpommerschen Boddenlandschaft lebt.
Und ganz langsam ergründet sie das Geheimnis um Klara, ihre Familie und die Geschehnisse der Vergangenheit.

Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt überaus emotional, Noras Trauer ist mit allen Sinnen zu spüren und ich bin sofort in der Geschichte drin.
Doch der Schreibstil der Autorin ist so wunderbar warm und lebensbejahend positiv, dass ich als Leser nicht runtergezogen werde, sondern mit Nora und ihrer besten Freundin Katharina und später Mandy voll nach vorne schauen und spontan handeln und agieren kann.
Alle Charaktere sind etwas ganz Besonderes. Ob dies der griesgrämige Opa von Julian, oder die überbesorgte Mutter (die aber das Herz am rechten Fleck hat), oder dann Klara und ihrer „Freundin“ Hilde ist.
Auf jedenfall starke gefühlvolle Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen und zeigen was wahre Freundschaft ist (und dabei so authentisch und echt wirken).

Die Landschaft in der Vorpommerschen Boddenlandschaft ist wunderbar eingefangen und beschrieben, am liebsten würde man die Koffer packen und zu einem Urlaub dorthin aufbrechen.

Die Liebes- bzw. Beziehungsgeschichten der drei Frauen werden sehr dezent und wunderschöne romantisch, sowie auch realistisch eingebaut.

Der Spannungsbogen wird zum Ende zu immer mehr aufgebaut. So viele Andeutungen und Hinweise, aber wenn man den Hintergrund nicht weiß kann man sich keinen Reim drauf machen – sehr gut gemacht.

Tja das Ende:
Es ist toll dass eigentlich alles ausgesprochen und geklärt ist.
Und doch bleibt der Phantasie so viel Raum um selber einige Fäden weiterzuspinnen.
Ein Happy End und doch ein Open End, sozusagen ein Beginn für einen Neustart!?

Autorin:
Anne Töpfer ist das Pseudonym der Autorin Andrea Russo, die bereits viele erfolgreiche Erwachsenen- und Jugendromane veröffentlicht hat.
Bereist als junges Mädchen kochte sie leidenschaftlich gerne mit ihrer Oma Marmelade ein.

Mein Fazit:
Ein wunderschönes zu Herzen gehendes Buch, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat und in das ich mich einfach fallen lassen konnte.
Es hat mir wunderschöne Lesestunden geschenkt und die Rezepte lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Von mir eine klare Kauf- und Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

allgäu, kriegsberichterstatter, selbstlosigkeit, golfhotel, reisesuchmaschine

Endstation Hochgrat

Susanne N. Bahro
E-Buch Text: 276 Seiten
Erschienen bei null, 27.07.2016
ISBN B01J7S8S72
Genre: Sonstiges

Rezension:

Endstation Hochgrad, von Susanne N. Bahro

Cover:
Sehr passend fürs Allgäu.

Inhalt:
Die stressgeplagte Melissa gönnt sich, auf Anraten ihres Arztes, eine Woche Erholung im Allgäu.
Mit Hilfe des Ratgebers „Stressfrei in sieben Tagen“ plant sie diese Woche genau so generalstabsmäßig wie ihr ganzes Leben.
Doch Erholung lässt sich nicht so einfach planen.
Zumal sie mitbekommt, dass das schicke Wellnesshotel, das sie sich ausgesucht hat, in finanziellen Schwierigkeiten steckt und sie sich Gedanken macht wie sie der Besitzerin, Gudrun, helfen kann. Als sie Gudrun dann auch noch in „Liebesdingen“ auf die Sprünge helfen will, ist es mit er Ruhe vorbei.
Als sie dann noch bemerkt, dass sie sich zu dem ebenso attraktiven wie arroganten Enrico hingezogen fühlt, versteht sie die Welt nicht mehr.
Wird Melissa all diese Probleme lösen und für sich ein Happy End finden können?

Meine Meinung.
Wiedermal ein tolles Buch.
Eigentlich könnte ich meine Rezi vom letzten Buch das ich von der Autorin gelesen habe (und das ich auch super fand – „Neuanfang am Paradies) wiederholen.
Die Protagonisten sind wieder wunderbar, warmherzig und liebenswert gezeichnet, jeder hat seine eigenen Ecken und Kanten und wirkt dadurch so liebenswert, sympathisch und authentisch.
Auch ist die herrliche Landschaft und Natur des Allgäus wird wieder wunderbar eingegliedert und beschrieben. Die wunderschönen Wälder, die Täler und die gewaltigen Berge die es einem als Leser einfach warm ums Herz werden lässt und man am liebsten die Koffer packen und sofort selber dort hinreisen möchte.

Die Liebesgeschichten sind passend eingearbeitet.
Das Ganze wirkt sehr romantisch und dabei doch real.
Melissa traut ihren Gefühlen nicht und kämpft unbewusst dagegen an, Enrico sieht sich herausgefordert und möchte (die harte Nuss) Melissa knacken.

Der Schreibstil ist wieder gewohnt flüssig, bildreich, witzig und sehr detailliert, an vielen Stellen herrlich poetisch einfach zum dahin schmelzen.
Zitat: Ohne ein Du, ist jedes Ich verloren.

Das Happy End kommt vielleicht ein bisschen zu plötzlich und zu einfach.

Eine neue „Art“ von Büchern. So wie die „Regional-Krimis“ im Moment in aller Munde sind, sollte diese Sparte „Regional-Romantik“ ein fester Begriff werden, und da hat dieses Buch und allgemein auch das Allgäu einen Platz ganz weit vorne verdient.

Autorin:
Susanne N. Bahro ist gebürtige Allgäuerin und es ist ihr seit jeher ein Herzensanliegen, die Schönheit, Vielfalt und Ursprünglichkeit ihrer Heimat anderen zu vermitteln. Und das mit Herz, Leib und Seele und aus der Überzeugung, dass es nirgends schöner sein kann!
Nach langen Jahren in den Bereichen Marketing, Public Relations und Journalismus war es an der Zeit, aus ihrer Passion des Schreibens eine Profession zu machen. Herausgekommen ist die Buch-Reihe ALLGÄU ROMANTIK, in der sie fiktive Geschichten erzähle, die an realen Schauplätzen spielen.
In dieser Reihe gibt es auch noch weitere Bücher, die aber alle in sich abgeschlossen sind

Mein Fazit:
Wieder ein hervorragendes Buch, um einen abtauchen zu lassen und die Sehnsucht nach dieser herrlichen Landschaft zu wecken.
Es ist spannend, romantisch, witzig und emotional, dazu in einer wunderschönen Landschaft eingebettet.
Von mir hervorragende 4 Sterne.

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85 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

liebe, schicksal, nicola yoon, newyork, nicolayoon

The Sun is also a Star.

Nicola Yoon , Susanne Klein , Dominique Falla
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.03.2017
ISBN 9783791500324
Genre: Jugendbuch

Rezension:

The sun is also a star, von Nicola Yonn

Cover:
Hier hätte mir etwas emotionaleres besser gefallen.

Inhalt:
Daniel und Natasha treffen sich zufällig in New York. Daniel verliebt sich sofort in das jamaikanische Mädchen. Natasha glaubt nicht an die Liebe auf den ersten Blick, überhaupt glaubt sie weniger an Gefühle, mehr schon an die Wissenschaft.
Daniel setzt alles daran sie von der Liebe zu überzeugen, ihm bleibt dafür nur ein einziger Tag – denn was Daniel nicht weiß, Natasha soll noch am selben Abend abgeschoben werden…………..

Meine Meinung:
Ein Buch das sehr viele Fragen aufwirft.
Erstes sich Verlieben, Rassismus, Familienproblematik allgemein und Familienproblematik bei Entfremdung von Kindern und Eltern wegen unterschiedlicher kultureller Hintergründe. Hoffnungen, Träume, Realität.
Aktuelle Themen wie Migration, illegaler Aufenthalt, Abschiebung werden behandelt.
Und das alles wird in Gesprächen, Überlegungen und verschiedenen Sichtweisen von zwei 17jährigen beleuchtet.
Immer wieder werden auch Statistiken und Blickwinkel von anderen Personen mit eingefügt.
Oft wir das ganze Leben in Frage gestellt.
Gibt es ein Schicksal?
In wie weit können wir unser eigenes Leben bestimmen?
Welche Umstände ziehen neue Folgen hinter sich her, welcher Augenblick lenkt meine Zukunft?

Und das alles verpackt in eine dramatische Liebesgeschichte.

Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig.
Zwar ist es schön alles aus unterschiedlichen Perspektiven zu lesen, insgesamt ist es aber wie Tagebucheinträge gestaltet und dadurch fehlt mir etwas der „Fluss“ der Geschichte.

Das Ende schrappt dann haarscharf an einem klischeehaften Happy End vorbei.

Autorin:
Nicola Yoon, geb. 1972, ist auf Jamaika und in Brooklyn/New York City aufgewachsen. Mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter in Los Angeles.

Mein Fazit:
Dieses Buch berührt und macht nachdenklich.
Es wirft viele Fragen auf, die im Grunde genommen aber jeder für sich selber beantworten muss.
Von mir 4 Sterne.

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31 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

krimi, niederrhein, lukas born, privatdetektiv, pharmavertreter

Hopsgegangen

Erwin Kohl
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783404174409
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hopsgegangen, von Erwin Kohl

Cover:
Irgendwie bedrohlich, passt zum Inhalt.

Inhalt:
Lukas Born, ein suspendierter Polizist, der sich gerade mal so als Privatdetektiv durchschlägt, und auf einem Campingplatz wohnt, und schon mal alle „Neune“ gerade sein lässt, ist für seine Alleingänge bekannt und bewegt sich gerne mal in „Grauzonen“ wenn man nicht gerade sagen will: deutlich außerhalb der gesetzlichen Regeln.
Bei einem Treffpunkt mit Natascha Feldmann, seiner Auftraggeberin, findet er diese niedergeschlagen, leblos und blutend am Boden. Bevor Lukas weiß wie ihm geschieht kriegt er selbst eins übergezogen. Als er wieder zu sich kommt ist Natascha verschwunden.
Die Polizei glaubt ihm nicht, doch sein Bauchgefühl sagt ihm, dass er hier einer große Sache auf der Spur ist.

Meine Meinung:
Mysteriöser, geheimnisvoller und spannender Beginn.
Schreibweise: sehr humorvoll und herrlich ironisch. Mit tollem Wortwitz, Situationskomik und herrlich satirischen Gedankendialogen. (Die Schreiweise hat echt 5 Sterne mit * verdient).
Zitat:
..das ganze Unkraut aus meinem gedanklichen Vorgarten zupfen…

Das Thema (kann ich jetzt leider nicht mehr drauf eingehen, sonst spoilere ich), ist bestimmt leider sehr aktuell und da erfahren wir bestimmt auch nur die Spitze des Eisbergs.

Die Handlung und der Ablauf selber sind doch sehr auf Lukas Born zentriert. Und hier kann man geteilter Meinung sein ob alles um Lukas herum so klasse ist. Mir war er etwas zu draufgängerisch, und jedesmal bekommt er eines auf die „Rübe“ und lernt irgendwie doch nichts draus (ein Glück dass andere ihn jedesmal raushauen).
Auch sind es mir zu viele (unwichtige) Personen die mitmischen, und dadurch wirkt es für mich manchmal doch sehr verwirrend und diffus.

Autor:
Erwin Kohl wurde 1961 in Alpen am Niederrhein geboren. Heute wohnt er mit seiner Familie in Wesel - Ginderich. Neben der Produktion diverser Hörfunkbeiträge schreibt Kohl als freier Journalist für die NRZ / WAZ und die Rheinische Post. Grundlage von bislang elf Kriminalromanen und zahlreichen Kurzgeschichten sind zumeist reale Begebenheiten.

Mein Fazit:
Schreibstil: absolut super.
Thema: leider bestimmt aktuell.
Handlung: es hat mich nicht so vom Hocker gerissen.
Ein schöner Krimi für zwischendurch.
Deshalb (vor allem durch die tolle Schreibweise) von mir 4 Sterne.

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

Auf die Liebe muss man warten

Peik Volmer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei novum Verlag in der Verlags- und Medienhaus WSB, 16.01.2017
ISBN 9783958403338
Genre: Romane

Rezension:

Auf die Liebe muss man warten, von Peik Volmer

Cover:
Das Cover drückt schon ganz viel Wärme, Zuversicht und Mut geben aus.

Inhalt:
Es wird das Leben einer Familie und ihrer Freunde erzählt.
Das Schicksal geht mitunter sehr krumme Wege und wenn man am Ende zurückschaut, denkt man oft: unglaublich für was manche „Tiefschläge“ doch gut waren.
Es geht um die Liebe in all seinen Variationen, ob verkuppelt, bei jungen, mittelallten oder doch schon älteren Menschen. Die Liebe zwischen Männern und die Liebe zwischen Eltern und Kinder.
Aber auch Trauer und tiefe Freundschaft spielen eine wichtige Rolle.

Meine Meinung:
Ein Buch das zu Herzen geht.
Die Schreibweise ist sehr warmherzig und humorvoll.
Leider fehlen sehr oft die Übergänge von einer Handlung zur anderen oder von einem Ort zum anderen, so dass ich manchmal erst nach zwei Sätzen merkte, dass hier ja ganz andere Personen reden.
Vieles passiert auch quasi im Zeitraffer (oder kommt es durch die Erzählweise so rüber?), es wird sich kennengelernt (durch Zufall?) verliebt und dann gleich geheiratet oder zusammengezogen. Oder Alzheimer Erkrankung, erste Symptome, dann ruck zuck erkannt und diagnostiziert, und dann wird auch noch die optimale Lösung für alle gefunden (Geld spielt nie eine Rolle).
Irgendwie geht auch immer alles gut aus, es ist schon sehr viel „Rosarote Brille“ dabei, trotz allen Schicksalsschlägen, die mir dann auch Tränen in die Augen getrieben haben.
Sei es drum, das Buch hat mir schöne Lesestunden bereitet und ich kann es gut weiterempfehlen.

PS: Was auch noch eine nette Zugabe ist: immer mal wieder werden einfache und leckere Rezepte eingestreut.

Autor:
Peik Volmer, geb. 1957, machte zuerst eine Ausbildung zum Krankenpfleger, dann studierte er in Berlin und wurde Urologe, er eröffnete in Hamburg eine Praxis und arbeitete dort 30 Jahre.

Mein Fazit:
Ein schönes Buch, voller Liebe, Wärme, Romantik, Emotionen, Humor, und Schicksalsschlägen. Vielleicht manchmal zu viel glücklicher Zufall?
Es hat mich schon berührt.
Von mir 4 Sterne.

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48 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

krimi, aquitaine, frankreich, bordeaux, polizei

Retour

Alexander Oetker
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 17.03.2017
ISBN 9783455000092
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Retour, von Alexander Oetker

Cover:
Meer und Strand geht immer (Holzzaun? Na ja.)

Inhalt:
Luc Verlain ist ein Sonnyboy auf den die Frauen fliegen. Er ist Leiter der zweiten Pariser Mordkommission und liebt das pulsierende Leben von Paris mit all seinen Annehmlichkeiten (u.a. unverbindliche Affären).
Doch als sein Vater schwer erkrankt, lässt er sich in seine Heimat an die französische Atlantikküste versetzten.
Kaum ist er angekommen gibt es auch schon die erste Leiche: ein junges Mädchen liegt tot am Strand.
Nebenbei verdreht im noch die attraktive Kollegin den Kopf.

Meine Meinung:
Ein durchaus solides Debüt.
Der Schreibstil liest sich locker und flüssig und die Liebe des Autors zu diesem Land und den Leuten ist unverkennbar.
Auch ist der aktuelle Bezug zum Thema Flüchtlinge und Migration sowie aktuelle Themen des Terrors in diese Richtung sehr intensiv und gut eingebaut.
Luc ist wie gesagt ein Sonnyboy und die Frauen fliegen nur so auf ihn, und er lässt in diese Richtung auch nichts anbrennen. Kann man so stehen lassen, ist aber nicht unbedingt meine Sache. Lucs Privatleben ist für meinen Geschmack auch etwas zu ausführlich beschrieben, wobei er sich für seinen Vater, wegen dem er ja nach Aquitaine gekommen ist, kaum Zeit nimmt. Da sind ihm die Frauen schon wichtiger.
Das Verhalten von einigen Protagonisten kann ich auch nicht unbedingt nachvollziehen.
In der Mitte nimmt die Geschichte dann mal richtig Fahrt auf um gegen Ende zu wieder etwas ruhiger zu werden.
Der Fall wird dann auch eher durch Intuition und Geistesblitze gelöst.
Den Mörder habe ich irgendwie schon recht bald in Verdacht gehabt (Bauchgefühl).

Autor:
Alexander Oetker lebte und arbeitete vier Jahre als Korrespondent für RTL und n-tv in Paris. Er ist fundierter Kenner der französischen Politik und Gesellschaft. Seit 2012 ist er politischer Korrespondent für die Mediengruppe RTL Deutschland. Alexander Oetker lebt in Berlin und verbringt viel Zeit des Jahres in Frankreich.

Mein Fazit:
Insgesamt war es mir zu viel „rosarote Liebesstory“ und die Figur des Kommissar Luc Verlain war mir zu sehr jugendlicher Draufgänger.
Ein Krimi für zwischendurch oder als Urlaubslektüre.
Deshalb von mir 3 Sterne.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

schweiz, krimi, solothurn, rache gedanken, bestseller

Solothurn streut Asche

Christof Gasser
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 23.02.2017
ISBN 9783960411857
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Solothurn streut Asche, von Christof Grasser

Cover:
Eine trügerische Idylle. –Wie passend.

Inhalt:
Bei einem Einbruch wurde ein Migrant „in Notwehr“ erschlagen.
Eine Ordensschwerster wir mit einem Aschenkreuz auf der Stirn ermordet in der Solothurner Einsiedelei aufgefunden.
Diese beiden so unterschiedlichen Gewalttaten führen die Ermittler zu einer obskuren katholischen Gemeinschaft, die Beziehungen zu rechtsextremen Kreisen pflegt, sich in der Politik ausbreitet und weit in die Vergangenheit zurück reicht.
Kantonspolizist Dominik Dornach und sein Team, sowie Staatsanwältin Angela Casagrande versuchen die Fäden zu entwirren. Sie kommen dabei einem mörderischen Komplott und unglaubliche Taten in der Gegenwart und aus der Vergangenheit auf die Spur, obwohl ihnen dabei von höchster Seite Hürden in den Weg gelegt werden.

Meine Meinung:
Achtung Suchtgefahr –man kann das Buch ab einem gewissen Punkt nicht mehr weg legen, deshalb am besten schon genügend Zeit einkalkulieren!


Der Autor versteht es bestens und in die Geschehnisse einzuführen. Es beginnt mit mehrere Haupt- und Nebenschauplätze und wird nach und nach zu einem bunten, sehr aktuellen und brisanten Ganzen verwoben, dessen Tragweite wir am Anfang nicht zu ahnen wagen. Die Geschichte wir immer spannender und zieht uns als Leser mit einer Urgewalt, wie ein schwarzes Loch, unweigerlich an.
Die Protagonisten sind sehr ausgewogen und sehr individuell charakterisiert, eine gute Mischung aus alt bekannten und neu auftretenden Personen. Eigentlich nimmt keine Person ein Alleinstellungsmerkmal an, alle sind definitiv gleich wichtig.
Der Schreibstil ist sehr anschaulich und flüssig, er geht echt unter die Haut, auch wenn (zum Glück) auf blutrünstige und exzessive Gewaltszenen verzichtet wird, nimmt es dem Buch nichts von seiner Atemlosigkeit und harten Realität.

Die wie Tagebucheinträge aus der Vergangenheit eingeschobenen Sequenzen haben mich tief bewegt und betroffen gemacht.

Am Schluss ist der Fall geklärt und abgeschlossen es bleibt aber noch Raum und Spannung für eine Fortsetzung, der ich schon jetzt entgegenfiebere.

Autor:
Christof Gasser, geb. 1960 in Solothurn, arbeiteten zwölf Jahre in Asien, nun ist selbständig und unterrichtet nebenamtlich als Dozent an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Vor einem Jahr entschloss er sich seinen Jugendtraum zu verwirklichen und hat seinen ersten Roman „Solothurn trägt Schwarz“ geschrieben. Dies ist nun der Nachfolgekrimi und er ist genauso brillant wie das Debüt.

Mein Fazit:
Ein fesselnder, hochaktueller und brisanter Krimi.
Zum Showdown auf den letzten 100 Seiten hatte ich Gänsehaut und Herzrasen.
Eine unglaubliche Spannungskurve, mit einer Explosion an Schluss, die mich am Buch kleben lies.
Von mir wieder eine klare Kauf- und Leseempfehlung und volle Punktzahl.

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46 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

flucht, kindheit, lissabon, hochstapler, odyssee

So, und jetzt kommst du

Arno Frank
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Tropen, 11.03.2017
ISBN 9783608503692
Genre: Romane

Rezension:

So, und jetzt kommst du, von Arno Frank

Cover:
Beim Lesen hat man immer dieses Foto vor Augen und der Titel wird auch mehrmals im Buch erwähnt, und dann wird auch klar wie das gemeint ist.

Inhalt:
Der eigene Vater ein Hochstapler!
Auf der Flucht vor der Polizei macht die Familie Frank eine unglaubliche Zeit durch. Vom „normalen“ Leben als Kleinbürger in Deutschland, zum ultrareichen Snob an der Cote d’Azur, dann auf der Flucht durch Spanien, Portugal und wieder zurück nach Deutschland, mit eigentlich nichts als dem was sie auf der Haut tragen. Und dazu noch zwei Hunde von denen einer krank ist.
Ein Roman wie ein Roadmovie? Eher wie eine Höllenfahrt!
Eine ebenso tragische wie komische Familiengeschichte.

Meine Meinung:
Ein unglaubliches Buch, es wirkt über lange Strecken so unwirklich, dann wieder so alltäglich und normal, dass ich als Leser hin und her gerissen bin.
Schon die Erzählweise ist irgendwie paradox.
Es wird in der Ich-Form aus der Sicht des älteren Jungen der Familie erzählt, aber der Name des Jungen wird nie genannt, die der anderen Familienmitglieder schon. Wir erfahren auch nie eine genaue Altersangabe, außer einmal im Prolog, der mich aber auch total verwirrt hat. Bei der Zeit müssen wir uns an ein paar wenige aktuelle Daten wie z.B. den Atomunfall in Tschernobyl halten.
Eine Kindheit in der das Lügen und Betrügen schon erlernt wird.
Einmal erzählt der Erzähler wie ein naives Kind das alles glaubt was man ihm sagt , dann wieder sehr „altklug“ und viel zu erwachsen für sein Alter, passt oft nicht (für mich als Leser).
Es werden total groteske und bizarre Verhaltensauffälligkeiten beschrieben, z. B. die Mutter die daumenlutscht, oder vor allem bei Jeanys „Kapriolen“ kann ich teilweise nur unverständlich mit den Augen rollen.
Der betrügerische Vater ist irgendwie die Überfigur der sich alle unterordnen, am Anfang noch freiwillig und gerne, später nur noch weil man es nicht anders gewohnt ist. Die Kinder und die Mutter durchschauen bald (denke ich) was hier läuft, wollen oder können es aber nicht wahr haben.
Und immer wird der Zusammenhalt „beschworen“, selbst als sie gar nichts mehr haben, und sogar die Hunde werden krampfhaft mitgeschleppt. Wobei ich mich frage: ist das Fürsorge, Zusammenhalt, Dummheit, Naivität, Liebe?
In meinen Augen grenzt es schon an Tierquälerei.

Der Schreibstil ist ganz unglaublich.
Mit einer blumenreichen und ausschmückenden Wortwahl die ich so, selten gelesen habe. Manche Sätze habe ich zwei dreimal gelesen so poetisch klingen sie.
Hier einige Zitate:
--…, lehnen adipöse Wolken über dem Horizont wie über einer Brüstung.
--Ich weiß, dass ich es glaube, oder glaube ich es zu wissen?
--..,die aufgehende Sonne im tropfenförmigen Rückspiegel und dem Weg der Morgenröte entgegen.
--Wir Kinder fielen von der Mutter ab wie reife Früchte von einem Baum und kullerten den Abhang hinunter, der das Leben ist.
--Wer Rücken an Rücken steht, kann nicht mit dem Rücken zur Wand stehen.


Autor:
Arno Frank, geboren 1971 in Kaiserslautern, ist Publizist und freier Journalist. Er lebt mit seiner Familie in Wiesbaden.

Mein Fazit:
Eine wirklich ebenso tragische wie komische Familiengeschichte und ich war immer wieder erstaunt und konnte kaum glauben was ich gelesen habe.
Ein Buch wie ein Drama oder eine Tragödie, und die Schwächsten müssen immer am meisten darunter leiden, ich finde hier die Kinder.
Von mir 4 Sterne.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

australien, schicksal, liebe

Der Duft der roten Erde

Di Morrissey , Hedda Pänke
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 01.02.2006
ISBN 9783404128570
Genre: Romane

Rezension:

Der Duft der roten Erde, Di Morrissey

Cover:
Passend zu Outback und diesem weiten Land.

Inhalt:
Eine Australiensaga.
Hauptprotagonistin Queenie Hanlon, verliert an ihrem 21. Geburtstag ihre Mutter durch einen Mord. Kurz darauf stirbt ihr Vater, als er ihr Tingulla Station vermacht ist auch noch ihr Bruder Colin nicht gut auf sie zu sprechen.
Aber Queenie liebt das Land und Tingulla und beißt sich durch.
Doch das Schicksal schickt ihr immer wieder neue Prüfungen.
Unglaublich wie mutig und stark sie sich immer wieder aufrappelt und für Tingulla kämpft. Einige Männer kreuzen ihren Weg, wird sie den richtigen finden.
Lüge, Verrat, Neid, aber auch Hilfe, Vertrauen, wahre Freundschaft und Liebe, spielen hier eine wichtige Rolle.

Meine Meinung:
Ein tolles Australienabenteuer.
Wunderbar farbenprächtig und sehrt emotional erzählt, es sind nicht nur einmal die Tränen geflossen. Das Ganze ist eine wahre Achterbahn der Gefühle.
Einfach wunderbar wie die Natur mit eingeflossen ist, die herrliche Landschaft, aber auch das harte Leben im Outback.
Ganz hervorragend hat mir das Wissen, aber auch die Magie der Aborigines gefallen das sehr dezent eingebaut wurde.

Dem Ende zu wurde es dann sehr dramatisch.
Hier war es mir dann fast ein bisschen zu sehr konstruiert.
Aber ich denke das musste einfach sein um das schöne Happy End dann wieder zu finden.

Mein Fazit:
Eine wunderbare Australinen-Sage.
Und wer diese romantischen Geschichten, eingebettet in einer exotischen und für uns so unwirklichen Landschaft liebt wird hier bestimmt, genauso wie ich, herrliche Lesestunden finden.
Deshalb von mir 4 Sterne.

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21 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

indien, kashmir, konflikt, kashmi, radj

Das Haus des Friedens

Simone Dorra
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei tredition, 06.02.2017
ISBN 9783734597183
Genre: Romane

Rezension:

Das Haus des Friedens, von Simone Dorra

Cover:
Ein wunderschönes Cover, das mit seinem Bild so viel Frieden ausstrahlt, dazu die orientalischen Ornamente, wirklich schön.

Inhalt:

Handlungsort Kashmir, im Norden von Indien gelegen.
Ein traumhaftes Land, aber auch ein Land das von Terror und politische Konflikten in Aufruhr gehalten wird.
Die Traumatherapeutin Sameera kommt für ihre medizinische Hilfsorganisation in dieses Land. Sie fühlt sich auf Anhieb mit diesem Land und den Leuten verbunden. Als sie den Ex-Agenten Vikram kennenlernt, der nach einem traumatischen Ereignis den Dienst quittiert und ein Waisenhaus eröffnet hat, verliebt sie sich in ihn und „seine“ Kinder, dies ändert ihr ganzes Leben.

Meine Meinung:
Ein unglaublich unter die Haut gehendes Buch.
Es ist eine total weitgefächerte Geschichte, es ist ein Liebesroman (im klassischen Sinn, wunderschön total großes Kino, und ein Liebesroman für Land und Leute), es ist ein Thriller (denn es wird eine unglaubliche Spannung aufgebaut, es gibt mehr als Gänsehaut, als Leser bangen, leiden und hoffen wir und es gibt absolute Schreckmomente), es ist ein gesellschaftskritisches und politisches Buch, denn es werden viele Dinge angesprochen bei denen man einfach nur traurig und betroffen ist, dass es solche Krisenherde immer noch auf der Welt gibt. Und wer muss leiden – die einfachen Familien, Frauen und Kinder, aber auch die Männer können die Last oft einfach nicht mehr ertragen.
Traumatische Ereignisse werden eingeflochten die tief erschüttern vor allem wenn man sich der Realität und aktuellen Brisanz bewusst wird.

Der Schreibstil ist so wunderbar einfühlsam, emotional und sehr berührend.
Ich konnte mich sehr gut in die einzelne Protagonisten hineinfühlen, sehr oft haben mir die Tränen einen dicken Klos im Hals verursacht und gegen Ende gab es eine Stelle, da konnte ich sie nicht zurückhalten.
Genauso wunderschön und bildlich wird die tolle Landschaft und die Natur beschrieben.
Ja das Ganze ist trotz aller Härte so liebevoll geschrieben, dass ich mir manchmal wie im Märchen vorkomme und mich in diesen speziellen Szenen gerne in diese Sagenwelt mit hineinfallen lasse.

Als das Buch zu Ende war, bin ich irgendwie traurig, diese liebgewonnenen Personen loslassen zu müssen, es ist wie ein Abschied von Menschen, die man sehr liebgewonnen und ins Herz geschlossen hat.

Autorin:

Simone Dorra ist in Wuppertal geboren, gelernte Buchhändlerin, hat auch schon Radio gemacht, hat geheiratet und hat drei Kinder.
2010 wurde sie quasi „entdeckt“. Ihr erster Urban Fantasy-Roman „Fluchmond“ erschien im Juli 2014.

Mein Fazit:
Ein sehr berührendes und tiefgreifendes Buch.
Es hat mir unglaublich intensive und schöne Lesestunden geschenkt.
Ich freue mich jetzt schon auf weitere Bände der Kashmir-Saga.
Deshalb von mir eine klare Kauf- und Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

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70 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

entführung, thriller, baby, lösegeld, insolvenz

The Couple Next Door

Shari Lapena , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783785725856
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

The Couple Next Door, von Shari Lapena

Cover:
Hier bekommt man schon ein bisschen Gänsehautfeeling.

Inhalt:
Anne und MarcThe Couple Next DoorCover:
Inhalt:
Anne und Maro sind bei ihren Nachbarn zu einer Dinnerparty eingeladen.
Cynthia, die Nachbarin will deren Baby (Cora) aber nicht dabei haben.
Sie einigen sich darauf, das Baby im Bettchen schlafen zu lassen, das Babyphon mitzunehmen und alle halbe Stunde nach Cora zu schauen.
Doch dann, um kurz nach Mitternacht, als die Eltern nach Hause kommen, ist das Bettchen leer…………
Ein Albtraum beginnt……….

Mein Meinung:
Der Einstieg beschert mir gleich Gänsehaut.
Ist es doch wohl für alle Eltern ein absoluter Albtraum, wenn das eigene Baby verschwindet.
Der Ermittler Rasbach hat die Eltern im Verdacht, sind doch laut Statistik meist die Eltern verantwortlich.
Doch es fehlt das Motiv.

Als wir als Leser dann ein bisschen mehr erfahren als Rasbach, geht das Chaos erst richtig los.
Jeder hat ein Geheimnis und eine heimliche Vergangenheit, und obwohl wir ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr den „Täter“ suchen, wird es immer spannender.
Wer sagt die Wahrheit? Wer denkt die Wahrheit? Was ist die Wahrheit?
Wer hat noch seine Finger im Spiel? Und warum?
Das Ende ist dann ganz schön verwirrend und hält noch einige überraschende Wendungen bereit.

Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Da immer wieder aus anderen Perspektiven erzählt wird, erhalten wir Einsicht in die verschiedenen Denkweisen der Protagonisten, was es sehr bunt und anschaulich macht.

Ein bisschen mehr hätte ich gerne von der Ermittlerarbeit von Rasbach erfahren.

Das Ende mit einem „Deal“ ist wohl für Amerika nichts ungewöhnliches.

Autorin:
Shari Lapeña arbeitete als Rechtsanwältin und Englischlehrerin, bevor sie sich dem Schreiben von Romanen widmete. The Couple Next Door ist ihr Thrillerdebüt, und schon vor seiner Veröffentlichung sorgte das Buch international für Furore. Der Roman stand wochenlang unter den Top Ten der Sunday Times-Bestsellerliste und wurde vielfach begeistert besprochen. Shari Lapeña lebt in Toronto und arbeitet derzeit an ihrem zweiten Thriller.

Mein Fazit:
Ein gelungener Thriller.
Er zeigt, dass wir nicht hinter die Fassade sehen, und solche Nachbarn wünscht sich wohl keiner.
Von mir 4 Sterne.

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(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Im Licht der Karibik

Alexandra Styron
Flexibler Einband: 285 Seiten
Erschienen bei Goldmann
ISBN 9783442450961
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im Licht der Karibik, von Alexandra Styron

Cover:
Schön bunt, so wie ich mir die Karibik vorstelle.

Inhalt:
Addy war anscheinend ein sehr schwieriges Kind, erst ihre schwarze Nanny Louise aus der Karibik konnte sie etwas „zähmen“.
Als diese nun Jahre später stirbt, reist Addy in die Karibik um dort mit der Familie zu trauern und Louises Leben zu feiern.

Meine Meinung:
Ich habe gar nicht in das Buch hineingefunden, stellenweiße wollte ich es am liebsten sogar abbrechen.
Der Schreibstil ist mir zu gewollt poetisch. Die Sätze waren sowas von verdreht und Beispiele die ich beim besten Willen nicht verstehen und nachvollziehen konnte, ich hab einfach nicht verstanden was die Erzählerin aussagen wollte.
Zu viele Sprünge, in der Zeit, in der Handlung, und in den Gedanken. Zu viel Verwirrung und zu viele Nebenhandlungen, von einem Gedanken in eine ganz andere Richtung. Mir fehlt der rote Faden und er Sinn der eigentlichen Handlung.

Autorin:
Alexandra Styron, Tochter des bekannten Schriftsellers William Styron, studierte „Creatives Writting“ an der Columbia Universität. Sie lebt abwechselnd in New York und auf Martha´s Vineyard. Dies ist ihr erster Roman.

Mein Fazit:
Ich habe das Buch schlicht nicht verstanden, deshalb kann ich auch nur 1 Stern geben.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

allgäu, evas tagebücher, nette bäuerin, freunde, regionalromantik

Neuanfang am Paradies

Susanne N. Bahro
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Bahro, Susanne, 15.09.2016
ISBN 9783000535031
Genre: Romane

Rezension:

Neuanfang am Paradies, von Susanne N. Bahro

Cover:

Eine typische Häuserfassade mit Holzschindeln, wie man sie sehr oft im Allgäu findet und ein Foto einer typischen Landschaft.
Doch ich muss ehrlich sagen, das Cover hätte mich in der Buchhandlung nicht unbedingt dazu verleitet das Buch in die Hand zu nehmen.
Schade eigentlich, denn der Inhalt ist echt super.

Inhalt:
Als Radiomoderatorin gibt Eva Ratschläge in einer eigenen Sendung und zwar zu Beziehungsproblemen. Pech nur, dass auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs ihr eigener Mann ihr mitteilt, dass er sich scheiden lassen will.
Eine geschiedene Beziehungsberaterin ist natürlich undenkbar, deshalb braucht Eva einen Plan dies zu verhindern.
Ihre beste Freundin Ramona bietet ihr ein perfektes Ferienhaus im Allgäu als Rückzugsort an.
Doch dieses perfekte Haus entpuppt sich als totaler Reinfall, der Nachbar und sehr attraktive Gustl bringt gehörige Unordnung in ihre Gedanken und als dann auch noch ein Boulevardblatt behautet sie habe sich mit einem falschen Doktortitel geschmückt scheint ihr traumhaftes Leben endgültig zu zerplatzen.
Wird Eva es schaffen, ihre Ehe zu retten und ihr Leben wieder auf die richtige Spur zu bringen?

Meine Meinung:
Das Buch hat mich sehr schnell total in seinen Bann gezogen.
Man ist sofort mittendrin in der Geschichte und dann baut es sich sehr schön auf, es wird immer spannender, das Chaos wird immer größer und ich kann als Leser so richtig gut mitfiebern.
Die Personen werden sehr gut beschrieben und charakterisiert, so dass wir die Beweg- und Handlungsgründe auch gut verstehen und wie die Akteure selber, hinterfragen können.
Die beiden Hauptprotagonisten sind mir sofort sympathisch und auch die „Nebenfiguren“ füllen ihren Raum perfekt aus.
Immer wieder gibt es neue Wendungen, wenn ich gerade denke, jetzt entspannt sich alles, kommen unerwartet neue Probleme und es wird noch turbulenter.
Der Schreibstil ist echt klasse, er zeigt nicht nur die überwältigende Verbundenheit der Autorin zum Allgäu, in wunderschönen Beschreibungen von traumhaften Orten, sondern er versteht es auch brillant immer mehr Spannung zu erzeugen und an den richtigen Stellen eine wohl dosierte Portion Humor einfließen zu lassen. Dabei kommen auch wunderschön poetisch Vergleiche ins Spiel.
Die Eheprobleme und die Liebesgeschichte wird nicht ewig breit ausgewalzt, auch wenn sie ein Hauptkern der Geschichte sind, sondern werden sehr dezent, ja ich möchte sagen auch romantisch, eingebaut.

Eine neue „Art“ von Büchern. So wie die „Regional-Krimis“ im Moment in aller Munde sind, sollte diese Sparte „Regional-Romantik“ ein fester Begriff werden, und da hat dieses Buch und allgemein auch das Allgäu einen Platz ganz weit vorne verdient.

Am Schluss noch ein Zitat aus dem Buch (und eine Liebeserklärung ans Allgäu):
Das Allgäu ist keine SMS, es ist auch keine E-Mail, es ist ein Brief, ein Liebesbrief.

Autorin:
Susanne N. Bahro ist gebürtige Allgäuerin und es ist ihr seit jeher ein Herzensanliegen, die Schönheit, Vielfalt und Ursprünglichkeit ihrer Heimat anderen zu vermitteln. Und das mit Herz, Leib und Seele und aus der Überzeugung, dass es nirgends schöner sein kann!
Nach langen Jahren in den Bereichen Marketing, Public Relations und Journalismus war es an der Zeit, aus ihrer Passion des Schreibens eine Profession zu machen. Herausgekommen ist die Buch-Reihe ALLGÄU ROMANTIK, in der sie fiktive Geschichten erzähle, die an realen Schauplätzen spielen.
In dieser Reihe gibt es auch noch weitere Bücher, die aber alle in sich abgeschlossen sind.

Mein Fazit:
Ein rundum gelungenes Buch, ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.
Es ist spannend, romantisch, emotional und hat dabei doch eine plausible Handlung in einer wunderschönen Landschaft eingebettet.
Von mir ganz klar volle Punktzahl.

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43 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

rügen, ostsee, roman, erbe, deutschland

Acht Zimmer, Küche, Meer

Anna Rosendahl
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.03.2014
ISBN 9783453410701
Genre: Romane

Rezension:

Acht Zimmer, Küche, Meer, von Anna Rosendahl

Cover:
Eine wunderschöne Ansicht von Meer, Stand und einem schönen Haus mit Reetdach, wie es auch in der Geschichte eine wichtige Rolle spielt.

Inhalt:
Marina lebt als Landschaftsgärtnerin in Frankfurt, ihre Wurzeln sind aber in Rügen. Und doch ist sie sehr erstaunt, als ein praktisch Fremder (ein Gen-Forscher) ihr ein wunderschönes Haus dort vermacht. Das Vermächtnis ist aber an eine Auflage gebunden, Marina muss in dem Haus wohnen und Josefine, eine etwas ältere Dame, hat ein lebenslanges Wohnrecht.
Dann stellt die Ex-Frau des Wissenschaftlers auch Ansprüche auf das Haus und stellt sich Marina in den Weg.
Doch Marina will sich der Herausforderung stellen, hat es sie doch schon als Kind zu diesem Haus hingezogen. Gemeinsam mit ihrer Schwester macht sie sich auf Spurensuche in der Vergangenheit.

Meine Meinung:
Mit den ersten Seiten, war ich beim Lesen sofort mitten drin in der Geschichte.
Die Personen werden sehr schön „vorgestell“ und wir lernen nach und nach die Protagonisten kennen. Alle sind sehr individuell und liebevoll charakterisiert, sie sind natürlich, liebenswert und einfach menschlich.
Marina unsere Hauptprotagonistin war mir sofort sympathisch.
Ihre Gedanken und Überlegungen werden sehr schön geschildert, so dass ich wirklich mit ihr denken und handeln kann. Ich wüsste an ihrer Stelle auch nicht wie ich mich so spontan verhalten oder fühlen sollte, wenn mir ein Fremder etwas derart tolles vermacht.
Und es ist dann wirklich gut aufgebaut wie wir nach und nach erkennen, welches Familiengeheimnis (man könnte schon Familiendrama sagen) hinter dem ganzen steckt. Immer mehr tauchen wir in die Vergangenheit ein, bis zum Schluss gibt es Überraschungen.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Emotionen werden sehr gut rüber gebracht. Auch die Beschreibungen des Meeres und der Natur sind sehr liebevoll und detailliert beschrieben, so dass ich das Meer rauschen höre und fast das Salz auf meiner Haut spüre.
Die Liebesgeschichte ist sehr dezent eingebaut und über die große Party und das Happy End (am doch ganz traurigen Tag) habe ich mich sehr gefreut.

Autorin:
Anna Rosendahl wurde im November 1968 in Bottrop geboren. Gemeinsam mit ihrem Mann lebt sie in einem kleinen Dorf in der Lüneburger Heide.

Mein Fazit:
Ein wunderschönes, unterhaltsames Buch das mich auf die Insel Rügen versetzt und mir das Meer in mein Wohnzimmer gebracht hat. Gerne habe ich mit Marina die Herausforderungen angenommen und gelöst.
Von mir klare 5 Sterne für diese schönen Lesestunden.

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44 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

fernsehkoch, liebesgeschichte, humor, köln, chili

Franz oder gar nicht

Nikola Hotel
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632674
Genre: Liebesromane

Rezension:

Franz oder gar nicht, von Nikola Hotel

Cover:

Ein Cover bei dem man zweimal hinschaut, dann grinst und das Buch in die Hand nimmt.

Inhalt:
Während ihrer ersten 24-Stunden-Schicht, bricht die junge Anästhesistin Josephine, etwas überfordert, ausgerechnet dem berühmten und äußerst attraktiven Fernsehkoch Raphael Franz, einen Schneidezahn ab.
Alle Versuche, sich zu entschuldigen oder das ganze unter den Teppich zu kehren, verwandeln sich ins Gegenteil und scheinen wie ein Bumerang auf sie zurückzufallen. Jo ist davon überzeugt, dass ‚Raphael ihr den ganzen Ärger heimzahlen will. Und so stolpert sie von einem Schlamassel in den nächsten, ob sie sich dabei, mehr oder weniger freiwillig, ins Kühlhaus einschließen lässt oder (mit Raphael zusammen) sich mit einer Chili einheizt, die Situation endet immer anders als sie es „geplant“ hat.

Meine Meinung:
Dies ist das zweite Buch, nach „Jetzt oder Nils“, das ich aus der Feder von Nikola Hotel, gelesen habe.
Und es hat mich wieder restlos überzeugt.
Auf jeder Seite gibt es etliches zum Schmunzeln oder Lachen. Ein genialer Schreibstil, total locker, humorvoll und rasant, eine Pointe jagt die nächste, die Seiten fliegen nur so dahin und es wird nie langweilig.
Klar ist einiges ein bisschen überzeichnet, aber das ist hier einfach so perfekt in Szene gesetzt, dass ich es mir trotzdem ganz genau vorstellen kann. Und das ist glaube ich das Geheimnis von Nikola Hotel, sie beherrscht ihr Genre so grandios, dass ihre Personen und Charaktere, hier die junge Anästhesistin Josephine (Jo) und der berühmte Fernsehkoch Raphael, einfach lebendig werden und ich mit ihnen bei der Arbeit bin oder mit ihnen auch im Badezimmer stehe.
Die Dialoge sind wahre Explosionen von Worten in ihrer witzigsten Variante.
Nach einer Kampfansage, kommt es zu erst mal zu mehr oder weniger groß oder kleinen Scharmützeln, um nach einem Vulkanausbruch doch noch dem Happy End, mit letzten Stolperfallen entgegen zu eilen

PS: Die Danksagungen von Nikola Hotel sind immer was ganz besonders, sie zaubern mit immer ein letztes Lachen auf mein Gesicht.

Autorin:
Nikola Hotel wurde 1778 als jüngste von zwei Töchtern in Bonn geboren. Bereits als Schülerin begann sie erste Kurzgeschichten zu schreiben. Heute lebt sie als freie Autorin mit ihrem Mann und drei Söhnen in Hennef.

Mein Fazit:
Ein ganz tolles Buch über eine „Liebesgeschichte“, bei der der Humor an erster Stelle steht. Es hat mir ein Dauergrinsen ins Gesicht gezaubert und mir einfach unvergesslich lustige Lesestunden geschenkt.
Von mir eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

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257 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 134 Rezensionen

mord, psychologie, krimi, roman, erinnerungen

Das Buch der Spiegel

E.O. Chirovici , Werner Schmitz , Silvia Morawetz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.02.2017
ISBN 9783442314492
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch der Spiegel, von E. O. Chirovici

Cover:
Ein schönes Cover.
Aber am Ende des Buches weiß ich nicht was es mit der Geschichte zu tun hat.

Inhalt:
Literaturagent Peter Katz, erhält ein Manuskript von Richard Flynn. Dieser Schreibt über die Ermordung des bekannten Professors Joseph Wieder in Princeton vor 20 Jahren. Der Fall damals wurde nie geschlossen und Flynn behauptet neue Erkenntnisse zu haben und die Wahrheit berichten zu müssen.
Doch das Manuskript endet plötzlich und als Katz das ganze Manuskript kaufen will ist Flynn leider kurz vorher verstorben.
Besessen davon, das Ende der Geschichte zu erfahren, lässt Katz weitere Recherchen durchführen. Doch je tiefer der Fall beleuchtet wird, desto bizarrer und Widersprüchlich wird das Ganze.
Wer lügt, wer sagt die Wahrheit?
Und: gibt es überhaupt eine Wahrheit?

Meine Meinung:

Ein unglaubliches Buch.
Ich kann es gar nicht in Worte fassen, dieses Buch, diese Faszination muss man selber erleben und sich selber Seite für Seite erlesen.
Die Recherchen bringen viele Geschichten und viele Facetten um ein und dieselbe Handlung zutage. Und jede ist in sich logisch und nachvollziehbar. Doch wenn man sie mit den anderen vergleicht bemerkt man, dass sie sich unterscheiden und irgendjemand nicht die Wahrheit sagen kann.
Immer wieder werden wir mit neuen Personen und Charakteren und dann mit einer neuen Sicht der Dinge konfrontiert. Und der Autor versteht es gut uns recht schnell in dieser neuen Sicht der Dinge „heimisch“ zu fühlen, wir sehen das Gesagte als Wirklichkeit.

Ich kann es nicht besser erklären. Hier noch drei Zitate, die den Geist des Buches deutlich machen.

„Erinnerungen an Vergangenes sind nicht unbedingt Erinnerungen an wirklich Geschehenes“.

„Alle hatten sich geirrt und durch die Fenster, in die sie zu spähen versuchten, und die sich am Ende alle als Spiegel herausstellten, nur immer sich selbst und ihre eigenen Obsessionen gesehen“.

"Die Lebenden begehen ständig Fehler, die Toten hingegen werden von ihren Hinterbliebenen schnell in eine Aura der Unfehlbarkeit gehüllt."


Ich sage jetzt nur noch: Die Wahrheit liegt immer im Auge des Betrachters.

Autor:
E. O. Chirovici stammt aus einer Familie rumänischer, ungarischer und deutscher Herkunft und ist in einer rumänischen Kleinstadt im Süden Transsylvaniens aufgewachsen. Seit seinem zehnten Lebensjahr schreibt er Geschichten, seit 2014 ist er nun hauptberuflich Schriftsteller.

Mein Fazit:
Ein sagenhaftes, unglaublich spannendes Verwirr-, Verdreh-, und Verzerrspiel um Wahrheit, Erinnerungen und Wirklichkeit. Das Buch hat mich mit jeder Seite mehr fasziniert. Wusste ich ganz am Anfang nicht ganz was ich damit anfangen soll, hat es mich schon bald in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Soviel unterschiedliche Geschichten und Blickwinkel im Umfeld von einem Mord – unglaublich!
Ganz klar, von mir eine Lese- und Kaufempfehlung und volle 5 Sterne.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

münchen, mord, schickimicki, krimi, p1

Schickimicki

Ulrich Radermacher
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 08.02.2017
ISBN 9783839220412
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Schickimicki, von Ulrich Radermacher
Der 2. Fall von Alois Schön.

Cover:
Mal etwas anderes, Schwarz/Weiß mit roten Akzenten.
Gefällt mir.

Inhalt:
Petra Malterer, eine wohlhabende verheiratete Frau aus der Münchener Bussi-Gesellschaft, wird erschossen in der Isar gefunden.
Lange Zeit ermittelt Kommissar Alois Schön und seine Kollegin Natascha Frey im Familiären Umfeld der Toten.
Dann gibt es eine zweite Tote. Auch diese ist wohlhabend, verheiratet, kommt aus der Münchener Bussi-Gesellschaft und wird erschossen aufgefunden.
Ist hier ein Serienkiller am Werk?

Meine Meinung:
Dieser 2. Fall von Alois Schön ist so ganz anders als sein erster, bei dem er im eher ländlichen Bereich ermitteln konnte.
Irgendwie finde ich den Grundtenor ganz anders als im „Saukerl“ (der mir ausgezeichnet gefallen hat). Hier agieren die Kommissare so kühl und distanziert, und irgendwie auch gelangweilt. (Liegt es daran, dass sich beide in der High Society von München nicht so wohl fühlen?).
Ich weiß nicht warum, aber Alois und Natascha scheint der Biss zu fehlen.
Bei ihren Recherchen dreht sich alles immer nur im Kreis, außer der Befragung der Familie scheint es nicht viel Ermittlerarbeit zu geben.
Ich finde es gibt auch einige Logikfehler oder nicht ganz durchdachte Szenen oder Stellen die sich, für mich sogar, widersprechen.
Es fehlt der spritzige Humor, der den 1. Fall so schön aufgelockert hat und der Lokalkolorit von München fällt auch kaum ins Gewicht , ich finde wenn nicht einige wenige typisch Münchner Orte (P1, Isar etc.) genannt worden wäre, hätte man die Stadt beliebig austauschen können.

Nebenbei dürfen wir noch an Nataschas Privat- oder besser Liebesleben teilnehmen und sehen, ob und wie sie die Probleme dort in den Griff bekommt. (Hätte es für mich nicht unbedingt gebraucht).

Autor:

Ulrich Radermacher, geb. 1964 in Trier, studierte nach einer Banklehre BWL. 1990 zog er in den Landkreis Freising. Er ist Vater von zwei erwachsenen Söhnen und unabhängiger Vermögensberater. Gepackt von der Leidenschaft des Schreibens verfasste er die Manuskripte für zwei München-Krimis

Mein Fazit:
Ein Krimi für zwischendurch, aber für mich kam nie so richtige Spannung auf.
Das Ende brachte dann noch eine Überraschung, wobei man die auch schon nach 2/3 der Geschichte in Erwägung gezogen hat.
So gut mir der 1. Fall („Saukerl“) gefallen hat, muss ich doch sagen, konnte mich dieser Fall nicht so überzeugen.
Von mir knappe 3 Sterne.

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(40)

45 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

südfrankreich, krimi, flüchtlinge, wein, weinberg

Gefährliche Ernte

Yann Sola
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462048698
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gefährliche Ernte, von Yann Sola

Cover:
Eine Ansicht vom Meer, anscheinend weit ab vom Trubel. Das passt zum Buch.

Inhalt:
An der malerischen Côte Vermeille, am südwestlichsten Zipfel von Frankreich, lebt der Gourmet und Weinkenner Perez, er ist ein Delikatessenschmuggler und Lebemann.
Tja und er ist gerade ganz schön im Stress, weil seine heißgeliebte Tochter heiraten will, und zwar einen Kandidat, der ihm nicht gerade willkommen ist.
Und da wird auch noch ein Toter im Weinberg seines Vaters gefunden.
Bevor nun die Polizei beginnt in seinen Angelegenheiten herumzuschnüffeln, beginnt Perez die Sache selber in die Hand zu nehmen und beginnt zu ermitteln.
Und plötzlich steckt er mittendrin in finstersten Machenschaften von Menschenhandel, Drogen und familiären Tragödien, die weit in die große Politik hineinreichen.

Mein Meinung:
Den Einstig und Beginn fand ich etwas zäh.
Die Beschreibung der Personen und Charaktere blieb mir ein bisschen zu diffus, ich hatte zwar meist irgendwann eine Altersangabe und eine grobe Beschreibung, aber es reichte fast nicht um das Kopfkino zu starten und jemand vor meinem geistigen Auge zu sehen.
Die ersten 240 Seiten sind mir auch insgesamt viel zu verwirrend. Alles ist sehr politisch (in der Politik bin ich hier in Deutschland schon nicht so sehr „up to date“ und in Frankreich kenne ich mich noch weniger aus). Auch die vielen Gedanken und Schlussfolgerungen, Dialoge oder Pointen von Perez oder anderen Protagonisten, habe ich nicht immer verstanden.
Wie Perez auf die vielen „Fährten“ und unterschiedlichen Richtungen in die er ermittelt kommt, hat sich mir nicht immer erschlossen.
Auf den letzten 100 Seiten wird es dann richtig spannend und aktuell.
Hier wird dann klar dass es um Menschenhandel und das Schicksal von Flüchtlingen in einer ganz miesen Verflechtung geht.
Schade nur, dass die ersten Seiten (vielleicht auch nur für mich?) so durcheinander und ziellos waren.
Als positiv möchte ich noch die Karte vorn und hinten im Buch erwähnen, ich finde es immer klasse, wenn man sich orientieren kann, wo die Handlung spielt.

Autor:
Yann Sola lebt und arbeitet in Deutschland und an der Côte Vermeille in Frankreich. „Gefährliche Ernte“ ist sein zweiter Roman um den Privatermittler Perez.

Mein Fazit:
Ein trauriges und aktuelles Thema, von der Idee her sehr gut.
Nur beim Schreibstil und bei der Umsetzung hat es bei mir nicht gezündet.
Nur in den letzten 100 Seiten.
Deshalb von mir 3 Sterne.

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

krebs, weltreise, roman, leben, überleben

Überleben ist ein guter Anfang

Andrea Ulmer
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548613086
Genre: Romane

Rezension:

Überleben ist ein guter Anfang, von Andrea Ulmer

Cover:
Passt zum Buch.

Inhalt:
Bei Anja Möller wurde Brustkrebs (mit Metastasen) diagnostiziert.
Sie selber findet Selbsthilfegruppen deprimierend und geht nur hin, weil ihr Mann es ihr so sehr ans Herz legt.
Hier begegnet sie dann fünf Frauen (jede mit einem ganz eigenen individuellen Charakter) die diese Diagenese auch kennen und trotzdem voller Lebensfreude und offen nach vorne blicken. Besonders die 83jährige Sieglinde bewundert sie, ist sie doch überaus herzlich, voller Lebensfreude und plant sogar noch ihre Weltreise. Doch sie stirbt, bevor sie diesen Wunsch wahr machen kann.
Nun beschließen die Frauen, an Sieglindes Stelle die Welt zu bereisen.
Eine abenteuerliche Reise zu wunderschönen Plätzen auf der Welt beginnt.

Meine Meinung:
Ich sag einfach nur WOW – so ein tolles Buch!
Ein überaus ernstes Thema, wird mit einer positiven Leichtigkeit in Angriff genommen und mit Bravour durch das ganze Buch beibehalten.
Ein Schreibstil der voller Wortspiele und Situationskomik nur so überquillt. Ein sagenhafter Humor, der voller Wärme und Empathie daherkommt, ganz wunderbare Dialoge und poetische Aussagen, die noch lange nachhallen.
Alle fünf (sechs) Frauen in dieser Geschichte sind vom Krebs gekennzeichnet, das Gespenst Krebs, schwebt über ihnen und wird zum ständigen Begleiter.
Jede hat eine individuelle Persönlichkeit und sie reiben sich auch mal, aber wenn es nötig ist, zeigen sie wie man füreinander da sein kann und mutig seinen Weg gehen kann.
Und sie zeigen auf ganz leise, aber sehr eindrückliche Weise, was das wichtigste im Leben ist. Sich selbst ernst zu nehmen, im jetzt und hier zu leben, sich wohl zu fühlen und eigene Wünsche nicht nur hinten anzustellen.
In dem Buch gibt es immer wieder Szenen bei denen das Lachen und Weinen gleichzeitig im Hals hochsteigt, es gibt Tränen in den Augen und Knoten im Hals, aber auch viel zum Lachen und Schmunzeln. Vieles ist so anrührend und emotional und dann wieder so witzig und direkt und voller Selbstironie.
Man wünscht niemand eine solche Krankheit, aber wenn schon, dann sollte jeder so eine Selbsthilfegruppe haben, die einen auffängt und mittragen kann.

Zu der Reise: die Ziele sind, Frankreich, Amerika (Grand Canyon + Las Vegas), Peru, Australien (Great Barrier Rief), Indien und Ägypten.
Hier kann ich nur sagen, ich kenne drei dieser und ich kann die Faszination dieser Orte, wie beschrieben, nur bestätigen.

Ein schöner Abschluss am gepflanzten Baum.
Ein Buch das Mut macht und Hoffnung gibt.

Autorin.
Andrea Ulmer wurde 1985 geboren. Sie arbeitet als Lektorin und Autorin und lebt in Heilbronn. „Überleben ist ein guter Anfang“ basiert auf dem Schicksal ihrer Mutter, deren umwerfende positiver Lebenseinstellung wird in dem Roman ein Denkmal gesetzt.

Mein Fazit:
Ein wundervolles Buch, das mehr als 5 Sterne verdient hat, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte, und das ich einfach jedem Leser ans Herz legen möchte. Ein MUST HAVE.
Ich hoffe es folgen noch sehr viele Bücher dieser jungen Autorin.
Das Buch bekommt einen Platz ganz weit vorne bei meinen Lieblingsbüchern.
Eine absolute Kauf- und Leseempfehlung und die höchstmögliche Sternenanzahl.

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76 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

sklavin, sklaverei, nubaberge, sudan, london

Sklavin

Mende Nazer , Damian Lewis
Flexibler Einband: 362 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur, 01.07.2006
ISBN 9783426779101
Genre: Biografien

Rezension:

Sklavin, von Mende Nazer (und Damien Lewis)

Cover:
Es zeigt das Profilbild der Autorin Mende Nazer

Inhalt:
Mende erlebt eine glückliche Kindheit in den Nuba-Bergen im Sudan in Afrika.
Als sie ungefähr 10 Jahre alt ist, wird ihr Dorf überfallen und sie entführt und als Sklavin verkauft. Nun wird sie nur noch „yebit“ genannt, was >Mädchen das nichts wert ist< bedeutet.
Eine schreckliche Zeit beginnt für sie.
Jahrelang wird sie in Khartum als Sklavin gehalten, dann wird sie sogar als Sklavin nach England geschickt. In London, bei einer sudanesischen Botschafterfamilie soll ihr Schicksal so weitergehen.
Und das alles im hier und heute, im 21.Jahrhundert.

Meine Meinung:
Ein Buch das erschüttert.
Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt.

Am Anfang erfahren wir von ihrem Leben, das so ganz anders ist als wir er uns vorstellen können. Es hat seine eigenen Regeln und Gesetze. Es orientiert sich an der Natur und seiner Umwelt. Im Dorf selber gibt es ein großes Für und Miteinander, doch der Krieg kommt auch hier hin. Auch das Thema Beschneidung, das wir uns gar nicht vorstellen können (ist für mich immer noch unbegreifbar, wie Mütter das ihren Kindern antun können) wird erwähnt.

Im zweiten Teil geht es um ihre Zeit als Sklavin in Khartum.
Es wird geschildert wie sie misshandelt und wie durch psychische Grausamkeit ihr Wille gebrochen wird. Einfach unglaublich.

Im dritten Teil erfahren wir, wie sie nach London kommt und wie sich das Schicksal für sie wendet und ihr die Flucht gelingt.

Autorin.
Mende Nazer ist aufgewachsen in den Nuba-Bergen im Sudan.
Heute lebt sie in London.

Mein Fazit:
Dieses Buch kann man eigentlich gar nicht bewerten, denn es zeigt ein schreckliches Schicksal, das anscheinend im Moment noch vielen Menschen auf der Welt erdulden müssen.
Das macht mich fassungslos.

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71 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

krimi, münchen, brauerei, mord, dialekt

Zapfig

Felicitas Gruber
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.02.2017
ISBN 9783453358515
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zapfig, von Felicitas Gruber
Ein Fall für die Kalte Sofie

Cover:
Typisch bayerisch? Eiszapfen (=zapfig, kalt) an einem Wetterhahn.

Inhalt:
Drei Tage vor ihrer Hochzeit, in der Nacht nach ihrem Junggesellinnenabschied, stirbt die Braut unter mysteriösen Umständen.
Sie war die Sekretärin der Privatbrauerei Rößlbier und sollte den Juniorchef Tobias heiraten. Bei den Ermittlungen wird klar, dass Tobias ein „Weiberheld“ war und dass sämtliche Damen des Betriebs ein Auge auf ihn geworfen haben. Auch die Schwiegermutter in spe war nicht glücklich über diese Verbindung, aber wenn der „Bua“ es nun mal so wollte………
Doch warum wird sie kurz darauf in ihrem eigenen Braukessel ertrunken aufgefunden? Ein Unfall? Mord?
Und es bleibt nicht bei den zwei Toten.

Tja das Leben in der Münchner Schickeria ist eben oft mehr Schein als Sein.

Meine Meinung:
Ein Krimi, bei dem die Kiminalhandlung sehr in den Hintergrund gedrängt wurde. Im Vordergrund steht für mich eher das Privatleben und Handeln der Pathologin, Dr. Sofie Rosenhuth. Bei den Ermittlungen sind es eher „Zufälle“ die zu Ergebnissen führen.
Der Schreibstil ist locker, frech und flüssig und normalerweise mag ich es auch wenn ein Dialekt (hier urbayerisch) dem ganzen einen Lokalkolorit verleiht und das ganze somit authentisch macht, hier ist es mir fast zu viel des Guten.
Allerdings möchte ich den Humor extra noch erwähnen, weil der schon klasse ist und wert, extra erwähnt zu werden. Viel Situationskomik!!
Alle weiteren handelnden Personen sind mir sehr „Karikatur mäßig“ also überzogen gezeichnet.
Viele Handlungen sind mir auch sehr überspitzt dargestellt, ja teilweise finde ich es doch recht konstruiert. So ermittelt Sofie fleißig mit, als es die erste Leiche gibt und auch später ist sie meist die treibende Kraft und hat die zündenden Ideen. Sie hat anscheinend immer Zeit und es wird auch von Seiten der ermittelnden Behörden anscheinend als normal angesehen. Klar, ist doch der ermittelnde Hauptkommissar Joe ihr Ex, bzw. jetzt wieder akuter Lover, da sich die beide nochmals eine Chance geben wollen. Vermutlich deshalb wird auch dieses private Liebeschaos sehr ausführlich behandelt.


Gut finde ich die eingebauten gesellschaftlichen Brennpunkte, hier das Thema der Migration.

Autorin:
Hinter dem Pseudonym Felicitas Gruber verbergen sich die Autorinnen: Brigitte Riebe und Gesine Hirsch.
Brigitte Riebe kenne (und liebe) ich als Autorin von historischen Romanen, genauso wie unter einem weiteren Pseudonym.

Mein Fazit:
Ein unterhaltsamer Kriminalroman, bei dem der Fokus meiner Meinung nach mehr auf „Roman“ als auf Krimi liegt. Ein Krimi der unterhält und bei dem viel gelacht oder geschmunzelt werden darf, aber bei dem bei mir keine Spannung, kein Nervenkitzel aufkommt.
Deshalb 4 Sterne.

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

mord, schlaganfall, krimi, demenz, dorfgemeinschaft

Nichts wie es war

Kathrin Heinrichs
Flexibler Einband: 340 Seiten
Erschienen bei BLATT-Verlag, 14.10.2016
ISBN 9783934327276
Genre: Romane

Rezension:

Nichts wie es war, von Kathrin Heinrichs


Cover:
Ein kahler Baum und ein düsterer Himmel, passend für einen Krimi.

Inhalt:
Handlungsort: ein „Dorf“ im Sauerland.
Hauptprotagonisten: Anton 77, nach einem Schlaganfall braucht er Hilfe im Haus (um weiterhin dort alleine wohnen zu können). Diese bekommt er durch die weitere Hauptprotagonistin Zofia. Eine junge Polin die als „Hilfe“ bei ihm einzieht.
Ein Mordfall erschüttert das Dorf. Der demente Hannes, soll seine (auch polnische) Pflegerin Gabriella erstochen haben. Hannes ist/war Antons bester Freund und er kann und will nicht glauben, dass dieser eine solche Tat begangen hat.
Zusammen mit Zofia beginnt Anton zu recherchieren. Bei der Tätersuche bringen sie sich das ein oder andere mal durchaus in Gefahr.

Meine Meinung:
Ein toller Krimi.
Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und die Geschichte sehr spannend aufgebaut. Immer wieder gibt es Einschübe, die ein Jahr zurückreichen und ich war gespannt wie die sich mit der Gegenwart verknüpfen.
Die Charaktere sind sehr individuell und liebevoll gezeichnet, die Personenanzahl ist überschaubar. Es herrsch ein warmer Ton (auch wenn es sich um einen Mord handelt) und der eingesetzte Humor ist sehr gekonnt und passend platziert.
Immer wieder bringen Anton und Zofia neue Indizien ans Licht und geben dem Fall somit eine neue Wende und bringen neue Verdächtige ins Spiel.
Ganz leise werden auch ein paar gesellschaftskritische Standpunkte angesprochen.
Denn u.a. erfahren wir durch Anton wie deprimierend es im Alter sein kann auf Hilfe angewiesen zu sein, und durch Zofia erfahren wir wie die andere Seite, die Polinnen die Hilfe anbieten Vorurteile hat oder diese an sich selber erfährt.
Gerade Zofias „Sprachprobleme“ werde sehr liebenswert eingebaut und machen das Ganze sehr authentisch.
Sehr gut gefällt mir auch, dass hier mal kein neurotischer Kommissar mit einem verkorksten Liebesleben im Mittelpunkt steht, sondern ein ganz normaler „Senior“ und seine „Hilfe“ auf Mörderjagd gehen.
OK, Thomas der Sohn von Anton ist bei der Polizei (aber bei der Drogenpolizei in einem ganz anderen Bezirk), und der wird von Anton sehr gut manipuliert und zu Mithilfe „aktiviert“. Und hier wird dann auch eine behutsame Liebesgeschichte angedeutet, die aber dem Krimi überhaupt nicht in die Querer kommt oder stört, im Gegenteil, es ist perfekt eingebaut.

Autorin:
Kathrin Heinrichs, geb. 1970 im Sauerland, studierte in Köln Germanistik und Anglistik und arbeitet seit 1999 als Autorin und Kabarettistin. Sie hat drei erwachsene Kinder und lebt mit ihrem Mann in Mende3n.

Mein Fazit:
Ein total spannender Krimi, mit einem Hammer-Überraschungs-Ende und ein schönes Happy End wird auch noch angedeutet.
Von mir eine klare Lese- und Kaufempfehlung und 5 hochverdiente Sterne.


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